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U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

United States Information Service
Embassy of the United Si;.:;&gt;s oi A:r,erica
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üeichmanns Aue 29

15

18. April 1990

5300 Bonn 2

UMWELT

PRÄVENTIVMASSNAHMEN GEGEN
TREIBHAUSEFFEKT
Wissenschaftsberater des
Präsidenten erläutert
Maßnahmenkatalog

ZIELE DER KONFERENZ ÜBER
GLOBALE UMWELTVERÄNDERUNGEN
Eine Übersicht des Weißen Hauses

BUSH^HATCHER TREFFEN

BUSH FÜR UNEINGESCHRÄNKTE
SOUVERÄNITÄT DEUTSCHLANDS
Pressekonferenz von Präsident
Bush und Premierministerin
Thatcher

KSZE

KSZE UND NATO UNERLASSLICH
FÜR EUROPA
Rede von Botschafter Maresca

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 23 66
Telex: 8-85432

�UMWELT
18. April 1990

PRÄVENTIVMASSNAHMEN GEGEN
TREIBHAUSEFFEKT
Wissenschaftsberater des Präsidenten erläutert Maßnahmenkatalog
WASHINGTON - (AD) - Dem Berater des Präsidenten für Wissenschaft und Technologie, D. Allan Bromley,
zufolge hat die Bush-Administration Schritte unternommen, die "eine Art Versicherungspolice gegen eventuelle
negative Auswirkungen der Erwärmung der Erdatmosphäre sind".
Vor dem National Press Club erklärte Bromley am 11. April 1990, zu diesen Maßnahmen zählten das geplante Emissionsschutzgesetz über effizientere Nutzung der Energie und Abbau des sauren Regens, das schrittweise Verbot von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) zum Schutz der Ozonschicht, eine auf Natur- und Umweltschutz ausgerichtete Energiepolitik sowie Schuldennachlaß als Gegenleistung für Maßnahmen zum Schutz
der tropischen Regenwälder.
Die Ausführungen Bromleys über die Forschungsbestrebungen und Maßnahmen der Administration erfolgten
vor dem Hintergrund möglicher Klimaveränderungen und der vom 17. bis 18. April veranstalteten Konferenz des
Weißen Hauses über wissenschaftliche und wirtschaftliche Forschung im Hinblick auf die weltweiten Klimaveränderungen.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Wissenschaftsberater Bromley im Wortlaut.

Wenn Medien wissenschaftlichen Fortschritt beschreiben, konzentrieren sie sich häufig auf ein spezielles
Ereignis, als könne man Fortschritt nur aus dieser
einen Quelle ableiten. Auf diesem Gebiet tätige Wissenschaftlerwissen, daß der Sachverhalt völlig anders
ist. Zahlreiche Schritte sind erforderlich, bevor ein
Vorstoß erfolgen kann und neue Erkenntnisse in bereits bestehendem Wissen ihren Niederschlag finden.
Auch bei der Beschreibung des Entscheidungsfindungsprozesses erliegt man leicht der Versuchung,
ein besonderes Ereignis überzubewerten: Interessenskonflikte, eine Pionierarbeit, klärende Gespräche. Ich wünschte, es wäre so einfach. Ich mußte in
der Tat häufig feststellen, daß Politik in etwa wissenschaftlicher Forschung vergleichbar ist - sowohl im
positiven wie im negativen Sinne. Thomas Jefferson
hat Wissenschaft folgendermaßen beschrieben: "Das
geduldige Aufspüren von Fakten, ihre vorsichtige
Kombination und ihr Vergleich - das ist das harte Los,
dem der Mensch durch seinen Schöpfer ausgesetzt
wird, wenn er sicheres Wissen erhalten will." Ebensogut hätte er die Arbeit am fünften Entwurf einer politischen Erklärung beschreiben können.

AMERIKA DIENST 15

Etwas weniger hochgestochen wird Politik auch gerne
mit der Paarung von Elefanten verglichen - sie findet
unter großem Getöse auf hoher Ebene statt und
benötigt reichlich lange, um greifbare Ergebnisse zu
produzieren.
Heute möchte ich die von der Bush-Administration
ergriffenen nationalen Maßnahmen beschreiben, mit
denen sie zu internationalen Schritten gegen weltweite
Klimaveränderungen beigetragen hat. In den nächsten Wochen werden Sie noch viel über diese Maßnahmen hören, vor allem wegen der internationalen
Konferenz des Weißen Hauses über wissenschaftliche und wirtschaftliche Forschung im Hinblick auf die
weltweiten Klimaveränderungen, bei der ich am kommenden Dienstag und Mittwoch einer der Vorsitzenden sein werde. Aber diese Konferenz ist nur ein
Schritt in dem wesentlich umfassenderen Prozeß, die
möglichen nachteiligen Auswirkungen weltweiter Klimaveränderungen verstehen und darauf reagieren zu
wollen. Seit meiner Ankunft in Washington im vergangenen Sommer habe ich mich ausführlich mit diesem
Thema befaßt. Und meines Erachtens stellen die von
der Bush-Administration ergriffenen - und geplanten -

Seite 1

�Maßnahmen das Engagement des Präsidenten unter
Beweis, sich verantwortungsbewußt mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

reiche geophysikalische Experiment", das wir durchführen, indem wir Kohlendioxid in die Atmosphäre
entweichen lassen.

Ein politisches Erwachen

Heute wissen die Wissenschaftler mehr über die Erde
und ihre Bestandteile als zu der Zeit, in der diese
frühen Prognosen angestellt wurden. Allgemeine Zirkulationsmodelle spiegeln das weltweite Klima einigermaßen gut wider. Und wir können die Erde aus dem
Weltraum beobachten, was nicht nur entscheidend zu
unserem Verständnis der Erde sondern auch zu unserer Erkenntnis des Planeten als einheitlichem, leicht
zerstörbarem Umfeld beigetragen hat.

Der Begriff "weltweite Klimaveränderungen" umfaßt
so unterschiedliche aber dennoch zusammenhängende Probleme wie Abbau der Ozonschicht, Treibhausgasemissionen, Klimaveränderungen, Anstieg des Meeresspiegels, Entwaldung, Artenvielfalt sowie Energievorräte. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit hat
sich jedoch vornehmlich auf die Erwärmung der Erde
konzentriert. Und aus meiner Sicht kann niemand sich
mit der Möglichkeit der Erwärmung der Erde befassen,
ohne sofort auf ein Paradoxon zu stoßen.
Die Zunahme des Treibhauseffekts ist ein außerordentlich langfristiges und weltweites Problem. Daher
erfordert es langfristige und weltweite Antworten - und
keine Schaumschlägerei.

Unser Wissen über die Erde wird jedoch noch immer
von unserem Unwissen überschattet. Ich weiß, daß
Journalisten im ersten Absatz ihres Artikels die vier
großen Ws beantworten müssen: Wer, Was, Wo und
Wann. Es erübrigt sich, zu sagen, daß der erste
Absatz einer Beschreibung des Treibhauseffekts schwierig zu verfassen wäre.

Dennoch ist das die Erwärmung der Erde umgebende
politische Klima einer Krise vergleichbar. Eine beachtliche Anzahl von Gesetzentwürfen wurde auf dem
Capitol Hill eingebracht, und die jüngsten Forschungsergebnisse - die mögliche Auswirkungen der Erwärmung der Erdatmosphäre teils überbewerten, teils
herunterspielen - machen Schlagzeilen.

Unter Wissenschaftlern besteht generell Konsens, daß
die kontinuierliche Belastung der Atmosphäre mit
Treibhausgasen zur Erwärmung der Erde führen könnte. Dennoch konzentrieren sich die Unwägbarkeiten
und Kontroversen auf Größenordnung, Verhältnis und
Zeitpunkt der Erwärmung.

Es gibt einige einleuchtende Gründe für diese weitverbreitete Besorgnis, einschließlich der Tatsache, daß in
den achtziger Jahren vier der wärmsten Jahre seit
Beginn regelmäßiger Klimabeobachtungen verzeichnet wurden. Meiner Ansicht nach leitet sich ein Großteil der derzeitigen Unruhe aus dem Sommer des
Jahres 1988 ab. In jenem Sommer wurde der Mittelwesten von einer schweren Dürre heimgesucht, weite
Teile des Landes litten unter ungewöhnlich hohen
Temperaturen, Waldbrände vernichteten weite Bereiche des Westens, und ein besonders schwerer Hurrikan verwüstete die Karibik. Der Treibhauseffekt war
auf der Titelseite von Time und Newsweek - obwohl
Wissenschaftler die Ereignisse jenes Sommers noch
nicht überzeugend mit dem Treibhauseffekt in Verbindung bringen können.

Darüber hinaus besteht ein Konsens, daß sich der
Planet im vergangenen Jahrhundert um rund 0,5°C
erwärmt hat. Wenige Wissenschaftler würden jedoch
behaupten, daß sie bereits in der Lage sind, festzustellen, ob diese Erwärmung auf den Treibhauseffekt
zurückgeführt werden kann oder ob natürliche Temperaturschwankungen dafür verantwortlich sind. Und
obwohl einige Klimamodelle eine Erwärmung von 1 bis
2°C durch die Verdoppelung des Kohlendioxids in der
Atmosphäre prognostizieren - und obwohl noch immer
gro ße Ungewi ßheit besteht, ob diese Verdoppelung im
Jahr 2050 oder 2200 stattfinden wird - läßt sich anhand
der Geschichte belegen, daß die durchschnittliche
Temperatur der Erdatmosphäre im gleichen Zeitraum
in gleichem Maße steigen oder fallen könnte, wobei wir
entweder keine Kfimaveränderungen hätten oder doppelt
so hohe wie in den Klimamodellen vorhergesagt. Wir
wissen es einfach noch nicht.

