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                  <text>AMERIKA DIENST&#13;
'VON&#13;
&#13;
Sonderdienst&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
23. Januar 1989&#13;
&#13;
BUSH:&#13;
&#13;
"DAS ZEITALTER DES TOTALITARISMUS IST VORÜBER"&#13;
.- Die Antrittsrede des neuen Präsidenten -&#13;
&#13;
United States Information Service&#13;
Embassy of the United States of America&#13;
&#13;
Postfach 20 03 00&#13;
D 5300 Bonn 2&#13;
&#13;
Tel.: 0228-339 2035&#13;
Telex: 8-85432&#13;
&#13;
�'&#13;
&#13;
WASHINGTON - (AD) - In seiner Antrittsrede vor dem Kapitol erklärte der&#13;
neue Präsident Bush am 20. Januar 1989, er übernehme die amerikanische Präsidentschaft in einem "Augenblick voller Hoffnung", in dem auf der ganzen Welt&#13;
ein "neuer Wind" in Richtung auf Demokratie und Freiheit weht.&#13;
&#13;
"Große Nationen der Welt bewegen sich auf Demokratie zu - durch das Tor&#13;
der Freiheit", erklärte Bush. "Die Menschen gehen weltweit auf freie Märkte&#13;
zu - durch das Tor des Wohlstands. Auf der ganzen Welt kämpfen Menschen für&#13;
Rede- und Gedankenfreiheit."&#13;
&#13;
Nachfolgend veröffentlichen wir die Antrittsrede Präsident Bushs im Wortlaut:&#13;
Herr Oberster Richter, Herr Präsident, Herr Vizepräsident Quayle,&#13;
Senator Mitchell, Herr Wright, Senator Dole, Herr Abgeordneter Michel,&#13;
liebe Mitbürger, Nachbarn und Freunde.&#13;
Es gibt einen Mann, der einen&#13;
festen Platz in unseren Herzen - und&#13;
in unserer Geschichte - verdient hat.&#13;
Präsident Reagan, im Namen unseres&#13;
Landes danke ich Ihnen für die Leistungen, ''ie Sie für Amerika vollbracht haben.&#13;
&#13;
wir uns heute an Washington erinnern,&#13;
nicht nur, weil 200 Jahre seit der&#13;
ersten Amtseinführung vergangen sind,&#13;
sondern weil Washington nach wie vor&#13;
Vater unseres Landes ist. Meiner Ansicht nach hätte ihn dieser Tag erfreut. Denn der heutige Tag ist konkreter Ausdruck einer überwältigenden&#13;
Tatsache: 200 Jahre Kontinuität seit&#13;
Anbeginn unserer ersten Regierung.&#13;
&#13;
Ich habe gerade wortwörtlich den&#13;
Eid wiederholt, den George Washington&#13;
vor 200 Jahren geleistet hat, auf&#13;
dieselbe Bibel, auf die er seinen Eid&#13;
geschworen hat.&#13;
&#13;
Wir treffen uns am Tor zur Demokratie.&#13;
Einem guten Ort, um als&#13;
Nachbarn und als Freunde miteinander&#13;
zu sprechen. Denn dies ist ein Tag,&#13;
an dem unsere Nation zu einem Ganzen&#13;
wird und unsere Meinungsverschiedenheiten einen Augenblick lang in den&#13;
Hintergrund treten.&#13;
&#13;
Es ist nur recht und billig, daß&#13;
&#13;
Meine erste Amtshandlung als Prä-&#13;
&#13;
�sident ist ein Gebet:&#13;
"Vater im Himmel, wir verneigen&#13;
uns vor Dir und danken Dir für Deine&#13;
Liebe.&#13;
Nimm unseren Dank für den&#13;
Frieden, der uns heute zuteil wird&#13;
und für den gemeinsamen Glauben, der&#13;
seine Bewahrung wahrscheinlich macht.&#13;
Gib uns Stärke für unsere Arbeit, die&#13;
Bereitschaft, Deinen Willen zu erkennen und zu befolgen und lege in unser&#13;
Herz diese Worte: 'Nutzet die Macht,&#13;
um den Menschen zu helfen.' Denn die&#13;
Macht wird uns nicht gegeben, um unsere eigenen Ziele zu verfolgen, uns&#13;
