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                  <text>AMERIKA DIENST
1?

"""

c$-

30

24. August 1988

I N H A L T

DOKUMENTATION
Berliner flauer Beweis des gescheiterten Traums vom Kommunismus
- Präsident Reagans Erklärung zum Jahrestag des Mauerbaus -

HINTERGRUNDMATERIAL
Neuer Bericht fordert bessere Lastenverteilung
- Auszüge aus der Kongreßstudie -

DIE MAHLEN IN AMERIKA 1988
Die Außenpolitik der Republikaner: Stärke, Realismus, Dialog"
- Auszüge aus der außenpolitischen Wahlplattform der Republikaner Wahlplattform der Republikaner wertvolle Aussage für Bush-Kampagne
- Artikel über die Positionen beim Parteikonvent Quayle Vertreter einer neuen Generation in politischer Verantwortung
- Porträt des republikanischen Kandidaten für die Vizepräsidentschaft

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Gesundheitsvorsorge durch vernünftige Ernährung
- Umfassender Bericht der amerikanischen Regierung mit Studien aus
allen einschlägigen Forschungsgebieten -

* * * * * *

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Tel.: 0228-339 2035
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�AMERIKA DIENST
Dokumentation

24. August 1988

30

BERLINER MAUER BEWEIS DES GESCHEITERTEN TRAUMS VOM KOMMUNISMUS
- Präsident Reagans Erklärung zum Jahrestag des Mauerbaus -

WASHINGTON - (AD) - In einer Erklärung zum 27. Jahrestag des Baus der
Berliner Mauer bestätigte Präsident Reagan am 12. August 1988 das Engagement
der Vereinigten Staaten für Berlin. "Die Amerikaner glauben, daß Ost und West
die Stadt Berlin mit Phantasie und Willenskraft noch vor dem nächsten Gedenktag zum Symbol eines neuen Zeitalters machen können, das die wahren Hoffnungen
des menschliches Geistes widerspiegelt".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung im Wortlaut:

Der 13. August ist als Jahrestag
des Mauerbaus in Berlin ein trauriger
Gedenktag.
Diese Mauer zieht sich
nicht
nur
wie
eine
Narbe
durch
Berlin, sondern ist auch ein Symbol
der Teilung der deutschen Nation und
Europas.
Angesichts der verhaltenen
Anzeichen von Offenheit, von denen
jetzt die Gesellschaftssysteme
des
Ostblocks aufgerüttelt werden, steht
die Mauer heute in krassem Gegensatz
zu dem Kampf der Menschen um Freiheit, der jetzt in ihrem Schatten
stattfindet.
Es gibt keinen drastischeren Beweis für den gescheiterten
Traum des Kommunismus als die Mauer.
überall lassen sich freie Menschen von dem Mut der Menschen in
Berlin inspirieren.
Ihre Entschlossenheit zum Schutz ihres Bollwerks

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Embassy of the United States of America

der Freiheit ist nach wie vor unerschütterlich trotz wiederholter Herausforderungen durch diejenigen, die
ihnen die Freiheit versagen wollen
und
ihr
Beispiel
fürchten.
Die
Berliner
engagieren
sich
weiterhin
für
die
Erhaltung
ihrer
demokratischen Lebensform und den Abbau der
Schranken, die Deutschland teilen.
Die Vereinigten Staaten haben die
Ehre, gemeinsam mit den Briten und
Franzosen fest zusammenzustehen, um
die Freiheit Berlins zu verteidigen
und das Wohlergehen Berlins zu fördern.
Dieses standhafte Engagement
bleibt der Eckpfeiler amerikanischer
Politik in Europa.

ich

Im Juni vergangenen Jahres stand
vor dem Brandenburger Tor und

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�schlug eine Inititive vor, die das
Leben der Berliner im positiven Sinne
verändern sollte:
verbesserten Zugang aus der Luft; mehr Konferenzen
in der gesamten Stadt, die Veranstaltung internationaler sportlicher Ereignisse, einschließlich der Olympiade und die Förderung des Jugendaustauschs
zwischen
beiden
Teilen
Berlins.
Im vergangenen Dezember haben wir
den Sowjets gemeinsam mit den Briten
und Franzosen diesbezügliche detaillierte Konzepte unterbreitet.
Wir
warten immer noch auf eine Antwort.
Beim Gedenken an die Errichtung
der Mauer im Jahr 1961 bekräftigen
die Vereinigten Staaten ihr Engagement für Berlin und entbieten den
tapferen Menschen ihren Gruß.
Die
Amerikaner glauben, daß Ost und West
die Stadt Berlin mit Phantasie und
Willenskraft noch vor dem nächsten
Gedenktag
zum
Symbol
eines
neuen
Zeitalters machen
können, das die
wahren
Hoffnungen
des menschliches
Geistes widerspiegelt.

* * * * *

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

'VoN^

24. August 1988

30

NEUER BERICHT FORDERT BESSERE LASTENVERTEILUNG
- Auszüge aus der Kongreßstudie -

WASHINGTON - (AD) - Einem kürzlich veröffentlichten Kongreßbericht zur
Frage der Lastenverteilung zufolge sollten die europäischen Verbündeten der
Vereinigten Staaten "sich sehr wohl auf die Verteidigung ihres eigenen Territoriums ohne ein Engagement umfangreicher amerikanischer Landstreitkräfte vorbereiten müssen, weil dieses Engagement nicht für immer garantiert werden
kann". In dem Bericht, der von der Kommission für militärische Lastenverteilung des Streitkräfteausschusses erstellt wurde und der das Ergebnis einer
Reihe von Anhörungen über die bessere Verteilung der Kosten zur Sicherstellung
der Verteidigung des Westens darstellt, wird jedoch ebenfalls erklärt, daß die
"Vornestationierung amerikanischer Truppen kurzfristig weiterhin den Eckpfeiler der Militärstrategie der Vereinigten Staaten bilden sollte".
Nachfolgend veröffentlichen wir den Bericht in Auszügen:

Das Problem der Lastenverteilung
ist so alt wie die NATO und unser
Bündnis mit Japan selbst, und Veränderungen in den internationalen militärischen,
politischen
und
wirtschaftlichen Entwicklungen haben dazu
geführt, daß das Thema Lastenverteilung in den vergangenen 40 Jahren mit
unterschiedlicher
Intensität
zutage
getreten ist.
Da die Vereinigten Staaten nach
dem Zweiten Weltkrieg das einzige
Land
waren, dessen
wirtschaftliche
Stärke ausreichte, um auf die enormen
Bedürfnisse der vom Krieg verwüsteten
Länder zu reagieren, gaben sie in der
Nachkriegszeit über 33,9 Milliarden
Dollar für den Marshall-Plan und andere Hilfsleistungen zum Wiederaufbau
der verbündeten wie auch der feind-

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lichen Nationen
des Zweiten Weltkriegs aus. (Entsprechend dem heutigen Stand des Dollars hätten die Vereinigten Staaten 184,8 Miliarden Dollar für Hilfsmaßnahmen nach dem Kriege ausgegeben.)
Diese beispiellose
Aktion ging von der Voraussetzung
aus, daß wirtschaftliche Stärke und
die Wiederbelebung der Demokratie allen freien Nationen zugute kommen und
einen Beitrag zu dauerhaftem Frieden
leisten würden.
Ferner engagierten
sich die Vereinigten Staaten nach dem
Kriege mit umfangreichen Truppenverbänden auf dem europäischen Kontinent
und in Japan.
Insbesondere die Geschichte des Ratifizierungsverfahrens
für den Nordatlantikvertrag verdeutlicht jedoch, daß die starke militärische
Präsenz
der
Vereinigten
Staaten in Europa nicht als ein dau-

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�erndes Engagement gedacht war - vielmehr war sie als Interimslösung zur
Verteidigung Westeuropas vorgesehen,
während Westeuropa sich vom Krieg erholte.
Bis heute ist die Welt über 40
Jahre lang von einem Weltkrieg verschont geblieben (obwohl seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 158 regionale Kriege stattgefunden haben). In
Westeuropa und Japan ist die Demokratie fest verwurzelt und die einst
verwüsteten
Volkswirtschaften
sind
gesundet.
Im selben Zeitraum haben
sich die weltweiten Verpflichtungen
der Vereinigten Staaten wie auch deren wirtschaftliche Stärke erheblich
vergrößert. Die relative wirtschaftliche Stärke der Vereinigten Staaten
gegenüber dem Rest der Welt hat jedoch merklich abgenommen.
Im Jahr
1988 hat sich aufgrund der Besorgnis
über das Bundeshaushaltsdefizit, das
Ungleichgewicht im Handel, hohe Bundesausgaben im allgemeinen und die
hohen Verteidigungsausgaben im besonderen eine nationale Debatte über unsere
künftigen
Verteidigungsbedürfnisse und eine Neueinschätzung der
weltweiten
militärischen
Verpflichtungen der Vereinigten Staaten entzündet.
Viele Amerikaner sind der
Ansicht, daß wir mit unseren militärischen Bündnispartnern wirtschaftlich zu 100 Prozent im Wettbewerb
stehen.
Einige haben erklärt, daß
die Vereinigten Staaten alle Lasten
eines Weltreichs trügen und nur wenig
von dieser Rolle profitieren, wenn
überhaupt.
Die wichtigsten Fragen, die von
der Kommission als Ergebnis dieser
veränderten Bedingungen an die Regierungen der europäischen Staaten und
Japans gestellt werden, lauten: Warum erwartet ein demokratisches und
zunehmend
geeintes
Europa,
dessen
Bruttosozialprodukt
und
Bevölkerung
zusammengenommen größer sind als die
der Vereinigten Staaten, immer noch
einen solch umfangreichen Beitrag zu
seiner territorialen Verteidigung von
den Vereinigten Staaten?
(Schätzungen des Verteidigungsministeriums zu-

folge werden ca. 60 Prozent des amerikanischen
Verteidigungshaushalts
für Verpflichtungen
im Rahmen der
NATO aufgewendet. Das bedeutet, daß
die Vereinigten Staaten 160 bis 170
Milliarden Dollar für die NATO ausgeben - erheblich mehr als die Beiträge
der anderen 15 NATO-Länder zusammengenommen) .
Warum scheinen ferner die Japaner
- deren Elan und Genialität sie in
nur 40 Jahren von totaler Zerstörung
zum Status einer wirtschaftlichen Supermacht geführt hat - nicht bereit
zu sein, Lasten der freien Welt in
einem Ausmaß zu tragen, das ihrer
heutigen
Zahlungsfähigkeit
entspricht?
Welche neuen Rollen und
Verantwortlichkeiten
sollte
Japan
übernehmen?
Bei
der
Beantwortung
dieser Frage sollten seinem Status
als wirtschaftliche Supermacht, seiner Verfassung sowie seiner besonderen Geschichte, die für die Nachbarstaaten in Asien immer noch von erheblicher Bedeutung ist, Rechnung getragen werden.
Wie sind die Aussichten für die
Verteilung und eventuell die Senkung
der
Verteidigungslasten
für
alle
freien Staaten in den kommenden Jahrzehnten und welches sind die Hindernisse?
Sind die angeblich von der sowjetischen Führung erwogenen Veränderungen in bezug auf Wirtschaft, politische Rechte und militärische Strategie politisch lebensfähig und werden sie zur Reife gelangen? Was bedeutet all dies für die Verteidigung
des Westens?
Wie kann der Staatshaushalt der Vereinigten Staaten
der heute schon, unter anderem aufgrund der Besorgnis über die Konfrontation zwischen Ost und West sowie
der langfristigen militärischen Verpflichtungen in Europa und dem Fernen
Osten, bis zur Grenze des Erträglichen angespannt ist - in Zukunft
die Probleme der Dritten Welt besser
angehen, insbesondere die Bedürfnisse
der
Nachbarstaaten
in
Mittel- und
Südamerika und des Mittleren Ostens?

�Im Grundsatz geht es bei der Debatte über die Lastenverteilung im
Jahr 1988 darum, wie die wirtschaftliche und militärische Sicherheit der
Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten im 21. Jahrhundert gewährleistet und sichergestellt werden kann,
daß die entwickelten Länder mit gemeinsamen Verteidigungsinteressen die
Kosten dieser Verteidigung gerechter
unter sich aufteilen und gleichmäßiger zur Sicherheit und zum wirtschaftlichen und politischen Wohlergehen der weniger entwickelten Länder
beitragen.
Diese
Aufgabe
wird
sicherlich
nicht leicht zu bewältigen sein, aber
die Kommission hofft, daß die Daten,
Erkenntnisse
und
Empfehlungen
des
vorliegenden
Berichts der
nächsten
Administration
bei
der
Behandlung
dieses Problems helfen wird.
Die Kommission legt die folgenden
vorläufigen Schlußfolgerungen und Empfehlungen vor:

nischer
Politik
und
nischen Interessen.

amerika-

2.
In den vergangenen Jahrzehnten befanden sich die Verteidigungsausgaben
der
Vereinigten
Staaten in einem Zyklus dessen
Motto lauten könnte:
"Entweder
Expandieren
oder
Kaputtgehen."
Stabilität
und
Berechenbarkeit
sollten die Eckpfeiler künftiger
Verteidigungsbudgets
sein,
und
die nächste Administration sollte
energische Schritte unternehmen,
um einen Teil der gegenwärtig von
den Vereinigten Staaten getragenen Verteidigungslasten auf andere entwickelte Bündnispartner zu
verlagern, damit die Vereinigten
Staaten in Zukunft besser in der
Lage sind, ihre Verpflichtungen
mit dem gleichen oder möglicherweise
einem
niedrigeren
Niveau
der Verteidigungsausgaben zu erfüllen.

