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                  <text>AMERIKA DIENST

10

9. März 1988
I N H A L T

DOKUMENTATION
NATO unterstützt bilaterale Gespräche über strategische Waffen
- Präsident Reagans Erklärung zum Abschluß des NATO-Glpfels -

Das Ungleichgewicht In der konventionellen Rüstung Eine Herausforderung für die europäische Sicherheit
- Erklärung des Nordatlantikrates -

USA:

Bisher kaum echte Fortschritte beim KSZE-Prozeß

- Ansprache von Botschafter Robert Frowick -

WIRTSCHAFT
US-Handelspolitik:

Sorgen mit Europa

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
AIDS:

Ein Wettlauf mit der Zeit

- US-Kommission unterbreitet weitreichende Vorschläge für
:
Gesundheits- und Sozialpolitik -

* * * * * *

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�«&amp;L?T&lt;

AMERIKA DIENST
Dokumentation
9. März 1988

10

NATO UNTERSTÜTZT BILATERALE GESPRXCHE ÜBER STRATEGISCHE WAFFEN
- Präsident Reagans Erklärung zum Abschluß des NATO-Gipfels BRÜSSEL - (AD) - Nach zweitägigen Konsultationen mit den Staats- und Regierungschefs des Bündnisses erklärte Präsident Reagan zum Abschluß des NATOGipfels am 3. März, die Bündnispartner unterstützten sein Bemühen um Verhandlungen über einschneidende Reduzierungen strategischer Waffen mit der Sowjetunion.
Reagan verwies ferner auf den Konsens der Mitgliedstaaten über den zukünftigen Kurs der NATO.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung im Wortlaut:
Die Staats- und Regierungschefs
des Bündnisses und ich haben gerade
die letzte Runde der Konsultationen
über die gesamte Bandbreite der uns
betreffenden
Problemkreise
abgeschlossen. Lassen Sie mich zunächst
darauf hinweisen, daß sich das Bündnis in einer ausgezeichneten Lage befindet. Wir sind stark, wir sind geeint und leben in Wohlstand - und wir
sind frei.
Dies ist das zweite Gipfeltreffen
des Bündnisses, an dem ich teilnehme.
Ich habe mich hier mit einigen meiner

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Embassy of the United States of America

Kollegen bereits im Anschluß an meine
erste
Zusammenkunft
mit
Herrn
Gorbatschow getroffen. Unser Treffen
ist also nicht nur ein besonderer Anlaß, sondern vor allem ein Bestandteil im größeren Gefüge enger und anhaltender Konsultationen, die der
Hauptgrund für den Erfolg dieses
Bündnisses sind.
Die NATO geht nun in ihr fünftes
Jahrzehnt. Das Nordatlantische Bündnis ist das erfolgreichste der Geschichte.
Während andere Bündnisse
geschlossen wurden, um Kriege zu ge-

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�winnen, besteht unser grundlegendes
Ziel in der Verhinderung von Kriegen
- und gleichzeitig darin, die Grenzen
der Freiheit zu erhalten und weiter
zu ziehen.
Der INF-Vertrag ist der jüngste
Erfolg der NATO. Meine Kollegen und
ich sind zu Recht stolz auf diese
Leistung. Sie war das unmittelbare
Ergebnis unserer Standfestigkeit und
Beharrlichkeit, als es darum ging,
den von uns als Bündnis vor acht Jahren getroffenen Doppelbeschluß zu
verwirklichen.
Es versteht sich von selbst, daß
unsere Verbündeten diesen Vertrag unterstützen, und jeder politisch Verantwortliche hat seinen Wert für die
sicherheitspolitischen
Belange
des
Bündnisses erneut bestätigt.
Wir
konzentrieren uns jetzt darauf, wie
wir den Herausforderungen der Zukunft
begegnen sollen.
In den vergangenen zwei Tagen haben wir die gesamte Bandbreite von
Problemen behandelt, die unsere gemeinsame Sicherheit betreffen.
Ich
habe wiederum auf die in den Vereinigten Staaten für das Bündnis bestehende starke Unterstützung beider
Parteien hingewiesen und auch auf die
Verpflichtung, daß - ungeachtet der
Regierung - amerikanische Truppen in
Europa bleiben werden, so lange die
Notwendigkeit zur Verteidigung unserer gemeinsamen Werte besteht.
Wir können und werden unseren
Frieden und unsere Freiheit, die unserer Kinder und Kindeskinder nicht
aufs Spiel setzen. Wir alle verstehen die absolute Notwendigkeit der
Aufrechterhaltung einer glaubwürdigen
Abschreckung.
Wir
werden
diese
Glaubwürdigkeit niemals am Verhandlungstisch eintauschen, und wir wollen sie auch nicht durch Versäumnisse

verlieren.
Die unmittelbarste Bedrohung unserer Sicherheit und der Stabilität
in Europa liegt in der massiven militärischen Präsenz der Sowjets. Das
Bündnis hat seine Bedürfnislage gut
überdacht, weiß, was zu tun ist und
hat dazu Programme, zu deren Verwirklichung es sich verpflichtet hat.
Und zweifellos stützt sich das Bündnis auf Stärke und Einigkeit.
Das Bündnis ist die stärkste
treibende Kraft für verbesserte OstWest-Beziehungen. Aus unseren Zusammenkünften hier ergibt sich unser Engagement, weiterhin den Erfordernissen unserer Verteidigung gerecht zu
werden und gleichzeitig mit der sowjetischen Führung Gespräche über unser vier Punkte umfassendes Programm
weiterzuführen. Das Bündnis hat die
Prioritäten seiner Rüstungskontrolle
vereinbart und ist zu deren Verwirklichung bereit. Die NATO unterstützt
mein Bemühen voll und ganz, einschneidende
Reduzierungen
strategischer Waffen auszuhandeln.
Obwohl Rüstungskontrolle einen aber nur einen einzigen - Teil unserer Gespräche bildet, müssen sich
Fortschritte in diesem Bereich immer
auf die Verbesserung unserer Sicherheit stützen und dürfen diese nicht
etwa ersetzen.
Unser Bündnis hat den Frieden in
Europa und im Nordatlantischen Bündnis seit nahezu 40 Jahren gewährleistet. Ich bin nach diesem zweitägigen Treffen zuversichtlicher denn je,
daß das Bündnis auf dem richtigen Weg
ist und daß wir - wie immer - den Mut
und den Willen aufbringen, diesem Weg
zu folgen.
Ich möchte mit der Bemerkung
schließen, daß dieses Treffen eins

- 2 -

�der letzten für Generalsekretär Peter
Carrington
sein
wird.
Lord
Carrington oblag vier wichtige Jahre
lang die Führung des NATO-Bündnisses.
Er hat dieses Schiff der 16
Staaten mit einer Festigkeit gesteuert, die unsere ungeteilte Bewunderung verdient. Ich bin sicher, daß
ich hier auch im Namen meiner Kollegen spreche, wenn ich Lord Carrington
von ganzem Herzen Dank sage und Herr
Dr. Manfred Wörner, der in Zukunft
die Führung übernehmen wird, meine
besten Wünsche übermittle. Der Westen hat keine besseren Führsprecher
als diese beiden herausragenden Politiker.

