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                  <text>AMERIKA DIENST

7. Juni 1989

22

INHALT

DOKUMENTATION
Bush setzt Waffenverkäufe an China aus
- Erklärung des Präsidenten zu den Ereignissen in der Volksrepublik
Bush: NATO kann zur Gestaltung einer besseren Welt beitragen
- Erklärung des Präsidenten in New Hampshire -

WISSENSCHAFT J ^ J J C J W I K
Non-A-Non-B-Hepatitis - Infektion im Blut direkt nachweisbar
Kampf gegen Drogen braucht weltweite Zusammenarbeit
- DEA-Chef vor Arbeitskreis ausländischer Journalisten -

* * * * *

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�AMERIKA DIENST
Dokumentation

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Juni 1989

BUSH SETZT WAFFENVERKÄUFE AN CHINA AUS
- Erklärung des Präsidenten zu den Ereignissen in der Volksrepublik WASHINGTON - (AD) - Präsident Bush hat am 5. Juni 1989 die "Aussetzung aller staatlichen und privaten Waffenexporte" an die Volksrepublik China verkündet, um damit die Mißbilligung der Niederschlagung der "vom Volk ausgehenden,
friedlichen Demonstrationen in China" durch die Vereinigten Staaten zu unterstreichen.
Die vom amerikanischen Präsidenten im Rahmen einer Pressekonferenz in Washington abgegebene Erklärung hat folgenden Wortlaut:
In den vergangenen Tagen haben
Einheiten der chinesischen Armee in
brutaler Weise die vom Volk ausgehenden, friedlichen Demonstrationen unterdrückt.
Es gab weitverbreitete
und anhaltende Gewalt, viele Tote und
Verwundete.
Wir bedauern die Entscheidung zum Einsatz von Gewalt, und
ich fordere die chinesische Führung
öffentlich auf, wie ich es auch schon
über private Kanäle getan habe, Gewaltanwendung zu vermeiden und zu ihrer früheren Politik der Mäßigung zurückzukehren.
Die Demonstranten auf dem Platz
des Himmlischen Friedens vertraten
grundlegende Menschenrechte, darunter
Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Dies sind Ziele, die wir auf
der ganzen Welt unterstützen. Dies

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sind Freiheiten, die sowohl in der
amerikanischen als auch in der chinesischen Verfassung verankert sind.
In der ganzen Welt stehen wir auf der
Seite derer, die nach mehr Freiheit
und Demokratie streben.
Diese Ansicht wird von meiner Administration,
unserem Kongreß und vor allem vom
amerikanischen Volk mit Nachdruck
vertreten.
In den vergangenen Wochen haben
wir gegenseitige Zurückhaltung, Gewaltlosigkeit und Dialogbereitschaft
gefordert. Stattdessen hat ein gewaltsamer und blutiger Angriff auf
die Demonstranten stattgefunden. Die
Vereinigten Staaten können die gewaltsamen Angriffe nicht gutheißen
und die Folgen für unser Verhältnis
zu China nicht ignorieren, das sich

