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                  <text>AMERIKA DIENST
'VON

*

18.

19

Mai 1 9 8 8

I N H A L T

DOKUMENTATION
Reagan 'zuversichtlich* ober die Zustimmung
- Pressekonferenz des Präsidenten -

des Senats zu INF

Shultz;
INF 'vorteilhaft" fflr Vereinigte Staaten und NATO
- Erklärung vor dem Auswärtigen Ausschuß des US-Senats Shultz; Technische Probleme der Verifizierung von INF gelSst
- Erklärung des amerikanischen Außenministers in Genf -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Neuer Tollwut-Impfstoff verbilligt die Behandlung
- Ein Produkt der Gentechnik -

* * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
Dokumentation

19

18. Mai 1983
REAGAN "ZUVERSICHTLICH" ÜBER DIE ZUSTIMMUNG DES SENATS ZU INF
- Pressekonferenz des Präsidenten -

VIASHINGTON - '• \D) - Präsident Reagan erklärte, er sei "hoffnungsvoll und
zuversichtlich", cViß der Senat angesichts der Aufnahme seiner Debatte über den
INF-Vertrag am 17. Mai ebenfalls zu der Ansicht gelangt, daB es sich bei dem
Vertrag um einen 'diplomatischen Meilenstein" handelt und seine Zustimmung zur
Mitwirkung der Ver einigten Staaten geben wird.
Bei seinem übt rraschenden Auftritt im Besprechungszimmer des Weißen Hauses
am 17. Mai versprach der Präsident dem amerikanischen Volk ebenfalls einen umfassenden Bericht über die Verhandlungen zur Absetzung des panamaischen Machthabers Manuel Noriega und begrüßte die Verbesserungen in der amerikanischen
Außenhandelsbilanz.
Nachfolgend veröffentlichen wir den Text der Pressekonferenz:
Ich
möchte
heute
eine
kurze
Stellungnahme abgaben. Zunächst einmal freue ich mi :h darüber, daß der
Mehrheitsführer im Senat, Bob Byrd,
und der Führer iier Republikanischen
Partei,
Bob
Dole,
übereingekommen
sind, Überlegungen zu einem Vertrag
anzustellen, mit dem eine gesamte Kategorie amerikanischer und sowjetischer Mittelstreckenraketen beseitigt
wird. Dieser im vergangenen Dezember
unterzeichnete Vertrag hat die amerikanisch-sowjetischen
Gespräche
über
Waffensysteme
auf einen
Kurs gebracht, der über Rüstungskontrolle
hinausgeht und eine echte Reduzierung
von Nuklearwaffen ansteuert.

der Ansicht gelangen wird, daß dieser
Vertrag einen diplomatischen Meilenstein darstellt und seine Zustimmung
zur Mitwirkung der Vereinigten Staaten gibt.

Ich bin hoffnungsvoll und zuversichtlich, daß der Senat nach sorgfältigen
Überlegungen ebenfalls zu

Vor einigen Tagen habe ich vom
Kongreß eine Vorlege für ein Handelsgesetz erhalten, meine Botschaft an

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Zweitens gab es gute Neuigkeiten
in der Handelsbilanz von März, die
besten Neuigkeiten in diesem Bereich
seit März 1985. Mit dem um 4 100
Millionen Dollar gesunkenen Handelsdefizit und den um 5 400 Millionen
Dollar gestiegenen Exporten ist dies
ein eindeutiger Beweis dafür, daß die
Handelsbilanz sich mit unserer weiterhin wachsenden Wirtschaft verbessert.

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D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�den Kongreß wird gegenwärtig noch
überprüft, und ich rechne in einigen
Tagen
mit
ihrer
Veröffentlichung.
Aber die Neuigkeiten von heute unterstützen das, worauf wir schon immer
hingewiesen haben - daß dies nicht
die Zeit ist, um dem Handel Bechränkungen
aufzuerlegen,
Anreize
für
freie und offene Märkte zu verringern
oder Arbeitsmöglichkeiten zu eliminieren. Wir wollen mehr, nicht weniger Arbeitsplätze, und wir wünschen
uns einen Arbeitsmarkt, der allen arbeitsfähigen Männern und Frauen offensteht.
Ich bin bereit, mir die Xrmel
aufzukrempeln und wieder einmal gemeinsam mit dem Kongreß ein Handelsgesetz zu erarbeiten, mit dem diese
Tendenz zur weiteren Schaffung von
Arbeitsplätzen und zu größerem wirtschaftlichen
Wachstum
fortgesetzt
werden kann.
Frage:
Herr Präsident, warum haben
Sie ihre Zustimmung dazu gegeben, daß
die Anklage gegen General Noriega wegen
Drogengeschäften
fallengelassen
wird? Liefert das nicht den Demokraten
Munition
für
die
Präsidentschaftskampagne?
Antwort:
Nicht
wenn
sie warten,
bis es etwas zu erklären gibt. Wir
verhandeln gerade, und ich kann keinen Kommentar über laufende Verhandlungen abgeben. Ich wäre dumm, wenn
ich das täte. Manche Dinge muß man
für sich behalten, wenn man mit jemandem argumentiert. Zu einigen Diskussionspunkten ist noch keine Entscheidung getroffen worden, und ich
muß sagen, daß vieles von dem, was
Sie als Berichte behandelt haben, auf
irgendwelchen undichten Stellen oder
Fehlinformationen
beruht,
weil
es
keine Tatsachen gibt, die dies belegen.
Frage: Wenn Sie diesen einen Punkt
noch klären könnten: haben Sie zugestimmt, daß die Anklage gegen irgendein Vergehen Noriegas fallengelassen
wird?

Antwort:
Ich muß wiederum sagen,
daß man bei Verhandlungen - und ich
habe 25 Jahre lang als Gewerkschaftsvertreter an Verhandlungen über Arbeitsbeziehungen mitgewirkt - nicht
der Öffentlichkeit preisgibt, worüber
verhandelt wird.
Frage:
Herr Präsident, jetzt, wo
die
Konservativen
in
Gestalt
der
Washington Times Justizminister Edwin
Meese über Bord geworfen haben, wo im
Ministerium die Moral nachläßt und
das Justizministerium im Land im Hinblick auf seine Integrität an Respekt
verliert - stehen Sie immer noch hinter Meese und haben volles Vertrauen
zu ihm, oder werden Sie ihn aus dem
Amt drängen?
Antwort:
Nein,
Vertrauen zu ihm.
Frage:

ich

habe

volles

Warum?

Antwort:
Weil zwar viele Anschuldigungen erhoben wurden, aber nichts
bewiesen worden ist, und ich habe
keine Beweise für irgendein Fehlverhalten seinerseits, das in den umherschwirrenden Anschuldigungen erkennbar wird.
Und meiner Ansicht nach
sollten Sie gerade über dieses Thema
mit ihm persönlich sprechen.
Ich
denke, daß es im Hinblick auf diese
jüngste Anschuldigung mehr gibt, als
wir uns unmittelbar vorstellen.
Frage:
Was meinen Sie damit?
Worauf beziehen Sie sich?
Heißt das,
Eastland hat etwas getan, um den Justizminister in ein falsches Licht zu
rücken?
Antwort:
Nein, er hat selbst eine
Erklärung abgegeben, daß es bei allem, was geschehen ist, keine Animositäten gegeben hat. Aber ich denke,
Sie sollten mit dem Justizminister
darüber sprechen.
Frage:
Besteht die Rolle des Pressesprechers nun darin, Verteidiger zu
sein?
Antwort:

Nun,

jemand

hat

Spekula-

�tionen darüber abgegeben, daß all
dies einen Grund hatte. Und ich denke, Sie sollten mit dem Justizminister sprechen.

und in den Nachrichten davon gehört.

