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1 1 . Januar 1988

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I N H A L T

INFORMATION
Sulllvan wird erster schwarzer Minister Im Kabinett Bush
- Porträt des neuen Gesundheitsministers -

DOKUMENTATION
Shultz drängt auf Beendigung des Einsatzes chemischer Waffen
- Rede vor der Pariser Konferenz Reagan legt Haushaltsentwurf für 1989/90 vor
- Zielsetzung bleibt Abbau des Defizits -

HINTERGRÜNDMATERIAL
Amerikanische Wissenschaftler führen Sicherheit von Hormonen an
- Artikel über bei der Tiermast eingesetzte Wachstumshormone -

Die Kontroverse über den Einsatz von Hormonen bei der Tiermast
- Der Hintergrund

* * * * *

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Tel.: 0228-339 2035
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�AMERIKA DIENST
Information

11. Januar 1989

Sulllvan wird erster schwarzer Minister im Kabinett Bush
- Porträt des neuen Gesundheitsministers -

(AD). - Dr. Louis Sullivan, Präsident der "Morehouse School of Medicine" in Atlanta (Georgia), wurde von
George Bush als künftiger Minister
für das Gesundheitsund Sozialwesen
nominiert.
Der 55jährige wird der
erste Schwarze im Kabinett des nächsten
Präsidenten
der
Vereinigten
Stiiten
sein.
Beide kennen und
schätzen sich seit vielen Jahren, wie
Vizepräsident Bush kürzlich vor Journalisten erklärte. Wissenschaftliche
Fachgebiete Sullivans sind die Erforschung der Sichelzellen-Anämie sowie
verschiedener
Anämieformen
infolge
ernährungsbedingten Mangels an Vitamin B 12 oder gestörter Resorption
des Vitamins bzw. erhöhten Bedarfs an
Vitamin B 12.
George Bush möchte Sullivan vor

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allem deshalb an der Spitze des Gesundheitsund
Sozialministeriums
sehen, weil er weitreichende Erfahrungen sowohl als Mediziner als auch
im Gesundheitswesen und im akademischen Bereich besitzt. Gemeinsam mit
ihm beabsichtigt er die Realisierung
vom Kongreß verabschiedeter Sozialreformen, die "dazu bestimmt sind, benachteiligten Bürgern die notwendigen
Hilfsmittel an die Hand zu geben, um
unabhängig von Fremdhilfe zu werden".
Auch werde man eng zusammenarbeiten,
"um zu versuchen, der schrecklichen
AIDS-Tragödie Herr zu werden".
Sullivan selbst bezeichnete es
als eines seiner wichtigsten Ziele,
allen Amerikanern gute Gesundheitsfürsorge zugänglich zu machen "und
insbesondere Wege zu finden, diese

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Telex: 8-85432

�Fürsorge für die Angehörigen von Minderheiten und für unsere benachteiligten Bürger zu verbessern". Vorrangig will er, die explodierenden
Kosten auf dem Sektor Medizin unter
Kontrolle bringen, den speziellen Bedürfnissen von Kindern und alten Menschen gerecht werden, sich mit dem
Problem des Drogenmißbrauchs auseinandersetzen und Anstrengungen in der
biomedizinischen Forschung verstärken,
die
Heilungsaussichten
bei
Krebs, Herzerkrankungen und AIDS erhöhen.
In letzter Zeit war Sullivan von
Abtreibungsgegnern angegriffen worden, weil in einem Zeitungsartikel
behauptet worden war, er habe sich
für das Recht der Schwangeren auf Abbruch ihrer Schwangerschaft ausgesprochen. Dagegen erklärte Dr. Sullivan am 22. Dezember, er lehne Abtreibung ab, sofern die Schwangerschaft nicht Folge von Vergewaltigung
oder Inzest ist oder für das Leben
der Schwangeren gefürchtet werden
muß. "Mit Ausnahme des letztgenannten Falles bin ich auch dagegen, eine
Abtreibung auf Staatskosten vornehmen
zu lassen", sagte Sullivan.
Sein
Standpunkt sei in dieser Frage identisch mit dem des künftigen Präsidenten Bush, "mit dem ich voll übereinstimme". Im Verlauf der Wahlkampagne
war das Thema "Abtreibung" zu einer
stark emotionalisierten Streitfrage
geworden.
Während Bush das "Recht
auf Leben" betonte, bestand der demokratische Kandidat Michael Dukakis
darauf, daß die Entscheidung über die
Durchführung
einer Abtreibung der
Schwangeren überlassen werden müsse.
Der Forschertätigkeit Sullivans
sind zahlreiche Studien zu verdanken,
u.a. über den täglichen Mindestbedarf
an Vitamin B 12, und Folsäure sowie
die Auswirkungen von Alkoholkonsum
und anderer Faktoren auf die Bildung
roter Blutkörperchen. Für den letztgenannten Vorgang ist das in der Leber gespeicherte Vitamin B 12, das
auch hilft, Energie aus der Nahrung
freizusetzen, von großer Bedeutung.

Die Sichelzellenanämie, um deren
Erforschung sich Sullivan große Verdienste erwarb, beruht auf einem angeborenen Defekt der Erythrozyten
(rote Blutkörperchen). Sie enthalten
ein durch Mutation verändertes Hämoglobin-Molekül.
Die Erkrankung ist
im Verbreitungsgebiet
der Malaria
Tropica, vor allem in Schwarzafrika
besonders häufig. In den USA ist etwa jeder vierhundertste in Amerika
geborene Schwarze davon betroffen.
Auch bei Personen spanisch-mexikanischer Herkunft oder solchen aus Mittelost- und Mittelmeerländern sind
häufiger Fälle von Sichelzellenanämie
zu verzeichnen, während sich die
Krankheit unter Personen mitteleuropäischer Herkunft äußerst selten findet.
Die normalerweise runden Erythrozyten erhalten durch Auskristallisieren des pathologischen Hämoglobins
eine sichelähnliche Form.
Dadurch
wird das Blut dickflüssiger, Gefäße
und wichtige Organe wie die Milz können blockiert werden. Es kommt verbreitet zu kleineren Infarkten, die
Nieren- und
Lungenfunktion
beeinträchtigen und zu neurologischen Ausfällen führen können.
Gefürchtet
sind die Schmerzzustände an Knochen,
Gelenken und Wirbelsäule bei Infektionen, aber auch schon nach körperlicher Anstrengung.
In einem im vergangenen Jahr im
"New England Journal of Medicine"
veröffentlichten
Artikel
erörterte
Sullivan die Ergebnisse einer Studie,
die zeigte, daß bei Trägern der Anlage für die Erkrankung während oder
nach starken körperlichen Anstrengungen das Risiko eines plötzlichen Todes erhöht ist. Diese Personen, die
als "heterozygote Träger" bezeichnet
werden, sind meist symptomfrei. Ihr
Blut enthält sowohl normales Hämoglobin als auch die pathologischen Moleküle. Sind jedoch beide Eltern Sichelzellen-Träger, ohne selbst krank
zu sein, ist für das Kind Sichelzellenanämie vorprogrammiert.

�Die Studie basierte auf fünfjährigen Untersuchungen an Rekruten während der Grundausbildung. Das Todesrisiko war für schwarze Rekruten, die
Träger sind, 28 Mal größer als für
schwarze Nicht-Träger der Anlage, und
40 Mal größer als für alle anderen
Rekruten. Die Forschungen erbrachten
keine Beweise für die Ursache des
plötzlichen Todes von Anlageträgern
im Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung. Sullivan entwickelte dazu
die Hypothese, daß die Existenz eines
anomalen
Hämoglobin-Moleküls
die
Blutzellen veranlaßt, die sichelähnliche Form anzunehmen, wenn für längere Zeit die Sauerstoffversorgung
vermindert ist, wie es beim harten
Training während der militärischen
Grundausbildung der Fall sein kann.
Gleichzeitig
verwies
der Wissenschaftler darauf, daß normale Alltagsaktivitäten diese Gefahr für Anlageträger
ausschlössen.
Deshalb
seien Vorbehalte seitens der Versicherungsgesellschaften oder von Arbeitgebern
gegenüber
Anlageträgern
nicht gerechtfertigt.

Louis Sullivan wurde am 3. November 1933 in Atlanta (Georgia) geboren
und studierte an der Universität Boston Medizin. Nach der Promotion im
Jahr 1958 spezialisierte er sich auf
Pathologie und arbeitet einige Jahre
am Massachusetts General Hospital.
Von 1970 bis 1977 war er als außerordentlicher Professor für Medizin und
Physiologie an der Universität Boston
tätig, bis ihn der Ruf an die "Morehouse School of Medicine" in Atlanta
erreichte. An dieser vor allem von
Schwarzen besuchten Hochschule hatte
er von 1977 bis 1985 die Ämter des
Dekans und Direktors inne und bekleidete seit drei Jahren das Amt des
Präsidenten.
Sullivan ist Inhaber
zahlreicher akademischer und anderer
Auszeichnungen, mit denen er sowohl
für wissenschaftliche Leistungen als
auch für seine Beiträge zur Ausbildung von Angehörigen von Minderheiten
in der Medizin geehrt wurde.

- 3 -

* * * * *

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AMERIKA DIENST
Dokumentation

'VON**

11. Januar 1989
SHULTZ DRÄNGT AUF BEENDIGUNG DES EINSATZES CHEMISCHER WAFFEN
- Rede vor der Pariser Konferenz -

PARIS - (AD) - Der amerikanische Außenminister George P. Shultz hat am 7.
Januar vor der Konferenz über chemische Waffen in Paris an die politisch Verantwortlichen in über 140 Ländern appelliert, dem Einsatz chemischer Waffen
abzuschwören und sie nicht in die Hände von Terroristen gelangen zu lassen.
Er forderte die Staatengemeinschaft auf, sich zusammenzuschließen und die Ziele und Grundsätze des Genfer Protokolls aus dem Jahre 1925 zu bekräftigen.
Nachfolgend
Wortlaut.

veröffentlichen wir die Ansprache des US-Außenministers im

Zu Beginn unserer Gespräche über
diese große Herausforderung, der sich
die Weltsicherheit durch die chemischen Waffen ausgesetzt sieht, habe
ich die Ehre, Ihnen eine Botschaft
des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Ronald Reagan, zu übermitteln.
Sie lautet folgendermaßen:
"Verehrte Delegierte: Vor weniger als drei Monaten habe ich die
Parteien des Genfer Protokolls
und andere betroffene Staaten
aufgefordert, eine Konferenz zu
dem Zweck einzuberufen, die Einhaltung
internationaler
Normen
gegen den illegalen Einsatz chemischer Waffen zu erneuern. Heute haben sich dank der Initiative
des
französischen
Präsidenten
Mitterrand und der französischen

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Regierung Vertreter von über 145
Staaten in Paris versammelt, um
ihr Engagement für das Ziel der
Beendigung der Weiterverbreitung
dieser gefürchteten Waffen und
für die Verhinderung ihres Einsatzes zu bekräftigen.
Mit Ihrer Teilnahme wird die allen Ländern gemeinsame tiefe Besorgnis und Unruhe über die gefährliche Verbreitung
und den
wiederauflebenden Einsatz einer
der von der Menschheit am meisten
gefürchteten und fürchterlichsten
Formen der Kriegführung unterstrichen. Sie zeigt ferner, daß
Sie den Wunsch teilen, die notwendigen Schritte zu unternehmen,
um zu verhindern, daß solche Waffen erneut eingesetzt werden.

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Das Genfer Protokoll von 1925
bleibt ein ungemein wertvoller
und notwendiger Vertrag, aber
seine Ziele können nur erreicht
werden, wenn die Staaten sich daran halten. Eine erneute Bekräftigung der Ziele des Genfer Protokolls ist nicht nur eine Frage
des Rechts, sondern ein bedeutender Schritt zu einer sichereren
Zukunft der Menschheit. Es ist
meine Hoffnung, daß die Teilnehmer der Pariser Konferenz diesen
wichtigen Schritt tun werden.
Regierung und Volk der Vereinigten Staaten übermitteln ihre Gebete und besten Wünsche für das
Gelingen dieses lebenswichtigen
Unternehmens, das von Ihnen in
Angriff genommen wird."
In d er Tat hat uns ein Grauen
heute hier zusammengeführt, das wie
ein Damoklesschwert seit nahezu einem
Jahrhundert
über
der
Menschheit
schwebt - die Bedrohung durch und der
Einsatz von chemischen und biologischen Waffen.
Die Geschichte verzeichnet, daß
am Vorabend dieses geplagten Jahrhunderts - eines Jahrhunderts, das von
einer Reihe vom Menschen geschaffenen
Schrecken erfüllt sein sollte -, die
Teilnehmer an der ersten Haager Friedenskonferenz im Jahr 1899 sich bereiterklärten, chemische Waffen zu
verurteilen.
Aber die Warnungen der Haager Erklärung gegen den Einsatz von Giftgas
wurden nicht beherzigt. Im Jahr 1915
wurden auf den Schlachtfeldern von
Flandern nahe Ypern - nur 200 Kilometer von unserem Tagungsort entfernt chemische Waffen zum ersten Mal in
großem Umfang im Krieg eingesetzt.
Im Ersten Weltkrieg wurden über eine
Million Menschen, Soldaten wie Zivilisten, von chemischen Waffen getötet
oder verletzt - ein grauenvolles Vorzeichen für die Hunderttausenden, die
von dieser Geißel noch zu Tode gebracht werden sollten.

