<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="2118" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/2118?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-03T23:44:51+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="2129">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/415ffab59c8b9402fabb02c44933e215.pdf</src>
      <authentication>536b03bbd7e77a9f492a46c18622edbf</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="10687">
                  <text>AMERIKA DIENST
VorV^

1 . November 1989

40

INHALT

DOKUMENTATION
Amerikanische Präsenz in Europa Im Zeitalter von Glasnost und
Perestroika
- Rede des Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika U.S.-Vertreter fordert verstärkte Zusammenarbeit bei Treibhauseffekt
- Erklärung von William Nitze vor Kongreß-Unterausschuß -

HINTERGRUND
Amerikanische Sozialpolitik auf neuem Kurs
- Fünfter und letzter Artikel über das amerikanische Sozialwesen Delegation des Präsidenten reist nach Polen
- Eine Übersicht des Weißen Hauses -

WIRTSCHAFT
Vereinigte Staaten schlagen in Uruguay-Runde Reformen für Handel mit
Agrarprodukten vor
- Eine Übersicht vom Büro der U.S.-Handelsbeauftragten USA fordern Dienstleistungsabkommen bei Uruguay-Runde
- Übersicht der amerikanischen Handelsbeauftragten -

* * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
'VON

Dokumentation

4

40

1. November 1989

AMERIKANISCHE PRÄSENZ IN EUROPA
IM ZEITALTER VON GLASNOST UND PERESTROIKA
- Rede von US-Botschafter Walters in München

MÜNCHEN - (AD) - In einer Rede vor der Gesellschaft für Auslandskunde in München am 30. Oktober 1989 äußerte sich der Botschafter der Vereinigten Staaten
von Amerika in Bonn, Vernon A. Walters, zu Fragen der Ost-West-Politik und der
amerikanischen Truppenpräsenz in der Bundesrepublik und erklärte, der Wandel
in Osteuropa und der Sowjetunion habe historische Ausmaße und eröffne zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte die Chance, "die Konfrontation nicht nur
rational zu verwalten, sondern wirklich zu überwinden". Jedoch sollten die.
Unwägbarkeiten des Reformprozesses in der Sowjetunion nicht ignoriert werden.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Botschafter Walters im Wortlaut
(Es gilt das gesprochene Wort).

Meine Damen und Herren,
ich freue mich, daß wir uns heute in
den nun schon traditionsreichen Räumen des Amerika Hauses München, dem
Schauplatz so vieler deutsch-amerikanischer
Begegnungen,
zusammenfinden
konnten.
Ich bin stets dankbar für
eine Gelegenheit, nach München, der
"heimlichen Hauptstadt" Deutschlands
zu kommen, denn, wie schon Konrad
Adenauer sagte: Bonn ist zum Arbeiten da, und nicht zum Vergnügen. Von
diesem Zitat hat mir übrigens Ihr
bayrischer Landsmann Richard Stücklen
erzählt.
Ich möchte auf Deutsch zu Ihnen sprechen, obwohl dies immer mit einem
Hauch von Wagnis verbunden ist. Sie
müssen zugeben, daß es für einen Aus-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

länder schwierig ist, eine Sprache zu
begreifen, in der, grammatisch gesehen,
"die Männlichkeit" weiblichen
Geschlechts, "der Feminismus" aber
männlich
ist.
Um
die
Verwirrung
vollständig zu machen, ist "das Weib"
sächlich, obwohl dies dem Selbstverständnis der deutschen Frau bestimmt
nicht entspricht.
Aber ich bin zuversichtlich,
daß
ich meinen
Weg
durch dieses Labyrinth der Sprache
finden werde.
Das Jahr 1989 steht im Zeichen zweier
wichtiger Jubiläen:
Sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch das
westliche Bündnis feiern ihr 40jähriges Bestehen.
Beide Jubiläen sind
eng verknüpft, denn ohne die Westintegration und den damit einhergehenden Schutz des Bündnisses hätte die

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Bundesrepublik nicht
was sie heute ist.

werden

können,

Jubiläen bieten stets einen guten Anlaß, sich sowohl auf die Leistungen
der Vergangenheit als auch auf die
Aufgaben der Zukunft zu besinnen.
Lassen Sie uns dies heute gemeinsam
versuchen.
Die Erfolgsbilanz des NATO-Bündnisses
kann sich sehen lassen. Es hat Europa 40 Jahre lang Frieden in Freiheit
bewahrt.
Politikwissenschaftler haben errechnet, daß die Welt im gleichen Zeltraum rund 130 militärische
Konflikte mit mehreren Millionen Toten gesehen hat.
Verschont blieb
ausgerechnet
die
Region, die
die
weltweit höchste Truppendichte aufweist und in der sich zwei antagonistische Machtblöcke unmittelbar gegenüberstehen. Eine bessere Bestätigung der Stimmigkeit eines Bündniskonzepts ist kaum vorstellbar.
Auch unter dem Aspekt des Spannungsabbaus durch Rüstungskontrolle
und
Dialog ist das Bündnis erfolgreich
gewesen, und zwar gerade in den letzten Jahren.
Die Stockholmer Abrüstungskonferenz von 1986 schuf ein
bis dahin neuartiges System sicherhelts- und
vertrauensbildender
Maßnahmen. Das historische INF-Abkommen
von 1987 beseitigte eine ganze Waffenkategorie und verwirklichte erstmals die zentralen Grundsätze asymmetrischer Reduzierung und direkter Verifikation im jeweils anderen Land.
Die
Aussichten
für
entscheidende
Fortschritte
bei den Verhandlungen
über strategische Waffen sind heute
besser den je.
Im Mittelpunkt des Interesses stehen
gegenwärtig
die Verhandlungen
über
eine Verminderung der konventionellen
Streitkräfte in Europa. Das Bündnis
hat hier die Initiative ergriffen und
weitreichende
Vorschläge
unterbreitet, die Ihnen bekannt sein werden.
Im Mittelpunkt stehen eine Verminderung dpr amerikanischen und sowjetischen
Truppenstärke
auf
jeweils

275,000 Mann außerhalb ihrer Grenzen
in Europa, radikale Einschnitte bei
den besonders offensivfähigen Panzertruppen und eine Verminderung der
Kampfflugzeuge und Hubschrauber auf
ein Niveau, das 15 Prozent unter den
derzeitigen NATO-Beständen liegt.
Diese Verhandlungsposition beruht auf
Vorschlägen, die Präsident Bush am
29. Mai 1989 den Bündnispartnern auf
dem Brüsseler NATO-Gipfel
vortrug.
Binnen weniger Monate wurden sie, mit
einigen Verfeinerungen, von der Allianz offiziell übernommen.
Niemand
hätte zu hoffen gewagt, daß es möglich sein werde, die Vorstellungen
von 16 souveränen Partnerstaaten in
derart kurzer Zeit auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.
Ich darf
sagen, daß die enge deutsch-amerikanische
Zusammenarbeit
wesentlichen
Anteil an diesem bemerkenswerten Erfolg hatte.
Was die NATO in die Lage versetzt
hat, all diese enormen Leistungen auf
dem Gebiet der militärischen Sicherheit wie auf dem der Abrüstung zu erbringen, waren nicht einfach nur ihre
Rüstungsanstrengungen.
Diese
waren
nur möglich auf der Grundlage eines
sicherheitspolitischen Konsenses und
einer unerschütterlichen Standhaftigkeit im Prinzip kollektiver Sicherheit.
Das eigentlich Entscheidende
war und ist der einhellige Zusammenhalt des Bündnisses.
In der Vergangenheit beruhte er zwar
sicherlich auch auf den ideellen Bindungen der westlichen Demokratien aneinander, vor allem aber auf der Unmittelbarkeit der Bedrohung. 40 Jahre lang sah sich der Westen einer monolithisch erscheinenden Sowjetunion
gegenüber, die kontinuierlich aufrüstete und
ihre kleinen osteuropäischen Nachbarn
in eisernem Griff
hielt. 40 Jahre war daher die Funktion
des westlichen Verteidigungsbündnisses klar und leicht vermittelbar.
Die Sowjetunion erschien wie
ein Berg — mächtig, schroff, bedrohlich und unverrückbar.

�Das Erdbeben
zu bewegen.

hat

begonnen, den

Berg

Wir werden heute Zeugen von Ereignissen, die das Gesicht des europäischen
Kontinents und der Welt schlechthin
verändern können. In der Sowjetunion
hat ein tiefgreifender gesellschaftlicher
Wandlungsprozeß
eingesetzt.
Die
Lage
der Menschenrechte
entspricht zwar noch längst nicht westlichen Maßstäben, hat sich aber eindeutig gebessert.
Sowjetische Truppen haben erstmals ein besetztes Land
- Afghanistan - wieder geräumt.
In
Polen übernimmt eine nichtkommunistische Regierung die Amtsgeschäfte, und
Ungarn öffnet die Grenzen zum Westen,
ohne daß aus Moskau auch nur ein Tadel zu vernehmen wäre.
Geht von einer solchen Sowjetunion
noch eine Bedrohung aus?
Ist die
NATO dabei, ein lebender Anachronismus zu werden, Relikt einer überwundenen Epoche?
Manche Menschen in Ost und West und
auch manche Deutsche empfinden es so,
wollen es so empfinden.
Die Deutschen mußten 40 Jahre lang in dem Bewußtsein leben, daß sowjetische Panzer gewissermaßen vor ihrer Haustür
standen. Sie haben die Bedrohung immer ganz hautnah erlebt.
Die Erleichterung, die viele Menschen angesichts einer nachlassenden Bedrohung
empfinden, ist daher leicht nachvollziehbar.
Wir brauchen eine klare Sicht inmitten der Euphorie, denn die Euphorie
ist ein schlechter Ratgeber.
Sie
verstellt den Blick auf die nüchternen Fakten.
Die
gegenwärtige
sowjetische
Führungsspitze ist keineswegs demokratisch. Anders als zu Zeiten Breschnews ist sie lediglich rational genug, Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen.
Tatsache ist, daß der riesige Agrarstaat Sowjetunion nach 70jährigem Bestehen noch immer außerstande ist,
seine Bevölkerung selbst zu ernäh-

ren. Tatsache ist, daß die sowjetische Wirtschaft am Ende ist und daß
die chronische Unterversorgung
der
Bevölkerung eine Zeitbombe fUr die
Führung darstellt. Tatsache ist, daß
der Sowjetstaat in seiner herkömmlichen Verfaßtheit zur Modernisierung
und
damit
zum
Nachvollziehen
der
3. Industriellen
Revolution
unfähig
ist.
Das Motiv der sowjetischen Reformer
liegt in dem Bestreben, hier Abhilfe
zu schaffen. nicht aber in einer
plötzlich entdeckten Liebe zur Demokratie.
Die
sowjetische
Gesellschaftsreform
hat die gefährlichsten Klippen noch
vor sich.
Nationalitätenstreit und
Separatismus könnten durchaus noch an
Dynamik gewinnen. Die Versorgungslage wird sich kaum kurzfristig verbessern lassen, und steigende Erwartungen der Bevölkerung schaffen ein Unruhepotential.
Sollte der Sowjetstaat in die Nähe einer Zerreißprobe
rücken, so könnte durchaus die Stunde
der Reformgegner schlagen.
Die Einsichten der Sowjetführung in
den Bereichen der Sicherheitspolitik
und Abrüstung sind ermutigend, haben
gegenwärtig aber vielfach noch den
Status von Absichtserklärungen.
Die
erhebliche konventionelle Überlegenheit
der sowjetischen
Militärmacht
besteht unverändert fort.
Der Wandel in der Sowjetunion hat
zweifellos
historische
Dimensionen
und eröffnet zum erstenmal in der
Nachkriegsgeschichte eine Chance, die
Konfrontation nicht nur rational zu
verwalten, sondern wirklich zu überwinden. Wir sehen diese Chance, und
wir haben nicht die Absicht, sie zu
verschlafen.
Es wäre jedoch sträflicher Leichtsinn, die offensichtlichen Gefährdungen und Unwägbarkeiten zu ignorieren,
denen der Reformprozeß in der Sowjetunion unterliegt.
Reformen brechen
stets eingefahrene Gleise auf und eröffnen Möglichkeiten jeglicher Art,

