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                  <text>AMERIKA DIENST
VON

*
4. J a n u a r 1989

INHALT

INFORMATION
Dole bringt lange Regierungserfahrung mit
- Porträt der zukünftigen Arbeitsministerin Elizabeth Dole Minister für Transport und Verkehr bringt Erfahrung mit
- Porträt von Samuel Skinner Bush nominiert Hispano-Amerikaner zum neuen Innenminister
- Porträt von Manual Lujan Designierter Chef der Umweltbehörde befürwortet weltweiten
Umweltschutz
- Porträt von William Reilly -

DOKUMENTATION
Vereinigte Staaten verhängen Handelssanktionen gegen EG
- Erklärung des Handelsbeauftragten, Kommentar des Weißen Hauses

HINTERGRUNDMATERIAL
"Zentrale Rolle" für Mujahedin in neuer afghanischer Regierung
- Bericht des US-Außenministeriums Liste der als Vergeltungsmaßnahme gegen das Fleisch-Importverbot
der EG verhängten Sanktionen
- Amerikanische Sanktionen gegen EG-Produkte -

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%r,oN^

4. Januar 1989

DOLE BRINGT LANGE REGIERUNGSERFAHRUNG MIT

- Porträt der zukünftigen Arbeitsministerin Elizabeth Dole -

WASHINGTON - (AD) - Die vom gewählten Präsidenten Bush als Arbeitsministerin in seine Administration
berufene ELizabeth Dole ist aus hohen
Regierungämtern nicht mehr wegzudenken.

dentschaftswahlkampfes 1988 nur zum
Teil spaßig gemeint, als Robert ein
echter Konkurrent von Bush war; einige vertraten die Ansicht, Elizabeth
wäre eine gute Wahl für den Posten
der Vizepräsidentin.

Dole, eine 52jährige Juristin,
hat in fünf vorherigen Administrationen bereits unter Präsident Lyndon
Johnson im Jahr 1966 gedient und leitete unter Präsident Reagan das Ministerium für Transport und Verkehr.

Elizabeth Dole nahm den Gedanken
immerhin soweit ernst, daß sie Journalisten auf die Frage, ob ihrer Ansicht nach nicht etwas an der Kandidatur von zwei Ehepartnern auszusetzen sei, antwortete:
"Theoretisch
nicht. Wir haben jeder unsere eigene
Karriere. Es wäre jedoch etwas ungewöhnlich."

Sie und ihr Gatte Robert, der den
Vorsitz der Republikaner im Senat
führt, werden häufig als "das Paar
mit der größten Macht" in Washington
bezeichnet. In der Tat war das Gerede vom "Ehepaar Dole" auf der Wahlliste in der Anfangsphase des Präsi-

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Als Bush die Nominierung seiner
Partei gewann, hielten sich die Gerüchte, Elizabeth Dole würde als Vizepräsidentin
aufgestellt.
Aber

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�schließlich wurde Senator Dan Quayle
benannt.

die Präsident Carter wegen angeblicher Falschaussagen angriff.

In North Carolina geboren und
aufgewachsen bevor sie für ihre juristische Ausbildung und Karriere in
der Bundesregierung nach Norden ging,
wurde "Liddy" Dole - sie machte sich
den weitverbreiteten Kosenamen als
junges Mädchen zu eigen - stets dem
sprichwörtlichen Charme des Südens
gerecht.

Mit der Wahl von Präsident Reagan
wurde Dole zu seiner Assistentin für
Öffentlichkeitsarbeit ernannt und damit zur ersten Frau auf einem hochrangigen Posten in seiner Administration. Zu Beginn des Jahres 1983 beförderte Reagan sie zur Ministerin
für Transport und Verkehr im Kabinett. Ihre Wahl wurde im großen und
ganzen als Bestreben angesehen, die
Benachteiligung der Frau zu verringern und die Position des Präsidenten
gegenüber Frauen im Vorfeld der Wahlen 1984 zu verbessern.

Ihr wird ein beruhigender Einfluß
auf Senator Dole nachgesagt, den sie
im Jahr 1975 heiratete und der in dem
Ruf steht, aufbrausend und scharfzüngig zu sein.
Im Anschluß an ihr Examen an der
Harvard Law School kam sie 1966 nach
Washington und begann ihre Karriere
in der Regierung als Mitarbeiterin im
Gesundheitsministerium, ein Amt, in
dem sie sich auf die Ausbildungsprobleme von Behinderten spezialisierte.
Später hatte sie Positionen als
stellvertretende Direktorin für juristische Angelegenheiten im Büro für
Konsumentenbelange
unter
Präsident
Johnson und als geschäftsführende Direktorin der Kommission zur Wahrung
von Konsumenteninteressen unter Präsident Nixon inne. Nixon berief sie
dann zu einer siebenjährigen Amtszeit
beim Bundeskartellamt (FTC), einer
unabhängigen Behörde, die sich mit
der Förderung des Wettbewerbs im Binnenhandel und der Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs, wie beispielsweise
mutwillige Täuschung durch Werbeversprechen befaßt. Ihre Amtszeit wurde
bis in die Administration von Ford
und Carter verlängert.
Demokratin, als sie nach Washington kam, wurde Dole bei ihrer Berufung zum FTC als politisch unabhängig
bezeichnet. Mit ihrem Rücktritt von
diesem Amt im Jahr 1979 hatte sie den
Übe rgang zur Republikanerin vollzogen
und
beim
Präsidentschaftswahlkampf
des Jahres 1980 war sie Vorsitzende
der Wähler für Reagan-Bush und Mitglied des "truth squad" einer Gruppe,

