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14. Februar 1990

DEUTSCHLANDPOLITIK

Diskussion über Hilfe für beide deutschen
Staaten
Bilaterale Gespräche Außenminister Bakers
in Ottawa

US - AUSSENPOLITIK

Baker rühmt die Revolutionen der Macht des
Volkes von 1989
Außenminister Baker vor dem Obersten Sowjet

Beachtliche Fortschritte zwischen USA und
UdSSR
Gemeinsame amerikanisch-sowjetische
Erklärung

SICHERHEITSPOLITIK

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Bush: USA müssen starke Verteidigung
beibehalten
Rede des Präsidenten beim Commonwealth Club

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-3392366
Telex: 8-85432

�DEUTSCHLANDPOLITIK
14. Februar 1990

DISKUSSION ÜBER HILFE FÜR BEIDE
DEUTSCHEN STAATEN
Bilaterale Gespräche Außenminister Bakers in Ottawa

OTTAWA - (AD) - Einem amerikanischen Regierungsvertreter zufolge sondieren die Vereinigten Staaten
und mehrere andere Länder zur Zeit einen Mechanismus "zwei plus vier" für die Wiedervereinigung Deutschlands. Dabei würden die beiden deutschen Staaten
Lösungen für innere Probleme erarbeiten, während die
anderen vier Staaten ihnen bei ihren äußeren Problemen Hilfe leisten.
Die beiden deutschen Staaten würden sich inneren
juristischen, politischen und wirtschaftlichen Fragen
widmen. Die Unterstützung durch die vier ehemaligen
Besatzungsmächte - Großbritannien, Frankreich,
Sowjetunion und Vereinigte Staaten - würde sich auf
Fragen wie die deutsche Mitgliedschaft in der NATO
sowie den Verzicht auf Produktion und Besitz nuklearer, chemischer und biologischer Waffen erstrecken.
Ein amerikanischer Regierungsvertreter, der nach
Außenminister Bakers bilateralen Treffen mit Amtskollegen aus der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Rumänien, Polen und der Türkei am 12. Februar 1990 in Ottawa Journalisten über
diese Gespräche unterrichtete, erklärte, das Thema
der deutschen Einheit sei verschiedentlich in diesen
Diskussionen zur Sprache gekommen. Baker befindet
sich in Ottawa zu Gesprächen über Rüstungskontrolle
und sicherheitspolitische Vereinbarungen mit den
Au ßenministern der 23 Nationen, die an der Konferenz
"Offene Himmel" teilnehmen.
Der vorgeschlagene Mechanismus "zwei plus vier" ist
dem US-Regierungsvertreter zufolge "ein Beispiel für
zumindest eine Möglichkeit, um einige dieser legitimen
Sicherheitsinteressen zu behandeln, bei gleichzeitiger
Berücksichtigung der Prämisse, daß über die fundaAMERIKA DIENST 6

mentalen Fragen der deutschen Einheit vom deutschen Volk entschieden werden muß".
Auf Fragen zum Problem der Souveräntität erwiderte
der Regierungsvertreter, es sei zu erwarten, daß die
beiden deutschen Staaten im Zuge der Vereinigung
die volle Souveränität erlangen würden.
Die Frage der Vereinigung Deutschlands wurde aufgrund der für März in der Deutschen Demokratischen
Republik anberaumten Wahlen zum wichtigsten Tagesordnungspunkt, erklärte der US-Vertreter. Darüber hinaus habe dies viele dazu veranlaßt, ihrer Besorgnis über sicherheitspolitische Fragen sowie politische und wirtschaftliche Entwicklungen Ausdruck zu
verleihen sowie darüber, "wie sich diese in den umfassenderen europäischen Rahmen einordnen lassen".
Dem US-Vertreter zufolge ist es wichtig, daß in der
DDR freie und faire Wahlen abgehalten werden. "Ein
Schlüsselelement bei der Wiedervereinigung besteht
in einer legitimen Regierung in der DDR. Es ist unsere
feste Ansicht ..., daß eine legitime Regierung auf
Selbstbestimmung und der Zustimmung der Regierten
beruht", erklärte er.
"Dies ist zur Zeit eindeutig noch nicht der Fall."
Die Sowjets sind dem Regierungsvertreter zufolge
daran (am Prozeß der Erforschung) stark interessiert,
aber noch keine Verpflichtung für diesen Mechanismus eingegangen. Er beschrieb den sowjetischen
Ansatz als "sehr überlegt" und unverbindlich. Ferner
verwies er darauf, welche Bedeutung der Anerkennung der Sicherheitsinteressen der Sowjetunion zukommt. Moskau strebt Zusicherungen an, daß NATO-

Seite 1

�Truppen nach der Wiedervereinigung beider Teile
Deutschlands nicht weiter ostwärts vorrücken werden.
Die Sowjets erkennen dem Regierungsvertreter zufolge die Unvermeidbarkeit der Veränderungen im Hinblick auf Deutschland und sind daran interessiert, eine
"Rolle" bei der Gestaltung der Struktur zu spielen.
Der gesamte Prozeß muß "mit einer deutschen Entscheidung" und - so erklärte er - der Erkenntnis der
Deutschen beginnen, daß sie einen "Platz in einer
erweiterten Europäischen Gemeinschaft einnehmen
werde". Er verwies ferner darauf, Spekulationen darüber seien "verfrüht", welche Form sich aus den
gegenwärtig stattfindenden Diskussionen ergeben wird.
Der Regierungsvertreter vermittelte darüber hinaus
den Eindruck, diese Gespräche würden zu einem
Friedensvertrag führen.
Die vier Mächte haben nicht die Absicht, beide Teile
Deutschlands an der Einigung zu hindern, betonte er.
Er erklärte ferner, das gesamte Konzept des Prozesses bestehe darin, sechs Staaten zusammenzubringen, damit sie "ernsthafte Gespräche über Grundsatzfragen der Sicherheitspolitik führen".
Zur deutschen Mitgliedschaft in der NATO bemerkte
der Regierungsvertreter, das Bündnis sei ein freiwilli-

ger Zusammenschluß. "Natürlich wird das deutsche
Volk entscheiden müssen, wohin es gehören will",
erklärte er.
Der Vertreter erklärte, Bakers Gespräche mit Bundesaußenminister Genscher hätten ebenfalls die gerade
beendeten Besuche in die Sowjetunion behandelt und
die mit dem britischen Außenminister Hurd geführten
Diskussionen hatten unter anderem die Verhandlungen über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE)
und die Entwicklungen in Südafrika zum Inhalt.
Die Gespräche zwischen Außenminister Baker und
dem rumänischen Außenminister Celac konzentrierten sich dem Regierungsvertreter zufolge auf Fragen
wie die Bedeutung freier Medien und den Status von
Minderheiten in Rumänien. Er erklärte, bei Bakers
Zusammenkunft mit dem französischen Außenminister Dumas seien außer Deutschland viele Themenkreise erörtert worden, darunter KSE, der Nahe Osten,
Namibia, Südafrika und das Konzept Offene Himmel.
Mit den polnischen Außenminister Skubiszewski diskutierte Baker dem Regierungsvertreter zufolge über
KSE, die wirtschafltiche Lage in Polen und die Schlußakte von Helsinki, und die mit dem türkischen Außenminister Yilmaz erörterten Themen umfaßten Bulgaren, KSE, Offene Himel und eine Lösung für Armenien.

* *

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AMERIKA DIENST 6

�US - A U S S E N P O L I T I K
14. Februar 1990

BAKER RÜHMT DIE REVOLUTIONEN DER MACHT DES
VOLKES VON 1989
Außenminister Baker vor dem Obersten Sowjet
WASHINGTON - (AD) - In einer Rede vor dem Ausschuß für internationale Angelegenheiten des Obersten
Sowjets erklärte US-Außenminister James Baker am 10. Februar 1990 in Moskau, er werde nunmehr Zeuge von
Revolutionen im Bewußtsein der Menschen, in den Beziehungen zwischen einzelnen Ländern und Zeuge der

Revolution "von Perestrojka, Glasnost und vor allem Demokratisierung" in der Sowjetunion. Er lobte in diesem
Zusammenhang die "Revolutionen der Macht des Volkes von 1989" und erklärte: "Heute beobachten wir die
Rückkehr der Vernunft."
Nachfolgend veröffentlichen wir Außenminister Bakers Rede im Wortlaut:

Herr Vorsitzender, sehr geehrte Ausschußmitglieder.
Sie erweisen mir und meinem Land eine große Ehre,
indem Sie mir Gelegenheit geben, heute hier sein zu
dürfen. Ich trete hier als Vertreter der Vereinigten
Staaten von Amerika auf. Aber ich bin auch ein Zeuge,
der von historischen Ereignissen kündet. Ich lege vor
Ihnen Zeugnis ab von einer Revolution - einer Revolution in den Beziehungen zwischen Menschen, einer
Revolution in den Beziehungen zwischen einzelnen
Ländern und einer Revolution im Bewußtsein der
Menschen. Präsident Bush und ich haben wiederholt
erklärt: Wir wünschen Ihnen bei Ihrer Revolution von
Perestrojka, Glasnost und vor allem Demokratisierung
Erfolg.
Denn wir werden in diesem Land wie auch in den
Ländern Mittel- und Osteuropas Zeuge einer Umwandlung im Verständnis des Menschen für den
Menschen. Vor Perestrojka und den Revolutionen der
Macht des Volkes von 1989 regierte das Zentrum der
Macht rücksichtslos, unbarmherzig und irrational - in
großer Angst, der Einzelne würde Ansprüche geltend
machen, in großer Angst, daß Vernunft und Wahrheit
über Dogmatismus und Lügen triumphieren würden.
Das Zentrum der Macht behielt sich - von tiefer Unsicherheit geleitet - alle Entscheidungen vor und beraubte damit das Volk seiner Wahlmöglichkeiten. Diese
Machtkonzentration trieb die Länder in die Armut, da