Die Bedrohung und mögliche Veränderungen in der sowjetischen Haltung
Herausforderungen für die politisch
Verantwortlichen in den Vereinigten
Staaten
1.
In den neunziger Jahren und
danach stellen sich für die Vereinigten Staaten die Herausforderungen, 1. wirtschaftliche Stabilität und Wachstum
im eigenen
Land zu ermöglichen, 2. die Sicherheit amerikanischer Interessen in der ganzen Welt zu definieren und zu gewährleisten und
3. zur internationalen Ordnung,
insbesondere in der Dritten Welt,
beizutragen. Da all diese Anforderungen unauflöslich miteinander
verbunden sind, könnte das Versäumnis, sie alle in ausgewogener
Art und Weise zu behandeln, die
Vereinigten
Staaten
ernsthaften
inneren und internationalen Gefahren aussetzen, einschließlich
des
möglichen
wirtschaftlichen
Abstiegs der Vereinigten Staaten
und einer zunehmenden Entfremdung
der Dritten Welt von amerika- 3

1.
Eines der
Haupthindernisse
bei der Erlangung einer gleichmäßigen Lastenverteilung besteht
darin, daß die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten bei der
Bewertung der Dringlichkeit oder
des Ausmaßes der Bedrohung nicht
übereinstimmen, obwohl beide in
Europa und im Fernen Osten demselben
Gegner
gegenüberstehen.
Die
Vertreter
der
Vereinigten
Staaten und der Verbündeten müssen
sobald
wie
möglich
eine
ernsthafte Bedrohungsdebatte aufnehmen, um Übereinstimmung über
das Ausmaß der Bedrohung und über
die Aufteilung
der Verantwortlichkeiten zu erzielen, um dieser
Bedrohung
gerecht
zu
werden.
Wenn wir uns nach diesen Diskussionen letztlich darauf einigen
sollten, daß die
amerikanische
Einschätzung der Bedrohung "realitätsbezogener" ist, sollten die
Verbündeten
ihre Verteidigungsausgaben
entsprechend
erhöhen.

�Wenn wir uns andererseits darauf
einigen, daß die Einschätzung der
Verbündeten
"realitätsbezogener"
ist, würde dies darauf hinweisen,
daß die Vereinigten Staaten ihre
Ausgaben
reduzieren
sollten
einschließlich ihrer Truppen in
Übersee - wenn sie dann der Bedrohung
immer
noch
angemessen
entgegentreten können.
Die Kommission ist der Auffassung, daß
die gegenwärtige Situation - ein
hohes Niveau der amerikanischen
Verteidigungsausgaben und wesentlich niedrigere Niveaus bei den
Verteidigungsausgaben der Verbündeten - für die Vereinigten Staaten nicht fair ist. Obwohl die
Kommission
prognostiziert,
daß
die
Verbündeten
wahrscheinlich
der Beibehaltung des Status quo
den Vorzug geben werden (da hohe
amerikanische Verteidigungsausgaben ihnen eine kostenlose Versicherungspolice
gewähren,
falls
sich unsere Bedrohungsanalyse als
richtig und ihre als falsch erweisen sollte) , ist sie der Überzeugung,
daß
die
Verbündeten
nicht erwarten sollten, "beides
haben zu können".
2.
Der Kommission ist zu Ohren
gekommen, daß einige hohe Vertreter der Verbündeten mit Verantwortung im Bereich der Verteidigung über die Bedrohung und andere wichtige
Verteidigungsfragen
nicht
informiert sein
könnten.
Als
Minimum
sollten Premierminister
(oder Präsidenten) , Finanz- und
Außenminister
regelmäßig über die Bedrohung informiert
werden.
Die
Kommission
empfiehlt, daß die Vereinigten
Staaten - über die NATO und die
japanische Regierung - vorschlagen sollen, daß Regierungsvertreter in Schlüsselstellungen, deren
Positionen Auswirkungen auf die
Verteidigungsbudgets haben, obligatorisch an - zumindest einmal
jährlich abgehaltenen - Informationsgesprächen über die Bedrohung teilnehmen, bevor wichtige
Entscheidungen
über
Verteidi-

gungsausgaben gefällt werden.
3.
Da die öffentliche Meinung
ein wichtiger Faktor mit Auswirkungen auf die Verteidigungsausgaben aller verbündeter Regierungen ist, empfiehlt die Kommission, daß die Vereinigten Staaten
und ihre Verbündeten einen koordinierten Plan zur besseren Information der Öffentlichkeit über
den Charakter der einvernehmlich
festgestellten Bedrohung, das Niveau der zur Abwehr dieser Bedrohung
erforderlichen
Verteidigungsausgaben sowie die möglichen
Konsequenzen
der
Verweigerung
ausreichender Mittel zur nationalen Verteidigung entwickeln.

ie Messung der Verteidigungslasten
1.
Berücksichtigt man sämtliche
Maßstäbe der Lastenverteilung einschließlich der aufgewendeten
Finanzmittel und der erbrachten
Verteidigungsleistungen
-,
so
tragen
die Vereinigten
Staaten
eine erheblich größere Verteidigungslast
als
ihre
sämtlichen
Verbündeten, und dies seit vielen
Jahren. Das bedeutet nicht, daß
einzelne Verbündete nicht erhebliche Verteidigungslasten trügen;
es besagt vielmehr, daß Europa
und Japan nicht zu Sicherheitsressourcen und Fähigkeiten beitragen oder in dem Maße produzieren, wie sie mit ihrer wirtschaftlichen
Zahlungsfähigkeit
oder ihrem vitalen Interesse an
der Sicherung der Freiheit ihrer
Heimat im Einklang stehen.
2.
Politische, gesellschaftliche
und andere, von den Verbündeten
häufig angeführte, nicht quantifizierbare Faktoren spielen zusammen mit der öffentlichen Meinung
bei
der
Lastenverteilung
eine Rolle, ändern jedoch nichts
an der Schlußfolgerung, daß die
Vereinigten Staaten einen unverhältnismäßig großen Teil der Verteidigungslast tragen.
Auch die

�Vereinigten Staaten haben politische und gesellschaftliche Probleme sowie Schwierigkeiten mit
der öffentlichen Meinung.
Unter
diesem Druck stehen alle Länder
der freien Welt, und er ist kein
auf Japan oder Europa begrenztes
Einzelphänomen.
3.
Den Welthandelsmächten steht
es nicht zu, ihren Verteidigungsbeitrag und ihre Verteidigungsfähigkeiten
auf
regionaler
Ebene
aufzurechnen. Solange 20 Prozent
des europäischen und 44 Prozent
des
japanischen
Handelsvolumens
in
den
nichtindustrialisierten
Ländern erzielt wird, sollten die
Verbündeten
nicht das Argument
vorbringen, sie seien nur regionale Mächte.
4. Die Vereinigten Staaten tragen zur Verteidigung Europas und
des Fernen Ostens bei, weil sie
wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen in diesen
Gebieten
haben.
Die
amerikanischen Interessen in Europa und
im Fernen Osten sind jedoch nicht
so groß oder so vordringlich wie
das Interesse der Europäer und
Japaner am Schutz ihrer Lebensweise.
Sollten die Verbündeten
der Ansicht sein, daß ihre Verteidigungshaltung angemessen und
ihre Lebensweise
nicht bedroht
ist, so könnte der amerikanische
Steuerzahler nach Auffassung der
Kommission vielleicht nicht bereit sein, in Zukunft weiterhin
soviel für die Verteidigung dieser Gebiete aufzuwenden wie bisher.
5. Obwohl die Vereinigten Staaten den Vorteil genießen, mehr
Verteidigungsprodukte an die Europäer
zu verkaufen als umgekehrt, wurde das Ungleichgewicht
in den vergangenen Jahren deutlich abgebaut. Insgesamt belegen
die
Handelsstatistiken
ferner,
daß die Verbündeten der Vereinigten Staaten die Hauptnutznießer
des
amerikanischen
Handelsdefi- 5 -

zits sind.
Damit kann man sich
nicht mehr auf das Argument der
Gegenseitigkeit berufen.
6. Dem ehemaligen Abteilungsleiter
im
Verteidigungsministerium
für internationale Sicherheitspolitik, Richard Perle zufolge ist
einer der Bereiche, der in der
Diskussion über die Lastenverteilung im Bündnis mehr Aufmerksamkeit verdient, die Vergabe von
nicht
zweckgebundenen
Krediten
westlicher Banken an Länder des
Warschauer
Pakts.
Wenn
diese
nicht überprüft werden, könnten
die Kredite an unsere Hauptgegner
eine
zusätzliche Belastung
des
amerikanischen Verteidigungshaushalts darstellen und damit die
ungerechten
Lastenverteilung
im
Bündnis noch verschärfen.
Seit
jeher haben
amerikanische
Banken
weniger
als
5 Prozent
nicht zweckgebundener KrediLe an
den Ostblock vergeben, wohingegen
westeuropäische Banken mehr als
die Hälfte dieser Kredite zur
Verfügung stellen und die Japaner
- Schätzungen des CIA - zufolge
den Rest. Die durch die Vergabe
nicht zweckgebundener Kredite unserer Verbündeten herbeigeführte
Stärkung des sowjetischen Militärs hatte einen nicht genau kalkulierbaren,
aber
zweifelsohne
beträchtlichen Zuwachs der amerikanischen
Verteidigungsausgaben
zur Folge.
Die Kommission hat die Absicht,
in der bevorstehenden sechsmonatigen Anhörung dieses Problem genau zu überprüfen.
Ferner ist
die Kommission der Auffassung,
daß die Vereinigten Staaten in
der
NATO, im Koordinationsausschuß für Ost-West-Handel (COCOM)
oder anderen zuständigen multilateralen
Foren angemessene Kontrollen über die Vergabe nicht
zweckgebundener
Kredite an die
Sowjetunion erarbeiten sollten.

�7. Die Vereinigten Staaten sind
und sollten nicht der "Boss" im
Bündnis sein, und die Verbündeten
können von den Vereinigten Staaten nicht die Übernahme höherer
Verteidigungsausgaben
erwarten,
um der "Boss" zu sein. Die Verbündeten der Vereinigten Staaten
sind souveräne Staaten und zu
Recht in einigen politischen Fragen anderer Meinung. Die Kommission vertritt die Ansicht, daß
Lastenverteilung auch eine Umverteilung der Macht bedeutet und
daß die Vereinigten Staaten bereit sein sollten, etwas von ihrer Macht und Kontrolle über den
Entscheidungsprozeß abzugeben und
die Verbündeten mehr Verantwortung bei ihrer eigenen Verteidigung übernehmen.
8. Die Präferenzen und Defizite
in den Budgets der
jeweiligen
Länder sind ein wichtiger Indikator
für die Ausgabeprioritäten
der Vereinigten Staaten und der
Verbündeten.
Die
Vereinigten
Staaten wenden einen deutlich geringeren Teil ihres Bundeshaushalts in allen Ausgabebereichen
auf als die Mehrzahl der Industrienationen
im
Bündnis, mit
Ausnahme von Verteidigung, Wohnungsbau und Gemeindeeinrichtungen. Wenn die Vereinigten Staaten
denselben
Prozentsatz
des
Volksvermögens
für
Verteidigung
ausgeben würden wie die Bundesrepublik Deutschland und Japan,
könnten sie das Haushaltsdefizit
abbauen
und sogar einen Haushaltsüberschuß erwirtschaften.

