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                  <text>13. April 1988

15

INHALT
DOKUMENTATION
Reagan;

Vereinigte Staaten stimmen Afghanistan-Vereinbarung zu

- Erklärung des Präsidenten -

HINTERGRUNDMATERIAL
Reagan;

SDI noch aussichtsreicher durch technische Fortschritte

- Interview mit "Strategie Defense" (Copyright (c) 1988 by Phillips Publishing, Inc.)
Sowjetische Desinformation dauert trotz Glasnost unvermindert an
- Auszüge aus USIA-Studie über sowjetische aktive Maßnahmen DIE WAHLEN IN AMERIKA 1988
Die demokratischen Kandidaten und der "Schmelztiegel" New York
- Vorschau auf die Vorwahl im Staat New York -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Neuer Supercomputer
- Lösung komplexer Probleme in kürzester Zeit möglich -

* * * * * *

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Embassy of the United States of America

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
Dokumentation

VIQN &amp;
15

13. April 1983

REAGAN:

VEREINIGTE STAATEN STIMMEN AFGHANISTAN-VEREINBARUNG ZU
- Erklärung des Präsidenten -

WASHINGTON - (AD) - Einer am 11. April 1988 veröffentlichten Erklärung
Präsident Reagans zufolge stimmen die Vereinigten Staaten der in Genf erzielten Afghanistan-Übereinkunft zu, die den Weg für einen Abzug der sowjetischen
Truppen freimacht. Reagan erklärte außerdem, daß er Außenminister Shultz nach
Genf entsenden wird, um für die Vereinigten Staaten als Garantiemacht die Vereinbarungen zu unterzeichnen.
Nachfolgend bringen wir die Erklärung des Präsidenten im Wortlaut:

Ich wurde soeben von meinen nationalen Sicherheitsberatern über den
Inhalt der in Genf ausgehandelten
Afghanistan-Vereinbarungen
informiert, die den vollständigen Abzug
der
sowjetischen
Besatzungstruppen
aus diesem Land vorsehen. Meiner Ansicht nach können die Vereinigten
Staaten sich nun der Sowjetunion als
Garantiemacht für die Genfer Vereinbarungen anschließen.
Ich habe deshalb Außenminister
Shultz gebeten,
uns bei der feierlichen Unterzeichnung dieser historischen Übereinkunft
zu vertreten, die Ende dieser Woche
in Genf stattfinden soll.
Diese Entwicklung wäre ohne den
heldenhaften Kampf des afghanischen
Volkes zur Befreiung seines Landes
von
ausländischer
Besetzung
nicht

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Embassy of the United States of America

möglich gewesen. Wir sind stolz darauf, dem afghanischen Volk bei der
Erringung dieses Triumphs beigestanden zu haben, und es kann auch weiterhin auf unsere Unterstützung zählen.
Auch die Regierung und das Volk
von Pakistan, die Millionen afghanischer
Flüchtlinge während
dieser
Zeit
der sowjetischen
Beherrschung
Afghanistans so großzügig aufgenommen
haben, versichern wir unserer weiteren Freundschaft und Unterstützung.

* * * * *

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�: e°

ST&gt;

AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

13. April 1988

15

REAGAN:

SDI NOCH AUSSICHTSREICHER DURCH TECHNISCHE FORTSCHRITTE
- interview mit "Strategie Defense" -

Abgedruckt mit Genehmigung
(Copyright (c) 1988 by Phillips Publishing, Ine
von Strategie Defense, Redaktion, 1850 M. St., N.W., Suite 810, Washington
D.C. 20036.)
WASHINGTON - (AD) - In einem Interview mit dem Informationsblatt "Strategie Defense" hat Präsident Reagan zum Stand der strategischen Verteidigungsinitiative Stellung genommen.
Wir bringen dieses Interview nachfolgend in
voller Länge.

Frage:
vor fünf Jahren, am 23.
März 1983, haben Sie der Nation eine
"Vision der
Zukunft, die Hoffnung
bietet", das Endziel einer Beseitigung der von den strategischen Atomraketen
dargestellten
Bedrohung in
Aussicht gestellt - Ihr Programm der
Strategischen
Verteidigungsinitiative. Ist diese Vision nach fünfjährigen Bemühungen Ihrer Administration
ebenso aussichtsreich oder noch aussichtsreicher als damals, oder haben
die technischen und/oder politischen
Schwierigkeiten dieses Ziel in weite
Ferne gerückt? Wie stellen sich die
Errungenschaften dieser fünf Jahre in
Ihren Augen dar?
Antwort:
Die von mir im Jahr
1983 in meiner Rede umrissene Vision
ist, davon bin ich überzeugt, heute

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Embassy of the United States of America

noch aussichtsreicher, was auf zahlreiche
dramatische
und
aufregende
technische Durchbrüche zurückzuführen
ist, die wir in den vergangenen fünf
Jahren erlebt haben.
Solche Errungenschaften sollten niemanden überraschen, da einige der fähigsten Wissenschaftler unseres Landes an dem
Problem
arbeiten, wie ballistische
Raketen nach dem Abschuß und vor Erreichen des Ziels vernichtet werden
können. Während eines Besuchs in einem Industriebetrieb, der sich mit
SDI-Forschung beschäftigt, habe ich
vor kurzem aus erster Hand einige der
aussichtsreichen Technologien kennengelernt, die, wie wir hoffen, SDI
bald Wirklichkeit werden lassen.
Zum
zweiten
Teil
Ihrer
Frage
möchte ich Folgendes sagen.
Erstens

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�glauben
viele Amerikaner
fälschlicherweise, die Vereinigten
Staaten
hätten ein aktives System zur Raketenabwehr schon in Stellung gebracht.
Kurz
und bündig:
das haben wir
nicht. Es sind die Sowjets, die heute das einzige einsatzfähige ABM-Syscem der Welt besitzen, das um Moskau
zum Schutz der sowjetischen Führung
stationiert ist.
zweitens befürworten die meisten Amerikaner ein Programm zur Entwicklung und Stationierung von SDI. Leider hat der von den
Demokraten kontrollierte Kongreß die
von uns beantragten Haushaltsmittel
in jedem jähr seit der Schaffung des
Programms reduziert. ich den Kongreß
jedoch auch weiterhin nachdrücklich
zur Unterstützung des SDI-Programms
aufrufen, wie dies das amerikanische
Volk tut.
SDI ist entscheidend für unsere
Bemühungen, den Frieden zu stärken
und langfristig ein sicheres und stabiles strategisches Gleichgewicht zu
sichern.
Es ist lebenswichtig für
die Zukunft dieser Nation, daß das
SDI-Programm die volle Unterstützung
des Kongresses erhält.
Frage:
Trotz ihres ehrenwerten
Ziels hat die Strategische Verteidigungsinitiative
wahrscheinlich
mehr
Kritik vom Kongreß und den großen Medien auf sich gezogen als jedes andere Verteidigungsprogramm Ihrer Administration,
sind Sie der Meinung,
daß diese Kritik im großen und ganzen
gerechtfertigt war oder glauben Sie,
daß sie auf mangelnder Information
beruhte oder einfach politisch motiviert war? Wie haben sich die aufgrund der Opposition im Kongreß vorgenommenen einschneidenden Budgetkürzungen für SDI auf das SDI-Programm
ausgewirkt?
Antwort:
Erstens
möchte
ich
sagen, daß ich jede konstruktive Kritik zu SDI oder anderen Themen begrüße. Solche Kommentare und Empfehlungen sind nützlich für unsere stetige Überprüfung des SDI-Programms,
die eine angemessene Strukturierung
sicherstellen soll, damit wir unser