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sich das Zentrum aufblähte und das Volk immer mehr
verarmte.
In dieser auf den Kopf gestellten Welt, in dieser Welt
der Finsternis bei vollem Tageslicht haben Worte ihre
ursprüngliche Bedeutung verloren. Tatsächlich hat
vor vierundfünfzig Jahren die neue sowjetische Verfassung dieser Kammer die oberste Regierungsautorität im Land verliehen. Trotz der Tatsache, daß der
Oberste Sowjet im Sinne der Bedeutung des Wortes
das Volk regierte, wissen wir bedauerlicherweise alle,
daß es tatsächlich von jemand anderem regiert wurde.
Heute beobachten wir jedoch, daß Worte ihre Bedeutung wieder erlangen. Heute beobachten wir die
Rückkehr der Vernunft. Heute trete ich vor die Gründerväter einer neuen Sowjetunion - der neuen Sowjetunion, die Sie aufbauen.
Diese einmalige Gelegenheit, hier vor sie zu treten,
symbolisiert etwas, von dem ich hoffe, es wird ein
neues Zeitalter - nicht nur in der sowjetischen Politik,
sondern in den amerikanisch-sowjetischen Beziehungen - werden. In dem Maße, wie Sie - die gewählten
Vertreter des sowjetischen Volkes - die Macht des
Volkes bestätigen und Entscheidungen treffen, die ihm
zugute kommen, werden universelle, demokratische
Werte Wurzeln schlagen. Und die Verwurzelung dieser Werte in Institutionen wie dieser sichert Ihr Land

Seite 1

�auf eine Art und Weise gegen die Risiken der Vergangenheit, wie das kein einzelner Staatsmann, auch
nicht in bester Absicht - vollbringen kann. Ich habe
bereits am Dienstag in Prag meinen Freund Außenminister Schewardnadse mit den Worten zitiert: "Nur
eine fest verankerte Demokratie kann Garantien gegen Machtmißbrauch bieten und eine Nation vor Unterdrückung schützen."
Die Stärkung der Macht des Obersten Sowjets kann
ein Schritt zu solch einer fest verankerten Demokratie
sein. Das ist ein entscheidender Schritt, weil eine
funktionsfähige Legislative die Grundwerte der Demokratie verkörpert: Unantastbarkeit des einzelnen,
Respektierung abweichender Meinungen, Rechtsstaatlichkeit, weil Vernunft über Willkür der Tagespolitik
triumphiert und das Recht der Menschen, ihr Schicksal
durch frei gewählte Vertreter zu bestimmen. Der freie
Austausch von Ideen in einer öffentlichen und gesetzlich festgelegten Debatte mäßigt politische Leidenschaften und fördert die Lösung gesellschaftlicher
Probleme durch Dialog statt Gewalt. Auf diese Weise
und durch kritische Aufsichtsfunktionen trägt eine
Legislative dazu bei, daß die Regierung dem Volk
gegenüber rechenschaftspflichtig bleibt.
In meinem Land wird genau diese Aufgabe vom Kongreß übernommen: Er fordert von mir Rechenschaft
gegenüber dem amerikanischen Volk. Wiederholt jedenfalls zu oft zum Mitzählen - werde ich gebeten, in
den Ausschüssen von Senat und Repräsentantenhaus zu erscheinen. Wiederholt werde ich zu allem
befragt, vom Verhalten gegenüber dieser großen Nation
bis zu den Aktivitäten eines Angestellten in einem
kleinen Konsulat auf der anderen Seite der Erde.
Immer wieder begebe ich mich zum Capitol Hill, um
meiner Verpflichtung gegenüber dem Volk der Vereinigten Staaten nachzukommen.
Diese Verpflichtung untermauert meiner Ansicht nach
unsere Politik gegenüber der Sowjetunion. Wie ich
bereits erläuterte, haben Präsident Bush und ich bei
verschiedenen Gelegenheiten erklärt, daß wir Perestrojka den Erfolg wünschen. Zum Teil wünschen wir
dies, weil Perestrojka und das neue Denken eine
sowjetische Außen- und Sicherheitspolitik versprechen,
die grundsätzlich für das amerikanische Volk eine
geringere Bedrohung darstellen als die feindseligen
staiinistischen Ansätze der Vergangenheit. Dies liegt
natürlich im Interesse des amerikanischen Volkes.
Aber Perestrojka und insbesondere Glasnost und die
Demokratisierung tragen auch zu einer sowjetischen
Innenpolitik bei, die dem sowjetischen Volk die Freiheit
verschafft, die es verdient. Innerhalb von nur fünf
Jahren erfahren Ihre Völker Freiheit auf eine Weise zumindest in den Augen ausländischer Beobachter die in der sowjetischen Geschichte ihresgleichen sucht.
Daraus folgt, daß der Kemgedanke amerikanischer
Außenpolitik gegenüber der Sowjetunion eine Suche
nach Bereichen beiderseitigen Vorteils ist, die zu
Seite 2

andauernden Verbesserungen in unseren Beziehungen führen werden. Wir können die amerikanischsowjetischen Beziehungen umgestalten, indem wir
uns von der Konfrontation abwenden und mittels Dialog zu Kooperation gelangen, wie Außenminister
Schewardnadse es formuliert hat. Eins möchte ich
klarstellen: Meinungsverschiedenheiten und Konflikte
werden bestehen bleiben. Aber die Feindseligkeiten
der Vergangenheit können durch Verständnis und
Einfühlungsvermögen ersetzt werden. Und auch wenn
wir keine Übereinstimmung erzielen, muß nicht jeder
Streit in eine Krise münden und nicht jede Krise die
Aussicht auf einen Krieg erhöhen. Im kalten Krieg
wurde jede Krise als gefährliche Bedrohung betrachtet. Im Frieden von morgen sollten wir uns daran
erinnern, daß jede Krise eine Chance beinhaltet - die
Chance, eine bessere Welt hervorzubringen.
Ich möchte jetzt die Bereiche erörtern, von denen wir
annehmen, daß sich dort zwischen den Vereinigten
Staaten und der Sowjetunion diese Punkte beiderseitigen Vorteils am produktivsten erzielen lassen.
Zunächst möchten wir in Europa mit der Sowjetunion
und anderen Ländern des Kontinents zusammenarbeiten, um die unnatürliche Teilung Europas zu beenden - und ein ungeteiltes und freies Europa hervorzubringen. Bei den Revolutionen von 1989 hat Präsident
Gorbatschows weitsichtige Politik der Nichteinmischung
wichtigen Einfluß auf eine sehr turbulente Situation
genommen. Gorbatschow hat die friedliche Versöhnung der Region gefördert, und seine Aktionen haben
eine entscheidende Rolle bei der Schaffung rechtmäßiger Regierungen gespielt. Diese rechtmäßigen
Regierungen sind der Schlüssel für Stabilität und Frieden. Ich habe bereits in Prag erklärt, daß es sich
hierbei um friedliche und demokratische Revolutionen
handelt. Wir sollten alle zusammenarbeiten, damit es
so bleibt.
Eine Möglichkeit, wie dieser Ausschuß des Obersten
Sowjets unserer Ansicht nach helfen kann, ist die
Aufnahme unseres Vorschlags, in diesem Frühjahr
Delegationen von KSZE-Beobachtern nach Mittel- und
Osteuropa zu entsenden. Beobachtergruppen können gewährleisten, daß freie und faire Wahlen stattfinden und die gewählten Regierungen tatsächlich rechtmäßig sind.
Zweitens streben wir mit unserer Diplomatie bei regionalen Konflikten nach politischen und nicht militärischen Lösungen für die unterschiedlichen Krisen, von
denen die Stabilität weiterhin weltweit bedroht wird.
Bei einigen Krisen, zum Beispiel im Süden Afrikas und
in Südostasien, machen wir Fortschritte. Aber wir sind
nach wie vor beunruhigt über die Waffen, die Ihre
Regierung denjenigen liefert, die militärische Lösungen für Konflikte in für uns entscheidenden Regionen
anstreben. Um es ganz offen zu sagen, das amerikanische Volk und seine Kongreßabgeordneten können
nicht verstehen, wie ihre Regierung es sich leisten

AMERIKA DIENST 6

�kann, Milliarden Rubel an Hilfe in Länder wie Kuba und
Nicaragua fließen zu lassen, damit diese subversive
Aktionen bei unseren demokratischen Nachbarn durchführen. Dies ist umso unverständlicher, da es zu einer
Zeit geschieht, da Ihr Volk die kärglichen Ressourcen
so nötig braucht. Eine der Funktionen, die unser
Kongreß sorgfältig ausübt, ist die Überprüfung des
Entwicklungshilfehaushalts insbesondere für kritische
Regionen. Wenn Sie mir erlauben, möchte ich darauf
hinweisen, daß Sie im Hinblick auf Militärhilfe für
Mittelamerika dasselbe tun sollten.