Zu Doles Leistungen während ihrer
Amtszeit als Transportministerin zählen der erfolgreiche Verkauf von Conrail, dem ehemals regierungseigenen
Gütertransportsystem, sowie die Übergabe von zwei Washingtoner Flugplätzen an eine regionale Behörde.
Dole trat wie auch von ihrem Amt
beim FTC von ihrem Posten als Transportministerin zurück, um eine aktive
Rolle in dem erfolglosen Präsidentschaftswahlkampf
ihres
Mannes
zu
übernehmen.
Für ihn unternahm sie
zahlreiche Reisen und Robert Dole bezeichnete sie scherzhaft als "meine
Strategie für den Süden".
Mit ihrer Ernennung zur Arbeitsministerin erfüllt Bush - vorbehaltlich der Bestätigung durch den Senat
- sein Versprechen, eine Frau in sein
Kabinett zu berufenn. Diesen Posten
hat derzeit die einzige Frau in
Reagans Kabinett - Ann McLaughlin inne.

Nachdem die Wahl auf sie gefallen
war, erklärte Dole, sie strebe "die
Verbesserung und den Schutz des Wohlergehens der amerikanischen Arbeitnehmer" an.
Dole legte ihr Examen in politischen Wissenschaften an der Universität Duke im Jahr 1958 ab und wurde
Mitglied in der studentischen Vereinigung hervorragender Akademiker (Phi

- 2 -

�Beta Kappa).
Sie studierte an der
Universität Oxford in Großbritannien,
erwarb dann den Magister in Pädagogik
und Staatskunde an der Universität
Harvard im Jahr 1960, bevor sie ihre
Studien an der juristischen Fakultät
aufnahm.
Im Jahr 1974 wählte das Time Magazine sie zu einem der 200 "Gesichter der Zukunft" Amerikas.
Sie und Senator Dole haben keine
Kinder. Der Senator hat eine Tochter, Robin, aus einer vorherigen Ehe.

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4. Januar 1989

MINISTER FÜR TRANSPORT UND VERKEHR BRINGT ERFAHRUNG MIT
- Porträt von Samuel Skinner -

WASHINGTON - (AD) - Der vom neu gewählten Präsidenten George Bush für das
Ministerium für Transport und Verkehr ausgewählte Samuel Skinner bringt sowohl
Erfahrungen auf seinem Gebiet als auch die politischen Verbindungen mit nach
Washington, die seinen Ansichten Gewicht verleihen.
Der Jurist Skinner ist seit 1984
Vorsitzender der regionalen Verkehrsbetriebe von Chicago (Chicago Regional Transit Authority - RTA), dem Betreiber von Pendlerzügen und Buslinien in und um Chicago. Die RTA sind
mit 2,4 Millionen Verkehrsteilnehmern
dem Umfang nach die zweitgrößten in
den Vereinigten Staaten nach den New
Yorker
Verkehrsbetrieben.
Skinner
ist im Besitz einer Instrumentenflugberechtigung.

"Sicherheit muß für uns immer an
erster
Stelle
stehen",
erklärte
Skinner gegenüber Journalisten auf
einer Pressekonferenz am 22. Dezember, auf der seine Nominierung und
die anderer Kabinettsmitglieder bekanntgegeben wurde. Er will das amerikanische Flugverkehrssystem verbessern und die Anstrengungen der KUstenwache unterstützen, dem Drogenverkehr in die Vereinigten Staaten
Einhalt zu gebieten.

Ferner sind Skinners enge Verbindungen zum neu gewählten Präsidenten
von Bedeutung. Er war zweiter Vorsitzender von Bush Kampagne um die
Präsidentschaft im Jahr 1980 gegen
Ronald Reagan und Anfang dieses Jahres Leiter des erfolgreichen BushWahlkampfes in Illinois.

Der 50jährige Skinner wurde unter
der Ford-Administration 1975 Staatsanwalt für den nördlichen Verwaltungsbezirk von Illinois. 1983 wurde
er Stellvertretender Vorsitzender in
der Kommission des Präsidenten gegen
das organisierte Verbrechen und gegenwärtig ist er Sozius im Chicagoer

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�Büro der internationalen Anwaltskanzlei Sidley und Austin.
Skinner begann seine Laufbahn in
der International Business Machines
Corporation (IBM), wo er von 1961 bis
1968 in der Marketingabteilung arbeitete.
1967 wurde er zusammen mit
zwei anderen Kollegen zum besten IBMVerkäufer in den Vereinigten Staaten
gewählt.
1966 legte er an der De
Paul
University
sein
Examen
in
Rechtswissenschaften
ab und wurde
1968 erster Assistent
von James
Thomson, dem damaligen Staatsanwalt
für den nördlichen Verwaltungsbezirk
von Illinois. In diesem Zeitraum erhielt er zweimal eine Auszeichnung
des Justizministeriums für hervorragende Leistungen.

