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                  <text>1 . Februar 1989

INHALT

DOKUMENTATION
Bumst

Erfolg der Pariser Erklärung muß ausgebaut werden

- Erklärung vor dem auswärtigen Ausschuß des Senats -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK

Technologie für Behinderte
- Computer - Mittler zur Umwelt

*

United States Information Service
Embassy of the United States of America

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�«&amp;*?*&lt;

AMERIKA DIENST
Dokumentation
1. Februar 1989

BURNS:

ERFOLG DER PARISER ERKLÄRUNG MUSS AUSGEBAUT WERDEN

- Erklärung vor dem auswärtigen Ausschuß des Senats -

WASHINGTON - (AD) - Dem Direktor des US-Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung, William Burns, zufolge müssen sich die Teilnehmerstaaten der Pariser
Konferenz über chemische Waffen noch energischer um die Beseitigung dieser
Waffen bemühen.
Vor dem auswärtigen Ausschuß des Senats lobte Burns am 24. Januar 1989 die
Erklärungen der beteiligten Staaten gegen chemische Kriegführung sowie die
eingebrachten Vorschläge für deren Abschaffung. Es müsse aber noch mehr getan
werden. "Unsere Aufgabe besteht jetzt darin, auf dem Erfolg von Paris aufzubauen", erklärte er.
Die Erklärung von Burns vor dem Ausschuß hat folgenden Wortlaut:

Ich freue mich über die Gelegenheit, mich heute morgen mit Ihnen
treffen zu können, um über die Ergebnisse der kürzlich in Paris abgehaltenen Konferenz zum Einsatz chemischer Waffen zu berichten. Wie Sie
wissen, fand diese Konferenz, an der
149 Staaten teilnahmen, vom 7. bis
11. Januar 1989 statt. Die Delegation der Vereinigten Staaten wurde
von Außenminister Shultz geleitet.
Ich war zunächst sein Stellvertreter
und wurde nach seiner Abreise aus
Paris am 8. Januar Delegationsleiter.
Unserer Delegation gehörten Senator
Nickles und der Abgeordnete Cheney
sowie Vertreter verschiedener Regierungsbehörden an.
Am 28. September des vergangenen
Jahres forderte Präsident Reagan die
Parteien des Genfer Protokolls sowie
andere betroffene Staaten auf, eine

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Konferenz zu veranstalten, um Maßnahmen zur Stärkung der Normen gegen den
völkerrechtswidrigen Einsatz chemischer Waffen zu beraten. Diese Aufforderung war ein Zeichen unserer Besorgnis über die gefährliche Verbreitung und den neuerlichen Einsatz chemischer Waffen.
Die Administration
hatte es sich zum Ziel gesetzt, die
vorgeschlagene Konferenz zu nutzen,
um der Aushöhlung
internationaler
Normen gegen den verbotenen Einsatz
chemischer Waffen Einhalt zu gebieten, Normen, die sich in der Vergangenheit bewährt hatten.
Präsident Mitterrand aus Frankreich, dessen Regierung als Treuhänder des Genfer Protokolls von 1925
fungiert, machte sich unsere Besorgnisse zu eigen und bot an, die vorgeschlagene Konferenz in Paris auszurichten.
Aufgrund außergewöhnlicher