Wesen einer Demokratie, daß sie immer bestrebt sein
muß, alles besser zu machen. Aber wir verfügen über
große Erfahrung in vielen Bereichen, die wir mit Ihnen
teilen können, etwa bei der Umsetzung des Schutzes
der Rechte des einzelnen in gesetzliche Bestimmungen und der Institutionalisierung pluralistischer politischer Organisationen. Meiner Ansicht nach war die
Ablehnung bestimmter politischer oder rechtlicher Mittel
durch das Zentralkomitee der Partei, mit denen das
Machtmonpopol hätte erhalten werden können, ein
ungeheurer Schritt zur Demokratie in der Sowjetunion.

Drittens können wir bei der Rüstungskontrolle echte
Fortschritte erzielen, um nicht nur nukleare, sondern
auch konventionelle und chemische Waffen zu kontrollieren. Ein großer Teil meiner Zeit in Moskau war
diese Woche Verhandlungen oder dem START-Vertrag gewidmet - ein Vertrag, über dessen grundlegende Bestimmungen hoffentlich eine Einigung erzielt
wird, wenn unsere Präsidenten das nächste Mal zusammentreffen. Darüber hinaus können wir einen
beiderseitigen Vorteil durch ein KSE-Abkommen erlangen, das ein Gleichgewicht der Streitkräfte in Europa sicherstellen und ein stabileres und vorhersehbares
strategisches Verhältnis dort kodifizieren wird.

Fünftens haben wir mit Ihren Fachleuten erörtert, wie
wir technisch zusammenarbeiten können, um Ihr planwirtschaftliches System in ein Gefüge umzuwandeln,
das marktwirtschaftliche Züge trägt. Ein weiterer
Austausch wird hilfreich sein, aber damit die Zusammenarbeit floriert, müssen noch einige gesetzliche
Veränderungen durchgeführt werden.

Bei chemischen Waffen hat Präsident Bush einen
praktischen Vorschlag unterbreitet, der die beste
Möglichkeit für ein weltweites Verbot dieser schrecklichen Waffen bietet. Ich bin dankbar, daß die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion heute eine gemeinsame Verlautbarung über die Schlüsselelemente der
Initiative des Präsidenten veröffentlicht haben. Wir
möchten darüber hinaus beim Problem der Weiterverbreitung von Raketen an Länder der Dritten Welt mit
Ihrer Regierung effektiver zusammenarbeiten.
Langfristig wird Sicherheit verbessert, wenn Militärhaushalte öffentlich sind. In Prag habe ich vorgeschlagen, daß wir Möglichkeiten innerhalb der KSZE erwägen, um die Militärhaushalte aller 35 KSZE-Länder
öffentlich zugänglich zu machen. Ausschüsse der
Legislative wie dieser müssen eine entscheidende
Rolle spielen, um sicherzustellen, daß das Geld aller
vernünftig ausgegeben wird.
Viertens könnten wir Ihnen etwas für Ihren Versuch
anbieten, einen Staat auf der Grundlage von Rechtsstaatlichkeit aufzubauen. Ich behaupte nicht, daß die
amerikanische Demokratie perfekt ist. Es liegt im

* *

AMERIKA DIENST 6

Wir müssen ferner unsere Zusammenarbeit bei der
Bekämpfung von Umweltproblemen intensivieren, die
das Wohlergehen aller bedrohen.
In diesen fünf Bereichen können wir Punkte beiderseitigen Vorteils für das sowjetische wie für das amerikanische Volk finden. Ich kann Ihnen nicht versprechen
- das kann niemand -, daß dieses Streben nach
Zusammenarbeit immer Früchte tragen wird. Aber
eins kann ich sagen. Das amerikanische Volk und das
Volk der Sowjetunion haben großen Respekt vor den
Leistungen des anderen. Jeder von uns ist Erbe
großer historischer und kultureller Traditionen. Dennoch haben wir vierzig Jahre lang einen kalten Krieg
gegeneinander geführt.
Jetzt ist es an der Zeit, das Vermächtnis der Konflikte
aufzugeben. Heute sehen wir uns in einer sich rasch
wandelnden Welt anderen Konflikten gegenüber.
Gemeinsam müssen wir versuchen, uns besser zu
verstehen. Gemeinsam müssen wir versuchen, wenn
möglich Übereinstimmung zu erzielen und auf der
Grundlage dieser Übereinstimmung zusammenzuarbeiten. Und wir müssen gemeinsam nach Möglichkeiten zur Erweiterung der Kooperation suchen.
Jetzt ist es an der Zeit, ein neues Erbe anzutreten.
Jetzt ist es an der Zeit, den kalten Krieg zu überwinden.
Ich danke Ihnen.

* *

*

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�US-AUSSENPOLITIK
14. Februar 1990

BEACHTLICHE FORTSCHRITTE ZWISCHEN
USA UND UdSSR
Gemeinsame amerikanisch-sowjetische Erklärung
WASHINGTON - (AD) - In einer am 10. Februar 1990 in Moskau im Anschluß an das zweitägige Treffen zwischen
dem amerikanischen Außenminister James A. Baker und seinem sowjetischen Amtskollegen Eduard A.
Schewardnadse abgegebenen gemeinsamen Erklärung ist von "beachtlichen Fortschritten" die Rede, die im
Verlauf des Treffens im amerikanisch-sowjetischen Verhältnis erzielt wurden.
Der Erklärung zufolge wurden "zu mehreren Punkten der Tagesordnung spezielle Übereinkünfte erarbeitet",
unter anderem in folgenden Bereichen:
Lösung zahlreicher Fragen, um die Unterzeichnung eines Vertrags über die Verringerung strategischer
Rüstungen beim bevorstehenden Juni-Gipfel in Wahington zu ermöglichen,
grundsätzliche Übereinstimmung bezüglich eines Treffens der 35 KSZE-Nationen im Jahr 1990 sowie
Unterstützung von Entwicklungen in den Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, von denen sowohl die
Vereinigten Staaten als auch die Sowjetunion profitieren können.
Die gemeinsame Erklärung sieht darüber hinaus einen fruchtbaren Gedankenaustausch über regionale Probleme wie Mittelamerika, Afghanistan, Korea, Kambodscha, den Nahen Osten und Afrika vor.
Nachfolgend veröffentlichen wir die gemeinsame amerikanisch-sowjetische Erklärung im Wortlaut.

Im Rahmen der Vorbereitungen für das für Juni dieses
Jahres in Washington anberaumte Gipfeltreffen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion
kamen der amerikanische Außenminister James A.
Baker und sein sowjetischer Amtskollege Eduard A.
Schewardnadse von 7. bis 9. Februar 1990 in Moskau
zu Gesprächen zusammen. Ausgehend von ihrem
gemeinsamen Ziel, ein von Stabilität, konstruktivem
Denken und Kooperation geleitetes Verhältnis aufzubauen, erörterten sie ein breites Spektrum von Themenkomplexen auf der amerikanisch-sowjetischen
Tagesordnung. Der Außenminister wurde darüber
hinaus von Staats- und Parteichef Gorbatschow zu
einem offenen, breitgefächerten Gedankenaustausch
empfangen.
Die beiden Außenminister erörterten die Entwicklungen im amerikanisch-sowjetischen Verhältnis seit dem
Ministertreffen in Wyoming und dem Gipfel vor Malta

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zwischen Präsident Bush und Staats- und Parteichef
Gorbatschow. Sie prüften die Aussichten für das
Gipfeltreffen unter besonderer Berücksichtigung der
Ziele und Prioritäten, wie sie von den beiden Politikern
in Malta formuliert worden waren.
Die beiden Außenminister stellten mit Genugtuung die
Fortschritte fest, die im amerikanisch-sowjetischen
Verhältnis erzielt worden sind. Obwohl zwischen
beiden Seiten noch bestimmte gravierende Meinungsverschiedenheiten bestehen, ist ihr Verhältnis zunehmend von Verständnis, Zusammenarbeit und der Suche
nach beiderseitigen Vorteilen gekennzeichnet. Beide
Außenminister vertreten die Auffassung, ein freimütiger Dialog und anhaltende Bestrebungen zur Erarbeitung praktikabler und konkreter Lösungen werde die
beachtlichen Fortschritte noch vergrößern, die bis
heute zu verzeichnen waren.

Seite 1

�In dieser Hinsicht war das Ministertreffen in Moskau
ein nützlicher und wichtiger Schritt bei der Vorbereitung eines produktiven Gipfeltreffens. Die hochrangigen Gespräche wurden durch Arbeitsgruppen von
Experten für Rüstungskontrolle, regionale Konflikte,
Menschenrechte, grenzüberschreitende und bilaterale Themen sowie einer privaten Beratergruppe für
Wirtschaftsfragen ergänzt. Zu mehreren Punkten der
Tagesordnung wurden spezielle Übereinkünfte erarbeitet.

Die amerikanische Seite unterbreitete neue Vorschläge zur Verifizierung mobiler ICBMs, Vertragsdauer,
zeitlichen Abfolge der Reduzierungen sowie zusätzlichen Gefechtsköpfen für zukünftige Typen ballistischer Raketen. Die sowjetische Seite machte neue
Vorschläge zur Einhaltung. Die beiden Außenminister
wiesen ihre Unterhändler an, diese neuen Vorschläge
zu erörtern und die Bestrebungen zur Beilegung noch
bestehender Meinungsverschiedenheiten beim Vertragstext und den Zusatzprotokolle zu beschleunigen.

