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                  <text>AMERIKA DIENST

1 0 . A u g u s t 1988

29

I N H A L T
DOKUMENTATION
Carlucci bezweifelt sowjetische Behauptung defensiver Strategie
- US-Verteidigungsminister vor der Moskauer Akademie des Generalstabs
Vereinigte Staaten geben Produktionsorte für chemische Waffen bekannt
- Rede des amerikanischen Vertreters bei der
Genfer Abrüstungskonferenz -

INFORMATION
Finanzminister Bakers Nachfolger heißt Nicholas Brady
- Ankündigung des Weisen Hauses -

HINTERGRUNDMATERIAL
DIE WAHLEN IN AMERIKA 1988
Bush verspricht Unterstützung für Raketenabwehr im Weltraum
- Auszüge aus einer Rede vor dem Mid-America Committee -

WIRTSCHAFT
Was steht im neuen Handelsgesetz?
- Ein Überblick über das jetzt vom Kongreß verabschiedete Gesetz

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
AIDS-Seuche hemmt Entwicklungspolitik
- Aufklärung und exakte Informationen als wichtige Waffe

Themenindex AMERIKA DIENST (1. Halbjahr 1988)

* * * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

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D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
Dokumentation

'V,oN *&lt;

10. August 1988

29

CARLUCCI BEZWEIFELT SOWJETISCHE BEHAUPTUNG DEFENSIVER STRATEGIE
- US-Verteidigungsminister vor der Moskauer Akademie des Generalstabs -

MOSKAU - (AD) - Verteidigungsminister Carlucci zufolge haben die Vereinigten Staaten Schwierigkeiten, eine angeblich die Verteidigung betonende sowjetische Militärdoktrin mit einer Streitkräftestruktur und operativen Strategie
in Einklang zu bringen, bei der "die Betonung auf der Offensive liegt - insbesondere auf Überraschung und Beweglichkeit. Zu Beginn einer viertägigen Besichtigungstour militärischer Einrichtungen in der Sowjetunion erklärte
Carlucci am 1. August 1988, die sowjetischen Regierungsvertreter seien "ausgesprochen bereit, sogar geradezu begierig" darauf gewesen, mit ihm "eine Verlagerung der sowjetischen Militärdoktrin hin zu einer defensiven Strategie und
Kräfteverteilung" zu erörtern.
Nachfolgend
Wortlaut.

bringen wir die Rede von Verteidigungsminister Carlucci im

Es ist mir eine Ehre, heute in
Moskau vor Ihnen sprechen zu dürfen
und damit den Dialog, in dem sich unsere beiden Länder befinden, einen
weiteren Schritt voranzubringen. Ich
möchte insbesondere meinen Gastgebern
für diese Gelegenheit zu einer Ansprache vor der Akademie des Generalstabs danken. Dies ist bereits mein
zweiter Besuch in Moskau in den vergangenen zwei Monaten. Ich gehe davon aus, daß die in den nächsten Tagen stattfindenden Gespräche mit Verteidigungsminister Jasow sowie die
anderen auf der Tagesordnung vorgesehenen Veranstaltungen zu meinem Verständnis der sowjetischen Einstellung
zu Sicherheitsangelegenheiten in den
Beziehungen mit den Vereinigten Staaten beitragen werden - und gleichzeitig mein Verständnis des sowjetischen
Systems vertiefen werden.

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Ich habe die Absicht, heute über
die Aussichten für unseren Dialog
über Verteidigungs- und Sicherheitsproblemen zu sprechen - wo wir heute
stehen und welche Entwicklungen wir
von diesem Dialog erwarten können.
Angesichts der Einblicke, die ich im
Verlauf meines Besuchs in das sowjetische System erhalten werde, möchte
ich meine heutigen Ausführungen damit
beginnen, Ihnen einige von mir angestellte Beobachtungen über das amerikanische System sowie die Ideale und
Interessen, von denen die amerikanische Politik geprägt ist, darzulegen.
Ich weiß nicht, wie viele unter
Ihnen Zeit darauf verwandt haben, das
amerikanische System und seine Funktionsweise zu studieren.
Ich beglückwünsche Sie, wenn Sie sich die-

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�ser Mühe unterzogen haben. Selbst in
meiner Position als Regierungsmitglied mit mehr als 30jähriger Erfahrung lerne ich noch immer jeden Tag
aufs neue, wie das amerikanische System funktioniert.
Am augenfälligsten ist wohl die
Vielzahl der "Spieler" - wie wir sie
in Washington zu bezeichnen pflegen
-, die an dem Prozeß beteiligt sind.
Es gibt den Präsidenten, das Kabinett, den Kongreß, das Gerichtssystem; es gibt Berater, unabhängige
Behörden, Ausschüsse und Unterausschüsse und - natürlich - die Bürokratie. Außerhalb der Regierung gibt
es die Oppositionspartei, organisierte Lobbyisten und Interessenverbände,
Fürsprecher und Experten aller Art.
Dann gibt es die Presse - sie berichtet, erklärt, kommentiert und stellt
jede politische Entscheidung in Frage, die getroffen wird, oder erst
noch im Werden ist. Die Formulierung
einer bestimmten Politik kann sehr
häufig ein Dutzend unterschiedlicher
Institutionen und Hunderte von Personen beschäftigen.
Und selbst wenn
eine Entscheidung gefällt worden ist,
scheint es, als ob die Probleme niemals bewältigt werden können.
Aber der Schein, im amerikanischen System befänden sich die Angelegenheiten normalerweise im Fluß,
kann trügen.
Das System wird der
Aufgabe gerecht, für die es entworfen
wurde und es ist - vor allem - offen: Es gibt unbegrenzte Möglichkeiten, absolut alle Meinungen und Aspekte vorzubringen und darauf zu reagieren. Und diese Offenheit ist das
Kernstück des demokratischen Systems.
In jedem System, abgesehen von
einer Ein-Mann-Diktatur, gibt es Diskussionen unter den Regierungsmitgliedern über das generelle Vorgehen
- obwohl diese Diskussion leicht vor
der Öffentlichkeit verborgen werden
kann. Wenn das Volk regiert, wird
die Öffentlichkeit zu einem offenen
Forum, in dem die Geschicke des Landes entschieden werden. Vor über 150
Jahren kam ein höchst weitsichtiger
Student der politischen Wissenschaf-

ten mit Namen Alexis de Tocqueville
nach Amerika, um die Demokratie in
der Praxis zu sehen. Die erste Notiz
in seinem Reisebericht war der ständige Tumult, den er in Amerika beobachtete. Wohin er auch ging, überall
waren Menschen in öffentliche Diskussionen vertieft und äußerten ihre
Meinungsverschiedenheiten
lautstark.
Mit der Zeit erkannte Tocqueville,
daß es sich hierbei in Wirklichkeit
um demokratische Debatten handelte die Stimme des Volkes, das sich
selbst regiert - und nicht um den Beweis für ein zutiefst zerstrittenes
und in Auflösung begriffenes Volk,
wie er zunächst angenommen hatte.
Unbestreitbare Tatsache ist, daß
das amerikanische System bei all seiner Vielfältigkeit eine gemeinsame
Wurzel hat - die Freiheit, die jedem
Einzelnen zusteht.
Freiheit ist das Grundprinzip,
das Demokratie definiert und der amerikanischen
Politik
die
Richtung
weist.
Unsere
Sicherheitspolitik
gründet sich auf unsere Verpflichtung, unsere Freiheit im Verbund mit
anderen freien Nationen zu erhalten.
Unsere Außenpolitik wird von der Wahrung der Grundrechte und Freiheiten
der Menschen überall auf der Welt geleitet.
Amerika
ist
militärisch
nicht aggressiv, denn Demokratie ist
keine Doktrin, die mit Gewalt aufgezwungen werden kann. In dem Maße, in
dem ein demokratisches Volk seine
Wahl treffen kann, wird es nichts
sehnlicher wünschen, als in Frieden
zu leben und die Freiheiten auszuleben, die es genießt. Aber es kann
und wird alles Erforderliche tun, um
sicherzustellen, daß diese Freiheiten
nicht in Gefahr geraten.
Vielleicht werden einige oder alle von Ihnen eines Tages die Gelegenheit haben, Amerika mit eigenen Augen
zu sehen und sich selbst aus erster
Hand einen Eindruck von seinem System
und seinem Volk zu verschaffen. Ich
hoffe, den amerikanischen Offizieren
wird in der Sowjetunion eine ähnliche
Möglichkeit geboten.
Das von Marschall Achromejew und Admiral Crowe

�entworfene Austauschprogramm zwischen
hohen Offizieren ist ein vielversprechender Anfang.
Ich selbst bin hier in Moskau als
eine Art Beobachter der Tagespolitik
in der UdSSR. Soweit ich sehen kann,
findet hier ein höchst bedeutender
Prozeß des Wandels statt. Ich hoffe,
in den nächsten Tagen mehr über die
Veränderungen erfahren zu können, die
sich jetzt vollziehen.
Als
Verteidigungsminister
habe
ich vorrangiges Interesse daran, welchen Einfluß dieser Prozeß auf die
sowjetische Militärmacht haben könnte
sowohl auf ihre Fähigkeiten als
auch auf die Mittel und Wege, mit denen diese Fähigkeiten eingesetzt werden.
Ich werde mit Interesse beobachten,
- ob durch Glasnost die das sowjetische Militär umgebende Geheimhaltung gelockert wird, wie dies
in anderen Bereichen des sowjetischen Lebens ansatzweise geschehen ist,
- ob Perestrojka zu einer Umverteilung der Ressourcen von der militärischen Produktion zum zivilen
Bedarf führen wird,
- und, ob das gegenwärtig vorherrschende "neue Denken" in der
UdSSR eine Neugestaltung der sowjetischen
Militärdoktrin
und
Streitkräftestruktur sowie dauerhafte Veränderungen der Art und
Weise bedeutet, wie die Sowjetunion ihre Beziehungen zu anderen
Ländern unterhält.
Im Augenblick sind dies interessante - aber im großen und ganzen
noch offene Fragen. Wir in den Vereinigten Staaten werden abwarten und
beobachten - und wir werden konstruktive Veränderungen begrüßen, wenn sie
sich uns konkret darstellen.

haft anführen. Verteidigungsminister
Jasow und viele andere sowjetische
Regierungsvertreter, mit denen ich
gesprochen habe, waren ausgesprochen
bereit - sogar geradezu begierig -,
Gespräche über eine Verlagerung der
sowjetischen Militärdoktrin hinzu eine Defensivstrategie und Kräfteverteilung zu führen. Dennoch gibt es
meiner Meinung nach noch eine Reihe
unbeantworteter Fragen bezüglich einer Verlagerung der sowjetischen Militärdoktrin.
Erstens haben wir Schwierigkeiten
damit, eine defensive Doktrin mit dem
in Einklang zu bringen, was wir bei
der sowjetischen Streitkräftestruktur
und bei der Einsatzstrategie als
Schwergewicht auf der Offensive wahrnehmen - insbesondere auf Überraschung und Beweglichkeit.
Ich verweise zum Beispiel auf das Einsatzkonzept, vorne stationierte Brückenlegeeinheiten und die starke Betonung
auf Panzern und Artillerie. Gleichzeitig beobachten wir keine Verlagerung
des
Schwergewichts auf die
Streikträftearten, die man gemeinhein
mit Verteidigung in Verbindung bringt.
Wir haben ferner Schwierigkeiten,
das sowjetische Versprechen zu keinem
Ersteinsatz von Nuklearwaffen mit Ihrer anhaltenden Betonung schwerer Interkontinentalraketen
(ICBMS),
wie
etwa der SS-18, in Einklang zu bringen. Diese Raketen sind unserer Ansicht nach am besten für einen Erstschlag gegen amerikanische silogestützte Systeme geeignet - eine Fähigkeit, die eher auf eine Militärdoktrin zutrifft, die einen Präventivschlag mit Nuklearwaffen betont.
Ich bin mir natürlich darüber im
klaren, daß die Durchführung erheblicher Veränderungen bei der Streitkräftestruktur Zeit erfordert - aber
ich bin ebenso sicher, Sie sind sich
darüber im klaren, daß kein vernünftiger Soldat sein eigenes Einsatzkonzept aufgibt, solange ihm keine Beweise für echte Veränderungen vorliegen.