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�auf die breite Unterstützung des amerikanischen Volkes gründete.
Dies ist nicht die Zeit für eine
emotionale Antwort, sondern für vernünftige, vorsichtige Handlungen, die
sowohl unseren langfristigen Interessen als auch dem Wissen um die komplexe innenpolitische Lage in China
Rechnung tragen. Eindeutig gibt es
Auseinandersetzungen
innerhalb
der
politischen Führung wie auch in der
Volksbefreiungsarmee. Nun ist es an
der Zeit, über den Augenblick hinaus
die bedeutenden und dauerhaften Aspekte dieses für die Vereinigten
Staaten entscheidenden Verhältnisses
zu betrachten. In der Tat verdankt
dieses Aufkeimen der Demokratie, dessen Zeugen wir in den letzten Wochen
geworden sind, viel diesem Verhältnis, das wir seit 1972 entwickelt haben, und es ist jetzt wichtig, in einer Art und Weise zu handeln, die der
Ermutigung der weiteren Entwicklung
und der Vertiefung der positiven Elemente dieses Verhältnisses und dem
Demokratisierungsprozeß dienen wird.
Es wäre für alle eine Tragödie, wenn
China in die Ära der Isolation und
Repression vor 1972 zurückfallen würde.
Unter
Berücksichtigung
dieser
komplexen Lage und der gleichzeitgen
Notwendigkeit,
unsere
Verurteilung
der Ereignisse der vergangenen Tage
energisch und eindeutig zum Ausdruck
zu bringen, ordne ich folgendes an:
Aussetzung aller staatlich vereinbarten Waffenverkäufe und privater Waffenexporte, Aussetzung von Besuchen
amerikanischer und chinesischer Militärs, wohlwollende Behandlung von Ersuchen chinesischer Studenten in den
Vereinigten Staaten um Verlängerung
ihres Aufenthaltes, ein Angebot humanitärer und medizinischer Hilfe durch
das Rote Kreuz für diejenigen, die
während des Angriffs verletzt wurden
sowie die Überprüfung anderer Aspekte
unseres bilateralen Verhältnisses im
Zuge der weiteren Entwicklung in China.
Der

Prozeß

der

Demokratisierung

der
kommunistischen
Gesellschaften
wird nicht reibungslos ablaufen, und
wir müssen auf Rückschläge in einer
Art und Weise reagieren, die Fortschritte zu offenen und repräsentativen Systemen stimulieren anstatt sie
zu ersticken.

*****

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VON

Dokumentation

*

7. Juni 1989

22

BUSH: NATO KANN ZUR GESTALTUNG EINER BESSEREN WELT BEITRAGEN
- Erklärung des Präsidenten In New Hampshire -

PEASE AIRFORCE BASE (New Hampshire) - (AD) - Bei seiner Ankunft auf dem
Luftwaffenstützpunkt Pease erklärte Präsident Bush am 2. Juni 1989 zu seiner
einwöchigen Europa-Reise, bei der er auch am NATO-Gipfel in Brüssel teilnahm,
das Atlantische Bündnis habe "niemals mehr Zusammenhalt und mehr Stärke bewiesen" .
Bush verwies ferner darauf, "obwohl wir unsere Verteidigung aufrecht und
unsere Augen offenhalten, müssen wir vorwärts streben. Wir müssen in der Offensive bleiben. Wir müssen jetzt die Arbeit aufnehmen, um den Kalten Krieg
zu beenden."
Nachfolgend veröffentlichen wir Präsident Bushs Erklärung im Wortlaut:

Vergangene Woche waren meine Frau
und ich im Vatikan, in Rom, Brüssel,
Bonn und London und haben gemeinsam
mit unseren Verbündeten einen Kurs
für die Zukunft festgelegt. Und wir
müssen in Bewegung bleiben, um diese
Vorhersagen zu erfüllen, über das
Containment, das Zeitalter der Konflikte und des Kalten Krieges hinaus,
die die Welt seit mehr als vierzig
Jahren erlebt hat, weil die Bewahrung
des Friedens in Europa auch Frieden
für Amerika bedeutet. Unser Bündnis
strebt ein weniger militarisiertes
Europa und eine sicherere Welt für
uns alle an.
Ich kehre jetzt mit einer Botschaft - einer Botschaft der Hoffnung
- für das amerikanische Volk aus Europa zurück. Wir haben eine große

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und historische Chance, die in Europa
wirkenden Veränderungen mitzugestalten. Diese Chance bietet sich uns
nicht nur, weil wir stark und entschlossen sind, sondern aufgrund der
Macht unserer Ideen, insbesondere der
einen Idee, die über die kommunistische Welt hinwegfegt - Demokratie.
In den vergangenen Wochen habe
ich in mehreren Reden Möglichkeiten
aufgezeigt, um mit Hilfe der Veränderungen das beste aus dieser Chance zu
machen. Das möchte ich noch einmal
zusammenfassen. In Michigan habe ich
hervorgehoben, daß die Vereinigten
Staaten die von den Kräften der Freiheit in Osteuropa angeführte friedliche Reform aktiv fördern wollen. In
meiner Rede in Texas habe ich Amerikas Engagement für einen ausgewogenen

