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                  <text>AMERIKA DIENST

09.

31

September

I N H A L T

Dokumentat ion

Reagan

gründet

- Ansprache

Privatisierungskommission

des Präsidenten

Reagan;
Wir werden unsere
nicht im Stich lassen
- Ansprache

vor

-

Freunde

in

Nicaragua

Regierungsbeauftragten

Hintergrundmaterial

Amerikanische

Öffentlichkeit

- Jüngste Analysen

unterstützt

und M e i n u n g s u m f r a g e n

NATO
-

* * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

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Tel.: 0228-339 2035
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1987

�AMERIKA DIENST
Dokumentation
9. September 1987

31

REAGAN GRÜNDET PRIVATISIERUNGSKOMMISSION
- Ansprache des Präsidenten -

Washington - (AD) - Präsident Reagan hat eine Kommission zur Privatisierung ernannt, die seinen Worten zufolge Empfehlungen erarbeiten wird, "wie wir
bestimmte hierfür geeignete Bundesaufgaben wieder in die Hände der Privatwirtschaft zurückführen können".
Reagan gab seine Absicht zur Ernennung des überparteilichen Gremiums am 3.
September bekannt und erklärte, dessen Aufgabe bestünde in der Überprüfung
sämtlicher Bundesaufgaben und der Vorlage eines Berichts darüber, "welche Regierungsprogramme, Initiativen und Dienstleistungen in zweckmäßigerer Weise
ein Teil der Privatwirtschaft sind".

Nachfolgend geben wir den Text der Verlautbarung wieder
Heute gebe ich meine Absicht zur
Ernennung der 13 Mitglieder meiner
Privatisierungskommission
bekannt.
Die Kommission wird zur Erfüllung der
Verpflichtung beitragen, die ich mit
meiner Vorlage eines Verfassungszusatzes zur Wirtschaftspolitik eingegangen bin, um den ungerechten Wettbewerb mit der Regierung zu beenden
und Regierungsprogramme und -guthaben
an das amerikanische Volk zurückzugeben.
Die Privatisierung folgt der
großen Tradition von freiem Unternehmertum und Privateigentum, die seit
langem ein Teil der amerikanischen

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Embassy of the United States of America

Geschichte ist - vom damaligen Verkauf von Regierungsland gemäß der
Nordwestlichen Verfügung bis hin zu
jenem
Parzellierungsprogramm
der
Grundstücke, durch das vor über 100
Jahren den Pionieren die Besiedlung
des amerikanischen Westens ermöglicht
wurde.
Es gibt zahlreiche Aktivitäten,
die bei der Bundesregierung
keine
passende Funktion haben und daher
einfach der Privatwirtschaft überlassen werden sollten.
Die amerikanischen Bürger wissen, daß die Regie-

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�rung bei der Erbringung bestimmter
Dienstleistungen in vielen Fällen weniger leistungsfähig ist als private
Firmen.
Regierungsbehörden
haben
nicht die gleichen Anreize und Interessen, die es der Privatwirtschaft
erlauben, Güter und Dienstleistungen
effektiver und wirtschaftlicher anzubieten.
Privatisierungsprogramme
bieten
die Gelegenheit, allen Teilen der Gesellschaft große Nutzen zu bringen Arbeiter können am Besitz neu geschaffener Privatfirmen teilweise beteiligt werden und erhalten häufig
Lohnerhöhungen,
die
Öffentlichkeit
erhält bessere Dienstleistungen, die
Firmenleitung kann auf eventuelle Anreize unabhängig reagieren, um ein
Geschäft erfolgreich aufbauen zu können, und der Wettbewerb in der freien
Wirtschaft gibt anderen die Möglichkeit, an dem Aufschwung teilzuhaben.
Wie die jüngste Erfahrung in Großbritannien zeigt, wächst durch die
Privatisierung auch die Teilnahme der
öffentlichen Hand am Marktgeschehen durch den Verkauf von regierungseigenen Firmen stieg die Zahl der Haushalte mit Aktienbesitz sprunghaft.
In den Vereinigten Staaten ist
die Privatisierung in den Einzelstaaten und Städten viel energischer als
auf Bundesebene verfolgt worden. Eine der vielen Erfolgsmeldungen kommt
gerade hier aus dem Süden Kaliforniens.
Die vom Bezirk Los Angeles
geleitete medizinische Fakultät der
Universität
von Südkalifornien
hat
die Nahrungsmittelversorgung an ein
Unternehmen außer Haus vergeben und
herausgefunden, daß sie über sechs
Millionen Dollar in vier Jahren einsparen konnte. Die meisten der von
dieser
Veränderung
betroffenen Arbeitnehmer des Bezirks wurden von dem
privaten Arbeitgeber übernommen, und
90 Prozent von ihnen erhielten eine

