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                  <text>AMERIKA DIENST

reo• s ^

VON

4

24. Februar 1988

I N H A L T

DOKUMENTATION
Singularisierung:

Ein Produkt der Phantasie

- Von Botschafter Richard R. Burt -

WIRTSCHAFT
Präsident Reagan legt Haushalt für 1988/89 vor
- Zielsetzung bleibt Abbau des Defizits Reagan; Nichtinflationäres Wachstum hält an
- Jahreswirtschaftsbericht des Präsidenten -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Präsident Reagans Initiative zur Raumfahrtpolitik
- Privatwirtschaft als Partner - "Projekt Pfadfinder" für Entwicklung
neuer Technologien für bemannte Fernexpeditionen zu Mond und Mars -

* * * * * *

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Embassy of the United States of America

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
r

^w

Dokumentation

^

24. Februar 1988

SINGULARISIERUNG:

EIN PRODUKT DER PHANTASIE

- Von Botschafter Richard R. Burt -

BONN - (AD) - In einem Artikel für das Wochenmagazin Der Spiegel erklärte Botschafter Burt, die Vereinigten Staaten würden "allen Konzepten eine Absage erteilen, die auf die Begrenzung eines Nuklearkrieges auf Europa hinauslaufen". Bei dem nach Abschluß des INF-Vertrags vielfach vernommenen Argument
der "Singularisierung" handele es sich daher um ein reines Phantasieprodukt.
Burt betonte in diesem Zusammenhang jedoch die Bedeutung der Bereitschaft
aller Seiten, ihren "gerechten Anteil am nuklearen Risiko zu tragen, um die
Sicherheit des Westens zu garantieren".
Nachfolgend veröffentlichen wir den Artikel im Wortlaut:
Nach dem INF-Vertrag hat in der
Bundesrepublik eine neue Abrüstungsdebatte begonnen.
Mich überrascht,
daß sich zahlreiche Stimmen aus dem
rechten politischen Spektrum dem Argument der Linken anschließen, die
Bundesrepublik
Deutschland
gerate
jetzt in eine einzigartige, exponierte Stellung. Sie sei nach dem Abzug
der Pershing II und Marschflugkörper
nicht nur potentielles Hauptziel der
restlichen sowjetischen Atomwaffen,
sondern auch das Land, in dem der Löwenanteil der verbleibenden amerikanischen Waffen stationiert ist.

United States Information Service
Embassy of the United States of Ar

Wenn das Bündnis ein fundiertes
Abrüstungskonzept formulieren soll,
muß zunächst Klarheit geschaffen werden. Der Begriff "Singularisierung"
der Bundesrepublik ist ein Produkt
der Phantasie.
- Erstens: Die Bundesrepublik ist
nicht das einzige Land, in dem
Atomwaffen stehen. Auch künftig
wird die überwiegende Zahl der
verbleibenden Atomwaffen weiterhin auf amerikanischem Boden oder
amerikanischen
Kriegsschiffen
sein.
Neben Frankreich werden

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Telex: 8-85432

�acht NATO-Staaten weiterhin nuklearfähige
Raketen,
Flugzeuge
oder
Artillerie
stationieren.
Großbritannien modernisiert seine
eigenen
Atomstreitkräfte
und
nimmt amerikanische Atomwaffen in
einem Umfang auf, der dem der
Bundesrepublik Deutschland zumindest ebenbürtig ist.

wjetische
Kurzstreckenraketen
verwundbar bleiben. Ihre Zahl hat sich
im Lauf der letzten 20 Jahre nicht
wesentlich geändert.
Selbst diese
Kurzstreckenraketen
können
einen
Schlag gegen andere Verbündete führen, zum Beispiel Norwegen, die
Türkei und Dänemark.

Zweitens
ist
das
Territorium
Deutschlands nicht das einzige
mögliche Gefechtsfeld für amerikanische
Nuklearwaffen.
Auch
nach dem INF-Abkommen werden die
USA in Westeuropa und auf See
noch eine Vielzahl nuklearer Trägersysteme besitzen, zum Beispiel
die in Großbritannien stationierten F-111-Bomber, die jedes Land
des
Warschauer
Paktes,
einschließlich der Sowjetunion, erreichen können.

Die Sicherheitsprobleme der Bundesrepublik sind nur in zwei Punkten
einzigartig: durch die geographische
Lage und den Verzicht auf eigene
Atomwaffen. Das Bündnis schafft hier
aber einen Ausgleich. Die NATO sichert die nukleare Abschreckung der
Bundesrepublik durch amerikanische,
britische und französische Atomwaffen;
sie kompensiert die geographische Gefährdung durch Vornestationierung amerikanischer Nuklearwaffen
und die konventionellen Streitkräfte
von sechs Nationen.

- Drittens: Es stimmt nicht, daß
die Bundesrepublik allein Ziel
sowjetischer Nuklearwaffen ist.
Ein Großteil der sowjetischen
Waffen wird weiterhin auf die USA
gerichtet sein. Auch alle anderen NATO-Partner werden nicht nur
durch die strategischen Streitkräfte der Sowjetunion verwundbar
sein, sondern auch durch nuklearfähige sowjetische Flugzeuge.
Für die sowjetischen Militärplaner sind jene Nuklearwaffen der NATO
von vorrangiger Bedeutung, die sowjetisches Territorium erreichen können.
Auch nach dem INF-Abkommen werden einige der Verbündeten, einschließlich
Großbritanniens, solche Systeme beherbergen.
In der Bundesrepublik
aber werden keine solchen Systeme
bleiben.
Die Bundesrepublik wird, wie in
den sechziger und siebziger Jahren,
auch nach dem INF-Vertrag durch so-

Das Wort von der "Singularisierung" ist zwar ein Produkt der Phantasie. Es besteht aber die Gefahr,
daß es sich verselbständigt. Es kann
zu einem Geist werden, den man nicht
mehr los wird. Die bei Rechten und
Linken gleichermaßen verbreitete Sorge über eine "Singularisierung" könnte in der Bundesrepublik einen politischen Konsens zugunsten der Entnuklearisierung fördern. Damit - und
nicht etwa durch den INF-Vertrag würden die Bedingungen für eine tatsächliche und gefährliche deutsche
Singularisierung geschaffen.
Das NATO-Bündnis wurde geschaffen, um das Risiko wie die finanziellen Lasten der Verteidigung zu teilen
und einen Ausgleich für die historischen und geographischen Faktoren
zu schaffen. Der Abschluß eines INFAbkommens hat naturgemäß zu einer
Überprüfung dieser Absprachen zur Risikoverteilung geführt.

- 2 -

�Der von einer unabhängigen Beratergruppe verfaßte Bericht zur Integrierten Langzeitstrategie der NATO
("Differenzierende Abschreckung") hat
weder offiziellen Charakter, noch ist
er eine Stellungnahme der amerikanischen Regierung. Ebensowenig sollten Teile, die im Widerspruch zur Politik der USA stehen, als Indikator
für unseren zukünftigen Kurs gewertet
werden.

liere die Bundesrepublik strategisch.
Singularisierung ist ein reines Phantasieprodukt.

In der Bundesrepublik ist dieser
Bericht als Versuch betrachtet worden, die Bindungen zwischen den konventionellen und nuklearen Streitkräften in Europa auf der einen und
dem amerikanischen Abschreckungspotential auf der anderen Seite zu
schwächen.
In der Tat wäre jede
Strategie, die darauf hinausliefe,
einen Nuklearkrieg auf Europa zu begrenzen, für die Europäer unannehmbar. Sie würde das Konzept der Teilung des Risikos erschüttern. Aber
Risikoteilung darf keine einseitige
Sache sein.
Den USA ist nicht zuzumuten, daß
sie ein Ziel für Nuklearwaffen bleiben, während Europa von der Last einer Stationierung von Nuklearwaffen
befreit wird. Für die Bundesrepublik
heißt dies: es werden auch weiterhin
amerikanische Nuklearwaffen auf deutschem Boden bleiben.
Die Debatte über die Risikoverteilung muß zu dem Ergebnis kommen,
daß jeder bereit ist, seinen gerechten Anteil am nuklearen Risiko zu
tragen, um die Sicherheit des Westens
zu garantieren.
Für die USA bedeutet dies, allen
Konzepten eine Absage zu erteilen,
die auf die Begrenzung eines Nuklearkrieges auf Europa hinauslaufen. Die
Deutschen müssen Abschied nehmen von
dem Gedanken, der INF-Vertrag iso- 3 -

* * * * *

�AMERIKA DIENST
'4?

Wirtschaft

Ä&lt;

24. Februar 1988

PRÄSIDENT REAGAN LEGT HAUSHALT FÜR 1988/89 VOR
- Zielsetzung bleibt Abbau des Defizits -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan hat am 18. Februar 1988 dem amerikanischen Kongreß seinen Entwurf für den Bundeshaushalt 1988/89 vorgelegt (das
Haushaltsjahr dauert vom 1. Oktober 1988 bis zum 30. September 1989).
Die Begleitbotschaft des Präsidenten zur Haushaltsvorlage hat folgenden
Wortlaut:

An den Kongreß
Staaten:

der Vereinigten

Wenn wir heute den Zustand unseres Landes betrachten, haben wir guten Grund zur Zufriedenheit.
Dank
einer in den vergangenen sieben Jahren unbeirrt verfolgten soliden Politik befindet sich Amerika im Frieden,
und unser Volk genießt den längsten
Zeitraum wirtschaftlicher Expansion
in der Geschichte unseres Landes.
Bei der Neuordnung von Prioritäten, im Rahmen derer wir mehr für die

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nationale Sicherheit und weniger für
verschwenderische und unnötige Bundesprogramme ausgeben, haben wir in
stärkerem Maße den Frieden auf der
ganzen Welt gewährleistet und sind in
der Lage gewesen, mit unseren Gegnern
aus einer Position der Stärke heraus
zu verhandeln.
Durch die von uns
eingeschlagene marktorientierte Wirtschaftspolitik haben wir den Geist
des
amerikanischen
Unternehmertums
freigesetzt,
Unternehmensgründungen
gefördert, neue Arbeitsplätze geschaffen sowie die Produktion und
Verbreitung des Wohlstands angekur-

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�belt. Und wir haben all dies getan,
ohne die Armen, die Älteren, die
Schwachen und weniger Begünstigten
unter uns zu vernachlässigen.
Die Bilanz der vergangenen sieben
Jahre
Ich möchte Ihnen einige Höhepunkte aus der Bilanz unserer Administration nennen:
- Die nunmehr in ihr drittes Jahr
gehende
gegenwärtige
Expansion
hat alle vorherigen Perioden der
Expansion in Friedenszeiten überdauert. Betriebliche Investitionen und Exporte steigen in realen
Zahlen an und weisen auf anhaltendes
Wirtschaftswachstum
in
diesem und im nächsten Jahr hin.
- Seit Beginn der Expansion sind 15
Millionen neuer Arbeitsplätze geschaffen worden, während die Arbeitslosenquote um fünf Prozentpunkte auf 5,7 Prozent - ihren
niedrigsten Stand in nahezu zehn
Jahren - zurückgegangen ist. Im
Vergleich dazu ist die Beschäftigtenrate In anderen Industrieländern nicht maßgeblich gestiegen und die Arbeitslosenquote
hoch geblieben.

Prozent gefallen.
Seit 1981 ist die vom Bürger für
das Ausfüllen von Formularen für
die Bundesregierung aufgewandte
Zeit jährlich um einige Millionen
Stunden verkürzt worden, und die
Anzahl der Seiten von jährlich im
Bundesanzeiger
veröffentlichten
Verfügungen ist um mehr als 45
Prozent verringert worden.
Zwischen 1981 und 1987 sind die
Steuergesetze
durch
Änderungen
der
Bundessteuergesetzgebung,
einschließlich ihrer generellen
Überarbeitung im Jahr 1986, gerechter und die Einkommenssteueraätze für zahlreiche Personen und
Unternehmen erheblich verringert
worden.
Für 4,3 Millionen einkommensschwache Familien ist die
Abgabe
von
Steuererklärungen
nicht mehr notwendig.
Gleichzeitig sind die Realeinkommen nach Steuerabzug in den vergangenen fünf Jahren um 15 Prozent gestiegen und mit ihnen unser Lebensstandard insgesamt.

Die in den vier Jahren vor meiner
Amtszeit
durchschnittlich
10,4
Prozent betragende Inflation ist
im Verlauf der vergangenen fünf
Jahre auf durchschnittlich weniger als ein Drittel dieses Wertes
zurückgefallen.

Die Ausgabenexplosion, wie sie in
den siebziger Jahren bei vermögensabhängigen
Bewilligungsprogrammen bestand, ist eingedämmt
worden. Bestimmungen für die Inanspruchnahme wurden verschärft,
um wieder den wirklich Bedürftigen Leistungen zufließen zu lassen, und bei der Verbesserung der
Wirksamkeit und Effektivität dieser Programme
sind erhebliche
Fortschritte erzielt worden.

- Der Leitzinssatz betrug unmittelbar vor Beginn meiner Amtsperiode
21,5 Prozent - gegenwärtig liegt
er bei 8,5 Prozent. Der Hypothekenzins, der sich auf 14,9 Prozent belief, ist jetzt auf 10,2

Wir haben Schritte eingeleitet,
um andere Bewilligungsprogramme
auf eine vernünftigere Grundlage
zu stellen. Dazu zählt Medicare,
das von einem Zuschußprojekt in
ein System umgewandelt wurde, mit

- 2 -

�der Bundesstaaten und Kommunen
zurückgegeben worden. In anderen
Fällen - wie etwa bei Wasserversorgung - tragen Regierungen der
Bundesstaaten und Kommunen einen
größeren Kostenanteil, was in
diesen Bereichen zu vernünftigeren EntScheidungsprozessen führt.

dem Wettbewerb gefördert und Kosten niedrig gehalten werden.
.- Mit Ausnahme der Bewilligungsprogramme sind die Bundesausgaben
für andere Programme im Inland in
den vergangenen fünf Jahren im
wesentlichen konstant geblieben,
während grundsätzliche Leistungen
für die Armen, Älteren und andere, die der Hilfe des Bundes bedürfen, aufrechterhalten werden
konnten. Gegenüber der unhaltbaren, drastischen Jahreswachstumsrate dieser Programme, wie sie
vor 1981 bestand, stellt dies eine erhebliche Verbesserung dar.

