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                  <text>AMERIKA DIENST
'VON

4

12. A p r i l 1989

15
INHALT

HINTERGRUNDMATERIAL
Leichter Anstieg terroristischer Gewalttaten im Jahr 1988
- Einleitung zum Bericht des amerikanischen Außenministeriums -

Kontrollen für amerikanische Exporte
- Richtlinien des amerikanischen Außenministeriums

Hills begrüßt Durchbrüche in vier Bereichen des GATT
- Stellungnahme der Handelsbeauftragten - Zusammenfassung der
GATT-Vereinbarungen -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK

'

Unschuldige Opfer mütterlichen Fehlverhaltens
- Auswirkungen von Narkotika-Konsum in der Schwangerschaft Grundstoffe für Drogenproduktion künftig streng kontrolliert

* * * * * * *

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�AMERIKA DIENST
'^7

^

&lt;Ä&lt;

Hintergrundmaterial

12. April 1989

15

LEICHTER ANSTIEG TERRORISTISCHER GEWALTTATEN IM JAHR 1988
- Einleitung zum Bericht des amerikanischen Außenministeriums -

WASHINGTON - (AD) - Einem neuen Bericht des amerikanischen Außenministerium zufolge stieg die Zahl terroristischer Gewalttaten in aller Welt im Jahr
1988 um lediglich drei Prozent von 832 Anschlägen im Jahr 1987 auf 856. Der
am 11. April 1989 vom Büro für Terrorismusbekämpfung des Ministeriums veröffentlichte Bericht mit dem Titel "Globale Muster des Terrorismus: 1988"
stellt fest, daß erneut der Nahe Osten Zentrum terroristischer Aktivitäten
war. 313 Anschläge oder 36 Prozent aller weltweit begangenen terroristischen
Gewalttaten wurden in dieser Region verübt.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Einleitung zu diesem Bericht im Wortlaut :

Das Jahr im Überblick
Der Umfang der weltweiten terroristischen Aktivitäten blieb im Jahr
1988 nahezu unverändert und stieg gegenüber dem Jahr 1987, in dem 832
terroristische
Gewalttaten
verübt
worden waren, um drei Prozent auf 856
(i) Vorfälle an.
Erneut lag der
Schwerpunkt
internationaler
terroristischer Aktivität im Nahen Osten,
wo 313 Anschläge verübt wurden - 36
Prozent aller weltweit verübten Verbrechen dieser Art. Wenn man die vom
Nahen
Osten
ausgehenden
Anschläge
hinzuzählt, steigt der Anteil der mit
dieser Region verbundenen
Vorfälle
sogar auf 41 Prozent (ein Rückgang um
15
Prozent
gegenüber
1987).
Den
zweiten Platz mit 194 Anschlägen oder
22 Prozent nahm wiederum Asien ein,

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was hauptsächlich auf die hohe Zahl
afghanischer Terroranschläge auf Ziele in Pakistan zurückzuführen ist.
Westeuropa
lag mit 150 Anschlägen
wiederum an dritter Stelle, und Lateinamerika belegte mit 146 Vorfällen
den vierten Platz.
Afrika blieb an
fünfter Stelle mit 52 Anschlägen oder
sechs Prozent.
In Osteuropa wurden
im Jahr 1988 keinerlei Anschläge international operierender Terroristen
verzeichnet.
Drei
"spektakuläre"
Anschläge
wurden im Jahr 1988 von Terroristen
ausgeführt - die Entführung einer kuwaitischen Passagiermaschine im April, der Anschlag auf ein griechisches Ausflugsschiff vor der Küste
Griechenlands im Juli sowie höchstwahrscheinlich der Bombenanschlag auf

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�Pan Am-Flug 103 über Schottland im
Dezember.
Bei den Großoperationen
setzte sich jedoch der schon 1987
verzeichnete Trend nach unten weiter
fort.
Die Hauptfaktoren für das
schwächere Anwachsen des internationalen Terrorismus im Jahr 1988 waren:
- Anhaltende
Verbesserungen
beim
physischen Schutz staatlicher und
privater Einrichtungen erschwerten die Zielauswahl für Terroristen.
- Westliche und andere Staaten profitierten von ihrer Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung der vergangenen Jahre und
konnten weitere Terroristen festnehmen.
- Einige staatliche Förderer des
Terrorisraus, zum Beispiel Syrien
und Irak, scheinen ihre direkte
Beteiligung
am Terrorismus im
Jahr 1988 erheblich verringert zu
haben, obwohl beide Staaten weiterhin terroristischen Organisationen Unterschlupf und Ausbildung zur Verfügung stellen.
(i) Der Borabenanschlag auf den
Pfa Am-Flug 103 vom 21. Dezember 1988
wurde in diese Statistik einbezogen,
well alle bis zu diesem Zeitpunkt
vorhandenen Beweise auf einen terroristischen Anschlag hindeuten.
Ein
krimineller Sabotageakt kann jedoch
nicht völlig ausgeschlossen werden.
Die Ermittlungen dauern an, und bis
heute konnten noch keine definitiven
Schlußfolgerungen
gezogen
werden.
Durch den Anschlag wurden 270 Menschen getötet, darunter 189 Amerika:ier.
Die Aktivitäten von Milizionären
im Libanon wirkten sich weiterhin
schwächend auf die Fähigkeiten interna r.ional operierender terroristischer
Grippen aus, Operationen in Übersee
durchzuführen.
Der iranische Beschluß zur Beendigung des Krieges gegen den Irak und
zur Ausweitung der Beziehungen mit

dem Westen führte zu einer zumindest
zeitweisen Verringerung der iranischen Beteiligung am Terrorismus, obwohl Teheran weiterhin den Terrorismus als Mittel seiner Politik einsetzt - möglicherweise auch durch die
Ausübung erheblichen Einflusses auf
diejenigen, die amerikanische Bürger
im Libanon als Geiseln halten. Wir
können jedoch nicht ausschließen, daß
der Iran seine Unterstützung des Terrorismus wieder ausweiten wird, um
damit zu versuchen, angesichts des
Rückschlags im Golfkrieg sein revolutionäres Gesicht in Übersee zu wahren.