Ich möchte hier das Problem der
sowjetischen Militärdoktrin beispiel- 3 -

�Ich bin von ihrer Führung auch
gedrängt worden, militärische Übungen
in der Sowjetunion auf Anzeichen einer neuen Betonung der Verteidigung
hin zu überprüfen. Es stimmt natürlich, daß wir von Ihren Übungen lernen, ebenso wie Sie von unseren Übungen lernen können. Gegenwärtig sind
jedoch trotz zahlreicher Veränderungen die Anzeichen dafür mehrdeutig.
Wir haben Übungen beobachtet, bei denen sowjetische Streitkräfte einen
Angriff abwehren, bevor sie in die
Offensive gehen.
Dennoch ist es
schwierig, den Unterschied zwischen
offensiven Streitkräften, die auf die
Durchführung eines Angriffs angelegt
sind und denen zu bestimmen, die eine
Gegenoffensive durchführen sollen ein Punkt, auf den von einigen sowjetischen Strategen verwiesen wird.
Wir stehen der Beobachtung sowjetischer Übungen in Zukunft natürlich
aufgeschlossen gegenüber.
Lassen Sie mich an diesem Punkt
eindeutig klarstellen, daß die Vereinigten Staaten überhaupt kein Interesse daran haben, sich im Hinblick
auf militärische Umgestaltungen der
Sowjets unrealistischen Erwartungen
hinzugeben.
Wir erkennen, daß die
Sowjetunion einen legitimen Bedarf an
Verteidigung hat, und wir sind uns
der Leiden bewußt, die Ihr Land in
der Vergangenheit erduldet hat. Niemand spricht Ihnen die Notwendigkeit
einer starken und fähigen Armee ab.
Wir sind besorgt, wenn die UdSSR mit
der Fortsetzung der Entwicklung von
Streitkräften ihren Verteidigungsbedarf weit übersteigt - insbesondere,
wenn diese neu hinzugefügte Stärke
sich auf Streitkräfte konzentriert,
die massive offensive Einsätze durchführen können, um Territorium zu erobern und zu halten.
Bei der gegenseitigen Beurteilung
unserer Streitkräfte müssen wir uns
die
geostrategischen
Unterschiede
zwischen unseren beiden Ländern vergegenwärtigen.
Die Sowjetunion ist
eine Landmacht, die im Hinblick auf
strategische Ressourcen und Materialien nahezu autark ist. Im Gegensatz
dazu ist Amerika eine Insel, die sich

nicht allein mit Ressourcen versorgen
kann und aus diesem Grund eine Interessengemeinschaft mit anderen Ländern
braucht, um Erfolg zu haben und zu
überleben.
Die Vereinigten Staaten
brauchen eine starke Marine, um Amerikas Zugang zu den Schiffahrtslinien
zu gewährleisten, die unsere lebenswichtige Verbindung zu den Handelspartnern bildet, um Aggression abzuschrecken und zur Verteidigung der
gemeinsamen Interessen mit unseren
Verbündeten und Freunden in Übersee
beitragen zu können.
Ihre Führung
drängt uns zur Reduzierung unserer
Seestreitkräfte. Aber die Aufforderung an die Vereinigten Staaten zur
Reduzierung ihrer Fähigkeit auf See
käme der Aufforderung an die UdSSR
gleich, ihre Straßen- und Schienennetze zu zerstören. Angesichts unserer
geopolitischen
Gegebenheiten
könnte sich niemand von uns die Zerstörung dieser lebenswichtigen Verbindungen leisten.
Angesichts der von sowjetischer
Seite erfolgenden Entwicklung ihrer
Angriffs-U-Boote und des Ausbaus ihrer Fähigkeiten in der Luft über den
Weltmeeren, müssen die Vereinigten
Staaten ihre eigenen Fähigkeiten auf
See verbessern und Schritte zu deren
Schutz unternehmen, zum Beispiel mit
Hilfe von Waffen wie etwa der seegestützten Marschflugkörper. Und dennoch stellt unsere Marine keine Bedrohung für irgendein Land dar, das
uns seinerseits nicht bedroht.
Unsere Politik heißt Abschrekkung. Ich weiß, daß dieser Begriff
in der militärischen Terminologie der
Sowjetunion
abschätzig
verwendet
wird, und ich möchte daher offen sagen, was der Begriff im Sprachgebrauch amerikanischer Strategen bedeutet. Abschreckung ist einzig und
allein unserer Ziel, um einen Gegner
davon zu überzeugen, daß ein Angriff
auf uns einen zu hohen Preis hat und
nicht erfolgreich sein kann - und im
Grunde am besten nicht ausgeführt
werden sollte. Diese Auffassung von
Abschreckung ist so weit wie möglich
von einer Strategie des Erstschlags
entfernt, die andere Länder zu Recht

- 4 -

�bedrohlich finden würden.
Unsere Streitkräftestruktur liegt
für alle offen zutage. Obwohl wir
eine starke Marine haben, ist sie
zahlenmäßig kleiner als Ihre. Unsere
Armee verfügt über weit weniger Panzer, unsere Luftwaffe über weniger
Kampfflugzeuge, und wir sind in starkem Maße von Reservestreitkräften abhängig, deren erforderliche Mobilisierung
einen
Überraschungsangriff
nahezu unmöglich machen.
Und die
Vereinigten Staaten haben - im Gegensatz zur Sowjetunion - ein begrenztes
Programm zur zivilen Verteidigung und
kein
vergleichbares
unterirdisches
System von Bunkern, Tunnels und Wegen, um in einem lang andauernden
Nuklearkrieg Schutz zu gewähren.
Bei der Einschätzung amerikanischer Macht sollten Sie ferner die
Offenheit beachten, mit der Einzelfragen unserer Verteidigungshaltung
diskutiert werden.
Die Wiederherstellung einer starken amerikanischen
Verteidigung zu Beginn der achtziger
Jahre ist in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert worden - ebenso
bleibt die Tatsache, daß der amerikanische Verteidigungshaushalt nunmehr im vierten Jahr geringer ausfällt, der Öffentlichkeit nicht verborgen. Vor einem Jahr hat Präsident
Reagan die Sowjetunion in seiner Ansprache vor amerikanischen und sowjetischen Teilnehmern bei der Chautauqua-Konferenz aufgefordert, ihre eigenen militärischen Prozesse offenzulegen - einen gültigen Militärhaushalt zu veröffentlichen, den Umfang
und Aufbau der sowjetischen Streitkräfte zu enthüllen und im Obersten
Sowjet den Kurs der wichtigsten militärischen Entscheidungen und die Waffensysteme öffentlich zu erörtern.
Sowohl Ihr Generalsekretär wie
auch Ihr Verteidigungsminister haben
angedeutet, daß sie die Möglichkeit
einer öffentlichen Bekanntgabe Ihres
Militärhaushalts prüfen.
Dies wäre
in unserem andauernden Dialog eine
sehr willkommene Entwicklung. Gegenwärtig müssen wir jedoch die sowjetische Rüstungsproduktion als Maßstab

nehmen, und
nach unseren besten
Schätzungen belaufen sich die sowjetischen Militärausgaben weiterhin auf
volle 15 bis 17 Prozent Ihres Bruttosozialprodukts und steigen von Jahr
zu Jahr weiter an. Demgegenüber verwenden die Vereinigten Staaten 5,7
Prozent ihres nationalen Reichtums
für die Verteidigung. Ich gebe zu,
daß unser Bruttosozialprodukt größer
ist, aber quantitativ übertrifft Ihre
Rüstungsproduktion die unsrige bei
weitem.
Ich bin bereit anzuerkennen, daß
die Vereinigten Staaten in vielen Bereichen einen technologischen Vorsprung gegenüber der Sowjetunion besitzen - und ich erkläre zusätzlich,
daß '-rir auf jeden Fall unsere technologischen Fähigkeiten weiter verbessern werden. Wir können es uns einfach nicht leisten, etwas anderes zu
tun. Wenn wir zum Beispiel die technologischen Möglichkeiten einer Verteidigung gegen strategische Raketen
sehen, dann müssen wir die Gelegenheit in der Hoffnung ergreifen, eines
Tages ein stabileres, defensives Abschreckungspotential zu entwickeln.
Wir wissen um die Bedeutung, die
Sie der Verteidigung Ihrer Heimat
beimessen - und dieses Interesse wird
durch Ihre eigene intensive Arbeit an
modernen Raketenabwehrsystemen unterstrichen, die in vieler Hinsicht mit
unserer Strategischen Verteidigungsinitiative vergleichbar sind. Dieses
Interesse an der Entwicklung von Verteidigungssystemen ist verständlich
und wird von uns geteilt. Ich kann
Ihnen versichern, daß SDI rein defensiv ist und nicht die geringste Bedrohung für die UdSSR darstellt. Sie
dient einzig und allein einem Zweck:
Systeme zu entwickeln, die gegen uns
abgefeuerte Raketen zerstören können.
Tatsächlich sind wir der Ansicht,
daß die von uns gegenwärtig erforschten Verteidigungssysteme uns eines
Tages dazu verhelfen könnten, zu einer stabileren strategischen Regelung
überzugehen, die auf einer ausgewogenen Kombination von Verteidigung und
Offensive beruht.
Sicherlich würde

- 5 -

�ein System, das eine Verteidigung gegen einen Raketenangriff beinhaltet,
bei weitem einem solchen überlegen
sein, das sich für alle Zeiten auf
das "Gleichgewicht des Schreckens"
verläßt und allein auf offensiven
Atomwaffen beruht.
Ich hege die Hoffnung, daß unsere
gegenwärtig in Genf stattfindenden
Verhandlungen uns diesem Ziel näher
bringen werden. Wer hätte noch vor
fünf Jahren angenommen, daß wir heute
das erste Abkommen der Welt über die
Beseitigung von Atomwaffen - den INFVertrag - in die Tat umsetzen und daß
wir uns auf dem Weg zu einem noch
weitreichenderen Abkommen zur Reduzierung der strategischen Atomwaffen
um 50 Prozent befinden würden? Sicher müssen noch einige Probleme gelöst werden, aber diese sind keineswegs unüberwindbar.
Der Schlüssel
liegt darin, daß unser militärisches
Establishment auf beiden Seiten die
Vorteile eines Abkommens erkennt, das
zu einem stabileren strategischen
Gleichgewicht auf reduzierten Stärkeniveaus führt. Wenn wir die RUstungskontrollgespräche
mit
diesem
Ziel im Kopf angehen, dann bin ich
zuversichtlich, daß ein Abkommen geschlossen werden kann.
Ich spreche heute offen vor Ihnen, da ich überzeugt bin, daß Offenheit konstruktiv ist.
Schließlich
ist der Dialog allein kein Wert an
sich - er ist es nur insoweit, wie
er unsere Sicherheit verbessert. Und
das ist ein Argument dafür, die sehr
realen Unterschiede deutlich auszusprechen, die unsere Nationen voneinander trennen, selbst dann, wenn wir
Spannungen abzubauen und unsere Beziehungen zu verbessern suchen.
Der Weg zur Förderung des amerikanisch-sowjetischen Dialogs besteht
nicht darin, unsere Unterschiede zu
verwischen, sondern darin, sie offen
zur Kenntnis zu nehmen, nach Gemeinsamkeiten zu suchen und darauf aufzubauen.
Ich möchte mich auf einige gemeinsame Interessen konzentrieren,

bei denen Fortschritte möglich sind:
- Wir müssen weiterhin bei der Suche nach Wegen zur Verhinderung
gefährlicher militärischer Zwischenfälle zusammenarbeiten, die
eine von keiner Seite gewünschte
Konfrontation auslösen könnten.
- Wir müssen weiterhin unser Verständnis der Sicherheitsanliegen
beider Seiten durch Kontakte zwischen den Militärs verbessern.
- Wie ich schon erwähnte, müssen
wir weiterhin auf Rünstungskontrollabkommen
hinarbeiten,
die
Stabilität auf niedrigerem Niveau
schaffen - sowohl bei den atomaren wie bei den konventionellen
Streitkräften.
Schließlich besteht zusätzlich zu
diesen Bereichen in unseren Gesamtbeziehungen ein gemeinsames Interesse
am Abbau von Spannungen, und das ist
der zentrale Grund dafür, daß der von
uns ins Leben gerufene Dialog - über
regionale Konflikte und Menschenrechte wie auch über militärische Fragen
- weitere Fortschritte machen muß.
Allein die Tatsache, daß ich heute In der Akademie des sowjetischen
Generalstabs zu Gast bin, ist ein
Hinweis darauf, wie weit dieser Dialog schon gediehen ist. Trotz dieser
Fortschritte sollte es jedoch klar
sein, daß dies kein Höhepunkt, sondern nur ein Anfang ist. Was dieser
Dialog bietet, ist eine Chance, auf
der Grundlage von Realismus und Gegenseitigkeit
weiterhin
Spannungen
abzubauen und
bessere Beziehungen
zwischen unseren Ländern aufzubauen.
Das ist das Ziel, das mich nach Moskau geführt hat und für dessen Förderung ich während meines Aufenthalts
hier mein Bestes tun werde.

* * * * *

�AMERIKA DIENST
Dokumentation
10. August 1988

29

VEREINIGTE STAATEN GEBEN PRODUKTIONSORTE FÜR CHEMISCHE WAFFEN BEKANNT
- Rede des amerikanischen Vertreters bei der Genfer Abrüstungskonferenz GENF - (AD) - Mit der Bekanntgabe ihrer fünf Produktionsstätten für chemische Waffen vor der Genfer Abrüstungskonferenz (CD) haben die Vereinigten
Staaten am 28. Juli 1988 einen "weiteren entscheidenden Schritt zu größerer
Offenheit" getan. Der amerikanische Vertreter bei den Gesprächen über chemische Waffen, Max L. Friedersdorf, unterbreitete den Delegierten der CD ein
siebenseitiges Dokument, das eine Landkarte mit den folgenden fünf Produktionseinrichtungen enthält: Rocky Mountain Arsenal, Colorado; Newport Army
Ammunition Plant, Indiana; Pine Bluff Arsenal, Arkansas; Muscle Shoals,
Alabama; Aberdeen Proving Ground, Maryland.
"Wir hoffen, daß dieses Papier (über die Produktionsstätten) sowohl zu
größerem Vertrauen als auch zur Verhandlung von weiteren Verfügungen im Rahmen
der Konvention beitragen wird," erklärte Friedersdorf, dessen Äußerungen wir
nachfolgend in Auszügen veröffentlichen:
Herr Präsident, am Ende der Frühjahrssitzung der CD habe ich vor dem
Plenum zwei Erklärungen zum Stand der
Verhandlungen über chemische Waffen
abgegeben. Am 14. April kommentierte
ich die bis zum damaligen Zeitpunkt
in der Sitzungsperiode 1988 erzielten
Fortschritte. Meine Erklärung am 19.
April befaßte sich mit den Aussichten
für den Sommer der diesjährigen Sitzungsperiode. Heute möchte ich mich
erneut dem wichtigen Thema des Verbots chemischer Waffen widmen. Seit
meiner letzten Rede bei der Konferenz
zu dieser Frage ist viel geschehen.
In den vergangenen Monaten ist
das Verbot chemischer Waffen mehrmals
Gegenstand hochrangiger bilateraler
Gespräche zwischen den Vereinigten
Staaten und der Sowjetunion gewesen.