Lohnerhöhung, als die Dienstleistung
in Privathände überging.
Professor David Linowes von der
Universität Illinois wird den Vorsitz
der Kommission führen.
Die anderen
Mitglieder werden ein breites Spektrum von Fachkenntnissen in die Kommission einbringen.
Die
überparteiliche
Kommission
wird sämtliche Aufgaben der Bundesregierung überprüfen und einen Bericht
darüber vorlegen, welche Regierungsprogramme, Initiativen und Dienstleistungen in zweckmäßigerer Weise ein
Teil der Privatwirtschaft sind. Ausserdem wird von der Kommission erwartet, daß sie sich einen Überblick
über die wissenschaftlichen Arbeiten
zur Privatisierung verschafft und die
Errungenschaften anderer Länder sowie
der Staatsund Stadtregierungen prüft.
Auf der Grundlage ihrer Erkenntnisse
wird die Kommission Vorschläge unterbreiten, wie wir bestimmte hierfür
geeignete
Bundesaufgaben
wieder
in
die Hände der Privatwirtschaft zurückführen können - durch den Verkauf
von Regierungsanlagen
und -werten,
die Beteiligung von Privatfirmen an
Dienstleistungen für Regierungsbehörden, oder den Gebrauch von Gutscheinen, um der Öffentlichkeit Dienstleistungen durch die Privatwirtschaft
zukommen zu lassen.
Ich werde Privatisierungsinitiativen im Gesetzgebungsverfahren vorschlagen.
Bis dahin wird meine Regierung unsere derzeitigen
Privatisierungsinitiativen
weiter energisch verfolgen.
Ich habe die Hoffnung, daß meine
Kommission zur Privatisierung in der
Lage sein wird, die Politisierung aus
den Privatisierungsbemühungen herauszunehmen und eine nationale Politik
vorzuschlagen - eine Politik, die die
Lehren
aus unseren
zurückliegenden
Erfolgen
zieht, wie
beispielsweise

�aus
dem
Parzellierungsprogramm
im
Westen, das die amerikanische Wirtschaft in die größte und beste verwandelt hat, die es jemals auf der
Welt gegeben hat - und eine Politik,
die an die Genialität unseres Systems
des freien Unternehmertums zum Nutzen
aller Amerikaner appelliert.

* * * * *

- 3 -

4

�AMERIKA DIENST
Dokumentation

9. September 1987

31

REAGAN: WIR WERDEN UNSERE FREUNDE IN NICARAGUA NICHT IM STICH LASSEN
- Ansprache vor Regierungsbeauftragten WASHINGTON - (AD) - In seiner Ansprache vor hochrangigen Regierungsbeauftragten am 8. September im Weißen Haus erneuerte Präsident Reagan seine Zusage
für eine Unterstützung der nicaraguanischen Freiheitskämpfer und erklärte,
"wir werden unsere nicaraguanischen Freunde nicht im Stich lassen".
Reagan ging ferner auf die noch verbleibenden 16 Monate seiner Amtszeit
ein und verwies in diesem Zusammenhang darauf, daß die Probleme in Mittelamerika "manchmal verwirrend geworden sind", sich der Kernpunkt jedoch niemals
verändert hat. Dieser Kernpunkt besteht Reagan zufolge in "Frieden und Freiheit für Mittelamerika" und in der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache im Wortlaut:
Vielen Dank.
Ich danke Ihnen,
denke aber, daß George (Bush) und ich
Ihnen applaudieren sollten.
Ich war
der Ansicht, es sei gut, nach den erholsamen Sommerferien hier zusammenzukommen - obwohl es stimmt, daß Sommerferien nicht immer erholsam sind und dazu gibt es eine Anekdote.

ihm hatte:
"Beruhigen Sie sich, es
ist kein so großer Verstoß", worauf
der Fahrer erwiderte:
"Es mag für
Sie kaum von Bedeutung sein, aber für
mich bedeutet es, daß ich den Anhänger, meine Frau und meine vier Kinder
verloren habe".