I

Beide Seiten erörterten die Wiener Verhandlungen
über Konventionelle Streitkräfte in Europa und bekräftigten ihre Entschlossenheit zum baldmöglichen Abschluß eines Vertrags im Jahr 1990. Die Seiten
diskutierten den von Präsident Bush am 31. Januar
1990 unterbreiteten Vorschlag zur Mannschaftsstärke
und den Vorschlag der NATO zu Flugzeugen vom
gleichen Tag. Als Ergebnis der Moskauer Gespräche
konnte eine Annäherung der Positionen zur Mannschaftsstärke verzeichnet werden. Beide Seiten einigten sich, ihre Gespräche im Rahmen der Wiener
Verhandlungen und bei der Ministerkonferenz "Offene
Himmel" in Ottawa fortzusetzen.

Die beiden Außenminister führten einen eingehenden
Gedankenaustausch über Probleme der Rüstungskontrolle und Abrüstung. Im Hinblick auf den Vertrag
über den Abbau und die Begrenzung strategischer
Offensivwaffen (START) bekräftigten sie ihr gemeinsames Ziel, bis zum Juni-Gipfel alle größeren Probleme zu lösen, um die Unterzeichnung des Vertrags bis
zum Ende des Jahres zu ermöglichen. Um dieses Ziel
voranzutreiben, einigten sich beide Seiten in einer
Reihe von Bereichen, beziehungsweise tauschten neue
Vorschläge aus.
Bei luftgestützten Marschflugkörpern (ALCMs) erzielten beide Seiten beachtliche Fortschritte mit einem
umfassenden Ansatz und einigten sich in allen ausstehenden Fragen, mit Ausnahme der Obergrenzen für
Reichweiten.
Darüber hinaus konnten auch bei seegestützten Marschflugkörpern (SLCMs) gute Fortschritte verzeichnet
werden. Beide Seiten einigten sich darauf, daß solche
Raketen für die Dauer des START-Vertrags durch
parallele, politisch bindende Erklärungen abgedeckt
werden. Die beiden Außenminister vereinbarten die
Erörterung der ausstehenden Fragen bezüglich SLCMs
bei den Genfer Verhandlungen.
Beide Seiten erzielten Einigung bezüglich zahlenmäßiger Obergrenzen für nichtstationierte ballistische
Raketen und die zugehörigen Gefechtsköpfe für alle
ICBMs des Typs, bei dem die Flugerprobung von
mobilen Abschußvorrichtungen aus vorgenommen
wurde. Andere nichtstationierte ballistische Raketen,
nichtstationierte Marschflugkörper und nichtstationierte schwere Bomberwaffen fallen unter keine zahlenmäßige Obergrenze. Ferner einigten sich die Seiten
auf Regeln bezüglich des Standorts und der Verlagerung aller nichtstationierten ballistischen Raketen.
Ferner vereinbarten beide Seiten wesentliche Bestandteile der Regeln für die Gewährleistung der Offenlegung telemetrischer Daten bei der Flugerprobung
für die unter START fallenden ballistischen Raketen.
Die Bestimmungen werden in den START-Vertrag
einbezogen, jedoch bereits zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung durch den Austausch von Schriftstücken verwirklicht.

Seite 2

Die beiden Außenminister führten intensive Gespräche über ihr Vorgehen bei ihrem gemeinsamen Ziel, im
Rahmen der Genfer Verhandlungen ein weltweites
Verbot der Entwicklung, Produktion, Lagerung und
des Einsatzes chemischer Waffen sowie deren Vernichtung durchzusetzen. Sowohl die amerikanische
als auch die sowjetische Delegation in Genf waren
angewiesen, Mittel und Wege praktischer Zusammenarbeit bei der Beseitigung chemischer Waffen zu erarbeiten. Beide Seiten gaben jeweils eine detaillierte
Erklärung zu chemischen Waffen ab.
In Gesprächen zur nuklearen Erprobung konnten auf
beiden Seiten Fortschritte bei der Lösung noch offener
Fragen verzeichnet werden. Ihrer Ansicht nach ist die
Vervollständigung der Verifizierungsprotokolle zu den
Schwellenverträgen von 1974 und 1976 zur Unterzeichnung beim Gipfeltreffen realistisch. Beide Seiten
einigten sich auf das Recht zur gleichzeitigen Anwendung von hydrodynamischen seismischen Messungen der Sprengkraft im jeweils anderen Land. Darüber
hinaus wurden einige traditionelle Probleme bezüglich
der Durchführung der hydrodynamischen Methode zur
Sprengkraftmessung gelöst. Beide Seiten legten die
drei seismischen Stationen im jeweiligen Land fest, in
denen die seismischen Sprengkraftmessungen vor
Ort vorgenommen werden sollen. Beide Seiten bekräftigten die Einhaltung der im September 1987 erzielten Übereinkunft im Hinblick auf die Verhandlungen über nukleare Erprobung.
Beide Außenminister brachten ihre Hoffnung zum
Ausdruck, daß die Konferenz "Offene Himmel" in
Ottawa - an der beide teilnehmen werden - erfolgreich

AMERIKA DIENST 6

�sein und zu einem baldigen Abkommen führen wird.
Ihrer Ansicht nach können Regeln bezüglich des
"Offenen Himmels" einen echten Beitrag zu Offenheit,
Transparenz und Stabilität leisten.
Beide Außenminister verwiesen auf die jüngsten
Konsultationen zwischen ihren Experten für chemische Waffen, Nichtweiterverbreitung, Raketentechnologiekontrolle und die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen. Sie einigten sich auf die Vorbereitung eines
Dokuments als Entscheidungshilfe für ihre jeweiligen
Regierungschefs, das sowohl die Grundsätze als auch
konkrete Schritte der Zusammenarbeit in allen Bereichen der Nichtweiterverbreitung chemischer Waffen,
Raketen und Atomwaffen abdeckt.
Beide Seiten führten Gespräche über das Problem der
Nichtweiterverbreitung von Raketen und Raketentechnologie. Sie verwiesen darauf, daß beide Seiten die
Exportrichtlinien der bestehenden Bestimmung für
Raketen einhalten, von der Raketen mit der Fähigkeit
zum Abschuß von mindestens 500 Kilogramm Nutzlast in einer Reichweite von mindestens 300 Kilometern erfaßt werden. Darüber hinaus einigten sie sich
auf die Fortführung der gemeinsamen Gespräche über
dieses Problem in der verbleibenden Zeit bis zum
Ministertreffen.
II
Bezüglich regionaler Probelem führten die beiden
Außenminister einen fruchtbaren und detaillierten
Gedankenaustausch. Sie bekräftigten ihre Unterstützung umfassender politischer, auf uneingeschränkte
nationale Aussöhnung gegründeter Schlichtungsverfahren, mit denen die friedliche Beilegung regionaler
Konflikte weltweit erleichtert werden könnte. Sie räumten noch bestehende Meinungsverschiedenheiten bei
einigen Fragen ein, verpflichteten sich jedoch zur
Fortsetzung der Arbeit in dieser Angelegenheit, um die
Differenzen weiter einzugrenzen. Beide Seiten hoben
die positive Rolle der Vereinten Nationen bei der
Beilegung mehrerer internationaler Konflikte hervor
und verwiesen auf die Notwendigkeit zu weiterer Intensivierung der Arbeit der Vereinten Nationen in diesem
Bereich.
Im Hinblick auf Mittelamerika bekräftigten die Außenminister die Bedeutung der Verwirklichung aller Aspekte des Esquipulas-Vertrags und der nachfolgenden
Abkommen. Beide Seiten kamen überein, daß die
Lösung der Konflikte in der Region gemäß Esquipulas
zum Abbau von Spannungen und zum Vorteil aller
Staaten beitragen würde. Sie wiederholten, daß kein
mittelamerikanisches Land auf seinem Territorium die
Unterstützung von Guerrillas gestatten darf und bekräftigten ihre Unterstützung für den Appell der mittelamerikanischen Präsidenten zur Beendigung der Militärhilfe an die Guerrillas durch Staaten außerhalb der
Region. Beide Seiten verwiesen auf die Bedeutung
unparteiischer und effektiver internationaler Beobach-