�nicht nur Möglichkeiten zum Besseren.
Reform bedeutet Bewegung und
damit zwangsläufig auch Phasen der
Instabilität. Dies müssen wir sehen,
und aus diesem Grund erschiene es mir
zum gegenwärtigen Zeitpunkt gefährlich, von den beiden Grundprinzipien
des Harmel-Berichts abzurücken. Diese Prinzipien sind Sicherheit durch
militärische Stärke und Spannungsabbau durch Rüstungskontrolle und Dialog.
Wer in blinder Euphorie diese bewährte Strategie der NATO in Frage
stellt, der macht die Sicherheit seines Landes mutwillig und ohne Not von
einer umbruchartIgen und alles andere
als erschütterungsfreien Entwicklung
in der Sowjetunion abhängig.
Dies
wäre nicht Friedenspolitik, sondern
Glückspiel.
Die Ostpolitik des Bündnisses muß
sich also auch im Zeitalter von Glasnost und Perestroika im Rahmen des
Harme1-Konzepts bewegen.
Im Falle
des INF-Abkommens hat es sich glänzend bewährt. Es wäre töricht, von
diesem Erfolgskonzept abzurücken.
Der vom Harmel-Bericht geforderte
Dialog wird aktiv geführt, und die
Aussichten auf greifbare Erfolge sind
heute besser denn je. Aber auch der
zweite Pfeiler der BUndnispolitik,
Sicherheit durch Stärke, darf nicht
verfallen.
Vielleicht kommt einmal
der Tag, an dem ein demokratisch gewählter sowjetischer Staatschef einem
demokratisch gewählten sowjetischen
Parlament Rechenschaft ablegen muß.
Vielleicht kommt einmal eine Zeit, in
der die Sowjetunion ein Nachbar wie
Frankreich oder Kanada wird.
Noch
ist sie es nicht. Darum gibt es zur
NATO-Politik
der Sicherheit durch
Stärke gegenwärtig keine verantwortbare Alternative.
Dies beinhaltet die Beibehaltung eines nuklearen Potentials einschließlich der Kurzstreckensysteme, die ein
unverzichtbares Bindeglied zwischen
konventionellen
und
strategischen
Streitkräften darstellen. Das Bünd-

nis beschränkt sich hier bewußt auf
das strategisch unbedingt notwendige.
Dies ist nicht nur Rhetorik.
Seit 1979 haben wir unsere nichtstrategischen
Kernwaffen
einseitig
und ohne sowjetische Gegenleistung um
ein Drittel vermindert. Die Bestände
an Waffen dieser Kategorie sind heute
auf dem niedrigsten Stand seit 20
Jahren.
Gleichartige Maßnahmen der
Sowjetunion wären höchst wünschenswert. Was wir anstreben, ist Gleichstand beider Seiten auf einem niedrigeren Niveau.
Ähnliches gilt auch für die konventionellen Streitkräfte.
Einerseits
ist ihre Verringerung wünschenswert,
und die diesbezügliche Vorschläge des
Bündnisses liegen auf dem Tisch.
Andererseits
bilden
konventionelle
Streitkräfte den Schutz gegen eine
begrenzte Aggression, gegen die die
Androhung des Einsatzes von Nuklearwaffen nicht glaubwürdig wäre. Konventionelle Streitkräfte bleiben daher beim derzeitigen Stand der OstWest-Beziehungen unverzichtbar. Wenn
wir aber konventionelle Streitkräfte
unterhalten, dann müssen wir sie auch
in die Lage versetzen, ihren Auftrag
zu erfüllen.
Hier kommen wir an einen Punkt, an
dem die abstrakte Analyse der OstWest-Beziehungen und die konkrete Tagespolitik ineinander übergehen.
Für die amerikanischen Streitkräfte
in der Bundesrepublik — und ich nehme an, für die Bundeswehr gilt dies
genauso — wird es zunehmend schwieriger,
die
Modernisierungsvorhaben
und Ausbildungsprogramme durchzuführen, die die Erhaltung ihrer Einsatzfähigkeit erfordert.
Stationierung von Truppenteilen, Einführung modernerer Waffensysteme, Manöver, Modernisierung von Truppenübungsplätzen, Bauvorhaben, der bei
Übungen unvermeidliche Lärm, Transport von gefährlichem Material und
natürlich die Trainigsflüge der Luftwaffe — all dies ist vielerorts zum

�Stein des Anstoßes geworden. In zunehmendem Maße versuchen Bürgerinitiativen, Gemeinden und selbst Bundesländer,
bestehende
Einrichtungen
und Verfahrensweisen anzufechten und
notwendige Neuerungen zu verhindern.
Vielfach werden dabei Gerichte angerufen, die selbst dann, wenn sie die
Einwände der Kläger letztendlich verwerfen,
die
umstrittenen
Projekte
doch zunächst einmal stoppen.
Dies
kostet Zeit, manchmal sogar viel Zeit.
Eingespielte Verfahrensweise erweisen
sich immer häufiger als funktionsunfähig. Im Normalfall wenden sich die
amerikanischen Streitkräfte mit ihren
Projekten und Anliegen an die entsprechenden Fachministerien in Bonn.
Diese fällen nach Rücksprache mit den
Körperschaften vor Ort eine Entscheidung und sprechen schließlich die
Projektgenehmigung aus. Bislang hatten die US-Streitkräfte also einen
zentralen
Ansprechpartner
an
der
Spitze, der ihnen die Verhandlungen
mit den Instanzen der tieferen Ebenen
abnahm.
Wenn aber eine Einigung zwischen Bundesbehörden und Gremien der lokalen
und kommunalen Ebene scheitert und
die Entscheidung des Bundes gerichtlich angefochten wird, kompliziert
sich das Verfahren ungemein.
Die
Streitkräfte müssen sich dann mit einer Vielzahl von Parteien auseinandersetzen, der Aufwand steigt und
wichtige
Projekte
werden
entweder
verhindert oder erleiden Verzögerungen, die sich durchaus in Jahren bemessen können.
Dinge, die bislang
reibungslos
und
selbstverständlich
abliefen, sind heute komplex, zeitraubend und mühsam geworden.
Ich möchte dies an einem Beispiel
verdeutlichen, das vielen von Ihnen
aus der Presse bekannt sein dürfte.
Im Rahmen der Modernisierung unserer
konventionellen Streitkräfte in Europa
spielt
die
Stationierung
von
Kampfhubschraubern des Typs "Apache"
eine bedeutsame Rolle. Diese Maschinen sind fliegende Panzerjäger.
In

Europa stehen rund 50,000 Kampf p,= zern des Warschauer Paktes lediglich
16,400 Panzer der NATO gegenüber.
Gerade im Bereich der Waffensysteme,
die die Speerspitze eines Angriffs
bilden würden, beträgt die östliche
Überlegenheit also rund 3:1.
Im Rahmen ihrer Bündnisverpflichtungen haben sich die Vereinigten Staaten daher bereit gefunden, der NATO
bis zum Haushaltsjahr 1992 Insgesamt
14 mit "Apaches" ausgerüstete Heeresfliegerbataillone
zur Verfügung
zu
stellen.
Die Kosten belaufen sich
auf rund 500 Millionen Dollar, die
vom amerikanischen Steuerzahler aufgebracht werden.
Für diese Einheiten sind sechs Standorte im süddeutschen Raum vorgesehen.
Geeignete Flugfelder sind vorhanden. Bedauerlicherwelse stößt die
Stationierung der "Apaches" insbesondere in Wiesbaden auf vehementen Widerstand.
Die Einwände der involvierten Gemeinden und Bürgerinitiativen kreisen weitgehend um den von den
Hubschraubern verursachten Lärm, um
den
angeblichen
Wertverfall
von
Grundbesitz in der Nähe der Stationierungsorte und um angebliche Gefahren für den Luftverkehr, obwohl das
Bundesverkehrsministerium
die
Möglichkeit einer Beeinträchtigung des
Flugbetriebs
auf
dem
Frankfurter
Flughafen verneint hat.
Auf Betreiben der Stadt Wiesbaden und
des Landes Hessen beschäftigt die
Stationierungsplanung
für
den
USFlugplatz
Wiesbaden-Erbenheim
seit
1985 die Gerichte. Auch der Deutsche
Bundestag ist seit September 1987 mit
dem Projekt Erbenheim befaßt.
Nach
alledem sah sich das Bundesministerium der Verteidigung veranlaßt, ein
Anhörungs- und
Genehmigungsverfahren
nach dem Luftverkehrsgesetz einzuleiten. Weder dieses Verfahren noch die
parlamentarischen
Beratungen
sind
bisher abgeschlossen.
Daher haben
die US-Streitkräfte auf Bitten des
Bundesministers der Verteidigung in
Erbenheim
noch
keine
zusätzlichen
Hubschrauber stationiert.