Strategien für die Bedrohungen und
Herausforderungen der Zukunft
1. Die Vornestationierung amerikanischer Truppen sollte kurzfristig weiterhin den Eckpfeiler der
Militärstrategie der Vereinigten
Staaten bilden, jedoch nicht notwendigerweise auf dem Niveau, das
sie heute in allen Gebieten der
Welt aufrechterhalten.
(Mit an- 6 -

deren Worten, das amerikanische
Streitkräfteniveau
im
Ausland
sollte
kontinuierlich
überprüft
werden).
Die Kommission ist gegen einen kurzfristigen, umfangreichen
Abzug
amerikanischer
Truppen solange die Möglichkeit
zu Verhandlungen über einen asymmetrischen Abbau konventioneller
Streitkräfte mit der Sowjetunion
besteht.
Langfristig
vertritt
die Kommission die Ansicht, daß
eine auf der "Null-Lösung basierende" Studie des militärischen
Engagements und der Stützpunkte
der vereinigten Staaten im Ausland
in
folgender
Reihenfolge
vorgenommen
werden sollte:
1.
Bewertung und Schwerpunktsetzung
amerikanischer Interessen in den
jeweiligen Ländern und Regionen
der Welt und 2.
Anpassung und
möglicher
Abbau
amerikanischer
Streitkräfteniveaus
in
einigen
Regionen in Übersee im Einklang
mit den sich wandelnden amerikanischen Interessen und der Fähigkeit unserer Verbündeten zur eigenen Verteidigung
mit weniger
direkter militärischer Unterstützung der Vereinigten Staaten und
angesichts einschneidender Verlagerungen der Bedrohung.
Obwohl das amerikanische Verteidigungsministerium
jährlich
Material
über die
amerikanischen
Interessen sowie die zur Wahrung
dieser Interessen erforderlichen
Streitkräfte
veröffentlicht,
stellt die Kommission fest, daß
die vom Verteidigungsministerium
vorgenommene Analyse anscheinend
die Prioritäten und Streitkräfteniveaus im Ausland vom Vorjahr
zum Ausgangspunkt für die Prioritäten und Streitkräfteniveaus der
nachfolgenden Jahre macht. Diese
Praxis tendiert zu einer Fortschreibung
des Status quo und
trägt dem sich verändernden internationalen Umfeld nicht in gegebenem Maße Rechnung.
Ein auf
der "Null-Lösung basierender" Ansatz beim militärischen Engagement und den Stützpunkten der

�Vereinigten Staaten im Ausland der Null zum Ausgangspunkt macht,
radikales
politisches
Umdenken
und eine Rechtfertigung von Bedarf, Kosten und Alternativen erzwingt - ist seit langem überfällig.
2. Die Kommission ist der Überzeugung, daß amerikanische Stützpunkte in einem bestimmten überseeischen
Gebiet
entweder
für
Verteidigungszwecke
notwendig
sind oder nicht. Ob und in welchem Umfang ein Land Militärhilfe
von den Vereinigten Staaten erhält, hat keinen Einfluß auf die
militärische Notwendigkeit eines
Stützpunkts. Daher empfiehlt die
Kommission, das Junktim zwischen
Auslandshilfe und dem Recht der
Vereinigten Staaten auf Errichtung von Stützpunkten bei der zukünftigen
Neuverhandlung
von
Stützpunkt-Vereinbarungen
strenger zu handhaben.
3.
Entgegen früherer Empfehlungen vertritt die Kommission die
Auffassung, daß Auslandshilfe von
entscheidender
Bedeutung
ist.
Einige Bündnispartner
der Vereinigten
Staaten
haben
einen
enormen
Bedarf
an
wirtschaftlicher und militärischer Modernisierung, und die Kommission ist
der Ansicht, daß es in der Verantwortung aller Industrienationen im Bündnis liegt, den weniger
wohlhabenden Verbündeten bei der
Befriedigung
ihrer
wirtschaftlichen und militärischen Bedürfnisse zur Seite zu stehen. Entsprechend empfiehlt die Kommission, daß ein oder mehrere neue
Fonds geschaffen werden
(vielleicht ähnlich dem Infrastrukturfonds der NATO), so daß die Industrienationen
ihre
Ressourcen
bündeln und sie strategisch wichtigen Ländern von gemeinsamem Interesse
zufließen
lassen.
Die
Kommission ist überzeugt, daß ein
solcher Fonds von der NATO zugunsten
der
weniger
entwickelten
Länder der NATO in Europa einge- 7 -

richtet werden
könnte und die
Vereinigten
Staaten, Japan und
Korea einen weiteren Fonds schaffen könnten, um einigen der größten Mangel im Fernen Osten abzuhelfen
(insbesondere
auf
den
Philippinen).
Die
Europäische
Gemeinschaft
(EG) unterhält ein
ähnliches Hilfsprogramm für ihre
weniger
weit entwickelten
Mitgliedsstaaten und die Kommission
ist der Ansicht, daß das EG-Modell eingehender geprüft werden
sollte.
4.
Insgesamt sollten die Bündnisspartner
eine größere Rolle
bei der Entscheidung spielen, ob
sie
amerikanische
Truppen
und
Stützpunkte auf ihrem Gebiet als
zur Verteidigung notwendig erachten und wenn ja, die den Vereinigten Staaten durch die Stationierung ihrer Streitkräfte in
Übersee entstehenden zusätzlichen
Kosten ganz oder teilweise übernehmen, einschließlich:
1. Bautätigkeit
auf
amerikanischen
Stützpunkten in Übersee; 2. Gehälter und Vergütungen für vor
Ort zur Arbeit auf diesen Stützpunkten eingestelltem Zivilpersonal; 3.
Ausgleichszahlungen für
die Lebenshaltenskosten des amerikanischen Personals in Übersee;
4. Betriebs- und Unterstützungskosten
für
die
amerikanischen
Stützpunkte
in Übersee und 5.
Reisekosten
für
amerikanische
Truppen, die permament ins Ausland oder zurück in die Vereinigten Staaten verlegt werden.
in
vollem Umfang durchgeführt, würden diese Optionen zur Verringerung der amerikanischen Verteidigungslast um mehr als 7,7 Milliarden Dollar pro Jahr beitragen.
Obwohl sich die Kommission der
Tatsache bewußt ist, daß Kritiker
dieser
Empfehlung
das Argument
vorbringen könnten, die Finanzierung dieser Bereiche durch die
Bündnispartner mache die amerikanischen Truppen in Übersee zu
"Söldnern", stellt die Kommission

�fest, daß einige Länder bereits
durch
Unterstützungsleistungen
des Aufnahmestaats
ein Drittel
der fünf oben genannten Ausgabenbereiche bezahlen. Diese Empfehlung zielt daher nach Ansicht der
Kommission darauf ab, die Leistungen
des Aufnahmestaats zur
Unterstützung
amerikanischer
Streitkräfte
in Übersee aufzustocken.

Lastenverteilung in der NATO
Die Kommission betont, daß die
nationalen
Interessen
der
europäischen Länder in Zukunft verstärkte
militärische Zusammenarbeit und Einheit
zwingend
erforderlich machen.
Die Tatsache, daß Europa aus vielen
Nationen besteht und kein einheitliches Ganzes darstellt, sollte nicht
als Vorwand für einen unangemessenen
Beitrag zur Verteidigung durch die
Europäer angeführt werden. Verstärkte militärische
Zusammenarbeit
und
Einheit sollten vielmehr in Zukunft
als vorrangige Priorität der verbündeten Regierungen angesehen werden.
2. Die einzelnen NATO-Mitgliedsstaaten
leisten
einen
unterschiedlichen Beitrag zur Verteidigung. Daten des amerikanischen
Verteidigungsministeriums
über
die nichtamerikanischen NATO-Länder (Luxemburg, Kanada, Dänemark,
Portugal, Norwegen, Bundesrepublik Deutschland, die Niederlande, Belgien, Spanien und Italien)
zufolge
scheinen
diese
Länder
entschieden weniger als ihren angemessenen Anteil zu entrichten,
oder die fraglichen Indikatoren
für die Verteidigungslast geben
ein
uneinheitliches Bild.
Die
größeren Beitragszahler unter den
nichtamerikanischen
NATO-Länder
sollten die anderen Länder, die
ihr Verhalten im Verteidigungsbereich
nicht ändern, konsequent
und nachhaltig dazu drängen.
3.
Die
jüngsten

Kommission
Bemühungen

begrüßt die
zu Stärkung
- 8

des
sogenannten
europäischen
Pfeilers der NATO und ist der Ansicht, die Europäer sollten bei
der Entscheidung über die zukünftige Verteidigung des europäische
Kontinents
die
Führungsrolle
übernehmen.
Diese
Empfehlung
signalisiert keinen Rückzug aus
der NATO, sondern die längst fällige Neuanpassung bei der militärischen Verantwortung.
In den
kommenden sechs Monaten wird die
Kommission Mittel und Wege zu einer Verbesserung der eigenen Verteidigung durch die Europäer ausloten, einschließlich verbessertem und zunehmendem Einsatz von
Reservisten und defensiven Strategien.
Die Kommission hat ferner die Absicht, eine Reihe von
Ideen und alternativen Verteidigungsstrategien
weiterzuverfolgen, die ihr von Regierungsvertretern und Privatpersonen (etwa
von Leonard Sullivan, dem ehemaligen Abteilungsleiter im Verteidigungsministerium für Programmanalysen und Auswertung) vorgetragen wurden.
Die Kommission kennt die innenpolitischen Einflüsse in Japan und
Europa, vertritt aber dennoch die
Auffassung, daß unsere Verbündeten sich über den starken politischen Druck nicht hinreichend
im klaren sind, der sich in den
Vereinigten Staaten im Hinblick
auf den Abbau unserer militärischen Verpflichtungen gegenüber
unseren Verbündeten aufbaut, wenn
sie nicht
zur Übernahme eines
größeren Teils der Lasten bereit
sind.
Der Kongreß teilt diese
Ansicht.
Aus diesem Grund verweist die
Kommission
ausdrücklich
darauf,
daß die Europäer sich sehr wohl
auf die Verteidigung ihres eigenen Territoriums ohne ein Engagement umfangreicher amerikanischer
Landstreitkräfte vorbereiten müssen, weil dieses Engagement nicht
für immer garantiert werden kann.
Wenn die Europäer zu der Ansicht

�gelangen, daß eine Luftbrücke zum
Transport
amerikanischer
Landstreitkräfte in Zukunft noch erforderlich sei, um einen Krieg in
Europa
zu führen, sollten die
nichtamerikanischen NATO-Mitglieder gemeinsam 60 Prozent der Anschaffungs- und
Betriebskosten
der Luftflotte (Flugzeuge vom Typ
C-17) zahlen.
(Die C-17 ist das
größte
und modernste Flugzeug,
mit dem amerikanische
Soldaten
und Kriegsgerät im Falle eines
Krieges nach Europa transportiert
würden.)
Zum
Beispiel
würden
sich bei einem Einsatz der gesamten Flotte von 210 Flugzeugen des
Typs C-17 nach Schätzungen des
Haushaltsausschusses
im
Kongreß
die von den Vereinigten Staaten
erbrachten
Anschaffungskosten
zwischen 1988 und dem Jahr 2000
um 19,4 Milliarden Dollar und die
von den Vereinigten Staaten übernommenen
Betriebskosten
um 950
Millionen Dollar pro Jahr verringern. Obwohl dieses Konzept noch
weitreichender
ist,
entspräche
dieser Ansatz dem gegenwärtigen
Plan der NATO, einsatzfähige Aufklärungsflugzeuge (AWACS) zu erwerben, die in Europa stationiert
würden.

Der Beitrag Japans
1.
Japan steht mit seinen Verteidigungsausgaben
weltweit
an
fünfter stelle, aber dennoch sind
die von Japan zu seiner Verteidigung geleisteten Beiträge und Fähigkeiten angesichts seiner wirtschaftlichen stärke unzureichend.
2.
Die japanische Verfassung,
die
Kabinettsentscheidung
zur
Aufwendung
von
"1 Prozent des
Bruttosozialprodukts" und die in
Ostasien verbreitete Furcht vor
einer erneuten japanischen Militarisierung
sind Faktoren, die
japanische
Verteidigungsausgaben
beschränken.
Dennoch
können,
sollten und müssen die Japaner
bei der Verteidigung und in an- 9 -

deren Bereichen der Sicherheitspolitik mehr leisten.
3. Die Vereinigten Staaten sollten Japan bei der Förderung grösserer politischer Einheit und Zusammenarbeit unter seinen Nachbarn
unterstützen.
Ebenso wie
die Bundesrepublik als ehemaliger
Feind
des
Zweiten
Weltkriegs
jetzt integraler Bestandteil Europas ist, kann Japan das Vertrauen seiner Nachbarn erlangen.
Minister treffen
und
parlamentarische Strukturen wie die Westeuropäische Union (WEU) und die
Eurogroup sollten ermutigt werden.
4.
Die japanische Unterstützung
für die Stationierung
amerikanischer Soldaten wird übertrieben
dargestellt.
Die vielfach genannte Zahl von 45 000 Dollar pro
amerikanischem
Soldat
umfaßt
"Nicht-Ausgaben" wie etwa den geschätzten Wert des den amerikanischen
Streitkräften
kostenlos
zur
Verfügung
gestellten
Terrains, Einnahmeverluste aufgrund
der Befreiung von Steuern, Anlege- und Hafengeführen sowie Zölle. Andererseits war die Errichtung amerikanischer Einrichtungen
durch die Japaner sehr hilfreich,
aber dennoch auf das begrenzt,
was die Japaner als "nichtoffensive" Einrichtungen betrachten.
5. Angesichts der erheblich eingeschränkten japanischen Bereitschaft
zu
Verteidigungsausgaben
vertritt die Kommission die Auffassung, es sei zwingend erforderlich, daß die japanische Regierung zumindest ihre Fähigkeit
zur
Selbstverteidigung
ausbaut
und bei Bedarf ihre Missionen der
"1000 Meilen"-Grenze und "Sperrung der Seewege" auch ohne direkte amerikanische Hilfe duchführen kann. Darüber hinaus ist
die Kommission der Ansicht, andere Länder in der Region sollten
Gespräche
über
ihre gemeinsame
Sicherheit aufnehmen.

