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                  <text>reo s ^

VON

AMERIKA DIENST
4

27. Januar 1988

INHALT

DOKUMENTATION
Präsident Reagans Bericht zur Lage der Nation
- 2 5. Januar 1988 -

Reagan;

Contras sind "Versicherungspolice für Demokratie"

- President Reagans Rede vor Kommunalpolitiker im Weißen Haus

HINTERGRUNDMATERIAL
Bericht zur nationalen Sicherheitsstrategie veröffentlicht
- Eine Übersicht des Weißen Hauses -

* * * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
"'V

Dokumentation

""*"" &lt;Ä&lt;

27. Januar 1988

PRÄSIDENT REAGANS BERICHT ZUR LAGE DER NATION
- 25. Januar 1988 -

WASHINGTON - (AD) - In seinem am 25. Januar 1988 vor dem Kongreß verlesenen Bericht zur Lage der Nation hat Präsident Reagan erklärt, daß das Weiße
Haus zusammen mit dem Kongreß im Bereich der internationalen Beziehungen "eine
durchgreifende Umkehr, eine Revolution" erreicht haben.
"Vor sieben Jahren
war Amerika schwach, und die Freiheit war überall bedroht; heute ist Amerika
stark und die Demokratie ist überall auf dem Vormarsch..."
Die Botschaft des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:

Herr
Vorsitzender, Herr Präsident, ehrenwerte Mitglieder von Haus
und Senat: Als wir hier vor sieben
Jahren zum ersten Mal zusammengekommen sind - viele von uns waren damals
zum ersten Mal hier anwesend - taten
wir dies in der Hoffnung auf einen
Neubeginn in Amerika.
Heute abend
treffen wir uns hier in dieser historischen Kammer, um mit dieser Arbeit
fortzufahren. Sollte jemand nur eine
stolze Aufzählung der Errungenschaften meiner Administration erwarten,
so sage ich: überlassen wir das doch
der Geschichte; wir haben unsere Ar-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

beit noch nicht beendet. Meine Botschaft an Sie heute abend ist: Ziehen Sie Ihre Arbeitsstiefel an - wir
befinden uns immer noch mitten in der
Arbeit.
Die
Geschichte
verzeichnet
die
Macht der Ideen, mit deren Hilfe wir
in diesen sieben Jahren soviel erreicht haben.
Ideen wie: Das Recht
des Einzelnen, sich so zu entfalten,
wie seine Talente dies erlauben; der
freie
Markt
als
Triebfeder
wirtschaftlichen Fortschritts; und, wie
der alte chinesische Philosoph Laotse

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�es ausdrückte:
Regiere eine große
Nation wie Du einen kleinen Fisch kochen würdest; tue nicht des Guten zuviel.
Diese Ideen waren Teil einer umfassenderen Vorstellung - einer Vision, wenn Sie so wollen, von Amerika
selbst.
Eines Amerikas, das nicht
nur reich an Chancen für den Einzelnen, sondern ebenso reich an starken
Familien und pulsierenden Stadtvierteln ist; eines Amerikas, dessen unterschiedliche aber in Harmonie zusammenlebenden Gemeinden das Spiegelbild einer tieferen Wertegemeinschaft
darstellen - der Werte Arbeit, Familie und Religion - und der Freiheitsliebe, die Gott jedem von uns eingegeben hat und deren Verteidigung Er
dieser Nation auf besondere Weise anvertraute.
All dies wurde durch eine Idee
ermöglicht, von der ich während Herrn
Gorbatschows Besuch gesprochen habe:
die Überzeugung, daß die aufregendste
Revolution in der Geschichte der
Menschheit mit drei einfachen Worten
begann: "Wir, das Volk" - die revolutionäre Vorstellung, daß das Volk
der Regierung Rechte gewährt und
nicht umgekehrt.
Und eine Lehre ist mir in ihrer
ganzen Tragweite klargeworden, die
ich Ihnen jetzt mitteilen möchte:
So, wie diejenigen, die diese Republik geschaffen haben, einander ihr
Leben, ihr Hab und Gut und ihre heilige Ehre verpfändeten, so müssen
auch heute die politisch Verantwortlichen in den Vereinigten Staaten
einander versprechen, daß an erster
Stelle in unseren Herzen und Gedanken
nicht das steht, was für uns selbst
oder für unsere Partei das Beste ist,
sondern das, was für Amerika das Beste ist. Lassen Sie uns im Geist von
Jefferson bekräftigen, daß es in die-

ser Kammer heute abenH keine Republikaner, keine Demokraten, sondern nur
Amerikaner gibt.
Ja, wir werden Meinungsverschiedenheiten haben. Lassen Sie uns jedoch immer daran denken:
Was uns
vereint wiegt bei weitem das uns
Trennende auf. Diejenigen, die uns
hierhin entsandt haben, um ihnen zu
dienen - die Millionen Amerikaner,
die uns heute abend hier zusehen und
zuhören - erwarten das von uns. Lassen Sie uns Ihnen und uns selbst beweisen, daß die Demokratie selbst in
einem Wahljahr funktioniert.
Wir haben dies früher geschafft.
Und weil wir zusammengearbeitet haben, um Ausgaben, Steuersätze und Inflation zu reduzieren, stieg die Beschäftigungsrate
auf
Rekordhöhen,
wurden in Amerika mehr, bessere und
besser bezahlte Arbeitsplätze geschaffen, wuchsen die Familieneinkommen vier Jahre hintereinander an und
die Armen Amerikas stiegen so schnell
wie nie zuvor in den vergangenen zehn
Jahren aus ihrer Armut empor. Unsere
Bilanz drückt sich nicht nur im längsten Aufschwung unserer Geschichte in
Friedenszeiten aus, sondern in einer
wirtschaftlichen und sozialen Revolution der Hoffnung, die auf Arbeit,
Anreizen, Wachstum und Chancen basiert; in einer Revolution des Mitleids, die zu Initiativen des Privatsektors und einem 77prozentigen Anstieg bei Spenden für wohltätige
Zwecke führte; in einer Revolution,
die - zu einem entscheidenden Zeitpunkt der Weltgeschichte - den amerikanischen Traum zurückgewann und wiederherstellte.
Auch im Bereich der internationalen Beziehungen gibt es nur eine Beschreibung für das, was wir zusammen
erreicht haben: Eine durchgreifende
Umkehr, eine Revolution. Vor sieben

- 2 -

�Jahren war Amerika schwach und die
Freiheit war überall bedroht; heute
ist Amerika stark und die Demokratie
ist überall auf dem Vormarsch.
Von
Mittelamerika
bis
Ostasien
fassen
Ideen wie freie Märkte, demokratische
Reformen und Menschenrechte Fuß. Wir
haben
"Amerika
ist
schuld"
durch
"Blick auf zu Amerika" ersetzt. Wir
haben unsere Verteidigung wiederaufgebaut; von all unseren Leistungen
ist das Bewußtsein am befriedigendsten, daß unsere jungen Leute wieder
stolz darauf sind, die Uniform unseres Landes zu tragen.
Und gleich werde ich über drei
Entwicklungen sprechen - Abrüstung,
die Strategische Verteidigungsinitiative und die weltweite demokratische
Revolution
-, die
zusammengenommen
eine Gelegenheit bieten, wie wir sie
uns noch vor sieben Jahren nicht vorzustellen gewagt hätten, eine Gelegenheit, die Welt von den zwei großen
Alpträumen der Nachkriegszeit zu befreien.
Ich meine die erstaunliche
Hoffnung, unseren Kindern eine Zukunft zu geben, die sowohl vom Totalitarismus als auch vom nuklearen
Terror frei ist.
Heute abend sind wir also stark.
Wir sind wohlhabend.
Wir leben in
Frieden.
Und wir sind frei.
Dies
ist die Lage der Nation.
Und wenn
wir dieses Jahr weiterhin zusammenarbeiten, bin ich überzeugt, daß wir
einem künftigen Präsidenten und einem
künftigen Kongreß die Chance eröffnen
können,
diesen
Wohlstand,
diesen
Frieden, diese Freiheit nicht nur zur
Lage unserer Nation, sondern zur Lage
unserer Welt zu machen.
Um dieses Ergebnis zu erreichen,
stellen sich uns hier heute abend
vier grundsätzliche Ziele.
Erstens
Schritte, die wir dieses Jahr unternehmen können, um Stärke und Wachstum

unserer Wirtschaft zu erhalten, um
unseren
Kindern
ein 1
Zukunft
mit
niedriger Inflation und Vollbeschäftigung zu gewähren.
Lassen Sie uns
zweitens die Fortschritte überprüfen,
die wir bei der Bekämpfung sozialer
Probleme erzielt haben, die aber weiterhin uneingeschränkter Aufmerksamkeit bedürfen. Ich meine damit funktionierende Schulen; wirtschaftliche
Unabhängigkeit
für die Armen; die
Wiederherstellung
des Respekts
für
Familienleben und die Werte der Familie. Unser drittes Ziel heute abend
ist ein weltweites:
Die Wetterführung der aufregenden wirtschaftlichen
und
demokratischen
Revolutionen
in
der ganzen Welt. Viertens und letztens:
Unsere Nation lebt seit fast
eineinhalb
Jahrzehnten
im Frieden,
und während wir nun auf unsere Ziele
weltweiten Wohlstands und einer Welt
der Freiheit hinarbeiten, müssen wir
diesen Frieden bewahren und den Krieg
abschrecken, indem wir sicherstellen,
daß der nächste Präsident das erbt,
das diesem Präsident zu vermachen Sie
und ich eine moralische Pflicht haben:
Eine nationale Sicherheit, die
unangreifbar ist, und eine nationale
Sicherheit, die sich umfassend neuer
Technologien bedient und mit allen
Finanzmitteln ausgestattet ist.
Dies ist eine umfangreiche Tagesordnung. Das muß auch so sein. Sehen Sie, meine Gedanken in bezug auf
das kommenden Jahr sind ganz einfach:
Lassen Sie uns dies zum besten der
ganzen acht machen.
Und das heißt:
Mit ganzer Kraft bis zur Ziellinie.
Ich glaube nicht an die Vorstellung,
daß dies das letzte Jahr von irgendetwas ist; wir reden heute abend ja
nicht über die Verzeichnung vorläufiger Erfolge, sondern über Wege, um
unseren Erfolgen Dauerhaftigkeit zu
verleihen. Deshalb gilt unser Hauptaugenmerk den Werten, Prinzipien und
Ideen, die Amerika groß gemacht ha-