Dieses politische Erwachen hat den Treibhauseffekt
an die oberste Stelle der nationalen und internationalen politischen Tagesordnung gesetzt. Man sollte sich
jedoch vor Augen führen, daß die Wissenschaftler
bereits seit Jahrzehnten über die Zunahme des Treibhauseffekts spekulieren. Der schwedische Chemiker
Svante Arrhenius hat im Jahr 1896 prognostiziert, daß
die Temperatur der Erde um 4 bis 6° Celsius steigen
würde, wenn sich das Kohlendioxid in der Atmosphäre
verdoppelt - eine bemerkenswert präzise Vorhersage,
wenn man bedenkt, daß ein nur unwesentlich geringerer Temperaturanstieg geschätzt wurde, bis die Funktion der Wolken genauer in die weltweiten Zirkulationsmodelle eingearbeitet worden war. Bereits 1957 schrieben Roger Revelle und Hans Süß über das "umfangSeite 2

Wir fangen auch erst an, die Auswirkungen einer
potentiellen Erwärmung der Erde auf landwirtschaftliche Produktivität, Veränderungen des Meeresspiegels, biologische Produktivität der Ozeane, eine Verlagerung der Vegetationsmuster, Häufigkeit und Schwere von Stürmen, Dürrekatastrophen usw. zu verstehen. Von einem quantitativen Verständnis der damit
einhergehenden wirtschaftlichen Auswirkungen sind
wir noch weiter entfernt. Darauf werde ich im folgenden eingehen.
Die größten Schwierigkeiten bestehen bei der Einordnung von Wolken und Ozeanen in generelle Zirkulationsmodelle. Bis vor kurzem wußten GeowissenAMERIKA DIENST 15

�schaftler noch nicht einmal, ob Wolken die Erde aufheizen oder abkühlen. Wir wissen noch nicht sicher, ob
die zunehmende Wolkenbildung, die mit der Erderwärmung in Verbindung gebracht wird, den Treibhauseffekt erhöht oder ihm entgegenwirkt. Das wird von Art
und Höhe der Wolken abhängen.
Was die Meere betrifft, wissen wir, daß nur die Hälfte
des bei der Verbrennung fossiler Energieträger und bei
der Rodung von Wäldern entstehenden Kohlendioxids
in der Atmosphäre bleibt. Jahrelang haben Forscher
angenommen, daß der Rest von den Meeren absorbiert wird, während jüngste Untersuchungen darauf
hindeuten, daß dies wahrscheinlich für nicht mehr als
ein Viertel der Menge zutrifft. Wo bleibt dann der Rest?
Wir sind immer noch nicht sicher, obwohl es heißt, er
bleibe in der Biomasse der gemäßigten Breitengrade
zurück.
Die Ungewißheit über das Verhalten der Wolken und
Meere trägt auch zu einer der grö ßten Schwierigkeiten
mit den gegenwärtigen Modellen zur Atmosphäre bei:
sie lassen keine präzisen regionalen Vorhersagen zu.
Bei den Modellen ist man sich nicht über so grundsätzliche Fragen einig, ob die Mittelpunkte der Kontinente
nasser oder trockener werden, wenn sich die Erde
erwärmt. Diese regionalen Prognosen sind jedoch
unabdingbar, um die möglichen Auswirkungen globaler Veränderungen zu beurteilen.
Aufgrund der Grenzen von Modellen müssen wir immer
auf Überraschungseffekte gefaßt sein. Die Entwicklung des Ozonlochs über der Antarktis war eine solche
Überraschung. Das Loch entwickelt sich durch einen
Mechanismus, der in früheren Modellen der Ozonzerstörung nicht berücksichtigt worden war und eher
zufällig entdeckt wurde. Wir brauchen ein umfassendes Programm zur Beobachtung und Überwachung
der Erde, damit wir solche durch die Emission von
Treibhausgasen hervorgerufenen Überraschungen
entdecken.
Das Ozonloch hat jedoch zweifellos bewiesen, daß
unsere Atmosphäre oder deren Trägheit im Gegensatz zu lange vertretenen Meinungen nicht so unbegrenzt ist, daß menschliche Aktivitäten sie nicht in für
den Menschen wahrnehmbaren Zeiträumen beeinträchtigen können. Die Abgabe von Fluorchlorkohlenwasserstoffen in die Atmosphäre hat in Kombination
mit meteorologischen Bedingungen in nur wenigen
Jahrzehnten ein Ozonloch entstehen lassen, das auf
bekannte chemische Mechanismen zurückzuführen
ist.
Lewis Thomas hat die Erde zum Beispiel mit einem
lebendigen Organismus und insbesondere mit einem
Einzeller verglichen. Der Vergleich trifft sicher in
einem Punkt zu: soviel wir auch noch über das Leben
lernen müssen, wie es sich entwickelt hat und wohin es
sich entwickeln wird, soviel müssen wir auch noch über
die Erde lernen.

AMERIKA DIENST 15

Das nationale Forschungsprogramm
Bertrand Rüssel hat einmal geschrieben: "Die schlimmsten Meinungsverschiedenheiten sind solche, bei denen
es für keine Meinung Beweise gibt." Die Erwärmung
der Erde kommt dieser Kategorie gefährlich nahe.
Wenn die Forschung mehr darüber entdeckt, wie die
Aktivitäten des Menschen das Klima beeinflussen
können, wird uns eine weniger kontroverse Basis für
unsere Maßnahmen zur Verfügung stehen.
Die US-Regierung hat jetzt ein umfangreiches integriertes Programm eingeführt, um Verständnis zu
wecken, von dem sich künftige politische Entscheidungen leiten lassen. Dieses Programm - das Amerikanische Forschungsprogramm für Globale Veränderungen (U.S. Global Change Research Program) wurde
vom interministeriellen Ausschuß für Geowissenschaften (Committee on Earth Sciences - CES) ins Leben
gerufen. Vorsitzender ist Dallas Peck vom U.S. Geological Survey. Der Ausschuß setzt sich aus Leitern
unabhängier Organisationen und aus Abteilungsleitern in Ministerien zusammen, die mit Umweltforschung befaßt sind. An den vom Ausschuß eingerichteten Arbeitsgruppen nehmen hochrangige Experten
teil, die einen bestimmten Bereich abdecken. Das
Amerikanische Forschungsprogramm für Globale Veränderungen wurde zum Beispiel von der Arbeitsgruppe Globale Veränderungen unter dem Vorsitz von
Robert Corell von der National Science Foundation
erarbeitet, und es umfaßt die Programme sieben unterschiedlicher Organisationen.
Der von Präsident Bush dem Kongreß Ende Januar
vorgelegte Haushalt für das Haushaltsjahr 1991 - der
die Forderung des CES nach einem integrierten nationalen Programm aufgriff - forderte eine 57prozentige
Aufstockung der Mittel für dieses Programm auf insgesamt eine Milliarde Dollar. Mit diesen Mitteln könnte
die Forschung, Datensammlung und Erarbeitung von
Modellen mit einer ausgewogenen Mischung land- und
weltraumgestützter Forschung erweitert werden.
Ich möchte auch darauf hinweisen, daß der Erfolg des
Ausschusses für Geowissenschaften Vorbildcharakter für ähnliche Aktivitäten des Büros für Wissenschafts- und Technologiepolitik hat. Wir haben gerade den Koordinierungsausschu ß für Wissenschaft und
Technik - das übergeordnete Gremium des CES umorganisiert und darüber hinaus eine Reihe neuer
interministerieller Ausschüsse für die Bereiche Bildungswesen, Biowissenschaften und industrielle Nutzung von Technologie ins Leben gerufen. Auf diese
Weise hoffen wir, in vielen wichtigen Bereichen von
Wissenschaft und Technik eine stärkere Integration
und bessere Koordinierung herbeizuführen.
Die Arbeitsgruppe Globale Veränderungen
Der Ausschuß für Geowissenschaften konzentriert
sich auf die Forschungsaspekte weltweiter Verände-