in der Welt damit zu brüsten und einen Namen zu machen. Es gibt nur ein&#13;
Ziel der Macht, und das besteht darin, den Menschen zu dienen. Herr,&#13;
hilf uns, dies im Gedächtnis zu bewahren. Amen."&#13;
Ich trete vor Sie und übernehme&#13;
die Präsidentschaft in einem Augenblick voller Hoffnung. Wir leben in&#13;
einer friedlichen Zeit des Wohlstands, die wir noch verbessern können.&#13;
Denn es weht ein neuer Wind, und&#13;
es scheint, daß eine durch Freiheit&#13;
erquickte Welt neu ersteht - denn zumindest in den Herzen der Menschen&#13;
ist die Stunde der Diktatur vorbei.&#13;
Das Zeitalter des Totalitarismus geht&#13;
vorüber, seine alten Ideen werden&#13;
weggefegt wie Blätter eines alten toten Baumes.&#13;
Es weht ein neuer Wind - und eine&#13;
durch Freiheit erquickte Welt ist zu&#13;
neuen Taten bereit: es müssen neue&#13;
Wege eröffnet und neue Taten vollbracht werden.&#13;
Es gibt Zeiten, wenn die Zukunft&#13;
im Nebel zu liegen scheint - man wartet untätig, in der Hoffnung, daß der&#13;
Nebel aufsteigen und den richtigen&#13;
Weg enthüllen wird.&#13;
Aber dies ist eine Zeit, in der&#13;
die Zukunft als ein Tor erscheint,&#13;
durch das man ungehindert gehen kann&#13;
- in einen Raum mit Namen "Morgen".&#13;
&#13;
Große Nationen der Welt bewegen&#13;
sich auf Demokratie zu - durch das&#13;
Tor der Freiheit.&#13;
Die Menschen gehen weltweit auf&#13;
freie Märkte zu - durch das Tor des&#13;
Wohlstands.&#13;
Auf der ganzen Welt kämpfen Menschen für Rede- und Gedankenfreiheit&#13;
- für die moralische und intellektuelle Erfüllung, die nur Freiheit&#13;
gestattet.&#13;
Wir kennen das Rezept: es heißt&#13;
Freiheit.&#13;
Wir wissen, was richtig&#13;
ist: die Freiheit. Wir wissen, wie&#13;
ein gerechteres Leben in Wohlstand&#13;
für alle Menschen auf der Welt gewährleistet werden kann: durch freie&#13;
Märkte, Redefreiheit, freie Wahlen&#13;
und die Ausübung freien, nicht durch&#13;
den Staat eingeschränkten Willens.&#13;
Zum ersten Mal in diesem Jahrhundert - und vielleicht zum ersten Mal&#13;
in der Geschichte - muß der Mensch&#13;
kein neues Lebensmuster erfinden.&#13;
Wir müssen nicht nächtelang die bessere Regierungsform erörtern.&#13;
Wir&#13;
müssen nicht Königen Gerechtigkeit&#13;
abringen - wir müssen sie vielmehr&#13;
aus uns selbst schöpfen.&#13;
Wir müssen auf der Grundlage unseres Wissens handeln.&#13;
Mein Motto&#13;
ist die Hoffnung eines Heiligen: bei&#13;
entscheidenden Dingen Einigkeit, bei&#13;
wichtigen Dingen Vielfalt und in allen Dingen Großzügigkeit walten lassen.&#13;
Die Vereinigten Staaten von heute&#13;
sind ein stolzes, freies Land, anständig und zivilisiert - ein Ort, zu&#13;
dem wir uns hingezogen fühlen müssen.&#13;
Ohne viel Aufhebens darum zu machen,&#13;
erkennen wir intuitiv, daß dieses&#13;
Land eine Bedeutung jenseits des unmittelbar Wahrnehmbaren hat, und daß&#13;
unsere Stärke Gutes hervorbringen&#13;
wird.&#13;
Aber haben wir uns denn als Nation in dieser Zeit verändert? Stehen wir ganz im Bann materieller Din-&#13;
&#13;
- 2 -&#13;
&#13;
�ge und haben wir weniger Achtung vor&#13;
der Würde von Arbeit und Opferbereitschaft/&#13;
Meine Freunde, wir sind nicht die&#13;
Summe unserer Besitztümer. An ihnen&#13;
wird unser Leben nicht gemessen. In&#13;
