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                  <text>AMERIKA DIENST

34

21. Setpember 1988

I N H A L T

HINTERGRUNDMATERIAL
DIE WAHLEN IN AMERIKA 1988
Nach erfolgreichster Wahlkämpfwoche;
Dukakis bereitet sich auf Fernsehdabatte mit Bush vor
- Erläuterungen zu den Wahlkampfreisen Dukakis und Bush nehmen gemäßigte Haltung zur Handelspolitik ein
- Erläuterungen zu den Ansichten der Kandidaten WIRTSCHAFT
Wie die Vereinigten Staaten mit Fällen unfairen Handels umgehen werden
- Eine Übersicht zum Verfahren gemäß Abschnitt 301
des Handelsgesetzes -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Sicherheit an erster Stelle
- DISCOVERY-Raumtransporter mit vielen Veränderungen -

* * * * *

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�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

VON«*

21. September 1988

34

DIE WAHLEN IN AMERIKA 1988
NACH ERFOLGREICHSTER WAHLKAMPFWOCHE:
DUKAKIS BEREITET SICH AUF FERNSEHDEBATTE MIT BUSH VOR
- Erläuterungen zu den Wahlkampfreisen -

WASHINGTON - (AD) - Angespornt
von einer gefühlsbetonten Verabschiedung aus Kalifornien, einem für den
Ausgang
der
Wahl
entscheidenden
Staat, wird Michael Dukakis diese Woche seine Wahlkampfreisen praktisch
abbrechen, um sich auf die erste seiner beiden Fernsehdebatten mit George
Bush vorzubereiten.
Nach Abstechern nach Florida und
Kentucky zu Anfang der Woche wird
sich der Gouverneur von Massachusetts
mit einigen bewährten Wahlkampfberatern nach Boston zurückziehen, um
seine Kenntnisse über die Themen aufzufrischen, die er in der am 25. September ausgestrahlten Fernsehdebatte
mit Vizepräsident George Bush in Winston-Salem (North Carolina) ansprechen will, und um sich gleichzeitig

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auf mögliche Fallen vorzubereiten.
Wenn man von seiner bisherigen
Wahlkampfrhetorik ausgeht, wird Dukakis dieses Forum dazu nutzen, um vor
90 Millionen Amerikanern - dem wahrscheinlich größten Publikum dieses
Wahlkampfes - zu verdeutlichen, daß
seine Wahl mehr Jobs zu besseren Löhnen, eine mehr auf die konventionelle
Bewaffnung gestützte festere Haltung
zu Verteidigungsfragen, eine größere
Bereitschaft zu Verhandlungen mit der
Sowjetunion über die Begrenzung der
strategischen Waffen als bei Bush,
und wirksamere Bemühungen zur Verbesserung des Umweltschutzes, zum Abbau
des sauren Regens, von Wasserverschmutzungen und giftigen Chemikalien
bedeuten würde.

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�Die notwendige moralische Unterstützung erhielt der demokratische
Präsidentschaftskandidat während der
vergangene Woche unternommenen Abstecher nach Illinois, Michigan, Washington, Maryland, Montana und Kalifornien. Hierzu trug auch die Gewißheit bei, daß sein Name die Kassen
seiner
WahlkampfSpendenorganisation
klingeln läßt. Dukakis konnte am 17.
September echte Begeisterung wecken,
als er vor demokratischen Arbeiternehmern sprach, die sich bemühen werden, für die Partei Wahlbezirke in
Orange County, einer Hochburg der Republikaner, zu organisieren.
über
1 000 freiwillige Helfer - ein Rekord
in diesem County - ließen Dukakis
hochleben und stimmten Sprechchöre
an, als dieser Bush beschuldigte, er
würde zu dem im umweit bewußten Südkalifornien heiklen Thema der Ö'lförderung vor der Küste mehr Purzelbäume
schlagen als die amerikanische Olympiamannschaft.
Dukakis verließ Kalifornien mit
einer Spendensumme von einer Million
Dollar, die er im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung für den Landesverband seiner Partei in Los Angeles
sammelte.
Eine ähnlich hohe Summe
konnte er für San Diego erzielen. In
Annapolis (Maryland), Chicago (Illinois) und Springfield (Missouri) sammelte er geringere Beträge, wobei die
letzte Station nur dem Auftanken seiner Maschine diente.
Alles in allem hat Dukakis nach
selaer erfolgreichsten Woche seit der
Nominierung im Juli zu seinem Debattenstil gefunden - doch das ist
nichts, womit er sich angesichts seines sechswöchigen Abrutschens in den
Meinungsumfragen
besonders
brüsten
sollte.
Trotz
des
anhaltenden
Gerüchts, wonach Dukakis' Kampagne
immer noch um die Nominierung kämpft,
hat der demokratische Kandidat den
Niedergang in einigen Meinungsumfragen sogar abfangen können und hat immerhin in zwei der Umfragen eine
kleinen Vorsprung erreicht (in der
Umfrage von der Washington Post zusaimen mit der Fernsehgesellschaft

