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                  <text>AMERIKA DIENST
'VON

4

30. März 1988

13

INHALT

DOKUMENTATION
Entschlossenheit der Contras schuf Friedensvereinbarung
- Erklärung von Außenminister George Shultz START-Abkommen beim Gipfel in Moskau noch immer möglich
- Fernsehinterview mit Botschafter Max Kampelman WIRTSCHAFT
Reagan stellt Veto gegen protektionistisches Handelsgesetz
in Aussicht
- Rede bei der Reynolds Metals Company in Richmond -

* * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
Dokumentation
30. März 1988

13

ENTSCHLOSSENHEIT DER CONTRAS SCHUF FRIEDENSVEREINBARÜNG FÜR NICARAGUA
- Erklärung von Außenminister George Shultz -

WASHINGTON - (AD) - Die Sechs-Punkte Vereinbarung zwischen den Sandinisten
und dem nicaraguanischen demokratischen Widerstand "ist das Ergebnis der Entschlossenheit und Opferbereitschaft der Freiheitskämpfer in all den Jahrendes
Kampfes."
Dies erklärte der amerikanische Außenminister Shultz am 24. März
und hob gleichzeitig hervor, die Vereinigten Staaten betrachteten die Vereinbarung als "einen wichtigen Schritt vorwärts". Er drängte den amerikanischen
Kongreß zur sofortigen Bereitstellung von Finanzhilfen an die Contras und fügte hinzu, daß "es absolut keine Rechtfertigung für die andauernden Waffenlieferungen" der Sowjetunion und ihrer Verbündeten an die Sandinisten gäbe.
Nachstehend geben wir die Erklärung des Außenministers vollständig wieder:

Nicaragua,
Die Anführer des nicaraguanischen
Widerstands kamen gestern auf nicaraguanischem Boden mit Mitgliedern des
sandinistischen Regimes zusammen und
erzielten eine Vereinbarung, in der
folgende Punkte enthalten sind:
- Sofortige
Einstellung
aller
Feindseligkeiten für einen Zeitraum von 60 Tagen ab dem 1. April,
- Verhandlungen auf höchster Ebene
am 6. April über die Bedingungen
für einen eindeutig festgelegten
Waffenstillstand,
- Durchführung
Amnestie,

einer

stufenweisen

- Maßnahmen zur Verwirklichung des
politischen Dialogs und umfassender politischer Rechte und
- Maßnahmen zur Verifizierung
ses Abkommens.

die-

Diese Vereinbarung ist das Ergebnis der Entschlossenheit und Opferbereitschaft
der
Freiheitskämpfer
in
all den Jahren des Kampfes, einschließlich ihres heldenhaften Widerstands gegen eine sandinistische Offensive mit dem Ziel ihrer Vernichtung in der vergangenen Woche. Ihre
Stärke und Ausdauer hat diese Chance
für Frieden und Freiheit geschaffen.
Wir betrachten diese Übereinkunft als
einen wichtigen Schritt vorwärts.

- Anerkennung der Redefreiheit in

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�Es bleibt noch viel zu tun, um
diese Chance vollständig zu nutzen.
Diese Vereinbarung sieht eine Fortdauer der Finanzhilfe an die Freiheitskämpfer vor.
Eine solche ist
jedoch nicht vorhanden.
Der Kongreß
sollte diese finanzielle Unterstützung sofort und noch vor der Osterpause bereitstellen, um die Freiheitskämpfer während der weiter laufenden Verhandlungen zu unterstützen.
Wir werden uns mit den Freiheitskämpfern und den vier Demokratien beraten, wie die Vereinigten Staaten
die Aussichten auf Freiheit und Frieden in Nicaragua am besten fördern
können. Andere Nationen müssen ebenfalls eine positive Rolle spielen.
So wie die Waffenstillstands-Vereinbarung derzeit keine weitere amerikanische Militärhilfe vorsieht, gibt
es auch absolut keine Rechtfertigung
für die Fortsetzung jeglicher Waffenlieferungen
der Sowjetunion, Kubas
oder des Ostblocks an Nicaragua.
Die gestrige Vereinbarung sieht
die Wiederaufnahme der Verhandlungen
für den 6. April in Managua vor. Die
Rückkehr der Anführer des nicaraguanischen Widerstands nach Managua wird
ein Triumph für ihre Sache sein.
Die Vereinigten
Staaten werden
sich auch weiter unnachgiebig für
Frieden und Freiheit in Mittelamerika
einsetzen.