- Schließlich haben wir bei der
Privatisierung solcher Einrichtungen des Bundes echte Fortschritte erzielt, die eher dem
Privatsektor angemessen sind als
der Bundesregierung.
Bemerkenswerte Bespiele sind der Verkauf
von Conrail, die langfristige
Verpachtung
von
National
und
Dulles Airport und die Versteigerung von Anleiheanteilen in Mil1^arden-Dollar-Höhe.

- Das System der Sozialversicherung
ist von seiner drohenden Zahlungsunfähigkeit befreit worden.
- Unsere Verteidigungsfähigkeit ist
gestärkt und Waffensysteme sind
modernisiert und verbessert worden. Wir rekrutieren und halten
höher
qualifiziertes
Personal.
Bereitschaft, Ausbildung und Moral unserer Truppen sind entschieden gesteigert worden. Aufgrund unserer verbesserten Stärke
sind bei den RUstungskontrollverhandlungen mit den Sowjets enorme
Fortschritte erzielt worden.
- Die
Bundesbehörden
haben
ein
wichtiges Programm zum Abbau der
Verwaltungsbürokratie - "Reform
88" - eingeleitet. Dieses Programm verfolgt zwei Hauptzielsetzungen:
Bundesbehörden
sollen
rationeller
geführt
und
Verschwendung, Betrug und Mißbrauch
bei Regierungsprogrammen beseitigt werden.
Einige Aufgaben der Bundesregierung - wie etwa die Finanzierung
von Abfallbeseitigungsanlagen
sind wieder an die Regierungen

- In Zusammenhang mit diesen Privatisierungstendenzen stehen unsere
Errungenschaften hei Kostenteilung und Nutzergebühren, mit denen die Kosten für Projekte und
Programme anderen Quellen als denen des Bundes entnommen werden.
Obwohl wir Grund haben, auf diese
Leistungsbilanz stolz zu sein, müssen
wir
Gefährdungen
des
anhaltenden
Wohlstands aufmerksam im Auge behalten. Das Defizit im Bundeshaushalt
stellt eine große Gefahr dar.

Defizitabbau, Haushaltsvereinbarung
und Gramm-Rudman-Holllngs
Wenn dem Defizit nicht Einhalt
geboten wird, indem wir der Regierung
Zügel anlegen, gefährden wir das, woran wir so hart gearbeitet haben.
Durch unmäßige Ausgaben verursachte
größere Defizite können steigende Inflation, Zinssätze und Arbeitslosenzahlen beschleunigen. Das können und
werden wir nicht zulassen.

- 3 -

�Der Kongreß hat die dringende
Notwendigkeit zum Abbau des Defizits
erkannt, als er im Dezember 1985 das
Gesetz über einen ausgewogenen Haushalt und Defizitabbau erließ, das
nach seinen Initiatoren auch als
Gramm-Rudman-Hollings-Gesetz
(GRH)
bekannt ist. Dieses Gesetz hat sowohl dem Präsidenten als auch dem
Kongreß einen festen Zeitplan für
Fortschritte beim Ausgleich des Defizits auferlegt.
Im Jahr 1987 betrug das Haushaltsdefizit 150 Milliarden Dollar was einen Rückgang von 71 Milliarden
Dollar gegenüber dem Rekordstand von
221 Milliarden Dollar im Jahr 1986
bedeutet. Damit wurde auch ein Rekordabbau des Defizits erzielt. In
mancher Hinsicht war diese Verbesserung auch auf einmalige Faktoren zurückzuführen, wie etwa die große Zahl
der Eingänge im Ubergangsjahr der
Steuerreform.
Wirtschaftsbeobachter
haben prognostiziert, daß die Defizite ohne staatliche Intervention in
den Jahren 1988 und 1989 höher liegen
würden als nach dem Stand von 1987.
Um dies zu verhindern und um in realistischer Weise auf den 1987 erzielten Fortschritten bei der Verringerung des Defizits aufzubauen, hat der
Kongreß im vergangenen Herbst Modifizierungen beim GRH vorgenommen.
Insbesondere wurde gefordert, die
Defizitvorgabe solle für 1988 bei 144
Milliarden Dollar und für 1989 bei
136 Milliarden Dollar liegen.
Im vergangenen Jahr haben Mitarbeiter meiner Administration gemeinsam mit führenden Kongreßabgeordneten
an der Entwicklung eines Zweijahresplans zum Defizitabbau gearbeitet der Überparteilichen Haushaltsvereinbarung. Eine der Hauptzielsetzungen
der heute von mir unterbreiteten
Haushaltsvorlage ist die Einhaltung

dieser Vereinbarung - um einen stetigen Abbau des Defizits zu gewährleisten, bis hin zum Haushaltsausgleich
zu gewährleisten.
Die überparteiliche Haushaltsvereinbarung spiegelt ein Geben und Nehmen auf allen Seiten wider. Ich habe
zusätzlichen Einnahmen im Umfang von
29 Milliarden Dollar zugestimmt und
mich mit 13 Milliarden Dollar weniger
zufriedengegeben als ich für die Finanzierung der Verteidigung für einen
Zeitraum von zwei Jahren angefordert
hatte. Aufgrund der Kompromißbereitschaft aller Seiten wurde jedoch eine
Vereinbarung erzielt, die 30 Milliarden Dollar des für 1988 vorgesehenen
Defizits und 46 Milliarden Dollar des
für 1989 veranschlagten Defizits ausmachte.
Mit dieser Haushaltsvorlage halte
ich mich an die überparteiliche Haushaltsvereinbarung und erfülle meine
diesbezüglichen Verpflichtungen. Ich
bitte den Kongreß, dasselbe zu tun.
Dieser Haushalt spiegelt weder meine
noch vermutlich die Prioritäten einzelner Kongreßabgeordneter vollständig wider. Aber das Ziel eines Defizitabbaus durch Ausgabenkürzungen ist
vorrangig.
Eine Abkehr von diesem
Kompromiß zum Abbau des Defizits würde unseren wirtschaftlichen Fortschritt bedrohen und zukünftige Generationen belasten.
Diese Haushaltsvorlage zeigt, daß
ein schrittweiser Abbau des Defizits
ohne Aufgabe der Steuerreform möglich
ist - ohne Kürzung berechtigter Sozialprogramme, ohne Eingriffe in die
Verteidigung und ohne Vernachlässigung anderer innenpolitischer Prioritäten.
Der überparteilichen Haushaltsvereinbarung zufolge wird der Fortschritt hin zu einem geringeren Defi-

- 4 -

�zit und einem letztlich ausgeglichenen Haushalt andauern, aber dieser
vorgesehene Abbau stützt sich auf
zwei Annahmen:
anhaltendes Wirtschaftswachstum und Durchführung der
Vereinbarung. Wenn die Wirtschaftsleistung die Erwartungen erfüllt und
die sich in dieser Haushaltsvorlage
widerspiegelnde Überparteiliche Haushaltsvereinbarung Anwendung findet,
sollte das Defizit im Jahr 1989 auf
weniger als drei Prozent des Bruttosozialprodukts
zurückgehen.
Nach
mehreren Jahren wird sich die nationale Schuldenlast als Prozentsatz des
Bruttosozialproduktes erstmalig tatsächlich verringern. Ein auf diese
Weise vorgenommener Abbau des Defizits und der Verschuldung würde uns
unserem Ziel eines ausgeglichenen
Haushalts und einer geringeren Last
für zukünftige Generationen sehr viel
näher bringen.

ten. Im wesentlichen beschränkt die
Vereinbarung die Zuwachsrate im Zeitraum 1988/1989 bei der Hausiialtsermächtigung frei verfugbarer inländischer Programme mit Ermessensspielraum auf zwei Prozent. Um dringliche
nationale Prioritäten im Rahmen dieser Zwei-Prozent-Marge behandeln zu
können, zielt meine Haushaltsvorlage
darauf ab, daß einige Programme - wie
etwa im Bildungswesen, zur Bekämpfung
des Drogenmißbrauchs und zur technischen Entwicklung - in stärkerem Maße
finanziert werden, während andere abgebaut, modifiziert oder - in einigen
Fällen auch - beendet werden.
Programm, denen eine hohe Priorität eineräumt wird, müssen angemessen
finanziert werden. Eine unserer ersten Prioritäten besteht in der Förderung
des
individuellen
Erfolgs
durch bessere Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Zum Beispiel:

Darüber hinaus wird die Einhaltung dieser Vereinbarung, wie sie
sich in dieser Haushaltsvorlage widerspiegelt, in den kommenden Jahren
eine zusätzliche Herabsetzung des Defizits gewährleisten, weil in vielen
Fällen die in diesem Jahr mittels
staatlicher
Intervention
erzielten
Einsparungen in den darauffolgenden
Jahren eine Verringerung des Defizits
zur Folge haben werden. Angesichts
des guten Starts im Jahr 1987 haben
wir dieses Jahr die Möglichkeit, den
schlimmsten Teil des Defizitproblems
hinter uns zu lassen.

Verwirklichung
ten

nationaler

Prioritä-

Bei der Ausarbeitung dieser Haushaltsvorlage habe ich versucht, nationalen Prioritäten gerecht zu werden und mich gleichzeitig an die Bestimmungen der Überparteilichen Haushalts Vereinbarung und des GRH zu hal- 5 -

- Ich schlage einen Zuwachs von 656
Millionen Dollar zusätzlich zu
den für 1988 gewährten 16,2 Milliarden Dollar für Programme vor,
über die das Erziehungsministerium frei verfügen kann.
Obgleich die Regierungen der Einzelstaaten und Kommunen einen
Großteil der Aktivitäten im Bildungswesen finanzieren, gewähren
Bundesprogramme den Armen, Behinderten und bildungsmäßig Benachteiligten
entscheidende
Unterstützung.
- Ich habe die Reform unseres zu
stark zentralisierten Sozialhilfesystems angeregt. Die einzelnen Bundesstaaten sollten innovativ mit Alternativen experimentieren.
Zusätzlich würden im
Rahmen meiner Initiative die gegenwärtigen
Beschäftigungs- und
Ausbildungsprogramme für Sozialhilf eempfänger grundlegend über-

�arbeitet und unser nationales
Kinderförderungsprogramm
aufgestockt.
Durch
verstärkte
Vergabe
von
Wohnberechtigungsscheinen
würde
ich im Jahr 1989 zusätzlich
135 000 einkommensschwachen Haushalten Wohngeld gewähren - das
sind acht Prozent mehr als die
weiteren 125 000 Haushalte, die
im Jahr 1988 Wohngeld erhalten.
Unwirksame Programme zur Umsetzung von Beschäftigten würden
durch ein erweitertes Wiedereingliederungsprogramm für Arbeitnehmer (Worker Readjustment Program - WRAP) im Umfang von einer
Milliarde Dollar ersetzt, das darauf abzielt, den von ihren Arbeitsplätzen verdrängten Arbeitnehmern beim Wechsel in eine neue
Laufbahn rasch und unbürokratisch
zu helfen.
Darüber hinaus schlage ich finanzielle Mittel vor, mit deren Hilfe
die Technologie der Vereinigten Staaten verbessert und Amerika wettbewerbsfähiger
gemacht werden kann.
Zum Beispiel:
- schlage ich eine kontinuierliche
Aufstockung der mit Bundesmitteln
unterstützten Grundlagenforschung
vor, die auf eine längerfristige
Verbesserung
der
Produktivität
unseres Landes und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit abzielt. Mit dieser Haushaltsvorlage würde die Unterstützung der
National Science Foundation für
die wissenschaftliche Grundlagenforschung verdoppelt, die Unterstützung zur Ausbildung zukünftiger Wissenschaftler und Ingenieure und der Technologietransfer
von staatlich geförderter Forschung an die Industrie erhöht.

- würde ich 11,5 Milliarden Dollar
für Weltraumprogramme zur Verfügung stellen, unter ihnen: maßgebliche Finanzierung
für die
Weiterentwicklung der ersten permanent bemannten amerikanischen
Weltraumstation; erhöhte Unterstützung für die Verbesserung der
Leistung und Zuverlässigkeit der
Raumfähre; eine wichtige neue
Initiative, die fortschrittliche
astrophysikalische Röntgenstrahlanlage für die Weltraumwissenschaft; weitere Unterstützung der
kommerziellen Nutzung des Weltraums und neue Anstrengungen im
Bereich der Technologie, das Projekt "Pathfinder", das auf die
Entwicklung von Technologie abzielt, mit deren Hilfe künftige
Entscheidungen über die stärkere
Präsenz und Aktivität von Menschen außerhalb der Erdumlaufbahn
bis ins Sonnensystem hinein, gefördert werden können.
Für das Jahr 1989 empfehle ich
ferner 363 Millionen Dollar für den
Konstruktionsbeginn des supraleitenden
Teilchenbeschleunigers
(Superconducting Super Collider - SSC), wovon 283 Millionen Dollar auf den Bau
und 60 Millionen Dollar auf Forschung
und Entwicklung entfallen. Der SSC
wird gegenwärtigen Vorstellungen zufolge das größte rein wissenschaftliche Projekt sein, das jemals durchgeführt wurde. Mit ihm wird dieses
Land bis weit ins nächste Jahrhundert
hinein eine Vormachtstellung in der
Hochenenergiephysik innehaben.
Diese Haushaltsvorlage spiegelt
auch meine Überzeugung wider, daß die
Gesundheit all unserer Bürger eine
unserer ersten Prioritäten bleiben
muß:
- Ich dränge weiterhin auf die Bewilligung
eines
finanzierbaren

�- Um der Uberfüllung von Gefängnissen Einhalt gebieten und einer
steigenden Zahl von Insassen entsprechend unterbringen zu können,
würde ich 437 Millionen Dollar
bereitstellen - mehr als das Doppelte der 202 Millionen Dollar,
die 1988 für den Bau von Bundesgefängnissen verwendet wurden.

und sich selbst tragenden Versicherungsprogramms im Rahmen von
Medicare, mit dessen Hilfe Familien vor dem finanziellen Ruin
durch schwere Krankheiten geschützt werden.
- Zur Bekämpfung der Geisel AIDS
schlage ich für das Jahr 1989 für
zusätzliche Forschung, Aufklärung
und Behandlung zwei Milliarden
Dollar vor - ein Zuwachs von 38
Prozent gegenüber 1988 und mehr
als das Doppelte der staatlichen
Aufwendungen des Jahres 1987.
Hierzu gehören auch Mittel in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar für
das öffentliche Gesundheitswesen.