�6. Japan sollte sein offizielles
Entwicklungshilfebudget erheblich
ausbauen und den Ländern mehr
nichtzweckgebundene Hilfe gewähren, die für Japan und die Vereinigten Staaten wirtschaftliche
und strategische Bedeutung haben
(zum Beispiel die Türkei und die
Philippinen).

Lastenverteilung in bündnisfremden
Gebieten
1. Mit wenigen Ausnahmen sollten
die Vereinigten Staaten nicht erwarten, daß die Verbündeten notwendigerweise einer Politik oder
einem Einsatz in bündnisfremden
Gebieten zustimmen. Die wichtigste Ausnahme betrifft den Fall,
wenn die Verbündeten in einer Region starke wirtschaftliche, politische und militärische Interessen haben. In diesem Fall müssen sich die Verbündeten der Kommission zufolge unbedingt beteiligen.
Eine Region, in der die
Verbündeten eine gemeinsame Verpflichtung
mit den Vereinigten
Staaten haben, ist der Persische
Golf.
2. In vieler Hinsicht bietet die
Umflaggung
kuwaitischer
Tanker
ein gutes Beispiel für die gerechte
Lastenverteilung:
ohne
Kommentar über die Zweckmäßigkeit
der Politik an sich haben die
Vereinigten Staaten umfangreiche
Streitkräfte
zur Verfügung gestellt, ohne zunächst mit den
Verbündeten
über eine mögliche
Beteiligung ihrerseits und deren
Form Übereinkunft
zu erzielen.
Einigen Beobachtern - einschließlich der früheren Botschafterin
Jeane Kirkpatrick - zufolge war
das Ergebnis dieses "großen Einsatzes" in mancher Hinsicht von
Nachteil.
Die Vereinigten Staaten hätten eine ausgewogenenere
Lastenverteilung mit den Verbündeten erzielt, wenn wir sie vor
Ankündigung unseres eigenen Engagements konsultiert hätten.
Die
- 10 -

Kommission ist der Ansicht, daß
ein
geringeres
Engagement
der
Vereinigten Staten bei künftigen
Einsätzen im Golf vorzuziehen ist.
3. Die Vereinigten Staaten sollten mit der NATO und Japan Gespräche
darüber
aufnehmen, wie
man in Zukunft Probleme in bündnisfremden
Gebieten
behandeln
soll.
Der Persische Golf zählt
sicher zu den Gebieten von gemeinsamem Interesse für die Vereinigten Staaten, Europa und Japan und sollte daher den Kernpunkt dieser
Gespräche bilden.
Das Ziel dieser Gespräche sollte
die Erarbeitung eines Mechanismus
sein, mit dessen Hilfe die Verbündeten Konsultationen durchführen und Abkommen erzielen können,
wie man Bedrohungen ihrer Interessen
in der Region bekämpfen
kann.
Es besteht Grund zu der
Annahme, daß die Verbündeten in
bestimmten Regionen delikate diplomatische
Missionen
besser
durchführen könnten als die Vereinigten Staaten, und dazu sollten sie ermutigt werden.
4.
Alle
NATO-Verbündeten
betrachten den Terror ismus als Bedrohung unserer gemeinsamen Sicherheitsinteressen.
Dieser Konsens hat Zusammenarbeit bei der
nachrichtendienstlichen Tätigkeit
und der gemeinsamen militärischen
Planung
herbeigeführt, die für
die bessere Koordinierung innerhalb der NATO bei Sicherheitsproblemen in Gebieten außerhalb des
eigentlichen Bündnisbereichs Modellcharakter
annehmen
könnte.
Die Kommission vertritt die Auffassung,
daß
gegenwärtige
Anstrengungen
zur
Terrorismusbekämpfung durch die Bildung eines
gemeinsamen
NATO-Koordinierungsausschusses
zur Bekämpfung
des
Terrorismus (ein Mechanismus, der
als Modell für erweiterte Zusammenarbeit von Institutionen dienen könnte) noch erhöht werden
könnten.

�Die amerikanische Haltung zur
Lastenverteilung
1. Trotz der Versicherungen von
Vertretern der amerikanischen Regierung,
daß
die
Verbündeten
ständig
zur
Übernahme
eines
größeren Anteils der Verteidigung
aufgefordert würden, liefern Statistiken Grund zu der Annahme,
daß die diplomatischen Bemühungen
der Vereinigten Staaten keine gerechtere Lastenverteilung hervorgebracht haben.
2. Dem US-Rechnungshof (GAO) zufolge hat Japan eher auf die Initiativen zur Lastenverteilung reagiert als die europäischen Verbündeten (obwohl die europäischen
Verbündeten für ihre Verteidigung
größere Opfer bringen als die Japaner) .
3. Die Verbündeten haben im Laufe der Jahre zur Lastenverteilung
unterschiedliche Signale aus den
Vereinigten Staaten aufgefangen der Kongreß hat seine große Unzufriedenheit bekundet und dennoch
hat die Administration die Botschaft verbreitet, die Beiträge
der Verbündeten würden oftmals
unterschätzt
und
amerikanische
Präsenz
in Übersee liege sehr
wohl im Interesse der Vereinigten
Staaten.
4. Insgesamt scheint es, daß die
Vereinigten Staaten die Lastenverteilung
mit den Verbündeten
nicht
angemessen
betont haben.
Wenn Japan dem Schluß des GAO zufolge auf amerikanische Initiativen positiv reagiert hat, liegt
es auf der Hand, daß die Vereinigten Staate nicht genug gefordert haben.
5.
Programme der Zusammenarbeit
waren erfolgreich, um eine Duplizierung
von
Waffensystemen
zu
vermeiden, Ressourcen der Vereinigten Staaten und ihrer verbündeten für wichtige Projekte zu
bündeln und größere Leistungsfä- 1

higkeit der Vereinigten Staaten
und ihrer Verbündeten zu erlangen.
Die Programme sollten so
weit wie möglich erweitert werden, insbesondere im Hinblick auf
Japan. Dennoch verweist die Kommission darauf, daß zusätzliche
Sicherheitsmaßnahmen erforderlich
sein könnten, um den Schutz sicherheitsempfindlicher
amerikanischer
Technologie
zu gewährleisten.
6. Schließlich vertritt die Kommission die Auffassung, daß die
Verbündeten uns solange eine unverhältnismäßig große Last übernehmen lassen, wie wir die Bereitschaft dazu zeigen. Dazu erklärte die frühere Botschafterin
Jeane Kirkpatrick vor der Kommission:
"Wenn die Verbündeten erkennen,
daß wir nicht vortreten und unverhältnismäßig große Verantwortung übernehmen, dann - und nur
dann - werden sie vortreten und
ihren Anteil an der Verantwortung
tragen."
Verschiedenen
Quellen
zufolge
scheinen manche Bereiche der amerikanischen
Regierung
(zum
Beispiel
Handels- und
Verteidigungsministerium) aneinander vorbei zu arbeiten
und deshalb nutzen die Vereinigten
Staaten nicht ihre Macht in einem Bereich, um bei der Verteidigung eine
bessere Lastenverteilung zu erzielen.
Dem früheren Abteilungsleiter im Verteidigungsministerium für Internationale
Sicherheitspolitik,
Richard
Perle, zufolge
"... vergeht kaum ein Tag, an dem
nicht ein Verbündeter der Vereinigten
Staaten eine Entscheidung in Washington verlangt, die in seinem Interesse
- und oftmals in seinem innenpolitischen Interesse - liegt, die als
Grundlage eines vernünftigen und unsererseits
wünschenswerten
Handels
dienen könnte. Wenn man dies auf der
Basis entschlossener
Gegenseitigkeit
angeht... kann man Ergebnisse erzielen.

�Es sind Verträge zu vergeben. Es
gibt Handelsbeziehungen, die vielfach
der Intervention von Regierungsbehörden bedürfen. Es gibt zahlreiche andere wirtschaftliche Probleme und Finanzfragen - im Flugverkehr, Handelsbeziehungen im allgemeinen, Fischerei. Die Liste der in Washington getroffenen Entscheidungen, die Interessen unserer Verbündeten betreffen,
ist lang. Diese Entscheidungen sollten in einigem Umfang unsere Erfolge
im Hinblick auf eine ausgewogene Lastenverteilung widerspiegeln."
Die
Kommission
stimmt
diesem
Prinzip eines "Junktims" zu und vertritt die Auffassung, daß ein Mechanismus geschaffen werden muß, um zu
gewährleisten, daß
Lastenverteilung
auf allen Ebenen der amerikanischen
Beziehungen zu verbündeten Regierungen Beachtung findet.

* * * * * *

- 12

�AMERIKA DIENST
'VON

Hintergrundmaterial

4

30

24. August 1988
DIE WAHLEN IN AMERIKA 1988

DIE AUSSENPOLITIK DER REPUBLIKANER:

"STARKE, REALISMUS, DIALOG"

- Auszüge aus der außenpolitischen Wahlplattform der Republikaner NEW ORLEANS - (AD) - Der Wahlplattform der republikanischen Partei zufolge
bilden "Stärke, Realismus und Dialog" drei "Eckpfeiler", die einer republikanischen Administration als Leitlinie für ihre Außenpolitik dienen werden.
Diese Eckpfeiler waren bereits in der Reagan-Administration die Grundprinzipien der Außenpolitik und "die Welt von 1988 ist ein Beweis für Frieden
durch Stärke".
Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus dem vom nationalen Parteikonvent in New Orleans verabschiedeten außenpolitischen Teil der Wahlplattform:

Amerika und seine Führungsrolle in
der Welt
In der republikanischen Partei
verfolgen wir traditionell außenpolitische Zielsetzungen, die von Weitblick und Führungskraft zeugen. Darüber hinaus wenden wir zur Verwirklichung dieser Ziele eine realistische
Langzeitstrategie an. Die vordringlichen außenpolitischen Ziele sollten
darin bestehen, die Nation und ihre
Menschen zu schützen und zu verteidigen, entscheidende nationale Interessen der Vereinigten Staaten im Ausland zu wahren, sowie Frieden, Stabilität und Sicherheit auf der ganzen
Welt durch demokratische Selbstbestimmung und wirtschaftlichen Wohlstand zu fördern.

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Wir vertreten die Auffassung, daß
sich unsere Politik auf die drei Eckpfeiler Stärke, Realismus und Dialog
gründen muß, wenn wir diese Ziele
verwirklichen wollen.
Die Außenpolitik der Republikaner
basiert auf einem Frieden, der durch
stetige Vorkehrungen für unsere nationale Sicherheit bewahrt wurde und
hat den INF-Vertrag hervorgebracht,
mit dem eine gesamte Kategorie von
Nuklearwaffen abgeschafft wurde. Die
Entschlossenheit
und
Willenskraft
Amerikas brachten zusammen mit der
zuverlässigen Unterstützung unserer
europäischen Verbündeten die Sowjets
zurück an den Verhandlungstisch und
ermöglichten eine einschneidende Reduzierung
der Nuklearwaffen.
Der
INF-Vertrag wurde nicht einseitig

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�durch Konzessionen oder die Aufhebung
von Waffenprogrammen erzielt.
Die heutige Außenpolitik der Republikaner wurde auf die Probe gestellt und hat sich bewiesen. Unsere
Formel für den Erfolg basiert auf einer realistischen Einschätzung der
Welt von heute, und nicht auf einer
Wunschvorstellung.
Der sowjetische
Rückzug aus Afghanistan ist nicht das
Ergebnis glücklicher Umstände oder
der für den Kreml notwendigen Einsparung einiger Rubel. Er ist ein direktes Resultat republikanischer Aussenpolitik, der sogenannten ReaganDoktrin:
unserer Entschlossenheit,
denjenigen Menschen die entscheidende
Hilfe zu leisten, die lieber aufrecht
sterben als sich dem Joch einer von
sowjetischer Seite aufgezwungenen Unterdrückung beugen wollen.
Unterstützung für die Freiheitskämpfer und
damit einhergehende Verhandlungsbereitschaft können als Modell für unseren Widerstand gegen die Verbreitung des Marxismus in der übrigen
Welt dienen.

len wir die massiven Interventionen
der
gegenwärtigen
demokratischen
Mehrheit im Kongreß in diesem Bereich, die versucht, den Anschein von
Schwäche und Verwirrung zu erwecken
und die erfolgreiche Durchführung der
amerikanischen Außenpolitik zu gefährden.
Die Welt von 1988 beweist den Erfolg des Konzepts von Frieden durch
Stärke und der Reagan-Doktrin zur
Förderung der nationalen Interessen
Amerikas. Unsere Beziehungen zur Sowjetunion gründen sich nunmehr auf
diese entschlossene und realistische
Politik. Ergebnisse wie der INF-Vertrag liefern ein konkretes Beispiel
für die Folgerichtigkeit dieses Konzepts:
- Das afghanische Volk steht kurz
vor der Befreiung seines Landes
von sowjetischer Besatzung und
kann mit unserer anhaltenden Unterstützung seine wirkliche Freiheit sichern.
- In Südostasien haben unsere Politik der Isolation gegenüber Vietnam und unsere Unterstützung des
Widerstands
in Kambodscha zur
Entscheidung Vietnams über den
Rückzug aus Kambodscha beigetragen.