- 3 -

�ben.
Lassen Sie uns diesen Punkt
deutlich machen: Wir sind für befristete Regierungen, weil wir erkannt
haben - wie dies die Gründerväter taten -, daß dies der beste Weg zur Sicherung persönlicher Freiheit und Befähigung des Einzelnen ist, damit jeder Amerikaner jeglicher Rasse und
Religion vollständig am Gedeihen amerikanischen Wohlstands und amerikanischer Freiheit teil hat.
Und da ist noch etwas. Wir Amerikaner lieben die Zukunft; wir lieben ihren Klang, ihre Idee und ihre
Hoffnung. Wo andere Furcht vor Handel und Wirtschaftswachstum haben sehen wir Möglichkeiten zur Schaffung
neuen Wohlstands und nie erträumte
Chancen für Millionen in unserem Land
und
darüber
hinaus.
Wo
andere
Schranken errichten wollen, streben
wir danach, sie niederzureißen; wo
andere sich ihren Ängsten hingeben,
folgen wir unseren Hoffnungen.
Ja,
wir Amerikaner lieben die Zukunft und
wir lieben es, das Maximum aus ihr zu
machen.
Lassen Sie uns dies jetzt
tun.
Und lassen Sie uns beginnen, indem wir darüber sprechen, wie das
Wirtschaftswachstum
durch
Kontrolle
und letztlich Beseitigung des Problems der Defizite im Bundeshaushalt
aufrechterhalten werden kann. In den
vergangenen 57 Jahren hatten wir nur
acht Mal einen ausgewogenen Haushalt.
Zum ersten Mal in 14 Jahren hat die
Bundesregierung im vergangenen Jahr
real weniger ausgegebenen als im Jahr
zuvor.
Wir haben im Vergleich zum
Vorjahr vergangenes Jahr das Defizit
um 73 Milliarden Dollar verringert.
Das Defizit selbst ging von 6,3 Prozent des Bruttosozialprodukts auf nur
3,4 Prozent zurück.
Und das vielleicht wichtigste Zeichen des Fortschritts war der Wandel in unserer
Einstellung zu Defiziten. Einige un- 4

ter uns können sich noch daran erinnern, wie vor nicht allzu vielen Jahren diejenigen, die die Defizite verursacht haben, erklärten, daß sie uns
zu Wohlstand verhelfen würden und wir
uns keine Sorgen über die Defizite
machen sollten - "wir schulden sie
uns ja selbst". Nun, endlich besteht
Übereinstimmung, daß wir uns nicht
durch Ausgaben bereichern können.
Unsere jüngste Hausbaltsvereinbarung zur Reduzierung des Defizits im
Bundeshaushalt um 76 Milliarden Dollar in den kommenden zwei Jahren
gründet
sich
auf
diesen
Konsens.
Diese Vereinbarung muß jedoch eingehalten werden ohne daß sich wieder
die Irrtümer der Vergangenheit einschleichen
- noch mehr gebrochene
Versprechen und mehr unkontrollierte
Ausgaben.
Wie ich in meinem ersten
Bericht zur Lage der Nation erklärt
habe, läßt sich das Grundübel leicht
definieren:
die Bundesregierung ist
zu groß, und sie gibt zu viel Geld
aus.
Ich kann Sie, die überparteiliche Führung des Kongresses, meiner
Hilfe bei der Abwehr jeden Versuchs
versichern,
unser
Haushaltsabkommen
zum Scheitern zu bringen.
Und dazu
gehört auch die rasche und sichere
Anwendung des Vetorechts.
Es ist auch an der Zeit, offen
über das unmittelbarste Hindernis für
die Kontrolle des Haushaltsdefizits
zu sprechen. Das einfache aber frustrierende Problem, die Ausgaben mit
den Steuereinnahmen in Einklang zu
bringen - etwas, was amerikanische
Familien tun und zu dem die Bundesregierung außerstande ist - hat in dieser Stadt Krise auf Krise verursacht.
Herr Vorsitzender, Herr Präsident,
ich wiederhole heute abend, was ich
schon früher erklärt habe - und was
ich auch weiterhin erklären werde:
Das
Haushaltsverfahren
hat
versagt
und muß grundlegend überholt werden.

�Jedes Jahr ist das vor den Augen der
amerikanischen Öffentlichkeit stattfindende Spektakel dasselbe wie vergangene Weihnachten:
Haushaltsstichtage werden verzögert oder gänzlich
überschritten,
monströse
Haushaltsfortschreibungen, bei denen Ausgaben
von Hunderten von Milliarden Dollar
in ein Gesetz gepackt werden - und
eine Regierung am Rande der Zahlungsunfähigkeit.
Ich weiß, daß ich hier nur wiederhole, was Sie hier im Kongreß erklärt haben, weil Sie so unmittelbar
davon betroffen waren - aber wir
sollten uns daran erinnern, daß in
sieben Jahren von 91 Bewilligungsgesetzen, die zu einem bestimmten Termin auf meinen Schreibtisch hätten
kommen sollen, nur zehn rechtzeitig
zur Vorlage kamen. Vergangenes Jahr
war dies bei keinem der 13 Bewilligungsgesetze, die am 1. Oktober fällig waren, der Fall. Stattdessen gab
es vier Haushaltsfortschreibungen für
jeweils 41 Tage, 36 Tage, zwei Tage
und schließlich drei Tage.
Und danach kamen diese zwei Monster - ein
Ausgleichsgesetz von 1 186 Seiten und
15 Pfund Gewicht, das sechs Monate zu
spät eingebracht wurde sowie die mit
zweimonatiger
Verspätung
vorgelegte
langfristige
HaushaltsfortSchreibung
mit 1 047 Seiten und einem Gewicht
von 14 Pfund.
Von dem 1 053 Seiten
starken und 14 Pfund schweren Konferenzbericht ganz zu schweigen.
Das
ergab insgesamt 43 Pfund Unterlagen.
Ihnen verblieben ganze drei Stunden
zur Durchsicht eines jeden Berichts,
und in meinem Haushaltsbüro waren 300
Mitarbeiter notwendig, nur um den Gesetzentwurf zu lesen, nur damit der
Regierungsbetrieb weitergeführt werden konnte.
Der Kongreß sollte keinen Gesetzentwurf
dieser Art mehr vorlegen.
Und wenn Sie es doch tun, werde ich

ihn nicht unterzeichnen.
Lassen Sie uns all dies ändern;
warum gibt es nicht statt eines später verworfenen Haushaltsentwurfs des
Präsidenten und einer nicht verwirklichten Haushaltsresolution des Kongresses eine einfache Partnerschaft,
eine gemeinsame Übereinkunft, die im
Rahmen der verfügbaren Einkünfte bei
den Ausgaben Prioritäten setzt.
Und
wir sollten uns vergegenwärtigen, daß
unser Termin der 1. Oktober ist und
nicht Weihnachten; lassen Sie uns die
Arbeit
rechtzeitig
abschließen, um
ein Wettrennen mit Santa Claus zu
vermeiden. Dieses Jahr soll - um eine Redewendung zu prägen - einen neuen Anfang markieren.
13 einzelne
Vorlagen, termingerecht und vom Kongreß vollständig überprüft.
Ich bin mir ebenfalls sicher, daß
Sie mir zustimmen, wenn ich sage:
helfen wir bei der Sicherung unserer
Zukunft in Wohlstand, indem wir dem
Präsidenten ein Werkzeug an die Hand
geben, von dem ich - obwohl ich es
nicht mehr werde benutzen können sicher bin, daß es zukünftige Präsidenten aller Parteien brauchen. Geben Sie dem Präsidenten dieselbe Autorität, die 43 Gouverneure in ihren
Bundesstaaten ausüben - einen angemessenen Einfluß auf Bewilligungsgesetze,
auf
Beschneidung
der
Verschwendung
und
Verwirklichung
von
Disziplin Im Haushalt. Bitte stimmen
Sie dem selektiven Veto zu.
Und lassen Sie uns einen kleinen
Schritt in diese Richtung unternehmen.
Die meisten von Ihnen hier in
dieser Versammlung wußten nichts vom
Inhalt dieser umfassenden Vorlage und
dieses Berichts.
In den vergangenen
Wochen haben wir alle erfahren, was
sich hinter einem unscheinbaren Komma
hier und da verbarg.
Zum Beispiel
werden Millionen für Posten wie etwa