* * * * *

�AMERIKA DIENST
'4-

"*"

Dokumentation

Ä&lt;

9. März 1988

10
DAS UNGLEICHGEWICHT IN DER KONVENTIONELLEN RÜSTUNG EINE HERAUSFORDERUNG FÜR DIE EUROPÄISCHE SICHERHEIT
- Erklärung des Nordatlantikrates -

BRÜSSEL - (AD) - Am 2. März 1988 veröffentlichten die gegenwärtig an der
Sitzung des Nordatlantikrates in Brüssel teilnehmenden Staats- und Regierungschefs der 16 NATO-Staaten ihre gemeinsame Erklärung mit dem Titel "Konventionelle Rüstungskontrolle: Wege für die Zukunft". Der Erklärung ist zu entnehmen, in welchem Maße das Ungleichgewicht der konventionellen Streitkräfte in
Europa "Kernpunkt" der sicherheitspolitischen Überlegungen auf dem Kontinent
bleibt. Als Zielsetzungen der NATO in den bevorstehenden Verhandlungen über
Stabilität im konventionellen Bereich wurden genannt:
- Errichtung eines sicheren und stabilen Gleichgewichts bei den konventionellen Streitkräften auf niedrigerem Niveau;
- Behebung von Stabilität und Sicherheit beeinträchtigenden Ungleichgewichten;
- Abbau der Fähigkeit zu Überraschungsangriffen und Großoffensiven.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung im Wortlaut:
Im Jahr 1986 haben unsere Regierungen in Halifax unmißverständlich
verbesserte Stärkung der Stabilität
in ganz Europa durch Verhandlungen
zur konventionellen Rüstungskontrolle
gefordert. Gegen Ende desselben Jahres haben sie in Brüssel die grundlegenden Ziele und Vorgehensweisen dieser Verhandlungen erarbeitet.

auf andere Weise zu überwinden suchen, streben wir darüber hinaus nach
Sicherheit und Stabilität in Europa
auf dem niedrigstmöglichen RUstungsniveau. Zu diesem Ziel können sowohl
Rüstungskontrolle als auch angemessene Verteidigungsprogramme beitragen.
A.

Die militäriche Konfrontation in
Europa ist das Ergebnis, nicht etwa
die Ursache der schmerzlichen Teilung, die auf diesem Kontinent lastet. Obwohl wir diese Teilung auch

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Embassy of the United States of America

Die gegenwärtige Lage

1.
Das über die Notwendigkeit
der Selbstverteidigung hinausgehende
Ausmaß militärischer Präsenz der Sowjetunion in Europa bedeutet sowohl

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�eine direkte Herausforderung für unsere Sicherheit als auch für unsere
Hoffnungen auf einen Wandel der politischen Lage Europas. Damit bleibt
das konventionelle Ungleichgewicht in
Europa Kernpunkt der dortigen sicherheitspolitischen
Erwägungen.
Das
Problem ist weitgehend auf die Überlegenheit des Warschauer Paktes bei
entscheidenden konventionellen Waffensystemen
zurückzuführen.
Aber
dies ist nicht nur eine Frage des
zahlenmäßigen Ungleichgewichts. Andere Asymmetrien sind ebenfalls von
Belang:
- Der Warschauer Pakt besitzt aufgrund der vorne stationierten
Streitkräfte der Sowjetunion die
Fähigkeit zu Überraschungsangriffen und Großoffensiven. Die Verbündeten haben diese Fähigkeit
nicht und streben sie auch nicht
an.
Die Warschauer Pakt-Staaten bilden eine geographische Einheit
während die Länder des Bündnisses
geographisch voneinander getrennt
sind.
- Der Warschauer Pakt kann massive
Verstärkung aus Entfernungen von
nur wenigen hundert Kilometern
heranführen - die Verstärkung der
Verbündeten muß vielfach den Atlantik überqueren.
- Das militärische Einsatzkonzept
und die Aktivitäten des Warschauer Paktes werden noch immer geheimgehalten wohingegen diese in
den Ländern der Verbündeten offengelegt und ständig durch die
Öffentlichkeit überprüft werden.
2.
Diese
Asymmetrien
werden
durch die überwältigende Präsenz konventioneller Streitkräfte der Sowjetunion in Europa noch verstärkt. Sie

stellen 50 Prozent aller aktiven Divisionen in Europa zwischen Atlantik
und Ural. Diese konventionelle Überlegenheit der Sowjets und ihre militärische Präsenz in anderen osteuropäischen Ländern hat sowohl politisch
als auch militärisch Auswirkungen.
Beides wirft einen Schatten über ganz
Europa.
3.
Konventionelle Rüstungskontrolle ist nicht nur technischer Ausgleichsfaktor eines isoliert zu betrachtenden
Problems.
Sie sollte
vielmehr zusammenhängend im Rahmen
von Politik und Sicherheit betrachtet
werden.

B. Der Rahmen für Politik und
Sicherheit
4. Wir bekräftigen unsere Überzeugung, daß Streitkräfte ausschließlich Kriege verhindern und Selbstverteidigung gewährleisten und weder eine Agression auslösen noch politische
oder militärische Einschüchterung zum
Ziel haben.
Unsere Fähigkeit zur
Verhinderung jeglicher Art von Krieg
- sei er nuklear oder konventionell beruht auf unserer Stärke und Entschlossenheit zur Abschreckung jeder
Form der Aggression.
Alle militärischen Ressourcen der Verbündeten
tragen zu dieser Zielsetzung bei.
Dieses Konzept wird sowohl von Mitgliedern als auch von Nichtmitgliedern dieser militärischen Organisation vertreten.
5. Die Wechselbeziehung zwischen
nuklearen und konventionellen Streitkräften ist komplex. Das bestehende
konventionelle
Ungleichgewicht
zugunsten des Warschauer Paktes ist
nicht der einzige Grund für die Präsenz nuklearer Waffen in Europa. Die
Länder des Bündnisses sind und bleiben der Bedrohung sowjetischer Nukle-

�arwaffen unterschiedlicher Reichweiten ausgesetzt. Obwohl ein konventionelles Gleichgewicht der Stabilität enormen Vorschub leisten würde,
kann nur das nukleare Element einen
potentiellen Aggressor mit einem unannehmbaren
Risiko
konfrontieren.
Aus diesem Grunde wird die Abschrekkung in absehbarer Zukunft eine angemessene Mischung nuklearer und konventioneller Streitkräfte erfordern.
6.
Deshalb sind unsere Länder
zur Gewährleistung ihrer Verteidigungsbereitschaft
entschlossen, um
die von uns angestrebte Stabilität zu
erlangen. Wir werden weiterhin dafür
sorgen, daß unsere Streitkräfte effektiv und auf dem gebotenen Stand
sind, insbesondere durch:
- weitere Einhaltung des Prinzips
geteilter Risiken und Pflichten
sowie Anerkennung der entscheidenden Prioritäten zur Stärkung
unserer Verteidigungsfähigkeit;
- Bereitstellung angemessener Verteidigungsausgaben,
die
den
größtmöglichen Gewinn aus unseren
Investitionen im Verteidigungsbereich bringen sollen;
- engere Kooperation mit dem Ziel,
Mängel in Schlüsselbereichen zu
beheben und in diesem Zusammenhang Unterstützung der jüngsten
gesetzgeberischen
und
anderen
Initiativen, mit deren Hilfe die
Zusammenarbeit im Bereich konventioneller Rüstungen - insbesondere Forschung, Entwicklung, Produktion und Beschaffung - gefördert werden soll;
- Hilfsmaßnahmen, um den Bedürfnissen der weniger begünstigten Verbündeten bei der Stärkung ihrer
konventionellen Verteidigung entgegenzukommen und somit ihre ent-

scheidenden Defizite
Bereich zu beheben.

