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                  <text>AMERIKA DIENST

2. August 1989

29

INHALT
DOKUMENTATION
Baker; Slhanouk soll Ubergangsregierung In Kambodscha leiten
- Erklärung bei der Eröffnung der Pariser Kambodscha-Konferenz -

HINTERGRUND
Die nationale Energiestrategie der Vereinigten Staaten
- Eine Übersicht des Energieministeriums USA; Start-Runde nimmt sachlichen und produktiven Verlauf
- Interview mit dem stellvertretenden amerikanischen Chefunterhändler

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Der Weltraum als Wirtschaftsfaktor
- Mittel- und langfristige Programme der USA -

* * * * *

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�AMERIKA DIENST
'VON

Dokumentation

*

29

2. August 1989

BAKER:

SIHANOUK SOLL ÜBERGANGSREGIERUNG IN KAMBODSCHA LEITEN

- Erklärung bei der Eröffnung der Pariser Kambodscha-Konferenz PARIS - (AD) - Außenminister Baker hat bei der Eröffnung der internationalen Kambodscha-Konferenz in Paris am 30. Juli 1989 erklärt, die Vereinigten
Staaten befürworteten eine Ubergangskoalitionsregierung in Kambodscha unter
der Führung von Prinz Sihanouk. Prinz Sihanouk verkörpere "das Volk der Khmer
und dessen Streben nach Einheit und nationaler Aussöhnung". Obwohl die Roten
Khmer für die Zukunft Kambodschas keine Rolle spielen sollten, seien die Vei—
einigten Staaten auch dann zur Unterstützung Sihanouks bereit, falls dieser
die Einbeziehung aller Khmer-Fraktionen in einer Übergangsregierung wünsche.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung des amerikanischen Außenministers im Wortlaut:

Herr
Vorsitzender,
meine Damen und Herren,

Exzellenzen,

stellvertretend
für
Präsident
Bush und das amerikanische Volk möchte ich Präsident Mitterrand unseren
aufrichtigen
Dank aussprechen.
Er
hat die Initiative zur Organisierung
dieser Konferenz ergriffen, und er
ist sich der Tragweite unserer Gespräche bewußt.
Ferner verdienen der Präsident
von Indonesien, Suharto, Außenminister Alatas, sein Vorgänger Dr. Mochtar sowie deren Amtskollegen aus den
ASEAN-Staaten unseren Dank.
Sie haben trotz aller Widrigkeiten die Vision eines friedlichen und wohlhabenden
Südostasiens
aufrechterhalten.
Sie haben sich über lange Zeit und
mit aller Energie dafür eingesetzt,

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Embassy of the United States of America

daß wir heute an diesem Punkt anlangen konnten. Alle von uns an diesem
Ort beschlossenen Maßnahmen sollten
die
langandauernden
Bemühungen der
ASEAN ergänzen.
Außerdem möchte ich UNO-Generalsekretär Perez de Cuellar, einem wahren Mann des Friedens, für seine anhaltenden
Bemühungen
zur Beilegung
regionaler Konflikte meinen Respekt
bezeugen.
Wir sind heute hier zusammengekommen, weil eineinhalb
Jahrzehnte
der Gewalt und vietnamesischer Aggression vom Volk Kambodschas einen
fürchterlichen Tribut gefordert haben. Die Hand in Hand gehenden Tragödien des Massenmordes durch die Roten Khmer und der vietnamesischen Besatzung haben über eine Million Kam-

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�bodschaner das Leben gekostet. Dem
Verlust an Menschenleben müssen wir
die Wunden hinzurechnen, die der Gesellschaft und Kultur des Khmer-Volkes zugefügt wurden sowie die Instabilität, die der ganzen Region dauerhaften Schaden zugefügt hat.
Das
Ausmaß des Terrors, von dem das kambodschanische Volk heimgesucht wurde,
können wir nicht nachvollziehen - es
übersteigt die Leidensfähigkeit eines
jeden Volkes.
Besetzung sollte beendet, der
walt Einhalt geboten werden.
Leiden muß aufhören. Wir wissen,
der Weg zur inneren Aussöhnung
Kambodscha voraussichtlich lang
steinig ist. Aber heute tun wir
ersten Schritte.
Während wir
nach vorn schreiten, sollten wir
der möglichen Gefahren auf diesem
bewußt sein.

GeDas
daß
für
und
die
nun
uns
Weg

Kambodscha und die gesamte internationale Staatengemeinschaft stehen
vor einem tragischen Dilemma. Vielleicht läßt sich dieses Dilemma am
besten mit einem Beispiel aus der
Folklore Kambodschas erklären, in der
von dem Tag die Rede ist, an dem das
Volk der Khmer die Wahl hat, entweder
von einem Tiger oder von einem Krokodil gefressen zu werden. Diese Konferenz wurde in dem festen Glauben
einberufen, daß Kambodscha eine solche Tragödie erspart werden kann. Es
gibt eine Alternative zu den Zähnen
der Roten Khmer oder dem Rachen fremder Militärherrschaft. Diese Alternative besteht in einer umfassenden
Regelung, die dem Volk Kambodschas
sowohl Sicherheit als auch eine Chance zur Wahl seiner eigenen Regierung
gibt, eine Regelung, die durch außen- und innenpolitische Vereinbarungen zusammengehalten wird.
Der Zweck dieser Konferenz liegt
in der Arbeit an dieser Regelung.
Wir müssen den politischen Weg finden, auf dem Kambodscha aus der durch
Krieg zerrütteten Vergangenheit in
eine konstruktive
Zukunft geführt
werden kann. Durch sorgfältig auf-