ABC vom 16. September und der RoperMeinungsumfrage vom 15. September).
Andere Befragungen geben Bush einen
kleinen Vorsprung.
Die vergangene Woche konnte Dukakis erfolgreich nutzen, um solche
Schwächen anzusprechen, auf die sich
die Kritiker konzentriert hatten.
Gemeint ist sein Fachwissen auf innen- und außenpolitischen Gebieten,
sein Versagen bei der vollständigen
Ausnutzung aller Möglichkeiten zur
Schaffung eines optischen Images und
seine vermeintliche Unfähigkeit, eine
gewisse gefühlsmäßige Wärme unter den
Wählern zu wecken.
"Er hat keinen Killer-Instinkt",
beschwerte sich ein Zeitungsreporter.
"Er haut Bush nicht in die Pfanne,
wenn sich eine Gelegenheit dazu bietet. Man könnte ja noch behaupten,
Dukakis täte sich selbst einen Gefallen, weil er nicht wie Bush unterhalb
der Gürtellinie argumentiert, um Dukakis' Partiotismus in Frage zu stellen, aber er könnte Bush doch wenigstens bei einigen Themen festnageln."
Über Verteidigungspolitik hat Dukakis beispielsweise an der Georgetown University eine Rede gehalten,
die bei seinen Zuhörern gut ankam,
und in der er darlegte, welche Verteidigungssysteme
er
unterstützen
würde und welche verringert werden
müßten. Er hat sich jedoch nicht zu
der Tatsache geäußert, daß die konventionellen Streitkräfte verringert
werden müßten, wenn Bush die von ihm
befürworteten
Waffensysteme
finanziert, da der Kongreß aller Wahrscheinlichkeit nach die Verteidigungsausgaben nicht anheben wird.
Bush hat bis jetzt noch nicht dargelegt, welche Ausgabenposten er kürzen
wird, und Dukakis hat ihn auch noch
nicht zu einer Stellungnahme hierzu
aufgefordert.
Dukakis und seine Mannschaft sind
bei der Wahl des visuellen Umfelds
für Auftritte des Kandidaten geschickter geworden, können es jedoch
noch nicht mit dem Vizepräsidenten

- 2 -

�oder Ronald Reagan aufnehmen, deren
Mitarbeiter anerkannte Meister in
diesem Fach sind.
Der Auftritt des Gouverneurs im
Yellowstone-Nationalpark, der vor den
Naturwundern in Szene gesetzt wurde,
brachte nicht den vollen Erfolg, was
teilweise auf Unzulänglichkeiten bei
den Mitarbeitern und teilweise auf
äußere Ereignisse zurückzuführen ist.
Nach seiner Ankunft in dem Nationalpark gelang es Dukakis nicht, eine
publikumswirksame Attacke gegen Bush
zu starten. Die Fernsehanstalten sahen deshalb wenig Anlaß, über seinen
Auftritt in den Abendnachrichten zu
berichten, die für die meisten Amerikaner meinungsbildend sind. Außerhalb der Kontrolle des Gouverneurs
lag die karibische Odyssee des Hurrikans Gilbert, des schlimmsten Wirbelsturms in diesem Jahrhundert, dem die
vollständige Aufmerksamkeit der Fernsehsender galt. (Während die landesweiten Medien ihm wenig Raum einräumten, wurde der Kandidat von den regionalen Fernseh- und Rundfunkstationen und Zeitungen mit Aufmerksamkeit
förmlich überschüttet.)
Andere Elemente unterliegen der
Kontrolle der Wahlkampfführung, aber
das Zusammenwirken von Eigensinn des
Kandidaten und Mangel an Erfahrung
der Mitarbeiter
haben nachteilige
Auswirkungen.
Am 16. September 1988 traf sich
Dukakis zum Beispiel mit 30 Polizisten aus Chula Vista und umliegenden
Gerichtsbezirken im Kreis Diego in
Kalifornien.
über 30 Minuten lang
führte der Gouverneur eine ruhige und
eindrucksvolle Diskussion über Verbrechen und Bestrafung mit den Polizisten, hörte sich deren Vorschläge
an, beantwortete Fragen und sprach
über die Bilanz der Fortschritte bei
der Verbrechensbekämpfung in Massachussetts. Doch obwohl seinen Mitarbeitern schon mehrfach erklärt worden
war, daß die Tonqualität des von Dukakis bevorzugten, an der Kleidung zu
befestigenden
drahtlosen
Mikrofons
für Rundfunk- und Fernsehzwecke zu