Thompson hat sich als Gouverneur
von Illinois für die Berufung von
Skinner auf den Posten des Verkehrsministers stark gemacht.
Skinner war darüber hinaus Vorsitzender im Ausschuß für Kapitalentwicklung in Illinois, in der Kommission des Gouverneurs gegen Betrug und
der Arbeitsgruppe des Gouverneurs zur
Energieeinsparung und Kohleverarbeitung.
Er legte 1960 an der University
of Illinois seine Prüfung in Rechnungswesen ab und diente von 1960
bis 1961 als Offizier in der Armee.
Skinner hat drei Kinder.

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4. Januar 1989

BUSH NOMINIERT HISPANO-AMERIKANER ZUM NEUEN INNENMINISTER
- Porträt von Manual Lujan -

WASHINGTON - (AD) - Der langjährige Abgeordnete im Repräsentantenhaus,
Manual Lujan, ist für das Amt des Innenministers in der nächsten Administration nominiert worden. Der im Jahr 1968 zum ersten Mal für den Staat New
Mexico in den Kongreß gewählte Lujan bekleidet im Innenausschuß des Repräsentantenhauses bei den Republikanern die zweitwichtigste Position. Im Unterausschuß für Energie und Umwelt ist er ein wichtiges Mitglied der Minderheitsfraktion. Ferner hält er einen Sitz im Unterausschuß für Wasser- und Elektrizitätswirtschaft. Im Ausschuß für Wissenschaft, Weltraumforschung und Technologie steht er bei den Republikanern an führender Stelle.
In letzterer Funktion war er eines von vier Mitgliedern des Kongresses in der vom Präsidenten gebildeten
Nationalen Kommission für Weltraumforschung, die für die Langzeitplanung der amerikanischen Weltraumpolitik zuständig war. In dem von dieser
Kommission im Jahr 1986 veröffentlichten Bericht wurde ein 50-JahresPlan vorgeschlagen, in dessen Verlauf
permanente Stützpunkte auf dem Mond
und dem Mars eingerichtet werden
sollten, mit denen der Abbau von Bodenschätzen auf Mond und Mars ermöglicht würde.
Während der Reagan-Administration
war Lujan schon drei Mal für den Posten des Innenministers im Gespräch.
Als Kongreßmitglied blockierte er ein
Gesetz für die Verpachtung von Land

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in bestimmten noch im Urzustand belassenen Gebieten New Mexicos zum
Zweck der Erschließung von Öl- und
Erdgasvorkommen.
Letztlich stimmte
er jedoch einem Kompromißvorschlag
zu, mit dem eine solche Verpachtung
nach dem Jahr 2000 ermöglicht würde.
In bezug auf die Zuständigkeit
des Innenministeriums für Nationalparks und andere große Landflächen in
Staatsbesitz erklärte Lujan auf einer
Pressekonferenz am 22. Dezember, in
deren Verlauf Bush seine Nominierung
ankündigte: "Wie Sie wissen, engagiere ich mich sehr für den Erhalt
dieses Erbes, das uns hinterlassen
wurde und das wir unseren Kindern und
deren Kindern in besserem Zustand
vererben wollen, als wir es vorgefunden haben." Weiter sagte er, wenn

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�"ein kleines Stück des uns allen Anvertrauten entweiht wird, leiden wir
alle darunter".
Seine Bilanz im Kongreß ist konservativ. So stimmte er für Kürzungen der Haushaltsmittel für Wasserwirtschaftsprojekte und im öffentlichen Wohnungsbau.
Im allgemeinen
befürwortete er Verteidigungsvorhaben, wie etwa die Produktion der MXRakete und die Hilfe an die Contras
in Nicaragua.
Er ist ein vehementer Verfechter
der Atomenergie. Der Staat New Mexico ist einer der Hauptlieferanten
für Uran in den Vereinigten Staaten.

Lujan, der eigentlich vorgehabt
hatte, nach 20jähriger Tätigkeit im
Kongreß im Januar in den Ruhestand zu
treten, ist der zweite Amerikaner
hispanischer Abstammung im Kabinett
Bush.
Der andere, Bildungsminister
Lauro Cavazos, wird von der ReaganAdministration übernommen.
Der 60jährige Lujan studierte am
College of Santa Fe. Er ist ehemaliger
Vizepräsident
der
Republikanischen Partei im Staat New Mexico.
Ferner war er Präsident der Vereinigung selbständiger Versicherungsvertreter des Staates New Mexico. Er
hat vier Kinder.

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4. Januar 1989

DESIGNIERTER CHEF DER UMWELTBEHÖRDE BEFÜRWORTET WELTWEITEN UMWELTSCHUTZ

- Porträt von William Reilly -

WASHINGTON - (AD) - Der vom gewählten Präsidenten George Bush für
das Amt des Leiters der Umweltbehörde
(EPA) ausgesuchte
William
Reilly
bringt für diese Tätigkeit große Erfahrung in Umweltschutzfragen sowohl
auf internationalem wie auch auf heimischem Parkett mit.

ste Präsident seine Wahlkampfversprechen ernst nehmen und Umweltfragen
einen höheren Stellenwert einräumen
wird.

Die Nominierung von Reilly am 22.
Dezember 1988 wurde von fast allen
namhaften Umweltschützern in den Vereinigten Staaten begrüßt. Viele hoben Reillys Fähigkeit zum Konsens und
Ausgleich zwischen Umweltschutz- und
Wirtschaftsinteressen hervor.