in

diesem

7.
Es wird von entscheidender
Bedeutung sein, daß Verteidigungsund Rüstungskontrollpolitik in einem
ausgewogenen
Verhältnis
zueinander
stehen, um ihren sich gegenseitig ergänzenden Beitrag zur Sicherheit der
Bündnispartner zu gewährleisten. Bei
der Formulierung ihrer Verhandlungsvorschläge zur Stabilität im konventionellen Bereich werden die Verbündeten sicherstellen, daß sie dem anhaltenden Bedarf an Abschreckung und
Verteidigung abträglich sind.
Dementsprechend werden sie keine Vorschläge unterbeiten oder akzeptieren,
die eine Aushöhlung der nuklearen Abschreckungsfähigkeit des Bündnisses
zur Folge hätten.
8. Sicherheit in Europa umfaßt
nicht nur militärische, sondern auch
politische, wirtschaftliche und vor
allem humanitäre
Faktoren.
Unser
Ziel ist ein ungeteiltes Europa, in
dem die Menschen aller Länder die
Freiheit haben, Ideen und Informationen aufzunehmen, sich ihrer grundlegenden Menschenrechte zu erfreuen und
ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen zu können. Die Streitkräfte der
Verbündeten sind außerhalb ihres nationalen Territoriums stationiert, um
diese Werte zu schützen und die Solidarität unseres freien Bündnisses zu
wahren. Aus diesem Grund können sie
nicht mit den in Osteuropa stationierten
sowjetischen
Streitkräften
gleichgesetzt werden. Eine gerechte
und beständige friedliche Ordnung in
Europa erfordert, daß alle Länder ein
Vertrauensverhältnis zu ihren eigenen
Bürgern unterhalten, ihnen eigene politische oder wirtschaftliche Entscheidungen zutrauen und ihnen gestatten, von Bürgern anderer Länder
Informationen aufzunehmen und mit ihnen Gedanken auszutauschen.

- 3 -

�9. Gespräche über konventionelle
Rüstungskontrolle sollten von einer
einheitlichen politischen Vision geleitet sein, die diese Werte widerspiegelt.
Durch das Festhalten an
dieser Vision konnten die Verbündeten
ein positives Ergebnis der Stockholmer Konferenz herbeiführen. Genau
diese Überlegungen haben die Verbündeten zu der Entscheidung veranlaßt,
daß beide der von ihnen jetzt vorgeschlagenen Verhandlungen - über konventionelle Stabilität und über Vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen - im Rahmen des KSZE-Prozesses
aufgenommen werden.
10. An den Maßnahmen zur Vertrauens- und Sicherheitsbildung werden alle 35 KSZE-Unterzeichnerstaaten
beteiligt
sein.
Ihre Zielsetzung
wird darin bestehen, auf den Ergebnissen der Stockholmer Konferenz aufzubauen und diese zu vertiefen. Das
dort erzielte Abkommen stellt einen
entscheidenden Schritt zum Abbau des
Risikos eines Krieges in Europa dar.
Bei dessen vollständiger Verwirklichung würde es in Zukunft mehr Transparenz schaffen und zu größerem Vertrauen und besserer Berechenbarkeit
militärischer Aktivitäten in ganz Europa beitragen. Die in Stockholm gegebenen Impulse müssen sich fortsetzen.
11.
Gleichzeitig sind wir uns
der besonderen Verantwortung der 23
Mitglieder beider Verteidigungsbündnisse in Europa bewußt, deren Streitkräfte auf sehr direkte Art und Weise
Einfluß auf das unentbehrliche Sicherheitsgefüge in Europa haben. Aus
diesem Grunde haben wir entschieden,
daß unter den 23 Staaten autonome
Verhandlungen
über
konventionelle
Stabilität stattfinden sollten.
12. Die Übernahme von Mandaten
für beide Verhandlungen muß Bestand-

teil ausgewogenener Ergebnisse beim
Wiener KSZE-Folgetreffen
sein und
macht auch erhebliche Fortschritte in
allen Bereichen der Schlußakte von
Helsinki erforderlich.

C.

Zielsetzungen des Bündnisses

13.
In Übereinstimmung mit den
Prinzipien unseres Konzepts zur konventionellen Rüstungskontrolle, wie
sie in der Erklärung von Brüssel niedergelegt sind, werden wir bei den
bevorstehenden
Verhandlungen
über
konventionelle
Stabilität
folgende
Ziele verfolgen:
- Errichtung
eines sicheren und
stabilen Gleichgewichts bei den
konventionellen Streitkräften auf
niedrigerem Niveau;
- Behebung von Stabilität und Sicherheit beeinträchtigenden Ungleichgewichten;
- als besonders dringlich: Abbau
der Fähigkeit zu Überraschungsangriffen und Großoffensiven.
14. Die letztgenannte Fähigkeit
ist am besorgniserregendsten im Hinblick auf die Eroberung von Territorium durch einen Aggressor. Ihr unerläßlicher Bestandteil ist die Vornestationierung
konventioneller
Streitkräfte mit ihrer Fähigkeit zu
höchster Mobilität und Feuerkraft.
Hierbei sind Panzer und Artillerie
die entscheidenden Komponenten, obwohl sich andere Bestandteile der
Kampffähigkeit als gleichermaßen bedeutend erweisen könnten.
Ferner
darf die Truppenstärke nicht außer
acht gelassen werden. Aber nicht alles Gerät ist für eine Begrenzung wenn auch nur aus technischen Gründen
- geeignet und Truppenstärke allein
ist kein präziser Indikator für Of-

- 4 -

�fensivfähigkeit.

konzentrieren.

15.
Unser Ziel wird weiterhin
darin bestehen, in Europa eine Situation herbeizuführen, in der Einsatzkonzepte für die Streitkräfte sowie
die Anzahl und Stationierung von Waffensystemen Überraschungsangriffe und
Großoffensiven unwahrscheinlich machen. Wir werden dieses Ziel auf der
Basis folgender Kriterien verfolgen:

Unser Ziel ist die Behebung des
konventionellen Ungleichgewichts.
Das kann durch eine Reihe von
Maßnahmen erzielt werden, unter
ihnen Reduzierungen, Begrenzungen, Bestimmungen über die Verlegung von Einheiten und damit in
Zusammenhang stehende Maßnahmen
sowie die Festlegung gleichei
Obergrenzen.