schlecht sei, wurde ein solches vom
Kandidaten benutzt.
Das Ergebnis:
von der Neonbeleuchtung an uer Decke
verursachte
elektrische
Störungen
machten den Ton weitgehend unbrauchbar.
Jegliche logistische oder planerische Fehler werden durch den mitreisenden
Pressetroß
noch
aufgebauscht.
Dies liegt sowohl daran,
daß einige der Teilnehmer zum ersten
Mal über einen Präsidentschaftswahlkampf berichten sowie auch, daß 'per
definitionem'
alles
ungewöhnliche
eine Nachricht ist.
Bis vor kurzem ermangelte es dem
Dukakis-Stab bekanntermaßen auch an
wahlkampferprobten Veteranen.
Sein
Mit-arbeiterstab hatte den Gouverneur
natürlich in den zermürbenden Monaten
des Vorwahlkampfs unterstützt und ihm
schließlich zur Nominierung verholten.
Nicht jeder Mitarbeiter wird
jedoch durch die - lediglich in einem
oder zwei Staaten gleichzeitig ausgetragenen - Vorwahlkämpfe befähigt,
die Anforderungen eines Rennens um
270 Wahlmännerstimmen von Küste zu
Küste zu bestehen.
Dukakis hat sich inzwischen um
zusätzliche Hilfe bemüht und Thomas
Donilon, einen Washingtoner Anwalt
und
Veteranen
der
demokratischen
Wahlkämpfe der Jahre 1980 und 1984,
zur Mitarbeit an der Debattenstrategie und anderen Aufgaben gewonnen.
Seine Wahlkampfleiterin
ist Susan
Estrich, eine Professorin der Harvard
Law School; John Sasso, sein vormaliger Wahlkampfleiter, der den Ruf
eines politischen Neuerers genießt,
hat sich wiederum seinem Team angeschlossen. Paul Brountas, ein Anwalt
und langjähriger Freund, begleitet
den Kandidaten als Berater. In der
vorigen Woche ernannte der Gouverneur
ein Dutzend stellvertretende Wahlkampfleiter, darunter die Senatoren
Bill Bradley und Sam Nunn sowie den
Gouverneur von New York, Mario Cuomo.
Beide Kandidaten haben in den
seit den Nominierungsparteitagen ver-

- 3 -

�gangenen Wochen ihren Wahlkampf besonders auf die lokale Basis konzentriert, indem sie hier eine Rede
hielten und dort an einer WahlkampfVeranstaltung
teilnahmen.
Am 25.
September verlagert sich das Schwergewicht auf die landesweite Ebene,
wenn sie Millionen und nicht nur Tausenden von Wählern ihre Ansichten
vortragen. Die Parteigänger von Dukakis sind der Ansicht, daß ihr Mann
dabei gut abschneiden wird, solange
seine Selbstsicherheit nicht wie Arroganz aussieht und sein intellektuelles Format bei der Behandlung der
meisten Probleme nicht herablassend
wirkt.

* * * * *

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'VON

Hintergrundmaterial

4

34

21. September 1983

DIE WAHLEN IN AMERIKA 1988
DUKAKIS UND BUSH NEHMEN GEMÄSSIGTE HALTUNG ZUR HANDELSPOLITIK EIN
- Erläuterungen zu den Ansichten der Kandidaten -

WASHINGTON - (AD) - Wenn man der
Rhetorik. von Präsidentschaf tswahlkäinpfen glauben schenken soll, werden
wahrscheinlich weder Michael Dukakis
noch George Bush im Fall der Wahl zum
Präsidenten der Vereinigten Staaten
eine protektionistische Haltung einnehmen.
Beide Kandidaten haben in ihren
offiziellen Verlautbarungen und Reden
der vergangenen Monate ihren Willen
bekundet, bei unfairen Handelspraktiken energisch durchzugreifen aber
gleichzeitig Situationen aus dem Wege
zu gehen, die zu einem Handelskrieg
führen würden.
In einer kürzlich gehaltenen Rede
trug Bush vor: "Als Präsident ...
•rfi'rde ich Handelsschranken nieder-

