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                  <text>AMERIKA DIENST
'VON

4

11

16. März 1988

INHALT

HINTERGRUNDMATERIAL
Shultz umreißt drei Prioritäten der Rüstungskontrollgespräche
- Außenminister Shultz vor dem Bewilligungsausschuß -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Radon-Konzentration in der Raumluft
- Überwachung ratsam wegen Lungenkrebsrisiko -

Neuer Ultraschalltest bei Risikoschwangerschaften

* * * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
'VON

Hintergrundmaterial

4

16. März 1988

11
SHULTZ UMREISST DREI PRIORITÄTEN
DER RÜSTUNGSKONTROLLGESPRÄCHE
- Außenminister Shultz vor dem Bewilligungsausschuß -

WASHINGTON - (AD) - Außenminister Shultz zufolge umfaßt die Tagesordnung
der Ost-West-Gespräche drei Prioritäten für die RUstungskontrollgespräche:
50prozentige Reduzierung der strategischen Offensivwaffen, ein weltweites Verbot chemischer Waffen sowie die Behebung des Ungleichgewichts bei den konventionellen Streitkräften.
Vor dem Bewilligungsausschuß des Repräsentantenhauses für Auswärtige Angelegenheiten erklärte Shultz am 10. März 1988, die Vereinigten Staaten und ihre
Verbündeten hätten "Schritte in die Wege geleitet, die - mit Kooperation der
Sowjetunion - entschiedene Fortschritte in Richtung auf eine von mehr Sicherheit und Menschlichkeit gekennzeichnete Welt mit sich bringen könnten".
Nachstehend bringen wir die Erklärung von Außenminister Shultz in wesentlichen Auzügen.
Ost-West-Beziehungen
Die Vereinigten Staaten und ihre
Verbündeten haben Schritte in die Wege geleitet, die - mit Kooperation
der Sowjetunion - entschiedene Fortschritte in Richtung auf eine von
mehr Sicherheit und Menschlichkeit
gekennzeichnete Welt mit sich bringen
könnten. Können wir dieser Kooperation durch die Sowjetunion sicher
sein? Ja - wenn wir die richtigen
Bedingungen schaffen. Und wie schaffen wir diese Bedingungen? Indem wir
unser uneingeschränktes und aktives

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Engagement unter Beweis und die erforderlichen Mittel
zur Verfügung
stellen.
Die entscheidende Bedeutung des
weltweiten amerikanischen Engagements
wurde während des jüngsten Treffens
von Präsident Reagan mit den Staatsund Regierungschefs der NATO offensichtlich. In Brüssel kamen wir mit
unseren NATO-Partnern überein, daß
wir dieselbe Entschlossenheit an den
Tag legen und die unerläßlichen Mittel zur Verfügung stellen müssen wie
bei der Erarbeitung des INF-Vertra-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�ges, wenn wir bei unserer Tagesordnung mit dem Osten Fortschritte erzielen wollen.
Diese Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: größere Offenheit und uneingeschränkte Wahrung der Menschenrechte im Osten. Im Bereich der Rüstungskontrolle haben wir drei Prioritäten definiert - 50prozentige Reduzierung der strategischen Offensivwaffen, ein weltweites und wirklich
verifizierbares
Verbot
chemischer
Waffen sowie die Behebung des Ungleichgewichts bei den konventionellen Streitkräften.
Realismus, Stärke und Bereitschaft zum Dialog lautet nach wie vor
Amerikas Devise bei der Fortsetzung
des im Jahr 1985 begonnenen Austausches mit der sowjetischen Führung.
Dieser andauernde Prozeß hat inzwischen eine stabilere und konstruktivere Basis unserer Beziehungen mit
der Sowjetunion zur Folge gehabt. In
der Zeit bis zum nächsten Gipfel in
Moskau werde ich regelmäßig mit Aussenminister Schewardnadse zusammenkommen .
Wir werden das gesamte Spektrum
der uns betreffenden Probleme erörtern, einschließlich Menschenrechte,
Rüstungskontrolle, bilaterale Angelegenheiten und Beilegung regionaler
Konflikte.
Wir werden die sowjetische Regierung weiterhin auffordern, die Menschenrechte und Grundfreiheiten der Menschen in der UdSSR
ebenso zu wahren, wie die souveränen
Rechte ihrer Nachbarn. Bei der Erarbeitung des START-Vertrages müssen
Fortschritte erzielt werden - der
Präsident hat uns allen unmißverständlich zu verstehen gegeben, daß
wir in unserem Bestreben um einen guten Vertrag nicht nachlassen dürfen.

Regionale Konfliktherde
Afghanistan.
Nach acht langen
Jahren könnten sich der Mut und das
Durchhaltevermögen der afghanischen
Widerstandsbewegung und des afghanischen Volkes nun bei den wiederaufgenommenen Genfer Verhandlungen bezahlt machen. Wir sind stolz, daß
wir uns gemeinsam mit diesen und mit
Pakistan behaupten konnten. Die Vereinigten Staaten werden Pakistan und
das afghanische Volk weiterhin unterstützen und Moskau zum raschen Rückzug seiner Truppen und der Beendigung
der Militärhilfe für das Regime in
Kabul drängen. Die Vereinigten Staaten engagieren sich nach wie vor unerschütterlich für den raschen Abzug
sowjetischer Streitkräfte, die Wieder hei. Stellung des unabhängigen und
blockfreien Status in Afghanistan,
wirkliche Selbstbestimmung des afghanischen Volkes sowie die sichere und
würdige Rückkehr der Flüchtlinge.
Der Nahe Osten. Im Nahen Osten
ist es an der Zeit für Entscheidungen. Die Lage dient niemandes Interesse und Verhandlungen müssen rasche
Veränderungen zur Folge haben.
In
meinen Gesprächen mit den politisch
Verantwortlichen in Israel, Jordanien, Syrien und Ägypten nahm Realismus In unserer Einstellung zu Verhandlungen einen zentralen Stellenwert ein.
Unser Ansatz bei den Verhandlungen ist ehrgeizig und zwingend. Er
fordert den baldigen Beginn miteinander
verbundener
Verhandlungen
zu
Übergangs- und endgültigen Lösungen.
Sie werden von einer entsprechend organisierten internationalen Konferenz
in die Wege geleitet und unterstützt.
Dieser Prozeß kann und sollte bereits
Mitte April beginnen. Unser Ansatz
wird den grundsätzlichen Anliegen aller gerecht und ermöglicht ernsthafte