* * * * *

- 2

�AMERIKA DIENST
Dokumentation

"VoN^

30. März 1988

13

START-ABKOMMEN BEIM GIPFEL IN MOSKAU
NOCH IMMER MÖGLICH
- Fernsehinterview mit Botschafter Max Kampelman

WASHINGTON - (AD) - Dem Rüstungskontrollbeauftragten der Vereinigten Staaten, Botschafter Max Kampelman zufolge ist die Unterzeichung eines START-Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion beim im Mai anberaumten Gipfeltreffen in Moskau noch immer "möglich".
Bei einem Fernsehinterview am 26. März erklärte Kampelman, "zahlreiche
ernsthafte Probleme stehen noch an", bevor der Vertrag von den beiden Nationen
unterzeichnet werden kann. Beide Länder würden es jedoch "vorziehen", im Mai
oder Juni ein Abkommen zu erzielen.
Kampelman erörterte ferner die amerikanisch-sowjetische Position bezüglich
SDI, Afghanistan, Mittelamerika und dem Nahen Osten.
Nachfolgend bringen wir das Fernsehinterview in wesentlichen Auszügen.
Frage:
Herr Botschafter, Sie sind
bereits Anfang Dezember
in dieser
Fernsehsendung
aufgetreten.
Damals
vertraten Sie die Auffassung, es bestünde eine fast 50prozentige Chance,
daß die Vereinigten Staaten einen
Vertrag mit der Sowjetunion in die
Wege leiten würden, mit dem die Interkontinentalraketen um die Hälfte
reduziert würden. Möchten Sie diese
Aussage revidieren?
Antwort:
Meine von Ihnen zitierte
Prognose war, daß wir einen guten Anfang gemacht haben. Und ich bin immer
noch
dieser
Auffassung.
ich
möchte mich jedoch nicht dahingehend
festlegen, daß das Abkommen im Mai
oder Juni unterschriftsreif sein wird.
Frage:

Was steht dem im Wege?

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Embassy of the United States of America

Antwort:
Die Vielschichtigkeit
gesamten Problems.

des

Frage:
Trifft es zu, daß die seegestützten
Marschflugkörper
(SLCMs)
das Hauptanliegen der Sowjets sind
und sie - im Gegensatz zu uns - diese
Marschflugkörper in das Abkommen einbeziehen
wollen?
Die Vereinigten
Staaten wünschen dies besonders in
Anbetracht des INF-Vertrages nicht,
der zu einem gewissen Unbehagen in
Europa geführt hat, und aus diesem
Grund sind wir von diesen SLCMs in
höherem Maße als vorher abhängig?
Antwort:
Das wirkliche Problem bei
den
seegestützten
Marschflugkörpern
ist, wie man ein Abkommen verifizieren kann. Die Sowjets sind der Mei-

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�nung, sie können es verifizieren.
Sie haben uns Vorschläge unterbreitet, die von unseren Wissenschaftlern
geprüft wurden.
Sie ergeben keinen
Sinn.
Hierbei handelt es sich also
um ein äußerst wichtiges Problem, für
das es noch keine Lösung gibt. Wenn
- wie Sie sagen - die Sowjets dies
zur
Bedingung
machen, glaube
ich
nicht, daß wir darauf eingehen werden. Meines Wissens handelt es sich
hierbei nicht um eine Bedingung. Ich
habe in den Verhandlungen mit den
Sowjets die Erfahrung gemacht, daß
sie häufig Bedingungen stellen.
im
Verlauf
unserer
Zusammenarbeit hat
sich jedoch anhand der gemachten Erfahrungen gezeigt, daß sie die Bedingung entweden zurücknehmen oder modifizieren, so daß ich ...
Frage:
nicht?
Antwort:
lungen.

Das gilt auch

Das

ist Teil

für uns, oder

von Verhand-

Frage:
Ja - so sind wir anscheinend bei SDI verfahren. Die Strategische Verteidigungsinitiative ...
Antwort:
Frage:

Im Gegenteil.
Nein?

Antwort:
Nein.
Beim
SDI-Programm
bestehen wir noch immer darauf, daß
kein Abkommen irgenwelche negativen
Auswirkungen
auf unser
SDI-Prgramm
haben darf.
Frage;
Gut - aber wir haben zugestimmt - korrigieren Sie mich, falls
dies nicht zutrifft - wir haben zugestimmt, daß SDI jetzt an das STARTAbkommen geknüpft ist.
Antwort:

Nun ...

Frage:
Diese
Administration
hat
bislang die Position vertreten, daß
SDI unabhängig und nicht Teil des
START-Abkommens ist.
Antwort:
Das ist noch immer unsere
Position.
wir fahren zweigleisig.

