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                  <text>AMERIKA DIENST
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"""

Wirtschaft

Ä&lt;

14. J u n i 1988

INHALT

Reagan stellt Themen des Wirtschaftsgipfels In Toronto vor
- Rede des Präsidenten vor dem Atlantikrat -

Baker;

Koordinierung Hauptthema des Weltwirtschaftsgipfels

- Rede vor der International Monetary Conference •

Baker schlägt neue Schuldeninitiative vor
- Rede vor der Afrikanischen Entwicklungsbank -

Schuldentilgung der Entwicklungsländer und Landwirtschaft Themen beim
Gipfel
- Informationsgespräch im Foreign Press Center -

* * * * * *

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United States Information Service
Embassy of the United States of America

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Telex: 8-85432

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AMERIKA DIENST
Wirtschaft

14. Juni 1988

REAGAN STELLT THEMEN DES WIRTSCHAFTSGIPFELS IN TORONTO VOR
- Rede des Präsidenten vor dem Atlantikrat WASHINGTON - (AD) - Am 13. Juni 1988 erklärte Präsident Reagan bei einem
Treffen des Atlantikrates in Washington, die Beschleunigung multilateraler
Handelsgespräche und die verbesserte Koordinierung der Wirtschaftspolitik
zählten zu den wichtigsten Programmpunkten der Staats- und Regierungschefs
führender westlicher Industrienationen bei ihrem Gipfeltreffen in Toronto vom
19. bis zum 21. Juni 1988.
Reagan wies ferner darauf hin, daß die Gipfelpartner Hilfe für die Philippinen und Afghanistan, eine Zusammenarbeit zur Abschaffung des internationalen
Rauschgifthandels und Konzepte zur Erleichterung der Schuldenprobleme ärmerer
afrikanischer Länder in Erwägung ziehen.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede im Wortlaut:
Vor eineinhalb Wochen hatte ich
die Ehre, von dem alten und geschichtsträchtigen Podium der Guildhall in London zum britischen Volk,
der atlantischen Gemeinschaft und der
übrigen Welt zu sprechen. Nach meinem Vortrag zum Moskauer Gipfel verlieh Frau Thatcher ihrer Überzeugung
Ausdruck, daß "jetzt mehr Hoffnung
zwischen Ost und West besteht als die
meisten von uns in ihrem Leben jemals
erlebt haben". Sie sprach von neuem
Vertrauen und Optimismus im Westen
und erinnerte an die Worte Sir
Winston Churchills: "Wo immer wir in
der Lage sind, zusammenzustehen und
uns gemeinsam für eine gerechte Sache
einzusetzen, solltea wir heilfroh
sein; solange wird die Welt frei
sein".

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Diese von Einigkeit, Optimismus,
Hoffnung und Stärke gekennzeichnete
Botschaft überbringe ich Ihnen heute.
Sie haben heute hier über "die Neuschaffung des Konsens in den OstWest-Beziehungen" gesprochen.
Aber unser Konsens besteht nicht
nur darüber, was wir ablehnen, sondern auch bei dem, was wir befürworten. Wir sind gegen Totalitarismus.
Wir befürworten Freiheit und Demokratie - ohne Verzug oder Entschuldigungen - und ich wage zu sagen, auch ohne Teilung.
Diese Wahrheit müssen
wir uns zunächst einmal vergegenwärtigen. Unter unseren Ländern mag es
geteilte Meinungen über Methoden geben, nicht jedoch im Hinblick auf die
grundlegenden Ziele.

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�In den letzten fünfzehn Jahren
haben wir in den Demokratien in wahrhaft demokratischer Art und Weise unterschiedliche Ansätze für die beste
Behandlung der Ost-West-Beziehungen
probiert. Angesichts des nunmehr abgechlossenen INF-Vertrages - dem ersten Abkommen, mit dem eine gesamte
Kategorie amerikanischer und sowjetischer
Nuklearraketen
abgeschafft
wird und das die umfassendsten Verifizierungsbestimmungen
in der Geschichte der Rüstungskontrolle enthält, angesichts des sowjetischen Abzugs aus Afghanistan und angesichts
dessen, daß wir jetzt Veränderungen
im Innern der Sowjetunion wahrnehmen
- kann noch ein Zweifel darüber bestehen, daß wir Recht hatten im Hinblick auf unsere zukunftsweisende
Strategie für die Freiheit, auf die
Bedeutung von Freimütigkeit bei den
Unterschieden in unseren Systemen und
daß wir Recht hatten mit unserer Meinung, daß der Weg zum Frieden nicht
über Schwäche, Teilung oder leere Zugeständnisse führt, sondern über Einigkeit, Vertrauen und Stärke?

Lebensfähigkeit
probt.

der

Wirtschaft

er-

überall in der demokratischen
Welt streben wir nach der Hervorbringung eines neuen Konsens darüber, daß
Wachstum und Möglichkeiten Hand in
Hand gehen müssen. Nehmen Sie nur
die Steuern. In den vergangenen drei
Jahren haben unter anderem Großbritannien, Kanada, Japan und Frankreich ihre Spitzensteuersätze gesenkt. Warum? Vor nicht allzu langer Zeit hat der britische Finanzminister Nigel Lawson dazu erklärt:
"Der Grund für die weltweite Tendenz
zu
niedrigeren
Spitzensteuersätzen
liegt auf der Hand. überhöhte Einkommensteuersätze zerstören den Unternehmergeist, ermutigen Steuerumgehung und treiben Talente an gastfreundlichere Ufer in Übersee. (...)
Damit werden mit der Zeit keine zusätzlichen, sondern vielmehr geringere Einnahmen erzielt." Und er fügte
hinzu: "Im Gegensatz dazu kann ein
Abbau der Spitzensätze bei der Einkommensteuer langfristig zu höheren,
nicht niedrigeren Einnahmen der öffentlichen Hand führen."

In wenigen Tagen werde ich an
einem anderen Gipfel teilnehmen - dem
Wirtschaftsgipfel in Toronto.
Dies
hier ist ein ausgezeichntes Forum, um
über unsere Hoffnungen für diesen
Gipfel zu sprechen. Ich weiß, daß
der Atlantikrat Untersuchungen darüber anstellt, wie Wirtschaft und Sicherheit sich am besten integrieren
lassen. Das International Management
and Development Institute kommt zusammen, um Gespräche zu den vor uns
liegenden wirtschaftlichen Herausforderungen zu führen.

Aber der neue Konsens macht nicht
bei den Steuern halt. Ein Land nach
dem anderen hat mit der Privatisierung staatseigener Betriebe begonnen.
Restriktive Vorschriften sind zunehmend abgebaut worden. Die hohe Inflation, mit der exzessive Regierungsausgaben
einstmals
finanziert
wurden, gibt es nicht mehr. Und zumindest in den Vereinigten Staaten
geht das vom Staat verursachte Defizit zurück.

über die Jahre hinweg sind die
Wirtschaftsgipfel zu einem Fundament
der Zusammenarbeit unter den wichtigsten demokratischen Volkswirtschaften
geworden. Sie. bilden einen Teil des
Gerüstes der westlichen Stärke und
der Ost-West-Beziehungen.
Und hier
haben unsere Demokratien wiederum wie Demokratien dies tun - selbst
seit dem ersten Gipfeltreffen, an dem
ich im Jahr 1981 teilnahm, verschiedene Vorschläge für Wachstum und zur

Das alle verbindende Konzept ist
der Markt. Die Industrienationen die ganze Welt - wendet sich von
staatlicher Kontrolle der Wirtschaft
ab und kehrt zur freien Marktwirtschaft zurück. Von Indien nach Argentinien, von Afrika nach China und
sogar in der Sowjetunion beginnen
sich die Fesseln staatlicher Kontrolle der Wirtschaft zu lösen. Und Sie
wissen, daß etwas im Gange ist, wenn
Gerüchte über niedrigere Steuern in

�der Sowjetunion laut werden.
Ich brauche Ihnen nun nicht zu
erklären, daß die Vereinigten Staaten
stets eine Führungsrolle übernommen
haben oder daß die bemerkenswerten
Leistungen unserer Wirtschaft seit
dem Beginn unserer Expansion die
treibende Kraft hinter jenem neuen
Konsens war. Ich muß nicht auf all
unsere Leistungen erneut verweisen:
die längste Expansion in Friedenszeiten; die Schaffung von über doppelt
so vielen neuen Stellen als alle anderen sechs Gipfelländer zusammengenommen; der starke Anstieg des Familieneinkommens seit seinem Sturz im
vergangenen Jahrzehnt; die Beschäftigung eines größeren Teil des Arbeitskräftepotentials als jemals in
unserer Geschichte;
die Erzielung
eines neuen Höchststandes bei den Exporten.
Aber dieser neue Konsens hat
nicht nur den Volkswirtschaften der
Vereinigten Staaten, Großbritanniens,
Kanadas und so vieler anderer Länder
erneut zu einer gesunden Verfassung
verholfen. Es hat auch den Weg zur
Koordinierung
wirtschaftspolitischer
Maßnahmen unter den Gipfelländern geebnet, der vor einigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Ob in der sogannten G-7, in der Handhabung der Schuldenkrise in so zahlreichen Ländern
der Dritten Welt, oder ob in Reaktion
auf die Unruhe an den Finanzmärkten
der Welt im vergangenen Jahr - wir
arbeiten zusammen.
Heute sprechen wir eine gemeinsame Sprache, um uns über die Entwicklung unserer Maßnahmen zu unterrichten, und wir arbeiten gemeinsam am
Ausgleich des Handels, der Finanzströme, des Haushalts und für die Sicherheit der Finanzmärkte der Welt.
Angefangen mit den Vereinigten Staaten, haben die Gipfelländer annähernd
sechs Jahre ununterbrochenen Wachstums erlebt. Ich würde daraus gerne
60 oder mehr machen.
Aber dazu wird es nicht kommen,
wenn wir versuchen so zu leben als