- 2 -

�Verhandlungen.
Aber die technischen Aspekte sind
bei dieser Aufgabe zweitrangig. Unser Ziel ist ein umfassender Frieden.
- Die Sicherheit Israels kann verbessert werden. Israel verdient
Anerkennung und Respekt, wie sie
durch Verhandlungen herbeigeführt
werden. Israel kann von der zunehmenden menschlichen und moralischen Last der Besetzung befreit werden - frei, um seine beachtlichen Talente und Energien
zur Verbesserung der Lebensqualität freizusetzen. Und vor allem
kann Israel Frieden mit seinen
Nachbarn schließen.
- Die Palästinenser können rasch
Kontrolle über die politischen
und wirtschaftlichen Entscheidungen erlangen, die ihr Leben direkt betreffen. Die Palästinenser können aktiv an Verhandlungen
zur Bestimmung ihrer politischen
Zukunft teilnehmen. Die Palästinenser
können
ihre
legitimen
Rechte in Anspruch nehmen und ein
Leben in Würde und Selbstachtung
leben.
Die arabische Welt kann das Blatt
ihrer Geschichte wenden, diesen
schwelenden Konflikt lösen und
sich wieder der Befriedigung alltäglicher menschlicher Bedürfnisse zuwenden. Das Flüchtlingsprobelm kann gelöst werden.
Eine
stabiles neues Umfeld kann geschaffen werden, in dem die
menschlichen und wirtschaftlichen
Ressourcen des Mittleren Ostens
gedeihen können.
Dies ist die Stunde der Bewährung
für die politisch Verantwortlichen im
Mittleren Osten.
Sie alle müssen
sich der Herausforderung des Friedens

stellen und den Radikalismus bekämpfen. Mit Gewalt und Drohungen wird
nichts erreicht. Sie stehen in diametralem Gegensatz zu dem, was mittels Verhandlungen erreicht werden
kann.
Keine Lösung dieses Konfliktes
kann allen Wünschen gerecht werden.
Ein Kompromiß ist erforderlich. Der
von uns vorgelegte Plan ist zwingend.
Er ist ein einheitliches Ganzes. Wir
haben eine baldige Entscheidung gefordert, so daß wir rasche Fortschritte auf dem Weg zu einem umfassenden Frieden machen können.
Mittelamerika.
In Mittelamerika müssen wir unsere Bestrebungen
ebenso realistisch und entschlossen
vorantreiben.
Die Sache des Friedens, der Stabilität und der Demokratie in Mittelamerika - die bereits
durch das sandinistische Regime in
Nicaragua und seine kubanischen und
sowjetischen
Verbündeten
ernsthaft
auf die Probe gestellt worden ist mußte erneut einen Schlag hinnehmen,
als General Noriega sich weigerte,
seine Suspendierung vom Amt als Oberbefehlshaber der panamaischen Streitkräfte hinzunehmen. Die Vereinigten
Staaten haben die von Noriega angestrebte
Amtsenthebung
Präsident
Delvalles vereitelt - eine Enthebung
die ihrem Wesen nach einem Staatsstreich ohne sichtbare Militärpräsenz
gleichkommt.
In Panama sehen wir uns mit einer
Bedrohung
der Demokratie konfrontiert; einer Bedrohung unserer Fähigkeit, den internationalen Drogenschmuggel in den Griff zu bekommen;
einer Bedrohung der Sicherheit und
Stabilität dieses Kontinents.
Wir
werden uns nicht vor unserer Verantwortung drücken und uns gegen diese
dreifache Bedrohung verteidigen - die
Drogenhändler, die Tyrannen und die

- 3-

�Terroristen zu stoppen.
Die von uns in Panama verfolgte
Politik ist geradlinig und konsequent: Ebenso wie viele andere unterstützen wir die Regierung von Präsident Delvalle uneingeschränkt und
unerschütterlich. In eben dieser Woche erhielt Präsident Delvalle enorme
Unterstützung von nahezu allen Seiten
der panamaischen Opposition. Sie haben sich der Einigung für die Sache
der Demokratie verpflichtet.
Diese
Bemühungen verdienen unseren Beifall.
Der Kampf um Demokratie in Panama
hat auch von den anderen Demokratien
auf diesem Kontinent breite Unterstützung erfahren. Vielleicht hat es
der salvadorianische Präsident Duarte
am besten formuliert als er erklärte:
"El Salvador wird als demokratische
Nation niemals einer Lösung zustimmen, die sich auf Machtmißbrauch und
das Aufzwingen
der Diktatur von
Noriega über das panamaische Volk
gründet."
Wir und die demokratische Welt
werden alles in unserer Macht Stehende tun, um zum überleben und Gedeihen
der demokratischen Regierung in Panama beizutragen. Wir werden nach wie
vor aktiv mit Präsident Delvalle und
seiner Regierung bei ihrem Bestreben
zur Wiederherstellung der legitimen
Zivilregierung zusammenarbeiten.
Die Verschlechterung der Lage in
Nicaragua verdeutlicht mein Argument,
daß ein Scheitern der Vereinigten
Staaten bei der materiellen Unterstützung der demokratischen Regierungsform und der Bemühungen um eine
friedliche Beilegung der Konflikte in
Nicaragua und El Salvador nur unseren
eigenen Sicherheitsinteressen schaden
kann. Wenn wir unsere Politik nicht
mit angemessenen Mitteln finanzieren,
werden unsere Freunde und Feinde in

der Welt gleichermaßen zu dem Schluß
kommen, daß es unseren Worten an Substanz,
unserer
Verpflichtung
an
Glaubwürdigkeit und unseren Plänen an
Umsetzung in die Tat mangelt.
Seit der Kongreß keine weitere
Unterstützung der Vereinigten Staaten
für die Widerstandsbewegung in Nicaragua bewilligt hat, haben sich die
Sandinisten erneut zu ihren wahren
totalitären Zielen bekannt. Zunehmende Unterdrückung und Kompromißlosigkeit sind an der Tagesordnung.
Vor zwei Wochen haben die Sandinisten
die von Kardinal Obando y Bravo - dem
von ihnen selbst gewählten Vermittler
- unterbreiteten Vorschläge zur Weiterentwicklung des Friedensplans abgelehnt. Diese Vorschläge waren von
den Vertretern des Widerstandes sofort angenommen worden.
Daraufhin
teilten
die
Sandinisten
Kardinal
Obando mit, daß seine Dienste als
Vermittler nicht länger erforderlich
seien.
Vor kurzem vereitelten die
Kommunisten die Pläne erneut und verschoben ein Treffen mit der Widerstandsbewegung.
In den vergangenen
Wochen haben Gewaltakte der Sandinisten gegen nicaraguanische Bürger
drastisch zugenommen.
Es ist an der Zeit für den Kongreß, sich folgendes vor Augen zu
halten: Die Sandinisten gehen gegen
ihr eigenes Volk mit höchster Brutalität vor.
Diejenigen, die sich
vielleicht der Hoffnung hingegeben
haben, daß die Streichung der Hilfe
an die Freiheitskämpfer dazu beitragen würde, Frieden und Freiheit zu
schaffen, haben einen schwerwiegenden
Fehler begangen.
Sie müssen ihren
Fehler wiedergutmachen bevor es zu
spät ist. Vor kurzem hat Violetta de
Chamorro, die Herausgeberin der führenden Oppositonszeitung Nicaraguas,
an Präsident Arias folgendes geschrieben: "Das sandinistische Regi-