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�Bemühungen seitens der französischen
Regierung wurde die Konferenz in der
kurzen Frist von vier Monaten organisiert und abgehalten.
Selten hat die internationale
Staatengemeinschaft so rasch und mit
solch
einhelliger
Entschlossenheit
auf ein dringliches internationales
Problem reagiert. Nahezu jedes Land
der Erde war bei der Konferenz vertreten, fast die Hälfte auf Außenministerebene.
Die Konferenz hat einen überwältigenden weltweiten Konsens geschmiedet.
In ihren Erklärungen vor dem
Plenum sowie in der einmütig verabschiedeten AbSchlußerklärung nahmen
die teilnehmenden Staaten energisch
und prinzipiell gegen den verbotenen
Einsatz und die gefährliche Verbreitung
chemischer
Waffen
Stellung.
Ferner bekräftigten sie ihre Unterstützung für die andauernden Bemühungen der Genfer Abrüstungskonferenz,
ein umfassendes, wirksam verifizierbares und wirklich weltweites Verbot
von Entwicklung, Herstellung und Lagerung chemischer Waffen auszuhandeln.
Das Ziel der Pariser Konferenz
bestand nicht darin, einzelne Länder
wegen des Einsatzes chemischer Waffen
in der Vergangenheit an den Pranger
zu stellen.
Wäre dies tatsächlich
unser Ziel gewesen, hätten mehrere
äußerst wichtige Staaten des konfliktgeschüttelten Nahen Ostens nicht
teilgenommen. Stattdessen sollte die
Konferenz den Blick in die Zukunft
richten: Um den Einsatz generell zu
verurteilen und das weltweite politische Engagement für die internationalen Normen gegen den verbotenen
Einsatz chemischer Waffen zu bekräftigen. Auch war die Konferenz nicht
als Verhandlungsforum
gedacht, um
diese internationalen Normen zu überarbeiten. Ihre Aufgabe bestand vielmehr darin, die Gültigkeit der bestehenden Beschränkungen, insbesondere
des Genfer Protokolls, wiederherzustellen.
Darüber hinaus gab es einige andere Bereiche, in denen sich die Vereinigten Staaten - wie Außenminister

Shultz in seiner Rede
Fortschritte erhofften:

ausführte

- Internationale Unterstützung für
die Überprüfung von Behauptungen
über den Einsatz chemischer Waffen durch den Generalsekretär der
Vereinten Nationen.
- Unterstützung
angemessener
Schritte im Einklang mit der
Charta der Vereinten Nationen für
den Fall eines zukünftigen verbotenen Einsatzes chemischer Waffen.
Wir fordern die Nationen
auf, in solchen Fällen Saktionen
gemäß Kapitel sieben in Erwägung
zu ziehen.
- Unterstützung humanitärer Hilfe
für die Opfer eines Einsatzes mit
chemischen Waffen durch die Völkergemeinschaft.
Im Verlauf der fünftägigen Konferenz haben über 100 Nationen im Plenum das Wort ergriffen. In der Größe
variierten sie von den führenden Nationen bis hin zu den winzigkleinen
Pazifikinseln.
Mit
erstaunlicher
Einmütigkeit drängten sie die Konferenz, über die bloße Artikulierung
der Besorgnis hinauszugehen und bei
der Pariser Konferenz eine Schlußerklärung zu verabschieden, die eine
Vielzahl von Themen konstruktiv behandelt.
Die im Plenum abgegebenen Erklärungen enthielten eine Reihe von Gemeinsamkeiten: Die Teilnehmerstaaten
bekräftigten ihre Verpflichtung zur
Einhaltung
des Genfer Protokolls.
Darüber hinaus haben 14 Staaten ihre
Absicht bekundet, dem Protokoll beizutreten.
- Die Teilnehmer unterstrichen die
Bedeutung der derzeit in Genf
stattfindenden Verhandlungen sowie die Notwendigkeit, ein vollständiges Verbot chemischer Waffen zu erzielen. In diesem Zusammenhang betonten sie, ein solches
Verbot
müsse
umfassend,
wahrhaft weltweit und wirksam verifizierbar sein.
Ferner wurde
nahezu einmütig der Wunsch zum

�senden und wirksam verifizierbaren Verbots von unbegrenzter Dauer für alle chemischen Waffen.
Die Abschlußerklärung erkennt an,
daß ein Verbot chemischer Waffen,
wenn es Wirkung zeitigen soll,
weltweit gelten muß und fordert
alle Staaten auf, einer Konvention beizutreten, sobald diese
vereinbart ist.