Der
geschäftsführende
Direktor
des Fonds zur Verteidigung der Umwelt, Frederic Krupp, hatte - wie die
meisten UmweltSchützer - einen positiven Eindruck von Reillys Nominierung.
Ihm zufolge hat die Gemeinschaft
der
UmweltSchützer
jetzt
"Grund zum Optimismus, daß diese Administration große Fortschritte bei
der Bewältigung dieser Probleme machen wird".

Die Wahl einer Persönlichkeit,
die praktisch ihr gesamtes Berufsleben Umweltanliegen unterstützt hat,
ist ein Hinweis darauf, daß der näch-

Der Sprecher einer anderen Umweltschutzinitiative
(Environmental
Action), Dan Becker, vertrat dagegen
eine der allgemein positiven Stimmung

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�zuwiderlaufende Auffassung und äußerte sich besorgt, da Reilly in der
Vergangenheit zu viele Kompromisse
mit der Wirtschaft eingegangen sei.
Seiner Ansicht nach "wird die wichtigste von ihm zu bestehende Herausforderung darin liegen, Umweltverschmutzern gegenüber eine harte Haltung einzunehmen statt mit ihnen zu
verhandeln".

Aufstellung von Normen und Zielvorgaben bei saurem Regen und in der Erzielung von Fortschritten bei der
Entwicklung von Technologie zur Säuberung der Kohle.
Er hob hervor,
Reilly habe umfassende Kenntnisse
über das zwischen den Vereinigten
Staaten und Kanada unterzeichnete Abkommen über die Reduzierung des sauren Regens.

Der designierte Leiter der EPA
wird voraussichtlich keine leichte
Aufgabe bei der Förderung umweltpolitischer Prioritäten haben. Dies beruht teilweise darauf, daß durch das
enorme Defizit im Bundeshaushalt der
finanzielle Spielraum für Umweltprogramme eingeengt wurde.

Zu saurem Regen zählt man Niederschläge in Form von Regen, Schnee,
Nebel und sogar Staub, die über das
normale Maß hinausgehende Säurewerte
aufweisen.
Umweltschützern zufolge
wird dieses Phänomen verursacht, wenn
Emissionen bestimmter chemischer Substanzen, insbesondere Schwefeldioxyd
aus
Kohleverbrennungsanlagen
sowie
Stickoxide aus Automobilen sich in
der Atmosphäre verändern.

Ferner wird mit dem designierten
Innenminister Manuel Lujan ein Mann
dem Kabinett Bush angehören, der in
seiner 20jährigen Mitgliedschaft im
Kongreß
bei
Abstimmungen
zumeist
Wirtschaftsinteressen
vor
Anliegen
des Umweltschutzes den Vorrang gegeben hat, wie den jedes Jahr von Umwelt- und Wirtschaftsgruppen verteilten Noten für Kongreßabgeordnete zu
entnehmen ist.
Die Umweltschutzbehörde überwacht
die Einhaltung einer Reihe von Umweltschutzgesetzen, darunter die Gesetze zur Reinhaltung von Luft und
Wasser, zur Kontrolle von Pestiziden
und anderen giftigen Substanzen sowie
Sondermüll.
"Obwohl die EPA nicht im Kabinett
vertreten ist, erfüllt diese Behörde
in meinen Augen eine für die Zukunft
Amerikas immens wichtige Aufgabe",
erklärte Bush bei der Bekanntgabe
seiner Wahl für den Posten des Leiters. "Ich habe großes Interesse an
der Arbeit dieser Behörde ... (Reilly) ist sich nicht nur der zwingenden
Notwendigkeit zum Schutz unserer eigenen Umwelt bewußt, er weiß auch um
die Notwendigkeit der internationalen
Zusammenarbeit in diesem Bereich."
Der gewählte Präsident erklärte,
eines seiner Ziele bestehe in der

Saurer Regen, der häufig weit von
seinem Ursprungsort entfernt niedergeht, vermischt sich am Boden mit Erde oder Wasser. Es gibt stichhaltige
Beweise dafür, daß übersaures Wasser
Fauna und Flora der Gewässer abtötet
und übersäuerte Böden den Ertrag von
Ernten und Wäldern senken.
Eigener Einschätzung zufolge ist
Reilly der erste Vorsitzende einer
wichtigen
UmweltSchutzorganisation,
der je zum Leiter der Umweltschutzbehörde ernannt wurde. "Ich werde sehr
eng mit dem Kongreß zusammenarbeiten,
um die notwendige überparteiliche Unterstützung zur Gewährleistung wirklicher und dauerhafter Fortschritte
in der Umweltpolitik aufzubauen," erklärte Reilly.
Reilly ist seit Oktober 1985 Präsident des World Wildlife Fund in den
Vereinigten Staaten.
Damals schloß
sich diese Organisation mit der seit
1973 von ihm geführten Conservation
Foundation zusammen.
Mit Programmen in Lateinamerika,
Afrika und Asien, insbesondere in den
tropischen
Regenwäldern,
ist
der
World Wildlife Fund eine der führenden internationalen Umweltorganisati-