Die Welt erwartet, daß die Vereinigten Staaten die Führungsrolle
übernehmen.
Die Republikaner sind
der Ansicht, daß dies sehr wohl im
Interesse unseres Landes liegt. Aus
diesem Grund werden wir sowohl unsere
Freunde als auch unsere Feinde in die
Pflicht nehmen. Überleben und friedlicher Wettbewerb liegen in unserem
gemeinsamen Interesse.
Dennoch hat
die Reagan-Bush-Administration bewiesen, daß Dialog und Engagement nur
aus einer Position der Stärke heraus
Erfolg zeitigen können. Uns ist bewußt, was die Demokraten anscheinend
vergessen haben: wenn sich Außenpolitik auf Schwäche oder eine unrealistische
Einschätzung
der
Welt
stützt, ist sie zum Scheitern verurteilt.
Wenn sie auf Naivität basiert, wird sie in eine Katastrophe
münden.

Mittel- und Lateinamerika

Unserem Verfassungssystem zufolge
zählt die Durchführung der Außenpolitik zu den ersten Pflichten der Exekutive. Aus diesem Grunde verurtei-

Mittelamerika war für die Vereinigten Staaten immer eine Region
von strategischer Bedeutung.
Dort
ist jetzt Nicaragua - ebenso wie Kuba

- Im südlichen Afrika könnten die
kubanischen Truppen bald aus Angola abziehen und Namibia möglicherweise unabhängig werden.
- Der Krieg zwischen Iran und Irak
steht aufgrund der starken Führungsrolle der Reagan-Bush-Administration bei den Vereinten Nationen und der amerikanischen
Präsenz im Persischen Golf kurz
vor seiner Beendigung.

- 2 -

�- zu einem sowjetischen Vasallenstaat
geworden.
Der Demokratisierungsprozeß in der Region ist nunmehr durch
die sandinistische Militärmasch^nerie
und den aus Nicaragua, Kuba und der
Sowjetunion exportierten bewaffneten
Untergrundkampf direkt bedroht. Die
Sandinisten sind jetzt mit sowjetischen Waffen ausgerüstet, die qualitativ und quantitativ ihren eigenen
Verteidigungsbedarf weit überschreiten.
Dem Volk von Nicaragua werden von
der sandinistischen Junta grundlegenden Menschenrechte, das Recht auf Religionsfreiheit und politische Rechte
verweigert.
Heute schließen sich
Tausende von Nicaraguanern im Kampf
zur Befreiung ihres Heimatlandes von
einem totalitären Regime zusammen.
Die republikanische Partei steht ihnen in diesem Kampf zur Seite und
verpflichtet sich, sie sowohl mit humanitären als auch mit militärischen
Hilfsleistungen
zu
unterstützen.
Frieden ohne Freiheit für das nicaraguanische Volk reicht nicht aus.
Wenn sich die Demokratie nicht
durchsetzt, wenn Nicaragua eine kommunistische Diktatur bleibt, die weiterhin ihre Revolution exportiert,
sind die zerbrechlichen Demokratien
Mittelamerikas in Gefahr. Die republikanische Partei hält in ihrem
Kampf um Frieden, Freiheit und Wirtschaftswachstum zu ihnen. Wir erklären den Menschen und der Regierung in
El Salvador, einem Ziel der aus dem
Ausland gesteuerten Rebellionen, unsere einhellige Unterstützung. Unter
republikanischer Führung sollten die
Vereinigten Staaten auf die Bitte unserer Nachbarn in Mittelamerika um
Militärhilfe eingehen, um die aufstrebenden Demokratien vor den Sowjets, Kuba oder von anderer Seite
unterstützten Revolten zu schützen.
Wir vertreten die Auffassung, daß
die Regierungen
Lateinamerikas im
Kampf gegen den blühenden Drogenhandel in der Region zusammenhalten müssen.
Wir müssen die Anstrengungen
voll und ganz unterstützen, mit denen

Hersteller illegaler Drogen zu anderen Einnahmequellen bewegt werden.
Die Republikaner "erden sich so
lange jeder Normalisierung der Beziehungen mit der kubanischen Regierung
widersetzen, wie Fidel Castro das kubanische Volk unterdrückt und internationalen Terrorismus und Drogenhandel unterstützt. Wir werden die Einführung direkt vom kubanischen Volk
gewählten repräsentativen Regierungsform weiterhin vehement unterstützen.
Wir bekräftigen unsere Hilfe für Radio Marti und fordern die Gründung
von TV Marti, um das unterdrückte kubanische Volk besser erreichen zu
können.
Panama stellt die in den vergangenen acht Jahren erzielten Fortschritte in der Region vor eine andere Herausforderung.
Unsere Politik
muß dem autoritären Militärregime und
dem Drogen-Terrorismus ebenso entschieden entgegentreten wie der kommunistischen Tyrannei und der Subversion durch die Guerilla. Diese Politik muß entschieden dafür eintreten,
alle
bekannten
Drogen-Terroristen
oder Drogenhändler in ihren Heimatländern oder vor den Gerichten der
Vereinigten Staaten ihrer gerechten
Bestrafung zuzuführen. Die Republikaner betrachten den Panamakanal als
entscheidende strategische Verbindung
zwischen Atlantik und Pazifik. Wir
vertreten die Auffassung, daß der
freie und ungehinderte Zugang zum Panamakanal gewährleistet sein muß, wie
er im Panamakanal-Vertrag als Grundprinzip niedergelegt ist. Wir bekennen uns zur der historischen Partnerschaft und Freundschaft zwischen den
Menschen in Amerika und Panama.

Die Sowjetunion; Neue Herausforderungen und bleibende Realitäten
Die Republikaner sind stolz darauf, daß es ein republikanischer Präsident war, der die Botschaft der
Freiheit in die Sowjetunion trug.
Ein neuer republikanischer Präsident
wird auf diesen Erfolgen am besten

- 3-

�aufbauen können und aufgrund der langen Geschichte des sowjetischen Expansionismus und der falschen Versprechungen stets auf der Hut sein.
Wir sind bereit, echte Reformen anzuerkennen, aber Amerika darf nicht unvorbereitet sein, sollte sich diese
Reform als illusorisch erweisen.
Die sowjetischen Forderungen nach
Frieden und Harmonie auf der Welt haben einen hohlen Klang, wenn man sie
mit der anhaltenden sowjetischen Unterstützung kommunistischer Guerillas
und Regierungen in der Dritten Welt
vergleicht.
Sogar in Afghanistan
treten die Sowjets den Rückzug an nicht als Ergebnis einer wohlwollenderen Sichtweise der Welt, sondern
wegen des Mutes der entschlossenen
Mujahedin-Freiheitskämpfer, die von
den Vereinigten Staaten voll unterstützt werden.
Die
sowjetische
Militärmacht
nimmt zu.
Immer mehr Panzer und
Flugzeuge verlassen sowjetische Produktionsstätten, zwei- bis dreimal so
viele wie in den Vereinigten Staaten.

stungskontrolle um ihrer selbst willen oder um jeden Preis ist naiv und
gefährlich.
Die Republikaner werden weiterhin
mit der neuen sowjetischen Führung
zusammenarbeiten. Aber die Bedingungen des Verhältnisses werden sich
nach der konsequenten Einhaltung bestimmter Grundsätze richten:
- Menschenrechte und das Recht auf
Religionsfreiheit in der Sowjetunion,
- Reform der
schaft,

sowjetischen

Wirt-

- Aufgabe der sowjetischen Unterstützung für kommunistische Regime, radikale Gruppen und Terroristen,
- Verifizierbare vollständige Einhaltung aller RUstungskontrollabkommen,
- das Recht auf freie Ausreise für
alle Bürger der Sowjetunion,

Die
sowjetische
Militärdoktrin
hat weiterhin offensiven Charakter,
wie es die einschüchternde Präsenz
großer sowjetischer Panzerdivisionen
in Osteuropa demonstriert. Das ist
die Realität des militärischen Einsatzkonzepts.

- Abbau der massiven offensiven Fähigkeiten
der
Sowjetunion
im
strategischen und konventionellen
Bereich.
Mit anderen Worten die
sowjetische
Militärdoktrin
muß im Einklang mit ihrem Text
stehen,

Mit einer realistischen Betrachtungsweise der Sowjetunion und einem
angemessenen
Stellenwert
der Rüstungskontrolle in den amerikanischsowjetischen
Beziehungen
hat
die
Reagan-Bush-Administration das historische INF-Abkommen mit der Sowjetunion geschlossen. Gegenwärtig sind
Verhandlungen mit der Sowjetunion
über einen Abbau strategischer Nuklearwaffen um die Hälfte möglich, weil
das amerikanische Volk Vertrauen in
die Führungsrolle der Republikaner
bekundet.
Das amerikanische Volk
weiß, daß für die Republikaner kein
Abkommen besser ist als ein Vertrag,
der die Sicherheit der freien Welt
gefährdet. Die Durchführung von Rü-

- keine Gewährung von nicht-zweckgebundenen Krediten mehr, insbesondere keine Kredite mehr für
allgemeine Zwecke, mit denen die
Sowjets die dringend benötigte
harte Währung erhalten, um ihre
schwache Wirtschaft zu stärken
und den illegalen Erwerb amerikanischer Technologie zu erleichtern.
Die Republikaner bekennen sich
stolz zur Reagan-Doktrin:
Amerikas
Engagement
zur
Unterstützung
der
Freiheitskämpfer gegen kommunistische
Unterdrückung, die Freiheit und den
menschlichen Geist zerstört. Wir begrüßen die Befreiung Grenadas. Wir

�bekräftigen unsere Unterstützung für
die heldenhaften Kämpfer des afghanischen Widerstandes und verpflichten
uns, ihnen bis zum Ende ihres Kampfes
beizustehen. Wir geloben den demokratischen Befreiungsbewegungen auf
der ganzen Welt unsere politishe und
materielle Unterstützung.
Die Republikaner vertreten die
Auffassung, daß Menschenrechte dort
am ehesten verwirklicht werden, wo
die Freiheit auf dem Vormarsch ist.
Wir fordern die sowjetische Regierung
auf,
ihre
politischen
Gefangenen
freizulassen, den Dissidenten und anderen Regimekritikern die freie Ausreise zu gestatten und die Religionsfreiheit
einzuführen.
Sowjetische
Juden, Christen und andere ethnische
und religiöse Gruppen werden systematisch verfolgt, das Recht auf Ausreise wird ihnen verweigert, und sie
dürfen ihren Glauben nicht praktizieren. Diese Situation ist unerträglich, und die Republikaner fordern
ein Ende all dieser diskriminierenden
Praktiken.
Wir unterstützen den Wunsch nach
Freiheit und Selbstbestimmung all jener, die in totalitär beherrschten
Staaten leben.
Die republikanische
Partei verurteilt die Unterdrückung
der freien Willens der Polen, Ungarn,
Tschechoslowaken, Bürger der DDR,
Bulgaren, Rumänen und Albanier. Wir
unterstützen den Wunsch nach Freiheit
der Esten, Letten, Litauer, Ukrainer,
der Menschen im Kaukasus und anderer
Völker, die in der Sowjetunion gefangengehalten sind.
Wir unterstützen
die Gewerkschaftsbewegung Solidarität
in Polen.
Wir halten die Verletzung der
Menschenrechte aus religiösen oder
kulturellen Gründen für unvereinbar
mit unseren Werten. Tragödien in der
Geschichte - wie etwa der Holocaust
oder die schrecklichen Verfolgungen,
die das armenische Volk erdulden mußte - sind lebhafter Beweis für die
notwendige Wachsamkeit beim Schutz
und der Förderung der Menschenrechte.
Wir müssen zusammen mit anderen si-

cherstellen, daß sich solche Tragödien niemals wiederholen.
Die Republikanische Partei begrüßt die weitsichtigen Bemühungen
der Reagan-Bush-Administration um den
Ausbau der für unsere Öffentlichkeitsarbeit
eingesetzten
elektronischen Kommunikationsmittel, mit denen wir die totalitär beherrschten
Länder erreichen. Der Stimme Amerikas, Worldnet, Radio Free Europe und
Radio Liberty kommt bei unserer Öffentlichkeitsarbeit
eine
führende
Rolle zu. Diese elektronischen Kommunikationsmittel sind die treibende
Kraft und Multiplikatoren der Wahrheit. Sie bekämpfen eines der dunkelsten Kapitel des Totalitarismus:
die Unterdrückung des Volkes durch
Kontrolle von Informationen.
Wir
drängen auf den verstärkten Einsatz
moderner Technologien wie etwa Direktübertragungssatelliten und Videobändern sowie von Fernseh- und Rundfunkübertragungen, um den Wert der
Freiheit des Einzelnen auf der ganzen
Welt zu verbreiten.