Wir verhandeln
über beide Themenkomplexe und wir verhandeln gleichzeitig über sie.
So sind wir seit
drei Jahren verfahren. Wir sind bereit, einen START-Vertrag zu unterzeichnen, ohne Weltraum und Verteidigung miteinzubeziehen.
Frage:
Ich möchte mich vergewissern, daß ich das richtig verstanden
haben.
In dieser Woche veröffentlichten Berichten zufolge haben sich
die Vereinigten Staaten zu dem Passus
bereiterklärt, daß SDI an ein STARTAbkommen gekoppelt wird. Und Sie sagen, dies sei nicht der Fall.
Antwort:
Dies ist nicht der Fall.
Praktisch gesehen - ich möchte natürlich auch wenn ich zu ihnen und zu
dem amerikanischen Volk spreche, ganz
genau sein - praktisch gesehen haben
wir keine Einwände dagegen, über beide
Themenkomplexe
gleichzeitig
zu
verhandeln und eine Einigung zu erzielen.
Was uns betrifft, so sind
wir äußerst zufrieden, daß der STARTVertrag jetzt in Kraft tritt, ohne in
den Bereichen Weltraum und Verteidigung auf eine Entscheidung zu warten,
sofern wir dort Einigung erzielen.
Sollten die Sowjets darauf bestehen,
daß sie über beide Themenbereiche
verhandeln wollen, werden wir an beiden arbeiten.
Frage:
Im Zusammenhang mit SDI besteht nach wie vor das Problem, ob
der ABM-Vertrag die Stationierung von
SDI so kontrolliert, daß die Vereinigten Staaten keine Sensoren ins All
abschießen, die anfliegende Raketen
aufspüren können. Wir - also die Administration - haben die Position bezogen, daß der ABM-Vertrag, eng ausgelegt, die Stationierung dieser Sensoren ausschließt.
Zeigen die Vereinigten Staaten Nachgiebigkeit bei
diesem Thema?
Antwort:
Nein,
überhaupt
nicht.
Meiner Meinung nach müßten in Wirklichkeit die Sowjets zustimmen, daß
der Sensor
selbst kein ABM-System
ist.
Der ABM-Vertrag bestimmt, daß
kein ABM-System oder eine Komponente

- 2 -

�stationiert werden darf.
Und offen
gesagt, in meinen Gesprächen mit den
Sowjets habe ich nicht den Eindruck
gewonnen, den Sie vermitteln, daß sie
der Überzeugung sind, die Stationierung aller Sensoren sei im Rahmen des
ABM-Vertrages vertragswidrig.
Frage:
Michail
Gorbatschow
hat
diesen Monat eine Gruppe amerikanischer
Senatoren bei sich begrüßt,
Botschafter Kampelman.
Erinnern Sie
sich an dieses Treffen?
Antwort:
Ja sicher, ich habe auch
mit den Senatoren nach ihrer Rückkehr
gesprochen.
Frage:
Berichten
zufolge
hat
er
den Senatoren gegenüber erklärt, er
wolle einen Vertrag in diesem Jahr
unterzeichnet haben, bei diesem Gipfeltreffen, und er sei sich dabei
voll und ganz der Tatsache bewußt,
daß er während der Amtszeit Ronald
Reagans nicht mehr ratifiziert würde.
Verstehen Sie seine Erklärungen auch
so?
Antwort:
Nein.
Ich verstehe dies
so, daß er es für möglich hält und es
vorziehen würde, wenn der Vertrag zum
Gipfeltreffen unterzeichnungsreif wäre. Dies entspricht unserer Haltung.
Wir halten dies für möglich.
Wir
würden es vorziehen, wenn ein Vertrag
im Rahmen des Gipfels unterzeichnet
würde. Dies ist aber keine Bedingung
unsererseits, und ich halte dies auch
nicht für eine Bedingung der Sowjets.
Ich kann jedoch nur für die Vereinigten Staaten sprechen.
Die Vereinigten Staaten werden sich nicht vom Kalender leiten lassen. Wir haben eine
Präferenz, aber diese wird nicht unsere Haltung in der Substanz beeinflussen.
Wenn wir bis zum Gipfeltreffen einen in unserem Interesse
liegenden
Vertrag bekommen können,
dann wären wir sehr froh darüber.
Wenn nicht, warten wir bis zum Sommer
und bis zum Herbst.
Frage:
Führende Mitglieder
dieser
Administration
George
Shultz,
Ronald Reagan selbst, Howard Baker -

spielen
die Wahrscheinlichkeit
der
Unterzeichnung eines Vertrage? über
ICBMs während des Gipfels herunter.
Sie erklären, es sei unwahrscheinlich, nicht wahr?
Antwort:
Nein, das Wort "unwahrscheinlich" vernehme ich nicht. Ich
erkenne
ein
Herunterspielen,
kein
"unwahrscheinlich". Und dies ist ein
Unterschied.
Lassen Sie mich dies
einmal kurz erklären.
Wir glauben
nicht - und wir meinen, auch das amerikanische Volk
sollte dies nicht
glauben -, daß Erfolg oder Mißerfolg
des Gipfels von der Unterzeichnung
eines Stücks Papier abhängen.
Und
das Herunterspielen hängt mit diesem
Anliegen zusammen.
Die realistische
Vorstellung geht davon aus, daß wir
noch eine Menge ernster Probleme haben, aber die Anweisung des Präsidenten an die Verhandlungsführer
ist
ganz klar: Versuchen Sie, das höchste Ziel zu erreichen. Versuchen Sie
es, wenn Sie können. Wenn Sie eine
in unserem Interesse liegende Vereinbarung erreichen können, dann tun Sie
das bis zum Gipfel. Wenn nicht, dann
werden wir weiter daran arbeiten.
Frage:
Nun, warum will der Präsident dann ein Gipfeltreffen jetzt,
wenn es - wie Sie es auszudrücken belieben - wenig wahrscheinlich, nicht
wahrscheinlich oder unwahrscheinlich
ist, daß dort ein Vertrag unterzeichnet wird - warum will er den Gipfel
jetzt?
Antwort:
Ich
glaube, Ihre
Frage
macht deutlich, warum wir versuchen,
diese Frage herunterzuspielen.
Ihre
Frage unterstellt nämlich, der einzige zweck dieses Gipfels bestehe in
der Unterzeichnung eines Stücks Papier. Ich würde eher davon ausgehen,
daß die Zeit für ein Gipfeltreffen
gekommen
ist, wenn man ernsthafte
Meinungsverschiedenheiten hat - das
heißt aber nicht, daß solche gegenwärtig bestehen. Es macht Sinn, wenn
die politisch Verantwortlichen
der
zwei
großen, militärisch
mächtigen
Länder ...