unserem Herzen wissen wir, was wichtig ist. Unsere Hoffnung kann nicht&#13;
nur darin bestehen, unseren Kindern&#13;
ein größeres Auto, ein größeres Bankkonto zu vererben. Wir müssen hoffen, ihnen einen Sinn dafür zu vermitteln, was es bedeutet, ein aufrichtiger Freund zu sein, ein liebender Elternteil, ein Bürger, der sein&#13;
Haus, sein Wohnviertel und seine&#13;
Stadt in besserem Zustand verläßt,&#13;
als er sie vorgefunden hat.&#13;
Was sollen die Männer und Frauen,&#13;
die mit uns arbeiten, sagen können,&#13;
wenn wir einmal nicht mehr sind? Daß&#13;
wir mehr von Erfolgstreben getrieben&#13;
waren als alle anderen um uns herum?&#13;
Oder daß wir innehielten, um zu fragen, ob es einem kranken Kind besser&#13;
geht und daß wir einen Augenblick&#13;
verweilten, um ein paar freundliche&#13;
Worte zu wechseln?&#13;
Kein Präsident, keine Regierung&#13;
kann uns lehren, woran wir uns in der&#13;
Zukunft als unserer größten Leistung&#13;
erinnern sollen. Aber wenn der Mann,&#13;
den Sie zur Führung dieser Regierung&#13;
gewählt haben, dazu beitragen kann,&#13;
etwas besser zu machen, wenn er die&#13;
stilleren, tiefgreifenderen Erfolge&#13;
feiern kann, die sich nicht in Samt&#13;
und Seide darstellen, sondern aus&#13;
besseren Herzen und Seelen bestehen,&#13;
wenn er dies tun kann, dann muß er&#13;
entsprechend handeln.&#13;
Die Vereinigten Staaten werden&#13;
ihrem Wesen nie vollkommen gerecht,&#13;
wenn sie sich nicht für hohe moralische Grundsätze engagieren.&#13;
Wir&#13;
als Volk haben heute solch ein Ziel.&#13;
Es besteht darin, das Antlitz der Nation gütiger zu gestalten und dem&#13;
Antlitz der Welt mehr Sanftmut zu&#13;
verleihen.&#13;
Meine Freunde, es liegt viel Ar-&#13;
&#13;
beit vor uns. Da sind Obdachlose,&#13;
die ziellos umherstreifen - da sind&#13;
Kinder, die nichts haben, keine Liebe&#13;
und kein normales Leben - da sind&#13;
diejenigen, die sich nicht aus der&#13;
Abhängigkeit von einer Sucht befreien&#13;
können - Drogen, Sozialhilfe, der Demoralisierung, die die Slums beherrscht. Das Verbrechen muß besiegt&#13;
werden, die rohe Gewalt auf den&#13;
Straßen. Es gibt junge, hilfsbedürftige Frauen, die Kinder zur Welt&#13;
bringen werden, für die sie nicht&#13;
sorgen und die sie vielleicht nicht&#13;
lieben können. Sie bedürfen unserer&#13;
Sorge, unserer Anleitung und unserer&#13;
Erziehung, auch wenn wir sie preisen,&#13;
weil sie das Leben gewählt haben.&#13;
Früher bestanden die Lösung und&#13;
der Weg dorthin in der Annahme, allein mit öffentlichen Geldern könnten&#13;
wir diesen Problemen ein Ende bereiten. Wir haben jedoch gelernt, daß&#13;
dies nicht der Fall ist. Und ohnehin&#13;
ist es so, daß die öffentlichen Kassen leer sind. Wir müssen das Defizit senken. Wir haben mehr Willenskraft als Geld, aber es ist der Wille, den wir brauchen.&#13;
Wir werden schwierige Entscheidungen treffen. Wir werden prüfen,&#13;
was wir haben, und dies dann vielleicht anders aufteilen. Wir werden&#13;
unsere Entscheidungen auf der Grundlage wirklichen Bedarfs und kluger&#13;
Sicherheitserwägungen treffen.&#13;
Schließlich werden wir das Vernünftigste tun: Wir werden uns der&#13;
einzigen Hilfsquelle zuwenden, die in&#13;
