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                  <text>AMERIKA DIENST
\ ü N

$ &lt;

*

16. August 1989

31
DOKUMENTATION
Bush sieht künftiges Europa ohne Berliner .Mauer
- Erklärung zum 28. Jahrestag des Mauersbaus -

INFORMATION
Ppv«JJ_je_ilt_ in seiner neuen Position ein hervorragender Ruf voraus
- Porträt des designierten Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs

HINTERGRUNDMATERIAL
Stand der Rüstungskontrollverhandlungen
-"wöchentliche "Übersicht WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Baker: Kampf gegen Drogen oberstes Ziel amerikanischer Politik
- US-Außenminister fordert wirksame internationale Strategie -

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Dokumentation
31

16. August 1989

BUSH SIEHT KÜNFTIGES EUROPA OHNE BERLINER MAUER
- Erklärung zum 28. Jahrestag des Mauerbaus WASHINGTON - (AD) - Einer Erklärung Präsident Bushs zum 28. Jahrestag des
Baus der Berliner Mauer zufolge hat sich "eine historische Gezeitenwende vollzogen".
Die Welt strebe heute nach einer "Zukunft Europas in Einheit und
Freiheit", in der "Berlin, das deutsche Volk und Europa nicht länger von einer
Mauer geteilt sind".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung des Präsidenten im Wortlaut:

Vor 28 Jahren wurde im Herzen
Berlins eine Barriere aus Stahl und
Beton errichtet. Sie steht dort noch
immer - und sie ist heute mehr denn
je das Relikt einer vergangenen Epoche und einer gescheiterten Philosophie.
Der Stacheldraht, der eine großartige
Stadt durchschnitt, brachte
zudem in krasser, unmenschlicher Weise die unnatürliche Teilung Europas
zum Ausdruck.
Über die von ihr in
all den Jahren verursachten tragischen Folgen hinaus - etwa die brutale Trennung von Freunden und Verwandten -, hat die Berliner Mauer die
freie Welt mit einer ihr gänzlich
fremden Vision geschlossener Gesellschaften konfrontiert, in denen die
Grundfreiheiten verweigert werden.

Die mutige Bevölkerung von WestBerlin hütet für uns alle das kostbare Feuer der Freiheit. Die Stadt gedeiht und profitiert von ihrem innovativen Geist und der Ausweitung internationaler Bindungen. Ihre kulturelle Vielfalt, ihr wirtschaftlicher
Elan und ihr politischer Pluralismus
sind Früchte des grenzenlosen Ideenreichtums, der in einer demokratischen Gesellschaft zum Tragen kommt.
Die Vereinigten Staaten sind stolz
darauf, zur Freiheit und Lebensfähigkeit Berlins beigetragen zu haben.
Wir stehen weiterhin fest zu unserer
Verpflichtung, die Sicherheit und das
Wohlergehen der Stadt zu sichern. In
einem Jahr, in dem sich die Luftbrükke zum vierzigsten Male jährt, kommen
diesen
historischen Bindungen
zwischen Amerikanern und Berlinern eine

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�besondere Bedeutung zu.
Die Vereinigten Staaten engagieren sich darüber hinaus für die Verbesserung der Lebensbedingungen der
Berliner und streben danach, den Tag
näherrilcken zu lassen, an dem die
Stadt wieder ungeteilt ist. Zusammen
mit unseren britischen und französischen Alliierten haben wir eine Initiative vorgeschlagen, mit der solche
Fortschritte verwirklicht werden sollen. Wir möchten, daß Berlin durch
erweiterte Flugverbindungen verstärkt
Zugang zur Welt erhält, daß die Stadt
ein Zentrum internationaler Begegnungen und sportlicher Wettbewerbe wird,
und wir wollen Begegnungen zwischen
den Menschen fördern, die zu besserem
Verständnis führen.
Wie ich am 31. Mai in Mainz erklärt habe, möchten wir Berlin zu einem Ort der Zusammenarbeit machen,
nicht zu einem Ort der Konfronta-

