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                  <text>AMERIKA DIENST
1-7

^

C0

8. J u l i

25

1987

I N H A L T

WIRTSCHAFT
Reagan fordert Abschaffung von Handelsschranken in der Landwirtschaft
- Erklärung zur Reform des Handels mit Agrarprodukten -

HINTERGRUNDMATERIAL
Chronologie der Ereignisse in Afghanistan
- Dezember 1986 bis Mai 1987 -

Themenindex AMERIKA DIENST (1. Halbjahr 1987)

* * * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

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D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
VON

Wirtschaft

*

8. Juli 1987

25

REAGAN FORDERT ABSCHAFFUNG VON HANDELSSCHRANKEN IN DER LANDWIRTSCHAFT
- Erklärung zur Reform des Handels mit Agrarprodukten -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan zufolge besteht das zentrale Ziel der
von den Vereinigten Staaten in Genf vorgelegten Vorschläge zum Handel mit Agrarprodukten in der Abschaffung aller Subventionen, Zölle, Quoten und anderen
Beschränkungen des freien Welthandels im Agrarbereich innnerhalb der nächsten
zehn Jahre. Bei der Ankündigung der Vorschläge am 6. Juli 1987 räumte Reagan
ein, daß die Verwirklichung dieses Ziels in der Uruguay-Runde von Handelsgesprächen nicht leicht sein werde.
Die Erklärung des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Vorigen Monat habe ich zusammen
mit den Führern der anderen sechs
führenden Industrieländer in Venedig
eine durchgreifende Reform des Weltagrarhandels gefordert. Wir alle haben anerkannt, daß wir die jedes unserer Länder betreffenden Probleme in
der Landwirtschaft nur durch Zusammenarbeit lösen können.
In Genf werden die amerikanischen
Unterhändler
vom Landwirtschaftsministerium und vom Büro des amerikanischen
Handelsbeauftragten
heute
den ehrgeizigsten Vorschlag zur Re-

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Embassy of the United States of America

form des Welthandels mit Agrarprodukten unterbreiten, der jemals vorgelegt wurde. Die Vereinigten Staaten
werden den totalen Abbau sämtlicher
Maßnahmen, die den Handel mit Agrarprodukten verzerren, bis zum Jahr
2000 fordern.
Es ist deutlich geworden, daß
letztlich niemand von den gegenwärtig
weltweit angewandten Praktiken in der
Landwirtschaft profitiert - nicht die
Landwirte, nicht die Verbraucher und
auch nicht die Steuerzahler. Es ist
ebenso klar, daß kein Land einseitig

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�die gegenwärtigen Maßnahmen abschaffen kann, ohne durch die Politik der
anderen Länder ruiniert zu werden.
Die einzige Hoffnung besteht in einem
durchgreifenden
internationalen
Abkommen, durch das alle Länder zu
gleichgerichteten
Handlungen
und
Zeitplänen verpflichtet werden.
Der Kern unseres Vorschlages besteht in der Abschaffung aller Exportsubventionen, aller Beschränkungen unserer Märkte
(einschließlich
Zöllen und Quoten) und aller Binnensubventionen, die sich auf den Handel
auswirken, innerhalb von zehn Jahren.
Maßnahmen im Agrarbereich, die Zahlungen an Landwirte vorsehen und keine Auswirkungen auf Preisgestaltung
oder Produktionsentscheidungen haben,
wären davon nicht betroffen. Schließlich fordert unser Vorschlag die Einführung einheitlicher Nahrungsmittelvorschriften in der ganzen Welt, um
nichttarifäre Hemmnisse im Agrarhandel zu verhindern.
Ich bin mir der Tatsache vollkommen bewußt, daß dieser Vorschlag ehrgeizig
ist, daß die Verhandlungen
nicht leicht sein werden und daß ein
jegliches Abkommen nicht schmerzlos
ein wird. Wenn wir jedoch Erfolg haben, dann wird die Landwirtschaft in
der ganzen Welt nach der Befreiung
vom Joch staatlicher Eingriffe blühen
und Landwirten und Verbrauchern aller
Länder Vorteile bringen.
Ich erneuere heute meine Verpflichtung, die
ich zusammen mit unseren Handelspartnern in Venedig eingegangen bin, nämlich das Ziel freier Agrarmärkte in
der ganzen Welt bis zum Jahr 2000 zu
verwirklichen.

+ + + + + +

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

'V,oN*&lt;

8. Juli 1987

25

CHRONOLOGIE DER EREIGNISSE IN AFGHANISTAN
- Dezember 1986 bis Mai 1987 -

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine Chronologie der
Ereignisse in Zusammenhang mit der Besetzung Afghanistans durch Streitkräfte
der Sowjetunion; abgedeckt ist der Zeitraum vom Dezember 1986 bis Mitte Mai
1987.

8. Dezember

19. Dezember

Berichten
zufolge
werden
in
Kandahar etwa 600 Menschen - Zivilisten sowie Vertreter des Regimes
und der Miliz - getötet, als zwei sowjetisch-afghanische MiGs versehentlich einen Stadtteil bombardierten.
Der Überfall soll geschehen sein,
nachdem Mujahedin in Mahalajat, einer
kleinen
Stadt
45
Kilometer
von
Kandahar, aus einem Hinterhalt eine
sowjetische Panzerkolonne angriffen.

Sieben
Mitglieder
einer
Hochzeitsgesellschaft, unter ihnen drei
Frauen, werden getötet, als vier sowjetisch-afghanische
Kampfflugzeuge
zehn Meilen nördlich von parachinar
in der pakistanischen Provinz Kurram
zwei Dörfer bombardieren.
Die Toten
gehören dem Stamm der Mangal an, der
sich bis in die afghanische Provinz
Paktia erstreckt.

20. Dezember

United States Information Service
Embassy of the United States of America

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�In Kabul findet eine Trauerfeier
für einen bei Kämpfen in der Nähe von
Kandahar getöteten afghanischen General statt. Alle Straßen, die zum Ort
des Begräbnisses
führen, sind gesperrt.

23. Dezember
Berichten zufolge hat das Regime
in der Nähe von Sherkhana auf der
Straße von Kabul nach Jalalabad neue
militärische
Stützpunkte
errichtet.
Hierzu zählen auch zehn neue Posten
in der Nähe von Dakka.
Der zivile
Flugverkehr zwischen Kabul und Jalalabad bleibt weiterhin unterbrochen.

24. Dezember
Die afghanische Nachrichtenagentur Bakhtar berichtet, daß Najibullah
die Stammesältesten und Vertreter der
Provinzen Nangarhar, Kunar, Laghman,
Paktia und der Region Khost zur nationalen Aussöhnung und zu einem Ende
des Blutvergießens und Brudermordes
aufgerufen hat.

27. Dezember
Mujahedin
der
Hisb-e-Islami
(Gulbuddin Hekmatyar-Gruppierung) berichten von ihren Kämpfen gegen acht
militärische Stützpunkte, die sowjetisch-afghanische
Truppen
bei
der
strategisch wichtigen Garnison Barikot in der Provinz Kunar nur drei
Meilen von Pakistan entfernt halten.
Sie erklären, die Operation sei zum
Gedenken an den 7. Jahrestag der sowjetischen
Besetzung
Afghanistans
durchgeführt worden.