Ausdruck gebracht, einen Beitrag
zu den Genfer Abrüstungsverhandlungen zu leisten.
- Die Nationen unstrichen wiederholt die Bedeutung des Verfahrens, mit dem der Generalsekretär
den Einsatz chemischer Waffen
überprüft.
Darüber hinaus forderten die unterschiedlichste Regionen und politische Gruppierungen vertretenden Nationen die Einführung von Kontrollen
für die Ausfuhr von Materialien, die
mit chemischen Waffen in Verbindung
stehen, mit dem Zweck, die gefährliche Verbreitung chemischer Waffen
zu unterbinden.
Die Schlußerklärung der Pariser
Konferenz spiegelt die Zielsetzung
der Vereinigten Staaten in diesen
wichtigen Bereichen wider:
- Die Konferenz
verurteilte den
Einsatz chemischer Waffen als
eine Verletzung des Völkerrechts
und der bestehenden Normen.
- Die Teilnehmer betonten die Bedeutung und fortwährende Gültigkeit des Genfer Protokolls.
- Die Teilnehmer brachten ihre tiefe Besorgnis über die Verbreitung
chemischer Waffen zum Ausdruck
und forderten alle Staaten auf,
Zurückhaltung zu üben und sich
verantwortungsbewußt zu verhalten.
- Die Konferenz bekräftigte die uneingeschränkte Unterstützung des
Generalsekretärs bei der Ausübung
seiner Pflichten zur Überprüfung
von Berichten über den Einsatz
chemischer Waffen und brachte ihre Unterstützung geeigneter und
wirksamer
Schritte
gemäß
der
Charta der Vereinten Nationen zum
Ausdruck.
- Die Teilnehmer unterstützten ferner humanitäre Hilfe für die Opfer chemischer Waffen.
- Die Konferenz forderte die Aushandlung eines weltweiten, umfas-

In den Plenarsitzungen und in Erörterungen über den Text der AbSchlußerklärung suchten eine Reihe
von Teilnehmerländern
ein Junktim
zwischen chemischen Waffen und Nuklearwaffen herzustellen, mit dem Argument, erstere könnten nicht beseitigt
werden, wenn letztere existieren.
Die Vereinigten Staaten und viele andere Länder widersetzten sich diesem
vorgeschlagenen
Junktim
vehement.
Darüber hinaus wurden Forderungen
nach einem Moratorium für die Herstellung chemischer Waffen laut. Als
Reaktion darauf erklärte die amerikanische Delegation, für die Vereinigten Staaten sei die Beibehaltung
einer glaubwürdigen Vergeltungsfähigkeit mit chemischen Waffen erforderlich, um die Abschreckung eines Angriffs mit chemischen Waffen gegen
ihre eigenen und verbündete Streitkräfte sowie den Anreiz für andere
Staaten aufrechtzuerhalten, ernsthaft
über ein Verbot chemischer Waffen zu
verhandeln.
Die Vereinbarung einer Abschlußerklärung war für die amerikanischen
Zielsetzungen bei der Konferenz kein
wesentliches Kriterium.
Die Tatsache, daß 149 Länder dem Ruf zur
Pariser Konferenz folgten und sich
mit den Gefahren des Einsatzes und
der Weiterverbreitung chemischer Waffen auseinandersetzten, hat dieses
Problem auf die internationale Tagesordnung gesetzt. Das wirkliche Ergebnis liegt darin, daß jeder künftige Einsatz chemischer Waffen von den
Ländern der Welt streng verurteilt
wird und ihr Bewußtsein im Hinblick
auf die Gefahren der Weiterverbreitung chemischer Waffen und der Notwendigkeit eines weltweit gültigen
Verbots solcher Waffen geschärft ist.