- 3

seien wir die einzige Wirtschaft auf
Erden. Die Gipfelländer arbeiten zusammen wie niemals zuvor, weil unsere
Volkswirtschaften
miteinander
verknüpft sind wie niemals zuvor. Hierfür möchte ich ein Beispiel anführen.
Neulich hat mir jemand erklärt, daf&gt;
an der New Yorker Börse zwar an einem
guten Tag acht Milliarden Dollar umgesetzt werden, die ausländischen
Börsen jedoch bis zu 25 Mal so viele
Geschäfte täglich abwickeln.
Die Industrien der Welt wachsen
oder fallen gemeinsam auf diesem
Weltmarkt. Der Rückgang der weltweiten Nachfrage nach Stahlerzeugnissen
wurde im Rheinland Europa» genauso
spürbar wie in unserem Le.iigh Tal.
Tausende von Stellen verschwanden in
beiden Gebieten, und zwar nicht nur
wegen des Wettbewerbs mit dem Ausland.
Hier in Amerika schmolzer.
durch hochentwickelte Kleinst-Stahlwerke die Geschäfte zahlreicher eingesessener Produzenten dahin.
Aber da gibt es einen Unterschied
in der Art, wie wir in Amerika mit
dem Niedergang umgingen. Wir verloren die gleiche Art von Stellen wie
in anderen Ländern, aber wir schufen
- im Gegensatz zu europäischen Ländern, die im Hinblick auf Steuersenkungen, Vorschriften und Regierungseigentum zurückliegen - neue Stellen
anstatt der alten.
Allentown im
Lehigh-Tal
beherbergte
einst
die
Schwerindustrie. Dann schlössen das
Stahlwerk und die Lastwagenfabrik ihre Tore.
Viele Menschen schrieben
Allentown schon ab - zu schnell. Anstelle einiger alter Großunternehmen
nahmen Dutzende neuer Firmen ihre Geschäfte auf. Kleine bereits eröffnete Betriebe wuchsen weiter. Unternehmer schufen, was jene Kapazität
zur
Schaffung
von
Stellen
vom
Massachusetts
Institute
of
Technology, David Birch, eine "versteckte
Wirtschaft" nannte. Er fügt hinzu,
daß in ganz Amerika "nicht den grossen, sondern den kleinen Firmen so
viel Aufmerksamkeit zuteil wird und
diese eine neue Wirtschaft aufbauen,
die für die Schaffung von Stellen

�I

sorgt und das Land wieder wettbewerbsfähig macht."
Dies ist genau
der Grund, warum Allentown eine Arbeitslosenquote
von
lediglich
5,4
Prozent hat.
Im gesamten sogenannten "Rostgürtel" ist die Geschichte die gleiche.
Ein Einwohner des Mittleren Westens
berichtete kürzlich der New York
Times: "Ich schaue mir die Zeitungen
in Städten mit ländlichem Charakter
an und sehe Dutzende von Ankündigungen neuer Fabriken und Pläne für neue
Fabriken und Erweiterungsprojekte."
Und neue und aufstrebende Firmen
oder größere, ältere aber nun rationalisierte Hersteller führen einen
Exportboom an, von dem einige sagen,
er hätte schon zu einer fast vollständigen Auslastung unserer Produktionskapazitäten geführt. Vor nicht
allzu
langer
Zeit berichtet die
"Business Week" beispielsweise, daß
Amerikas Stahlkocher zu den produktivsten der Welt geworden sind und
veröffentlichte
die
Schlagzeile:
"Sagt die Beerdigung ab - Stahl ist
auf dem Weg der Besserung."
Ja, Amerika führt die Welt - sowohl als Konsument wie als Hersteller
- in den Weltmarkt des kommenden
Jahrhunderts. Für uns alle haben Ereignisse in Japan oder der Bundesrepublik, in Großbritannien, Frankreich, Italien oder Kanada die gleiche Tragweite wie die Geschehnisse in
Kalifornien, Florida, New York oder
Illinois.
Aus alldem kann man eine Lehre
ziehen, aus der Geschichte Allentowns
und des sogenannten "Rostgürtels", so
wie auch aus der Globalisierung des
Handels und der Finanzen.
Und da
gibt es die Lektion, daß die Zukunft
dem Flexiblen gehört.
Sie gehörte
denjenigen, die sich ein Problem anschauen und darin eine Gelegenheit
erblicken; denen, die auf das Unbekannte schauen und ein Abenteuer sehen; denen, die auf das Unversuchte
blicken
und
eine
Herausforderung
wahrnehmen;
denen, die die Last

struktureller
Verkrustungen
und
schützender Subventionierungen abgelegt haben und der Zukunft mit Energie und Zuversicht entgegensehen.
In keinem anderen Bereich gilt
es, soviel Spreu vom Weizen zu trennen wie In der Landwirtschaft, deren
Subventionierung
Konsumenten
und
Steuerzahler
Europas,
Nordamerikas
und Japans jährlich mit über 200 Milliarden Dollar belastet. Die Landwirtschaft ist fester Bestandteil der
Tagesordnung in der Uruguay-Runde von
Handelsgesprächen - ebenso wie das
Problem der Festlegung von Regeln für
den Handel mit geistigem Eigentum,
Investitionen
und
Dienstleistungen
sowie die Senkung der tarifären und
nichttarifären Handelshemmnisse. Die
Dauer dieser Gespräche wurde mit vier
Jahren angesetzt. Gegenwärtig nähern
sie sich der Halbzeit. Es ist nun an
der Zeit, bestimmte Ziele einzugrenzen und auszuarbeiten - eine Art Wegweiser und einen Fahrplan bis zur
Ziellinie. In Toronto können wir die Staats- und Regierungschefs der
führenden Industriestaaten - unsere
Minister drängen, diesen Auftrag bis
Ende des Jahres auszuführen. Da gelten keine Entschuldigungen.
Es ist an der Zeit, daß wir in
den Staaten der Gipfelteilnehmer keine Zeit mehr verschwenden und uns zu
einem
großen
"Unternehmen
Fortschritt" zusammenschließen - einem
gemeinsamen
Unternehmen,
das
den
Weltmarkt öffnet und außerdem die
schwachen Glieder in der Weltwirtschaft stärkt.
Laßt uns bei der Wiederherstellung der Volkswirtschaften
zweier
Länder zusammenstehen:
das eine die Philippinen - eine von einem kommunistisch geführten Aufstand verwüstete heldenhafte Demokratie; das
andere - Afghanistan - ein Opfer brutaler Aggression.
Laßt uns zusammenarbeiten, um die
Schwellenländer zu vollständigen und
reifen Mitgliedern des Welthandelssystems zu machen, was sie sich ehrlich

- 4 -

�verdient haben.
Laßt uns zusammenarbeiten, um den
Völkern Afrikas südlich der Sahara
bei der Bewältigung ihrer Schuldenprobleme beizustehen. Wir werden ihre Probleme aufgreifen, wie wir dies
auch bei anderen Schuldnerstaaten getan haben, auf einzelfallbezogener
Grundlage, und wir werden dabei das
Ziel verfolgen, bei der Entwicklung
Wachstums- und
chancenfördernder
wirtschaftspolitischer Maßnahmen Hilfe zu leisten. Die Vereinigten Staaten haben schon ihre Bereitschaft erklärt, über neue Wege der Umschuldung
für die ärmsten Länder nachzudenken,
die zu erheblichen neuen Erleichterungen führen können.
Und laßt uns zusammenstehen beim
Angriff auf die Lebenslinien eines
Handels, der niemals Teil des Welthandels hätte werden dürfen - der internationale Rauschgifthandel.
Auf
diesem Gipfel sollten wir uns in einer gemeinsamen Offensive gegen das
Waschen von Geld und die Schleusung
von Profiten aus dem Drogenhandel
durch die Finanzinstitutionen der
Welt zusammenschließen.
Das Vorantreiben der Handelsgespräche, ein gemeinsames Unternehmen
Fortschritt, die Stärkung des Systems
der Koordinierung - dies ist die Tagesordnung für den Gipfel von Toronto. Wir werden auf einem Jahrzehnt
des Fortschritts aufbauen, auf dem
neuen wirtschaftlichen Konsens in unseren Ländern. Wir werden weiter am
Aufbau des Weltmarkts arbeiten.
Ich weiß, daß.manch einer Schritte zurück, eher zu den insularen oder
isolationistischen Tagen der Vergangenheit machen möchte. Ich habe vergangene Woche mein Veto gegen das
Handelsgesetz eingelegt, weil ich
nicht der Auffassung bin, daß wir
Rückschritte machen können oder sollten.
Die Kritiker unserer Politik beklagen sich, daß die Vereinigten
Staaten einerseits, wie sie behaup-