Zeiten der Not immer kräftiger sprudelt: die Güte und der Mut des amerikanischen Volkes.&#13;
Ich spreche von einer neuen Anteilnahme am Leben anderer - einem&#13;
neuen, engagierten und tatkräftigen&#13;
Aktivismus, mit dem die Aufgabe bewältigt wird. Wir müssen alle Generationen daran beteiligen, indem wir&#13;
die ungenutzten Fähigkeiten der Alteren und die ziellose Energie der Jugend einsetzen. Denn nicht nur die&#13;
Führung wird von Generation zu Gene-&#13;
&#13;
- 3 -&#13;
&#13;
�ration weitergereicht, sondern auch&#13;
die Verwaltung. Und die Nachkriegsgeneration ist erwachsen geworden.&#13;
Ich habe von Tausenden Punkten&#13;
des Lichts gesprochen - von all den&#13;
Organisationen&#13;
der&#13;
verschiedenen&#13;
Gruppen und Gemeinschaften, die wie&#13;
Sterne über das ganze Land verteilt&#13;
sind und Gutes tun.&#13;
Wir werden Hand in Hand arbeiten,&#13;
Zuspruch&#13;
geben,&#13;
manchmal&#13;
führen,&#13;
manchmal geführt werden und belohnen.&#13;
Wir werden daran im Weißen Haus und&#13;
im Kabinett arbeiten. Ich werde auf&#13;
die Menschen zugehen und mein Augenmerk auf die Programme richten, die&#13;
sich von der Masse abheben, und ich&#13;
werde jedes Mitglied meiner Regierung&#13;
auffordern, sich zu engagieren.&#13;
Die Begriffe von früher sind wieder modern, weil sie nicht alt, sondern zeitlos sind:&#13;
Pflichtgefühl,&#13;
Opferbereitschaft,&#13;
Engagement&#13;
und&#13;
Patriotismus, der sich darin ausdrückt, daß man Anteil nimmt und&#13;
einen Beitrag leistet.&#13;
Auch zwischen Exekutive und Kongreß bedürfen wir eines neuen Engagements. Die vor uns liegenden Herausforderungen werden zusammen mit&#13;
Repräsentantenhaus und Senat bewältigt werden. Wir müssen das Defizit&#13;
im Bundeshaushalt ausgleichen.&#13;
Wir&#13;
müssen sicherstellen, daß die Vereinigten Staaten der Welt gegenüber&#13;
einheitlich auftreten: stark, friedlich und mit soliden Finanzen. Sicherlich&#13;
mag&#13;
dies&#13;
im&#13;
einzelnen&#13;
schwierig sein.&#13;
Wir benötigen den Kompromiß, während es früher den Dissens gab. Wir&#13;
benötigen Harmonie, während es früher&#13;
einen Chor dissonanter Stimmen gab.&#13;
Denn auch der Kongreß hat sich in&#13;
unserer Zeit verändert.&#13;
Eine bestimmte Art der Auseinandersetzung&#13;
hat sich dort entwickelt. Wir haben&#13;
verhärtete Mienen gesehen und Erklärungen vernommen, in denen nicht die&#13;
Gedanken des anderen, sondern dessen&#13;
&#13;
Motive in Frage gestellt wurden. Unsere großen Parteien haben oft zu&#13;
weit auseinander gestanden und sich&#13;
gegenseitig&#13;
zuwenig Vertrauen geschenkt.&#13;
Das ist seit Vietnam der Fall.&#13;
Jener Krieg spaltet uns immer noch.&#13;
Aber, meine Freunde, dieser Krieg begann ernsthaft vor einem Vierteljahrhundert, und die Verjährungsfrist ist&#13;
sicherlich erreicht. Dies ist eine&#13;
Tatsache:&#13;
Die letzte Lektion von&#13;
Vietnam besteht darin, daß keine Nation es sich lange leisten kann, sich&#13;
von der Erinnerung entzweien zu lassen.&#13;
Es weht ein neuer Wind - und die&#13;
alte Überparteilichkeit muß erneuert&#13;
werden.&#13;
Meinen Freunden - und ich meine&#13;
Freunde -, in der loyalen Opposition&#13;
- und ich meine loyal - reiche ich&#13;
die Hand.&#13;
Ich reiche Ihnen die Hand, Herr&#13;