- 5 -

�Ob die US-Streitkräfte ihre Vorhaben
in der beabsichtigten Form jemals
durchführen
können,
ist ungewiß.
Selbst wenn es letztlich möglich sein
sollte, alle Hindernisse auszuräumen,
so bliebe immerhin eine mehrjährige
Verzögerung zu verzeichnen.
Wie eigentlich sollen wir dem amerikanischen Steuerzahler erklären, daß
wir zwar 500 Millionen Dollar für ein
RUstungsprojekt aufwenden, das unserem deutschen Verbündeten viel unmittelbarer nutzt als uns selbst, wir
die beschafften Waffensysteme aber
nicht auf dem Gebiet dieses Verbündeten stationieren können, weil sich
Teile der Bevölkerung dagegen wehren? Es ist eine politische Realität, daß der amerikanische Steuerzahler nicht für Einheiten in Europa bezahlen will, wenn diese nicht kampffähig bleiben können.
Wie sollen wir unseren Soldaten erklären, daß sie den Auftrag haben,
die Freiheit und das demokratische
System des deutschen Bündnispartners
zu schützen, wenn sie bei der Erfüllung dieses Auftrags von Bevölkerungstellen und Behörden dieses Bündnispartners aktiv behindert werden?
Außerdem erleben wir in der Bundesrepublik seit Jahren heftige Kritik an
der
Nuklearstrategie
der
NATO.
Gleichzeitig wird die Stationierung
gerade solcher Einheiten behindert,
die im Konfliktfall einen besonders
großen Beitrag zur Hebung der Nuklearschwelle leisten würden.
Die "Apache"-Affaire ist leider kein
Einzelfall. Für die US-Streitkräfte
in der Bundesrepublik ist es generell
schwieriger und mühsamer geworden,
einen geordneten Dienst- und Ausbildungsbetrieb aufrechtzuerhalten.

so stark wie eh und je, wird aber
dennoch von vielen nicht mehr als unmittelbare Gefahr betrachtet.
Ich habe nicht den Eindruck, daß eine
Mehrheit der Deutschen die Landesverteidigung schlicht abschaffen will.
Aber Fragen der Verteidigung acheinen
mir auf der persönlichen Prioritätenliste vieler Deutscher weit nach unten gerückt zu sein. Zunehmend häufiger finden wir die Auffassung, daß
dies alles nicht mehr so wichtig sei
und daß man es daher getrost vernachlässigen könne.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang
auch eine profunde Unkenntnis der
Funktionsweise
von
Streitkräften.
Sie brauchen vor allen Dingen Kontinuität. Ist ihr Ausblldungs- und Bereitschaftsstand erst einmal gesunken, so kann er nicht kurzfristig
wieder gehoben werden. Gleiches gilt
für den rüstungstechnischen Modernisierungsprozeß. Hat man hier den Anschluß verpaßt, so finden man ihn
nicht binnen drei Monaten wieder. Es
ist daher eine gefährliche Illusion,
zu glauben, daß man vernachlässigte
Streitkräfte bei einer Veränderung
der Weltlage kurzerhand wieder aufrüsten könne.
Dies Ist nicht so.
Eine sicherheitspolitische Lage kann
sich wesentlich rascher ändern als
die Struktur von Streitkräften.
Wenden wir uns nun der Frage zu, was
wir tun können, um den geschilderten
Problemen zu begegnen. Die Streitkräfte selbst tun bereits sehr viel.
Ich kann hier nur Beispiele nennen:
1.

Warum sind die Schwierigkeiten gewachsen?
Ein wesentlicher Teil der
Erklärung liegt sicherlich in der
veränderten Ost-West-Situation. Dank
Perestrojka und Glasnost ist das Bedrohungsgefühl
drastisch
gesunken.
Die sowjetische Militärmacht ist zwar

Operatlonale
Maßnahmen.
Diese
umfassen Einschränkungen von Manövern und anderen Übungen einschließlich
der
Trainingsflüge
der Luftwaffe. Die jüngsten Vereinbarungen über die Beschränkung
von Tiefflügen wurden von Verteidigungsminister Stoltenberg der
Öffentlichkeit
vorgestellt
und
sind hinreichend bekannt.
Ich möchte jedoch anmerken, daß
unsere Luftwaffe schon lange zu-

6 -

�vor und von sich aus solche Beschränkungen
verfügt
hatte.
Tiefflüge nur an Werktagen und
nur zwischen 7 und 17 Uhr, Einhaltung einer einstündigen Mittagspause während der Sommermonate, Beschränkung der Tieffluggeschwindigkeit auf 760 Stundenkilometer —
all das war bereits
vor der Vereinbarung mit Minister
Stoltenberg in Kraft.

das Heer hat seit 1984 rund 870
Millionen D-Mark aufgewandt, um
seine Infrastruktur deutschen Umweltschutznormen
anzupassen.
Vieles, wie z.B. die Modernisierung des Fuhrparks unter dem Aspekt der Schadstoffverminderung,
ist in der genannten Zahl noch
nicht einmal eingeschlossen.
Die
einzelnen
Maßnahmen
sind
durchweg unspektakulär, aber die
Gesamtwirkung
ist
beachtlich.
Wer weiß schon, daß die amerikanischen Streitkräfte die Waldbestände auf ihren Liegenschaften
von deutschen Förstern betreuen
lassen oder daß sie seit 1982 eine Fläche von immerhin 207 Hektar
wiederaufgeforstet
haben?
Oder
daß sie im gleichen Zeitraum 200
Millionen D-Mark aufgewandt haben, um die Kanalisation von Kasernen instand zu setzen und so
eine Gefährdung des Grundwassers
auszuschließen?
Und wen interessiert, daß das Heer durch Abschluß von Verträgen mit deutschen
Heizenergieunternehmen
6,000 seiner eigenen, überalterten Brennanlagen stillegen und so
eine drastische Verringerung der
Schadstoffemission erzielen konnte?

Weitaus weniger bekannt als diese
Einschränkungen des Flugbetriebs
ist die Vielzahl von Einzelmaßnahmen, die das Heer getroffen
hat.
Beispielsweise werden die
Reforger-Manöver im Januar 1990
stärker als in den Vorjahren als
Stabsübungen angelegt sein.
An
Reforger
'88 nahmen noch rund
7,000 Kettenfahrzeuge teil. 1990
werden es nur noch 4,450 sein.
Auch Routineübungen werden eingeschränkt. So werden z.B. die Patriot-Flugabwehrbatterien
nur
noch die Hälfte der Einsatzübungen in freiem Gelände durchführen. Auch die Heeresflieger leisten einen Beitrag.
Die An- und
Abflugschneisen zu den Stützpunkten werden neu geordnet, und zwar
so, daß Siedlungsgebiete ausgespart
bleiben.
Probeläufe von
Triebwerken am Boden werden auf
bestimmte Zeiten beschränkt. Für
den Flug von den Stützpunkten zu
den übungsgelanden werden Korridore eingerichtet.
Technologische
Maßnahmen.
Die
US-Streitkräfte
setzen
in verstärktem Maße Simulatoren ein,
und zwar nicht nur für Piloten,
sondern auch für Panzerschützen
und selbst Einheitsführer.
Das
Heer plant außerdem Forschungsarbeiten mit dem Ziel, LärmquelLen
vom Panzermotor über den Generator bis hin zur Feldhaubitze leiser zu machen, z.B. durch Entwicklung von Schalldämpfern und
entsprechender Übungsmunition.
UmweltSchutzmaßnahmen.

Allein
- 7

4.

Schulungsmaßnahmen.
Die
USStreitkräfte
haben
umfangreiche
Schulungsprogramme
eingeleitet,
die
unseren
Offizieren
helfen
sollen, ein Gespür dafür zu entwickeln, was die Menschen ihres
Gastlandes
bewegt.
Ich möchte
betonen, daß wir hier eine intensive Beteiligung deutscher Stellen außerordentlich begrüßen würden.
Es läge sicherlich auch im
Interesse
der
Bundesrepublik,
wenn möglichst viele US-Soldaten
als wirkliche Kenner ihres Gastlandes in die Heimat zurückkehren
könnten.

Die Deutschen beherbergen rund eine
Million Soldaten, eigene und fremde,
auf einem Gebiet, das die Fläche des
amerikanischen Bundesstaates Oregon,

�dabei aber die elffache Bevölkerungsdichte hat. Dies führt zwangsläufig
zu Behelligungen und Belästigungen,
und die Deutschen haben ein Recht
darauf, daß diese so klein wie möglich gehalten werden. Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht,
um diese Last zu erleichtern.

drohung ist heute geringer als zu jedem anderen Zeitpunkt der Nachkriegsgeschichte, und die Aussichten auf
ein weniger militarisiertes Europa
sind gut. Die jahrzehntelange Standfestigkeit des westlichen Bündnisses
hat die Bedingungen hierfür geschaffen.

Wir verstehen dies, und die USStreitkräfte tun ihr möglichstes, um
dem Rechnung zu tragen. Diese Anpassungsbereitschaft hat aber Grenzen,
die durch den Auftrag der Streitkräfte markiert werden. Wenn Gemeinden
oder
Bürgerinitiativen
Forderungen
und Einwände erheben, die in der Konsequenz die Einsatzbereitschaft der
Streitkräfte massiv beeinträchtigen,
dann müssen wir der Versuchung widerstehen, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und so zu billiger
Popularität zu gelangen.

Wollen wir jetzt das gefährden, was
Ihrem Land und meinem so lange Frieden, Freiheit und Wohlstand erhalten
hat — den Schutz des Bündnisses und
seiner Streitkräfte? Wollen die Menschen das?
Wollen sie ohne jeden
vernünftigen Grund ihre Sicherheit
und damit die Grundlagen ihrer Existenz von der ungewissen Entwicklung
in einem Land abhängig machen, das
sehr wohl schweren Stürmen entgegengehen könnte?
Ich kann mir nicht
vorstellen, daß jemand, der diese
Konsequenzen in aller Klarheit sieht,
sie mutwillig auf sich nehmen will.

Die Bundesrepublik Deutschland Ist
ein souveräner
und demokratischer
Staat, dessen Regierung nicnt die
Möglichkeit hat, ihren Wählern etwas
aufzuzwingen, was diese erklärtermaßen nicht wollen. Selbstverständlich
kann man auch niemanden gegen seinen
Willen beschützen.
Man kann aber versuchen, Menschen,
die den Blick zu starr auf ihren eigenen kleinen Lebensbereich heften,
die Konsequenzen ihres Handelns zu
erklären. Man kann ihnen unumwunden
sagen, daß sie an dem Ast sägen, auf
dem sie seit 40 Jahren sitzen, und
zwar recht komfortabel. Dies erfordert Mut zur Offenheit und Klarheit.
Man wird dabei nicht immer populär.
Opportunismus ist bequemer. Aber es
ist eine Frage politischer Verantwortung, solchen Versuchungen nicht zu
erliegen. Hier sind wir alle gefordert. Demokratie bedeutet Wettbewerb
der Standpunkte, und nur wer aufsteht
und spricht, wird gehört und kann
überzeugen.
Es geht nicht darum, den Wandel in
der Sowjetunion zu leugnen oder vorzugeben, daß ein sowjetischer Großangriff jederzeit möglich sei. Die Be-

Wenn wir weiterhin in der Sicherheit
des Bündnisses leben wollen, dann
müssen wir den Streitkräften, auf deren Einsatzbereitschaft sie letztlich
beruht, die Erhaltung derselben ermöglichen. Ich erinnere hier an die
Worte Bundeskanzler Kohls, der im Januar 1989 In einem Zeitungsinterview
darauf hinwies, daß, so wörtlich,
"die Erhaltung von Frieden und Freiheit nicht zum Nulltarif zu haben
st .
Wir haben heute allen Anlaß, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.
In den Ländern des Westens steht die
Demokratie seit Jahrzehnten stabil
und unangefochten, während, wie die
Frankfurter Rundschau
vor wenigen
Wochen vermerkte, der klassische SowjetkommunIsmus heute das Schicksal
erleidet, das Präsident Reagan ihm
prophezeite: Er ist dabei, auf den
Abfallhaufen der Geschichte zu wandern. Wir, die Partner in der NATO,
werden heute vom Rest der Welt um unsere Freiheit und um unseren Wohlstand beneidet, während die Sowjetunion unter Schmerzen versucht, das
Erbe einer allzu langen, unseligen
Vergangenheit zu bewältigen.
8 -

�Vergessen wir nicht, daß unser Erfolg
sich nicht von selbst eingestellt
hat.
Vergessen wir nicht die Grundlagen, auf denen er wachsen konnte.
Der neue Wind der Freiheit bläst vom
Westen her, und jene, die ihn ignorieren, werden vom Winde verweht werden.