Das Schicksal der Überlebenden
war kaum besser als das derjenigen,
die sofort getötet wurden. Ein Augenzeuge beschrieb sie später folgendermaßen:
"Gesichter, Arme, Hände waren von
glänzend
grau-schwarzer
Farbe.
Mit offenen Mündern und glasigen
Augen taumelten sie vor und zurück und versuchten, zu Atem zu
kommen während sie um ihr Leben
kämpften."
Im Ersten Weltkrieg senkten sich
die todbringenden chemischen Wolken
über die Fronten im Westen wie im
Osten. Sie kannten keine Grenzen und
vereinten in ihrem Schrecken und gemeinsamen Leid viele der am heutigen
Tage hier vertretenen Nationen. Diese Art der Vernichtung brachte keinen
militärischen Vorteil.
Sie machte
das Patt dieses Konflikts schlicht
noch verheerender - so furchtbar, daß
die Staatengemeinschaft sich schließlich zum Handeln gezwungen sah.
Die Maßnahmen erfolgten rasch und
gipfelten im Genfer Protokoll des
Jahres 1925 ihren Höhepunkt, mit dem
die führenden Staaten der Welt - unter ihnen die Regierung der Vereinigten Staaten - eine Übereinkunft schufen, die den Einsatz chemischer und
biologischer Waffen im Krieg verbot.
Die Arbeit der Konferenz blieb
über sechs Jahrzehnte hinweg gültig.
Allerdings wurden die in Genf aufgestellten rechtlichen und moralischen
Schranken auf tragische Weise in den
dreißiger und vierziger Jahren gebrochen. Deshalb hatte Franklin Roosevelt Recht, als er sagte, es sei "die
Menschheit
allgemein
davon
überzeugt" , daß chemische Waffen verboten
werden sollten.
Haben wir die Lehren der Geschichte
vergessen?
Dies ist weiterhin eine begründete Ansicht. In den letzten Jahren
sind die internationalen Normen gegen

�chemische Waffen in der Praxis allmählich ausgehöhlt worden - zuerst im
Nahen Osten und unlängst in regionalen Konflikten von Südostasien bis zu
Afghanistan und dem Persischen Golf
Und selbst, wenn der Frieden in
diese konfliktgeschüttelten Gebieten
Einzug halten sollte - und wir hoffen
und beten für den Tag, an dem dies
geschieht -, wird diese Hinterlassenschaft des Einsatzes chemischer Waffen für sie noch auf Jahre hinaus
eine wirkliche Belastung sein. Der
Bericht der Weltgesundheitsorganisation von 1970 kam zu dem Schluß:
"Chemische und biologische Waffen
bilden eine ernste Bedrohung für die
Zivilbevölkerung.
Der
umfassende
Einsatz chemischer und biologischer
Waffen könnte dauerhafte Veränderungen unvorhersehbarer Art in der Umwelt zur Folge haben."
Die Konsequenzen des Einsatzes
chemischer Waffen in der Vergangenheit belasten Europa heute immer
noch. Nicht detonierte chemische Munition aus dem Ersten Weltkrieg setzt
weiterhin in den Gewässern, in denen
sie versenkt wurden, ihren alternden
- aber immer noch tödlichen - Inhalt
frei.
Nordseefischer und Schwimmer
in Küstengewässern tragen immer noch
Senfgasverbrennungen von versenkter
und korrodierender Munition davon.
Auch in den Gewässern des Schatt
al Arab wird nicht detonierte chemische Munition auf Jahrzehnte hinaus
Menschenleben und Umwelt bedrohen.
Wir können keinen Aufschub mehr
zulassen.
Die Zeit arbeitet gegen
uns.
Die Technologie bleibt nicht
stehen. Noch tödlichere und heimtükkischere chemische Waffen befinden
sich in der Entwicklung - Waffen, mit
denen Verteidigungssysteme überwunden
werden und die verheerende Auswirkungen haben. Die Fähigkeit zur Herstellung solcher Waffen verbreitet
sich rasch - und mit ihr die Technologie der Herstellung ballistischer
Raketen als Trägersysteme.

Zusätzlich sehen wir uns mit dem
noch groteskeren Schreckgespenst der
Verbreitung biologischer Waffen konfrontiert. In Verletzung der Konvention über biologische und toxische
Waffen von 1972 werden von Staaten
noch
tödlichere
und
resistentere
Krankheitserreger entwickelt, produziert und gelagert.
Es ist keine
Übertreibung, zu sagen, daß die bloße
Existenz
dieser Waffen eine der
ernsthaftesten Bedrohungen für das
überleben der Menschheit darstellt.
Mutet es nicht wie grausame Ironie an, daß diese neuen und todbringenden Bedrohungen uns gerade zu der
Zeit zunehmend in Schrecken versetzen, da wir begonnen haben, Fortschritte bei der Kontrolle und Reduzierung von Kernwaffen zu erzielen?
Ein Alptraum für jedermann wäre folgerichtig die Kombination ballistischer Raketen, chemischer Gefechtsköpfe und biologischer Waffen in der
Hand von Regierungen, die sich in der
Vergangenheit terroristischer Gewalttaten schuldig gemacht haben.
Der Zugang von Terroristen zu
chemischen und biologischen Wirkstoffen ist eine weitere Bedrohung für
die
internationale
Staatengemeinschaft.
Es gibt keinerlei unüberwindliche technische Hindernisse, die
terroristische Gruppen vom Einsatz
chemischer Waffen abhalten könnten.
Die Bedrohung ist real. Einige Regierungen, die als Förderer des Terrorismus bekannt sind, besitzen heute
beträchtliche Fähigkeiten bei chemischen Waffen.
Welche Maßnahmen müssen wir ergreifen?
In einer Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen hat
Präsident Reagan den Vorschlag für
diese Konferenz unterbreitet.
Wir
wollen uns seine Worte ins Gedächtnis
rufen:
"Giftgas.
Chemische Waffen ...
Diese Schrecken. Dieses Grauen ...
Es obliegt allen zivilisierten Natio-

- 3 -

�nen, Kriegführung unter Einsatz von
chemischen Waffen und Giftgas ein für
alle mal zu verbieten."
Die internationale Gemeinschaft
muß heute an verschiedenen Fronten
vorgehen, um die Bedrohung durch chemische Waffen auszumerzen, ihren illegalen Einsatz zu verhindern und ihrer gefährlichen Verbreitung Einhalt
zu gebieten.
Selbst während wir bei den Genfer
Verhandlungen über ein Verbot der
Entwicklung,
Herstellung, Beschaffung, Lagerung, Beibehaltung oder des
Transfers chemischer Waffen Fortschritte erzielen, muß jeder von uns
jetzt Schritte zur Stärkung unserer
politischen Verpflichtung zur Offenlegung der Bedrohung und Kontrolle
der Verbreitung und des Einsatzes
dieser verabscheuungswürdigen Waffen
unternehmen.
Meine Regierung hat die Schwierigkeiten - vor allem der Verifizierung - niemals unterschätzt, die bei
der Verwirklichung dieses vordringlichen Ziels überwunden werden müssen. Als Vizepräsident Bush im Jahr
1984 im Namen von Präsident Reagan
den Vertragsentwurf in Genf auf den
Verhandlungstisch legte, erklärte er,
ein umfassendes Verbot chemischer
Waffen könne erst dann funktionieren,
wenn die Staaten bereit seien, "sich
zu einem neuen, aber absolut notwendigen Maß an Offenheit zu verpflichten" - "einer neuen Art und Weise,
miteinander
umzugehen".
So eindrucksvoll diese Herausforderung auch
sein mag, sollte die Völkergemeinschaft die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten nicht unterschätzen,
diese Probleme zu überwinden und
einen wirksamen Vertrag in Kraft zu
setzen.
Vor kurzem hat der künftige Präsident Bush erklärt, eine seiner
höchsten Prioritäten liege darin,
das, was er so treffend als "diese
schreckliche Geißel" bezeichnet, zu
bekämpfen. Er führte aus, er wolle
als ein Präsident in der Erinnerung

verhaftet bleiben, der gemeinsam mit
den Verbündeten, der Sowjetunion und
anderen Nationen die Beseitigung chemischer Kriegführung und chemischer
Waffen herbeigeführt hat.
Die Staatengemeinschaft muß sich
vereinigen und sich erneut - entschlossen und wirksam - den Zielen
und Grundsätzen des Genfer Protokolls
aus dem Jahr 1925 verpflichten. Kein
Land sollte angesichts der Bedrohung
durch chemische Waffen nur auf sich
selbst gestellt sein, denn kein Land
ist dagegen immun. Wir müssen bereit
sein, Staatskunst auszuüben, zu kooperieren und die Durchführung zu erzwingen.
Aus diesem Grund fordern wir diese Konferenz
auf, die folgenden
Schritte unverzüglich zu unterstützen:
Jede Nation muß die politische
Verpflichtung auf sich nehmen,
die internationalen Normen über
den Einsatz chemischer Waffen
einzuhalten;
Nationen, die dem Genfer Protokoll aus dem Jahr 1925 noch nicht
beigetreten sind, sollten dies
tun;
Die Fähigkeit des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Beschuldigungen über den illegalen
Einsatz chemischer Waffen bei bewaffneten Konflikten unverzüglich
nachzugehen, sollte gestärkt und
erweitert werden.
Es bleibt noch viel zu tun, sowohl im Verlauf dieser Konferenz als
auch im Anschluß daran.
Wir sollten Verfahren für humanitären Beistand für Opfer eines Angriffs mit chemischen Waffen in Erwägung ziehen.
Wir müssen die Unterstützung für
die in der Charta der Vereinten Nation verankerten Maßnahmen verstärken, wenn es in Zukunft zum illegalen
Einsatz
chemischer
Waffen
kommen

- 4 -

�sollte - und hierbei denke ich vor
allem an die Sanktionen in Kapitel
7. Um den künftigen Präsidenten Bush
zu zitieren, "... die Nationen, die
sich
der
chemischen
Kriegführung
schuldig gemacht haben, müssen einen
Preis bezahlen. Sie müssen wissen,
daß die Verletzung des Verbots über
den Einsatz solcher Waffen schwere
Bestrafung nach sich zieht. Nicht
nur ein Bußgeld oder eine kleinere
Sanktion, die man ignorieren kann."
Es besteht die dringende Notwendigkeit für Schritte zur Erlangung
größerer Zurückhaltung auf internationaler Ebene bei Export von Technologien, Chemikalien und Waffen, die mit
chemischer Kriegführung in Zusammenhang stehen.
Seit 1985 haben die
Vereinigten Staaten mit 18 anderen
Nationen bei der Koordinierung von
Bestrebungen zur Kontrolle des mit
chemischen Waffen in Verbindung stehenden internationalen Handels zusammengearbeitet. Wir sollten Möglichkeiten für wirksamere Mittel zur Kontrolle des Transfers von Vorläufern
chemischer Waffen, Technologie und
Waffen zur chemischen Kriegführung
erforschen, ohne den legitimen Handel
und die friedliche Anwendung zum Nutzen der Menschheit zu unterbinden.
Schließlich möchte ich Sie bitten, mit mir gemeinsam unsere Regierungen zu verpflichten, nicht nur den
Einsatz chemischer Waffen bei bewaffneten Konflikten zu verhindern, sondern terroristischen Gruppen den Zugang zu chemischen Waffen zu verweigern.
Das Problem der Verbreitung chemischer Waffen ist ebenso schwierig
wie gefährlich. Die Herausforderung,
die sie für die Sicherheit der Welt
darstellen, ist so vordringlich, daß
internationale Bestrebungen in diesem
Bereich nicht von anderen schwierigen
RUstungskontrollthemen wie der Verbreitung von Nuklearwaffen abhängig
gemacht werden sollten. Wenn wir der
Bedrohung durch chemische Waffen in
jeder Hinsicht wirksam begegnen wollen, müssen wir zum Kern des Problems

vordringen.
Die Verbreitung chemischer Waffen
ist kein Problem zwischen Entwicklungs- und
Industrienationen.
Es
geht nicht darum, daß einige Nationen
versuchen, ein Monopol an chemischen
Waffen aufrechtzuerhalten, indem sie
es anderen Ländern unmöglich machen,
in ihren Besitz zu gelangen. Alle
Nationen haben den größtmöglichen
Vorteil, wenn sie sich auf das wirkliche Problem konzentrieren:
die
Verbreitung und den Einsatz dieser
Waffen zu verhindern, auch dann, wenn
wir uns der Befreiung der Welt von
den bereits bestehenden chemischen
Waffen verschrieben haben.
Was die Vereinigten Staaten anbetrifft, so haben wir seit 1971 aktiv
an den Verhandlungen bei der Abrüstungskonferenz
teilgenommen.
Wir
engagieren uns für den Erfolg dieser
Verhandlungen, und wir werden so lange wie nötig am Verhandlungstisch
bleiben. Wir werden das Genfer Protokoll aus dem Jahr 1925 und alle anderen Bestimmungen des Völkerrechts
im Zusammenhang mit dem Einsatz chemischer Waffen, einschließlich der
Genfer Konvention von 1949 einhalten.
Und wir fordern alle hier versammelten Länder - und alle Länder der Welt
- auf, ein ebensolches Versprechen
abzugeben.
Es bedarf weltweiter Anstrengungen
Wir sind der Regierung Frankreichs und Präsident Mitterrand zu
Dank verplichtet, daß sie als Antwort
auf Präsident Reagans Aufforderung
vor der Vollversammlung der Vereinten
Nationen die Staatengemeinschaft hier
in Paris zusammengerufen haben.
Die Wiederaufnahme der chemischen
Kriegführung in den vergangenen 25
Jahren bedeutet für die Menschheit,
die Vernunft und die Zivilisation
einen
gefährlicheren
Rückschritt.
Der künftige Präsident Bush hat den
Ausbruch eines Krieges mit chemischen
Waffen und die Verbreitung ballistischer Raketen als "deutliche Erinne-

- 5 -

�rung, wie leicht Nationen vom Wege
abkommen und auf den Abgrund zusteuern können", bezeichnet. Und zu seiner "feierlichen Mission" hat er die
zur Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft erklärt, "dies
zu beenden und zwar heute".
Jetzt ist es an der Zeit, daß wir
uns zu unserer Verantwortung bekennen. Lassen Sie uns gemeinsam unsere
Aufgabe bewältigen, unsere feierlichen moralischen und rechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen.
Ein von dem großen amerikanischen
Schriftsteller Carl Sandburg - seinerzeit Kriegsberichterstatter in Europa - im Jahr 1916 verfaßtes Gedicht
geht mir nicht aus dem Kopf.
Es
heißt Gras und endet mit diesen
eindrucksvollen und bitteren Zeilen:
"Stapelt die Körper ... in Ypern
und Verdun.
Begrabt sie und laßt mich an die
Arbeit gehen.
Zwei Jahre, zehn Jahre später und
die Fahrgäste fragen den Schaffner:
Was ist dies für ein Ort?
Wo sind wir jetzt?
Ich bin das Gras.
Laßt mich an die Arbeit gehen."
Heute sage ich Ihnen: Laßt uns
unsererseits an die Arbeit gehen und
sicherstellen, daß wir die Opfer der
chemischen Kriegführung niemals vergessen. Laßt jeden einzelnen von uns
sicherstellen, daß wir uns weder
durch den Lauf der Zeit noch die Notwendigkeiten des Augenblicks jemals
wieder aus der Verantwortung stehlen,
die wir der Menschheit gegenüber tragen.