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Wie ich bereits feststellte, haben
die beiden führenden Politiker der
Vereinigten Staaten und der Sowjetunion wichtige und weitreichende Diskussionen über Rüstungskontrollfragen
geführt, auch über ein Verbot der
chemischen Waffen. Weiterhin wurden
mehrere Treffen auf Ministerebene abgehalten.
Beim Moskauer Gipfel haben Präsident
Reagan
und
Generalsekretär
Gorbatschow die Bedeutung von Bemühungen bekräftigt, die einzigartige
Herausforderung eines Verbots chemischer Waffen und die Erlangung einer wirksamen Konvention als Angelegenheit von äußerster Dringlichkeit
zu behandeln. Sie betonten die bisher in den Gesprächen erzielten Fortschritte
sowie
die
verbleibenden

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�schwierigen Probleme im Hinblick auf
die effektive Überwachung des weltweiten Verbots chemischer Waffen und
des Nichtgebrauchs von mehrfach verwendbaren Wirkstoffen für chemische
Waffen.
Ferner betonten die beiden
Politiker Probleme der Sicherstellung
einer wirksamen Verifizierung und unverminderter
Sicherheit
für
alle
Teilnehmer der Konvention.
Beide Seiten waren sich ferner
einig über die entscheidende Bedeutung von größerer Offenheit aller
Staaten als Weg zur Vertrauensbildung
und Stärkung der Grundlage einer
wirksamen Konvention.
Die beiden
führenden Politiker betonten ferner
die Notwendigkeit enger Koordinierung
auf multilateraler Basis, um die Beteiligung aller Staaten, die chemische Waffen besitzen oder zu ihrer
Herstellung in der Lage sind, an der
Konvention sicherzustellen.
Meiner
Ansicht nach entspricht dies auch der
Haltung der internationalen Staatengemeinschaft.
Auf multilateraler Ebene erhielt
ein Text, in dem die anhaltende
Dringlichkeit
eines
Verbots
chemischer Waffen zum Ausdruck kommt,
breite Unterstützung - auch durch die
Vereinigten Staaten - im Rahmen der
SSOD-III. Herr Präsident, all diese
Positionen finden sich auch in den
Instruktionen
meiner
Delegation.
Wenn diese Verpflichtung in den Anweisungen der anderen Delegationen
ebenfalls ihren Niederschlag finden,
dann sind meiner Auffassung nach die
Aussichten auf weitere Fortschritte
gut. Ich komme nun zur Substanz der
Verhandlungen. Dabei möchte ich drei
entscheidende Punkte behandeln, auf
die in der gemeinsamen amerikanischsowjetischen Erklärung Bezug genommen
wird:
- Die entscheidende Bedeutung grösserer Offenheit;
- das
schwierige
Problem
einer
wirksamen Überwachung der chemischen Industrie; und

- die Sicherung der Beteiligung aller Staaten an der Konvention,
die chemische Waffen besitzen
oder zu deren Herstellung in der
Lage sind.
Die an den Verhandlungen Beteiligten haben zunehmend die entscheidende Bedeutung größerer Offenheit
aller Staaten in bezug auf ihre Fähigkeiten zur Herstellung chemischer
Waffen und ihre chemischen Industrien
erkannt.
Die amerikanische Delegation selbst hat in diesem Bereich
wichtige Beiträge geleistet. In dem
im Juli 1986 vorgelegten Dokument
CD/711 haben die Vereinigten Staaten
zum Beispiel detaillierte Informationen über ihr Arsenal chemischer Waffen geliefert, einschließlich der Depotstandorte.
Ferner haben wir in
dem im letzten April vorgelegten Dokument CD/830 weitere Einzelheiten
über die chemischen Waffen an sich
bereitgestellt.
Heute unternimmt die amerikanische Delegation einen weiteren entscheidenden Schritt in Richtung auf
größere Offenheit.
Wir geben den
Standort jeder unserer Produktionseinrichtungen für chemische Waffen
bekannt.
In dem heute vorgelegten
Arbeitspapier mit dem Titel "Vernichtung von Produktionseinrichtungen für
chemische Waffen" ist eine Karte der
jeweiligen Standorte enthalten. Wir
hoffen, daß dieses Papier sowohl zu
größerem Vertrauen als auch zur Verhandlung von weiteren Verfügungen im
Rahmen der Konvention beiträgt.
Die von uns heute abgegebene Erklärung sucht in der Geschichte ihresgleichen.
Kein anderes Mitglied
der Konferenz hat Informationen über
seine Produktionsstätten
für chemischen Waffen zur Verfügung gestellt. Wir fordern die anderen Länder mit solchen Einrichtungen auf,
den Standort ihrer Produktionsstätten
bekanntzugeben und zu darzulegen, wie
diese Einrichtungen vernichtet werden
könnten.
Herr Präsident, in den vergange-

- 2 -

�nen Monaten hat die Konferenz bei der
Lösung permanenter Probleme im Zusammenhang mit Produktionsstätten für
chemische Waffen entscheidende Fortschritte erzielt. Eine übereinstimmende Definition ist in greifbare Nähe gerückt. Wir sind uns einig, daß
all diese Einrichtungen zerstört werden müssen.
Entsprechende Veränderungen werden bereits im Vertragstext
der zukünftigen Konvention vorgenommen. Während Übereinstimmung darüber
besteht, daß die Produktionsstätten
für chemische Waffen vernichtet werden müssen, liegen der Konferenz nur
spärliche Informationen darüber vor,
wie dies verwirklicht werden könnte.
Das Thema ist in diesem Sommer bereits in Arbeitsgruppe B erörtert
worden. Um die Verhandlungen zu erleichtern, umreißt unser Arbeitspapier in groben Zügen, wie die Vereinigten Staaten die Vernichtung ihrer Produktionseinrichtungen angehen
werden.
Offenheit war natürlich nicht
ausschließlich einigen wenigen Delegationen vorbehalten.
Wir werden
durch die Tatsache ermutigt, daß das
Prinzip des multilateralen Datenaustausch^ in den vergangenen ein oder
zwei Jahren zur gängigen Praxis geworden ist. In Erklärungen vor dem
Plenum oder in Arbeitspapieren haben
zahlreiche Delegationen unerläßliche
Informationen zur Verfügung gestellt.
Zweifelsohne werden in den verbleibenden Wochen dieser Sitzungsperiode
noch zusätzliche Informationen erarbeitet.
Unseren Unterlagen zufolge
haben ungefähr ein Dutzend Mitglieder
der Konferenz bisher noch nicht bekanntgegeben, ob sie im Besitz chemischer Waffen sind oder nicht. Wir
fordern sie dringend auf, dies noch
in diesem Sommer zu tun.
Bevor ich mich einem anderen Thema zuwende, möchte ich eine vorsichtige Warnung aussprechen.
Die der
Konferenz vorgelegten Informationen
können die Verhandlungen nur dann erleichtern, wenn sie präzise sind.
Ungenaue Erklärungen werden jedoch
das Vertrauen schmälern und den Ver-

such eines Verbots chemischer Waffen
komplizieren.
Bedauerlicherweise
sind unserer Ansicht npch bereits Erklärungen abgegeben worden, daß man
nicht im Besitz chemischer Waffen
sei, die höchstwahrscheinlich einen
solchen Effekt haben werden. So gravierend
die
Auswirkungen
bereits
jetzt sein könnten, hätten unpräzise
Erklärungen nach Inkrafttreten womöglich eine Reihe von Ad-hoc-Inspektionen zur Folge, die politische Konsequenzen nach sich ziehen würden.
Wahrheitsgetreue Erklärungen sind für
den gesamten Prozeß eines Verbots
chemischer Waffen unabdingbar.
Herr Präsident, die Konferenz hat
sich seit einiger Zeit mit dem
schwierigen Problem einer wirksamen
Überwachung der chemischen Industrie
auseinandergesetzt. Der Bericht des
Ad-hoc-Kommittes für chemische Waffen
von Ende April (Dokument CD/831) belegt eindeutig, daß beträchtliche
Fortschritte
erzielt worden sind.
Der Bericht stellt jedoch auch klar,
daß komplizierte und heikle Themen
noch zu erörtern sind. Die Lösung
dieser Themenkomplexe erfordert nicht
nur einen kreativen Ansatz, sondern
auch eingehendes Verständnis der Gegebenheiten in der zivilen chemischen
Industrie.
Unsere Delegationen sind der Auffassung, daß die Vertreter der chemischen Industrie entschieden zu den
Verhandlungen beitragen können. Diese Überzeugung erwächst aus den engen
und seit langem bestehenden Kontakten
zwischen unseren Unterhändlern und
den politischen Entscheidungsträgern
einerseits und den Vertretern der
amerikanischen chemischen Industrie
andererseits.
Wir
haben
festgestellt, daß die Industrie unser Ziel
eines umfassenden, wirksam verifizierbaren und wirklich weltweiten
Verbots chemischer Waffen teilt. Gestatten Sie mir, eine kürzlich von
Mr. Robert Roland, dem Präsidenten
des amerikanischen Verbands der Chemieindustrie, abgegebene Erklärung zu
zitieren.
Dieser Industrieverband,
kurz CMA genannt, vertritt Unterneh-

- 3 -

�men, die mehr als 95 Prozent der chemischen Produktionskapazität der Vereinigten Staaten ausmachen.
In seiner Erkärung von 28. April
1988 forderte Mr. Roland einen "starken, wirksamen, internationalen Vertrag" für ein Verbot chemischer Waffen.
Seinen Ausführungen zufolge
hatten amerikanische, kanadische, japanische und europäische Vertreter
der chemischen Industrie mehrere Monate an einem Satz von Empfehlungen
gearbeitet, die nach Meinung der CMA
ein Abkommen über ein Verbot chemischer Waffen erleichtern könnten.
Wenn diese Empfehlungen verabschiedet
worden sind, erklärte Mr. Roland,
"werden sie unseren Unterhändlern zusammen mit dem Versprechen unseres
Industrieverbands
zugeschickt,
daß
wir alles in unserer Macht stehende
tun werden, um einen solchen Vertrag
zu verwirklichen."

Ihr technisches Urteilsvermögen und
ihre praktische Erfahrung erweisen
sich bei der Lösung der zahlreichen
im Rahmen der Diskussion behandelten
gemeinsamen Probleme als sehr wertvoll.
Eine weitere positive Entwicklung
ist der Vorschlag zur Aufnahme multilateraler Bemühungen zur Entwicklung
und Erprobung von Verfahrensweisen,
mit deren Hilfe Inspektionen von Einrichtungen der chemischen Industrie
vorgenommen werden können. Zu Beginn
hielt sich meine Delegation mit ihrer
Meinung zu diesem Vorschlag zurück,
bis dieser besser ausgearbeitet war.
Angesichts der von der sowjetischen
Delegation gelieferten durchdachten
Einzelheiten akzeptieren die Vereinigten Staaten das Konzept eines
solchen
multilateralen
Experiments
und sind zu einer Teilnahme daran bereit.

Außerdem möchte ich darauf hinweisen, daß der Vorstand der CMA soeben seine einhellige Unterstützung
für einen Vertrag über chemische Waffen versichert und gefordert hat, daß
die chemischen Industrien aller Länder einen Konsens über technische
Fragen erarbeiten.
Unsere Überzeugung über die Bereitschaft der Industrie zur Förderung der Verhandlungen
wurde durch die mit Vertretern der
Industrie in der letzten Woche hier
in Genf abgehaltenen informellen Gespräche bestärkt. Wir werden durch
den ernsthaften
und konstruktiven
Austausch zwischen den Unterhändlern
und den Experten aus der Industrie
ermutigt.

Für den Erfolg des Experiments
ist die Teilnahme all der Staaten von
entscheidender Bedeutung, in denen
sich chemische Werke befinden, die
der Konvention zufolge Routineinspektionen unterworfen werden.
Ferner ist die Teilnahme anderer
Staaten in höchsten Maße wünschenswert. Unserer Ansicht nach ist nicht
nur die Erklärung der Verhandlungspartner wichtig, ob sie chemische
Waffen besitzen oder nicht - wichtig
ist auch die Erklärung, ob sie im zivilen Bereich chemische Werke besitzen, die inspiziert werden würden.
In den Vereinigten Staaten befinden
sich natürlich solche Werke.

Dieser
Austausch
verdeutlichte
die Notwendigkeit, daß den Bestimmungen zum Schutz vertraulicher Geschäftsinformationen größere Aufmerksamkeit gewidmet werden muß. Er betonte ebenfalls die Notwendigkeit der
genauen Darlegung, welche Informationen als vertraulich betrachtet werden
müssen. Wir sprechen den Vertretern
der Industrie, die sich in Genf eingefunden haben wie auch den Organisatoren der Gespräche unseren Dank aus.

Wir stimmen dem Vorschlag vom 26.
April über eine phasenweise Durchführung des Experiments zu. Vor Aufnahme der Entwicklung und Erprobung auf
internationaler Ebene müssen einzelne
Staaten jedoch Experimente auf nationaler Ebene durchführen und die Ergebnisse der CD vorlegen. Die amerikanische Regierung arbeitet bereits
mit dem Verband der amerikanischen
Chemieindustrie an der Entwicklung
und Erprobung von Verfahrensweisen

- 4 -

�zur Inspektion.
Wir fordern die Sowjets und andere auf, uns anzuzeigen, was sie dazu
unternehmen.
Im Rahmen der CD müssen viele Gespräche und Planungen erfolgen, um
dieses Experiment zu relalisieren.
Diese Konzeption ist gut, muß aber
noch an Substanz gewinnen.
Viele
Fragen zur Vorgehensweise müssen noch
beantwortet werden. Wie können zum
Beispiel sensible Geschäftsinformationen unter solchen Umständen geschützt werden, wo es keine rechtsverbindlichen Vorschriften zur Geheimhaltung gibt? Wir erwarten, daß
die sowjetische Delegation bei der
Erarbeitung von Antworten die Führungsrolle übernimmt.

tiven Vorschlag der ägyptischen Delegation, daß eine Möglichkeit gefunden
werden muß, um Beratungen mit wichtigen Staaten, die sich nicht an den
Verhandlungen beteiligen, abzuhalten.
Ähnliche Ideen sind von den Botschaftern Selesby (Vereinigtes Königreich)
und Rose (Deutsche Demorkatische Republik) geäußert worden.
Wir teilen die Ansicht, daß Konsultationen zur Förderung der wünschenswerten Allgemeingültigkeit beitragen würden. Wir versichern unsere
Zusamamenarbeit mit der ägyptischen
Delegation und anderen betroffenen
Staaten, um diesen Vorschlag zu verwirklichen.