Seite 3

�rungen. Das politische Gegenstück zum CES ist die
Arbeitsgruppe Globale Veränderungen, die Präsident
Bush im vergangenen Herbst im Ausschuß für Innenpolitik einrichtete, einen von zwei hochrangigen politischen Ausschüssen mit Kabinettsrang im Weißen
Haus. Die von mir geleitete Arbeitsgruppe leistet im
Bereich Globale Veränderungen Koordinierungsarbeit
auf Kabinettsebene und ist für den Präsidenten eine
wichtige Quelle für Informationen und Empfehlungen.
Kurz nach ihrer Einrichtung forderte die Arbeitsgruppe
drei Sonderuntersuchungen über weltweite Veränderungen. Die erste beschäftigte sich mit den wirtschaftlichen Kosten globaler Veränderungen und Reaktionen auf mögliche Veränderungen unter Berücksichtigung der potentiellen Kosten von Untätigkeit. Die
zweite befaßt sich mit Bedenken und Aktivitäten des
Privatsektors. Die dritte überprüft rechtliche Voraussetzungen für internationale Abkommen und Konventionen über Umwelt. Die Arbeitsgruppe wird darüber
hinaus von hochrangigen Experten über wissenschaftliche und wirtschaftliche Aspekte globaler Veränderungen informiert.
Die Arbeitsgruppe Globale Veränderungen wird weiterhin eine wichtige Rolle im Weißen Haus spielen,
wenn es darum geht, die Politik der Administration zur
Umwelt zu überprüfen. Aber an diesem Punkt möchte
ich von meinem Versprechen abrücken, mich auf
Fortschritte konzentrieren zu wollen und einige politische Maßnahmen erörtern. Die Bush-Administration
vertritt nicht die Auffassung, daß weitere Forschung
irgendein Ersatz für das Handeln ist. Es ist eindeutig,
daß wir unsere Forschung angesichts der Unsicherheiten vorantreiben müssen, aber noch größere Bedeutung kommt in Zeiten der Unsicherheit der Entscheidungsfindung zu.
Aus diesem Grund hat die Administration bereits eine
Reihe politischer Maßnahmen verhängt, um die Emission von Treibhausgasen zu verringern, die auch aus
anderen Gründen gerechtfertigt sind. Der Präsident
bezeichnet sie als Politik "ohne Reue" und "für jedes
Wetter", denn sogar wenn sich unsere Sorge über den
Treibhauseffekt als unbegründet erweist, bringen diese Maßnahmen immer noch andere Vorteile. Ich
betrachte sie als Versicherungspolice gegen eventuelle negative Auswirkungen der Erwärmung der Erdatmosphäre.
Die Vereinigten Staaten engagieren sich für ein
umfassendes Verbot von FCKW bis zum Jahr
2000, um die stratosphärische Ozonschicht zu
schützen, wenn sichere Ersatzstoffe verfügbar
sind, und sie sind damit den Erfordernissen des
Protokolls von Montreal voraus. Wenn FCKW
nicht kontrolliert werden, können sie im nächsten Jahrhundert für 25 Prozent der Steigerung
des Treibhauseffekts verantwortlich sein.

Seite 4

Das Luftreinhaltungsgesetz wird gegenwärtig
im Kongreß erörtert und sieht eine erhebliche
Reduzierung der Emission anderer Treibhausgase vor, indem es den effizienteren Einsatz
von Energie fördert. Der Fonds zum Schutz der
Umwelt hat errechnet, daß allein die Gesetzesbestimmungen über sauren Regen die gleichen
Auswirkungen auf die Emission von Treibhausgasen haben werden wie wenn man zehn Jahre
lang ein Fünftel aller Fahrzeuge (22 Millionen
Autos) von den Autobahnen verbannt.
Das Energieministerium entwickelt eine Nationale Energiestrategie, die sich insbesondere
auf ein aggressives Engagement für die Energieeinsparung und die Entwicklung nichtfossiler
Brennstoffe konzentrieren wird.
Diese Initiativen beschäftigen sich vor allem mit den
Quellen der Treibhausgase. Auch im Hinblick auf
deren Auswirkungen auf die Umwelt unternimmt die
Administration konkrete Schritte.
Das Landwirtschaftsministerium will in ganz
Amerika eine Milliarde Bäume auf Privatgrundstücken pflanzen, die insgesamt etwa 13 Millionen Tonnen Kohlenstoff jährlich absorbieren.
Auf diplomatischer Ebene finden Gespräche
über den Schutz der noch bestehenden Regenwälder durch Mechanismen wie Schuldenerlaß
im Gegenzug für Umweltschutzmaßnahmen statt.
Der rote Faden, der sich durch alle Maßnahmen der
Administration im Hinblick auf die weltweiten Klimaveränderungen zieht, ist die Tatsache, daß sie so wissenschaftlich fundiert wie möglich und technisch wie
ökonomisch solide sind. Dies sind Kriterien, die wir
auch bei künftigen Maßnahmen anwenden werden.
Die Zwischenstaatliche Kommission zur Klimaveränderung (IPCC)
Bis jetzt habe ich lediglich über unsere nationale
Forschungsarbeit und Entscheidungsfindung in bezug
auf die weltweiten Klimaveränderungen gesprochen.
Der Treibhauseffekt macht jedoch nicht vor nationalen
oder politischen Grenzen halt, und sein Verständnis
erfordert Informationen und Analysen, die den gesamten Globus umspannen. Internationale Zusammenarbeit wird deshalb für anhaltende Fortschritte unerläßlich sein.
Das wichtigste internationale Forum zur Erörterung
dieser Fragen ist die Zwischenstaatliche Kommission
zur Klimaveränderung (IPCC), die unter der Schirmherrschaft des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und der Weltorganisation für Meteorologie ins
Leben gerufen wurde. An der IPCC beteiligen sich
Hunderte von Wissenschaftlern und Regierungsver-

AMERIKA DIENST 15

�treter aus einer Reihe von Ländern in dem Bestreben,
einen internationalen Konsens über die vermeintlichen
Ursachen und Folgen der Klimaveränderungen herbeizuführen.
Die IPCC setzt sich aus drei Arbeitsgruppen zusammen. Die erste bemüht sich unter der Leitung Großbritanniens um die Entwicklung eines besseren wissenschaftlichen Verständnisses der Klimaveränderungen.
Die von der Sowjetunion geleitete zweite Arbeitsgruppe untersucht deren mögliche umweltpolitische und
sozioökonomische Folgen. Die dritte Arbeitsgruppe
unter dem Vorsitz der Vereinigten Staaten versucht
schließlich, mögliche Antworten auf die weltweiten
Klimaveränderungen zu finden.

Eine Rahmenkonvention über die Veränderung des
Weltklimas könnte dieselbe Funktion erfüllen. Sie
würde zwischenstaatliche Zusammenarbeit begründen und die Mechanismen ins Leben rufen, mit deren
Hilfe künftige Schritte ergriffen werden können. Die
Vereinigten Staaten gehen jedoch davon aus, daß ein
umfassender Ansatz erforderlich ist, der alle Emissionen von Treibhausgasen auf der Grundlage eines
wissenschaftlich begründeten Treibhaus-ÄquivalenzIndexes umfaßt und mögliche Maßnahmen marktorientierte Ansätze benutzen sollten.
Die Konferenz des Weißen Hauses über wissenschaftliche und wirtschaftliche Forschung im
Hinblick auf die weltweiten Klimaveränderungen

Diese drei Arbeitsgruppen werden bis zum Ende des
Sommers Berichte vorlegen. Die politisch Verantwortlichen auf der ganzen Welt werden dann in der Lage
sein, diese Berichte bei der Formulierung nationaler
und internationaler Maßnahmen heranzuziehen.
Daneben wird unsere in der nächsten Woche stattfindende Konferenz über wissenschaftliche und wirtschaftliche Forschung im Hinblick auf die weltweiten
Klimaveränderungen dem Ziel dienen, diese Maßnahmen der IPCC zu ergänzen und unterstützen.

Die Berichte der IPCC-Arbeitsgruppen werden einen
bedeutenden Beitrag zur Rahmenkonvention leisten,
aber die in der nächsten Woche in Washington stattfindende Konferenz des Weißen Hauses wird eine wichtige Ergänzung zur IPCC sein. Präsident Bush ist der
Gastgeber, er wird die Beratungen eröffnen und schließen. Ich bin zusammen mit Michael Deland vom Rat
für Umweltqualität und Michael Boskin vom Rat der
Wirtschaftsberater einer der Vorsitzenden dieser
Konferenz.

Die drei Arbeitsgruppen der IPCC kamen im Februar in
Washington zusammen, und Präsident Bush hielt eine
Rede bei der Eröffnungssitzung. Darin erklärte er:
"Die Vereinigten Staaten engagieren sich voll und
ganzfür den IPCC-Prozeß der internationalen Zusammenarbeit zur weltweiten Klimaveränderung. Wir halten
es für lebenswichtig, daß sich die internationale Staatengemeinschaft in geordneter, disziplinierter und rationaler Art und Weise zusammenfindet, um die Geschichte unserer Umwelt zu studieren, das Potential
künftiger Klimaveränderungen einzuschätzen und
wirksame Programme zu entwickeln."

Die Konferenz wird jeweils die drei ranghöchsten
Vertreter von Wissenschaft, Wirtschaft und Umwelt
aus 17 Ländern, der Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung und der Europäischen Gemeinschaft zusammenführen. Die Konferenz soll unseren Wissensstand in bezug auf die
wissenschaftlichen und ökomischen Fragen zu den
weltweiten Klimaveränderungen überprüfen und feststellen, bis wann die verbleibenden Unwägbarkeiten
ausgeräumt werden könnten. Die Konferenz wird
ferner Möglichkeiten untersuchen, um die Ergebnisse
wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Forschung
vollständiger in den Entscheidungsfindungsprozeß zu
integrieren.