Frage:
Herr
Präsident, wenn
Siei
nichts zu den Verhandlungen mit Noriega sagen können, möchte ich Siei
dennoch über ihre politischen Zielet
befragen.
Sie haben in der Vergangenheit gesagt, das Ziel bestünde ini
einem
Machtverlust
Noriegas.
Bei
verschiedenen Geelgenheiten haben Sie&gt;
davon gesprochen, er solle das LandJ
verlassen, und bei anderen Gelegenheiten haben Sie das vermieden. Besteht ihr Ziel nicht nur darin, daß5
Noriega die Macht abgibt, sondern1
auch, daß niemand von seinen KumpanenI
in seinem Namen Macht ausübt?

Antwort:
...und
nein,
ich
werde
nichts von dem aufgeben, was wir dort
durchzuführen versuchen.

Antwort:
Ich sagte, dazu würde ichi
keinen Kommentar abgeben, aber etwas3
kann ich doch kommentieren. Wir sind3
daran interessiert, daß in Panama diei
Demokratie
wiederhergestellt
wird..
Es hat nicht etwa mit diesem Mann angefangen, sondern bereits vor einigerr
Zeit rangierte unter jemand anderemn
der Befehlshaber der Nationalgarde ini
Panama plötzlich vor dem Präsidenteni
und hat der Regierung Vorschrifteni
gemacht. Unserer Ansicht nach ist ess
Zeit, daß die Demokratie in Panamaa
wiederherstellt wird.
Und das istt
das Ziel unserer Verhandlungen.
Frage:
Wenn jemand Kontrolle überr
die Regierung ausübt - wenn Noriegaa
der Drahtzieher im Hintergrund ist können Sie das akzeptieren?
Antwort:
Nicht, wenn wir die Demokratie in Panama neu errichtet haben.
Aber ich kann dazu keine weiterenn
Kommentare abgeben. Wir befinden unss
inmitten echter Verhandlungen.
Frage:
Dennoch besteht die Furcht,
,
daß ein Ausverkauf stattfindet.
Man
n
fürchtet, daß Sie einem Pakt zustimmen, der unter dem Feigenblatt derr
Wiederherstellung von Demokratie Noriega an der Macht läßt.
Antwort:

Ich

habe

all

das

Frage:
Nun, wenn Sie dazu
Stellung nehmen möchten...

nicht

Frage:
Herr Präsident, es hat auch
Anschuldigungen gegeben, wonach diese
Regierung von Drogengeschäften in Zusammenhang mit dem Contra-Nachschub
wußte - möglicherweise eine illegale
Operation zur Beschaffung von Nachschub für die Contras.
Können Sie
uns und den Kongreßausschüssen, die
diese Frage untersucht haben, versiehern, daß weder die Regierung noch
die CIA oder irgendeine andere Behörde dieser Regierung an Drogenschmuggel beteiligt waren, für den dieselben Flugzeuge benutzt wurden, die
Waffen für die Contras transportierten?
Und führen Sie Untersuchungen
durch - falls Sie nicht darüber Bescheid wußten -, um herauszufinden,
ob an diesen Behauptungen irgendetwas
wahr ist?
Antwort:
Alles, was
ich
darüber
wußte, bevor eine Anklage erhoben
wurde, die sich offensichtlich auf
ausreichendes Beweismaterial stützte
- daß früher Gerüchte aufgetaucht waren, wonach er Informationen über die
Situation in Mittelamerika lieferte wie ich glaube an unseren Nachrichtendienst CIA. Es gab Gerüchte über
mögliche Drogengeschäfte - aber niemand war je in der Lage, diesen Gerüchten Substanz zu verleihen.
Und
dann geschah dieses letzte Ereignis,
und es ist mir nicht klar, ob er gerade damit angefangen hatte oder ob
die ganze Sache schon länger lief.
Frage:
Aber es gibt weitere Anschuldigungen, denen
zufolge
diese
Regierung in Drogenschmuggel mit denselben Flugzeugen verwickelt ist, mit
denen Waffen an die Contras geliefert
wurden, ohne daß Noriega dabei eingeschaltet war.
Wußten Sie etwas davon? Ist irgendetwas davon wahr?

gelesen
- 3 -

�Antwort:
Nein.
Nein, das einzige,
das ich wußte, war, als wir durch
eine
Geheimoperation
herausfanden,
daß die Sandinisten Drogen aus ihrem
Land herausschmuggelten, und leider
wurde der Pilot des bei dieser Operation benutzten Flugzeuges kurz darauf
in einer amerikanischen Stadt niedergeschossen. ..
Frage:
Aber Sie gehen diesen
sten Anschuldigungen nach?
Antwort:

jüng-

Ja, das tun wir.

Frage:
Herr Präsident, wie können
Sie, wenn man ihre harte Linie zu Beginn der Entwicklung in Panama berücksichtigt - als Sie sagten, Noriega müsse außer Landes gehen und
daß die Dominikanische Republik dafür
nicht weit genug entfernt sei und unter Berücksichtigung unserer Anerkennung von Delvalle als Präsident - wie
können Sie irgendeinen Kompromiß eingehen, ohne dabei Ihre ursprünglichen
politischen Ziele aufzugeben?
Antwort:
Ihre Frage würde wiederum
zu etwas führen, was gegenwärtig diskutiert wird. Und ich kann Ihnen nur
sagen,
daß
wir
einfach
niemanden
reinwaschen werden.
Frage:
Herr Präsident, Sie haben
wiederholt verneint, daß die Astrologie irgendeine Rolle bei der Festlegung der Politik gespielt habe, aber
Sie sind der Frage ausgewichen, ob
sie eine Rolle bei der Festlegung von
Terminen gespielt hat. Neben Mr. Regan hat eine Reihe von Mitarbeitern
angedeutet, daß Astrologie Einfluß
auf die Terminplanung hatte, darunter
auch das Datum für die Unterzeichnung
des INF-Vertrages.
Warum haben Sie
so etwas zugelassen?
Antwort:
So etwas ist nicht geschehen.
Und diese ganze Geschichte
geht auf eine Geschichte zurück, bei
der gedruckt wurde, daß dies mit der
Terminierung einer meiner Operationen
zusammenhänge. Nun, es ist überhaupt
nichts von der Art geschehen.