Wright.&#13;
Ich reiche Ihnen die Hand, Herr&#13;
Mitchell.&#13;
Denn darum geht es: Dies ist das&#13;
Zeitalter der ausgestreckten Hand.&#13;
Wir können und wollen die Uhren&#13;
nicht zurückdrehen. Aber als unsere&#13;
Väter jung waren, Herr Wright, endeten unsere Differenzen an den Landesgrenzen. Wir wollen die Zeit nicht&#13;
zurückdrehen, aber als unsere Mütter&#13;
jung waren, Herr Mitchell, waren Kongreß und Exekutive zur Zusammenarbeit&#13;
fähig und in der Lage, einen Haushalt&#13;
zustande zu bringen, mit dem diese&#13;
Nation leben konnte. Lassen Sie uns&#13;
bald - und intensiv - verhandeln.&#13;
Aber lassen Sie uns letztlich ein Ergebnis hervorbringen.&#13;
Das amerikanische Volk erwartet&#13;
Taten. Es hat uns nicht hierher entsandt, damit wir streiten. Es fordert uns auf, über rein parteipolitische Belange hinauszugehen.&#13;
In&#13;
&#13;
- 4 -&#13;
&#13;
�entscheidenden&#13;
Angelegenheiten&#13;
ist&#13;
Einigkeit das Gebot der Stunde - und&#13;
dies, meine Freunde, ist eine solche&#13;
Stunde.&#13;
Auch der Welt bieten wir neues&#13;
Engagement und erneuern unser Gelöbnis: Wir werden stark bleiben, um&#13;
den Frieden zu bewahren. Die "ausgestreckte Hand" wird nur widerstrebend&#13;
zur Faust geballt; aber die einmal&#13;
geballte Faust ist stark und kann mit&#13;
großer Wirkung eingesetzt werden.&#13;
Es gibt Amerikaner, die heute gegen ihren Willen im Ausland festgehalten werden und Amerikaner, die&#13;
vermißt werden. Hier kann etwas getan werden, dessen man sich lange erinnert.&#13;
Guter Wille erzeugt guten&#13;
Willen. Vertrauen kann einer Spirale&#13;
vergleichbar s«in, die sich endlos&#13;
dreht.&#13;
Große Nationen müssen, wie große&#13;
Männer auch, ihr Wort halten. Wenn&#13;
die Vereinigten Staaten etwas sagen,&#13;
dann meinen die Vereinigten Staaten&#13;
das auch - ob es um einen Vertrag&#13;
geht oder eine Übereinkunft oder um&#13;
ein Versprechen, das auf Marmorstufen&#13;
abgelegt wird. Wir werden stets versuchen, uns klar und deutlich auszudrücken - denn Freimütigkeit ist etwas Positives. Aber auch Feinsinnigkeit hat ihre guten Seiten und ist&#13;
angebracht.&#13;
Während wir Bündnisse und Freundschaften rund um die Welt stärken,&#13;
werden wir die neue Nähe zur Sowjetunion beibehalten, die sowohl mit Sicherheitsbelangen als auch mit Fortschritten im Einklang steht.&#13;
Man&#13;
könnte sagen, daß unsere neuen Beziehungen zum Teil den Triumph von Hoffnung und Stärke über die Erfahrung&#13;
widerspiegeln.&#13;
Hoffnung&#13;
ist gut.&#13;
Aber dasselbe gilt für Stärke. Und&#13;
Wachsamkeit.&#13;
Heute sind Hunderttausende unserer Mitbürger hier versammelt, die&#13;
die verständliche Befriedigung derjenigen verspüren, die am demokratischen Prozeß teilgenommen und die&#13;
&#13;
Erfüllung&#13;
haben.&#13;
&#13;
ihrer&#13;
&#13;
Hoffnungen&#13;
&#13;
gesehen&#13;
&#13;
Aber in den vergangenen Tagen haben sich meine Gedanken denjenigen&#13;
zugewandt, die dem Geschehen zu Hause&#13;
vor dem Fernseher beiwohnen.&#13;
Dem älteren Mitbürger, der vor&#13;
der vorbeiziehenden Flagge salutiert&#13;
und der Mitbürgerin, die ihren Söhnen&#13;
den Text&#13;
der Nationalhymne vorspricht. Dies ist nicht sentimental&#13;
gemeint.&#13;
Ich meine, an Tagen wie&#13;