Anderen Bereichen der Zuständigkeit des Bundes kommt in dieser Haushaltsvorlage bei der Finanzierung hohe Priorität zu.

- Angesichts der Vormachtstellung
unseres Landes im Bereich der
biomedizinischen
Grundlagenforschung strebe ich einen Zuwachs
von 5,1 Prozent für die nicht an
AIDS gebundene Forschung an den
Nationalen
Gesundheitsinstituten
an.
Unser Kampf gegen Drogen muß
ebenso wie unsere Bestrebungen zum
Schutz des Individuums vor Verbrechen
fortgeführt werden:
- Für die verbesserte Anwendung von
Gesetzen, einschließlich der Anstrengungen, die auf Wirtschaftskriminalität,
das
organisierte
Verbrechen und öffentliche Korruption
abzielen,
veranschlage
ich 4,5 Milliarden Dollar, ein
Zuwachs von sechs Prozent gegenüber 1988.
- Für die Durchführung der Drogengesetzgebung sowie der Programme
zur Bekämpfung des Mißbrauchs und
der Behandlung von Süchtigen habe
ich 3,9 Milliarden Dollar für
1989 vorgesehen, 13 Prozent mehr
im Vergleich zu 1988.
- 7 -

- Zur Weiterführung des mehrjährigen Programms der Bundesluftfahrtbehörde zur Modernisierung
des Luftleitsystems des Landes
würde ich 1,6 Milliarden Dollar
bereitstellen - gegenüber dem
Stand von 1988 ein Zuwachs von 44
Prozent.
- Für die verbesserte Koordinierung
von Bundesprogrammen für die Entwicklung des ländlichen Raumes
und zur Umleitung von Mitteln in
bedürftige ländliche Bereiche und
an
Begünstigte
des
Programms
schlage ich eine Initiative zur
Entwicklung des ländlichen Raums
unter
Leitung
des
Landwirtschaftsministers vor.
- Zur Durchführung der gemeinsamen
Empfehlungen des amerikanischen
und kanadischen Sonderbeauftragten für das Problem des sauren
Regens empfehle ich Mittel im Gesamtumfang von 2,5 Milliarden
Dollar für innovative Versuche
mit Technologien für saubere Kohleverbrennung im Zeitraum 1988
bis 1992.
- Ich empfehle ferner verstärkte
Bemühungen zur Beseitigung gefährlicher Abfälle, mit einem
Ausgabenzuwachs von etwa 430 Mil-

�lionen Dollar Im Jahr 1989.
- Um die strategisch wichtigen ölreserven
(Strategie
Petroleum
Reserves - SPR) weiterhin auf dem
Stand von 50 000 Barrel pro Tag
halten zu können, würde ich 1989
334 Millionen Dollar bereitstellen.
Abhängig von der Verabschiedung des Gesetzes zur Bewilligung des Verkaufs von ölreserven der Marine (Naval Petroleum
Reserves - NPR) würde ich zusätzlich 477 Millionen Dollar veranschlagen, um die Füllquote auf
100 000 Barrel pro Tag anzuheben
und zusätzlich 208 Millionen Dollar für eine spezielle Ö'lreserve
von zehn Millionen Barrel für die
Verteidigung, um den Stand der
NPR auszugleichen.
- Um den Zeitaufwand und die Genauigkeit bei der Bearbeitung von
Steuererklärungen und die den
Steuerzahlern zur Verfügung gestellten Informationsdienste zu
verbessern, würde ich dem amerikanischen
Finanzamt
(Internal
Revenue Service - IRS) zusätzlich
241 Millionen Dollar zuteilen.
Diese Mittel zielen darauf ab,
eine
reibungslose
Durchführung
der Steuerreform von 1986 zu gewährleisten.
Die Erhaltung des Friedens in einer konfliktgeladenen Welt stellt die
wichtigste Aufgabe der Regierung dar.
Glücklicherweise hat unsere Verteidigungsfähigkeit
in den vergangenen
sieben Jahren einen Stand wiedergewonnen worden, der mit unserer Aufgabe zur Schaffung einer aggressionsfreien Umwelt im Einklang steht.
Insbesondere sind unsere Kampfbereitschaft verbessert und unsere Streitkräfte modernisiert worden.
Die

in

diesem

enthaltenen Vorschläge zur nationalen
Sicherheit sind unverzichtbares Minimalprogramm zur Aufrechterhaltung der
Sicherheit Amerikas und zur Erfüllung
der Verpflichtungen gegenüber unseren
Freunden und Verbündeten. Durch geringere Anstrengungen würde nicht nur
unsere eigene Sicherheit - und die
unserer Freunde und Verbündeten
aufs Spiel gesetzt, sondern auch die
Aussichten für weitere Abkommen mit
unseren Gegnern in Frage gestellt.
Wie in der überparteilichen Haushaltsvereinbarung
gefordert,
sieht
mein Haushaltsentwurf für die Verteidigung eine Ausgabeermächtigung über
299,5 Milliarden Dollar und Ausgaben
in Höhe von 294 Milliarden Dollar im
Jahr 1989 vor. Sie beinhaltet außerdem für die Zukunft eine reale zweiprozentige
Zuwachsrate bei diesen
Programmen.
Ebenso
fordert
mein
Haushalt der Vereinbarung gemäß eine
Ausgabenermächtigung über 18,1 Milliarden Dollar für Ausgaben zur freien Verfügung für internationale Angelegenheiten. Diese umfaßt 8,3 Milliarden Dollar für Sicherheitsbeistand an Verbündete und befreundete
Länder, in denen die Vereinigten
Staaten besondere Sicherheitsinteressen haben.

Die Notwendigkeit programmatischer
Veränderungen
Anreize
Die Struktur der Anreize für
zahlreiche inländische Bundesprogramme muß unbedingt weiter verändert
werden, um größere Beweglichkeit und
bestmögliche Rentabilität zu fördern.
Dieser Haushalt schlägt die Schaffung
solcher notweniger Anreize vor.

Haushaltsentwurf
- 8 -

Viele

Bundesprogramme

gewähren

�Mittel ohne eine ausreichende Betrachtung der Frage, wie gut das Geld
des Steuerzahlers ausgegeben wird.
Zum Beispiel sind Programme zur Stützung der Agrarpreise nach dem amerikanischen Agrargesetz von 1985 viel
zu kostenintensiv. Ich habe mir vorgenommen, auch weiter auf eine Abschaffung
einer
künstlich
hohen
Preisunterstützung zu drängen, wodurch Subventionen im Export abgebaut
werden könnten. Ich will insbesondere Änderungen zu diesem Gesetz vorschlagen, um das unkluge Förderprogramm für Zuckerpreise zu modifizieren, das derzeit erhebliche Probleme
in Bereichen der Handels-, Außen- und
Landwirtschaftspolitik schafft. Die
Bedeutung des Handels mit landwirtschaftlichen Produkten für die wirtschaftliche Gesundheit des Agrarbereichs und der ganzen Nation ver~
pflichtet zu einem wachsenden Vertrauen in freie Märkte, nicht auf die
Freigebigkeit einer Regierung.
Der Haushalt sieht bestimmte Reformen beim Medicare-Programm vor, um
die in der überparteilichen Haushaltsvereinbarung vereinbarten Einsparungen
zu
erzielen.
Zunächst
schlage ich im Einklang mit den Ergebnissen verschiedener unabhängiger
Studien einen Abbau der Zusatzzahlungen für Lehrkrankenhäuser nach dem
festgelegten Zahlungssystem (PPS) für
medizinische Ausbildung von 7,7 auf
4,05 Prozent vor. Dies ist die beste
Schätzung der traditionell von den
Lehrkrankenhäusern absorbierten zusätzlichen Kosten. Zweitens schlage
ich eine Begrenzung der fixen Medicare-Kosten für weiterführende medizinische Ausbildung
vor und die
Schaffung
zunehmend
einheitlicher
Mechanismen
zur
Zahlungsvollstrekkung.
Zur Minderung eskalierender
zusätzlicher medizinischer Versicherungskosten und zur Unterstützung einer Verlangsamung zukünftiger Steige-

rungen bei Leistungsprämien schlage
ich eine Begrenzung der Zahlungen für
bestimmte überhöhte ärztliche Maßnahmen sowie für haltbare medizinische
Ausrüstungen und Lieferungen vor.
Des weiteren beinhaltet mein Haushalt
eine Beseitigung der Gesetzeslücke
bei der Bezahlung von Nieren-Dialysen.
Insgesamt würden durch diese
Reformen die Ausgaben für Medicare um
1,2 Milliarden Dollar verringern,
wenn man von dem Niveau ausgeht, das
unter Beibehaltung der derzeitigen
Gesetzeslage entstehen würde.
Die
Ausgaben für das Medicare-Programm
würden von 1988 bis 1989 immer noch
um sieben Prozent wachsen.
Obwohl die Bereitstellung von
notwendigen gesetzlichen Dienstleistungen für diejenigen, die sie sich
nicht leisten können, ein wichtiges
Ziel in unserer Gesellschaft ist,
wird nach dem jetzigen System ein
großer Teil für die Finanzierung "Nationaler und Staatlicher Förderzentren" verwandt, die wegen ihrer politischen
Verstrickungen
kritisiert
wurden. Ich bitte den Kongreß dringend, die Verwendung von Bundesmitteln für solche "Denkfabriken" zu
verbieten und auf die direkte Unterstützung der Armen zu begrenzen, die
gesetzlicher Hilfe bedürfen.
Die Regierung schreibt häufiger
Programme auf Bundesebene fort, die
nicht mehr länger gebraucht werden.
Das trifft auf ländliche Wohnungsbauprogramme ebenso zu wie auf die Behörde zur heimischen Wirtschaftsförderung, Ermessenszuwendungen für das
städtische Verkehrswesen, Zuwendungen
für städtische Entwicklungsmaßnahmen,
Kanalisationsmaßnahmen, direkte Kredite für die Behörde zur Mittelstandsförderung,
Zuwendungen
für
Wohnungsbauentwicklungsmaßnahmen, das
Kreditprogramm für Sanierungsmaßnahmen im Wohnungsbau und Wirtschafts-

- 9 -

�entwicklungsprogramme der Tennessee
Valley Behörde. Frühere Regierungen
haben ebenso wie meine Administration
Anstrengungen zur Umkehr dieser Situation unternommen.
Die geringen
Resultate deuten jedoch darauf hin,
wie schwierig die Einschränkung von
zu starker Einflußnahme der Regierung
in diesen Bereichen ist.

Befreiung von Vorschriften
Seit sieben Jahren habe ich daran
gearbeitet, die übermäßige Belastung
von Vorschriften durch die Regierung
für alle Amerikaner abzubauen - für
männliche und weibliche Arbeitnehmer,
Konsumenten, Geschäftsleute und für
Landes- und Kommunalregierungen. Als
Ergebnis davon haben zahlreiche Ministerien und Dienststellen das Ausmaß und die Kosten von Bundesvorschriften verringert.
Das Genehmigungsverfahren des Bundes für Arzneimittel im Teststadium ist beschleunigt worden, wodurch diese zur Behandlung von ernsten und lebensbedrohenden Krankheiten oder beim Versagen
anderer Medikamente verfügbar gemacht
werden können. Die übermäßige Belastung der Regierungen von Einzelstaaten und Kommunen wurde aufgehoben.
Der Zugang zu Gütern und Dienstleistungen ist einfacher gemacht worden,
und dies bei geringeren Kosten. Die
Berichtsauflagen sind Einzelpersonen
und Geschäftsleuten vereinfacht worden, ebenso
die Belastung durch
Schreibarbeiten für diejenigen, die
mit der Bundesregierung um die Erlangung von Aufträgen konkurrieren. Unter Leitung der vom Vizepräsidenten
geleiteten Arbeitsgruppe des Präsidenten zum Abbau von Vorschriften
wird die Regierung diese und andere
Bemühungen fortsetzen, die Belastung
durch übermäßige Vorschriften der Regierung zu verringern.

Als
einschlägiges
Beispiel
schlägt mein Haushalt die Auflösung
der Zwischenstaatlichen Handelskommission vor, was vom Inkrafttreten
der Gesetzgebung zur vollständigen
Deregulierung der Motortransportindustrie abhängt. Anders als bei Sicherheitsvorschriften, gibt es keine
Rechtfertigung für eine Fortdauer von
wirtschaftlicher Reglementierung für
Transporte auf dem Landweg, und es
liegen schwerwiegende Argumente dagegen vor.
Als Ergebnis der wirtschaftlichen Deregulierung von LKWund Bahntransport können Konsumenten
mehrere Milliarden Dollar jährlich
einsparen, und die Industrie ist gesünder, innovativer, und eher In der
Lage, sich veränderten wirtschaftlichen
Gegebenheiten
anzupassen.
Dies ist nicht die Zeit, die Uhr wieder zurückzustellen.