Präsident Bush hat darüber hinaus seine Unterstützung für den nächsten logischen Schritt auf internationaler Ebene bekundet: eine Rahmenkonvention über
Klimaveränderungen soll von den Staaten der Welt
ausgehandelt werden. Beim Gipfeltreffen von Malta
schlug Präsident Bush vor, daß die Vereinigten Staaten die erste Verhandlungsrunde zur Rahmenkonvention ausrichten, und er erneuerte dieses Angebot
gegenüber der IPCC.
Wenn man über die Ziele dieser Rahmenkonvention
nachdenkt, bietet sich die Wiener Konvention als nützliche Analogie an. Im Jahr 1985 unterzeichneten die
Vereinigten Staaten und 20 andere Länder die Wiener
Konvention zum Schutz der Ozonschicht, die einen
Rahmen für die internationale wissenschaftliche und
technische Zusammenarbeit schuf. Die Wiener Konvention sah jedoch keine Emissionsobergrenzen vor.
Sie enthielt stattdessen Verfügungen über die Erarbeitung von Zusatzprotokollen im Zuge der weiteren
wissenschaftliche Entwicklung.

AMERIKA DIENST 15

Ich habe bereits einige der wissenschaftlichen Herausforderungen genannt und möchte mich nun den ökonomischen zuwenden, da diese in vielen Fällen noch
größer sind als die wissenschaftlichen. So kam zum
Beispiel eine kürzlich erstellte Analyse lediglich zu dem
Ergebnis, daß die Kohlendioxidemissionen bis zum
Jahr 2050 wahrscheinlich um das 1,5- bis 12fache des
heutigen Werts ansteigen werden.
Wir benötigen bessere Maßstäbe für die möglichen
Kosten und Vorteile einer Begrenzung oder Anpassung an die weltweiten Klimaveränderungen. Ersten
Studien zufolge könnten die Kosten sehr hoch sein,
aber die solchen Schätzungen zugrundeliegenden Daten
und Annahmen sind mit vielerlei Unwägbarkeiten
behaftet.
Im allgemeinen werden die Sozialwissenschaften für
die Verbesserung des Verständnisses weltweiter Kli-

Seite 5

�maveränderungen ebenso wichtig sein wie die Naturwissenschaften. Selbst wenn die physikalischen und
biologischen Gesichtspunkte eines Problems verstanden werden, mangelt es uns nur allzu oft am Verständnis der unterschwelligen sozialen, verhaltenspsychologischen und wirtschaftlichen Ursachen und Folgen
einer Handlungsweise. Die in der nächsten Woche
stattfindende Konferenz wird sich diesen Aspekten
des Problems mindestens so sehr widmen wie den rein
wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Auf diese Weise hoffen wir, dem internationalen Dialog über die
weltweiten Klimaveränderungen eine neue Dimension
zu verleihen.

begehen, ein Ereignis von einmaliger welthistorischer
Tragweite. Wie nicht anders zu erwarten, war Kolumbus ein genauer Beobachter der Natur. Während sein
Schiff vor der Küste Jamaikas ankerte, vermerkte
Kolumbus in seinem Tagebuch, da ß es jeden Nachmittag etwa eine Stunde lang regnete. Kolumbus verwies
außerdem darauf, daß das gleiche Phänomen früher
auf den Kanarischen Inseln und den Azoren aufzutreten pflegte, daß aber diese Regenfälle aufgehört hätten, nachdem die Bäume auf diesen Inseln gefällt
wurden. Mit anderen Worten: Kolumbus beobachtete
als einer der ersten Menschen die Auswirkungen
menschlichen Handelns auf das Klima.

Die Vorsitzenden der Konferenz werden voraussichtlich einen Bericht erarbeiten, der gemeinsame Maßnahmen mit dem Ziel des Ausbaus von Forschung und
Zusammenarbeit zwischen den Staaten definiert. Die
Vereinigten Staaten werden der Konferenz darüber
hinaus eine Reihe von konkreten Vorschlägen unterbreiten, wie etwa den Vorschlag über ein internationales Forschungsprogramm zu den weltweiten Klimaveränderungen, das dem von mir bereits erläuterten nationalen Programm der Vereinigten Staaten auf
internationaler Ebene vergleichbar ist. In der kommenden Woche werden Sie mehr darüber hören.

Meines Erachtens ist es einleuchtend, daß gerade
Kolumbus eine solche Entdeckung machte, denn er
befand sich auf einer großen Entdeckungsfahrt, und
wir befinden uns heute auf einer ähnlichen Reise. Wir
verändern die Welt in nie gekanntem Ausmaß. Und
doch hat der Mensch aufgrund seiner Natur keine
andere Wahl als die Welt zu verändern.

Schlußbemerkung
Zum Schluß möchte ich noch ein Beispiel aus der
Geschichte anführen, das ich auch der Konferenz in
der nächsten Woche erläutern möchte, da es meiner
Meinung nach sehr gut auf unsere heutige Situation
paßt.

Wir haben keinen Grund, solche Veränderungen zu
fürchten. Aber wir müssen unsere Augen offenhalten
und zu verstehen versuchen, wohin die Reise geht und
den Kurs ändern, wenn wir dafür gute Gründe haben.
Wir müssen nicht blind in die Zukunft segeln. Aber wir
müssen vorwärtsschreiten, wenn wir die einander
ergänzenden Ziele einer wirtschaftlich gesunden Welt
und einer intakten Umwelt erreichen wollen.

Im übernächsten Jahr werden wir den 500. Jahrestag
der Entdeckung der neuen Welt durch Kolumbus

*

Seite 6

*

AMERIKA DIENST 15

�UMWELT
18. April 1990

ZIELE DER KONFERENZ ÜBER GLOBALE
UMWELTVERÄNDERUNGEN
Eine Übersicht des Weißen Hauses
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine Übersicht zu der am 17. und 18. April 1990 vom
Weißen Haus veranstalteten Konferenz über wissenschaftliche und wirtschaftliche Forschung in Zusammenhang mit den globalen Umweltveränderungen.

Ziele der Konferenz
Präsident George Bush hat die Staats- und Regierungschefs von 17 Staaten sowie die Europäische Gemeinschaft (EG) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eingeladen, Delegationen auf Ministerebene zur Konferenz
des Weißen Hauses über wissenschaftliche und wirtschaftliche Forschung in Zusammenhang mit den
globalen Umweltveränderungen zu entsenden. Die
Konferenz soll führende Regierungsvertreter aus den
Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Energieversorgung und Umwelt zusammenführen, die sich mit den
zentralen Forschungsaufgaben in bezug auf diese
Veränderungen beschäftigen. Sie soll ferner das
Verständnis weltweit auftretender Phänomene verbessern, die internationale Zusammenarbeit fördern
und eine Grundlage für künftige zwischenstaatliche
Bemühungen zur besseren Integration von wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Forschung in den
politischen Entscheidungsfindungsprozeß schaffen. Die
Konferenz eröffnet dem internationalen Dialog über
die Veränderung der Umwelt eine neue Dimension
anhand der These, daß die Wirtschaftswissenschaften - und zwar sowohl Analyse als auch Forschung in
bezug auf Wirtschaftspolitik und wirtschaftliche Folgen
- ein unerläßliches Bindeglied zwischen der wissenschaftlichen Untersuchung der globalen Umweltveränderungen und den politischen Alternativmaßnahmen darstellen. Wissenschaftliche und wirtschaftliche
Forschung können überdies dazu dienen, die Technologien und politischen Instrumente zu identifizieren
und entwickeln, die das Spannungsverhältnis zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltveränderungen abbauen, indem sie größere Fortschritte in beiden

AMERIKA DIENST 15

Bereichen erlauben. Um diese breitgefächerten Ziele
zu erörtern, wird die Konferenz
schwerpunktmäßig für Maßnahmen zur Bewältigung der Klimaveränderungen relevante Fragen der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen
Forschung behandeln.
Wichtige Folgemaßnahmen erörtern, um das
internationale Verständnis von Fragen der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Forschung
in bezug auf die Veränderung des Erdklimas zu
verbessern.
Die besondere Rolle der Wirtschaftswissenschaften bei der Integration der wissenschaftlichen Untersuchung von Veränderungen des
Erdklimas in den Entscheidungsfindungsprozeß hervorheben.
Die Beziehungen zwischen wissenschaftlicher
und wirtschaftlicher Forschung sowie innenund außenpolitischen Prozessen aufzeigen.
Erste Schritte in die Wege leiten, um gemeinsame internationale wissenschaftliche und wirtschaftliche Forschungsbestrebungen zu verwirklichen.
Die Konferenz versteht sich als integraler Bestandteil
des andauernden internationalen Prozesses zum
Verständnis der wissenschaftlichen und politischen
Aspekte globaler Umweltfragen. Die Notwendigkeit
zur erheblichen Verbesserung des Verständnisses
sowohl der wissenschaftlichen als auch der wirtschaftlichen Aspekte des weltweiten Klimawandels ist von
vielen führenden Politikern der Welt erkannt worden.
Seite 1