- 3 -

�Frage:
... ein geselliges
mensein veranstalten.
Antwort:
Miteinander
die
besprechen, wie wir es tun.

Beisam-

Probleme

Frage:
Sind sie sich der Tatsache
bewußt, daß im Juni, kurz nach dem
Gipfel, das Plenum der Kommunistischen Partei in Moskau tagen wird?
Antwort:
ich bin
und ganz bewußt.

mir

dessen

voll

Frage:
Sie sind sich dessen voll
bewußt.
Und
Sie
wissen,
daß
Gorbatschow in diesem Plenum hart bedrängt werden wird.
Und wenn er zu
diesem Plenum in seinem Gepäck das
Gipfeltreffen mit Ronald Reagan mitbringt, dann bekommt er einen guten
Start, mit Rückenwind sozusagen. Also hilft der Gipfel Gorbi, nicht wahr?
Antwort:
Wir hoffen, er wird unseren Beziehungen insgesamt förderlich
sein und auch den Vereinigten Staaten
helfen.
Frage:
Sie sagten fast "wir
fen, er würde Gorbi helfen"...

hof-

Antwort:
Nein,
was
ich
meinte,
war, daß wir hoffen, er würde uns wie
auch ihm helfen.
Frage:
Meine Behauptung geht doch
dahin, daß Ronald Reagan Gorbi auf
dem entscheidenden Juni-Plenum der
Kommunistischen Partei helfen will.
Und deshalb findet dieses Gipfeltreffen wirklich statt.
Was sagen Sie
dazu?
Antwort:
wirklich - nun, es mag
stimmen, daß er Herrn Gorbatschow
helfen möchte - ich weiß das nicht.
Es mag stimmen.
Wenn ja, nun gut.
Es ist jedoch falsch von Ihnen, anzunehmen, daß der Präsident der Vereinigten Staaten nach Moskau reist, um
dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei zu helfen ...
Frage:
Trotz der
Tagesordnung
für

Tatsache, daß die
den
Gipfel
sehr

dürftig zu sein scheint?
Antwort:
Oh, Sie sollten nicht annehmen, daß die Tagesordnung dürftig
ist ...
Frage:
Es
ist
eine
ungewöhnlich
dürftige Tagesordnung, nicht wahr?
Antwort:
Nein, das stimmt nicht.
Erstens, die Tagesordnung ist noch
nicht fertiggestellt. Ich war an den
Gesprächen
über diese
Tagesordnung
beteiligt.
Es ist eine umfassende
Tagesordnung. Sie beinhaltet Gespräche über die Menschenrechte.
Nun,
wir hoffen, daß die Afghanistan-Frage
bis dahin gelöst sein wird.
Falls
nicht, dann wird Afghanistan dazugehören. Sicherlich wird der Golf auf
der Tagesordnung stehen. Alle regionalen Probleme werden dazugehören.
Ich hoffe, daß Mittelamerika besprochen wird - ich denke, dies wird der
Fall sein.
Dazu werden bilaterale
Probleme gehören. Es ist keine dürftige Tagesordnung.
Frage:
Besteht
ein
Junktim
zwischen Afghanistan und dem START-Vertrag? D.h., Ronald Reagan sagt der
Sowjetunion "Wenn ihr ein START-Abkommen mit mir abschließen wollt,
dann müßt ihr zuerst aus Afghanistan
abziehen."
Ist das Teil des Geschäfts?
Antwort:
Nein, nein.
Wir sollten
uns darüber im klaren sein, daß wir
das START-Abkommen nicht so betrachten, als ob wir damit den Sowjets
einen Gefallen täten. Wir sind für
ein START-Abkommen, weil es für uns
vorteilhaft ist.
Und wenn es uns
einen Vorteil bietet, warum sollten
wir es dann an irgendetwas anderes
koppeln?
Dies ist dieselbe Antwort
wie auf ihre Frage nach dem Weltraum.
Wenn es nicht in unserem Interesse
liegt, dann wollen wir es nicht.
Frage:
Können Sie vorhersagen, ob
die Sowjets ihre Truppen aus Afghanistan abziehen werden?
Antwort:

Ich

glaube,

daß

sie

das

�ungeachtet der Tatsache tun werden,
ob die Vereinigten Staaten dabei als
Garant auftreten oder nicht.
Frage:
In Nicargua haben Contras
und Sandinisten einen sechzig Tage
währenden
Waffenstillstand
unterzeichnet, in der Hoffnung und dem guten Glauben, daß der in einen lang
anhaltenden Frieden münden wird. Haben Sie den Eindruck, daß die Sowjets
bei den Sandinisten ihren diplomatischen Einfluß geltend gemacht haben,
um diesen Waffenstillstand hervorzubringen?
Antwort:
Ich weiß es nicht, und
ich habe keinen Grund zu dieser Annahme.
Ich hoffe es. ich weiß jedoch, daß die Sowjets seit der Übereinkunft von Guatemala, mit deren
Hilfe Frieden in der Region geschaffen werden soll, 200 Millionen Dollar
gezahlt haben.
im vergangenen Jahr
haben sie und ihre Verbündeten nahezu
eine Milliarde Dollar dorthin geleitet,
im Kongreß verhandeln wir nur
über die Kleinigkeit von 30 oder 40
Millionen Dollar, und dabei geht es
um unseren Hinterhof Nicaragua. Die
Sowjets verursachen weiterhin Unruhe
in der Region, und das gefällt mir
nicht.
Frage:
Wissen Sie etwas über ein
Abkommen zwischen den Supermächten,
wonach die Sowjets dem Abzug ihrer
Truppen vorbehaltlich der Entscheidung der Reagan-Administration, den
Contras keine Hilfe mehr zu gewähren,
aus Afghanistan zustimmen?
Antwort:
es nicht.

Ein

solches

Abkommen

gibt

Frage:
Ich möchte das Thema Naher
Osten anschneiden.
Einer der Bestandteile des Friedensplans im Nahen
Osten ist eine internationale Friedenskonferenz, an der die Sowjetunion
teilnehmen wird. Damit wird ihr diplomatisches Mitspracherecht zum Nahen Osten eingeräumt.
Gleichzeitig
versuchten die Vereinigten Staaten im
Rahmen der Iran-Contra Affäre - wenn
auch in guter Absicht - Kommunika-

tionskanäle mit demlran zu erschliessen, um den Sowjets den Zugriff auf
den Iran zu versperren. Darüber hinaus haben wir im Persischen Golf 11
umgeflaggte
kuwaitische Tanker, um
der sowjetichen Präsenz im Persischen
Golf
entgegenzutreten.
zum
einen
drängen wir die Sowjets durch eine
Seitentür aus dem Nahen Osten heraus,
und zum anderen öffnen wir ihnen Tür
und Tor, indem wir ihnen einen Platz
bei der internationalen Friedenskonferenz im Nahen Osten einräumen. Wie
ist das zu erklären?
Antwort:
Ich glaube nicht, daß ihre Frage auf das eingeht, was wir
hier unter internationaler Konferenz
verstehen.
Wir sprechen nicht von
einer internationalen Konferenz, die
den Sowjets Tür und Tor öffnet. Bei
der Konferenz werden keine Entscheidungen getroffen. Die Konferenz wird
weder Probleme lösen noch Empfehlungen aussprechen.
Sie zielt vielmehr
darauf ab, einen internationalen Rahmen zu schaffen, der sich aus den
fünf
ordentlichen
Mitgliedern
des
Sicherheitsrats zusammensetzt - einen
internationalen Rahmen, in dem Jordanien und Israel verhandeln können.
Wir würden es vorziehen, wenn Jordanien und Israel auf direkten Wege
verhandeln könnten.
Jordanien sagt
dazu, "Entschuldigung, aber wir haben
zuviele Probleme hier".
Inoffiziell
vertreten sie wahrscheinlich die Auffassung, "Sehen Sie doch, wieviele
Menschen ermordet werden. Wir brauchen
internationale
Deckung".
Wir
antworten darauf, "Wenn Sie Deckung
brauchen, haben wir dagegen nichts
einzuwenden, aber sie bietet keinen
Ersatz für direkte Verhandlungen".
Frage:
Vielen
Dank.
Lassen
Sie
mich zu meinem Ausgangspunkt zurückkommen. Mein Argument ist, daß diese
Administration Gorbatschow voll und
ganz für sich eingenommen hat, und es
ist eine Übereinkunft erzielt worden,
derzufolge unseren strategischen und
nationalen Interessen am besten durch
Gorbatschow gedient ist, und aus diesem Grunde wollen wir ihm helfen. Um
nochmals seine Präsenz bei der inter-