* * * * * *

Zum Schluß, Herr Präsident, möchte ich noch die Notwendigkeit eines
weltweiten Verbots chemischer Waffen
hervorheben. Der Sicherheit in Europa ist viel Aufmerksamkeit gewidmet
worden.
Aber die Ereignisse der
letzten Jahren weisen eindeutig darauf hin, daß das größte Risiko für
den Einsatz chemischer Waffen außerhalb Europas liegt - wie es sich im
nahen Osten gezeigt hat. Wir teilen
die am 26. April im Plenum vorgetragene Auffassung des Vertreters von
Ägypten, Botschafter Elaraby, daß die
Konvention universellen Charakter haben sollte.
Eine Konvention, die
sich nicht
wirkungsvoll mit der
schrecklichen Realität auseinandersetzt, daß die Fähigkeit zur Herstellung chemischer Waffen weitverbreitet
ist, kann nicht als erfolgreich betrachtet werden.
Wir verfolgen ein sehr ehrgeiziges Ziel - wir wollen die Beteiligung
aller Länder, die im Besitz chemischer Waffen oder zu deren Herstellung befähigt sind, gewährleisten.
Die Pessimisten argumentieren, daß
dies unmöglich ist und deshalb die
Länder
ihre
Ambitionen
herunterschrauben sollten.
Dem können wir
nicht zustimmen.
Wir unterstützen
vielmehr den konstruktiven und krea- 5 -

�AMERIKA DIENST
'VON

Information

4

10. August 1988

29

FINANZMINISTER BAKERS NACHFOLGER HEISST NICHOLAS BRADY
- Ankündigung des Weißen Hauses -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan hat den Rücktritt von James Baker als
Finanzminister erklärt und seine Absicht bekundet, den New Yorker Investment
Banker Nicholas Frede.rick Brady für die noch verbleibende Amtszeit de.r ReaganAdministration für dessen Nachfolge zu nominieren.

Baker
wird
für
Vizepräsident
George Bush die Präsidentschaftswahlkampagne leiten. Sein Rücktritt als
Finanzminister wird zum 17. August in
Kraft treten, wenn Bushs Nominierung
als Präsidentschaftskandidat der republikanischen Partei beim nationalen
Parteikonvent bestätigt wird.
Der
Stellvertretende
Finanzminister M. Peter McPherson wird bis
zur Bestätigung von Bradys Nominierung durch den Senat als Finanzminister amtieren.
Bei einem Informationsgespräch am
5. August im Weißen Haus, an dem auch
Reagan und Brady teilnahmen, erklärte
Baker, er betrachte seinen Wechsel
zur Kampagne von Bush als beste Möglichkeit, um das Fortbestehen des

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Reagan-Erbes zu sichern.
Der Präsident lobte Bakers Arbeit
in Reagans beiden Amtszeiten zunächst
als Stabschef und dann als Finanzminister und verwies insbesondere auf
Bakers Rolle bei der Verwirklichung
der Steuerreform, bei der Einführung
eines Koordinierungssystems zwischen
den wichtigsten Industrieländern und
beim Abschluß des Freihandelsabkommens zwischen den Vereinigten Staaten
und Kanada.
"Sie waren das Geheimnis unseres
Erfolges", erklärte Reagan, "Verhelfen Sie jetzt George dazu, Jim."
Reagan bemerkte
zu Brady, daß
"ich mir niemanden vorstellen kann,
der besser geeignet wäre, die Rolle

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�des Finanzministers
zu übernehmen,
und wenn er seine Bestätigung erhält,
wird er der Hauptsprecher meiner Administration
zu
Wirtschaftsfragen
werden." Bradys Präsenz würde Reagan
zufolge "die stetige Fortsetzung der
Wirtschaftspolitik gewährleisten, mit
der das längste Wirtschaftswachstum
in unserer Geschichte hervorgebracht
wurde".

die Tatsache, daß er bereits Senator
war, wird erwartungsgemäß den Prozeß
seiner Bestätigung beschleunigen.

Brady
zufolge
haben
die Vereinigten Staaten mit "Jim Bakers fester Hand ihre Führungsrolle in den
Finanzkreisen der Welt zurückerobert.
Ich möchte diesen Prozeß fortsetzen
und
Ihnen
sowie auch
dem amerikanische Volk dienen."

Brady
trat 1954 in die Firma
Dillon und Read ein, wo er schließlich
Firmenvorsitzender
und
Geschäftsführer wurde, bevor er seinen
Sitz im Senat erhielt.
Seit vielen
Jahren
ist er bei der Republikanischen Partei im Hintergrund aktiv.
Er ist ein langjähriger Freund von
Vizepräsident Bush - beide sind Absolventen von Yale - und hat Bush bereits bei der Präsidentschaftswahlkampagne 1980 unterstützt.

In einer nach dem Informationsgespräch veröffentlichten Stellungnahme
erklärte der Vorstandsvorsitzende der
US-Bundesbank, Alan Greenspan:
"Jim
Baker war einer der erfolgreichsten
Finanzminister in der Geschichte unseres
Landes.
Es
wird
schwierig
sein,
seine
Nachfolge
anzutreten.
Senator Brady ist jedoch von all den
mir bekannten Kandidaten der geeigneteste."
Brady ist gegenwärtig einer der
Vorsitzenden
der
Investmentbank
Dollin, Read und Company.
Er war
Vorsitzender einer von Reagan im vergangenen Jahr eingesetzten Kommission
zur Untersuchung des Börsenkrachs vom
vergangenen Oktober.
Der im Januar
veröffentlichte Bericht der Kommission empfahl eine Reihe von Maßnahmen, um die Vorschriften auf dem Aktienmarkt zu verschärfen - Empfehlungen, die bei Wertpapierhändlern der
Aktien und anderen Proteste hervorriefen und die sich auch die Administration zueigen machte.
Im April 1982 wurde Brady vom
Gouverneur von New Jersey zum Nachfolger
von
Senator
Harrison
A.
Williams bestimmt, der wegen eines
Skandals zum Rücktritt gezwungen war.
Seine Amtszeit betrug weniger als ein
Jahr, da im November 1982 ein neuer
Senator
gewählt
wurde,
woraufhin
Brady im Dezember zurücktrat.
Aber

Der Senatsausschuß, der über die
Kandidaten für das Amt des Finanzministers befindet - der Finanzausschuß
- wird von Lloyd Bentsen, dem demokratischen Vizepräsidentschaftskandidaten geleitet.

Brady ist ebenfalls im Sport aktiv. Er war Vorsitzender des Jockey
Club, der die Pferderennen im Staat
New York kontrolliert, und gilt als
ausgezeichneter Tennis- und Golfspieler.
Die
Familie
wohnt
in
New
Jersey.
Brady
und
seine
Frau
Katherine Douglas Brady haben vier
Kinder.
Nicholas Brady ist am 11.
April 1930 in New York City geboren.

* * * * * *

�AMERIKA DIENST
VON

4

Hintergrundmaterial

10. August 1988

29
DIE WAHLEN IN AMERIKA 1988

BUSH VERSPRICHT UNTERSTÜTZUNG FÜR RAKENTABWEHR IM WELTRAUM
- Auszüge aus einer Rede vor dem Mid-America Committee WASHINGTON - (AD) - Nachstehend bringen wir einen vom US-Informationsamt
(USIA) herausgegebenen Beitrag im Rahmen einer Reihe von Veröffentlichungen,
in denen die amerikanischen Präsidentschaftskandidaten des Jahres 1988 ihre
Positionen zur Außenpolitik und anderen Themen von internationalem Interesse
in ihren eigenen Worten darlegen. Die heutige Ausgabe enthält Auszüge aus
einer am 2. August 1988 vor dem Mid-America Committee in Chicago gehaltenen
Rede des republikanischen Präsidentschaftskandidaten George Bush, in der er
seine außenpolitischen Grundsätze erläutert und seine Unterstützung für eine
weltraumgestutzte Raketenabwehr verspricht. Ferner erklärt er, im Falle seiner Wahl werde er Bemühungen, die Verbreitung ballistischer Raketen in der
Dritten Welt einzudämmen, mehr Gewicht verleihen und danach streben, multinationale Kontrollen über die Verbreitung solcher Waffen einzuführen.
Die Auszüge haben folgenden Wortlaut:

Mein Programm für die neunziger
Jahre besteht aus sieben Elementen:
Der Präsident ist der Oberkommandierende. Sein erstes Augenmerk muß
der nationalen Sicherheit gelten.
Das heißt, die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen müssen auf unserer
außenpolitischen
Tagesordnung
ganz oben angesiedelt sein, solange
die Sowjetunion die Macht zur Zerstörung unserer Zivilisation besitzt.
Wir begrüßen die Entwicklungen in
der Sowjetunion - aber wir sollten
uns von unseren Hoffnungen nicht dazu
verleiten lassen, unsere praktischen
Erfahrungen zu verdrängen. Die sowjetische Ideologie hat sich als
Bankrotterklärung erwiesen - aber die
Sowjetunion bleibt eine enorme Mili-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

tärmacht.
Wir begrüßen, was Herr
Gorbatschow sagt - ich bin beeindruckt von den Schritten, die er in
Richtung auf größere Offenheit und
mehr Reformen unternommen hat, aber
letztlich wird die Sowjetunion an ihren Taten gemessen werden - bei der
Reduzierung der konventionellen und
chemischen Waffen, beim Abbau regionaler Spannungen und der Zügelung aggressiver
sowjetischer
Satellitenstaaten, bei den Menschenrechten und
der Auswanderung sowie bei der Ablehnung der Breschnew-Doktrin in Osteuropa. Dies sind die Maßnahmen für
bedeutsame Veränderungen.
Mein Programm würde Pendelbewegungen
zwischen
ungerechtfertigter
Euphorie und übertriebenem Pessimismus vermeiden. Ich weiß, daß wir ge-

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�meinsame Probleme realistisch in Angriff nehmen können, wenn wir ohne
Illusionen zusammenarbeiten.

zierung der Gefahr bedeuten muß. Das
Kräfteverhältnis muß zu mehr und
nicht zu weniger Stabilität führen.

Das zweite Element ist Rüstungsreduzierung und -kontrolle, ein Prozeß, der primär die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen betrifft und
sich doch - angesichts der neuen Gegebenheiten - zunehmend auch auf andere auswirkt.

Meine Politik wird der Tatsache
Rechnung tragen, daß trotz des Dramas
der Atomwaffen das Ungleichgewicht
bei den konventionellen Waffen ein
Hauptgrund für die Stabilität in Europa ist. Seit über 40 Jahren unterhält die Sowjetunion ein riesiges
vorne stationiertes Heer. Wenn der
Wandel in der sowjetischen Haltung
aufrichtig ist, dann sollte die UdSSR
den in naher Zukunft von der NATO zu
unterbreitenden Vorschlag annehmen,
die Streitkräfte der NATO und des
Warschauer Pakts bei Panzern und Artillerie auf niedrigere Niveaus zu
verringern, vom Atlantik bis zum Ural
- dies sind die Waffen, die einen Angriff als denkbar erscheinen lassen.
Wir sollten sie so reduzieren, daß
die Kriegsgefahr verringert, die Abschreckung gestärkt und der Frieden
gesichert wird.

In diesem Bereich ist unsere Erfahrung mit den Mittelstreckenraketen
lehrreich. Ich habe im Jahr 1983 eng
mit den führenden Politikern der NATO
zusammengearbeitet, als die Verbündeten in den sauren Apfel bissen - angesichts der geballten Macht, die von
der Friedensbewegung ins Feld geführt
wurde - und trotz beispiellosen sowjetischen Drucks an der geplanten
Stationierung festhielten. Wiederum
standen wir erfolgreich zusammen, als
Gorbatschow endlich Ronald Reagans
Angebot aufnahm, all diese Raketen zu
verschrotten.
Die Lektion ist unmißverständlich: ein wirklicher Rüstungsabbau,
echte Verbesserungen in den Ost-WestBeziehungen und tatsächliche Sicherheit können nur durch Stärke und Konsequenz erreicht werden. Wir können
hartnäckig Verhandlungen führen und
gleichzeitig die militärischen Maßnahmen treffen, um unsere Sicherheit
zu garantieren.
Die Modernisierung
unseres strategischen Abschreckungspotentials zu stoppen bedeutet, einseitig abzurüsten - die Vereinigten
Staaten zunehmend verwundbar zu machen und die Anreize für ernsthafte
Verhandlungen der Sowjets abzubauen die übrigens selbst ein schnell fortschreitendes
Modernisierungsprogramm
durchführen.
Meine Politik wird in weiterer
Modernisierung bestehen, während wir
gleichzeitig ein verifizierbares und
stabilisierendes Abkommen zur Reduzierung des strategischen Arsenals
jeder Seite um 50 Prozent verfolgen,
eingedenk der Tatsache, daß eine Reduzierung der Waffen auch eine Redu-

Meine Politik wird darin bestehen, ein tragfähiges strategisches
Abwehrsystem zu entwickeln, einen Ableger des SDI-Forschungsprogramms, um
unser Volk vor einem Angriff mit ballistischen Raketen zu schützen. Tatsache ist, daß diese Stadt, Chicago,
wie jede andere Stadt in den Vereinigten Staaten, absolut keine Verteidigung gegen einen Angriff besitzt. Selbst wenn nur eine Rakete
gegen uns abgefeuert würde, hätte der
Präsident keine andere Wahl, als zuzusehen, wie Millionen Amerikaner der
Zerstörung ausgesetzt werden - ohne
Mittel, sie zu verteidigen.
Die erste Phase einer weltraumgestützten SDI-Technologie kann jetzt
die
Versuchslabors
verlassen
und
praktisch vorgeführt werden.
Das
Problem liegt nicht bei der Technologie, die schneller vorankommt, als
sich ihre heftigsten Befürworter jemals vorgestellt haben - es sind
vielmehr die Demokraten im Kongreß,
die Verzögerungen zum Beispiel hervorrufen, indem sie die Mittel für
das
weltraumgestutzte
Abfangsystem