* * * * *

- 6

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AMERIKA DIENST
Dokumentation

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*

11. Januar 1989

REAGAN LEGT HAUSHALTSENTWURF FÜR 1989/1990 VOR
- Zielsetzung bleibt Abbau des Defizits -

WASHINGTON - (AD) - Mit der am 9. Januar 1989 dem Kongreß zugeleiteten
Vorlage des Entwurfs für das am 30. September 1990 endende Haushaltsjahr befürwortet Präsident Reagan eine Kürzung des Ausgabenumfangs, um das Haushaltsdefizit abzubauen.
Die Begleitbotschaft des Präsidenten zur Haushaltsvorlage hat folgenden
Wortlaut.
An den Sprecher des Repräsentantenhauses und den Präsidenten des Senats:
Vor acht Jahren waren viele in
diesem Land besorgt über die Zukunft
der Wirtschaft, unserer Regierung und
nicht zuletzt unserer Nation selbst.
Die Arbeitslosenquote war hoch und im
Steigen begriffen.
Inflation und
Zinssätze
erreichten
Rekordhöhen.
Die
Verteidigungsfähigkeit
unseres
Landes war vernachlässigt worden und
somit geschwächt. Das internationale
Ansehen der Vereinigten Staaten befand sich auf einem Tiefpunkt.
Um die Wirtschaftsprobleme zu lösen, mit denen wir uns damals konfrontiert sahen, schlug unsere Administration
ein
Gesundungsprogramm

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vor, das sich auf vier Grundprinzipien konzentrierte:
Senkung der Einkommens- und Unternehmenssteuersätze .
Verringerung
der
bei Bundesausgaben.

Wachstumsrate

Verringerung der Fülle von Bundesvorschriften durch Abbau unnötiger Einschränkungen bei gleichzeitigem Schutz der Interessen
und der Sicherheit der Öffentlichkeit.
Unterstützung
einer
gemäßigten
und kontinuierlichen Geldmarktpolitik zur Eindämmung der Inflation.

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�Um unsere Verteidigungsfähigkeiten wiederaufzubauen und die Stellung
der Vereinigten Staaten in der Welt
zu erneuern, haben wir erweiterte nationale Sicherheits- und internationale Programme vorgeschlagen.

Arbeitslosenquote
um mehr als
fünf Prozentpunkte auf 5,4 Prozent - ihren niedrigsten Stand
seit 14 Jahren - zurückgegangen
ist.
Die in den vier Jahren vor meiner
Amtszeit
durchschnittlich
10,4
Prozent betragende Inflation ist
im Verlauf der vergangenen sechs
Jahre auf durchschnittlich weniger als ein Drittel dieses Wertes
zurückgefallen.

Ferner haben wir das umfassendste
Programm zur Verbesserung der Verwaltung in die Wege geleitet, das je
in Angriff genommen wurde, um die jeweiligen Beziehungen zwischen den Regierungen des Bundes, der Einzelstaaten, der Kommunen und dem Privatsektor wiederherzustellen, Verschwendung
bei Bundesprogrammen abzubauen und
Kontrollen im Verwaltungsablauf sowie
eine Steigerung der Leistungsfähigkeit bei gleichzeitiger Verbesserung
der Dienstleistungen einzuführen.
Heute kann das amerikanische Volk
stolz auf die Fortschritte sein, die
in jedem dieser Bereiche erzielt worden sind. Als Ergebnis dieser Fortschritte haben die Vereinigten Staaten ihre Position im Inland gestärkt,
sind auf internationaler Ebene sicherer geworden und stehen in den Augen
der Welt besser da als vor acht Jahren.

Gleichzeitig sind die Realeinkommen nach Steuerabzug seit 1982 um
24 Prozent gestiegen und mit ihnen unser Lebensstandard insgesamt.
Steuergesetzgebung
stimmungen

Be-

Seit 1981 ist die vom Bürger für
das Ausfüllen von Formularen für
die Bundesregierung aufgewandte
Zeit jährlich um 600 Millionen
Stunden verkürzt worden, und die
Anzahl der Seiten von jährlich im
Bundesanzeiger
veröffentlichten
Verfügungen ist um mehr als 45
Prozent verringert worden.

In gemeinsamer Arbeit haben wir
in den vergangenen acht Jahren viel
erreicht.
Die Wirtschaft

Seit Beginn dieser Expansion sind
19 Millionen neuer Arbeitsplätze
geschaffen worden, während die

sonstige

Zwischen 1981 und 1987 sind die
Steuergesetze
durch
Änderungen
der Bundessteuergesetzgebung gerechter geworden und die Einkommenssteuersätze wurden gesenkt.
Für 4,3 Millionen einkommensschwache Familien ist die Abgabe
von Stuererklärungen nicht länger
erforderlich.

Die Bilanz der vergangenen acht Jahre

Die nunmehr im sechsten Jahr anhaltende wirtschaftliche Expansion hat alle vorherigen Aufschwungperioden in Friedenszeiten
in der Geschichte der Vereinigten
Staaten ilbertroffen. Betriebliche Investitionen und Exporte
steigen an und das Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich bis
in die neunziger Jahre anhalten.

und

Haushalt
-

Die Ausgabenexplosion bei Bundesaufwendungen ist eingedämmt worden und die Haushaltsprioritäten
wurden auf solche Aufgaben verlagert, die von der Bundesregierung
zur Verfügung
gestellt werden
sollten, wie beispielsweise nationale
Verteidigung,
wissenschaftliche
Grundlagenforschung
und Wahrung der Rechte aller Bürger.

�-

Das System der Sozialversicherung
konnte vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit gerettet werden
und ist bis ins nächste Jahrhundert sichergestellt.

Abschreckung durch die Bedrohung
eines nuklearen Vergeltungsschlages gründet sondern auf Verteidigungssysteme, die niemanden bedrohen.

Die Ausgabenexplosion der siebziger Jahre bei vermögensabhängigen
Leistungsprogrammen
ist
eingedämmt worden.
Bestimmungen für
die Inanspruchnahme wurden verschärft, um die Leistungen wieder
den wirklich Bedürftigen zufliessen zu lassen. Die GrundVergütungen
für
Einkommensschwache,
Ältere und andere von Unterstützung durch den Staat Abhängige
sind beibehalten worden.

Unsere Bereitschaft, die Freiheit
auf der ganzen Welt zu verteidigen hat bei der Verbreitung der
Demokratie und der Eindämmung der
Flut
kommunistischer
Expansion
Erfolge gezeitigt.
Verwaltung und Regierung
Die
Bundesbehörden
haben
ein
wichtiges Programm zum Abbau der
Verwaltungsbürokratie - "Reform
'88" - eingeleitet, mit dem die
Maßnahmen der Bundesregierung im
Bereich der Finanzverwaltung rationeller durchgeführt und Verschwendung, Betrug und Mißbrauch
beseitigt werden sollen.

Wir haben Schritte eingeleitet,
um andere Leistungsprogramme auf
eine soliderer Grundlage zu stellen. Dazu zählt die Krankenhausversicherung Medicare, die von
einem Zuschußprojekt in ein System umgewandelt wurde, mit dem
Wettbewerb gefördert und Kosten
niedrig gehalten werden.
Verteidigung und
gelegenheiten

internationale

Einige von der Bundesregierung
wahrgenommene Aufgaben sind wieder an den Privatsektor oder die
Regierungen
der
Bundesstaaten
oder Kommunen zurückgegeben worden.

An-

Unsere Verteidigungsfähigkeit ist
gestärkt und Waffensysteme sind
modernisiert und verbessert worden. Wir rekrutieren und halten
besser qualifiziertes Personal.
Bereitschaft, Ausbildung und Moral unserer Truppen sind entschieden gesteigert worden.
Aufgrund
unserer
verbesserten
Stärke konnten wir mit der Sowjetunion einen verifizierbaren
Vertrag aushandeln, der eine gesamte Kategorie von Nuklearwaffen
vollständig beseitigt.
Wir haben das Forschungs- und
Technologieprogramm der Strategischen Verteidigungsinitiative in
die Wege geleitet, das Anlaß zu
berechtigter Hoffung auf eine sicherere Welt gibt, in der unsere
eigene Sicherheit und die unserer
Verbündeten sich nicht länger auf

Kostenbeteiligungsprogramme
und
NutzergebUhren wurden in höherem
Maße in Anspruch genommen, damit
die Kosten von Projekten und Programmen - wo immer dies angemessen erscheint - wieder von denjenigen getragen werden, die davon
profitieren.
Das Haushaltsdefizit
Ein Bereich, der mir im gesamten
Verlauf meiner Amtszeit stets Enttäuschung bereitet hat, waren die Bestrebungen, den Haushalt in den Griff
zu bekommen. Immer wieder habe ich
Maßnahmen zur Eindämmung der Ausgabenprogramme des Bundes im Inland
vorgeschlagen.
Immer wieder wurden
diese Vorschläge vom Kongreß abgelehnt.
Die Gründe für den Anstieg des
Haushaltsdefizits zu Beginn der acht-

- 3 -

�ziger Jahre liegen auf der Hand. Erstens erlebten wir die stärkste Rezession
in
der
Nachkriegszeit.
Schätzungen zufolge sind 81 Prozent über 640 Milliarden Dollar - der Zunahme des Defizits über die in meiner
Haushaltsvorlage vom März 1981 vorgesehenen Obergrenzen hinaus auf diese
Rezession zurückzuführen. Der zweite
Grund ist, daß selbst nach Einbeziehung der notwendigen Erhöhung der
Verteidigungsausgaben
meine
Haushaltsvorlage vom März 1981 Ausgabenkürzungen in Höhe von insgesamt 331
Millarden Dollar netto im Verlauf von
fünf Jahren forderte; aber der Kongreß hat weniger als 40 Prozent dieser Einsparungen genehmigt.
Verschwenderische Programme wurden weiterhin finanziert.
Die notwendigen
Kürzungen sind noch immer nicht vorgenommen worden.
Wenn dem Defizit nicht Einhalt
geboten wird, indem wir der Regierung
Zügel anlegen, gefährden wir das, woran wir jahrelang hart gearbeitet haben. Durch unmäßige Ausgaben verursachte größere Defizite unterminieren
den Anreiz zu arbeiten und zu sparen,
da die Ersparnisse verschlungen werden, die ansonsten produktiv investiert worden wären. Dies dürfen wir
nicht zulassen.
Ich bin stolz auf die Errungenschaften der Vereinigten Staaten.
Unsere Wirtschaft floriert, unsere
Verteidigung ist verbessert und unsere Position in der Welt ist von Neuem
unerreicht.
Dieser Haushalt verringert bis 1990
das Defizit unter die durch das
Gramm-Rudman-Gesetz
vorgeschriebene
Grenze und wird bis 1993 ausgeglichen
Die Vorlage für das Haushaltsjahr
1990 - meine letzte - stellt eine
Fortführung meiner Bestrebungen dar,
das
Defizit
des
Bundeshaushaltes
durch Zurückhaltung bei den Ausgaben
im Inland abzubauen.