Berichten zufolge werden zwei sowjetisch-afghanische Hubschrauber bei
einem Raketenangriff der Mujahedin
auf den Flughafen von Jalalabad zerstört.
Etwa 4 000 von den Sowjets unterstützte afghanische Soldaten mit 600
Fahrzeugen
kämpfen gegen Mujahedin
der Jamiat-e-Islami-Gruppierung, die
im westlichen Teil der Stadt Herat
operieren.
Mitgliedern
der
Jamiat
zufolge halten die schweren Kämpfe
einige Tage an.

30. Dezember
Eine hochexplosive Autobombe zerstört eine Polizeistation in Peshawar
(Pakistan), dabei werden zwei Polizeibeamte getötet und einer verletzt,
als sie das in einem anderen Teil der
Stadt abgestellte Fahrzeug untersuchen. Für die Explosion werden Agenten des Kabuler Regimes verantwortlich gemacht.
Bei einer außerordentlichen Sitzung des Zentralkomitees der Demokratischen
Volkspartei
Afghanistans
(PDPA) erläutert Najibullah Einzelheiten des Programms zur nationalen
Aussöhnung, das eine ab 15. Januar in
Kraft tretende einseitige Waffenruhe
einschließt. Najibullah zufolge soll
die Feuerpause sechs Monate dauern,
und Streitkräfte des Regimes würden
nur als Reaktion auf "offene und direkte" Angriffe der Oppositionstruppen schießen. Er erklärt ferner die
Verhängung einer landesweiten Generalamnestie sowie die Verkündung des
Islam als Religion Afghanistans.

1. Januar
28. Dezember

Der amtierende

Sprecher

der Sie-

�ben-Parteien-Allianz
mit
Sitz
in
Peshawar
(Pakistan) lehnt die von
Najibullah vorgeschlagene einseitige
Feuerpause ab und nennt sie eine
"Falle".
Er betont, die Mujahedin
würden
weiterhin
kämpfen,
bis
Najibullah abgesetzt und eine islamische Regierung in Afghanistan eingesetzt ist.

2. Januar

gergebäude der Regierung beschädigt.

5. Januar
Der
Generalsekretär
der
PDPA,
Najibullah, empfängt den sowjetischen
Außenminister
Eduard
Schewardnadse
und den Generalsekretät des Zentralkomitees der KPdSU, Anatoli Dobrynin,
die auf Einladung der afghanischen
Regierung zu einem Arbeitsbesuch nach
Kabul gekommen sind.

In einer Worldnet-Videokonferenz
mit Journalisten in Kuwait erklärt
ein Vertreter des US-Außenministeriums, die Mujahedin würden trotz des
seit 1983 zunehmenden militärischen
und politischen Drucks der Sowjets
diese langfristig besiegen. Ein Mitglied des politischen Planungsstabes,
Zalmay Khalilzad, erklärt, die Mujahedin würden aufgrund ihrer "Ausdauer
und zunehmenden Stärke" gewinnen.

Die afghanische Nachrichtenagentur Bakhtar berichtet, daß 1 000 Mujahedin unter Leitung von Sayed Ahmad
in der Region Gozareh (Provinz Herat)
als Reaktion auf Najibullahs Aufruf
zur nationalen Aussöhnung ihre Waffen
niederlegen.

3. Januar

7. Januar

Die auf diese Sitzung folgende
Zusammenkunft
des
Revolutionsrates
des Kabuler Regimes verkündet eine
Erweiterung seines Programms zur nationalen Aussöhnung. Damit soll eine
offene Einladung an bewaffnete Oppositionsführer
außerhalb des Landes
einhergehen; diese sollen an Gesprächen mit der Regierung teilnehmen.
Das Regime garantiert den Oppositionsführern sicheres Geleit zu den
Gesprächen.

Der
sowjetische
Außenminister
Eduard Schewardnadse und der Generalsekretär
des Zentralkommittees der
KPdSU, Anatoli Dobrynin verlassen Kabul, um nach zweitägigen Gesprächen,
in deren Verlauf sie den Aufruf des
afghanischen
Staatschefs
Najibullah
zur nationalen Aussöhnung und das Angebot einer ab 15. Januar in Kraft
tretenden Feuerpause unterstützen.

6. Januar

8. Januar
Zehn sowjetisch-afghanische Flugzeuge verletzen pakistanischen Luftraum.
Sie überfliegen Pakistan etwa
zwei Kilometer weit und werfen 15
Bomben auf das Dorf Arandu in der Region Chitral. Dabei werden drei Männer und zwei Frauen getötet und 14
weitere
Personen verletzt.
Ferner
werden 30 Privathäuser und drei La- 3

Westliche
Diplomaten
berichten,
daß die an der pakistanischen Grenze
ansässigen Stämme für eine Kampagne
gegen die von ihrem Territorium aus
operierenden
Mujahedin
angeworben
wurden.
Der linke pakistanische Politiker Abdul Wali Khan vom Stamm der
Pashtun erklärte sich Berichten zu-

�folge bei seinem Besuch in Kabul im
vergangenen September bereit, solch
eine Mission zu den an der Grenze ansässigen Pashtun-Stämmen zu unternehmen.

Herbert Haggerty, wird im USIA-eigenen
Wordnet-Fernsehen
von
Journalisten in Caracas und Guatemala-Stadt
interviewt.

Das Regime behauptet, es habe in
den Provinzen Herat, Balkh, Paktia,
Badakhshan, Baghlan, Jowzjan, Faryab,
Nangarhar, Bamian und Samangan Kommissionen für die nationale Aussöhnung eingesetzt.
Es werden Einführungssitzungen abgehalten, bei denen
- nach Rezitiation von Koranversen Vertreter des Regimes und der Stämme
sowie Ulemas zur nationalen Aussöhnungspolitik sprechen.

15. Januar

11. Januar
Eine Gruppe von 50 prominenten,
nicht dem Regime zuzurechnenden Afghanen nimmt Berichten zufolge an dem
Treffen der Kommission zur nationalen
Aussöhnung in Kabul teil. Sie legen
ihre eigenen Bedingungen für eine
Aussöhnung vor, die den Abzug aller
sowjetischen Truppen umfassen sowie
die Freilassung aller politischen Gefangenen und ein Ende des Einsatzes
von Druck ausübenden Banden und des
erzwungenen Wehrdienstes. Najibullah
nimmt die Liste ihrer Bedingungen zur
Überprüfung entgegen.

Der stellvertretende Sprecher des
US-Außenministeriums, Charles Redman,
erklärt, das "Haupthindernis für eine
Regelung" in Afghanistan sei die andauernde Präsenz von 115 000 Soldaten
im Land.
Er beantwortete Fragen zu
der am 15. Januar in Kraft getretenen
einseitigen
Feuerpause des Kabuler
Regimes.
Der stellvertretende Pressesprecher
des
Weißen
Hauses,
Albert
Brashear, erklärt, die einzige Lösung
der Situation in Afghanistan bestehe
darin, daß die sowjetischen Truppen
vollständig abgezogen werden und das
afghanische
Volk
sein
Recht
auf
Selbstbestimmung ausüben kann.
Am ersten Tag des angeblichen
Waffenstillstands
wird eine sowjetische Panzerkolonne an einer schmalen Stelle der Salang-Paßstraße nördlich von Jabal-es-Seraj von Mujahedin
überfallen. Berichten zufolge werden
bei dem Angriff eine unbekannte Zahl
sowjetischer
Soldaten getötet oder
verwundet sowie mehrere Panzerfahrzeuge zerstört.