»

Trotzdem erreichte die Gesamtzahl
der terroristischen Anschläge im Jahr
1988 eine neue Rekordhöhe. Terroristen haben weiterhin das Potential,
Umfang und Wirkungsweise ihrer Aktivitäten aufrechtzuerhalten. überdies
wurde durch den höchstwahrscheinlich
von Terroristen verübten Anschlag auf
Pan Am-Flug 103 erneut die Fähigkeit
der Terroristen mit aller Schärfe
verdeutlicht, Sicherhe3 tsvorkehrungen
durch sorgfältige Planung zu überwinden. Streitigkeiten unter Rivalen im
Nahen Osten - von denen viele in der
Vergangenheit
den
internationalen
Terrorismus als politisches Instrument gegen ihre Nachbarn benutzt haben - könnten zu einem Wiederaufleben
der Gewalttätigkeiten führen.
Die Provisional Irish Republican
Army (PIRA) war erneut eine der aktivsten separatistischen Gruppen in
Europa.
Bei den separatistischen
Gruppen in Europa waren keinerlei Anzeichen festzustellen, die auf ein
Nachlassen des Einsatzes terroristischer Gewalt hindeuteten, obwohl ihre Fähigkeiten durch wirksame polizeiliche
Maßnahmen
stark
eingeschränkt wurden. Andere westeuropäische Organisationen, wie etwa die
Rote Armee Fraktion (RAF) in der Bundesrepublik Deutschland und die Roten
Brigaden (BR) bildeten weiterhin eine
Bedrohung, während die Gruppe 17. November in Griechenland ihre Aktivitäten ausweitete und unter anderem den
amerikanischen
Verteidigungsattache
ermordete. Rebellen in Lateinamerika

- 2 -

1

�und dem Fernen Osten wandten sich
verstärkt dem städtischen Terrorismus
zu.
Afghanistan scheint weiterhin
willens zu sein, den Terrorismus gegen Pakistanis zu benutzen.
Bei den im Jahr 1988 verzeichneten 856 Anschlägen international operierender Terroristen wurden 658 Personen getötet und 1 131 verletzt,
einschließlich der verletzten Terroristen. Bei der Zahl der Todesopfer
bedeutet dies gegenüber 633 im Jahr
1987 eine Zunahme, für die hauptsächlich der Bombenanschlag auf den Pan
Am-Flug 103 verantwortlich ist. Die
Zahl der Verletzten nahm jedoch gegenüber den 2 272 Personen im Jahr
1987 ab. Abgesehen von der Pan AmKatastrophe ging die Zahl der Opfer
zurück, was auf die Abnahme der Anschläge nahöstlicher Terroristen und
der von Afghanistan ausgehenden Anschläge in Pakistan zurückzuführen
ist. Obwohl nur ein vergleichsweise
geringer Anteil von Anschlägen dort
begangen wurde, erlebte Afrika bei
der Zahl der Opfer eine der höchsten
Zuwachsraten - fast 60 Prozent gegenüber der Gesamtzahl des Jahres 1987,
von 163 auf 259 Getötete und Verletzte. Der Terrorismus im Nahen Osten
und die von ihm ausgehenden Anschläge
in der übrigen Welt verursachte den
Ton von 356 Personen und Verletzungen
von 319.
Die Vereinigten Staaten mußten im
Jahr 1988 im Ausland erheblich mehr
terroristische Anschläge und Todesopfer hinnehmen, was darauf hindeutet, daß sie weiterhin ein bevorzugtes Ziel für den internationalen Terrorismus darstellen.
Die Zahl der
Anschläge gegen amerikanische Einrichtungen nahm in allen Regionen zu
und stieg von 149 im Jahr 1987 auf
185, insgesamt gab es 192 Tote und 47
Verwundete. 1987 wurden sieben Amerikaner getötet und 47 verwundet.
Wie schon 1987 fanden die meisten Anschläge gegen amerikanische Bürger
und Einrichtungen - 60 Prozent - in
Lateinamerika statt. Etwa 20 Prozent
der gegen die Vereinigten Staaten gerichteten Anschläge wurden in Asien,