�Als Ergänzung der laufenden Arbeit der Zwischenstaatlichen Kommission zur Klimaveränderung (IPCC)
und anderer internationaler Foren, die sich um die
Bewältigung weltweiter Klimaveränderung bemühen,
konzentriert sich die Konferenz deshalb auf Fragen der
wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Forschung.
Es besteht berechtigter Grund zu der Annahme, daß
die Ergebnisse der Konferenz einen Beitrag zum IPCCProzeß und anderen internationalen Gesprächen und
Maßnahmen leisten wird.
Die Konferenz widmet sich schwerpunktmäßig den
"weltweiten Veränderungen", einem Forschungsbereich, der sich mit dem Verständnis der grundlegenden
Prozesse beschäftigt, von denen die Funktionsweise
des Erdsystems bestimmt wird. Dazu gehören solch
unterschiedliche und dennoch zusammenhängende
Probleme wie der Abbau der Ozonschicht, Treibhausgase, Klimaveränderungen, Nahrungsmittelversorgung,
Wasservorräte, Veränderungen des Meeresspiegels,
Feuchtgebiete, Entwaldung, Artenvielfalt, demographische Entwicklung und Energienachfrage.
Die Konferenz wird führenden Politikern aus aller Welt
ein Forum bieten, um die komplexen Forschungsfragen anzusprechen, die für den Entscheidungsfindungsprozeß von zentraler Bedeutung sind. Dazu gehören
folgende Fragen:
Wie gut läßt sich die Temperaturentwicklung in
den kommenden Jahrzehnten vorhersagen?
Wie "gut" sind unsere globalen Klimamodelle
der gesamten Erde, zum Beispiel Modelle zur
Vorhersage von Temperaturveränderungen?
Wie gut lassen sich die Verbindungen zwischen

Was sind die wirtschaftlichen Folgen der Anpassung an oder Bekämpfung weltweiter Umweltveränderungen?
Wie "gut" sind die Modelle zur Berechnung
dieser wirtschaftlichen Konsequenzen und deren Auswirkungen auf das Leben der Menschen?
Wir hoffen, daß sich die Staaten mit der Erörterung
solcher Fragen dazu verpflichten werden, die gemeinsamen internationalen Forschungsanstrengungen zu
verstärken, die sich auf die rasche Verbesserung des
wissenschaftlichen und ökonomischen Wissens und
die Entwicklung der zur Durchführung dieser Maßnahmen notwendigen Infrastruktur konzentrieren.
Um diese komplexen, zusammenhängenden Fragen
zu behandeln, hat Präsident Bush die Staats-und
Regierungschefs einer kleinen Gruppe von Staaten
dazu eingeladen, Delegationen auf Ministerebene zu
entsenden. Die Konferenz wurde mit dem Gedanken
ins Leben gerufen, eine repräsentative Gruppe von
Ländern zur Teilnahme einzuladen. Bei der Auswahl
wurden Kriterien zugrundegelegt, wonach Länder oder
Organisationen mit hoher Bevölkerungszahl, großer
geographischer Ausdehnung, starker Industrialisierung, hohem zukünftigen Energiebedarf, umfangreicher wissenschaftlicher Infrastruktur oder die bereits
eine internationale Führungsrolle in Fragen klimatischer und anderer weltweiter Umweltveränderungen
spielen, an dem Treffen teilnehmen sollen. Es wurden
die folgenden Länder und Organisationen ausgewählt:

1. Australien

11. Die Niederlande

2. Brasilien

12. Nigeria

3. Bundesrepublik Deutschland

13. Norwegen

4. Frankreich

14. Polen

5. Indien

15. Sowjetunion

6. Indonesien

16. Vereinigtes Königreich

7. Italien

17. Zaire

8. Japan

18. Europäische Gemeinschaft

9. Kanada

19. Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung

10 Mexiko

Seite 2

globalen Umweltveränderungen und den daraus resultierenden sozialen und wirtschaftlichen
Folgen vorhersagen?

AMERIKA DIENST 15

�Voraussichtliche Ergebnisse der Konferenz

die mit Forschung und politischen Maßnahmen
bezüglich der Umweltveränderungen befaßt sind.
Insbesondere dürfte diese Konferenz die erste
Chance zum Aufbau einer Partnerschaft zwischen den Bereichen Forschung und Wirtschaft
einerseits und den politischen Entscheidungsträgern andererseits bieten.

Die Konferenz wird eine Gelegenheit zur Erörterung
der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Forschungsfragen in bezug auf die globalen Umweltveränderungen im Kontext mit dem politischen Entscheidungsfindungsprozeß bieten. Um dies zu verwircklichen, verfolgt die Konferenz folgende Ziele:
Ein erheblich verbessertes Verständnis der
Forschungsvorhaben in den Bereichen Naturund Wirtschaftswissenschaften sowie Umwelt,
die für die Entscheidungsfindung im Hinblick auf
die weltweiten Veränderungen unerläßlich sind.

Als Grundlage zur Erörterung dieser lebenswichtigen
Fragen werden die drei wichtigsten Themen der Konferenz in zwei Plenarsitzungen sowie mehreren Arbeitsgruppen diskutiert:
Die Herausforderungen für die wissenschaftliche und wirtschaftliche Forschung.

Ein solides Verständnis der Unwägbarkeiten im
Hinblick auf die Umweltveränderungen auf
unserem Planeten.
Verbessertes gegenseitiges Verständnis und
Sensibilität gegenüber der wissenschaftlichen
und wirtschaftlichen Forschung in diesen beiden Forschungsbereichen.
Erhöhte Sensibilität der beiden Forschungsbereiche gegenüber den politischen Erfordernissen, etwa in Umwelt- und Energiepolitik, und
vice versa.
Solide und gut durchgeführte wissenschaftliche
und wirtschaftliche Forschungsvorhaben als Ergänzung der aufkeimenden Bemühungen der
Staaten, sich mit den internationalen politischen
Fragen der globalen Umweltveränderungen zu
beschäftigen.
Ein Kommunikationsnetz zwischen den politisch Verantwortlichen der einzelnen Länder,

Die Integration dieser Forschung in den Entscheidungsfindungsprozeß.
Der Aufbau einer Partnerschaft zwischen wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Forschung.
Im Verlauf der Konferenz wird voraussichtlich ein
Bericht der Vorsitzenden vorgelegt, der ein Protokoll
der Gespräche enthält und gemeinsame Maßnahmen
zur Verstärkung von Forschung und Zusammenarbeit
zwischen den Staaten aufzeigt.
In seinem Einladungsschreiben stellte Präsident Bush
fest: "Ich hoffe, daß das Fachwissen, die Erfahrung
und die unseren jeweiligen Ländern zur Verfügung
stehenden Daten auf einheitlichere und zusammenhängendere Art und Weise zusammengefaßt werden
können. Durch Zusammenarbeit können unsere Staaten die internationale Kooperation in diesen lebenswichtigen Bereichen fördern und zum Erfolg des andauernden IPCC-Prozesses beitragen."

* * * * *

AMERIKA DIENST 15

Seite 3

�BUSH/THATCHER

TREFFEN
18. April 1990

BUSH FÜR UNEINGESCHRÄNKTE SOUVERÄNITÄT
DEUTSCHLANDS
Pressekonferenz von Präsident Bush und Premierministerin Thatcher
HAMILTON, BERMUDA - (AD) - Anläßlich einer Pressekonferenz mit der britischen Premierministerin Thatcher
am 13. April 1990 sprach sich Präsident Bush für die uneingeschränkte Souveränität Deutschlands aus und wies
damit Vermutungen über einen Verbleib sowjetischer Truppen in der DDR während einer Übergangsphase
zurück. Bush begrüßte die Verwirklichung des "tiefempfundenen Wunsches des deutschen Volkes nach
Überwindung der unnatürlichen Teilung des Landes."
Präsident Bush bekräftigte erneut, daß ein vereinigtes Deutschland Vollmitglied der NATO sein sollte und fügte
hinzu, "Ein vereinigtes Deutschland sollte uneingeschränkte Kontrolle über sein gesamtes Territorium ohne
irgendwelche Einschränkungen seiner Souveränität haben."
Nachfolgend veröffentlichen wir die Pressekonferenz von Präsident Bush und Premierministerin Thatcher in
wesentlichen Auszügen.

Bush: Zunächst möchte ich dem Generalgouvemeur
und dem Ministerpräsidenten von Bermuda für ihre
Gastfreundschaft danken.
Premierministerin Thatcher und ich hatten Gelegenheit zu ausführlichen und offenen Gesprächen über die
jüngsten Entwicklungen in Europa und die Perspektiven für die Zukunft.
Natürlich haben wir auch über die Aussichten eines
vereinigten Deutschlands gesprochen. Wir begrüßen
beide die Verwirklichung des tiefempfundenen Wunsches des deutschen Volkes nach Überwindung der
unnatürlichen Teilung des Landes. Unsere Regierungen haben die Vereinigung Deutschlands seit über 40
Jahren unterstützt und freuen sich, da ß sie sich endlich
in Frieden und Freiheit vollzieht.
Premierministerin Thatcher und ich stimmen mit Bundeskanzler Kohl überein, daß Deutschland Vollmitglied der NATO einschließlich der integrierten militärischen Struktur sein sollte. Diese Ansicht wird von der
Bundesrepublik Deutschland, der gesamten NATO
und auch einigen Ländern Osteuropas geteilt. Unseres Erachtens liegt die uneingeschränkte Mitgliedschaft Deutschlands in der NATO im Sicherheitsinteresse aller europäischen Staaten.
In diesem Zusammenhang sehen wir der kontinuierlichen Entwicklung der Zwei-plus-Vier-Gespräche über
AMERIKA DIENST 15