* * * * *

�AMERIKA DIENST
VON

4

Dokumentation

1. November 1989

40

US-VERTRETER FORDERT VERSTÄRKTE ZUSAMMENARBEIT BEI TREIBHAUSEFFEKT
- Erklärung von William Nitze vor Kongreß-Unterausschuß WASHINGTON - (AD) - Einem Vertreter des US-Außenministeriums zufolge ist eine
Bestandsaufnahme der möglichen weltweiten Klimaveränderungen sowie der noch
erforderliche Forschungsarbeiten notwendig. Vor einem Unterausschuß des Repräsentantenhauses erklärte William Nitze, Unterabteilungsleiter für Umweltfragen im US-Außenministerium, am 26. Oktober 1989, bei Internationalen Verhandlungen sollte der Rahmen für die Erforschung möglicher Klimaveränderungen
abgesteckt werden, obwohl keine gesicherten Erkenntnisse über einschneidende
und weitverbreitete Veränderungen dieser Art im nächsten Jahrhundert vorlägen.
Nachfolgend veröffentlichen wir Nitzes Erklärung in Auszügen:

Es steht fest, daß globale Klitnaveränderungen eine internationale. Angelegenheit sind, die nationale Grenzen
überschreitet und nur durch Internationale Zusammenarbeit wirksam bewältigt werden kann.
Isolierte Maßnahmen der Vereinigten Staaten oder irgendeines anderen Staates werden wirkungslos bleiben.
Die Vereinigten Staaten gehen davon
aus, daß sämtliche Maßnahmen in bezug
auf die weltweiten Klimaveränderungen
folgende Elemente umfassen müssen:
Kontinuierliche wissenschaftliche
Forschung
zur
Klimaveränderung,
um unser Verständnis für die Auswirkungen menschlicher Handlungsweisen auf das künftige Klima zu

United States Information Service
Embassy of the United States of America

vprtiefen
und
die
mangelnde
Kenntnis der Funktionsweise des
Klimasystems abzubauen.
Eine Einschätzung der Auswirkungen künftiger Klimaveränderungen
auf
Umwelt,
Gesellschaft
und
Wirtschaft.
Die Untersuchung von Optionen zur
Begrenzung und Abschwächung dieser Veränderungen oder eine Anpassung an sie.
Entwicklung
und
Durchführung
praktikabler und wirtschaftlicher
Maßnahmen
unter besonderer Berücksichtigung
derjenigen,
die
schon aus anderen Gründen gerechtfertigt sind.

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Über Umfang und Ausmaß künftiger Kllmaveränderungen
bestehen
weiterhin
Unsicherheiten.
Ein besseres Verständnis einzelner Elemente wie Einfluß von Wolkenbildung, Pufferfunktion der Weltmeere, Rolle der Biosphäre und anderer Komponenten des
Erdsystems sowie möglicher Rückkopplungsmechanismen
ist
erforderlich.
Die Verursacher von Treibhausgasen
müssen
mengenmäßig
erfaßt
werden.
Gegenwärtig können wir weder die regionalen Auswirkungen von Klimaveränderungen, wie etwa
jahreszeitliche
Veränderungen von Niederschlägen und
Bodenfeuchtigkeit,
beurteilen, noch
haben wir mögliche Optionen für die
Bewältigung dieser Veränderungen umfassend untersucht.
Angesichts dieser Überlegungen und
Unbekannten umfaßt unsere Tagesordnung für die Behandlung der weltweiten Klimaveränderungen in internationalen Foren folgende Schritte:
Eine Bestandsaufnahme des aktuellen Wissensstands zu Klimaveränderungen, die mögliche Bandbreite
ihrer Auswirkungen sowie mögliche
Handlungsoptionen.
Aufnahme internationaler Verhandlungen über eine Rahmenkonvention
zu den Klimaveränderungen, die
einen formelleren Mechanismus für
die internationale Zusammenarbeit
zum Verständnis des Problems und
die
Entwicklung
koordinierter
Strategien zu dessen Bewältigung
bieten würde.
Weiterentwicklung von und Drängen
auf die umgehende
Durchführung
von Maßnahmen, die auch aus nicht
rein
klimatischen
Gründen
gerechtfertigt sind, etwa bessere
Nutzung von Energie, Reduzierung
von FCKW-Emissionen, Aufforstung
oder umsichtigere Bodennutzung.
Verstärkte internationale Unterstützung für ein Forschungsprogramm, mit dem die mangelnde wissenschaftliche Kenntnis abgebaut
wi rd.

Angesichts der Tatsache, daß ein internationaler Prozeß zur Bewältigung
des Problems der Klimaveränderung erforderlich ist, haben die Vereinigten
Staaten im Sommer 1987 die führenden
Gremien der Weltorganisation für Meteorologie
und des Umweltprogramms
der Vereinten Nationen aufgefordert,
gemeinsam
einen
zwischenstaatlichen
Mechanismus zu schaffen, der sich mit
der weltweiten Klimaveränderung befassen soll.
Vor nahezu einem Jahr versammelten
sich Vertreter aus über 35 Staaten
und internationaler Organisationen in
Genf zum ersten Treffen der Zwischenstaatlichen Kommission zur Klimaveränderung (IPCC).
Die IPCC erhielt
von der internationalen
Staatengemeinschaft das Mandat als primäres
Forum für dieses Problem.
Die IPCC hat drei Arbeitsgruppen eingerichtet: eine zur Überprüfung und
Bewertung wissenschaftlicher Erkenntnisse über klimatische Veränderungen,
eine andere zur Beurteilung möglicher
ökologischer
und
sozioökonomischer
Auswirkungen
solcher
Veränderungen
und eine dritte für die Erarbeitung
und Auswertung möglicher Strategien.
Großbritannien führt den Vorsitz der
Wissenschaftsgruppe, die Sowjetunion
leitet die Gruppe über Auswirkungen,
und die Vereinigten Staaten sind für
die strategische Arbeitsgruppe verantwortlich.
Die IPPC wird für die
im Herbst 1990 geplante Zweite Weltklimakonferenz einen Bericht über ihre Ergebnisse vorbereiten.
Dieser
Bericht könnte als Grundlage der Konvention über Klimaveränderungen dienen, die beim Weltwirtschaftsgipfel
im Kommunique der G-7 erwähnt wurde.
Darüber hinaus beteiligen wir uns in
verschiedenen anderen Foren an einer
Reihe von Bestrebungen zur Bewältigung der Klimaveränderung.
Wir arbeiten gemeinsam mit dem Umweltausschuß der OECD und der Internationalen Energie-Agentur an verschiedenen
Projekten, um leistungsfähigere Energietechniken und alternative Energle-

- 2 •

�quellen zu entwickeln.
Zusammen mit
dem
Entwicklungshilfeausschuß
der
OECD wollen wir die einzelnen bilateralen Entwicklungshilfemaßnahmen besser koordinieren und damit gewährleisten, daß Umweltprobleme und insbesondere klimatische Veränderungen angemessen berücksichtigt werden. Dieser Ausschuß wird voraussichtlich im
November zusammentreten, um den gegenwärtigen Stand dieser Bestrebungen
zu erörtern. Als Teil der Verwirklichung des Protokolls von Montreal
fördern wir technische Projekte und
bemühen uns um Finanzierung durch
Multilaterale Entwicklungsbanken und
das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme - UNDP), damit wichtigen Entwicklungsländern wie etwa China und Indien der Übergang zu Technologien erleichtert werden kann, bei
denen der Einsatz der ozonzerstörenden FCKW vermieden wird.
Die beiden anderen Mechanismen zur
Koordinierung
internationaler
Bemühungen um den Fortbestand des tropischen Regenwalds sind die Internationale
Tropenholzorganization
(ITTO)
und der Plan zum Schutz des Regenwaldes (TFAP). Wir befinden uns gegenwärtig im Anfangsstadium der Erörterung von Optionen zur Unterstützung
der Maßnahmen von ITTO und TFAP für
den tropischen Regenwald.
Wie Sie
wissen, hat die fortwährende Haushaltskriese der vergangenen Jahre dazu geführt, daß die Vereinigten Staaten der FAO, die Maßnahmen des TFAPPlans koordiniert, und auch der ITTO
nicht
den
vollen
Mitgliedsbeitrag
entrichtet hat.
In der Erkenntnis,
daß sofortiges Handeln erforderlich
ist, um die sich abzeichnenden Tendenzen der Umwandlung von Wald in
Nutzflächen aufzuhalten, hat die Administration die Zahlung der überfälligen Beiträge an diese Organisationen in die Wege geleitet. Sie müssen
bezahlt werden, wenn wir mitbestimmen
wollen, wie die ITTO und der TFAP die
verfügbaren stehenden Mittel verwenden.

Zur Förderung
internationaler Forschung zum Phänomen der Klimaveränderung beteiligen sich die Vereinigten
Staaten
am
Internationalen
Geosphären-Biosphären-Programm
(IGBP).
Das IGBP wurde vom Internationalen
Rat wissenschaftlicher Vereinigungen
und dem Meterologischen Weltkongreß
ins Leben gerufen, um Anfang der
neunziger Jahre ein Internationales
Forschungsprogramm zu entwickeln. Im
Rahmen dieses Programms würden die
(bisherigen und zukünftigen) Umweltveränderungen untersucht, die Ursachen der Veränderungen
aufgedeckt,
langfristige Perspektiven für die Umwelt vorhergesagt und Möglichkeiten
ermittelt, um den schädlichen Einfluß
des Menschen auf seine Umwelt auf ein
Mindestmaß zu beschränken.
Die amerikanische Entsprechung des IGBP mit
Beratungsfunktion
ist der Ausschuß
für Globale Veränderungen an der Nationalen Akademie der Wissenschaften.
Diese Gruppe dient als Beratungsgremium
für das amerikanische
Forschungsprogramm über globale Veränderungen, ein vom Ausschuß für Geowissenschaften (CES) entwickeltes interministerielles
Forschungsprogramm.
Das Forschungsprogramm
zum
Weltklima, an dem sich die Vereinigten Staaten beteiligen, unterstützt
eine Reihe internationaler wissenschaftlicher Projekte, wie etwa das
Experiment
über
die
Strömung
der
Weltmeere (WOCE) und die Projekte für
tropische
Meere
und
Erdatmosphäre
(TOGA).