Und
Sie wissen
auch, daß es
nichts damit zu tun hatte, als ich
als Gouverneur eingeführt wurde, daß
ich den Amtseid um Mitternacht ablegte - genauer, eine Minute nach Mitternacht. Als ich damals zum ersten
Mal zum Gouverneur gewählt wurde, begann der noch amtierende Gouverneur,
den ich besiegt hatte, verschiedene
befristete Stellungen und Richterposten zu besetzen. Dies nahm ein solches Ausmaß an, daß ich bei meinem
Amtsantritt eine völlig neue Regierung vorgefunden
hätte.
Nun, ich
konnte nicht viel daran ändern. Bis
zu meiner Einführung war er noch im
Amt.
ich fragte den Leiter meiner
Wahlkampagne, Bill Roberts, wann der
frühestmögliche
Termin
für
meinen
Amtsantritt
sei.
Und er erklärte
mir:
"Eine Minute nach Mitternacht
am Abend vor der feierlichen Einführung." Und ich erwiderte: "Ich werde eine Minute nach Mitternacht meinen Eid ablegen." So geschah es dann
auch, und so konnte ich zumindest
einen halben Tag früher die Besetzung
von Ämtern stoppen, weil ich ihm dazu
keine Zeit mehr ließ, denn am nächsten Nachmittag wurde ich in mein Amt
eingeführt.
Frage:
Wir
sprechen
von
einigen
bestimmten
Vorfällen.
Bestreiten
Sie, daß weder Sie noch Mrs. Reagan
zu irgendeiner Zeit hier im Weißen
Haus mit Hilfe der Astrologie Termine
für Reisen oder die Unterzeichnung
des INF-Vertrages festgesetzt haben?
Ich muß sagen, daß dies dem widerspricht, was uns von vielen ihrer Berater gesagt wurde.
Antwort:
Nun, ich kann ihnen nur
erzählen, daß ich nach den Schüssen
auf mich, die sicherlich eine traumatische Erfahrung für meine Frau bedeuteten ...
Frage:

Und für Sie.

Antwort: ... Nein, ich war zuversichtlich, daß ich mich wieder erholen würde. Außenstehende können das
nicht wissen. Aber ein Freund - sie
bekam damals viele Anrufe von Freun-

- 4 -

�den - ein Freund rief an und sagte,
er hätte sich gewünscht, vorher gewußt zu haben, was ich an diesem Tag
unternehmen wollte und er erwähnte
jemand, der gesagt habe, das alle
Zeichen schlecht gewesen seien u.s.w.
Und Nancy litt unter diesem Trauma, das nicht so leicht zu überwinden
war, und so kam es für eine kurze
Zeit, daß sie bei ähnlichen Terminen
wie dem, bei dem ich angeschossen
wurde, fragte, wie es denn aussehe.
Aber es wurden niemals irgendwelche
Änderungen vorgenommen.
Frage:
Aber warum die
nung des INF-Vertrages?
Antwort:

Unterzeich-

Wie bitte?

Frage:
Warum ein
Unterzeichnung ...

Ereignis

wie

die

Antwort:
Hein, die war davon nicht
betroffen.
Das
war
wiederum
nur
Schall und Rauch, und wir haben keine
Entscheidungen auf dieser Grundlage
getroffen, wir stellen unser Leben
nicht darauf ab.
Ich möchte aber
niemanden
beleidigen,
der
daran
glaubt oder sich ernsthaft damit beschäftigt. ..
Frage:

Glauben Sie daran?

Antwort:
Ich
lasse
mein
Leben
nicht davon leiten, aber ich kann die
Frage auch nicht verneinen, weil ich
zu wenig darüber weiß, um zu entscheiden, ob wirklich etwas daran ist
oder nicht.
Frage:
Glauben sie daß der Mordanschlag gegen sie hätte verhindert
werden können?
Antwort:
Nein, dieser Freund dachte, daß dies für mich ein denkbar
schlechter Zeitpunkt war, daß ich etwas hätte tun können - nun, wir taten
nichts.
Frage:
Herr Präsident, Sie haben
oft von ihrem Glauben an die Integrität und Ehrlichkeit Ihres Justizmini-

sters gesprochen.
Ich möchte dazu
noch eine andere Frage stellen: Sind
Sie nicht der Ansicht, daß all diese
Rücktritte
und
die
Schwierigkeit,
diesen Posten zu besetzen und die Angriffe aus so vielen Richtungen
selbst wenn er ein Mann von Integrität und Fähigkeiten ist -, meinen Sie
nicht, daß er die Arbeit des Justizministeriums blockiert und ist das
nicht Grund genug für ihn, zurückzutreten?
Antwort:
Nein, denn ich bin der
Ansicht, daß es seit einiger Zeit
eine Tendenz gibt - und das gilt
nicht nur für ihn, auch für andere -,
derzufolge Anschuldigungen oder Behauptungen als Verurteilung aufgefaßt
v/erden.
Und es gab davon viel zu
viel. In diesem unserem Land ist man
unschuldig, solange man nicht ohne
jeden Zweifel für schuldig befunden
wird.
Und nichts ist bewiesen worden. Weiterhin werden diese Anschuldigungen erhoben. Dies traf auch auf
andere zu. Das galt für Ray Donovan,
und sein bissiger Satz paßt meiner
Meinung
nach zu dieser Situation.
Als er gänzlich von jeder Schuld
freigesprochen wurde, sagte er: "Wer
wird mir meinen Ruf zurückgeben?"
Dies
gilt
auch
für
Beggs,
der
schließlich aufstand und von seinem
NASA-Posten zurücktrat - aufgrund von
Dingen, die er angeblich vor seinem
Eintritt in den Staatsdienst getan
hatte -, und er wurde von allen Anschuldigungen freigesprochen. Es gab
nicht den geringsten Beweis für irgendeine dieser Anschuldigungen.
Frage:
Erklären Sie also, daß Mr.
Meese im Amt bleiben sollte, falls
gegen ihn keine Anklage erhoben wird?
Oder kann es geringfügigere Anschuldigungen geben, die zu einer Anklage
nicht ausreichen und trotzdem Grund
für seinen Rücktritt wären?
Antwort:
Meiner Ansicht nach würde
sein Rücktritt bedeuten, daß er, wie
er selbst einmal gesagt hat, in diesem Fall der Rest seines Lebens von
dieser
Angelegenheit
überschattet
würde, ohne daß jemals irgendetwas

- 5 -

�bewiesen wurde.
Frage:
Noch eine Frage zu Noriega.
Die Kombination von Sanktionen und
Verhandlungen ist schon seit geraumer
Zeit
angewandt
worden,
und
es
scheint, als sähen die Vereinigten
Staaten
dabei
zunehmend
schwächer
aus. Sind Sie nicht etwas ärgerlich
darüber, daß es Noriega gelungen ist,
die Vereinigten Staaten zu erniedrigen und bloßzustellen?
Antwort:
Nun, wir hatten gehofft,
daß wir es dem Volk Panamas selbst
ermöglichen könnten, Druck auszuüben
und etwas zu tun. Ich nehme an, die
Tatsache, daß sie dabei mit ihren
eigenen
Streitkräften
konfrontiert
wurden, die bereit waren, auf sie zu
schießen, hat ihren Elan gedämpft.
Wir verhandeln weiter, und unser Ziel
bleibt dasselbe.
Frage:
Xrgern Sie sich nicht über
die Tatsache, daß die Vereinigten
Staaten ein so schwaches Bild abgegeben haben, als sie sich gegen diesen
Mann wandten?
Antwort:
Es tut nichts zur Sache,
ob ich ärgerlich bin oder nicht. Zur
Situation in Panama kann ich keinen
Kommentar über die laufenden Verhandlungen abgeben.
Zu gegebener zeit
werde ich eine eingehende Erklärung
an das amerikanische Volk richten.
Frage:

schließungen, die nicht in dieses
Handelsgesetz passen und daß Sie es
andernfalls unterstützen würden.
Antwort:
Das ist der Hauptpunkt.
Es gibt da andere Dinge, von denen
ich nicht glaube, daß sie hilfreich
sind oder auch nur dahingehören. Es
ist zur Gewohnheit geworden, allen
Gesetzen im Kongreß im Interesse einzelner Staaten liegende Bestimmungen
anzufügen. Und das trifft auch hier
zu. Das ist der Hauptpunkt.
Und all meine Amtskollegen aus
anderen Ländern - die Staats- und Regierungschefs der Länder, zu denen
wir Handelsbeziehungen unterhalten haben mich beim Wirtschaftgipfel zum
"amerikanischen Wunder" befragt. Ich
habe bei der Beantwortung ihrer Fragen festgestellt, daß sie selbst bedauern, wie sehr die staatlichen Regulierungen und Vorschriften in ihren
Ländern sowie die Regeln für Beschäftigungsverhältnisse
sie hemmen und
ihnen die Art von wirtschaftlicher
Erholung versagen ...
Frage:
Sind
batschow?

Sie

bereit

Frage:
Hat Regan ihren Ruf
digt, Herr Präsident?
Antwort:
Ich mache
über seinen Ruf.

mir

Wird das bald geschehen?

Antwort:
das.

Ich

wünschte,

ich

wüßte

Frage:
Herr Präsident, wie stark
sind Sie verletzt worden durch ...
Frage:
Haben
für Don Regan?

Sie

eine

für

Botschaft

Frage:
Manche behaupten, Herr Präsident, wenn der Kongreß ungeachtet
ihres Vetos für das Handelsgesetz
stimmen würde, hätte es einen ähnlichen Effekt wie Smoot-Hawley.
Warum
sagt die Regierung jetzt, es seien
nur die Bestimmungen über Firmen- 6 -

* * * * *

eher

Gor-

geschä-

Sorgen

�AMERIKA DIENST
Dokumentation

18. Mai 1988

19

SHÜLTZ:

INF "VORTEILHAFT" Für VEREINIGTE STAATEN UND NATO

- Erklärung vor dem Auswärtigen Ausschuß des US-Senats -

WASHINGTON - (AD) - Außenminister Shultz hat in einer Erklärung vor dem
Auswärtigen Ausschuß des US-Senats am 16. Mai den Senat aufgefordert, den Vertrag zur Abschaffung der Mittelstreckenraketen (INF) mit der Sowjetunion zu
ratifizieren. Er nannte die Übereinkunft "vorteilhaft" für die NATO und die
Vereinigten Staaten. Des weiteren betonte der Minister, daß der Vertrag "in
unserem Sicherheitsinteresse liegt". Er "beseitige "ein fü'r alle Male" eine
atomare Bedrohung durch die Sowjets, mit denen die NATO-Verbündeten wie auch
"unsere Freunde und Verbündeten im Pazifik" konfrontiert waren.
Nachfolgend bringen wir die Erklärung im Wortlaut:
Dies ist das dritte Mal, daß ich
mich vor diesem Komitee für den INFVertrag ausspreche. In den zwei Monaten, seit ich das letzte Mal hier
erschien, hat sich die Diskussion
über den Vertrag häufig auf Detailfragen konzentriert, insbesondere auf
einige spezielle Einzelheiten der Verifizierungsregelung.
In
Zusammenhang mit der Diskussion über die
technische Durchführung wurde klar,
daß es erforderlich war, sicherzustellen, daß die Sowjets ihre vertraglichen Verpflichtungen verstanden
und anerkannten.
In einigen Fällen
mußten Fragen geklärt werden, die in
Zusammenhang mit der Anwendung dieser
Verpflichtungen aufgetaucht waren.

und

Zusammen
definierten der Senat
die Administration neun Schlüs-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

selfragen
zur
Durchführung.
Ich
freue mich, berichten zu können, daß
wir alle neun Fragen zu unserer Zufriedenheit gelöst haben, wie in dem
von den Vertragsparteien vergangene
Woche in Genf vereinbarten Dokument
niedergeigt ist.
Während der Senat sich nun anschickt, diesen Vertrag zu debattieren, hoffe ich jedoch, daß sich das
Interesse nicht nur auf die Einzelheiten konzentriert, die wir gerade
diskutiert haben. Ich hoffe, die Debatte wird die Vorzüge des Vertrages
insgesamt zum Gegenstand haben. Wie
ich bei meinem letzten Erscheinen
hier erklärt habe, "gibt es eine
grundlegende Frage, zu deren Beantwortung sie aufgerufen sind, wenn sie
diesen oder jeden anderen Rüstungs-

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�kontrollvertrag in Betracht ziehen:
Liegt er im Sicherheitsinteresse der
Vereinigten Staaten?"

setzungen sei. Sie bekräftigten diese Einschätzung während der sechsjährigen Verhandlungen.
Auch heute ist
ihre Haltung dieselbe.

INF und NATO

Nur die Vereinigten Staaten und
die
Sowjetunion
sind
unmittelbare
Vertragspartner.
jedoch
betrachten
unsere Verbündeten - die so viel getan haben, um diesen Vertrag herbeizuführen - ihn auch als ihren Vertrag.

Ich habe damals gesagt und wiederhole heute, daß dieser Vertrag in
unserem
Sicherheitsinteresse
liegt.
Die im NATO-Bündnis verankerte kollektive Sicherheitsverpflichtung ist
seit 1949 ein grundlegender Bestandteil unserer nationalen Sicherheit.
Dieser Vertrag beseitigt ein für alle
Male eine atomare Bedrohung durch die
Sowjets, mit der unsere NATO-Verbündeten - und, wie ich hinzufügen möchte, unsere Freunde und Verbündeten in
Asien und dem Pazifik - über dreißig
Jahre lang konfrontiert waren. Dieser Vertrag stärkt die NATO.
Indem
er dies tut, stärkt er die Sicherheit
der Vereinigten Staaten.
Der Vertrag stellt das erfolgreiche Ergebnis einer Strategie dar,
die von der NATO im Dezember 1979
verabschiedet wurde. Das Bündnis war
damals mit der Bedrohung eines wachsenden Ungleichgewichts zwischen NATO
und Warschauer Pakt bei den INF-Raketen konfrontiert - schlaglichtartig
gekennzeichnet durch die Stationierung der SS-20. Das Bündnis verständigte sich auf eine Handlungsweise
zur Verminderung dieses Ungleichgewichts:
ein Programm amerikanischer
Stationierungen in Europa und ein Angebot amerikanisch-sowjetischer Verhandlungen
zur
Schaffung
eines
Gleichgewichts auf niedrigstmöglichem
Niveau.
Wir waren erfolgreicher als wir
im Jahr 1979 zu hoffen gewagt hatten.
Wir haben das Ungleichgewicht bei den
INF-Raketen nicht nur reduziert, wir
haben es beseitigt.
Als Präsident
Reagan 1981 die Null-Lösung für INF
vorschlug - mit einhelliger Unterstützung des Senats, wie ich vorhin
schon feststellte -, stimmten unsere
Verbündeten zu, daß dies der bestmögliche Weg zur Erlangung der von der
NATO im Jahr 1979 aufgestellten Ziel-