- 4 -

�me profitiert von der Einstellung militärischer Aktionen, durch die es
sich in die Defensive gedrängt sah
und befindet sich jetzt in einer Phase völliger Indifferenz" bezüglich
der Bedingungen der Übereinkunft von
Guatemala.

zusammen. Und wir unterstützen Präsidentin Aquino auf ihrem Weg, Demokratie und Wirtschaftswachstum in ihrem Land zu schaffen, während sich
die Philippinen im Kampf mit aufständischen kommunistischen Rebellen befinden.

Persischer Golf.
In allen übrigen Regionen der Welt sind die amerikanische Präsenz und fortgesetzte
Unterstützung unabdingbar für Stabilität und Wohlstand.
Im strategischen Gebiet des Persischen Golfs
werden dank unserer Politik der Umflaggung fundamentale amerikanische
Interessen gewahrt, und die verbündeten Regierungen folgen unserem Beispiel. Wir werden nach wie vor zu
den Sicherheitsverpflichtungen stehen, die wir unseren Freunden in der
Region gegeben haben. Die internationalen Bemühungen um eine Beendigung des iranisch-irakischen Krieges
werden von uns durch Resolution 598
des Sicherheitsrates der Vereinten
Nationen angeführt. Im Sicherheitsrat arbeiten wir an der Verabschiedung einer Resolution zur Verhängung
von Sanktionen gegen den Iran, solange er sich der Einhaltung von Resolution 598 widersetzt. Ferner setzen
wir unsere aktiven Bemühungen zur Unterbindung von Waffenlieferungen an
den Iran fort.

Der Kampf gegen die kommunistische Aggression in Kambodscha ist
offensichtlich. Wir unterstützen die
ASEAN-Länder und den kambodschanischen nichtkommunistischen Widerstand
bei seinen Bemühungen, eine politische Lösung des Konfliktes in Kambodscha herbeizuführen, der den vollständigen Abzug vietnamesischer Truppen aus Kambodscha und die Selbstbestimmung des kambodschanischen Volkes
umfaßt.

Ostasien.
In Ostasien hat die
weltweite Tendenz zu demokratischen
Regierungen zwei bemerkenswerte Erfolge auf den Philippinen und in Südkorea gezeitigt.
Wir unterstützen die entschiedenen Schritte, die von der Republik
Korea im vergangenen Jahr in Richtung
auf uneingeschränkte Demokratie unternommen worden sind. Wir arbeiten
eng mit Korea bei der Ausrichtung der
Olympischen Spiele 1988 in einer Atmosphäre von Sicherheit und Frieden

Südliches
Afrika.
Apartheid
ist der Kern des Problems im südlichen Afrika und die Hauptquelle der
Instabilität
im südlichen Afrika.
Unser Ziel bleibt der rasche und
friedliche
Regierungswechsel.
Mit
diesem Ziel vor Augen unterstützen
wir Verhandlungen zwischen allen Teilen der südafrikanischen Bevölkerung,
die zum Entstehen einer demokratischen Gesellschaft mit gleichen Rechten für alle führen werden. Zu einer
Zeit, in der das Fehlverhalten der
südafrikanischen Regierung das für
die Schaffung einer freien Gesellschaft unerläßliche Zusammenspiel von
Gedanken unterbindet und Südafrika
von der übrigen freien Welt isoliert,
müssen wir alles in unserer Macht
Stehende tun, um den Dialog aufrechtzuerhalten und neue Gedanken aufzunehmen .
Trotz der jüngsten ernsten Eskalation der Unterdrückung in Südafrika
bleiben wir unerschütterlich unserer
Überzeugung verhaftet, daß unser Ziel
am besten durch eine Mischung von
diplomatischem und politischem Druck

- 5 -

�einerseits und einer Reihe konstruktiver Initiativen andererseits erreicht werden kann. Es ist von entscheidender Bedeutung, daß wir amerikanische Programme weiterhin uneingeschränkt unterstützen, die darauf
ausgerichtet sind, den Opfern der
Apartheid zu helfen und schwarzen
Südafrikanern ihre eigene friedliche
Befreiung durch bessere Erziehung und
zunehmende Wirtschaftsmacht zu ermöglichen. Wir arbeiten mit unseren demokratischen Verbündeten beim Austausch von Daten für Hilfsprogramme
und bei er Erschließung neuer Wege
zusammen, um den freien Informationsfluß nach Südafrika angesichts wachsender Zensur und Unterdrückung zu
gewährleisten.
In den übrigen Gebieten der Region setzen wir unsere Bestrebungen
zu einer ausgehandelten Beilegung der
Konflikte fort, die den Abzug aller
ausländischen Streitkräfte aus Angola
und Namibia und die Unabhängigkeit
Namibias umfaßt. Wir erwarten jetzt
von den Angolanern, daß sie ihr Versprechen für eine Unterstützung des
schrittweisen
vollständigen
Abzugs
kubanischer Streitkräfte einlösen und
von Südafrika, daß es seine Verpflichtungen gemäß Resolution 435 des
Sicherheitsrates der Vereinten Nationen erfüllt. Um wirtschaftliche Unabhängikeit und Stabilität in der gesamten Region zu fördern, unterstützen wir ferner die Arbeit der Konferenz zur Koordinierung der Entwicklung im südlichen Afrika (SADCC).
Zusätzlich zu bilateraler Hilfe stellen wir der SADCC 50 Millionen Dollar
an Hilfsleistungen für das Haushaltsjahr 1988 zur Verfügung.
Die Weltwirtschaft.
Im Bereich
der Weltwirtschaft treten wir in ein
neues Zeitalter ein. Die Weltwirtschaft durchläuft mit der Entwicklung
neuer Technologien einen tiefgreifen-

den Wandel und die Fähigkeiten zu ihrer Anwendung erstrecken sich auf alle Regionen der Welt.
Nationale
Grenzen werden zunehmend überflüssig,
da Produktion, Finanzierung, Technologie und Wissen eine immer internationalere Dimension erhalten. Um so
viel wie möglich von diesem sich
vollziehenden Wandel profitieren zu
können, muß Amerika sicherstellen,
daß unsere wirtschafts- und sozialpolitischen Institutionen
auf diese
Aufgabe vorbereitet sind und In dieser neuen Weltwirtschaft mithalten
können. Wir müssen politische Maßnahmen unterstützen, dank derer die
Marktkräfte das internationale Gefüge
der Handels- und Finanzströme lenken.
Und gemeinsam mit unseren Verbündeten
in den Industrieländern müssen wir
unser Augenmerk auf ein tragfähiges,
nichtinflationäres
Wirtschaftswachstum als vordringliches Ziel der
Wirtschaftspolitik richten.