einander abgestimmte internationale
Maßnahmen und nationale Aussöhnung
können wir diesen Weg ebnen. Und obwohl dieser Weg schwierig sein wird,
ist eine umfassende Regelung meines
Erachtens der geeignetste Weg zu einer besseren Zukunft.
Zunächst möchte ich das internationale Umfeld ansprechen.
In den
vergangenen Jahren konnten wir einen
dramatischen Abbau von Spannungen
weltweit beobachten. Wir sehen eine
zunehmende
Bereitschaft,
regionale
Konflikte auf dem Verhandlungswege zu
lösen. Darüber hinaus macht sich die
wachsende Erkenntnis breit, daß die
dauerhafte Lösung regionaler Konflikte von der Artikulierung des Volkswillens abhängt.
Unsere heutige Sitzung wird von
dieser neuen Richtung in der internationalen Politik geleitet. Aber die
Anzeichen der internationalen Aussöhnung bedürfen eines weiteren Signals,
das dieses Mal nicht von der internationalen Staatengemeinschaft oder von
kambodschanischen Volk oder - um es
etwas konkreter zu formulieren - von
ihren politisch Verantwortlichen gesetzt wird.
Für die Vereinigten
Staaten wie für alle anderen Länder
liegt es auf der Hand, daß alle Maßnahmen, die wir zur Unterstützung
Kambodschas ergreifen könnten, sich
auf den Willen der kambodschanischen
Parteien
selbst
zu
Fortschritten
gründen
müssen.
Ein
dauerhafter
Frieden erfordert die Selbstbestimmung des kambodschanischen Volkes.
Internationale Aussöhnung kann nicht
zum Ersatz für nationale Aussöhnung
werden.
Aus diesem Grund vertreten wir
die Ansicht, daß eine Lösung, die
Aussichten auf Erfolg hat, ihrem
Charakter nach umfassend sein muß.
Alles andere käme einem Rezept für
anhaltenden Krieg gleich. Der derzeitige Kampf gegen Besetzung wäre
der Bürgerkrieg von morgen und würde
ein bereits geschwächtes Land weiter
zerrütten.

^

�Die
unerschütterliche
Position
der Vereinigten Staaten, ASEAN und
unserer Verbündeten und Freunde bei
der jahrzehntelangen Suche nach Frieden in Kambodscha hat stets in einer
umfassenden Lösung bestanden. Unsere
gemeinsame Entschlossenheit zur Förderung dieser Position hat dazu beigetragen, den Weg für dieses Treffen
zu ebnen, insbesondere unsere unerbittliche Ablehnung von Aggression
und Besetzung durch Vietnam.
Heilung der Wunden und Überwindung der Teilung Kambodschas ist eine
Aufgabe, die höchste Führungsqualitäten verlangt. Kambodscha hat diese
Qualitäten
in Gestalt von Prinz
Sihanouk. Er verkörpert das Voik der
Khmer und ihr Streben nach Einheit
und nationaler Aussöhnung.
Aus diesem Grund muß der Prozeß
der nationalen Aussöhnung durch die
Bildung einer Ubergangskoalitionsregierung
unter der Führung Prinz
Sihanouks erfolgen. Sie muß auf echter Gewaltenteilung basieren und dem
Prinzen und dem nichtkommunistischen
Widerstand die Regierungsgewalt übertragen.

sion Vietnams geschaffen wurde. Wir
sind uns jedoch bewußt, daß Teile
dieses Regimes wahrscheinlich in eine
Ubergangskoalition aufgenommen werden.
Ich fordere alle Konferenzteilnehmer auf, die notwendige Aussöhnung
unter Prinz Sihanouks Führung zu unterstützen.
Ein
wirksamer
internationaler
Kontrollmechanismus unter der Schirmherrschaft
der Vereinten Nationen
kann im Friedensprozeß eine entscheidende Rolle spielen. Er kann einen
friedlichen Übergang von vietnamesischer Besetzung zu freien Wahlen erleichtern und die externen und internen Aspekte einer umfassenden Lösung
miteinander verbinden.
Solch ein
Mechanismus würde drei vordringlichen
Zielen dienen:
-

Die Vereinigten Staten vertreten
eindeutig die Ansicht, daß die Roten
Khmer in der Zukunft Kambodschas keine Rolle spielen sollten. Wir sind
jedoch bereit, Prinz Sihanouk zu unterstützen, sollte er es für notwendig erachten, die Einbeziehung aller
Gruppen der Khmer in eine Koalition
oder Übergangsregierung zu gestatten. Das Ausmaß unserer Unterstützung für jede kambodschanische Regierung wird jedoch direkt vom Grad einer Beteiligung der Roten Khmer an
dieser Regierung - sofern überhaupt abhängen. Es müssen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, daß Pol
Pot und andere für Massenmorde verantwortliche Führer der Roten Khmer
Kambodscha niemals wieder beherrschen
werden.
Wir können eine Fortsetzung des
gegenwärtigen Regimes in Phnom Penh
nicht dulden, das durch die Aggres-