ten, "Arbeitsplätze exportieren", also, daß unsere Unternehmen in Übersee
investieren.
Andererseits behaupten
sie, die Vereinigten Staaten verkauften sich an Ausländer, d. h., ausländische
Unternmehmen
investieren
hier. Nimmt man alles zusammen, dann
lautet
ihre
Aussage
eigentlich:
"Wenden wir uns zurück." Der Isolationismus ihrer Außenpolitik geht
Hand in Hand mit dem Isolationismus
ihrer Wirtschaftspolitik, und beide
werden uns ins Verderben führen.
Wir befinden uns in einem neuen
Zeitalter der Erfindungen und der Erforschung, einer Zeit, in der das
riesige Potential der menschlichen
Vorstellungskraft uns neue Welten zur
Erforschung erschließt. "Das Universum in einem Staubkorn sehen" ist
nicht länger eine poetische Metapher,
sondern die tägliche Realität des Silikon-Chips.
F. Scott Fitzgerald
schrieb, daß die frühen Entdecker,
als sie dieses Land betrachteten,
wahrscheinlich den Atem anhalten mußten. Sie hatten zum letzten Mal in
der Geschichte etwas mit eigenen Augen gesehen, das der unbegrenzten Fähigkeit des Menschen zum Staunen angemessen war.
Und doch war dies
nicht das letzte Mal. Auch wir stehen an der Schwelle zu etwas Unermeßlichem - zu einer wirtschaftlichen
und technologischen Zukunft mit immensen Aussichten.
Wenn wir uns der Zukunft stellen,
wenn wir uns nicht mehr von Ihr abwenden, dann wird diese Zukunft die
demokratische Welt umgestalten, und davon bin ich nach meinem Besuch in
Moskau überzeugt - auch die Länder
des Ostblocks. Ich glaube, daß der
gegenwärtig im Demokratischen Haus
herrschende Konsens für Stärke und
Wachstum ein neues Zeitalter einleiten wird, von dem wir heute nur träumen können. Wenn wir aber den Mut
und die Entschlossenheit besitzen,
dann wird uns dieses Zeitalter meiner
festen Überzeugung nach eine Welt des
Friedens und der Freiheit, der Chancen und der Hoffnung für viele Generationen geben.

- 5 -

* * * * *

�AMERIKA DIENST
%

^

Wirtschaft

et

14. Juni L988

BAKER:

KOORDINIERUNG HAUPTTHEMA DES WELTWIRTSCHAFTSGIPFELS

- Rede vor der International Monetary Conferem e -

CH..CAG0 - (A.D) - Den amerikanischen Firanzminister James Bakei zufalge
wird sich der vom 19. bis 21. Juni 1988 in Toronto stattfindende &lt;Jeltwlrtschaft;;gipfel hauptsächlich • mit der Stärkung des gegenwärtig Btattfindenden
weltweiten Koordinierungsprozesses beschäftigen.
Im Rahmen der International Monetary Conferenc?. in Chicago erklärte Biker
am 6. Juni 1988, seiner Meinung nach stelle der Koordinierungsprozeß - "und
keine tiefgreifenderen Veränderungen" - den besten Weg zur Eeform des internationalen Währungssys ;ems dar. Die Koordinierung wirt.schaf tspolitisc her -laßnahmen zwischen den führenden Industriestaaten sei "ein praktischer \omprimiß
zwischen den NachteiLen flexibler Wechselkurse und der Unbeweglichke t fester
Kurse".
Die Rede des Finanzministers hat folgenden Wortlaut:

Ich freue mich über diese Gelegenheit, erneut vor diesem erlesenen
Kreis von Spitzenvertretern der Finanzwe]t sprechen zu können.
Insbesondere begrüße ich die Möglichkeit,
mich am Vorabend des Wirtschaftsgipfels von Taronto über Ihre Vorstellungen informieren zu können.

ferenzzimmern stattfinden, in rianen
sich die Staats- und Regierangschefs
und ihre Jinanzminister treifen werden. Ein anderer Gipfel mag sich auf
den Eildschirmen der Fernseh Zuschauer
abspielen, auf: denen Repo -ter und
Kommeitato :en Spekulationen über all
die möglichen Konflikte zwischen den
HauptbeteiLigten anstellen werden.

Die Entwicklung der wirtschaftspolitischen Koordinierung

Ich kann Ihnen nicht scgen, was
Sie von diesem
zweiten, hypethetisehen Gipfel zu erwarten heben.
Ich kann Ihnen jedoch einige Einblicke in das geben, was Sie vom eigentlichen
Gipfeltreffen
erwerten
können.

Der diesjährige Weltwirtschaftsgipfel wird in weniger als zwei Wochen beginnen. Wie Ihnen sicherlich
bekannt ist, werden eigentlich zwei
Wirtschaftsgipfel
stattfinden,
und
beide zur gLeichen Zeit.
Der erste Gipfel wird in den Kon-

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Embassy of the United States of America

Ein Großteil dieses Treffens wird
sich mit dem wirtschaftspolititchen
Koordinierungsprozet befasser, der im

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�Jahr 1985 eingeleitet wurde, um unserem internationalen Wirtschaftssystem
zu mehr Zielstrebigkeit und Disziplin
zu verhelfen.
Im Jahr 1986 habe ich anläßlich
dieser Konferenz, die damals in
Boston stattfand, kurz das Thema der
Koordinierung angesprochen.
Damals
war der Koordionierungsprozeß noch
relativ jung. In den seither vergangenen zwei Jahren haben wir einige
Erfahrung mit diesem Prozeß gewonnen.
Ich möchte Ihnen vortragen, was in
den vergangenen Jahren seit Beginn
des Prozesses geschehen ist, kurz dazu Stellung nehmen, wie der Prozeß
fortschreitet und Ihnen erklären, warum meiner Meinung nach der Koordinierungsprozeß - und keine tiefgreifenderen Veränderungen - den besten
Weg darstellt, um die Reform des internationalen Währungssystems herbeizuführen.
Seit das in den vierziger Jahren
entwickelte Währungssystem der Nachkriegszeit die ersten Sprünge bekam,
haben intensive Bemühungen zur Schaffung einer neuen Weltwährungsordnung
stattgefunden.
Diese Anstrengungen
ließen mit der Einführung flexibler
Wechselkurse zeitweise nach. Da jedoch die Schwächen des Systems flexibler Wechselkurse die Zunahme grosser, nicht aufrechtzuerhaltender Ungleichgewichte
begünstigten,
ergab
sich erneut ein wachsendes Interesse
an einer Reform des internationalen
Währungssystems.
Unsere Antwort auf diese Entwicklung bestand in der Stärkung der internationalen
wi.rt schaftspolitischen
Koordinierung zwischen den Industriestaaten. Die Notwendigkeit zur Koordinierung ergab sich aus zwei wichtigen Überlegungen.
Erstens sind die
Volkswirtschaften von heute weit enger miteinander verflochten als noch
vor einem Jahrzehnt, woraus sich ein
stärkeres Bedürfnis zur Koordinierung
binnenwirtschaftlicher Maßnahmen ergibt.
Zweitens: Obwohl das System
der flexiblen Wechselkurse eindeutig
mehr Disziplin und Struktur erforder-

te, war das System der festen Wechselkurse sicherlich zu starr, um den
in der Weltwirtschaft stattfindenden
Veränderungen gerecht zu werden. Die
Koordinierung
stellte einen praktischen Kompromiß zwischen den Nachteilen flexibler Wechselkurse und der
Unbeweglichkeit fester Kurse dar.

Die Schaffung des Prozesses
Die Plaza-Vereinbarung von 1985
war der erste bedeutende Schritt dieser Koordinierungsbemühungen.
Dazu
gehörte eine Übereinkunft der G-5
über die Richtung, die bei nationalen
wirtschaftspolitischen Maßnahmen und
bei den Wechselkursen eingeschlagen
werden sollte, um Wachstum und außenwirtschaftliche Anpassung zu fördern.
Noch grundlegender ist die Tatsache,
daß diese Übereinkunft eine neuartige
Verpflichtung
der führenden Industriestaaten zu intensiverer Zusammenarbeit mit dem Ziel darstellte,
weltweiten wirtschaftlichen Wohlstand
zu erlangen und dadurch jedes Lani in
die Lage v.u versetzen, seine eigenen
binnenwirt.schaftlichen Ziele besser
zu verwirklichen.
Der Erfolg der Plaza-Vereinbarung
brachte
Schwungkraft
für
weitere
Fortschritte. Beim Gipfel von Tokio
entwickelten wir einen Rahmen für die
multilaterale
Überwachung
unserer
Volkswirtschaften
durch
Anwendung
wirtschaftlicher
Indikatoren.
Der
Direktor des Internationalen Währungsfonds wurde zur Teilnahme an
diesen Treffen eingeladen, wodurch
sichergestellt wurde, daß unsere Perspektive wirklich globalen Charakter
hat. Ferner wurde eine neue Gruppe
gebildet, die G-7, um die politische
Führungsrolle der Staats- und Regierungschefs für die Koordinierungsbemühungen vollständig zum Trager zu
bringen. Dieses Engagement auf höchster politischer Ebene war entscheidend für die bisher erzielten Fortschritte und wird auch von grundlegender Bedeutung für die Aufrecbterhaltung der Schwungkraft im vor uns
liegenden Zeitraum sein.