Nationale Sicherheit
Wie wir feststellen konnten, ist
das unerschütterliche Engagement unserer Verbündeten für die Sicherheit
Amerikas - wie auch unseres für deren
Sicherheit - unerläßlich, wenn wir
einen defensiven Rahmen zu unser aller Schutz aufrechterhalten sollen.
Vielen unserer Freunde in den Entwicklungsländern mangelt es an den
für ihre Verteidigung benötigten Mitteln, während sie gleichzeitig Anstrengungen unternehmen, um die wirtschaftlichen Grundbedürfnisse ihrer
Bevölkerung zu befriedigen. Da wir
wissen, daß sie zur Sicherung ihres
Überlebens und Wachstums beides tun
müssen, gewähren wir diesen Nationen
wirtschaftliche
Unterstützung
und
helfen ihnen bei der Modernisierung
ihrer Streitkräfte. Auch einigen unserer NATO-Partner leisten wir militärische und wirtschaftliche Unter-

- 6 -

�Stützung, um ihnen bei der Modernisierung ihrer Streitkräfte beizustehen und wirtschaftliches Wachstum zu
sichern. Die durch unsere Hilfe herbeigeführten
Verbesserungen
bilden
einen unmittelbaren Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung.
Unsere gegenwärtigen Bemühungen
zur Wiederbelebung des arabisch-israelischen
Friedensprozesses
unterstreichen die entscheidende Bedeutung
des Nahen Ostens für die Vereinigten
Staaten.
Israel und Ägypten - zwei Partner
mit Schlüsselfunktionen im nahöstlichen Friedensprozeß - werden im
Haushaltsjahr 1989 - wie auch in den
vergangenen Jahren - den Hauptanteil
unserer Militärhilfe (d. h. Militärhilfe und Wirtschaftshilfe) erhalten
(5,1 Milliarden Dollar oder 62 Prozent der Gesamtmittel). Unsere Militär- und
Wirtschaftshilfeprogramme
für Israel und Ägypten haben eine
Schlüsselrolle bei der Bewahrung des
Friedens in diesen Gebieten gespielt.
In der West Bank und im GazaStreifen stellt unsere Auslandshilfe
einen unmittelbaren Beweis unserer
Entschlossenheit dar, zur Entwicklung
eines besseren Lebens der Menschen in
den besetzten Gebieten beizutragen.
Von den 12,5 Millionen Dollar Wirtschaftshilfe für Regionalprogramme im
Nahen Osten würden 7,5 Millionen über
private Hilfsorganisationen der West
Bank und dem Gaza-Streifen zugute
kommen.
Und von den 18 Millionen
Dollar Wirtschaftshilfe, die wir für
Jordanien beantragt haben, sind sechs
Millionen für Aktivitäten in der West
Bank bestimmt.
Zusätzlich zu den Mitteln für
Israel, Ägypten und die besetzten Gebiete beantragen wir in diesem Haushaltsansatz weitere 196 Millionen

Dollar für Hilfe an unsere engen
Freunde Tunesien, Jordanien, Oman und
Marokko. Damit fördern vir die Aussichten für Stabilität und Wachstum
in der gesamten Region.
Wirtschaftshilfe
wird
außerdem
verwendet, um die Verteidigungsfähigkeit von Freunden und Verbündeten zu
stärken, die uns Zugang zu militärischen Einrichtungen gewähren, die
ihren und unseren Sicherheitsinteressen dienen. In den letzten Jahren
und
insbesondere
im Haushaltsjahr
1988 haben Kürzungen unserer Haushaltsansätze sowie ausgedehnte Streichungen es uns zusammengenommen unmöglich gemacht, die für einige Länder bestehende Verpflichtung, alles
in unseren Kräften Stehende zu tun,
zu erfüllen oder das für einige Länder zur Erfüllung ihrer Verteidigungsaufgaben benötigte Niveau an Unterstützung
bereitzustellen.
Für
Portugal liegt unsere Hilfe weit unter der Verpflichtung zu größtmöglicher Unterstützung, die wir bei Unterzeichnung des gegenwärtig bestehenden Stutzpunktabkommens eingegangen sind; diese Lage hat kürzlich den
portugiesischen Premierminister veranlaßt, um Konsultationen zu diesem
Abkommen zu ersuchen. Die Hilfe an
die Türkei liegt schon jetzt um Hunderte von Millionen Dollar unter dem
Niveau, das notwendig ist, damit unsere türkischen Verbündeten ihre Verpflichtungen der NATO gegenüber erfüllen können. Unsere Hilfe an Griechenland ist um ein Drittel hinter
das Niveau zurückgefallen, das nach
Unterzeichnung unseres Stützpunktabkommens von 1983 bereitgestellt wurde.
Unser Ansatz für das Haushaltsjahr 1989 wird die Versäumnisse der
Vergangenheit nicht wettmachen können. Wir müssen beginnen, den rückläufigen Trend umzukehren.
Deshalb
beantragen wir für diese drei Länder

- 7 -

�1,1 Milliarden Dollar für das Haushaltsjahr 1989.
Auf den Philippinen war unser
Hilfsprogramm
darauf
ausgerichtet,
einem Verbündeten mit großen Problemen bei der Wiederbelebung der Demokratie, der Niederschlagung eines
kommunistischen Aufstandes und der
Förderung wirtschaftlichen Wachstums
zu helfen. Aufgrund der außergewöhnlichen Herausforderungen, mit denen
Präsidentin Aquino in den letzten
Jahren konfrontiert war, konnten wir
Hilfe in einem solchen Ausmaß zur
Verfügung zu stellen, wie es für den
Erfolg ihrer Programme entscheidend
ist.
Trotz der angespannten Haushaltslage dürfen wir die auf den Philippinen auf dem Spiel stehenden
wichtigen gemeinsamen Sicherheitsinteressen wie auch die Notwendigkeit
für eine erhebliche Unterstützung
nicht aus den Augen verlieren.
Ich möchte noch anmerken, daß wir
in nächster Zukunft mit der Regierung
der Philippinen die nach fünf Jahren
anstehende Überprüfung unseres Stützpunktabkommens
durchführen
werden.
Wir sehen einer erfolgreichen Abwicklung dieser Gespräche hoffnungsvoll
entgegen, die den Weg für eine Verlängerung oder Neuverhandlung des im
Jahr 1991 ablaufenden Stützpunktabkommens bereiten würden.
Mittelamerika ist aufgrund seiner
geographischen Nähe und strategischen
Lage für die Vereinigten Staaten von
existentieller Bedeutung. Seit langem haben wir erkannt, daß der beste
Weg zum Schutz unserer Interessen darin besteht, eine vielseitige Politik
zu betreiben, die auf Förderung der
regionalen Sicherheit, Demokratisierung sowie soziale und wirtschaftliche Entwicklung abzielt. Für diesen Zweck beantragen wir im Haushaltsjahr 1989 ca. 900 Millionen Dol-