Der heute von mir vorgelegte
Haushaltsentwurf steht in Einklang
mit dem im Gramm-Rudman-Gesetz verankerten Ziel, da er Maßnahmen vorschlägt, die nicht über die für 1990
festgelegte Obergrenze von 100 Milliarden Dollar hinausgehen und den
kontinuierlichen Abbau des Defizits
bis hin zu einem ausgegelichenen
Haushalt im Jahr 1993 sicherstellen.
Meinen Vorschlägen zufolge würde
das Defizit auf weniger als 2 Prozent
des BSP im Jahr 1990 zurückgehen und
die öffentliche Verschuldung als Anteil des BSP würde sich ebenfalls
verringern.
Der vorliegende Haushalt zeigt,
daß ein schrittweiser Abbau des Defizits möglich ist, ohne die Steuern zu
erhöhen, Einschnitte bei unerläßlichen
Sozialprogrammen
vorzunehmen,
ohne die Verteidigung zu demontieren
und andere vorrangige nationale Aufgaben zu vernachlässigen. Der Abbau
kann auf vernünftige, verantwortungsbewußte Weise erfolgen - diszipliniert und fair. Neue Steuern sind
nicht erforderlich. Aufgrund unseres
Wirtschaftswachstums werden die Einnahmen in den Jahren 1989 und 1990
drastisch steigen. Mit diesem Haushalt wird ganz einfach vorgeschlagen,
die Ausgaben langsamer steigen zu
lassen als die Steuereinnahmen und
somit das Defizit abzubauen.
Die
vorgeschlagenen Reformen werden in
den kommenden Jahren zusätzliche Reduzierungen des Defizits bringen.
Dieses Jahr haben wir die Chance, den
schlimmsten Teil des Defizitproblems
hinter uns zu lassen und es der nächsten Administration zu ermöglichen,
ihre Amtszeit mit einem reinen Tisch
und mit der Aussicht auf eine Fortdauer des Wohlstandes zu beginnen.
Die Finanzierung
tionaler Aufgaben

vordringlicher

na-

Um die vordringlichen nationalen
Aufgaben innerhalb der vom Gramm-Rudman-Hollings-Gesetz festgelegten Defizitgrenzen zu bewältigen, wird in
meinem Haushalt vorgeschlagen, die

�Ausgaben für einige Programme - wie
etwa diejenigen für die Erforschung
und Eindämmung von AIDS, der Bekämpfung
des
Drogenhandels
und -mißbrauchs sowie technologische Entwicklung - erheblich zu steigern und die
Ausgaben für andere Programme zu reduzieren, umzuschichten und in einigen Fällen zu streichen.
Verteidigung
Die Bewahrung des Friedens und
der Schutz unseres Landes sind die
wichtigsten Aufgaben der Bundesregierung.
Die für Verteidigungszwecke
bewilligten Mittel sind im Jahr 1989
mit einem Gesamtvolumen von 299 Milliarden Dollar im vierten Jahr hintereinander
real
(inflationsbereinigt) zurückgegangen.
Dieser Trend
kann nicht ohne einschneidende Folgen
für die Kampfbereitschaft fortgesetzt
werden.
Deshalb beantrage ich mit
diesem Haushalt Mittel für die Verteidigung in Höhe von 315 Milliarden
Dollar an Zahlungsverpflichtungen und
303 Milliarden Dollar an Ausgaben für
1990 sowie von 331 Milliarden Dollar
an Zahlungsverpflichtungen und 314
Milliarden Dollar an Ausgaben für
1991. Diese Zahlen bedeuten bei den
Zahlungsverpflichtungen einen realen
Anstieg von 2 Prozent gegenüber dem
Niveau des Jahres 1989. Im Jahr 1989
wird inflationsbereinigt das Niveau
des Jahres 1984 wieder erreicht werden. Der Haushalt geht auch für die
Jahre danach bei diesen Programmen
von einem realen Wachstum von 2 Prozent aus.
Wir müssen ferner unser atomares
Abschreckungspotential aufrechterhalten. Für das Jahr 1990 schlägt dieser Haushalt 9 Milliarden Dollar für
atomare Verteidigungsprogramme vor,
eine Steigerung um 900 Millionen Dollar gegenüber 1989.
Insgesamt 2,8
Milliarden Dollar sind für die Modernisierung des Komplexes zur Produktion spaltbaren Materials und zur
Steigerung der Bemühungen für die Beseitigung von Umweltschäden und Entsorgung von atomarem Sondermüll vorgesehen.

Außenpolitik
Um die außenpolitischen Erfolge
der vergangenen acht Jahre zu konsolidieren und weiter auszubauen, benötigen wir zusätzliche Mittel für internationale Angelegenheiten, mit denen unsere Außenpolitik und nationale
Sicherheitsinteressen im Nahen Osten,
in Mittelamerika und andernorts unterstützt würden. Ein Sonderprogramm
wird zur Förderung eines starken
Wirtschaftswachstums auf den Philippinen gefordert, um die Rückkehr dieses Landes zur Demokratie zu unterstützen. Weitere zusätzliche Mittel
für Auslandshilfe würden eingesetzt,
um rückständige Beiträge zu multilateralen Kreditinstitutionen zu entrichten und Zahlungen an die Vereinten Nationen und deren Unterorganisationen zu leisten.
Drogenmißbrauch
kämpfung

und

Verbrechensbe-

Unser Kampf gegen Drogenmißbrauch
muß ebenso wie unsere Bemühungen zum
Schutz des einzelnen vor Verbrechen
fortgesetzt werden:
Für Verbrechensbekämpfung, Vorbeugung und Behandlungsprogramme
schlage ich für das Jahr 1990 5,7
Milliarden Dollar vor, ein Zuwachs von 164 Millionen Dollar
gegenüber 1989. Zusammen mit den
im Gesetz gegen den Drogenmißbrauch von 1988 enthaltenen Ermächtigungen und Sanktionen werden es uns diese Mittel ermöglichen, auf unser Ziel eines drogenfreien Amerikas hinzuarbeiten.
Um der Uberfüllung der Gefängnisse abzuhelfen und eine zunehmende
Zahl von Strafgefangenen angemessen unterzubringen, beantrage ich
1,6 Milliarden Dollar für den Bau
und Betrieb von Gefängnissen, 193
Millionen Dollar mehr als 1989
für diesen Zweck veranschlagt
sind.
AIDS-Forschung und Aufklärung

- 5 -

�Dieser Haushalt spiegelt meine
feste Überzeugung wider, daß die Behandlung des AIDS-Problems eine vordringliche Aufgabe bleiben muß:

Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit unseres
Raumtransporters, für die Einleitung zweier neuer und bedeutender
wissenschaftlicher Missionen zur
Erforschung von Planeten auf internationaler Ebene sowie zur Unterstützung der kommerziellen Erschließung des Weltraums.

Vorbeugung
und
Linderung
des
durch das HIV-Virus, das die
Krankheit AIDS auslöst, herbeigeführten Leidens ist unsere höchste Priorität im Bereich des öffentlichen
Gesundheitswesens.
Die Unterstützung des Bundes für
Forschung, Prävention und Behandlung übersteigt im Jahr 1989 2,1
Milliarden Dollar und wird 1990
nahezu 2,8 Milliarden Dollar erreichen. In diesem Haushalt werden 1,6 Milliarden Dollar oder 24
Prozent mehr als 1989 für die Finanzierung von Maßnahmen gegen
HIV durch den öffentlichen Gesundheitsdienst beantragt.

Für das Jahr 1990 beinhaltet der
Haushalt
ferner
250 Millionen
Dollar als Bundesanteil zur Förderung des Baues des supraleitenden Teilchenbeschleunigers (SSC).
Ein Drittel der Projektkosten
werden aus Nicht-Bundesmitteln zu
finanzieren sein.
Der heutigen
Planung zufolge wird der SSC das
größte je in Angriff genommene
rein wissenschaftliche Vorhaben
sein.
Es wird dazu beitragen,
unserem Land bis ins nächste
Jahrhundert eine Spitzenstellung
in der Hochernergiephysik zu sichern.

Forschung
Eine
unserer
vordringlichsten
Aufgaben besteht darin, die amerikanische Technologie zu stärken und die
Vereinigten Staaten wettbewerbsfähiger zu machen. Zum Beispiel:
Ich schlage einen dauerhaften Zuwachs in aus Bundesmitteln geförderter Grundlagenforschung vor,
die längerfristige Verbesserungen
bei Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes in
der Welt zum Ziel hat. Dieser
Haushalt setzt unser Engagement
zur Verdopplung der Fördermittel
der Nationalen Wissenschaftsstiftung für akademische Grundlagenforschung bis 1993 fort, erhöht
die Unterstützung für die Ausbildung künftiger Wissenschaftler
und Ingenieure und beschleunigt
die Weitergabe der Ergebnisse
staatlich geförderter Grundlagenforschung an die Industrie.

Weitere Prioritäten
Andere Bereiche, denen in diesem
Haushalt Priorität bei der Mittelzuweisung eingeräumt werden, sind:

Unser Weltraumprogramm wird 13,1
Milliarden Dollar für die andauernde
Entwicklung
der
ersten
ständig bemannten Raumstation der
Vereinigten
Staaten
enthalten,
für zusätzliche Unterstützung zur
- 6 -

Zur Fortsetzung des sich über
mehrere Jahre erstreckenden Programms der Zivilluftfahrtbehörde
(FAA) zur personnellen Aufstokkung bei Fluglotsen und Inspekteuren sowie zur Modernisierung
der Flugsicherung unseres Landes
werden im Haushalt 7,7 Milliarden
Dollar bereitgestellt - 17 Prozent mehr als 1989.
Um die Probleme unsere Sparkassen
zu mildern, schlage ich vor, daß
die Bundesspareinlagen- und Kreditversicherungsgesellschaf t
(FSLIC) im Jahr 1989 16 Milliarden Dollar und 1990 9 Milliarden
Dollar ausgibt, um die größten
Probleme bei Sparkassen in den
Griff zu bekommen. Der Finanzminister
entwickelt
gegenwärtig
einen umfassenden Plan, um die
Probleme der Kreditwirtschaft zu

�lösen und die Struktur des Vorschriftenwesens im Bereich der
Finanzinstitutione sowie das Einlagensicherungssystem zum reformieren und damit eine Wiederkehr
dieser Probleme auszuschließen.
Ich erwarte, daß der Minister
seine Vorschläge in Kürze dem
neuen Präsidenten vorlegt.
Um die Koordinierung von Bundesprogrammen zur Entwicklung des
ländlichen Raums zu verbessern
und Mittel an besonders bedürftige Gegenden und Empfänger umzuverteilen, unterstütze ich weiterhin die vom Landwirtschaftsminister
koordinierte
Initiative
zur Erschließung ländlicher Gebiete.
Durch
verstärkte
Vergabe
von
Wohnberechtigungsscheinen
würde
ich
im Jahr 1990 zusätzlich
132 000 einkommensschwache Haushalte mit Wohnraum versorgen, 5
Prozent mehr als die 126 124 zusätzlichen Haushalte, die im Jahr
1989
Wohngeld
erhalten.
Mit
Wohnberechtigungsscheinen
kann
einkommensschwachen
Haushalten
bei geringeren Kosten für den
Bundeshaushalt
besser
gedient
werden, und diese Familien werden
damit eher in die Lage versetzt,
Wohnraum ihrer Wahl zu mieten.
Um die bei der Förderung von Reformen des Bildungswesens auf
Staats- und Gemeindeebene erzielten Fortschritte
zu bewahren,
würde ich das gegenwärtige Ausgabenniveau von 18,5 Milliarden
Dollar für frei verfügbare Bildungsprogramme
aufrechterhalten,
diese Mittel jedoch so umschichten, daß mehr Geld dort eingesetzt wird, wo der Bedarf von benachteiligten
und
behinderten
Studenten am größten ist.
Um die von uns bei der Beseitigung von Umweltschäden erzielten
bedeutenden Fortschritte weiterzuführen, empfehle ich einen Anstieg von 153 Millionen Dollar
- 7 -

für die Programme der Umweltbehörde (EPA) in den Bereichen Vorschriftenwesen,
Forschung
und
Durchführung. Ferner schlage ich
einen Zuwachs von 315 Millionen
Dollar für den Superfonds zur Beseitigung von Sondermüll vor, um
die Schwungkraft dieses Programms
zu erhalten und eine stärkere
Rolle der Durchführung zu unterstützen.
Da Veränderungen in den natürlichen Ökosystemen der Erde enorme
wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen haben können,
werden weltweite Klimaveränderungen zu einem besonders wichtigen
Anliegen. Unsere Fähigkeit, diese Veränderungen zu verstehen und
vorherzusagen, sind gegenwärtig
begrenzt, und ein besseres Verständnis dieses Phänomens ist für
die Entwicklung von Maßnahmen unerläßlich.
In diesem Haushalt
wird ein koordiniertes und wirksames Bundesforschungsprogramm zu
den weltweiten Veränderungen vorgeschlagen.
Diesem
Haushalt
liegt ein Bericht des Ausschusses
zu den Geowissenschaften bei, der
dieses Programm und seine Strategie beschreibt.
Die Waldbrände des vergangenen
Jahres auf Bundesterritorien haben die Notwendigkeit für eine
zeitgerechtere Finanzierung der
Kosten für die Bekämpfung von
Waldbränden unterstrichen.
Ich
schlage deshalb vor, daß zwei
neue Ausgabenposten für die Bekämpfung von Waldbränden bei den
Ministerien
für
Landwirtschaft
und des Innern eingerichtet werden.
Zur weiteren Stärkung unserer
Energiesicherheit schlage ich ein
Gesetz zum Verkauf der Marinepetroleumreserven an den Privatsektor im Tausch gegen Geld und Öl
vor, das der strategischen Petroleumreserve
hinzugefügt
werden
soll.
Ferner schlage ich die
Schaffung
eines
Lagerbestandes

�von 10 Millionen Faß Petroleum zu
Verteidigungszwecken vor.
Um die fristgerechte Vollendung
meines Programms zur Verbesserung
der Verwaltungseffizienz mit dem
Titel "Reform '88" zu sichern,
schlage ich die zusätzliche Bewilligung von 103 Millionen Dollar für das Jahr 1990 vor, um unsere Verwaltungs- und Kreditsysteme weiter zu verbessern.