- 2 -

�Beim Gipfel von Venedig im vergangenen Jahr wurde der Koordinierungsprozeß durch die Verabschiedung
von Absprachen zur
Entwicklung mittelfristiger Ziele und Leistungsindikatoren zur Bewertung von Maßnahmen
und Leistungen weiter gestärkt.
Somit haben die wichtigsten Industriestaaten
nun einen politischen
Mechanismus entwickelt, um ihre Fähigkeit
zur
Koordinierung
wirtschaftspolitischer Maßnahmen zu stärken.
Und obwohl dieser Prozeß noch
in den Kinderschuhen steckt, gibt es
schon viele Beweise dafür, daß er
Früchte trägt. Steuer- wie auch währungspolitische Maßnahmen werden sowohl unter weit- wie auch unter binnenwirtschaftlichen
Gesichtspunkten
entworfen.
Im Ergebnis dessen haben
die Vereinigten Staaten Maßnahmen zur
Senkung des Haushaltsdefizits, Erhöhung der Sparleistung und Verbesserung dor Wettbewerbsfähigkeit getroffen.
Die wichtigsten Überschußländer, Japan und die Bundesrepublik
Deutschland, haben Schritte unternommen, um die Binnennachfrage zu stärken und die Abhängigkeit von exportorientiertem Wachstum zu reduzieren.
Es haben koordinierte Aktionen zu den
Leitzinsen stattgefunden. Die Zusammenarbeit auf den Devisenmärkten wurde aufgrund spezieller Absprachen intensiviert.
Das Ergebnis ist, daß die Weltwirtschaft heute auf einer wesentlich
solideren Grundlage steht. Das Wachstum hält an, ist aber ausgewogener
und unterstützt den Anpassungsprozeß.
Die
Inflationsraten
sind weiterhin
gering, und die außenwirtschaftlichen
Ungleichgewichte
werden
abgebaut.
Die US-Handelszahlen für den Monat
März sind ein Beweis dafür, daß diese
Ungleichgewichte jetzt nominell wie
auch real verringert werden.
Der Koordinierungs,prozeß wurde im
vergangenen Herbst durch den Börsenkrach vom Oktober auf eine ernste
Probe gestellt.
Es wäre jedem von
uns ein leichtes gewesen, sich nach
innen r,u wenden und sich auf kurzfri-

stige Maßnahmen zu konzentrieren, um
die
unmittelbaren
binnenwirtschaftlichen Erfordernisse
zu behandeln.
Stattdessen schloß sich die G-7 noch
enger zusanmen und intensivierte ihre
Anstrengungen zur Erarbeitung einer
kompatiblen und einander verstärkenden Reihe von Maßnahmen, um die gemeinsamen Zielsetzungen zu erreichen.
Diese Bemühungen
(die in vertraulichen Gesprächen zwischen Ministem
und
Notenbankpräsidenten
in
einem
Zeitraum von Wochen durchgeführt wurden) spiegeln sich in der DezemberErklärung der G-7 wider. Damit wurde
auch die ?lexibilität des Koordinierungsproze:3ses
angesichts
einer
schwierigen Lage demonstriert. Seither haben sich die intensivierten zugrundeliegenden politischen Maßnahmen
in einer verbesserten Stabilität der
Devisenmärkte niedergeschlagen.

Engere Koordinierung und
Reformierung des Systems
In dem Maße, wie sich der Prozeß
der Koordinierung zwischen den wichtigsten Industrienationen entwickelt
hat, werden auch weiter Fragen über
die Notwendigkeit einer "grundsätzlichen Reform des Währungusystems"
gestellt.
Das ist nur zu verständlich. Wir haben ganz bestimmt weder
ein
perfektes
Währungssystem
noch
eine umfassende Koordierung unserer
politIschel Maßnahmen. Wir können es
uns nicht leisten, uns auf unseren
Lorbeeren auszuruhen.
Wir brauchen
eine weitere Stärkung und Reform des
Systems.
In welcher Form und in welche
Richtung sollte es sich entwickeln?
Es ist verlockend, durchgreii'ende und
revolutionäre Veränderungen des Systems in Erwägung zu ziehen - insbesondere im Hinblick auf das System
der Wechselkurse. Aber es ist alles
andere als klar, ob solche Veränderungen wünschenswert oder praktikabel
sind.
Man kann zwar eine Reform, die
sich Schritt für Schritt entwickelt,

- 3 -

�nur schwer als solche erkennen. Dennoch bin Ich der Auffassung, daß eine
weitere Stärkung unseres Prozesses
der Koordinierung das beste Mittel
zur Verwirklichung einer weitergehenden Reform des WMhrungssystems ist.
Was sind die Merkmale dieses Ansatzes, Schritt für Schritt oder phasenweise vorzugehen, die ihn zu der
besten verfügbaren Option machen?
- Erstens verbindet es Flexibilität
mit
stärkerem
Engagement
und
größerer
Verpflichtung.
Verschiedene Länder haben sich zu
diesem Prozeß auf höchster politischer Ebene verpflichtet, mittelfristige wirtschaftliche Ziele
neben
Leistungsindikatoren
zur
Bewertung
des Fortschritts in
Richtung auf diese Ziele zu entwickeln.
Dies bedeutet gleichzeitig keinen Verzicht auf Souveränität.
- Zweitens wird dadurch anerkannt,
daß eine Reform des Systems nicht
einfach eine Frage der Wechselkurse oder der Währungsreserven
igt.
Wechselkurse sind sicherlich eine variable Größe von zentraler Bedeutung. Letztlich muß
sich jedoch ein internationales
Währungssystem der Prüfung stellen, ob es zur Unterstützung einer offenen und wachsenden Weltwirtschaft beitragen kann. Hierzu gehören angemessene steuerliche,
währungspolitische
und
strukturelle
Maßnahmen
genauso
wie die Wechselkurse.
Das von
uns entwickelte Indikatorensystem
deckt diese gesamte Bandbreite
politischer Maßnahmen ab.
- Drittens kann das System durch
Verwendung von Indikatoren und
unterschwelligem Druck zu politischen Abhilfemaßnahmen ermutigen, ohne sich auf interne automatische Ausgleichsmaßnahmen zu
verlassen.
- Viertens ist der Anpassungsdruck
unabhängig von binnenwirtschaft- 4

lichen Wechselkursmaßnahraen, wie
dies bei den nennwertorientierten
beziehungsweise den anfangs benutzten flexiblen Kursen der Fall
war. In den Jahren 1985 und 1986
konzentrierte sich die Koordinierung vornehmlich auf die Rolle
der Wechselkurse. Im Jahr 1987
und auch dieses Jahr hat sich der
Akzent zu Veränderungen der zugrundeliegenden politischen Maßnahmen verschoben.
Es ist ein
bedeutender Kraftakt, daß sich
dieser Wandel ohne einer, schwerwiegenden Zusammenbruch des Systems vollzog.
Fünftens enthält der Koordinierungs- und Indikatorenprozeß wegen der genauen Beobachtung von
Überschuß- und
Defizitländern
eine Symmetrie.
Symmetrie ist
ein seit langem angestrebtes
und netwendiges - Element internationaler
Währungsabm.ichungen.
In der Vergangenheit sind Eemühungen zu deren Integration in
das System durch verschiedene automatisch ablaufende Mechanismen
gescheitert, und dies würde wahrscheinlich auch in Zukunft der
Fall sein.
Hingegen sorgt das
derzeit verfügbare Indlkatorensystem für ein strukturelles und
bewertungsmäßiges Gefüge zur Einschätzung der Notwendigkeit von
Maßnahmen Seitens der Defizitwie auch der Uberschußländer.
Sechstens würde ich als letztes
Attribut die Glaubwürdigkeit anführen. In der heutigen Situation weltweiter wirtschaftlicher
Verflechtungen und Kommunikation
ohne
Zeitverlust
liegt
der
Schlüssel bei der Glaubwürdigkeit. Ein Versuch der plötzlichen oder grundsätzlichen Veränderung in der Struktur des Systems durch die Einführung eines
detaillierten
Maßnahmenkatalogs
formeller Zwänge könnte von den
Märkten als zu ehrgeizig und unhaltbar aufgenommen werden, und
solch ein Ansatz könnte den politischen Realitäten oder der Kraft

�der Finanzströme nicht angemessen
gerecht werden.
Die Weltwirtschaft ist zu dynamisch und die Kräfte des Wandels sind
zu stark, um mit großer Sicherheit
vorausschauen und sich eine perfekte
internationale Währungsstruktur vorstellen zu können, die auf die Weltwirtschaft im Jahr 1995 genauso Anwendung finden kann wie auf die des
Jahres 2005.
Daher müssen wir vorsichtig aber
beharrlich voranschreiten, und dabei
für weitere Verbesserungen in dem
Prozeß und dem System ein wachsames
Auge behalten.
In diesem Zusammenhang vereinbarten die wichtigsten Industrienationen im April die Entwicklung
eines
Warenpreisindikators.
Dieser Indikator wird die bereits bestehenden nationalen Indikatoren bei
der Einschätzung und Bewertung wirtschaftlicher Maßnahmen und Leistungen
ergänzen.
Es wird als analytisches
Instrument bei der Untersuchung von
weltweiten
Preisentwicklungen
benutzt, nicht als automatischer Auslöser politischer Maßnahmen oder fester
Halt für Währungen.

schaffen,
der
den
internationalen
EntScheidungsprozessen in der Wirtschaftspolitik Disziplin und Struktur
gebracht hat.
Und unser Ansatz hat
seine Aufgaben erfüllt - natürlich
nicht perfekt.
Ich möchte aber die
deutliche
Prognose wagen, daß die
Weltwirtschaft heute in einem besseren Zustand ist, als sie es gewesen
wäre, wenn wir uns nicht für diesen
Weg entschieden hätten. Meiner Meinung nach werden sich in der Zukunft
zusätzliche Erfolge einstellen.
Viele, die früher an diesem Prozeß zweifelten, haben dessen Vorzüge
erkannt. Im Ergebnis genießt die Zusammenarbeit
derzeit eine breitere
Unterstützung und mehr Impulse, die
sie in die Zukunft tragen sollte,
weit über die Amtsperioden d«r heutigen Regierungen in den G-7 Ländern
hinaus. Wir sind in einiger wenigen
Jahren einen weiten Weg gegangen, und
die Koordinierung von Maßnahmen sollte ein solides Gerüst zur Erreichung
bedeutungs/oller
und
wirkungsvoller
Reformen in den vor uns Liegenden
Jahren darstellen.