zehn Prozent im Nahen Osten und neun
Prozent in Westeuropa verübt. In Afrika wurde ein Anschlag ausgeführt.
In insgesamt 68 Ländern wurden
Bürger und Einrichtungen aus 79 Ländern Zielscheibe des internationalen
Terrorismus. Terroristen verüben ihre Anschläge zumeist - 77 Prozent aller Anschläge weltweit - weiterhin
auf die am wenigsten geschützten Ziele, wie Geschäfte und Touristen. Die
Übergriffe auf Regierungseinrichtungen und andere staatliche Ziele nahmen in nur geringem Umfang ab - von
25 Prozent aller Anschläge im Jahr
1987 auf 23 Prozent im Jahr 1988.
Viele Anschläge wurden auf Personen
verübt und betonen damit die Notwendigkeit besserer Kenntnis von persönlichen Sicherheitsmaßnahmen.
Terroristische Anschläge richteten sich
in geringerem Umfang gegen zivile
Einrichtungen der Streitkräfte (ii),
38 Mal im Jahr 1988 gegenüber 88 Mal
im Jahr 1987 - was zum Teil auf die
stark verschärften Sicherheitsvorkehrungen zurückzuführen ist und auch
einen Wandel in der ideologischen
Ausrichtung vieler Gruppen widerspiegelt, der ihr Interesse an solchen
Zielen abklingen läßt.
(ii) Dies sind terroristische Anschläge, da das angegriffene Personal
oder die Einrichtungen der Streitkräfte sich nicht im Kampf befinden.
Ein Beispiel hierfür ist die Ermordung des amerikanischen Verteidigungsattaches Captain William Nordeen
in Athen im Juni 1988, der Bombenanschlag auf eine Fernmeldeeinrichtung
der US-Air Force in Spanien im April
1988 und die Ermordung von vier USMarines außer Dienst in einem Strassencafe in San Salvador im Juni 1985.
Die Anzahl der Anschläge variierte nach Art und Weise gegenüber 1987
nur wenig. Terroristen verübten zumeist Bombenattentate (48 Prozent aller Übergriffe), den zweiten Platz
nahmen Brandanschläge ein (28 Prozent),
dahinter
lagen
bewaffnete
Übergriffe (15 Prozent). Terroristen
bedienten sich 1988 in geringerem Um-

- 3 -

�fang (vier Prozent) der Entführung
als ihrem Mittel zum Zweck, die meisten Entführungen (12 von 32 insgesamt weltweit) wurden in Lateinamerika durchgeführt, eine Veränderung gegenüber 1987, wo der Nahe Osten an
erster Stelle stand (mit 30 von 53
Entführungen).
Der
internationale
Terrorismus
wird weiterhin in erheblichem Umfang
staatlich gefördert. 1988 war jedoch
hier ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Einige wichtige Länder im
Nahen Osten, die Anschläge terroristischer Vereinigungen in hohem Maße
gefördert haben, suchen ihre Beteiligung mit Stellvertretern und anderen
Mitteln zu verbergen. Anschläge mit
nachweislicher staatlicher Beteiligung gingen von 189 im Jahr 1987 auf
177 im Jahr 1988 zurück und nahmen
somit um sieben Prozent ab. Von Afghanistan unterstützte internationale
Terroranschläge machten dabei 1988
mit 124 den größten Teil aus, gegenüber 125 im Jahr 1987 und 29 im Jahr
1986.
Unserer Ansicht nach gingen internationale Terroranschläge dreier
Länder, die sich am stärksten internationalem Druck ausgesetzt sahen Tran, Libyen und Syrien - zurück.
1983 wurden dem Iran 32 Anschläge zugeschrieben, gegenüber 45 im Jahr
1.987, was hauptsächlich auf das Ende
des Krieges mit dem Irak und Bemühungen um westliche Wirtschaftshilfe zurückzuführen ist. Libyen soll 1988
an sechs Anschlägen beteiligt gewesen
sein und unterstützt weiterhin Extremisten und terroristische Vereinigungen. Über eine direkte Beteiligung der syrischen Regierung an Anschlägen dieses Jahres liegen keine
Beweise vor. Wir wissen noch nicht,
welche Rolle sie unter Umständen beim
Absturz des Pan Am-Fluges 103 gespielt haben könnten.
Zehn Länder waren Schauplätze von
etwa 75 Prozent aller Anschläge des
Jahres 1988. Gestaffelt nach Häufigkeit sind dies Israel, der GazaStreifen
und
das
West-Jordanland

(insgesamt 29 Prozent), Pakistan (15
Prozent), Kolumbien (zehn Prozent),
Spanien
(sieben Prozent), Libanon
(drei
Prozent),
Bundesrepublik
Deutschland
(drei
Prozent)
sowie
Zimbabwe, Südkorea, Peru und Frankreich (jeweils zwei Prozent).
Die Zahl der vom Nahen Osten aus
verübten Anschläge außerhalb dieser
Länder ging 1988 auf 45 zurück (gegenüber 50 im Jahr 1987) - wenn jedoch das Bombenattentat auf den Pan
Am-Flug 103 dem Nahen Osten zugeschrieben werden kann, steigt damit
die Zahl der Todesopfer erheblich.
In Westeuropa wurden 30 Anschläge
verübt, die meisten davon in Ländern,
in denen Gruppen aus dem Nahen Osten
seit mehreren Jahren aktiv sind.
Acht Anschläge wurden in der Türkei
verübt,
jeweils
vier
in Zypern,
Frankreich
und
der Bundesrepublik
Deutschland, drei in Großbritannien,
jeweils einer in der Schweiz, in Dänemark, Griechenland, Italien, Norwegen, Spanien und Portugal. Bei den
Anschlägen in Westeuropa gab es 291
Tote - einschließlich der 189 amerikanischen Bürger auf dem Pan Am-Flug
103 - und 147 Verwundete. Im Jahr
1987 wurden in der Region von Terroristen aus dem Nahen Osten 19 Personen getötet und 47 verwundet. Vier
Anschläge in Lateinamerika fielen mit
dem zweiten Jahrestag des amerikanischen Luftangriffs auf Libyen zusammen. Die Hauptverdächtigen wurden
bereits in der Vergangenheit von Libyen unterstützt.