- 5 -

�die
Untersuchung
von
Preisel- und
Blaubeeren und von Krebsen sowie die
kommerzielle
Verwendung
von
Wildpflanzen
aufgewendet.
Ganz
zu
schweigen von der halben Million Dollar, mit der Vertreter der Entwicklungsländer hierher geholt werden, um
den Kongreß arbeiten zu sehen. Daran
werde ich nicht einmal rühren. Heute
abend stelle ich Sie vor diese Herausforderung.
In 30 Tagen werde ich
Ihnen die Posten zurücksenden - gewissermaßen als Annullierungen -, die
ich herausfiltern würde, wenn mir
dies zustände.
Überprüfen Sie dieses viele Milliarden Dollar starke Paket; damit
wird
nicht
unsere
überparteiliche
HaushaltsVereinbarung
aufgehoben.
Wenn diese angenommen wird, wird damit unser Ziel eines Defizitabbaus
eher verwirklicht.
Und wir können
damit ein Exempel statuieren:
daß
wir es ernst meinen, wenn es darum
geht, unsere finanzielle Bilanz auszugleichen. Mit der Durchführung und
Bewilligung dieses Plans haben Sie
die Möglichkeit, einen außer Kontrolle geratenen Prozeß im Kongreß zu beenden.
Es gibt noch eine weitere unerläßliche Reform.
Das Gramm-RudmanHollings-Gesetz war im Grunde hilfreich, aber wir sollten seine Zielsetzung
eines ausgeglichenen
Haushalts wieder aufnehmen und es damit
Beständigkeit erlangen lassen.
Wir
sollten das tun, was viele andere
Länder auch tun, um ihre Ausgaben
einzuschränken und worum wir von den
gesetzgebenen Körperschaften von 32
Bundesstaaten gebeten worden sind;
wir sollten uns dem Wunsch einer
überwältigenden Mehrheit von Amerikanern unterwerfen und einen Verfassungszusatz verabschieden, der einen
ausgeglichenen
Haushalt
vorschreibt
und die Bundesregierung zwingt, im
- 6

Rahmen ihrer Mittel zu leben.
Eine Reform des Haushaltsprozesses wird es - mit dem selektiven Veto
und dem Verfassungszusatz für einen
ausgeglichenen Haushalt - sowie mit
einer echten Beschränkung der Regierungsausgaben
verhindern,
daß
der
Bundeshaushalt jemals wieder die Familieneinkommen beeinträchtigt.
Wir
sollten
sicherstellen, daß
die
Bundesregierung
niemals
wieder
etwas gegen die einzelnen Haushalte
entscheidet.
Im vergangenen September habe ich einen Präsidialerlaß zur
Familie unterzeichnet, der vorsieht,
daß jedes Ministerium und jede Behörde ihre Aktivitäten nach sieben Maßstäben überprüft, die darauf abzielen, die Familien zu fördern anstatt
ihnen zu schaden. Lassen Sie uns sicherstellen, daß die Familie immer im
Zentrum
des
politischen
Prozesses
steht, nicht nur bei dieser, sondern
auch bei allen zukünftigen Regierungen. Es wird Zeit, daß der Kongreß zu Beginn - eine Erklärung über die
Auswirkungen in Erwägung zieht, die
die Gesetzgebung auf die Keimzelle
der amerikanischen Gesellschaft, die
Familie, hat.
Und wenn wir von der Familie
sprechen, sollten wir uns einem Thema
zuwenden, das alle amerikanischen Eltern beschäftigt - Erziehung.
Wir
kennen alle die leidige Geschichte
der sechziger und siebziger Jahre immense
Ausgaben,
niedrigere
Prüfungsergebnisse - und dieser hoffnungsvolle Trend der achtziger Jahre,
als
die
Besessenheit
mit
Dollars
durch eine Verpflichtung für Qualität
abgelöst wurde und die Prüfungsergebnisse wieder besser wurden.
Es gibt
eine Lektion, die wir alle hundertmal
an die Tafel schreiben sollten - bei
der Erziehung eines Kindes kann Geld
niemals
den
Stellenwert
solcher

�Grundlagen wie etwa Disziplin, harter
Arbeit und - Hausaufgaben - einnehmen.
Als Nation geben wir natürlich
viel für Erziehung - mehr als für die
Verteidigung - aus, und dennoch unterrichten im ganzen Land Gouverneure
wie Tom Kean aus New Jersey in den
Schulklassen, daß die Art und Weise
unserer Ausgaben so wichtig ist wie
der Umfang. Der Lehrerberuf soll allen qualifizierten Bewerbern offenstehen; ebenso eine leistungsgerechte
Vergütung, so daß gute Lehrer auch
gute Noten erzielen können; und ein
festeres Curriculum, wie es Minister
Bennett
für weiterführende
Schulen
vorgeschlagen hat - diese phantasievollen Reformen lassen den gesunden
Menschenverstand in Amerikas Schulen
zum beliebtesten neuen Kriterium werden.
Wie können wir helfen? Wir können über diese Reformen reden und sie
vorantreiben.
Aber das wichtigste,
was wir tun können, ist die Bestätigung,
daß
eine
Kontrolle
unserer
Schulen den Bundesstaaten und Kommunen, und vor allem aber den Eltern
und Lehrern zufällt.

brauchen, um sich aus der Armut herauszumanövrieren - der Familie. Abhängigkeit ist zu ei em dauerhaften
Erbe geworden, das von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird
- an Generationen von zerrütteten Familien.
Es ist an der Zeit - und das ist
eine der radikalsten Äußerungen, die
ich in den sieben Jahren meiner Amtszeit gemacht habe - es ist an der
Zeit, daß Washington etwas Demut bezeugt.
Es gibt Tausende Funken der
Genialität in 50 Bundesstaaten und
Tausende von Gemeinschaften im ganzen
Land.
Es ist an der Zeit, sie zu
nähren und zu sehen, welche von ihnen
Feuer fangen und zu Leuchtfeuern werden.
Die Bundessstaaten haben begonnen, uns den Weg zu weisen. Sie haben demonstriert, wie
erfolgreiche
Sozialhilfeprogramme auf wirkungsvolleren Methoden zur Hilfe für Kinder
und auf innovativen Programmen aufbauen können, die eine Mitarbeit von
Sozialhilfeempfängern erfordern.

Meine Freunde, vor einigen Jahren
hat die Bundesregierung der Armut den
Krieg angesagt, und die Armut hat gewonnen.
Heute unterhält die Bundesregierung 59 wichtige soziale Programme und gibt dafür im Jahr mehr
als 100 Milliarden Dollar aus. Was
ist mit all diesem Geld geschehen?

Wir
sollten
den
Einzelstaaten
mehr Flexibilität einräumen und weitere
Reformen
unterstützen.
Wir
sollten damit beginnen, unser Sozialhilfesystem zur ersten Stufe auf Amerikas Leiter der Möglichkeiten zu machen - ein Schritt weg von der Abhängigkeit; nicht etwa ein Begräbnis-,
sondern eine Geburtsstätte der Hoffnung.

Nur allzuoft hat es nur bewirkt,
daß es jetzt schwieriger ist, der Armut
zu entkommen.
Sozialhilfeprogramme der Bundesregierung haben ein
massives soziales Problem geschaffen.
Mit den besten Absichten hat die Regierung eine Falle der Armut geschaffen, die über dem System der Hilfe
zuschnappt, das die Armen am meisten

Ich möchte mich jetzt einem der
drei anderen Themen zuwenden, die für
die Werte der Familie und die Qualität des Familienlebens existentielle
Bedeutung haben.
Das erste ist die
noch nicht erzählte Geschichte eines
amerikanischen Erfolgs.
Vor kurzem
haben wir unseren Jahresbericht darüber veröffentlicht, was Schüler kurz

- 7 -

�/or ihrem Schulabschluß über Drogen
zu sagen haben.
Der Konsum von Kokain ist rückläufig und der Marihuanakonsum verzeichnet seinen niedrigsten Stand seit Beginn der Untersuchung.
Wir können stolz darauf
sein, daß unsere Schüler zu Drogen
ganz einfach "Nein" sagen. Aber wir
sollten uns daran erinnern, daß eine
Beendigung dieses Wahnsinns das Engagement in jedem Teil Amerikas und von
jedem einzelnen Amerikaner erfordert
- den Einsatz für ein drogenfreies
Amerika. Der Kampf gegen Drogen ist
ein Kampf der einzelnen Schlachten,
ein Kreuzzug mit vielen Helden - dazu
zählen die jungen Leute in Amerika
und jemand, der mir sehr lieb ist.
Sie hat vielen jungen Menschen dabei
geholfen, "Nein" zu Drogen zu sagen.
Nancy, Dir gebührt große Anerkennung,
und ich möchte Dir den Stolz Deines
Mannes und den Dank Deines Landes zum
Ausruck bringen.
Jetzt kommen wir zu einem Problem
der Familie, mit dem wir uns mutig
konfrontieren müssen.
Heute fordere
ich Amerika - ein gutes Land und ein
moralisches Volk - auf, sich nachsichtig, aber dennoch realistisch den
schrecklichen
Preis der Abtreibung
auf Verlangen vor Augen zu führen.
Denen, die erklären, dies verletze
das Recht der Frau auf Kontrolle über
ihren eigenen Körper - können sie medizinische Beweise leugnen, denen zufolge das ungeborene Kind ein lebendiger Mensch ist und damit das Recht
auf Leben, Freiheit und das Recht auf
Glück hat?
Wir sollten uns als Nation zusammenschließen und das ungeborene Leben durch Gesetze schützen,
durch die jegliche Bundesfinanzierung
zur Abtreibung ausgesetzt wird - mit
einem Zusatz für Menschliches Leben,
der
natürlich
dort
eine
Ausnahme
macht, wo ein ungeborenes Kind das
Leben der Mutter bedroht.
Unsere
christlich-jüdische Tradition erkennt

dieses
Recht
an,
ein
Selbstschutz zu nehmen.