- 2 -

�onen. Er hat ca. 1 350 Projekte in
103 Ländern unterstützt, um gefährdete Tierarten und deren Lebensraum zu
schützen. Er zählt etwa 600 000 Mitglieder und hat ein Jahresbudget von
30 Millionen Dollar.
Die Conservation Foundation beschäftigt Wissenschaftler, Rechtsanwälte, Volkswirtschaftler, Städteplaner und Wirtschaftsexperten zu Fragen
der Landschaftsplanung, der Kontrolle
toxischer Abwässer, der Stadterhaltung und Energie. In Umweltschutzfragen strebt sie Lösungen vorwiegend
durch Verhandlungen statt durch den
Rechtsweg an.
In den Jahren 1970-72 war Reilly
führend im Rat des Präsidenten für
die Qualität der Umwelt sowie als geschäftsführender Direktor der Projektgruppe Landnutzung und städtisches Wachstum tätig.
Ferner war er stellvertretender
Direktor des Urban Policy Center und
diente als Hauptmann bei den amerikanischen Streitkräften in Europa.
Reilly,
der
in
Chicago
als
Rechtsanwaltspraktizierte, legte an
der Harvard Law School in Rechtswissenschaft und an der Columbia University in Städteplanung Examina ab.
Ferner besuchte er das College der
Yale University. Er spricht Französisch und Spanisch und hat Kenntnisse
in Deutsch und Italienisch. Er hat
zwei Kinder.

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Dokumentation

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4. Januar 1989

VEREINIGTE STAATEN VERHÄNGEN HANDELSSANKTIONEN GEGEN EG

- Erklärung des Handelsbeauftragten, Kommentar des Weißen Hauses

WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten werden am Vergeltung für
einen EG-Beschluß, der Einfuhren von
hormonbehandeltem Rindfleisch aus den
USA untersagt, Handelssanktionen im
Gegenwert von 100 Millionen Dollar
gegen die Europäische Gemeinschaft
verhängen.
Einer Ankündigung des
US-Handelsbeauftragten
Clayton
Yeutter zufolge treten diese Sanktionen am 1. Januar 1989 zugleich mit
dem von der EG erklärten Einfuhrverbot in Kraft.
Obwohl der Anteil des hiervon betroffenen Handels am Gesamthandelsstrom zwischen diesen beiden Handelspartnern relativ gering ist, besitzt
das Problem alle Attribute eines Handelskrieges. Ein Vertreter des Weissen Hauses äußerte jedoch die An-

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sicht, daß beide Seiten es nicht so
weit kommen lassen werden.
"Natürlich sind wir der Ansicht,
daß wir die von uns eingenommene Position zur Handelsfrage aggressiv
vertreten müssen, aber die EG-Staaten
sind unsere Verbündeten", erklärte
die stellvertretende Pressesprecherin
des Weißen Hauses, Leslye Arsht, im
Anschluß an Yeutters Ankündigung bei
einer Pressekonferenz in Los Angeles.
"Wir sind wichtige Handelspartner.
Wir hatten vereinzelte Handelskonflikte. Wir besitzen einen Rahmen,
innerhalb dessen wir diese lösen können. Und ... es besteht kein Grund
zu der Annahme, daß dieser Streit
nicht ebenso gelöst werden kann."
Die

Vereinigten

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Staaten

werden

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�Zölle von 100 Prozent auf bestimmte
Rindfleischprodukte, Schweineschinken
und -schultern, verarbeitete oder
konservierte Tomaten, löslichen Kaffee, alkoholische Getränke mit weniger als 7% vol. Alkohol, bestimmte
Fruchtsäfte und auf einzelne verpackte, aus Getreide hergestellte Arten
von Haustierfutter verhängen.
Die Liste der Produktkategorien
bot keine Überraschungen, da sie
schon vor einem Jahr, als die EG ursprünglich die Verhängung des Einfuhrverbots für den 1. Januar 1988
angekündigt
hatte,
veröffentlicht
worden war. Allerdings verschob die
EG dann den Termin auf den 1. Januar
1989.
Die einzige in der ursprünglichen
Liste enthaltene und dieses Mal nicht
betroffene Produktkategorie waren bestimmte Tierdärme und Produkte, die
bei der Herstellung von Wurstdärmen
Verwendung finden. Auf diese wurde
Yeutter zufolge verzichtet, da die EG
die Einfuhr von hormonbehandeltem
Fleisch zur Herstellung von Haustierfutter auch weiterhin gestatten wird.
Wie US-Vertreter mitteilten, werden die Vergeltungsmaßnahmen der Vereinigten Staaten in etwa den gleichen
Wert ausmachen, wie die durch das EGVerbot verursachten Verluste bei amerikanischen Fleischexporten. Die Anhebung der Zollsätze wird solange in
Kraft bleiben, wie der amerikanische
Handel durch das Einfuhrverbot behindert wird, erklärten sie.
"Ich bedaure, daß die Vereinigten
Staaten gezwungen sind, Vergeltungsmaßnahmen gegen das von der EG verhängte Einfuhrverbot für mit Wachstumshormonen behandeltes Fleisch zu
treffen", so Yeutter.
"Wir haben
wiederholt
versucht,
diese
Frage
einem
wissenschaftlichen
Schlichtungsausschuß gemäß dem Allgemeinen
Zoll- und Handelsabkommen zu unterbreiten, um sie zu lösen. Unsere europäischen Handelspartner haben unsere Bemühungen jedoch ständig blokkiert."