Als ich das letzte Mal vor Ihnen
gesprochen habe, beschrieb ich die
einhellige Unterstützung, die diesem
Vertrag auf dem NATO-Gipfel im März
zuteil wurde. Seither sind die Verteidigungsminister der NATO in Brüssel zu einer der regelmäßigen Sitzungen der Nuklearen Planungsgruppe zusammengekommen.
Sie hätten ihre Ansichten zu diesem Vertrag nicht eindeutiger zum Ausdruck bringen können.
Lassen Sie mich aus ihrem Kommunique
zitieren.
•Das kürzlich zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion
abgeschlossene INF-Abkommen ist ein
Meilenstein
in unseren Bemühungen,
einen sichereren Frieden auf niedrigerem Rüstungsniveau
zu erreichen.
Die Erlangung dieses seit langem bestehenden Rüstungskontrollziels
der
NATO wurde durch die Solidarität und
Entschlossenheit der Bündnismitglieder ermöglicht. Wir sehen dem baldigen
Inkrafttreten dieses Abkommens
erwartungsvoll entgegen."
Als ich mich auf dem Rückweg von
Genf am vergangenen Freitag im Brüsseler NATO-Hauptquartier mit meinen
Amtskollegen
traf,
stellten
diese
klar, daß sie die gleiche Auffassung
vertreten.

Beibehaltung des Kurses:
rungen und Verhandlungen

Stationie-

Wie
die
Verteidigungsminister
feststellten, war die Erlangung dieses Ziels nicht einfach. Wir hätten
in den Verhandlungen nichts erreicht,
wenn wir nicht die notwendigen Maß-

- 2 -

�nahmen zur Bewahrung unserer Sicherheit ergriffen hätten. Die NATO hatte den Mut, ihrer Überzeugung treu zu
bleiben und die verabredete Stationierung der amerikanischen Pershing
II und Marschflugkörper auch angesichts
enormen
politischen
Drucks
durchzuführen.
Diese Stationierungen
bildeten den unerläßlichen Grundstein
für unseren Erfolg in Genf. Die Ratifizierung dieses Vertrags wird unsere Freunde bestätigen, insbesondere
in den
INF-Stationierungsländern
die Bundesrepublik Deutschland, Italien, Großbritannien, Belgien und die
Niederlande -, die auch in schwieriger Lage zu ihren Verpflichtungen
standen.
Die Stationierungen waren grundlegend. Aber sie allein konnten keinen guten Vertrag garantieren.
Die
Umsetzung
eines strategischen Konzepts in präzise Details erforderte
Festigkeit, Geduld und harte Arbeit
am Verhandlungstisch, um dem Mut und
der Standhaftigkeit unserer Verbündeten ebenbürtig zu sein.
Botschafter
Nitze begann mit der Arbeit, die Botschafter
Glitman als Mitglied der
NST-Delegation unter Leitung von Botschafter Kampelman später zu einem
erfolgreichen Ende führte.
In der
ganzen Zeit hat der Kongreß unsere
Bemühungen
für die Stationierungen
als auch bei den Verhandlungen vollständig unterstützt, auch mit Hilfe
der Beobachtergruppe des Senats.

Errungenschaften des INF-Vertrags
Das Ergebnis ist der Vertrag, den
der
Präsident
und
Generalsekretär
Gorbatschow im vergangenen Dezember
hier in Washington unterzeichnet haben.
Er entspricht den von uns und
unseren
Verbündeten
aufgestellten
Kriterien:
- Gleiche Rechte und Begrenzungen;
- Begrenzungen nur von amerikanischen und sowjetischen Systemen;
-

weltweite

Begrenzungen,

wobei

keine Verschiebung der Bedrohung von
Europa nach Asien oder umgekehrt zulässig ist;
- keine nachteiligen Auswirkungen
auf die konventionelle Verteidigung
der NATO und
- wirksame Verifizierung.
Der Vertrag schützt Optionen für
die Zukunft, während die NATO sich
anschickt, ein glaubwürdiges atomares
Abschreckungspotential
beizubehalten
und ihre Strategie der flexiblen Reaktion weiterzuführen.
Er betrifft
nicht die bestehenden Strukturen der
Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten oder die zukünftige Kooperation
bei der Modernisierung.
Er stellt
wichtige Präzedenzfälle für die weitere Verfolgung unsere anderen Rüstungskontrollprioritäten
auf.
In
dieser Hinsicht betonten die Staatsund Regierungschefs beim NATO-Gipfel
die asymmetrischen Reduzierungen sowie die einschneidenden Verifizierungsbestimmungen
des Vertrags als
besonders bedeutende Präzedenzfälle.

Reduzierungen und Verifizierung
Diese spiegeln zwei der vom Präsidenten bei seinem Amtsantritt erklärten Hauptziele wider.
Eines bestand darin, das Zeitalter zu beenden, in dem Rüstungskontrolle lediglich eine Leitlinie für die wachsende
Zahl von Atomwaffen darstellte und
einen Prozeß von Verhandlungen über
die Reduzierung von Atomwaffen zu beginnen. Das andere Ziel war die Anhebung der Normen für die Verifizierung, unter anderem dadurch, daß man
es den Sowjets nicht länger gestattete, das Ansinnen von Inspektionen vor
Ort einfach mit "Nein" zu beantworten.
Bei diesen wichtigen Punkten
ist es dem Präsidenten gelungen, die
Sowjets zur Beschäftigung mit unserem
Programm im Bereich der Rüstungskontrolle zu veranlassen.
Die Tatsachen in bezug auf die
durch den INF-Vertrag herbeigeführten

- 3 -

�Reduzierungen sind inzwischen wohlbekannt.
Die Sowjets werden Raketen
zerstören müssen, die in der Lage
sind, fast viermal so viele Gefechtsköpfe zu tragen, wie die von uns zu
vernichtenden stationierten Raketen.
Ich möchte etwas ausführlicher
über den anderen Punkt sprechen, auf
den die Spitzenpolitiker der NATO näher eingegangen sind - die Verifizierungsregelung
des Vertrages.
Die
Verbündeten wissen, wovon sie in diesem Zusammenhang reden: vieles von
dieser Regelung findet auf ihrem Territorium Anwendung. Ebenso wie der
INF-Prozeß sich in seinem gesamten
Verlauf auf Bestrebungen des Bündnisses zurückführen läßt, tragen unsere
Verbündeten zur Verwirklichung der
Verifizierungsregelung bei. Sie unternehmen mit ihrer Legislative und
Exekutive die notwendigen Schritte,
um sicherzustellen, daß wir alle mit
dem Vertrag in Zusammenhang stehenden
Aktivitäten durchführen können, die
auf dem Territorium der Verbündeten
stattfinden. Der Deutsche Bundestag
sprach sich einstimmig für die Durchführung dieser Maßnahmen aus.
Ich wie auch andere haben diesem
Ausschuß wie auch dem Streitkräfteausschuß und dem Geheimdienstausschuß
Einzelheiten zu dieser Regelung vorgetragen. Es ist die detaillierteste, umfassendeste und wirkungsvollste in der Geschichte der Rüstungskontrolle.
Mit diesem Vertrag eröffnen wir
neue Horizonte. Die Vor-Ort-Inspektion ist bei den amerikanisch-sowjetischen
RüstungskontrollVerträgen
über
Nuklearwaffen
ein
wichtiger
Schritt nach vorn. Wir sollten nicht
überrascht sein, wenn dieser Prozeß
nicht immer glatt abläuft. Genau aus
diesem Grund haben wir noch vor dem
Inkrafttreten des Vertrages Gespräche
mit den Sowjets darüber aufgenommen,
wie wir genau die vereinbarten vorgehensweisen durchführen würden.
Wenn
Meinungsverschiedenheiten
zutage traten, haben wir diese beige-