lar.
Insbesondere im Hinblick auf Nicaragua wird die Administration weiterhin den Kongreß um Bewilligung von
Mitteln für die Contras ersuchen.
Gleichzeitig werden wir weiterhin unseren Freunden in der Region vielfältige Formen von Hilfe gewähren. Im
Falle eines Fehlschlags der gegenwärtig stattfindenden
Bemühungen zur
Friedenssicherung und zum erheblichen
Abbau der Repression in Nicaragua
wird unsere Bereitstellung von Militärhilfe für die anderen Länder in
der Region als Bollwerk gegen sich
ausbreitende Instabilität dienen.

Die Förderung von Wohlstand und Entwicklung
Die Sicherung unseres heimischen
Wohlstandes in einer heute zunehmend
integrierten Weltwirtschaft erfordert
es, daß wir mehr tun als unser eigenes Haus wirtschaftlich in Ordnung zu
halten. Das heißt, daß wir anderen
Ländern bei der Entwicklung ihrer
Volkswirtschaften beistehen müssen.
Dadurch entwickeln wir in der Weltwirtschaft eine wachsende Nachfrage
nach
amerikanischen
Gütern
und
Dienstleistungen. Wachstum und Wohlstand der Vereinigten Staaten wird
mehr denn je von den Bedingungen im
Ausland beeinflußt. Ich spreche dabei nicht nur von den Bedingungen in
Westeuropa und Japan - so wichtig
diese auch sein mögen -, sondern auch
von denen in den Entwicklungsländern.
Diese Länder nehmen über ein Drittel
unserer Exporte auf. Die Produktion
jedes 20. Arbeitnehmers in unseren
Fabriken und die Erträge jedes fünften Acres unseres Farmlandes werden
auf Märkten der Dritten Welt verkauft.
Durch die Förderung wirtschaftlicher Entwicklung im Ausland leisten

- 8-

�wir einen direkten Beitrag zu unserem
eigenen wirtschaftlichen Wohlergehen.
Die gegenwärtig herrschende Stagnation in einer großen Zahl von Entwicklungsländern, insbesondere solchen mit großer Schuldenlast, veranschaulicht diesen Punkt auf lebendige
und schmerzhafte Weise. Zum Beispiel
waren die Staaten Lateinamerikas und
der Karibik in den Jahren 1981 bis
1986 von einem drastischen Rückgang
der Realeinkommen betroffen. Unsere
Exporte in diese Region nahmen um elf
Milliarden Dollar ab. Aus dem gleichen Grund fielen unsere Exporte nach
Afrika um 2,8 Milliarden Dollar. Im
Gegensatz dazu hat sich unser bedeutendes Engagement bei der Entwicklung
Pakistans ausgezahlt.
Im Jahr 1960
betrug das pro-Kopf-Einkommen in Pakistan kaum 100 Dollar. Im Jahr 1985
hatte Pakistan sein Einkommen mehr
als verdoppelt und war zu einem wichtigen Käufer amerikanischer Produkte
geworden. Seit 1979 sind die amerikanischen Exporte nach Pakistan um
mehr als die Hälfte angestiegen.
Zusätzlich zu dem ESF (Wirtschaftshilfefonds) wird Wirtschaftshilfe in vielen Formen gewährt.
- Entwicklungshilfe (1,6 Milliarden
Dollar, einschließlich des neuen
Entwicklungsfonds für Afrika) zur
Finanzierung von Projekten, die
von der Behörde für Internationale Entwicklung (AID) in Bereichen
wie Landwirtschaft, Bildung und
berufliche Bildung, Gesundheit,
Ernährung
und Entwicklung des
Privatsektors durchgeführt werden.
-

Finanzierung der Multilateralen
Entwicklungsbanken (1,3 Milliarden Dollar): 70 Millionen Dollar
werden der Weltbank als erste Rate unseres Beitrags zur neuen
Allgemeinen Kapitalerhöhung überwiesen, die - zusammen mit den

Beiträgen anderer Länder - 75
Milliarden Dollar für projektgebundene Bankkredite und zur Unterstützung wachstumsorientierter
struktureller Anpassungen und politischer
Reformen
freisetzen
wird. Die größte Einzelkomponente in Höhe von 958 Millionen Dollar wird für einen amerikanischen
Beitrag zur achten Aufstockung
der Mittel der Internationalen
Entwicklungsorganisation
(IDA)
verwendet werden.
- Finanzierung von Peace Corps Programmen (150 Millionen Dollar).
- Freiwillige Beiträge zu internationalen Organisationen wie etwa
dem UNO-Entwicklungsprogramm (110
Millionen Dollar) und UNICEF (31
Millionen Dollar).
Der Wohlstand im Inland wird auch
dadurch gefördert, daß wir amerikanischen Exporteuren helfen, mit den
Finanzierungshilfen ausländischer Regierungen zu konkurrieren. Zu diesem
Zweck beantragen wir 705 Millionen
Dollar für das Direktkreditprogramm
der Export-Import-Bank.
Diese Programme gewähren amerikanischen Exporteuren die finanzielle Unterstützung,
um von ausländischen Staaten gestützten Exportkrediten Paroli bieten zu
können.
Die Finanzierung der EXIM
ist außerdem entscheidend auf Märkten, auf denen kommerzielle Finanzierung beschränkt oder gar nicht erhältlich ist, da den Geschäftsbanken
die Risiken zu hoch sind.