- 3-

Erstens würde er die internationale Verifizierung des Abzugs aller vietnamesischen Truppen und
Berater gewährleisten.
Zweitens würde der Mechanismus
während der Übergangsphase durch
Maßnahmen der Friedenssicherung,
etwa durch Überwachung des Waffenstillstands
und
Überprüfung
der Aufstellung von Soldaten unterschiedlicher kambodschanischer
Gruppierungen, die Aussichten für
Stabilität verbessern.
Darüber
hinaus würde er die Einstellung
ausländischer Militärhilfe an die
vier Parteien überwachen.
Drittens würde der internationale
Kontrollmechanismus
eine
entscheidende Rolle im politischen
Ubergangsprozeß spielen. In seinem Rahmen würde eine Volkszählung beobachtet und die Rückführung von Flüchtlingen überwacht.
Als
wichtigste
Aktion
würden
freie und faire Wahlen überwacht
und verifiziert. Die Vereinigten
Staaten sind bereit, den Wahlsieger in jedem Fall anzuerkennen.
Letztlich sind solche Wahlen der
Schlüssel zu einem unabhängigen,
neutralen und friedlichen Kambodscha.

�Unserer Ansicht nach verfügen nur
die Vereinten Nationen über die Erfahrung, die Mittel und die Glaubwürdigkeit, um sich die immense Verantwortung einer so komplexen Reihe von
Maßnahmen aufzubürden.

in starkem Maße bestimmen, ob solch
ein gerechter und dauerhafter Frieden
in Kambodscha entstehen wird öder ob
Kambodschas Zukunft der Tragödie seiner jüngsten Vergangenheit ähneln
wird.

Ich muß wiederum darauf hinweisen, daß die innen- und außenpolitischen Aspekte des Schlichtungsprozesses untrennbar miteinander verknüpft
sind.
Ohne
nationale
Versöhnung
fehlt uns die Basis für den von mir
beschriebenen
internationalen
Kontrollmechanismus.
Tatsächlich wäre
dieser Mechanismus ohne eine anerkannte Ubergangsregierüng nicht funktionsfähig.

Der Zweck dieser Konferenz besteht nicht darin, die Tragöde zu
verlängern, sondern den Weg zu einer
ganz anderen Zukunft zu finden. Meiner Ansicht nach werden wir diesen
Weg durch eine umfassende Vereinbarung finden. Und obwohl die jüngste
Vergangenheit nur zu geringen Hoffnungen Anlaß gibt, sind wir an einem
Punkt angelangt, an dem das Gebot internationaler Versöhnung sich mit der
Notwendigkeit nationaler Aussöhnung
verbindet.

Zur Förderung dieses wichtigen
Prozesses nationaler Aussöhnung ist
es entscheidend, daß Vietnam jetzt
und in Zukunft eine verantwortungsvolle Rolle übernimmt. Es muß seine
Verpflichtung zum Rückzug bis zum 30.
September erfüllen und darf nicht zurückkehren. Aber nach mehr als zehnjähriger Besatzungszeit werden Hanois
politische und moralische Verpflichtungen nicht allein dadurch erfüllt,
daß die Truppen abgezogen und entweder Chaos oder, ein gewaltsam eingesetztes Regime hinterlassen werden.
Meiner Ansicht nach bestehen zwischen uns kaum Unstimmigkeiten darüber, daß unsere gemeinsamen Pflichten für die regionale Sicherheit und gegenüber dem kambodschanischen
Volk - nicht mit dem Abzug der Vietnamesen erfüllt sind. Der Truppenabzug kam zustande, weil wir an unseren
Prinzipien festgehalten haben: wir
sind der vietnamesischen Aggression
entgegengetreten und haben uns geweigert, sie als Dauereinrichtdng zu akzeptieren. Jetzt, da die vietnamesische Besetzung zu Ende geht, müssen
wir zusammenarbeiten, um ein unabhängiges, neutrales und politisch stabiles Kambodscha aufbauen zu helfen.
Was wir hier bei dieser Konferenz
leisten - oder nicht leistet! - wird
- 4

«
»

Ich möchte Ihnen unsere Position
zusammenfassen.
Die
Vereinigten
Staaten engagieren sich für einen
fairen politischen Prozeß. Wir unterstützen eine umfassende Vereinbarung, die nicht nur einen vollständigen und verifizierten Abzug vietnamesischer Truppen, sondern auch ein nationales Abkommen und einen Internationalen
Kontrollmechanismus
vorsieht. Wir werden die Ergebnisse gut
vorbereiteter und überwachter, freier
und fairer Wahlen respektieren.
Mit Hilfe aller Teilnehmerstaaten
dieser Konferenz kann die Zeit bis zu
dem Tag verkürzt werden, an dem die
blutgetränkte
Erde Kambodschas zu
fruchtbaren Feldern eines friedlichen
und wohlhabenden Volkes werden kann.
Die Ruinen von Angkor Wat erinnern an
vergangene
Leistungen
der
Roten
Khmer. Jetzt ist die Zeit gekommen,
um dieser Zeit etwas Ebenbürtiges
entgegenzusetzen.
Wir müssen den
Grundstein für einen neuen Und dauerhaften Frieden in Kambodscha und ganz
Südostasien legen.
Vielen Dank.
*****

«.