tion. Wir haben die Sowjetunion aufgefordert, ihrer Verantwortung für
Berlin im Rahmen des Viermächtestatus
gerecht zu werden und mit uns bei der
Verwirklichung dieser Ziele zusammenzuarbeiten. Wir warten weiterhin auf
eine - wie wir hoffen - positive Antwort.
Wir begehen diesen traurigen Jahrestag mit neuer Entschlossenheit,
die Teilung Berlins und Europas zu
überwinden. Stellvertretend für das
Volk der Vereinigten Staaten bekräftige ich die Verpflichtung dieser Nation für die Freiheit und den Wohlstand Berlins.
Eine
historische
Gezeitenwende
hat sich vollzogen, und heute streben
wir nach einem Europa in Einheit und
Freiheit. Wie wir heute den Jahrestag des Mauerbaus begehen, so werden
wir unweigerlich einen Tag erleben,
an dem Berlin, das deutsche Volk und
Europa nicht länger geteilt sind.

* * * * *

�AMERIKA DIENST
Information

V,DN #

16. August 1989

31

POWELL EILT IN SEINER NEUEN POSITION EIN HERVORRAGENDER RUF VORAUS
- Porträt des designierten Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs -

hochrangige
schwarze Offizier des
amerikanischen Heeres wird ranghöchster Offizier aller Teilstreitkräfte
sein, wenn ihn der Senat in seinem
Amt bestätigt.

Als Vorsitzender der Vereinigten
Stabschefs unterstehen Powell alle
amerikanischen
Teilstreltkräfte.
Diese Aufgabe hat größere Bedeutung
als jemals zuvor. Seit dieses Amtes
im Jahr 1947 ins Leben gerufen wurde,
hat der Vorsitzende die Aktivitäten
der Stabschefs von Heer, Marine,
Luftwaffe und Marinekorps koordiniert. Im Laufe der Amtszeit des gegenwärtigen
Vorsitzenden,
Admlral
William Crowe, hat der Kongreß eine
Änderung der mit diesem Amt verbundenen Aufgaben vorgenommen.

Die Betätigung gilt als fast sicher, da Powell bei den Kongreßabgeordneten wie auch bei den Streitkräften und den amerikanischen Verbündeten im Ausland hohes Ansehen genießt.

Der Vorsitzende ist nunmehr, ungeachtet in welcher der vier Teilstreitkräfte er bisher gedient hat,
direkter
Oberkommandierender
der
Streitkräfteverbände und höchster Mi-

WASHINGTON - (AD) - Dem General
des Heeres Colin Powell eilt der Ruf
von guter Urteilsfähigkeit, Intelligenz und Diplomatie für sein Amt als
Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs voraus.
Powell wurde am 10. August 1989
von

Präsident

Bush

nominiert.

Der

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�litärberater des Präsidenten.
Im
Hinblick auf die Kommandostruktur bedeutet das, er ist lediglich Bush und
Verteidigungsminister Cheney gegenüber verantwortlich.

1958 schloß er die Offiziersausbildung ab und wurde Leutnant im
Heer.
Von 1962-63 kämpfte er in
Vietnam. Er wurde verwundet und erhielt das Purple Heart.

Powell muß Cheney beraten, wie
Ausgabenkürzungen für Programme des
Pentagons in der gegenwärtig schwierigen Haushaltslage zu verwirklichen
sind.

Powell kehrte 1968 nach Vietnam
zurück, befehligte ein Jahr lang als
stellvertretender Kommandeur ein Infantriebataillon
und
war
später
Stabsoffizier im Divisionshauptquai—
tier. Er wurde zum Kommandeur eines
Infantriebataillons in Südkorea und
später zum Kommandeur einer in den
Vereinigten
Staaten
stationierten
Brigade befördert.