Wichtige
Programme
werden
reformiert, um das Defizit zu reduzieren
Programmstruktur und die den vielen innenpolitischen Reformprogrammen
des Bundes immanenten Anreize müssen
geändert werden, um zu mehr Effizienz
und Kostenwirksamkeit beizutragen.
Die gegenwärtigen Programme zur
Stützung der Agrarpreise sind
viel zu kostspielig. Im Zeitraum
von 1986 bis 1989 wurden mit
einer geschätzten Summe von 130
Milliarden Dollar aus Bundesmitteln für mit der Landwirtschaft
in Verbindung stehende Hilfsprogramme
durchschnittlich
nahezu
600 000 Dollar an jeden einzelnen
Bauern ausgeschüttet. Ein großer
Teil dieser Hilfe geht an Bauern
mit hohem Einkommen - die um mehr
als doppelt so hoch liegen wie
das durchschnittliche Familieneinkommen
in
den
Vereinigten
Staaten.
Ich schlage deshalb
eine Reduzierung der Ausgaben für
die
Preis- und
Einkommensstützungsprogramme um 2 Milliarden
Dollar im Jahr 1990 und zusätzlich jährliche Reduzierungen zwischen 2 und 2,5 Milliarden Dollar
von 1991 bis 1994 vor. Des weiteren setze ich mich nachdrücklich dafür ein, das kontraproduktive Programm zur Stützung des
Zuckerpreises zu reformieren.
Der rapide Anstieg der Kosten des
Medicare-Programms muß gebremst
werden.
Ich schlage eine vernünftige Erhöhung der Beiträge zu
- 8 -

Medicare sowie Reduzierungen bei
den Leistungen an Krankenhäuser
und bei bestimmten Zahlungen für
die Ärzteausbildung vor. Um ferner das exzessive Wachstum bei
den Kosten für die ergänzende
Krankenversicherung (SMI) einzudämmen, schlage ich die Ausweitung der gegenwärtigen gesetzlich
vorgeschriebenen
Beitragssätze,
eine Begrenzung der Arzthonorare,
eine Senkung der Zahlungen für
bestimmte kostenträchtige Verfahren und Reformen bei den Leistungen für langlebige medizinische
Geräte vor. Die Ausgaben für Medicare würden auch bei Verwirklichung dieser Vorschläge in den
Jahren 1989 und 1990 um 9 Prozent
steigen - nicht jedoch um die 13
Prozent, die sich den heutigen
Gesetzen zufolge ergeben würden.
Ich schlage des weiteren eine Reform des Medicaid-Programms vor,
um das Ausgabenwachstum in den
Jahren 1989 und 1990 auf 1,7 Milliarden Dollar oder 5 Prozent zu
begrenzen, anstatt der 3,3 Milliarden Dollar oder 9 Prozent,
die dem heutigen Gesetz zufolge
entstehen würden. Mit diesen Reformen werden in den frühen achtziger Jahren angewandte erfolgreiche Anreize wiedereingeführt.
In meinem Haushalt wird ferner
vorgeschlagen, die Finanzierung
von Verwaltungsausgaben durch den
Bund neu zu strukturieren, um den
Einzelstaaten größere Anreize zu
bieten, ihre Verwaltungssysteme
so effizient wie möglich zu führen.
Die Regierung führt auf Bundesebene häufig Programme fort, die
entweder eine Duplizierung bedeuten, nicht länger benötigt werden
oder die auf anderen Regierungsebenen oder vom Privatsektor angemessener ausgeführt werden können. Dazu zählen die Behörde für
wirtschaftliche Entwicklung, Amtrak, frei verfügbare Zuschüsse
für den öffentlichen Personennahverkehr sowie die meisten der Be-

�triebssubventlonen für den Postdienst. Bemühungen, diese Situation umzukehren, sind von den
meisten früheren Administrationen
und auch von meiner unternommen
worden. Diese Programme sollten
abgeschafft werden. Der Haushalt
schlägt die Streichung von 82
Programmen vor, die zur Befriedigung
vordringlicher
nationaler
Aufgaben nicht benötigt werden.
Den heutigen Gesetzen zufolge
wird der Anstieg bei den Ausgaben
für die Pensionen und Krankenversicherungen von Bundesbediensteten von 51,3 Milliarden Dollar im
Jahr 1989 auf 55,9 Milliarden
Dollar im Jahr 1990 geschätzt.
Ich schlage vor, die Anpassung
der Pensionen an den Lebenshaltungskosten-Index (COLA) einzufrieren sowie weitere Reformen
durchzuführen, um das Niveau des
Jahres 1990 nur wenig über dem
von 1989 zu halten und den normalerweise zu erwartenden Anstieg
um 4,4 Milliarden Dollar zu verringern.

Angemessene
Aufgabenerfüllung
der
Bundesregierung und Verbesserung der
Verwaltung
Mit zunehmendem Wachstum der Bundesregierung hat diese unangemessene
Aufgaben übernommen und ihre Programme unwirtschaftlich verwaltet. Wir
wollten der Bundesregierung wieder
ihre angemessene Rolle zuweisen. Wir
haben ebenfalls ein wichtiges Programm ins Leben gerufen, um die Verwaltung der bestehenden Programme zu
verbessern. Diese Prioritäten werden
fortgesetzt und in dieser Haushaltsvorlage erweitert.
Privatisierung
Die Regierung und der Privatsektor sollten jeweils das tun, was sie
am besten leisten können. Die Bundesregierung sollte keine Waren und
Dienstleistungen anbieten, die Privatunternehmen preiswerter und besser

bereitstellen können.
Demgemäß sieht meine Haushaltsvorlage vor, daß eine Reihe bundeseigener Unternehmen durch Ausschreibungen oder ganz einfach Verkäufe für
den Privatsektor geöffnet werden.
Nach unserem erfolgreichen Verkauf
von Conrail und 21 Milliarden Dollar
ausgewählter Bundesanleihen schlage
ich die Veräußerung der Petroleumreserven der Marine (Naval Petroleum
Reserves - NPR), der Energiebehörde
Alaskas und der Energiebehörde für
den Südosten vor. Ferner befürworte
ich den Verkauf der Helium-Vermögenswerte der Bundesregierung, überschüssiger Immobilien und weiterer 4,3
Milliarden Dollar an Bundesanleihen.
Darüber hinaus schlage ich in meiner
Haushaltsvorlage als ersten Schritt
zur eventuellen Privatisierung der
Legislative
die Einrichtung einer
Körperschaft des Bundes für Verfahren
der Urananreicherung vor.
Die Bundesregierung sollte sich
darüber hinaus im Hinblick auf zusätzliche und unterstützende Dienstleistungen für Aktivitäten, die weiterhin der Bundesregierung obliegen,
stärker auf den Privatsektor verlassen. Deshalb schlage ich eine Reihe
von Pilotprojekten und Untersuchungen
in Bereichen wie etwa der privaten
Zustellung
von Werbesendungen und
Eilpost sowie auch bei den vom Justizministerium verwalteten Gefängniskrankenhäusern vor.
Verbesserung
Verwaltung

der

Effizienz

in

der

Im Jahr 1981 habe ich dem amerikanischen Volk ein Versprechen gegeben, "die Regierung auf ihre angemessene Rolle zu beschränken und sie zum
Diener und nicht zum Herrn des Volkes
zu machen". Mein "Programm zur Verbesserung der Effizienz in der Verwaltung: Reform 88" hat zur erhöhten
Leistungsund
Reaktionsfähigkeit
der Regierung beigetragen. Wir haben
bei Programmen der Bundesregierung
Verschwendung und Betrug eingedämmt,
indem wir die Arbeit der Generalin-

- 9 -

�spekteure in den Rat des Präsidenten
für Integrität und Effizienz eingegliedert haben, wodurch 110 Milliarden Dollar eingespart oder einer besseren Verwendung
zugeführt werden
konnten - und diese Arbeit wird fortgeführt.
Ich habe erkannt, daß der Bundesregierung weder effektive Konzepte
zur Verfügung standen, um eine jährliche Geldmenge im Umfang von nunmehr
2 Billionen Dollar zur bearbeiten
noch hatte sie ein einheitliches Kreditprogramm für Anleihen in der Grössenordnung von 1 Billion Dollar.
Dies führte zur Verschwendung von
Milliarden Dollar pro Jahr. Wir haben in beiden Bereichen die notwendigen behördenübergreifenden Kontrollmechanismen errichtet und dadurch die
Aufzehrung der Mittel gestoppt.
Darüber hinaus haben wir das erste
behördenübergreifende
Buchhaltungssystem eingerichtet, das über
400 vorher unvereinbare Systeme einzelner
Behörden
vereinheitlicht.
Dies ist für jede gut geführte Regierung unerläßlich und wird gerade eingeführt.
Die Bundesregierung nimmt starken
Einfluß auf das tägliche Leben, indem
sie Steuern und Abgaben erhebt,
Dienstleistungen direkt bereitstellt,
mittels verschiedener Leistungsprogramme für bestimmte Bevölkerungsgruppen finanzielle Unterstützung gewährt und den Handel regelt. Durch
Modernisierung,
bessere
Verwaltung
und automatisierte Dienstleistungen
konnte die Regierung das Angebot von
Dienstleistungen an die Öffentlichkeit den erforderlichen Zeitraum erheblich verringern.
Angesichts des
bevorstehenden 21. Jahrhunderts muß
die Bundesregierung ihre Rolle in unserer Gesellschaft an veränderte Bedingungen und neue Technologien anpassen. Beim Eintritt in das neue
Jahrhundert wird die Bevölkerung der
Vereinigten Staaten sich auf mehr als
268 Millionen Menschen belaufen, wovon ältere Menschen den größten Teil
ausmachen werden.
Veränderungen in

Technologie und Kommunikation werden
Volkswirtschaften, Handel und Kapitalverkehr zunehmend verbinden und
sich wie niemals zuvor ausbreiten.
Der dem Kongreß als Teil der
Haushaltsvorlage für 1990 vorgelegte
Bericht zur Verbesserung der Effizienz in der Verwaltung bis 1990
spiegelt die wichtigsten Punkte des
mir vom Haushaltsbüro (0MB) vorgelegten Berichts über die "Regierung der
Zukunft" wider.
Dieser Organisationsbericht ist erweitert worden als
Beginn eines Planungsprozesses, der
zum Teil die Vorschläge in dieser
Haushaltsvorlage mitgestaltet hat und
Teil des alljährlichen Haushaltsprozesses werden sollte.

Die Reform des Verfahrens zur Einbringung des Haushalts ist zum weiteren Defizitabbau unbedingt erforderlich
Das anhaltende Haushaltsdefizit
ist der überwältigende Beweis dafür,
daß das Verfahren zur Einbringung des
Bundeshaushalts grundlegende Mängel
aufweist. Bestrebungen in der Vergangenheit um "Reform" zielten größtenteils darauf ab, einen großen Teil
der nationalen Ausgaben vor dem Zugriff des Fiskus zu schützen. Vierzehn Jahre nach der Verabschiedung
des Haushaltsgesetzes durch den Kongreß und drei Jahre nach Verabschiedung des Gesetzes über einen ausgewogenen Haushalt und zur Kontrolle des
Defizits ist das Verfahren zur Einbringung des Bundeshaushalts immer
noch schwer durchführbar und wenig
geordnet. Das amerikanische Volk erwartet etwas bbsseres von seinem politischen System und verdient es auch.
Gemäß dem Haushaltsgesetz des
Kongresses werden vom Kongreß jedes
Jahr Resolutionen zum Haushalt
Haushaltssvorlagen - verabschiedet.
Sie werden dem Präsidenten nicht zur
Genehmigung vorgelegt und haben damit
keine Gesetzeskraft.
Sie enthalten
Empfehlungen an die Kongreßausschüsse, die jedoch oftmals zu spät kommen

- 10 -

�und mehrdeutig sind. Die Resolutionen werden in der Regel erheblich
später als zum gesetzlich vorgeschriebenen Termin vorgelegt und lange nachdem sie von den Finanz- , Genehmigungsund
Bewilligungsausschüssen benötigt werden.
Darüber
hinaus herrscht im Kongreß wenig
Übereinstimmung über die ausgesprochenen Empfehlungen.
Das Repräsentantenhaus und der Senat stimmen außer in den sehr allgemein gehaltenen Bereichen - nicht den Prioritäten
zu, wie sie in den beiderseits verabschiedeten Resolutionen niedergelegt
sind.
Außer der termingerechten Abwicklung im vergangenen Jahr sind die vom
Kongreß selbst gesetzten Fristen für
den Haushalt in der Regel überschritten worden und zusätzliche Resolutionen und Ausgleichsgesetze waren eher
die Regel als die Ausnahme. Diese
umfangreichen und hinderlichen Gesetzesvorlagen bieten den Hunderten von
eigennützigen
Zusätzen
bequeme
Schlupfwinkel, die der Präsident bei
Gewährung eines selektiven Vetos anfechten könnte.
Eine Reihe von Veränderungen bei
der Einbringung des Haushalts - von
denen ich die meisten bereits empfohlen habe - sind erforderlich, um das
gesamte
Gesetzgebungsverfahren
für
den Haushalt diszipliniert durchzuführen. Ich fordere den Kongreß zur
Verabschiedung der folgenden Maßnahmen auf:
Verfassungszusatz für
glichenen Haushalt

einen

ausge-

Ich setze mich weiterhin energisch für die Zustimmung zu einem
Verfassungszusatz ein, der einen ausgewogenen
Haushalt
zwingend
vorschreibt.
Der Zusatz sollte für
Steuererhöhungen eine große Mehrheit
(von mindestens 60 Prozent) im Kongreß fordern.

sein, gegen einzelne Artikel in den
jährlichen Bewilligungsgesetzen sein
Veto - das jedoch vom Kongreß überstimmt werden kann - einzulegen, gegen Gesetze, die die Finanzierung bestimmter
Programme
gewähren
oder
zwingend vorschreiben und gegen Steuergesetze. Mit dieser Vollmacht würde erheblicher Verschwendung Einhalt
geboten und sie wäre ein wirkungsvolles Mittel, um Haushaltsdisziplin
durchzusetzen.
Erweitertes
nehmen

Recht,

Kürzungen

vorzu-

Um dem Präsidenten eine bessere
Möglichkeit zur Kontrolle der Ausgaben der Regierung zu gewähren, schlage ich vor, daß die Ermächtigung zu
einem selektiven Veto mit einer Gesetzesänderung einhergeht, derzufolge
der Kongreß über jede vom Präsidenten
vorgeschlagene Kürzung im Haushalt
mit "Ja" oder "Nein" abstimmen muß.
Die gegenwärtige Gesetzgebung gestattet es dem Kongreß, sich der Verantwortung zu entziehen, da er KUrzungsvorschläge 45 Tage lang ignorieren
kann.
ZweiJahresintervall
des Haushalts

zur

Einbringung

Das jährlich durchgeführte Verfahren zur Haushaltsvorlage kostet
zuviel Zeit und Energie. Ein zweijähriger Haushaltsrahmen würde die
sich jährlich wiederholenden Aufgaben
bei der Aufstellung des Haushalts
vermindern, mehr Zeit zur Erörterung
von Ausgaben- und Steuerentscheidungen in Schlüsselbereichen und weniger
Spielraum für Tricks lassen, die
"Einsparungen" suggerieren - wie etwa
eine Verlagerung von Ausgaben von
einem Jahr ins nächste - und die Realisierung echter Einsparungen ermöglichen, die mit einer gesicherteren
Verfügbarkeit von Mitteln möglich wären. Aus diesen Gründen empfehle ich
das Zweijahresintervall zur Einbringung des Haushalts.