"Trotz der Behauptung der EG, daß
das Verbot von Hormonen bei der Tiermast auf gesundheitlichen Bedenken
beruht, muß die EG weiterhin stichhaltige Beweise dafür vorlegen, daß
die sachgerechte Anwendung der in
Frage kommenden wachstumsfördernden
Hormone eine Gefahr für die Gesundheit des Menschen darstellt.
Aus
diesem Grund stellt der Beschluß zur
Einführung des Verbots eine unfaire
Handelspraxis dar."
Einer von Yeutters Behörde veröffentlichten Erklärung zufolge hat die
US-Lebensmittelbehörde (FDA) berichtet, daß die tägliche Produktion von
Hormonen im menschlichen Körper weit
höher ist als die minimalen Rückstände im Fleisch von behandelten Tieren.
Das Fleisch unbehandelter Tiere können einen Gehalt von natürlich vorkommenden Hormonen haben, der ebenso
hoch oder noch höher liege als
Fleisch von behandelten Tieren. Das
Ergebnis der FDA wird dieser Erklärung zufolge von einem hochkarätigen
Ausschuß
internationaler
Wissenschaftler
in
der
Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) unterstützt,
der zu dem Schluß kam, daß bei sachgerechter Anwendung die von der EG
verbotenen Hormone keinerlei Gesundheitsrisiken darstellen.

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Hintergrundmaterial

\ON'$&lt;

4. Januar 1989

'ZENTRALE ROLLE" FÜR MUJAHEDIN IN NEUER AFGHANISCHER REGIERUNG
- Bericht des US-Außenministeriums -

WASHINGTON - (AD) - Den meisten Beobachtern zufolge wird sich das Najibullah-Regime nach der im Rahmen der Genfer Vereinbarungen vorgesehenen Beendigung Abzugs der sowjetischen Truppen aus Afghanistan am 15. Februar 1989 nicht
mehr lange halten können. Ein am 27. Dezember 1988 vom US-Außenministerium
veröffentlichter Sonderbericht kommt zu dem Schluß, daß das Regime "schon zerfällt, da sich immer mehr Parteimitglieder absetzen und die Fraktionskämpfe
zunehmen, wobei jede Gruppe die andere für die drohende Krise verantwortlich
macht". Bemühungen zur Einbindung von Elementen des Widerstandes in eine Koalitionsregierung der "nationalen Aussöhnung" hätten die Widerstandsbewegung
"unbeeindruckt und uninteressiert" gelassen.
Wir veröffentlichen nachfolgend Einleitung und Zusammenfassung
richts:
Obwohl das Jahr 1988 einen Wendepunkt bedeutete, hält der blutige
Konflikt in Afghanistan unvermindert
an. Langwierige Verhandlungen unter
Schirmherrschaft der UNO wurden am
14. April mit der Unterzeichnung
einer Übereinkunft zwischen Afghanistan und Pakistan in Genf beendet;
die UdSSR und die Vereinigten Staaten
unterzeichneten als Garantiemächte.
Am 15. Mai begannen die Sowjets im
Einklang mit dem Genfer Abkommen, ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen; bis Mitte August hatten sie etwa
die Hälfte ihrer Truppen abgezogen.
Die Verschiebung der militärischen
Initiative zugunsten des Widerstands,
der Mujahedin, ist wahrscheinlich unumkehrbar. Aufgrund dieser Entwicklungen hat sich die Demoralisierung
des von den Sowjets unterstützten Re-

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des Be-

gimes in Kabul beschleunigt.
Falls die Sowjetunion ihrer Verpflichtung gerecht wird, bis zum 15.
Februar 1989 alle ihre Truppen abzuziehen, wird das neunte das letzte
Jahr der sowjetischen Besetzung Afghanistans
sein.
Generalsekretär
Michail Gorbatschow ist zu dem Schluß
gekommen, daß die sowjetische Verwicklung in Afghanistan eine "blutende Wunde" darstellt und arbeitete
stetig auf seine Beendigung hin.
Seine Entscheidung wurde unzweifelhaft von mehreren Gesichtspunkten beeinflußt: Im Jahr 1987 hatten die
Mujahedin in ihrem Kampf gegen die
sowjetischen und afghanischen Regierungstruppen ein Patt herbeigeführt.
Die Afghanistan-Politik Moskaus hatte
die UdSSR von den islamischen, west-

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�liehen und blockfreien Staaten entfremdet. Schließlich gelang es den
Sowjets nicht, einen ihnen treu ergebenen Führer in Kabul zu finden, der
die Loyalität des afghanischen Volkes
für sich gewinnen konnte. Des weiteren blieben über 5 Millionen Afghanen, ungefähr ein Drittel der Vorkriegsbevölkerung
des Landes, als
Flüchtlinge in Iran und Pakistan.
Trotz
systematischen
Luftterrors,
Flächenbombardements und Artilleriefeuer über die Grenze hinweg stellte
Pakistan seine Unterstützung des afghanischen Widerstands nicht ein.
Der Washingtoner Gipfel zwischen
Präsident Reagan und Generalsekretär
Gorbatschow im Dezember 1987, eine
letzte Rundreise des UNO-Unterhändlers Diego Cordovez nach Pakistan,
Afghanistan und Iran im Januar 1988
und die Ankündigung Gorbatschows vom
8. Februar 1988, er habe sich zum Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan
entschlossen,
bereiteten
den Weg für die letzte Runde der unter der Schirmherrschaft der UNO abgehaltenen Genfer Verhandlungen, die
im Jahr 1982 begonnen hatten. Die
Parteien fanden sich Anfang März zum
letzten Mal in Genf ein. Nach zweimonatigen Verhandlungen wurde am 14.
April 1988 eine Vereinbarung unterzeichnet, die am 15. Mai in Kraft
trat: Danach würde die UdSSR bis zum
15. August 1988 eine Hälfte ihrer
Truppen und bis zum 15. Februar 1989
die andere Hälfte abziehen. Afghanistan und Pakistan verpflichteten sich
zur Nichteinmischung in die inneren
Angelegenheiten des anderen.
Der ersten Phase des sowjetischen
Abzugs folgte eine Serie militärischer Rückschläge für das Regime. In
der Folge intervenierten sowjetische
Truppen, um die Eroberung von wichtigen Städten durch die Mujahedin zu
verhindern. Ende Oktober führte die
UdSSR hochmoderne Flugzeuge und Boden-Boden-Raketen in den Konflikt ein
und erklärte, sie würde den Beginn
der letzten Abzugsphase aussetzen.
Trotzdem sind die Sowjets verpflichtet, den Rest ihrer Truppen bis zum