- Wir müssen der Stabilität in ganz
Europa - vom Atlantik bis zum
Ural - Vorschub leisten und dies
auf eine Weise tun, mit der einerseits die Sicherheit unserer
Verbündeten gewahrt und andererseits
der
Konzentration
von
Streitkräften des Warschauer Paktes Rechnung getragen wird sowie
auch der besonderen Probleme, mit
denen sich die Mittlere, Südliche
und Nördliche Region konfrontiert
sehen.

Dieses Ergebnis wird stark asymmetrische
Reduzierungen
des
Ostens erfordern und zum Beispiel
zum Abbau tausender Waffen des
Warschauer Paktes in Europa führen, mit denen ein Überraschungsangriff ausgeführt werden könnte,
unter ihnen Panzer und Artilleriegeschütze.

- Wir sollten Bestimmungen über
stationierte
Streitkräfte
vorschlagen und dabei das Gewicht
der vorne stationierten konventionellen Streitkräfte der Sowjets berücksichtigen. Wir sollten ebenfalls Fähigkeiten zur
Heranführung und Verstärkung der
Streitkräfte in Betracht ziehen.

Die Reduzierung kampfentscheidenden Geräts und die Modifizierung
des sowjetischen Einsatzkonzepts
der Vornestationierung wird nur
einen Teil unseres Konzepts zur
Verringerung des Konfliktrisikos
ausmachen.
Als
entsprechenden
Bestandteil aller Bemühungen zur
Verbesserung von Stabilität und
Sicherheit werden wir ferner Maßnahmen vorschlagen, um bei militärischen Aktivitäten größere Offenheit in ganz Europa zu erzielen, die Erhaltung niedrigerer
Streitkräfteniveaus
zu
sichern
und eine strikte, wirksame und
zuverlässige Regelung zur Überwachung und Verifizierung zu fördern.

- Gleiche zahlenmäßige oder prozentuale Reduzierungen beider Seiten
würden das die Stabilität in Europa bedrohende Ungleichgewicht
nicht beheben. Unsere Vorschläge
werden sich statt dessen auf Ergebnisse und gleiche Reststärken

Diese Regelung zur Überwachung
und Verifizierung muß den Austausch detaillierter Daten über
Streitkräfte und deren Stationierung wie auch das Recht beinhalten, genügend Vor-Ort-Inspektionen durchzuführen, um Vertrauen

- Bei unseren Anstrengungen zur Beseitigung
der
Fähigkeit
zur
Durchführung von Großoffensiven
sollten wir uns auf Waffensysteme
konzentrieren, die eine Schlüsselrolle spielen.

- 5 -

�auf die Einhaltung der vereinbarten Bestimmungen zu schaffen.

D.

Wege für die Zukunft

16. Die frühzeitige Vereinbarung
eines Mandats für Verhandlungen über
konventionelle Stabilität als Teil
ausgewogenen Ergebnisse des Wiener
KSZE-Folgetreffens würde einen wichtigen Schritt nach vorn bedeuten.
Wir streben die Beseitigung des konventionellen Ungleichgewichts an, das
die Stabilität und Sicherheit Europas
in starkem Maße bedroht. Wir streben
ferner die bessere Wahrung der Menschenrechte und Grundfreiheiten an,
von denen dauerhafte Sicherheit und
Stabilität letztlich abhängen.

* * * * *

- 6

�AMERIKA DIENST
V,ON

Dokumentation

4

9. März 1988

10

USA:

BISHER KAUM ECHTE FORTSCHRITTE BEIM KSZE-PROZESS
- Ansprache von Botschafter Robert Frowick -

WIEN - (AD) - Botschafter Robert Frowick zufolge sind bis jetzt kaum Fortschritte bei der Erarbeitung des Schlußdokuments vom Wiener Folgetreffen der
Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa zu verzeichnen. Der
Botschafter gab diese Stellungnahme in seiner Funktion als Stellvertretender
Leiter der amerikanischen Delegation am 26. Februar 1988 vor der KSZE ab.
Nachstehend geben wir den Wortlaut der Erklärung des Botschafters wieder:

Für den heutigen Tag haben wir
eine Zwischenbilanz angekündigt. Die
amerikanische Delegation hätte gerne
eine positive Bilanz gezogen, dies
ist jedoch bedauerlicherweise nicht
möglich. In den bisherigen fünf Tagungswochen in Wien waren geringe
Fortschritte bei unseren Bemühungen
um den Entwurf eines Dokumentes zu
verzeichnen.
Wir
wollen
keine
Schuldzuweisungen vornehmen, insbesondere weil wir gerade seit dieser
Woche wenigstens erste Anzeichen von
Bewegung beobachten konnten. Jüngste
Entwicklungen haben uns Grund zu

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Hoffnungen und Erwartungen gegeben,
aber greifbare Ergebnisse lassen immer noch auf sich warten. Die Hauptverantwortung für das Scheitern der
derzeit laufenden Initiativen liegt
bei denjenigen, die Fortschritte aufgehalten haben. Nach wie vor wird
die amerikanische Delegation auch in
Zukunft auf allen Gebieten unserer
Arbeit zu Fortschritten bereit sein.
Und wie in der Vergangenheit sind wir
auch weiter bereit, die Koordinatoren
bei der Erarbeitung eines umfassenden
und ausgewogenen Schlußdokumentes zu
unterstützen.

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�Grundsatzfragen
Im Bereich der Grundsatzfragen
ist ein Anstoß unerläßlich. Die kreativen Bemühungen des Koordinators
verdienen eine bessere Erwiederung,
als ihnen bisher zuteil wurde. Die
wesentlichen Ziele des Westens bei
der Behandlung solcher Themen wie dem
Recht, bei Menschenrechtsverletzungen
für Abhilfe zu sorgen, dem Recht der
freien Religionsausübung, der Freizügigkeit und der Rolle der Überwachung
sind noch nicht verwirklicht, obwohl
sie alle im Text des Koordinators
vorgesehen sind. Der Osten behindert
nicht nur den Fortschritt, sondern
kehrt zu der bei früheren Verhandlungsrunden an den Tag gelegten Unnachgiebigkeit zurück.

Korb Zwei
In Korb Zwei wird die amerikanische Delegation auch weiter auf einen - leider immer noch nicht vorliegenden - Text hinarbeiten, der die
wichtige Rolle der wirtschaftlichen,
wissenschaftlichen
und
umweltpolitischen Zusammenarbeit im HelsinkiProzeß anerkennt.
Wir befürworten
ein Ergebnis, das in diesem Punkt
eine eindeutige Verpflichtung sowie
wirkungsvolle Maßnahmen im Anschluß
an die Wiener Verhandlungen umfaßt.

Korb Drei
In Korb Drei wird den tatkräftigen Bemühungen des Koordinators Rechnung getragen, durch informelle Konsultationen Bereiche der Übereinstimmung auszumachen.
Wir hoffen, daß
seine Bemühungen uns einen Schritt
weiter zu Fortschritten in jedem Kapitel von Korb Drei bringen werden.
Dies könnte den Weg zur Behandlung
weit schwierigerer Themen ebnen

einschließlich der zentralen Bestimmungen in der Vorlage des Koordinators über menschliche Kontakte.