* * * * *

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

12. April 1989

15

KONTROLLEN FÜR AMERIKANISCHE EXPORTE
- Richtlinien des amerikanischen Außenministeriums -

WASHINGTON - (AD) - Die im April vom amerikanischen Außenministerium veröffentlichten Richtlinien dienen als Leitfaden für außenpolitische Entscheidungen der Vereinigten Staaten.
Die Bush-Administration hat sich
der Förderung amerikanischer Exporte
verschrieben.
Exporte schaffen Arbeitsplätze und Gewinne und dank der
Exporte können wir lebenswichtige Güter zur Befriedigung der Binnennachfrage importieren.
Die Vereinigten
Staaten verhängen jedoch bestimmte
Kontrollen, um sicherzustellen, daß
die Exporte im Einklang mit ihrer
Außenpolitik
stehen.
Die meisten
Kontrollen erstrecken sich auf Geräte
und Technologie, die für die Volkswirtschaft des importierenden Landes
von Bedeutung sind. Sie machen dem
Wert nach weniger als fünf Prozent
der derzeitigen amerikanischen Exporte aus.

von 1979 weltweit und/oder landesweit
auf zehn Zielbereiche Anwendung.

Kontrollen für Gerät, das für
Terroranschläge verwendet werden kann
Im Rahmen der ihm gemäß Abschnitt
6 (j) des EAA verliehenen Befugnis
hat der Außenminister Kuba, Iran,
Libyen, Nordkorea, Syrien und die
Volksrepublik Jemen zu Ländern erklärt, die wiederholt den internationalen Terrorismus unterstützt haben.
Über für sie bestimmte Produkte sind
umfangreiche, landesspezifische Exportkontrollen verhängt worden.

Diese außenpolitischen Kontrollen
finden gemäß dem Export-Gesetz (EAA)

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�Kontrollen für Gerät, das bei
Verbrechen elgesetzt werden kann
Diese Kontrollen regeln den Export von Instrumenten und Gerät zur
Verbrechenskontrolle
und -ermittlung
und der damit verbundenen Technologie
weltweit, mit Ausnahme der NATO-Mitgliedstaaten sowie Japan, Australien
und Neuseeland. Im allgemeinen werden Lizenzen vergeben, es sei denn,
Bedenken liegen gegen die Regierung
des importierenden Landes bezüglich
einer Verletzung der Menschenrechte
vor
(zum Beispiel Südafrika und
Chile).

Kontrolle der regionalen Stabilität
Exporte von zur Herstellung von
Waffen und militärischem Gerät verwendeten Produkten werden überprüft,
im sicherzustellen, daß solche Exporte die Stabilität der Region oder des
Bestimmungslandes nicht unterminieren.

Kontrollen für die Bekämpfung der
Apartheid
Die Vereinigten Staaten verbieten
den Export von Ausrüstungsgegenstände
für Militär und Polizei nach Südafrika und Namibia, ferner den Export von
Computern an Regierungsbehörden, die
eine Politik der Apartheid durchführen, Einrichtungen für Herstellung
und Verwendung von nuklearem Material
und alle Güter, die unter das obligatorische Waffenembargo der Vereinten
Nationen fallen. (Das Finanzministerium verbietet den Import von 13 Warenkategorien aus Südafrika, einschließlich landwirtschaftlicher Produkte, Eisen, Stahl, Uran und Gold in
allen Erscheinungsformen).

Kontrolle von Raketentechnik
Die Vereinigten Staaten helfen
anderen Länder bei der friedlichen
Nutzung und Erforschung des Weltraums, suchen aber die Entwicklung
von Trägersystemen für Waffen einzu-

dämmen. Die Vereinigten Staaten beschränken weltweit den Export von
vielseitig verwendbaren Ausrüstungsgegenständen und Materialien, die ihrem Chrakter nach kommerziell sind,
aber auch der Entwicklung von Raketensystemen dienen könnten.

Kontrollen der Vorläufer chemischer
und biologischer Waffen
Die Vereinigten Staaten kontrollieren gemeinsam mit ihren Verbündeten den weltweiten Export von neun
chemischen Verbindungen, die bei der
Herstellung chemischer Waffen Anwendung finden können. Zusätzlich wird
der Export von 31 chemischen Verbindungen in genau bezeichnete Bestimmungsländer kontrolliert.
Gegenwärtig ist der Export aller 40 chemischen Verbindungen in den Iran, Irak,
nach Libyen und Syrien verboten.
Ähnliche Kontrollen gelten für viele
Arten von Bakterien, Pilzen, Einzellern, Toxinen, Viren und Giften.

Kontrolle von Atomenergie
Die Vereinigten Staaten leisten
anderen Ländern bei der friedlichen
Nutzung ihrer Kernenergie aktive Hilfestellung, suchen aber gleichzeitig
die Verbreitung von Kernwaffen einzudämmen. Aus diesem Grunde kontrollieren die Vereinigten Staaten Exporte von Waren oder Technologie, die
bei mißbräuchlicher Verwendung im Importland zur Herstellung von nuklearen SprengsäLzen
verwendet werden
könnte. Das Gesetz zur Atomenergie
mit seiner Zusatzklausel über nukleare Nicht-Weiterverbreitung
schreibt
diese Kontrolle vor. Bevor die Vereinigten Staaten den Export gestatten, wird überprüft, wie das Exportgut möglicherweise verwendet wird, ob
die Regierung des Käuferlandes den
Vertrag über die Nicht-Weiterverbreitung von Kernwaffen unterzeichnet hat
und ob angemessen gewährleistet werden kann, daß die Güter oder das daraus hergestellte atomare Material
nicht etwa zur Entwicklung von Kernwaffen benutzt werden.