Schließlich besteht die wichtigste Aufgabe Powells wohl darin, amerikanische politische Entscheidungsträger über die Implikationen von Rüstungskontrollvorschlägen
etwa
zum
Abbau amerikanischer und sowjetischer
Waffenarsenale oder den noch schwierigeren Vorschlägen bei den Verhandlungen über die Verringerung strategischer Rüstungen (START) zu beraten.
Powell genießt ebenso wie Crowe
den Ruf eines militärischen Vordenkers. Er gilt allgemein als vorbildlicher Offizier und vereinigt große
militärische Erfahrung mit politischem und diplomatischem Geschick.
Er verfügt über Erfahrung bei Gipfeltreffen der Supermächte und im Umgang
mit Spitzenpolitikern.
Der Amtsanwärter steht bei den
amerikanischen Verbündeten in hohem
Ansehen. Ein Berater der britischen
Premierministerin Thatcher bezeichnete Powell einmal als den Militärvertreter, der ihn am meisten beeindruckt habe.
Seit Beginn der Bush-Administration hat Powell als Kommandeur aller
Streitkräfte auf dem amerikanischen
Kontinent gedient - als Oberkommandierender der Streitkräfte, dem größten Befehlsbereich der amerikanischen
Streitkräfte.
Powell wurde am 5. April 1937 als
Kind jamaikanischer Einwanderer in
New York City geboren. Er erwarb an
der City University of New York ein
Bakkalaureat in Geologie und an der
George Washington University einen
Magister in Betriebswirtschaft.

1972 hatten Powells hervorragende
militärische Leitungen die Aufmerksamkeit hochrangiger Regierungsvertreter erregt. Daraufhin erhielt er
1977 eine Stellung im Büro des Verteidigungsministers. In den nächsten
Jahren stieg sein Bekanntheitsgrad im
Pentagon, und 1983 wurde er schließlich persönlicher Militärberater des
damaligen
Verteidigungsministers
Caspar Weinberger.
1986 übernahm
Powell erneut einen Befehlsbereich
als Kommandierender General des Fünften Korps, eines Teils der US-Streitkräfte in Westeuropa.
Vielleicht fühlte sich General
Powell wohler als Führer von Soldaten, als er 1987 zunächst das Angebot
für die Mitarbeit im Stab des Nationalen
Sicherheitsberaters
Franks
Carlucci ausschlug.
Powell änderte
seine Meinung über den Eintritt in
den Nationalen Sicherheitsrat (NSC)
erst, als Präsident Reagan ihn persönlich um die Übernahme des Amts
bat. Als Carlucci Verteidigungsminister wurde, bestimmte Reagan Powell
zum Nationalen Sicherheitsberater und
Leiter des NSC.
Diese Beförderung zum Leiter des
NSC wurde vom damaligen stellvertretenden Führer der Republikaner im Repräsentantenhaus, Cheney, unterstützt.
Im Pentagon erklärte der Sprecher
Pete Williams am 10. August, Cheney
sei mit dem jetzt nominierten Vorsit-

�zenden der Vereinigten Stabschefs zusammengetroffen, als dieser das V.
Korps in der Bundesrepublik befehligte.
Darüber hinaus arbeiteten sie zusammen, als der damalige Abgeordnete
Cheney in den Ausschüssen zur IranContra Affäre und des Nachrichtendienstes tätig war, während Powell
als Carluccis Berater beim NSC fungierte.
"Sie arbeiteten besonders intensiv an Problemen wie der Finanzierung
der Contras, so daß bei zu Cheneys
Amtszeit viel miteinander zu tun hatten. Cheney hat eine sehr hohe Meinung von General Powell,"
erklärte
Williams.
Unmittelbar
vor Aufgabe
seines
Amtes
nominierte
Präsident
Reagan
Powell
für
seine
Beförderung
vom
Drei-Sterne-General zum Vier-SterneGeneral .

* * * * *

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial
16. August 1939

31

STAND DER RÜSTUNGSKONTROLLVERHANDLUNGEN
- Wöchentliche Übersicht -

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die am 11. August 1989
vom US-Informationsamt (USIA) herausgegebene Übersicht über den Stand der
START-Verhandlungen, Krasnojarsk, SLCMs, Sari Shagan, SDI, ACDA und chemische
Waffen.