�«fc°s&gt;&lt;

'VON

AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

4

29

2. August 1989
DIE NATIONALE ENERGIESTRATEGIE DER VEREINIGTEN STAATEN
- Eine Übersicht des Energieministeriums -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Bush hat seinen Energieminister, Admiral
James D. Watkins, angewiesen, eine Nationale Energiestrategie (NES) zu konzipieren, die den Rahmen für die Energiepolitik und Entscheidungen über einzelne
Programme liefern soll.
Diese Aufgabe wird nicht leicht sein. Wir müssen unseren steigenden Bedarf an Energie zu tragbaren Preisen, unser Engagement zur Schaffung einer sichereren, gesunderen Umwelt, unsere Verpflichtung zur Bewahrung einer konkurrenzfähigen Wirtschaft und unser Ziel, die Abhängigkeit von unsicheren Energiequellen zu verringern, miteinander in Einklang bringen.

Die Nationale Energiestrategie
Diese wird besondere kurz-, mittel- und
langfristige
Zielvorgaben
enthalten,
um
Energieangebot
undnachfrage auszugleichen.
Sie wird den Schutz der Gesundheit, Sicherheit und Umwelt sowie die
Sicherstellung
einer
angemessenen
Energieversorgung in den Mittelpunkt
stellen, um eine gesunde, wachsende
und konkurrenzfähige Volkswirtschaft
zu erhalten.
Sie wird in umfassenden Konsultationen mit der Öffentlichkeit entwickelt werden.
Eine

erste

Reihe

öffentlicher

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Anhörungen wird
im August und
September, beginnend mit dem 1.
August 1989, in Washington veranstaltet werden.
Eine weitere Reihe von Anhörungen
zu
besonderen
Fragen
wird
im
Spätherbst stattfinden.
Das Ministerium wird während des
ganzen Prozesses eng mit dem Kongreß sowie mit Vertretern der
Bundesstaaten und Gemeinden zusammenarbeiten.
Der Energieminister wird den ersten Entwurf der NES bis zum 1. April
1990 dem Kongreß zuleiten.
Die NES
wird in den darauffolgenden 12 Monaten verfeinert und weiterentwickelt
werden.

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�Energiefragen
deutung

von entscheidender Be-

Notwendigkeit von erweiterten Kapazitäten
bei
der Stromgewinnung.
Der Bedarf an höheren Kapazitäten
könnte durch einschneidende Bemühungen zur Energieeinsparung verringert
werden, aber trotzdem werden neue
Kraftwerke zur Deckung des Bedarfs
einer wachsenden Volkswirtschaft erforderlich sein.

Entwicklungsländern
den können.

geteilt

wer-

*****

Schutz der von der Energiegewinnung betroffenen Umwelt. Das amerikanische Volk verlangt zu Recht die
Reduzierung von Schadstoffemissionen,
einer verbesserten
Entsorgung
von
Sondermüll sowie technologische Verbesserungen, um Öl- oder Chemieunfälle zu verhindern oder deren Folgen zu
beseitigen.
Energiegewinnung sowie Transporte
müssen in einer die Umwelt nicht
beeinträchtigenden Art und Weise
abgewickelt werden.

Die Veränderung des Erdklimas
Die Veränderung
des Erdklimas
wird in der NES zentralen Stellenwert
einnehmen. Wir müssen
-

in den Bereichen, in denen wissenschaftliche
Übereinstimmung
besteht, energische Maßnahmen ergreifen.
Diejenigen Bereiche für weitere
Untersuchungen auswählen, in denen solche Übereinstimmung noch
nicht besteht.
Bei wissenschaftlicher Unsicherheit Maßnahmen
ergreifen, die
auch in anderer Hinsicht sinnvoll
sind, etwa Wirkungsgrad, Verringerung von FCKWs (Fluorchlorkohlenwasserstoffe),
Wiederaufforstung.