- 3 -

�Die Abschlußerklärung ist dennoch
insofern eine bemerkenswerte Leistung, als daß 149 Länder andere,
sonst in diesen Foren häufig vorherrschende Belange im Interesse einer
einmütig
verabschiedeten
Erklärung
beiseite gelassen haben. Hätte die
volle Verantwortung für den Text der
Erklärung bei der amerikanischen Delegation gelegen, wäre die Notwendigkeit
starker Exportkontrollen als
Maßnahme zur Nichtweiterverbreitung
ausdrücklich darin niedergelegt worden. Darüber hinaus wäre der Erwägung von Sanktionen gegen Übertretungen größere Bedeutung beigemessen und
die Verurteilung des Einsatzes eindeutiger formuliert worden. Aber wir
tragen die Verantwortung für die AbSchlußerklärung zusammen mit 148 anderen Ländern und werten sie daher
als zusätzlichen Erfolg der Konferenz.
Die Pariser Konferenz hat im Hinblick auf chemische Waffen einen
Schlußstrich unter die tragischen Ereignisse der Vergangenheit gezogen.
Wir haben ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Abschlußerklärung und
die Verlautbarungen der Plenarsitzungen liefern uns eine gute Grundlage
für unsere zukünftige Arbeit - unsere
Anstrengungen, künftig den illegalen
Einsatz chemischer Waffen zu verhindern, Bestrebungen, der gefährlichen
Verbreitung dieser Waffen Einhalt zu
gebieten und unsere Bemühungen, die
für uns einzig vernünftige Lösung all
dieser Probleme zu finden - ein weltweites, verifizierbares Verbot chemischer Waffen.
Die Staatengemeinschaft hat in Paris anerkannt, daß
diese Ziele über alle nationalpolitischen oder ideologischen Erwägungen
hinausgehen. Unsere Aufgabe ist es
nun, auf dem Erfolg von Paris aufzubauen.

•

* * * * * *

�AMERIKA DIENST
Wissenschaft und Technik

1. Februar 1989

TECHNOLOGIE FÜR BEHINDERTE
Computer - Mittler zur Umwelt -

- (AD) - Bestimmte Muskel- und Nervenerkrankungen oder ein schwerer Unfall
können bedeuten, daß die Betroffenen die gewohnte Unabhängigkeit nie wieder
erlangen. Aber unter Nutzbarmachung moderner Technologien, insbesondere der
in Industrie, Wirtschaft, Medizin und auch im privaten Bereich so vielfältig
angewandten Elektronik und Computertechnik, kann für Menschen mit schwersten
Beeinträchtigungen ihrer Bewegungsfähigkeit doch ein gewisser Freiraum geschaffen werden. Durch intelligent eingesetzte "High-Tech"-Elemente - oft in
Verbindung mit recht simplen Hilfsmitteln - kann es bei entsprechender Anpassung an die individuellen Gegebenheiten dem Behinderten z. B. möglich werden,
sich mit Personen in seiner Umgebung und auch in einer der Menschenwürde eher
entsprechenden Weise zu verständigen. Für nicht wenige öffnet "angepaßte
Technik" das Tor zu Aktivitäten, die sogar ins Berufsleben führen und die Entfaltung persönlicher Begabungen unterstützen.

Ein
Paradebeispiel
ist
das
Schicksal eines inzwischen promovierten jungen Biologen an der Universität Colorado. Mit 19 Jahren hatte er
infolge von Verletzungen im Halswirbelbereich bei einem Autounfall eine
Querschnittlähmung
erlitten.
Arme
und Beine sind seitdem nicht mehr zu
gebrauchen.
Im Krankenhaus lernte
er, mit einem Elektrorollstuhl umzugehen und, mit Hilfe eines mit dem
Mund geführten Stabes, Maschine zu
schreiben. Den Wunsch, zu studieren,
gab er trotz seiner mißlichen Lage
nicht auf, obgleich die Hindernisse
oft allzu mächtig zu sein schienen.
Schließlich öffnete ihm die Anschaffung eines Personalcomputers den Zugang zu Bibliotheken und anderen
wichtigen
Informationsquellen, erleichterte das Schreiben und gab ihm

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die Möglichkeit, sein für den Beruf
eindeutig vorhandenes Talent praktisch zu nutzen. Am wichtigsten aber
ist ihm die Tatsache, daß er jetzt
für seine Tätigkeiten keine Hilfsperson mehr bemühen muß.
Bei einer 40jährigen Patienten
der Universität Washington in Seattle
hatte der Unfall nicht nur eine Lähmung aller Gliedmaßen, sondern auch
der Sprechmuskeln zur Folge. Sie erhielt einen der ersten computergesteuerten Elektrorollstühle. Gleichzeitig verschafft ihr der Computer
ein gewisses "Sprechvermögen". Mit
dem im Stirnband angebrachten Lichtdetektor deutet sie auf eine am Rollstuhl befestigte Anzeigekonsole. In
diese sind nicht nur die Steuerungselemente
für Geschwindigkeit
und