AMERIKA DIENST 6

tung des Wahlprozesses in Nicaragua. Sie verpflichteten sich zur Respektierung der Ergebnisse freier und
fairer Wahlen in Nicaragua und dazu, die Wahrung von
demokratischem Pluralismus und Menschenrechten
durch die gewählte Regierung zu unterstützen.
Beide Seiten betonten ihre uneingeschränkte Unterstützung für eine - wie in der Erklärung von San Isidoro
geforderte - ausgehandelte politische Lösung des
Konflikts in El Salvador. Sie verpflichteten sich zur
Unterstützung der Bestrebungen des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zur Gewährleistung eines
dauerhaften Waffenstillstands und neuerlichen Verhandlugnen in El Salvador sowie für wirksameren
Einsatz des UNO-Apparats zur Überwachung der
Einhaltung bestehender und zukünftiger Abkommen in
Mittelamerika.
Beide Seiten führten konstruktive Gespräche über die
Bedingungen für eine politische Lösung in Afghanistan, einschließlich der Notwendigkeit einer Übergangsphase für einen nationalen afghanischen Dialog,
die Selbstbestimmung des afghanischen Volkes und
die Gründung einer auf eine breite Grundlage gestellten Regierung, die den friedlichen, unabhängigen und
blockfreien Status Afghanistans gewährleisten könnte. Sie kamen überein, die Erörterung von Themen im
Zusammenhang mit einer Lösung in Afgahnistan in
absehbarer Zukunft auf Expertenebene fortzusetzen.
Die beiden Außenminister sprachen über den Pazifik
und Nordostasien. Sie kamen überein, in Kürze
amerikanisch-sowjetische Konsultationen zu diesen
Themen abzuhalten. Sie verliehen dem Wunsch
Ausdruck, die Spannungen auf der koreanischen
Halbinsel abzubauen und den Dialog zwischen Nordund Südkorea zu unterstützen. Die sowjetische Seite
stellte fest, daß eine Vereinbarung zwischen der
Demokratische Volksrepublik Korea und der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) über nukleare Sicherheit schon bald abgeschlossen werden
kann. Die amerikanische Seite verlieh dem Wunsch
Ausdruck, daß dieses Abkommen in Kürze geschlossen und gewissenhaft befolgt werden möge.
Beide Seiten bekräftigten ihre Bereitschaft, die Herbeiführung einer umfassenden politischen Lösung in
Kambodscha zu erleichtern. Sie gehen davon aus,
daß der Schlüssel für eine Lösung des Problems darin
besteht, die Selbstbestimmung des kambodschanischen Volkes durch freie und faire Wahlen unter
Aufsicht der Vereinten Nationen zu gewährleisten. Die
beiden Außenminister erklärten ihre Unterstützung für
eine erweiterte Rolle der UNO in Kambodscha. Sie
stimmten überein, daß Vertreter der fünf ständigen
Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates weitere Konsultationen über die Rolle der UNO führen sollten. Ferner
unterstrichen sie die Notwendigkeit einer Intensivierung der diplomatischen Bemühungen aller Parteien,
um den Schwerpunkt vom Schlachtfeld an den Verhandlungstisch zu verlagern und die Roten Khmer

Seite 3

�daran zu hindern, erneut die Macht zu ergreifen. Dazu
zählt auch die Unterstützung eines Moratoriums für
ausländische Militärhilfe an alle kambodschanischen
Fraktionen als Teil einer umfassenden Lösung. Die
beiden Außenminister drückten die Hoffnung aus, daß
das bevorstehende informelle Treffen in Jakarta bei
der Suche nach einer Lösung für den KambodschaKonflikt beitragen wird.

schiedener politischer Organisationen. 1990 könnte
ein wichtiges Jahr beim weiteren Abbau der Apartheid
und auf dem Weg zu einer demokratischen, nicht auf
Rassenzugehörigkeit gegründeten Nation werden. Sie
ermutigen alle Parteien zur Aufnahme von Verhandlungen, denn nur durch Verhandlungen wird es in
Südafrika echte und unumkehrbare Veränderungen
geben.

Die Außenminister bekräftigten die Notwendigkeit eines
aktiven Friedensprozesses im Nahen Osten, einschließlich der Bemühungen zur Einleitung eines palästinensisch-israelischen Dialogs, der zu einer umfassenden
politischen Lösung führt, an der alle einschlägigen
Parteien auf der Grundlage der Resolutionen 242 und
338 des UNO-Sicherheitsrats beteiligt sind. Sie verständigten sich darauf, die bilateralen Konsultationen
zu diesen Fragen fortzuführen.

III

Beide Seiten bekräftigten ihre Überzeugung von der
Notwendigkeit einer vollständigen Umsetzung der
Vereinbarungen von Taif. Sie unterstützen die Bemühungen des Dreier-Ausschusses der Arabischen Liga.
Sie bestätigten ihre Unterstützung für die nationale
Einheit und die rechtmäßig gewählte Führung des
Libanon.
Beide Seiten forderten erneut eine politische Lösung
des Konflikts zwischen Iran und Irak auf der Grundlage
der vollständigen Verwirklichung der Resolution 598
des UNO-Sicherheitsrats und verliehen ihrer Entschlossenheit Ausdruck, weiterhin den Generalsekretär der
Vereinten Nationen bei der Erfüllung seiner Friedensmission zu unterstützen.
Die beiden Außenminister nahmen die Entwicklung in
Namibia mit Befriedigung zur Kenntnis, die auf die
Herbeiführung der vollständigen Unabhängigkeit unter
demokratischen Verhältnissen, in Frieden und Stabilität gerichtet ist und erkannten die wichtige Rolle der
Vereinten Nationen bei der Verwirklichung dieses Ziels
an. Sie äußerten sich besorgt darüber, daß sich der
Friedensprozeß in Angola weiter verlangsamt und
forderten die Einstellung der Feindseligkeiten sowie
Verhandlungen zwischen den Parteien mit dem Ziel,
eine dauerhafte politische Lösung zu finden.
Beide Seiten verliehen ihrer Besorgnis über die wachsende Drohung einer Hungersnot in Äthiopien Ausdruck und forderten die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, sich erneut zur Bewältigung dieses
tragischen humanitären Problems zusammenzuschließen. In der Erkenntnis, daß die inneren Konflikte in
Äthiopien nicht militärisch beigelegt werden können,
bekräftigten sie gleichzeitig ihre Unterstützung einer
politischen Lösung durch Verhandlungen.
Die beiden Minister begrü ßten die neue Entwicklung in
Südafrika, insbesondere die Erklärung von Präsident
De Klerk über die Freilassung politischer Häftlinge
sowie die Aufhebung des Verbots der Tätigkeit ver-

Seite 4

Die beiden Außenminister führten ein breitgefächertes
Gespräch über die Entwicklungen in Europa. Sie
bekräftigten die Schlüsselrolle des KSZE-Prozesses
bei der Entwicklung eines neuen Europas. Sie verständigten sich prinzipiell über die Abhaltung eines
Gipfeltreffens der 35 KSZE-Staaten im Jahr 1990. Ein
solches Treffen böte einen Anlaß zur Unterzeichnung
eines KSE-Abkommens und wäre eine Vorstufe für
das bereits vereinbarte Gipfeltreffen in Helsinki im Jahr
1992.
IV
Die Außenminister und ihre Experten führten eine
gründliche und sehr positive Diskussion über Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten. Es
gab einen breitgefächerten Meinungsaustausch über
Ein- und Ausreisepolitik und andere rechtliche Praktiken. Die sowjetische Seite bekräftigte ihre Absicht, in
Kürze ein neues Ausreisegesetz zu verabschieden.
Beide Seiten überprüften zustimmend geplante oder
bereits bestehende Programme zur Förderung eines
besseren Verständnisses der Institutionen, Gesetzgebung und Praktiken im Bereich der Menschenrechte
und humanitären Angelegenheiten im jeweils anderen
Land.
Beide Seiten unterstrichen die Notwendigkeit, internationalen Vereinbarungen und Normen im Bereich der
Menschenrechte wahrhaft universellen Charakter zu
verleihen und sicherzustellen, daß nationale Gesetze
und Praktiken mit diesen in Einklang stehen. Sie
stimmten überein, daß die bilaterale Zusammenarbeit
im Bereich Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten nunmehr zu einer Zusammenarbeit in multilateralen Foren erweitert werden kann, um die Sache
der Menschenrechte weltweit voranzutreiben. Mit
Blick auf das bevorstehende KSZE-Treffen über die
menschliche Dimension in Kopenhagen und darüber
hinaus verständigten sich beide Seiten femer, untereinander und mit anderen teilnehmenden Staaten einen
Gedankenaustausch über die vorzunehmenden Schritte zu führen, um die Passagen über die menschliche
Dimension in der Schlußakte von Helsinki und den
später verabschiedeten Schlußdokumenten praktische
Wirksamkeit zu verleihen. Beide Seiten sprachen
darüber hinaus über Maßnahmen, um die Effektivität
des Systems der Vereinten Nationen und anderer
internationaler Gremien im Bereich Menschenrechte
und humanitäre Angelegenheiten zu fördern
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�V

VI

Die Minister nahmen mit Befriedigung den Ausbau des
amerikanisch-sowjetischen Dialogs über transnationale Fragen zur Kenntnis. Beide Seiten unterstrichen
die Bedeutung der für das Jahr 1992 anberaumten
UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung, die
eine reale Möglichkeit zur Behandlung eines weltweiten Aktionsprogramms im Bereich Umweltschutz bietet. Beide Seiten waren sich über die Bedeutung einer
internationalen Rahmenkonvention zur Veränderung
des Erdklimas sowie über die Untersuchung konkreter
Vorschläge zur langfristigen Beobachtung von Umwelt
und Umweltverschmutzung einig. Sie diskutierten
über neue Ansätze für die intensivierte und erweiterte
bilaterale Zusammenarbeit im Umweltbereich, einschließlich Konsultationen hochrangiger Experten.
Ferner sprachen sie über eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Erforschung von Arktis und Weltraum.
Sie brachten ihre Bereitschaft zum Ausdruck, die
Zusammenarbeit bei der Vorhersage von Naturkatastrophen und deren Milderung zu verstärken und
schlugen baldige technische Konsultationen beim
Katastrophenschutz vor.