Militärische
de8 Bündnisses

Sicherheitsinitiativen

Lassen Sie mich jetzt zum Hauptthema des heutigen Tages kommen: Die
Bilanz der Bemühungen um die Anregung
eines Entwurfs zu Fragen der militärischen Sicherheit.
Diese Bilanz
zeigt, daß die westlichen Delegationen seit der letztgenannten Phase der
3. Runde weit davon entfernt waren,
die Dinge - wie gelegentlich behauptet - schleifen zu lassen, sondern
unbeirrbar energische Schritte unternommen haben, um schließlich den Teil
von Korb Eins des Wiener Schlußdokuments zur militärischen Sicherheit zu
formulieren.

Vier Zielsetzungen
Es ist allgemein bekannt, daß
dieser Teil vier besondere Themenkomplexe beinhaltet. Er umfaßt eine
Bewertung von Stockholm, deren Vorbereitung durch die Unterhändler hier
in Wien das Madrider Schlußdokument
zwingend vorschreibt; eine Präambel,
die zukünftige Ziele der KSZE im Bereich der militärischen Sicherheit
konzeptionell skizziert; ein Abkommen
zur Aufnahme weiterer Verhandlungen
über Vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen; und Verständigung
über den Beginn von unabhängigen Verhandlungen über die konventionelle
Stabilität der 23 zu den Bündnissen
gehörenden Länder, die im Rahmen des
KSZE-Prozesses verhandeln werden.
Herr Vorsitzender, die Verhandlungen über diese vier Punkte waren
und sind eine außerordentlich komplexe Aufgabe, da die Vertreter unserer

- 2 -

�&lt;
•

t

35 Länder eine Vielzahl widersprüchlicher nationaler, regionaler und anderer Prioritäten miteinander in Einklang bringen müssen. Es trifft zu,
daß der grundsätzliche Vorschlag des
Bündnisses zur militärischen Sicherheit - Wt. 129 - bis zum vergangenen
Juli nicht zur Vorlage bereit war.
Als er jedoch auf den Verhandlungstisch kam, enthielt er eine besonders
ausgereifte Struktur, die nicht nur
den unterschiedlichen Belangen im Atlantischen Bündnis Rechnung trug,
sondern auch denen des Ostblocks sowie der neutralen und blockfreien
Länder, die am KSZE-Prozeß teilhaben.
Diese Struktur beinhaltete klare und
sorgfältig ausgewogene Formulierungen
für die Präambel, ein Abkommen über
die Durchführung weiterer Verhandlungen über Vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen (CSBM), und eine
Verständigung zur Aufnahme von Gesprächen über konventionelle Waffen,
die das Gebiet vom Atlantik bis zum
Ural abdecken. Der Vorschlag wurde
in der Absicht verfaßt, den Entwurf
eines Schlußdokumentes zu erleichtern. Die Bilanz zeigt, daß er dieser Aufgabe gerecht wurde.
Vorschlag Wt. 129 hat zur Vorlage
einer Reihe interessanter und zweckdienlicher Konzepte von anderer Seite
geführt - zum Beispiel Schweden mit
Wt. 131, Jugoslawien mit Wt. 133 und
Zypern mit Wt. 134. Seitdem haben
auch Delegationen aus dem Ostblock
schrittweise eine länger werdende
Reihe vorläufiger Dokumente unterbreitet, die aufgrund ihrer Konzeption zu einer größeren Meinungsvielfalt beigetragen haben.
In dieser
Hinsicht begrüßt meine Delegation besonders die Entwicklungen der vergangenen Woche. Aber Wt. 129 kommt bei
der in der "S"-Gruppe erarbeiteten
Reihe von Dokumenten eine Schlüsselfunktion zu.

Bewertung von Stockholm
Vor Abschluß der 3. Runde im Juli
hat der Westen - insbesondere die Delegation der Vereinigten Staaten - in
der "S"-Gruppe eine Vorlage unterbreitet, die einen Ansatz zur Bewertung von Stockholm vorstellt. Unsere
Vorlage war die wichtige - wenn nicht
die entscheidende - Grundlage für
nachfolgende Verhandlungen
der 4.
Runde, die im September im Vertragsentwurf unmittelbare Erfolge gezeitigt haben wie auch für die am 22.
Oktober ad referendum beschlossene
Bewertung von Stockholm.

Präambel
Bemühungen um den Entwurf einer
Präambel schienen zunächst zügig voranzugehen, da einige Sätze aus Wt.
129 bis zum 12. Oktober rasch beschlossen waren.
Abe1" dann mußten
die Unterhändler zentrale Problemkreise behandeln und die Gespräche
der "S"-Gruppe wurden zu einer Grundsatzdebatte über noch anstehende Themen aus der 4. Runde.

Vertrauens- und sicherheitsbildende
Maßnahmen
Es wurde zunehmend klar, daß vor
der Zustimmung einiger Delegationen
über eine Vorlage ihrer Formulierungen über die noch anstehenden Themen
der Präambel oder der CSBM für die
Unterlagen des Koordinators ein Weg
gefunden werden müßte, um im Wiener
Schlußdokument einen ausdrücklichen
Hinweis für die Wiederaufnahme der
Konferenz über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa einzufügen. Westliche Delegationen haben häufig Formulierungen für Entwürfe der Präambel
und CSBM vorgeschlagen. Manchmal wa-

- 3 -

�ren wir dem Erfolg sehr nahe. Aber
immer wieder haben andere Rückzieher
gemacht und tatsächlich von einem
Hinausgehen über die konzeptionelle
Debatte Abstand genommen - einer Debatte, die zugegebenermaßen nützlich
und konstruktiv war, auch wenn sie
manchmal unnötig in die Länge gezogen
wurde.

Konventionelle Stabilität
Der Westen hat ferner ernsthafte
Anstrengungen unternommen, um im Wiener Schlußdokument mit dem Entwurf
des Abschnitts über konventionelle
Stabilität zu beginnen. Obwohl Wt.
129 einige Vereinbarungen vorsieht,
die sicherstellen sollen, daß die 23
Teilnehmerländer
an den automomen
konventionellen Gesprächen einen Meinungs- und Informationsaustausch mit
den 12 KSZE-Teilnehmerländern vornehmen, die nicht an diesen Gesprächen
beteiligt sind, fordern die Vertreter
der letztgenannten Länder ein klareres und umfassenderes Bild der Funktionsweise einer solchen Verbindung
im Bereich Information. Manche verweigern den Entwurf von Formulierungen im konventionellen Bereich, bis
ausreichende Klarheit geschaffen ist.
Herr Vorsitzender, diese Situation darf nicht so weiterbestehen.
Die Delegationen der Verbündeten haben aus diesem Grunde wieder einmal
die Führung übernommen und versuchen,
Differenzen abzubauen.