Wir werden ferner weitere Maßnahmen in Erwägung ziehen müssen, wie
beispielsweise die Ausweitung des Koordinierungsprozesses, um strukturelle Reformen in Bereichen wie der
Steuerreform, der Liberalisierung der
Finanzmärkte
und der Deregulierung
der Arbeitsmärkte abzudecken. Hierzu
gehört auch die Verwendung von "Uberprüfungsbereichen" für zentrale Indikatoren wie beispielsweise das Wachstum und die Ha.ndelsgleichgewichte,
um die Leistung einer Wirtschaft besser bewerten zu können.

Schlußbeme rkungen
Abschließend möchte ich festhalten, daß unser Prozeß internationaler
Koodinierung wirtschaftlicher Maßnahmen das internationale Währungssystem
reformiert und gestärkt hat. Wir haben einen politischen Mechanismus ge-

- 5 -

* * * * * *

�AMERIKA DIENST
'4-

^

Wirtschaft

Ä&lt;

14. Juni 1988
BAKER SCHLXGT NEUE SCHULDENINITIATIVE VOR
- Rede des amerikanischen Finanzministers vor der
Afrikanischen Entwicklungsbank WASHINGTON - (AD) - US-Finanzminister James Baker hat eine neue Initiative
vorgeschlagen, um den ärmsten Entwicklungsländern zusätzl.che Hilfe bei der
Bewältigung ihrer Auslandsschulden zu gewähren. Dem am 1. Juni von Baker in
einer Rede beim Treffen von Afrikanischer Entwicklungsbank und Afrikanischem
Entwicklungsfonds in Abidjan vorgeschlagenen Plan zufolge wurde es jeder Gläubiger regierung des Pariser Clubs gestattet, Zugeständnisse oei der Neufestsetzung von Zinssätzen zu machen und den ärmsten Ländern längere Rück Zahlungsfristen einzuräumen. In der Vergangenheit hatten sich die im Pariser Club
vertretenen Gläubigerländer - eine informelle Gruppe westlicher Staaten, die
von Zeit zu Zeit zur Überprüfung der Rückzahlurgsbedingungen von Auslandsschulden zusammenkommt - bei Umschuldungsaktionen jeweils auf einen einheitlichen Zinssatz und eine einheitliche Rückzahlungsfrist geeinigt.
Nachfolgend veröffentlichen wir Bakers Rede im Wortlaut:
Wir sind heute aufgrund unseres
groBen Interesses und unserer Entschlossenheit hier zusammengekommen,
um die Menschen in Afrika dabei zu
unterstützen, für sich und ihre Familien ein produktiveres, von zunehmendem Wohlstand geprägtes Leben aufzubauen. Mein heutiger Vortrag und die
Bemühungen der Vereinigten Staaten in
Afrika sowie die Bemühungen der Afrikanischen - Entwicklungsbank
stehen
ganz im Zeichen dieses gemeinsamen
Ziels.

Die Probleme der Region in den achtziger Jahren
Herr Vorsitzender, in den achtziger Jahren sind wir Zeugen energischer Bemühungen zahlreicher afri-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

kanischer Regierungen geworden, um
erneut
c'en Pfad
Wirtschaft 1 .chen
Wachstums einzuschlagen.
Ihre Entschlossenheit zur Wiedergewinnung des
Wachstums wurde unterstützt durch intensive iiternationale Anstrengungen,
die auf 3er Einsicht beruhten, daß
die Volkswirtschaften der Region eindeutig im Verfall begriffen waren.
Zu den nachteiligen Entwicklungen
gehörten ein scharfer Rückgang der
Rohstoffpreise, die daraus entstehenden höheren Anteile der Schuldenlast
am Bruttosozialprodukt und an den Exporterlösen, das Vermächtnis der unproduktiven Politik des Planwirtschaftsmodells sowie eine bedrückende
Hungersnot, die weite Gebiete der Region erfaßte.

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Langsames oder negatives Wachstum
in Verbindung mit hohem Bevölkerungswachstum, Zahlungsbilanz- und Haushai tspr ob leine - all dies waren Anzeichen einer grundlegenden Wirtschaftskrise. Die ungünstigen äußeren Einflüsse, Wetter- und Klimabedingungen
sowie
unhaltbare
wirtschaftspolitische Maßnahmen wirkten zusammen, um
die Brüchigkeit
der afrikanischen
Volkswirtschaften aufzuzeigen.
Im großen und ganzen hatten die
afrikanischen Regierungen geglaubt,
der Staat sei ein Mechanismus zur Erlangung wirtschaftlicher Entwicklung.
In den meisten Ländern wurde der
Staat zum dominierenden Wirtschaftsfaktor. Unternehmergeist und Initiative wurden im Keim erstickt. Regierungen wurden zur Hauptquelle von Arbeitsplätzen für die Gebildeten; sie
kontrollierten
die
landwirtschaftliche Produktion und Vermarktung von
Agrarprodukten;
sie
kontrollierten
den Außenhandel; sie begannen selbst
zu produzieren; sie schützten unwirtschaftlich
arbeitende
Industrien,
kontrollierten die Preise und schrieben durch unterschiedliche Preismechanismen
die
Einkommensniveaus
fest. Ferner erlegten sie Produzenten und Exporteuren Steuern auf, während sie die städtischen Konsumenten
und Importeure subventionierten.
Ressourcen wurden nicht mehr dort
investiert, wo sie den größten Nutzen
erbracht hätten. Die Sparraten sanken, Exporte wurden abgeschreckt und
Importe ermutigt.
Wirtschaftswachstum und Entwicklung kamen zum Stillstand.
Reaktion der afrikanischen
Regierungen und der internationalen
Staatengemeinschaft
Als Reaktion auf diese sich verschärfende Wirtschaftskrise schlössen
sich die afrikanischen Regierungen
und die internationale Staatengemeinschaft zusammen, leiteten politische
Maßnahmen ein und schufen Institutionen für die Wiedergewinnung von Wach-

stum und Entwicklung zu schaffen.
Um zum Ursprung für die Entwicklung dieser Reaktion zu kommen, sollte ich angemessenerweise zunächst erwähnen, daß während dieses Jahrzehnts
der achtziger Jahre die Afrikanische
Entwicklungsbank für nichtregicnale
Mitglieder geöffnet wurde.
Ferner
wurden die Mittel des Afrikanischen
Entwicklungsfonds
erhöht.
Afrikanische Regierungen wurden von der
Weltbank und dem IWF in einen intensiven Dialog über ihre Wirtschaftspolitik eingebunden. Damit wurde insofern die Grundlage für eine internationale Übereinstimmung geschaffen,
als daß verstärkte Hilfe von außen
zur Verfügung gestellt würde, um diejenigen Länder zu unterstützen, die
zur
Durchführung
grundsätzlicher
Wirtschaftsreformen bereit sind.
Die Weltbank
organisierte ein
Sonderprogramm zur Schuldenerleichterung für Afrika, um zusätzliche Mittel für WLrtschaftsreformen zur Verfügung zu stellen. Mit der deutlicheren Definition der Verbindungen
zwischen strukturellen und makrcökonomisehen Erfordernissen der Wirtschaftspolitik verbesserten Weltbank
und IWF ihre Zusammenarbeit, indem
sie ihr gemeinsames Programm der politischen Rahmendokumente einführten.
Diesem Ansatz zufolge entwickeln afrikanische und andere Länder mit geringen pro-Kopf-Einkommen umfassende
Wirtschaftsprogramme, die Kapital von
außen anlocken können. Diese Dokumente sind zu einem ungemein wertvollen Instrument der Koordinierung bilateraler und multilateraler Hilfe
von außen geworden.
Als Teil dieses Prozesses führte
der IWF seine Strukturelle Arpassungseinrichtung
zur
Unterstützung
von Reformen ein und erweiterte diese
Einrichtung mit Unterstützung zahlreicher IWF-Mitgliedstaaten in der
Folge erheblich. Fünfzig Prozent der
Mittel des lDA-8-Fonds werden für afrikanische Projekte und Bemühungen
für politische Reformen bereitgestellt, und ein Großteil dieser Un-

- 2-

t

t
v

�terstützung wird in Verbindung mit
der Strukturellen Anpassungseinrichtung des IWF im Kontext mit dem politischen Rahmenprozeß zur Verfügung
gestellt.
Weitere Impulse ergeben
sich aus der Tatsache, daß bilaterale
Hilfsorganisationen
erst
kürzlich
über 6 Milliarden Dollar an Beiträgen
für von der Weltbank koordinierte Anpassung sprogramme in den am meisten
"schuldenbelasteten" Ländern der Region zugesagt haben.

hierzu in der Lage befindliche Gläubiger! ander für Zugeständnisse bei
der Neufestsetzung von Zinssätzen für
die ärmsten Länder - von Fall zu Fall
- sorgen. Andere Länder könnten zu
einer Entlastung beitragen, indem sie
längere Laufzeiten bei Umgeschuldaten
Krediten als derzeit in Erwägung ziehen. Alles in allem sind wir der
Auffassung,, daß diese Veränderungen
zu einer spürbaren neuen Entlastung
für die ämsten Länder führen können.