die äußeren Aspekte der Wiederherstellung der deutschen Einheit erwartungsvoll entgegen. Diese Gespräche konzentrieren sich auf die Aufhebung der besonderen Rechte und Pflichten der vier Mächte für
Berlin und Deutschland als Ganzes. Ein vereinigtes
Deutschland, sollte uneingeschränkte Kontrolle über
sein gesamtes Territorium ohne irgendwelche Einschränkungen seiner Souveränität haben.
Auch über die Lage in der Sowjetunion und Litauen
hatten wir einen fruchtbaren Gedankenaustausch. Wir
stimmen überein, daß diese Probleme im Wege des
Dialogs bewältigt werden müssen, damit das Recht
des litauischen Volkes auf Selbstbestimmung verwirklicht werden kann.
Vor wenigen Minuten wurde uns eine außerordentlich
beunruhigende Meldung der Nachrichtenagenturen
überreicht. Natürlich hatten wir noch keine Zeit, uns im
einzelnen mit dieser Angelegenheit auseinanderzusetzen oder die Fakten zu analysieren. Aber wir haben
Moskau sowohl öffentlich als auch unter vier Augen
aufgefordert, eine Eskalation zugunsten des Dialogs
zu vermeiden. Es ist an der Zeit für Gespräche.
Bei unserer Diskussion über die Zukunft Europas und
der atlantischen Gemeinschaft haben Premierministerin Thatcher und ich die Möglichkeiten erörtert, die sich
der NATO, der Europäischen Gemeinschaft und der
Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in
Seite 1

�Europa (KSZE) zum Aufbau eines ungeteilten und
freien Europas bieten.
Frau Thatcher hat mir ihre jüngsten Vorschläge über
die Zukunft der KSZE im einzelnen erläutert, und
meines Erachtens sind sie sehr vielversprechend.
Für mich waren die Gespräche mit Frau Thatcher
außerordentlich nützlich. Seit vielen Jahren arbeiten
unsere beiden Länder für Frieden und Freiheit, und wir
haben uns vielerorts und zu manch einer Zeit - gelegentlich allen Widrigkeiten zum Trotz - diese Sache zu
eigen gemacht. Die britisch-amerikanische Freundschaft bedarf keiner Worte. Es ist eine besondere
Freundschaft, die sich zwangsläufig aus unserer
gemeinsamen Vision für die Zukunft der Menschheit
ergibt.
Frau Thatcher, ich danke Ihnen für ein au ßerordentlich
nützliches und aufschlußreiches Gespräch.
Frage: Herr Präsident, haben sie die Frage der
luftgestützten Marschflugkörper erörtert? Sind Sie für
die Stationierung luftgestützter Atomraketen in einem
vereinigten Deutschland?
Bush: Meiner Ansicht nach ist die Frage der Stationierung von Raketen Sache des Bündnisses. Ich möchte
im Augenblick dazu nur sagen, daß wir Konsultationen
mit der NATO führen werden. Unsere Position ist, daß
wir alles in unserer Macht Stehende tun müssen, um
der Rolle der Vereinigten Staaten bei der Bewahrung
des Friedens und der Gewährleistung von Stabilität
und Sicherheit in Europa gerecht zu werden. Ich
möchte dazu nicht ins Detail gehen, aber meiner
Ansicht nach ist die amerikanische Position bekannt,
und sie hat sich im Verlauf dieses Treffens nicht geändert.
Frage: Frau Premierministerin, haben Sie Außenminister Bakers Forderung einer formelleren Vertragsbe-

ziehung zwischen den Vereinigten Staaten und der
Europäischen Gemeinschaft erörtert? Und wie fügen
sich seine Ideen einer Rolle der NATO mit größerem
politischen Gewicht in Ihr Konzept der Weiterentwicklung der KSZE ein?
Thatcher: Den ersten Teil Ihrer Frage haben wir nicht
diskutiert, aber den zweiten - und ich hatte gehofft, das
sei in meiner Eingangserklärung zum Ausdruck gekommen. Ich befürworte einen erweiterten Dialog und
engere Beziehungen zwischen beiden Seiten der atlantischen Gemeinschaft uneingeschränkt.
Aus diesem Grund hat eine Rolle der NATO mit
größerem politischen Gewicht meine ungeteilte Zustimmung, denn meiner Ansicht nach bilden Freiheit
und ihre Verteidigung den Mittelpunkt der atlantischen
Gemeinschaft als Ganzes. Das steht für mich eindeutig fest.
Im Hinblick auf den größeren Kontext, einschließlich
Osteuropas und der Sowjetunion, scheint mir, daß die
Teilnehmerstaaten der KSZE den geeigneten Rahmen für eine erweiterte politische Diskussion bilden.
Meines Erachtens sind sie ein Forum, in das wir einige
der osteuropäischen Nationen zu Gesprächen mit den
Vereinigten Staaten und dem übrigen Europa einbeziehen können, und zwar offizieller und regelmäßiger
als das bisher der Fall war. Das könnte sich für uns alle
als sehr nützlich erweisen.
Auf der einen Seite sollten die Nationen, die sich der
Verteidigung der Freiheit verschrieben haben, engere
politische Kontakte pflegen. Auf der anderen Seite
haben wir eine Brücke über eine Kluft. Beide erfüllen
ihren Zweck und kommen sich gegenseitig nicht ins
Gehege: sie ergänzen einander.
Bush: Ich stimme dem voll und ganz zu.

* * * *

Seite 2

*

AMERIKA DIENST 15

�KSZE
18. April 1990

KSZE UND NATO UNERLÄSSLICH FÜR EUROPA
Rede von Botschafter Maresca
ARLINGTON (Virginia) - (AD) - "Die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) ist weder
dazu bestimmt noch in der Lage, die kollektive Sicherheit des Westens zu garantieren,"erklärte Botschafter John
Maresca bei einem Seminar über militärische Fragen in Deutschland, das am 29. März 1990 in Arlington unter
der Leitung des Institute of Foreign Policy Analysis und der Eagle Research Group stattfand.
"Solange die Sowjetunion umfangreiche Streitkräfte nahe Europa aufrechterhält, braucht der Westen die NATO

für seine Verteidigung gegen Angriffe oder Einschüchterung", bemerkte der Leiter der amerikanischen
Delegation bei den Wiener Verhandlungen über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen (VSBM).
Im zufolge liefert die mögliche "Auflösung" des Warschauer Pakts keinen Grund zur Schwächung der NATO.
Maresca fügte hinzu, es bedürfe einer Reihe multilateraler Institutionen wie etwa der Europäischen Gemeinschaft, der NATO und des KSZE-Prozesses, damit "der Rahmen hergestellt wird, den Europa benötigt", um auch
in Zukunft dauerhafte Sicherheit und Stabilität zu gewährleisten.
Nachfolgend veröffentlichen wir Botschafter Marescas Rede im Wortlaut.

Es ist gerade jetzt eine besondere Herausforderung,
sich über die Zukunft der Sicherheit in Europa Gedanken zu machen, trotz des gerade in Mode gekommenen Spruchs, die Geschichte höre ja nicht auf, sondern
entwickle sich immer weiter - oftmals in einer Weise,
die man unmöglich vorhersehen oder steuern kann.
Niemand hätte die Ereignisse des letzten Jahres in der
Sowjetunion und Osteuropa vorhersagen können - wir
versuchen immer noch, sie zusammen mit ihren Auswirkungen zu verstehen. Und vor uns liegen ebenso
aufregende Ereignisse, die noch weitere Veränderungen mit sich bringen werden. Von einem Ende der
Geschichte sind wir weit entfernt - wir versuchen
vielmehr, Schritt zu halten.
Dies ist ein so vielschichtiges Bild, daß es in einzelne
Bestandteile zerlegt werden muß, wenn wir zu einer
vernünftigen Beurteilung kommen wollen, wobei die
Aufschlüsselung an sich schon eine Herausforderung
darstellt. Keine Art und Weise der Systematisierung
des Materials ist dabei definitiv, und aufgrund der
begrenzten Zeit werde ich einige wichtige Thesen
außer acht lassen. Ich werde mich auf folgende
Punkte beschränken:
eine kurze Bilanz der europäischen Sicherheitsgleichung, wie wir sie bisher verstanden haben,

AMERIKA DIENST 15

eine Zusammenfassung von Auswirkungen der
jüngsten noch andauernden Entwicklungen in
Osteuropa,
einen Blick auf mögliche künftige Bedrohungen
für die Sicherheit in Europa sowie auf neue Zielsetzungen und die Frage eines neuen Sicherheitssystems.
Struktur der europäischen Sicherheit vor 1989
Grundsätzlich war das seit Ende der vierziger Jahre
bestehende europäische Sicherheitssystem von der
Konfrontation zwischen zwei Bündnissen geprägt, die
sich als ideologische Rivalen gegenüberstanden und
jeweils eine militärische Supermacht hinter sich hatten. Bei den Streitkräften beider Seiten herrschte zwar
keine Symmetrie, aber das Gleichgewicht reichte aus,
um kein militärisches Abenteurertum zu ermutigen.
Man muß sich unbedingt vor Augen führen, daß es
zwischen beiden Gruppen niemals moralische oder
politische Übereinstimmmung gab. Der Warschauer
Pakt ist entstanden, weil die Sowjetunion ihren Nachbarn eine fremde Ideologie aufgezwungen hatte, die
von der Mehrheit im Volk niemals akzeptiert worden
war. Sowjetische Soldaten waren gegen den Willen
der meisten Menschen in Osteuropa dort stationiert,
Seite 1