- 5 -

�nationale Friedenskonferenz des Nahen
Ostens anzusprechen: wie Sie es auch
immer
erklären wollen, Gorbatschow
wird damit geholfen, weil er es in
der Sowjetunion als Erfolg verbuchen
kann.
In Armenien gibt es Unruhen.
1987 haben Radio Free Europe und Radio Liberty Ort, Zeit und Datum der
Demonstrationen gegen die Sowjetunion
in Armenien, Lettland, Litauen und
Estland ausgestrahlt. In diesem Jahr
sind alle Übertragungen eingestellt.
Bei SDI haben Sie einige Schritte zurück gemacht.
Bei ABM verfolgt man
einen weniger harten Kurs, und es
werden Kompromisse eingegangen. Ihre
Tagesordnung für diesen Gipfel umfaßt
vergleichsweise wenige Punkte.
Und
es wird vielfach die Ansicht vertreten, diese Administration wolle sicherstellen, daß es mit Gorbatschow
nicht so geht wie mit Chruschtschow.
Können Sie darauf näher eingehen?
Frage:
Leider vermengen Sie hier
Wahrheiten mit Halbwahrheiten.
Bei
ABM gibt es keine Kompromisse, die
unseren Interesse zuwiderlaufen. Wir
opfern unser SDI-Programm nicht, ich
möchte das an dieser Stelle eindeutig
klarstellen.
Es ist nicht korrekt,
wenn hier alles in einen Topf geworfen wird. Gorbatschow ist eine Realität, er ist der Generalsekretär.
Wir sind nicht daran interessiert, in
Diskussionen
darüber verwickelt zu
werden, ob er der Beste ist oder ob
der Nächste besser sein wird.
Das
geht uns nichts an, und es steht
nicht in unserer Macht, das zu ändern.

* * * * *
- 6

�AMERIKA DIENST
'VON

Wirtschaft

*

30. März 1988

13

REAGAN STELLT VETO GEGEN PROTEKTIONISTISCHES HANDELSGESETZ IN AUSSICHT
- Rede vor Metallarbeitern in Richmond -

RICHMOND - (AD) - Präsident Reagan hat erneut sein Veto gegen ein Handelsgesetz für den Fall angedroht, daß es "obligatorische Vergeltungsmaßnahmen
oder automatische Schutzregelungen" enthält, die seiner Meinung nach gegen das
Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT) verstoßen und "den Präsidenten
zwingen könnten, Handelskriege vom Zaun zu brechen".
In einer Rede vor Beschäftigten der Reynolds Metals Company in Richmond
erklärte Reagan am 28. März ferner, er würde es vorziehen, zusammen mit den
Mitgliedern des Kongresses an der Erstellung eines "akzeptablen" Gesetzes arbeiten, "das unser gegenwärtiges Gesetz wirklich verbessert".
Die Ausführungen des Präsidenten haben folgenden Wortlaut:

Die Vereinigten Staaten befinden
sich nun im 64. Monat stetigen wirtschaftlichen
Aufschwungs.
Es ist
dies die längste Aufschwungphase in
der Geschichte unserer Nation, die
den bisherigen Rekord bereits jetzt
um sechs Monate schlägt und unvermindert anhält: Das Bruttosozialprodukt
ist im gegenwärtigen Quartal um fast
5 Prozent und im gesamten Jahr 1987
um gesunde 4 Prozent gewachsen. Ein
solches
Wachstum
im fünften
Jahr
eines Aufschwungs ist wahrscheinlich
ebenfalls rekordverdächtig.

ser
daß
eine
sagt
sen

Ich denke jedoch, daß keiner die64 Monate verstrichen ist, ohne
irgendein Experte oder Politiker
drohende Katastrophe vorhergehätte. Manchmal würden wir dieVoraussagen zufolge Glück haben

United States Information Service
Embassy of the United States of America

und mit einer Rezession davonkommen.
Anderen
zufolge
bekämen
wir eine
Große Depression.
Es
tut
mir
leid,
aber
mir
scheint, daß diese Leute den Bezug
zur Realität verloren haben: Während
der Großen Depression wurde die Vorhersage, daß "der Wohlstand kurz bevorsteht", zur Zielscheibe der Kritik. Das Gegenteil trifft heute zu.
Wir haben während des längsten und
kräftigsten Aufschwungs in der Geschichte vernommen, daß "das Unglück
kurz bevorsteht".
Nichts ist für unsere Administration vordringlicher als der Schutz
der wirtschaftlichen Sicherheit der
Vereinigten Staaten.
Seit fast acht
Jahren setzen wir uns für politische

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�Schritte ein, die diese Sicherheit
verbessern.
ich werde jederzeit unser Programm niedriger Steuern, freien und fairen Handels, verringerter
Staatsausgaben
und der Reduzierung
von Bundesvorschriften den Rufen unserer Gegner nach mehr Protektionismus, höheren Steuern und umfangreicher
staatlicher
Ausgabenprogramme
entgegenstellen.
Ich vermute, daß
Sie über diese beiden Ansätze in den
kommenden Monaten noch mehr hören
werden.
Tatsächlich muß man unseren Kritikern ein Verdienst anrechnen. Sie
arbeiten an dem vielleicht größten
Trugbild der Geschichte.
Das Trugbild entwickelt sich weiter, obwohl
es auf Gegenbeweise trifft - aber die
Legendenerzähler
geben
nicht
auf.
Die drei großen Trugbilder heutzutage
sind
die
Deindustrialisierung
der
Vereinigten Staaten, der Abstieg der
Mittelstandes und der Verlust amerikanischer Arbeitsplätze.
Realität hingegen ist die Schaffung von über 15 1/2 Millionen neuen
Arbeitsplätzen seit Beginn der wirtschaftlichen
Gesundung,
und
diese
neuen Arbeitsplätze sind - in Umkehrung des Trends der späten siebziger
Jahre - besser und höher bezahlt.
Realität ist, daß nach Jahren hoher
Inflation, in denen die Amerikaner
ihre Kaufkraft bis zur Unkenntlichkeit schwinden sahen, das Realeinkommen des Durchschnittsamerikaners seit
fünf Jahren beständig gestiegen ist.
Realität ist, daß die Exporte von
Fertigungsgütern steigen, die Produktivität in der verarbeitenden Industrie ihren höchsten Stand erreicht
hat und rapide zunimmt.
Seit 1980
ist die Produktivität im amerikanischen
Fertigungssektor
dreimal
so
stark gestiegen wie in den vergangenen sieben Jahren.
Ein bundesdeutscher Fachmann aus der verarbeitenden
Industrie hat es prägnant formuliert:
"Die Vereinigten Staaten sind das beste Land der Welt im Hinblick auf ihre Fertigungskosten."
Und der Wirtschaftswissenschaftler Warren Brooks