Leben

zum

Aber lassen Sie uns mit dieser
einen Ausnahme diejenigen in unserem
Land betrachten, die sich danach sehnen, ein Kind zu adoptieren. ich erkläre Ihnen heute abend, daß ich daran arbeiten werde, Hindernisse bei
der Adoption auszuräumen und den vollen Anteil am Familienleben auf Millionen von Amerikaner auszudehnen, so
daß Kinder, die ein Heim brauchen, in
den Familien will kommen geheißen werden können, die sie wollen und lieben.
Und ich möchte hier hinzufügen:
so viele unserer großen Staatsmänner
haben uns daran erinnert, daß geistige Werte allein für die Gesundheit
und Kraft unserer Nation von Bedeutung sind.
Dieser Kongreß eröffnet,
wie auch der Oberste Gerichtshof,
seine Sitzungen jeden Tag mit einer
Würdigung
des Allerhöchsten
- und
dennoch wird uns das Recht verweigert, jeden Tag in den Schulen denjenigen, die beten möchten, einen Moment zu gewähren.
Ich glaube, der
Kongreß sollte unseren Zusatz für das
Schulgebet bewilligen.
Um sicherzustellen, daß es einen
neun ordentliche Mitglieder umfassenden Obersten Gerichtshof gibt, der
die Gesetze auslegt und die Rechte
aller Amerikaner schützt, fordere ich
den Senat auf, schnell und entschlossen Richter Anthony Kennedy für das
oberste Gericht des Landes und ferner
27 Kandidaten zu bestätigen, die im
Augenblick darauf warten, freigewordene Stellen in der Bundesjustiz zu
besetzen.
Hier liegen also unsere innenpolitischen Prioritäten.
Wenn jedoch
Kongreß und Administration zusammenarbeiten,
eröffnen
sich
uns
noch
größere Möglichkeiten für die Expan-

�sion der wachsenden Weltwirtschaft,
die weitere Reduzierung der Bedrohung
durch Nuklearwaffen sowie die Erweiterung der Grenzen der Freiheit und
den Aufbau demokratischer Institutionen.
Einer der entscheidendsten Beiträge, den die Vereinigten Staaten
der Welt gegenüber leisten können,
ist die Förderung der Freiheit als
Schlüssel
zum
Wirtschaftswachstum.
Ein
kreatives,
wettbewerbsfähiges
Amerika ist die Antwort auf eine sich
wandelnde Welt und nicht Handelskriege, die Türen verschließen, weitere
Hemmnisse aufbauen und Millionen von
Arbeitsplätzen zunichte machen. Wir
sollten uns stets vor Augen halten:
Protektionismus ist destruktiv. Amerikas Arbeitsplätze, Amerikas Wachstum, Amerikas Zukunft hängen vom
Handel ab - freiem, offenem und fairem Handel.
In diesem Jahr liegt es in unserer
Macht,
einen
entscheidenden
Schritt in Richtung auf eine wachsende Weltwirtschaft und ein künftiges
Zeitalter des Wohlstands zu vollziehen, der alle freien Nationen dieser
Welt erfaßt. Ich spreche von dem historischen
Freien
Handelsabkommen,
das zwischen den Vereinigten Staaten
und Kanada geschlossen worden ist.
Seien Sie versichert, daß wir entschlossen sind, dieses Konzept sowohl
auf den Süden als auch auf den Norden
auszudehnen. Im nächsten Monat werde
ich nach Mexiko reisen, wo wir uns
speziell mit der Problematik des Handels befassen werden. Im Verlauf der
kommenden Monate werden der Kongreß
und das kanadische Parlament ferner
damit beginnen, diese nordamerikanische Übereinkunft in die Praxis umzusetzen.
Unser Ziel muß der Tag
sein, an dem der freie Fluß des Handels - von der Spitze der Tierra del
Fuego bis zum nördlichen Polarkreis -

die Völker der westlichen Hemisphäre
durch einen Austausch miteinander
verbindet, der von geg nseitigem Nutzen ist und an dem alle Grenzen zu
dem werden, was die amerikanisch-kanadische Grenze schon seit langem
ist - eher ein Treffpunkt denn eine
Trennungslinie.
Diese von uns vielerorts in Richtung auf wirtschaftliche Freiheit beobachtete Bewegung ist untrennbar von
der weltweiten Entwicklung zu politischer Freiheit - und gegen totalitäre Herrschaft. Diese weltweite demokratische Revolution hat das Gespenst einer zu permanentem Minderheitendasein in der Welt verdammten
Demokratie vertrieben, das uns noch
vor einem Jahrzehnt in Schrecken versetzte.
In Süd- und Mittelamerika
kam im Jahr 1976 nur ein Drittel der
Bevölkerung in den Genuß einer demokratischen Regierung.
Heute leben
mehr als 90 Prozent der Lateinamerikaner in Nationen, die sich demokratischen Grundsätzen verschrieben haben.
Und das Wiederaufleben der Demokratie ist jenen mutigen Menschen in
nahezu jedem Kontinent der Welt zu
verdanken, die darum gekämpft haben,
ihr Schicksal in die eigenen Hände
nehmen zu können. In Nicaragua kommt
diesem Kampf eine besondere Bedeutung
bei, da dieses Land so nahe unseren
eigenen Grenzen liegt. Die jüngsten
Enthüllungen eines ehemaligen hochrangigen
Sandinisten, Major Roger
Miranda, liefern den Beweis, daß die
kommunistische Regierung der Sandinisten in Nicaragua Pläne für eine
große, 600 000 Mann starke Armee aufgestellt hat und dies zu Zeiten, in
denen sie vom Frieden spricht. Bereits zum Zeitpunkt des Entwurfs dieser Pläne ist sich das sandinistische
Regime jedoch bewußt, daß sich das
Blatt wendet und die Sache der nica-

- 9 -

�raguanischen Freiheit ihren Höhepunkt
erreicht hat.
Wegen der Freiheitskämpfer, die eich der kommunistischen
Herrschaft
widersetzen, sahen sich
die
Sandinisten
gezwungen, gewisse
demokratische Rechte zu gewähren, mit
den Kirchen zu verhandeln und einige
wenige politische Gefangene freizulassen.
Im Brennpunkt stehen die Sandinisten, ihre Versprechungen und ihre
Aktionen.
Die vier
demokratischen
Präsidenten Mittelamerikas sind sich
einig, daß die Sandinisten ihren Plan
nicht eingehalten haben, Frieden und
Demokratie in ganz Mittelamerika zu
schaffen.
Die
Sandinisten
haben
vielmehr Reformen versprochen.
Ihre
Herausforderung liegt in unwiderruflichen Schritten hin zur Demokratie.
Am Mittwoch wird meine Vorlage
zur weiteren Unterstützung der Freiheitskämpfer unterbreitet werden, in
der unser gegenseitiger Wunsch nach
Frieden, Freiheit und Demokratie in
Nicaragua seinen Niederschlag gefunden hat.
Ich rufe den Kongreß auf,
diesen Vorschlag zu genehmigen. Laßt
uns für das Volk Nicaraguas sein, was
Lafayette, Pulaski und von Steuben
für unsere Vorfahren und die Sache
der amerikanischen Unabhängigkeit waren.
Daher sind auch in Afghanistan
die
Freiheitskämpfer
der Schlüssel
zum Frieden.
Wir unterstützen die
Mujahedin.
Es wird keine Beilegung
des Konflikts geben, solange nicht
alle sowjetischen Truppen abgezogen
sind und dem afghanischen Volk echte
Selbstbestimmung gewährt wird.
Ich
habe Herrn Gorbatschow meine Haltung
in dieser Angelegenheit wissen lassen. Aber es geht hier nicht nur um
Nicaragua und Afghanistan.
überall
können wir die anschwellende Woge der
Freiheit in der Welt beobachten -

Freiheitskämpfer, die sich in Kambodscha und Angola zusammenschließen und
für dieselben demokratischen Freiheiten kämpfen und ihr Leben lassen, die
uns heilig sind. Ihre Sache ist unsere Sache. Freiheit.
Doch selbst während wir an der
Weiterverbreitung der Freiheit arbeiten, müssen wir den Frieden sicherer
machen und die Gefahr eines Nuklearkrieges verringern.
Wir dürfen uns
jedoch keinen
Illusionen
hingeben.
Drei Jahre stetigen Verfalls unserer
jährlichen Verteidigungsinvestitionen
haben die Risiken für unsere grundlegendsten Sicherheitsinteressen erhöht
und frühere, hart erarbeitete Ziele
aufs Spiel gesetzt.
Wir müssen uns
den
Auswirkungen
dieser
negativen
Tendenz stellen und angemessene, stabile
Verteidigungsausgaben
sowohl
jetzt als auch in der Zukunft zu unserem vorrangigem Ziel machen.
Bei
den Förderprogrammen für Wirtschaft
und Sicherheit sollten wir uns von
denselben
Bedenken
leiten
lassen.
Aber die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten und ihrer NATO-Partner hat den Weg für nie dagewesene
Errungenschaften In der Rüstungskontrolle geebnet.
Unser kürzlich unterzeichneter INF-Vertrag ist ein historisches Dokument, da er die Nuklearwaffen
verringert
und
die
einschneidendsten Verfizierungsmaßnahmen
in der Geschichte der Rüstungskontrolle vorsieht bis hin zu Verschiedenen, kurzfristig
anberaumten
Inspektionen vor Ort.
Ich habe den
Vertrag heute vorgelegt und fordere
den Senat dringend auf, seine Empfehlungen und seine Zustimmung zur Ratifizierung dieses Abkommens zu geben,
das einen Meilenstein in der Geschichte darstellt.
Zusätzlich
zum INF-Vertrag
ist
ein noch bedeutenderes START'-Abkoffimen
In greifbare Nähe gerückt, mit dem