Für Afrika sind die Probleme der
Verschuldung oft genannt worden, und
in einige Fällen sind sie weiterhin
sehr ernst. Durch Umschuldungsaktionen des Pariser Clubs bieten die Vereinigten Staaten und weitere staatliche Gläubiger erhebliche Schuldenerleichterungen
zur
Unterstützung
wirtschaftlicher Programme. Um darüber hinaus zusätzlich auf die Wirtschaftsprobleme
Afrikas
einzugehen
hat der Pariser Club ferner begonnen,
den Ländern mit niedrigem Einkommen
und großer Schuldenlast weiteren Zahlungsaufschub ' und bessere Rückzahlungsbedingungen zu gewähren.

Ich sollte hervorheben, daß die
Gewährung einer solchen Differenzierung, die eine Abkehr von der strengen Handhabung von einer Politik
strikter Gleichbehandlung l)edeutet,
eine erhebliche Erweiterung der dem
Pariser Club verfügoaren Optionen zur
Lösung der extrem schwierigen Schuldensituation in den ärmsten Ländern
darstellt.
Dies steht mit unserem
einzelfallorientierten Ansatz bei der
Lösung von Schuldenproblemer in den
Entwicklungsländern im Eink'ang und
ist daher kein allgemeingültiger Ansatz. Es handelt sich um eine besondere verfügbare Technik, um mit einer
weiteren Maßnahme nur den Ärmsten der
Armen zu helfen, deren Rüc&lt;kehr zu
Stablitität und Wachstum zu l^eschleunigen.

Obwohl wir anerkennen, daß die
Neufestsetzung von Zinszahlungen temporäre Liquiditätserleichterung verschafft, muß in diesem Zusammenhang
festgestellt werden, daß die Struktur
dieser neu eingeteilten Schulden häufig ein schweres Problem für die ärmsten Länder darstellt.
Betrachtet
man die unterschiedlichen finanziellen und gesetzlichen Bedingungen, innerhalb derer sich jede Gläubigerregierungen bewegen muß, so ist dies
ist eines der schwierigsten Probleme,
die vom Pariser Club behandelt wurden.
In unserem Fall ist es beispielsweise so, daß der Handlungsspielraum der Vereinigten Staaten
durch Gesetze, Politik und haushaltsmäßige Gegebenheiten beschränkt wird.
Um jedoch zur Lösung dieses Problems beizutragen, möchte ich heute
die
Bereitschaft
der
Vereinigten
Staaten ankündigen, die Bandbreite
von
Möglichkeiten
innerhalb
des
Pariser Clubs zu erweitern, so daß

Engagement für den Reformprozeß und
wirtschaftlichen Fortschritt
Bei meinen Kontakten zu Afrikas
wirtschaftlichen und politischen Führungskräften wurde ich von deren besonders starken Engagement für wirtschaftliche Reformen ermutigt - nicht
nur für die derzeitige Situation,
sondern langfristig bis weit in die
neunziger Jahre hinein.
Ich bin mir darüber im klaren,
daß die Verfolgung dieser Reformen
ein großes Maß an politischem Mut bedeutet. Das Engagement für Reformen
wird von der Erkenntnis getragen, daß
das Ausbleiben der Umstellung der
Wirtschaft - das Ausbleiben der Reformen - bedeutet, die Menschen Hungersnöten, Schulden, Stagnation und

- 3-

�politischer
Unruhe
auszuliefern.
Ganz sicher liegen die Kosten für ein
Versäumnis der Umstrukturierung weit
höher als für die Anpassung.
Obwohl Afrika auch weiterhin viele ernsthafte Problemen belasten werden, zeichnen sich schon positive Resultate aus der Kombination von Finanzierung und Anpassung ab. Es ist
deutlich geworden, daß viele afrikanische Regierungen
langsam aber
sicher den Prozeß der Umkehr aus Jahren des schwachen Wirtschaftswachstums, rückläufigem Pro-Kopf Einkommen, niedrigen Exporten und Schwierigkeiten bei der Bewältigung ihres
Schuldendienstes
einleiten.
Das
Wachstum hat sich in Ländern mit dauerhaften
Wi rtschaftsreformprogrammen
mit jährlich vier Prozent in den Jahren 1986 bis 1987 mehr als verdoppelt. Bedauerlicherweise mußten Länder, die keine Wirtschaftsreformen
durchführten, eine Halbierung ihrer
Wachstumsraten erfahren - bis hin zu
einer Jahresrate von weniger als
einem Prozent. Im Verlauf der Jahre
1984 bis 1986 ist die Pro-Kopf Produktion von Nahrungsmitteln um 4,2
Prozent in den Ländern gestiegen, die
eine
Wirtschaftsreform
verfolgen.
Bei den anderen Länder ohne solche
Reformen lag diese Rate bei lediglich
2,4 Prozent.

Die Notwendigkeit weiterer Entwicklung
Durch die Hinwendung zu den Bedürfnissen .Afrikas gelangen wir zu
einer weitgehenden Übereinstimmung in
der Frage, daß makro ökonomische und
strukturelle Reformen die notwendige
Basis für eine wirkungsvollere Nutzung der Ressourcen liefern.
Sie
stellen ein Klima her, in dem tiefergehende wirtschaftliche Probleme angesprochen werden können.
Für ein
anhaltendes Wachstum und eine fortgesetzte Entwicklung ist jedoch an vielen Fronten noch mehr erforderlich.
Wenn die Agrarproduktion mit dem
Bevölkerungswachstum mithalten soll -

ganz zu schweigen von einer Mehrproduktion - müssen neue Technologien
gefunden
werden.
Wissenschaftler
müssen
ausgebildet,
Forschungsmöglichkeiten verstärkt, neue Samenarten
entwickelt und die Techniken zur Verwaltung des Landes erheblich verbessert werden. Dem Bedarf an Gesundheits- und schulischer Grundausbildung muß ein größerer Stellenwert und
mehr Unterstützung eingeräumt werden.
Inländische und regionale Finanzierungssysteme müssen gepflegt und
gestärkt werden, und sie müssen den
afrikanischen
Unternehmergeist
befruchten können.
Die Märkte zum
Austausch von Gütern müssen sich frei
von übertriebener Regulierung und
Preiskontrollen
entwickeln
können.
Der gesetzliche Rahmen und das wi rtschaf tliehe Umfeld müssen ausländischen Investionen, die technologische und unternehmerische Fähigkeiten mit sich bringen, aufgeschlossen
gegenüberstehen. Im Privatsektor besteht ein großer Bedarf für freie
Entfaltung und Wachstum.
Und wie in jeder anderen Region
der Welt muß der angemessenen Verwaltung von Afrikas natürlichen Ressourcen eine wachsende Aufmerksamkeit zuteil werden. Weite Teile Afrikas befinden sich in einer Umweltkrise.
Wir müssen auf der Grund Lage handeln, daß der Schutz der Umwelt nicht
nur ein gesellschaftspolitisches Problem, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist. Die Konzepte zum Schutz der Umwelt, zum Wirtschaftswachstum und dessen Entwicklung müssen als gemeinsames Ganzes
behandelt werden, wenn sich die Vision vom zukünftigen Wohlstand Afrikas und der anderen Regionen der Welt
erfüllen soll.

