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                  <text>AMERIKA DIENST
1-7

"**

C&amp;

12

23. März 1988

I N H A L T

DOKUMENTATION
Vereinigte Staaten:

Nicaragua muß Rechte seiner Nachbarn respektleren

- Erklärung vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen -

HINTERGRUNDMATERIAL
Das amerikanische Konzept für den Frieden im Nahen Osten
- Von George P. Shultz -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Ozonschwund bestätigt
- Schutzmaßnahmen für den Schutzschild der Erde laufen an

i
* * * * * *

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�AMERIKA DIENST
Dokumentation

12

3. März 1933

VEREINIGTE STAATEN:

NICARAGUA MUSS RECHTE SEINER NACHBARN RESPEKTIEREN

- Erklärung vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen -

NEW YORK - ;AD) - Vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen forderte
der amerikanische Botschafter Herbert Okun am 18. März 1988 die Regierung Nicaraguas auf, "ihre aggressive Haltung gegenüber der eigenen Opposition aufzugeben" und "die territorialen und sonstigen Recht«? ihrer Nachbarn ZIJ respektieren". Okun jufolge hat Nicaragua mit dem Eirmarsch von 1 500 tis 2 000
Soldaten "willkürlich die Souveränität von Honduras verletzt".
Die Erklärung Botschafter Okuns hat folgenden Wortlaut:

Ironischerwei.se sind wir wieder
einmal auf Ersuchen Nicaraguas zusammengekommen.
Die
Präsidenten
der
Staaten Mittelanerikas haben sich am
8. August 1987 zu einem Friedensabkommen verpflichtet. Meine Regierung
hat dieses Abkommen begrüßt, betrachtete jedoch das Versprechen Nicaraguas zu dessen Durchführung mit einer
Portion
Skepsis.
Die
Präsidenten
trafen erneut auf dem Gipfel von San
Jose im Januar dieses Jahres zusammen. Sie bekräftigten die Ziele des
Abkommens und betonten die Notwendigkeit, daß Nicaragua seine ursprüng-

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lichen De nokratisierungsVerpflichtungen unverzüglich in die Tat umsetzt.
Nicaragua, das zur Verwirklichung der
Demokratie noch einen weiten Weg zurückzulegen hatte, erging aich bei
der Suche nach einem fairer Waffenstillstand und demokratischen Reformen
in Ausweich- und Hinhaltemanb'vern. Die Ereignisse der vergangenen
Tage haben unsere schlimmsten Befürchtungen in bezug auf Nicaraguas
wahre Absichten bestätigt.
Die Beweislage ist eindeutig und
zwingend.
Betrachten wir die Bilanz

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�der jüngsten Ereignisse.
-

In der gleichen Woche, in der die
Sandinisten das Abkommen von Guatemala
unterzeichneten,
nahmen
sie die Vorsitzenden der Anwaltskammer und der Menschenrechtsvereinigung fest.

- In der Woche des Gipfeltreffens
vom Januar, auf dem die Sandinisten angeblich
ihre Bereitschaft zu einer flexibleren Haltung in bezug auf die Waffenstill standsgesprMche
erklärten,
wurden führende Vertreter der innenpolitischen Oppositionsparteien verhaftet, weil sie sich in
Guatemala mit führenden Persönlichkeiten des Widerstands getroffen hatten.
Die Sandinisten haben in ihrem
gesamten Umgang mit der bürgerlichen
Opposition Obstruktion betrieben und
weigern sich weiterhin, eine demokratische Verfassungsreform auch nur in
Erwägung zu ziehen.
- Die Sandinisten haben versucht,
die Rolle von Kardinal Obando y
Bravo einzuschränken, der führenden nicaraguanischen Persönlichkeit, die auf beiden Seiten das
höchste Ansehen genießt.
Nur
aufgrund der Proteste des Widerstands nahm er weiterhin als
"Zeuge" an den Treffen teil.
Diejenigen, die sich auf die Versicherungen und Aufrichtigkeit Managuas verließen, können einen von der
unnachgiebigen und arglistigen Haltung der Sandinisten zerschmetterten
Friedensprozeß erkennen:
Gespräche
mit der innenpolitischen Opposition
wurden eingestellt, Gespräche mit dem
Widerstand kamen zum Stillstand, und
heute finden militärische Einfälle
größeren Umfangs nach Honduras statt.