Keine Reaktion der Sowjets auf
amerikanische START-Initiative

die

Die sowjetischen Unterhändler haben nicht offiziell auf die während
der am 7. August 1989 in Genf zu Ende
gegangenen jüngsten Runde der Verhandlungen
über
die Verringerung
strategischer Rüstungen (START) unterbreitete amerikanische Verfizierungsinitiatlve reagiert.
Der sowjetische Chefunterhändler
Juri Nasarkin räumte nur ein, die
vorgeschlagenen amerikanischen Verifizierungsmaßnahmen
"könnten
hilfreich" sein.
Der amerikanische ChefUnterhändler
bei
den
START-Verhandlungen,
Richard Burt, ist der Ansicht, beide

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Seiten seien in der Lage gewesen,
"den Grundstein für ein hoffentlich
konstruktives Gespräch zwischen Außenminister Baker und seinem sowjetischen Amtskollegen Schewardnadse zu
legen", wenn sich beide im nächsten
Monat in den Vereinigten Staaten
treffen.
Der amerikanische Verifizierungsvorschlag behandelt Themen wie die
kontinuierliche Überwachung bestimmter Produktionsstätten für ballistische Raketen und den Datenaustausch
über Nuklearstreitkräfte.
Die Initiative soll Burt zufolge verwirklicht werden bevor ein Vertrag geschlossen ist, um die Verhandlungen
zu "beschleunigen".
"Obwohl bei den Gesprächen kein

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�größerer Durchbruch zu verzeichnen
war, wurden Fortschritte in kleinen,
aber entscheidenden Bereichen des 450
Seiten umfassenden Vertragsentwurfs
erzielt", erklärte Burt und fügte
hinzu: "Wir halten den Kurs auf stabilisierende Reduzierungen, mit denen
das Risiko eines Nuklearkriegs in den
neunziger Jahren und darüber hinaus
abgebaut wird."
Burt zufolge ist die amerikanische Position im Hinblick auf ein
Verbot mobiler Interkontinentalraketen (ICBMs) "derzeit unverändert".
Die Administration könne diese Position überdenken, wenn beide Seiten
"sich auf Bestimmungen einigen, mit
denen die wirksame Verifizierung zahlenmäßiger Obergrenzen bei mobilen
ICBM-Systemen ermöglicht wird", erklärte er. Die Sowjets besitzen bereits zwei einsatzfähige Systeme,
während die Bush-Administration versucht, zwei Systeme zu stationieren.
Zwischen beiden Seiten bestehen
noch Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Grenzen bei ICBM-Gefechtsköpfen, luftgestützten Marschflugkörpern und den Zählvorschriften für
strategische
Bomber,
seegestützte
Marschflugkörper sowie im Hinblick
auf die sowjetischen Bestrebungen,
ein Junktim zwischen START und dem
ABM-Vertrag herzustellen.
Die nächste Runde der START-Verhandlungen beginnt am 25. September
1989.

Keine Lösung der Kontroverse über
das Radar von Krasnojarsk in Sicht
Dem amerikanischen Unterhändler
bei den amerikanisch-sowjetischen Gesprächen über die Verteidigung im
Weltraum (DST) zufolge ist keine Lösung der Kontroverse über das Radar
von Krasnojarsk in der Sowjetunion in
Sicht.
Botschafter Henry Cooper erklärte
am 7. August 1989, "bis die Probleme
mit dem Radar von Krasnojarsk zu un-

serer Zufriedenheit gelöst sind, werden die Vereinigten Staaten an ihrer
Politik festhalten, im strategischen
Bereich keine zusätzlichen Rüstungskontrollabkommen zu schließen."
Die Vereinigten Staaten vertreten
die Auffassung, das Radar von Krasnojarsk verletze den ABM-Vertrag aus
dem Jahr 1972 und streben seine vollständige Beseitigung an. "Das Radar
muß mitsamt seinen Grundmauern abgerissen werden", erklärte der Botschafter.
In seiner Ansprache vor der Abrüstungskonferenz am 3. August 1989 unterstrich Botschafter Cooper, daß die
Sowjets "im Bereich der strategischen
Verteidigung bereits sehr viel mehr
tun als die Vereinigten Staaten".
Ihm zufolge sucht "die Größenordnung der zivilen und Luftverteidigung
der Sowjetunion ihresgleichen in der
Welt" und "einige ihrer Aktivitäten
gehen eindeutig über die Grenzen des
ABM-Vertrags hinaus".