diesem sollten wir uns vor Augen führen, daß wir alle Teil eines kontinuierlichen Ganzen sind, unentrinnbar&#13;
in ein Geflecht eingebunden.&#13;
überall in unserem großartigen&#13;
Land verfolgen unsere Kinder in ihren&#13;
Schulen diese Zeremonie. Und an sie&#13;
gewandt sage ich: Ich danke euch,&#13;
daß ihr an diesem großen Tag der Demokratie teilnehmt. Denn Demokratie&#13;
steht uns allen zu, und Freiheit ist&#13;
einem&#13;
wunderschönen&#13;
Drachen&#13;
vergleichbar, der im Aufwind höher und&#13;
höher fliegen kann.&#13;
Und an alle gewandt, sage ich:&#13;
Gleichgültig, unter welchen Umständen&#13;
und an welchem Ort Sie auch sein mögen - Sie alle sind Teil dieses Tages, Sie alle sind Teil des Lebens&#13;
unserer großen Nation.&#13;
Ein Präsident ist weder Prinz&#13;
noch Papst und ich suche kein "Fenster in der Seele des Menschen". Ich&#13;
strebe vielmehr nach größerer Toleranz und Umkompliziertheit bei der&#13;
Begegnung mit dem anderen und dessen&#13;
Lebensstil.&#13;
Es gibt einige wenige, klar umrissene Bereiche, über die wir uns&#13;
als Gesellschaft einmütig empören und&#13;
in denen wir uns unnachgiebig zeigen&#13;
müssen. Der Offenkundigste ist das&#13;
Drogenproblem. Als das erste Kokain&#13;
auf einem Schiff ins Land geschmuggelt wurde, hätte es sich ebensogut&#13;
um tödliche Bakterien handeln können,&#13;
in dem Sinne, daß sie Körper und Seele unseres Landes angreifen.&#13;
Hier&#13;
&#13;
- 5 -&#13;
&#13;
�bleibt viel zu tun und ich gebe Ihnen&#13;
mein Wort: Dieser Geißel wird ein&#13;
Ende bereitet.&#13;
Es bleibt also viel zu tun.&#13;
morgen nehmen wir die Arbeit auf.&#13;
&#13;
Und&#13;
&#13;
Ich habe Vertrauen in die Zukunft.&#13;
Ich fürchte mich nicht vor&#13;
dem, was vor uns liegt. Denn unsere&#13;
Probleme mögen groß sein, aber unsere&#13;
Herzen sind größer. Die Herausforderungen sind groß, aber unser Wille&#13;
ist größer. Und wenn wir auch unzählige Fehler haben mögen, so ist Gottes Liebe wahrhaft grenzenlos.&#13;
Einige sehen politische Führung&#13;
als ein großes Drama an und hören die&#13;
Fanfarenstöße. Und manchmal ist das&#13;
auch so. Aber ich sehe die Geschichte als ein Buch mit vielen Seiten an&#13;
- und jeden Tag füllen wir eine Seite&#13;
mit Taten voller Hoffnung und Bedeutung.&#13;
Es weht ein neuer Wind, eine Seite wird aufgeschlagen, die Geschichte&#13;
entfaltet sich vor uns - und so beginnt heute ein neues Kapitel: eine&#13;
kurze und erhabene Geschichte der&#13;
Einheit, Mannigfaltigkeit und Großmütigkeit - gemeinsam erlebt und geschrieben.&#13;
Ich danke Ihnen.&#13;
Gott&#13;
schütze&#13;
Sie.&#13;
Und Gott&#13;
schütze die Vereinigten Staaten von&#13;
Amerika.&#13;
&#13;
* * * * * *&#13;
&#13;
�</text>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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              <text>Amerikadienst 23.01.1989 - Sonderdienst</text>
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              <text>Bush: "das Zeitalter des Totalitarismus ist vorüber"&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Die Antrittsrede des neuen Präsidenten&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;</text>
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