Europa und die Verteidigung des
Westens
Die Republikaner sind der Überzeugung, daß der weitere Ausbau des
Handels zwischen Europa und den Vereinigten Staaten zum Nutzen des amerikanischen Volkes und seiner europäischen Freunde ist.
Diese Wirtschaftsbeziehung muß sich jedoch auf
das Prinzip des freien und fairen
Handels gründen. Protektionismus und
andere gegen amerikanische Produkte
gerichtete
Handelshemmnisse
werden
nicht geduldet.
Das amerikanische
Volk fordert wirtschaftliche Fairneß
im amerikanisch-europäischen Handel.
Der vor kurzem unterzeichnete
INF-Vertrag hat bewiesen, daß der
NATO-Doppelbeschluß
zum Aubau der
NATO-Nuklearstreitkräfte
in
Europa
und gleichzeitige Verhandlungen über
Rüstungsbegrenzungen mit der Sowjetunion der einzige Weg waren, um die
sowjetische Führung zur Annahme be-

- 5 -

�deutender Reduzierungen bei den Nuklearwaffen zu bewegen.
Angesichts
der sowjetischen Propagandaangriffe
in den achtziger Jahren hat die NATO
als geschlossenes Bündnis ihre Flexibilität unter Beweis gestellt. Ermutigt durch die starke Führungsposition der Vereinigten Staaten nahm Europa eine unerschütterliche Haltung
gegenüber den sowjetischen Forderungen nach einem Atomstopp und einseitiger Abrüstung ein.
Amerikanische Hilfsleistungen und
der Fleiß der Europäer haben Westeuropa erneut zu einer Position weltweiter Stärke verholfen. In diesem
Zusammenhang ist die Republikanische
Partei der Auffassung, daß alle Mitgliedsstaaten der NATO ihren Teil der
Verteidigungslast tragen sollten.
Die Republikaner erachten Konsultationen und Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten und Freunden als vorrangiges Ziel des Bündnisses, um der
Verbreitung von Technologie für ballistische Raketen Einhalt zu gebieten. Wir sind der Überzeugung, daß
die
andauernde
Unterstützung
der
Strategischen Verteidigungsinitiative
zu der Versicherungspolice im Bereich
der Verteidigung führen wird, die das
amerikanische Volk für sich und seine
Verbündeten wünscht.

Der Nahe Osten

Wir werden unsere strategische
Beziehung zu Israel weiter festigen,
indem wir zusätzlich konkrete Schritte zur weiteren Institutionalisierung
unserer
Partnerschaft
unternehmen.
Dies beinhaltet die Aufrechterhaltung
eines angemessenen Umfangs an Militär- und Wirtschaftshilfe; die Fortsetzung unserer Treffen zu militärischer, politischer und wirtschaftlicher Kooperation und Koordination;
die Bereitstellung militärischen Geräts; die Entwicklung gemeinsamer
Pläne für jedwede Eventualität und
vermehrte gemeinsame See- und Luftübungen.
Die Zunahme der sowjetischen Militärpräsenz im östlichen
Mittelmeer und entlang der Südflanke
der NATO ist Beweis für die vordringliche Entwicklung und Erweiterung der
strategischen Beziehung zwischen den
Vereinigten Staaten und Israel.
Wir lehnen die Schaffung eines
unabhängigen Palästinenserstaates ab;
seine Gründung steht den Sicherheitsinteressen Israels, Jordaniens und
der Vereinigten
Staaten entgegen.
Wir werden die Schaffung irgendeiner
palästinensischen Gruppe, die Israels
Sicherheit aufs Spiel setzen könnte,
in keiner Weise unterstützen.
Die Republikaner werden auf die
Bestrebungen der Reagan-Bush-Administration aufbauen und anhand der folgenden Prinzipien auf Frieden zwischen Israel und seinen arabischen
Nachbarn hinarbeiten:

Die Grundlage unserer Politik im
Nahen Osten war und ist die Förderung
eines stabilen und andauernden Friedens in Anerkennung unserer moralischen und strategischen Beziehungen
zu Israel. Mehr als jede vorherige
Regierung hat die Reagan-Bush-Administration diese Partnerschaft gefestigt. Als Ergebnis dessen sind die
Beziehungen zwischen den Vereinigten
Staaten und Israel enger als je zuvor.
Wir werden Israels qualitativen
Vorteil gegenüber jedem Gegner oder
jeder Gruppe von Gegnern weiterhin
aufrechterhalten.

- 6 -

- Ein gerechter und andauernder
Frieden ist unabdingbar und vordringlich und kann nur durch direkte Verhandlungen zwischen Israel und den arabischen Nationen
verwirklicht werden.
- Friedensverträge müssen durch direkte
Verhandlungen
erarbeitet
werden und dürfen niemals einem
Partner aufgezwungen werden, der
dazu nicht bereit ist.
- Die PLO sollte keine Rolle im
Friedensprozeß spielen, es sei
denn, sie erkennt Israels Exi-

�stenzrecht an, akzeptiert Resolution 242 und 338 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, sagt
sich vom Terrorismus los und entfernt die Sprachregelung aus ihrer Charta, mit der die Vernichtung Israels gefordert wird.

menarbeit mit den pro-westlichen arabischen Staaten aufbauen. Wir sind
uns bewußt, daß diese arabischen Länder trotz möglicher VTgeltungsschläge durch radikale Elemente im Nahen
Osten freundliche Beziehungen zu den
Vereinigten Staaten unterhalten.

Wir sind der Überzeugung, daß Jerusalem eine ungeteilte Stadt sein
soll, mit freiem und ungehindertem
Zugang zu allen heiligen Stätten für
Menschen aller Konfessionen.

Die ständigen Auseinandersetzungen im Libanon liegen nicht im Interesse der Vereinigten Staaten.
Bis
wieder Ordnung herrscht, wird der Libanon eine Quelle
internationaler
Terrorakte und regionaler Instabilität sein. Um den Normalzustand im
Libanon
wiederherzustellen,
müssen
die Vereinigten Staaten der überwiegenden Mehrheit der Libanesen hilfreich zur Seite stehen, die sich einem unabhängigem, friedlichen und demokratischen
Libanon
verpflichtet
fühlen.

Die Republikaner erachtten Ägypten als Mittler in der arabischen
Welt für die Sache des regionalen
Friedens und der Sicherheit.
Aus
diesem Grund sind die Vereinigten
Staaten unserer Ansicht nach an der
anhaltenden wirtschaftlichen Entwicklung Ägyptens äußerst interessiert.
Als einzige arabische Nation, die
formell Frieden mit Israel geschlossen hat, profitiert Ägypten jetzt davon.
Ägyptens
Unterstützung
des
Camp-David-Abkommens beweist, daß ein
arabisches Land mit Israel Frieden
schließen, ein Verbündeter der Vereinigten Staaten sein und gleichzeitig eine gute Position in der arabischen Welt beibehalten kann. Die
Republikaner unterstützen die formelle Anerkennung Ägyptens als wichtigstem Verbündeten außerhalb der NATO
durch die Reagan-Bush-Administration.
Unsere anhaltende Unterstützung
Ägyptens und anderer pro-westlicher
arabischer Staaten ist elementarer
Bestandteil der Politik der Republikanischen Partei. Zur Unterstützung
dieser Politik haben wir Seestreitkräfte in die Region entsandt, damit
sie gemeinsam mit den Verbündeten die
Schiffahrtsrouten während des iranisch-irakischen Krieges offenhalten.
Wir erkennen auch die besondere Rolle
der gemäßigten arabischen Staaten bei
der Unterstützung der amerikanischen
Sicherheitsinteressen an.
Die Republikaner werden auf die
Errungenschaften der Reagan-Bush-Administration und somit auf eine verbesserte sicherheitspolitische Zusam-

Um dieses Ziel zu verwirklichen,
werden wir die Politik der Vereinigten Staaten auf folgende Prinzipien
gründen: Einheit des Libanon; Abzug
aller
ausländischen
Streitkräfte;
territoriale Integrität des Libanon;
Wiederherstellung der Regierungsgewalt und die erneute Bestätigung der
libanesischen Souveränität im ganzen
Land in Anerkennung der Tatsache, daß
die Gewährleistung dieser Souveränität in der Verantwortung der libanesischen Regierung liegen muß. Wir
werden dem Libanon beim Wiederaufbau
seiner Gesellschaft behilflich sein,
damit religiöse Gruppierungen ebenso
wie in der Vergangenheit auch in Zukunft nebeneinander bestehen können,
der internationale Handel blühen kann
und internationaler Terrorismus der
Vergangenheit angehört.
Seit nahezu vier Jahrzehnten haben die strategischen, wirtschaftlichen und politischen Interessen der
Vereinigten Staaten in der Region ihren Niederschlag in der amerikanische
Politik am Persischen Golf gefunden.
Die republikanische Politik verfolgt
drei Hauptziele:

- 7 -

- Gewährleistung
transports.

des

freien

Öl-

�- Die Ausdehnung des sowjetischen
Einflusses zu verhindern.
- Unterstützung der Unabhängigkeit
und Stabilität der Staaten in der
Region.

Bekämpfung des internationalen
Terrorismus und Bewältigung unterschwelliger Konflikte
Die Art der Kriegsführung an sich
hat sich gewandelt. Terrorismus ist
eine einzigartige Form der Kriegsführung, mit der die Sicherheit und Stabilität weltweit angegriffen und bedroht wird. Angefangen von dem mißglückten Attentat auf den Papst über
Anschläge auf Clubs der amerikanischen Streitkräfte in Europa mit
Autobomben bis hin zur Einschleusung
von Drogen in den Westen versucht der
Terrorismus, die Freiheit als unveräußerliches Recht des Menschen niederzukämpfen.
In dieser Kampagne des Terrors
haben sich das totalitäre Lager und
anti-westliche Fanatiker zusammengetan.
Die Ziele ihres subversiven
Krieges gegen die Demokratien sind
der Abzug unserer Truppen im Ausland
und der Widerruf unserer Freiheiten
im Inland.
Die Republikanische Partei ist
der Überzeugung, daß die Vereinigten
Staaten zur Vereitelung von Terroranschlägen nachrichtendienstliche Fähigkeiten unvergleichlichen Ausmaßes
aufrechterhalten müssen. Falls Terroranschläge weder verhindert noch
abgewehrt werden können, müssen die
Vereinigten

Staaten

unserer

Ansicht

nach bereit sein, eine angemessene
Mischung von diplomatischem, politischem und militärischem Druck sowie
Mittel zur Bekämpfung des Terrorangriffs einzusetzen. Die Vereinigten
Staaten müssen weiterhin auf die Verpflichtung des Westens drängen, im
Bereich des Terrorismus eine Politik
"ohne Konzessionen" zu verfolgen.

Bush-Administration zu ihrer Bereitschaft, gegen Terroristen wie Libyens
Oberst Ghaddafi gemäßigt vorzugehen.
Wir bekräftigen unsere Entschlossenheit, sein gesetzeswidriges Regime
weiterhin zu isolieren. Wir begrüßen
die unverzügliche Verabschiedung des
Gesetzes über diplomatische Sicherheit und Terrorismusbekämpfung durch
die
Reagan-Bush-Administration
im
Jahr 1986. Wir stehen unerschütterlich zu unserer Verpflichtung, alle
von terroristischen Elementen im Nahen Osten als Geiseln gefangengehaltenen Amerikaner zu befreien. Wo immer möglich, werden wir diejenigen
zur Rechenschaft ziehen, die für solche abstoßenden Taten verantwortlich
sind. Wir unterstützen ferner ausländische Militärhilfe, dank derer
befreundete Nationen für ihre eigene
Verteidigung
sorgen
können, einschließlich der Verteidigung gegen
Terroranschläge.
Wir sind uns der wachsenden Bedrohung unserer nationalen Sicherheit
durch den Terrorismus bewußt. Wir
werden den Terrorismus aktiv bekämpfen und sind bereit, gemeinsam
mit anderen Nationen oder - falls erforderlich - auch im Alleingang, Terroranschläge zu vereiteln oder darauf
zu reagieren. Unsere Politik konzentriert sich auf präventive Maßnahmen
zur Terrorismusbekämpfung; Zusammenarbeit mit den Verbündeten und auf
internationaler Ebene; Verhandlungen
über ein internationales Abkommen,
das präventive und aktive Maßnahmen
gegen Terroristen und Drogenterrorismus erleichtert, sowie die Schaffung
einer multinationalen Einsatztruppe,
die im Einklang mit dem multinationalen Abkommen operiert und auf Terrorismusbekämpfung,
nachrichtendienstliche Ermittlungen und Zerschlagung
des Drogenhandels spezialisiert ist.