SLCM-Verfizierungsverfahren
nicht zuverläßig

noch

Trotz
"detaillierter"
Studien
sind die Vereinigten Staaten weiterhin der Überzeugung, daß es keine
"wirksame" Art und Weise der Verifizierung seegestützter Marschflugkörper (SLCM) gibt.
Botschafter Richard Burt gab eine
Erklärung zu dem kürzlich von amerikanischen und sowjetischen Wissenschaftlern im Schwarzen Meer durchgeführten Experiment zur Identifizierung nuklearbestückter SLCMs ab.
"Die angeblich geeignete verfügbare Technologie zum Aufspüren nuklearer SLCM-Gefechtsköpfe
in großer
Entfernung und zur Unterscheidung von
anderen Nukleargefechtsköpfen ist in
beiden Fällen unzuverlässig", erklärte Burt.
Burt

zufolge

ist die beste Art

�und Weise, die Umgehung eines Abkommens über SLCMs zu verhindern, "Berechenbarkeit herzustellen und beiden
Seiten eine Idee dessen zu vermitteln, was die andere Seite plant".

*

Unverbindliche
Absichtserklärungen zu den SLCM-Plänen beider Seiten
sind "der beste Weg", so Burt.
"Da
nuklearbestückte
SLCMs
für
einen
Erstschlag weder geeignet noch durch
ihn verletzbar sind", erklärte Burt,
"vertreten
die Vereinigten Staaten
die Auffassung, daß der amerikanische
Vorschlag beiden Ländern die praktischsten Mittel an die Hand gibt, um
Vertrauen aufzubauen, daß nuklearbestückte SLCMs die START-Obergrenzen
nicht umgehen."

Beobachter haben nur eine
sche Laser-Anlage besichtigt

Sowjetische
Regierungsvertreter
nehmen an, bei der Anlage handele es
sich um eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung, in der Niederleistungslaser gegen sowjetische Flugzeuge und Satelliten eingesetzt werden.

Bush benennt Hanmer zum neuen Stellvertretenden Direktor der ACDA
Präsident
Bush
beabsichtigt,
Stephen Read Hanmer zum neuen Stellvertretenden Direktor der amerikanischen
Rüstungskontroll- und
Abrüstungsbehörde (ACDA) zu nominieren.

sowjeti-

Das amerikanische Verteidigungsministerium hält an der Aussage fest,
daß Kongreßmitglieder und Privatpersonen, die im Juli die Sowjetunion
besuchten, nur eine der zahlreichen
sowjetischen
Laser-Anlagen
in Sari
Shagan gesehen haben.
Nach Ansicht der von der inoffiziellen Reisegruppe zur Verfügung gestellten
Videobänder
erklärte
das
Verteidigungsministerium am 3. August
1989, daß in der Anlage in Sari
Shagan
"andere
Laser-Einrichtungen
untergebracht sind", die eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der
Vereinigten Staaten darstellen könnten.

\
J

kanische Forscher an, daß in Sari
Shagan ein Hochenergielaser zur Satellitenabwehr untergebracht ist.