Jüngste Initiativen der Bündnispartner
Seit Beginn der gegenwärtigen
Runde hat der Westen zwei bedeutende
Initiativen in die Wege geleitet.
Eine ist die informelle Bemühung um
einen Weg, den ausdrücklichen Bezug

zur Wiederaufnahme der KVAE zu formulieren. Der hierbei erzielte Erfolg
wird
gleichzeitig
Hindernisse
im
Fortkommen bei der Präambel und Entwürfen zu CSBM überwinden.
Die andere, erst diese Woche eingeleitete Initiative zielt auf die
Klärung von Vorgehensweisen bei einem
künftigen Meinungs- und Informationsaustausch zwischen Vertretern der 23
Länder bei den konventionellen Gesprächen und den 12 nicht an diesen
Gesprächen teilnehmenden Staaten ab.
Wir hoffen, daß die "S"-Gruppe mit
Hilfe dieses letzten, sehr bedeutsamen Schritts des Westens in absehbarer Zukunft schließlich mit dem Entwurf von Formulierungen über konventionelle Gespräche beginnen kann.

i
I

Im Zusammenhang mit den in dieser
Richtung voranschreitenden Bemühungen
möchte ich erneut die unerschütterliche Meinung der Vereinigten Staaten
betonen, derzufolge das Konzept der
Autonomie bei den Gesprächen über
konventionelle Stabilität sowie auch
das Konzept, demzufolge diese Gespräche im Rahmen des KSZE-Prozesses
stattfinden werden, untrennbar sind.
Sie bilden eine klar erkennbare Einheit.
Jeder mögliche Konsens im
Schlußdokument von Wien im Hinblick
auf das Verhältnis der konventionellen Gespräche zu KSZE muß die Gesamtheit dieses konzeptionellen Gefüges
widerspiegeln.
Herr Vorsitzender, zusammenfassend läßt sich sagen, daß der Westen
in den vergangenen Monaten erhebliche
Anstrengungen unternommen hat, um die
"S"-Gruppe zu intensivierten Entwürfen aller vier Teile des Abschnitts
zur militärischen Sicherheit hinzuführen, die im Wiener Schlußdokument
erscheinen sollen. Aber wir sind uns
der Tatsache bewußt, daß wir Endergebnisse nicht im Alleingang hervor-

- 4 -

^

�bringen können. Wir müssen bei anderen um angemessene Anstrengungen und
Flexibilität nachsuchen.
Die Problemkreise sind zu komplex und zahlreich, als daß wir sie bis zum Ende
zurückstellen könnten.
Als Ergebnis dieser jüngsten Initiativen des Bündnisses besteht die
realistische Möglichkeit für bedeutende Fortschritte bei Fragen der militärischen Sicherheit vor Ende dieser Runde. In diesem Bereich sind
die Vereinigten Staaten - wie auch in
allen anderen - bereit, baldige und
bedeutungsvolle Ergebnisse zu erarbeiten.

* * * * * *

- 5 -

�AMERIKA DIENST
Wirtschaft

'V,QN ^

9. März 1988

10

US-HANDELSPOLITIK:

SORGEN MIT EUROPA

- (AD) - Mit Sorge betrachtet Denis Lamb, seit einigen Monaten amerikanischer Botschafter bei der OECD, die agrarpolitischen Auseinandersetzungen
zwischen den USA und der Europäischen Gemeinschaft. Lamb äußerte sich in einem Gespräch mit der Wirtschaftswoche (Nr. 10 vom 4. März 1988) zu Fragen der

Agrarpolitik:
Die größte Gefahr auf dem Agrarsektor liegt darin,
daß sich das amerikanische System dem
europäischen annähert und das europäische die schlechten Beispiele aus
dem amerikanischen übernimmt.
Die
Überlegungen in Brüssel gehen immer
mehr in Richtung Stillegungsprämien.
Und in den USA liebäugeln die Verantwortlichen mit einem zweigleisigen
Preissystem, das die Exporte künstlich verbilligt.
Wir müssen jetzt
alle dafür sorgen, daß es so weit
nicht kommt. Sonst wird alles nur
noch schlimmer.

United States Information Service
Embassy of the United States of America

COCOM-LIste:
Niemand
liebt
sie.
Die europäischen Unternehmen
nicht und die amerikanischen Unternehmen auch nicht. Die ganze Diskussion ist wieder aufgebrochen, weil
vor allem der Handel der westlichen
Länder
untereinander
durch
C0C0M
stark behindert wird, nicht etwa,
weil der Osthandel dadurch in Gefahr
geraten wäre. Es lassen sich aber
nicht im Handstreich 20 Prozent der
Liste streichen, weil darin Produktbeschreibungen, nicht Produkte, enthalten sind. Die aber müssen so ausfallen, daß sie strategisch Sinn ma-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�chen. Soll die Liste geändert werden, dann ist immer irgendein Hersteller stärker betroffen als andere.
Deshalb ist man mit der Liste noch
nicht weitergekommen.
US-Handelsbilanz:
Die Handelsbilanz zeigt Besserung. Eine Abnahme
der Defizite war schon seit einiger
Zeit zu verzeichnen, wurde aber noch
von der Dollar-Abwertung überlagert.
In diesem Jahr wird das Defizit erst
langsam,
im
nächsten
Jahr
dann
schneller abnehmen. Danach aber, das
zeigen Berechnungen der OECD, wird
der Fehlbetrag auf dem Niveau von 100
Milliarden Dollar verharren, weil die
Wirtschaft
unserer
Handelspartner
nicht schnell genug wächst. Der Saldo richtet sich also letztlich nach
dem Wachstumstempo unserer Handelspartner. Wenn Europa nicht kräftig
zulegt, bleibt das Defizit erhalten.

US-Konjunkturaussichten:
Der
Dollar-Verfall hat die amerikanische
Industrie wieder international wettbewerbsfähig gemacht.
Ausländische
Firmen, vor allem aus Japan, investieren weiterhin kräftig in den USA.
Und selbst der Börsenkrach hat sein
Gutes gehabt. Er hat die Sparneigung
wieder anwachsen lassen. Wenn aber
mehr gespart wird, dann brauchen wir
nicht mehr soviel Auslandskapital, um
unser - mittlerweile ebenfalls sinkendes - Budgetdefizit und einen Teil
der Investitionen
zu finanzieren.
Ich bin daher zuversichtlich, daß die
Politik, wie sie zur Zeit in den USA
betrieben wird, unser Land nicht in
eine Rezession stürzen wird. Ich sehe allerdings Raum für eine leicht
ansteigende Inflation.
Wir werden
uns daher selbst an die Kandarre nehmen und Preisdisziplin üben müssen.
Wenn wir das schaffen, dann sollte
auch der einmalige Preisschub, den
die Dollar-Abwertung gebracht hat,
nicht in eine dauerhafte Inflation
münden.