Ein Verkehrsteilnehmer wurde auf
seinem Weg zu seinem Ferienziel in
den Bergen von einem Polizisten gestoppt: "Wissen Sie, daß Sie ohne
Rücklicht fahren?" Der Fahrer sprang
aus dem Wagen.
Er war derart bestürzt, daß der Polizist Mitleid mit

Es ist gut, angesichts der bevorstehenden sechzehn Monate zusammenzukommen.
Es sind nur noch sechzehn
Monate.
Ab jetzt müssen wir jede
neue Aufgabe mit demselben Bewußtsein
für Dringlichkeit angehen, mit dem
wir 1981 nach Washington kamen. Die

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Embassy of the United States of America

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�Herausforderung
und die Ziele
Reichweite.

ist nicht geringer,
sind immer noch in

Hier möchte ich etwas einfügen.
Die Politik hat mich immer ein wenig
an meine frühere Karriere erinnert:
dort lautete das Motto: Eröffne eine
Show immer mit einem großartigen Auftakt. Jetzt ist es an der Zeit für
ein noch besseres Finale und einen
guten Vorhang.
Im Rahmen der Innenpolitik steht
uns noch eine wichtige Aufgabe bevor,
oder vielleicht sollte ich sagen,
keine geringere Aufgabe als die Bestätigung
des
Obersten
Richters
Robert Bork.
Richter Bork ist seit
seiner Nominierung in die Schußlinie
geraten, weil er ein rechtsgerichteter Ideologe sein soll. Wir wissen,
daß diese Vorwürfe nicht stimmen.
Richter Bork glaubt an juristisches Maßhalten.
Und das bedeutet,
Gesetze so zu interpretieren, wie gewählte Vertretern dies gewollt haben,
und sie auch so anzuerkennen, und
nicht etwa, sie nach juristischem
Gutdünken auszulegen. In den Fällen,
in denen Gesetze moralische Probleme
behandeln, hat Richter Bork erklärt,
und ich zitiere hier, "der moralische
Bestandteil von Gesetzen muß sich auf
die Moral seines Verfassers oder des
Gesetzgebers stützen, niemals auf die
Moral des Richters".
Bedenken Sie die folgende Ironie.
Es gibt Gesetzgeber, die sich einem
Richter widersetzen, der sich nach
ihnen richten will und der vertrauensvoll an der Zielsetzung der von
ihnen verabschiedeten Gesetze festhält.
Das Land will und verdient
einen Obersten Gerichtshof, der die
Gesetze nicht formuliert, sondern sie
auslegt.

- 2

Richter Bork bringt die besten
Qualifikationen mit - er ist einer
der
ausgezeichnetsten
Juristen des
Landes und ein Richter, wie er im Buche steht.
Er ist ebenfalls ein
Richter des Volkes, der voll und ganz
an die Verfassung glaubt, die die
Rechte der Menschen schützt, und an
die
Regierungsgewalt
des
Volkes
selbst. Ich bin davon überzeugt, daß
er schließlich bestätigt wird, aber
es ist nicht zu leugnen, daß es ein
harter Kampf werden wird.
Ich brauche die Hilfe jeder Person in diesem
Raum, besonders derjenigen, die regelmäßig mit dem Kongreß umgehen.
Ich wollte an dieser Stelle eine
Frage stellen, aber als ich seinen
Namen erwähnte, brauchte ich die Frage nicht mehr zu stellen. Ich möchte
Sie bitten, sich bereit zu halten:
wenn es zur Wiederherstellung des juristischen Maßes als dem Leitprinzip
amerikanischer Gerichte und zur wohlverdienten
Bestätigung
von Richter
Bork beim Obersten Gerichtshof kommt,
kann ich dann auf Sie zählen?
Sie
haben diese Frage bereits beantwortet.
Nun zum Haushaltsverfahren, oder
man sollte besser sagen, zum sogenannten Haushaltsverfahren.
Es gibt
eine Verzögerung nach der anderen,
einen überschrittenen Termin nach dem
anderen - das Verfahren ist also weder verläßlich noch glaubwürdig.
Und betrachten
sie, was dabei
herauskommt.
Im Rahmen des Bundesprogramms werden Millionen ausgegeben, um Luxushotels, Restaurants und
Wohneinheiten zu bauen. Vor kurzem
habe ich bereits in Indiana gesagt,
daß ich kaum Zeit hatte, herauszufinden, was 'Yuppies' waren, als der
Kongreß schon begann, sie zu unterstützen. Und da gibt es fragwürdige
Projekte für öffentliche Bauten; die
landwirtschaftlichen
Programme, die