Ziel erreichen. Dieser Prozeß stellt
sicher, daß die verantwortlichen für
dieses Programm in ihren Bemühungen
nicht nachlassen. Leider gibt es andere, die SDI politisieren wollten,
um es auszuhöhlen. Ich bin nicht der
Meinung, daß wir unsere Zukunft auf
immer und ewig an Atomwaffen und die
Drohung
gegenseitiger
Vernichtung
verpfänden müssen.
Ich glaube, daß
wir die uns zur Verfügung stehende
Technologie benutzen müssen, um eine
Alternative für unsere Zukunft und
die Zukunft unserer Kinder zu suchen,
in meiner Rede von 1983 habe ich die
Frage gestellt: Gibt es keinen besseren Weg zur Sicherung des Friedens,
als
die Androhung
des
nationalen
Selbstmords?
Wäre es nicht besser,
Menschenleben zu retten, als sie zu
rächen?
Ich bleibe diesem Ziel verpflichtet und bin über die Fortschritte erfreut, die bei SDI gemacht
wurden.
Zu den Auswirkungen der Budgetkürzungen
hat
Generalleutnant
Abrahamson
festgestellt, daß hierdurch eine Verzögerung von ein bis
zwei Jahren im Terminkalender des Gesamtprogramms verursacht würde.
Ich
werde mich mit ganzer Kraft beim
Kongreß für die Bewilligung der für
das Haushaltsjahr 1989 für SDI beantragten Mittel (etwa 4,5 Milliarden
Dollar) einsetzen.
Angesichts der
Haushaltsengpässe, mit denen wir uns
kontrontiert
sehen,
wurde
dieser
Haushaltsansatz von der Administration schon so weit wie möglich beschnitten.
Jegliche weitern Kürzungen wären unverantwortlich.
Frage:
Die
Hauptkritikpunkte
an SDI sind dessen möglicherweise
enorme Kosten, die einige schätzen
sie auf bis zu 1 oder 2 Billionen
Dollar schätzen.
Des weiteren wird
vorgetragen, es
sei
technisch
zu
schwierig, von einem Gegner leicht zu
überwinden und würde auf die Sowjetunion destabilisierend und bedrohlich
wirken. Was antworten sie auf diese
Kritikpunkte?
Antwort:

Die

Kostenschätzungen

�von 1 oder 2 Billionen Dollar wurden
von Gruppen oder Einzelpersonen vorgebracht, die als Gegner des Programms bekannt sind.
Solche Schätzungen
entbehren
jeder
Grundlage.
Die Kosten von SDI, wie auch von anderen Großprogrammen sind sicherlich
eine wichtige Frage, die sorgfältiger
und ständiger Prüfung bedarf.
Ein
künftiger Präsident und ein künftiger
Kongreß werden zu entscheiden haben,
ob SDI stationiert werden soll, und
die Gesamtkosten werden dabei sicherlich ein wichtiger Gesichtspunkt sein.
Ich habe wiederholt erklärt, daß
SDI militärisch wirksam, überlebensfähig und kosteneffektiv sein muß,
wenn
es
stationiert
werden
soll.
Dies sind stets meine Kriterien gewesen.
Was
die technische
Machbarkeit
angeht, so ist es es im jetzigen Stadium des Programms noch zu früh, endgültig zu bestimmen, ob das ziel von
SDI erreicht werden kann. Die gewaltigen technischen Fortschritte, die
wir in den vergangenen fünf Jahren
erlebt haben, bieten Grund zum Optimismus. Sie wissen, wie schnell die
Technologie
während
meines
Lebens
fortgeschritten
ist; ich habe gelernt, mein Schicksal nicht denen anzuvertrauen,
die
sagen
"Das
geht
nicht", sondern denjenigen, die sagen
"Ich zeige Ihnen, wie es geht".

zu sichern, und es ist zunehmend
deutlich geworden, daß wir nicht in
der Lage sein werden, dies dadurch zu
erreichen, daß wir ausschließlich auf
eine offensiv ausgerichtete Abschrekkung vertrauen.
SDI stellt eine unmittelbare Antwort nicht nur auf die wachsende Bedrohung
durch
sowjetische
strategische Offensivkräfte, sondern auch
auf die andauernden und intensiven
sowjetischen Bemühungen zur strategischen Verteidigung dar.
Das SDIProgramm liefert eine notwendige und
mächtige
Abschreckung
gegen
jeden
kurzfristigen
Ausbruch der
Sowjets
aus dem ABM-Vertrag.
Dies ist für
sich schon eine entscheidende Aufgabe.
Die langfristige Bedeutung von
SDI besteht jedoch darin, daß es die
Möglichkeit zur Umkehrung der gefährlichen militärischen Trends bietet,
die wir in den vergangenen zwei Jahrzehnten festgestellt haben, indem es
zu einer glaubwürdigeren und stabileren langfristigen Grundlage für die
Abschreckung führt und indem es der
Sowjetunion neue und zwingende Anreize bietet, ernsthaft über Reduzierungen der bestehenden Offensivarsenale
zu verhandeln.

Alle Konzeptionen für die Auslegung des Systems, auch "Architektur"
genannt, beinhalten eine detaillierte
Analyse der Gegenmaßnahmen, die von
den Sowjets vernünftigerweise erwartet werden können, um das Verteidigungssystem zu überwinden oder durcheinander zu bringen.
Wiederum bin
ich zuversichtlich, daß ein militärisch wirksames, überlebensfähiges
und
kosteneffektives
System gebaut
werden kann.