Privatisierung
Regierung
und
Privatindustrie
sollten das tun, was beide am besten
können.
Die Bundesregierung sollte
nicht an der Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen beteiligt
sein, wo Privatfirmen diese Aufgabe
billiger und/oder sogar besser durchführen können.
In einigen Fällen
spiegelt die Tatsache, daß es keinen
privaten Anbieter gibt, eine Regierungspolitik wider, die den Wettbewerb verbietet - wie beispielsweise
bei Briefpost. In anderen Fällen reflektiert das Fehlen von privaten Anbietern eine Regierungspolitik, die
hohe Subventionen gewährt - wie zum
Beispiel bei der Anreicherung von
Uran. Es ist unvermeidbar, daß der
Steuerzahler mehr für weniger bezahlt.
Daher schlägt mein Haushalt die
Rückführung einer Vielzahl von Bunde sunt ernehmen in private Hände vor,
und zwar durch öffentliche Ausschrei-

�bungen oder Direktverkäufe. Im Anschluß an unseren erfolgreichen Verkauf von Conrail und der Versteigerung von ausgewählten Anleiheanteilen
im Wert von fünf Millionen Dollar
schlage ich nicht nur den Verkauf der
Naval Petroleum Reserves, sondern
auch der Alaska Power Administration,
des Heliumprogramms der Regierung,
von überschüssigem Landbesitz, und
weiteren 12 Millarden Dollar in Form
von Anleiheanteilen vor. Zusätzlich
habe ich gesetzgeberische Maßnahmen
zur Genehmigung einer Studie über die
mögliche
Entflechtung
der
Southeastern Power Administration vorgeschlagen und beabsichtige, die mögliche Privatisierung unserer Urananreicherungsanlagen zu prüfen, so wie
auch
Möglichkeiten,
amerikanische
Postdienstleistungen durch eine stärkere Hinwendung zur Privatindustrie
wirkungsvoller zu gestalten. Solchen
"Privatisierungsbemühungen" wird von
der derzeitigen Regierung auch weiter
eine hohe Priorität eingeräumt, und
ich freue mich darauf, im Sinne der
Abschlußempfehlungen der Privatisierungskommission zu handeln, die ich
vergangenen September ins Leben gerufen habe.
Privatisierung ist nicht gleichzusetzen mit einer Aufgabe der Regierungsverantwortung bei diesen Dienstleistungen. Es ist vielmehr die Anerkennung der Tatsache, daß die Bereitstellung der Dienstleistung im
Vordergrund steht und nicht, wer sie
erbringt. Eine Regierung hat naturgemäß die Tendenz, zu groß, schwerfällig und ineffizient zu werden; und
in einen unfairen Wettbewerb mit der
Privatindustrie zu treten.
Die Bundesregierung sollte auch
mehr auf die Privatindustrie zurückgreifen, um ergänzende und unterstützende Dienste für Maßnahmen bereitzustellen, die beim Bund verbleiben.

Ich schlage daher die Bildung einer
privaten Schlichtungsstelle vor, damit der Rückstand von Streitfällen
bei
amerikanischen
bteuergerichten
abgebaut wird. Meiner Haushaltsvorlage zufolge soll die Funktion der
Bestellung bewilligter Essensprogramme auf die Privatindustrie verlagert
werden.
Ferner ermutige ich zur
vollständigen Privatisierung der Abwässerbeseitigungsanlagen, bestimmter
Projekte im Verkehrswesen, dem Nationalen Finanzzentrum
des Landwirtschaftsministeriums und der Rural
Telephone Bank.
Unsere Regierung will zusätzlich
mit Privatisierungs- und Kommerzialisierungsbemühungen auch bei den Bundesgefängnissen beginnen. Diese Bemühungen sollen bei privaten Raumfahrtstationen für Forschungsmöglichkeiten unter Bedingungen der Schwerelosigkeit in den frühen neunziger
Jahren, kommerzieller Frachtüberprüfung, Einkaufszentren für die Streitkräfte, Wartung der Bojen der Küstenwache, und die Verwaltung von Brachland in Bundesbesitz stattfinden.
Darüber hinaus soll meinem Haushalt
zufolge die Arbeit bestimmter Bundesstellen im Hinblick darauf überprüft
werden, ob ihre Verantwortlichkeiten
an die Privatindustrie vergeben werden können. Dies wäre ein weiterer
Weg zur Steigerung der Produktivität,
Verringerung von Kosten und Verbesserung von Dienstleistungen.
Eine der besten Möglichkeiten zur
Bestimmung des Werts eines Regierungsprogramms oder eines bestimmten
Projekts ist die Übertragung eines
Teils der durch das Programm oder
Projekt entstehenden Kosten auf den
direkt Begünstigten. Dies haben wir
beispielsweise bei Entwicklungsprojekten zur Wassergewinnung getan.
Als Ergebnis davon haben sich ortsansässige Sponsoren und Benutzer dazu

- 11 -

�entschieden, nur mit den wichtigsten
und rentabelsten Projekten fortzufahren.

Verbesserung der Verwaltung
Wie wir alle wissen, hat die Bundesregierung
wichtige
Auswirkungen
auf unser tägliches Leben durch die
direkte Erbringung von Dienstleistungen, die Zahlung von finanziellen
Fördermitteln durch verschiedene Bewilligungsprogramme, die Erhebung von
Steuern und Gebühren und durch die
Vorschriften für kommerzielle Unternehmen. Die Bundesregierung muß kurz
vor Anbruch des 21. Jahrhunderts eine
veränderte Rolle in unserer Gesellschaft übernehmen, um sich den wandelnden Anforderungen stellen zu können, die aus veränderten Bedürfnissen
und Erfordernissen erwachsen. Um die
Jahrhundertwende |P&amp;ird die Bevölkerungszahl der USA 268 Millionen übersteigen, und ältere Mitbürger, deren
Anteil an der Gesamtbevölkerung grösser wird, benötigen spezialisiertere
Dienstleistungen.
Dieses Land wird
seine Aufgaben in einem viel schnelleren Maße wahrnehmen, weil uns Veränderungen in Technologie und Kommunikation in der Weltwirtschaft, im
Handel, dem Kapitalfluß und Reiseaktivitäten wie niemals zuvor miteinander verbinden.
Ich habe das Amt für Innere Angelegenheiten und das Büro für Verwaltung und Haushaltsfragen gebeten, mit
dem Rat für die Verbesserung von Verwaltungsaufgaben
zusammenzuarbeiten,
um bis zum August nach einer eingehenden Überprüfung eine Empfehlung
über weitere Veränderungen in bezug
auf die Rolle des Bundes vorzulegen,
um für die sich der Regierung im 21.
Jahrhundert stellenden Herausforderungen vorbereitet zu sein. In diesem Sommer werde ich deren Bericht
- 12

t

mit dem Titel "Regierung der Zukunft"
erhalten.
Ich will ferner das vor
sechs Jahren begonnene Verbesserungsprogramm für die Verwaltung "Reform
88" abschließen, mit dem das Verwaltungs- und Finanzsystem
sowie das
Kreditwesen unserer Bundesregierung
überprüft werden soll. Außerdem sollen in jeder Behörde Produktivitätsund Qualitätspläne eingehalten werden
und die Anforderungen an das Arbeitskräftepotential des Bundes für die
Zukunft erforscht werden. Ich will
das Vermächtnis einer guten Verwaltung der heutigen Programme hinterlassen, mit Plänen zur Bewältigung
der Herausforderungen von morgen.
Die Bemühungen zur Verbesserung
der Verwaltung der Bundesregierung
müssen fortgesetzt werden. Wir haben
alle von der schrecklichen Verschwendung gehört, die in der Bundesregierung betrieben wird. Einiges davon
ist offensichtlich - wie die Milliarden Dollar in unnützen Projekten, die
zur 1 OOOseitigen Gesetzesvorlage für
die Ausgaben im Jahr 1988 gehörten,
die mir vergangenen Dezember auf den
Tisch gelegt wurden.
Einige sind
nicht so offensichtlich - wie die
Milliarden Dollar unnötiger Zinsausgaben, die von der Regierung Jahr für
Jahr bezahlt wurden, weil es kein System der Kassenführung gab, oder die
Milliarden Dollar, die jährlich wegen
fehlenden
Kreditverwaltungsablaufs
verloren gehen, mit dem jene Anleihen
in
Billionen-Höhe
zurückgefordert
werden sollen, die der Bund ausgegeben hat.
Im Juli 1980 versprach ich dem
amerikanischen Volk: "Ich werde die
Entschuldigung nicht akzeptieren, wonach der Bundesregierung... die Kontrolle sämtlicher Präsidenten, Regierungen
oder
Kongresse
entglitten
ist... Wir werden Schluß machen mit
der Vorstellung, daß der ameri-

�kanische Steuerzahler dazu da ist,
die Bundesregierung zu finanzieren.
Die Bundesregierung ist dazu da, dem
amerikanischen Volk zu dienen... Ich
habe meine Regierung dazu verpflichtet, dies zu tun." Zu diesem Verprechen habe ich mich hier geäußert.
Einige Monate nach meiner Amtseinführung war mit der Bildung des
Rates zur Integrität und Leistungsfähigkeit des Präsidenten, der aus den
Generalinspekteuren von Bundesbehörden bestand, der erste Schritt getan.
Wenn ich mein Amt aufgebe, werden sie
Einsparungen von über 110 Milliarden
Dollar durch Abbau von Verschwendung,
Betrug und Ausnutzung des amerikanischen Volkes erbracht haben.
Im März 1982 habe ich dann das
größte Programm der Welt zur Verbesserung der Verwaltung mit den Worten
ins Leben gerufen:
"Mit Reform 88
werden wir die Abläufe zur Kontrolle
unseres Geldes, der Information, des
Personals und des Besitzes der Bundesbürokratie rationalisieren und reorganisieren." Ich berichtete meinem
Kabinett zu dieser Zeit, daß "wir
sechs Jahre Zeit haben, etwas zu verändern, was in 20 oder 30 Jahren den
heutigen Stand erreicht hat - und wir
sind schließlich nach Washington gekommen, um Veränderungen herbeizuführen."
Ich habe diese Verpflichtung
eingehalten. Der Rat des Präsidenten
zur Verbesserung der Verwaltung hat
diese Bemühungen überwacht und bringt
bedeutende Ergebnisse hervor.
In meinem gleichzeitig vorgelegten Verwaltungsbericht sind diese Anstrengungen detaillierter beschrieben.
Sie können nur erfolgreich
sein, wenn alle FUhrungskräfte und
Mitarbeiter der Bundesregierung zusammenarbeiten. Daher schlage ich in
diesem Haushalt eine neue Methode zur
Bezahlung solcher Bundesbediensteter

vor, die ihre Produktivität steigern.
Ich bitte den Kongreß, das derzeitige
System sozusagen automatischer Gehaltssteigerungen innerhalb einer Gehaltsstufe für jene ungefähr 40 Prozent der Angestellten, die jedes Jahr
hierzu berechtigt sind, in ein System
zu verwandeln, das auf der Leistung
des Angestellten aufbaut. Damit werden größere Anreize für Bundesbedienstete geschaffen, um bessere Leistungen zu erbringen und die Kosten für
den Steuerzahler zu verringern.

Verfahrensweisen zur Einbringung des
Haushalts
Wie von mir bei zahlreichen Gelegenheiten immer wieder betont, sind
die derzeit beim Haushalt angewandten
Verfahrensweisen nur schwer zu verwirklichen und bedürfen dringend einer
einschneidenden
Überarbeitung.
Im vergangenen Jahr hat der Kongreß,
wie auch im Jahr davor, den Haushalt
erst weit nach Beginn des Fiskaljahres verabschiedet. Der Kongreß hat
jeden Termin überschritten, den er
sich selbst erst neun Monate zuvor
gesetzt hatte. Schließlich hat der
Kongreß ein einjähriges, 1 057 Seiten
umfassendes
Haushaltsbewilligungsgesetz im Umfang von 605 Milliarden
Dollar verabschiedet mit einem begleitenden
Abstimmungsbericht
von
1 053 Seiten und einem 1 186 Seiten
langen Gesetzestext. Den Kongreßabgeordneten standen zur Beurteilung
aller drei Texte lediglich drei Stunden zur Verfügung. Der Kongreß sollte nicht noch einmal einen derart umfangreichen Beschluß verabschieden,
sonst werde ich ihn - wie ich bereits
in meinem Bericht zur Lage der Nation
erklärt habe - nicht unterzeichnen.
Ich fordere einen Verfassungszusatz, der einen ausgeglichenen Haushalt zwingend vorschreibt und der