14. Januar
Ein Beamter des US-Außenministeriums bezeichnet die Forderung des
afghanischen Regimes nach einer einseitigen Feuerpause als "schlimmste
Art von Effekthascherei" und "Propagandageste", die nicht zur Wurzel des
Problems, dem sofortigen Abzug der
sowjetischen Truppen aus Afghanistan,
vordringt.
Der regionale Leiter der
Abteilung für den Nahen Osten und
Südasien
im
US-Außenministerium,

16* Januar
Der
amerikanische
Außenminister
George Shultz betont, eine kurzfristige Übereinkunft für den Abzug sowjetischer
Truppen aus Afghanistan
sei das fehlende "wesentliche Kriterium" für eine Regelung in Afghanistan, und wenn das geschehen sollte,
seien die Vereinigten Staaten "zu
einer Reaktion bereit".

�Westliche Journalisten - die einer Einladung nach Kabul folgten, um
die Feuerpause
und Veranstaltungen
zur nationalen Aussöhnung zu beobachten - bemerken das plötzliche Auftauchen einer großen Anzahl sowjetischer
Panzerfahrzeuge in den Straßen, was
zu Spekulationen darüber Anlaß gibt,
daß die Sowjets möglicherweise Angriffe von gegnerischen Gruppen im
Regime fürchten.
Gerüchten zufolge
wurde von Anhängern des entmachteten
Staatschefs Karmal ein Staatsstreich
gegen Najibullah versucht.
Bei
ihrer
streng
überwachten
Fahrt durch die Hauptstadt werden die
westlichen
Journalisten
wiederholt
daran
gehindert,
das
sowjetische
Kriegsgerät zu photographieren, und
bei einer Gelegenheit werden sie dabei von sowjetischen Soldaten beschossen.
Auf ihrem Flug nach Jalalabad erklären die Journalisten, sie hätten
eine große Anzahl sowjetischer Soldaten beobachtet, die zur Verteidigung
des Flughafens von Jalalabad eingesetzt worden seien.

werden, wenn sie unser Land verlassen, ohne Bedingungen zu stellen".
Die
Mujahedin-Führer
erklären
ferner
ihre
Übereinstimmung,
"daß
eine
Kommission
eingerichtet
wird,
die Rechte und Pflichten für eine
Ubergangsregierung ausarbeitet".
Das
Gremium will seine Arbeit am 1. Februar aufnehmen und der Führungsspitze
der Allianz innerhalb eines Monats
seine Vorschläge unterbreiten.
Die
Führer
verkünden,
daß
allgemeine
freie und gerechte Wahlen abgehalten
und unter Aufsicht der Ubergangsregierung ein Parlament eingesetzt würde. Eine Verfassung soll ausgearbeitet werden, um die Ausübung des Islam
in allen Lebensbereichen zu garantieren.

18. Januar
Westlichen Diplomaten liegen Berichte vor, daß die Polizeiakademie
des Regimes einige Afghanen heimlich
zu Agenten ausbildet. Sie werden bei
den von Pakistan aus operierenden
Mujahedin und in den Flüchtlingslagern einzugeschleust, um für der Plan
des Regimes zur nationalen Aussöhnung
werben.

17. Januar
Mujahedin-Führer der Sieben-Parteien-Allianz halten eine große öffentliche Zusammenkunft in Peshawar
ab, um formell mitzuteilen, daß sie
trotz der Aufforderung der Regierung
zur nationalen Aussöhnung und ihres
einseitigen Angebots einer am 15. Januar beginnenden Feuerpause den bewaffneten Kampf gegen das sowjetischafghanische Regime fortsetzen werden.
Sie weisen die Angebote als "Trick"
und "weiteres Komplott" zurück und
erklären, "der Vorschlag eines Waffenstillstands
mit
den
russischen
Streitkräften
kann
nur
diskutiert

Beim zweiten Kongreß der Bewegung
Nationales Vaterland (jetzt: Nationale Front) sollen Vertreter der linken
pakistanischen
Awami
Nationalpartei
des Wali Khan, der Ersten Kongreßpartei Rajiv Ghandis und der kommunistischen Tudeh-Partei Irans zu den
Teilnehmern gehört haben.

20. Januar
Der Erste Stellvertretende Außenminister
der
Sowjetunion,
Anatoli
Kowalew, trifft sich zu formellen Gesprächen über Afghanistan mit paki-

- 5 -

�stanischen
Politikern, unter
ihnen
Premierminister Mohammed Khan Junejo,
Außenminister
Sahibzada Yagub Khan
und der Staatssekretär im Außenministerium Abdus Sattar.
Er besucht
ferner Präsident Zia ul-Haq und übergibt diesem eine Botschaft des sowjetischen Generalsekretärs Gorbatschow.
Der stellvertretende sowjetische Minister unternimmt einen viertägigen
offiziellen Besuch.
Die Nachrichtenagentur des Regimes in Kabul, Bakhtar, berichtet, daß
eine 600 Mann starke Gruppe, unter
ihnen 200 bewaffnete Mujahedin, in
der Provinz Jowzjan den Aufruf zur
nationalen Aussöhnung begrüßten und
sich dort zur Zusammenarbeit mit den
Vertretungen des Regimes bereit erklärten.

21. Januar

kündet.
Die Anmestie soll auch Afghanen einschließen, die vor dem 15.
Januar in regierungsfeindliche Aktivitäten verwickelt waren und würde
auch bestimmte vom Regime inhaftierte
Gruppen von Gefangenen einbeziehen.

25. Januar
Nach
Informationen
westlicher
Diplomaten
fälscht
das
Regime
in
Kabul Berichte über
zurückkehrende
Mujahedin, die sich Beamten der Regierung als Reaktion auf deren Aufforderung zur nationalen Aussöhnung
ergeben haben sollen. Die Diplomaten
sprechen von verschiedenen Augenzeugenberichten, denen zufolge Angehörige der Dorfmiliz nach Kabul gebracht
wurden, um sich im staalichen Fernsehen "zu ergeben". Einem anderen Bericht zufolge handelte es sich bei
einer
Gruppe
von
im
regimetreuen
Fernsehen
gezeigten
"Bekehrten" um
genau dieselben Personen, die sich
bereits vor einigen Monaten ergeben
hatten.

Der Abteilungsleiter
für politische Angelegenheiten im US-Außenministerium, Michael Armacost, trifft
am 18. Januar in Pakistan ein, wo er
mit pakistanischen Politikern Gespräche über die Probleme Afghanistans
und die bilateralen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Pakistan führt. Ein Sprecher des pakistanischen Außenministeriums erklärt,
der Besuch bestätige die anhaltende
amerikanische Unterstützung der Bemühungen Pakistans, eine baldige Beilegung des Problems Afghanistan auf der
Basis vereinbarter Grundsätze zu erlangen.

Das Regime in Kabul behauptet,
Kontakt zu pakistanischen und iranischen Diplomaten in Kabul aufgenommen und deren Genehmigung für Charterflüge eingeholt zu haben, um rückkehrwillige Flüchtlinge nach Afghanistan
zurückzubringen.
Pakistan
vertritt jedoch die Auffassung, daß
sich
internationale
Organisationen
wie der Hohe Flüchtlingskommissar der
Vereinten Nationen um die Rückführung
etwaiger Flüchtlinge kümmert.