Die Vereinigten Staaten streben
bei ihrer Erforschung des Potentials
moderner
Verteidigungssysteme
streben
weder nach Überlegenheit noch
nach einseitigen Vorteilen.
Stattdessen könnten die destabilisierenden
Merkmale
der gegenwärtigen strategischen
Gleichgewichts
korrigiert
werden, wenn die Aussichten des SDIProgramms bewiesen sind.
Des weiteren würde die Abschreckung erheblich
gestärkt und auf eine solidere Grundlage gestellt, indem die Rolle ballistischer Raketen reduziert wird und
man sich verstärkt auf niemanden bedrohende Verteidigungssysteme konzentriert.

Was die Behauptung anbelangt, SDI
könne "destabilisierend" wirken, bin
ich gänzlich anderer Meinung. im Gegenteil, wir sind entschlossen, die
strategische
Stabilität
langfristig

Frage:
Ihre
Abrüstungsgespräche mit Generalsekretär Gorbatschow
kommen scheinbar trotz der außerordentlich erfolgreichen Unterzeichnung
des INF-Vertrages immer wieder auf

- 3 -

�die sowjetischer Seite erhobene Forderung zurück, die Vereinigten Staaten sollten Entwicklung und Erprobung
des SDI-Programms aufgeben. Dies beinhaltet die selbstverständliche Folgerung, einen weiteren Durchbruch in
der Rüstungskontrolle - einschließlich eines Vertrages über den Abbau
der strategischen Waffen (START)
könne es vorbehaltlich ihrer Zustimmung zu dieser Forderung nicht geben.
Glauben Sie, noch in diesem Jahr eine
Einigung über ein START-Abkommen mit
Herrn Gorbatschow erzielen zu können,
und ist dies auch an Beschränkungen
für SDI gekoppelt?
Und wie erklären
Sie den vehementen Widerstand der Sowjets gegen SDI?
Handelt es sich
hierbei schlicht um Angst vor hochentwickelter amerikanischer Technologie, oder könnte es ihrer Meinung
nach Teil einer generellen sowjetischen Strategie sein, Vorteile im
militärischen Bereich anzustreben, in
diesem Fall durch das Blockieren eines
amerikanischen
Programms
bei
gleichzeitiger heimlicher Fortsetzung
eines eigenen ganz ähnlichen Programms?

Gorbatschow hat das jetzt verstanden.

Antwort:
Die
Sowjets
wollten
Fortschritte in der Rüstungskontrolle
an ein Abkommen koppeln, das unser
SDI-Programm
lahmlegt.
sie werden
sich
erinnern, daß Generalsekretär
Gorbatschow
in
Reykjavik
versucht
hat, ein Junktim zwischen allen Reduzierungen im Bereich der Offensivwaffen - sogar bei INF - und Beschränkungen unserer SDI-Forschung herzustellen,
ich habe dies aus gutem
Grund abgelehnt:
ein schlechtes Rüstungskontrollabkommen ist schlechter
als überhaupt kein Abkommen. Während
unserer
Gipfelgespräche
in
Genf,
Reykjavik
und
zuletzt
hier
in
Washington habe ich Herrn Gorbatchow
gegenüber erklärt, daß SDI kein Verhandlungsgegenstand ist. Es ist für
unsere
zukünftige Sicherheit unerläßlich.

Frage:
Warum hat die amerikanische Regierung sich nicht stärker
bemüht, die von den Sowjets erzielten
Fortschritte
bei der
strategischen
Verteidigung herauszustellen, um so
für ihr eigenes SDI-Programm mehr Unterstützung zu gewinnen? Den meisten
Amerikanern war beispielsweise
die
Existenz eines sowjetischen strategischen Verteidigungsprogramms bis zu
dem Interview von NBC-Korrespondent
Tom
Brokaw
mit
Generalsekretär
Gorbatschow vor dem Washingtoner Gipfel unbekannt.
Hätte man nicht auf
die lange zeit und enormen Gelder,
die der Kreml für strategische Verteidigungsprogramme verwandt hat, in
der Öffentlichkeit
deutlicher aufmerksam machen können?

Meine Position steht fest:
Wir
werden SDI erforschen und entwickeln;
und wenn SDI fertig ist, werden wir
es stationieren.
Ich glaube, Herr
- 4

Was den sowjetischen Widerstand
gegen SDI betrifft, so ist folgendes
klar:
Sie halten nach Möglichkeiten
Ausschau, SDI auszuschalten ohne ihre
eigenen strategischen Verteidigungsprogramme aufgeben zu müssen - Programme, für die sie in den vergangenen zehn Jahren annähernd 200 Milliarden Dollar ausgegeben haben.
Dies
steht in krassem Gegensatz zu unseren
Ausgaben in Höhe von weniger als 13
Milliarden
Dollar
in
fünfjähriger
SDI-Forschung.
Meines Erachtens sind die Sowjets
- genau wie schon bei INF - vor allem
besorgt darüber, ihr faktisches Monopol bei der strategischen Verteidigung zu verlieren.
Es kann auch
sein, daß sie über die technologische
Herausforderung besorgt sind, die SDI
darstellt. Zweifellos haben sie auch
die anderen militärischen Anwendungsmöglichkeiten
oder
"Nebenprodukte"
unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Zusammenhang mit SDI erkannt und sind darüber besorgt.

Antwort:
Ich sehe, worauf Sie
abzielen. Darum ergreife ich persönlich jede passende Gelegenheit, diese
Tatsachen dem amerikanischen Volk zu
vermitteln.
Darum hat meine Regierung auch umfangreiches Material über

�die sowjetischen strategischen Verteidigungs- und
Weltraumprogramme
veröffentlicht.
Ich kann Ihnen versichern, daß wir auch weiter über die
massiven - und jahrelangen - Investionen der Sowjets in die strategische Verteidigung berichten werden.
Wir wissen beispielsweise, daß sie
viele derselben Technologien erforschen, an denen wir in unserem SDIProgramm arbeiten. unseren Schätzungen zufolge beschäftigen sie 10 000
hochqualifizierte Flugwissenschaftler
und -ingenieure und geben allein für
ihr militärisches Laserprogramm annähernd eine Milliarde Dollar pro Jahr
aus.
Ich begrüße, daß der Generalsekretär endlich die Existenz eines eigenen SDI-ähnlichen Programms zugegeben hat. Wir haben es die ganze Zeit
gewußt und versucht, die Öffentlichkeit davon so umfassend wie möglich
zu informieren, aber wir müssen dabei
auch gleichzeitig sicherstellen, daß
unsere nachrichtendienstlichen Quellen und Methoden nicht bekannt werden.
Wir haben darüber hinaus öffentlich auf die sowjetische Nichteinhaltung früherer Rüstungskontrollverträge und -abkommen hingewiesen, wozu
auch der ABM-Vertrag von 1972 gehört.
Im Hinblick auf das Radar von Krasnojarsk habe ich mich immer wieder dafür ausgesprochen, daß hier Abhilfe
geschaffen
und der Radar abgebaut
werden muß. Leider haben die Sowjets
auf unsere Bedenken nicht reagiert.
Frage:
Einige
Kritiker
des
SDI-Programms verbuchen schon den Erfolg einschneidender
Kürzungen des
SDI-Haushalts in den vergangenen Jahren auf ihrer Seite und erklären, das
Programm würde vom nächsten Präsidenten gestrichen.
Was wird Ihr Nachfolger ihrer Ansicht nach aus dem
SDI-Programm
machen?
Welchen
Ratschlag für die Zukunft der Strategischen Verteidigungsinitiative werden sie dem nächsten Präsidenten geben, sei er nun Republikaner oder Demokrat?