Dem Verteidigungsministerium zufolge sollte die von den Amerikanern
besichtigte Anlage "nicht als repräsentativ für den sowjetischen Stand
der Waffentechnik angesehen werden"
mit dem Hinweis, daß "es eine Reihe
anderer sowjetischer Anlagen gibt ...
die sich mit Forschung und Entwicklung von Laserwaffen befassen".
In der vom Pentagon jährlich veröffentlichten
Publikation
Die
sowjetische Militärmacht deuten ameri-

Hanmer, der im Rahmen der amerikanisch-sowjetischen
Verhandlungen
über Kern- und Weltraumwaffen amerikanischer Chefunterhändler für strategische Offensivwaffen war, würde
Nachfolger von George Murphy.
Hanmer hat eine Reihe ziviler Positionen im Verteidigungsministerium
bekleidet und war auch bei der amerikanischen NATO-Vertretung.

Sowjets
akzeptieren
den
Vorschlag
frühzeitiger Vor-Ort-Inspektionen von
Chemiewaffenanlagen
Jüngsten
Berichten
zufolge hat
die
Sowjetunion
dem
amerikanischen
Vorschlag zur Inspektion von Chemiewaffenanlagen zugestimmt, noch bevor
ein Vertrag über das weltweite Verbot
dieser Waffen geschlossen ist.
Frühzeitige
Inspektionen
werden
voraussichtlich
Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Seiten über
den Umfang des sowjetischen Chemiewaffenbestands beilegen.
Schätzungen
über den Umfang des Bestands variieren zwischen 50 000 bis 300 000 Tonnen.
Informelle

amerikanisch-sowjeti-

�sehe Gespräche über technische Einzelheiten bei Chemiewaffen werden erwartungsgemäß im August in Genf aufgenommen.

*****
- 4 -

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l

�AMERIKA DIENST
VON

4

Wissenschaft und Technik

31

16. August 1989

BAKER: KAMPF GEGEN DROGEN, OBERSTES ZIEL AMERIKANISCHER POLITIK
- US-Außenminister fordert wirksame internationale Strategie -

(AD) - Präsident George Bush erklärte
während seines Europabesuchs, daß die
neue Welt jetzt rasch Gestalt annimmt. Es ist eine Welt, in der das
Streben nach Demokratie offensichtlich wird. Aber die Kräfte, die Demokratie
bedrohen,
sind
ebenfalls
deutlich erkennbar: Die Drogenepidemie bedeutet eine direkte Herausforderung für die Demokratie, erklärte
Außenminister Baker kürzlich anläßlich
der
Vereidigung
von
Melvyn
Levitsky als Abteilungsleiter für internationale Suchtstoff-Fragen (INM)
im Außenministerium.
"Wer der Sucht
verfällt, wird bald deren Sklave und
hört auf, ein freier Mensch, ein
freier oder informierter Bürger zu
sein". Und was dem einzelnen geschehe, betreffe auf ganz ähnliche Weise
die gesamte Nation.
Die Drogenmafia

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unterwandert
staatliche
Institutionen, bis die Demokratie selbst auf
dem Spiel steht. Demokratie und Drogen
bekämpfen
sich
gegenseitig
"letztlich geht es um unsere Freiheit
und unsere Menschenwürde", erklärte
Baker. In diesem Kampf gibt es keinen Sieger oder Verlierer.
Es ist
ein Kampf an Millionen Fronten, in
jedem Gemeinwesen, in der Schule,
beim Sport und in der Wirtschaft, an
jedem Tag und jedem Ort. Insbesondere der Anbau von Pflanzen, aus denen
Narkotika gewonnen werden, muß in
Südamerika, in der Karibik, in Südostund
Südwestasien
unterbunden
werden. Die USA werden auch künftig
mit den zuständigen Regierungen zusammenarbeiten, um Alternativen für
solche Anpflanzungen zu entwickeln.
Ein weiterer Punkt ist die gemeinsame