�für den kleinen Farmer kaum etwas abwerfen, die vielmehr einem bereits
wohlhabenen Farmer mehr als 13 Millionen Dollar bereitgestellt haben;
die acht Millionen Dollar, die der
Kongreß in diesem Jahr zur Errichtung
eines Zentrums für - stellen Sie sich
vor - Unkrautforschung bewilligt hat.
Es wird Zeit, das alljährliche
Haushaltsfiasko zu beenden - es wird
Zeit, die Maßnahmen in Kraft treten
zu lassen, die wir im Rahmen unseres
Vorschlags eines Verfassungszusatzes
zur Wirtschaftspolitik vorgelegt haben. Und lassen Sie mich hinzufügen,
daß wir auf einigen Gebieten nicht
warten, bis der Kongreß handelt. Die
Privatisierung ist eine neue Initiative, die ich als Teil eines Verfassungszusatzes zur Wirtschaftspolitik
angekündigt habe.
Vergangene Woche
habe ich eine private - oder besser
überparteiliche - Kommission ernannt,
die mir über Möglichkeiten berichten
soll, wie wir den Umfang der Bundesregierung
dauerhaft
kürzen
können,
indem
wir
die
hierfür
geeigneten
Bundesaufgaben wieder in die Hände
der Privatwirtschaft zurückführen.
Der zentrale Punkt bei all unseren Bemühungen zur Erlangung eines
disziplinierten Haushalts, wird die
Verabschiedung eines selektiven Vetos
und des Zusatzartikels für einen ausgeglichenen Haushalt sein.
Ich möchte noch etwas hinzufügen,
was diesen
Zusatzartikel betrifft.
32 Bundesstaaten haben bereits eine
Resolution angenommen, die die Einsetzung
einer
verfassungsgebenden
Versammlung zum Zweck der Ausarbeitung eines Zusatzartikels für einen
ausgeglichenen Haushalt fordert. Das
sind 32 Bundesstaaten von insgesamt
34, die gebraucht werden, bevor eine
solche Versammlung tatsächlich einberufen werden kann. Und ich kann Ih-

nen versichern, daß jedesmal, wenn
ich draußen im Lande einen ausgeglichenen Haushalt erwähnt habe - in Ansprachen zu nicht weniger als 30 000
Menschen
während
einer
Versammlung
unter freien Himmel - erhalte ich
stürmischen Applaus, wenn
ich nur
diesen Begriff erwähne.
Und meines
Erachtens sollte hier in Washington
der Kongress die Disziplin an den Tag
legen, einen eigenen
Zusatzartikel
für einen ausgeglichenen Haushalt zu
verabschieden.
Wenn
der
Kongress
sich jedoch weigert, dies zu tun,
dann sollten wir meines Erachtens alle darin übereinstimmen, daß diese
Angelegenheit direkt den Gesetzgebern
in den Bundesstaaten übergeben werden
muß.
Sie wissen, daß ich es beinahe
genieße, darüber nochmals in Sakramento zu sprechen.
Am 12. August habe ich den Kongreß dazu aufgerufen, über unseren
Verfassungszusatz für einen ausgeglichenen Haushalt klar und deutlich abzustimmen. Dieses Angebot steht noch
immer.
Im Rahmen der Außenpolitik stehen
wir, wie Sie wissen, mit der Sowjetunion in engen Verhandlungen über Rüstungskontrolle.
Dies sind Verhandlungen, die die Hoffnung auf einen
wirklichen Abbau der beiderseitigen
nuklearen Arsenale in Aussicht stellen. Und in Nicaragua ist die dringenste und entscheidenste Aufgabe der
Aufbau der Demokratie.
In den vergangenen Wochen schien
das Thema Mittelamerika manchmal verwirrend geworden
zu sein.
Fragen
häuften sich auf:
wer schlug was
vor, und mit wie vielen möglichen
Stimmen kann für dies oder jenes auf
dem Kapitol gerechnet werden.
Der
Kernpunkt jedoch hat sich nie geändert.
Dieser Kernpunkt ist Frieden
und Demokratie in Mittelamerika und