* * * * *

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

V,oN^

40

1. November 1989

AMERIKANISCHE SOZIALPOLITIK AUF NEUEM KURS

- Fünfter und letzter Artikel über das amerikanische Sozialwesen -

WASHINGTON - (AD) - Die amerikanische Sozialpolitik der vergangenen 25
Jahre hat einigen traditionell armen
Bevölkerungsschichten wirtschaftliche
Vorteile gebracht, während weiter ins
Hintertreffen gerieten.
Konkret heißt das, trotz massiver Erhöhung der Sozialausgaben der Bundesregierung - von etwa 24,9 Milliarden
Dollar 1960 auf 1989 über GOO Milliarden Dollar - konnte Armut in den
Vereinigten Staaten nicht völlig ausgerottet werden. Regierung und Privatorganisationen suchen laufend neue
Ansätze, um den Armen zu helfen, ohne
den Staatshaushalt weiter zu strapazieren.
Dero Statistischen Bundesamt zufolge
sank die Armutsquote aller Amerikaner

United States Information Service
Embassy of the United States of America

von einem 22,4 Prozent-Hoch 1959 auf
einen Tiefstand von 11,1 Prozent im
Jahr 1973, um dann 1983 unmittelbar
nach der Rezession von 1981/82 wieder
15,2 Prozent zu erreichen und dann
bis 1988 stufenweise auf 13,2 Prozent
zu fallen.
Diese Zahlen für das Ausmaß der Armut
basieren lediglich auf dem verfügbaren Einkoramen, nicht auf der in Form
von
Lebensmittelmarken.
kostenlosen
oder ermäßigten Schulspeisungen, Medicare, Medicaid und Wohnungsbeihilfe
geleisteten Hilfe für die Armen. Dem
Statistischen Bundesarat zufolge würde
bei Einbeziehung der in solcher Form
geleisteten staatlichen Unterstützung
die offizielle Armutsquote 1988 von
13,2 Prozent auf 10,5 Prozent sinken. Gegenwärtig gibt es noch keine

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�üb reinstimmung
über
solcher Leistungen.

die

Berechnung

viele dieser Kinder ebenfalls alleinstehende Mütter werden könnten.

Neubewertung der Sozialpolitik

Initiativen des Privatsektors

Die heutigen massiven Ausgaben für
amerikanische Sozialprogramme basieren auf Entscheidungen der sechziger
und siebziger Jahre, wonach der Staat
verarmten Amerikaner stärker helfen
muß.

Präsident Bush - wie vor ihm die Präsidenten Reagan und Carter - strebt
eine Senkung der Bundessozialausgaben
an, ohne Anspruchsprogramme in Mitleidenschaft
zu
ziehen, aber
bei
gleichzeitiger Stärkung des Privatsektors.
Angesichts des abnehmenden
Engagements der Regierung werden erwartungsgemäß
Privatfirmen und gemeinnützige Organisationen die Lücke
schließen, indem sie mehr Zeit und
Kraft in Programme zur Lösung vordringlicher sozialer Probleme investieren.

Der Wohlstand jener Jahre schuf die
zur Finanzierung dieser Programme erforderlichen Ressourcen.
Niedrigere
Wachstumsraten in der Wirtschaft und
ein steigendes Haushaltsdefizit haben
jedoch in den vergangenen Jahren zu
geringerer öffentlicher Befürwortung
solcher Programme und zu größeren Anstrengungen auf allen Regierungsebenen geführt, die Sozialausgaben zu
drosseln.
Die meisten der großen öffentlichen
Programme - wie etwa die Hilfe für
Familien
mit
unterhaltsberechtigten
Kindern (AFDC) und Lebensmittelmarken
enthalten
jetzt eine Bestimmung
über Arbeitsbereitschaft,
derzufolge Leistungen von der Bereitschaft
des Empfängers abhängen, Teilzeitoder Vollzeitarbeitsplätze zu akzeptieren oder an staatlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
teilzunehmen.
Ausgenommen
von
dieser
Bestimmung
sind Alleinerziehende mit einem Kind
unter drei Jahren.
Neben
Sozialversicherung und Medicare,
die
als
Anspruchsprogramme
breite Unterstützung finden, ist Hilfe für Familien mit unterhaltsberechtigten Kindern das am schnellsten
wachsende und teuerste Sozialprogramm
in den Vereinigten Staaten mit bar
gezahlten Leistungen. Zu den Empfängern von ADFC zählen heute mehr als
1,9 Millionen unverheiratete - zumeist minderjährige - Mütter. Untersuchungen belegen, daß bei deren Kindern die Wahrscheinlichkeit der Armut
um 50 Prozent höber ist als bei Kindern aus klassischen Kleinfamilien,
und sie sehen Anzeichen dafür, daß

Im Juni dieses Jahren hat Präsident
Bush eine Initiative namens Points
of Light ins Leben gerufen, im Rahmen derer zahlreiche Amerikaner aus
allen Berufszweigen ermutigt werden
sollen,
ihre Arbeitskraft
in den
Dienst des Kampfes gegen Armut, Hunger,
Analphabetentum,
Obdachlosigkeit, Drogenabhängigkeit und anderer
Probleme, die
alle
betreffen,
zu
stellen.
"Von nun an," so Bush bei der Vorstellung seines Programms, "muß jede
Beschreibung eines erfolgreichen Lebens den Dienst am Nächsten einschließen".
Der Präsident
fordert den Kongreß
auf, in einem Zeitraum von vier Jahren 100 Millionen Dollar für eine
Points of Light-Stiftung zu bewilligen, die als Zentralstelle ehrenamtlich
durchgeführte
erfolgreiche
Programme
registrieren
und
fördern
und sie anderen Gemeinden im ganzen
Land empfehlen soll. Zu den jährlich
von
der
Bundesregierung
bereitgestellten
25 Millionen Dollar käme
noch einmal die gleiche Summe an privaten Spenden, und mit diesem Jahresbudget von 50 Millionen Dollar könnten etwa "heiße Drähte" eingerichtet
werden, uro ehrenamtliche Mitarbeiter
für besondere Programme anzuwerben.

�Unternehmen und andere Privatorganisationen werden gebeten, Hie Dienste
besonders fähiger Mitarbeiter bis zu
sechs Monate lang kostenlos zur Verfügung zu stellen, so daß sie auf
Reisen
in den Vereinigten Staaten
beim Aufbau erfolgreicher ehrenamtlicher Projekte helfen können. Arbeitgeber werden aufgefordert, ehrenamtliche Arbeit als Kriterium für Beförderungen oder beruflichen Aufstieg zu
berücksichtigen.

Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Ausbildung und Berufsberatung für Sozialhilfeempfänger, John Martinelli, zufolge hat Maximus "ebenso gute - und
in manchen Fällen bessere - Arbeit
geleistet als wir".
Dennoch sind nach wie vor viele Kritiker skeptisch und behaupten, eine
gewinnorientierte Privatfirma arbeite
unter Umständen nur mit den am besten
vermittelbaren
Sozialhilfeempfängern
zusammen und stelle nicht so sehr die
Bedürftigkeit in den Vordergrund.

Experimente in Kalifornien
In Kalifornien wird gegenwärtig mit
einem
privaten
Sozialprogramm
("free-enterprise welfare") ein neues
Konzept erprobt. Im Rahmen eines vom
kommunalen Aufsichtsamt der Stadt Los
Angeles
genehmigten
Dreijahresvertrags sucht die Firma Maximus Incorporated - der einzige Privatanbieter
von Sozialleistungen in den Vereinigten Staaten - von Sozialhilfe lebende
Mütter aus der Abhängigkeit von AFDC
zu befreien und ihnen einträgliche
Arbeitsplätze zu vermitteln.
Damit
spart die Firma dem Steuerzahler Geld
und verdient selbst daran.
Für jeden Sozialhilfeempfänger, der
seinen Arbeltsplatz sechs Monate innehat oder soviel arbeitet, daß seine
Leistungen
aus AFDC um mindestens
fünfzig
Prozent
verringert
werden
können,
erhalten
die
zuständigen
Sachbearbeiter des Privatanbieters die früher vielfach bei der Bundesregierung oder den Regierungen der Einzelstaaten
beschäftigt waren - je
zwei Drittel einer 150 Dollar-Prämie,
die Maximus von der Stadt gezahlt
wird.
Die Befürworter des Plans loben die
Flexibilität des mit Computern arbeitenden Maximus-Programms, das sich
eng an staatliche Richtlinien hält,
und die Kommunalbeamten in Los Angeles scheinen mit den bis heute erzielten
Ergebnissen
zufrieden
zu
sein. Dem Leiter der kommunalen Sozialprogramme
für
Kinderbetreuung,

Ehrenamtliche Gemeindearbeit
Präsident Bush hat insbesondere jüngere Amerikaner aufgefordert, bei der
Arbeit in der Gemeinde mit gutem Beispiel voranzugehen und sich einer
neuen Bewegung anzuschließen, die er
"Junge Menschen arbeiten für Amerika"
("Youth Engaged in Service: YES to
America") taufen will.
Mit diesen
Betrebungen würden Nächstenliebe und
Begeisterungsfähigkeit junger Amerikaner auf Projekte gelenkt, mit denen
armen, jungen und alten Menschen geholfen werden kann.
Bush erklärte,
sein Ziel sei es, daß Jugendliche in
bestehenden oder neu zu gründenden
karitativen Einrichtungen ihrer Gemeinde mitarbeiten, um bestimmte Probleme lösen zu helfen, etwa wenn Jugendlichen das Selbstwertgefühl fehlt
oder sich Familien aufzulösen beginnen. YES-Mitglieder könnten dem Präsidenten zufolge bestehenden Organisationen helfen, ihre Dienste auch
auf Kinder auszudehnen.
Etwa 25 Prozent aller amerikanischen
Universitäten und Dutzende weiterführender Schulen haben kürzlich ehrenamtliche Tätigkelten In Ihre Lehrpläne aufgenommen.
Eines der ehrgeizigsten Projekte wird In Kalifornien
durchgeführt, wo Studenten der 29
staatlichen Universitäten ermutigt aber nicht gezwungen - werden, jährlich 30 Stunden ehrenamtlich zu arbeiten.
Im Rahmen dieses Programms
("Human Corps") nimmt jedes College