Förderung demokratischer und humanitärer Werte
Das amerikanische Volk steht geschlossen hinter unseren Bemühungen
zur Stärkung der Demokratie in der
gesamten Welt. Die Vereinigten Staa-

- 9 -

�ten haben ein vitales Interesse an
der Förderung demokratischer Werte
weltweit und an der Unterstützung
neuer und aufstrebender Demokratien.
Der Aufbau demokratischer Institutionen ist ein langwieriger und schwieriger Prozeß. Verwundbare neue Demokratien sind mit beängstigenden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Herausforderungen konfrontiert, bei deren Bewältigung wir ihnen mit mehr als nur Worten der Ermutigung beistehen müssen.
In Mittelamerika und der Karibik
hat unsere Unterstützung demokratischer Kräfte zu guten Ergebnissen
geführt. Demokratische Institutionen
schlagen Wurzeln in Ländern, in denen
noch vor wenigen Jahren viele über
der Frage verzweifelten, ob dies je
geschehen würde.
Diese neuen Demokratien benötigen
dringend unsere Hilfe. Die auf den
Empfehlungen der Nationalen überparteilichen Kommission zu Mittelamerika
beruhenden Initiativen des Präsidenten für das karibische Becken und
Mittelamerika
liefern
umfassende
Strategien für eine solche Unterstützung. Für das Haushaltsjahr 1989 beantragen wir 643 Millionen Dollar
Wirtschaftshilfe für die Länder Mittelamerikas und 148 Millionen Dollar
für die Länder in der Karibik.
Die Vereinigten Staaten sind ihren höchsten Werten nie mehr verhaftet als wenn sie die Menschenrechte
und humanitäre Werte im Ausland verteidigen. In unserer turbulenten und
häufig grausamen Welt bedeutet die
Verteidigung der Menschenrechte mehr,
als nur deren Erwähnung, obwohl Letzteres für sich genommen auch wichtig
ist. Wir müssen außerdem Mittel zur
Verfügung stellen, um vor Unterdrükkung fliehenden Flüchtlingen und von
Mangel und Unglück betroffenen Völ-

kern zu helfen.
In den vergangenen Jahren hat die
von uns gewährte Hilfe praktisch für
Millionen von Afrikanern, die von der
schlimmsten Dürre und Hungersnot dieses Kontinents in diesem Jahrhundert
betroffen waren, den Unterschied zwischen Leben oder Tod bedeutet. Während der Krise stellten die Vereinigten Staaten 2,2 Millionen Tonnen Nahrungsmittelhilfe im Wert von über einer Milliarde Dollar zur Verfügung;
weitere 150 Millionen Dollar wurden
für die Bereitstellung von Medikamenten, Unterkünften, Brunnen und anderen unmittelbaren Bedürfnissen der
von der Dürre am schlimmsten Betroffenen ausgegeben. Diese Mittel wurden zusätzlich zu unserer im gleichen
Zeitraum gewährten normalen Wirtschaftshilfe bereitgestellt.
In ähnlicher Weise haben wir Kolumbien nach dem Vulkanausbruch unterstützt, erhebliche Hilfe nach den
Erdbebenkatastrophen in San Salvador
und Mexiko City geleistet und in 17
afrikanischen Ländern zur Bekämpfung
der
Heuschreckenplage
beigetragen.
Mit unserer Unterstützung für die
Weltgesundheitsorganisation
und
UNICEF ist die Welt von einer der ansteckendsten
und
todbringendsten
Krankheiten befreit und die Kindersterblichkeit
drastisch
verringert
worden.
Wir können auf Amerikas Bilanz
der Hilfsleistungen für die Flüchtlinge der Welt stolz sein. Seit Verabschiedung des Gesetzes zur Unterstützung von Flüchtlingen aus dem
Jahr 1980 hat das amerikanische Volk
mehr als einer halben Million Flüchtlingen ein neues Heim geboten - mehr
als alle anderen Neuansiedlungsländer
zusammen.

- 10 -

Da uns in diesem Jahr weniger Fi-

�nanzmittel zur Verfügnug stehen, um
mindestens dieselbe Zahl von Flüchtlingen wie im Haushaltsjahr 1988 aufzunehmen, müssen wir die diesen
Flüchtlingen gewährten Dienste kürzen. Wenn wir das nicht tun, müßten
wir Flüchtlinge genau zu dem Zeitpunkt zurückweisen, an dem der Druck
der Aufnahme angesichts der steigenden FlUchtlingszahlen aus Vietnam,
der Sowjetunion, Kuba und möglicherweise aus anderen Ländern zunimmt.

Bekämpfung von internationalem
genhandel und Terror!smus

Dro-

Seit 1981 ist die Eindämmung des
Drogenhandels mit
den Vereinigten
Staaten für die Reagan-Administration
ein außenpolitisches Thema ersten
Ranges.
Kolumbien und in jüngster
Zeit Panama stehen als warnendes Beispiel dafür, daß der internationale
Drogenhandel nicht nur eine Bedrohung
für die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Bürger, sondern auch für
die nationale
Sicherheit demokratischer Regierungen auf der ganzen
Welt ist. Und die Bedrohung nimmt
weiterhin zu.
Unsere Strategie der Drogenbekämpfung räumt der Hilfe für die
wichtigsten Länder Lateinamerikas und
der Karibik höchste Priorität ein,
wenn es darum geht, dem Kokainhandel
ein Ende zu bereiten. Eine Luftbrükke - das heißt, Hubschrauber und
Flugzeuge zur Unterstützung der Vernichtung von Koka aus der Luft und
auf dem Boden sowie zum Transport von
Polizei und paramilitärischen Truppen
für Einsätze gegen Kokainlabors - ist
in den Anden von entscheidender Bedeutung. Wir haben 18 Millionen Dollar für die Lieferung von Flugzeugen
und deren Unterhaltung veranschlagt.

Teil unserer gesamten Bemühungen zur
Kontrolle des internatioanlen Drogenhandels dar. Unsere direkte Unterstützung vieler ausländischer Regierungen und privater Selbsthilfeorganisationen trägt dazu bei, daß Programme zur Schärfung des öffentlichen
Bewußtseins sowie Projekte durchgeführt werden, um alternative Anbaumöglichkeiten für die Bauern zu finden, die jetzt ihren Lebensunterhalt
mit dem Anbau von Drogen bestreiten.
Wir stärken ferner die Fähigkeit unserer Streitkräfte, Ernten zu vernichten und Drogenlabors zu zerstören.
Der
internationale
Terrorismus
verletzt ebenso wie der internationale Drogenhandel die am höchsten bewahrten humanitären Werte demokratischer Gesellschaften und bedeutet
eine ernsthafte Bedrohung der internationalen Stabilität.
Durch lange
und oftmals bittere Erfahrung haben
wir eine wirksame Politik erarbeitet,
um mit dieser Barbarei unseres modernen Zeitalters fertigzuwerden.
Wir
haben ein besseres Verständnis für
terroristische Methoden entwickelt.
Wir arbeiten eng mit anderen Ländern
zusammen - zum Teil durch den Austausch
von
nachrichtendienstlichem
Material. Wir arbeiten ferner daran,
diejenigen Länder, die nur zögernd
bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus kooperieren, davon zu
überzeugen, daß sie einen Fehler begehen. Wir bieten denen Ausbildung
und Ausrüstungsgegenstände, die den
Wunsch, aber nicht die Mittel zur Zusammenarbeit haben.
Wir haben die
Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz unserer Bürger im In- und Ausland verstärkt. Und wir sind ferner in die
Offensive gegangen, um Terroristen
den Prozeß zu machen, ihre Operationen zu unterbrechen und ihr Netz zu
zerstören. Und wir müssen auf der
Hut und wachsam sein.