- 3 -

�nationale
Staaten.

Sicherheit

der

Vereinigten

Wie schon der Präsident von Costa
Rica, Arias, erklärt hat, wird es
niemals Frieden in Mittelamerika geben, bis Nicaragua eine "echte Demokratie" hervorgebracht hat.
Wenn die andere Seite Frieden
will, gibt es keinen Grund zu zögern.
Laßt sie jetzt zu einer Demokratisierung kommen.
Die Demokratie erfordert einen sofortigen Waffenstillstand mit den Freiheitskämpfern, eine
Generalamnestie, und die ausgehandelte Freilassung von Tausenden politischer Gefangener aus den Gefängnissen der Sandinisten, ein festgelegtes
Datum für freie, faire und international überwachte nationale Wahlen,
und die sofortige Anerkennung der
elementarsten
Menschenrechte,
einschließlich
der Rede-, Presse- und
Religionsfreiheit.
Die Zeit ist gekommen, sich auf das Ziel zu konzentrieren, Frieden und Demokratie nach
ganz Mittelamerika und insbesondere
Nicaragua zu bringen.
Wir müssen uns über eines im klaren sein. Wir werden unsere Freunde
in Nicaragua nicht im Stich lassen.
Gott schütze sie. Wir teilen ihren
Wunsch nach Frieden, Wohlstand und
Demokratie.
Und wir werden sie in
ihrem Streben genauso unterstützen,
wie wir das in der Vergangenheit getan haben. Ein System, das einer Demokratie lediglich ähnlich ist, werden wir nicht akzeptieren.
Bis zu
diesem Punkt sind wir nur durch die
Bemühungen der über 15 000 Freiheitskämpfer gelangt, die für Freiheit in
ihrem Land kämpfen oder sogar, wie
manche von ihnen, dafür sterben. Es
ist ihr Land, ihre Zukunft. Und wenn
das
jüngste Friedensabkommen
seine
Aufgaben nicht erfüllt, sollen sie
sich weiter auf unsere Unterstützung

verlassen können, bis Nicaragua eine
echte Demokratie ist. Vielen Dank.
Sie haben klar gemacht, daß wir heute
wie stets jenen tapferen Männern und
Frauen beistehen, die für die Freiheit des Menschen arbeiten, beten und
sogar kämpfen.
Nun blicken wir auf mehr als
sechs Jahre zurück, und gerade noch
weitere 16 Monate liegen vor uns.
Ich möchte Sie wissen lassen, wie
sehr ich Ihnen für alles danke, was
jeder von Ihnen getan hat. Für all
ihre Zeugenaussagen auf dem Kapitol,
für all ihre Reisen, ihre Reden und
Interviews, für
ihre Unterstützung
und Hingabe.
Ich weiß, diese vergangenen Monate sind nicht einfach gewesen. Glauben Sie mir, ich weiß es. Und vielleicht war das schlimmste von allem
die Tatsache, daß es zeitweise so
aussah, als ob uns die Ereignisse
einfach überrollen.
Jemand hat die
Geschichte einmal so definiert, daß
er sagte, es passiert einfach eine
verdammte Sache nach der anderen.
Aber Geschichte geschieht nicht
einfach so - sie wird gemacht. Und
sogar in den schwierigsten Momenten
dieser zurückliegenden Monate haben
wir weiter Geschichte gemacht, haben
wir geradlinig danach gestrebt, unsere Vision von Amerika Wirklichkeit
werden zu lassen.
c