Selektives Veto
Gemeinsame Haushaltsresolution
Mein Nachfolger sollte berechtigt
- 11 -

�Um die bessere Überwachung und
strengere Disziplin zu gewährleisten,
die im Kongreß bei der Behandlung des
Haushaltes erforderlich sind, schlage
ich vor, daß der Kongreß eine Haushaltsresolution ausarbeiten muß, die
einen ZweiJahreszeitraum umfaßt, einzelne Vorschläge für zusätzliche Einnahmen ausweist und Ausgabeprioritäten aufzeigt. Ferner soll der Kongreß dem Präsidenten seine Haushaltsvorlage zur Unterschrift oder zur Abgabe seines Vetos vorlegen. Weitere
Gesetzgebung, die über diese Bestimmungen hinausgeht, darf nicht ohne
Zustimmung der großen Mehrheit erwogen werden.
Einzelübergabe
setze

der

Bewilligungsge-

Die Praxis der Übergabe von Haushaltsfortschreibungen für das ganze
Jahr hinweg, die eine Reihe von Bewilligungsgesetzen zugleich betreffen, gestattet es der Legislative und
der Exekutive nicht, diese Gesetze
angemessen zu überwachen. Nur allzu
oft haben diese Fortschreibungen eigennützigen Ausgaben, die einer näheren Überprüfung nicht standgehalten
hätten, Tür und Tor geöffnet. Um
dieses Risiko auf ein Minimum zu beschränken, schlage ich vor, daß die
Bewilligungsgesetze dem Präsidenten
einzeln vorgelegt werden.

regierung vergeben werden und sie mit
den Kosten anderer Programme der Bundesregierung vergleichen. Diese Veränderung muß ein integraler Bestandteil der Reform des Verfahrens der
Haushaltserstellung sein.
Bewertung der Ergebnisse
haltsverfahrens

des Haus-

Disziplin im Haushalt und anhaltender Abbau des Defizits würden erleichtert, wenn die Legislative und
die Exekutive sich einen gemeinsamen
Katalog von Grundsätzen zur Bewertung
von Haushaltsvorschlägen und Aktionen
auferlegen würden. Ich fordere, daß
der Haushaltsbehörde des Kongresses
und dem Haushaltsbüro die Aufgabe
übertragen wird, in enger Abstimmung
mit den Haushalts- , Finanz- , Ermächtigungsund
Bewilligungsausschüssen einen gemeinsamen Katalog
von Bewertungskriterien aufzustellen,
nach dem sich die Legislative und die
Exekutive richten.
Die Annahme dieser Reformen sollte die Bundesregierung in die Lage
versetzen, sachlich begründete Entscheidungen so zu treffen, daß damit
vernünftige
Prioritäten
gefördert
werden. Das amerikanische Volk verdient nichts anderes von seinen gewählten Vertretern.
Schlußfolgerung

Kreditreform
Die Auswirkungen der Kreditvergabe werden in den gegenwärtigen Berechnungen des Haushalts nur unzureichend festgehalten. Die Subventionskomponente des Bundeskreditprogramms
tritt nicht zutage.
Um diesem entscheidenden Mangel
im Haushaltssystem abzuhelfen, habe
ich vor zwei Jahren eine Gesetzgebung
über die Reform der Kreditvergabe
vorgeschlagen. Diese jetzt von mir
erneut empfohlene Gesetzgebung würde
die echten Kosten - den gegenwärtigen
Wert - der Subventionen errechnen,
die mit Kreditprogrammen der Bundes- 12

Die Leistungen des amerikanischen
Volkes in den vergangenen acht Jahren
werden für mich immer Anlaß bieten,
stolz zu sein. Dennoch müssen wir
unsere jüngsten Fortschritte zum Abbau des Defizits im Bundeshaushalt
fortsetzen.
Der Abbau des Defizits ist eine
wichtige nationale Priorität, die im
Gramm-Rudman-Hollings-Gesetz
ihren
Niederschlag findet, das trotz all
seiner Mängel einem Prozeß zur Erlangung eines ausgewogenen Haushalts Gesetzeskraft verleiht.
Dieser Haushalt erreicht das für
1990 gesetzte Ziel des Gesetzes und

�seiner Zusätze und sieht für das Jahr
1993 einen ausgewogenen Haushalt vor.
Es erhält berechtigte Programme für
die älteren und bedürftigen Mitbürger, gewährt eine angemessene nationale Sicherheit, stellt mehr Mittel
für andere Aktivitäten von hoher Priorität bereit und leistet all dies
ohne eine Steuererhöhung. Steuererhöhungen sind nicht erforderlich.
Die Geschichte lehrt uns, daß diese
lediglich zu höheren Ausgaben des
Kongresses führen würden.
Bei den
letzten drei Präsidentschaftswahlen
sind Steuererhöhungen immer mit überwältigender Mehrheit überstimmt worden.
Ich fordere den Kongreß auf, diesen Haushalt zu verabschieden. Höhere Steuern sind nicht notwendig - wie
dieser Haushalt zeigt - sondern ein
echter Abbau des Defizits durch Einschränkung des Ausgabenwachstums ist
erforderlich, damit die nächste Administration und der Kongreß das Programm für die Zukunft dieser Nation
gestalten können.
In den vergangenen acht Jahren
haben wir Amerikaner unsere Welt zu
einem sichereren Ort für die Freiheit
gemacht, weil wir die Willenskraft
hatten, unsere Wirtschaft zu beleben,
unsere Verteidigung wiederaufzubauen
und für die weniger Begünstigten unter uns zu sorgen. Gemeinsam haben
wir in unserem Land einen neuen Anfang gemacht und der nächsten Administration den Weg geebnet, damit sie
auf unseren Leistungen aufbauen kann.

- 13 -

�Zusammenfassung der Haushaltsaufwendungen
(in Millarden Dollar)

1988

1989

1990

1991

909,0
1 064,0

975,5
1 137,0

1 059,3
1 151,8

1 140,5
1 207.3

Überschuß/Defizit (-)

- 155,1

- 161,5

-

92,5

-

66,8

Überschuß/Defizit (-)
ohne Veräußerung
von Bundesvermögen

- 155,1

- 161,5

-

98,6

-

69,2

- 144,0

- 136,0

- 100,0

-

64,0

11,1

25,5

3,2

3,2

Einnahmen
Ausgaben

Gramm-Rudman-Defi z i t
Obergrenzen
Differenz

-

1,4

5,2

1,7

1,1

Nachtrag
Überschuß/Defizit (-)
als Prozentsatz des BSP

Zusammenfassung der Haushaltsaufwendungen (Fortsetzung)

1992

1993

1994

Einnahmen

1 212,2

1 281,4

1 345,0

Ausgaben

1 244,4

1 279,0

1 311,6

Überschuß/Defizit (-)

-

32,2

2,4

33,4

Überschuß/Defizit (-)
ohne Veräußerung von
Bundesvermögen

-

34,3

1,6

32,6

-

28,0

0,0

Gramm-Rudman-Defizit
Obergrenzen

Differenz

6,3

-

- 14 -

1,6

*

�Nachtrag
Überschuß/Defizit (-)
als Prozentsatz des BSP

-

0,5

0,0

0,5

Anmerkung: Die Zahlen schließen die Sozialversicherung ein, die im
Haushalt nicht berücksichtigt wird.
*

Die Zahlen liegen nicht vor.

* * * * *

- 15 _

�AMERIKA DIENST
VON

^

Hintergrundmaterial

11. Januar 1989

AMERIKANISCHE WISSENSCHAFTLER FÜHREN SICHERHEIT VON HORMONEN AN
- Artikel über bei der Tiermast eingesetzte Wachstumshormone -

WASHINGTON - (AD) - Amerikanische
Wissenschaftler und Regierungsvertreter berichten, daß in den Vereinigten
Staaten bei der Tiermast eingesetzte
Wachstumshormone zur Steigerung des
Protein- sowie Verringerung des Fettgehalts und der Kalorien in Fleisch
weltweit mit am gründlichsten getestet sind und somit keine Gefahr für
die Gesundheit der Konsumenten darste Llen.
Den Experten zufolge haben umfangreiche
wissenschaftliche
Forschungen belegt, daß die fünf in den
Vereinigten Staaten zugelassenen Hormone - Testosteron, Östradiol, Progesteron sowie zwei synthetische Verbindungen, Zeranol und Trenbolon unschädlich sind. Sie betonen ferner, daß die bei Vieh zum schnelleren

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Embassy of the United States of America

Wachstum verwendete Menge natürlicher
Hormone verglichen mit der Menge vom
menschlichen
Körper
produzierter
gleicher Hormone minimal ist.
Ihren Berichten zufolge werden
bei der Viehzucht nicht nur in den
Vereinigten Staaten sondern auch in
anderen führenden fleischproduzierenden Ländern wie Kanada, Australien,
Brasilien und Argentinien häufig Hormone verwendet.
Lester Crawford, Verwalter des
Nahrungsmittelsicherheits- und
Inspektionsdienstes des amerikanischen
Landwirtschaftsministeriums
erklärte
vergangenen Monat einem Prüfungsausschuß des Europäischen Parlaments,
daß die fünf Wachstumshormone eingesetzt werden, um den Fettgehalt im

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D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Fleisch zu reduzieren und die zur
Aufzucht benötigte Zeit sowie den
Einsatz von Futtermitteln zu verringern.
"Wenn man sich die Liste der
weltweit bei Menschen und Tieren verwendeten medizinischen Präparate betrachtet, zählen diese Verbindungen
zu den unschädlichsten", erklärte
Crawford, der promovierter Pharmakologe und Tiermediziner ist.
Die Europäische Gemeinschaft hat
mit Wirkung vom 1. Januar 1989 als
Reaktion auf den Druck von Verbrauchergruppen, die behaupten, die Hormone seien gesundheitsgefährdend, ein
Einfuhrverbot für sämtliches Fleisch
von hormonbehandelten Tieren aus den
Vereinigten Staaten verhängt.
Die
Vereinigten Staaten exportieren pro
Jahr ca. 50 000 metrische Tonnen
Fleisch im Wert von ungefähr 125 Millionen Dollar in die 12 Länder der
Europäischen Gemeinschaft und machen
Europa damit zu ihrem zweitgrößten
Rindfleisch-Exportmarkt.
Das Problem entstand 1980, als
der Einsatz eines nicht genehmigten
synthetischen Hormons, Diäthylstilböstrol (DES) durch europäische Viehzüchter mit Gesundheitsschäden in
Italien, der Bundesrepublik und Holland in Verbindung gebracht wurde.
Dies rief eine Verbraucherbewegung
auf den Plan, die ein gesetzliches
Verbot für alles von hormonbehandelten Tieren stammende Fleisch in ganz
Europa bewirkte.
Die Anwendung von DES bei der
Viehzucht, das den Erkenntnissen zufolge Krebs verursacht, wurde nach
einer gründlichen Untersuchung durch
Wissenschaftler und nationale Regierungen weltweit verboten. Das synthetische Hormon wurde in den Vereinigten Staaten von Ende der sechziger
Jahre bis 1978 verwendet, als die Genehmigung dafür entzogen wurde.
"Bedauerlicherweise waren es die
weltweiten Erfahrungen mit diesem gefährlichen Präparat, die Entscheidun-

gen über als unschädlich und wirtschaftlich nützlich für die Völker
der Welt erwiesene wachstumsfördernde
Hormone über Gebühr beeinflußt haben", führte Crawford aus.
Dem Professor für Veterinärmedizin an der Auburn University, Robert
Wilson, zufolge haben die fünf in den
Vereinigten Staaten bei Tieren, die
zur Nahrungsmittelproduktion verwendet werden, zugelassenen Hormone eines wurde im Jahr 1969, die anderen
in den achtziger Jahren zugelassen das strengste Arzneimittelzulassungsverfahren in der Welt durchlaufen.
Zu diesem Verfahren gehören Tests von
Veterinärmedizinern,
Toxikologen,
Chemikern und Umweltwissenschaftlern.
Kleinste Mengen von drei natürlichen Hormonen - Östrogen, Testosteron
und Progesteron - kommen ohnehin bei
allen Säugetieren und auch im menschlichen Körper vor.
Diese von bestimmten Drüsen abgesonderten Hormone
haben unterschiedliche Wirkungsweisen
auf die Funktionen des Körpers. Die
gleichen, in großen Mengen mittels
Gentechnik hergestellten Hormone können bei Tieren direkt injiziert werden, um die natürliche Hormonproduktion zu ergänzen und das Wachstum der
Tiere zu fördern, indem der Körper in
die Lage versetzt wird, mehr Nährstoffe aus Futtermitteln in Muskelwachstum anstatt in Fett umzusetzen.
"Die in amerikanischen Produkten
eingesetzten Hormonmengen erhöhen den
Gehalt des betreffenden Hormons im
Tierkörper um maximal 1 Prozent und
um Null Prozent beim menschlichen
Verbraucher des von diesem Tier erzeugten Fleischs", erklärte Wilson.
Er fügte hinzu, das in Europa
weithin verzehrte Bullenfleisch weise
Konzentrationen des Hormons Testosteron auf, die wesentlich höher liegen
als die im Fleisch von mit Hormon-Implantaten
behandelten Ochsen oder
Jungkühen.
Wilson zufolge besteht ein weiterer Grund für das Urteil des amerika-