- 13 -

�Bundesregierung zur Auflage macht, im
Rahmen ihrer Mittel zu leben. Ein
Verfassungszusatz zum Ausgleich des
Defizits im Bundeshaushalt - und eine
Bestimmung, die bei Steuererhöhungen
eine eindeutige Mehrheit im Kongreß
erfordert - würde bei den Verfahrensweisen zum Haushalt im Kongreß die
dringend notwendige Disziplin mit
sich bringen. 99 Prozent aller Amerikaner leben in Bundesstaaten, in
denen ein ausgeglichener Staatshaushalt vorgeschrieben ist, und insgesamt 32 Staaten haben bereits Resolutionen verschiedet, mit denen eine
gesetzgebende Versammlung gefordert
wird, die für die amerikanische Verfassung einen Zusatz für einen ausgeglichenen Haushalt vorschlagen soll.
Ferner bitte ich den Kongreß um
ein selektives Veto, so daß meine
Nachfolger in massive Haushaltsvorlagen wie etwa die letzte eingreifen,
der Verschwendung Einhalt gebieten
und Disziplin beim Haushalt durchsetzen können. 43 Gouverneure der Bundesstaaten haben solch ein selektives
Veto; dem Präsidenten sollte diese
Befugnis ebenfalls zugestanden werden.
Als Gouverneur des Staates
Kalifornien (1967-1975) habe ich 943
Mal von diesem selektiven Vetorecht
Gebrauch gemacht.
Die Legislative
des Staates Kalifornien hat jedes
dieser Vetos betätigt, obwohl in beiden Häusern die Opposition die Mehrheit hatte.
Zusätzlich dazu schlage ich bei
den Verfahrensweisen
zum Haushalt
folgende Modifizierungen vor:
1.
Gemeinsame Haushaltsresolution.
Die
Verfahrensweisen
beim
Haushalt haben in den vergangenen
Jahren eine derartige Zersetzung erfahren, daß der Haushalt des Präsidenten regelmäßig verworfen und die
Haushaltsresolution
des
Kongresses

kontinuierlich mißachtet wird.
Um
hier Abhilfe zu schaffen, schlage ich
vor, daß der Kongreß und die Exekutive weiterhin an einer gemeinsamen Resolution arbeiten, die Prioritäten
bei den Ausgaben mit den verfügbaren
Einnahmen abstimmt.
Die Notwendigkeit der Unterschrift des Präsidenten
würde beide Teile der Regierung zwingen, politische Meinungsverschiedenheiten auszuräumen, bevor die Gesetzesvorlage konkret formuliert wird.
Verfahrensweisen bei der Einbringung
des Haushalts könnten weiter verbessert werden, wenn das Haushaltsgesetz
sowohl Zuwendungen des Ausschusses
als auch Funktionen des Haushalts umfaßt.
2.
Individuelle Übergabe von
Haushaltsvorlagen.
Die gegenwärtige
Praxis der Übergabe von einjährigen
Resolutionen umgeht die zuständigen
Ausschüsse und Unterausschüsse. Noch
wichtiger ist in diesem Zusammenhang,
daß Legislative und Exekutive keine
angemessene Überprüfung der Bundesausgaben vornehmen können.
Daher
schlage ich eine Vorschrift vor, derzufolge Haushaltsvorlagen dem Präsidenten einzeln vorgelegt werden.
3. Genaue Einhaltung von Etatzuweisungen. In den achtziger Jahren
hat sich im Kongreß die nicht vertretbare Praxis eingeschlichen, vom
Kongreß bereits bewilligte, bestimmten Aufgaben zugewiesene Mittel anderweitig zu verwenden.
Regelmäßig
wurden Mittel vom Bereich Verteidigung oder internationale Angelegenheiten für Aufwendungen im Inland abgezogen. Ich dränge darauf, daß in
jedem Fiskaljahr die Etatzuweisung
für nationale Sicherheit und innenpolitische Belange getrennt werden und
durch einen Tagesordnungspunkt im
Haushaltsgesetz in Kraft treten.

- 14 -

4.

Erweitertes Recht der Anfech-

�tung. Im Rahmen des derzeitigen Gesetzes kann der Präsident die Ausgabeermächtigung anfechten, beide Häuser des Kongresses müssen jedoch "zugunsten" der Anfechtung stimmen, damit diese wirksam wird. Im Jahr 1987
trat keine einzige Anfechtung vor Ablauf der 45-Tage-Frist in Kraft, und
es wurde noch nicht einmal darüber
abgestimmt. Ich schlage eine Gesetzesänderung vor, wonach der Kongreß
mit "ja" oder "nein" über jede vom
Präsidenten vorgeschlagene Anfechtung
abstimmen muß. Dadurch wird der Kongreß von einer Umgehung des Problems
abgehalten, indem er schlicht und
einfach die vorgeschlagene Anfechtung
ignoriert und eine registriertes Abstimmungsergebnis vermeidet.
5. Zweijahresintervall zur Einbringung des Haushaltes. Das derzeitige Verfahren zur Haushaltsvorlage
kostet zuviel Zeit und Energie. Ein
zweijähriger Haushaltszyklus bietet
mehrere Möglichkeiten - unter anderem
eine Vermeidung der jährlich wiederkehrenden Aufgaben bei der Haushaltsvorlage, mehr Zeit zur Erörterung von
Ausgabenentscheidungen in Schlüsselbereichen und weniger Spielraum für
Tricks, wie die Verschiebung von Ausgaben von einem Jahr auf das nächste.
Ich fordere den Kongreß auf, einem
ZweiJahresintervall zur Einbringung
des Haushaltes zuzustimmen.
6. Korrektheit von Bundesausgaben. Im Rahmen meines für die Wirtschaft geforderten Grundsatzprogrammes werde ich in Kürze eine Gesetzesvorlage einbringen, die bei jedem zukünftigen Gesetz zur Schaffung neuer
Bundesprogramme ein Null-Defizit zur
Bedingung
macht.
Zusätzlich
zur
gleichzeitigen Durchsetzung entsprechender Beträge für Programmkürzungen
und Einnahmeerhöhungen würde mein
Vorschlag ferner die Forderung enthalten, daß alle zukünftigen Gesetze

und Vorschriften von Aussagen über
die finanziellen Auswirkungen begleitet werden, einschließlich der Auswirkungen auf die Regierungen der
Bundesstaaten und Kommunen.
Dank der Verabschiedung dieser
Reformen sollte die Bundesregierung
in der Lage sein, wohlüberlegt sachliche Entscheidungen zu treffen, die
zur Förderung vernünftiger Prioritäten beitragen.
Die vom amerikanischen Volk gewählten Vertreter sind
ihm das schuldig.

Schlußfolgerung
Wenn wir einen Rückblick über die
vergangenen sieben Jahre vornehmen,
können wir uns eines Gefühls von
Stolz über unsere Leistungen nicht
erwehren. Dennoch liegen noch bedeutende Aufgaben vor uns. Das enorme
und hartnäckig andauernde Haushaltsdefizit war die Hauptursache von Frustrationen. Es ist eine Gefährdung
unseres Wohlstandes und unserer Hoffnungen auf eine geringere Last für
zukünftige Generationen.
Vor zwei Jahren haben die Legislative und die Exekutive auf diese
Bedrohung mit der Verabschiedung des
GRH reagiert, das allmähliche, in geordneten Bahnen verlaufende Fortschritte in Richtung auf einen ausgewogenen Haushalt in den kommenden
Jahren zur Bedingung macht. Meine
Haushaltsvorlage hat das im Zusatzartikel definierte Ziel erreicht und
gleichzeitig den Fortbestand der legitimen Programme für die Älteren und
Bedürftigen
gesichert,
angemessene
nationale
Sicherheit
gewährleistet
und zusätzliche Mittel für weitere
Aktivitäten von vorrangiger Bedeutung
bereitgestellt - und dies alles ohne
Steuererhöhungen.

- 15 -

�Meine Haushaltsvorlage spiegelt
ferner die im vergangenen November
erzielte Überparteiliche Haushaltsvereinbarung wider. Mit der Unterbreitung
dieses
Haushaltsentwurfes
erfülle ich meinen Teil der Verpflichtung. Ich fordere den Kongreß
auf, seinen Teil zu übernehmen - indem er gewährleistet, daß die Bewilligungen und anderen Gesetze mit der
Vereinbarung voll und ganz In Einklang stehen. Indem wir in solchem
Maße Zurückhaltung und Selbstdiziplin
üben, können wir große Vorteile für
unsere Nation garantieren: ein niedrigeres Haushaltsdefizit, verringerte
Nachfrage auf den Kreditmärkten, stabilere Finanzmärkte, ein kontinuierlich abnehmendes Handelsdefizit und
anhaltenden Wohlstand mit nichtinflationärem Wachstum. Indem der Kongreß
das Verfahren zur Einbringung des
Haushaltes erneuert, kann er den Entscheidungsprozeß verbessern und sich
des Dankes der Öffentlichkeit gewiß
sein. Dies ist sicherlich ein geringer Preis für das, was auf dem Spiel
steht.

- 16

�Zusammenfassung der Haushaltsaufwendungen
(in Milliarden Dollar)

Einnahmen
Ausgaben
Überschuß/Defizit (-)

1987

1988

1989

854,1

909,2

964,7

1.004,6

1.055,9

1.094,2

-150,4

-146,7

-129,5

-144,0

-144,0

-136,0

6,4

2,7

-6,5

Nach Gramm-Rudman-Hollings
angestrebtes Defizit
Differenz

Die Zahlen schließen die Sozialversicherung ein, die im Haushalt nicht
berücksichtigt wird.

* * * * * *

- 17 -

�AMERIKA DIENST
Wirtschaft
24. Februar 1988

REAGAN:

NICHTINFLATIONARES WACHSTUM HALT AN

- Jahreswirtschaftsbericht des Präsidenten WASHINGTON - (AD) - Trotz der nun im sechsten Jahr anhaltenden Expansion
der amerikanischen Wirtschaft erwartet Präsident Reagan seinem dem Kongreß am
19. Februar 1988 vorgelegten Jahreswirtschaftsbericht zufolge einen noch stärkeren Zuwachs. "Das Wachstum kann und soll anhalten", erklärte Reagan, sieht
dadurch jedoch keine Bedrohung der Preisstabilität. Um in Zukunft Wachstum
garantieren zu können, müßten die Vereinigten Staaten ihr Haushaltsdefizit
durch Einschränkung der Ausgaben verringern, "dem Sirenengesang des Protektionismus widerstehen" und "der Regierung die Zügel anlegen, wenn sie droht, unsere Märkte zu schließen, unsere Industrie abzuschotten und unsere Wirtschaft
rigider" zu machen. Durch ihr beispielhaftes Verhalten war diese Administration, Reagan zufolge treibende Kraft für wirtschaftliche Veränderungen auf der
Welt.
Der Wirtschaftsbericht des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:

Mein
erster,
nach
einjähriger
Amtszeit
im Jahr 1982 vorgelegter
Wirtschaftsbericht war lediglich auf
ermutigende wirtschaftliche Neuigkeiten am Horizont ausgerichtet.
Der
Wiederaufbau
der Wirtschaft
wurde
erst in die Wege geleitet und schwierige Entscheidungen waren zu treffen.
Die Inflation
wies erstmals keine
zweistelligen Zahlen mehr auf, aber
Amerika steckte in einer tiefen Rezession, der zweiten in zwei Jahren.
Heute können wir jedoch auf echte und
solide Fortschritte verweisen.
Die
Politik dieser Administration hat ei-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

ne bisher unerreichte wirtschaftliche
Expansion angekurbelt und erhalten die längste, die Amerika in Friedenszeiten jemals erlebt hat. Im Zuge
dieser Expansion sind 15 Millionen
neuer Arbeitsplätze zum Nutzen der
Industrie
und
aller
Bevölkerungsschichten geschaffen worden. Das reale Bruttosozialprodukt ist in diesen
fünf Jahren des Wachstums um nahezu
23 Prozent gestiegen.
Und
die Errungenschaften
sind
nicht allein in der Vergangenheit erzielt worden.
Unsere Politik wird

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�auch in den kommenden Jahren weiterhin zu einem höheren Lebensstandard
beitragen.
Durch Verbesserung
der
Privatinitiative
und
Möglichkeiten
für Beschäftigung, Investitionen und
Unternehmertum haben wir für die absehbare Zukunft den Grundstein für
das Wachstum gelegt.
Um sicherzustellen, daß die neugewonnene Energie
des
Privatsektors
eine
treibende
Kraft für das Wachstum bleibt, müssen
wir weiterhin Anstrengungen unternehmen, um das Defizit des Bundes durch
Einschränkung der Ausgaben zu verringern, dem Sirenengesang des Protektionismus widerstehen, eine Politik
unterstützen, die nichtinflationäres
Wirtschaftswachstum ankurbelt und der
Regierung die Zügel anlegen, wenn sie
droht, unsere Märkte zu schließen,
unsere Industrie abzuschotten und unsere Wirtschaft rigider zu machen.

Die wirtschaftliche Expansion
Seit November 1982 hat die amerikanische Wirtschaft ohne erneut aufgetretene
Inflation
einen
stetigen
Aufschwung erfahren. Bisher hat dieses beispiellose Wirtschaftswachstum
in der Geschichte unseres Landes nur
zweimal - aber niemals in Friedenszeiten - so lange angehalten. In der
gegenwärtigen
Expansionsphase
haben
ein starker Anstieg der Beschäftigung
zusammen mit niedrigen Inflationsraten und höheren Zuwachsraten bei der
Produktivität einen höheren Lebensstandard für das amerikanische Volk
bedeutet.
Die Beschäftigung ist drastisch
angestiegen, und alle Bevölkerungsgruppen haben davon profitiert. Während die Gesamtzahl der Beschäftigten
seit November 1982 um etwa 15 Prozent
gestiegen ist, hat die Beschäftigtenrate bei Schwarzen um mehr als 25
Prozent und bei Hispano-Amerikanern

um mehr als 40 Prozent zugenommen.
Dementsprechend
sind die Arbeitslosenzahlen - besonders bei Minderheiten - rapide gesunken, obwohl die Rate immer noch untragbar ist. Meiner
Ansicht nach sollten all diejenigen,
die Arbeit suchen, eine Beschäftigung
finden, die ihrem Können und ihren
Fähigkeiten entspricht.
Mit der um nahezu die Hälfte gesunkenen Arbeitslosenzahl sind Stimmen laut geworden, denen zufolge es
sich bei den neuen Arbeitsplätzen um
minderwertige
Stellungen
ohne Aufstiegschancen handelt, während andere
argumentierten, der rapide Beschäftigungszuwachs habe uns an den Rand einer neuen Inflationsrunde gebracht.
Keine dieser Auffassungen ist korrekt.
Die Tatsachen deuten darauf
hin, daß die stärksten Zuwachsraten
bei besser bezahlten und qualifizierten Arbeitsplätzen stattgefunden haben.
Der Löwenanteil neu geschaffener Arbeitsplätze waren gutbezahlte
Vollzeitarbeitsplätze.
Obwohl es zutrifft, daß die Zahl der Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie
langsamer
angestiegen
ist
als
im
Dienstleistungssektor, spiegelt dies
die Innovation der amerikanischen Industrie und das Können amerikanischer
Arbeitnehmer wider und ist keineswegs
ein Zeichen für eine "Entindustrialisierung"
der
Vereinigten
Staaten.
Der Leistungsanteil der verarbeitenden Industrie an der Gesamtproduktion
hat sich im Laufe der Expansion tatsächlich erhöht und liegt jetzt über
dem Durchschnitt der Nachkriegszeit.
Dennoch haben rapide Zuwachsraten der
Produktivität im Fertigungssektor einen langsameren Anstieg der Beschäftigung in diesem Sektor bedeutet.
Der starke Produktivitätsanstieg hat
zusammen mit der Anpassung des Dollarkurses nach unten die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte auf den
Weltmärkten gesteigert. Auf dem gan-