Am schwersten wiegt jedoch die Tatsache, daß sich das sandinistische
Regime ohne wirksame Opposition konsolidiert und die Freiheit zur Destabilisierung der Nation und der Region
besitzt.
Mit der größten Armee in Mittelamerika hat Nicaragua willkürlich die
Souveränität und territoriale Integrität seines friedlichen Nachbarn
Honduras verletzt, dessen Streitkräfte denen der Sandinisten zahlenmäßig
weit unterlegen sind. Flugzeuge der
Sandinisten haben über mehrere Tage
honduranisches
Gebiet
bombardiert.
Die Kämpfe dauern an.
Die Sandinisten haben etwa 1 500 bis 2 000
Soldaten
nach
Honduras
entsaidt.
Meine Regierung legt Wert auf die
Feststellung, daß die demokratis :hen
Präsidenten Mittelamerikas Hond iras
unterstützt und Nicaragua verurteilt
haben.
Honduras ist eng mit den Vereinigten Staaten befreundet. Präsiient
Reagan hat mit der sofortigen Entsendung einer Einsatzbrigade der Infanterie zum LuftwaffenstUtzpunkt Palmerola in Honduras, um die Einsatzbereitschaft im Notfall zu erproben,
einer ausdrücklichen Bitte der Regierung von Honduras entsprochen. Das
Ersuchen von Honduras wurde in der
Presseerklärung vom 16. März erwähnt,
die der Ständige Vertreter von londuras als Dokument der Generalversammlung und des Sicherheitsrates in
Umlauf brachte. Diese Übung ist eine
maßvolle Reaktion, um unsere feste
Unterstützung der demokratischen Regierung von Honduras zu einem Zeitpunkt zum Ausdruck zu bringen, an dem
ihre territoriale Integrität von der
sandinistischen Armee verletzt wird.
Außerdem demonstriert sie gegenüber
den Regierungen und Völkern Mittelamerikas den Ernst, mit dem die Regierung der Vereinigten Staaten die

- 2 -

�Lage in der Region betrachtet. Die
Einsatzbrigade wird nicht in einem
Kampfgebiet stationiert werden und
bedeutet deshalb keine Bedrohung oder
die Anwendung von Gewalt gegen Nicaragua.
Die sandinistische Regierung hat
behauptet, ihre Truppen verfolgten
unmittelbar Untergrundkämpfer. Diese
Behauptung ist falsch. Diese Invasion war kein Zufall. Sie ergab sich
nicht aus einer unmittelbaren Verfolgung, und es handelte sich nicht um
eine versprengte Patrouille. Sie war
und ist eine geplante Offensive auf
dem Territorium einer anderen souveränen Nation unter eindeutiger Verletzung des Völkerrechts und internationaler
Konventionen.
Ja,
sie
stellt eine der größten militärischen
Operationen seit: der Machtergreifung
der Sandinisten im Jahr 1979 dar.
Die Sandinisten haben diese Operation seit Anfang März vorbereitet,
als sie Ausrüstung, Fahrzeuge, Nachschub, Treibstoff und Truppen näher
zur Grenze verlegten und in einer Zone von 45 Meilen zur honduranischen
Grenze ein vorgeschobenes Aufmarschgebiet einrichteten.
Offensichtlich
begannen sie mit der Planung dieses
Angriffs als Reaktion auf eine Abstimmung im amerikanischen Kongreß,
mit der die Hilfe an den nicaraguanischen Widerstand eingestellt wurde.
Noch am 8. März warnte Präsident
Ortega den Widerstand vor "einer weiteren heroischen Operation" der sandinistischen Streitkräfte.
Eine außerordentliche Versammlung
der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront fand am 12. und 13.
März statt. Sie wurde abgehalten, um
"die Stärkung der militärischen Verteidigung der Revolution fortzuführen, insbesondere durch Mobilisierung
der bewaffneten Bevölkerung, um die