Das globale wirtschaftliche Umfeld
Diese vielfältigen Ziele stellen
ein ehrgeiziges Unterfangen für Afrika und seine Führungspersönlichkeiten
dar. Selbstverständlich erkennen wir

�alle an, daß die Gesundheit der Weltwirtschaft eine große Rolle bei der
Bestimmung der zukünftigen Lebenskraft und Richtung des afrikanischen
Wirtschaftswachstums spielt.
Herr Vorsitzender, meines Erachtens ist es wichtig darauf hinzuweisen, daß es im vergangenen Jahr eine
Vielzahl positiver Entwicklungen in
der industrialisierten Welt gegeben
hat, die dazu beitragen sollten, für
eine Stärkung des wirtschaftlichen
Umfelds und anhaltendes Wachstum der
Märkte für Exporte aus afrikanischen
Ländern zu sorgen. Das reale Wachstum des Bruttosozialprodukts in den
Industrienationen lag im vergangenen
Jahr bei drei Prozent - dem vierten
Jahr konjunkturellen Aufschwungs und die Voraussagen sprechen für dieses Jahr von nochmals drei Prozent
Wachstum. Die Handelsungleichgewichte zwischen den größten Industrienationen werden verringert und die Inflation bleibt niedrig.
In den Vereinigten Staaten arbeiten wir energisch an einer Verhinderung protektionistischen Drucks und
erachten diesbezüglich Fortschritte
bei der Uruguay-Runde für absolut
notwendig, wenn ein offenes weltweites Handelssystem erhalten werden
soll, das den entwickelten wie auch
den Entwicklungsländern zugute kommen
kann.
Bei einer Bilanzierung der Bemühungen der Industrieländer zur Unterstützung Afrikas möchte ich hervorheben, daß die Vereinigten Staaten auch
weiter finanzielle Unterstützung zur
Reform des politischen Systems und
für Entwicklungsprogramme in Afrika
auf sehr hohem Niveau bereitstellen trotz der unumgänglichen weiteren
Verringerung unseres eigenen Haushaltsdefizits..
Wir stellen im laufenden Haushaltsjahr fast eine Milliarde Dollar
für bilaterale Wirtschafts- und Nahrungsmittelhilfe an afrikanische Länder südlich der Sahara zur Verfügung.
Auf multilateraler Ebene haben wir

uns zur Zahlung von 2,9 Milliarden
Dollar an die IDA-8, 720 Millionen
Dollar für die vierte allgemeine Kapitalerhöbung der Afrikanischen Entwicklungsbank und 315 Millionen Dollar für die fünfte Ergänzung des Afrikanischen
Entwicklungsfonds
verpflichtet.

Die Rolle der Afrikanischen
Entwicklungsbank
Unter den Institutionen und Programmen, die sich der Afrika betreffenden er.twicklungs- und wirtschaftlichen Probleme annimmt, kommt der
Afrikanischen Entwicklungsbank eine
exponierte Stellung zu.
Seit 3eginn ihrer Mitgliedschaft
haben die Vereinigten Staaten daran
gearbeitet, ein konstruktiver Partner
zu sein und zur Annahme von Maßnahmen
und Praktiken zu ermutigen, üie unseres Erach:ens die Leistungsfähigkeit
und Wirksamkeit dieser Bankengruppe
erhöhen kann.
Bei verschiedenen Anlässen standen wir den seitens der Bank vorgeschlgenen besonderen Kredi ten und
Maßnahmen äußerst kritisch gegenüber.
Unsere Kritik spiegelt jedocn eindeutig keine mangelnde Unterstützung für
die Bank oder ihren Auftrag wider,
sondern vielmehr unser Engagement dafür, daß diese Bank eine leistungsfähigere Brücke der Unterstützung zur
Ermutigung der Entwicklungsbestrebungen Afrikas bildet.
In diesem Zusammenhang möchte ich
auf eine Reihe von Fragen eingehen,
denen wir im Hinblick auf die Fähigkeit der Bank, auf das Wohlergehen
Afrikas einzuwirken, eine zentrale
Bedeutung beimessen.

Kredite mit politischem Ziel
Die erste Frage betrifft Kredite
mit politischem Ziel.
Kredite zur
sektoralen und strukturellen Anpassung müssen in den Schuldnerländern

- 5 -

�die Akzeptanz gesunder Maßnahmen fördern. Unserer Ansicht nach ist dies
ein wichtiges Instrument, mit dem die
Bank ihre Verpflichtung zur Wirtschaftsreform in Afrika untermauern
kann.
Dennoch vertreten wir die Meinung, daß die Bank aufgrund des für
sie relativ neuen Tätigkeitsfeldes
hier mit Bedacht vorgehen muß. Der
Umfang der Gewährung solcher Darlehen
darf nicht schnell ausgedehnt werden,
und die Bank muß sicherstellen, daß
ihre Ausgleichskredite mit anderen gegebenenfalls auch mit der Weltbankgruppe, dem IWF und bilateralen Behörden - abgestimmt sind. Internationale Finanzbehörden müssen im Hinblick auf ihren Erfahrungsaustausch
Partner werden. Sie dürfen beim Prozeß der Entwicklungshilfe keine Konkurrenten sein.

Die Qualität der Kredite
Die Vereinigten Staaten sind der
Ansicht, daß bei der Verbesserung der
Qualität der Kreditvergabe insgesamt
weitere Fortschritte erzielt werden
müssen. Unserer Ansicht nach ist der
Vorstand zur Finanzierung zu vieler
Projekte aufgefordert worden, die
nicht zum wirtschaftlichen Wachstum
beitragen werden.
Wir ermutigen die Verwaltung zur
Zusammenarbeit, um sicherzustellen,
daß bei Projekten Investitionen im
Hinblick auf deren Dringlichkeit getätigt werden und daß sie die notwendigen Voraussetzungen für sichere Erfolge mitbringen. Wir fordern die
Verwaltung auf, ein wirksameres System einzusetzen, um zu gewährleisten, daß die dem Vorstand vorgelegten Kredite im Hinblick auf die Entwicklung und Wirtschaftlichkeit einwandfrei sind.

Der Privatsektor
Unserer Ansicht nach muß die Bank
bei der Entwicklung des Privatsektors

innerhalb Afrikas eine viel größere
Rolle spielen.
Leider stellt sich
nur allzuoft heraus, daß Projekte für
Aktivitäten der öffentlichen Hand
vorgeschlagen
werden,
deren
Leistungsfähigkeit oftmals eine düstere
Bilanz aufweist. Aus diesem Grunde
begrüßen wir den vom Präsidenten eingerichteten
Gesprächskreis
afrikanischer Geschäftsleute, mit dem die
Bank beim Aufzeigen von Wegen unterstützt werden soll, wie sie eine
stärkere Rolle bei der Unterstützung
des Privatsektors spielen kann.

Die Verwaltung der Finanzen
Die Bank hat eine Reihe von
Schritten zur Korrektur finanzieller
Probleme unternommen, aber wir sind
besorgt darüber, daß sie in diesem
Bereich nicht schnell genug vorankommt. Die Verwaltung hat dem Vorstand Vorschläge unterbreitet, die im
Rahmen der Kreditvergabe der Bank
auftretende Risiken bei Zinssätzen
und Wechselkursen mindert. Wir hoffen auf deren baldige Verwirklichung.
Wir sind ebenfalls der Ansicht,
daß die steigenden Ausgaben im Bereich der Administration und ausstehende Forderungen der finanziellen
Situation der Bank Schaden zufügen
können. Wir ermutigen die Mitglieder
zur Unterstützung der Bank durch
rechtzeitige Leistung ihrer Kapitalbeiträge, und wir fordern die Bank
auf, entschlossene Maßnahmen zu ergreifen, die darauf abzielen, das Niveau der Außenstände bei den Krediten
wie auch die zunehmenden Verwaltungskosten abzubauen.
Die Umwelt
Die Bank hat Fortschritte beim
Schutz der Umwelt in Afrika erzielt,
und wir sind der Ansicht, daß die
Bank in diesem Bereich eine wichtige
Rolle spielen sollte. Wir erkennen,
daß die Bank weiterhin unter haushaltsmäßigen Beschränkungen arbeiten
muß, und aus diesem Grund stellt mei-

- 6 -

�ne Regierung der Bank einen Umweltspezialisten zur Verfügung. Wir hoffen, daß die Bank mit der Zeit in der
Lage sein wird, ihre eigene Gilde von
Umweltexperten zu rekrutieren.
Ich fordere die Bank ferner auf,
das vorgeschlagene gemeinsame Modellprojekt Banb-NGO fortzuführen, das
unsere Ziele im Bereich der Umwelt
positiv unterstützen wird.

Und schließlich hat meine Regierung zusammen mit allen internationalen Geberländern die Herausforderung
akzeptiert, gemeinsam mit Afrika an
der Erlangung Ihrer wirtschaftlichen
Ziele zu arbeiten. Diese Ziele sind
ehrgeizig - Beendigung des Hungers,
Wiederherstellung dauerhaften wirtschaftlichen Wachstums und Bereitstellung eines angemessenen Lebensstandards für alle Afrikaner in den
nächsten Jahrzehnten und in ferner
Zukunft.

Schlußbemerkung
Gemeinsam haben wir ehrgeizige
Aufgaben für die Afrikanische Entwicklungsbank und für afrikanische
Regierungen unternommen, die nach Erreichen
eines
dauerhaften
Wirtschaftswachstums streben wie auch für
die internationalen Geberländer insgesamt.
Heute bietet die Leistung
aller Grund zum Optimismus.

Ich danke Ihnen für die Ehre,
heute an diesem großartigen afrikanischen Projekt teilnehmen zu dürfen.
Zum Abschluß möchte ich Ihnen versichern, daß die besten Wünsche und die
Unterstützung meines Landes Sie bei
Ihrer Arbeit zur Sicherung des zukünftigen Erfolges Afrika und seines
stolzen Volkes begleiten.

Der Bank stellt sich die Herausforderung, eine zunehmend wichtigere
Rolle dabei zu spielen, afrikanische
Länder bei der Entwicklung und Umgestaltung ihrer Volkswirtschaften zu
unterstützen, damit sie Wirtschaftswachstum erlangen. Wir sind der Meinung, daß die kommenden Jahre dies
zeigen werden - und wir glauben, daß
die Bank ihren Auftrag ausgezeichnet
erfüllen kann.
Zahlreiche afrikanische Regierungen haben sich der Herausforderung
einer Verwirklichung umfassender Reformprogramme - oftmals mit sehr zufriedenstellenden Ergebnissen - gestellt.
Manche Regierungen leiten
gerade den Prozeß wirtschaftlicher
Reformen und Anpassungen ein. Und
eine Reihe von Regierungen muß diesen
Prozeß noch aufnehmen. Für diese Regierungen an der Schwelle haben wir
ein besonderes Wort der Ermutigung,
und wir betonen unsere - wie ich meine - gemeinsame Bereitschaft, aktiv
mit Ihnen zusammenzuarbeiten, wenn es
darum geht, Bestrebungen für Anpassung und dauerhaftes Wachstum zu unterstützen.