Antwort:
Die
Maßnahmen
des
nächsten Präsidenten sind natürlich
nicht vorhersehbar.
Bestimmten Empfehlungen für SDI würde ich jedoch
anbieten;
die zukünftige Sicherheit
des Westens ist keine Frage der Parteipolitik, sondern unabdingbar für
unsere nationale Sicherheit und so
sollte sie auch behandelt werden.
Mein Ratschlag an meinen Nachfolger lautet: Lassen Sie nicht zu, daß
die Sowjets infolge der innenpolitischen Diskussion in den Vereinigten
Staaten oder infolge der Haushaltskürzungen etwas erreichen, das viel
zu wertvoll ist, um es in Verhandlungen aufzugeben. Darüber hinaus möchte ich erneut meiner Auffassung Nachdruck verleihen, daß SDI die Hoffnung
auf eine bessere Zukunft darstellt,
für uns, unsere Kinder und unsere Enkelkinder.
Frage:
Glauben
Sie, daß
der
von seinen Kritikern in den Medien
und im Kongreß im Zusammenhang mit
SDI
geprägte
Ausdruck
"Krieg
der
Sterne" dem Programm in den Augen der
Öffentlichkeit geschadet hat?
Antwort:
Meines Erachtens hatte es auf gewisse Weise diese Wirkung.
Uns sind Meinungsumfragen bekannt, die belegen, daß die Menschen
bei dem Ausdruck "Krieg der Sterne"
Unbehagen empfinden, obwohl sie unsere Idee einer stragetischen Verteidigung nachdrücklich befürworten. Dies
war ganz sicher das Ziel derjenigen,
die das SDI-Programm mit diesem Etikett behaftet haben.
Sie hofften,
dieses wichtige und wirklich entscheidende Konzept in den Augen der
amerikanischen Öffentlichkeit zu bagatellisieren.
Aber ich traue dem
amerikanischen Volk mehr zu.
SDI ist keine Phantasie. Es ist
ein vielschichtiges
und herausforderndes
Programm
wissenschaftlicher
Forschung und Entwicklung bis hin zur
Verwirklichung einer wirksamen Verteidigung gegen ballistische Raketen.
Und trotz der Bemühungen der Kritiker, die öffentliche
Unterstützung

- 5 -

�für das Programm zu untergraben und
dessen Rolle für unsere zukünftige
Sicherheit zu bagatellisieren, indem
sie es mit phantasieausdrücken beschreiben, bin ich im Interesse unserer zukünftigen Sicherheit entschlossen, das Programm weiter fortzusetzen.
Frage:
Welche
Haltung
nimmt
die Regierung zu den jüngsten Vorschlägen des Vorsitzenden des Streikräfteausschusses im Senat, Senator
Sam Nunn ein, der die Aufmerksamkeit
des Pentagons auf die Entwicklung eines sogenannten Systems zum Schutz
vor
irrtümlichen
Raketenabschuß
(ALPS) lenkte?
Sollte ein solches
System angesichts der schon von der
SDI-Gruppe unternommenen Forschungsarbeiten ernsthaft in Erwägung gezogen werden?
Sehen sie dies als eine
Umleitung von ohnehin schon knapp bemessenen Mitteln in ein noch enger
gefaßtes
Gebiet
der
Verteidigung,
oder ist es andererseits vielleicht
als akzeptabler anzusehen, weil es
zumindest eine Weiterentwicklung auf
dem Gebiet der möglichen Stationierung einer strategischen Verteidigung
darstellt?

senden Verteidigung erreicht werden
kann. Die erste Phase einer solchen
Stationierung
sollte uns natürlich
diesem Endziel näherbringen.
Der Bedrohung durch einen versehentlichen Raketenstart muß zweifelsohne ebenso Rechnung getragen werden,
wie einem absichtlichen Angriff mit
ballistischen Waffen durch ein verbrecherisches
Regime.
Gleichzeitig
dürfen wir uns nicht von unserem
Hauptziel einer wirkungsvollen Verteidigung ablenken lassen, die unseren Kriterien der Stationierung gerecht wird.
Solche Verteidigungssysteme müssen in Phasen gebaut werden,
einschließlich der im Weltraum stationierten Elemente.
Jedes System,
das zum Schutz gegen versehentliche
Raketenstarts
gebaut
wurde,
kann
nicht nur Selbstzweck sein;
es muß
vielmehr ein weiterer Schritt auf dem
Weg zu einem strategischen Umfeld
sein, in dem Abschreckung in zunehmendem Maße auf Verteidigung statt
auf Angriff basiert.

Antwort:
Die Vorstellung einer
begrenzten strategischen Verteidigung
ist nicht neu. Ich habe im Laufe der
Jahre eine Vielzahl von Vorschlägen
dieser Art erhalten, selbst von den
energischsten Befürwortern von SDI im
Kapitol.
Die Erklärung von Senator
Nunn, strategische Verteidigung könne
eine nützliche Rolle bei der Verbesserung der Abschreckung und der Minderung der Risiken und Gefahren eines
Krieges spielen, habe ich mit Interesse gelesen. Jede Erklärung diesen
Inhalts ist ein willkommener Beitrag
zu der Diskussion über SDI.
Im Verteidigungsministerium gibt
es ein formelles Gefüge zur Überprüfung der vorgeschlagenen Änderungen
am SDI-Programm:
den Verteidigungsbeschaffungsrat. wie Sie wissen haben wir ja das Konzept einer stufenweisen Stationierung übernommen, in
der
Erkenntnis, daß dadurch unser
höchstes ziel einer wirklich umfas- 6 -

* * * * *

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

'^r/oN

15

13. April 1988

SOWJETISCHE DESINFORMATION DAUERT TROTZ GLASNOST UNVERMINDERT AN
- Auszüge aus USIA-Studie über sowjetische aktive Maßnahmen -

WASHINGTON - (AD) - Die sowjetische Desinformationstaktik dauert einer
amerikanischen Studie zufolge trotz anderslautender Beteuerungen des sowjetischen Parteichefs Gorbatschow und trotz seines Bekenntnisses zu "Glasnost"
unvermindert an. Der vom US-Informationsamt (USIA) am 6. April 1988 veröffentlichte Bericht mit dem Titel "Sowjetische aktive Maßnahmen In der Ära von
Glasnost" kommt unter anderem zu dem Ergebnis, daß es derzeit zwölf wesentliche sowjetische Desinformationskampagnen gibt, von denen zwei erst im vergangenen Jahr angelaufen sind. Eine davon bringt den amerikanischen Geheimdienst CIA fälschlicherweise mit dem Jonestown-Massaker im Jahr 1978 in Verbindung, die andere behauptet, amerikanische Bürger hätten Babies aus Südamerika zu dem Zweck adoptieren wollen, sie für Organspenden "zu zerstückeln".
Nachstehend geben wir den Bericht in seinen wesentlichen Auszügen wieder.