Diese Programme stellen nur einen
- 11 -

�Im Jahr 1987 zahlten wir international 832 Terroranschläge.
Von
den Opfern wurden über 600 getötet
und 2 200 verwundet. Mit diesen Zahlen wird das reale Ausmaß terroristischer Aktivitäten zu niedrig angesetzt, weil darin die auf ein Land
beschränkten Anschläge nicht enthalten sind.
Amerikanische Programme zur Verbesserung der Terrorismusbekämpfung
anderer Nationen zielen darauf ab,
Ausbildung,
AusrUstungsgegenstände
und logistische Untertützung zu gewähren. Diese Bemühungen werden vom
amerikanischen Außenministerium koordiniert und von diesem gemeinsam mit
dem Verteidigungs- und Justizministerium, den Nachrichtendiensten und anderen Behörden durchgeführt. Mit den
für das Haushaltsjahr 1989 geforderten Mitteln werden wir etwa 1 500 Sicherheitsbeamte aus der ganzen Welt
in einer Reihe von Methoden zur Terrorismusbekämpfung ausbilden können.
Diese Beamten erhalten ein besonderes
Training, weil sie große Verantwortung für die Sicherheit von Botschaften, im Ausland lebenden Amerikanern
und Reisende übernehmen müssen. Sie
werden zu einer Gesamtzahl von 6 000
weiteren Sicherheitskräften aus 46
anderen Ländern hinzuzurechnen sein,
die in den ersten vier Jahren dieses
Programms ihre Ausbildung zur Terrorismusbekämpfung erhalten haben und
die jetzt gemeinsam mit uns zusammenarbeiten.

Die Notwendigkeit flexibler Mittel
Zur Verwirklichung
all dieser
Zielsetzungen im Bereich der Außenpolitik benötigen wir mehr als Ihre Unterstützung für alle von usn beantragten Mittel, die bereits nur das
Notwendigste abdecken.
Wir werden
ferner eine Gesetzgebung benötigen,

die der Exekutive die notwendige Flexibilität gewährt, um die uns zur
Verfügung stehenden sehr begrenzten
Mittel wirksam einzusetzen.
Wenn wir die benötigte Flexibilität erhalten, können wir mit Hilfe
der für das Haushaltsjahr 1989 geforderten Mittel viele Programme in bescheidenem Maße fortführen, die wir
in diesem Jahr kürzen mußten. Welche
Alternative gibt es?
Können die Vereinigten Staaten
langfristig so vielen Teilen der Welt
ihre Unterstützung vorenthalten und
dennoch die Sicherheit gewährleisten,
den Wohlstand schützen und die demokratischen Werte der freien Welt fördern? Meine Antwort darauf ist ein
unmißverständliches 'Nein'. Wir können die Punkte hier in der Sicherheit
eines
Konferenzraumes
diskutieren,
aber ich versichere Ihnen, daß wir
uns draußen in der Welt nicht den Luxus einer falschen Wahl leisten können.

Zusammenfassung
Abschließend würde ich gerne um
Ihre Aufmerksamkeit für den Adler im
Wappen der Vereinigten Staaten bitten.
Unser international bekanntes
Symbol hält einen Olivenzweig in einer Kralle und ein Bündel Pfeile in
der anderen. Der Kopf des Adlers ist
dem Olivenzweig zugewandt. Unser Adler hält Olivenzweig und Pfeile, weil
Amerika seine militärische Stärke in
den Dienst des Friedens stellen muß,
wenn wir unseren Werten treu bleiben
und unsere Interessen im Ausland vertreten wollen.
Im kommenden Haushaltsjahr werden
zwei aufeinanderfolgende Regierungen
die Last von Amerikas weltweiter Verantwortung tragen. Beide werden sich

- 12 -

�der Herausforderung gegenübersehen,
unsere nationalen Zielsetzungen in
einer komplexen, sich wandelnden Welt
verwirklichen zu müssen. Um dieser
Herausforderung zu begegnen, werden
beide Administrationen nicht nur in
vollem Umfang die geforderten Mittel,
sondern auch die Flexbilität benötigen, diese wirksam einzusetzen.

•
'

Die Botschaft, die ich heute hier
übermitteln will, lautet: Wir dürfen
nicht zulassen, daß der amerikanische
Adler derart unterernährt oder in
seinem Flug behindert wird, daß er
seinen Zugriff auf die Pfeile oder
den Olivenzweig verliert. Weder diese noch die nächste Administration
können sich dies leisten. Dafür tragen seine Schwingen zuviel.

* * * * * *

�AMERIKA DIENST
Wissenschaft und Technik
11

16. März 1983
RADON-KONZENTRATIONEN IN DER RAUMLUFT
- Überwachung ratsam wegen Lungenkrebsrisiko -

WASHINGTON - (AD) - Das radioaktive Edelgas Radon, ein Zerfallsprodukt von
Uran, Radium, Thorium und Actinium in der Erdrinde, muß bei Überschreiten einer bestimmten Konzentration in der Raumluft als Risikofaktor für Lungenkrebs
in Betracht gezogen werden. Je nach der Beschaffenheit des Untergrundes sikkert es in mehr oder minder geringen Mengen aus der Erde - Granitboden beispielsweise gibt mehr ab als Kalk- oder Lehmboden. Im Freien ist Radon so
stark verdünnt, daß es keine Gefahr bedeutet. In Wohnhäusern und anderen Gebäuden kann es sich jedoch, sofern diese von unten her nicht ausreichend abgedichtet sind und nicht für eine ausreichende Belüftung gesorgt ist, zu Konzentrationen anreichern, die ein Risiko bedeuten. Das färb- und geruchlose Gas
Radon, das in mindestens 15 Isotopen mit verschiedenen Halbwertszeiten auftritt, ist seinerseits radioaktivem Zerfall unterworfen. Und es sind seine
Zerfallsprodukte, die Lungenkrebs auslösen und bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko sogar um ein Vielfaches steigern können. Man nimmt an, daß es einige
Tausend Todesfälle pro Jahr verursacht.