-f-

�nischen Bundesgesundheitsamts (FDA)
über die Unschädlichkeit von Hormonen
darin, daß lediglich winzige Rückstände von Hormonen im Fleisch behandelter Tiere zurückbleiben. Dies beruht teilweise auf der Tatsache, daß
die Bestimmungen der FDA es nicht zulassen, Hormone in eßbare Partien der
Tiere zu injizieren.
Stattdessen
werden die Hormone in den Ohren der
Tiere appliziert, von wo aus die Substanz dann langsam in den Blutkreislauf eingeführt wird.
Wilson stellte fest, neue wissenschaftliche Tests, bei denen mit radioaktiven Molekülen verbundene Antikörper zur Identifizierung und Qualifizierung von Wirkstoffen eingesetzt
werden, zeigten, daß die Zunahme des
Hormongehalts im Fleisch behandelter
Tiere im Vergleich zur körpereigenen
Produktion
derselben Hormone beim
Menschen verschwindend gering ist.
"Eine
500-Gramm-Portion
von
Fleisch mit Östradiol behandelter
Tiere enthält 15 000 mal weniger
Östradiol als die Menge, die ein Mann
durchschnittlich pro Tag produziert",
erklärte er. Er fügte hinzu, daß sogar bei Kindern vor der Pubertät, die
den geringsten
Hormonspiegel beim
Menschen aufweisen, das zusätzliche
mit dem Fleisch behandelter Tiere
aufgenommene Östradiol 1 000 mal geringer ist als die Tagesproduktion
des menschlichen Körpers. Ähnliches
treffe auf Progesteron und Testosteron zu.
"Es gibt noch einen weiteren Sicherheitsfaktor",
stellte
Wilson
fest.
"Diese natürlichen Hormone
werden vom Körper sehr gut absorbiert
und umgewandelt.
Tatsächlich würde
nur ein sehr geringer Teil eines aufgenommenen Hormons aktiv bleiben,
vielleicht 10 Prozent.
Dies würde
lediglich 0,1 Prozent der Tagesproduktion eines Kindes vor der Pubertät
ausmachen."
Die FDA ist zu dem Schluß gekommen, daß keinerlei physiologische
Auswirkungen auf den Verbraucher beim

Verzehr von Fleisch zu erwarten seien, das zusätzliche Hormone mit einem
Gehalt aufweist, der bis zu einem
Prozent der vom Menschen täglich produzierten Menge aufweist.
Im Gegensatz zu natürlich vorkommenden Hormonen gibt es keine tägliche Produktionsquote für die synthetischen Verbindungen Trenbolonacetat
und Zeranol. Daher fordert die FDA
umfangreiche toxikologische Untersuchungen bei Tieren, um einen unbedenklichen Höchstwert dieser Verbindungen im Fleisch festzusetzen. Sie
fordert darüber hinaus Beweise der
Fleischverarbeiter, daß die Menge der
nach der Behandlung im Fleisch verbleibenden Hormone unter dieser unbedenklichen Höchstgrenze liegt.
Das Programm der FDA über toxikologische Tests für synthetische Hormone erfordert langfristige Untersuchungen über die Behandlung zweier
Tierrassen - in der Regel Ratten und
Mäuse - bei denen als Ergebnis keine
wahrnehmbare hormonelle Wirkung auftreten darf sowie eine zweite Reihe
langfristiger Untersuchungen, um eine
Höchstgrenze für Hormone festzusetzen, die keine hormonellen Auswirkungen auf Primaten in der Tierwelt hat.
Ein im vergangenen April von
einem Ausschuß des Nationalen Forschungsrates - einer Zweigstelle der
Nationalen Akademie der Wissenschaften - veröffentlichter wichtiger Bericht über tierische Nahrungsmittel
fordert weitere Erforschung der Verwendung
von Wachstumshormonen für
Tiere, die Muskel- statt Fettgewebebildung fördern.
Das 16 Teilnehmer umfassende Komitee aus Ernährungswissenschaftlern
und Vertretern anderer Fachrichtungen
wies darauf hin, daß tierische Produkte in unserer Nahrung mehr als die
Hälfte des gesamten Fettanteils, drei
Viertel der gesättigten Fettsäuren
und den Gesamtanteil an Cholesterin
ausmachen. Bei zu großen Mengen dieser Nährstoffe sind Zusammenhänge mit
Herzkrankheiten, Schlaganfällen und

- 3 -

�einigen
Krebserkrankungen
stellt worden.

festge-

Das Komitee sieht die "richtige
Lösung" für zu hohe Fettaufnahme "in
der Produktion magerer Tiere". Dem
Gremium zufolge könnte dies durch die
Anwendung
verfügbarer
Technologien
wie auch den Einsatz von Wachstumshormonen bei der Aufzucht, Fütterung
und Haltung von Vieh erreicht werden.
Fedesa - einer europäischen Vereinigung
der
veterinärpharmazeutischen Industrie - zufolge, "besteht
das Endergebnis der Anwendung von
Hormonen in besserer Qualität, geringeren Kosten und magererem Fleisch."
Fedesa kommt zu dem Schluß, daß die
fünf in den Vereinigten Staaten zugelassenen Hormone von allen zuständigen Behörden und internationalen Ausschüssen, die dazu Statistiken geprüft haben, als unbedenklich bezeichnet wurden.
Der Codex Alimentarius-Ausschuß,
eine hochgeachtete internationale Organisation im Zuständigkeitsbereich
der Weltgesundheitsorganisation und
der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen,
hat die Hormone überprüft und den
Schluß gezogen, die natürlichen Verbindungen seien so unbedenklich, daß
für ihre Anwendung keine Einschränkungen erforderlich sind. Der Ausschuß hat sich zum Ziel gesetzt, die
Gesundheit der Verbraucher zu schützen und weltweit faire Handelspraktiken bei Futtermitteln zu gewährleisten.
In den Vereinigten Staaten spielen drei
Bundesbehörden
bei der
Durchführung von Verfahren zum Schutz
der Öffentlichkeit von Rückständen in
Nahrungsmitteln eine wichtige Rolle.
Crawford zufolge prüft das Landwirtschaftsministerium verarbeitende Betriebe und analysiert Gewebe des
Viehs, um sicherzustellen, daß dieses
verarbeitete Fleisch zum Verzehr geeignet ist. Die Umweltschutzbehörde
ist mit Pestiziden und industriellen
Che.-nikal ien befaßt, die bei der Nah

rungsmittelverareitung Anwendung finden können, und die Nahrungsmittelbehörde legt Höchstgrenzen für Rückstände von Tierarzneimitteln in eßbarem Gewebe fest.
"Die Vereinigten Staaten haben
ein sehr strenges Programm zur Kontrolle von Rückständen, dank dem eine
gefahrlose Versorgung mit Fleisch und
Geflügel sichergestellt werden kann",
erklärte Crawford. "Das Zulassungsverfahren ist extrem komplex, detalliert und zeitaufwendig".

* * * * *

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

11. Januar 1989

DIE KONTROVERSE ÜBER DEN EINSATZ VON HORMONEN
BEI DER TIERMAST - DER HINTERGRUND

BONN - (AD) - Der nachstehende Beitrag wurde vom Büro des Landwirtschaftsattaches der US-Botschaft in Bonn erarbeitet. Fragen, die der vorliegende
Text nicht beantwortet, können dorthin gerichtet werden - Tel. (0228) 339-2133.

Am 31. Dezember 1985 verabschiedete der EG-Ministerrat die Richtlinie 85/649 "Verbot der Anwendung anabolischer Substanzen bei der Tiermast". Mit dieser Richtlinie wurde
beabsichtigt, die Anwendung von Hormonen in der EG sowie Einfuhr und
Verkauf von außerhalb der EG mit dieser Methode erzeugtem Fleisch zu verbieten.
Die "Hormon-Richtlinie" trat am
1. Januar 1988 in Kraft, jedoch gewährte der Ministerrat aufgrund energischer Intervention der amerikanischen Regierung im Herbst 1987 einen
einjährigen Aufschub der Durchführung
- bis zum 31. Dezember 1988.
Ebenfalls im Herbst 1987 veröffentlichte die Regierung der Verei-

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Embassy of the United States of America

nigten Staaten eine am 1. Januar 1988
in Kraft getretene Liste von Vergeltungsmaßnahmen-'-.
Die
Anwendung
dieser Liste wurde jedoch bis zur
Einführung der Hormon-Richtlinie ausgesetzt.
Am Montag, dem 19. Dezember 1988
beschloß der Ministerrat, die Durchführung der Richtlinie nicht über den
1. Januar 1989 hinaus zu verschieben.
Er erklärte
sich jedoch bereit,
Fleischimporte
zur
Verwendung
in
Heimtierfutter von dieser Maßnahme
auszunehmen. Der Rat beschloß ferner, weitere Gegenmaßnahmen zu ergreif en^,
falls
die
Vereinigten
Staaten ihre Vergeltungsmaßnahmen in
Kraft setzen sollten. Dieser Schritt
wurde jedoch vertagt, um die Auswirkungen der Aussetzung des Verbots bei

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�Heimtierfutter auf die Liste von Vergeltungsmaßnahmen
der
Vereinigten
Staaten abzuwarten. Der Ministerrat
wies die EG-Kommission an, die Möglichkeit zu prüfen, die Vereinigten
Staaten wegen ihres "einseitigen" Beschlusses
von
Vergeltungsmaßnahmen
vor das GATT zu zitieren. Die Kommission versuchte dies tatsächlich
sehr bald, aber der Versuch wurde von
den Vereinigten Staaten verhindert,
die anführten, daß gerade die EG seit
langem jeden amerikanischen Versuch
blockierten, das ganze Problem dem
GATT zu unterbreiten.
Die amerikanischen Rindfleischexporte in die EG im Wert von 145 Millionen Dollar bestehen zum größten
Teil aus Innereien, wie etwa Leber,
Zunge, Herz, Nieren etc. für die
fleischverarbeitende Industrie (einschließlich Heimtierfutter) und einer
winzigen Quote von 10 000 Tonnen an
qualitativ hochwertigem Rindfleisch
(Hilton Beef).
Zum Vergleich: Argentinien exportiert 380 000 Tonnen
an
qualitativ
hochwertigem
Rindfleisch in die EG.

Warum dieser Konflikt?
Warum sind die Vereinigten Staaten in ihrer Ablehnung des Hormonverbots so unnachgiebig, insbesondere
wenn man bedenkt, daß sie von anderen
Anbietern, wie etwa Argentinien, Australien und Neuseeland praktisch
keine Unterstützung in dieser Angelegenheit erfahren?
Hierfür gibt es zwei Gründe: am
wichtigsten ist, daß das Hormonverbot
jeglicher wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Zu Beginn versuchte die
EG-Kommission, das Hormonverbot als
Maßnahme darzustellen, die der "Gesundheit"
oder
dem
"Verbraucherschutz" diene. Aufgrund erdrückender
wissenschaftlicher
Beweise^ mußten
die Kommission und die Mitgliedstaaten sich darauf zurückziehen, es als
"politische" Maßnahme zu bezeichnen "weil unsere Verbraucher dies wünschen" .

Die amerikanische Position geht
davon aus, daß das gesamte System der
gesundheitspolitischen
Beziehungen
zwischen den Staaten in Gefahr geraten würde, "politischen" Maßnahmen zu
unterliegen, wenn solche Angelegenheiten nicht auf wissenschaftlicher
Grundlage behandelt werden.
Ferner
erkennen weder die Vereinigten Staaten noch das GATT politische Gründe
als eine legitime Basis für eine Beschränkung des Handels an. Die amerikanische Regierung ist der Auffassung, daß im Falle einer politisch
motivierten Handelsbeschränkung die
dafür verantwortlichen Staaten nicht
überrascht sein dürfen, wenn die geschädigte Partei Retorsionsmaßnahmen
ergreift.
Der zweite Grund, aus dem die
Vereinigten Staaten dieses Problem so
ernst nehmen, ist, daß trotz der in
Anbetracht des Gesamthandelsvolumens
zwischen den USA und der EG relativ
unbedeutenden Summe von 145 Millionen
Dollar dies für die hiervon betroffenen Erzeuger und Exporteure schwer zu
Buche schlägt. überdies mußten sich
die in die EG exportierenden amerikanischen Fleischwarenhersteller gerade
erst
an
die
EG-Richtlinie
für
fleischverarbeitende
Betriebe
in
Drittstaaten anpassen. Diese Richtlinie hält sich nicht an das Prinzip
der
Gleichwertigkeit-*,
sondern
schreibt spezielle Anforderungen für
Konstruktion und Betrieb fleischverarbeitender Betriebe vor. Zu allem
Übel muß sich die Mehrheit der
fleischverarbeitenden Betriebe in der
EG nicht an diese Richtlinie halten lediglich diejenigen, die im grenzüberschreitenden Handel tätig sind.
Die Drittlandsrichtlinie hatte zur
Folge, daß die Fleischwarenhersteller
in den Vereinigten Staaten 20 Millionen Dollar investieren mußten, um ihre Betriebe anzupassen - ohne Gewinn
an Wirtschaftlichkeit oder Verbesserungen des Produkts.