- 10 -

�amerikanische und sowjetische Langstreckenraketen oder die strategischen Arsenale um die Hä'lfte reduziert werden sollen. Lassen sie mich
jedoch eindeutig klarstellen:
Wir
wollen kein Abkommen um des Abkommens
willen, sondern geben uns nur mit einem Abkommen zufrieden, mit dem unsere nationale Sicherheit und die unserer Verbündeten wirklich verbessert
wird. Wir werden niemals unsere Sicherheit - oder die unserer Verbündeten - aufs Spiel setzen, nur, um ein
Abkommen mit den Sowjets zu erzielen,
überhaupt kein Abkommmen ist besser
als ein schlechtes Abkommen.
Wie ich bereits erwähnt habe, gehen unsere Bestrebungen dahin, zukünftigen Generationen das zu geben,
was sie nie zuvor hatten: Eine von
nuklearem Terror freie Zukunft. Reduzierung der strategischen Offensivwaffen ist ein Schritt. SDI ein weiterer. Unsere Forderung zur Finanzierung der Strategischen Verteidigungsinitiative beläuft sich auf weniger als zwei Prozent unseres gesamten Verteidigungshaushalts. Die Finanzierung von SDI ist sinnvoll angelegtes und gut ausgegebenes Geld.
SDI verfolgt denselben Zweck und unterstützt eben dieses Ziel der Rüstungskontrolle.
Die
Inititative
verringert das Risiko eines Krieges
und die Bedrohung durch Nuklearwaffen
für die gesamte Menschheit. Die niemanden bedrohende Strategische Verteidigung könnte der Welt eine sicherere, stabilere Grundlage für die Abschreckung bieten. Wir sollten nicht
vergessen, daß SDI auch unsere Versicherung gegen einen Nuklearunfall ist
- ein Tschernobyl im Weltraum - oder
den versehentlichen Abschuß durch irgendeinen
plötzlich
auftauchenden
Verrückten.

gen in der Welt beobachten: während
der Totalitarismus
lagegen kämpft,
durch die Kräfte des wirtschaftlichen
Fortschritts und das Streben nach
menschlicher Freiheit überwältigt zu
werden, sind die freien Nationen flexibel und leben wieder auf. Ebenso
wie die weltweite demokratische Revolution den Totalitarismus in die Defensive drängte, haben wir die Tage
des Rückzugs hinter uns gelassen Amerika ist erneut der energische Anführer einer freien Welt, ein Land,
das die Förderung ihrer Grundsätze
und vitalen Interessen entschieden
und entschlossen vorantreibt.
Kein
Vermächtnis könnte mich mit größerem
Stolz erfüllen als der Konsens beider
Häuser des Kongresses für die Sache
des Weltfriedens, ein Konsens, der
die Lähmung amerikanischer Macht für
immer verhindert.
Meine am heutigen abend vorgebrachten Gedanken gehen jedoch noch
über dies hinaus. Und ich hoffe, Sie
gestatten mir, diesen Abend mit einer
persönlichen Überlegung zu beschliessen. Wie Sie wissen, hat die Welt
eine entscheidende Veränderung erfahren, nachdem Jacob Shallus, ein vertrauenswürdiges
und
zuverlässiges
Mitglied der Generalversammlung von
Pennsylvania, seinen Stift ergriffen
und jene Worte über eine repräsentative Regierung In der Präambel unserer Verfassung festgeschrieben hat.
Und in unauffälliger, jedoch endgültiger Weise wandelte sich der Verlauf
der menschlichen Geschichte für immer, als Lincoln auf einem den
Emmitsburg Pike überragenden Bergkamm
in
einer
unbekannten
Stadt
in
Pennsylvania namens Gettysburg von
unserer Pflicht der Regierung des
Volkes und für das Volk sprach, die
niemals von der Erde verbannt werden
dürfe.

Im Verlauf der vergangenen sieben
Jahre konnten wir solche Veränderun- 11 -

Zu Beginn diese Jahrzehnts deute-

�te ich an, daß wir in einer ähnlich
bewegten Zeit leben - daß die Entscheidung nun an uns sei, ob unsere
Form der Regierung fortbestehen könne
und ob die Geschichte noch einen
Platz von Bedeutung für ein ruhiges,
wohltuend
grünendes Land, genannt
Amerika, zur Verfügung habe. Nicht
alles ist in diesen sieben Jahren zur
Vollkommenheit geraten - noch wird es
in siebenmal 70 Jahren vollkommen
werden - aber in diesem und in den
kommenden Jahren liegt die große Aussicht auf die Sache des Friedens und
der Freiheit in der Welt vor uns.
Dies bedeutet auch, daß die jungen Amerikaner, von denen ich vor
sieben Jahren sprach - ebenso wie
diejenigen, die am heutigen abend die
Küsten von Virginia oder Maryland
entlangwandern und zum ersten Mal die
Lichter dieser Hauptstadt sehen, die
Lichter, die ihren Glanz auf unsere
bedeutenden Regierungsgebäude und Monumente zum Gedenken unserer großen
Männer werfen - es bedeutet, daß diese jungen Amerikaner eine Stadt der
Hoffnung in einem Land finden werden,
das frei ist.
Wir können mit Stolz darüber erfüllt sein, daß heute nacht für sie
wie für uns diese Lichter entlang dem
Potomac noch immer leuchten - und damit, wie seit nahezu zwei Jahrhunderten - und, so Gott will, für immer das Zeichen setzen, daß eine weitere
Generation
von Amerikanern diesen
Amerika genannten Ort bewahrt und in
Liebe weitergegeben hat, diese leuchtende Stadt auf einem Hügel, diese
Regierung vom, durch und für das Volk.
Ich

danke

Ihnen.

Gott

schütze

Sie.

* * * * * *

- 12

�AMERIKA DIENST
VON

Dokumentation

4

27. Januar 1983

REAGAN:

CONTRAS SIND "VERSICHERUNGSPOLICE FÜR DEMOKRATIE"

- Präsident Reagans Rede vor Kommunalpolitikern im Weißen Haus -

WASHINGTON - (AD) - In seiner Ansprache vor Kommunalpolitikern im Weißen
Haus forderte Präsident Reagan am 20. Januar 1988 die Zustimmung des Kongresses zur Hilfe an den nicaraguanischen Widerstand und bezeichnete die Contras
als "unsere Versicherungspolice" für Demokratie in Mittelamerika. "Allein die
Freiheitskämpfer haben die Sandinisten an den Verhandlungstisch gebracht und
ihnen die beschränkten Reformen, die diese durchgeführt haben, abgerungen".
Reagan erklärte, ohne die Kämpfer der Widerstandsbewegung bestehe "keine Hoffnung auf Demokratie in Nicaragua".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede im Wortlaut:

Wie Sie wissen, wird der Kongreß
in Kürze über weitere Hilfe für die
demokratischen Widerstandskämpfer in
Nicaragua
abstimmen
für
die
Contras, wie sie genannt werden, oder
die Freiheitskämpfer, wie ich sie
nenne.
Wenn
diese
Hilfsleistungen
keine Zustimmung finden, das haben
die Gegner dieser Hilfe im Kongreß
sehr klar herausgestellt, dann wird
darüber nicht noch einmal abgestimmt
werden.
Wir befinden uns an einem
wichtigen Scheideweg - wenn sich der
Kongreß gegen die Hilfe entscheidet,
könnte diese Entscheidung unwiderruf-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

lich sein.
Wenn das geschieht, befürchte ich, werden wir alle Hoffnung
auf Demokratie in Nicaragua und Frieden in Mittelamerika aufgeben.
Vergangenes Wochenende sind die
Staats- und Regierungschefs der fünf
Staaten Mittelamerikas zusammengekommen, um die Einhaltung des Abkommens
von Guatemala zu prüfen.
Über das
Ergebnis
ihrer
Beratungen
besteht
kein Zweifel: Die Sandinisten bilden
das größte Hindernis für die Erfüllung des Plans und für Frieden und
Demokratie in dieser Region. Während

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�die vier Demokratien Mittelamerikas
das Abkommen weitgehend
einhalten,
sind die Sandinisten davon weit entfernt.
Das mußten sogar die Sandinisten selbst zugeben, und sie veröffentlichten eine eigene Erklärung, in
der zusätzliche Maßnahmen dargelegt
wurden, zu deren Bekanntgabe sie sich
gezwungen sahen, um ihr Verhalten in
ein besseres Licht zu rücken.
Heute möchte ich zu Ihnen darüber
sprechen, warum wir weiterhin Druck
auf die Sandinisten ausüben müssen,
damit sie die Entwicklung nicht umkehren können und weiterhin den Weg
zur Demokratie verfolgen. Weil jeder
von ihnen unternommene Schritt, jede
widerstrebend
durchgeführte
Reform,
leicht
rückgängig
gemacht
werden
kann.
Daniel
Ortega hat erklärt,
seine Revolution sei unwiderruflich unser Ziel in Nicaragua muß darin bestehen, die Demokratie unumstößlich
einzurichten.
Wir begrüßen die neuen Versprechen der Sandinisten, den Friedensplan einzuhalten, und wir sollten sie
beim Wort nehmen. Wir müssen sicherstellen, daß wir jedesmal, wenn die
Sandinisten der Demokratie eine neue
Tür öffnen, diese Tür hinter ihnen
schließen - und sie geschlossen halten. Nur die Freiheitskämpfer können
das tun - sie allein können unsere
Versicherungspolice für die Demokratie in Mittelamerika sein.
Es heißt, die
Freiheitskämpfer
seien nicht notwendig, um den Druck
aufrechtzuerhalten - die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit und die
von den Sandinisten beschworene Verpflichtung auf das Abkommen von Guatemala
reichten
aus.
Vielleicht
lohnt sich eine Betrachtung des historischen Hintergrunds, um zu erkennen, wieviel Glauben wir den Versprechungen der Sandinisten schenken kön-