24. Januar

26. Januar

Auf einer außerordentlichen Sitzung des Präsidiums des DRA-Revolutionsrates wird als Bestandteil des
staatlichen Programms zur nationalen
Aussöhnung eine Generalamnestie ver-

Berichten der Nachrichtenagentur
Bakhtar zufolge behauptet das Regime
in Kabul, in Daulatabad in der Provinz Faryab hätte sich eine weitere
Gruppe von 186 bewaffneten Mujahedin

- 6

�ergeben. Insgesamt sollen sich damit
mehr als 4 000 bewaffnete Mujahedin
dem Regime zufolge seit dessen Aufruf
zu einer einseitigen Feuerpause ab
dem 15. Januar ergeben haben.

27. Januar
In der Provinz Parwan nehmen Mujahedin Berichten zufolge eine 14köpfige Delegation der Regierung gefangen, die sich dort zu einer Mission
der Versöhnung aufhält. Sie berichten, die Delegation des Komitees zur
Nationalen Aussöhnung sei von dem aus
der Region stammenden stellvertretenden
Minister
für
Fernmeldewesen,
Khalilullah Kohistani, angeführt gewesen. Wie verlautet, wurde die Delegation von einem lokalen Anführer
der Mujahedin, Farid, gefangengenommen.
Kohistani wird mit der Nachricht zurück nach Kabul gesandt, bis
die
Sowjets
Afghanistan
verlassen
hätten, könnten keine Vereinbarungen
mit dem Regime getroffen werden.

29. Januar
Ein hochrangiger Beamter des afghanischen Regimes in der Provinz
Kunduz wird von Mujahedin ermordet.
Abdul Ahad Arzbegi war ein Mitglied
des Vorstandes im Zentralrat der Nationalen Front des Regimes, Vorsitzender des Rates der Nationalen Front
für die Provinz Kunduz sowie Vorsitzender
des
Außerordentlichen
Ausschusses für die nationale Aussöhnung
in der Provinz Kunduz. Er wird bei
dem Versuch erschossen, mit den Mujahedin Bedingungen für eine nationale
Aussöhnung auszuhandeln.

30. Januar
Der

stellvertretende

UN-General-

sekretär Diego Cordovez verkündet in
seiner Eigenschaft als Hauptvermittler bei den unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen stehenden Afghanistan-Gesprächen, die nächste Runde der Annäherungsgespräche in
Genf würde "im Interesse einer Verbesserung der Erfolgschancen" um zwei
Wochen verschoben - vom 11. auf den
25. Februar.

1. Februar
Eine Autobombe explodiert in der
Nähe eines Büros und Vernehmungszentrums des Ministeriums für Staatssicherheit
(KHAD) in Kabul.
Dabei
werden 28 Personen verletzt oder getötet.
Ferner entstehen Schäden an
der indischen Botschaft, einem großen
sowjetischen Militärhospital und den
etwa 30 Meter enfernten Residenzen
der indonesischen und amerikanischen
Geschäftsträger.
Im Umkreis von 500
Metern bersten die Fensterscheiben.
Dreizehn Personen werden, vermutlich auf der Straße, getötet und 15
weitere in der indischen Botschaft
verletzt.
Obwohl
der
afghanische
Staatschef Najibullah die Expiosion
als Werk der Mujahedin verurteilt,
die die engen Beziehungen des Regimes
zu Indien zerstören wollen, schließen
westliche Diplomaten die Möglichkeit
nicht aus, daß zunehmende Spannungen
innerhalb der Regierung für die Explosion verantwortlich sein könnten.
Andere Quellen behaupten, die Mujahedin hätten die Bombe in der Nähe
der indischen Botschaft gelegt, weil
sie keinen günstigeren Zugang zu den
Büros der afghanischen Geheimpolizei
(KHAD) hatten.
Zwei Bombenexplosionen unterbrechen die Gaszufuhr nach Quetta, der
Hauptstadt der Grenzprovinz Baluchi-

- 7 -

�stan im Südosten Afghanistans.
Die
Explosion zerstört eine 22 Kilometer
von der Stadt enfernte Rohrleitung.
Bei
einer
dritten
Bombenexplosion
werden Eisenbahnschienen im 80 Kilometer von Quetta gelegenen Qila Abdullah zerstört.
Pakistanische Behörden machen dem Regime in Kabul ergebene Saboteure für die Explosion
verantwortlich.

2. Februar
Mujahedin berichten, sie hätten
bei Kämpfen in der Provinz Paktia 100
Soldaten des Regimes getötet.
Vier
Panzer und mehrere gepanzerte Fahrzeuge werden beschädigt und eine erhebliche Menge Waffen erbeutet.
Mujahedin greifen den Flughafen
von Kandahar an und zerstören Berichten zufolge vier Militärhubschrauber.

3. Februar
Das
internationale Komitee des
Roten Kreuzes erhält zum ersten Mal
seit vier Jahren die Erlaubnis, nach
Afghanistan
zurückzukehren,
nachdem
Ende Januar eine Übereinkunft mit der
afghanischen Regierung erzielt worden
war. Die Einreise ist beschränkt auf
Besuche von Gefangenen; zunächst finden im Februar Besuche im Pul-i-Charki Gefängnis in Kabul statt. Ferner
wird mit dem afghanischen Roten Halbmond ein Abkommen zur Entwicklung
eines Programms
zur
orthopädischen
Versorgung für Kriegsversehrte unterzeichnet.

4. Februar
In Jalalabad explodiert eine Autobombe.
Westlichen Diplomaten zufolge berichten Augenzeugen, daß die
- 8

gegen
das
Rundfunk- und
Fernsehzentrum gerichtete Bombe mehr als 50
umliegende Geschäfte
und ein Kino
zerstörte und in einem weiten Umkreis
Fenster und Türen herausriß. Etwa 35
Personen werden dabei getötet und
mehr als 200 verletzt.

6. Februar
Im Kabuler Stadtteil Chehelsitoon
explodiert eine Bombe.
Dabei werden
drei Afghanen getötet sowie zwei militärische und ein ziviles Fahrzeug
zerstört.
Am 2. Februar wird eine
große Bombe im Shahr-e-Nau Park gefunden und entschärft; am 4. Februar
findet und entschärft man eine kleinere Bombe nahe der Residenz eines
Beamten der Vereinten Nationen im
Stadteil
Wazir
Akhbar
Khan.
Die
willkürliche
Plazierung der Bomben
sowie die Tatsache, daß damit keine
wichtigen
Einrichtungen des sowjetischen oder afghanischen Regimes getroffen wurden, veranlassen westliche
Diplomaten
zu der
Schlußfolgerung,
daß die Bombenserie möglicherwiese
das Ergebnis zunehmender Zersetzung
innerhalb des Regimes selbst sowie in
der Demokratischen Volkspartei Ai.ghanistans (PDPA) sei.
Zwei Bomben explodieren in zwei
Hotels in Quetta.
Dabei werden 28
Menschen verletzt, von denen einer
später seinen Verletzungen erliegt;
zehn weitere Personen befinden sich
in einem kritischen Zustand.

8. Februar
In einem belebten Bazar in Peshawar explodiert eine Paketbombe. Drei
Personen, darunter ein Polizeibeamter, werden getötet und 26 weitere
verletzt.
Nach
der
Explosion
im
Stadtteil Ghantaghar
Chawk
in der

�Altstadt bricht nach der
einer Gasleitung Feuer aus.