vollständige Vernichtung der Söldnertruppen zu beschleunigen", wobei diese Vokabel von den Sandinisten fortwährend zur Beschreibung der Nicaraguaner im Widerstand benutzt wird.
Kurzum, die sorgfältigen und massiven
Vorbereitungen zusammen mit der öffentlich ausgesprochenen Warnung von
Präsident Ortega deuten darauf hin,
daß die Offensive ein grundsätzliches
Ziel verfolgte: die Vernichtung des
Widerstandes als wirksame Kampftruppe.
Diese jüngsten Aktionen der Sandinisten sind eindeutiger Beweis für
deren Entschlossenheit zur Lösung des
Bürgerkrieges mit militärischen statt
politischen Mitteln. Sie stehen im
Sinklang mit sandinistischen Handlungen innerhalb Nicaraguas, die der
Zerschlagung
jeglicher
Opposition
dienen. Die Sandinisten streben nach
Vernichtung
des
Widerstandes
als
wirksamer Kampftruppe, um den inneren
Dialog zu ersticken und die demokratischen Oppositionsgruppen in Nicaragua vollständig zu demoralisieren.
In den Monaten nach Abschluß des Abkommens von Guatemala haben sich die
Sandinisten wiederholt geweigert, wesentliche Probleme mit dem Widerstand
wie auch der demokratischen bürgerlichen Opposition zu diskutieren. Am
28. Februar nannte Kardinal Obando y
Bravo das jüngst von Präsident Ortega
gezeigte Beharren auf der sandinistischen Tagesordnung für Wafiienstillstandsgespräche
"einen
Rückschritt
auf Null".
Die Sandinisten wollen
weder Verhandlungen noch nationale
Versöhnung. Sie wollen die Kapitulation des Widerstandes. Es gibt keinerlei Garantie dafür, daß heimkehrende Widerstandskämpfer je am politischen Leben Nicaraguas teilnehmen
können oder daß ihr Leben und ihre
Freiheit gesichert wären.
Die
Staaten

- 3 -

Regierung
ist der

der Vereinigten
Überzeugung, daß

�Frieden, Demokratie und nationale
Versöhnung das Beste für Mittelamerika sind. Für diese Ziele traten die
mittelamerikanischen Präsidenten in
Guatemala Stadt ein. Deshalb fordern
wir die Regierung Nicaraguas auf, ihre aggressive Haltung gegenüber der
Opposition aufzugeben, die territorialen und sonstigen Rechte ihrer
Nachbarn zu respektieren und aufrichtig mit ihrer militärischen und zivilen Opposition zu verhandeln. Nicaragua muß seinen Verpflichtungen treu
bleiben und seine Haltung der Vergangenheit aufgeben. Jetzt ist es an
der Zeit, den Olivenzweig des Friedens zu ergreifen.

* * * * *

- 4

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial
12

23. März 1988

DAS AMERIKANISCHE KONZEPT FÜR DEN FRIEDEN IM NAHEN OSTEN
- Von George P. Shultz -

Der hier veröffentlichte Artikel von Außenminister Shultz erschien am 18.
März in der Washington Post.

Konfliktlösungen erfolgen nur in
geringem Maße nach festen Regeln.
Jeder Konflikt hat seine eigene Geschichte und ureigene Merkmale. Jeder an einem Konflikt Beteiligte hat
seine eigenen Wünsche, Anliegen und
Ängste.
Die Aufgabe besteht darin,
die richtigen Anreize zu finden, um
die Beteiligten vom Schlachtfeld an
den
Verhandlungstisch
zu
führen.
Verhandlungserfolg
läßt sich nicht
auf eine bestimmte Vorgehensweise zurückführen, sondern vielmehr auf die
Bereitschaft der Parteien, Möglichkeiten zu nutzen, sich mit schwieri-

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gen Entscheidungen auseinanderzusetzen und beiderseits faire Zugeständnisse zu machen.
Im Konflikt zwischen Arabern und
Israelis sind Verhandlungen das richtige Instrument.
Sie geben den Beteiligten ein Mittel an die Hand, um
miteinander umzugehen.
Sie bringen
dauerhafte und realistische Abkommen
hervor, die den grundlegenden Anliegen der Beteiligten gerecht werden.
Die Erfahrung zeigt, daß Araber und
Israelis Abkommen schließen und diese
auch einhalten können.