nen.
Wie ich in meiner jüngst bei der
Organisation
Amerikanischer
Staaten
(OAS) gehaltenen Rede ausgeführt habe, besteht bereits eine auf dem Verhandlungswege
erzielte
Vereinbarung
mit den Sandinisten - die Übereinkunft von 1979, in der die Vereinigten Staaten gemeinsam mit den anderen
Mitgliedern der OAS in beispielloser
Weise einer amtierenden Regierung dem Somoza-Regime - die Anerkennung
entzogen
und
den
Sandinisten
zur
Macht verhalfen.
Als Teil dieser Vereinbarung versprachen die Sandinisten - und ich
zitiere hier von den Sandinisten unterzeichnete Dokumente - "freie Wahlen, eine demokratische Regierung mit
breiter Basis, volle Garantie der
Menschenrechte, Grundfreibeiten, Religionsfreiheit, Freiheit für Gewerkschaften, eine gemischte Wirtschaft
und eine unabhängige Außenpolitik der
Blockfreiheit
sowie
ein
minimales
stehendes Heer".
Man beschreibt nur etwas Offensichtliches, wenn man darauf hinweist, daß die Sandinisten nicht ein
einziges
Versprechen gegenüber den
anderen Staaten der OAS eingelöst haben. Nicht allgemein bekannt ist jedoch die Tatsache, daß uns eindeutige
Beweise dafür vorliegen, daß sie dazu
auch niemals die Absicht hatten. Nur
zwei Monate nach ihrer Machtübernahme
hielten die Führer der Sandinisten
ein geheimes Treffen ab, um einen Bericht zu entwerfen, der als "72-Stunden-Dokument" bekannt wurde und in
dem ihre Pläne zur Errichtung einer
kommunistischen Diktatur in Nicaragua
und Verbreitung der Subversion in
Mittelamerika dargelegt werden.
Die Sandinisten
thisanten erklären,

und ihre Sympaes sei die Ag-

�gressivität der Vereinigten Staaten
gewesen, die sie gezwungen habe, von
ihren Versprechen abzuweichen, ebenso
wie sie jetzt die Schuld für ihre
Verfehlungen
den
Freiheitskämpfern
zuweisen.
Dennoch wollen wir uns
wieder den historischen Begebenheiten
zuwenden.
Nur einen Tag nach Beendigung des
geheimen Treffens zur Erstellung des
72-Stunden-üokuraents
wurde
Daniel
Ortega von Präsident Carter ira Weißen
Haus empfangen, wo dieser der neuen
Regierung
unsere
Freundschaft
und
Hilfe anbot.
Aber während wir den
Sandinisten über eine Milliarde Dollar an Hilfsleistungen zukommen H e s sen, mehr als irgendeinem anderen
Land, und ihnen Milliarden Dollar an
Krediten verschafften, haben die Sandinisten ihre Pläne zur Abschaffung
der Menschenrechte und Errichtung eines totalitären marxistischen Regimes
in Nicaragua durchgeführt.
Sechs Monate nach der Zusammenkunft im Weißen Haus, während die
Hilfe der Vereinigten Staaten weiterhin floß, unternahmen einige Führer
der Sandinisten ihre erste - und die
erste in einer Reihe von vielen - offizielle Reise nach Moskau, und unterzeichneten ein Kommunique" mit der
Kommunistischen
Partei
der Sowjetunion, in dem sie ihre Unterstützung
für die außenpolitischen Ziele der
Sowjetunion
erklärten.
Aber
das
könnte man als reine Schreibarbeit
bezeichnen.
Es gab bereits sowjetische Militärberater in Nicaragua.
Bei meinem Amtsantritt im Jahr 1981
waren Über 30 Militärstützpunkte entweder bereits errichtet oder im Bau.
Die sandinistische Armee wurde zur
größten und am besten ausgerüsteten
in ganz Mittelamerika, und die Sandinisten
unterstützten
bereits die
kommunistischen Guerrillas in El Salvador - ail dies, während amerika-

nische Hilfe nach Nicaragua floß,
während unsere Hand in Freundschaft
ausgestreckt war.
Ich könnte im einzelnen auf die
systematische Ausmerzung aller Menschenrechte eingehen, die Folterung
von Andersdenkenden und die steigende
Zahl politischer Gefangener, die Tragödie von Hunderttausenden von nicaraguanischen Flüchtlingen, die nach
Costa Rica und Honduras strömten
nahezu jeder zehnte Nicar^guaner ist
jetzt ein Flüchtling.
Aber die Bilanz der sandinistischen Tyrannei ist
inzwischen wohlbekannt.
Die Zerstörung der Menschen durch den Kommunismus auf dem amerikanischen Festland
ist gut belegt und wird von allen
Seiten anerkannt.
Ich möchte Ihnen an dieser Stelle
eine einfache
Frage stellen:
Wie
können wir erwarten, daß ein Regime,
das eine solche Bilanz gebrochener
Versprechen und offensichtlicher Täuschungen angehäuft hat, sich an die
Bedingungen des Abkommens von Guatemala hält, wenn wir nicht weiterhin
Druck ausüben, indem wir den Freiheitskämpfern Hilfe gewähren?
Vor
kurzem
hielt
sich
Daniel
Ortega hier in Washington zu Gesprächen mit Mitgliedern des Kongresses
auf und versicherte Ihnen sein Engagement für das Abkommen von Guatemala. Aber wir wissen jetzt durch die
Aussage eines hochrangigen Überläufers der Sandinisten, Major Roger
Miranda, daß sogar zum Zeitpunkt dieser Versprechungen von Daniel Ortega,
die Sandinisten gemeinsam mit den Kubanern und den Sowjets die Aufstokkung ihrer Streitkräfte auf 600 000
planten - das ist jeder fünfte Bewohner des Landes.
Kurz nachdem Major
Miranda seine Enthüllungen der Öffentlichkeit bekanntgab, wurden diese
durch
den
Verteidigungsminister

- 3 -

�Humberto Ortega bestätigt, wie auch
die Pläne der Sandinisten, moderne
Kampfflugeuge des Typs MiG, Raketen
und Artillerie zu erwerben.
"Einige
tausend" Nicaraguaner nehmen ihm zufolge an Kursen in der Sowjetunion
und anderen sozialistischen Ländern
teil, um die Bedienung der neuen Waffensysteme zu erlernen.
Und
die Sandinisten
entwickeln
jetzt militärische Einrichtungen, die
als Basis des sowjetischen TU-95 Bomber (BEAR) dienen könnten - eines
Bombers, der sehr wohl in die kontinentalen Vereinigten Staaten vordringen könnte.
Und wie sich nun herausstellt,
geschah
all
das,
während
Daniel
Ortega In unserem Kongreß über den
Frieden sprach.
Ich erinnere mich an einen Spruch
aus meiner Kindheit, den Sie sicherlich kennen.
Er lautet: "Wenn Du
mich einmal hereinlegst, ist es Deine
Schuld. Wenn Du mich zweimal hereinlegst, ist es meine Schuld".
Aber
wie ist es mit dem dritten, vierten
und fünften Mal? Wie kann man solch
eine immer wiederkehrende Leichtgläubigkeit erklären?
Jetzt haben die Sandinisten neue
Versprechungen gemacht. Wir begrüßen
ihr Versprechen, den Ausnahmenzustand
aufzuheben, Treffen mit den Freiheitskämpfern
abzuhalten, Kommunalwahlen durchzuführen und einige politische Gefangene freizulassen - und
wir müssen sie im Hinblick auf diese
Versprechungen
beim
Wort
nehmen.
Aber diese beschränkten Maßnahmen durch die sie immer noch nicht die
Übereinkunft von Guatemala einhalten
- geschahen mit größter Zurückhaltung
und nur nachdem verschiedene amerikanische Kongreßabgeordnete den Sandinisten erklärt haben, daß ein dies-

bezügliches Versäumnis sich in weiterer Hilfe für die Freiheitskämpfer
niederschlagen würde.
Gab es etwa
ein besseres Argument für die Hilfsleistungen? Es sind allein die Freiheitskämpfer und der von Ihnen auf
die Sandinisten ausgeübte Druck, die
uns soweit gebracht haben.
Es sind
allein die Freiheitskämpfer, die die
Sandinisten soweit auf dem Weg zur
Demokratie vorantreiben können, daß
sie nicht mehr zurückweichen können.
Als Tatsache bleibt jedoch bestehen, daß die Sandinisten, auch wann
sie die von ihnen angekündigten Maßnahmen durchführen, von einer Einhaltung der Übereinkunft von Guatemala
immer noch weit entfernt find«
Nahezu sechs Monate nach der Unterzeichnung
und
fast drei Monate
nach der vereinbarten Frist für die
Einhaltung befinden sich Tausende politischer Gefangener in den Gefängnissen der Sandinisten und werden
selbst unter der soeben verkündeten
Amnestie auch dort bleiben. Oppositionsgruppen und Verfechter der Menschenrechte werden von Reglerungskommandos schikaniert und geschlagen vielleicht das beste Anzeichen für
die wahren Absichten der Sandinisten
war die vergangene Woche erfolgte
Verhaftung
und Einschüchterung
von
sieben Führern der demokratischen Opposition, die nur nach einem Sturm
internationalen Protests wieder freigelassen wurden.
In diesem Land wird vielfach die
Meinung
vertreten, die Sandinisten
würden Reformen durchführen, wenn wir
sie nur in Ruhe ließen. Aber das widerspricht dem, was die Sandinisten
selbst sagen.
Erst vor fünf Wochen
hat Daniel Ortega seine Absichten
klar bekundet. Selbst wenn in Nicaragua Wahlen stattfänden und die Sandinisten verlören, würden sie Ortega

- 4 -

�zufolge
geben.

doch

niemals

die Macht

auf-

Diejenigen, die Mittel für die
Freiheitskämpfer beschneiden wollen,
werden erklären müssen, warum Daniel
Ortega nicht das meint, was er sagt.
Sie werden erklären müssen, daß die
Sandinisten nicht meinen, was sie sagen, wenn sie davon sprechen, Mittelamerika in ein "Flammenmeer der Revolution" zu verwandeln und ihren Kampf
auf Lateinamerika und Mexiko auszudehnen.

dies der Moment der Wahrheit, der
Entscheidung für oder gegen die Freiheitskämpfer. Wenn wir sie jetzt im
Stich lassen und sich der Kongreß gegen die Hilfe entscheidet, werden wir
die einzig wahre Kraft für Frieden
und Freiheit in Nicaragua aufgeben.
Wir werden dem Friedensprozeß den
Platz einer unbedeutenden Fußnote in
der Geschichte einräumen und den Sowjets einen ihrer größten strategischen Siege seit dem Zweiten Weltkrieg verschaffen.