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reißen und dabei in einem vernünftigen Zeitrahmen hartnäckig Verhandlungen zum Abbau von Subventionen führen, die Märkte verzerren und den
Handel behindern." Bush fügte hinzu:
"Dabei müssen wir jedoch gemeinsam
mit unseren Handelspartnern vorgehen.
Einseitige Schritte werde ich nicht
ergreifen."
Bush erläuterte in einem hierzu
gesondert veröffentlichten Wahlkampfpapier, andere Länder ausgrenzende
Zölle
würden
"der amerikanischen
Wirtschaft die Anreize zu einem internationalen Wettbewerb nehmen, ausländische
Investionen
in unserer
Wirtschaft verhindern und die Wachstumskräfte unserer Industrien zum Export von Gütern in andere Länder hemmen."

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�Diese Stellungnahmen könnten genausogut von Dukakls stammen.
"Ein Handelskrieg wird - wie jeder Krieg - nur Opfer fordern, aber
keine Sieger hervorbringen", hob Dukakis in einem Thesenpapier zum internationalen Handel hervor. "Unfaire Handelspraktiken sind nur zum Teil
der Grund für unser Handelsbilanzdefizit...
Wenn
sämtliche Handelsschranken für amerikanische Güter
tatsächlich schon morgen fallen würden, hätten wir immer noch ein Handelsdefizit von 125 Milliarden Dollar."
Wie Bush betont auch Dukakis, daß
er gegen unfaire Handelspraktiken
vorgehen würde, die darauf hinauslaufen, ausländische Waren zu verschleudern und Märkte gegen amerikanische
Güter abzuschotten. Er fügte hinzu,
er sei zur Verhängung von Handelssanktionen bereit, wenn es in einigen
Ländern zur Verletzung von Handelsabkommen oder einer systematischen Verletzung von Arbeiterrechten kommt.
Gleichzeitig unterstützt er Kompensationsmaßnahmen
für
bestimmte
amerikanische
Industriezweige
als
Ausgleich für Einfuhren aus dem Ausland, doch nur, wenn es sich um eine
vorübergehende Unterstützung handelt
und diese Industriezweige sich zu Modernisierungsmaßnahmen verpflichten.
Wörtlich fügte Dukakis hinzu:
"Wir müssen darauf achten, daß die in
den Genuß jener Kompensation gelangenden
Industriezweige
Investionen
vornehmen, modernisieren und wettbewerbsfähiger werden."
* * * * *

- 2

�AMERIKA DIENST
VON

Wirtschaft

*

21. September 1988

34

WIE DIE VEREINIGTEN STAATEN MIT FALLEN UNFAIREN HANDELS UMGEHEN WERDEN
- Eine Übersicht zum Verfahren gemäß Abschnitt 301 des Handelsgesetzes -

In dem von Präsident Reagan am 23. August 1988 unterzeichneten Allgemeinen
Handels- und Wettbewerbsgesetz wird nicht nur Abschnitt 301 über uufaire Handelspraktiken verschärft, sondern es werden auch neue Fristen für die Behandlung solcher Probleme gesetzt.
Nachfolgend wird der Weg eines einfachen Falles gemäß Abschnitt 301 durch
die verschiedenen Instanzen der amerikanischen Regierung beschrieben (falls
keine ungewöhnlichen Verzögerungen oder Komplikationen auftreten):
Fälle gemäß Abschnitt 301
-

von sich aus
einleiten.

eine

Überprüfung

Jeder aus einer Reihe "interessierter Personen" kann beim USHandelsbeauftragten
(USTR) eine
Eingabe machen. Zu diesen Personen zählen amerikanische Unternehmen und Arbeitnehmer, Verbrauchergruppen, Exporteure und industrielle Nutzer der betreffenden
Waren und Dienstleistungen.

Am Tag des Beginns einer Überprüfung durch den USTR, muß dieser
sich um Konsultationen mit dem
davon betroffenen Land bemühen.
Falls der Streitfall nicht durch
Konsultationen bereinigt werden
kann, muß der USTR eine weitere
Maßnahme ergreifen.

Innerhalb von 45 Tagen nach Einreichung des Antrags muß der USTR
entscheiden, ob eine Überprüfung
eingeleitet werden soll.
Entscheidet der USTR gegen eine
Überprüfung, ist der Fall erledigt.