- 2 -

�von über 300 Millionen auf 85 Millionen Dollar kürzen und sich damit brüsten, dem "Krieg der Sterne die Sterne genommen zu haben".
Ich bin zuversichtlich, daß wir
einen besseren Weg finden können als
die gegenseitig gesicherte Zerstörung
mit all ihren zugegebenermaßen vorhandenen Schwächen.
Ich engagiere
mich für die Stationierung von SDI,
sobald es einsetzbar ist und werde
die genaue Zusamensetzung des Systems
in meiner ersten Amtszeit bestimmen,
wenn die Technologie erprobt wird.
Als Präsident werde ich kein Amerika
ohne Verteidigung gegen ballistische
Raketen zulassen.
Eben wegen der Verbreitung gefährlicher militärischer Technologien
müssen wir den Rüstungskontrollprozeß
über die enggezogenen Grenzen der Supermächte hinaus erweitern.
Länder
wie der Iran, Syrien, der Irak und
Libyen arbeiten an der Entwicklung
von Fähigkeit zur Herstellung chemischer Waffen und bemühen sich um den
Erwerb - und in einigen Fällen um die
Herstellung - von ballistischen Raketen als deren Träger. Es beteht eine
reale Gefahr, und wir müssen jetzt
aktiv werden, wenn wir eine Katastrophe vermeiden wollen.
Wir müssen einen Anfang machen,
indem wir multinationale Programme
zur
Beschränkung
dieser
modernen
Geißeln neu beleben.
Mein Programm umfaßt eine Kampagne zum Verbot der Herstellung chemischer Waffen und zur Schaffung eines
umfassenden Verifizierungssystems zum
Schutz gegen Verletzungen.
Jeder,
der die Bilder vom Golfkrieg gesehen
hat - Bilder von Frauen und Kindern,
die durch Giftgas getötet wurden weiß, daß wir diesem schrecklichen
Übel Einhalt gebieten müssen.
Wir müssen ebenfalls mehr Druck
ausüben, um die Verbreitung von Nuklearwaffen einzudämmen.
Ich werde
mich dafür einsetzen, die weltweite
Einhaltung
des
Atomwaffensperrver-

trages sicherzustellen und die Internationale Atomenergiebehörde zu stärken.
Aber das reicht nicht aus. Wir
müssen ebenfalls der Verbreitung ballistischer Raketen und der Technologie für ballistische Raketen Einhalt
gebieten. Es gibt wenige Dinge, die
furchterregender sind als die Vorstellung, unsichere und manchmal irrationale Regime der Dritten Welt
brauchten nur einen Knopf zu drücken
und könnten schreckliche Waffen über
große Entfernungen hinweg abschießen.
Ich werde daran arbeiten, das
Kontrollsystem für Raketentechnologie
den Mechanismus, der geschaffen
wurde, um die Verbreitung der Raketentechnologie aufzuhalten - wiederzubeleben, voranzutreiben und effektiv wirken zu lassen.
Diejenigen,
die eine Teilnahme daran verweigern
oder seine Grundsätze verletzen, müssen wissen, daß sie den Preis dafür
werden zahlen müssen.
Neue Gegebenheiten erfordern eine
neue

Richtung.

Ich

möchte

einen

hochrangigen Beamten mit dem Problem
der ballistischen Raketen beauftragen
und ihm die Verantwortung übertragen,
um die notwendigen nachrichtendienstlichen, militärischen, technischen,
diplomatischen und wirtschaftlichen
Ressourcen
zusammenzutragen.
Aber
wir müssen ebenfalls mit der Realität
fertigwerden, daß ballistische Raketen schon zu weit verbreitet sind und
daß zum Beispiel bereits Israel davon
bedroht wird. Aus diesem Grunde bin
ich stolz darauf, daß wir gemeinsam
mit Israel ein System zur Abwehr taktischer ballistischer Raketen (ATBM)
entwickeln - ein Zweig der SDI-Forschung - um das Land vor einem Angriff ballistischer Raketen zu schützen. Es ist eine Sache, sein Engagement für die Sicherheit Israels zu
erklären, aber wenn man sich im Zeitalter ballistischer Raketen gegen Defensivsysteme wie SDI ausspricht, hat
diese Erklärung nur geringe Bedeutung.
Der

dritte

Bestandteil

meines

�Programms ist eine Strategie, mit deren Hilfe regionale Konfliktherde, an
denen die Waffen verwendet werden
könnten, entschärft werden.
Waffen
rufen keine Kriege hervor und Rüstungskontrolle allein kann keinen
Frieden sichern. Durch Konflikte im
Nahen Osten, Südafrika, Mittelamerika
und SUdasien könnte sich Gewalt und
Zerstörung weiter ausbreiten - und
Beteiligung von außen entfachen.
Wir können und sollten mit anderen Ländernn bei der Beilegung dieser
Dispute
zusammenarbeiten.
Dennoch
gibt es letztlich keinen Ersatz für
uns, und wir müssen die FUhrungsrolle
bei der Suche nach Lösungen übernehmen, die auf dem Verhandlungswege erzielt werden.
Unsere Führungsrolle wird sich in
einem System von Strategien widerspiegeln, das sich von dem unserer
Kritiker unterscheidet, deren ständige Zurückhaltung darauf hinausläuft,
daß sie sich der Diplomatie bedienen
und sie gleichzeitig ihrer Instrumente berauben. Wir werden jedes verfügbare und angemessene politische
Instrument in ein vielseitiges Konzept integrieren. Dies bedeutet den
Einsatz von Verhandlungen, Intelligenz, wirtschaftlicher Stärke und Unterstützung,
Öffentlichkeitsarbeit
und sogar militärischer Macht.
So ist zum Beispiel die Entsendung unserer Flotte in den Persischen
Golf, unterstützt von fünf europäischen Seestreitkräften, keine militärische Lösung, wir gelegentlich von
denjenigen mit einem begrenzten aussenpolitischen Blickwinkel behauptet
wird.
Wir setzen vielmehr militärische Macht ein, um unsere Fähigkeit
zur Erlangung zufriedenstellender politischer Ergebnisse zu verbessern.
Und Sie können versichert sein, daß
die amerikanische Militärpräsenz im
Golf, unsere Bereitschaft zu deren
Einsatz sowie unsere Weigerung, sich
der Gewalt zu beugen, die iranische
Führung ernüchtert und zu den Bedingungen beigetragen haben, die nun
endlich das Ende des Golfkriegs in

greifbare Nähe gerückt zu haben
scheinen. Vor den Vereinten Nationen
habe ich den Iranern vor nicht allzu
langer Zeit in deutlichen Worten gesagt, was für den weiteren Verlauf
des
Friedensprozesses
erforderlich
sei - und nun ist es Wirklichkeit geworden.
Das vierte Element besteht darin,
die demokratische Revolution weiterzuverbreiten und ihr Auftrieb zu verleihen.
Vielerorts auf der Welt
leuchtet ihr Licht hell, aber zahlreiche andere Regionen bleiben im
Dunkeln. Aus Erfahrung wissen wir,
daß der Weg zur Demokratie von Rückschlägen, aber dennoch von ständigem
Fortschritt gekennzeichnet ist. Die
Förderung der Freiheit und die Befreiung anderer Nationen aus der inneren wie äußeren Unterdrückung stehen an oberster Stelle unserer Vorsätze. Ferner müssen wir die echten
Freiheitskämpfer unterstützen und den
aufstrebenden Demokratien beistehen.
Und bei alledem dürfen unsere Aktionen nicht das helle Licht des traditionsreichen amerikanischen Experiments und Beispiels verdunkeln. Wir
sind das Leuchtfeuer auf dem Hügel.
Letzten Endes hängt die Demokratie
vom Innersten eines Volkes ab, und
das amerikanische Leuchtfeuer kann
nur dann Soweit in die Ferne reichen,
wenn wir es stark und hell leuchten
lassen.
Der fünfte Punkt meines Programms
ist ein internationales Bündnis gegen
die Geißeln Drogen und Terrorismus.
Wir sehen uns mit hochentwickelten
Banden des Todes konfrontiert, die
teils gemeinsam und teils unabhängig
voneinander operieren.
Im Kern ist
dies ein Krieg gegen die Menschheit,
der jung und alt vernichtet. Um so
effektiv wie möglich vorgehen zu können, müssen wir unseren Zorn in einen
breitangelegten
Gegenschlag
münden
lassen und gemeinsam mit anderen Nationen von einer soliden Grundlage
aus diese Übel bekämpfen. Dies bedeutet zusätzliche Unterstützung bei
der Beschaffung von Nachrichten, Vernichtung der Nachschubs und der Ur-

�Sachen, Abfangen der Drogenschmuggler
und Händler und unverzügliche juristische Maßnahmen im Gefolge.
Insbesondere im Bereich der Drogen werden
wir niemals gewinnen, solange nicht
das gesamte amerikanische Volk das
wahre Gesicht des Feindes erkennt durch Ausbildung, Vorbeugen, Behandlung und - vor allem - eine neue Einstellung der Öffentlichkeit, die Drogen nicht duldet.
Das sechste Element ist die Weltwirtschaft - ein Faktor von zunehmender Bedeutung in unseren internationalen Beziehungen.
Unsere in den
vergangenen acht Jahren geleistete
Arbeit hat zum Wiederaufbau der Weltwirtschaft nach 1945 beigetragen.
Wir haben die Welt erneut in Wohlstand geführt, sowohl durch unsere
wirtschaftliche Gesundung im eigenen
Land als auch ein Netz von Initiativen, das die Weltwirtschaft umspannt.

ger Steuern, Deregulierung und Unternehmertum stützt. Dies ist der einzig
realistische
Ansatz, um den
Schuldnerländern bei der Umstrukturierung ihrer Volkswirtschaften behilflich zu sein, damit sie langfristige Investitionen aufnehmen können.
Siebtens und letztens muß jede
erfolgreiche amerikanische Außenpolitik sich auf Unterstützung im Inland
gründen, und zwar wirtschaftlich wie
auch politisch. Unseren wohlhabenden
Nationen könnte es noch besser gehen.
Wir können eine neue Ära der Leistung
hervorbringen - von der Regierung unterstützt und nicht diktiert - durch
niedrige Steuern, Chancen für die Unternehmer und kleinen Geschäftsleute
mit hochfliegenden Ideen, einer dezentralisierten Regierung, die Experimentierfreude ermutigt, einem guten, breitgefächerten Ausbildungssystem und Vertrauen in die Märkte.

Mein Programm würde diese neue,
hochentwickelte amerikanische Führung
den modernen Zeiten anpassen und darauf aufbauen. Eine der ersten Prioritäten der Bush-Administration wird
sein, auf das amerikanisch-kanadische
Freihandelsabkommen aufzubauen, indem
wir den Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen auf der ganzen Welt mit
Vehemenz vorantreiben.
Wir werden
auf den Westen blicken, auf unsere
Verbündeten in der Europäischen Gemeinschaft - und sie davon überzeugen, daß der für 1992 geplante Europäische Binnenmarkt auch seinen Weg
über den Nordatlantik finden sollte.
Wir werden nach Osten blicken, nach
Japan und den aufstrebenden Volkswirtschaften im Pazifischen Becken
und sie in ein neues Wirtschaftssystem integrieren, das sich eher auf
Kooperation als auf Handelskriege
gründet. Wir werden nach Süden blikken, um mit Mexiko eine homogene
wirtschaftiche Einheit zu schmieden,
die für die besonderen Bedürfnisse
und Belange ihrer Völker empfänglich
ist. Gleichzeitig werden wir weiterhin an dem Programm für anhaltendes
Wachstum weiterarbeiten - das sich
auf das amerikanische Modell niedri- 5 -

* * * * *

�AMERIKA DIENST
VOM

Wirtschaft

«*

10. August 1988

29

WAS STEHT IM NEUEN HANDELSGESETZ?
- Ein Überblick über das jetzt vom Kongreß verabschiedete Gesetz

WASHINGTON - (AD) - Mit dem vom amerikanischen Kongreß am 3. August 1988
verabschiedeten 1 128 Seiten umfassenden Handelsgesetz wurde die radikalste
Reform der amerikanischen Handelspolitik durchgeführt, die jemals stattgefunden hat.
Nachfolgend
Gesetzes:

veröffentlichen

wir

einige

Verhandlungsbefugnis
- Der Präsident ist bis einschließlich 31. Mai 1993 berechtigt,
Verhandlungen über bilaterale und
multilaterale Handelsabkommen zu
führen, einschließlich
der aus
der Uruguay-Runde hervorgehenden.

der

wichtigsten

Bestimmungen

des

bezieht sich auf den Zeitraum bis
zum 31. Mai 1991, mit einer Verlängerung bis zum 31. Mai 1993,
wenn der Präsident eine Verlängerung beantragt oder wenn entweder
Repräsentantenhaus oder Senat das
Gesetz ausdrücklich ablehnen.

- Der Präsident ist generell berechtigt, Zölle ohne die Zustimmung des Kongresses um bis zu 50
Prozent zu senken.

Der Kongreß kann den "schnellsten
Weg" immer dann aufheben, wenn
beide Häuser innerhalb von 60 Tagen Resolutionen zur "Abkehr vom
schnellsten Weg" verabschieden.

- Der Kongreß muß gesetzliche Bestimmungen
berücksichtigen,
im
Rahmen derer Handelsabkommen "auf
dem schnellsten Wege" durchzuführen sind, das heißt, innerhalb
vorgeschriebener Fristen und ohne
Abänderung. Der "schnellste Weg"

Die Vereinigten
Staaten
würden
die Beteiligung
von Staatshandelsländern wie der Sowjetunion
am Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT) effektiv verhindern, wenn diese nicht dem Handel
auf marktwirtschaftlicher
Grund-

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�läge zustimmen.
- Der Präsident muß im Rahmen von
Verhandlungen über Handelsabkommen mit einem Land, daß seine
Währung manipuliert, mit diesem
Land auch Verhandlungen über den
Wechselkurs aufnehmen.

Das System der Harmonisierung
Mit Wirkung vom 1. Januar 1989
werden sich die Vereinigten Staaten
am Harmonisierten System, einem einheitlichen
weltweiten
System
zur
Klassifizierung von Zoll en auf Handelsgütern, betei ligen.
Nahezu alle
Handelspartner de r Vereinigten Staaten haben dieses System vor einem
Jahr eingeführt.