Wir beglückwünschen die Reagan-

- 8-

* * * * * *

�AMERIKA DIENST
'1*

Hintergrundmaterial

""**" ck

24. August 1988

30

DIE WAHLEN IN AMERIKA 1988

WAHLPLATTFORM DER REPUBLIKANER WERTVOLLE AUSSAGE FÜR BUSH-KAMPAGNE
- Artikel über die Positionen beim Parteikonvent -

NEW ORLEANS - (AD) - Die Wahlplattform der republikanischen Partei, mit
der die Leitlinien der bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampagne von Vizepräsident Bush festgelegt werden, spiegelt in hohem Maße die konservativen Ansichten wider, die in den acht Jahren der Reagan-Administration vorgeherrscht
haben.

In der beim nationalen Parteikonvent am 16. August verabschiedeten,
104 Seiten starken Grundsatzerklärung
wird insbesondere die Führungsrolle
der Vereinigten Staaten in der Welt
hervorgehoben.
Im Bereich der Außenpolitik muß
der Plattform zufolge die vordringliche Zielsetzung darin bestehen, die
Nation und ihre Menschen zu schützen
und zu verteidigen, entscheidende nationale
Interessen der Vereinigten
Staaten im Ausland zu schützen, mit
Hilfe der durch Demokratie hervorgebrachten Selbstbestimmung und wirtschaftlichen
Wohlstandes
Frieden,
Stabilität
und Sicherheit auf der
ganzen Welt zu fördern.
In

anderen

wichtigen

Abschnitten

United States Information Service
Embassy of the United States of America

der Plattform wird die verbesserte
internationale Zusammenarbeit bei der
Bekämpfung des Drogenhandels gefordert wie auch strukturelle Veränderungen, mit deren Hilfe Verschwendung
in der Regierung unter Kontrolle gebracht werden kann, verbesserte Fähigkeiten in Wissenschaft und Technologie und die Wiederherstellung der
amerikanischen
Vormachtstellung
im
Weltall.
Der Vorsitzende des Wahlplattform-Ausschusses, Gouverneur Kay Orr
aus Nebraska, bezeichnete das Dokument
als "wertvolle
Aussage, die
George
Bush
in seiner
Präsidentschaftswahlkampagne
dem
amerikanischen Volk übermitteln kann".
Die

Plattform,

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die

George

Bush

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�vom 106 Mitglieder umfassenden Ausschuß erbat, ist lang und ausführlich
und unterscheidet sich erheblich von
der acht Seiten umfassenden Plattform, die die Demokraten vor einem
Monat vorgestellt haben.

- Die
Regierungen
Lateinamerikas
"müssen zusammenhalten, um den in
dieser Region blühenden Drogenhandel zu besiegen".
- "Wir sind gegen die Bildung eines
unabhängigen
Palästinenserstaates" im Nahen Osten.

Der Vizepräsident erklärte vergangene Woche in einer Rede am ersten
Arbeitstag des Ausschusses, es sei
eine Aussage erforderlich, die auf
einzelne Bereiche eingeht, um dem
"auf Täuschung angelegten Text" der
Demokraten entgegenzutreten.
Die Republikaner erklärten, die
Plattform der Demokraten ziele darauf
ab, "die linke Einstellung" und ebensolche
Ansichten
eines
Präsidentschaftskandidaten
- des Gouverneur
von Massachusetts, Michael Dukakis zu verbergen, der seine Kampagne offensichtlich eher auf Fragen der Kompetenz als auf Konzepte ausrichte.
Bush erklärte, eine sehr detaillierte Plattform anzustreben, damit
die am 8. November zu den Urnen gehenden Amerikaner sich "ein möglichst
klares Bild des Kandidaten, der Parteien und der von ihnen verkörperten
Philosophien machen zu können".
Die Plattform
der
Republikaner
umfaßt einen großen Teil der konservativen Philosophie Reagans, betont
aber auch schwerpunktartig Themen wie
Umweltschutz und berührt neue Themen
wie etwa Kinderbetreuung.
Sie beinhaltet die Forderung nach
einer baldigen Stationierung der von
den
Demokraten
abgelehnten Strategischen Verteidigungsinitiative.
Die
Demokraten
fordern
ein Verbot von
Weltraumwaffen.
Einige der
im außenpolitischen
Teil der Plattform dargelegten Punkte:
- Die republikanische Partei verpflichtet
sich
zu
"humanitären
und militärischen" Hilfsleistungen für die antisandinistischen
Kräfte in Nicaragua.

- "Die Republikaner mißbilligen das
System der Apartheid in Südafrika
und betrachten es als moralisch
verwerflich."
Im Rahmen der Weltwirtschaftspolitik geht die Plattform auf die Bereitschaft der Republikaner ein, mit
den ASEAN-Ländern und anderen Handelspartnern wie etwa Taiwan Freihandelsabkommen zu schließen.
Sie heißt Menschen anderer Länder
in den Vereinigten Staaten willkommen, fordert aber eine Erweiterung
des Rechts der Regierung auf Kontrolle der amerikanischen Grenzen. Darüber hinaus fordert sie die Verbündeten der Vereinigten Staaten auf, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten
Verantwortung für die Wiederansiedlung von Flüchtlingen zu übernehmen.
Die Plattform beschreibt Maßnahmen zur Behandlung des Drogenproblems, fordert härtere Urteile - einschließlich
der Todesstrafe - für
führende Drogenhändler und engere Zusammenarbeit mit anderen Regierungen
bei der Vernichtung des internationale Drogenimperiums.
In der Wissenschaft befürworten
die Republikaner eine "kreative Partnerschaft zwischen Regierung und Privatsektor, damit die Dynamik und Kreativität von Forschung und Technologie in der Wissenschaft weiterhin gewährleistet ist." Die Plattform fordert ferner die Wiederherstellung der
amerikanischen Vorherrschaft auf dem
Gebiet der Erforschung des Weltraums.
Andere Abschnitte der Plattform
empfehlen strukturelle Veränderungen
im Haushaltsprozeß der Regierung, mit
denen Verschwendung unter Kontrolle

- 2 -

�gebracht werden kann sowie multilaterale Aktionen
zur Öffnung ausländischer Märkte für amerikanische Produkte etwa durch das Allgemeine Zollund Handelsabkommen (GATT).
Die Plattform der
Republikaner
enthält ferner die einhellige Absage
an Steuererhöhungen und die Unterstützung
für Mehrausgaben
im Bildungswesen. Und sie spricht sich gegen den Urlaub von Häftlingen aus,
die wegen Mordes und anderer Verbrechen verurteilt sind - eine kontroverse Frage, die Dukakis befürwortet.
Zwei Punkte, in denen beide Parteien in ihren Plattformen übereinstimmen,
betreffen
die
ablehnende
Haltung gegenüber der Legalisierung
von Betäubungsmitteln und die Unterstützung eines funktionsfähigen Sozialhilfesystems für ältere Menschen
in Amerika.
Nur
zwei Mitglieder des Wahlplattform-Ausschusses der Republikaner hielten ihr Dokument für "nicht
liberal genug", dennoch gab es keine
Forderungen
nach einem Zusatz der
Minderheit im Protokoll des Konvents,
so daß es beim Parteikonvent nicht zu
Diskussionen kam.
Der Stellvertretende Vorsitzende
des
Ausschusses,
Senator
Robert
Kasten aus Wisconsin, erklärte, die
Plattform seiner Partei konzentriere
sich auf Probleme, wohingegen die der
Demokraten eher vage sei. "Der Kampf
der Plattformen und Problembereiche
ist die wichtigste Schlacht, die in
der
Präsidentschaftswahlkampagne
zu
schlagen sein wird", erklärte Kasten.

* * * * * *

- 3

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

24. August 1988

30

DIE WAHLEN IN AMERIKA 1988
QUAYLE VERTRETER EINER NEUEN GENERATION IN POLITISCHER VERANTWORTUNG
Porträt des republikanischen Kandidaten für die Vizepräsidentschaft

WASHINGTON - (AD) - Der von George Bush als Vizepräsidentschaftskandidat
der Republikaner ausgewählte Senator aus Indiana, James Danforth (Dan) Quayle,
erscheint vielen als Vorbote für die Zukunft der Partei, da er als erster Politiker der Nachkriegsgeneration in dieser Partei landesweiten Einfluß gewinnt.

Bei der Vorstellung des 41jährigen Senators bezeichnete Bush ihn auf
einer Pressekonferenz am 16. August
als "einen Mann der Zukunft", und
Wahlkampfleiter James Baker begrüßte
die Wahl des Vizepräsidenten als
"kühnen Brückenschlag zwischen den
Generationen".
Viele Delegierte auf dem republikanischen Konvent brachten sogleich
ihre Hoffnung
zum Ausdruck, daß
Quayle als erster Kandidat seiner Generation für ein solch hohes Amt in
der Lage sein werde, viele junge Wähler für die Republikaner zu gewinnen.
Der
Kongreßabgeordnete
Dick
Cheney, Mitglied der republikanischen
Führung im Repräsentantenhaus, sagte
über Quayle: "Er Ist eine exzellente

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Wahl...
Es gibt viele unter uns
Vierzigern, die glücklich sind, daß
ein Kollege, einer von uns, in die
FUhrungsmannschaft aufgenommen wurde."
Der zweimalige Senator und Favorit der Konservativen in der Republikanischen Partei wurde im Jahr 1980,
dem Jahr nach Reagans erstem Erdrutschsieg, erstmalig zum Senator gewählt.
Dem Congressional Quarterly
Magazine zufolge unterstützte Quayle
in 80 bis 90 Prozent der Abstimmungen
die Politik von Präsident Reagan.
Der außerhalb seines Heimatstaates Indiana fast unbekannte Quayle
hatte durch seine Arbeit in den Senatsausschüssen für Haushalt, Arbeit
und Arbeitsmarktpolitik
sowie für
Streitkräfte Gelegenheit, solide po-

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�litische Leistungen zu erbringen.
Als Mitglied des Streitkräfteausschusses war Quayle ein energischer
Gegner des kürzlich von beiden Kammern verabschiedeten Verteidigungsbewilligungsgesetzes, gegen das Präsident Reagan sein Veto eingelegt hat.
Quayles Einschätzung des Gesetzes und insbesondere seine scharfe Kritik
an der Kürzung der Gelder für die
Strategische
Verteidigungsinitiative
sowie an der Einbeziehung restriktiver
RUstungskontrollvorschriften
spiegelte sich später in der Begründung Präsident Reagans für sein Veto
wider.
Quayle spielte auch bei der Reform des militärischen Beschaffungswesens zur Mitte der achtziger Jahre
eine wichtige Rolle, indem er das
Verfahren verstärkt dem Wettbewerb
unterwarf.

blembereiche in enger Übereinstimmung
mit dem Vizepräsidenten. Beide Kandidaten befürworten die Unterstützung
des
nicaraguanisehen
Widerstands,
sind gegen schärfere Kontrollen für
den Waffenbesitz und die Liberalisierung der Abtreibungsgesetze, und beide unterstützen die Todesstrafe für
führende Drogenhändler.
Trotz der ihm nachgesagten konservativen Haltung in Steuerfragen
stimmte Quayle im Jahr 1982 mit der
Mehrheit der Republikaner im Senat
für Steuererhöhungen.
In anderen Fällen vertrat er andere Meinungen als seine konservativen Mitstreiter, insbesondere in Fragen der Umwelt, der Stadtentwicklung
und der Bürgerrechte, zum Beispiel:
- Im Jahr 1983 unterstützte Quayle
eine Gesetzesinitiative der Demokraten, die den Kohleabbau auf
von der Regierung gepachtetem
Land untersagte, während eine
Überprüfung durch den damaligen
Innenminister James Watt noch
ausstand.

Obwohl er für die Ratifizierung
des INF-Vertrags stimmte, gehörte er
zu dessen aktivsten Kritikern im Senat. Seinen Anhängern zufolge trug
seine Rolle in der langen Senatsdebatte dazu bei, die Parameter für die
Gespräche
zur Reduzierung strategischer Waffen (START) zu definieren.