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�Fahndung der Regierungsbehörden, um
die Aktivitäten der Drogenmafia zu
unterbinden, ihre Flugplätze, Labors
und Arsenale zu zerstören, "ehe das
Gift den Weg zu uns findet". Training, technische Hilfe und Informationen
werden
Regierungsstellen
und
Privatwirtschaft von den USA angeboten.
Unser Leben, unsere Familien,
unsere Freiheit und unsere Ehre stehen auf dem Spiel, und deshalb muß
der Kampf gegen Drogen oberstes Ziel
amerikanischer Politik sein.
In einem Kurzlehrgang für Agrarwissenschaftler und Ökologen informierte INM Anfang August über die in
der Landwirtschaft zur Unkrautbekämpfung und zur Vernichtung von Anpflanzungen zur Suchtstoffgewinnung verwendeten Herbizide und deren Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt. An
dem Seminar in Beltsville (Maryland)
nahmen Wissenschaftler der UN-Abteilung für Suchtstoffe in Wien sowie
Experten aus Belize, Jamaika, Kolumbien, Mexiko, Pakistan, Peru, Trinidad und Tobago teil. All diese Länder werden von INM bei der Vernichtung von Drogenanpflanzungen unterstützt.
Die erteilten Informationen
basieren auf Erfahrungen bei der Anwendung von Herbiziden in den Vereinigten Staaten. Die Präparate könnten auch in den genannten Ländern zur
Drogenpflanzenvernichtung, aber ebenso bei landwirtschaftlichen Produktionsprogrammen
eingesetzt
werden,
erklärte Dr. Joe Antognini, Leiter
des
Laboratoriums
für
tropische
Pflanzen
im
US-Landwirtschaftsministerium.
Zu den von INM geförderten Programmen zählen die chemische Vernichtung von Opiummohn mit 2,4-D in Mexiko und Pakistan, die manuelle Vernichtung von Coca-Sträuchern in Peru,
Bolivien, Equador, Brasilien und Kolumbien sowie die manuelle und chemische Vernichtung von Marihuana-Anpflanzungen
in Kolumbien, Jamaika,
Belize, Guatemala und Mexiko.
Als
rihuana

Vernichtungsmittel gegen Mawird normalerweise Glyphosat

eingesetzt, in Mexiko Paraquat. Guatemala benutzt Glyphosat auch zur
chemischen
Bekämpfung
von
Schlafmohn-Anpflanzungen.
In Peru wurden
verschiedene
Herbizide
wie
etwa
Tebuthiuron gegen Coca-Pflanzen erprobt. Die Versuche werden gegenwärtig ausgewertet. All diese Herbizide
werden
in den Vereinigten Staaten
nach Prüfung und Einzelzulassung für
spezielle Zwecke durch die US-Umweltschutzbehörde EPA zur Unkrautbekämpfung
auf
Feldern, Weideland,
auf
Landstraßen, Autobahnen und Grünflächen in Wohngebieten eingesetzt. Paraquat darf allerdings nur mit Sondergenehmigung angewandt werden. Mit
Glyphosat werden im Rahmen der von
Bundesbehörden
durchgeführten
Programme Marihuana-Anpflanzungen in den
USA vernichtet. Manche Bundesstaaten
setzten für den gleichen Zweck das
Präparat 2,4-D ein.
Bevor ein Herbizid bei einem von
der
INM-Abteilung geförderten
Programm verwendet wird, muß ein Gutachten über die Unbedenklichkeit für Umwelt und Gesundheit in dem betreffenden Land oder der betreffenden Region
ausgearbeitet werden.
Die gegenwärtig laufenden Tests in Peru sind Teil
dieses Prozesses, erklärte Eric Rosenquist
vom
US-Außenministerium.
Seminare dieser Art fördern die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen amerikanischen und ausländischen Fachleuten und liefern technische Informationen für die Vernichtung von rauschgifthaltigen Pflanzen
mit Hilfe von Herbiziden.

* * * * *

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              <text>Amerikadienst 16.08.1989</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush sieht künftiges Europa ohne Berliner Mauer&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung zum 28. Jahrestag des Mauersbaus&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Powell eilt in seiner neuen Position ein hervorragender Ruf voraus&lt;br /&gt;&lt;em&gt; Porträt des designierten Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Stand der Rüstungskontrollverhandlungen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;wöchentliche Übersicht&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Baker: Kampf gegen Drogen oberstes Ziel amerikanischer Politik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;US-Außenminister fordert wirksame internationale Strategie&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;</text>
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