Bei aktiven Maßnahmen handelt es
sich um sorgsam erarbeitete - oftmals
geheime oder irreführende - Einflußoperationen, die von den Sowjets neben herkömmlichen diplomatischen und
Informationsaktivitäten
zur
Unterstützung ihrer Außenpolitik angewandt
werden.
Sie reichen von Grobheiten
bis zu hahnebuchenem Unsinn, von bösartigen antiamerikanischen Desinformationen und Täuschungen bis hin zu
raffinierten besänftigenden Einflußoperationen. Sowjetische aktive Maßnahmen sind insbesondere:
- "Schwarze" KGB-Aktivitäten, wie
beispielsweise Desinformation und
Täuschung, der Einsatz von Einflußagenten und geheime Medienmanipulationen;
"Graue"

von

der

Abteilung (ID) der sowjetischen
kommunistischen
Partei
durchgeführte Aktivitäten, die folgende
Bereiche umfassen:
Planung von
Aktionen
durch
die kommunistischen Parteien vor Ort, durch
sowjetisch gesteuerte internationale Frontorganisationen und vermeintlich unabhängige sowjetische
Freundschaftsvereinigungen, sowie
durch "Massenorganisationen" und
im außenpolitischen Bereich tätige akademische Institute.
"Weiße"
Medienberichterstattung
über diese Aktivitäten und die
Themen der aktiven Maßnahmen unter Leitung der Propagandaabteilung
des
Zentralkomitees
durch nicht geheime Elemente des
sowjetischen Apparats zur Ver-

Internationalen

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�breitung aktiver Maßnahmen:
die
Presseagenturen TASS und Nowosti,
Radio Moskau und Radio Frieden
und Fortschritt, anderen Elementen der sowjetischen Presse und
den
Informationsabteilungen
der
sowjetischen Botschaften im Ausland.
Diese
"weißen" Elemente
liefern außerdem eine Tarnung für
Agenten von KGB und ID.

Jüngste Entwicklungen
Seit dem Genfer Gipfel im Jahr
1985 hat es erhebliche Verlagerungen
im Hinblick auf die Taktik "grauer"
sowjetischer
aktiver Maßnahmen und
ihre Leitung gegeben.
Das Konzept
einer so breit wie möglich angelegten
"Vereinigten
Front" zum Widerstand
gegen die Strategische Verteidigungsinititive und zur Untergrabung amerikanischer Verhandlungspositionen zur
Rüstungskontrolle
ist
mittlerweile
die wichtigste
Stoßrichtung sowjetischer aktiver Maßnahmen im Westen
geworden. Dies hat die Sowjets dazu
veranlaßt, wesentlich sanftere Töne
als in der Vergangenheit anzuschlagen:
- Die sowjetisch gesteuerten Internationalen
Frontorganisationen,
wie beispielsweise der Weltfriedensrat, haben sich versöhnlichere Methoden mit dem Ziel zu eigen
gemacht, um bei "Friedens"-Aktivisten aller Schattierungen Anklang zu finden.
- Vermeintlich
unabhängige
sowjetische
"Massenorganisationen",
wie
beispielsweise
das
Sowjetische
Friedenskomitee,
haben
zahlreiche direkte Kontakte mit
dem Westen aufgenommen, in der
Hoffnung, diese Kanäle zu benutzen, um die Menschen im Westen
von der Logik sowjetischer Ansichten über SDI und Abrüstung zu
überzeugen.
- In ihrem Bemühen zur Öffnung anderer Kanäle zur Beeinflussung
westlicher Eliten nehmen die Sowjets ebenfalls eine Spitzenposi-

tion bei der Organisation neuer
internationaler
"Friedens"-Foren
und Gruppen ein, die sich größtenteils aus Akademikern, Wissenschaftlern, prominenten
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Geschäftsleuten zusammensetzen.
Auf allen Gebieten basiert die
derzeitige sowjetische Taktik auf der
Pflege eines offeneren Images und dem
Versuch, positive westliche Auffassungen über den Prozeß von "Glasnost"
und
"Perestrojka" zum
sowjetischen
Vorteil auszunutzen.
Diese
aktiven Maßnahmen werden
von einem neuen und begabten Leiter
der
Internationalen
Abteilung
des
Zentralorgans der sowjetischen kommunistischen Partei koordiniert, dem
früheren sowjetischen Botschafter in
den
Vereinigten
Staaten,
Anatoli
Dobrynin.
Im Laufe von Dobrynins
Amtszeit sind die sowjetischen "grauen" aktiven Maßnahmen wesentlich anspruchsvoller und subtiler geworden.
Auf der Ebene des KGB waren jedoch keine wesentlichen Änderungen in
der Handhabung sowjetischer aktiver
Maßnahmen
festzustellen.
Bösartige
antiamerikanische
Desinformationen
und Täuschungen dauern ebenso unvermindert an wie die massiven sowjetischen Bemühungen, die Presse insgeheim zu manipulieren. Einer der bemerkenswertesten
Züge
der
sowjetischen aktiven Maßnahmen in jüngster
Zeit war die Hartnäckigkeit, mit der
diese Aktivitäten zur gleichen Zeit
durchgeführt wurden, in der die Sowjets eine anspruchsvolle Einflußoperation
inszenierten, die sich auf
"Glasnost"
und
"neues
politisches
Denken" in den bilateralen Beziehungen mit dem Westen konzentriert.
Diese Aktionen dauerten trotz der
Erklärung
des sowjetischen
Parteichefs
Michael
Gorbatschow
beim
Washingtoner Gipfel an, die da lautete:
"Keine weiteren Lügen.
Keine
weitere Desinformation."