Im nächsten Monat werden auch der
amerikanische Kongreß und das amerikanische Volk ihre Wahl treffen müssen.

Im Laufe der Geschichte war es
unser größtes Glück und einer der
größten Vorteile unseres Landes, daß
wir auf allen Seiten von riesigen
Ozeanen
umgeben
sind.
Fast
zwei
Jahrhunderte lang haben wir nicht die
Tragödie einer ausländischen Aggression auf unserem Festland erlebt.
Und heute können wir uns dessen rühmen, daß die Tausende von Meilen der
Grenzen, die uns und unsere Nachbarn
trennen, unverteidigt und unbefestigt
sind.
Wir sind von der Geschichte
begünstigt
worden.
Aber
darüber
sollten wir nicht gleichgültig dafür
werden, daß sich eine reale - und
wenn wir sie nicht aufhalten - unwiderrufliche Gefahr in unserem Süden
entwickelt. Bedenken Sie die Auswirkungen auf die nationale Sicherheit
der Vereinigten Staaten, wenn die
sandinistische
Vision
eines kommunistischen Mittelamerika verwirklicht
und Mexiko bedroht wird. Stellen Sie
sich vor, wir müßten uns zum ersten
Mal in diesem Jahrhundert mit einer
Bedrohung unserer Sicherheit an der
südlichen
Grenze
auseinandersetzen.
Stellen Sie sich vor, unsere lebenswichtigen Schiffahrtswege durch den
Golf wären gefährdet. Einen Aufruhr,
wie er im Persischen Golf stattfindet, darf es im Golf von Mexiko nicht
geben.

Wie ich bereits gesagt habe, ist

Es ist vorsätzlich naiv, zu den-

Denn gerade jetzt sind die, die
zwischen den Sandinisten und ihren
erklärten Absichten stehen - die ein
Hindernis
für
einen
sowjetischen
Stützpunkt in Mittelamerika bilden die
nicaraguanischen
Freiheitskämpfer.
Es ist klar, daß es die Freiheitskämpfer sind - und nur sie -,
die die Sandinisten an den Verhandlungstisch gebracht und ihnen die beschränkten Reformen, die sie durchgeführt haben, abgerungen haben.
Ohne
die Freiheitskämpfer bestünde keine
Hoffnung mehr auf Demokratie in Nicaragua.
Die Konsolidierung totalitärer Macht wäre erreicht, und die Sowjets hätten mit Erfolg ein neues Kuba errichtet - dieses Mal auf dem
amerikanischen Festland.
Die Sowjets haben ihre Wahl getroffen. Sie haben gemeinsam mit ihren Verbündeten Milliarden Dollar an
Militärhilfe nach Nicaragua fließen
lassen - wenigstens 20 mal mehr als
der amerikanische Kongreß den Streitkräften
des
demokratischen
Widerstands hat zukommen lassen.

- 5

�ken, daß die Sowjetunion angesichts
einer Krise ihrer eigenen Wirtschaft
Milliarden Dollar in ein Land auf der
anderen Seite der Erde pumpen würden,
wenn sie dabei nicht auch günstige
Gelegenheiten für sich selbst sähen.
Es ist an der Zeit, einzusehen, daß
es sich bei den sandinistischen Kommunisten und ihren sowjetischen Mentoren
um
ernsthafte
Menschen
mit
ernsthaften
Absichten
handelt.
Es
ist an der Zeit, daß wir auch ernst
machen.
Diese Abstimmung wird dem amerikanischen Volk in Erinnerung bleiben
- entweder als die Zeit, in der wir
handelten, um die Freiheit zu unterstützen und unser Festland sicher zu
erhalten, oder als Beginn eines der
tragischsten Fehler Amerikas. Natürlich wären die Auswirkungen auf Lateinamerika noch schlimmer. Eine erstarkte kommunistische Linke würde
die Offensive in El Salvador, Costa
Rica, Guatemala und Honduras anfachen.
Die
demokratische
Strömung
würde umgekehrt, und die Region würde
in einen Kreislauf von linker Gewalt
und militärischer Repression abgleiten. Die im Kreuzfeuer gefangene Demokratie würde nicht lange überleben.
All dies ist unnötig.
Wenn wir
diejenigen
unterstützen,
die
für
Freiheit und Demokratie in Nicaragua
kämpfen, können wir den Friedensprozeß in seinen Bahnen halten und Druck
auf die Sandinisten ausüben, damit
sie dem Friedensplan Rechnung tragen.
Wir können den Aufstieg der Demokratie in Lateinamerika sichern und verhindern, daß die von mir beschriebene
Krise für die nationale Sicherheit
der Vereinigten Staaten stattfindet.
Wie Sie wissen, haben wir eine
Menge darüber gehört, daß die Freiheitskämpfer niemals eine wirkungsvoll kämpfende Truppe sein würden.
- 6

Nun, die vor kurzem
durchgeführte
Operation gegen Las Minas hat ein für
alle Mal das Gegenteil bewiesen, über
7 000
Freiheitskämpfer
beteiligten
sich an einem
Überraschungsangriff
auf wichtige militärische Ziele sowie
Gold- und Silberminen der Sandinisten
- eine Quelle harter Währungen für
die bankrotte Wirtschaft der Sandinisten.
Dabei zerstörten sie Unterkünfte des Feindes und überrannten
sein Hauptquartier.
Sie
sprengten
Munitionslager und Treibstofitanks in
die Luft, zerstörten Wasserkraftwerka
und machten
eine Radarstation auf
Dauer funktionsunfähig, die von den
Sandinisten
zur
Koordinierung
von
Luftangriffen
gegen die Freiheitskämpfer benutzt worden war. Sie können sich die Schlagzeilen ausmalen,
all die Leute, die uns auffordern
würden, unsere Verluste in Grenzen zu
halten, das Land zu verlassen und den
"Willen des Volkes" zu akzeptieren,
wenn die kommunistische Guerrilla in
El Salvador solch einen erfolgreichen
Angriff durchgeführt hätte.
Daß die
Freiheitskämpfer zu einer solch umfangreichen Operation - zur geheimen
Verlegung Tausender von Kämpfern über
das ganze Land - in der Lage sind,
beweist, daß sie vom nicaraguanischen
Volk unterstützt werden. Mit unserer
Hilfe kann die Sache der Freiheit und
Demokratie die Oberhand gewinnen.
Die
wahrscheinlich
wichtigste
Enthüllung von Major Miranda war das
Ausmaß der Korruption innerhalb des
Sandinistenregimes. Während Menschen
in Lumpen gehen und hungern, ihnen
selbst die Grundnahrungsmittel vorenthalten werden, melken die Sandinisten ihr Land gnadenlos um Riesensummen.
Humberto Ortega allein hat
1,5 Millionen Dollar auf die Seite
geschafft und sie auf ein geheimes
Konto
in
der
Schweiz
eingezahlt.
Nein, es sind die korrupten Diktatoren des Sandinistenregimes, die keine

�Unterstützung durch d.is Volk besitzen. Deshalb müssen Sie mit Milliarden Dollar an Ostblockhilfe unterhalten werden.
Die wahren Gefühle des nicaraguanischen Volkes kamen kürzlich wieder
zum Vorschein, als Zehntausende durch
die Straßen Managuas marschierten, um
gegen die Sandinisten zu demonstrieren. Und glauben Sie mir, es bedurfte echten Mutes seitens dieser aufrechten Menschen, um s !.ch offen gegen
ein solch brutales Regime zu stellen.
Die Joge der Freiheit, die Lateinamerika ecfaßt hat, brandet jetzt
gegen die Grenzen Nicaraguas.
Die
Entwicklung kann zu unterschiedlichen
Ergebnissen führen - und diese in
zwei Wochen stattfindende Abstimmung
wird entscheidend sein. Am Beispiel
des vor kurzem unterzeichneten Vertrages zur Beseitigung der Mittelstreckenraketen können wir sehen, was
wir erreichen können, wenn wir aus
einer Position der Stärke verhandeln.
Wir haben in Afghanistan gesehen, wie
der mutige Widerstand der Mujahedin
die Sowjetunion dazu zwingt, nach einer politischen Lösung zu suchen.

und seine Nachbarn sowie Frieden in
der gesamten Region oder eine Zukunft
des Aufruhrs, der Revolution, der Unruhe und des ständigen Vormarschs der
sowjetischen Militärmacht auf unsere
südliche Grenze.
Das ist die Wahl. Es gibt keinen
Mittelweg.
Lassen Sie uns sicherstellen, daß diejenigen, die nach uns
kommen werden, sagen können, daß wir
die richtige Wahl getroffen haben daß wir, als die Zeit der Entscheidung gekommen war, für Freiheit und
Frieden eintraten - wir handelten,
bevor es zu spät war, als der Preis
noch niedrig war, um zu tun, was zur
Unterstützung der Demokratie und zum
Schutz der nationalen Sicherheit der
Vereinigten Staaten notwendig war.