Zu den bilateralen Beziehungen wurde eine breite und
sachliche Diskussion über Fragen des Handels und
der wirtschaftlichen Zusammenarbeit geführt. Beide
Seiten bekräftigten ihre Unterstützung für die Entwicklung beiderseitig vorteilhafter Handels- und Wirtschaftsbeziehungen. In dieser Hinsicht verwiesen sie auf die
Notwendigkeit zur Durchführung der beim Treffen von
Malta vereinbarten Initiativen.

Die Minister waren sich über die Bedeutung konkreter,
praktischer Maßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus einig. Darüber hinaus kamen sie überein, daß
das nächste Expertentreffen zur Fortführung des Dialogs über Terrorismusbekämpfung im März stattfindet
und dabei unter anderem beiderseitige Maßnahmen
zur Verhinderung und Bekämpfung terroristischer Akte
gegen den Luftverkehr zwischen beiden Ländern
besprochen werden sollen.
Beide Seiten äußerten den Wunsch, die illegale Herstellung und den Handel mit Drogen abzubauen. Sie
verständigten sich darauf, ihre gemeinsame praktische Arbeit zur Umsetzung der Regierungsvereinbarung von 1989 über die Bekämpfung des Drogenhandels zu intensivieren. Überdies untersuchten sie Bereiche für eine Ausweitung der Zusammenarbeit, etwa
bei der Behandlung Drogenabhängiger und der Verhinderung des Drogenmißbrauchs. Beide Seiten waren
sich über die Nützlichkeit konstruktiver Zusammenarbeit in den Vereinten Nationen bei Drogenangelegenheiten einig und beabsichtigen, den Erfolg der Ende
Februar stattfindenden Sondersitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Drogenproblem zu fördern.
Beide Seiten nahmen die Bedeutung von Bemühungen ständiger Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats zur
Kenntnis, ein baldiges Abkommen über gegenseitig
annehmbare Bedingungen bezüglich der Rechtsprechung des Internationalen Gerichtshofs zu erlangen.
Beide Seiten brachten ihre Unterstützung für die regelmäßige Fortführung der amerikanisch-sowjetischen
Gespräche über U NO-Fragen zum Ausdruck, die Wege
zur weiteren Verbesserung der Effektivität dieser universellen internationalen Organisation eröffnen sollen.
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Sie bekräftigten ihr Engagement für den Abschluß
eines Handelsabkommens bis zum Gipfeltreffen im
Juni, wie in Malta vereinbart. Beide Seiten besprachen
Pläne, in naher Zukunft Verhandlungen über einen
bilateralen Investitions- und Steuervertrag aufzunehmen.
Beide Seiten überprüften ferner den Stand der Verhandlungen über ein Seeverkehrsabkommen, ein
erweitertes Zivilluftfahrtabkommen und ein Getreideabkommen. Sie stellten fest, daß - vorbehaltlich weiterer
Fortschritte - einige dieser Abkommen bis zum Gipfel
abschlußreif sein werden. Sie wollen diese Arbeit
unterstützen.
Beide Seiten überprüften den Stand der Projekte technischer Zusammenarbeit, die beim Gipfel vor Malta
vorgeschlagen wurden, und die bisher erzielten Fortschritte.
Beide Seiten diskutierten ferner über einen sowjetischen Beobachterstatus beim GATT. Die amerikanische Seite bekräftigte ihre bereits in Malta geäußerte
Haltung zu dieser Frage. Beide Seiten sprachen über
die Aussichten für eine sowjetische Zusammenarbeit
mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Sie nahmen ferner die
von der Bonner Wirtschaftskonferenz gebotenen
Chancen zur Kenntnis.
Die Minister nahmen eine detaillierte Bestandsaufnahme der bilateralen amerikanisch-sowjetischen Tagesordnung vor und analysierten die qualitativen Veränderungen, die sich im Bereich der Zusammenarbeit
vollziehen. Sie nahmen einen Bericht ihrer Experten
über die Umsetzung des beim Außenministertreffen in
Wyoming verabredeten Arbeitsprogramms entgegen
sowie über den Stand der anhaltenden Verhandlungen
und Konsultationen über spezielle bilaterale Themen.
Die Experten auf beiden Seiten wurden angewiesen,
den Verhandlungsprozeß zu intensivieren, um neue
Vereinbarungen über bilaterale Zusammenarbeit bis
zum Gipfeltreffen im Juni fertigzustellen.
Die Minister äußerten sich befriedigt über die Fortschritte bei den Gesprächen über die Errichtung von
Kulturzentren in den beiden Hauptstädten. Beide
Seiten bekräftigten ihre Absicht, im Lauf dieses Jahres
die auf höchster Ebene getroffene Entscheidung zur
Einrichtung von Generalkonsulaten in Kiew und New
York zu verwirklichen.
Seite 5

�Beide Seiten vereinbarten, die Gespräche über die
beim Gipfeltreffen vor Malta vorgelegten Initiativen
über einen erweiterten Studentenaustausch fortzuführen.
Die Außenminister bekräftigten die Nützlichkeit eines
regelmäßigen Dialogs auf allen Ebenen - einschließlich der Ministerebene - zur Behandlung und Lösung
von Problemen der amerikanisch-sowjetischen Zusammenarbeit. In Zusammenhang mit den Vorbereitungen für das Gipfeltreffen im Juni kamen sie überein,
ihr nächstes Treffen in Washington zu veranstalten.

* * * *

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*

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�SICHERHEITSPOLITIK
14. Februar 1990

BUSH: USA MÜSSEN STARKE VERTEIDIGUNG
BEIBEHALTEN
Rede des Präsidenten beim Commonwealth Club
SAN FRANCISCO - (AD) - Obwohl "ein Ende des kalten Krieges in greifbare Nähe gerückt ist", sprach sich
Präsident Bush in einer Rede beim Commonwealth Club in San Francisco am 7. Februar 1990 für die
Aufrechterhaltung einer starken Verteidigung der Vereinigten Staaten aus, "um sowohl einen Weltkrieg als auch
begrenzte Konflikte unter neuen Bedingungen abzuschrecken". Er verwies darauf, daß die Sowjetunion immer
noch über 560 000 Truppen in Europa und zwei neue mobile Interkontinentalraketen (ICBMs) stationiert hat
sowie über 10 000 strategische Waffen modernisiert.
"Das Weltgeschehen hat eine solche Dynamik entwickelt, daß man einfach nicht mit absoluter Sicherheit
vorhersagen kann, was als nächstes passieren wird", erklärte Bush. "Unsere Herausforderung besteht darin,
diese Übergangsphase der Welt von heute zur Welt von morgen bei gleichzeitiger Gewährleistung der Sicherheit
der Vereinigten Staaten in den Griff zu bekommen." Der Präsident verwies darauf, daß er den beiderseitigen
Abbau der Truppenstärke in Mitteleuropa auf 195 000 Mann vorgeschlagen habe, da "ein solcher Gleichstand
die weniger bedrohliche Zukunft ermutigt, die wir uns vorstellen und die zu berechtigten Hoffnungen Anlaß gibt".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache von Präsident Bush im Wortlaut.

Ich bin nach Kalifornien gekommen, um Ihnen eine
freimütige und hoffnungsvolle Botschaft über unsere
nationale Sicherheit zu übermitteln. Gestern habe ich
mich in Fort Irwin auch bei unseren Mitbürgern in
Uniform bedankt - nicht nur, weil sie zur Sicherheit und
Freiheit der Vereinigten Staaten beitragen, sondern
auch die positiven Veränderungen ermöglichen, die
derzeit weltweit stattfinden.
Ich wünschte, Sie hätten bei mir sein können, als ich
mit den jungen Soldaten gesprochen habe. Es ist
offensichtlich, warum unsere Gemeinsamen Stabschefs
mir immer wieder versichern, daß unsere Teilstreitkräfte über die besten, engagiertesten jungen Männer
und Frauen verfügen, die je in Uniform gedient haben.
Während sich die Bedrohung der amerikanischen
Sicherheit verlagert, muß eine Anpassung unserer
Verteidigungsstrategie vorgenommen werden. Im Jahr
1986 beliefen sich die Verteidigungsausgaben auf 6,3
Prozent unseres Bruttosozialprodukts. Wie Sie wissen, habe ich dem Kongreß gerade meinen Haushaltsentwurf für 1991 vorgelegt, in dem im fünften aufeinan-

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derfolgenden Jahr eine Kürzung der Verteidigungsausgaben vorgenommen wurde, die jetzt nur noch 5
Prozent des BSP betragen.
Diese Haushaltsvorlage fällt in eine Zeit, in der sich die
bisher gekannte Nachkriegszeit - die Welt, die im Jahr
1945 begann - vor unseren Augen verändert. Um den
von uns eingeschlagenen Kurs verständlich zu machen, möchte ich zunächst Bilanz ziehen.
Die erste Politikergeneration in der freien Welt der
Nachkriegszeit hatte das warnende Beispiel ihrer
Vorgänger vor Augen. Sie erinnerte sich daran, daß
dem großen Krieg - dem Krieg, der das Ende aller
Kriege bedeuten sollte - Chaos und Konflikte folgten.
Sie erinnerte sich daran, daß weitsichtige Staatsmänner nach dem Ersten Weltkrieg versucht hatten, die
Zahl der Seestreitkräfte zu begrenzen - und sogar den
Krieg selbst ächteten. Aber bald wurden diese großen
Hoffnungen angesichts unkontrollierter Aggression
zunichte gemacht. Und kein Pakt konnte den Zweiten
Weltkrieg verhindern.