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�Ansatz im Verhältnis mit der Sowjetunion bekundet - daß wir stark und
realistisch bleiben, Taten und nicht
Worte beurteilen und dennoch eine
Freundschaft mit den Sowjets anstreben müssen, die kein Mißtrauen kennt.
Bei der Boston University lag der
Schwerpunkt auf unserer Partnerschaft
mit einem einigeren Westeuropa - und
darauf, daß ein starkes Europa ein
starkes Amerikas bedeutet. Und bei
der Coast Guard Academy habe ich erklärt, daß Amerika bereit ist, jede und ich meine wirklich jede - Gelegenheit zu ergreifen, um die Sowjetunion in die Staatengemeinschaft einzugliedern.
Und dann haben meine
Kollegen und ich in Brüssel zum 40.
Jahrestag der Gründung des Nordatlantischen Bündnisses die vierzig Jahre
der NATO gefeiert, in denen sie erfolgreich den Frieden in Europa bewahrt hat - die längste Periode ohne
Krieg in der Geschichte dieses Kontinents.
Und wir wurden daran erinnert,
daß die Zukunft so vieler Nationen
wieder einmal von der Einheit und
Entschlossenheit der NATO abhängt.
Und wurden daran erinnert, daß die
NATO stark und einig bleiben muß und
sind herausgefordert, diese neue Gelegenheit für Fortschritte zu ergreifen und gleichzeitig den Prinzipien,
die uns dorthin geführt haben, treu
zu bleiben.
Wir haben uns dieser Herausforderung gestellt. Wir werden gemeinsam
vorgehen - und erhoffen ein Europa,
das ungeteilt und frei ist. In der
Mainzer Rheingoldhalle, im Herzen
Deutschlands, habe ich darauf hingewiesen, daß der Kalte Krieg mit der
Teilung Europas begann und mit einer
Wiedervereinigung enden muß, die auf
gemeinsamen Werten basiert, bei der
Osteuropa ebenso wie Westeuropa Mitglied in einem Staatenbund freier Nationen wird.
Dies ist meine Vision von der Zukunft, und ich kann auch den Weg
dorthin aufzeigen.
Der Warschauer

Pakt verfügt über viel mehr Flugzeuge, Waffen und Soldaten in Europa als
die NATO, und wir fordern, daß die
Sowjets, wenn sie es ernst meinen,
durch Reduzierungen einen Gleichstand
herbeiführen.
Unser Vorschlag ist
kühn, aber grundsätzlich fair und
wird von jedem einzelnen unserer Verbündeten befürwortet.
Wir haben eine neue Initiative
für umfassendere und schneller ausgehandelte Reduzierungen bei konventionellen Waffen vorgeschlagen, um den
seit 1945 mit den massiven Land- und
Luftstreitkräften über Europa liegenden Schatten zu lüften, und unsere
Verbündeten haben
dem zugestimmt.
Und wir haben vorgeschlagen, daß Berlin - Ost und West - ein Zentrum der
Zusammenarbeit, nicht der Konfrontation wird. Unsere Verbündeten haben
dem zugestimmt.
Wir haben darüber
hinaus vorgeschlagen, daß wir den
KSZE-Prozeß unterstützen, um freie
Wahlen in Osteuropa zu ermutigen, und
unsere Verbündeten haben diesem Punkt
ebenfalls zugestimmt.
Da die Bedrohung der Umweltzerstörung vor keiner Grenze halt macht,
haben wir vorgeschlagen, daß der Westen sich mit den Ländern Osteuropas
zur Lösung eines der wichtigsten Probleme unserer Zeit zusammenschließt dem gemeinsamen Kampf zur Rettung der
Natur als unserem Erbe.
Und mit unserer Vereinbarung innerhalb der NATO über unsere atomaren
Kurzstreckenraketen in Europa haben
wir als Bündnis demonstriert, daß wir
mit Veränderungen umgehen und doch
der Abschreckungsstrategie treu bleiben können, die den Frieden bewahrt
hat.
Kurzum hat der NATO-Gipfel diese
Woche in Brüssel gezeigt, daß wir zur
Gestaltung einer besseren Welt bereit
sind.
In diesem Zeitraum historischer Veränderungen hat die NATO niemals mehr Zusammenhalt und mehr Stärke bewiesen. Wir haben ein Kommunique veröffentlicht, in dem unsere Vision für die Zukunft und unsere Vor-