Zu diesem Schluß kam im November
1987
der
amerikanische
"National
Council of Radiation Protection and
Measurements" (Nationalrat für Strahlenschutz und Strahlungsmessung) in
seinem Bericht über die Ergebnisse
von vier epidemiologischen Studien,
die über mehrere Jahre liefen.
Im
Januar 1988 bestätigte der Nationale
Forschungsrat, Organ der
"National
Academy of Sciences", die bereits von
der Umweltschutzbehörde EPA hervorgehobene Notwendigkeit, auf Radon-Konzentrationen in Wohnhäusern und anderen Gebäuden zu achten. Denn die Ri-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

siken zu hoher Konzentrationen seien
erheblich größer, als die Schätzungen
einer EPA-Studie aus dem Jahr 1984
vermuten ließen.
Grundlage
für die Empfehlungen
bildeten vier getrennte Studien an
insgesamt 22 000 Untertage-Arbeitern
von Bergwerken
u.a.
in
Colorado,
Ontario und Schweden. Mit Hilfe neuer statistischer Methoden konnten,
wie SCIENCE NEWS berichtete, variable
Größen wie das Krebsrisiko einzelner
Altersgruppen und die nach der RadonExposition verstrichene Zeit berück-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�sichtigt werden. Es zeigte sich, daß
das Lungenkrebs-Risiko mit der Dauer
der Exposition steigt und erst 15
Jahre nach Beendigung der Einwirkung
von Radon abzunehmen beginnt. Eine
gewisse Unsicherheit besteht noch bei
der Extrapolation der bei männlichen
Bergarbeitern ermittelten Werte im
Hinblick auf die Situation in Wohngebäuden sowie bei Frauen und Kindern.
Nach Schätzungen der EPA liegt bei
etwa zehn Prozent der Wohnhäuser in
den Vereinigten Staaten die RadonKonzentration über dem als noch zulässig angenommenen Wert.
Wie Warren Sinclair, Präsident
des Nationalrates für Strahlenschutz
und Strahlenmessung, berichtete, liege heutzutage die Radon-Konzentration
in vielen Häusern wegen der verbesserten Wärmeisolierung und des Schutzes gegen Wind und Wetter höher als
in früheren Jahren. Auch scheine infolge
unterschiedlichen
Luftdrucks
zwischen innen und außen Radon-Gas
durch Risse und Öffnungen in Flur und
Wänden aus dem Boden regelrecht angesaugt zu werden. Bei unzureichender
Belüftung könne sich dann karzinogenes Gas ansammeln. Durch Abdichten
von Rissen im Fundament und Kellergeschoß sei es häufig möglich, dem entgegenzuwirken.
Allerdings seien in
jedem Fall für Messungen längere
Zeiträume anzusetzen.
Es gibt zahlreiche natürliche
Quellen für ionisierende Strahlung zum Beispiels kosmische Strahlung von
der Sonne und aus dem Weltraum, radioaktives Gestein und Spuren radioaktiver Stoffe, die in allen Lebewesen zu finden sind. Sie machen zusammen mehr als 80 Prozent der ionisierenden Strahlung aus, der jedermann - bei örtlich und regional unterschiedlichen Strahlungspendeln
ausgesetzt ist. Auf Radon entfallen
ca. 55 Prozent der Strahlenexposition

aus sämtlichen Quellen - auch aus jenen, für die der Mensch verantwortlich ist.
Für den letztgenannten Punkt kommen zum Beispiel Röntgenaufnahmen und
nuklearmedizinische
Untersuchungen
für diagnostische Zwecke in Fragen.
Sie macheu zusammen bis zu 15 Prozent
der gesamten Strahlenexposition aus.
Weitere drei Prozent entfallen auf
Verbraucherprodukte wie Erdgas-Heizungen und Baustoffe. Die Hauptquelle unter den Verbraucherprodukten ist
wiederum Radon aus Quellwasser in Mineralwässern und in Leitungswasser.
Raucher nehmen mit winzigen Mengen
radioaktiven Poloniums, das beim Verbrennen von Tabak frei wird, eine zusätzliche Dosis auf.
Sinclair hob hervor, daß berufliche Exposition plus Strahlung aus
Kernkraftwerken und anderen Umweltquellen - einschließlich des radioaktiven Niederschlags aus Kernwaffentests - nicht ins Gewicht fielen.
Sie machten pro Jahr bis zu 1 Millirem aus; im Vergleich dazu betrage
zum Beispiel die Dosis bei einer herkömmlichen Röntgenaufnahme des Oberkörpers ca. 10 Millirem.
Für die
amerikanische Bevölkerung werde eine
durchschnittliche Jahresdosis von 360
Millirem aus allen Quellen angenommen. Davon entfielen etwa 300 Millirem auf Radon und andere natürliche
Quellen.

�AMERIKA DIENST
VoNe&lt;

Wissenschaft und Technik
16. März 1988

11

NEUER ULTRASCHALLTEST BEI RISIKOSCHWANGERSCHAFTEN

(Der nachstehende Artikel wurde 1987 in "USA TODAY" veröffentlicht)
- (AD) - Mit einem neuen Ultraschalltest, der im Spätstadium der Schwangerschaft zusammen mit der Messung der Herzfrequenz des Babies vorgenommen
werden kann, läßt sich die Fruchtwassermenge kontrollieren. Ist diese zu gering, sollte möglichst rasch die Geburt eingeleitet oder eine Schnittentbindung vorgenommen werden.

Wie
die Zeitung
"USA TODAY"
berichtet, wurde die Methode von Dr.
Jeffrey
Phelan
(University
of
Southern California Medical Schools
in Los Angeles - USA) entwickelt.
Sie wird, so Dr. Susan Rutherford
(USC), vor allem zur Überwachung des
Schwangerschaftsverlaufs bei Frauen
mit Bluthochdruck oder Diabetes sowie
in Fällen angewandt, in denen die
Kindsbewegungen
langsamer
geworden
sind.
Die Methode kann lebenswichtig
für das Baby sein, weil sich infolge

United States Information Service
Embassy of the United States of America

einer zu geringen Fruchtwassermenge
die Nabelschnur, die normalerweise
darin schwimmt, verwickeln oder abgeknickt werden könnte. Das Verfahren
wurde inzwischen bei mehr als 330
Schwangeren angewandt. In einer Reihe von Fällen erwies es sich als die
einzige Möglichkeit, festzustellen,
ob das Baby in Gefahr war. Aus den
Meßdaten für die fetale Herzfrequenz
war dies nicht immer ersichtlich.
Der Test nimmt zwei bis drei Minuten in Anspruch. Er wird erst in
wenigen Kliniken in den USA ange-

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�wandt, dürfte jedoch in den nächsten
Jahren zu einer Standardmethode bei
Risikoschwangerschaften werden.

* * * * * *

�</text>
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