Explosion

9. Februar
Mujahedin schießen mit einer Rakete in der Region Khost ein militärisches Transportflugzeug ab. Berichten zufolge werden dabei 30 afghanische Soldaten getötet.
Das Regime
berichtet in allen Medien ausführlich
von dem Vorfall und behauptet, es habe sich um ein nicht-militärisches
Flugzeug mit Zivilisten an Bord gehandelt.

11. Februar
Soldaten des afghanischen Regimes
feuern im Bezirk Chaman in der pakistanischen
Provinz Baluchistan
150
Artillerie-Salven ab.
Dabei werden
drei Personen getötet und zwei weitere verletzt.

14. Februar
Zwei sowjetisch-afghanische Flugzeuge verletzen pakistanischen Luftraum und werfen sechs Bomben auf Dosh
im Bezirk Chitral ab. Dabei wird ein
Angehöriger der Grenzmannschaft getötet und sieben weitere, unter ihnen
zwei Zivilisten, verletzt.
Eine von Terroristen gelegte Bombe explodiert in einem Autobus in
Bannu, einer Provinz an der nordwestlichen Grenze Pakistans.
Ein Kind
wird getötet und sechs weitere Personen verletzt.

17. Februar

vor der gemeinsamen Afghanistan-Arbeitsgruppe im Kongreß, die jüngste
Friedensoffensive der Sowjetunion sei
ein "schwach verbrämter Täuschungsversuch", weil sie nicht auf das Problem eines baldigen Truppenabzugs aus
Afghanistan eingeht.

18. Februar
Der Abteilungsleiter
für politische Angelegenheiten im US-Außenministerium, Michael Armacost, erklärt bei einem von USIAs Worldnet
übertragenen interview mit europäischen Journalisten, nur ein schneller
Rückzug sowjetischer Truppen und die
Bildung einer für die afghanischen
Flüchtlinge
annehmbaren
Regierung
könne den Frieden in Afghanistan herbeiführen.

19. Februar
Vor einer Grundschule in der Nähe
von Peshawar in Pakistan explodiert
eine von Terroristen in einem Lastwagen gelegte Bombe. Dreizehn Personen
werden getötet und mehr als 50 verwundet. Die Opfer sind hauptsächlich
pakistanische Kinder.
Schüler eines
nahegelegenen
Gymnasiums
verwüsten
das Büro der Jamiat-e-lslami, einer
afghanischen
Widerstandsgruppe,
bei
deren Büro der Lkw abgestellt worden
war. Die Schüler rufen gegen die afghanischen Flüchtlinge gerichtete Parolen und stecken zwölf Fahrzeuge der
Gruppe in Brand.
Sie plündern ein
weiteres Jamiat-Büro, bevor sie von
den bedrängten afghanischen Flüchtlingen, die Warnschüsse in die Luft
feuern, zurückgetrieben werden.
Das
rechtzeitige Eintreffen der pakistanischen Polizei verhindert eine Eskalation der Situation.

Ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums, Fred Ikle, berichtet
- 9 -

�21. Februar
In Peshawar in Pakistan werden
die Geschäfte geschlossen, als Schülergruppen gegen den Mord der bei dem
Bombenanschlag der Terroristen am 19.
Februar getöteten Schulkinder demonstrieren und auf die Straße gehen, um
die
Ausweisung
der
afghanischen
Flüchtlinge zu fordern. Die Zahl der
Toten bei dieser Explosion steigt auf
14.
70 weitere Personen, meist Kinder, befinden sich noch in stationärer Behandlung.
Der Zustand einiger
Kinder ist als ernst zu bezeichnen.
Obwohl die pakistanische Regierung den Familien der Opfer eine Entschädigung zusagt, ist die Stimmung
in der Stadt von Wut geprägt, und zu
ersten Mal in acht Jahren gibt es Zusammenstöße zwischen Pakistanis und
afghanischen
Flüchtlingen.
Zwei
Flüchtlinge werden bei einem Feuergefecht in der Nähe des Explosionsortes
verletzt.
Die Demonstranten fordern
die Rückkehr der Flüchtlinge und den
Rücktritt
der Provinzregierung, da
diese nicht imstande sei, Sicherheit
zu garantieren.
Alle Universitäten
und die ihnen angeschlossenen Fakultäten in peshawar sowie alle Bildungseinrichtungen
in
der
Region
Peshawar werden auf unbestimmte Zeit
geschlossen.

22. Februar
Das afghanische Regime und die
Sowjetunion
unterzeichnen
in Kabul
ein Abkommen über die Zusammenarbeit
bei
Bewässerungsprojekten
für
den
Zeitraum 1986 bis 1989. Die Sowjetunion wird bei der Errichtung eines
Staudamms am Fluß Kokcha, dem Bau eines Kanals und der Bohrung tiefer
Brunnen mitarbeiten.
Die

Sowjetunion

wird

ferner

die

Instandsetzung
des
Bewässerungssystems im Norden des Landes und den
Bau von Pumpstationen beim Fluß Kunduz unterstützen.

24. Februar
Berichten der Mujahedin zufolge
wurden in den vergangenen drei Wochen
insgesamt 20 Flugzeuge sowjetischer
Herkunft abgeschossen, während
die
Kampfhandlungen eskalierten, weil die
Mujahedin den von der Regierung einseitig
verhängten
Waffenstillstand,
der angeblich am 15. Januar in Kraft
getreten war, nicht eingehalten hatten.
Sie behaupten weiterhin, 1 400
sowjetisch-afghanische
Soldaten
in
diesem gleichen Zeitraum getötet oder
verletzt zu haben.

25. Februar
Bei einer Pressekonferenz unmittelbar vor Wiederaufnahme der Annäherungsgespräche
zwischen
Afghanistan
und Pakistan erklärt der Sonderbeauftragte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen bei den Verhandlungen, Diego Cordovez, daß der Zeiuplan
für
den
Rückzug
der
sowjetischen
Truppen der einzige, noch anstehende
Themenkomplex sei.
Die Vereinten Nationen veröffentlichen ihren dritten Bericht über die
Menschenrechtssituation
in Afghanistan und kommen zu der Schlußfolgerung, daß nach dem Waffenstillstand
und dem im Januar von dem Regime in
Kabul
verkündeten
Amnestie-Programm
"keine
entscheidende
Änderung"
zu
verzeichnen ist.
Der 12 Seiten umfassende Bericht
wurde vom Sonderberichterstatter der
Kommission, Felix Ermacora, für die
Menschenrechtskommission der Verein-

- 10 -

�ten Nationen erstellt.
Dem Bericht
zufolge dauern die Kämpfe in den
Grenzgebieten an, und die Zahl der
nach Pakistan strömenden Flüchtlinge
nimmt ständig zu.
Das internationale Kommitee des
Roten Kreuzes
(ICRC) erklärt, daß
seine Vertreter vom 4. März an afghanische Gefängnisse besuchen werden.

26. Februar
Bei einem Bombenangriff sowjetisch-afghanischer Kampfflugzeuge auf
drei pakistanische Grenzdörfer in der
Nähe von Miranshah in der Provinz
Nord-Waziristan werden mindestens 58
Menschen getötet und 190 verletzt.
Dreißig Minuten lang bombardieren 16
Flugzeuge
in zwei Formationen das
Dorf Moza Qilli Ghulam Khan, als die
meisten der afghanischen Flüchtlinge
auf dem belebten Bazar einkaufen.