Wir müssen in Nicaragua den Druck
aufrecht erhalten - wir dürfen nicht
nachlassen, bis die Demokratie solch
feste Wurzeln geschlagen hat, daß
niemand sie jemals wieder ausreißen
kann.
Der Großteil der Hilfe, die ich
vom Kongreß erbitten werde, gilt der
nichtmilitärischen Unterstützung, um
die Sandinisten solange als lebensfähige Kraft zu erhalten, bis die Demokratie in Nicaragua unumkehrbar ist.
Wie ich schon sagte, haben die kommunistischen
Sandinisten ihre Wahl
getroffen. Nun müssen wir die unsrige treffen.
Eine Zukunft der Freiheit und der Demokratie für Nicaragua
- 7 -

Vielen Dank und Gott schütze Sie.

�AMERIKA DIENST
im-mim
'VON

Hintergrundmaterial

4

27. Januar 1988

BERICHT ZUR NATIONALEN SICHERHEITSSTRATEGIE VERÖFFENTLICHT
- Eine Übersicht des Weißen Hauses -

(Die folgende Übersicht zum Bericht des Präsidenten zur Nationalen Sicherheitsstrategie wurde am 20. Januar 1988 vom Weißen Haus herausgegeben.)
Der Präsident bat heute seinen zweiten Jahresbericht zur Nationalen Sicherheitsstrategie dem Kongreß übergeben, wie dies nach dem Zusatz von 1986
zum Gesetz über die Nationale Sicherheit aus dem Jahr 1947 erforderlich ist.
Der nichtgeheime Bericht umreißt auf 41 Seiten die gegenwärtige nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten. Dazu gehören:

- Die Kernpunkte wichtiger Entwicklungen im Bereich der nationalen
Sicherheit im vergangenen Jahr.
- Die historischen Dimensionen der
amerikanischen nationalen Sicherheitsstrategie seit dem Zweiten
Weltkrieg.
- D e r Rahmen für die Formulierung
der Strategie, einschließlich nationaler Werte, Interessen und
nationaler Sicherheitsziele.
- Die

gegenwärtigen

Bedrohungen

United States Information Service
Embassy of the United States of America

amerikanischer
essen.

Sicherheitsinter-

Die Elemente der nationalen Macht
der Vereinigten Staaten - Diplomatie,
Informationswesen, Wirtschaft und Militär - und die gegenwärtig gültigen Maßnahmen zur
integrierten
Anwendung
dieser
Machtelemente für die Förderung
amerikanischer
Sicherheitsinteressen in der Welt.
Zusammenfassungen
wichtiger
unterstützender Maßnahmen - natio-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�nale Weltraumpolitik und nachrichtendienstliche Maßnahmen der
Vereinigten Staaten.
- Besondere
Sicherheitsstrategien,
die heute von den Vereinigten
Staaten in den wichtigsten Regionen der Welt verfolgt werden:
für die westliche Hemisphäre; für
Westeuropa und die NATO; für die
Sowjetunion und Osteuropa; für
den Mittleren Osten und Südasien;
für Ostasien und den Pazifik sowie für Afrika. In den Strategieteilen des Berichts werden
folgende Bereiche angesprochen:
- Der unlängst geschlossene INFVertrag
sowie
Leitlinien
für
künftige Rüstungskontrollverhandlungen.
- Unsere andauernde, unerschütterliche. Unterstützung der NATOStrategie der flexiblen Reaktion.
- Die

Rolle

des

Widerstandes
in
nischen Strategie
rika.

nicaraguanischen

der amerikafür Lateiname-

- Ausbau des Handels und Schuldenabbau als Elemente koordinierter
Regionalstrategien.
- Die temporäre Ausweitung unserer
normalen Marinepräsenz im Persischen Golf als Element der amerikanischen Strategie im Mittleren Osten.
- Die potentiellen Gefahren der
Verbreitung von Atomwaffen in
Südasien.
-

Die wirtschaftlichen Dimensionen
der amerikanischen Sicherheitsstrategie in der ausgedehnten Past L fikregion.
- 2

- Die Notwendigkeit wirksamer Wirtschafts- und
Militärhilfe
als
Komponenten unserer Regionalstrategien, insbesondere in Afrika.
Das Schlußkapitel befaßt sich mit
der Notwendigkeit einer energischen
Unterstützung dieser besonnenen nationalen
Sicherheitsstrategie
und
kommt zu besorgniserregenden Schlüssen:
- Die für Wirtschafts- und Auslandshilfe bereitstehenden Mittel
liegen unter dem Minimum dessen,
was zur wirksamen Förderung unserer Sicherheitsinteressen in einigen Regionen der Welt benötigt
wird.
Vom Kongreß vorgenommene
Einschränkungen bei solchen Programmen verschärfen die Probleme
und behindern die zur wirksamen
Durchführung der Strategie erforderliche Flexibilität.
- Der seit drei Jahren anhaltende
reale Rückgang der Mittel zur
Verteidigung gefährdet die in den
frühen achtziger Jahren erzielte
Verbesserung
im
militärischen
Kräftegleichgewicht zwischen den
Vereinigten Staaten und der Sowjetunion und erhöht die Risiken.
Falls dieser Trend anhält, wird
das amerikanische Volk irgendwann
in der Zukunft wieder um die Unterstützung
einer
verstärkten
Verteidigungsfähigkeit
gebeten
werden, obwohl es annimmt, diese
Leistungen schon in der Vergangenheit bezahlt zu haben.
Die strategischen Folgerungen aus
diesen Schlüssen werden benannt, und
es werden Empfehlungen zur verbesserten Zusammenarbeit zwischen Regierung
und Kongreß bei der Formulierung und
Durchführung der Strategie angegeben.
Der Präsident schließt seinen Bericht
mit einem Appell an den Kongreß zur

�engen Zusammenarbeit bei der Schaffung eines überparteilichen Konsenses
zur
nationalen
Sicherheitsstrategie
und den fü'r ihre Durchführung benötigten Mitteln.

für lebenswichtige amerikanische
Interessen in vielen Teilen der
Welt.

- Ein historischer Überblick, in
dem die eindrucksvolle Kontinuität der nationalen Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten
seit dem Zweiten Weltkrieg zum
Ausdruck gebracht und die Tatsache betont wird, daß die Strategie auf unveränderten geographischen Voraussetzungen beruht und
darauf angelegt ist, die kaum dem
zeitlichen Wandel unterliegenden
Grundwerte unserer Demokratie zu
bewahren.

Die Vereinigten Staaten begrüßen
jeden echten Wandel in der Sowjetunion, warten jedoch weiterhin auf einen Rückgang beim Wachstum
der sowjetischen Militärmacht oder auf die Preisgabe expansionistischer
Bestrebungen.
Während wir weiterhin an der Erschließung zusätzlicher Bereiche
der Kooperation dort arbeiten, wo
dies in unserem
beiderseitigen
Interesse liegt, werden die Vereinigten Staaten auch in Zukunft
die Sowjets an ihren Taten, statt
an Worten messen und unsere nationale Sicherheitsstrategie auf
eine
realistische
Einschätzung
sowjetischer Ziele und Fähigkeiten gründen.

- Eine Darstellung der grundsätzlichen amerikanischen Interessen
an:
dem Überleben der Vereinigten Staaten, ihrer Institutionen
und Bevölkerung; einer gesunden
und
wachsenden
amerikanischen
Wirtschaft; einer stabilen und
sicheren V/elt; stabilen Bündnisheziehungen sowie an der Weiterentwicklung der Freiheit des Menschen, demokratischer Institutionen und marktwirtschaftlichen Systemen in der ganzen Welt, die
durch ein faires und offenes Handelssystem verbunden sind.

Die
Vereinigten
Staaten
sehen
sich außerdem mit einer Vielzahl
anderer Herausforderungen für die
Sicherheit konfrontiert: mit regionalen
und
unterschwelligen
Konflikten, der potentiellen Weiterverbreitung
von
Atomwaffen,
internationalem Terrorismus, Drogenhandel,
radikalen
politischreligiösen Bewegungen sowie Problemen von Instabilität, Reglerungsnachfolge
und
wirtschaftlichen Entwicklungen in wichtigen
befreundeten
und
verbündeten
Staaten.

Die
weltweite
Herausforderung
durch die Sowjetunion bleibt die
Hauptbedrohung amerikanischer Sicherheitsinteressen.
Trotz
der
Reformen - deren Bedeutung und
Dauerhaftigkeit weiterhin unklar
sind -, bilden sowjetische Militärmacht, Interventionen in Übersee sowie eine aktive Diplomatie
weiterhin
eine
Herausforderung

Gegenwärtig
befindet
sich
die
Welt in bezug auf internationale
Sicherheitsangelegenheiten in einer Übergangsperiode.
Diese Periode, die in den späten siebziger Jahren begann, wird durch den
relativen
Rückgang
der
wirtschaftlichen Macht der Vereinigten Staaten, eine massive militärische Aufrüstung der Sowjet-

Weitere
sind:

Kernpunkte

des

Berichts

- 3 -

�union, eine Revolution in der Militärtechnik sowie eine Ausbreitung wirtschaftlicher Macht und
militärischer
Technologie
auf
viele Länder der Dritten Welt
charakterisiert.
Diese Tendenzen
komplizieren die Formulierung der
Strategie, bieten jedoch gleichzeitig Chancen, die Stärken der
Vereinigten Staaten zu unterstützen und die Schwächen unserer
Gegner auszunutzen.

* * * * *

- 4

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Reagans Bericht zur Lage der Nation&lt;br /&gt;&lt;em&gt;25. Januar 1988&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reagan: Contras sind "Versicherungspolice für Demokratie"&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Präsident Reagans Rede vor Kommunalpolitiker im Weißen Haus&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bericht zur nationalen Sicherheitsstrategie veröffentlicht&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht des Weißen Hauses&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;</text>
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