- 3 -

�Verbindung zu ortsansässigen Organisationen auf, die ehrenamtliche Helfer suchen. Die freiwilligen Helfer
arbeiten in vielen Bereichen, vom Roten Kreuz bis zur Hausaufgabenbetreuung von Schülern, die benachteiligten
Minderheiten
angehören.
Etwa ein
Viertel aller 400 000 Studenten beteiligen sich kalifornischen Regierungsbeamten zufolge an einem solchen
Programm.
Dem Kongreß liegen gegenwärtig mindestens neun Gesetzentwürfe vor, die
ehrenamtliche Arbeit für junge Menschen zur nationalen Priorität erklären. Die Bandbreite geht von einem
Entwurf über ein Programm der Bundesregierung, das auf gemeinnützigen
Programmen der dreißiger Jahre basiert bis zu einem Vorschlag, demzufolge den Einzelstaaten Mittel zur
Erweiterung von Möglichkeiten für die
ehrenamtliche Tätigkeit Jugendlicher
zur Verfügung gestellt würden. Ein
von den demokratischen Senatoren Sam
Nunn und Dave McCurdy erarbeiteter
Plan fordert ein Vollzeitprogramm aus
Zivil- oder Militärdienst, bei dem
junge Freiwillige Gutscheine bis zum
Wert von 12 000 Dollar pro geleistetem Jahr erhalten, die gegen Ausoder Fortbildung eingetauscht oder
als Anzahlung für ein Haus akzeptiert
werden.
Einer
jüngsten
Untersuchung
von
Independent Sector - einer Dachorganistion der meisten größeren amerikanischen Wohltätigkeitsvereine - zufolge war die Mehrzahl der befragten
erwachsenen
Amerikaner
regelmäßig
ehrenamtlich tätig, ein Drittel der
Befragten gab an, in den letzten drei
Jahren stärker ehrenamtlich gearbeitet zu haben. Die Untersuchung kam
zu dem Ergebnis, daß 1987 etwa 80
Millionen
Erwachsene
insgesamt
19 500 Millionen Stunden im Wert von
150 Milliarden Dollar ehrenamtlich
tätig waren.
Darüber hinaus werden ältere Mitbürger, die heute in der Regel länger
leben und gesund bleiben, ermutigt,
der Gemeinschaft ihre wertvollen Fä-

higkeiten und Erfahrungen zur Verfügung zu stellen.
"Wir sind wirklich der Ansicht, daß
es an der Zeit ist, sich die Fähigkeiten älterer Menschen systematisch
zunutze zu machen," erklärte Bill
Orial vom Nationalen Rat für ältere
Mitbürger kürzlich in einem Interview
mit der Zeitschrift Newsweek*
Als Beispiel zog Oriol das von seiner
Organisation geförderte und sehr erfolgreiche Programm Freunde der Familie (Family Friends) heran, bei
dem
ältere Menschen Kindern mit
ernsthaften körperlichen Behinderungen oder Lernschwächen helfen und den
Eltern die Erleichterung verschaffen,
die sie unter Umständen dringend
brauchen.
Bei dem Programm Grandfriend Project helfen ältere Mitbürger in New York freiwillig Babys und
Kleinkindern in Pflegefamilien, auch
solchen mit AIDS. Im Rahmen anderer
Programmen werden ältere Mitbürger
zur Hausaufgaben- und Kinderbetreuung
eingesetzt.
Der Soziologin Susan M. Chambre vom
Baruch College zufolge erweisen sich
ältere Mitbürger als unerschöpfliche
Quelle in der Gemeindearbeit. 1987
zum Beispiel arbeiteten 40 Prozent
aller Amerikaner zwischen 65 und 74
Jahren ehrenamtlich oder leisteten
regelmäßig freiwillige Hilfe für andere.

Steigender Bedarf an Kinderbetreuung
In der Sozialpolitik werden eine Reihe innovativer Ansätze untersucht und
erprobt, um mit den sich verändernden
Werten und der demographischen Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft Schritt zu halten.
Prognosen des amerikanischen Arbeitsministeriums deuten darauf hin, daß
eine steigende Zahl von Frauen, Jugendlichen und Angehörigen von Minderheiten in den kommenden Jahrzehnten auf den Arbeitsmarkt drängen wird
- darunter viele ungelernte Arbeits-

- 4-

�kräfte,
die
zusätzliche
Aus- und
Fortbildung brauchen und Mütter, die
auf
angemessene
Kindertagesstätten
angewiesen sein werden, wenn sie weiterhin in verantwortungsvollen Positionen arbeiten wollen.
Um diesem Bedarf in Zukunft gerecht
zu werden, hat Präsident Bush zusammen mit der demokratischen Mehrheit
im Kongreß verschiedene Gesetzentwürfe zur Kinderbetreuung eingebracht,
mit denen es Müttern leichter gemacht
werden
soll,
Vollzeitarbeitsplätze
innezuhaben und um eine angemessene
Betreuung der Kleinkinder während ihrer Arbeitszeit
zu gewährleisten.
Insgesamt stehen im Repräsententenhaus und im Senat noch 145 Gesetzentwürfe zur Entscheidung an, die sich
primär oder sekundär mit Kinderbetreuung befassen.
Die Bundesregierung gewährt bereits
Familien mit geringem Einkommen Steuererleichterungen, damit diese Kinderbetreuung finanzieren können, darüber hinaus unterstützen 29 Einzelstaaten Eltern durch ihre Steuergesetzgebung, und 15 Staaten informieren Eltern und Arbeitgeber Über Möglichkeiten zur Finanzierung und Inanspruchnahme von Kinderbetreuung.
Dem als Familienhilfeplan
(Family
Support Plan) bekannten Vorschlag von
Präsident Bush zufolge soll die Hilfe
für Familien mit geringem Einkommen
und mindestens einem Verdiener erweitert und für jedes Kind unter vier
Jahren ein Steuerfreibetrag gewährt
werden, um die Betreung des Kindes
während der Arbeitszeit der Eltern
sicherzustellen. Der Freibetrag würde 14 Prozent vom Einkommen der Eltern und maximal 1 000 Dollar pro
Kind betragen.
Der Maximalbetrag
würde zunächst für Familien mit Jahreseinkommen
zwischen
8 000
und
13 000 Dollar stufenweise eingeführt,
bis 1994 auch bei Einkommen zwischen
15 000 und 20 000 Dollar. Wenn das
Familieneinkommen geringer ist als
die genannten Sätze, wäre eine Summe
in Höhe des Freibetrags rückerstattungsfähig und würde für das am 1.

Januar 1990 beginnende Steuerjahr berücksichtigt.
Der amerikanische Senat hat einem
noch ehrgeizigeren Plan der Demokraten zugestimmt, dem Gesetz für bessere Kinderbetreuung (Act for Better
Child Care - ABC), der die Rolle der
Bundesregierung in den nächsten fünf
Jahren in einem Umfang von etwa 8,75
Milliarden Dollar erweitert. Das Gesetz würde jedes Jahr bis zu 1,75
Milliarden Dollar bewilligen, um Familien mit geringem Einkommen bei der
Finanzierung der Kinderbetreuung zu
helfen, wobei den Eltern 70 Prozent
der Summe direkt in Form von Gutscheinen und die restlichen 30 Prozent als neuer Steuerfreibetrag statt
einer Prämie für die Kinderkrankenversicherung gewährt wird. Insgesamt
entgehen dem Staat dadurch 10,3 Milliarden Dollar Steuereinnahmen.
Das Repräsentantenhaus hat ein Gesetz
zur Kinderbetreuung ähnlich dem des
Senats verabschiedet.
Damit würde
das Programm Head Start erweitert
und "Schlüsselkinder", deren Eltern
immer noch außer Haus arbeiten, wenn
die Kinder aus der Schule kommen, in
der Schule betreut.
Einige Privatunternehmen stellen ihren Beschäftigten bereits Hilfsprogramme und entsprechende Einrichtungen als zusätzliche Leistungen zur
Verfügung.
Einer Untersuchung des
Arbeitsministeriums von 1987 zufolge
hatten 2 Prozent aller untersuchten
Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten Kindertagestätten, 3 Prozent
unterstützten Kinderbetreuung finanziell, 6 Prozent boten Informationen
oder Beratung an und 61 Prozent hatten flexible Arbeitszeit.
Die
amerikanischen
Gewerkschaften
konzentrieren sich immer stärker auf
Kinderbetreuung, Erziehungsurlaub und
flexible Arbeitszeit und machen diese
Themen zum Kernpunkt ihrer Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern, wobei sie versuchen, auslaufende Tarifverträge durch neue zu ersetzen. Ein
im Mai dieses Jahres zwischen AT&amp;T

- 5 -

�und zwei Gewerkschaften der Beschäftigten im Fernmeldesektor ausgehandeltes Abkommen könnte für künftige
TarifVertragsbedingungen
Vorbildcharakter haben.
Dieses Abkommen, von dem landesweit
mehr als 175 000 Arbeitnehmer betroffen sind, erschließt neues Terrain,
und
sieht einen
unternehmensseitig
geförderten
Fünf-Millionen-DollarFonds zur Finanzierung von Kindertagestätten und Programmen für ältere
Angehörige
von
Beschäftigten
vor.
Darüber hinaus begründet es eine Politik des "Farailienurlaubs", wonach
Arbeitnehmer bis zu ein Jahr unbezahlten
Urlaub
nehmen
können, um
ernsthaft erkrankte Familienmitglieder zu pflegen, wobei in der Zeit die
Krankenversicherung und die WiederUbernahme an den gleichen oder einen
gleichwertigen
Arbeitsplatz
gewährleistet ist.
Weiterhin können vom
Arbeitnehmer und seiner Familie Ausgaben bis zu 2 000 Dollar geltend gemacht werden, die im Zusammenhang mit
der
Adoption
eines
minderjährigen
Kindes entstehen, und es wird eine
neue
Regelung
für
"entschuldigtes
Fernbleiben vom Arbeitsplatz" getroffen, derzufolge Arbeitnehmer wegen
dringender
Familienangelegenheiten
kurzfristig freinehmen können.

* * * * *

6

�AMERIKA DIENST
VON

Hintergrundmaterial

**

40

1. November 1989

DELEGATION DES PRÄSIDENTEN REIST NACH POLEN
- Eine Übersicht des Weißen Hauses -

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine vom Weißen Haus an
30. Oktober 1989 herausgegebene Übersicht, in der Präsident Bushs Unterstützung für Polens politische und wirtschaftliche Reformen dargelegt und die Bildung einer Ende November im Auftrag des Präsidenten nach Polen reisenden Delegation angekündigt wird.