erklärte im Rahmen seiner Prognosen,
daß wir eine Verlagerung zu einer exportorientierten
Wirtsrhaft
erleben
werden, 1988 "könnte mit einem Knall
enden".
Man sollte annehmen, dies gebe in
Washington Anlaß zum Jubeln.
Nicht
bei unserer
Kritikern.
Sie sagen
seit fünf Jahren die Katastrophe in
der Wirtschaft vorher. Sie haben gewartet. Sie haben Geduld walten lassen. Jetzt haben sie die Gelegenheit
ergriffen - und dem Kongreß ein Handelsgesetz vorgelegt, das die Produktivität erstickt, die amerikanische
Wettbewerbsfähigkeit zerstört und all
ihre Visionen vom Jüngsten Tag Wirklichkeit werden läßt. Mit dem offensichtlichen Versuch, die 'europäische
Krankneit' zu importieren, haben sie
Bestimmungen europäischen Stils verfaßt, mit dem Amerikas erstes nationales Gesetz zur Einschränkung des
Rechts
eines
Unternehmens
auf
Schließung seiner Einrichtungen und
Verlegung seines Betriebs geschaffen
würde.
Ein
weiteres
Beispiel
liefert
Honda, das gerade seine ersten Fahrzeuge von Amerika nach Japan exportiert hat.
Mit Hilfe ausländischer
Investitionen sind in Amerika neue
Arbeitsplätze geschaffen worden, und
es kann mehr exportiert werden. Damit ist ebenfalls ein Beitrag zu der
von mir bereits angesprochenen höheren Produktivität der amerikanischen
verarbeitenden
Industrie
geleistet
worden. Was wird also im Kongreß als
Zusatz zum Handelsgesetz vorgeschlagen?
Eine neue Offenlegungspflicht,
die ausländische Investitionen dämpfen und davon abhalten würde, in dieses Land zu fließen.
Aber die vielleicht größte Gefahr
besteht
in obligatorischen Vergeltungsmaßnahmen
oder
automatischen
Schutzregelungen, die von mir oder
von zukünftigen Präsidenten Maßnahmen
erfordern, die eine direkte Verletzung des GATT darstellen und dem nationalen Interesse ernsthaft zuwiderlaufen würden. Wenn diese in Kraft

�treten, könnte damit das internationale Handelssystem geschwächt und der
Präsident
gezwungen
werden,
einen
Handelskrieg vom Zaun zu brechen. Es
ist auf jeden Fall ein schlechter
Vorschlag,
aber
er
ist
besonders
schlecht angesichts der Tatsache, daß
amerikanische Exporte steigen und die
verarbeitende
Industrie
exportiert
wie nie zuvor, und aus diesem Grudne
auch gegen Vergeltungsmaßnahmen extrem verwundbar ist.
Es wird zuviel darüber geredet,
wie Amerika wettbewerbsfähiger werden
könnte, aber dieselben Leute unterstützen
Bestimmungen
im Handelsgesetz, die die Wettbewerbsfähigsten in
unserem Team auf die Strafbank setzen
würden. Es wird darüber geredet, wie
Arbeitsplätze erhalten werden können
und gleichzeitig werden Bestimmungen
unterstützt,
mit
denen
potentiell
Tausende, wenn nicht Millionen amerikanischer Arbeitsplätze zerstört werden.
Sie haben wahrscheinlich gelesen,
daß
das
Handelsgesetz
gute
Fortschritte macht - daß viele protektionistische Bestimmungen über Bord
geworfen wurden. Und das entspricht
in mancher
Hinsicht der Wahrheit.
Aber es gibt noch viel zu tun, bis
diese Gesetze für die amerikanische
Wirtschaft mehr Gutes als Schlechtes
bedeuten.
Ich werde dagegen gegebenenfalls
mein Veto einlegen. Nur die Ausmerzung sämtlicher störender Bestimmungen wird ein Gesetz hervorbringen,
das ich unterzeichnen kann. Ich werde nicht zulassen, daß die wachstumsorientierte amerikanische Wirtschaft
zerstört wird.
Aber ich erarbeite
lieber
mit Kongreßabgeordneten
ein
nicht nur 'akzeptables' Gesetz, sondern ein Gesetz, mit dem unser gegenwärtiges Gesetz eindeutig verbessert
wird.
Es gibt so viele positive Dinge,
die wir erreichen können. Eine neue
Verhandlungsvollmacht, mit der wir
auch in Zukunft Vereinbarungen wie