2 -

�Kontrollen für knappe Güter

Kontrollen des Finanzministeriums

Kontrollen sind gelegentlich notwendig, um die Binnenwirtschaft vor
einem übermäßigen Abfluß knapper Materialien zu schützen. Der Kongreß
hat per Gesetz dem Export von Rohöl
und Erdgas, raffinierten Mineralölund Gasprodukten, von Helium, Ammonium und unverarbeiteten Rotzedernstämmen aus dem Westen sowie dem Export von Pferden auf dem Seeweg (um
die nichtgenehmigte Schlachtung im
Ausland zu verhindern) Beschränkungen
auferlegt.

Die meisten Handels- und Finanztransaktionen mit Kambodscha, Cuba,
Libyen, Nordkorea und Vietnam unterliegen vom Finanzministerium verhängten Embargos.
Dieses kontrolliert
den direkten Handel zwischen den Vereinigten Staaten und Nicaragua sowie
einen Teil der finanziellen Transaktionen mit Panama und Südafrika.
Ferner regelt es bestimmte Importe
aus dem Iran und Südafrika.

Leitlinien für Exporteure
Kontrollen für Supercomputer
Aus außenpolitischen Gründen verlangen die Vereinigten Staaten weltweit die individuelle Genehmigung für
Exporte \ron Supercomputern.

Exporteure sollten die einschlägigen Exportrichtlinien (U.S. Export
Administration Regulations) in der
Ausgabe von 1988-89 studieren. Informationen über die Handels- und Finanzkontrollen für Kambodscha, Cuba,
Iran, Libyen, Nicaragua, Nordkorea,
Panama und Vietnam sind beim Office
of Foreign Assets Control des amerikanischen Finanzministeriums erhältlich.

* * * * * *

- 3 -

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'VON

Hintergrundmaterial

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12. April 1989

15

HILLS BEGRÜSST DURCHBRÜCHE IN VIER BEREICHEN DES GATT
- Stellungnahme der Handelsbeauftragten - Zusammenfassung der
GATT-Vereinbarungen WASHINGTON - (AD) - Nach Beendigung der Genfer GATT-Zusammenkunft erklärte die amerikanische Handelsbeauftragte, Botschafterin Carla Hills, in einer
am 8. April 1989 von ihrem Büro veröffentlichten Stellungnahme, der starke
Wunsch aller Teilnehmerstaaten bei den Handelsgesprächen der Uruguay Runde in
Genf zu deren erfolgreichem Abschluß habe zu einem Durchbruch bei "Rahmen"Vereinbarungen in den Bereichen Landwirtschaft, geistiges Eigentum, Textil und
Bekleidung sowie Importschutzklauseln geführt.
Nachfolgend veröffentlichen wir den Text von Hills Stellungnahme sowie
eine Zusammenfassung der vier Vereinbarungen:

Die amerikanische Handelsbeauftragte Carla Hills kündigte heute
eine Vereinbarung über die Grundlagen
für abschließende Maßnahmen im Rahmen
der Uruguay-Runde multilateraler Handelsgespräche an, die im Dezember
1990 abgeschlossen sein soll.
In
dieser Woche sind Unterhändler aus
über 100 Ländern im Sitz des GATT in
Genf zusammengetreten, um ein Paket
von "Rahmenvereinbarungen" auszuarbeiten, die in der Endphase dieser
wichtigen Handelsgespräche zur Stärkung der Regeln im Welthandel als
Leitlinien dienen sollen.
Die Zusammenkünfte zwischen hochrangigen Ländervertretern zielten auf
Abschlüsse in Teilbereichen des Zwischenbilanzprozesses ab, die bei Beendigung
der Ministergespräche im

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vergangenen Dezember in Montreal offen geblieben waren. Bei den diese
Woche stattfindenden Gesprächen wurden die noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten in vier Teilvereinbarungen - Landwirtschaft, geistiges
Eigentum
und
Importschutzklauseln
beigelegt.
Die Unterhändler haben
sich auf elf weitere Rahmenvereinbarungen geeinigt, die in Montreal ausgearbeitet wurden, die Resolution zu
den vier Abschlußvereinbarungen jedoch "bis auf weiteres" vertagt.
Zum Ergebnis der Zusammenkünfte
äußerte sich Botschafterin Hills wie
folgt:
"Wir freuen uns, daß der tote
Punkt der Zwischenrunde überwunden
ist. Aufgrund des starken Wunsches

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�aller Länder, hier Erfolge zu erzielen, ist uns ein Durchbruch gelungen
(...)
Vor uns liegen schwierige Verhandlungen, aber wir haben jetzt einen Rahmen geschaffen, der intensivere Verhandlungen zulassen wird, die
den von den Vereinigten Staaten in
der Uruguay-Runde verfolgten Zielsetzungen förderlich sind. (...)
Wenn
wir in jedem der 15 Verhandlungsbereiche ein Schlußabkommen erzielen
können, wird das Welthandelssystem
erheblich gestärkt werden. Dies erfordert aber bindende Verpflichtungen
unserer Handelspartner, keine einseitigen Konzessionen der Vereinigten
Staaten. (...)
In der Landwirtschaft
muß das Schlußabkommen grundlegende
Reformen in allen Ländern hervorbringen.

multilateralen
unterbreiten.