Seite 1

�Bis zum Jahr 1945 hatten unsere politisch Verantwortlichen einen aus bitterer Erfahrung gewonnenen Realitätssinn und einen aus der nüchternen Einschätzung
der Welt, wie sie war, geborenen Pragmatismus entwickelt. Und von Harry Truman bis Ronald Reagan
wurde unsere Stärke zum Schutzschild der Welt, unsere
Ideale von Freiheit und Demokratie zur Hoffnung der
Welt. Wir bezahlten teuer für die Verteidigung der
Freiheit - mit unserem nationalen Kapital und mit dem
Leben unserer Jüngsten und Tapfersten.
Aus diesem Grund haben sich unsere politisch Verantwortlichen in den vergangenen vierzig Jahren für den
Krieg gewappnet, auch wenn sie nach Frieden strebten. Es war unter der Truman-Administration in eben
dieser Stadt, wo die Männer und Frauen mit großen
Visionen und hehren Idealen aus der ganzen Welt
zusammenkamen, um einen Völkerbund zu gründen.
Und so wurden vor 45 Jahren in San Francisco die
Vereinten Nationen ins Leben gerufen.
Damals wie heute waren die Vereinigten Staaten um
ein Gleichgewicht zwischen ihrer Rolle als Friedensbewahrer und Friedensstifter bestrebt. Wir trugen dazu
bei, die Vereinten Nationen und die NATO zu gründen,
und selbst während wir dem sowjetischen Expansionismus Einhalt geboten, ermutigten wir Veränderungen in der Sowjetunion.
Die Gestalter dieser neuen Politik bezeichneten sie als
Containment und prognostizierten, daß die Sowjetunion sich eines Tages mit den Widersprüchen ihres
inhumanen, unlogisches Systems auseinandersetzen
müßte, wenn wir den einfachen Weg der Expansion
blockierten. Mit Containment sollten die Sowjets weder
besiegt noch gedemütigt werden. Das Ziel bestand in
der Bewahrung und Erweiterung der Freiheit und war
von der Hoffnung geleitet, eines Tages - wie George
Kennan es im Jahr 1947 formulierte, "den allmählichen
Niedergang der sowjetischen Macht" beobachten zu
können. Es hat nahezu ein halbes Jahrhundert gedauert, diese Strategie zu verfechten, aber jetzt haben wir
das Ergebnis vor Augen: Heute ist ein Ende des kalten
Krieges in greifbare Nähe gerückt.
Das sind gute Nachrichten. Denn niemand mit gesundem Menschenverstand sehnt sich nach dem kalten
Krieg zurück. Wir sind durch diese "Revolution von
1989" inspiriert und auch ermutigt, wenn beispielsweise ein Dichter und Regimekritiker in Prag vom Gefängnis zum Präsidentenpalast überwechselt. Wir sind
durch die Öffnung der Berliner Mauer ermutigt, die eine
Flutwelle auslöste, durch die das Schicksal eines
Tyrannen in Rumänien besiegelt wurde.
Aber wir sind noch für etwas anderes dankbar. Aufgrund unserer Stärke und der unserer Verbündeten
und dank der Demonstrationen für Freiheit und Demokratie in Osteuropa und sogar in der Sowjetunion sind
heute die Aussichten für einen dauerhaften Frieden
größer denn je zuvor. Wir können uns heute eine neue

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Zukunft für die Nationen auf dem anderen Kontinent
vorstellen - ein wahrhaft ungeteiltes und freies Europa.
Wir gehen die ersten Schritte über eine Brücke, die von
anderen vor langer Zeit gebaut wurde. Es ist eine
Brücke, die uns von scheinbar endlosem Konflikt zur
Hoffnung auf dauerhaften Frieden führen kann. Aber
unabhängig davon, wie groß die Hoffnung ist, müssen
wir sicher sein, daß die Brücke standhält.
Als Präsident werde ich jeden Morgen vom Nachrichtendienst unterrichtet. Und ich erhalte die besten
Informationen, die dem Präsidenten einer Weltmacht
zur Verfügung stehen. Dennoch sind die Morgennachrichten häufig am Abend desselben Tages überholt.
Das Weltgeschehen hat eine solche Dynamik entwickelt, daß man einfach nicht mit absoluter Sicherheit
vorhersagen kann, was als Nächstes passieren wird.
Unsere Herausforderung besteht darin, diese Übergangsphase der Welt von heute zur Welt von morgen
bei gleichzeitiger Gewährleistung der Sicherheit der
Vereinigten Staaten in den Griff zu bekommen. Wenn
es um die Sicherheit dieses Landes geht, möchte ich
lieber vorsichtig als verwegen genannt werden.
Die Verwirklichung dieser vielversprechenden Zukunft
durch uns muß mit dem Verständnis der heutigen
Realitäten beginnen.
Nehmen Sie beispielsweise unseren jüngsten Vorschlag, der von unseren Verbündeten und Präsident
Gorbatschow positiv aufgenommen wurde. Ich habe
den beiderseitigen Abbau der Truppenstärke in Mittelund Osteuropa auf 195 000 Mann vorgeschlagen. Ein
solcher Gleichstand ermutigt die weniger bedrohliche
Zukunft, die wir uns vorstellen und gibt zu berechtigten
Hoffnungen Anlaß.
Aber im Augenblick haben die Sowjets noch immer
über 560 000 Soldaten in Mitteleuropa stationiert.
Im Bereich der strategischen Waffen haben wir bei den
START-Verhandlungen Fortschritte erzielt. Wir hoffen daher, die Anzahl der strategischen Waffen auf
beiden Seiten drastisch zu kürzen. Aus eben diesem
Grund befindet sich Außenminister Baker heute in
Moskau. Das ist die Zukunft, die wir uns vorstellen,
und auch sie birgt große Hoffnungen.
Aber wir dürfen nicht vergessen, daß die Sowjets im
Augenblick immer noch über 10 000 strategische Waffen
verfügen. Sie modernisieren sie. Sie haben zwei neue
mobile ICBMs stationiert, und ihre Ausgaben für strategische Verteidigung sind ihren Ausgaben für strategische Offensivstreitkräfte vergleichbar.
Der Präsident ist als Oberbefehlshaber der Streitkräfte
kraft der Verfassung zur Verteidigung und zum Schutz
der Vereinigten Staaten von Amerika verpflichtet.
Manche würden es gerne sehen, wenn ich die Verteidigung unseres Volkes auf vielversprechende, aber
noch unerfüllte Hoffnungen für die Zukunft stützte.

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�Das werde ich nicht tun. Ich bin entschlossen, gemeinsam mit den Sowjets die Bedingungen zur Verwirklichung eines neuen Friedens zu schatten. Aut internationaler Ebene bedeuten diese Bedingungen: Entlassung von Soldaten, Verschrottung von Panzern, Zerstörung nuklearer Raketen und ein weltweites Verbot
chemischer Waffen.
Unser maßvoller Ansatz wird vielfach als Bedrohung
für den Prozeß des Wandels angesehen. Meines
Erachtens ist dieser Ansatz unabdingbar für den Wandel,
die Sicherheit unseres Landes und der einzige Weg zu
einem dauerhaften Frieden. Wir haben bewiesen, daß
amerikanische Entschlossenheit sowjetische Reformen vorantreiben kann. Wir haben bewiesen, daß
amerikanische Stärke Katalysator für Rüstungskontrolle ist. Wir haben bewiesen, daß der amerikanische
Traum den Wandel beflügeln kann. Jetzt dürfen wir
nicht zulassen, daß Euphorie entsprungene Ungeduld
die von uns erhofften Ergebnisse gefährdet.
Erstens haben wir als Amerikaner immer die Verhinderung eines weiteren Weltkriegs als vordringlichstes
Ziel betrachtet. Diesem Ziel müssen wir auch weiterhin verpflichtet bleiben. Die - so stark an unsere eigene
Sicherheit geknüpfte - europäische Sicherheit, Stabilität und Freiheit erfordern amerikanische Präsenz. Die
Westeuropäer wollen, daß wir bleiben und verhindern,
daß wir uns in die Isolation zurückziehen. Meiner
Ansicht nach werden die neuen Demokratien Osteuropas dieselbe Meinung vertreten, wenn sich erst die
Wogen geglättet haben.
Wir müssen solange in Europa bleiben, wie wir gebraucht werden und erwünscht sind. Die Aussicht auf
einen weltweiten Frieden hängt damit von einer amerikanischen Präsenz an vorderster Front ab.
Zweitens werden wir natürlich weiterhin die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges reduzieren. Und aus
diesem Grund werde ich die ST ART-Verhandlungen
mit der Sowjetunion energisch vorantreiben. Rüstungskontrolle und strategische Modernisierung sind
jedoch keine konkurrierenden Strategien. Sie können
vielmehr zusammenwirken, damit diese Welt sicherer
wird.
Erst heute morgen habe ich die Lawrence Livermore
Laboratorien besucht und bin dort mit den Menschen
zusammengetroffen, deren Bestreben es ist, einen
Nuklearangriff gegen unser Land - ob von einer nuklearen Supermacht, Verrätern oder einer terroristischen
Vereinigung ausgeführt - noch unwahrscheinlicher
werden zu lassen als heute. Wenn die mir vorgeführte
Technik funktioniert - und dafür bestehen gute Aussichten - kann kein Angreifer sich des erfolgreichen
Angriffs mit ballistischen Raketen sicher sein. Darauf
basiert Abschreckung.
Und um es noch einmal klar und deutlich zu sagen:
Dieses rein defensive Konzept bedroht keinen einzi-