das
Freihandelsabkommen
mit
Kanada
schaffen können, isr wichtia.
wir
haben
ein neues Weiterbildungsprogramm für Arbeitnehmer empfohlen, die
mit der steigenden Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft ersetzt wurden.
Und es sind viele bestehende
amerikanische Gesetze reformiert worden, wie etwa diejenigen zum Schutz
von Patenten und Copyrights, die Rationalisierung von Exportkontrollbestimmungen, mit denen unsere Exportfähigkeit gefördert werden kann.
Mit der weiteren Arbeit des Kongresses an diesem Gesetz möchte ich
bemerken, daß am Super Tuesday diejenigen eines Besseren belehrt wurden,
deren Prognosen zufolge der Protektionismus im Süden Zuspruch erfahren
würje.
Ich habe oft über Senator Reed
Smoot und den Abgeordneten Willis
Hawley gesprochen, deren gleichnamiges
Gesetz
zum
Zusammenbruch
des
Welthandelssystems und zur Großen Depression
in
Amerika
geführt
hat.
Beide waren der Ansicht, etwas Demagogie im Handel sei gute Politik.
Damit
gelangten
sie
in
di&gt;? Geschichtsbücher.
Aber man führt sich
zu wenig vor Augen, daß beide zwei
Jahre später
ihrer A'mter enthoben
wurden, als die Wähler Zeit hatten,
die Auswirkungen ihres Gesetzes wahrzunehmen.
Protektionismus
ist
nicht
nur
gleichzusetzen mit schlechter Wirtschaft, sondern auch mit schlechter
Politik.
Das amerikanische Volk hat
beschlossen, eine Große
Depression
ist genug und wird den Handelsdemagogen keine zweite Chance geben.
Die Geschichte weist in die entgegengesetzte Richtung - mehr Handel,
nicht weniger; wachsende Zusammenarbeit, nicht Isolationismus und Vergeltung; ein expandierendes weltweites Netz an Investition, Produktion
und Kommunikation, nicht merkantilistische Volkswirtschaften, die hinter
Zollschranken verkümmern. Aus diesem
Grund haben wir auf eine neue GATT-

- 3 -

�Runde gedrängt, die nun in die Wege
geleitet wurde, um das ehrgeizigste
multinationale Programm in der Geschichte des Handels zu erörtern.
Und wie bereits erwähnt, ist dies
auch der Grund, warum wir ein historisches
Handelsabkommen
mit Kanada
geschlossen haben, das Arbeitsplätze,
Wachstum und größere Chancen auf beiden Seiten der Grenze schafft.
Der Umgestaltungsprozeß bei Reynolds Aluminium ist Teil eines umfassenden Prozesses. Die Weltwirtschaft
befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Wandels.
Er wurde als
"Informationszeitalter",
"ComputerZeitalter" und "technologische Revolution"
bezeichnet.
Amerika
kann
diese Herausforderung entweder annehmen - wie Sie hier bei Reynolds es
getan haben - oder wir können uns aus
dem
Wettbewerb
herauskatapultieren
und folglich den Anschluß an die sich
uns bietenden neuen Chancen verpassen.
Abschließend möchte ich ein Beispiel anführen, das diesen tiefgreifenden
Wandel
verdeutlicht.
Die
Triebkraft der technologischen Revolution ist die fast täglich zu beobachtende Revolution in der Halbleitertechnik.
Um das Ausmaß des Wandels zu verdeutlichen, den unsere Generation durchlaufen hat, stellt ein
Wissenschaftler
folgenden
Vergleich
an:
"Wenn die Auto.nobilindustrie so
schnelle
und
weitreichende
Fortschritte gemacht hätte wie die Halbleitertechnik in den vergangenen 20
Jahren, würde ein Rolls Royce heute
weniger als drei Dollar kosten, 1
Million Kilometer pro Liter fahren,
genügend
Pferdestärken
haben,
um
einen Ozeandampfer anzutreiben, und
sechs Rolls Royce würden auf einen
Stecknadelkopf passen."
Dies ist mehr als nur eine Explosion der Produktivität.
Die im mysteriösen Bereich der Quantenphysik
eingesetzten Computer von heute signalisieren
einen
Quantensprung
in
eine neue Weltwirtschaft.

Reynolds hat diesen Quantensprung
für sich und die amerikanische Wettbewerbsfähigkeit
arbeiten
lassen.
Amerika ist noch immer führend bei
Innovationen
und
Unternehmergeist,
und wenn wir konkurrenzfähig sein
wollen - woran ich keine Zweifel habe
- werden wir diejenigen sein, die den
Weg in das neue Jahrhundert und die
neue Weltwirtschaft weisen werden.

* * * * *

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