Die in dieser Woche erzielten
vier Vereinbarungen enthalten folgende Punkte:

Dieses Abkommen ist insofern von
Bedeutung, als es die Verhandlungen
über handelsbezogene Rechte an geistigem Eigentum (TRIPS) aus der verfahrensmäßigen Sackgasse geführt hat,
in der sie seit Anbeginn steckten.
Der Rahmen bietet eindeutige Richtlinien für die Unterhändler, daß Verhandlungen in Richtung auf ein umfassendes Abkommen über TRIPS folgendes
beinhalten sollten: 1. angemessene
und umfangreiche Normen für geistiges
Eigentum, 2.
wirksame Mittel zur
Durchsetzung dieser Normen und 3.
wirksame und unverzügliche Schlichtungsverfahren.

Landwi rt schaf t
Das Agrarabkommen umreißt Umfang
und Verfahren für die in den kommenden 18 Monaten stattfindenden Verhandlungen.
Das langfristige Ziel
dieser Verhandlungen besteht in einem
stufenweisen maßgeblichen Abbau der
Agrarsubventionen und protektionistischen Maßnahmen, der Restriktionen
und Verzerrungen der internationalen
Agrarmärkte beheben und verhindern
wird.
Alle Maßnahmen, die direkt
oder indirekt Importzugang und Exportwettbewerb betreffen, müssen während der letzten Sitzungsrunden auf
den Verhandlungstisch gelegt werden.
Vor Ablauf dieses Jahres werden die
Teilnehmer Vorschläge unterbreiten,
um ein faires und marktorientiertes
Agrarhandelssystem sowie die vorgeschlagenen Bestimmungen und Verfahrensweisen zur Regelung des neuen Systems zu verwirklichen. Die Teilnehmer werde bis zu diesem Zeitpunkt
ferner ihre Vorschläge zur Harmonisierung der Hygienevorschriften für
pflanzliche und tierische Produkte
und der vorgeschlagenen Methoden zur
Verbesserung des damit verbundenen

Schlichtungsverfahrens

Die Minister verständigten sich
außerdem darauf, im Jahr 1991 mit der
Verwirklichung der langfristigen Reform zu beginnen.
Kurzfristig besteht Einigung dahingehend, die Subventionen und protektionistischen Maßnahmen im Inland
und für Exporte auf dem Niveau von
1989 oder darunter zu halten. Bis
Oktober dieses Jahres werden die Minister Einzelheiten des beabsichtigten Subventionsabbaus und der Schutzmaßnahmen für 1990 vorlegen.

Geistiges Eigentum

Diese Verhandlungen sind für die
Vereinigten Staaten ein Schlüsselelement der Verhandlungen der UruguayRunde.
Unser Ziel besteht darin,
durch ein solches Abkommen die durch
das Fehlen von angemessenem und wirksamem Schutz der Rechte an geistigem
Eigentum auf der ganzen Welt verursachten Verzerrungen und Behinderungen des internationalen Handels anzusprechen.
Wirtschaftliche Verluste
aufgrund des Fehlens solcher Schutzmaßnahmen beliefen sich einer Studie
der
amerikanischen
internationalen
Handelskommission aus dem Jahr 1988
zufolge im Jahr 1986 auf schätzungsweise 43 bis 61 Milliarden Dollar.

�Die Bestrebungen der Vereinigten
Staaten, diese Verhandlungen voranzubringen, wurden durch das aktive Interesse und die Beteiligung von Kongreß und Privatsektor vehement unterstützt. Aufgrund dieser gemeinsamen
Bemühungen nimmt das Bewußtsein für
die Bedeutung von angemessenem und
wirksamem Schutz der Rechte an geistigem Eigentum in den Vereinigten
Staaten und im Ausland zu. Das Beharren der Vereinigten Staaten, dieses Thema im GATT anzusprechen, wird
jetzt von einer maßgeblichen Zahl
ihrer Verhandlungspartner unterstützt.

Textilien und Bekleidung
Der vereinbarte Text zu Textilien
und Bekleidung erkennt die Bedeutung
dieses Sektors in der Uruguay-Runde
an und spiegelt die Übereinkunft aller Teilnehmer wider, substantielle
Verhandlungen über Modalitäten zu
führen, die letzten Endes die Integration dieses Bereichs gemäß der
Vereinbarung von Punta del Este im
Jahr 1986 in das GATT gestatten könnten.
Jegliche Integration dieser Art
müßte eine erhebliche Stärkung der
GATT-Regelungen und Ordnungen enthalten, wenn diese von Handelspraktiken
im
Textilbereich
betroffen
sind.
Solche Regelungen und Ordnungen sollen zusätzlich in der Uruguay-Runde
ausgehandelt werden.

Mitleidenschaft gezogen wurden. Seit
vielen Jahren wird von den Vertragsparteien des GATT anerkannt, daß die
Verfügungen von Artikel XIX eindeutiger gefaßt werden müssen.
Die zu den Schutzmaßnahmen vereinbarte Sprachregelung erlaubt Fortschritte bei der Arbeit dieser Verhandlungsgruppe ohne die Position der
Teilnehmer im Hinblick auf das Hauptthema der Verhandlungen zu präjudizieren. Die Vereinbarung sieht eine
Frist für die Erstellung eines Textentwurfs bis Juni vor, der während
der Restdauer der Uruguay-Runde als
Verhandlungsgrundlage
dienen
soll.
Die Delegationen werden ermuntert, so
bald wie möglich ihre eigenen Vorschläge zu unterbreiten, möglichst
bis Ende April.
Das Rahmenabkommen unterstreicht
die Bedeutung, die dem Abschluß einer
Gesamtvereinbarung zur Schaffung multilateraler Kontrolle über Schutzklauseln zukommt, darunter sogenannte
"Grauzonen-Maßnahmen", die zur Zeit
keiner multilateralen Kontrolle unterliegen. Das Ziel der Verhandlungen besteht darin, solche Maßnahmen
entweder multilateraler Kontrolle zu
unterwerfen oder sie zu beseitigen.