�und die Sowjets setzten eindeutig ihren Willen durch,
wie sich zum Beispiel 1956 in Budapest und 1968 in
Prag gezeigt hat.
Im Gegensatz dazu war und ist das westliche Bündnis
ein freier Zusammenschluß gleichgearteter Staaten
mit denselben Idealen von Demokratie und freiem
Unternehmertum. Hier sind amerikanische Soldaten
stationiert, weil die Europäer der Auffassung sind,
diese seien für ihre Sicherheit unabdingbar. Diese
Diskrepanz zwischen den Grundlagen des Warschauer Pakts und des Nordatlantischen Bündnisses spielt
eine Rolle für die Zukunft, und darauf werde ich noch
einmal zurückommen.
Seit dem Harmel-Bericht von 1967 und insbesondere
seit der ernsthaften Aufnahme des Ost-West-Dialogs
Anfang der siebziger Jahre verfolgte der Westen
gegenüber der Sowjetunion und ihren Satellitenstaaten klare Zielsetzungen, mit denen die militärische
Konfrontation abgebaut und ein neuer Rahmen geschaffen werden sollte. Es ging um Ziele in Rüstungskontrolle und Politik.
Unter der Überschrift Rüstungskontrolle fanden zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion
bilaterale Verhandlungen über die Reduzierung strategischer Waffen statt. Gleichzeitig sollte mit multilateralen Verhandlungen zwischen NATO und Warschauer Pakt über konventionelle Streitkräfte Sicherheit auf
niedrigeren Streitkräfteniveaus erzielt werden. Mit
allgemeineren sicherheitspolitischen Verhandlungen
aller 35 Teilnehmerstaaten in Europa und Nordamerika wurde Vertrauensbildung im militärischen Bereich
abgestrebt.
Ich möchte insbesondere auf die Verhandlungen über
Vertrauensbildende Maßnahmen verweisen, an denen ich mitarbeite. Ihr Ziel ist größere Offenheit bei
militärischen Aktivitäten, ausgehend von der Annahme, daß die Planung feindlicher militärischer Aktivitäten schwieriger ist, wenn Beobachtungen, Inspektionen und Besichtigungen stattfinden. Die Stockholmer
Verhandlungen über Vertrauensbildung haben das
einzige, heute gültige Abkommen über konventionelle
Rüstungskontrolle hervorgebracht und einmalige Inspektionsrechte eingeführt.
Das Stockholmer Abkommen von 1986 sieht das
Recht auf kurzfristig anberaumte Inspektionen vor,
wenn bei bestimmten militärischen Aktivitäten Zweifel
aufkommen, und von diesem Recht wurde in der
Sowjetunion und anderen Ländern erfolgreich Gebrauch gemacht. Diese Verhandlungen haben echten
Pioniercharakter und neues Terrain erschlossen. Zum
Beispiel haben wir soeben einen neuen Bereich der
Vertrauensbildung vorgeschlagen - die jährliche Offenlegung unserer Militärhaushalte, einschließlich deren
Erörterung.
All diese Rüstungskontrollverhandlungen verfolgten
Ziele, mit denen die Konfrontation zwischen Ost und
Seite 2

West entschärft werden sollte, indem Sicherheit auf
niedrigeren Niveaus gewährleistet, die Möglichkeiten
für Überraschungsangriffe verringert und militärische
Offenheit als stabilisierender Faktor gefördert werden.
Umfassendere politische Ziele wurden auf bilateraler
und multilateraler Ebene im sogenannten KSZE-Prozeß verfolgt, der sich auf die Schlußakte von Helsinki
aus dem Jahre 1975 stützt. Hier bestand das Ziel
darin, die Sowjetunion und andere kommunistische
Regime zur schrittweisen Umwandlung in pluralistische demokratische Systeme mit Rechtsstaatlichkeit,
Achtung der Menschenrechte und freier Marktwirtschaft zu ermutigen. Diesem Prozeß lag der Prinzipienkataiog der Schlußakte über das zwischenstaatliche Verhalten auch bei Menschenrechten und Selbstbestimmung zugrunde.
Der KSZE-Prozeß ist mit einer Reihe von Konferenzen
vorangetrieben worden - allgemeine Gespräche oder
themenspezifische Zusammenkünfte - die in gemeinsame Resolutionen mündeten. Die Ergebnisse sind
lediglich politisch verbindlich und stellen keine vertraglichen Verpflichtungen dar, aber weil jedes Land politisch motiviert ist, Helsinki zum Erfolg zu verhelfen und
aufgrund des öffentlichen Drucks nach Reformen, sind
bei den Zielen von Helsinki, insbesondere im Bereich
der Menschenrechte, Fortschritte erzielt worden. Die
Veränderungen in Osteuropa sind dabei nur das letzte
anschauliche Beispiel.
Damit hat das europäische Sicherheitssystem, wie wir
es kennen, viel geleistet: ein stabiles Gleichgewicht
zwischen den Blöcken, innere Disziplin auf beiden
Seiten (obwohl auf einer Seite aufgezwungen und auf
der anderen vereinbart) und entwicklungsfähige Ziele
für die Zukunft.
Entwicklungen in Osteuropa
Die jüngsten dramatischen Ereignisse in der Sowjetunion und Osteuropa haben viele Elemente verändert,
auf die sich diese Sicherheitsstruktur gründet und das
ganze System - oder zumindest wesentliche Teile - in
Frage gestellt.
Die meisten Länder Osteuropas befinden sich im Prozeß
der Errichtung demokratischer,

marktwirtschaftlich

orientierter Systeme und weisen damit die ideologische Grundlage ihres Bündnisses mit der Sowjetunion
von sich. Sie fordern die sowjetischen Streitkräfte zum
Verlassen ihres Landes auf und mindern damit die
Stärke der dem Warschauer Pakt zur Verfügung stehenden Streitkräfte und die Bedrohung, die er für den
Westen darstellt. Mit fortschreitender Demokratisierung haben sich die Probleme im Bereich der Menschenrechte drastisch verringert, und in manchen Fällen
sind sie völlig beseitigt.
Die Sowjetunion kämpft gegenwärtig einen innenpolitischen Kampf an vielen Fronten: gravierende wirtschaftliche Probleme, zunehmender Nationalismus und
rapide innenpolitische Reformen - um nur einige zu
AMERIKA DIENST 15

�nennen. Aus diesen und anderen Gründen akzeptiert
sie weitgehend die Entwicklungen in Osteuropa und
konzentirert sich weniger auf Außenpolitik, um besser
mit den innenpolitischen Problemen fertigzuwerden.
Auch hier gibt es immer weniger Probleme bei den
Menschenrechten.

»

Deutschland steht kurz vor der Vereinigung, die mit
vielen Fragen verbunden ist, etwa ob das neue Deutschland Mitglied der NATO sein, in bestimmten Maße
Neutralität oder Sonderstatus genießen wird oder eine
befristete Lösung gelten soll. Was wird aus der Nationalen Volksarmee der DDR, einem wichtigen Bestandteil der Schlachtordnung des Warschauer Pakts? Und
was wird mit den 380 000 gegenwärtig in der DDR
stationierten sowjetischen Soldaten geschehen? Der
KSZE-Prozeß erkennt die Möglichkeit einer friedlichen
Wiedervereinigung beider deutscher Staaten ausdrücklich an, ihr veränderter Status wird aber Auswirkungen
auf die Verhandlungen haben, die von einem Konzept
des Streitkräftegleichgewichts zwischen Ost und West
ausgehen.
Wir dürfen nicht vergessen, daß auch im Westen
Entwicklungen stattfinden. Die Europäische Gemeinschaft ist auf dem Weg zum Europäischen Binnenmarkt, die Vereinigten Staaten sehen sich mit einem
enormen Haushaltsdefizit konfrontiert, das sie bereits
zum Abbau militärischer Stärke zwingt, die jedoch
erforderlich ist, weil die Bedrohung nach wie vor besteht. Dies sind ebenfalls Faktoren in der europäischen Sicherheitsgleichung.
Ausblick

,

•

Was sind nun die wahren Bedrohungen für die Sicherheit Europas in dieser neuen Situation? Natürlich hat
die Bedrohung eines Angriffs durch den Warschauer
Pakt im großen und ganzen abgenommen, und sei es
nur, weil er nicht mehr so einheitlich ist, wie er einmal
war. Aber der Westen darf das weiterhin bestehende
militärische Potential der sowjetischen Streitkräfte nicht
aus den Augen verlieren. Im Augenblick unterhalten
die Sowjets immer noch umfangreiche Streitkräfte in
Osteuropa. Auch wenn sie sich vollständig von dort
zurückziehen, verfügen sie immer noch über ein ungeheures militärisches Potential mit einer großen Zahl
moderner Nuklearwaffen nahe am übrigen Europa.
Das reicht immer noch aus, um das militärische Gleichgewicht des Kontinents zu stören. Solange diese
Situation besteht, braucht Europa die von der NATO
gebotene kollektive Sicherheit - und die fortdauernde
Präsenz der US-Streitkräfte - um mit der Situation
fertigzuwerden.
Die schwindende sowjetische Dominanz in Osteuropa
könnte auch zu einer erneuten Balkanisierung der
Region führen, in der die lange Zeit von autoritären
Regierungen unterdrückten nationalen und ethnischen
Konflikte wieder auftreten. Die Ereignisse der letzten
Monate in Rumänien haben bewiesen, wie schnell