�gehensweise dargelegt werden.
Und
dies ist keine arrogante Herausforderung an Gorbatschow, sondern ein Appell in gutem Glauben. Der Gipfel
war ein Triumph für das Bündnis, ein
Triumph der Ideen und vor allem ein
Triumph der Hoffnung.
Und ich möchte auch hervorheben,
wie befriedigend es ist, daß dies alles in unserem Land und auch im Ausland auf soviel Verständnis stieß.
Obwohl wir unsere Verteidigung aufrecht und unsere Augen offenhalten,
müssen wir vorwärts streben.
Wir
müssen in der Offensive bleiben. Wir
müssen jetzt die Arbeit aufnehmen, um
den Kalten Krieg zu beenden.
Die
Welt hat lange genug gewartet, und
wenn wir Erfolg haben, wird die Welt,
die unsere Kinder kennenlernen werden
- das 21. Jahrhundert - eine bessere
Welt werden.
Wir freuen uns, heute hier sein
zu dürfen, und ich grüße die Mitarbeiter
des
Luftwaffenstützpunktes
Pease, die zur Bewahrung des Friedens
beigetragen haben. Ich danke meinen
Freunden und Nachbarn aus New Hampshire und sehe sogar einige aus Kennebunkport in Maine hier. Ich danke
auch den beiden Gouverneuren und den
Kongreßabgeordneten, daß sie hierher
gekommen sind, um uns zu begrüßen,
und insbesondere einem früheren Gouverneur des Staats New Hampshire und
meinem
fähigen
Stabschef,
John
Sununu, unserem Verteidigungsminister
Dick Cheney, unserem Außenminister
James Baker und meinem Freund und Berater, dem Leiter des Nationalen Sicherheitsrats,
General
Brent
Scowcroft.
Meine Frau und ich freuen uns
über die Begrüßung zuhause. Ich danke Ihnen allen. Gott segne Sie und
die Vereinigten Staaten von Amerika.
Vielen Dank.

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NON-A-NON-B-HEPATITIS - INFEKTION IM
BLUT DIREKT NACHWEISBAR

(AD) - Als "überaus wichtigen
Durchbruch" bezeichnet Dr. Richard
Aach, Spezialist für Virus-Hepatitis
an der Johns Hopkins-Universität in
Baltimore (Maryland), die erfolgreiche klinische Erprobung eines Bluttests zum Nachweis einer Infektion
mit Erregern der Non-A-Non-B-Hepatitis.
Wie die amerikanische Zeitschrift "Science" in ihrer Ausgabe
von 21. April 1989 berichtet, eignet
sich der neue Test ausgezeichnet zur
Identifizierung dieser Infektion in
Spenderblut, was nunmehr zum ersten
Mai direkt möglich ist. In den Vereinigten Staaten wird nach Bluttransfusionen diese Hepatitis-Infektion am
häufigsten
festgestellt.
Mit der
Kontrollmethode können pro Jahr etwa
150 000 neue Hepatitis-Infektionen
verhindert werden.