Die Teilnehmer bekräftigten, daß
Verhandlungen in diesem Bereich zur
weiteren Liberalisierung des Handels
beitragen und sich alle Teilnehmer
(Industrie- und
Entwicklungsländer)
um eine Verbesserung der Situation im
Handel bemühen sollten.

Schutzklauseln
Artikel XIX des GATT enthält Verfahren zur Gewährung befristeter Maßnahmen gegen Importe, um diejenigen
heimischen Industriezweige zu schützen, die von Importen ernsthaft in
- 3 -

* * * * * *

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Ott

VON

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AMERIKA DIENST
Wissenschaft und Technik

12. April 1989

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UNSCHULDIGE OPFER MÜTTERLICHEN FEHLVERHALTENS
- Auswirkungen von Narkotika-Konsum in der Schwangerschaft -

WASHINGTON - (AD) - Über die schädlichen Auswirkungen von Marihuana- und
Kokain-Konsum während der Schwangerschaft auf das Baby gibt es mittlerweile
Informationen genug - von der katastrophalen Wirkung von Herion gar nicht zu
reden. Aber woran liegt es, daß die Appelle der Mediziner an die Verantwortung der Schwangeren in den Wind gesprochen scheinen?

Hochgerechnet aus den Ergebnissen
von Untersuchungen in 36 amerikanischen Kliniken dürften in den USA
jährlich etwa 375 000 Babies zur Welt
kommen, die daran leiden müssen, daß
ihre Mütter Kokain nahmen, Marihuana
und Zigaretten rauchten und nicht auf
Alkohol verzichteten. Und nur selten
sind diese Gifte einzeln wirksam.
Die Regel ist vielmehr die Kombination, noch verstärkt durch den Umstand, daß solche Schwangere meist
nicht auf ordnungsgemäße Ernährung
achten. Und da die Kokainwelle inzwischen Europa erreicht hat, ist
hier mit ähnlichen Problemen zu rechnen.
Die Ergebnisse der bisher umfassendsten, mit wissenschaftlichen Untersuchungen auch zu den variablen

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Faktoren aufs Beste belegten amerikanischen Studie zu diesem Komplex wurden im renommierten "New England
Journal of Medicine" (Ausgabe 23.
März 1989) veröffentlicht. In einem
telefonischen Interview von USIA (USInformationsamt, Washington) mit Dr.
Barry Zuckerman (Boston) plädierte
der Forscher für spezielle Hilfeprogramme, die es suchtstoffabhängigen
Schwangeren leichter machen, auf Drogen und für das Kind gefährliche Genußmittel zu verzichten. Zuckerman,
Professor für Kinderheilkunde und Direktor der Abteilung Entwicklungsund Verhaltenspädiatrie am "Boston
City Hospital", hatte diese Studie
geleitet. Insgesamt waren 1226 Frauen während der Schwangerschaft und
nach der Geburt des Kindes sowie besonders gründlich - die Babies in

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�die Untersuchungen einbezogen.
Durch Befragen der werdenden Mütter und die Analyse von Urinproben
wurde ermittelt und nachgewiesen, ob
sie Marihuana oder Kokain konsumierten.
Außerdem waren Zigarettenrauchen und Alkohol wichtige Punkte.
Mit den Urinuntersuchungen wurden
auch jene Frauen erfaßt, die Drogenkonsum nicht zugeben wollten. Die
Stoffwechselprodukte
von
Marihuana
können sieben bis zehn Tage, die von
Kokain bis zu drei Tage nach Aufnahme
der Drogen im Urin nachgewiesen werden. Das fettlösliche Kokain schadet
dem Fötus auf ganz besondere Weise:
Es überwindet mit Leichtigkeit die
Plazenta, aus der der Fötus ernährt
wird. Sein wasserlösliches Nebenprodukt aus dem fetalen Stoffwechsel,
Norcocain, verbleibt
über längere
Zeit in der Amnionflüssigkeit und
wird vom Fötus aufgenommen, ausgeschieden und von neuem aufgenommen.
Geringeres
Gewicht,
geringere
Körpergröße und, bei Kokainmißbrauch,
auch kleinerer Schädelumfang des Kindes sind jetzt erwiesen. Zuckerman
und Mitarbeiter fanden durchschnittliche Minus-Werte bei Babies, deren
Mütter Marihuana genommen hatten, von

79 Gramm für Gewicht und 0,5 Zentimeter für die Körperlänge, bei Kindern
von
Kokain-Konsumentinnen
von
93
Gramm beim Gewicht und 0,7 Zentimeter
bei der Körpevlänge, dazu von 0,43
Zentimeter bei der Kopfgröße.
In der letztgenannten Gruppe seien bereits unmittelbar nach der Geburt Auswirkungen auf die neurologischen Funktionen zu erkennen, sagte
Prof Zuckerman. Die Babies scheinen
sehr leicht irritierbar zu sein, was
die Pflegeperson und damit auch deren
Beziehung zum Kind stark belasten
könne.
Verhaltensstörungen in der
weiteren Entwicklung seien zu befürchten. Die Sterblichkeitsrate untergewichtiger Babies sei größer, der
plötzliche Kindstod häufiger.
Die
Gefahr von Mißbildungen an den Genital- und Harnwegsorganen einschließlich der Nieren ist bei Kokainbabies
erhöht.
Neurologische Ausfälle und
Anomalien sind jedoch besonders häufig. Bei einer der zahlreichen Einzelstudien zeigte sich, daß mit einer
entsprechenden vom Arzt und von Eltern angewandten Therapie Verhaltensstörungen und motorische Probleme etwas gemildert werden können.