Delegation des Präsidenten für Polen
Seit Amtsantritt dieser Administration hat der Präsident starkes Interesse an den sich in Osteuropa vollziehenden politischen und wirtschaftlichen Reformen bekundet.
In seiner
Rede am 17. April 1989 in Hamtramck
hat Präsident Bush dem damals noch in
seinen Kinderschuhen steckenden Reformprozeß die Unterstützung der Vereinigten Staaten zugesichert.
Nach den ersten nahezu freien Wahlen
in vierzig Jahren ist Präsident Bush
nach Polen gereist und hat dort zusätzliche Unterstützung für die Reformen versprochen. Anfang September
hat ?r im Kongreß um einen Unternehmensfonds im Umfang von 100 Millionen
Dollar, technische und arbeitsmarkt-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

orientierte Hilfe in Höhe von 4 Millionen und ein Umweltschutzprogramm
von 15 Millionen Dollar nachgesucht.
Darüber hinaus hat der Präsident auf
dringende Bitte der neuen polnischen
Regierung
zusätzlich
108 Millionen
Dollar Lebensmittel hilfe gewährt.
In Polen haben dramatische Reformen
stattgefunden.
Die Regierung wird
nunmehr
von einem nichtkommunistischen
Premierminister geleitet und
plant
wichtige
Wirtschaftsreformen,
von denen einige bereits durchgeführt
werden. Dafür hat Polen 1 Milliarde
Dollar an westlicher Wirtschaftshilfe
angefordert, um die neue Regierung zu
stabilisieren, wenn sie im nächsten
Jahr drastischere Stabilisierungsmaßnahmen
verwirklicht.
Als Antwort
darauf hat der Präsident als amerika-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�nischen Beitrag vom Kongreß 200 Millionen Dollar Fördermittel für diesen
Stabilisierungsfonds angefordert, der
an Polens erwartetes Abkommen mit dem
Internationalen Währungsfonds gebunden ist. Das gesamte Paket der Polenhilfe beträgt damit mehr als 400
Millionen Dollar.
Im Rahmen seiner andauernden Unterstützung der polnischen Reformen hat
der Präsident heute die Bildung einer
Delegation angekündigt, die Ende November im Auftrag des Präsidenten
nach Polen reisen wird, um den neuen
Wirtschaftsplan der Regierung zu prüfen und den Präsidenten zu beraten,
wie die amerikanischen Mittel am beten verwendet
werden können.
Die
Sondergruppe wird von den Ministern
Yeutter, Mosbacher und Dole sowie dem
Vorsitzenden
des
Rats
der
Wirtschaftsexperten (CEA) Boskin geleitet.
Ihr gehören vorwiegend Vertreter von Gewerkschaften und Industrie
an, ferner Wirtschaftswissenschaft! er
und Experten aus dem Privatsektor,
unter ihnen Lane Kirkland, Murray
Wiedenbaum, Michael Harper (CONAGRA),
John McGillacuddy (Manufacturers Hanover), Gale Johnson und Arnold Harberger (Universitv of Chicago). Robert Giorgine (AFL-CIO) und Edward
Moskal (Polish-American Congress).

Dieser ersten Reise werden andere
Missionen
von Fachleuten
wichtiger
Wirtschaftssektoren folgen.
DarUber
hinaus werden Wirtschaftsexperten der
Administration
vordringlich
die
strukturellen
wirtschaftlichen
Herausforderungen
untersuchen,
denen
sich Polen heute und in den nächsten
Jahren stellen muß, damit wir dem
polnischen Volk bei seinen Reformbestrebungen
die größtmögliche
Hilfe
leisten können.

Die Deleagtion wird sich auf die
Wirtschaftssektoren konzentrieren, in
denen Know-how und Erfahrung der Amerikaner am ehesten etwas bewirken
können - in der Landwirtschaft, Unternehmensführung, Industrie, Finanzdienste. Sie wird darüber hinaus Polens Gesamtplan über strukturelle und
makroökonomische
Reformen und
über
Preisreformen untersuchen. Die Delegation des Präsidenten wird ihm einen
Bericht über ihre Ergebnisse vorlegen, die sie auch der EG-Kommission
und anderen Mitgliedern der "Gruppe
für Wirtschaftshilfe an Polen und Ungarn", der 24 Länder angehören, zugänglich machen wird. Die Reise der
Delegation wird vom 29. November bis
zum 2. Dezember 1989 dauern.
- 2 -

* * * * *

�AMERIKA DIENST
VON

Wirtschaft

*

1. November 1989

40

VEREINIGTE STAATEN SCHLAGEN IN URUGUAY-RUNDE REFORMEN
FÜR HANDEL MIT AGRARPRODUKTEN VOR

- Eine Übersicht vom Büro der US-Handelsbeauftragten -

WASHINGTON - (AD) - Die nachfolgende Übersicht zu den am 25. Oktober 1989 1m
Rahmen der Uruguay-Runde von Handelsgesprächen in Genf präsentierten amerikanischen Vorschlägen für eine Reform des Handels mit Agrarprodukten wurde am
24. Oktober 1989 vom Büro der US-Handelsbeauftragten in Washington veröffentlicht.

I.

Zusammenfassung

Am 25. Oktober 1989 präsentieren die
Vereinigten Staaten den ersten umfassenden Vorschlag zur Landwirtschaft
im Rahmen der Uruguay-Runde, multilateraler Handelsgespräche.
Der Vorschlag umfaßt alle für die Verhandlungen in diesem Bereich wichtigen
Elemente - Importzugang, Exportwettbewerb,
binnenwirtschaftliche
Stützungsmaßnahmen
sowie
sanitäre
und
phytosanitäre Maßnahmen.

II.

dukten durch erhebliche, fortschreitende Reduzierungen
von Stützungsund Schutzmaßnahmen Ziel der Verhandlungen ist.
Im Juli 1987 schlugen
die Vereinigten Staaten den vollständigen Abbau aller handelsverzerrenden
Subventionen und Zugangsbeschränkungen sowie die Harmonisierung von sanitären und phytosanitären Beschränkungen
über
einen
Zeitraum
von
10 Jahren vor. Der vorliegende neue
Vorschlag
erläutert die im Rahmen
dieses
Prozesses
durchzuführenden
Maßnahmen.

Hintergrund

Die Mitgliedstaaten des GATT sind
übereingekommen, daß die Schaffung
eines
weltweiten,
marktorientierten
Umfelds für den Handel mit Agrarpro-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

III.
Schlüsselelemente
nischen Vorschlags

des amerika-

Der
amerikanische Vorschlag
strebt
eine Reform des Handels mit land-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�wirtschaftlichen Erzeugnissen in vier
Schliisselbereichen an:
Marktzugang
- Die beteiligten Staaten würden
1. Alle nichttarifären Handelshemmnisse in gebundene Zölle umwandeln;
2. Bei diesen und anderen bestehenden Zöllen innerhalb von 10
Jahren
erhebliche
Reduzierungen
vornehmen;
3. Zollquoten und Schutzklauseln
einsetzen, um den Ubergangsprozeß
zu erleichtern.
Exportwettbewerb
Exportsubventionen,
einschließlich
des
Exportsteuergefälles,
würden innerhalb von fünf Jahren
abgebaut.
Mit Inkrafttreten des
Abkommens würden aufgrund eines
knappen heimischen Angebots verhängte
Exportbeschränkungen
für
Nahrungsmittel verboten.
Binnenwirtschaft]iche
Stützungsmaßnahmen
1. Die den Handel am meisten verzerrenden Maßnahmen würden abgebaut;
2. Die weniger belastenden würden
bestimmten Regeln unterworfen;
3. Die mit relativ geringfügigen
Auswirkungen würden weiterbestehen, solange sie bestimmte Kriterien erfüllen.
Sanitäre und phytosanitäre Maßnahmen
Verfügungen
und
Beschränkungen
würden einem internationalen Verfahren für die Schlichtung von
Streitfällen
und
Harmonisierung
unterworfen.

IV.
Auswirkungen
Produzenten

auf

amerikanische

Eine kürzlich durchgeführte Studie
des amerikanischen Landwirtschaftsmi-

nisteriums zeigt auf, daß amerikanischen landwirtschaftlichen Erzeugern
durch
protektionistische
Maßnahmen
anderer Länder jährliche Verluste in
Höhe von 11 Milliarden Dollar entstehen.
Wirtschaftsprognosen
zufolge
werden als Ergebnis des Abbaus handelsverzerrender
Stützungs- und
Schutzmaßnahmen in der Landwirtschaft
die Weltmarktpreise steigen, für einige
Erzeugnisse
sogar
erheblich.
Die amerikanischen Landwirtschaftsbetriebe gehören zu den wettbewerbsfähigsten der Welt. Ferner besteht in
den Vereinigten Staaten ein besonders
leistungsfähiges
Vertriebs- und
Absatzsystem.
In einem von wirklichem
Wettbewerb gekennzeichneten Umfeld bei gleichen Bedingungen für alle wird die amerikanische Landwirtschaft
wachsen und gedeihen.

V. Auswirkungen
Steuerzahler

für Verbraucher und

Die bestehende Landwirtschaftspolitik
erlegt Verbrauchern und Steuerzahlern
immense Lasten auf - allein in den
Industriestaaten 275 Milliarden Dollar pro Jahr, folgt man den Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(OECD).
Die in dem amerikanischen
Vorschlag enthaltenen Reformen würden
die für den Verbraucher durch Importzugangsbeschränkungen und hohe binnenwirtschaftliche Preisstützungsmaßnahmen
entstehende
Last
abbauen.
Weltweit würde den Verbrauchern eine
größere Auswahl an Nahrungsmitteln zu
erheblich niedrigeren Kosten zur Verfügung stehen.

VI. Auswirkungen
länder

auf

Entwicklungs-

Die Entwicklungsländer werden voraussichtlich zu den Hauptnutznießern der
Liberalisierung des Agrarhandels gehören.
Diese Schlußfolgerung stützt
sich auf eine Reihe internationaler
Studien. Der Abbau von Importschranken wird wettbewerbsfähigen Erzeugern
in den Entwicklungsländern Märkte zur

�Verfügung stellen.
Die Reform von
handelsverzerrenden Elementen In bestehenden
Landwirtschaftsprogrammen
wird die Produktionseffizienz und die
Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln für
alle Mitglieder des weltweiten AgrarHandelssystems erhöben.

VII.

Die nächsten Schritte

Bei der Zwischenbilanz im April verständigten sich alle GATT-Mitglieder
auf eine Frist bis zum Dezember 1939
für die Unterbreitung von Verhandlungsvorschlägen.
Der Vorschlag der
Vereinigten Staaten kommt dieser Verpflichtung
nach.
Die
Vereinigten
Staaten unterbreiten als erste ein
umfassendes Paket, das alle Bereiche
der Agrarverhandlungen umfaßt.
Die
Cairns Group, die Europäische Gemeinschaft. Japan und andere Teilnehmer
haben Vorschläge gemacht, die einige,
aber nicht alle Aspekte der Verhandlungen berücksichtigen.
Beim November-Treffen
der
Verhandlungsgruppe
erwarten wir zusätzliche umfassende
Vorschläge von diesen und vielleicht
anderen
Ländern.
Diese
Vorschläge
werden die Grundlage der Verhandlungen im Jahr 1990 bilden.
Die Uruguay-Runde wird mit einem Treffen der
Handelsminister in Brüssel im November 1990 abgeschlossen.

* * * * *
- 3

�AMERIKA DIENST
'^7

^

Wirtschaft

C$-

1. November 1989

40

USA FORDERN DIENSTLEISTUNGSABKOMMEN BEI URUGUAY-RUNDE

- Übersicht der amerikanischen Handelsbeauftragten -

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine Übersicht über die
amerikanischen Vorschläge zum Handel mit Dienstleistungen, die am 23. Oktober
1989 bei den Handelsgesprächen der Uruguay-Runde vorgelegt wurde.