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Die klinische Erprobung begann im
August 1988 an mehreren großen Krankenhauszentren. Anfang 1990 soll ein
Test zur Blutprüfung auf den Markt
kommen. Darüber hinaus gibt der Test
den Epidemiologen die Möglichkeit,
zum ersten Mal den Grad der Durchseuchung der Bevölkerung mit Non-A-NonB-Hepatitis festzustellen. Da ca. 75
Prozent der infizierten Personen keine Krankheitssymptome entwickeln, ist
gar nicht bekannt, wie stark der Erreger der Non-A-Non-B-Hepatitis verbreitet ist.
Für die Erkrankung
selbst gibt es noch keine Therapie,
obgleich zur Zeit einige Versuchspräparate erprobt werden.
Etwa 10 Prozent aller Erkrankungen an Non-A-Non-B-Hepatitis treten
nach Bluttransfusionen auf. Der Er-

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�reger, den Wissenschaftler bisher
noch nie zu Gesicht bekamen, kann
auch durch Benutzen desselben Spritzenbestecks durch Rauschgiftsüchtige
sowie durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Etwa 50 Prozent der
infizierten Personen entwickeln ausreichende Abwehrkräfte im Organismus
und überwinden die Infektion.
Die
andere Hälfte wird chronischer Virusträger. Bei etwa 20 Prozent dieses
Personenkreises kommt es zu Leberzirrhose, was bei manchen zum Tod infolge Leberversagens führt.
Non-A-Non-B-Hepatitis unterscheidet sich sowohl von Hepatitis-A als
auch von Hepatitis-B.
Hepatitis-A,
die vor allem im asiatischen Raum Hunderte Millionen Fälle von Lebererkrankungen hervorruft, wird in erster
Linie durch verseuchte Nahrungsmittel
und verseuchtes Wasser, aber nur selten durch Bluttransfusionen weiterverbreitet. Für Hepatitis-B gibt es
bereits einen Bluttest sowie eine
Schutzimpfung, die allerdings sehr
kostspielig ist. Eine passive Immunprophylaxe schützt einige Monate lang
vor der schweren From einer Hepatitis-B-Erkrankung.
Sie wird durch
Kontakt mit infiziertem Blut und anderen Körperflüssigkeiten übertragen.
Den neuen Bluttest auf Non-ANon-B-Hepatitis-Erreger
entwickelten
im vergangenen Jahr Wissenschaftler
der Chiron-Corporation (Emeryville,
Kalifornien), nachdem es ihnen gelungen war, vom Virus stammende Proteine
zu isolieren. Auf der Basis dieser
Proteine führten dann gentechnische
Methoden zum Erfolg. Der Test ist
einem Prüfverfahren ähnlich, nach dem
in Blutbanken versucht wird, Antikörper gegen AIDS-Viren in Spenderblut
zu entdecken, die auf eine AIDS-Infektion hinweisen.
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Wissenschaft und Technik

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KAMPF GEGEN DROGEN BRAUCHT WELTWEITE ZUSAMMENARBEIT
DEA-Chef vor Arbeitskreis ausländischer Journalisten
(AD) - John Lawn, Leiter der
Strafverfolgungsbehörde für Drogendelikte (DEA - Drug Enforcement Administration), forderte kürzlich vor ausländischen Journalisten internationale Zusammenarbeit, um eine gemeinsame
Lösung für das Drogenproblem zu finden.
Die Medien können viel dazu
beitragen, um der Öffentlichkeit klar
zu machen, was auf dem Spiel steht.
In den vergangenen fünf Jahren
sind die Länder, in denen Drogen produziert werden und die Drogenhandel
dulden, selbst zu Märkten für Rauschgift geworden. Deshalb sehen jetzt
mehr Länder ein, wie lebenswichtig
internationale
Zusammenarbeit
ist.
Der Kampf gegen Drogen müsse Vorbeugung, Strafverfolgung, Therapie und
Forschung miteinander verbinden, sag-