- 7-

* * * * * *

�x e ° ST;

AMERIKA DIENST
Wirtschaft
14. Juni 1988

SCHULDENTILGUNG DER ENTWICKLUNGSLÄNDER UND LANDWIRTSCHAFT
THEMEN BEIM GIPFEL
- Informationsgespräch im Foreign Press Center -

WASHINGTON - (AD) - Dem Staatssekretär für Wirtschaftsfragen W. Allen
Wallis zufolge werden der Schuldenerlaß für die ärmsten Entwicklungsländer und
die Kontrolle nationaler Subventionsmaßnahmen in der Landwirtschaft zwei der
zentralen Themen sein, die von den Staats- und Regierungschefs der wichtigsten
Industrienationen auf dem diesen Monat stattfindenden Gipfel in Toronto erörtert werden.

Wallis erklärte gegenüber Reportern am 9. Juni 1988 im Washingtoner
Foreign Press Center, die USA, Frankreich, Großbritannien und Kanada würden bei ihrer vom 19. bis 21. Juni
stattfindenden
Zusammenkunft
Vorschläge zur Erleichterung der Schuldenlast der ärmsten Entwicklungsländer vorlegen.
Am Wirtschaftsgipfel der Industrienationen werden ebenfalls die
Staats- und Regierungschefs
Japans,
der Bundesrepublik Deutschland, Italiens und der Europäischen Gemeinschaft teilnehmen.
Es handelt sich
um die 14. regelmäßig jedes Jahr
stattfindende Gipfelbegegnung.
Obwohl
Wallis
eine
möglicher
amerikanischer

Erörterung
Vorschläge

United States Information Service
Embassy of the United States of America

ablehnte, verwies er auf die Rede von
Finanzminister James Baker beim Jahrestreffen der Afrikanischen Entwicklungsbank Anfang Juni.
Baker hatte
hier zu einer größeren Flexibilisierung von Seiten der einzelnen Gläubigerländer gegenüber den ärmsten Ländern durch eine Zinsverbilligung und
die Verlängerung von Laufzelten bei
Darlehen aufgerufen.
Wallis wurde zu der Regierungsmeinung über die soeben verlautbarten
französischen Vorschläge befragt, in
dem die Hauptgläubiger zur Verwirklichung einer der drei Lösungsraögllchkelten des Schuldenproblems der
ärmsten
Länder
aufgerufen
werden:
Konsolidierung und Verlängerung der
Laufzeiten von Krediten, Verkürzung
der
Fälligkeit
bei
gleichzeitiger

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Zinsverbilligung um bis zu 50 Prozent
oder völlige Streichung von einem
Drittel der von der Regierung vergebenen oder abgesicherten Warenkredite.
Wallis zufolge ist es wahrscheinlich, daß die Vereinigten Staaten einen dieser Vorschläge akzeptieren, aber nicht in der Lage sind,
einen zusätzlichen Vorschlag anzunehmen.
Der Staatssekretär wollte
hierzu keine weiteren Ausführungen
machen und fügte hinzu, dieses Thema
müsse vom Finanzminister erörtert
werden.
Wallis zufolge würden sich die
beim Gipfel vertretenen Staats- und
Regierungschefs im Hinblick auf den
Handel mit landwirtschaftlichen Gütern wahrscheinlich auf eine Formel
verständigen, die der Vereinbarung
der Finanz- und Handelsminister beim
Ministertreffen der Organisation für
wirtschaftliche
Zusammenarbeit
und
Entwicklung (OECD) im Mai nahekommt.
Bei dem OECD-Treffen einigten
sich die Mitgliedstaaten darauf, Rahmenbedingungen zur Lösung sämtlicher
Probleme in der Landwirtschaft bis zu
dem Zeitpunkt anzustreben, wenn die
Handelsainister
im
Dezember
in
Montreal zu einer Zwischenbilanz der
derzeitigen Uruguay-Runde multilateraler Verhandlungen über den Handel
zusammenkommen.
In dem OECD-Kommunique heißt es:
"Es ist wichtig, daß eine Zwischenbilanz dem Verhandlungsprozeß zusätzliche Impulse gibt...
Zu diesem
Zweck solLten die Mitgliedstaaten
Rahmenbedingungen vereinbaren..., zu
denen lang- wie . auch kurzfristige
Elemente gehören sollten, die den im
vergangenen Jahr in Gang gesetzten
Reformprozeß vorantreiben und die
derzeitigen Spannungen auf den Märkten für landwirtschaftliche Güter beseitigen werden."
Wallis erklärte den Reportern gegenüber, die Landwirtschaft sei "das
schwerwiegendste Problemfeld der heutigen Weltwirtschaft".

Er fügte hinzu, die ihre landwirtschaftliche Produktion subventionierenden Länder würden nicht nur Unmengen von Ressourcen verschwenden,
sondern es würde für nicht-subventionierende Länder zunehmend schwieriger, auf den Weltmärkten zu konkurrieren.
Er verwies darauf, daß der amerikanische Kongreß im nächsten Jahr ein
neues Landwirtschaftsgesetz entwerfen
will und daß es für die Vertreter der
Landwirte in den einzelnen Bundesstaaten leichter sein wird, sich für
einen Abbau staatlicher Unterstützung
auszusprechen, wenn sie Fortschritte
bei den im Rahmen der Uruguay-Runde
geführten Gespräche entdecken.
Wallis verwies darauf, daß der
Gipfel in Toronto insgesamt weniger
umstritten sein könnte als einige der
voraufgegangenen
Gipfeltreffen.
"Insgesamt gesehen besteht bei politischen Fragen Übereinstimmung", und
die
Volkswirtschaften
der
sieben
wichtigsten Industrieländer florieren.
Wallis zufolge werden wahrscheinlich Gespräche über wirtschaftliche
Koordinierungsprozesse
stattfinden
wie auch über den Vorschlag von Finanzminister Baker, die Länder sollten "Kontrollzonen" für wichtige Indikatoren wie Wachstum und Handelsbilanz in Erwägung ziehen. Baker betrachtet solche Zonen als Möglichkeit
der Einschätzung, ob die Leistungen
der Volkswirtschaft eines Landes erheblich von einem angemessenen Kurs
abweichen und korrektive Maßnahmen
erforderlich sind.
Wallis betonte
jedoch, daß darüber beim Gipfeltreffen keine Entscheidung fallen wird.
Er erklärte, die Staats- und Regierungschefs würden erwartungsgemäß
über Bakers Vorschlag zur Entwicklung
eines Warenpreisindikators diskutieren, der in den Gipfelländern einen
der nationalen Indikatoren für ökonomische Maßnahmen und wirtschaftliche Leistung bilden soll. Dieser
Vorschlag wurde von den Finanzministern der sieben Länder im April
angenommen.

�Ein weiterer wahrscheinlich beim
Gipfeltreffen angesprochener Themenkreis ergibt sich Wallis zufolge aus
der Notwendigkeit, daß die Finanzminister den Ausbau des Koordinierungsprozesses
unter
Einbeziehung
von
Strukturreformen in Erwägung ziehen.
Obwohl Baker bisher auf keine Einzelreformen direkt eingegangen ist, hat
er in der Vergangenheit auf die Steuerreform, die Liberalisierung der Finanzmärkte und die Deregulierung der
Arbeitsmärkte verwiesen.
Der Staatssekretär erklärte, andere zur Diskussion anstehende Themenbereiche seien Drogen und Umwelt.
Der Ablauf des Gipfeltreffens von
Toronto wird im Großen und Ganzen so
erfolgen wie bei den voraufgegangenen
Gipfeltreffen,
wobei
insbesondere
Zwanglosigkeit Wert gelegt werde, erklärte Wallis. Es wird kein einzelnes Kommunique geben. Wallis zufolge
werden
erwartungsgemäß
von
den
Staats- und Regierungschefs lediglich
zwei Erklärungen abgegeben, am 20.
Juni eine politische Erklärung zu
Themen wie Terrorismus und Ost-WestBeziehungen und am 21. Juni ein Kommunique zur Wirtschaft.
Wallis verwies auf eine zusätzliche Sitzung zur Wirtschaft am frühen Abend des 20. Juni als neues organisatorisches Element. Bei dieser
Sitzung werden Probleme angegangen,
die als "wichtig, aber nicht dringlich" erachtet werden. Dem Staatssekretär zufolge wird dabei der Versuch einer .Vorausschau auf die Welt
in den kommenden drei Jahrzehnten unternommen.
Um für die zusätzliche wirtschaftliche Sitzung Zeit zu schaffen,
werden die Staats- und Regierungschefs am 19. Juni eher mit einer
Nachmittagssitzung über Wirtschaftsfragen beginnen.
Darauf folgt ein
Abendessen, bei dem politische Fragen
das Thema sein werden.

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