* * * * * *

�v^os^

V,DN

AMERIKA DIENST
Wissenschaft und Technik

^

9. März 1988

10

AIDS:

EIN WETTLAUF MIT DER ZEIT

- US-Kommission unterbreitet weitreichende Vorschläge für Gesundheitsund Sozialpolitik -

WASHINGTON - (AD) - Orientierungshilfe für die Gesetzgebung im amerikanischen Kongreß und in den Parlamenten der amerikanischen Bundesstaaten gibt
der
Ende
Februar
1988
veröffentlichte
Zwischenbericht
der
von
r
^ asident Reagan im September 1987 eingesetzten AIDS-Kommission. Unter der Lei
tung von Admiral a.D. James D. Watkins wurden in den letzten Monaten Analysen un
d Empfehlungen erarbeitet, die bedeutsame Veränderungen im Gesundheitswesen der
Vereinigten Staaten erforderlich machen. Sie basieren auf den Stellungnahmen vo
n mehr als 350 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, aus Medizin und Forschu
ng sowie dem Sozialwesen zum AIDS-Problem. Nach weiteren Anhörungen wird der en
dgültige Bericht der aus 13 Mitgliedern bestehenden Kommission dem Präsidenten i
m Juni vorgelegt.
In einer Pressekonferenz am 24.
Februar warnte Admiral Watkins davor,
mit zweitrangigen Fragen - zum Beispiel Befürwortung oder Ablehnung der
Verteilung von Spritzbestecken an
Fixer oder der Abgabe von Kondomen Zeit und Energie zu vergeuden. Man
habe sich jetzt auf den Komplex AIDS
mit dem Ziel zu konzentrieren, die
Ausbreitung von HIV-Infektionen (HIV
= Human-Retrovirus, das die erworbene
Immunschwächekrankheit AIDS auslöst)
mit allen zur Verfügung stehenden
Mitteln einzudämmen, für die Opfer
Behandlung und Pflege zu ermöglichen

United States Information Service
Embassy of the United States of America

und neue Therapien zu entwicklen.
Wegen der gegenwärtig auffallend
hohen Ausbreitungsgeschwindigkeit in
der Drogenszene bei Personen, die Heroin - neuerdings auch eine Kokainzubereitung - intravenös spritzen und
sich durch gemeinsamen Gebrauch infizierter Nadeln anstecken, müsse zuallererst auf diesem Gebiet mehr getan
werden. Anfang Februar waren in den
Vereinigten Staaten über 52 000 diagnostizierte AIDS-Fälle offiziell gemeldet. Etwa 66 Prozent davon entfielen auf Homosexuelle und ein klei-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�ner Anteil auf bisexuelle Männer. In
der Risikogruppe der Homosexuellen
ist als Folge massiver Aufklärungsaktionen jetzt sogar schon ein Rückgang
von Neuinfektionen festzustellen; allerdings wird die Zahl der subchronischen und chronischen Erkrankungen
ebenso wie die Anzahl der Todesfälle
in den nächsten Jahren noch deutlich
ansteigen, weil die Inkubationszeit
bis zum Ausbruch der Krankheit neun
und mehr Jahre betragen kann.

mindestens 300 000 bereits AIDS-Virusträger
sind.
Dies
berichtete
kürzlich Dr. D. Ian Macdonald, Berater für die Drogenpolitik des Weißen
Hauses und Leiter der Behörde "Alkohol, Drogenmißbrauch und geistige Gesundheit".
Die Infektionsrate ist
jedoch regional und örtlich sehr unterschiedlich: Für New Jersey werden
39 Prozent, für die Stadt New York
bis zu 60 Prozent, für Los Angeles
dagegen nur ca. 2,8 Prozent angenommen.

Doppelproblem;
sucht

Jedenfalls hätten dem Watkins-Berieht zufolge umfassende neue Maßnahmen nicht nur den iv-Drogenabhängigen
selbst, sondern auch ihren Sexualpartnern und ihren Kindern zu gelten.
Immerhin ist Macdonald zufolge in 72
Prozent der AIDS-Infektionen bei Kindern mindestens ein Elternteil ivdrogenabhängig.
Andere
wichtige
Punkte einer "nationalen Strategie"
zur AIDS-Bekämpfung - zum Beispiel
die Epidemiologie von AIDS, Vorbeugung, Information und Erziehung, Diskriminierung, Testprogramme, Sicherheit am Arbeitsplatz, Finanzierung
von Pflege und gesundheitspolitischen
Maßnahmen, rechtliche und internationale Belange - werden bei den nächsten Expertenbefragungen der WatkinsKommission im Vordergrund stehen.
Die daraus resultierenden Empfehlungen wird der abschließende Gesamtbericht enthalten.

AIDS

und

iv-Drogen-

Unter iv-abhängigen Drogensüchtigen - mit einem Anteil von ca. 25
Prozent an der Gesamtzahl der an AIDS
Erkrankten - nehmen die Neuinfektionen derzeit aber um bis zu sieben
Prozent zu. Diese Gruppe zeigt sich
im Gegensatz zu anderen Risikogruppen
den
Appellen
zur
Anwendung
von
Schutzmaßnahmen und Änderung des persönlichen Verhaltens am wenigsten zugänglich.
So bildet sie heute das
gefährlichste Infektionsreservoir für
AIDS - nicht zuletzt deshalb, weil
auch die Weiterverbreitung der Krankheit auf heterosexuellem Wege in erster Linie von dieser Gruppe ausgeht.
(In einem Exklusiv-Interview am 12.
Februar mit dem amerikanischen Informationsamt USIA erwähnte Dr. Harry
Haverkos, Leiter der Abteilung Klinische Medizin des Nationalen Instituts für Drogenmißbrauch/NIDA, in
Westeuropa beobachte man eine ähnliche Entwicklung - außer in Spanien
und Italien, wo Heroinabhängige etwa
60 Prozent der AIDS-Fälle ausmachten,
während in Frankreich der Anteil bei
zehn Prozent und in England bei einem
Prozent liegt.)
Die Anzahl iv-Drogenabhängiger in
den USA wird auf 1,1 bis 1,3 Millionen Personen geschätzt, von denen

Unter
den
iv-Drogenabhängigen
spritzen etwa 900 000 regelmäßig, die
übrigen in Intervallen oder gelegentlieh. Einer neuen NIDA-Befragung unter Suchtkranken zufolge hatten - vor
allem im vergangenen Jahr - 93 Prozent der Heroinabhängigen häufig Nadeln gemeinsam benutzt, 26 Prozent
sogar täglich. Nur 15 Prozent befinden sich in Behandlung. In 24 großen
Städten, wo die Mehrzahl von ihnen
lebt, gibt es für Therapieprogramme