- 2 -

�zen Erdball sind Produkte "Made in
USA" zunehmend verbreitet und begehrt.
Darüber hinaus glaube ich nicht,
daß unsere Wirtschaft bereits den Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit erreicht hat oder unser Wirtschaftswachstum die Preisstabilität bedroht.
Das Wachstum kann und sol] anhalten.
Mit einer gesunden und soliden Wirtschaftspolitik
werden
Spartätigkeit
und Investitionen ermutigt und die
nationale
Produktivität
gesteigert.
Ich engagiere mich weiterhin für das
Ziel eines stabilen Preisniveaus und
betrachte den Rückgang der Inflation
in meiner Amtsperiode als große Leistung. Ich würde die Aussicht einer
erneut auftretenden Inflation nicht
leicht nehmen. Aber das Wirtschaftswachstum selbst wird nicht zur Spirale einer sich beschleunigenden Inflation führen - das würde nur mittels
einer unverantwortlichen Wirtschaftspolitik geschehen.
Unsere Wirtschaftsprognosen weisen für die kommenden Jahre eine Verlangsamung der Inflation auf, obwohl
die Produktion im Jahresdurchschnitt
konstant 3,2 Prozent steigt.
Aber
ein stetiger wirtschaftlicher Fortschritt erfordert, daß Politiker zukunftsorientierte Prinzipien befolgen
und die besten Interessen der Nation
langfristig durch ein anhaltendes Engagement für Wachstum und Stabilität
im Auge behalten. Die Wachstumsprognosen für die unmittelbare Zukunft
sind durch die Einbrüche auf dem Aktienmarkt im vergangenen Jahr und
auch durch steigende Zinssätze und
eine restriktive Währungspolitik im
Jahr
1987
beschleunigt
werden.
Trotzdem erwarte ich, daß die amerikanische Wirtschaft im Jahr 1988, dem
sechsten fortlaufenden Jahr ihrer Expansion, weiterhin Zuwachsraten verzeichnen wird.

Die vergangenen fünf Jahre waren
eine Zeit beispiellosen Wirtschaftswachstums in den Vereinigten Staaten.
Es war eine ungewöhnliche Zeit wegen
des langanhaltenden Wirtschaftswachstums, ungewöhnlich auch wegen der
Tatsache, daß die Inflation so lange
in Schranken gehalten werden konnte
und ebenfalls ungewöhnlich im Hinblick auf die Leistungen anderer Industrieländer.
In den Jahren 1982
bis 1986 haben kleine und größere
amerikanische Betriebe zweieinhalbmal
so viele neue Arbeitsplätze geschaffen wie Japan und die führenden Industrienationen
zusammengenommen.
Im
Jahr 1987 scheint sich diese Tendenz
fortgesetzt zu haben, da die amerikanische Wirtschaft wiederum in bemerkenswertem
Umfang neue Arbeitsplätze geschaffen hat.
Die amerikanische Arbeitslosenziffer
ist um
fünf Prozentpunkte gefallen und liegt
gegenwärtig unter der Rate der meisten führenden Industrienationen, in
denen
die
Arbeitslosenzahlen
sich
noch nicht vollständig von der letzten Rezession erholt haben. Generell
haben wir aufgrund des Außenhandels
keine Arbeitsplätze verloren.
Vielmehr bedeuteten eine wachstumsorientierte Politik niedrigere, gerechtere
Steuern und weniger staatliche Eingriffe, und ein freier und offener
internationaler Handel ist eine Quelle wirtschaftlicher Stärke. Tatsächlich blüht die amerikanische Wirtschaft, und die Aussichten sind vielversprechend .

Die Rolle des Staates in der Wirtschaft
Es fällt schwer zu glauben, daß
das wirtchaftliche Klima zu Beginn
der achtziger Jahre bestenfalls mit
Verzweiflung umschrieben werden kann.
Inflation und Zinssätze sind mit jedem Konjunkturzyklus höher geschraubt

- 3 -

�Worden, und als die Wirtschaft innerhalb von zwei Jahren ihre zweite Rezession durchmachte, schien das Ziel
eines anhaltenden Wachtums in immer
weitere Ferne zu rücken. Angesichts
einer
zweistelligen
Inflations- und
Arbeitslosenzahl wurde der Ruf laut,
die Regierung solle noch mehr tun und
dadurch die fehlgeschlagene Politik
der Vergangenheit ausgleichen. Statt
dessen habe ich die Politik der Regierung auf ein Minimum beschränkt,
und die letzten fünf Jahre des Wirtschaftswachstums
legen
durch
die
Tragfähigkeit freier Märkte und Produktivität der Amerikaner davon Zeugnis ab. Staatliche Eingriffe in das
Wirtschaftsleben des Landes sind zurückgeschraubt worden, und der Privatsektor
hat
darauf
mit
einem
sprunghaften Anstieg der Aktivitäten,
Entwicklung neuer Produkte und Schaffung neuer Arbeitsplätze reagiert.
Die Bundesregierung muß in der
Wirtschaft des Landes eine wichtige,
aber dennoch
eng definierte Rolle
spielen.
Generell
sollten
wirtschaftliche Entscheidungen dem Privatsektor überlassen bleiben, der im
Laufe der Geschichte die Stütze unserer Wirtschaft war, oder den Regierungen der Einzelstaaten und Kommunen, wenn die Probleme vom Privatsektor nicht
zufriedenstellend
gelöst
werden können. Nur bei Problemen von
nationaler Tragweite spielt die Bundesregierung eine Rolle.
Wir haben Anstrengungen unternommen, um die Bundesausgaben einzudämmen und sie nur auf die unerläßlichen
Aufgaben der Regierung zu beschränken. Diese Bestrebungen haben Früchte getragen.
Im vergangenen Fiskaljahr sind die Bundesausgaben zum ersten Mal in 14 Jahren - Inflationsbereinigt - zurückgegangen. Die Regierungsausgaben für Waren und Dienstleistungen absorbieren Mittel, die im
- 4

Privatsektor
besser genutzt
werden
könnten, und jede einzelne Ausgabe
des Bundes muß letztlich durch Inflation oder Steuern finanziert werden.
Weil nichts umsonst zu haben ist,
müssen wir harte Entscheidungen treffen und dürfen nur solche Programme
finanzieren, die eindeutig im Interesse der Nation liegen und nicht diejenigen mit den einflußreichsten Befürwortern. Obwohl zum Beispiel eine
starke nationale Verteidigung richtigerweise in den Zuständigkeitsbereich
der Bundesregierung
gehört, trifft
dies nicht auf die ständige Vermehrung von bezuschußten Projekten zu.
Amerikas Gefühl für Gerechtigkeit ist
verletzt, wenn hart verdiente Steuergroschen
unnötigerweise
zugunsten
starker
Einzelinteressen
verwendet
werden.
Bei der Durchführung makroökonomischer Maßnahmen sind wir vom Zickzackkurs der Vergangenheit abgewichen.
Meine Administration vertritt
langfristig die Auffassung, daß Steuerpolitik die Verteilung wirtschaftlicher Aktivitäten zwischen öffentlicher Hand und Privatsektor bestimmt
und nicht auf jeden Auf- und Abstieg
in der Statistik reagieren darf. In
ähnlicher Weise sollte mit der Währungspolitik eine ausreichende Liquidität für anhaltendes nichtinflationäres
Wachstum
geschaffen
werden.
Zusammengenommen
garantleren
diese
Maßnahmen ein stabiles Umfeld, in dem
Personen und Geschäftsbetriebe ihre
Zukunft planen und ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten bestmöglich nutzen können.
Allzulange hat die Bundesregierung
unnötigerweise in privatwirtschaftliche Entscheidungen eingegriffen.
In bestimmten Industriezweigen
spielt die Bundesregierung eine berechtigte - wenn auch beschränkte Rolle, zum Beispiel bei der Garantie

�der Sicherheit und Solidität des Banken- und Zahlungssystems der Nation.
Aber viele Regierungsverfügungen stören die Funktionsfähigkeit von Märkten, behindern den Wettbewerb, bedeuten zusätzliche Kosten für Unternehmer und erhöhen die Preise für den
Verbraucher, ohne dafür eine angemessene Gegenleistung zu erbringen. Bestimmungen, die den effizienten Einsatz von Arbeitskraft, Investitionen
und Rohstoffen beeinträchtigen, verringern letztlich unser Produktionspotential und lassen es unserem Land
schlechter gehen.
Obwohl meine Administration beim
Abbau vieler Bestimmungen und Eingriffe in den Markt erfolgreich war,
bleibt noch viel zu tun. Wir müssen
die verbleibenden Anreizblockaden beseitigen, die Last der Verordnungen
des Bundes verringern und Regierungsprogramme abschaffen, die ineffektive
Produzenten unnötig subventionieren.
Insbesondere müssen wir Finanzinstitutionen von überholten Rechtsverfügungen befreien, die bestehende Kontrolle des zwischenstaatlichen Fernverkehrs
abschaffen,
einschränkende
Bestimmungen für Erdgas aufheben und
die einheitliche Geschwindigkeitsbegrenzung für neue Autos außer Kraft
setzen. Wir müssen dem Ruf nach mehr
Eingriffen der Regierung widerstehen,
mit denen zusätzliche Ineffizienz gefördert würde, wie etwa mit der geforderten vorherigen Ankündigung von
Streiks
und
Betriebsschließungen.
Mit wenigen Ausnahmen ist der Privatsektor am besten in der Lage, Mittel
zu ihrem bestmöglichen Nutzen bereitzustellen, und dies sollte ihm ohne
übermäßige
Papierarbeit
und
Einschränkungen
gewährt
werden.
Aus
diesem Grunde waren Privatisierung,
Deregulierung
und
Initiativen
des
Privatsektors
wichtige
Bestandteile
meines
Wirtschaftsprogramms.
Ich
glaube an die natürliche Dynamik des

Privatsektors,
und
meiner
Ansicht
nach besteht das Beste, was die Regierung in der Regel tun kann, darin,
sich nicht einzumischen.

Das internationale Umfeld
Diese
Administration
hat
dem
wirtschaftlichen Wandel in den Vereinigten Staaten und der unserem Beispiel folgenden Welt insgesamt Auftrieb
verliehen.
Unsere
bewährte
marktorientierte
Politik
findet in
immer mehr Ländern der Welt Anwendung, denen die hohen Kosten eines
aufgeblähten Regierungsapparates und
der nachteiligen Auswirkungen unterdrückten
Unternehmergeistes
bewußt
werden.
Zur Ankurbelung des Wachstums und
einer
Verbesserung
wirtschaftlicher
Chancen sind zahlreiche Länder unserem Beispiel gefolgt und haben eine
Senkung der enorm hohen Steuersätze
vorgenommen, die der Motivation zu
Arbeit, Sparen und Produktion abträglich sind. Ferner wird die Steuerreform zu einem weltweiten Phänomen.
Ebenso wie in den Vereinigten Staaten
verspricht eine Steuerreform im Ausland einen Großteil der Verzerrung
und Ineffizienz zu beheben und versetzt dadurch Geschäftsleute und Privatpersonen in die Lage, Produktionsund
Investitionsentscheidungen
zur
Verbesserung
ihres
wirtschaftlichen
Wohlstandes zu treffen, statt nur ihre Steuersätze zu senken.
Von Kontinent zu Kontinent werden
die Vorteile von Privatisierung und
Deregulierung
zunehmend
geschätzt.
Selbst China und heute vielleicht sogar die Sowjetunion scheinen freiere
Wirtschaftssysteme
anzustreben.
Statt Privatunternehmen weiterhin als
Gegner zu betrachten, sehen viele Regierungen darin heute ihre größte

- 5 -

�Hoffnung für Fortschritt und Wohlstand.
Entwicklungs- und Industrienationen
beheben Verkrustungen und
Eingriffe in Märkte und vergrößern
somit
wirtschaftliche Freiheit und
Chancen für ihre Bürger.
In den Entwicklungsländern, die
Investitionen und privates Unternehmertum ermutigen, sollte das daraus
resultierende Wirtschaftswachstum zur
Verringerung
ihrer
Schuldenprobleme
beitragen. Die von den Entwicklungsländern getragene Schuldenlast ist
nicht allein ihr Problem;
wir alle
haben ein existentielles Interesse an
der Erarbeitung von Lösungen, die
Wachstum fördern und offene internationale Finanzmärkte schützen.
Und
wir werden weiterhin mit all denjenigen
zusammenarbeiten, die wirklich
Entschlossenheit bei der Bewältigung
dieses schwierigen Problems zeigen.
In der Weltwirtschaft sind die
Vereinigten Staaten stets eine treibende Kraft gewesen, nicht nur wenn
es darum ging, die Vorteile des Privatunternehmertums
unter Beweis zu
stellen, sondern auch bei unserem Engagement für freien Handel und internationaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit.
Die enorme Importbedarf unseres Landes hat ferner dazu beigetragen, nahezu im gesamten Verlauf
dieses
Jahrzehnts die Produktionssteigerung im Ausland
zu fördern.
Die stärkere Verflechtung der Weltwirtschaft geht einher mit größerer
Vielfalt des Handels und die Finanzmärkte haben im Großen und Ganzen eine weltweite Öffnung erfahren.
Um weiterhin die Früchte eines
offenen
internationalen
Handelssys t e m ernten zu können, engagieren
wir uns für den weiteren Abbau von
Hemmnissen, die den freien Fluß von
Waren, Dienstleistungen und Kapital
behindern.
Mit dieser Zielsetzung

sind die Vereinigten Staaten bilaterale und multilaterale Abkommen eingegangen, um im internationalen Handel Schranken abzubauen. Wir werden
dies auch in Zukunft tun. Das kürzlich mit Kanada geschlossene Freihandelsabkommen ist eine historische Errungenschaft.
Sobald
entsprechende
Durchführungsbestimmungen verabschi edet sind, wird mit diesem Abkommen
die größte internationale Freihandelszone
der
Welt
geschaffen.
Gleichzeitig haben wir in der Uruguay-Runde der multilateralen Verhandlungen im Rahmen des Allgemeinen
Zoll- und
Handelsabkommens
(GATT)
darauf hingearbeitet, Handelshemmnisse weltweit abzubauen. In diesem Forum haben wir besondere Betonung auf
die Abschaffung der Subventionsspirale
für
Agrarprodukte
sowie
der
Schranken für Agrarimporte gelegt und
die Erarbeitung
und
Verwirklichung
angemessener Schutzmaßnahmen für geistiges Eigentum, die Liberalisierung
des Handels im Dienstleisungsbereich
und die Gewährleistung einer unparteiischen
Abwicklung
ausländischer
Investitionen bekräftigt. Mit diesen
und anderen Mitteln werden wir weiterhin das Ziel des freien und gerechten Handels verfolgen, der nur zu
einer Verbesserung von Chancen und
Wohlstand im In- und Ausland beitragen kann.