27. Februar
Mindestens 25 Menschen werden getötet oder verletzt, als sowjetischafghanische Flugzeuge Dörfer in der
Region
Parachinar
(Provinz Kurram)
bombardieren.
Die
Bomben
treffen
Menschen, die gerade nach dem Freitagmittagsgebet auseinandergehen sowie ein Krankenhaus für afghanische
Flüchtlinge.

3. März
Bei einem Bombenangriff von vier
sowjetisch-afghanischen
Flugzeugen
auf ein Flüchtlingslager in der Nähe
von Chitral in Nordwest-Pakistan sind
zwei Tote und fünf Schwerverletzte zu
beklagen.

4. März
In Quetta, Pakistan, wird durch
eine von Terroristen gelegte Bombe
eine Person getötet und drei weitere
verletzt.

9. März
Berichten der afghanisch-islamischen Nachrichtenagentur
zufolge
einer
für gewöhnlich
zuverlässigen
Quelle, die der Widerstandsbewegung
zugeneigt ist - haben die Mujahedin
im Januar und Februar insgesamt 130
sowjetisch-afghanische Flugzeuge und
Hubschrauber abgeschossen.
Wie verlautet, wurden davon 77 im Januar und
26 im Februar über dem Gebiet von Afganistan abgeschossen.
Die meisten
dieser Behauptungen können nicht belegt werden.
Den Agenturmeldungen zufolge wird
außerdem am 4. März in der Nähe des
sowjetisch-afghanischen
Luftwaffenstützpunktes in Bagram, westlich von
Kabul,
ein
viermotoriges
militärisches Transportflugzeug
von einer
Rakete der Mujahedin
abgeschossen.
In dem Flugzeug befinden sich L5 Angehörige des afghanischen und sowjetischen Militärs.
Der Strom afghanischer Flüchtlinge nach Pakistan hält weiterhin an
und beläuft sich auf ca. 8 000 pro
Monat, berichtet der Flüchtlingskommissar der nordwestlichen Grenzprovinz Pakistans in einer Fernsehansprache.
Die Mujahedin starten vom Gebiet
der Grenzstadt Emam Saheb in der Provinz Kunduz aus einen Raketenangriff
auf
sowjetisches Territorium.
Der
Angriff hat Vergeltungsmaßnahmen sowjetischer Truppen zur Folge, die direkt aus der zentralasiatischen Pro-

- 11 -

�vinz Tadzhikistan entsandt werden.

10. März
Der Sonderbeauftragte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen
für die Annäherungsgespräche, Diego
Cordovez, berichtet Journalisten in
Genf, daß die letzte Runde der zweiwöchigen Gespräche im Hinblick auf
den
vorgeschlagenen
Zeitraum
des
Rückzugs eine "entscheidende Verringerung der Kluft" zwischen den beiden
Gesprächsteilnehmern
- Pakistan
und
Afghanistan
- erbrachte.
Er
führt
aus, daß der Zeitraum jetzt "weniger
als ein Jahr" beträgt.
Berichten zufolge werden mehr als
100 sowjetische und afghanische Soldaten getötet und zahlreiche Militärfahrzeuge zerstört, als die Mujahedin
eine sowjetisch-afghanische Offensive
in der Provinz Kandahar zurückschlagen.
Bei einer weiteren Operation in
der Provinz Herat töten die Mujahedin
angeblich 54 sowjetische und afghanische Soldaten und zerstören drei
Panzer.

Gründung einer mit Funkgeräten und
hochentwickelten Waffen ausgerüsteten
Sondereinheit zum Einsatz gegen Agenten der afghanischen
Geheimpolizei
(KHAD), die
in Pakistan Terroranschlägen mit Bomben verüben. Er berichtet von mehr als 150 Bombenexplosionen im Jahr 1986 zumeist in den
nördlichen
Gebieten Pakistans, vor
allem in Peshawar.
Die Mujahedin verüben einen Raketenanschlag
auf den Flughafen von
Kandahar, feuern aus kürzester Entfernung mehr als 100 Raketen ab und
bringen den sowjetischen Truppen, die
vor kurzem von ihren Stützpunkten in
Herat und Shindand zum Flughafen verlegt worden waren, schwere Verluste
bei. Diese sowjetischen Soldaten waren an Operationen im südlichen Teil
der Provinz an der pakistanischen
Grenze beteiligt.

13. März
Westliche Diplomaten bestätigen,
daß die Landwirtschafts- und Gesundheitsminister des Regimes in Kabul
entsprechend einem im vergangenen November
begonnenen
Entlassungssohema
auf Ministerebene ihres Amtes enthoben werden.

Raketen beschädigen drei Häuser
in der außerhalb von Peshawar an der
Straße nach Khyber gelegenen Gemeinde
Hayatabad.
Mindestens fünf Raketen,
die offensichtlich von den Bergen um
den Khyber Paß aus abgeschossen wurden, treffen die Gemeinde. Vor diesem Zwischenfall war die Gemeinde bereits zweimal Raketenangriffen ausgesetzt, dieses Mal verursachen die Raketen jedoch ernsthaften Schaden.

Nach Aussagen westlicher Diplomaten werden drei Hubschrauber von Mujahedin in der Provinz Nangarhar abgeschossen.
Unbestätigten Meldungen
zufolge greifen sie ebenfalls den
Flughafen von Jalalabad an.

12. März

18. März

Der
erklärt

pakistanische
Innenminister
der Nationalversammlung die

15. März

Medien des Regimes in Kabul berichten, daß die Sowjetunion und das

- 12 -

�Regime einen 21 Millionen Rubel Vertrag zur Erschließung des Yateem-Tao
Erdgasfeldes
unterzeichnet
haben.
Die Erschließungsarbeiten sollen im
Juni aufgenommen werden und binnen 14
Monaten abgeschlossen sein.
Die Sowjets steuern 15 Millionen Rubel bei,
der restliche Betrag wird aus dem
Haushalt des Regimes finanziert.

20. März
Bei einer im Weißen Haus abgehaltenen besonderen Feierstunde aus Anlaß des Afghanistan-Gedenktages erklärt Präsident Reagan: "Ein Waffenstillstand, der nicht mit dem Abzug
der sowjetischen Truppen einhergeht,
ist bedeutungslos". Er verweist ferner darauf, daß die weitere Unterstützung
der
afghanischen
Widerstandsbewegung durch die internationale Gemeinschaft von entscheidender
Bedeutung ist, da deren Erfolge die
Sowjets bereits veranlaßt haben, offensichtliches Interesse an einer politischen Lösung zu zeigen.
Charles Dunbar, der Sonderberater
für Afghanistan im US-Außenministerium, erklärt bei einer Pressekonferenz
im Foreign
Press Center
in
Washington, D.C. , daß sich der Krieg
in Afghanistan zu einer nationalen
Bewegung entwickelt hat, die von einer neuen Generation von Intellektuellen und politisch bewußten Führungskräften angeführt wird.

23. März
10 bis 12 sowjetisch-afghanische
Kampfflugzeuge verletzen den pakistanischen Luftraum
über der Provinz
Kurram und bombardieren Teri Mangal.
Bei diesem Zwischenfall werden mindestens 51 Menschen getötet und mehr
als 100 verletzt.
Ungefähr 60 Ge-

schäfte, einige Häuser und eine Schule werden beschädigt.
Sechs
sowjetisch-afghanische
Kampfflugzeuge verletzen den pakistanischen Luftraum
über der Provinz
Waziristan, und bei einem Bombenangriff auf Angur werden 22 Tote und 26
Verletzte gezählt.
Unter den Toten
sind elf Pakistani.
Am darauffolgenden Tag, dem 24.
März, verurteilt
der Sprecher des
Außenministeriums Charles Redman die
Angriffe und bezeichnet sie als "brutale Versuche, einen Wandel in der
Afhanistan-Politik Pakistans zu erzwingen" .