Reaktion auf unfaire Handelspraktiken (Abschnitt 301)
(Abschnitt 301 des Handelsgesetzes von 1974 gestattet dem Präsidenten den Einsatz von Zöllen und Quotierungen
als
Vergeltungsmaßnahmen
gegen unfaire Handelspraktiken anderer Länder.)
- Nach dem neuen Handelsgesetz geht
die
Entscheidungsbefugnis
über
unfaire Handelspraktiken vom Präsidenten auf das Büro des Amerikanischen
Handelsbeauftragten
(USTR) über, wenn der Präsident
dies verfügt. Durch die verbesserte Stellung des USTR als federführender
Behörde hofft der
Kongreß, die Handelspolitik von
der Außen- und Verteidigungspolitik und anderen Überlegungen abzukoppeln.
- Gemäß
einer
Zusatzbestimmung
("Super 301") muß der USTR muß
1989 und 1990 eine Reihe von Fällen
unfairer
Handelspraktiken
aufgreifen.
Zunächst sind vom
USTR die unfairen Handelshemmnisse zu bestimmen, deren Abschaffung
amerikanische
Exporte
am
meisten begünstigen würden. Dann

müssen den Ländern je nach Umfang
und Intensität der unfairen Handelspraktiken
Prioritäten
zugewiesen werden.
Schließlich muß
sich der USTR im Zeitraum von
drei Jahren um Verhandlungen zur
Abschaffung der unfairen Praktiken dieser
Länder bemühen und
wenn diese Bemühungen erfolglos
bleiben eine Überprüfung vornehmen, die in Vergeltungsmaßnahmen
münden könnte.
- Bei der Verletzung von Handelsabkommen oder internationalen Gesetzen sind Vergeltungsmaßnmahmen
für "ungerechtfertigte" Handelspraktiken zwingend erforderlich,
außer bei fünf eindeutig definierten
Ausnahmen:
wenn
eine
GATT-Kommission entscheidet, daß
den
Vereinigten
Staaten
keine
Nachteile entstanden sind; wenn
die ausländische Regierung einer
Abschaffung
der
Praktiken
zustimmt; wenn die ausländische Regierung
den Vereinigten
Staten
eine Entschädigung gewähren will;
wenn
Vergeltungsmaßnahmen
den
Vereinigten
Staaten mehr wirtschaftliche Nachteile als Vorteile bringen oder wenn Vergeltungsmaßnahmen die Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährden.
- Vergeltungsmaßnahmen bleiben "unzumutbaren"
Praktiken
vorbehalten, die nicht unbedingt illegal,
aber dennoch unfair sind sowie
"diskriminierenden"
Praktiken,
die keine Gleichbehandlung amerikanischer Waren, Dienstleistungen
und Investitionen gewährleisten.
- In die Liste "unzumutbarer" Handelspraktiken sind gezielte Exportoffensiven, Verweigerung von
Rechten für Arbeitnehmer und ausländische Kartelle neu aufgenommen
worden.
Exportoffensiven
sind koordinierte staatliche Maßnahmen zur Verbesserung des Wettbewerbs im Export.
Zu den Rechten für Arbeitnehmer gehören Versammlungsfreiheit,
das
Recht,
sich zu organisieren und Tarif-

�Nach zwei Jahren kann der Präsident die Unterstützugnsmaßnahmen
abändern oder aufheben, wenn bei
dem Industriezweig keine Anpassungsprozesse
stattfinden.
Hilfsmaßnahmen können nicht länger als acht Jahre gewährt werden.

Verhandlungen zu führen, der Verzicht auf Zwangsarbeit, ein Mindestalter
bei der
Kinderarbeit
und Vorgaben
für Mindestlöhne,
Arbeitszeit
und Sicherheit und
Gesundheit am Arbeitsplatz. Ausländische Kartelle sind staatlich
kontrollierte Betriebe, die den
Erwerb amerikanischer Waren beschränken.

Zusätzlich zu den Zöllen und Quoten kann der Präsident als Hilfsmaßnahmen Verhandlungen auf internationaler Ebene, versteigerte
Quoten und andere in seiner Macht
stehende Maßnahmen anbieten.

Vergeltungsmaßnahmen
können
bei
Aufgabe
der
unfairen
Praktiken
verändert oder eingestellt werden. Nach vier Jahren werden sie
automatisch eingestellt.
Der USTR unterliegt bei der Überprüfung unfairer Handelspraktiken
neuen zeitlichen Beschränkungen.
Er muß bestimmen, ob eine Handelspraxis unfair ist und entscheiden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind - innerhalb von 12
Monaten bei Fällen von Subventionen und Fällen, die von keinem
Handelsabkommen abgedeckt werden
und innerhalb von 18 Monaten bei
Fällen, die keine
Subventionen
betreffen und unter das Handelsabkommen fallen.
Der USTR muß
daraufhin alle beschlossenen Maßnahmen - mit bestimmten Ausnahmen
- innerhalb von 30 Tagen durchführen.

Das Gesetz verfügt für den Notfall Hilfen für verderbliche Agrarprodukte und - bei "wichtigen
Umständen" - für jeden betroffenen Industriezweig (wenn Importwellen über einen kurzen Zeitraum
erfolgen).

Dumping und Subventionen
(Anti-Dumping-Gesetze gelten für
Waren, die unter ihrem eigentlichen
Wert verkauft werden, unter
ihren
Produktionskosten
oder
unter
dem
Preis in ihrem Ursprungsland oder in
einem Drittland.
Gesetze über Ausgleichszölle beziehen sich auf unfaire staatliche Subventionen).

Kompensation für Importe
(Abschnitt 201)
(Nach den gültigen Gesetzen kann
jeder
amerikanische
Industriezweig,
der durch eine Importwelle geschädigt
wird, vorübergehende
Zölle, Quoten
und Hilfen für handelsbedingte Anpassungsprozesse
verlangen, auch wenn
der Handel im Hinblick auf die Importe fair abläuft.
- Nach dem neuen Handelsgesetz unterliegt ein Industriezweig zum
ersten Mal der Beweispflicht, daß
Hilfe gemäß Abschnitt 201 für ihn
"positive Anpassungsprozesse" bedeutet und er dadurch konkurrenzfähiger oder produktiver wird.
- 3 -

- In einem internationalen Konsortium wie der Europäischen AirbusIndustrie finden sowohl die direkten Subventionen als auch die
Subventionen jedes einzelnen Landes bei der Berechnung der Ausgleichzölle Eingang in das neue
Handelsgesetz.
- Bei Fällen von Dumping sieht das
Gesetz eine Methode zur Berechnung des Marktwertes von Waren
aus
nicht
marktwirtschaftlich
orientierten
Volkswirtschaften
vor.
- Es sieht neue Verfahren für die
Anwendung von Anti-Dumping-Gesetzen bei Dumping in Drittlänern
vor.

�- Es erfordert verschärfte AntiDumping-Untersuchungen über kurzlebige Produkte in Wiederholungsfällen (bei mehr als zwei Verstößen in acht Jahren).
- Das Gesetz kann die Umgehung von
Anti-Dumping Gesetzen und Gesetzen
über
Ausgleichzölle
durch
Endmontage oder Fertigstellungsverfahren
in
den
Vereinigten
Staaten
oder
Drittländern
und
durch geringfügige Veränderungen
von Produkten besser verhindern.
- Das Gesetz sieht die Überwachung
von Täuschungen beim Dumping vor
- den Import von Materialien und
Teilen zur Umgehung von Zöllen
auf zu Dumpingpreisen verkauften
Waren.
- Um die Umgehung des Abkommens zur
freiwilligen
Beschränkung
(VRA)
von Stahlimporten
in die Vereinigten Staaten zu verhindern,
gestattet das Gesetz Beschränkungen auf Stahlimporte aus Ländern,
die sich nicht an das VRA halten,
wenn der Stahl in einem Land, das
die VRA anerkennt, geschmolzen
und gegossen wurde.

Das Recht auf geistiges Eigentum
- Das neue Gesetz verlangt, daß der
USTR Länder auflistet, die amerikanische Patente, Copyrights und
Marken nicht angemessen schützen
und in den schlimmsten Fällen Untersuchungen wegen unfairer Handelspraktiken einleitet.
- Um einen Importstopp herbeizuführen, unterliegt ein Unternehmen
nicht mehr der Beweispflicht über
entstandene wirtschaftliche Nachteile,
sondern
lediglich
über
eine Patentverletzung.
- Ein
heimischer
Produzent
kann
nicht
nur
Importbeschränkungen
verlangen, sondern auch eine Wiedergutmachung des ihm durch die
illegale Verwendung seiner paten- 4

tierten
Verfahren
Schadens.

entstandenen

Telekommunikation
- Binnen fünf Monaten muß der USTR
die Länder
der Priorität nach
prüfen, die ihre Märkte gegen
amerikanische TelekommunikationsImporte abschotten.
- Sollte es dem USTR nicht gelingen, mit einem Land binnen einer
bestimmten Frist (18 Monaten bis
zu dreieinhalb Jahren, je nach
Fortschritt
der
Verhandlungen)
eine Beendigung dieser unfairen
Praktiken auszuhandeln, ist der
Präsident aufgefordert, aus einer
umfangreichen Liste Vergeltungsmaßnahmen zu verhängen.

Sanktionen gegen Toshiba und
Kongsberg
- Als Reaktion auf den illegalen
Verkauf von Technologie an die
sowjetische Marine verbietet das
Gesetz der Toshiba Corporation in
Japan und der Kongsberg Vaapenfabrikk in Norwegen drei Jahre
lang den Verkauf von Produkten an
die amerikanische Regierung, mit
begrenzter
Ausnahme
von
militärisch anwendbaren Produkten und
handelsüblichen Ersatzteilen, die
anderweitig nicht verfügbar sind.
- Die
Tochtergesellschaften
von
Toshiba und Kongsberg sind für
den illegalen Verkauf direkt verantwortlich und es ist ihnen drei
Jahre lang untersagt, Produkte in
den Vereinigten Staaten zu verkaufen.
- Das Gesetz sieht obligatorische
Importverbote von zwei bis fünf
Jahren für ausländische Unternehmen vor, die in Zukunft internationale Exportkontrollen verletzen.

�Reform der Exportkontrolle
(Der
Koordinierungsausschub
für
Ost-West-Handel [COCOM], der sich aus
Japan und allen Mitgliedsstaaten der
NATO außer Island zusammensetzt, versucht zu verhindern, daß militärisch
anwendbare westliche Technologie die
Länder des Ostblocks erreicht).
- Das Handelsgesetz hebt Ausfuhrgenehmigungen in COCOM-Länder für
Produkte auf, deren Export in die
Volksrepublik China derzeit gestattet ist.
- Nach dem Gesetz sind für diejenigen COCOM-Länder, die erwiesenermaßen
über wirksame Exportkontrollsysteme verfügen, keinerlei
Genehmigungsverfahren mehr erforderlich. Der Präsident muß diese
Länder binnen drei Monaten benennen.
- Für die Wiederausfuhr von Produkten durch COCOM-Länder sind amerikanische
Genehmigungen
nicht
länger
erforderlich.
Für alle
anderen Länder werden Genehmigungen nicht mehr benötigt, wenn
amerikanische Bauteile und Komponenten 25 Prozent oder weniger
von im Ausland hergestellten Produkten ausmachen.
- Länge und Umfang der amerikanischen Exportkontroll-Liste wird
durch die Streichung von Niedrigtechnologie-Produkten
gekürzt.
Das Handelsgesetz hebt einseitige
Kontrollen im Bereich der nationalen Sicherheit mit Ausnahme der
Produkte auf, die ausschließlich
in den Vereinigten Staaten hergestellt werden oder den COCOM-Verhandlungen unterliegen.

Agrarsektor
- Mit dem Handelsgesetz wird das
Exportsteigerungsprogramm
des
amer ikanischen Landwirtschaftsministeriums
(USDA) bis zum Jahr
1990 verlängert, das einen Bonus
- 5 -

an Uberschußgütern für Exporteure
vorsieht, um amerikanische Agrarexporte auf Drittmärkten konkurrenzfähiger gegenüber subventionierten Erzeugnissen zu machen,
insbesondere solchen aus der Europäischen
Gemeinschaft.
Die
Obergrenze der Ausgaben wird von
1,5 Milliarden auf 2,5 Milliarden
Dollar angehoben.
Die Finanzierung
des gezielten
Exportförderungsprogramms
des
USDA wird für 1988 von 110 Millionen Dollar auf 215 Millionen
Dollar
aufgestockt.
In dieser
Summe sind Finanzmittel oder Erzeugnisse
zur
Markterschließung
und -förderung für Vereinigungen
amerikanischer
Produzenten
und
der
weiterverarbeitenden
Industrie enthalten.
Das Gesetz
führt ein Programm
"zur automatischen Einführung von
Vertriebskrediten" für bestimmte
Handelsgüter
ein.
Sollten
die
Agrarverhandlungen des GATT bis
zum 1. Januar 1990 keine entscheidenden Fortschritte beim Abbau von Agrarsubventionen erzielen,
würden
automatisch
Vertriebsanleihen für die Ernten von
Weizen, Futtergetreide und Sojabohnen des Jahres 1990 in die Wege geleitet, es sei denn, der
Präsident
erklärt, solche
Programme seien weiteren Verhandlungen abträglich.
Wenn das Programm durchgeführt wird, muß das
USDA auch ein Preisstützungsprogramm für die Ernten von Sonnenblumenkernen
und
Baumwollsamen
des Jahres 1990 verabschieden.
Sollte das USDA feststellen, daß
andere
Länder
amerikanische
Fleischimporte
durch
unfaire
Prüfnormen verhindern, ermächtigt
das
Gesetz
den
Präsidenten,
Fleischimporte aus diesen Ländern
zu untersagen.
Um die Effektivität von Marktordnungen nicht durch Importe zu gefährden, kann das USDA Marktord-

�nungen für bestimmte Erzeugnisse
um 35 Tage verlängern.
Das Gesetz definiert HoJ.z und
Holzprodukte als Agrargüter, wodurch sie in Markterschließungsprogrammen und Programmen für Exportkreditgarantien
eingesetzt
werden können.

rung aus einen Land, das amerikanischen Unternehmen nicht die
gleichen Rechte gewährt.
Diese
Bestimmung betrifft insbesondere
Japan und tritt nach einem Jahr
in Kraft, womit anderen Ländern
Zeit eingeräumt wird, ihr jeweiliges System zu ändern.
Die
strengen
Bestimmungen
der
amerikanischen
Bundesbank
für
bankeigene Exporthandelsunternehmen werden gelockert.

AuslandsInvestitionen
- Im Rahmen des Exon-Florio-Zusatzartikels
zum Handelsgesetz
ist
der
Präsident
ermächtigt,
die
Übernahme oder Fusion eines amerikanischen durch oder mit einem
ausländischen unternehmen zu unterbinden, falls ein solches Vorgehen eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellt.