-

Entscheiden, wie technologische
Gegenmittel bewertet und mit den
- 2 -

*

�AMERIKA DIENST
^7

^

C&amp;

Hintergrundmaterial

2. August 1989

29

USA: START-RUNDE NIMMT SACHLICHEN UND PRODUKTIVEN VERLAUF
- Interview mit dem stellvertretenden amerikanischen Chefunterhändler GENF - (AD) - Dem stellvertretenden Leiter der amerikanischen Delegation,
Linton Brooks, zufolge betrachten die Vereinigten Staaten die elfte Runde der
amerikanisch-sowjetischen Verhandlungen über die Reduzierung strategischer Rüstungen als "sachlich geführt" und "in Teilbereichen produktiv".
In einem am 28. Juli 1989 in Genf geführten Interview erklärte Linton
Brooks, die Unterhändler hätten zahlreiche Routinefragen abgeklärt, "die keine
Schlagzeilen machen werden".
"Wir haben die sachliche Gesprächsführung unserer Verhandlungspartner sehr
begrüßt", erklärte Brooks, aber es muß noch "viel geduldige Arbeit" geleistet
werden.
Nachfolgend veröffentlichen wir das Interview in Auszügen:

Die gegenwärtige Runde der amerikanisch-sowjetischen
Verhandlungen
über die Verringerung strategischer
Rüstungen (START) wurde am 19. Juni
in Genf aufgenommen. Sie wird am 7.
August vertagt, damit in den Hauptstädten beider Länder Konsultationen
stattfinden können, bevor sie im
Herbst wiederaufgenommen wird.
Die
START-Verhandlungen
sind Teil der
amerikanisch-sowjetischen Verhandlungen über Kern- und Weltraumwaffen
(NST), die 1985 in Genf begannen und
auch Verteidigung im Weltraum umfassen.
Bei START streben beide Seiten
ein Abkommen an, mit dem stationierte
strategische Offensivwaffen (mit einer Reichweite von über 5 500 Kilometern) um 50 Prozent reduziert, die

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Gefechtsköpfe jeder Seite auf 6 000
begrenzt werden und die Zahl der Trägersysteme - Interkontinentalraketen
(ICBM), unterseebootgestützte ballistische Raketen (SLBM) und schwere
Bomber - jeder Seite auf 1 600 verringert wird.
Brooks verwies ferner darauf, daß
die Vereinigten Staaten neue Ideen
zur Förderung der Verifizierung unterbreitet hätten.
Brooks zufolge
sollen damit "die Endfassung des
START-Abkommens beschleunigt und verbessert werden, indem man bestimmte
Erfahrungen bei einigen Details der
Verifizierung
gewinnt", bevor der
Vertrag geschlossen wird.
Der amerikanische Vorschlag zur
Verifizierung umfaßt seinen Erklärun-

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�gen zufolge sieben Punkte:
vorherige Benachrichtung
gischer Übungen.

strate-

Abkommen über die Enstellung der
Entwicklung von SLBMs mit kurzer
Flugzeit. "Die Idee besteht darin,
daß die strategische Stabilität behindert wäre, wenn beide oder eine
der beiden Seiten über eine SLBM verfügten, die ihr Ziel sehr schnell erreichen und damit zur Sorge über einen Erstschlag Anlaß geben könnte",
erklärte Brooks. "Es ist technisch
möglich, die Energie einer ballistischen Rakete so einzusetzen, daß ihr
Flug vom Abschußpunkt zum Ziel beschleunigt wird. Der einzige Grund
dafür wäre eine Verkürzung der Vorwarnzeit, denn was die Vorwarnzeit
verkürzt, wirkt in der Regel destabilisierend. "

"weil man in der Praxis Erfahrungen
sammelt, die sich nicht am Verhandlungstisch erwerben lassen".
Der START-Unterhändler beharrte
jedoch darauf, daß die Vereinigten
Staaten diese Vorschläge zur Verifizierung weder als Vorbedingung für
die Weiterführung der START-Verhandlungen noch als unverzichtbares Paket
betrachten.
"All dies sind gute Ideen, und
wir sind bereit, sie alle zu behandeln und andere nicht zu behandeln,
wenn dies die Dinge (für die andere
Seite) vereinfacht", erklärte Brooks.

über

Ferner betonte er, daß "die Vereinigten Staaten
diese Vorschläge
nicht als Verzzögerung oder Ablenkung
vom Hauptziel - der Erarbeitung eines
guten START-Vertrages - betrachten.
Unseres Erachtens ist das Gegenteil
der Fall. Da noch viel Arbeit zu tun
bleibt, werden diese Ideen dazu beitragen, die Arbeit zu beschleunigen,
indem sie einem weitgehend auf dem
Papier ablaufenden Prozeß praktische
Erfahrung hinzufügen."

Vorausgehende
Vorführungen
bestimmter
Inspektionstechniken,
die mit der zulässigen Höchstzahl
der auf ein Trägersystem montierten Gefechtsköpfe zusammenhängen.

Brooks weigerte sich, die Reaktion der sowjetischen Delegation auf
amerikanische Verifizierungsvorschläge zu kommentieren. Er vermerkte lediglich, der sowjetische Sprecher habe sich "positiv dazu geäußert".

Abkommen "jetzt" über bestimmte
Verbote zur Verschlüsselung telemetrischer
Daten
(Chiffrierung
von Daten über Raketentests).
Sofortiger
Datenaustausch
strategische Streitkräfte.