- Im Jahr 1987 war er unter denjenigen, die das Veto Präsident
Reagans gegen das Gesetz zur Wasserreinhaltung überstimmten.

In einem Interview am 17. August
wies Außenminister Shultz Vermutungen
zurück,
daß
Quayles
anfängliche
Opposition gegen den INF-Vertrag Uneinigkeit mit Vizepräsident Bush bedeutet, der den Vertrag von Anbeginn
unterstützte.
"Was Senator Quayle getan hat,"
erklärte Shultz, "war, ihn (den INFVertrag) in allen Einzelheiten zu untersuchen.
Er hat wirklich seine
Hausaufgaben gemacht, er hat sich
sehr sorgfältig damit beschäftigt.
Er hat sich einfach nicht auf die
Aussagen anderer verlassen, daß der
Vertrag gut sei. Und nachdem er zufriedengestellt war, hat er ihn unterstützt."

sich

Im allgemeinen befindet Quayle
bei vielen der wichtigen Pro-

- Im Jahr 1986 gehörte er zu denjenigen, die Reagans Veto gegen
Südafrikasanktionen überstimmten.
- 1982 stimmte er entgegen den Wünschen der Administration für die
Vergabe von Krediten zu niedrigen
Zinsen an Ersterwerber einer Immobilie.
Quayle ist außerdem als treibende
Kraft hinter dem Partnerschaftsgesetz
zur beruflichen Ausbildung des Jahres
1982 bekannt, einem Programm, das der
Ausbildung von Arbeitskräften für Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft
dient. Er arbeitete eng mit dem demokratischen Senator Edward Kennedy
zusammen, und das Gesetz erhielt von
führenden Vertretern beider Parteien

- 2 -

�viel Lob.
Einer von denen, die Quayles Rolle rühmten, war der Vorsitzende des
Republikanischen
Nationalkomitees,
Frank Fahrenkopf, der seine Bemühungen als Beweis dafür zitierte, daß er
ein "mitfühlender Staatsmann ist...
(der) davon überzeugt ist, daß die
Rolle der Bundesregierung darin besteht, sicherzustellen, daß jeder
Amerikaner die gleiche Chance für einen guten Arbeitsplatz und eine schöne Zukunft hat".

Bei der Wahl zum Senat im Jahr
1980 besiegte Quayle den demokratischen Veteranen Birch Bayh.
Im
Jahr 1986 wurde er mit 61 Prozent der
Stimmen wiedergewählt - dem höchsten
jemals in Indiana erzielten Stimmenanteil.
Quayle und seine Frau Marilyn,
geb. Tucker, haben drei Kinder.

Fahrenkopf bezeichnete Quayle als
"einen der besten Experten des Senats
zur Verteidigungspolitik" und fügte
hinzu, daß der junge Senator "sich
einen Namen für konstruktive Ideen
und innovative Lösungen gemacht hat.
Er fürchtet sich nicht davor, sich
den Problemen der nächsten Generation
zu stellen - er ist die nächste Generation".
Quayle wurde am 4. Februar 1947
in Indianapolis als Sohn einer prominenten
Verlegerfamilie
geboren.
Sein Großvater war Eugene Pulliam,
der Besitzer des Indianapolis Star
und der Arizona Republic. Im Jahr
1969 machte er an der Depauw University Examen, und im Jahr 1974 verließ
er die Indiana University Law School
mit einem Abschluß In Rechtswissenschaft.
Während seines Dienstes in der
Nationalgarde von 1969 bis 1975 war
Quayle im Büro des Justizministers,
im Büro des Gouverneurs und in der
Finanzbehörde des Staates Indiana tätig.
Nach seinem Ausscheiden aus dem
Staatsdienst praktizierte er in Indianapolis als Rechtsanwalt und war
Mitherausgeber der Zeitung im Besitz
seiner Familie, der Huntington Herald
Press.
Vor seiner Wahl zum Senator war
er zwei Amtsperioden lang Abgeordneter
des
amerikanischen
Repräsentantenhauses.

- 3-

�v&lt;fc° S *&lt;

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AMERIKA DIENST
Wissenschaft und Technik

%ro^

24. August 1988

30

GESUNDHEITSVORSORGE DURCH VERNÜNFTIGE ERNÄHRUNG
Umfassender Bericht der amerikanischen Regierung mit Studien aus allen
einschlägigen Forschungsgebieten -

WASHINGTON - (AD) - Eine drastische Reduzierung des Fettkonsums fordert
Dr. C. Everett Koop, als "Surgeon General" der ranghöchste Gesundheitsbeamte
der Vereinigten Staaten, von der amerikanischen Bevölkerung.

Begründung:
Über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit bzw. über langfristige Auswirkungen falscher Ernährung auf das
Auftreten
von
Herzerkrankungen,
Schlaganfall, Diabetes, einige Formen
von Krebs und bestimmte andere Krankheiten könne kein Zweifel mehr bestehen. Dies zeige der Ende Juli 1988
vom amerikanischen Gesundheitsministerium veröffentlichte neue Bericht,
der die umfassendste Sammlung von
Studien auf diesem Gebiet überhaupt
darstellt.
Ernährungswissenschaftler, Ärzte und Fachkräfte der verschiedensten Fachrichtungen im Gesundheitswesen werden ihn als ungemein reichhaltige Informationsquelle
zu schätzen wissen.
Die

Todesursache

bei

etwa

zwei

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Embassy of the United States of America

Dritteln der im Jahr 1987 verstorbenen 2,1 Millionen Amerikaner hat dem Bericht zufolge - mit der Ernährungsweise im Zusammenhang gestanden.
Der Fettgehalt der täglichen Nahrung
liege bei 37 Prozent, also weit höher
als die von der "American Heart Association" seit langem als Maximalwert vorgeschlagenen 30 Prozent. Die
notwendige Menge an Faserstoffen
ca. 30 Gramm pro Tag - werde bestenfalls zur Hälfte erreicht.
Seine wichtigsten Empfehlungen,
nämlich Verringerung der Fett- und
Cholesterinaufnahme sowie des Kochsalz- und Alkoholkonsums, der Gewichtskontrolle, einer abwechslungsreichen Ernährung unter Einbeziehung
von Gemüse, Obst und Vollkornprodukten sind nicht neu. Aber sie stützen

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�sich nunmehr auf sehr viel Beweismaterial, das aus den verschiedensten
Gebieten der Forschung zusammengetragen wurde. Otis R. Bown, amerikanischer Minister für das Gesundheitsund Sozialwesen, bezeichnete es als
noch umfassender als das Material,
auf dessen Grundlage in den sechziger
Jahren der bahnbrechende Bericht über
"Rauchen und Gesundheit" erstellt
wurde.
Die Schwierigkeiten bei der Bestimmung kausaler Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit werden
keineswegs verkannt. "Eine Kombination (und Wechselwirkungen) zahlreicher umweit- und verhaltensbedingter
sowie sozialer und genetischer Faktoren" trügen zu den auf die Ernährung
zurückzuführenden
Krankheiten
bei,
heißt es in dem Bericht. Welchen Anteil allein die Ernährung habe, sei
nicht genau auszumachen.
Zwar ist
eine Reihe von Experten überzeugt,
daß Ernährungsgewohnheiten ganz allgemein z.B. für etwa ein Drittel oder
mehr Fälle von Krebs verantwortlich
zu machen sind und ähnliches in etwa
für koronare Herzerkrankungen gilt.
Jedoch stützen sich diese Ansichten
auf die Interpretation von Studien,
bei denen Ernährung nicht getrennt
von genetischen Gegebenheiten, persönlichem Verhalten und der Umweltsituation betrachtet werden könnte.

Beispiel werden die Zusammenhänge
zwischen fetter Ernährung und hohem
Cholesterinspiegel mit Herzerkrankungen herausgestellt, für die eine Fülle von Beweismaterial vorliege: "Die
Ähnlichkeit in Ergebnissen der Laborforschung, der klinischen und epidemiologischen Forschung, die offensichtlichen
Zusammenhänge
zwischen
Dosis und Wirkung in diesen Studien,
die Beobachtung, daß höhere Werte des
Blutcholesterinspiegels mit gesättigten Fettsäuren, jedoch nicht mit anderen Fettsäuren etwas zu tun haben,
und die plausiblen biologischen Erklärungen für diese Beobachtungen erhärten alles in allem die Schlußfolgerung in bezug auf Kausalität - zumindesten bei bestimmten Personentypen bzw. Gruppen.
Als wichtigste allgemeine Empfehlung nennt der Bericht:

Manche Menschen seien nun einmal
aufgrund ihrer Erbanlagen für koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall und
Diabetes disponiert.
Das Zusammenwirken solcher Anlagen mit Ernährungsgewohnheiten sei dann mitbestimmend für das individuelle Risiko.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt machten
es derartige Zusammenhänge noch unmöglich, den Anteil chronischer Erkrankungen, der durch Ernährungsänderungen verringert werden könnte, sicher zu ermitteln. Fest stehe nur,
daß die Ernährung wesentlich zur Entwicklung dieser Krankheiten beitrage
und ihnen durch eine Ernährungsumstellung vorgebeugt werden könne.
Als

besonders

eindrucksvolles
- 2 -

- Verminderung des Konsums von Fetten, insbesondere von gesättigten
Fettsäuren, die den Blutcholesterinspiegel ansteigen lassen, sowie von cholesterinhaltigen Nahrungsmitteln.
Vorzuziehen seien
kohlenhydrat- und
faserstoffhaltige Nahrungsmittel wie Gemüse
(einschließlich getrockneter Bohnen und Erbsen), Obst und Vollkornprodukte, außerdem Fleisch,
Geflügelfleisch ohne Haut, mageres anderes Fleisch und Molkereiprodukte mit niedrigem Fettgehalt.
Zur
Speisenzubereitung
sollte wenig oder überhaupt kein
Fett verwendet werden.
- Man sollte ein wünschenswertes
Körpergewicht anstreben und aufrechterhalten.
Dazu ist einen
Ernährungsweise angebracht, bei
der
die
Kalorienaufnahme
dem
Energieverbrauch entspricht.
An
Kalorien
relativ
reichhaltige
Nahrungsmittel, Fette und Zucker
sollten begrenzt, der Alkoholkonsum auf ein Minimum reduziert
werden. Regelmäßige und mit bestimmtem
Kraftaufwand
durchgeführte körperliche Aktivität ist
wichtig.

�- Die Kochsalzaufnahme sollte durch
die Wahl salzarmer Speisen, den
Verzicht auf zu viel Salz bei der
Speisenzubereitung und Nachsalzen
bei Tisch verringert werden.
- Zurückhaltung bei Alkohol: Man
sollte sich pro Tag keinesfalls
mehr als zwei Drinks genehmigen,
besser auf sie ganz verzichten.
Während der Schwangerschaft sollten Frauen überhaupt keinen Alkohol trinken.

Im Interesse bestimmter Personengruppen wird empfohlen:
- Trinkwasserfluoridierung in allen
gemeindeeigenen
Leitungen
zur
Verhinderung von Karies. Dieses
Verfahren hat sich in den Vereinigten Staaten als eine der erfolgreichsten Maßnahmen erwiesen.
- Begrenzter Zuckerkonsum bei Personen, speziell bei Kindern, die
für Zahnfäule besonders anfällig
sind.
- Junge
Mädchen
und
erwachsene
Frauen sollten mehr kalziumreiche
Nahrungsmittel,
einschließlich
fettarmer
Molkereiprodukte,
zu
sich nehmen, um das Risiko einer
späteren Osteoporose (Entkalkung
der Knochen) zu verringern.
- Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter sollten stets nur Speisen zu sich nehmen, die genügend
Eisen enthalten - beispielsweise
mageres rotes Fleisch, Fisch, bestimmte Bohnenarten, mit Eisen
angereicherte
Nährmittel
und
Vollkornprodukte. Der Konsum Vitamin-C-haltiger Nahrung erhöht
die Wahrscheinlichkeit, daß der
Körper Eisen ausreichend absorbiert und verwertet.

* * * * * *

- 3-

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Berliner flauer Beweis des gescheiterten Traums vom Kommunismus&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Präsident Reagans Erklärung zum Jahrestag des Mauerbaus&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Neuer Bericht fordert bessere Lastenverteilung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Auszüge aus der Kongreßstudie&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wahlen in Amerika 1988&lt;br /&gt;Die Außenpolitik der Republikaner: Stärke, Realismus, Dialog&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Auszüge aus der außenpolitischen Wahlplattform der Republikaner&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wahlplattform der Republikaner wertvolle Aussage für Bush-Kampagne&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Artikel über die Positionen beim Parteikonvent&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quayle Vertreter einer neuen Generation in politischer Verantwortung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Porträt des republikanischen Kandidaten für die Vizepräsidentschaft&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Gesundheitsvorsorge durch vernünftige Ernährung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Umfassender Bericht der amerikanischen Regierung mit Studien aus allen einschlägigen Forschungsgebieten&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;</text>
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