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Telex: 8-85432

�Die Vereinigten Staaten haben eine Initiative ins Leben gerufen, die
auf die Einleitung von Verhandlungen
abzielt - auf direkte, bilaterale
Verhandlungen zwischen Israelis und
Arabern, mit denen ein umfassender
Frieden erlangt werden kann. Unser
Konzept stützt sich auf alle Bestimmungen und Prinzipien der Resolution
242 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, die den international
akzeptierten
Verhandlungrahmen
schafft. Im Fall von West Bank und
Gaza sieht die Initiative ein zweistufiges eng verzahntes Verhandlungsgefüge vor, das auf einen grundlegenden Wandel im Charakter der arabischisraelischen Beziehungen abzielt.
Die Vereinigten Staaten sind ein
fester und konsequenter Förderer direkter bilateraler Verhandlungen zwischen Israel und all seinen Nachbarn,
damit ein umfassender Friede erlangt
werden kann. Gleichzeitig waren die
Vereinigten Staaten immer bereit, alle Ansätze - auch eine internationale
Konferenz - zu berücksichtigen, die
zu
direkten
Verhandlungen
führen
könnten.
In den letzten Monaten haben sich
einige der Beteiligten auf eine besondere Art von internationaler Konferenz konzentriert - eine Konferenz
mit bindender Funktion oder absoluten
Vollmachten. Im Januar dieses Jahres
haben die Vereinigten Staaten im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
ihr Veto eingelegt, nachdem dieser
den Generalsekretär aufgefordert hatte, eine solche Konferenz einzuberufen. Die Vereinigten Staaten äußerten ihre einhellige Überzeugung, daß
eine solche Konferenz echte Verhandlungen unmöglich machen würde. Sie
wäre ein Mittel zur Verhinderung bedeutungsvoller Verhandlungen, nicht
zu deren Förderung.

Das Problem, mit dem sich die Beteiligten im Nahen Osten konfrontiert
sehen, liegt nicht darin, ob eine internationale
Konferenz
einberufen
werden sollte oder nicht. Damit wäre
der Kernpunkt verfehlt. Die Araber
erwarten, daß eine Konferenz Verhandlungen einleiten sollte, denn ohne
eine wohlstrukturierte Konferenz wird
es keine Verhandlungen geben. Aber
die falsche Art Konferenz sollte niemals einberufen werden. Die Vereinigten Staaten werden an einer solchen
Konferenz
nicht
teilnehmen.
Kein unabhängiger Staat würde der
Teilnahme an einer solchen Konferenz
zustimmen, bei der unter Umständen
Urteile über nationale Sicherheitsbelange gefällt würden.
Das Problem lautet, ob der Augenblick gekommen ist, an dem eine Beendigung des arabisch-israelischen Konflikts ausgehandelt werden kann; ob
alle Beteiligten bereit und in der
Lage sind, sich mit schwierigen Entscheidungen auseinanderzusetzen und
ob die Bedingungen der Beteiligten
sich in ein Verfahren einbinden lassen, das den geringsten Anforderungen
gerecht wird.
Die Stärke des amerikanischen Ansatzes besteht in seinem integrierten
Charakter:
kein einzelner Aspekt
darf isoliert, verfälscht oder außer
acht gelassen werden, ohne daß damit
das Gleichgewicht gefährdet würde.
Die von uns geförderte Konferenz initiiert eine Reihe bilateraler Verhandlungen und könnte danach einen
Bericht der Beteiligten über den Status der Verhandlungen erhalten. Die
Vorgehensweise müßte von den Beteiligten noch festgelegt werden. Alle
Konferenzteilnehmer müssen die Sicherheitsratsresolutionen 242 und 338
annehmen und auf Gewalt und Terrorakte verzichten. Die Konferenz erhält
besondere Anweisungen, nicht in die