15. Februar 1989 abzuziehen.
Den meisten Beobachtern zufolge
wird sich das Najibullah-Regime nach
dem Rückzug der Sowjets nicht mehr
lange halten können. Der Zerfall des
Regimes hat schon begonnen, da sich
immer mehr Parteimitglieder absetzen
und die Fraktionskämpfe zunehmen, wobei jede Gruppe die andere für die
drohende Krise verantwortlich macht.
Im Bemühen, Elemente des Widerstandes
in eine Koalitionsregierung der "nationalen Aussöhnung" einzubinden, haben Najibullah und sein "parteiloser"
Premierminister, Hassan Sharq, die
Rolle von Mitgliedern der Volksdemokratischen Partei Afghanistans (PDPA)
in der Kabuler Regierung ständig verringert, den Kommandeuren des Widerstands hohe Regierungsposten angeboten und den ethnischen Minderheiten
mehr Autonomie versprochen. Der Widerstand zeigt sich davon jedoch weiterhin unbeeindruckt und ohne Interesse an solch einer Koalition.
Mit einer zunehmend instabilen
Lage konfrontiert entsandte Moskau im
Oktober den Ersten Stellvertretenden
Außenminister Julij Woronzow als Botschafter nach Kabul. Eine Säuberung
der Partei und die anschließende
Kaltstellung des Führers der KhalqFraktion Gulabzoi, der als Botschafter nach Moskau geschickt wurde,
sollten die Gegner von Kompromissen
und der "nationalen Aussöhnung" entmachten und den Fraktionskämpfen innerhalb der PDPA ein Ende bereiten.
Es ist weiterhin unklar, ob die Sowjets bereit oder in der Lage sind,
die PDPA zum Rückzug zu zwingen und
die Macht auf friedlichem Wege an
eine Ubergangsregierung zu übergeben.
Falls nicht, sind Partei und Regierung als Folge einer wahrscheinlichen
militärischen Niederlage
zum Verschwinden verurteilt.
Die Konturen einer Regierung nach
Najibullah sind noch nicht erkennbar,
aber die Mujahedin sollten darin eine
zentrale Rolle spielen. Die Vereinten Nationen setzen ihre Bemühungen
für einen friedlichen Machtwechsel

- 2 -

�und die Bildung einer "Ubergangsregierung" fort. Für eine solche Regierung wurden zahlreiche Möglichkeiten vorgeschlagen, so auch von der
Widerstandsallianz in Peschawar am
31. Oktober 1988. Die Allianz schlug
die Abhaltung von Wahlen in Afghanistan zu einer großen, repräsentativen
Versammlung (Schura) vor, die einen
neuen Staatschef wählen und eine neue
Übergangsregierung bestimmen würde.
Die Einleitung
direkter Gespräche
zwischen Vertretern der Sowjets und
des Widerstandes in Taif (Saudi-Arabien) Anfang Dezember bedeutete einen
neuen Meilenstein und könnte zu einer
politischen Lösung führen.
Eine Wiederherstellung des Friedens zusammen mit einem Regierungswechsel würde zur Rückkehr von Millionen von Flüchtlingen führen. Unter der Führung des UNO-Koordinators
für die Hilfsmaßnahmen für Afghanistan, Sadruddin Aga Khan, haben Bemühungen für die Wiederansiedlung und
für den Wiederaufbau der zerstörten
Infrastruktur
Afghanistans
bereits
begonnen.

Innenpolitisch hatte der Krieg
die wirtschaftlichen und sozialen Belastungen verschärft, und die wachsende Zahl der Gefallenen und Verwundeten hatte zu vermehrter Unruhe in
der Bevölkerung geführt. Durch einen
Abzug hoffte Moskau ferner, sein Internationales Image aufpolieren zu
können, einschließlich der Verbesserung seiner Beziehungen mit den Vereinigten Staaten, dem Westen, der
Volksrepublik China und der islamischen Welt. Der Abzug stand außerdem
im Einklang mit Gorbatschows gesamter
Innen- und
Außenpolitik.
Zusammen
mit dem INF-Vertrag betrachten sie
Sowjets eine Lösung des Afghanistanproblems als Sieg von Gorbatschows
"neuem Denken". Schließlich hat Gorbatschow erklärt, die Afghanistan-Regelung sei ein Modell für andere regionale Konflikte.