Zusammenfassung
Am 23. Oktober 1989 unterbreiteten
die Vereinigten Staaten bei den multilateralen
Handelsgesprächen
dar
Uruguay-Runde einen umfassenden Vorschlag zu Dienstleistungen. Der amerikanische Text ist der erste Vorschlag dieser Art, der die Verpflichtungen der jeweiligen Länder in einem
potentiellen
Dienstleistungsabkomaen
rechtsgültig zum Ausdruck bringt.
Der amerikanische Vorschlag
strebt
die Öffnung der Weltmärkte in größtmöglichem Umfang an. Im Rahmen dieses Abkommens könnten sich die Anbieter von Dienstleistungen im Ausland
ansiedeln und wie ortsansässige Fir-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

men konkurrieren.
Sie würden weltweit ein faires, berechenbares Umfeld
für ihre Dienstleistungen vorfinden.

Hintergrund
Dienstleistungen machen einen bedeutenden Teil der amerikanischen Wirtschaft aus. Ungefähr 68 Prozent des
amerikanischen
Bruttosozialprodukts
(BSP) werden durch Dienstleistungen
erwirtschaftet. Rund 76 Prozent der
Beschäftigungsquote in den Vereinigten Staaten entfallen auf den Dienstleistungsbereich, und er stellt über
90 Prozent al1er neu geschaffenen Arbeitsplätze. Allein im letzten Quartal wurden über 300 000 neue Arbeits-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�platze im
schaffen.

Dienstleistungssektor

ge-

Dienstleistungen haben darüber hinaus
einen wachsenden Anteil am amerikanischen Binnenmarkt und am Welthandel.
Schätzungen zufolge nahmen die amerikanischen Exporte von Dienstleistungen in den vergangenen zehn Jahren um
150
Prozent
zu.
Die
Vereinigten
Staaten exportierten
im Jahr 1988
Dienstleistungen
im Umfang von 90
Milliarden Dollar, was zu einer positiven Handelsbilanz von ca. 20 Milliarden Dollar führte. Im Jahr 1988
belief sich der Handel mit Dienstleistungen auf insgesamt 560 Milliarden
Dollar.
Dienstleistungen haben in den vergangenen Jahren in der Weltwirtschaft
aufgrund der zunehmenden Fähigkeiten
von
Dienstleistungsunternehmen,
mit
Hilfe
neuer
Kommunikationstechniken
ihre Dienste im Ausland anzubieten,
beträchtlich an Bedeutung gewonnen.
Als zusätzlicher Faktor schlägt bei
Dienstleistungsexporten die wachsende
Dienstleistungskomponente
von
Waren
zu Buche, die Technologie, Marketing
und Qualität besonders betont.
Die
Bestimmungen
des
Allgemeinen
Zoll- und Handelsabkommens (GATT) betreffen derzeit nicht den Handel mit
Dienstleistungen.
Aus diesem Grund
beschlossen die Vereinigten Staaten
1986, Verhandlungen über Dienstleistungen im Rahmen der Uruguay-Runde
multilateraler Handelsgespräche unter
der Schirmherrschaft des GATT in die
Wege zu leiten.

Zielsetzungen
Vorschlags

des

amerikanischen

Das Hauptziel der Vereinigten Staaten
bei den Dienstleistungsverhandlungen
ist die Erarbeitung internationaler
rechtlicher Verpflichtungen, um sicherzustellen, daß die Regierungen
transparente, berechenbare und nicht
restriktive Bestimmungen für ausländische Dienstleistungen und deren Anbieter vorsehen.
Der amerikanische

Text ist der erste Vorschlag dieser
Art, der die Verpflichtungen der jeweiligen Länder in einem potentiellen
Dienstleistungsabkommen
rechtsgültig
zum Ausdruck bringt. Darüber hinaus
enthält er einheitliche Bestimmungen
zur Schlichtung von Streitigkeiten,
Aufbau des Abkommens und die Vorgehensweise.
Die von den Ländern im Rahmen des
amerikanischen Vertragsentwurfs Übernommenen wesentlichen Verpflichtungen
unfassen folgende Punkte.

Nationale Behandlung - ausländische
Dienstleistungen
werden
ebenso behandelt wie inländische,
Unternehmensgründung - ausländische Anbieter von Dienstleistungen haben das Recht, eine Zweigstelle zu eröffnen, um im Gastland eine Dienstleistung anbieten
oder ihren Import anderweitig erleichtern zu können.
Grenzüberschreitende
Dienstleistungen - das Recht, eine aus dem
Ausland stammende Dienstleistung
in einem Gastland anzubieten.
Zeitlich begrenzte Einreise des
Anbieters von Dienstleistungen die Möglichkeit, Anbietern
von
Dienstleistungen die Einreise in
das Gastland vorbehaltlich geltender
Einreisebestimmungen
zu
gestatten.
Transparenz - die Verpflichtung
zur Veröffentlichung von Gesetzen
und Bestimmungen über Dienstleistungen, interessierten Parteien
soll die Kommentierung der vorgeschlagenen Bestimmungen gestattet
werden.
Gleichbehandlung - die Vorteile
des Abkommens gelten für alle Unterzeichnerstaaten .
Monopole - bei für Regierungen
bestimmten Dienstleistungen müssen ausländische Anbieter wie in-

�ländische behandelt und der Wettbewerb
in
Bereichen
sichergestellt werden, in denen Konkurrenz gestattet ist.
Subventionen
- Subventioen zum
Nachteil der Anbieter ausländischer Dienstleistungen sind verboten.
Regelung - die Länder haben das
Recht zur Regelung von Dienstleistungen,
vorausgesetzt,
solche
Regelungen stellen keine Beeinträchtigung
oder Aufhebung
der
Verpflichtungen des Abkommens dar.
Zahlungen und Transfer - Richtlin i e n , die Restriktionen der Länder
für
Auslandstransfers
bei
DienstleistungstransaktIonen
begrenzen.

Aufbau des
entwurfs

amerikanischen

Vertrags-

Die in dem amerikanischen Vorschlag
enthaltenen Bestimmungen gelten automatisch fUr die ganze Bandbreite bestehender und zukünftiger Maßnahmen,
die Dienstleistungen der Unterzeichnerstaaten regeln.
Diese Bandbreite
wird vom GATT-Sekretariat festgelegt
und von den Unterzeichnerstaaten genehmigt.
Die
Unterzeichnerstaaten
haben das Recht zu begrenzten Vorbehalten gegenüber bestehenden Maßnahmen, die nicht im Einklang -nlt den
Abkommen stehen.
Vorbehalte können
von begrenzter Dauer sein und die
Grundlage
zukünftiger
Verhandlungsrunden über eine Liberalisierung des
Handels mit Dienstleistungen bilden.
Das Recht der "Nichtanwendung".
Der
amerikanische Vorschlag gestattet einem Unterzeichnerstaat, einem anderen
Unterzeichnerstaat die Vorteile seiner Marlctliberalisierung zu verweigern, wenn dieser im Rahmen des Abkommens ein unzureichendes Maß an
Verpflichtungen übernommen hat (beispielsweise Vorbehalte in übermäßig
vielen Bereichen angemeldet hat).

Besondere Bestimmungen für einzelne
Sektoren.
Im Rahmen des amerikanischen Vorschlags können die Unterzeichnerstaaten
zusätzliche
Bestimmungen für einzelne Sektoren erarbeiten.
Der Vorschlag gestattet beispielsweise Zusätze zum Abkommen, die
Bestimmungen für bestimmte Sektoren
verdeutlichen und auslegen und für
alle Unterzeichnerstaaten gelten. In
anderen Fällen können von interessierten
Unterzeichnerstaaten
Protokolle mit dem Ziel in das Abkommen
eingebracht werden, die weitere Liberalisierung eines Sektors herbeizuführen, der bereits von den Bestimmungen und Kodizes des Abkommens abgedeckt Ist. In Fällen, in denen die
Unterzeichnerstaaten
festgelegt
haben, daß ein bestimmter Sektor nicht
in das Abkommen einbezogen werden
soll, können sie getrennte Abkommen
einbringen, deren Bestimmungen rechtlich nicht in Zusammenhang mit den
allgemeinen Abkommen stehen.

Vorteile für amerikanische und ausländische Dienstleistungsindustrien
Der von den Vereinigten Staaten vorgelegte Vertragsentwurf zielt darauf
ab,
größtmögliche
verfahrensmäßige
Berechenbarkeit
und
Liberalisierung
in allen Ländern herbeizuführen. Die
meisten
amerikanischen
Dienstlelstungsindustrien, die im Ausland tätig werden wollen, benötigen ein solches Ergebnis der Uruguay-Runde, um
ihren Marktzugang
zu ausländischen
Märkten zu verbessern.
Die
umfassende
sektorale
Abdeckung
liegt aufgrund der Zunahme und Bedeutung von Dienstleistungen im Welthandel im besonderen Interesse der
Vereinigten Staaten. Eine der wichtigsten Bestimmungen des amerikanischen Vorschlags ist das Recht auf
Unternehmensgründung.
Die
meisten
Dienstleistungen werden im Wege von
Firmengründungen
aus
kommerziellen
und verfahrenstechnischen Erwägungen
bereitgestellt, und solch eine Bestimmung könnte die Flexibilität ge-

- 3 -

�währleisten,
die
Dienstleistungsun ternehmen bei der Verabschiedung ihrer Marketingstrategien für das Ausland benötigen.
Die zugrundeliegende Philosophie der
Berechenbarkeit
und
Liberalisierung
des amerikanischen Textes wird generell von anderen kleinen und großen
Ländern
geteilt, die
ein
enormes
Wachstum
ihrer
Dienstleistungsindustrie
erlebt
haben.
Gleichzeitig
enthält der Vertragsentwurf genügend
Flexibilität zur Nichteinhaltung für
einige Länder, wenn ihnen di.es im
Verlauf der Uruguay-Runde unmöglich
ist. Das Konzept des Vorbehalts gegenüber Maßnahmen gewährleistet maximale Transparenz bei der Bewertung
des Umfangs, in dem die Länder die
Bestimmungen des Abkommens nicht einhalten können.
Die Ausräumung des
Vorbehalts wäre dann das Hauptthema
bei den nach Inkrafttreten des Abkommens stattfindenden Verhandlungen.

* * * * *

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10682">
              <text>01.11.1989</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10683">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10684">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10685">
              <text>Amerikadienst 01.11.1989</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10686">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikanische Präsenz in Europa im Zeitalter von Glasnost und Perestroika&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;U.S.-Vertreter fordert verstärkte Zusammenarbeit bei Treibhauseffekt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung von William Nitze vor Kongreß-Unterausschuß &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrund&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikanische Sozialpolitik auf neuem Kurs&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Fünfter und letzter Artikel über das amerikanische Sozialwesen &lt;/em&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Delegation des Präsidenten reist nach Polen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht des Weißen Hauses&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Vereinigte Staaten schlagen in Uruguay-Runde Reformen für Handel mit Agrarprodukten vor&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht vom Büro der U.S. Handelsbeauftragten &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA fordern Dienstleistungsabkommen bei Uruguay-Runde&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht der amerikanischen &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Handelsbeauftragten&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