Und was wir tatsächlich sehen,
ist eine intensive Sorge für die Sache der Freiheit des Menschen in unserer eigenen Hemisphäre. Wir sehen
eine sich ausbreitende Demokratie vom
Rand des Pazifiks bis nach Südamerika
und darüber hinaus. Es gibt mehr beschäftigte Amerikaner in besseren Positionen als jemals zuvor. Das Volk
erhält mehr und Regierungsgewalt wird

»

�abgebaut.
Aber wir dürfen jetzt nicht damit
aufhören.
Es muß noch viel getan
werden, um an jenen Schutzmaßnahmen
zu arbeiten, die eine niedrige Inflation, niedrige Zinsen und steigende
Produktivität
bringen.
Wir
stehen
heute am Scheideweg, und das Land
wartet darauf zu sehen, welchen Weg
wir einschlagen.
Laßt uns in den verbleibenden 16
Monaten für unsere eigene Generation
und vor allem für unsere Kinder und
Enkel gemeinsam damit fortfahren, Geschichte zu machen.
Lassen Sie mich vielleicht mit
einem kleinen irischen Gebet zum Abschluß kommen, obwohl ich glaube, daß
manche es für einen Fluch halten.
Mögen jene uns lieben, die uns lieben. Und jenen, die uns nicht lieben, möge Gott die Herzen umkehren.
Und wenn Gott ihre Herzen nicht umkehrt, möge er ihnen ihre Knöchel
verrenken, damit wir sie an ihrem
Humpeln erkennen können.
Vielen Dank und Gott schütze Sie.
Ich weiß nicht, was Sie heute
noch vorhaben, aber George und ich
werden wohl an die Arbeit zurückkehren.

* * * * *

- 5 -

�AMERIKA DIENST
"4-

^

Hintergrundmaterial

Ä&lt;

9. September 1987

31

AMERIKANISCHE ÖFFENTLICHKEIT UNTERSTÜTZT NATO
- Jüngste Analysen und Meinungsumfragen -

WASHINGTON - (AD) - Untersuchungen der öffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten lassen einem hochrangigen Meinungsforscher der Regierung zufolge weiterhin ein starkes amerikanisches Engagement für die Verteidigung
Europas erkennen.
Der Meinungsforschungsexperte des US-Außenministeriums, Alvin Richman, erklärte, die Unterstützung der Öffentlichkeit für den Einsatz amerikanischer
Truppen zur Verteidigung Westeuropas sei gegen Ende der siebziger Jahre stark
gestiegen.
Richman wies insbesondere auf die
Dauerhaftigkeit
des
amerikanischen
Engagements in Europa hin und zitierte eine von Roper durchgeführte Umfrage, bei der 54 Prozent der Befragten auf die folgende Frage eine positive Antwort gaben:
"Würden sie es
unterstützen,
wenn
amerikanische
Truppen Europa gegen einen Angriff
der Sowjets verteidigten".
Richman
erklärte, die Antwort hätte nicht wesentlich unter ihrem im Jahre 1980 nach der sowjetischen Besetzung Afghanistans - erzielten Höhepunkt von
60 Prozent gelegen.

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Der
Meinungsforschungsexperte
verwies auf eine andere im Jahre 1986
durchgeführte Umfrage der G. Lawrence
Co. in Philadelphia, die auf dieselbe
Frage 59 Prozent zustimmender Antworten erhielt, auch wenn in ihrer Frage
die mangelnde Bereitschaft der europäischen Verbündeten zur Unterstützung
amerikanischer
Aktionen
gegen
Libyen erwähnt wurde.
Die Verteidigung Europas als anhaltendes
amerikanisches
Anliegen
zeigte
sich
Richman
zufolge
erst