Berührt die Überprüfung ein Handelsabkommen, muß der USTR sich
bemühen, den Streitfall binnen
150 Tagen nach Aufnahme der Konsultationen mit den eventuell von
diesem Abkommen gewährten Mechanismen zu lösen.

Der USTR kann andererseits auch

In

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bestimmten

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Fällen,

in denen

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�ein solches Handelsabkommen eine kürzere Frist für diese Konsultationen
vorschreibt, ist für den USTR der
Zeitrahmen zur Beilegung des Falles
noch enger gesteckt.

dermaßen ablaufen:

Verlaufen die Konsultationen und
Verhandlungen über die Beilegung
des Streitfalls ergebnislos, muß
der USTR entscheiden, ob das betreffende Land unfair gehandelt
hat und ob die Vereinigten Staaten 1. binnen 12 Monaten nach
Einleitung
der Überprüfung in
Subventionsfällen und in Fällen,
dii? kein Handelsabkommen berühren, und 2. innerhalb von 18 Monaten in Fällen, die Handelsabkommen berühren, aber keine Subventionen betreffen, Gegenmaßnahmen ergreifen sollten.
In bestimmten Fällen, in denen
ein Fall durch Instrumente zur Beilegung von Streitfällen schnell gelöst
werden können, ist für den USTR die
Frist, um eine solche Entscheidung zu
fällen, noch kürzer.
Der USTR muß innerhalb von 30 Tagen nach einem solchen Beschluß
übor unfaire Handelspraktiken Gegenmaßnahmen einleiten.
Ausnahme: Der USTR kann Gegenmaßnahmen bis zu 180 Tagen aussetzen,
wenn der Antragsteller darum bittet
oder wenn der USTR entscheidet, daß
erhebliche Fortschritte erzielt werden oder daß ein solcher Aufschub zur
Lösung des Streitfalls beitragen würde.
-

Jegliche
Gegenmaßnahmen
werden
automatisch nach vier Jahren eingestellt.
Der USTR kann zuvor
unter bestimmten Bedingungen diese
Gegenmaßnahmen
modifizieren
oder beenden.

Ein gänzlich neuer Bereich gesetzlicher Vorschriften gegen unfairen Handel unter der Bezeichnung "Super 301" zielt darauf ab, unverzüglich gegen eine Reihe unfairer Praktiken vorzugehen. Dies würde folgen- 2 -

Im Jahr 1989 und 1990 muß der USHandelsbeauftragte
dem
Kongreß
binnen 30 Tagen nach Vorlage des
vorgeschriebenen
Jahresberichts
über
unfaire
Handelspraktiken
eine Liste derjenigen Praktiken
und Länder präsentieren, die der
amerikanischen Wirtschaft in bezug auf verlorene Exportaufträge
den größten Schaden zufügen. Der
Bericht für 1989 muß zum 30.
April vorliegen.
Innerhalb von 21 Tagen nach Vorlage des Berichts muß der USTR
gemäß Abschnitt 301 Überprüfungen
aller vorrangig zu behandelnden
Praktiken einleiten, die für jedes Land je nach Priorität aufgelistet werden.
Der USTR muß mit jedem dieser
Länder Verhandlungen über Abkommen zum schrittweisen Abbau dieser unfairen Praktiken oder über
Kompensationsmaßnahmen aufnehmen,
die innerhalb von drei Jahren abgeschlossen sein müssen. Die Erlangung eines solchen Abkommens
würde die Überprüfung gemäß Abschnitt 301 beenden.
Falls dem USTR der Abschluß eines
solchen Abkommens nicht gelingt,
oder falls das betreffende Land
ein solches Abkommen nicht einhält, wird die Überprüfung gemäß
Abschnitt 301 den einschlägigen
Bestimmungen zufolge - mit möglichen Gegenmaßnahmen - weitergeführt.

* * * * *

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r

V,oN^

Wissenschaft und Technik

21. September 1988

34

SICHERHEIT AN ERSTER STELLE
DISCOVERY-Raumtransporter mit vielen Veränderungen

(AD) - Mit Hunderten von Änderungen an den Hauptsystemen wird der
Raumtransporter
DISCOVERY
starten.
Sie wurden nach dem CHALLENGER-Ungliick von 28. Januar 1986 in langwierigen und sorgsamen Prozeduren geplant und durchgeführt. Wie Flugdirektor Larry Bourgeois erläuterte,
sei neben ihrer Erprobung unter Flugbedingungen die wichtigste Aufgabe
beim
bevorstehenden
Unternehmen,
einen 2,25 Tonnen schweren Nachrichtensatelliten vom Typ TDRS im Weltraum abzusetzen.
Zusammen mit dem
seit April 1983 die Erde umkreisenden
identischen Gerät ermöglicht er nicht
nur ständige Funkverbindung zwischen
Raumtransporter
und Erde, sondern
kontinuierliche Bahnbeobachtung sowie
Erfassung und Übermittlung der Meßdaten von mehr als 20 der DISCOVERY-