Technische
Demonstrationen
von
und
Diskussionen
über
das
"tagging" - eine Methode zur
Identifizierung einzelner Raketen
und anderer unter die voraussichtlichen
START-Begrenzungen
fallender Träge.rsysteme im Rahmen
von kurzfristig anberaumten Inspektionen.
Regelmäßige Überwachung bestimmter Produktionsstätten für ICBMs,
um das Vertrauen in die Verifizierung eines Vertrags zu erhöhen.
Brooks zufolge würde die Verwirklichung dieser Maßnahmen den Abschluß
eines START-Abkommens beschleunigen,

Die Vereinigten Staaten hätten im
Rahmen der gegenwärtigen Gesprächsrunde keine weiteren bedeutenden neuen Vorschläge unterbreitet und führten ihre "geduldige Arbeit zur Verringerung von Meinungsverschiedenheiten" zu den anderen noch aus den früheren Verhandlungsrunden fortbestehenden
"Schlüsselbereichen"
fort.
Dazu gehören:
Das sowjetische Beharren auf
einem Junktim zwischen den START-Verhandlungen und einem Abkommen über
Weltraumverteidigung: "Die Vereinigten Staaten sind der Ansicht, daß
Stabilitätsverbesserungen
im Rahmen
von START ihre eigenen Vorzüge haben

�und START nicht in Abhängigkeit von
den Verhandlungen über strategische
Verteidigungssysteme geraten sollte."

die Sowjets seien immer noch für eine
"genaue zahlenmäßige Obergrenze bei
SLCMs".

- Luftgestützte Marschflugkörper
(ALCMs):
Zu den ALCMs "haben wir
vereinbart, daß mit dem Vertrag nicht
versucht werden soll, die ALCMs einer
täglichen
Zählung
zu unterziehen,
sondern daß wir jedem schweren Bomber
automatisch eine bestimmte Anzahl von
ALCMs zurechnen werden. Wir sind uneinig darüber, wie diese Zahl berechnet werden soll. Die Sowjets sind
der Ansicht, sie sollte der Höchstkapazität eines solchen Bombers entsprechen, während
die Vereinigten
Staaten davon ausgehen, die Zahl solle näher an der Zahl erwartungsgemäß
tatsächlich von einem solchen Bomber
getragener Systeme liegen."
Beide
Seiten sind sich ferner uneinig über
die vertraglich festzulegende Begrenzung der Reichweite von ALCMs: die
Vereinigten Staaten wünschen nur die
Einbeziehung von ALCMs mit Reichweiten über 1 500 km, während die Sowjetunion alle ALCMs mit Reichweiten
von über 600 km erfassen möchte.

Untergrenzen
bei
ballistischen
Raketen: Brooks zufolge befürworten
die Vereinigten Staaten Untergrenzen
bei ballistischen Raketen, um "beide
Seiten zu ermutigen, ihre Streitkräfte in Richtung auf Stabilisierung zu
führen". Es bestehe bereits ein Abkommen über eine Obergrenze von 6 000
Gefechtsköpfen, von denen nur 4 900
auf ballistischen Raketen montiert
sein dürfen. Die Gefechtsköpfe beziehen
ICBM- und
SLBM-Nukleargefechtsköpfe mit ein, ebenso wie mit
Nuklearwaffen bestückte schwere Bomber, die jeweils als ein Gefechtskopf
gezählt werden, so Brooks. Die Vereinigten Staaten strebten eine Untergrenze zwischen 3 000 und 3 300 Gefechtsköpfen auf ICBMs an, stellte
Brooks fest, aber "die Sowjets haben
es bisher abgelehnt", dieser Zahl zuzustimmen.

Mobile ICBMs:

"Die amerikanische

Position lautet- nach wie vor, daß
solche ICBMs aufgrund der schwierigen
Verifizierung des Standorts mobiler
Raketen verboten werden sollten", erklärte Brooks. Ihm zufolge besitzen
die Vereinigten Staaten derzeit keine
mobilen Raketen, die Sowjetunion hingegen sowohl schienen- als auch straßenmobile ICBMs.
Unterseebootgestützte Marschflugkörper
(SLCMs):
"Die Vereinigten
Staaten sind der Ansicht, daß es keine Mittel und Wege, zur Verifizierung
solcher
Raketen
gibt",
erklärte
Brooks.
Darüber hinaus lehnen die
Vereinigten Staaten Vorschläge ab,
die "die Operationen von Schiffen,
von denen unsere Sicherheit und die
der NATO abhängt, stören würden, und
die eine Verletzung unserer traditionellen Politik, die Präsenz von Nuklearwaffen an Bord von Schiffen weder zu bestätigen noch zu bestreiten,
darstellen würden". Er stellte fest,
- 3

Schwere
ballistische
Raketen:
Beide Seiten sind übereingekommen,
daß es auf keiner Seite mehr als 154
schwere Raketen mit maximal 1 540 Gefechtsköpfen geben soll, so Brooks.
Dies käme einem 50prozentigen Abbau
des derzeitigen sowjetischen Arsenals
gleich und würde die Vereinigten
Staaten nicht betreffen, die "keine
hat". Er fügte hinzu, die Vereinigten Staaten strebten letztlich die
Beseitigung schwerer Raketen an und
befürworteten daher Bestimmungen im
START-Vertrag, mit denen die weitere
Modernisierung und Erprobung schwerer
Raketen verhindert würde.
Modernisierung der Systeme von
Drittländern: Brooks zufolge hat die
Sowjetunion ihre Forderung aufgegeben, die unabhängigen britischen und
französischen
nuklearen
Abschrekkungssysteme in die START-Verhandlungen einzubeziehen, aber die Sowjets
"würden die Art von Unterstützung
ausschließen, die wir Großbritannien
in den vergangenen 25 Jahren bei der
Modernisierung
seiner
unabhängigen
nuklearen Abschreckung gewährt ha-