- 2 -

�Desinformationstechniken
Sowjetische
Desinformationsberichte sind nicht einfach wahllos zusammengesetzte
ungenaue
Reportagen
von nachlässigen sowjetischen Korrespondenten.
Es handelt sich vielmehr
um absichtliche Lügen oder Entstellungen,
die
von
Spezialisten
im
Dienstbereich A der Ersten Hauptverwaltung
des
KGB
erstellt
wurden.
Dann werden diese Lügen von der Internationalen Abteilung des Zentralorgans
der sowjetischen kommunistischen Partei, der Propagandaabteilung, von der sowjetischen Presse,
dem Rundfunk und den Nachrichtenagenturen, den kommunistischen Parteipublikationen im Ausland, den Informationsabteilungen bei den sowjetischen
Botschaften im Ausland und KGB-Agenten in aller Welt verbreitet.
Ein
Desinformationsbericht
wird
von den Sowjets oftmals in einer obskuren
Dritte-Welt-Zeitung
plaziert,
anschließend von einer sowjetischen
Publikation aufgegriffen und dann von
sowjetischen Nachrichtenagenturen erneut um die ganze Welt verbreitet.
Damit können die Sowjets behaupten,
sie würden lediglich solche in der
ausländischen Presse bereits erschienene Berichte wiederholen.
Um weiterhin jegliche Verantwortlichkeit für diese Berichte von sich
weisen zu können, haben die sowjetischen Behörden stur ihr Recht verteidigt, jede auch noch so absurde
Behauptung zu veröffentlichen, solange sie in der ausländischen Presse
abgedruckt wurde.
Oft sind die von
ihnen zitierten "ausländischen" Quellen Publikationen sowjetisch gesteuerter kommunistischer Parteien oder
vom KGB inspirierte Veröffentlichungen.

die Ansichten solcher Personen und
Organisationen von hiermit vertrauten
Leuten
zurückgewiesen
werden, wenn
sie von Organisationen wie etwa TASS
behandelt werden, als seien sie Vertreter
ernstzunehmender
Meinungen,
mag mancher sensationsgierige Redakteur in anderen Ländern wohl kaum die
Zeit haben oder die Neigung verspüren, die Angelegenheit näher zu prüfen. Auf diese Weise widmet der sowjetische Desinformationsapparat den
Ansichten
antiamerikanischer
Randgruppen und Extremisten breiten Raum
und verschafft ihren häufig gehässigen Botschaften ein weltweites Publikum.
Die sowjetischen Desinformationsspezialisten benutzen auch häufig die
Technik, legitime Quellen und Einzelpersonen zu zitieren, deren Kommentare jedoch absichtlich so aus ihrem
Kontext herauszunehmen, daß dadurch
der Sinn ihrer Aussagen wesentlich
entstellt wird. Auf diese Weise können unbedachte und später zurückgenommene Äußerungen, aus dem Stehgreif
abgegebene Bemerkungen sowie harmlose
Kommentare respektabler Personen und
Organisationen Wasser auf die Mühlen
sowjetischer Desinformation leiten.

Wichtige Kampagnen der
gangenheit

jüngsten

Ver-

Einige der kürzlich von sowjetischen und sowjetisch beeinflußten
Medien verbreiteten wichtigen Desinformationskampagnen
bringenten
fälschlicherweise Behauptungen in Umlauf, wonach die amerikanische Regierung

Außerdem prüfen die Sowjets die
nichtkommunistische Presse gründlich
auf Material, das sie für Desinformationszwecke umarbeiten können.
Oft
bringen sie die konfusen Ansichten
von Extremisten in Umlauf, wenn diese
ihren Zwecken dienlich sind.
Obwohl
- 3 -

- das AIDS-Virus
in
einem
Forschungslabor
der
amerikanischen
Streitkräfte geschaffen habe,
- eine sogenannte "ehtnische Waffe"
entwickelt habe, die nur Nichtweiße tötet,
- im Jahr 1978 das Jonestown-Massaker in Guayana begangen habe,

�- massive und anhaltende Bemühungen
in biologischer Kriegführung unterhalte,

zerstückeln und ihre einzelnen Organe
zu Transplantationszwecken zu verkaufen.

- den afghanischen Mudjahedin chemische und biologische Waffen sowie
"Spielzeugbomben"
geliefert
habe,

All diese Behauptungen über Aktivitäten der amerikanischen Regierung
sind unwahr und weder die Regierung
noch Privatorganisationen oder Enthüllungsjournalisten waren in der Lage, irgendeinen Beweis für den Handel
mit Säuglingsorganen zu erbringen.

-

an der Ermordung, angeblichen Ermordung oder versuchten Ermordung
von Olof Palme. Papst Johannes
Paul II., Indira Gandhi, Martin
Luther King, Aldo Moro, Samora
Machei, Omar Torrijos, Samantha
Smith
und
anderer
prominenter
Persönlichkeiten beteiligt gewesen war,
- den Staatsstreich auf den Fidschi-Inseln im Jahr 1987 begangen
habe,
- die Ermordung führender Oppositioneller in Nicaragua plane, um
danach
die Sandinisten hierfür
verantwortlich zu machen und dies
als Vorwand für eine Aggression
in Mittelamerika zu benutzen,
- protestierende
Frauen
außerhalb
des
amerikanischen
LuftwaffenStützpunkts
Greenham
Common in
England
gefährlicher
Strahlung
aussetze,
- plane, die Sender der Stimme Amerikas auf Sri Lanka zur Kommunikation mit amerikanischen Kriegsschiffen im Indischen Ozean zu
benutzen,
- zahlreiche
Ausbildungslager
für
Terroristen
auf
amerikanischem
Territorium unterhalte,
- den Flug 007 von Korean Airlines
über sowjetischem Territorium als
absichtliche
Provokation
veranlaßt habe.

Einer weiteren sowjetische Desinformationskampagne zufolge importieren Amerikaner - wenn auch nicht die
amerikanische Regierung - Babies aus
Lateinamerika, um sie anschließend zu

Wirkung
Obwohl die Wirkung der sowjetischen
Desinformationskampagnen
schwer zu messen ist, ist die Hartnäckigkeit der sowjetischen Bemühungen, absurde Lügen über die Vereinigten Staaten zu verbreiten, ein wesentliches Anzeichen für die Bedeutung, die ihnen von den Sowjets beigemessen wird.
Die sowjetische Einschätzung
ihres Nutzens wurde von
Ladislaw
Bittman,
dem
ehemaligen
Stellvertretenden Leiter der Desinformationsabteilung des nach sowjetischem Vorbild
aufgebauten
tschechoslowakischen
Geheimdienstes
beschrieben.
Er verglich die Wirkung
der Desinformationsberichte mit der
Wirkung von Gifttropfen, die einem
Menschen ständig eingeflößt werden.
Während die Wirkung eines einzelnen
Tropfens für gewöhnlich nicht wahrgenommen wird, kann die Gesamtwirkung
tödlich sein.