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Forschungssatelliten.
Die elf wissenschaftlichen Experimente an Bord
der Discovery dienen u.a. der weiteren Erforschung von Auswirkungen der
"Mikrogravitation" (nahezu schwereloser Zustand) auf Proben verschiedener
Art und der Untersuchung elektrischer
Stürme.
Für die fünfköpfigen Besatzung
wird zum ersten Mal ein Rettungssystem mitgeführt. Es kann allerdings
nicht in der Startphase, sondern nur
während des kontrollierten Gleitfluges bei der Rückkehr zur Erde benutzt
werden. Falls der Orbiter zu einer
unvorhergesehenen Landung gezwungen
ist und keine sichere Piste erreicht
werden kann, erlaubt ein von einer
Seitenluke ausfahrbarer langer Ausleger aus Aluminium und Stahl, daß die

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�Astronauten dem Bereich der Tragflächen oder der Motorabgase entkommen,
um dann mit ihren in die Schutzanzüge
eingebauten Fallschirmen sicher zu
Boden zu gelangen.

die Überwachung bzw. Kontrolle des
Raumtransporter-Starts
wurden
in
38 000 Punkten geändert, um mehr
Sicherheiten einzubauen.

Die seinerzeit vom Präsidenten
eingesetzte Kommission zur Untersuchung des CHALLENGER-Unglücks stellte
fest, daß den Astronauten in der damaligen Situation kein Rettungssystem
hätte helfen können.
Alle sieben
starben bei der Explosion, die sich
kurz nach dem Start ereignete. Die
Kommission empfahl jedoch eine Vorrichtung, die im Notfall das Aussteigen während des gesteuerten Fluges
ermöglicht.

* * * * *

Richard Kohrs, der stellvertretende Direktor des Shuttle-Programms,
gab einen Überblick über die wichtigsten technischen Veränderungen. Sie
galten keineswegs nur den Dichtungen
zwischen den Segmenten der Feststoffraketen.
Jeweils dreißig entfallen
auf die drei Haupttriebwerke am Heck
des Orbiters - u.a. Verstärkung der
Turbinenschaufeln bei den Turbopumpen, um zu verhindern, daß Schaufelblätter Risse bekommen und robustere
Bauweise der Ventilgehäuse bei den
Treibstoffhauptleitungen.
Kohrs zufolge wurden am Orbiter 210 Veränderungen vorgenommen:
Sie betreffen
die Verkabelung, Verbesserung der
Steuerungsfähigkeit, Strukturverstärkung der Tragflächen und Triebwerksverkleidungen sowie Verbesserungen an
den Kacheln des Hitzeschilds. Das
mit Problemen behaftete Fahrwerk wurde mit neuen, abriebfesteren Bremsen,
versteifter
Achse
und
spezieller
Elektronik
zur
Verbesserung
der
Bremsfunktion ausgerüstet.
Am Außentank, der die riesigen
Mengen von flüssigem Sauerund Wasserstoff als Treibstoff für die Haupttriebwerke in der Startund Aufstiegsphase aufnimmt, wurden acht technische Änderungen vorgenommen.
Dazu
gehört z.B. ein verbessertes System
zum Trennen von Stromkabeln, solange
sich das Fluggerät noch am Startplatz
befindet. Die Computerprogramme für
- 2 -

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              <text>&lt;strong&gt;1. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Wahlen in Amerika 1988&lt;br /&gt;Nach erfolgreichster Wahlkämpfwoche:&lt;br /&gt;Dukakis bereitet sich auf Fernsehdabatte mit Bush vor&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erläuterungen zu den Wahlkampfreisen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dukakis und Bush nehmen gemäßigte Haltung zur Handelspolitik ein&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erläuterungen zu den Ansichten der Kandidaten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wie die Vereinigten Staaten mit Fällen unfairen Handels umgehen werden&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht zum Verfahren gemäß Abschnitt 301&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;des Handelsgesetzes&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Sicherheit an erster Stelle&lt;br /&gt;&lt;em&gt;DISCOVERY-Raumtransporter mit vielen Veränderungen&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;</text>
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