�ben. Und das ist für uns einfach unannehmbar. "
Brooks erklärte ferner, bei zahlreichen entscheidenden, noch zu besprechenden
Einzelheiten
bestünden
noch "reichlich Meinungsverschiedenheiten".
Der Text des gemeinsamen STARTVertragsentwurfs, der ca. 400 Seiten
umfaßt, so Brooks, besteht aus dem
Vertrag, einem Anhang mit Definitionen, getrennten Protokollen über Inspektion, Umwandlung und Beseitigung,
dem Wurfgewicht ballistischer Raketen
(Messung
der
Vemichtungsfä'higkeit)
sowie
einer
Regierungsvereinbarung
mit einer Aufstellung von Daten.
Brooks wollte sich im Hinblick
auf den Abschluß eines START-Vertrags
keinen Spekulationen hingeben.
"Für
die Vereinigten Staaten ist letztlich
entscheidend", erklärte er, "daß wir
die Stabilität verbessern und das Risiko eines Kriegs verringern ..., und
wir müssen unsere Arbeit fortsetzen,
bis wir einen Vertrag geschlossen haben".

* * * * *

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Wissenschaft und Technik

2. August 1989

29

DER WELTRAUM ALS WIRTSCHAFTSFAKTOR

- Mittel- und langfristige Programme der USA -

(AD) - In einer Feierstunde anläßlich
der 20. Wiederkehr der ersten Landung
von Menschen auf dem Mond (20. Juli
1969) kündigte Präsident George Bush
ein Langzeitprogramm der Vereinigten
Staaten für die bemannte Erforschung
des Sonnnensystems an. Nach der Errichtung der Raumstation FREEDOM im
kommenden Jahrzehnt sei der nächste
Schritt - wohl zu Beginn des nächsten
Jahrhunderts - die Rückkehr zum Mond
und der Aufbau einer bemannten Mondbasis. Der Erdtrabant könne, so der
Präsident, später als Ausgangspunkt
für den bemannten Flug zum Planeten
Mars und eine weitergehende Erforschung des Weltraums durch den Menschen dienen. Es sei Aufgabe von Vizepräsident Dan Quayle, Vorsitzender
des "National Space Council" (Nationaler
Raumfahrtbeirat)
im
Weißen

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Haus, mit Experten zu ermitteln, was
in Bezug auf den Bedarf and Geld,
Personal und Material sowie an internationaler Zusammenarbeit "für die
nächste Runde der Forschungsaktivitäten erforderlich ist."
Schon seit einigen Jahren werden
bei der US-Behörde für Luftund Raumfahrt (NASA) Studien dazu ausgearbeitet. Namhafte Wissenschaftler, u.a.
Dr. Thomas 0. Paine, zur Zeit der
APOLLO-Flüge Leiter der NASA und in
den achtziger Jahren Vorsitzender der
"Nationalen Raumfahrtkomission" des
US-Kongresses, befürworten die jetzt
von Präsident Bush vorgeschlagenen
Projekte.
Viele Forscher sehen in
einer
erweiterten
Weltraumnutzung
auch neue Chancen für die Wirtschaft.

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Telex: 8-85432

�So berichtete Richard Ott Direktor der NASA-Abteilung für kommerzielle Projekte, daß derzeit 50 Universitäten und 135 Firmen in Studien
investierten, die an 16 NASA-Zentren
zur kommerziellen Erschließung des
Weltraums durchgeführt werden.
Sie
reichen von der Züchtung von Protein-Kristallen in der Schwerelosigkeit
für neue oder verbesserte pharmazeutische Produkte bis zur kommerziellen
Fernerkundung der Erde mit Fotos und
Meßdaten. In einem solchen NASA-Zentrum an der Universität von Houston
berichtete im Jahre 1986 Dr. Paul
Chu, daß der Durchbruch zu Hochtemperatur-Supraleitern
gelungen
sei.
Diese Entdeckung löste weltweit Bestrebungen aus, neue Materialien für
dieses zukunftsträchtige Spezialgebiet der Elektrotechnik zu entwickeln.
Die nächste Phase der Partnerschaft von NASA und Industrie ist die
Absprache von Gemeinschaftsunternehmen, bei denen die NASA den Firmen,
die mit eigenen Mitteln Experimente
durchführen, ihre Raumfahrzeuge zur
Verfügung stellt.
So beabsichtigt
die Fa. Rockwell International an
Bord von Raumtransportern möglichst
fehlerfreie Kristalle zu erzeugen, um
noch bessere Halbleiterchips für noch
schnellere Computer anbieten zu können. Auch wird erwogen, Metall-Legierungen von geringem Gewicht und
besonders hoher Festigkeit, von denen
bereits mehr als 400 in die engere
Wahl kommen, unter Mikrogravitation,
d.h. im fast-schwerelosen Zustand im
Weltraum herzustellen. Die geplante
Raumstation FREEDOM wäre z.B. d?r geeignete Ort für solche Experimente.
Das Interesse der Europäer und Japaner zeige, daß sie,die Beteiligung an
der Raumstation als Einstieg in neue
Zukunftstechnologien betrachten, so
Ott. In den drei Labormodulen, die
von den USA, der Europäischen Weltraumagentur ESA und Japan gebaut werden, sei u.a. Metallverarbeitung im
Weltraum vorgesehen.
Fernmeldesatelliten dienten inzwischen einer Branche, die damit
drei Milliarden Dollar Jahresumsatz