i

�Verhandlungen einzugreifen, Lösungen
zu erzwingen oder ihr Veto gegen bilaterale Vereinbarungen einzulegen.
Die Vereinigten Staaten engagieren sich für dieses einheitliche Konzept zur Aufnahme direkter bilateraler Verhandlungen. Wir werden nicht
zulassen, daß irgendein Aspekt unseres Vorschlags unterhöhlt, gefährdet
oder über seine Bedeutung hinaus entwickelt wird.
Insbesondere werden
wir nicht erlauben, daß die Konferenz
verbindlichen oder absoluten Charakter erhält, Urteile über die Verhandlungen fällen kann oder ihre von den
Beteiligten vereinbarten Zuständigkeiten überschreitet.
Die Bestandteile eines Friedensprozesses liegen auf der Hand. Es
besteht ein unannehmbarer und unhaltbarer Zustand. Es gibt rivalisierende Parteien mit der Bereitschaft,
sich von Illusionen zu befreien und
Träume der Realität anzupassen. Und
es liegen realistische und realisierbare Konzepte vor, die grundlegende
Anliegen aller berücksichtigen.
Unsere Aufgabe liegt ebenso klar
auf der Hand. Wir müssen einmütig,
entschlossen und hartnäckig handeln,
um Araber und Israelis vom Schlachtfeld zu Verhandlungen zu führen. Die
von den Vereinigten Staaten eingeleitete Initiative - ein zweistufiges
verzahntes Gefüge direkter Verhandlungen, die von einer wohlstrukturierten internationalen Konferenz ins
Leben gerufen werden - ist realistisch und zwingend.
Dies ist der Augenblick für einen
historischen Durchbruch, und das Konzept dafür liegt vor. Die Zeit ist
reif für eine Entscheidung.
*****
- 3

�AMERIKA DIENST
\oN$&lt;

Wissenschaft und Technik
23. März 1988

12
OZONSCHWUND BESTXTIGT

Schutzmaßnahmen für den Schutzschild der Erde laufen an

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Senat hat sich einstimmig einstimmig
für die Ratifizierung des Vertrages über den Schutz der Ozonschicht durch die
Vereinigten Staaten ausgesprochen. Er wurde nach langen internationalen Verhandlungen im vergangenen Jahr in Montreal (Kanada) von 24 Nationen unterzeichnet, u.a. von Japan und der Europäischen Gemeinschaft. inzwischen sind
ihm weitere sieben Nationen einschließlich der Sowjetunion beigetreten. Am 1.
Januar 1989 soll er rechtskräftig werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn
bis dahin elf Nationen ratifiziert haben, auf die zumindest zwei Drittel des
weltweiten Verbrauchs an Chlor-Fluor-Kohlenwasserstoffen (CFC) und Halogenen
entfallen.
Diese beiden Gruppen von Chemikalien gelten als die Hauptverursacher des Abbaus der für alles Leben auf der Erde so wichtigen Ozonschicht.
Bisher hat jedoch nur Mexiko den Vertrag ratifiziert.

Dieser sieht unter anderem vor,
Produktion und Verbrauch von CFC-Verbindungen weltweit bis zum Jahr 1999
um die Hälfte zu verringern.
Sie
werden vielfältig genutzt - für Kühlprozesse, die Herstellung von Kunststoffschaum, die Reinigung elektronischer Bauteile, als Treibgase in
Sprühflaschen.
Die
Partnerstaaten
des Vertrages haben sich außerdem
verpflichtet,
Handelsrestriktionen
gegen CFC-haltige Produkte aus Ländern zu verhängen, die sich ihm nicht
angeschlossen haben. Er gilt als Modell für künftige internationale Vereinbarungen auch zur Eindämmung oder
Lösung anderer Umweltprobleme, etwa
des "Gewächshauseffektes" mit zunehmender Erwärmung der Erde durch die
wachsende Konzentration von Kohlendioxyd und anderen Spurengasen in der