legt. Einige dieser Probleme konnten
auf Expertenebene gelöst werden, andere fanden auf höherer Ebene Aufmerksamkeit. Wie ich bereits erwähnte, haben wir vergangene Woche während meiner Zusammenkunft mit dem
sowjetischen Außenminister Schewardnadse die neun wichtigsten technischen Details im System der Vor-OrtInspektion geklärt.
Um die reibungslose Durchführung
des Vertrages zu gewährleisten, werden wir natürlich mit den Sowjets
weiterhin Gespräche über Verwaltungsfragen führen, etwa zu Einzelheiten
der Unterbringung von Personal. Zusätzliche technische Gespräche, die
bereits verabredet waren, werden diese Woche in Wien aufgenommen.
Aber ich kann ihnen heute mitteilen, daß wir als Ergebnis der gerade
beendeten Gespräche in Genf mit den
Sowjets in bezug auf die in diesem
Vertrag
niedergelegten Rechte und
Pflichten übereinstimmen.
Es gibt keine absolute hundertprozentige Verifizierung.
Aber es
ist unsere Ansicht, daß dieser Vertrag durch seine Abfolge von Vorgehensweisen die notwendigen Maßnahmen
für eine wirkungsvolle Verifizierung
enthält.
Das Ziel des Präsidenten
einer Null-Lösung bei INF zahlt sich
im Hinblick auf die Verifizierung
aus. Das wichtigste ist, daß die Verifizierungsbestimmungen dieses Vertrages dies hervorbringen.

Andere Problembereiche: Waffensysteme der Zukunft und Fragen der Interpretation
Im Verlauf der Betrachtung des
Vertrages durch den Senat wurde eine
Frage aufgeworfen, die über die Verifizierung hinausgeht.
Ich beziehe
mich hier auf das Problem der sogenannten "Waffensysteme der Zukunft".
Die Frage ist, ob alle landgestützten
Marschflugkörper
und
ballistischen
Raketen, die als Trägersysteme der
von diesem Vertrag abgedeckten Reich-

- 4 -.

�weiten fungieren, abgeschafft würden,
einschließlich derer, die "Waffensysteme der Zukunft" transportieren.
Die Regierung vertritt die Ansicht im
Zusammenhang mit der Bilanz der Verhandlungen und angesichts des internationalen Gewohnheitsrechts wie es
sich in der Wiener Konvention zum
Vertragsrecht
widerspiegelt, demonstriere der Vertragstext die bestehende Vereinbarung beider
Parteien
über
ein
Verbot
solcher
Systeme.
Nach Konsultationen mit dem Senat haben wir diese Tatsache vergangene Woche in Genf mit einem formellen Austausch diplomatischer Noten bestätigt.

Präsidenten seine Zustimmung zur Ratifizierung dieses Vertrages zu geben, ohne Zusätze oder Bedingungen.

Es gibt noch eine letzte Frage zu
diesem Vertrag, auf die ich eingehen
sollte.
Das ist der Wunsch einiger
Senatoren, der Resolution über die
Zustimmung zur Ratifizierung eine Bedingung anzufügen, mit der die Autorität des Präsidenten zur Interpretation von Verträgen eingeschränkt würde.
Ich bin sicher, daß Ihnen allen
die Gründe klar sind, aus denen wir
uns einer solchen Bedingung widersetzen.
Die Erklärung von Regierungsmitgliedern
innerhalb
ihrer Verfügungsgewalt ist maßgeblich.
Unserer
Ansicht nach sollten Sie es nicht gestatten, daß
der
INF-Vertrag
zum
Spielball in einer Diskussion über
verfassungsrechtliche
Fragen
wird,
sondern sie sollten den vertrag aufgrund seiner eigenen Vorzüge betrachten.

Zusammenfassung
Ich habe in meiner heutigen Erklärung kurz und in anderen Vorträgen
detaillierter die Vorzüge des Vertrages beschrieben. Der Vertrag ist auf
die Führungsrolle des Präsidenten zurückzuführen, aber er ist ebenfalls
eine bedeutende Leistung beider Parteien wie auch ein Zeugnis der Stärke
und Entschlossenheit des NATO-Bündnisses.
Er ist sowohl für die NATO
als auch die Vereinigten Staaten vorteilhaft.
Ich bitte den Senat, dem
- 5 -

* * * * *

�AMERIKA DIENST
'VON

Dokumentation

4

18. Mai 19i58

19

SHÜLTZ:

TECHNISCHE PROBLEME DER VERIFIZIERUNG VON INF GELÖST

- Erklärung des amerikanischen Außenministers in Genf -

GENF - (AD) - Die noch verbleibenden Problenbereiche beim amerikan_schsowjetischen Vertrag zur Abschaffung von Mittelstreckenraketen (INF) sind "auf
völlig zufriedenstellende Art und Weise" abgehandelt worden, erklärte Außenminister Shultz am 12. Mai nach Abschluß seiner Gespräche mit dem sowjetischen
Außenminister Schewardnadse.
Nachfolgend veröffentlichen wir die anläßlich einer Pressekonferenz abgegebene Erklärung:

Wir haben gerade ein Ministertreffen beendet, mit dem im wesentlichen die Vorbereitungen zum Gipfel
weitergeführt
werden sollten.
Wir
sind übereingekommen, daß es sich
hierbei um eine nützliche, notwendige
und produktive Zusammenkunft handelte. Und meiner Ansicht nach liegt es
auf der Hand, daß dieses Gipfeltreffen selbst sehr interessant werden
wird:
es wird eindrucksvoll sein,
umfangreiche Leistungen widerspiegeln
und es wird eine gute Gelegenheit
bieten, um vorausschauend in die Zukunft zu blicken.
Beim
Ministertreffen
haben wir
all
die Problembereiche
abgedeckt,
die wir normalerweise
behandeln
meiner Ansicht nach mit gutem Ergebnis. Wir haben unsere Gespräche über