Desinformation und "Glasnost"
Es soll nicht verschwiegen werden, daß trotz "Glasnost" mehrere der
wichtigsten sowjetischen Desinformationskampagnen während der Amtszeit
von Michail Gorbatschow als Generalsekretär der sowjetischen KP gestartet wurden, darunter die Kampagnen
über Jonestown und die Babyorgane aus
Lateinamerika, die beide im Jahr 1987
begannen.
Auch die Desinformationskampagne in Zusammenhang mit AIDS begann ernsthaft erst unter Gorbatschow
im Oktober 1985.

- 4 -

�Während des Washingtoner Gipfeltreffens im Dezember 1987 versicherte
der Generalsekretär dem Direktor der
USIA, Charles Wick, es werde "keine
Lügen, keine Desinformation mehr" geben. Trotz dieser Erklärung hat die
sowjetische Desinformation weiter angehalten.

* * * * *

- 5

�AMERIKA DIENST
'4-

^

Hintergrundmaterial

Ä&lt;

13. April 1988

15

DIE WAHLEN IN AMERIKA 1988
DIE DEMOKRATISCHEN KANDIDATEN UND DER "SCHMELZTIEGEL" NEW YORK
- Vorschau auf die Vorwahl im Staat New York -

ALBANY, NEW YORK - (AD) - Eines der aufregendsten und wichtigsten Elemente
des "Schmelztiegels" New York ist die Politik. Dies gilt um so mehr dieses
Jahr, da die drei noch im Rennen befindlichen Präsidentschaftskandidaten der
Demokratischen Partei - Michael Dukakis, Jesse Jackson und Albert Gore - sich
um den Sieg in der Vorwahl am 19. April bewerben. Die politischen Beobachter
bemühen sich gegenwärtig intensiv darum, das Gewicht der verschiedenen ethnischen Ingredienzen dieses Schmelztiegels richtig einzuschätzen.
Wenn Amerikaner an New York denken, dann denken sie für gewöhnlich
an die Stadt New York - die größte,
meistbeachtete und bekannteste Stadt
der Vereinigten Staaten - den "Big
Apple", so genannt, weil vor ca. 40
Jahren ein Jazzmusiker die Stadt als
"größten Apfel am Baum" beschrieb.

ein. Weitere neun Millionen Menschen
leben im nördlichen Teil des Staates
New York - einem Gebiet, das sich
westlich vom Hudson-River bis zu den
Niagara-Fällen und den Großen Seen
erstreckt und aus Farmen, kleineren
Industriestädten sowie auch Großstädten wie Buffalo und Syracuse besteht.

Da etwa acht Millionen Menschen
in dieser Metropole des Finanz- und
Kommunikationswesens und der Kultur
leben, widmen politische Kandidaten
der Stadt New York ein Hauptaugenmerk, insbesondere wegen der dort ansässigen
großen
Blöcke
jüdischer,
schwarzer und hispanischer Wähler.

Die Bewohner dieses nördlichen
Landesteils haben ihre eigenen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Anliegen, und ihre Ansichten unterscheiden sich vielfach von denen
ihrer Landsleute in der Stadt New
York.

Doch trotz ihrer Größe und Vielfalt ist die Stadt New York nicht repräsentativ für den ganzen Staat oder
nimmt gar eine dominierende Stellung

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Die
dominierende
Stellung
New
Yorks im 19. Jahrhundert, die zum Bau
des Erie-Kanals und später der Eisenbahnlinien führte, brachte "alle Arten von Wandel..., sozial und indu-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�striell" hervor, wie Bern Rottman,
der Sprecher des Ministeriums für
wirtschaftliche
Entwicklung
dieses
Staates erklärt.
Mit dem Anschwellen des Handelsstroms von den Binnenstädten zum Hafen von New York begannen die Menschen, aus der großen Stadt abzuwandern, um den enormen Bedarf an Arbeitskräften im nördlichen Teil des
Staates zu befriedigen, und die Konzentration
ethnischer Gruppen nahm
dort zu.
"Die Bewohner des nördlichen Landesteils sind seßhafter und mögen
traditionell die Dinge so, wie sie
sind, im Gegensatz zur Stadt New
York, die ein Zentrum des Wandels
ist," meint Rottman.
In Wahlen ist daher häufig der
nördliche Teil des Staates New York
das Zünglein an der Waage, in dem
mehr republikanische Wähler angesiedelt sind als in der vorwiegend demokratisch wählenden Stadt.
Bei demokratischen Vorwahlen entfallen auf die Wähler im nördlichen
Teil des Staates ca. 25 Prozent der
Stimmen, die eher gemäßigt bis konservativ wählen. Dem Hauptgeschäftsführer des Demokratischen Ausschusses
im Staat New York zufolge sind es
"die in den Städten im nördlichen
Teil wohnenden weißen Wähler der Arbeiterklasse, die wahrscheinlich eine
Schlüsselposition" bei den diesjährigen Vorwahlen am 19. April einnehmen
werden.
"Das vorrangige und alles andere
in den Schatten stellende Thema im
nördlichen Teil des Staates ist die
wirtschaftliche Entwicklung", erklärt
der Stellvertretende Gouverneur des
Staates New York, Stan Lundine, und
fügt hinzu, er würde den drei demokratischen Präsidentschaftskandidaten
empfehlen, ihren Ausführungen über
die
Wirtschaftslage
einen
persönlichen Anstrich zu verleihen, indem
sie so viele Städte des Nordens besuchen wie möglich.

Alle Kandidaten haben sich vorgenommen, bei ihren Veranstaltungen vor
der Stimmabgabe die Wähler im Norden
entscheidend zu beeinflussen. Natürlich haben sie auch eine Veranstaltung in der Stadt New York im Programm, um dort die einzelnen rassischen und ethnischen Gruppierungen
für sich zu gewinnen.
In der Stadt New York, wo die Demokraten den Republikanern haushoch
überlegen
sind, ist "die demokratische Vorwahl außerordentlich entscheidend", erklärt der Politikwissenschaftler Alan Chartok. "Die Partei setzt sich vorwiegend aus Ideologen zusammen, und sie sind es, die
hauptsächlich bei den Vorwahlen ihre
Stimmen abgeben", fügt der Professor
an der Universität des Staates New
York und Radio- und Fernsehkommentator hinzu.
Von den acht Millionen eingetragenen Wählern in diesem Staat sind
3,8 Millionen Demokraten, 2,6 Millionen Republikaner, 1,4 Millionen ohne
Parteizugehörigkeit und die übrigen
entfallen auf kleinere Parteien, wie
etwa die konservative oder liberale
Partei.
Ethnisch gesehen sind 12
Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung im Staat Schwarze, neun Prozent
Juden, acht Prozent Hispano-Amerikaner und zwei Prozent Amerikaner asiatischer Abstammung.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts
spielte
die
Einwanderungsbewegung
beim Bevölkerungswachstum des Staates
New York eine entscheidende Rolle,
und diese zugewanderten Amerikaner,
von denen viele in der Stadt New York
seßhaft wurden, förderten Wohlstandsreformen, die dazu beitrugen, den
Staat zu einem der liberalsten des
ganzen Landes zu machen. Viele ihrer
Nachkommen, die aus den Städten in
die Vororte zogen, tendierten jedoch
zu einer konservativeren Einstellung.
Sie versuchen, einige Bereiche des
Wohlfahrtsstaates ihrer Vorfahren zu
bewahren, jedoch mit strengeren Kontrollmechanismen.
* * * * *