Internationales Finanzwesen
- Aufgrund des Gesetzes sind die
Vereinigten Staaten verpfichtet,
auf multilateraler Ebene mit den
anderen führenden Industrienationen Verhandlungen zur Verbesserung des Gleichgewichts im Welthandel und der Wechselkursstabilität durch bessere Koordinierung
makroökonomischer
Maßnahmen
zu
führen.
- Das amerikanische Finanzministerium ist aufgefordert, bilaterale
Verhandlungen mit den Ländern in
die Wege zu leiten, die gegenüber
den Vereinigten Staaten zum Teil
durch Manipulation ihrer Währungen entstandene Handelsüberschüsse haben. Diese Bestimmung gilt
für Südkorea, Taiwan und Hongkong
und hebt Verhandlungen aus Gründen der wirtschaftlichen und nationalen Sicherheit auf.
- Das Gesetz untersagt der Bundesbank (Federal Reserve) die Lizenzerteilung
an jedes ausländische Unternehmen als Haupthändler (primary dealer) von Wertpapieren der amerikanischen Regie- 6

Verschuldung der Dritten Welt
- Aufgrund des Gesetzes ist das Finanzministerium verpflichtet, mit
anderen Ländern die Gründung einer Einrichtung zur Bewältigung
der internationalen Verschuldung
zu erörtern, die als Mittlerinstitution
zwischen
Privatbanken
und
den
Schuldnerländern
der
Dritten Welt dient.
- Sollte
das
Finanzministerium
feststellen, daß eine solche Diskussion Gefahr läuft, den schuldenwert zu verringern, den Schuldendienst
zu unterbrechen oder
Zahlungsverzug zur Folge zu haben, braucht das Finanzministerium dem Kongreß nach sechs Monaten oder einem Jahr nur einen Bericht zu diesem Problem vorzulegen.
- Das
Finanzministerium
muß
die
Möglichkeit einer einmaligen Ausgabe
von
Sonderziehungsrechten
(SDR) durch den Internationalen
Währungsfonds (IWF) zur Verringerung der
Schulden der ärmsten
Länder prüfen.

Zweckgebundene Entwicklungshilfeprogramme
(Zweckgebundenen Entwicklungshilfe ist eine Form der Auslandshilfe,
die Finanzhilfe mit Exportfinanzierung kombiniert).

�- Das Gesetz überträgt die Hauptverantwortung für zweckgebundene
Entwicklungshilfe von der amerikanischen Behörde für internationale Entwicklung (A.I.D.) auf das
internationale Handels- und Entwicklungsprogramm der Behörde für
Internationale EntwicklungsZusammenarbeit (TDP) . Es hält die bestehende Verfügung
jedoch aufrecht, daß jeglicher Einsatz von
zweckgebundenen
Entwicklungshilfefonds der einstimmigen Genehmigung des Nationalen Beirats bedarf.
- Die "Kriegskasse" der Export-Import-Bank wird durch das Gesetz
bis
1989
aufgestockt.
Diese
"Kriegskasse" wurde eingerichtet,
um die Verwendung von zweckgebundener Entwicklungshilfe durch andere Länder - insbesondere Frankreich - als Mittel zur Erschliessung ausländischer Märkte zu bekämpfen.

- Das Verkehrsministerium muß den
Zeitraum, in dem es zu Beschwerden
amerikanischer
Luftfahrtgesellschaften
gegen
diskriminierende Praktiken anderer
Länder
oder Fluggesellschaften Stellung
zu nehmen hat, von sechs auf drei
Monate verringern.

Exportförderung
- Die ursprünglich
auf Anordnung
des Präsidenten im Jahr 1980 als
Teil der Internationalen Handelsbehörde
im
Handelsministerium
eingerichtete Behörde für Binnenund Außenhandel (U.S. and Foreign
Commercial
Service) wird
durch
das Handelsgesetz zu einer Dauereinrichtung.
- Das Gesetz verlangt, daß der Handelsminister
den
amerikanischen
Direktoren
multilateraler
Entwicklungsbanken Beamte beiordnet.
Diese
Beamten
sollen
amerikanische Exporte fördern.

See- und Luftverkehr
- Der
Bundes-Schiffahrtskommission
(FMC) ist es gestattet, Vergeltungsmaßnahmen gegen ein anderes
Land zu ergreifen, das unfair den
Zugang
für amerikanischen
Seetransportgesellschaften
(im Gegensatz
zu
Massengutfrachtern)
einschränkt, jedoch nur, wenn die
Vereinigten Staaten den Schiffen
dieses Landes keine entsprechenden
Restriktionen
auferlegen.
Vergeltungsmaßnahmen
können
Begrenzung der Schiffahrt, Aufhebung von Zoll- und anderen Abkommen sowie eine Gebühr von bis zu
1 Million Dollar pro Fahrt beinhalten. Der Präsident kann solche Vergeltungsmaßnahmen aufheben.
- Das Handelsgesetz gestattet der
FMC,
selbständig
Überprüfungen
vorzunehmen und verpflichtet das
FMC zur abschließenden Überprüfung und Vorlage einer Entscheidung binnen vier Monaten.
- 7

- Das Handelsministerium wird ermächtigt, ein Programm zur Erschließung
ausländischer
Märkte
für nichtlandwirtschaftliche amerikanische Produkte einzurichten
(das
Landwirtschaftsministerium
unterhält gegenwärtig ein solches
Programm für landwirtschaftliche
Produkte).
Es erhält die Vollmacht, in den Vereinigten Staaten
auf
ausländische
Käufer
ausgerichtete Messen und Ausstellungen
zu fördern.
- Das Gesetz schafft eine dem Handelsministerium
eingegliederte
Nationale
Handelsdatenbank,
um
Daten
zur
Exportförderung
und
über
die
internationale
Wirtschaft bereitzustellen.

Exportsteigerung
- Das auf Anordnung des Präsidenten
zur Förderung amerikanischer Exporte zugunsten von Entwicklungs-

�Projekten im Ausland ins Leben
gerufene
Handels- und
Entwicklungsprogramm
(TDP) der Behörde
für Internationale Entwicklungszusammenarbeit
wird
durch
das
Handelsgesetz zu einer dauernden
Einrichtung.
Die
kumulative
Obergrenze
für
Kreditgarantien der Gesellschaft
für
Private
Investitionen
in
Übersee (einer Regierungsbehörde,
die Kredite, Kreditgarantien und
eine
Versicherung
gegen
politische Risiken an amerikanische
Firmen vergibt, die in Entwicklungsländern
investieren)
wird
von 750 Millionen auf 1 Milliarde
Dollar erhöht. Die jährliche Untergrenze
für
Kreditgarantien
wird von 150 auf 200 Millionen
Dollar angehoben.
Die jährliche
Untergrenze für Direktkredite erhöht sich von 15 auf 25 Millionen
Dollar.
Das Ministerium
für Gesundheit
und Soziales ist dem Gesetz zufolge verpflichtet, mit Ländern,
die Nahrungsmittel in die Vereinigten
Staaten
exportieren,
Vereinbarungen über die Lieferung
von Informationen bezüglich der
Anwendung
von Pestiziden anzustreben.

Hilfen für handelsbedingte
Anpassungsprozesse (TAA)
(Das TAA-Programm gewährt Arbeitnehmern, die aufgrund verstärkter Importe ihren Arbeitsplatz verloren haben,
Arbeitslosengeld
und
Umschulungshilfen.)
- Das TAA-Programm wird um zwei
Jahre bis zum 30. September 1993
verlängert und auf Beschäftigte
der
öl- und Gasindustrie
sowie
"Zulieferarbeitskräfte", die von
Importen geschädigten Primärindustrien Waren und Dienstleistungen
liefern, ausgedehnt.

Während es gegenwärtig nur im
Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel in Anspruch genommen
werden kann, wird das Umschulungsprogramm des TAA dem neuen
Handelsgesetz zufolge jedem Arbeitnehmer zustehen, der die Bedingungen erfüllt.
Der Präsident wird aufgefordert,
mit dem GATT Verhandlungen über
die Einführung einer Importgebühr
von 0,15 Prozent aufzunehmen, die
für
das TAA-Programm
verwendet
werden soll.
Sollten diese Verhandlungen
scheitern, steht es
dem Präsidenten frei, die Gebühr
trotzdem einzuführen.

Umschulung und Weiterbildung von
Arbeitnehmern
- Das Gesetz genehmigt die Vergabe
von 980 Millionen Dollar im Jahr
1989, dem ersten Jahr eines Neuorientierungsprogramms
für
Arbeitnehmer,
das
umfassende
Dienstleistungen für "umgesetzte
Arbeitnehmer"
bereitstellt,
die
ihren Arbeitsplatz verloren haben.
- Es bewilligt ferner Ausgaben für
mehrere neue Programme, die auf
die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Arbeitnehmer durch Verbesserung ihres Wissens und ihrer Fähigkeiten abzielen. Dazu gehören drei Alphabetisierungsprogramme sowie Unterricht in Mathematik, Naturwissenschaften, Fremdsprachen, Maschinenbau,
EDV
und
grundlegendem
Allgemeinwissen, wie es an einer
High School vermittelt wird.

Technologische Wettbewerbsfähigkeit
- Kraft dieses Gesetzes wird das
Nationale Büro für Normen im Handelsministerium in Nationales Institut für Normen und Technologie
(NIST) umbenannt und dessen Zuständigkeitsbereich
erweitert.
Es wird somit zur führenden Re-

�gierungsbehörde bei der Entwicklung von Technologien, mit deren
Hilfe die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Industrieerzeugnisse
verbessert
werden sollen.
- Es autorisiert die Vergabe von 5
Millionen Dollar zur Gründung von
zwei oder drei regionalen Zentren
für den Transfer von im Rahmen
des NIST entwickelter Technologie
an kleine und mittlere Unternehmen, wobei der Schwerpunkt auf
automatisierter Herstellung liegt.
- Das NIST soll technische Unterstützung für staatliche Programme
leisten sowie ein Programm zur
Förderung der Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie bei der
Entwicklung moderner Technologien
ins Leben rufen und gemeinsame
Forschungs- und
Entwicklungsprogramme ermutigen.
- Das Gesetz etabliert eine Politik
zur
Aushandlung
internationaler
Vereinbarungen, um in den Vereinigten Staaten ansässigen Personen
Zugang
zu
ausländischen
Forschungsmöglichkeiten
in
demselben Ausmaß zu garantieren, wie
er Ausländern in den Vereinigten
Staaten gewährt wird. Das Außenministerium ist gehalten, jedes
Jahr einen Bericht über "symmetrischen Zugang" mit den Haupthandelspartnern zu erstellen.

Sonstige Vorschriften
- Die
im Jahr
1980
eingeführte
Steuer
auf unerwartete
Gewinne
(windfall profits) bei heimischem
Rohöl wird abgeschafft.
- Das Gesetz verringert den Zeitraum, in dem das Handelsministerium mitteilen muß, ob ein importiertes Produkt die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten
gefährdet, von einem Jahr auf 270
Tage.

- 9 -

- Gemäß dem "Buy American Act" wird
es der amerikanischen Regierung
untersagt, Waren und Dienstleistungen von Firmen
in solchen
Ländern zu erwerben, die amerikanischen Firmen nicht dieselben
Möglichkeiten
einräumen.
Diese
Vorschrift betrifft nicht die "am
wenigsten entwickelten" Staaten.
Unter gewissen Umständen kann der
Präsident diese Bestimmung außer
Kraft setzen.
- Einige Bestimmungen des Gesetzes
über Ausländische Korrupte Praktiken werden gelockert. Dem bestehenden Gesetz zufolge können
Angehörige amerikanischer Unternehmen belangt werden, wenn sie
"Grund zur Annahme" haben, daß
durch
Dritte
Bestechungsgelder
oder andere nicht zulässige Zahlungen an ausländische Beamte geflossen sind.
Dem neuen Gesetz
zufolge
könnten diese Personen
nur für das "Wissen" um solche
Gesetzesbrüche
belangt
werden.
Normen im Hinblick auf die Verantwortlichkeit bei direkten Zahlungen
an
ausländische
Beamte
bleiben demgegenüber unverändert
bestehen.
- Ein Rat über Maßnahmen zur Wettbewerbsfähigkeit wird eingerichtet, der Empfehlungen zur Verbesserung der industriellen Produktivität und internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten
Staaten
ausarbeiten
soll.
Der
Rat wird für die Jahre 1989 und
1990 jeweils mit 5 Millionen Dollar ausgestattet.
- Das Außenhandelsbüro der Behörde
zur Förderung kleiner und mittlerer
Unternehmen wird
erweitert
und ermächtigt, zusätzliche Mittel für die Förderung von Exporten dieser unternehmen auszugeben.
- Ein Verbot der Einfuhr sowjetischer Felle wird aufgehoben.
- Mit der Initiative
bische Becken wird

für das Karider Präsident

�ermächtigt,
bestimmter
auszusetzen
anstatt ihn
gänzlich von
schließen.

die Zollfreistellung
Posten
aufzuheben,
oder
zu begrenzen,
zu zwingen, ein Land
dem Programm auszu-

- Die Vereinigten Staaten werden
ermächtigt, das Nairobi-Protokoll
zum Florenzer Abkommen umzusetzen, das die Zollfreistellung für
nicht auf Gewinn gerichtete Materialien für Bildung, Wissenschaft
und Kultur gestattet.
- Die Vereinigten
Staaten werden
ermächtigt, Zollsenkungen durchzuführen, um die Vereinbarung zur
Beendigung
ihrer
langwierigen
Auseinandersetzung mit der Europäischen
Gemeinschaft über den
Handel
mit
Zitrusfrüchten
und
Teigwaren zu erfüllen.
- Die Vereinigten
Staaten werden
ermächtigt, ihre Beteiligung am
Internationalen
Kaffeeabkommen
bis zum 30. September 1989 zu
verlängern.