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Menschenrechte fortgeführt.
Es war
die Sache wert, denn wir haben aus
der
Sowjetunion
interessante
neue
Ideen vernommen. Wir haben über das
Wiener KSZE-Treffen gesprochen, und
ich hoffe, wir konnten bei den Gesprächen über die Menschenrechtsaspekte dieser Konferenz ebenso wie in
unserer
Diskussion über konventionelle Waffen konstruktive Impulse für
das geben, was gegenwärtig in Wien
verhandelt wird - wie wir es auch bei
anderen Gelegenheiten getan haben,
bei denen wir Fragen abhandeln, für
deren Lösung wir uns in multinationalen Foren einsetzen.
Wir sind vor
einigen Monaten in Moskau übereingekommen, daß wir beide auf einem ausgewogenen Ergebnis bestehen werden,
und wir arbeiten weiter an allen
Teilbereichen der Wiener Verhandlun-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�gen.
Im Bereich der Rüstungskontrolle
haben wir unsere Diskussionen über
strategische Waffen und Verteidigung
im Weltraum fortgeführt. Meiner Ansicht nach sollte man fairerweise erwähnen, daß wir in einzelnen Bereichen kleine Portschritte erzielt haben.
Und ich denke, wenn wir uns
alle die Dinge vergegenwärtigen, die
getan worden sind und all das, was
erreicht wurde, können wir sehr stolz
darauf sein.
Gleichzeitig ist es
jetzt klar, daß keine Möglichkeit besteht, aus diesen Fragen bis zum Gipfel einen Vertragstext zu formulieren. Beide Seiten sind jedoch entschlossen, daran bis zum Gipfel und
beim Gipfel weiterzuarbeiten, und ich
bin sicher, daß beim Gipfeltreffen
Vereinbarungen getroffen werden, um
diesen Verhandlungen Auftrieb zu verleihen. Sie werden fortgeführt.
Früher oder später wird es in
diesen Bereichen Übereinkünfte geben,
und diese Vereinbarungen werden auf
der umfangreichen Arbeit aufbauen,
die geleistet worden ist, und es ist
- wenigstens unserer Ansicht nach umso besser, je eher diese Dinge vereinbart werden.
Wir haben einige Gespräche über
INF geführt, inbesondere auf Expertenebene. Wie Sie wissen, haben uns
Botschafter Glitman und eine Arbeitsgruppe begleitet. Er hat gemeinsam
mit seinem sowjetischen Amtskollegen
diese Bereiche bearbeitet, und wir
haben eine sogenannte diplomatische
Note über zukünftige Waffensysteme
unterzeichnet, die diesen Bereich
meiner Ansicht nach auf vollständig
zufriedenstellende Art und Weise abhandelt. Sie steht in völligem Einklang mit der vor einiger Zeit abgegebenen Erklärung Botschafter Glitmans zu diesem Thema und schreibt
einzelne Bereiche sorgfältig fest.
Wie Sie wissen, haben die Botschafter
Kampelman und Karpow diese Note heute
nachmittag unterzeichnet.
Und

dann

gab

es

neun

weitere

Problembereiche, die als Ergebnis der
Diskussionen zwischen den am Prozeß
der Vertragsdurchführung Beteiligten
zutage traten, und wir haben in all
diesen Bereichen eine vollständig zufriedenstellende
Übereinkunft
erzielt. Was INF betrifft, war dies
ein sehr lohnenswertes Unterfangen.
Ich sollte darauf hinweisen, daß
General Powell und Botschafter Glitman heute abend nach Washington zurückkehren, und sie werden den betreffenden Senatoren darüber direkt
Bericht erstatten, so daß ihnen die
entsprechenden Informationen zugänglich sind, wenn sie den INF-Vertrag
erwägen.
Im Bereich der Atomtests haben
wir, wie Sie wissen, seit einiger
Zeit stetige Fortschritte erzielt.
Die Unterlagen über das gemeinsame
Verifizierungsexperiment sind in ihren Grundzügen vorbereitet. Es ist
erstaunlich, welche Bedingungen erfüllt werden müssen, um das sorgfältig und gut zu tun, aber so wird es
nun einmal gemacht. Nur um eine Vorstellung über den Umfang zu vermitteln: Im Abkommen sind etwa 160 Seiten der Durchführung dieser gemeinsamen Verifizierungsexperimente gewidmet, dazu kommen 37 Anhänge, und
alles außer Kleinigkeiten in drei Anhängen ist abgeschlossen.
Aber es
geht gut voran. In der Zwischenzeit
arbeiten beide Seiten an den Experimenten, und sie leisten die Arbeit im
Einklang mit dem, was im Grunde hier
in Form von Abkommen festgehalten
wird.
Wir sind zuversichtlich, daß diese Unterlagen bis zum Gipfel unterzeichnungsreif sein werden. Es ist
ebenso vereinbart worden, daß wir ein
neues Protokoll zum Vertrag über
Atomexplosionen zu friedlichen Zwekken (PNET) von 1976 erstellen, und
unserer Ansicht nach ist es sehr wohl
möglich - oder wahrscheinlich -, daß
wir in der Lage sein werden, dieses
neue Protokoll rechtzeitig zum Gipfel
untersehriftsreif
fertigzustellen.
Das ist nicht sicher, aber wahr-

- 2 -

�scheinlich.
Im Bereich der chemischen Waffen
haben wir weitere Gespräche geführt,
die wir auch weiterhin vorantreiben
werden, und ich bin sicher, daß wir
bis zum Gipfel zu diesem Thema Interessantes beizusteuern haben.
Wir haben eine Reihe von neuen
Fragen aufgeworfen oder zumindest die
Aufmerksamkeit der Sowjets darauf gelenkt.
Es bleibt abzuwarten, welche
Richtung unsere gemeinsamen Gespräche
nehmen werden, aber wir haben unserer
Sorge über die Weiterverbreitung der
Technologie
ballistischer
Raketen
Ausdruck verliehen.
Es ist eine Ironie des Schicksals, daß genau zu dem Zeitpunkt, an
dem die Vereinigten Staaten und die
Sowjetunion vereinbaren, auf die Produktion und den Besitz ballistischer
Raketen
bestimmter
Reichweiten
zu
verzichten, andere Länder diese herstellen, vertreiben und stationieren.
Wir müssen die Weiterverbreitung ballistischer Raketen - und ich
denke, außer uns beiden auch andere
Länder der Welt - zu unserem Anliegen
machen.
Wir haben dieses Thema aufgegriffen und hoffen, es weiter zu diskutieren. Und ich bin sicher, Sie sind
sich der Tatsache bewußt, daß wir gemeinsam mit den sieben Ländern, mit
denen wir beim Wirtschaftsgipfel zusammenkommen werden, ein System zur
Kontrolle der Technologie ballistischer Raketen erarbeitet haben. Meiner Ansicht nach wird es wichtig
sein, dies im Hinblick auf diejenigen
auszuweiten, die sich daran halten
werden. Wir haben ebenfalls die Aufmerksamkeit auf die Möglichkeit gelenkt, noch vor dem Inkrafttreten eines START-Abkommens, Äußerungen über
vertrauensbildende
Maßnahmen,
unter
ihnen Mitteilungen
über Teststarts
machen zu können.
Im Bereich der bilateralen Fragen
haben wir Dinge abgehandelt, die vereinbart wurden oder kurz vor der Ver-