- 2

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�AMERIKA DIENST
VI

"V

A

Wissenschaft und Technik
13. April 1988

15

NEUER SUPERCOMPUTER
- Lösung komplexer Probleme in kürzester Zeit möglich -

WASHINGTON - (AD) - Im Sandia National Laboratory (New Mexico) wird zusammen mit Wissenschaftlern der NCUBE Corporation (Oregon) ein neuer Supercomputer entwickelt, der sich durch eine bisher nie erreichte Arbeitsgeschwindigkeit auszeichnet. Sie wird durch Verknüpfung von mehr als 1 000 kleinen, leistungsfähigen Mikroprozessoren erreicht, die in Parallelverarbeitung auf Teilaspekte eines bestimmten Problems angesetzt werden. Jeder Prozessor besteht
aus einem Silikon-Mikrochip entsprechend der Kapazität eines herkömmlichen
Computers. Wenn, wie in diesem Fall, mehr als Tausend Prozessoren verknüpft
werden, spricht man von "massiver Parallelverarbeitung".
Mit Hilfe dieser
Technik können Probleme in weniger als einem Tausendstel der Zeit gelöst werden, die ein herkömmlicher Computer mit nur einem Prozessor benötigen würde.

Der erste Leistungstest für den
neuen Computer bestand darin, Kräfte
nach Art, Richtung und Wirkungsmechanismus zu berechnen, die bei einem
Metallträger unter Belastung freigesetzt werden.
Die Maschine brauchte
dazu eine Woche.
Ein gewöhnlicher
Computer hätte etwa 20 Jahre benötigt.
Nach Ansicht von John Gustafson
vom Sandia-Laboratorium könnten derartige Computer zur Lösung äußerst
schwieriger Probleme benutzt werden beispielsweise für die langfristige
Wettervorhersage,
bei der Tausende
sich ständig ändernder Phänomene berücksichtigt werden müssen. Die neuen Verfahren der Parallelverarbeitung
schaffen jene zusätzliche Leistungskapazität, die erforderlich ist, um
"zu neuen Durchbrüchen in der Computerwissenschaft
zu kommen", meinte

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Sandia-Mitarbeiter Gilbert Weigand.
Bisher hatten die meisten Computer-Spezialisten angenommen, daß ungeachtet der Anzahl parallel - und
dabei unabhängig voneinander - arbeitender Prozessoren die Geschwindigkeit für die Problemlösung bestenfalls auf das 50- bis lOOfache eines
einzelnen Prozessors gesteigert werden könne. Jetzt wurde mehr als das
Tausendfache erreicht.
Experimentelle Computer mit bis zu 256 Prozessoren existierten bereits.
Aber mit
keinem wurden auch nur annähernd höhere
Arbeitsgeschwindigkeiten
entsprechend der Anzahl von Prozessoren
wie jetzt bei dem Sandia-Computer erzielt.
Eine der Schlüsselaufgaben
besteht in der Entwicklung von Methoden für den gleichzeitigen Betrieb

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�von tausend und mehr hochleistungsfähigen Kleinprozessoren, die alle so
programmiert sind, daß sie zur gleichen Zeit an verschiedenen Teilsaspekten
ein- und desselben
Problems
arbeiten.
Wie Gary Montry berichtete, sei
dies den Forschern u.a. dadurch gelungen, daß sie Probleme bisher unbekannter Größenordnung in Angriff nahmen. Der Supercomputer arbeite am besten, "wenn man die Problemgröße entsprechend der Zahl von Prozessoren
wachsen läßt."
Dadurch komme es zu
der dramatischen tausendfachen Steigerung
der
Arbeitsgeschwindigkeit.
Eine weitere, bei dem neuen Supercomputer benutzte Technik ist die
Verbindung der Prozessoren in einem
komplexen
"Hyperkubus".
Bei einem
gewöhnlichen Kubus säße jeweils ein
Prozessor an einer der acht Ecken,
verbunden über Leitungen entlang jeder Kante.
Ein Huperkubus besteht
aus einer beliebigen Zahl von ineinandergeschachtelten Kuben, wobei jede
Ecke eines Innenkubus mit der nächstgelegenen Ecke des nächsten, nach
außen führenden Kubus verbunden ist.
Die Wissenschaftler nehmen an, daß
der neue Supercomputer pro Sekunde
mehr als 500 Millionen Rechenoperationen durchführen und über eine Milliarde Wörter speichern kann.
Einer der bisher leistungsstärksten
Computer
steht
im Arnes-Forschungszentrum der NASA (US-Behörde
für Luft- und Raumfahrt); er dient
der aeronautischen Forschung. Dieser
Supercomputer vom Typ Cray-2,der 1987
in Betrieb genommen wurde, hat eine
Speicherkapazität von 256 Millionen
Wörtern und kann pro Sekunde 250 Millionen
Rechenoperationen
ausführen.
Gegenwärtig wird er für die Entwicklung der geeignetsten Konfiguration
des Raumflugzeuges benutzt, das wie
ein Flugzeug horizontal startet und
mit verbesserten Düsenantriebssystemen in die Erdumlaufbahn eintritt.
Außerdem arbeiten NASA-Ingenieure mit
dem Caray-2-Computer an einem Rettungssystem
für die Besatzung des
Raumtransporters sowie an einer lei-

stungsfähigeren Konstruktion
biter-Haupttriebwerke .

der Or-

Am Ultrafast Electronics Laboratory der Stanford-UniversitMt entwikkelte inzwischen eine Forschergruppe
auf der Basis von Galliumarsenid einen Chip mit integrierten Schaltkreisen von 3,5 Picosekunden Arbeitsgeschwindigkeit
bei
Raumtemperatur.
Das sind 3,5 Billionstel einer Sekunde.
Damit sind wichtige Voraussetzungen für den Bau von Meßinstrumenten zur Prüfung der neuen Computer
geschaffen worden.

* * * * * *

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