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�Fahrrichtung ihres Rollstuhls eingebaut, sondern sie enthält auch Buchstaben des Alphabets, Zahlen und ein
paar einfache Sätze wie zum Beispiel
"Ich habe Hunger". Durch Bewegung
des Kopfes richtet die Patientin den
Lichtdetektor auf einen Buchstaben,
eine Zahl oder ein anderes "Signal"Kästchen auf der Konsole und setzt so
ihre Botschaften zusammen. Der Computer macht diese auf einem kleinen
Bildschirm sichtbar, kann sie auch
ausdrucken oder in seiner synthetischen Sprache akustisch weitergeben.
Zuvor war Kommunikation nur
über eine Hilfsperson möglich, die
nacheinander auf die auf einer Tafel
aufgemalten Buchstaben des Alphabets
zeigte.
Hatte sie den richtigen
Buchstaben getroffen, nickte die Patienten mit dem Kopf. Buchstabe um
Buchstabe ließen sich so zu Wörtern
zusammensetzen - eine überaus mühsame
Prozedur.
An der Staatsuniversität Michigan
wurde ein "Eyescan"-Kommunikator entwickelt, der eine größere Arbeitsgeschwindigkeit hat und sprechunfähige
Personen in die Lage versetzt, mit
den Augen zu "reden". Dem kommt der
Umstand zugute, daß die Funktion der
Augenmuskeln von allen Muskelfunktionen im menschlichen Körper am längsten erhalten bleibt. Der Patient
trägt eine Spezialbrille, auf deren
eines Glas ein fünf cm langer Zylinder mit einer Art Bildtafel am Ende
aufgesetzt ist. Diese ist in sechs,
um ein gleichgroßes Mittelfeld gruppierte Kästchen unterteilt, die jeweils fünf um ihren Mittelpunkt angeordnete Buchstaben oder andere Zeichen enthalten. Der Patient visiert
den gewünschten Buchstaben und anschließend den Mittelpunkt des betreffenden Kästchens an, und sofort
erscheint der Buchstabe auf dem Bildschirm des angeschlossenen Computers
als Teil des Wortes, das "gesagt"
werden soll und relativ rasch zusammengesetzt werden kann.
Kernstücke des Zylinders sind
sechs ringförmig angeordnete Dioden,
die
Infrarotlicht
aussenden, und

sechs empfindliche Sensoren, die das
an der Retina reflektierte Licht erfassen. Aus der Intensität des am
Auge reflektierten Lichtes kann der
Computer die Richtung und damit auch
das im Gitter anvisierte Zeichen errechnen. Apparaturen dieser und ähnlicher Art dürften nach Meinung von
Experten immer häufiger gebraucht
werden, weil die Zahl der Patienten
steigt, die einen schweren Unfall
oder Schlaganfall überleben.
Auch
nach der Manifestation einer neurologischen Erkrankung wie ALS (amyotrophische Lateralsklerose) leben heute
die Betroffenen durchschnittlich länger als ihre Leidensgenossen noch vor
etwa einem Jahrzehnt.
Man schätzt, daß allein unter den
etwa 600 000 mehr oder weniger stark
körperbehinderten Personen in den USA
(von ca. 13 Millionen im arbeitsfähigen Alter, die mit Behinderungen verschiedenster Art behaftet sind) bis
zu 50 000 solche Hilfen benötigen
würden. Bei größerem Bedarf könnten
die Herstellungskosten gesenkt werden.