einbarung stehen - und möglicherweise
können diese Dinge rechtzeitig zum
Gipfel abgeschlossen werden. Es gibt
einige wichtige Vereinbarungen, die
möglicherweise dort abgehandelt werden. Eine davon betrifft die wissenschaftliche
Grundlagenforschung
und
eine andere das Verkehrswesen.
Der
Bereich des Kulturaustausches ist gut
abgedeckt und könnte erneut aufgegriffen werden. Es können möglicherweise Fortschritte bei einem Fischereiabkommen erzielt werden.
Es gibt
eine Vereinbarung - mehrere Vereinbarungen - die unsere Küstenwache und
die
sowjetischen
Schiffahrtsbhörden
betreffen und solche Bereiche wie
Seenotrettung und Kontrolle der Umweltverchmutzung betreffen.
Bei den bilateralen Angelegenheiten werden viele Fortschritte erzielt, und sie bilden einen von vier
Bereichen, in denen wir an der Entwicklung unserer Beziehungen weiterarbeiten.
Im Bereich der regionalen Angelegenheiten haben wir kurz alle Bereiche behandelt, über die wir uns normalerweise austauschen - Afghanistan,
den Nahen Osten, Iran-Irak, Mittelamerika, das südliche Afrika, Äthiopien, die koreanische Halbinsel, Kambodscha. Es war in diesem Zusammenhang
lohnenswert, insbesondere
das
Augenmerk auf die Entwicklungen im
südlichen Afrika zu richten. Vor einer Woche fand eine sehr interessante
Zusammenkunft in London statt, an der
wichtige Betroffene teilnahmen, und
sowohl die Sowjetunion als auch wir
haben daran erhebliches
Interesse.
Wir haben vereinbart, daß unsere beiden
Experten,
Abteilungsleiter
Crocker und der stellvertretende sowjetische
Außenminister
Adamischin,
zusammenkommen sollen - bis jetzt
stehen Ort und Datum noch nicht fest,
aber wir wünschen uns ein Treffen
noch vor dem Gipfel - um in diesem
Bereich eine Bestandsaufnahme zu machen und nach Fortschritten zu suchen.

über

- 3 -

Schließlich haben wir Gespräche
die Dokumentation des Gipfels

�geführt. Wir möchten eine Möglichkeit entwickeln, um die Bereiche dieser Beziehungen seit den Genfer und
Washingtoner Gipfeltreffen festzuhalten, und hier erzielen wir Fortschritte. Das Ergebnis dieser Arbeit
wird, so hoffe ich, bis zum Gipfel
vorliegen.
Ich kann darüber nicht
viel mehr sagen, als daß hier Aktivitäten im Gange sind.
Wie ich bereits zu Beginn erklärt
habe, können wir meiner Ansicht nach
auf ein eindrucksvolles und gutes
Gipfeltreffen vorbereitet sein, und
diese Zusmmenkünfte waren sicherlich
produktiv und nützlich und tragen dazu bei, daß Portschritte erzielt werden.

* * * * *

- 4

�AMERIKA DIENST
^ r ^

*

Wissenschaft und Technik

18. Mai 1988

19

Neuer Tollwut-Impfstoff verbilligt die Behandlung
Ein Produkt der Gentechnik

- (AD) - Das amerikanische Wistar-Institut hat in Zusammenarbeit mit einer
französischen Biotechnik-Firma einen neuen Impfstoff gegen Wildtollwut entwikkelt. Das auf gentechnischen Wege gewonnene Produkt wird derzeit in Belgien
erprobt. Feldversuche in Frankreich sind noch in diesem Jahr vorgesehen. Gegenwärtig bemüht sich das Wistar-Institut um die Zustimmung des US-Landwirtschaftsministeriums, für erste Feldversuche in den USA und damit in Nordamerika überhaupt einige unbewohnte Inseln vor der Küste der amerikanischen Bundesstaaten Virginia oder South Carolina benutzen zu können.
Nach neuesten Erkenntnissen hat
sich in den letzten drei Jahrzehnten
Wildtollwut in den Vereinigten Staaten
verdreifacht.
Fledermäuse,
Skunks
(Stinktiere) und Waschbären
sind dort in erster Linie die Überträger dieser gefährlichen Virusinfektion.
In Europa dagegen sind es
die
Füchse, in Entwicklungsländern
streunende und wildlebende Hunde. Im
Südosten der USA hat sich Tollwut unter Waschbären zu einer regelrechten
Epidemie entwickelt.
Wie Warren Cheaton vom Wistar-Institut berichtete, ist in vielen Teilen der Erde Tollwut "ein ernstes und
ständig zunehmendes Problem, insbesondere in Entwicklungsländern". Bei
der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
wurden 1981, dem letzten Jahr, für

United States Information Service
Embassy of the United States of America

das weltweite Statistiken vorliegen,
20 482 Todesfälle registriert.
Epidemiologen sind jedoch davon überzeugt, Cheston zufolge, daß sehr viel
mehr Menschen nach Kontakt mit dem
Speichel eines tollwütigen Tieres der
Krankheit zum Opfer fallen. Die tatsächliche Zahl der Todesfälle dürfte
zehnmal höher liegen, als nach Angabe
der WHO.
Da die Viren das zentrale Nervensystem befallen, ist eine Tollwut-Infektion wegen der sich ausbreitenden
Lähmung fast immer tödlich, wenn der
Betreffende nicht noch vor Auftreten
der ersten Krankheitssymptome geimpft
werden kann.
Hilary Koprowski, Direktor des Wistar-Instituts, verweist
darauf, daß der heute verwendete aus
Gewebekulturen
menschlicher
Zellen

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Telex: 8-85432

�gewonnene Heilimpfstoff außerordentlich kostspielig und in vielen Entwicklungsländern nicht verfügbar ist.
Der neue Impfstoff dagegen ist ebenso
wirksam wie erschwinglich.
Er enthält nicht die kompletten Tollwutviren, sondern nur einen - nichtschädlichen - Anteil davon, der aber das
Immunsystem des menschlichen Körpers
veranlaßt, Antikörper gegen die Erkrankung zu bilden, so daß sie nicht
zum Ausbruch komme.
Wichtig sei es, Tollwut "an der
Quelle", d.h. in der Tierwelt, zu bekämpfen, denn alle warmblütigen Tiere
können virusträger und damit Überträger von Tollwutviren sein.
Da der
neue Impfstoff auch oral verabreicht
werden kann, ist es möglich, ihn über
Köder an die Tiere zu bringen. Die
Köder sollen über Versuchsgebieten in
Beuteln
aus
Flugzeugen
abgeworfen
werden. Laborversuche haben gezeigt,
daß dieses Vakzin, in Köder injiziert,
Waschbären
und
Stinktiere
wirksam gegen Tollwut
immunisieren
kann.
Schon vor zwei Jahren hatte
die Pan-Amerikanische Gesundheitsorganisation mit Feldversuchen in Argentinien begonnen, um die Wirksamkeit
des
neuen
Impfstoffes
gegen
Tollwut bei Rindern zu testen, die in
Südamerika ein großes Problem ist.
Obgleich die Bildung von Antikörpern
bei den Tieren nachgewiesen wurde,
ließ die argentinische Regierung nach
einigen Monaten die Durchführung weiterer Versuche stoppen, offenbar weil
die Organisation versäumt hatte, sie
vorher davon zu unterrichten.

* * * * *

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