* * * * * *

�AMERIKA DIENST
VON

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Wissenschaft und Technik

12. April 1989

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GRUNDSTOFFE FÜR DROGENPRODUKTION KÜNFTIG STRENG KONTROLLIERT

WASHINGTON - (AD) - Mit Inkrafttreten der neuen Durchführungsbestimmungen
zum Chemikalien-Gesetz von 1988 drei Monate nach deren Veröffentlichung Ende
April dürfte die illegale Drogenherstellung erheblich schwieriger werden.
Chemiefirmen sind dann verpflichtet, über Lieferungen Buch zu führen und bestimmte Transaktionen der DEA (U.S. Drug Enforcement Administration - US-Bundesbehörde für Strafverfolgung von Drogendelikten) zu melden.
Die Bestimmungen sollen das Abzweigen legaler chemischer Stoffe für
die Produktion illegaler Drogen verhindern. Sie verpflichten Verteiler,
Importeure und Exporteure von 20 bestimmten Chemikalien dazu, über den
Verkauf bei Überschreiten einer bestimmten Menge Buch zu führen, ihre
Kunden zu nennen, verdächtige oder
ungewöhnliche Aufträge dem Justizministerium zu melden und im voraus
Einfuhren und Exporte anzumelden.
Der Justizminister, der dem DEA untersteht, kann Importe und Exporte
stornieren, wenn er zu der Schluß
kommt, "daß solche Lieferungen zur
heimlichen Herstellung einer der Kontrolle unterliegenden Substanz abgezweigt werden können".
Die Buchführung

über Transaktio-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

nen erleichtert es den Mitarbeitern
der Strafverfolgungsbehörden, den Weg
gewisser Chemikalien zur ursprünglichen Quelle zurückzuverfolgen und
Beweismaterial für Gerichtsverfahren
zu sichern. Drogenhändler verschaffen sich solche Chemikalien von Lieferanten, die möglicherweise die wahren Motive ihrer Kunden nicht kennen
oder ihnen gleichgültig gegenüberstehen. Außerdem gebe es, wie Gene R.
Haislip von der DEA sagte, eine kleine Zahl "wilder Chemiefirmen", die
nur die Aufgaben haben, Chemikalien
an Drogenproduzenten zu verkaufen.
Diese Transaktionen werden auf ganz
ähnliche Weise getarnt - man könnte
auch sagen: 'gewaschen' - wie Gewinne aus dem Rauschgifthandel.
'Bis jetzt gab es in den USA kein

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�Bundesgesetz für Kontrollen über chemische Grundstoffe oder Chemikalien,
die für bestimmte Prozesse wichtig
sind", sagte Robert Angarola, ein Anwalt, der sich auf die Rechtslage im
Zusammenhang mit Lebensmitteln und
Suchtstoffen spezialisiert hat. Zwar
erwägen einige Bundesstaaten entsprechende Gesetze, jedoch hat bisher nur
Kalifornien eine solche Regelung in
Kraft gesetzt.
Die DEA-BeStimmungen gehen laut
Angarola auch weit über das hinaus,
was die USA im Rahmen der Konvention
von Wien der Vereinten Nationen (vom
Dezember 1988) zur Bekämpfung des
Handels mit Suchtstoffen zu unternehmen hätten. Artikel 12 der Konvention verpflichtet jedes Land, alle
Maßnahmen zu ergreifen, "die es für
angemessen hält", um das Abzweigen
von Chemikalien für die illegale Herstellung von Suchtstoffen zu verhindern. Die USA sollten andere Signatarstaaten auch künftig drängen, dieser Verpflichtung nachzukommen. Als
größter Konsument solcher illegalen
Produkte müßten sie konkret demonstrieren, daß sie selbst aktiv sind.
Auf der anderen Seite könnten sich
daraus jedoch Einschränkungen für die
amerikanische
Industrie ergeben
Einschränkungen, die andere Staaten
möglicherweise scheuen würden.

Um die Chemiefirmen nicht mit bürokratischer Arbeit zu überlasten,
setzte die DEA, die für die praktische Durchführung
des Programms
verantwortlich "'-3t, eine Art Schwellenwert fest - d.h. höchstzulässige
Mengen, über die nicht Buch geführt
werden muß. Auch können Firmen weiterhin mit "regulären Kunden" nach
Abgabe nur eines Berichtes Geschäfte
tätigen. Die Vertraulichkeit in bezug auf Geschäftsgeheimnisse und finanzielle Informationen bleibt bei
Anwendung des Gesetzes gewahrt. Um
es voll auszuschöpfen, müsse jedoch
auch der Zoll mitarbeiten, um unvollständig ausgefüllte Dokumente ausfindig zu machen und jene herauszufinden, die sich dem Gesetz entziehen
wollen.
Haislip verlangte außerdem
den Auf- und Ausbau internationaler
Kontrollen in anderen Ländern ähnlich
jenen, die in den USA entwickelt werden.

* * * * * *

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