Biotechnik als Freizeithobby
In der regelmäßig am Jahresende
erscheinenden Ehrenliste der amerikanischen Fachzeitschrift "Aviation
Week &amp; Space Technology" zur Würdigung von Verdiensten im technischen
und organisatorischen Bereich wurde
in der Ausgabe vom 2. Januar 1989 unter der Rubrik "Elektronik" John R.
Staehlin genannt. Er ist leitender
Beratungsingenieur in der Elektronikbranche und wurde für seine Verdienste um die gemeinnützige Organisation
"Volunteers for Medical Engineering"
(VME) ausgezeichnet, die er 1981
gründete. Ziel dieser Gruppe ist es,
Entwicklungen der Wehrtechnik so umzugestalten, daß sie sich für Hilfsmittel und Anwendungsverfahren eignen, die Behinderten das Leben erleichtern können oder in der Medizin
zu verwenden sind. Eine Schreibmaschine, die der Benutzer mit Hilfe
eines durch Anvisieren gesteuerten
Bildschirmzeigers bedient, war eines

�der ersten Resultate.
Inzwischen gehören ca. 600 Personen aus 75 amerikanischen Firmen dem
Verband an und basteln in ihrer Freizeit an Projekten für Behinderte.
Neuentwicklungen werden an interessierte Personen und Stellen ausgeliehen und, wenn sie sich in der Praxis
bewähren, weiter verbessert, um sie
eventuell in Serie bauen zu können.
Die der Vereinigung angeschlossenen
Firmen gestatten ihren Mitarbeitern,
Konstruktionspläne, wissenschaftlichtechnische Ausrüstungen und Fabrikationswerkzeuge in der Freizeit für
VME-Zwecke zu benutzen.
Staehlin begann sein Programm mit
ein paar Ingenieuren. Inzwischen arbeiten auch Konstrukteure, technische
Zeichner, Metallfacharbeiter der verschiedensten Spezialbereiche und andere technische Fachkräfte mit. Eines der ersten Projekte war die Verbesserung des Handschlusses einer
Orthese für Patienten, die ihre Finger nicht gebrauchen können. "Aviation Week" berichtet, daß auf der Basis eines komplexen Antennenantriebs
für ein Flugzeug-Radargerät ein einfacher
Servomechanismus
entwickelt
wurde, der die Benutzung des Hilfsmittels für den Behinderten vereinfachte und zuverlässiger machte.

Rollstuhl angewiesen und praktisch
den ganzen Tag über zum Sitzen verurteilt. VME-Enthusiasten entwickelten
ein mobiles Haltegestell, das diese
Personen in die Lage versetzt, sich
auch in aufrechter Haltung im Raum
sicher zu bewegen. Mit Computerhilfe
arbeiteten Konstruktionszeichner Entwürfe aus, die die verschiedenen
Größen der Benutzer berücksichtigen,
und Ingenieure führten Belastungstests für das System durch. Inzwischen wurden ein Prototyp und fünf
für die Produktion geeignete Modelle
gebaut. Tagsüber zumindest ab und zu
stehen zu können ist nicht nur für
Kreislauf
und Muskeltonus besser,
sondern gibt auch psychische Hilfe.
Es sei wichtig, dem Gesprächspartner
auch einmal Auge in Auge gegenüberstehen zu können, anstatt sich mit
ihm stets nur aus der tiefen Sitzposition heraus unterhalten zu können,
meinte ein Patient, der an Muskeldystrophie leidet.

In der Entwicklung befinden sich
unter anderem eine Miniatur-Antenne
von nur 0,1 mm Durchmesser, um Gehirntumoren mit Mikrowellenstrahlung
behandeln zu können, und künstliche
Muskelfasern, die sich unter Strom
zusammenziehen. Ein von der Freiwilligen-Organisation gebauter Universaladapter erlaubt, einen Computer
mit der Stimme oder mit der von
Blicksensoren aktivierten Schaltanlage anstatt mit einer Tastatur zu bedienen. Die Anrengung dazu gab ein
amerikanisches Bundesgesetz vom Oktober 1986, das Regierungsbehörden vorschreibt,
behinderten
Angestellten
den Zugang zu allen neuen elektronischen Büromaschinen zu ermöglichen.
Querschnittgelähmte

sind auf den
- 3 -

* * * * * *

�</text>
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