AMERIKA DIENST 15

solche Probleme in offene Konflikte münden können.
Der Präsident hat nach seinem Treffen mit Bundeskanzler Kohl in Camp David auf dieses potentielle
Problem verwiesen und erklärt, unser Feind sei die
Instabilität, und Außenminister Baker hat in Prag erklärt, gerade in diesem Bereich könnten die Verhandlungen über Vertrauensbildende Maßnahmen eine
positive Rolle spielen. Natürlich fördert die NATO
diese Stabilität, und das Bündnis wird erwägen müssen, wie diese neue Herausforderung bewältigt werden soll.
Welche Art von Sicherheitssystem können wir uns jetzt
für Europa vorstellen, da sich einer der beiden Blöcke,
die bisher Bestandteil des alten Systems waren, auflöst? Der KSZE-Prozeß ist vielfach als Rahmen für die
Zukunft Europas bezeichnet worden und wird sicherlich eine Schlüsselrolle spielen. Außenminister Baker
hat ihn als eine der wichtigsten Institutionen für die
Zukunft Europas bezeichnet. Aber bis jetzt war dieser
Prozeß wenig konkret und von der täglichen Realität
der Beziehungen zwischen europäischen Ländern weit
entfernt. Dennoch bietet er als Rahmen einige entscheidende Vorteile:
Er existiert bereits auf der Basis eines Prinzipienkatalogs über internationale Beziehungen,
der westliches Gedankengut widerspiegelt und
den alle Teilnehmer akzeptieren.
Er bezieht alle europäischen Länder ein (außer
Albanien, das aber auf Wunsch teilnehmen
könnte), und stellt die Rolle der Vereinigten
Staaten und Kanadas sicher.
Er blickt auf eine erfolgreiche Tradition der
gemeinschaftlichen Entscheidungsfindung unabhängig von beiden Blöcken zurück und läßt
gleichzeitig Konsultationen unter gleichgesinnten Staaten zu. Vielfach herrscht die Auffassung vor, dieser Aspekt könnte die Basis für
eine alternative Form europäischer Rüstungskontrollverhandlungen sein, wenn es unmöglich
wird, Verhandlungen zwischen den Blöcken zu
führen.
Er deckt die gesamte Bandbreite von Problemen auf der europäischen Tagesordnung ab
und beurteilt sie gemäß dem internationalen
Verhaltenskodex der Schlußakte von Helsinki.
Er ist flexibel und widerstandsfähig, wie seine
Fortschritte auch in schwierigen Phasen beweisen und darüber hinaus dynamisch und entwicklungsfähig.
Aber wenn der KSZE-Prozeß größere Verantwortung
für die europäische Sicherheit übernehmen soll, muß
er verbessert werden und stärker auf konkrete Situationen eingehen. Das wird zweifellos die Hauptaufgabe des für Ende des Jahres geplanten KSZE-Gipfels
sein - wenn ein KSE-Abkommen erzielt werden kann Seite 3

�und auch des regulären KSZE-Folgetreffens im Frühjahr 1992 in Helsinki. Es könnte sich als nützlich
erweisen, zu prüfen, wie konventionelle Rüstungskontrollverhandlungen in Zukunft durchgeführt werden
können - in welchem Forum und mit wie vielen Teilnehmern.
Eins sollte jedoch klar sein. Die KSZE ist weder dazu
bestimmt noch in der Lage, die kollektive Sicherheit
des Westens zu garantieren. Der einzige Mechanismus, der uns dafür zur Verfügung steht, ist die NATO.
Solange die Sowjetunion umfangreiche Streitkräfte
nahe Europa aufrechterhält, braucht der Westen die
NATO für seine Verteidigung gegen Angriffe oder
Einschüchterung. Wie ich bereits ausgeführt habe,
waren NATO und Warschauer Pakt weder moralisch
noch politisch jemals vergleichbar und deshalb besteht
kein Grund für eine Schwächung der NATO, nur weil
der Warschauer Pakt in Auflösung begriffen ist. Die
NATO ist auch nicht mit dem KSZE-Prozeß unvereinbar - vielmehr ergänzen sich beide. Seit Unterzeichnung der Schlußakte von Helsinki war der Westen
gezwungen, seine gemeinsamen Ideale zu formulieren und sich für die Sache der Menschenrechte in
Osteuropa einzusetzen. Das war ein einigender Faktor und hat unser Bündnis mit Westeuropa stark gefestigt.
Ebenso wie Außenminister Baker prognostiziere ich
einen langen Zeitraum, in dem mehrere multilaterale
Institutionen Elemente der Stabilität und Zusammenarbeit in Europa bilden. Dazu zählen vor allem die
Europäische Gemeinschaft, das Nordatlantische
Bündnis und der KSZE-Prozeß. Allein wird keine von
ihnen die Sichehreit in Europa garantieren können,
aber zusammen bilden sie den Rahmen, den Europa
benötigt - sie garantieren dauerhafte Sicherheit und
Stabilität und gestatten gleichzeitig positive Entwicklungen.
Meiner Ansicht nach sollten wir uns auch über unsere
Ziele für die nächsten zehn Jahre, sowohl im Bereich
der Rüstungskontrolle als auch im KSZE-Prozeß,
Gedanken machen. Unter der Überschrift Rüstungskontrolle sollten wir auf jeden Fall Verhandlungen über
nukleare und konventionelle Rüstungskontrolle führen
und umfangreiche Reduzierungen bei den Streitkräfteniveaus, Verpflichtungen zum weiteren Abbau der
bereits reduzierten Streitkräfte und ein umfassendes

* *

Seite 4

Verifizierungssystem festschreiben. Darüber hinaus
müssen wir Maßnahmen ergreifen, um größere militärische Offenheit und Stabilität in einzelnen Regionen
sowie Beschränkungen für die Zeit nach der Herstellung gleicher Streitkräfteniveaus zu erzielen. Beim
KSZE-Prozeß müssen wir den Schwierigkeiten, die
sich aus der Vereinigung beider deutscher Staaten
ergeben und insbesondere den Bedenken der Nachbarstaaten besondere Aufmerksamkeit widmen. Und
wir sollten die Suche nach Mechanismen fortsetzen,
mit denen sich Mißverständnisse oder Konfrontationen vermeiden lassen. Wir müssen unter Umständen
alternative Verhandlungsformen für Abkommen zur
konventionellen Rüstungsreduzierung finden, wenn
es unmöglich werden sollte, diese Verhandlungen auf
der Grundlage eines Gleichgewichts der Blöcke fortzusetzen.
Kürzlich haben wir im Rahmen unserer Wiener Verhandlungen über Vertrauensbildende Maßnahmen ein
Seminar über Militärdoktrinen durchgeführt, an dem
hochrangige Offiziere aller europäischen Länder, der
Vereinigten Staaten und Kanadas teilnahmen. Trotz
aller Anzeichen für das "alte Denken" ergab sich
jedoch im Laufe der Gespräche, daß es an der Zeit ist,
in unserem militärischen Denken die Annahmen der
Vergangenheit über Bord zu werfen. Eine Reihe neuer
Ideen tauchte auf, und es entwickelte sich ein sehr
nützlicher Dialog. Er war ein Spiegelbild der heutigen
Zeit und vermittelte die Botschaft, jetzt bestehe Bedarf
für eine Sicherheitspolitik mit Bedeutung für Gegenwart und Zukunft.
Die Vereinigten Staaten müssen in absehbarer Zukunft zweifellos eine wichtige Rolle in Europa spielen.
Die Niveaus der US-Streitkräfte können verringert
werden, wenn die Umstände - vor allem Rüstungskontrollabkommen - das gestatten, aber das Engagement
und die Koppelung an amerikanische strategische
Streitkräfte sollte beibehalten werden. Der Präsident
hat eindeutig klargestellt, daß US-Streitkräfte solange
in Europa bleiben, wie sie notwendig und erwünscht
sind. Aber die Vereinigten Staaten sollten auch eine
wichtige politische und wirtschaftliche Rolle spielen
und partnerschaftlich mit Westeuropa eine Zukunft in
Wohlstand, Freiheit und Frieden garantieren.
Ich danke Ihnen.
•

* *

*

AMERIKA DIENST 15

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              <text>Amerikadienst 18.04.1990</text>
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          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präventivmaßnahmen gegen Treibhauseffekt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wissenschaftsberater des Präsidenten erläutert Maßnahmenkatalog&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ziele der Konferenz über globale Umweltveränderungen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht des Weißen Hauses&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Bush/Thatcher Treffen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush&amp;nbsp; für uneingeschränkte Souveränität Deutschlands&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Pressekonferenz von Präsident Bush und Premierministerin Thatcher&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. KSZE&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;KSZE und NATO unerlässlich für Europa&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Botschafter Maresca&lt;/em&gt;</text>
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