25. März
80 Menschen, die meisten von ihnen afghanische Mujahedin, finden bei
einem
Bombenanschlag
sowjetisch-afghanischer Kampfflugzeuge auf Dörfer
in der Region Rabat an der gemeinsamen Grenze von Iran, Pakistan und Afghanistan den Tod, und mehr als 60
Personen werden verletzt.
Die der
Widerstandsbewegung zugeneigte afghanische islamische Presse berichtet,
daß 12 Düsenjäger Bomben über dem Gebiet abgeworfen haben, die auf das
Territorium aller drei Länder fielen.
Iranische Truppen nehmen die Flugzeuge unter Beschuß, ohne sie jedoch zu
treffen.
Das vorwiegend von Mujahedin und Flüchtlingen bewohnte Rabat
wird als einer der wichtigsten Luftkorridore von Afghanistan nach Iran
und Pakistan angesehen.

26. März
Der stellvertretende Generalsekretär und offizielle Beauftragte der
Vereinten Nationen für die Durchführung der Annäherungsgespräche, Diego

- 13 -

�Cordovez, betont während einer Pressekonferenz in New York, daß die in
Genf abgehaltenen Gespräche nur bestimmte, zu einer Aussöhnung führende
Voraussetzungen schaffen können und,
daß alle Afghanen mit dem Entwurf einer "Pax Afghana" für eine innenpolitische Lösung beginnen müssen.
Sowjetisch-afghanische Kampfflugzeuge bombardieren Kotri in der Nähe
von Teri Mangal in der pakistanischen
Provinz Kurram, wobei fünf afghanische Flüchtlinge getötet und acht
verletzt werden

27. März
Richard Murphy, Staatssekretär im
US-AuBenministerium
für Nahost und
Südasiatische Angelegenheiten erklärt
in einem Worldnet-Interview mit europäischen Journalisten, daß die Gefahr
einer Ausweitung des Krieges in Afghanistan besteht und daß dieser zu
einer
direkten Bedrohung
Pakistans
werden könnte. •

31. März
Westliche
Diplomaten
berichten,
daß die Mujahedin in den vorausgegangenen zehn Tagen 14 sowjetisch-afghanische Kampfflugzeuge sowie am 23.
März in der Nähe von Khost in der
Provinz Paktia drei, und in der Nähe
von Kandahar vier Hubschrauber abgeschossen haben.

2. April
Ein sowjetisch-afghanischer Hubschrauber wird abgeschossen, und in
Kandahar werden 14 Soldaten und ein
Offizier des afghanischen Regimes getötet. Berichten zufolge kam es zum
Ausbruch der Kampfhandlungen, als die
Ortsbewohner sich weigerten, von den
Sowjets zur Verfügung gestellte Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter anzunehmen.

7. April
30. März
Zwei F-16 Flugzeuge der pakistanischen Luftwaffe schießen ein afghanisches Aufklärungsflugzeug ab, das
zusammen mit anderen Flugzeugen den
pakistanischen Luftraum bis in eine
Tiefe von 10 Meilen verletzt hat. Es
wird beobachtet, wie das sowjetischafghanische Flugzeug an einem Berg im
Norden von Parachinar im Zentrum der
Provinz Kurram zerschellt.
Später behauptet das Regime in
Kabul, daß es sich um ein ziviles
AN-26 Flugzeug mit 40 Passagieren an
Bord auf dem Flug von Kabul nach
Khost handelte, aber Pakistan besteht
darauf, daß das Flugzeug eine militärische Kennung hatte.

Ein mit 70 Mann besetzter sowjetischer Posten wird in der Näh~ von
Khinjan an der Autostraße im Norden
des Salang Tunnels von einer gewaltigen Lawine verschüttet. Nach Aussagen westlicher Diplomaten wird die
gesamte
sowjetische
Besetzung
des
Stützpunktes getötet und sowjetische
Streitkräfte müssen
zum Freiräumen
der
von
Schneemassen
blockierten
Straße Artillerie einsetzen.

8. April
Mujahedin
greifen mit Brandanschlägen die Stadt Pyandzh im sowjetischen Tadzhikistan an, wobei den
sowjetischen Medien zufolge zahlreiche sowjetische Bürger den Tod finden

- 14 -

�oder verletzt werden.
Der Angriff
wird
angeblich
vom KGB-Grenzschutz
zurückgeschlagen.
In Logar wird eine im Hinterhalt
liegende Mujahedin-Truppe von sowjetisch-afghanischen
Einheiten
angegriffen. Während der darauf folgenden heftigen Kämpfe werden angeblich
50 bis 60 sowjetische und afghanische
Soldaten getötet und vier gepanzerte
Fahrzeuge
zerstört.
Die Mujahedin
verlieren 17 Mann.

9. April
Bei einem terroristischen Bombenanschlag auf den Kashmiri Bazar in
Rawalpindi in Pakistan finden acht
Menschen den Tod, und nahezu 40 werden verletzt, sechs von ihnen schwer.
Die Bombe war angeblich von Agenten
des Regimes in Kabul gelegt worden.

12. April
Vier
sowjetisch-afghanische
Düsenjäger verletzen den pakistanischen
Luftraum und bombardieren den Westen
der Provinz Bajaur.
Sie kehren um,
als zwei pakistanische F-16 auftauchen.
Die
afghanische
Artillerie
nimmt ferner ein Dorf dieser Provinz
mit Granatfeuer unter Beschuß, wobei
eine Person getötet und eine weitere
verletzt wird.

15. April
Die Medien in Kabul beschuldigen
die Mujahedin, 13 Raketen auf Gardez,
die Provinzhauptstadt von Paktia, abgeschossen zu haben.
Die Mujahedin
behaupten, mehr als 50 Soldatn des
afghanischen Regimes in der Umgebung
dieses Gebietes getötet zu haben.

19. April
In einer Ansprache vor Investoren
der Privatwirtschaft in Kabul betont
Staatschef Najibullah, daß er eine
Isolierung
der
afghanischen
Wirtschaft von den internationalen Handels- und
Kapitalmärkten
bedauern
würde. Er erklärt, auch er wolle vom
gesamten Nutzen der "internationalen
Arbeitsteilung" profitieren und hoffe, ausländische
Investitionen
ins
Land bringen zu können.
Er betont,
daß das außerordentliche Plenum des
PDPA-Zentralausschuses
besonderen
Wert auf die politische Bedeutung der
wirtschaftlichen Aspekte der nationalen Aussöhnung legt.

21. April
Bakhtar, die
Nachrichtenagentur
des Regimes in Kabul, berichtet von
der Aufdeckung einer Verschwörung zur
Ermordung von Najibullah, an der sowohl der pakistanische Geheimdienst
als auch "Feinde des nationalen Aussöhnungsprozesses in Afghanistan" beteiligt
sind.
Spekulationen westlicher Diplomaten zufolge könn en an
der angeblichen Verschwörung Anhänger
der Demokratischen Volkspartei Afghanistans (PDPA) oder des Regimes beteiligt gewesen sein, die gegen Najibullah und sein nationales Aussöhnungsprogramm sind.
Seit der Aufdeckung der Verschwörung trat Najibullah zweimal, von acht sowjetischen
Sicherheitskräften
umringt, in der
Öffentlichkeit auf.