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Atmosphäre.
Vielen amerikanischen Politikern
und Experten, wie auch Lee Thomas,
dem Leiter der amerikanischen Umweltbehörde EPA, geht der Vertrag nicht
weit genug. Einige Senatoren forderten, "rasch und energisch zu handeln,
um Chemikalien, die den Ozonschutzschild der Erde zerstören, nicht nur
zu reduzieren, sondern ganz auszuschalten",
über einen internationalen Maßnahmenkatalog sollte es möglich werden, das Tempo für die CFCBeschränkung zu beschleunigen und die
zulässigen Mengen weiter herabzusetzen,
in seiner jetzigen Form sieht
der Vertrag vor, den Ozonabbau auch
künftig mit wissenschaftlichen Methoden zu beobachten und notfalls drastische Schritte gegen diese Gefahr zu

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�unternehmen.
Senator Robert Stafford, Mitglied
des
Umweltausschusses
des
Senats,
verwies darauf, daß sich der Vertrag
nur mit der Gefahr befasse, die ein
weltweiter Abbau der Ozonschicht bedeuten könne, nicht aber mit dem
"Ozonloch".
Damit wird eine großflächige, besonders starke Ausdünnung
der Ozonschicht über der Antarktis
vor allem in den Monaten September
und Oktober bezeichnet, die in den
letzten Jahren an horizontaler und
vertikaler Ausdehnung sowie an Dauer
zugenommen hat. "Wenn es sich dabei
tatsächlich um eine sich stark beschleunigende
Chlorreaktion
in der
Atmosphäre handelt", sagte er, "befindet sich die Menschheit bereits im
Wettlauf mit der Zeit, um zu verhindern, daß das Ozonloch zum Dauerzustand wird."
Dieses habe sich, wie Senator Max
Baucus bemerkte, von seinem Entstehungsort über der Antarktis bereits
über die südlichen Meere ausgebreitet. Das sei Anlaß zu großer Besorgnis über die Auswirkungen der dadurch
verstärkt eindringenden ultravioletten Strahlung auf alle pflanzlichen
und
tierischen Lebewesen im Meer.
Möglicherweise
beeinträchtigten
die
CFC-Verbindungen
schon
direkt
die
Nahrungsquellen für den Fischbestand
der Meere auf der Südhalbkugel.
im Februar 1988 brach eine amerikanische Forschergruppe von der "National Oceanic and Atmospheric Administration" (Nationalbehörde für Meere und Atmosphäre - NOAA), nach Grönland auf, um die Ozondichte über der
Arktis zu untersuchen.
Sie arbeitet
mit den gleichen Instrumenten, die in
der Antarktis verwendet wurden. Eine
1986 begonnene internationale Studie,
die über 17 Monate lief und an der
über 100 Wisssenschaftler teilnahmen,
ist inzwischen abgeschlossen.
über
vorläufige
richtete ihr Leiter,
Dr. Robert T. Watson,
einer Pressekonferenz

Ergebnisse beder Amerikaner
Mitte März auf
in Washington.