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�kürzlich in den Ergebnissen einer vom
Chicagoer Rat für Auswärtige Beziehungen in Auftrag gegebenen Umfrage.
Der im Jahre 1922 gegründete Rat hat
sich der Förderung von Pflege und
besserem Verständnis
amerikanischer
Außenpolitik verschrieben.
Der von Gallup durchgeführten Umfrage des Rates von September 1986
zufolge glauben 70 Prozent der amerikanischen Öffentlichkeit und 85 Prozent der meinungsbildenden
Schicht
-prominente
außenpolitische
Experten-, die Vereinigten
Staaten
sollten entweder ihr Niveau militärischen Engagements für die NATO verstärken oder zumindest das derzeitige
aufrechterhalten.
Die im Jahre 1949 gegründete NATO
bildet das Bollwerk der westlichen
Verteidigung gegen einen sowjetischen
Expansionismus in Europa. Dem Bündnis gehören die Vereinigten Staaten,
Kanada und
14 weitere europäische
Staaten an.
Der
Meinungsforschungsexperte
ging auch auf die allgemeine Hinwendung zur internationalen Politik in
den Vereinigten Staaten ein und berichtete:
"Zum ersten Mal seit dem
Vietnamkrieg stellte die amerikanische Öffentlichkeit unsere Beziehungen zu anderen Ländern an die Spitze
ihrer Liste von 13 persönlichen Anliegen" .
Er verwies auf die Ergebnisse
jüngster Umfragen der Fernsehgesellschaft CBS und der New York Times,
denen zufolge im Jahre 1986 in der
Öffentlichkeit drei Hauptthemen vorherrschten:
Terror ismusbekämpfung,
Kontrolle über Nuklearwaffen und die
Iran-Contra-Affäre.
Trotz mancher regelmäßig wiederkehrender Forderungen, auch von Kon-

greßabgeordneten,
die
Truppenstarke
in Europa abzubauen - es sind gegenwärtig
über
325 000 Soldaten dort
stationiert - zeigt die Umfrage des
Chicagoer Rates ein überwältigendes
amerikanisches
Engagement
für
die
Beibehaltung amerikanischer nuklearer
und konventioneller Streitkräfte auf
den bestehenden Niveaus im Atlantischen Bündnis.
In einem Begleitbericht zu den
Ergebnissen der Umfrage weist der Rat
darauf hin, die Untersuchung "zeigt
bei der amerikanischen Öffentlichkeit
und der meinungsbildenden Schicht eine anhaltende Vorrangstellung für die
Beziehung der NATO zu den westeuropäischen Ländern".
Auf europäischer Seite lag eine
Hauptsorge in der Furcht vor einer
amerikanischen Abkopplung von der Politik der NATO, die ein Gegengewicht
zur sowjetischen Truppenstärke bildet, zum Beispiel durch einen einseitigen amerikanischen Abbau der Truppen oder der vollständigen Beseitigung der Nuklearwaffen in Europa.
Der Meinungsumfrage zufolge sind
für die Verbündeten sowohl in Europa
als auch im Fernen Osten die Ergebnisse von erheblicher Bedeutung, die
eine klare Mehrheit zugunsten eines
Kampfeinsatzes im Falle eines sowjetischen Angriffs auf Westeuropa oder
Japan aufweisen.
Die Gallup-Umfrage des Rates ging
mit ihrer Frage an amerikanische Meinungsführer auf dieses Problem ein:
"Glauben sie, die Vereinigten Staaten
sollten zum gegenwärtigen Zeitpunkt
die amerikanischen Truppen in Europa
belassen und die amerikanische Nukleargarantie
für
Westeuropa
aufrechterhalten?"
82 Prozent der meinungsbildenden
Schicht
antworteten
mit 'Ja'.