Die Herausforderungen der Zukunft
Das amerikanische Volk hat mich
mit der Vision einer wiederbelebten
Wirtschaft in dieses Amt gewählt, und
ich habe diese Vision Wirklichkeit
werden
sehen.
Der
Wiederaufstieg
Amerikas hat meinen Optimismus bestätigt.
Die Errungenschaften der vergangenen sieben Jahre sollten uns ermutigen, aber wir dürfen die Augen
nicht vor den bedeutenden Herausforderungen verschließen, die noch vor

- 6 -

�uns liegen.
An erster Stelle unter diesen
Herausforderungen stehen die fortgesetzt hohen Bundesausgaben und das
Haushaltsdefizit.
Die Einnahmen des
Bundes lagen im vergangenen Jahr um
255 Milliarden Dollar über denen des
Jahres 1981; dennoch hat sich das Defizit seitdem nahezu verdoppelt und
wurde durch einen Anstieg der Ausgaben in Höhe von 326 Milliarden Dollar
aufgebläht.
Obwohl es uns in jüngster Zeit gelungen ist, den Ausgabenzuwachs zu verlangsamen und trotz der
Verringerung des Defizits um 71 Millarden Dollar im vergangenen Fiskaljahr ist es immer noch zu hoch.
Auch
ungeachtet
der
jüngsten
Fortschritte bei der Kontrolle von
Bundesausgaben
als Prozentsatz des
Bruttosozialproduktes liegen die Ausgaben immer noch merklich über dem
Durchschnitt
der
Nachkriegsjähre.
Die Regierung gibt immer noch zuviel
aus und verschlingt Ressourcen, die
vom Privatsektor besser genutzt werden
könnten.
Der
Bundesregierung
fallen bestimmte Schlüsselfunktionen
zu, wie zum Beispiel die Bereitstellung der nationalen Verteidigung und
die Gewährleistung eines angemessenen
Sicherheitsnetzes für die Bedürftigen, aber in vielen Bereichen ist die
Einflußnahme der Regierung eher hinderlich und überflüssig.
Steuererhöhungen sind nicht der
Schlüssel
zum Abbau des Defizits.
Einige Steuern sind unvermeidbar
die unerläßlichen Aufgaben der Regierung müssen finanziert werden. Aber
die im Bereich der Einkommensteuer
vorgenommene
Steuerreform
und
die
Steuersenkungen stellen einen erfolgreichen Schritt dar, eine Finanzierung der Regierung in die Wege zu
leiten, die weniger verzerrend, erträglicher und gerechter ist.
Eine

Aufhebung
der
Steuerreform
durch
Steuererhöhungen
würde
der
Wirtschaftsaktivität zuwiderlaufen, indem
Unsicherheit über die Regierungspolitik genährt und Anreize zu Arbeit und
Produktion
geschmälert würden.
In
den vor uns liegenden Jahren sollten
wir daher vielmehr Mittel und Wege
zur Ankurbelung von Investitionsanreizen für zukünftige Produktionskapazitäten finden, einschließlich der
Senkung des Steuersatzes auf Kapitalgewinne.
Das
Gramm-Rudman-Hollings-Gesetz
und unsere jüngste Vereinbarung mit
dem Kongreß über ein zweijähriges Paket zum Haushaltsausgleich haben den
Weg zu einem weiteren Abbau des Defizits geebnet. Dies sind Schritte in
die
lichtige
Richtung.
Aber
die
Haushaltsvorlage selbst bleibt Haupthindernis für den Abbau des Defizits.
Und ich bin nicht der Einzige, der
feststellen mußte, daß die Einbringung des Haushalts ein Desaster ist;
einer kürzlichen Umfrage unter den
Kongreßabgeordneten
zufolge ist er
die
Hauptursache
der
Frustration.
Das Verfahren funktioniert nicht und
bedarf der Reform; Disziplin und Verantwortungsbewußtsein müssen wiederhergestellt werden.
Das derzeitige Verfahren bei der
Einbringung
des Haushaltes
besteht
darin, eine Reihe von Gesetzesentwürfe enormen Umfangs vorzulegen, die
binnen Stunden verabschiedet und unterschrieben werden müssen - oder die
Regierung
wird
handlungsunfähig.
Dies ist unverantwortliches Regieren
und ich bin nicht bereit, ein weiteres dieser Mammutwerke zu unterzeichnen.
Ein solches Verfahren dient
nicht den vornehmsten Interessen der
Nation, unterbindet
die
eingehende
Überprüfung der bei den Ausgaben gesetzten
Prioritäten und
unterläuft
das in der Verfassung verankerte Sy-

�stem gegenseitiger Kontrolle und gemeinsamer Verantwortung von Kongreß
und Regierung.
Damit solche umfänglichen Bewilligungsgesetze
nicht zum Vabanquespiel werden, habe ich das selektive
Veto für mich gefordert, ein Recht,
das 43 Staatsgouverneure bereits für
sich in Anspruch nehmen.
Durch das
selektive
Veto
könnten
zukünftige
Präsidenten Unnützes im Keim erstikken und Haushaltsdisziplin durchsetzen.
Ferner würde das erweiterte
Recht der Anfechtung dem obersten
Staatsdiener gestatten, unnötige Ausgaben für Programme zu kürzen, die in
vielen Fällen ihre Berechtigung überdauert haben.
Um zu gewährleisten,
daß ein ausgeglichener Haushalt beständiger Teil unserer Steuerpolitik
wird, haben die Gesetzgeber von 32
Bundesstaaten einen - von mir unterstützten - Verfassungszusatz gefordert, mit dem die Regierung gezwungen
werden kann, im Rahmen ihrer Mittel
zu wirtschaften. Diese Schritte sind
unvermeidbar, da das derzeitige Verfahren zur Einbringung des Haushaltes
seiner Verabschiedung im Wege steht.
Seinem Wesen nach verläuft das demokratische Verfahren häufig in ungeordneten Bahnen und läßt die Konzentration auf das Wesentlich vermissen.
Wir wissen jedoch, daß die Demokratie
funktioniert und schwierige Entscheidungen getroffen werden können. Wir
müssen uns der Herausforderung erneut
stellen und beweisen, daß wir mit einem vernünftigen Verfahren einen soliden Haushalt erstellen können.
Wir müssen auch Bestrebungen widerstehen, die unser Land in den Protektionismus drängen.
Unser Außenhandelsdefizit ist enorm hoch, hat
jedoch in realen Zahlen den Zenit bereits überschritten.
Im vergangenen
Jahr trug der Außenhandel maßgeblich
zu unserem Wirtschaftswachstum bei.

-8

Außerdem sind weitere Verbesserungen
in die Wege geleitet worden. An diesem Punkt wäre es ein besonders tragischer Fehler, den Versuch zur Überwindung
des
Handelsgefälles
durch
Schließung unserer Märkte zu unternehmen.
Eine Isolierung der amerikanischen Märkte könnte bestenfalls
weltweit eine Talfahrt von Handel und
Wirtschaftsaktivität zur Folge haben.
Meine Administration hat sich der
gewissenhaften Zusammenarbeit mit dem
Kongreß verpflichtet, um ein verantwortungsvolles Handelsgesetz zu entwerfen.
Wenn dieses Gesetz jedoch
nicht frei von nachteiligen protektionistischen Maßnahmen ist, werde
ich von meinem Vetorecht Gebrauch machen.
Unser Ziel ist es, das Handelsdefizit in einem Umfeld anhaltenden Wirtschaftswachstums und niedriger Inflationsraten abzubauen.
Zur
Verwirklichung dieses Zieles werden
wir mit den anderen führenden Industri enationen bei der Koordinierung
einer Wirtschaftspolitik zusammenarbeiten, die nichtinflationäres Wirtschaftswachstum
aufrechterhält,
den
Abbau internationaler Ungleichgewichte in vorgezeichneten Bahnen ermutigt
und somit die Stabilität der Wechselkurse unterstützt.
Wir müssen das Vertrauen der Bürger im In- und Ausland in die Fähigkeit der Vereinigten Staaten bewahren,
profitable
Investitionschancen
zu eröffnen und eine verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik zu verfolgen.
Die Tragfähigkeit freier und
offener Märkte, die eine Fülle von
Möglichkeiten und Versprechen bergen,
ist die beste Ausgangsbasis für Investitionen. Wir müssen danach trachten, die Spar- und Investitionstätigkeit nicht durch unsere Steuerstrukturen und Bestimmungen zu entmutigen.
Wir müssen nicht nur Investitionsanreize für Unternehmen und Betriebsan-

�lagen bieten, sondern auch dem amerikanischen Volk selbst zur Seite stehen. Ausbildung, Sachkennntnis, Forschung und Entwicklung - dies sind
einige der nützlichsten Investitionsbereiche;
erweitertes Wissen vergrößert das Produktionspotential unserer wertvoclsten Ressource: unserem Volk.

Schlußfolgerung
Amerika ist mit großen Gaben gesegnet - unermeßlichem Land und natürlichen
Ressourcen,
einem
vielschichtigen und hart arbeitenden Volk
und der unerschütterlichen Tradition
demokratischer Werte. Mein Vertrauen
in Amerika hat sich in diesen vergangenen Jahren als wohl begründet erwiesen. Die Wirtschaft wurde wiederbelebt und
eine in Friedenszeiten
bisher unerreichte Wirtschaftsexpansion hat neue Möglichkeiten eröffnet
und den Wohlstand angehoben. Wir haben uns eine ernstzunehmende Aufgabe
gestellt: Die Rolle der Regierung in
der Wirtschaft einzuschränken und zu
rationalisieren.
Dieser Versuch ist
reich belohnt worden. Während unserer Amtszeit hat die amerikanische
Wirtschaft ihre Stärke erneut unter
Beweis gestellt.
Unsere Arbeit ist jedoch noch
nicht
beendet.
Der
Bundeshaushalt
muß unter Kontrolle gebracht werden,
damit wir ein solides Fundament für
zukünftiges Wirtschaftwachstum schaffen können. Und ich werde mich nicht
eher zufriedengeben, bis alle Amerikaner an diesem Wohlstand teilhaben;
noch leben zu viele unterhalb der
Armutsgrenze und sind ohne Arbeit.
Ermutigt durch unsere Triumphe und
geleitet vom Geist eines wiederaufsteigenden Amerikas müssen wir uns
den
verbleibenden
Herausforderungen
stellen.
* * * * *

- 9

�AMERIKA DIENST
VON

4

Wissenschaft und Technik
24. Februar 1988

PRÄSIDENT REAGANS INITIATIVE ZUR RAUMFAHRTPOLITIK
- Privatwirtschaft als Partner - "Projekt Pfadfinder" für Entwicklung
neuer Technologien für bemannte Fernexpeditionen zu Mond und Mars -

WASHINGTON - (AD) - Der Ausbau der Domäne Weltraum gilt für die Regierung
der Vereinigten Staaten als eine vordringliche Zukunftsaufgabe. Mit den neuen, am 11. Februar 1988 vom Weißen Haus bekanntgegebenen Direktiven soll die
Führungsrolle der USA auf wichtigen Gebieten der Raumfahrt gefestigt und ausgebaut werden.