* * * * * *

�AMERIKA DIENST
Wissenschaft und Technik

4

VON

29

10. August 1988

AIDS-SEUCHE HEMMT ENTWICKLUNGSPOLITIK
- Aufklärung und exakte Informationen als wichtige Waffe -

- WASHINGTON - (AD) - "Viele Fortschritte, die in Entwicklungsländern in
den letzten Jahren erzielt wurden, können durch die AIDS-Epidemie gefährdet
oder sogar zunichte gemacht werden", befürchtet Bradford Langmaid, Mitarbeiter
des amerikanischen Bundesamtes für Internationale Entwicklung (A.I.D.). Bei
Anhörungen vor einem Ausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses begründete er dies mit dem Hinweis, daß, weltweit gesehen, 75 bis 90 Prozent der HIV
(Immunschwächevirus)-Infizierten und der bereits manifest gewordenen AIDS-Fälle unter Personen der Altersgruppe von 20 bis 40 Jahren diagnostiziert wurden.
So erwiesen sich beispielsweise bei Untersuchungen von männlichen Facharbeitern in einer Bergarbeiterstadt Zentralafrikas im Jahr 1986 69 Prozent als
HIV-positiv.
Die Situation in den Städten vieler Entwicklungsländer sei kritisch,
sagte Langmaid.
Gleichzeitig fehle
es auf dem Lande in abgelegenen Gebieten an Arbeitskräften - dort seien
oft nur noch Kinder und alte Leute zu
finden. Als hoffnungsvolles Zeichen
sei jedoch zu werten, daß die Ausbreitungsgeschwindigkeit von AIDS auf
dem Lande viel geringer zu sein
scheine als in Städten. Wenn es gelänge, diesen Trend zu erhalten,
dürfte auch die Nahrungsmittelproduktion nicht zu stark gefährdet sein.
Glücklicherweise werde sich die Bevölkerung in manchen afrikanischen
Ländern, u.a. in Ruanda und Uganda,
der Gefahren durch AIDS immer mehr
bewußt.
Welche

Art

von

Schwierigkeiten

United States Information Service
Embassy of the United States of America

aber zu erwarten sind, wenn dies
nicht der Fall ist, beschreibt der
vor kurzem veröffentlichte A.I.D.-Bericht zum Problem AIDS. Darin heißt
es u.a.:
- "Impfprogramme, die jährlich Millionen von Kindern das Leben retten, sind bedroht, weil die Menschen den Gebrauch von Spritzen
mit AIDS in Verbindung bringen."
Obgleich keine Beweise dafür vorlägen, daß HIV durch Verwendung
nichtsteriler Nadeln bei Impfungen übertragen werde, könne die
Furcht davor bewirken, daß die
Leute nicht zum Impfen kommen.
- Das Stillen der Babies sei infolge der Angst gefährdet, daß die
Kinder durch Muttermilch infi-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�ziert werden könnten. Fachleute
für
Entwicklungspolitik
haben
sich aber stets für Stillprogramme eingesetzt, weil diese eine
bessere Ernährung der Babies gewährleisten, und weil durch Stillen über längere Zeit die Häufigkeit von Schwangerschaften verringert wird.
- Auch die Bekämpfung der durch
Fehlernährung oder Malaria und
andere
parasitäre
Krankheiten
verursachten Anämien wird durch
HIV-Infektionen
beeinträchtigt:
Kinder mit schwerer Anämie brauchen Bluttransfusionen, um überleben zu können. In den Blutbanken von Entwicklungsländern, insbesondere außerhalb der Hauptstädte, finden sich jedoch häufig
Blutkonserven, die HlV-verseucht
sind.
(In Zentralafrika sind
fünf bis 18 Prozent der Blutspender mit dem Virus infiziert.)
Mit dem 1987 von der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) begonnenen
AIDS-Programm für Entwicklungsländer,
für das 75 Millionen Dollar bereitgestellt wurden (Beitrag der USA im
laufenden Haushaltjähr: 15 Millionen
Dollar), soll nun soweit wie möglich
versucht werden, die Probleme anzugehen. Denn wie z.B. Dr. James Chin
von der WHO dem Ausschuß berichtete,
sind in manchen Städten von Zentralund Ostafrika zehn bis 20 Prozent der
sexuell aktiven Bevölkerungsgruppen
HlV-infiziert.
Bei
Krankenhauspatienten liege der Anteil sogar bei 25
bis 50 Prozent. Mancherorts dürfte
die hohe Infektionsrate von Frauen im
gebärfähigen Alter eine Erhöhung der
Kindersterblichkeit um bis zu 50 Prozent zur Folge haben.
Solche Statistiken haben inzwischen in einigen Ländern der Dritten
Welt, die anfangs von den Berichten
über die Gefährdung ihrer Wirtschaft
und Bevölkerung durch die AIDS-Seuche
nichts wissen wollten, ein Umdenken
bewirkt. Das gelte, so Chin, beispielsweise für Uganda, das jetzt
"entschlossen ist, eine energische

und aufgeklärte Politik im Kampf gegen AIDS zu verfolgen". Dabei seien
exakte Informationen mit gesundheitlicher Aufklärung und Erziehung die
wichtigsten Waffen, was u.a. der UNBotschafter von Uganda bestätigte.
Allerdings machte er auch darauf aufmerksam, daß "dem Lande kostbare Arbeitskraft und Geldmittel für wichtige Entwicklungsprojekte
auf wirtschaftlichem Gebiet entzogen werden,
je mehr Ressourcen man für den Kampf
gegen AIDS abzweigt".

Einfacher HIV-Test im Laborund Feldversuch
Einen wichtigen Beitrag zum WHOProgramm gegen die Weiterverbreitung
von AIDS in Entwicklungsländern könnte vielleicht ein neuer Bluttest leisten, den eine Gruppe amerikanischer
Wissenschaftler unter der Leitung von
Dr. Thomas Quinn entwickelt hat.
Quinn und Mitarbeiter sind an den
"National Institutes of Health" (NIH)
in Bethesda und am Klinikum der Johns
Hopkins-Universität
in
Baltimore
(Maryland) tätig. In der Zeitschrift
der "American Medical Association"
(JAMA - Ausgabe v. 22. Juli 1988) berichteten sie über ihr neues Verfahren.
Während in den Industrieländern
Spenderblut vor der Freigabe routinemäßig mit höchst exakten Methoden auf
HIV geprüft wird, sind die dabei benutzten Verfahren in den Entwicklungsländern wegen der Kostspieligkeit der Instrumente,der kurzen Haltbarkeit des Testmaterials und der
Notwendigkeit, es bei tiefen Temperaturen zu halten, kaum anwendbar.
Außerdem bedeuten die hohen Kosten
und der Zeitaufwand von eineinhalb
bis dreieinhalb Stunden pro Test ein
großes Hindernis.
Der neue Test
könnte, wie
Quinn
meint, diese
Schwierigkeiten zum großen Teil ausschalten.
Bei dem von der Firma "Cambridge
BioScience Corporation" in Hopkinton
(Massachusetts) zur Anwendungsreife

- 2 -

�entwickelten Test wird auf einem
Glasplättchen als Objektträger eine
geringe Blutmenge mit winzigen LatexKügelchen zusammengebracht, die einen
speziellen
Antigen-Uberzug
haben.
Bei diesem handelt es sich um eine
künstlich produzierte Substanz nach
dem "Modell" eines Teiles der HlV-Virushülle.
Das Blut-LatexkügelchenGemisch wird zwei bis fünf Minuten
lang leicht gerüttelt und dann visuell geprüft. War der Patient bzw.
Blutspender
dem
Immunschwächevirus
HIV ausgesetzt, heften sich Antikörper (d.h. Substanzen im Blut, die das
körpereigene Immunsystem zur Abwehr
der eindringenden Viren produzierte)
an den Antigenüberzug des Latex-Materials. Die Kügelchen verklumpen dadurch - ein Zeichen, daß eine HIV-Infektion stattgefunden hat.
In den Universitätslaboratorien
in Baltimore wurden Blutserum-Proben
von 1 220 Personen aus den verschiedensten Regionen - Nordamerika, Europa, Afrika, Karibik und Südamerika sowohl nach dem neuen Verfahren als
auch nach den kostspieligen Verfahren
getestet, die in den Industrieländern
üblich sind. Ferner wurde am Mama
Yemo-Hospital in Kinshasa (Zaire) von
entsprechend geschulten einheimischen
Laboranten das Blut von 1 600 potentiellen Blutspendern nach der neuen,
als
"Glasplättchen-Latex-Agglutinationstest" bezeichneten Methode geprüft.
In jedem Fall wurden dann
Kontrolltests nach mindestens einer
der teuren Methoden durchgeführt. In
Baltimore wie in Kinshasa stimmten
Quinn zufolge die positiven Ergebnisse, die mit dem einfachen Agglutinationstest erzielt wurden, zu mehr als
99 Prozent mit den als HIV-positiv
bewerteten Bluttests überein, die
nach den anderen Methoden erzielt
wurden. Bei einem Feldtest in Kinshasa an 8 000 Spenderblut-Proben nach
dem neuen Schnellverfahren lag die
Übereinstimmung jedoch nur bei 71
Prozent.

andere Schnelltests bessere Ergebnisse gebracht hätten - nämlich 85 bis
99 Prozent Übereinstimmung. Die Diskrepanzen bestätigten jedenfalls die
Notwendigkeit weiterer vergleichender
Messungen und der Qualitätskontrolle
für Laborarbeiten unter Bedingungen,
wie sie außerhalb eines großen Krankenhauses gegeben seien.
Auch Quinn und Mitarbeiter verweisen darauf, daß der kritischste
Punkt bei der Durchführung ihres
Schnelltests das Können und die Erfahrung der Laboranten sei, die ja
jeden Test subjektiv interpretieren
müßten.
Intensives Training über
mehrere Tage unter Verwendung HIV-positiver und HIV-negativer Blutproben
sowie Beurteilung der Probe mit Lupe
und guter Lichtquelle sollte jedoch
die Fähigkeit des Personals zur richtigen Bewertung erheblich verbessern
können.
Die Schlußfolgerung Quinns, die
neue Schnelltest-Methode
könne in
vielen Entwicklungsländern die Weiterverbreitung von HIV infolge der
Transfusionen mit verseuchtem Blut
oder verseuchten Blutprodukten unmittelbar
unterbinden,
schränkt
der
JAMA-Leitartikel
außerdem mit der
Warnung ein, daß in manchen Gebieten
ihre Bedeutung begrenzt sei:
"In
Ländern, wo auf die heterosexuelle
Übertragung bis zu 90 Prozent aller
HIV-Infektionen entfallen, würden generelle Bluttests auf HIV die Zahl
der zu erwartenden neuen Fälle nur um
fünf Prozent verringern. Aus diesem
Grunde müssen sich die gegenwärtigen
Vorbeugungs- und
Kontrollmaßnahmen
weiterhin weitgehend auf Aufklärung
und Anpassung des Sexualverhaltens
stützen".
Bei der FDA (US-Behörde für Lebens- und Arzneimittelkontrolle) befinden
sich derzeit
einige HIVSchnelltests in der Prüfung. Keiner
davon wurde bisher für die USA zugelassen.

Der Verfasser eines Leitartikels
in der gleichen Ausgabe der JAMAZeitschrift bemerkte dazu, daß vier
- 3 -

* * * * * *

�THEMENINDEX AMERIKA DIENST (1. Halbjahr 1988)

Nachstehend eine Liste der Themen, die im AMERIKA DIENST (1. Halbjahr 1988) erschienen sind. Sie gibt einen Überblick über die wichtigsten Themenkreise. Angegeben ist jeweils die Nummer der Ausgabe, in
der das betreffende Thema behandelt wird.

THEMENKREIS

NUMMERN DER AUSGABEN

Afghanistan

1, 15, 16

Mittelamerika

1, 4, 12, 13

Ost-West-Beziehungen,
sicherheitspolitische Themen
Ost-West-Beziehungen allg.
Reagan-Gorbatschow-Treffen Moskau
Nuklear- und Weltraumwaffen
Sicherheitsstrategie
Rüstungskontrolle
Konventionelle Rüstung
SDI
INF
NATO
START
Desinformationen

17, 20, 23, 25
20, 21, 22
3, 6, 25
3, 4
11, 18
10
15
5, 9, 17, 19
9, 10, 18
13
15

Vereinigte Staaten
Bericht zur Lage der Nation
Präsident Reagans Haushaltsvorlage
Jahreswirtschaftsbericht des Präsidenten
Wirtschaft
Die Wahlen in Amerika 1988
Präsidentschaftskandidaten
Nominierungen
Preisverleihungen

- 1 -

4
8
8
2,
1,
5,
2,

10, 13, 14, 16, 23
15, 16, 20, 23, 24
6
23

�Internationale Probleme
6, 7, 9
12, 14, 16
10
20
5, 18
10

Außenpolitik
Naher Osten/Golf
KSZE
OECD
Drogen
AIDS
Ozon
Antarktis

8

Wissenschaft und Technik
Forschung

1, 2, 7, 9, 11, 14, 15,
16, 19, 22, 24
11
3, 9, 14
8

Krebs
NASA/Shuttle-Programm
Raumfahrt

2-

�Reden, Artikel und Erklärungen des amerikanischen Botschafters
Richard R. Burt
20. Januar 1988
Der INF-Vertrag:
AD Nr. 3

Die richtigen Lehren ziehen

24. Februar 1988
Singularisierung:
AD Nr. 8

Ein Produkt der Phantasie

13. April 1988
Die Sicherheitspolitik des Bündnisses im Zeitalter sich wandelnder
Ost-West-Beziehungen
Rede vor den Delegierten beim außenpolitischen Kongreß der CDU
(Sonderdienst)

SONDERDIENSTE
4. Mai 1988
Die sowjetische Militärmacht 1988
- Siebte Dokumentation des amerikanischen Verteidigungsministeriums

- 3-

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Carlucci bezweifelt sowjetische Behauptung defensiver Strategie&lt;br /&gt;&lt;em&gt;US-Verteidigungsminister vor der Moskauer Akademie des Generalstabs&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vereinigte Staaten geben Produktionsorte für chemische Waffen bekannt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des amerikanischen Vertreters bei der&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Genfer Abrüstungskonferenz&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Finanzminister Bakers Nachfolger heißt Nicholas Brady&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ankündigung des Weisen Hauses&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Wahlen in Amerika 1988&lt;br /&gt;Bush verspricht Unterstützung für Raketenabwehr im Weltraum&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Auszüge aus einer Rede vor dem Mid-America Committee&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Was steht im neuen Handelsgesetz?&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ein Überblick über das jetzt vom Kongreß verabschiedete Gesetz&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;AIDS-Seuche hemmt Entwicklungspolitik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Aufklärung und exakte Informationen als wichtige Waffe&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;</text>
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