erreiche. Sie ermöglichten mehr als
zwei Drittel der weltweiten Sprechverbindungen und praktisch sämtliche
weltweiten Fernsehübertragungen. Vor
drei Jahren erhielten Privatfirmen
die Genehmigung, kommerzielle Satelliten zu starten.
Noch in diesem
Jahr werde eine von der Fa. McDonnell
Douglas gebaute DELTA-Rakete einen
indischen Satelliten in den Weltraum
befördern, berichtete Ott. Bis Mitte
1993 sind von McDonnell Douglas und
einigen anderen Unternehmen 28 kommerzielle Starts für inund ausländische Auftraggeber, u.a. Italien, Japan, Großbritannien und Indonesien
vorgesehen.
Die Entwicklung kleinerer, leichterer und wirtschaftlicherer Satelliten dank der Miniaturisierung dürfte
das Geschäft weiter beleben.
Sie
können für Photographien, zur Datenübermittlung und sogar zur Materialverarbeitung im Weltraum benutzt werden. Ein solcher Mini-Satellit wiegt
ca. 225 kg und kostet etwa eine Million Dollar - ein "herkömmlicher" Satellit hingegen wiegt bis zu 14 Tonnen und kostet mehrere hundert Millionen Dollar. Bis Ende der neunziger Jahre dürften einige Hundert der
Mini-Geräte gestartet werden.
Fernerkundung der Erde ist ein
Gebiet, das vor allem angesichts der
wachsenden Sorge um die Umwelt kontinuierlich erweitert wird.
Geräte
wie der amerikanische LANDSAT und der
französische SPOT sondieren fortlaufend Kontinente und Meere aus ca. 650
km Höhe und tragen dazu bei, bewirtschaftete Flächen und Waldgebiete auf
Schädigungen zu überwachen, die Erschließung von Ölund Mineralvorkommen
zu unterstützen und die Bodennutzung
in städtischen und ländlichen Gebieten zu kartieren. Neue Systeme wie
das beim Raumtransporter eingesetzte
Bildradar eröffnen immer mehr Möglichkeiten der Fernerkundung.
Auch
die Sowjetunion stellt jetzt Erdaufnahmen zur Verfügung, Japan und Thailand haben unbemannte Erkundungssatelliten gestartet. Der größte Zuwachs in diesem Fachbereich ist bei

- 2 -

�Analyse und Interpretation der visuellen und durch Messung von Satelliten ermittelten Daten zu verzeichnen.
In den kommenden fünf bis zehn
Jahren stehen Umweltfragen im Vordergrund.
So ist es bereits möglich,
die zunehmende Versteppung und den
Verlust
an tropischen
Regenwäldern
(der zum Anstieg des Kohlendioxidgehalts der Atmosphäre und damit zu
Klimaveränderungen, dem "Treibhauseffekt" führen) recht genau zu verfolgen.
Das auf 15 Jahre angesetzte Projekt "Mission zum Planeten Erde" das
sehr gründliche geophysikalische und
chemische, geologische und geobiologische Studien umfaßt, dürfte im Verlauf der nächsten zehn Jahre in Angriff genommen werden.
Es erfordert
neue große Erdbeobachtungssatelliten,
die von den USA, Europa und Japan
entwickelt und gestartet werden. Unbemannte Weltraumplattformen als Träger modernster Instrumente zur Fernerkundung liefern erstmals vom umfassende Beobachtungen des gesamten Erdballs darüber, was menschliche Aktivitäten, die Tierund Pflanzenwelt auf
unserer Erde bewirken und wie natürliche Prozesse .davon beeinflußt werden.
Das Institut für Weltraumstudien,
eine gemeinnützige Organisation zur
Mitfinanzierung
von
Weltraumforschung, schlug kürzlich den Start einer kleinen Robotersonde zum Mond
vor. Sie soll in den nie vom Sonnenlicht
erreichten
polnahen Regionen
des Mondes nach Wasser suchen. Theoretisch könnte es dort unter der
Oberfläche
Wasservorkommen
in
der
Form von Eis geben.
Die Entdeckung
von Wasser auf dem Mond würde die
Wirtschaftlichkeit der Raumforschung
einschneidend verbessern und den Aufbau bemannter Mondbasen erheblich beschleunigen.

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