Das Angebot Gorbatschows
Die von Gorbatschow in seiner Erklärung vom 8. Februar 1988 angebotenen Modalitäten des Abzugs beinhalten:
Beginn des sowjetischen Truppenabzugs am 15. Mai 1988, falls die
Vereinbarungen bis zum 15. März
unterzeichnet würden;

Die sowjetische Entscheidung zum Abzug
Der
beim
amerikanisch-sowjetischen Gipfeltreffen in Washington
Ende 1987 eingeschlagenen Richtung
folgend
verkündete
Generalsekretär
Gorbatschow am 8. Februar 1988 die
Entscheidung
Moskaus,
die
sowjetischen Truppen aus Afghanistan abzuziehen.
Die Erklärung bildete den
Höhepunkt eines langen und schwierigen Entscheidungsprozesses, der nahezu drei Jahre gedauert hatte. Die
sowjetische Führung erkannte, daß ohne eine massive Erhöhung ihres militärischen Engagements eine militärische Lösung in Afghanistan unmöglich
sei. Letztlich war Moskau nicht bereit, die für einen militärischen
Sieg notwendige Unterstützung bereitzustellen.
Für die Beendigung der
Verluste und einen Rückzug bestand
keine realistische Alternative.

Abzug innerhalb
oder weniger;
-

von

10 Monaten

Zustimmung, daß der Abzug des
Großteils der Truppen zu Beginn
des Prozesses In den Verhandlungen diskutiert werden könnte;
die Erwartung einer
der "Einmischung von
Afghanistan.

Beendigung
außen" in

Gorbatschow
erklärte
ausdrücklich, die Bildung einer Ubergangsregierung sei "eine rein afghanische
Angelegenheit", die nicht an den sowjetischen Abzug gekoppelt sei. Er
fügte hinzu, Moskau werde an Gesprächen zu diesem Thema nicht teilnehmen. Gorbatschow vermied ferner Angriffe auf die Vereinigten Staaten

- 3 -

�und Pakistan und schien - wie auch
Außenminister Schewardnadse während
seines Besuchs in Kabul im Januar seine heimische Zuhörerschaft auf
mögliche Kämpfe in Afghanistan nach
dem Abzug der sowjetischen Truppen
vorzubereiten. Insbesondere lobte er
die sowjetischen Soldaten, die in Afghanistan gedient hatten - ein Thema,
das er auch während des 19. Parteikongresses und des Moskauer Gipfeltreffens im Sommer ansprach.

* * * * *

- 4

�AMERIKA DIENST
'VON

Hintergrundmaterial

4

4. Januar 1989

LISTE DER ALS VERGELTUNGSMASSNAHME GEGEN DAS
FLEISCH-IMPORTVERBOT DER EG VERHÄNGTEN SANKTIONEN
- Amerikanische Sanktionen gegen EG-Produkte -

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Handelsbeauftragte Clayton Yeutter
hat eine Liste bestimmter Produkte veröffentlicht, die von den Vergeltungsmaßnahmen der Vereinigten Staaten gegen das europäische Importverbot für hormonbehandeltes amerikanisches Rindfleisch betroffen sind. Die Maßnahmen beider
Seiten sollen am 1. Januar 1989 in Kraft treten.
Nachfolgend bringen wir die am 27. Dezember 1988 als Anhang zu der Yeutter-Erklärung veröffentlichte Liste von Produkten, auf die ein lOOprozentiger
Einfuhrzoll erhoben wird:
Anhang zur Presseerklärung des amerikanischen Handelsbeauftragten
Angeglichene Zollverordnung der Vereinigten Staaten
Kapitel 99
Abschnitt III

beint und gekocht und in luftdichten
Behältern verpackt worden sind), verarbeitet oder anderweitig bearbeitet
oder konserviert (siehe Unterüberschrift
0210.11,
1602.41.90
oder
1602.42.40).

Produkte der Europäischen Gemeinschaft
(Belgien,
Bundesrepublik
Deutschland,
Dänemark,
Frankreich,
Griechenland, Großbritannien, Irland,
Italien, Luxemburg, die Niederlande,
Portugal und Spanien):

9903.23.15.
Tomaten,
anderweitig
als mit in Kapiteln 7 oder 11 oder in
Überschrift 2002 (siehe Unterüberschrift 2002.10, 2002.90 oder 2103.20.40) festgelegten Verfahren bearbeitet oder konserviert (außer Tomatenmark) .

9903.23.00.
Rindfleisch ohne Knochen (außer Abfällen), frisch, gekühlt oder gefroren (siehe Unterüberschrift 0201.30.60 oder 0302.30.60).
9903.23.05.
Schweineschinken
und
-schulter (außer solchen, die ent-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

9903.23.20.
Löslicher Kaffee, Extrakte und Konzentrate (die keine Zumischung von Zucker, Getreide oder
anderen Zusätzen enthalten) (siehe
Unterüberschrift 2101.10.20).

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�9903.23.25.
Andere
alkoholische
Getränke, die weniger als 7% vol. Alkohol enthalten
(siehe Unterüberschrift 2206.00.90).
9903.23.30.
Nicht näher definierte
Fruchtsäfte, konzentriert oder nicht
konzentriert, gesüßt oder ungesüßt,
ungemischt und die nicht mehr als
0.5%
vol. Äthylalkohol
enthalten
(siehe Unterüberschrift 2009.80.60).
9903.23.35.
Für den Einzelhandel
verpacktes Tierfutter aus Nebenprodukten, die durch das Mahlen von Getreide, Mischfutter und MischfutterZusätzen gewonnen wurden (siehe Unterüberschrift 2309.10).

* * * * *

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