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te Dawn.
Die DEA arbeitet mit 45 Ländern
zusammen, zu denen auch China gehört.
Über seine vor kurzem in der Sowjetunion geführten Gespräche berichtete
Lawn u.a., daß man dort über "das reale und zunehmende Problem illegaler
Drogen" immer mehr besorgt sei. In
Mexiko hat die neue Regierung strenge
Maßnahmen gegen Rauschgifthändler ergriffen. Kolumbien bringe viele Opfer im Kampf gegen Drogen. Dieses
Land ist ein Beispiel dafür, was getan werden könne - selbst unter widrigsten Bedingungen.
Die Vereinigten
Staaten sehen
sich weiterhin einer Drogenepidemie
gegenüber,
obgleich
Fahndung
und
Strafverfolgung ganz erheblich ausge-

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�weitet und verschärft wurden.
Die
DEA nimmt täglich durchschnittlich 66
Verhaftungen vor, schließt drei geheime Drogenlabors, zieht zwei Millionen Dollar ein und beschlagnahmt
12 Waffen, davon zwei automatische
Waffen.
Wie Lawn weiter erklärte,
wird in den Vereinigten Staaten zunehmend härter gegen Drogenkonsumenten vorgegangen. In einigen Bundesstaaten können Halbwüchsige mit Drogenproblemen keinen Führerschein bekommen; viele Firmen machen eine Einstellung von Drogentests abhängig.
"Strafverfolgung allein kann jedoch das Drogenproblem nicht lösen".
Der DEA-Chef verwies darauf, daß beispielsweise im April dieses Jahres
jeder zehnte Amerikaner illegale Drogen nahm - im vergangenen Jahr waren
es doppelt so viele. Der Drogenkonsum der einzelnen Bevölkerungsgruppen
änderte sich. Der Anteil weiblicher
Kokainsüchtiger nimmt beispielsweise
auffallend zu.
Wegen
des
Zusammenhangs
mit
AIDS-Infektionen sei, so Lawn, der
Anstieg
des
Drogenmißbrauchs
bei
Frauen äußerst
schwerwiegend.
Im
vergangenen Jahr wurden 375 000 Kinder geboren, bei denen Infektionen
als Folge des Drogenkonsums der Mutter festgestellt wurden. Und schon
in zwei Jahren dürften in den USA
10 000 bis 20 000 Babies geboren werden, die mit AIDS infiziert sind,
weil sich ihre Mütter Rauschgift bedenkenlos und um jeden Preis zu verschaffen suchten.
Amerikanische Sondergesetze lassen die Beschlagnahme von Bargeld,
Hausbesitz und anderen Vermögenswerten zu, die aus Drogenhandel stammen.
Wenn der Staat Zugriff zum Geld der
Drogenhändler hat, ist dies viel
wirksamer als deren Verhaftung, erklärte Lawn.
Länder mit ernsten
wirtschaftlichen
Problemen
könnten
den Kampf gegen Rauschgift mit der
Beschlagnahme von Profiten aus dem
illegalen Drogenhandel finanzieren.
Durch gegenseitige Rechtshilfeverträge der USA mit einer Reihe von Staa- 2

ten werden Gelder, die im Rahmen kooperativer Maßnahmen gegen Drogenhandel und Drogenschmuggel beschlagnahmt
werden, unter den beteiligten Staaten
aufgeteilt. Es darf "keinen sicheren
Hafen" für Drogenhändler geben, betonte John Lawn.
Korruption stellt angesichts der
riesigen Geldsummen im Zusammenhang
mit illegalen Drogen in allen Ländern
ein Problem dar. Schon deshalb ist
internationale Schulung von Fachpersonal wichtig, damit allen Beteiligten klar gemacht wird, wie unbedingt
notwendig Integrität bei der Fahndung
und Strafverfolgung ist. Den Vereinigten Staaten ist es noch nicht gelungen, ihr Drogenproblem zu lösen.
Jedoch sind zahlreiche erfolgreiche
Programme entwickelt worden, an denen
andere Länder teilhaben könnten.

* * * * *

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