�Eine interessante Tatsache ist,
daß einer 1987 durchgeführten britischen Meinungsumfrage
zufolge beim
Vertrauen in die amerikanische nukleare Unterstützung des Bündnisses
eine Wechselbeziehung
besteht.
56
Prozent der Befragten erklärten ihre
Überzeugung, die Vereinigten Staaten
würden zur Verteidigung Westeuropas
gegen eine sowjetische Invasion von
Nuklearwaffen Gebrauch machen.
Von besonderer Bedeutung sollte
für Europäer, die etwa eine Tagesreise von den Truppen des Warschauer
Paktes entfernt leben und in sehr direktem Maße betroffen sind, das Wissen darum sein, daß der Umfrage des
Chicagoer Rates zufolge 68 Prozent
der amerikanischen Öffentlichkeit und
93
Prozent
der
meinungsbildenden
Schicht dem Kampfeinsatz amerikanischer Truppen im Falle einer sowjetischen Invasion Westeuropas positiv
gegenüberstünden.
Eine Anzahl von Kritikern des
Bündnisses haben den Abbau der Stärke
amerikanischer Truppen in Europa gefordert und sich auf die mangelnde
europäische Bereitschaft bezogen, ihren Anteil der zur Verbesserung konventioneller Streitkräfte notwendigen
Ausgaben zu übernehmen.
Trotz dieser Kritik erkennen die
Amerikaner in zunehmendem Maße die
von den Europäern im Bündnis geleisteten Beiträge an. Verteidigungsminister
Caspar
Weinberger
schrieb
kürzlich in einem Artikel: "Wir müssen erkennen, daß unsere Verbündeten,
einzeln
und
zusammengenommen
einen
größeren Beitrag zur allgemeinen Verteidigung leisten als sich das viele
Leute vorstellen".
Als Beispiel
führte Weinberger
an, daß die Mitglieder des Bündnisses

3,5 Millionen Soldaten unter Waffen
haben, verglichen mit ewa 2 Millionen
in
den
Vereinigten
Staaten.
Weinberger zufolge würden im Falle
eines Krieges 60 Prozent aller Bodenund
Luftstreitkräfte
von
nichtamerikanischen Mitgliedern des Bündnisses bereitgestellt.
Sogar zu einer Zeit der angespannten Haushaltslage in den Vereinigten Staten, wo Unterstützung für
die Beschneidung der Verteidigungsausgaben um sich greift, wollen 62
Prozent der Öffentlichkeit und 77
Prozent der meinungsbildenden Schicht
der Umfrage des Chicagoer Rates zufolge eine amerikanische Beteiligung
an der Verteidigung Europas "auf dem
gegenwärtigen Stand" fortsetzen.
Richman erklärte, die Statistik
beweise, daß "Truppen zu einem großen
Teil die amerikanischen Bindungen zu
Westeuropa symbolisieren und ein anhaltendes Engagement in der Region
dokumentieren".
Trotz der Kritik des Kongresses
fand die Umfrage des Chicagoer Rates
heraus, daß von den Vertretern der
meinungsbildenden Schicht 96 Prozent
der Kongreßabgeordneten mit 'Ja' auf
die Frage antworteten:
"Würden Sie
zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Truppen in Europa belassen und die amerikanische Nukleargarantie
für Westeuropa aufrechterhalten?"
Im Bericht des Chicagoer Rates
heißt es:
"Obwohl die meinungsbildende Gruppe
in Amerika einzelnen
europäischen Maßnahmen oft kritisch
gegenübersteht und verschiedene Alternativen zu den gegenwärtigen Sicherheitsabsprachen
offen
erörtert,
bleibt der Konsens erhalten, daß die
Vereinigten Staaten sich nicht militärisch aus Europa zurückziehen sollten".

- 3 -

�In bezug auf kulturelle Gemeinsamkeiten zeigt die Umfrage des Rates, daß Europa weiterhin einen positiven Platz in der amerikanischen öffentlichen Meinung einnimmt. Auf die
Frage des Rates:
"Wenn Sie einen
Sohn oder eine Tochter hätten, und
ihn oder sie zu einem Studienaufenthalt ins Ausland schicken würden,
welchen Aufenthaltsort würden Sie ihm
oder ihr raten?" 70 Prozent antworteten 'Europa1.

* * * * *

- 4

�</text>
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    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
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      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
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              <text>Amerikadienst 09.09.1987</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan: gründet Privatisierungskommission&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache des Präsidenten&amp;nbsp;&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reagan: wir werden unsere Freunde in Nicaragua nicht im Stich lassen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache vor Regierungsbeauftragten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikanische Öffentlichkeit unterstützt NATO &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Jüngste Analysen und Meinungsumfragen &lt;br /&gt;&lt;/em&gt;</text>
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