- 2 -

t

i

*

�Wartelisten. In der Regel dauert es
drei bis sechs Monate, bis ein Bewerber in ein solches Programm aufgenommen werden kann. Von den 200 000 ivDrogenabhängigen in New York beispielsweise erhalten derzeit 35 000
eine Therapie.
Laut Watkins müßten jedoch Voraussetzungen geschaffen werden, "auf
Anforderung" eine Therapie sofort in
Angriff nehmen zu können. Entsprechende Empfehlungen der AIDS-Kommission dürften allerdings Kritiker auf
den Plan rufen. Denn manche Fachleute sind der Meinung, daß die "auf Anforderung" des Heroinsüchtigen in einer Reihe von Kliniken und Einrichtungen
zur
ambulanten
Behandlung
praktizierte Umstellung auf Methadon,
die ihn vom Spritzen abbringen soll,
nur den Ersatz eines Narkotikums
durch ein anderes bedeutet.
Zwar
kommt es bei der Umstellung auf
Methadon nicht zu den sonst üblichen
Entzugserscheinungen. An der Abhängigkeit vom Narkotikum ändert sich
jedoch nichts.
Haverkos verwies darauf, daß die
Behandlung suchtkranker AIDS-Patienten besonders schwierig sei, "weil
wir viel weniger wissen als wir wissen müßten. Wir haben ja nicht einmal brauchbare Informationen darüber,
welche Art Drogen sie nehmen, wieviele von ihnen Heroin, wieviele Kokain
spritzen. Das aber wäre für die Therapieprogramme sehr wichtig."
Vermutlich tragen Drogen sogar zu einer
weiteren Schwächung des Immunsystems
bei, erleichtern also die Vermehrung
des AIDS-Virus. Interessant ist in
diesem Zusammenhang eine Beobachtung
der New Yorker Gesundheitsbehörde:
iv-Drogenabhängige Männer überlebten,
nachdem bei ihnen AIDS diagnostiziert
worden war, durchschnittlich 318 Tage, Frauen 298 Tage. Bei Homosexuellen dagegen, die keine Fixer waren,

betrug die durchschnittliche Uberlebensdauer 400 Tage, bei Patienten mit
Kaposi-Sarkom ohne andere AIDS-assoziierte schwere Erkrankungen 568 Tage.
Im Watkins-Bericht werden 3 300
über das ganze Land verteilte neue
Therapiezentren und eine Aufstockung
des in der Suchttherapie tätigen Personals um 32 000 Spezialisten gefordert. Außerdem werden Sonderprogramme für weibliche iv-Drogenabhängige
vorgeschlagen, um Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere und Mütter
besser zu betreuen. Während der Anhörungen wurde zum Beispiel berichtet, daß in einer New Yorker Entbindungsklinik im Stadtteil Bronx zwei
Prozent der
Frauen AIDS-infiziert
seien. In manchen Stadtteilen treffe
dies auf ein bis drei Prozent der
Frauen im gebärfähigen Alter zu. Bei
etwa der Hälfte von ihnen dürfte die
Ansteckung auf heterosexuellem Wege
erfolgt sein, während die andere
Hälfte Drogen nehme. Von den 1 364
AIDS-kranken Frauen in der Stadt New
York waren 60 Prozent selbst iv-drogenabhängig, 22 Prozent hingegen Sexualpartner von iv-Drogenabhängigen.
Einer in Massachusetts durchgeführten Studie zufolge betrug die
Häufigkeit einer AIDS-Infektion bei
Frauen, die kurz zuvor entbunden hatten, etwa 0,1 Prozent in ländlichen
Gebieten, aber bis zu 1 Prozent in
der Stadt. Ein bis zwei Drittel der
Babies sind ebenfalls infiziert. Die
Folgen einer heterosexuellen AIDSUbertragung treffen Frauen aus armen
Bevölkerungsschichten und ihre Kinder
besonders hart.
Experten zufolge
ist die Zahl der AIDS-Fälle bei
Schwarzen und Gruppen mexikanischer
und zentralamerikanischer Herkunft um
das Zwölf- bis Dreizehnfache höher
als bei weißen Amerikanern. 80 Prozent aller Kinder mit AIDS kommen aus
Familien, die einer ethnischen Min-

- 3 -

�derheit angehören.
Watkins fordert, vor allem die
Angehörigen von Minderheiten in Modellprogramme kommunaler Organisationen aufzunehmen.
Iv-Drogenabhängige
sollen im Rahmen ihrer Therapie AIDSTests auf freiwilliger Basis mit entsprechender Beratung angeboten werden
- Aktionen, in die ihre Sexualpartner
und Kinder einzubeziehen sind. Ausserdem sollte NIDA die Forschungen
zur
Behandlung
iv-kokainabhängiger
Suchtkranker intensivieren, weil über
dieses ständig wachsende Problem viel
zu wenig bekannt sei.

Finanzierung
Bundesregierung und Bundesstaaten
müßten, dem Bericht zufolge in den
nächsten zehn Jahren für die Behandlung von Drogenmißbrauch ca. 15 Milliarden Dollar aufwenden.
Weitere
zwei Milliarden Dollar an Bundesmitteln seien für Vorbeugung, Forschung
und Erziehung sowie 2,5 Milliarden
von den Bundesstaaten für die Betreuung Suchtkranker und ihrer Partner im
gleichen Zeitraum erforderlich. Diese Mittel müßten zusätzlich zu den
1,3 Milliarden Dollar aufgewandt werden, die Präsident Reagan für Forschung, Erziehung und Tests zur Bekämpfung der tödlichen Krankheit für
das Haushaltjähr 1989 angefordert hat.
"Unsere Untersuchungen haben erhebliche Probleme im gesamten Gesundheitsversorgungssystem unseres Landes
ans Licht gebracht", sagte Watkins.
"Viele Ärzte haben große Wissenslücken über AIDS, und es gibt Anzeichen
dafür, daß Medizinhochschulen noch
keine Ausbildungspläne für angehende
Ärzte auf dem Gebiet der AIDS-Therapie aufgestellt haben." An Krankenschwestern bestehe großer Mangel - in
den Krankenhäusern seien 13 Prozent

der Stellen nicht besetzt. Bis 1991
würden 500 000 mehr Krankenschwestern
gebraucht, als jetzt tätig seien.
Auch werde man von der pflegerischen
Seite her den Anforderungen der AIDSEpidemie bisher nicht gerecht.
Die Bundesministerien für Gesundheitswesen und Bauwesen sollten Mittel für die Unterbringung HlV-infizierter Kinder in Gruppen oder in
Ubergangsheimen bis zur Aufnahme in
Pflegeheime zur Verfügung stellen.
Auch müßte die häusliche Pflege nicht
versicherter AIDS-Kranker mit Bundesund Staatsmitteln geregelt werden.
Kommunale Krankenhäuser sollten mehr
Geld für mehr Leistungen gegenüber
AIDS-Kranke, vor allem Müttern und
Kindern erhalten. Öffentliche Krankenhäuser sollten Akutbetten in Langzeit-Pflegebetten für HIV-Patienten
und andere chronisch Kranke umwandeln.
Schließlich müßten auch die
Diagnostik- und Therapiezentren für
Bluter mit mehr Geldmitteln ausgestattet werden, um HIV-Tests, Beratung und ähnliche Dienstleistungen
durchführen zu können.
Die Bundesbehörde für Nahrungsund Arzneimittel (FDA) habe sich
Watkins zufolge darum zu kümmern, daß
so rasch wie möglich bessere HIV-Antikörpertests mit größtmöglicher Verfahrens- und
Ergebniszuverlässigkeit
zugelassen werden.
Dasselbe gelte
für die Antigen-Tests.
Sowohl FDA
als auch NIDA benötigten angesichts
ihrer Aufgaben im Zusammenhang mit
AIDS mehr Haushaltmittel, mehr Räumlichkeiten und mehr Personal.

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