Es habe sich gezeigt, sagte Watson,
der auch Vorsitzender der internationalen
Arbeitsgruppe
"Ozone Trends"
ist, daß in weiten Teilen der Nordhalbkugel ebenfalls Ozon aus Luftschichten zw ischen ca. zehn und 32
km Höhe abgebaut wird.
Betroffen
seien insbesondere Regionen über den
Vereinigten Staaten, Kanada, Westeuropa, China
und
der
Sowjetunion.
Konsequenzen:
Wenn die Ozonschicht
um ein Prozent abgebaut werde, nehme
zum Beispiel Hautkrebs um ein Prozent
zu.
Für den Ozonschwund seien nach
Ansicht
der
meisten
Forscher
die
Chlor-Fluor-KohlenwasserStoffe
verantwortlich
zu
machen.
Weitere
schädliche Gase seien Kohlendioxyd,
Methan und Stickstoffdioxyd, die in
erster
Linie durch
Kohlekraftwerke
und verrottende Futtermittel oder andere biologische Produkte in die Atmosphäre gepumpt werden.
Die Arbeitsgruppe "Ozone Trends"
wird von der US-Behörde für Luftund Raumfahrt (NASA), NOAA, der USBundesbehörde
für Luftfahrt
(FAA),
der UN-Organisation für Meteorologie
(WMO) und der UN-Abteilung für Umweltprogramme gefördert. Sie nahm im
Oktober 1986 ihre Arbeit auf, nachdem
zwei frühere Studien einen bemerkenswerten Rückgang der Ozonkonzentrationen hatten erkennen lassen.
Einem
gleichzeitig in Washington und Genf
veröffentlichten Bericht zufolge ist
die Ozonkonzentration in der Stratosphäre über Meßgebieten zwischen dem
30. und 64 nördlichen Breitengrad von
1969 bis 1986 zwischen 1,7 bis drei
Prozent
zurückgegangen.
Der Abbau
war in den Wintermonaten, von Dezember bis März, mit 2,3 bis 6,2 Prozent
stärker als in der übrigen Jahreszeit, insbesondere in höheren Schichten.
Daraus schließen die Forscher,
daß auch in der Arktis - also in der
nördlichen Hemisphäre - etwa im Monat
Januar ein "Ozonloch" entsteht, wenn
auch nicht so ausgeprägt wie über der
Antarktis.
Dort wurde es vor etwa zehn Jahren in den Monaten September und Oktober - dem antarktischen Frühling -

- 2 -

�zum ersten Mal bemerkt.
"Ein Rückgang um mehr als 50 Prozent in Höhen
zwischen 15 und 20 Kilometern, wurde
beobachtet", heißt es in dem Bericht.
Rowland zufolge könne die Durchmischung mit anderen Luftmassen dazu
führen, daß es auch in anderen Regionen der südlichen Hemisphäre zu niedrigeren
Ozonkonzentrationen
kommt.
Aber noch lägen nicht genügend Daten
aus diesen Gebieten vor, um mit Sicherheit sagen zu können, was sich
dort abspielt.
über die Ergebnisse einer weiteren Studie aus einigen Hundert Kilometern Höhe berichtete vor ein paar
Monaten Dr. Kenneth P. Bowman (Universität
Illinois
in
ChampaignUrbana) in der Zeitschrift "Science".
Mit Hilfe des
Forschungssatelliten
NIMBUS 7 wurde zwischen 1979 und 1986
eine weltweite "Verdünnung" des Ozonschutzschildes um fünf Prozent ermittelt. Da NIMBUS die Erde auf polarer
Bahn umkreist, werden auch Gebiete
erfaßt, die normalerweise mit Meßsonden von der Erde aus nicht zu erreichen sind. In den kritischen Monaten
ging die Ozonkonzentration über den
polen um 30 bis 40 Prozent, im antarktischen "Ozonloch" um bis zu 60
Prozent zurück. über den Tropen dagegen blieb sie stabil.
Die Ozonmoleküle in der Stratosphäre absorbieren Teile des ultravioletten Sonnenlichtes. E S reagiert
jedoch auch mit den Molekülen der ungehindert in die Stratosphäre aufgestiegenen CFC-Verbindungen und spaltet deren Chlor-Atome ab. Diese wiederum wirken als Katalysator, um Ozon
zur Abgabe eines Sauerstoffatoms zu
bringen und ihn so in gewöhnliche
zweiatomige Sauerstoffmoleküle umzuwandeln. Diese aber sind nicht mehr
fähig, ultraviolette Strahlung zu absorbieren.
Inwieweit auch natürliche Schwankungen
der
Ozonkonzentration
eine
Rolle spielen, vermag noch niemand zu
sagen.
sie werden seit drei Jahrzehnten in Perioden von zehn bis 15
Jahren beobachtet.
Welchen Einfluß

der ca. elfjährige sonnenfleckenzyklus dabei haben könnte, bleibt zu untersuchen.

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Vereinigte Staaten: Nicaragua muß Rechte seiner Nachbarn respektieren&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das amerikanische Konzept für den Frieden im Nahen Osten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von George P. Shultz&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ozonschwund bestätigt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Schutzmaßnahmen für den Schutzschild der Erde laufen an&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;</text>
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