Dr. James C. Fletcher, Administrator der amerikanischen Luft- und
Raumfahrtbehörde (NASA), verwies darauf, daß die Direktiven des Präsidenten Voraussetzungen schaffen, um im
nächsten Jahrhundert beispielsweise
eine bemannte Station auf dem Mond zu
errichten, einen bemannten Flug zum
Mars zu unternehmen oder beides zu
kombinieren. Neben der engen Zusammenarbeit aller zuständigen Regierungsstellen bei zivilen und militärischen Missionen kommen nunmehr
kommerziellen Aspekten und der Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft im

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Weltraum große Bedeutung zu. So erwartet die NASA jetzt Angebote aus
der Industrie zum Bau einer unbemannten Plattform oder Mini-Raumstation,
auf der Regierungsstellen bis etwa 70
Prozent des verfügbaren Raumes für
eigene Vorhaben anmieten können.
Die Hauptziele der Initiative
Präsident Reagans sind: Stärkung der
Sicherheit der Vereinigten Staaten,
Fortschritte in Wissenschaft, Technik
und Wirtschaft durch raumfhrtbezogene
Aktivitäten zugunsten der Allgemeinheit und einer weltweiten Verbesse-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�rung der Lebensqualität, Ermutigung
der amerikanischen Privatwirtschaft
zu weiteren Investitionen in solche
Aktivitäten, Förderung internationaler Gemeinschaftsprojekte unter Berücksichtigung amerikanischer Interessen in bezug auf nationale Sicherheit, Außenpolitik, Wissenschaft und
Wirtschaft, Zusammenarbeit mit anderen Nationen zur Erhaltung der Freiheit des Weltraums für alle Aktivitäten, die der Sicherheit und dem Wohlergehen der Menschheit dienen und
schließlich die Ausweitung des bemannten Raumfluges über den Erdorbit
hinaus ins Sonnensystem.
Souveränitätsansprüche auf Weltraum oder Himmelskörper bzw. Teile
davon oder eine Einschränkung der
Grundrechte souveräner Nationen zur
Erlangung von Weltraumdaten weisen
die Vereinigten Staaten zurück. Sie
betrachten die RaumfahrtSysteme einer
jeden Nation als deren nationales Eigentum, verbunden mit dem Recht auf
freie Passage und freies Operieren im
Weltraum.
Absichtliches
Behindern
von Raumfahrtsystemen soll als Beeinträchtigung von Souveränitätsrechten
angesehen werden.
Die zentrale Rolle der NASA bei
bemannten Missionen mit zivilen Aufgaben bleibt unangetastet. Gemäß der
Regierungsvereinbarung mit der die
Zuständigkeit von NASA und Verteidigungsministerium für die Einsätze der
Raumtransporter (STS) geregelt wird,
ist jedoch bei militärischen Missionen das amerikanische Verteidigungsministerium für die Verwaltung und
den Betrieb des Systems verantwortlich.
Der nationale Trägergeräte-Park
soll sich auf bemannte Systeme (STS),
unbemannte Startraketen (ULV) sowie
auf Transportsysteme
stützen, die
ausschließlich im Weltraum eingesetzt

werden. Die Elemente dieser gemischten Systeme sind so zu gestalten, daß
sie sowohl den Aufgaben von Missionen
für die nationale Sicherheit als auch
den Aufgaben ziviler Missionen genügen, die von staatlicher Seite durchgeführt werden. Dabei ist stets die
bestmögliche Rentabilität anzustreben. Die NASA wird neben dem Raumtransporter (STS) keine sogenannten
Verlustraketen (ELV) als Trägergeräte
unterhalten. STS-Starts für kommerzielle Zwecke oder ausländische Nutzlasten sind nur dann zulässig, wenn
die Nutzlasten menschlicher Betreuung
oder spezieller Gegebenheiten beim
Raumtransporter bedürfen, oder wenn
feststeht, daß der Start von Nutzlasten mit dem STS für die nationale
Sicherheit oder für politische Zwecke
anderer Staaten wichtig ist. Mit regierungseigenen oder von Regierungsstellen betriebenen ELV-Systemen werden kommerzielle und ausländische
Nutzlasten nur noch dann gestartet,
wenn dies aus Gründen der nationalen
Sicherheit oder ausländischer politischer Zweckmäßigkeiten geboten erscheint.
Nichtmilitärische
Regierungsbehörden werden im größtmöglichen Umfang zum Aufbau einer einheimischen
kommerziellen Startindustrie ermutigen, indem sie Verträge über die erforderlichen ELV-Dienstleistungen direkt mit der Privatwirtschaft oder
mit dem Verteidigungsministerium abschließen.
In der Entwicklung und
Nutzung militärischer und ziviler
Raumtransportsysteme werden NASA und
Verteidigungsministerium
weiterhin
zusammenarbeiten und unnötige Doppelaktivitäten vermeiden.
Sie werden
neue Konzeptionen für Trägergeräte
sowie für startbezogene Ausrüstungen
verfolgen, die auf Verbesserung des
Kostenmanagements, der Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit, Steuerungsund Kontrollfähigkeit, Verfügbarkeit,

- 2 -

�Flexibilität und Wartungsmöglichkeiten abzielen. Eine solche Zusammenarbeit zwischen den militärischen und
zivilen Sektoren gewährleistet die
wirksamste und umfassendste Nutzung
der nationalen Ressourcen.
Ein gesicherter Zugang zum Weltraum, der es ermöglicht, alle amerikanischen Zielsetzungen in der Raumfahrt zu erreichen, ist Schlüsselelement der nationalen Raumfahrtpolitik.
Die
amerikanischen
Weltraum-Transportsysteme müssen eine ausgewogene,
robuste und flexible Leistungskapazität haben und elastisch genug sein,
um den Fortgang von Operationen trotz
eventueller Ausfälle bei einem der
Systeme zu ermöglichen. Sie sollen
sicheren und zuverlässigen Zugang zum
Weltraum,
Transport
im
Weltraum
selbst und ebenso sichere Rückkehr
gewährleisten.
Die
Besonderheiten
bemannter und unbemannter Start- und
Rückführsysteme sollen im größtmöglichen Umfang ausgenutzt, die Entwicklung und der Einsatz privatwirtschaftlicher
Transportmittel
für
Raumfahrtmissionen ohne direkte Subventionen seitens der Bundesregierung so weit wie nur irgend möglich
unterstützt und die Kosten des Weltraumtransports und damit zusammenhängende Dienstleistungen reduziert werden.
Fortschritte
in
der
gesamten
Nachrichtentechnik sind für alle Sektoren der amerikanischen Raumfahrt
von größter Bedeutung. Um die Erfüllung der gestellten Ansprüche zu gewährleisten, wird die amerikanische
Regierung auch künftig in den Bereichen Forschung und Entwicklung Anstrengungen für noch modernere Kommunikationstechnologien
unternehmen.
Sofern diese Technologien für kommerzielle Zwecke genutzt werden, wird es
dafür keine direkte Subventionierung
durch Bundesbehörden geben.

In allen Bereichen der Raumfahrt
wird man danach trachten, Abfallprodukte im Weltraum auf ein Mindestmaß
zu beschränken.
Bei der Auslegung
und Durchführung von Weltraumtests,
bei Experimenten und Raumfahrtsystemen ist die Minimierung oder Reduzierung des sich ansammelnden Abfalls
ein wichtiger Punkt; jedoch dürfen
Missionserfordernisse und Kostenmanagement aus solchen Gründen nicht beeinträchtigt werden.

Funktionen der NASA
Innerhalb
der
Bundesbehörden
kommt der NASA die führende Rolle zu,
Weltraumwissenschaften,
Weltraumforschung und Anwendung von Raumfahrttechniken durch entsprechende Aktivitäten für Forschung, Technologie,
Entwicklung und damit zusammenhängende Tätigkeiten zu fördern. Das NOAA
(US-Bundesamt für Meere und Atmosphäre) konzentriert sich auf das
Sammeln von Daten, Forschungsprojekten und Vorhersagen zu den Umweltbedingungen der Erde.
Das amerikanische Verkehrsministerium genehmigt
und fördert kommerzielle Startoperationen, die zivilen Raumfahrtaufgaben
dienen.
Was
die
Weltraumwissenschaften
angeht, so ist es Sache der NASA, in
Zusammenarbeit mit anderen zuständigen Behörden ein ausgewogenes Programm zur Unterstützung von Forschung, Erkundung und von Experimenten durchzuführen, das dazu beiträgt,
Erkenntnisse zu astrophysikalischen
Phänomenen und kosmischen Evolutionsprozessen, zu den Erdwissenschaften
und der Erdumwelt samt der Dynamik
der Beziehungen der Erde zur Sonne,
zu Ursprung und Evolution des Sonnensystems auszuweiten. Weitere Punkte
sind grundlegende physikalische, chemische und biologische Prozesse, Aus-

- 3 -

�Wirkungen von Weltraumbedingungen auf
den Menschen sowie Faktoren, die die
Entstehung und Ausbreitung von Leben
im Universum begünstigen und steuern.
Um Phänomene und Objekte im Weltraum
innerhalb und außerhalb des Sonnensystems zu erforschen und zu sondieren,
wird die NASA ein ausgewogenes Programm bemannter und unbemannter Missionen durchführen.
Auf weitere Sicht soll die Präsenz und Aktivität von Menschen auf
Bereiche jenseits des Erdorbits ausgedehnt werden. Um dies realisieren
zu können, beginnt die NASA mit der
systematischen Entwicklung der zur
Durchführung und Versorgung einer
Vielfalt künftiger bemannter Missionen
erforderlichen
Technologien.
Dieses Technologie-Programm ("Projekt
Pfadfinder"),
für
das
Präsident
Reagan vorerst für das kommende Haushaltjahr 100 Millionen Dollar anfordert, visiert spezielle Ziele in
nächster Zukunft an: beispielsweise
weitere Erforschung der Bedingungen,
unter denen der Mensch im Weltraum
existieren kann, geschlossene Lebenserhaltungssysteme, Bahntransfer und
Lagern
bei
Tiefsttemperaturen.
Gleichzeitig ist die NASA angewiesen,
ein Programm unbemannter Sondierungen
im Weltraum fortzusetzen. Damit soll
herausgefunden werden, auf welchen
Gebieten wissenschaftliche Ziele zu
erreichen sind, wo menschliche Präsenz nicht wünschenswert oder unnötig
oder wo die Risiken oder Kosten der
Lebenserhaltung
nicht
akzeptabel
sind.
Außerdem soll das Programm
wichtige
Daten
zur
Unterstützung
künftiger bemannter Missionen erbringen.
Für die Weiterentwicklung der
Weltraumstation, die 1997 in Betrieb
gehen soll, fordert der Präsident als
Teilbetrag von 6,1 Milliarden Dollar
für die nächsten drei Jahre für 1989

eine Milliarde Dollar an. Die NASA
ist angewiesen, sich "im größtmöglichen Umfang" auf private Entwürfe,
Finanzierung, Baukonstruktionen und
Betriebsmaßnahmen zu stützen. Wichtige erste Vorteile von der Raumstation dürften sich auf den Gebieten
Material- und
Lebenswissenschaften
ergeben.
Die NASA wird versuchen, ihre
Möglichkeiten zur Durchführung ausgewählter kritischer Missionen durch
eine angemessene Mischung bewährter
Zugangswege zum Weltraum, verbesserte
Automationstechniken,
Reservehaltung
im Orbit, Redundanz und andere geeignete Maßnahmen abzusichern. Regierungsstellen dürfen gemeinsame Forschungs- und
Entwicklungsabkommen
über weltraumbezogene Anwendungstechniken mit Privatfirmen treffen, sofern die Vorhaben mit den Raumfahrtzielen der amerikanischen Regierung
vereinbar sind. Für zivile Fernerkundungsprogramme der Bundesregierung
ist das amerikanische Handelsministerium zuständig, das auch über die
Verwendung der Ergebnisse durch den
privaten Sektor oder die Bundesregierung befindet und in Zusammenarbeit
mit anderen Ministerien oder Behörden
die Anordnungen für Operationelle
Fernerkundungssysteme
des
privaten
Sektors trifft.

Entfaltungsmöglichkeiten für die
Privatwirtschaft
Getrennt von Weltraumaktivitäten
der Regierung, aber im Aufbau technisch unterstützt von staatlichen Behörden, soll die Industrie den Einstieg in Raumfahrtaktivitäten unternehmen können.
Dies gilt für die
Entwicklung und den Start von Trägerraketen, den Betrieb von Startanlagen, für raumfahrtbezogene Dienstleistungen bis hin zum Einsatz einer un-

- 4 -

�bemannten kleinen Raumstation.
Federführend für die Entwicklung,
Koordinierung und Regelung kommerzieller Startaktivitäten in den USA
ist innerhalb der amerikanischen Regierung das Verkehrsministerium, das
dabei Verteidigungsministerium, Aussenministerium, NASA und andere zuständige Behörtden konsultiert. Die
Regierung ermutigt die Benutzung ihrer Anlagen und Ausrüstungen für Raketenstarts, jedoch haben in Sonderfällen nationale Sicherheit und besonders wichtige Missionserfordernisse der amerkanischen Regierung Vorrang. Eine Subventionierung von ULVSystemen für kommerzielle Zwecke gibt
es nicht. Allerdings wird die Preisgestaltung bei Anlagen, Ausrüstungen
und Dienstleistungen mit Rücksicht
auf verstärkte kommerzielle Aktivitäten kulant gehandhabt. Die Regierung
ermutigt auf allen Gebieten weltraumbezogener kommerzieller Unternehmungen freien Wettbewerb.

schlössen, außerdem sind weitere 15
bis 20 Starts von Nutzlasten vorgemerkt.
Die Industrie erwartet, in
absehbarer Zukunft 15 bis 20 Satelliten pro Jahr starten zu können.

Regierungseigene Sektoren auf dem
Gebiet der Raumfahrt sollen ihrerseits im größtmöglichen Umfang kommerzielle Waren und Dienstleistungen
beziehen, ohne dabei in irgend einer
Form Subventionen zu gewähren. Anläßlich der Bekanntgabe der Initiative Präsident Reagans erläuterte
Verkehrsminister Jim Burley ein erstes solches Vorhaben, das sein Ministerium genehmigt habe.
Die Fa.
Conatec (Maryland) wird im Oktober
1988 vom militärischen Raketenstartplatz White Sands (New Mexico) zwei
zweistufige private Raketen zu einem
Parabolflug starten. Sie haben Forschungsinstrumente einer europäischen
Firma für Mikrogravitationsexperimente an Bord.
Amerikanische Firmen haben bereits Verträge über den Start von 13
Satelliten bis zum Jahr 1991 abge- 5 -

* * * * * *

�</text>
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      <name>Dublin Core</name>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Singularisierung: ein Produkt der Phantasie&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Botschafter Richard R. Burt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Reagan legt Haushalt für 1988/89 vor&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Zielsetzung bleibt Abbau des Defizits&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Reagan: nichtinflationäres Wachstum hält an&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Jahreswirtschaftsbericht des Präsidenten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Reagans Initiative zur Raumfahrtpolitik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Privatwirtschaft als Partner - "Projekt Pfadfinder" für Entwicklung neuer Technologien für bemannte Fernexpeditionen zu Mond und Mars &lt;br /&gt;&lt;/em&gt;</text>
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