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gen Menschen auf der Welt. Gott bewahre uns - wenn
es jemals eingesetzt werden müßte, dann gegen Raketen
und nicht gegen Menschen.
Wenn Klagen über die Entwicklungskosten dieser
Technik laut werden, sollte man sich zunächst den
Preis vor Augen führen, der zu zahlen ist, wenn wir
nicht alles in unserer Macht Stehende tun, um Konflikte
abzuschrecken und Bürger und Städte Amerikas zu
schützen. Aus diesem Grund trachte ich danach, die
Sowjets bei unseren Gesprächen über die Verteidigung im Weltraum davon zu überzeugen, daß ein
größeres Vertrauen auf strategische Verteidigung zu
einer sichereren Welt beitragen wird.
Im folgenden möchte ich zur Strategie Stellung nehmen, die unserem Verteidigungshaushalt für 1991
zugrundeliegt:
Erstens ergeben sich neue Bedrohungen über die
traditionellen Gegensätze zwischen Ost und West in
den vergangenen 45 Jahren hinaus. Diese Möglichkeiten müssen in unserer Verteidigungsplanung stärker berücksichtigt werden. Denken Sie nur an die
Bedrohung durch libyschen und iranischen Terrorismus. Denken Sie an die Befreiung von Grenada und
Panama. Und denken Sie auch an den Einsatz, den
unsere amerikanischen Soldaten vor zwei Jahren im
Persischen Golf gezeigt haben, als sie die Öltransporte der westlichen Industrieländer sicherten. Dieser
Einsatz wurde auch von kleineren Ländern begrüßt,
die befürchteten, daß der Krieg zwischen Iran und Irak
ihre Freiheit gefährden würde.
Denken Sie auch daran, daß mehr als 15 Länder auf
der Welt bis zum Ende dieses Jahrzehnts ballistische
Raketen entwickelt haben werden - von denen viele
chemische und biologische Fähigkeiten haben. Darüber hinaus verbreiten sich auch nuklearfähige Waffen
zunehmend. Und es wird sich nicht vermeiden lassen,
daß hochentwickelte Waffen in die Hände derer gelangen, deren Haß auf Amerika und Mißachtung der
zivilisierten Gesellschaft allseits bekannt ist. Wir werden
weiterhin hart arbeiten, um diese gefährliche Weiterverbreitung zu verhindern. Und eins ist sicher: Wir
müssen bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Und
dazu werden wir bereit sein.
Und dann gibt es da noch die Drogenbarone - schon
jetzt eine Bedrohung für die Gesundheit und die Einstellung unseres Volkes. Sie nehmen nahezu das
Ausmaß eines geopolitischen Problems an. Und so
müssen sie auch - zu Wasser, zu Lande und in der Luft
- angegangen werden.
In Zukunft werden wir weiterhin die Fähigkeit haben
müssen, Aggression zu vereiteln, Raketen abzuwehren, Seewege zu schützen oder einem Drogenbaron
Einhalt zu gebieten. Wir benötigen Streitkräfte, die
sich an Bedingungen überall auf der Welt anpassen
können. Wir benötigen Beweglichkeit, Bereitschaft

Seite 3

�und Durchhaltefähigkeit. Wir benötigen Schnelligkeit
und "Unsichtbarkeit". Und wir werden Führungsstärke
benötigen.
Kurzum: wir müssen weiterhin sowohl einen Weltkrieg
als auch begrenzte Konflikte unter neuen Bedingungen abschrecken. Und dehalb haben wir umso mehr
Grund, unsere Streitkräfte weiterhin zu modernisieren.
Ich bete darum, daß es nicht noch einmal meine
traurige Pflicht sein wird, amerikanische Soldaten in
den Kampf zu schicken. Und wenn ich das tue, werde
ich mich vorsehen, um das Leben amerikanischer
Soldaten nicht aufs Spiel zu setzen.
Ich habe bereits darauf hingewiesen, daß ich erst
gestern das nationale Ausbildungszentrum Fort Irwin
in der Nähe von Barstow besucht habe, wo sich unsere
Kampftruppen auf ihren Einsatz vorbereiten. Auf
diesem Stützpunkt wurden viele unserer Streitkräfte
ausgebildet, die so hervorragend in Panama gekämpft
haben. Sie haben Mut bewiesen. Vorbereitet zu sein,
ist darüber hinaus der beste Weg, um die Verhinderung von Kriegen zu gewährleisten. Und nachdem ich
unsere Soldaten gesehen und mit ihnen gesprochen
habe, kann ich behaupten, daß sie in der Tat den
Herausforderungen der Zukunft gewachsen sind.
Damit wende ich mich meinem letzten Anliegen zu wie sich all diese Veränderungen in unserem Verteidigungshaushalt auf nationaler Ebene auswirken. In
diesem Zusammenhang wird vielfach von der Friedensdividende gesprochen. Nur wenige erörtern die
kurzfristig entstehenden Kosten für den Frieden. Und
wenn wir die Brücke in eine bessere Zukunft überqueren, werden Kosten entstehen - für verlegte Industriezweige und umgesetzte Arbeitnehmer, für Kommunen
- schmerzliche, persönliche Anpassungen müssen
vorgenommen werden.
Aber Amerika ist immer bereit gewesen, den Preis für
den Frieden zu zahlen. Ich weiß, daß einige der
Stützpunkte, auf denen Einsparungen vorgeschlagen
wurden, hier in der Nähe liegen. Aber dazu möchte ich
hier und jetzt sagen: Diesen Vorschlägen liegt keine
Politik zugrunde. Es heißt, es ginge um Staaten, die
von Demokraten regiert sind - es trifft aber genauso auf
Staaten mit einem republikanischen Gouverneur zu.
Ich habe den Kongreß gebeten, fair zu sein. Traditionelle Kritiker der Verteidigungsausgaben sollten sich
nicht eines anderen besinnen und die Schließung
eines Stützpunkts in ihrer Heimat blockieren. Es
entbehrt manchmal nicht einer gewissen Ironie, wenn
bestimmte Kongreßabgeordnete die Philosophie zu
vertreten scheinen: "Nehmen Sie ruhig einschneidende Kürzungen vor, aber bitte woanders."

Seite 4

Das kann und werde ich nicht akzeptieren. Der Steu
erzahler und die von unseren Entscheidungen Betroffenen verdienen es besser. Ich möchte Ihnen versichern: Wenn ein Stützpunkt schließt, hören damit
nicht die Sorge und das Engagement der Bundesregierung auf.
Entlassene Zivilisten werden bei der Besetzung anderer Stellen des Verteidigungsministeriums vorrangig
behandelt. Das Förderprogramm für Hausbesitzer
wird militärisches und ziviles Personal vor sinkenden
Immobilienpreisen schützen. Und das Büro für Wirtschaftliche Anpassung wird mit den Kommunen zusammenarbeiten, um neue Wirtschaftsbereiche zu
erschließen und neue Verwendungsmöglichkeiten für
die Stützpunkte zu finden. Die Bibel kündet davon,
daß Schwerter zu Pflugscharen werden sollen. Wir
wandeln militärische Landebahnen in Zivilflughäfen
um, Militärstützpunkte in Gewerbegebiete und Colleges sowie Lagerhallen für Raketen in Fabriken.
Ich weiß, daß das amerikanische Volk diese Maßnahmen für eine anhaltend starke Verteidigung unterstützen wird. Meine Reisen überall im Land sind mir
Beweis dafür. Wir benötigen die Mittel für Verhandlungen über Reduzierungen und die Gewährleistung des
Friedens. Ich werde die Unterstützung, Kooperation
und Empfehlungen des Kongresses benötigen.
Wir können uns jetzt eine Zeit vorstellen, in der die Welt
sicherer als jemals zuvor ist - wenn der Mensch von
heute all sein Konkurrenzdenken auf die Wirtschaft
konzentriert.
Ich werde mit dem Kongreß zusammenarbeiten, um
diese Brücke zu einer sichereren Welt zu bauen. Und
wenn wir zusammenarbeiten, wird der Frieden selbst
die größte Dividende sein.

* * * *

*

AMERIKA DIENST 6

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          <name>Creator</name>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <name>Title</name>
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              <text>Amerikadienst 14.02.1990</text>
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          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Deutschlandpolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Diskussion über Hilfe für beide deutsche Staaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Bilaterale Gespräche Außenminister Bakers in Ottawa&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. US-Außenpolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Baker rühmt die Revolutionen der Macht des Volkes von 1989&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Außenminister Baker vor dem Obersten Sowjet&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beachtliche Fortschritte zwischen USA und UDSSR&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Gemeinsame amerikanische-sowjetische Erklärung&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Sicherheitspolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush: USA müssen starke Verteidigung beibehalten &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des Präsidenten beim Commonwealth Club&lt;/em&gt;</text>
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