Die Funktionsweise
schen Systems

des

amerikani-

�Seit der Besiedlung des amerikanischen Westens boten die weiten, offenen Weideflächen einen Anreiz für
die Entwicklung der Rinderhaltung in
großem Stil. Dabei trat schnell zutage, daß Bullenkälber schon früh kastriert werden mußten, wenn wenige
Arbeiter große Herden auf offenen
Weideflächen unter Kontrolle halten
wollten. Aus diesem Grund wurde es
in den Vereinigten Staaten die Norm,
Ochsen zum Schlachten aufzuziehen und
Bullen lediglich zu Zuchtzwecken zu
verwenden.
Diese Praktiken wurden
auch in Kanada, Südamerika, Australien, Neuseeland und anderen Ländern
eingeführt.
Wegen der grundverschiedenen Bedingungen in Europa setzte sich hier
die Praxis der Aufzucht von Ochsen
zur
Rindfleischherstellung
nicht
durch - außer in begrenztem Maße in
Frankreich, Großbritannien und Irland
nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der
Großteil des Rindfleischs von männlichen Tieren in Europa stammt von Bullen, die in Ställen gehalten und 18
Monate bis 2 Jahre lang mit einem Nasenring vor einem Futtertrog angepflockt sind.
In den Vereinigten
Staaten werden Rinder 14-16 Monate
lang auf offenen Weideflächen gehalten und dann etwa 120 Tage in "feedlots" mit Mais und Sojaschrot gemästet.
In den späten vierziger Jahren
ermöglichten Fortschritte in der Medizin die Entwicklung von Hormonanwendungen für Menschen und Tiere.
Diese Technologie stellte sich bei
der Rindermast als besonders wirksam
heraus, insbesondere bei Ochsen, da
deren
natürliche
Hormonproduktion
durch die frühzeitige Kastration erheblich reduziert wird. Die Verabreichung einer minimalen Dosis bestimmter Hormone führt zu einer deutlichen Steigerung der Futterverwertung, d.h., es wird eine geringere
Menge Futter pro Kilogramm Zunahme
benötigt.
Gleichzeitig
verbessert
sich die Fleischqualität durch Reduzierung des Fettanteils. Der Einsatz
von Hormonen führte also zu einer Er-

höhung der Rentabilität für den Mäster und zu einer besseren Fleischqualität für den Verbraucher.
Fünf hormonelle Substanzen sind
in den Vereinigten Staaten bei der
Rindermast erlaubt. Das sind einmal
"natürliche" (natürlich vorkommende,
aber im Labor produzierte) wie Ö'stradiol, Progesteron und Testosteron sowie die "synthetischen" Substanzen
Zeranol und Trenbolon. Bei richtiger
Anwendung werden die natürlichen Hormone umgewandelt
und hinterlassen
keine Spuren.
Das heißt, es ist
schwer, wenn nicht unmöglich, an Hand
von Fleischproben herauszufinden, ob
zur Tiermast natürliche Hormone verwendet wurden - wenn diese nicht unsachgemäß angewandt wurden. Die synthetischen Hormone hinterlassen hingegen Rückstände oder Signaturen, die
meßbar sind und an Hand derer festgestellt werden kann, ob die Substanzen
richtig eingesetzt wurden. Das synthetische Hormon Zeranol wurde vom
amerikanischen
Bundesgesundheitsamt
(FDA) 1969 genehmigt, mit Hilfe modernster Technologie neu überprüft
und 1983 erneut mit einem empfohlenen
Rückständewert von 0,5 ppB (pro Pfund
Rindfleisch)
genehmigt.
Trenbolon
wurde nach neunjährigen Untersuchungen 1987 von der FDA genehmigt, und
für Rückstände wurde ein Wert von 0,1
ppB empfohlen.
Hormone für die Tiermast sind in
den Vereinigten Staaten nicht verschreibungspflichtig.
Sie sind in
speziellen Kapseln erhältlich und
werden mit einem besonderen Apparat
im Ohr des Tieres implantiert. Die
Verbindung gelangt über einen längeren Zeitraum hinweg in kleinsten Mengen in den Blutkreislauf des Tieres.
Ein Kontakt zu Muskelgewebe wird
nicht hergestellt. Bei der Schlachtung des Tieres wird das behandelte
Ohr abgeschnitten und beseitigt. Besondere Erwähnung sollte in diesem
Zusammenhang finden, daß Färsen auch
Hormonimplantate erhalten, so daß das
Fleisch dem der Ochsen qualitativ
gleichzusetzen ist.

- 3 -

�Zusätzlich zur Transparenz und
Offenheit des amerikanischen Systems
bildet das vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium
landesweit
durchgeführte umfangreiche Programm
zur Überprüfung und Stichprobenerhebung ebenfalls einen wichtigen Bestandteil, um das Vertrauen der Verbraucher und Gesetzgeber zu erhalten.
Dieses obligatorische Programm prüft
nicht nur den Hormongehalt, sondern
auch auf Pestizide, Arzneimittel und
andere Rückstände.
Die Ergebnisse
des Programms werden jährlich veröffentlicht. Unterstützung leisten dabei die auf lokaler Ebene tätigen
amtlichen Veterinäre, die regionalen
Labors des Ministeriums und der auf
Bezirksebene tätige Auswertungs- und
Informationsdienst.
In Anbetracht des von der EG verhängten totalen Hormonverbots wirkt
es wie Ironie, daß der Hormongehalt
in amerikanischem Ochsenfleisch sehr
viel geringer ist als in europäischem
Fleisch.
Dies
trifft
auch
bei
Fleisch von Kühen zu.
Der Grund
liegt darin, daß die natürliche Hormonproduktion eines Bullen in nur
vier Tagen den 200 Milligramm der im
Ohr eines amerikanischen Ochsen implantierten Kapsel entspricht und darüber hinausgeht. Dabei muß die implantierte Dosis für die gesamte
Mastperiode ausreichen.
N.B.: Hier sind jedoch nicht die auf
dem schwarzen Markt erhältlichen Verbindungen berücksichtigt, die ebenfalls in europäischen Fleischlieferungen vorhanden sein können (d.h.
illegal hergestellte und gemischte
"Cocktails" aus Hormonen, mißbräuchlich
angewandte
Arzneimittel
wie
"Clenbuterol" und das international
verbotene "DES"). Das genaue Ausmaß
des europäischen Schwarzmarktes für
diese illegalen Substanzen ist unbekannt , wird jedoch als sehr groß betrachtet.

Schlußfolgerung

Die Bundesregierung hat die Anwendung von Hormonen für die Tiermast
innerhalb ihrer Grenzen im Jahr 1959
verboten. Während es In Frankreich,
Großbritannien und Irland in den folgenden 30 Jahren kaum Skandale im Zusammenhang mit illegalen Substanzen
gab, wurde in der Bundesrepublik und
den anderen EG-Staaten wiederholt die
weitverbreitete Anwendung von (illegal hergestellten und illegal verbreiteten)
Schwarzmarkt-Drogen
bei
der Tiermast aufgedeckt. Gleichzeitig führten zunehmend verfeinerte
Technologien und Testtechniken dazu,
daß immer mehr wissenschaftliche Gremien den Einsatz von Hormonen bei der
Rindermast befürworteten (Anhang II).
Die Reaktion der europäischen Regierungen auf die Schwarzmarkt-Probleme mit "Hormon-Cocktails" und Arzneimitteln sowie die zunehmende Empörung der Öffentlichkeit wogen die
Vorteile einer Legalisierung der Anwendung sicherer, international genehmigter Hormonpräparate nicht auf
sondern führten zur Entwicklung und
Durchsetzung der EG-Hormon-Richtlinie.
Interessanterweise
lehnten
Frankreich^, Großbritannien und Irland die Verabschiedung der Verordnung ab, jedoch nicht vehement genug,
um eine Sperrminorität zu bilden.
Auch hier siegte politischer Eigennutz über wissenschaftliche Beweise.
Die Vereinigten
Staaten haben
vergeblich versucht, das Problem auf
der Grundlage der internationalen
wissenschaftlichen
Erkenntnisse
zu
lösen. Bereits frühzeitig erklärten
sich die Vereinigten Staaten freiwillig bereit, alle von der EG für ihr
Fleisch gefordertenn Höchstmengen für
Hormone und Rückstände zu befolgen.
Die EG lehnte diesen Vorschlag jedoch
ab.
Amerikanische Vorschläge, die
Frage dem Normenausschuß des "GATT zur
Entscheidung vorzulegen, wurden von
der EG wiederholt blokkiert. Im Verlauf der einjährigen Aussetzungsperiode vom 1. Januar 1988 bis zum 31.
Dezember 1988 zeitigten die Diskussionen zwischen der EG und den Vereinigten Staaten keinerlei Ergebnisse,

�da die Kommission keine Anweisungen
hatte, das Thema zu verhandeln. Das
für September 1988 vorgesehene bilaterale Treffen zwischen der EG und
den Vereinigten Staaten fand nicht
statt, da die Kommission erklärte,
sie habe nichts Neues zu sagen. Im
Dezember 1988 entschied der EG-Ministerrat dann, keine Maßnahmen zu ergreifen, um die Einführung des Verbots weiter zu verzögern.
Die einzige daraus zu ziehende
Schlußfolgerung lautet, daß die EG
beabsichtigt, die Hormon-Richtlinie
durchzuführen, selbst unter dem Vorbehalt,
sie
sei
wissenschaftlich
nicht haltbar.
Die folgende Tabelle zeigt, daß
unbehandeltes Bullenfleisch einen 10
bis 44mal höheren Gehalt an männlichen Hormonen hat als das Fleisch behandelter Tiere:

4 NB: Mit dem 1. Januar 1988 wurde
Frankreich und allen anderen europäischen Mästern legaler Zugang zu genehmigten
Präparaten
verweigert.
Seitdem wurde auch in Frankreich beachtlicher Mißbrauch von Clenbuterol
festgestellt.

�Tabelle 1
Vergleich männlicher und weiblicher Hormone
im Fleisch implantierter und unimplantierter Tiere

Weibliche Hormone
(Nanogramm)

Gewicht der Portion
(500 g)

Bulle
Ochse
Ochse
Ochse
Ochse
Färse
Färse
Kuh*

20
6,1
(m.weibl.Hormon implantiert)
(mit Zeranol implantiert)
(mit Trenbolon implantiert)
(mit Trenbolon implantiert)
(m.mann 1.Hormon implantiert)

Männliche Hormone
(Nanogramm)

1560-2000

20
20
20

11,4

7,0
75*
75*

135-150
135-150

35

75

Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Berichts waren detaillierte Informationen über den Östrogengehalt bei ungedeckten Färsen nicht
verfügbar. Es kann jedoch mit Sicherheit angenommen werden, daß
er nicht höher sein wird als bei Kühen.
Quellen: "Hormoneinsatz in der Tiermast," Prof. Dr. Heinrich Karg, Technische Universität München, Weihenstephan, und "Was sind Anabolika,"
Bundesverband für Tiergesundheit e.V., Bonn.

Tabelle 2
In verschiedenen Nahrungsmitteln natürlich vorkommende
Menge weiblicher Hormone (Östrogene)
Nahrungsmittel

Hühnerei
Kohl
Erbsen
Weizenkeime
Sojaöl
Milch

Gewicht der Portion
(Gramm)

50-60

100
100
10
10 ml
500 ml

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V., Bonn.

- 6 -

Östrogenaufnähme
(Nanogramm)

1750
2400

400
200
20000

75

�Tabelle 3
Produktion natürlicher -Hormone beim Menschen
Alter/Geschlecht

Junge (vor der Pubertät)
Erwachsener Mann
Mädchen (vor der Pubertät)
Nicht schwangere Frau
Schwangere Frau

Östrogenproduktion
(ng/24 Std.)

41
136
54
540
20 000

000
000
000
000
000

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V., Bonn.

- 7 -

Androgenproduktion
(ng/24 Std)

65
6 500
32
320
320

000
000
000
000
000

�ANHANG I
Liste der von den amerikanischen Vergeltungsmaßnahmen betroffenen Produkte (lOOprozentige Einfuhrzölle)
Rindfleisch ohne Knochen, frisch, gekühlt oder gefroren
Schweineschinken und -schultern, verarbeitet oder konserviert
Tomaten (außer Tomatenmark), verarbeitet oder konserviert
Löslicher Kaffee oder Kaffee-Extrakte
Fruchtsäfte, konzentriert oder nicht konzentriert
Alkoholische Getränke
(außer Bier)

mit weniger

als

7 Prozent Alkoholgehalt

Für den Einzelhandel verpacktes Heimtierfutter
(Naturdärme für die Wurstproduktion wurden aufgrund der Aussetzung
bei Heimtierfutter von der Liste gestrichen).
Gesamtwert der amerikanischen Importe

100 Millionen Dollar

Liste der von EG-Gegenmaßnahmen betroffenen Produkte
Honig
Walnüsse in Schale
getrocknetes Obst
-

Mais in Dosen
Gesamtwert der EG-Importe

- 8 -

144 Millionen Dollar

�ANHANG II
Wissenschaftliche Gremien, die der sachgerechten Anwendung von
Hormonen als nicht gesundheitsgefährdend zugestimmt haben

1981

Gemeinsame Expertenkommission für Nahrungsmittelzusätze
der Weltgesundheitsorgansation (WHO) und der Ernährungsund Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen
(FAO)

1981

Wissenschaftlicher Beirat der Bundesärztekammer
Bundesrepublik Deutschland

1981/1985/1987

Kommission für Hormontoxikologie, Deutsche Gesellschaft
für Endokrinologie

1982

EG-Arbeitsgruppe5

1987

Wissenschaftliche Arbeitsgruppe
("Lamming Bericht")5

1988

Kommission für Rückstände veterinärmedizinischer Präparate in Nahrungsmitteln, Codex Alimentarius

1
2
3
^

5

in der

(EG) "Anabolic Agents"

siehe Anhang I
siehe Anhang II
Das Prinzip der Gleichwertigkeit erlaubt unterschiedliche Technologien, wenn das Endprodukt identisch ist, wie etwa gesundes Fleisch
NB: Mit dem 1. Januar 1988 wurde Frankreich und allen anderen europäischen Mästern legaler Zugang zu genehmigten Präparaten verweigert.
Seitdem wurde auch in Frankreich beachtlicher Mißbrauch von Clenbuterol festgestellt.
Diese Gruppe wurde 1980 von der EG-Kommission gegründet. Sie gab ihre erste positive Stellungnahme zur physiologischen Hormontechnologie
im Jahr 1982 ab. Im Jahr 1985 wurde sie zur Überprüfung von Zeranol
und Trenbolon erneut einberufen, aber die EG-Kommission löste die
Gruppe vor Fertigstellung des Berichts auf. Die Gruppe trat auf privater Ebene wieder zusammen, beendete ihre Aufgabe und veröffentlichte ihre Stellungnahme im Jahr 1987 im "Lamming Report".

* * * * *

- 9 -

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