22. April
Der Vorsitzende des Staatskommitees für Auswärtige Beziehungen der
UdSSR, K. F. Katuschew, beendet einen
offiziellen Besuch in Afghanistan.

- 15 -

�Während
seines Aufenthaltes unterzeichnet er ein Protokoll über afghanisch-sowjetische Zusammenarbeit bei
verschiedenen Projekten.
Technische
und
wirtschaftliche
Durchführbarkeitsstudien werden für 171 der von
Afghanistan vorgeschlagenen Projekte
erstellt werden, dazu zählen 38 Projekte im privaten und gemischtwirtschaftlichen Bereich sowie 12 gemeinsame afghanisch-sowjetische Projekte
für den Privatsektor.
Die pakistanische Polizei berichtet, daß sie in einem Dorf in der Nähe von Peshawar drei KHAD-Agenten ergriffen und verhaftet sowie fünf andere Verdächtige zur weiteren Ermittlung
in Gewahrsam genommen haben.
Die Polizei kann eine als Spielzeug
getarnte
Streubombe
sicherstellen.
Die Agenten geben zu, daß die Bombe
aus Afghanistan stammt und an einem
dicht
bevölkerten
Platz
deponiert
werden sollte. Die Verhafteten sagen
aus, ihnen seien hohe Belohnungen
versprochen worden, wenn durch die
Bombenexplosion so viele Menschen wie
möglich umkommen würden.

24. April
Mujahedin berichten, daß sie vom
14. bis 25. April 14 sowjetisch-afghanische Militärflugzeuge abgeschossen haben.
Westliche Diplomaten stellen anhaltende Vergeltungsschläge
in der
nördlichen Provinz Kunduz fest - vor
allem im Gebiet von Emam Sahib, wo
die sowjetische Artillerie vorsätzlich Dörfer zerstört - und schlagen
vor, daß die Bevölkerung aus dem an
die Sowjetrepublik Tadzhikistan angrenzenden
Gebiet evakuiert werden
sollte, wo die Mujahedin vor kurzem
erfolgreiche
Überfälle
durchgeführt
hat.

27. April
Das Regime in Kabul feiert den
neunten Jahrestag der kommunistischen
Machtübernahme in Afghanistan wie gewöhnlich
mit
Militärparaden
und
scharfen
SicherheitsVorkehrungen.
Die diesjährigen Gedenkfeier der Säur
Revolution steht im Zeichen von Najibullahs
nationalem
Aussöhnungsprogramm.
Es herrscht Unklarheit über die
Zahl der Flüchtlinge, die dem Aufruf
des Regimes zur nationalen Aussöhnung
Folge geleistet haben und nach Afghanistan
zurückgekehrt
sind.
Der
Außenminister
des
Regimes,
Abdul
Wakil, erklärt im Verlauf der Jubiläumsfeier, "nahezu 35 000" seien zurückgekehrt.
Im Gegensatz dazu berichtet die Kabul New Times in ihrer
Sonderbeilage zur Säur Revolution vom
26. April, "44 000 Flüchtlinge" seien
in ihre Heimat zurückgekommen, wohingegen in der Ausgabe vom 16. April
von "mehr als 52 000" Heimkehrern die
Rede war.
In einer Ansprache verkündet Najibullah, in 1 681 Dörfern seien nationale Aussöhnungskomitees gegründet
worden.
Die offiziellen, jährlich
vom Regime veröffentlichten Statistiken führen insgesamt 31 413 Dörfer in
Afghanistan mit dem Hinweis auf, daß
davon bisher erst 6 Prozent über solche Komitees verfügen.
Auf Einladung des Regimes besichtigen 25 in Moskau und drei in Neu
Dehli akkredidierte westliche Journalisten die Grenzstadt Khost, in der
schwere Kämpfe stattgefunden hatten.
Die offiziellen Vertreter des Regimes
zeigen ihnen das Wrack eines Transportflugzeuges, das ihren Aussagen
zufolge Zivilpersonen an Bord hatte,

- 16 -

�als es von einer STINGER-Rakete der
Mujahedin
abgeschossen wurde.
Die
Journalisten können deutlich die militärische Kennung auf dem Flugzeug
ausmachen.

28. April
Burhanuddin Rabbani, Anführer der
Jamiat-e-Islami
WiderStandsgruppe,
die der Sieben-Parteien-Allianz angehört, erklärt den in einer Moschee in
Peshawar versammelten Gläubigen, daß
die Sowjetunion das Thema von Ex-König Zahir erneuter Machtübernahme absichtlich zur Sprache gebracht habe,
um in den Reihen der afghanischen Mujahedin Zwietracht zu sähen.

29. April
Pakistan
berichtet vom Abschuß
eines pakistanischen Flugzeugs auf
Patrouillenflug
entlang der Grenze
durch eindringende sowjetisch-afghanische Düsenjäger.
Der Pilot kann
sich jedoch mit dem Schleudersitz in
der Nähe von Miranshah in der Provinz
Nord-Waziristan retten.

4. Mai
Der indische Minister für Auswärtige
Angelegenheiten,
Narain
Dutt
Tiwari, erklärt anläßlich eines offiziellen Besuches in Kabul, daß sein
Land eine vertraglich ausgehandelte
politische Beilegung des AfghanistanProblems fordert, damit dauerhafter
Frieden in Asien geschaffen werden
kann. Er führt aus, daß es keine militärische Lösung für dieses Problem
geben kann und verleiht seiner Hoffnung Ausdruck, daß die Initiative der
Vereinten Nationen in den kommenden
Monaten weitere Fortschritte machen
werde.

Unbestätigten diplomatischen Berichten zufolge gibt der Außenminister des Regimes, Abdul Wakil, seinem indischen Amtskollegen gegenüber
zu, daß seit der Erklärung des einseitigen Waffenstillstands durch das
Regime, der mit Datum vom 15. Januar
für sechs Monate in Kraft ist, vermehrte Aktivitäten der Mujahedin zu
beobachten sind.
Der Minister räumt
ein, daß die Mujahedin einen Großteil
des Landes kontrollieren, droht jedoch mit "massiven" Vergeltungsschlägen, falls dies bei Beendigung des
sogenannten Waffenstillstands am 15.
Juli immer noch der Fall sei.
Den Berichten zufolge gelingt es
Wakil ferner nicht, Tiwari zur Zustimmung zu einer Mittlerrolle zwischen dem Regime und Ex-König Zahir
Shah zu gewinnen, der sich im Exil in
Rom befindet.
Der
abgesetzte
afghanische
Staatschef Babrak Karmal begibt sich
auf Einladung der sowjetischen Regierung und auf Anraten seiner Arzte zur
medizinischen Behandlung und Erholung
nach Moskau.
Während des Frühgebets explodiert
in einer Moschee in der Stadt Miranshah in der pakistanischen Provinz
Nord-Waziristan eine Bombe, der sieben Tote und elf Verwundete zum Opfer
fallen.
Eine weitere Bombe explodiert im Büro des Verwalters der afghanischen Flüchtlinge; es wird jedoch niemand verletzt.
Eine dritte
Bombe kommt in einem nahegelegenen
Park
zur Explosion.
Dabei werden
zwei Menschen verletzt.
Mehr als ein Dutzend sowjetischafghanischer
Kampfflugzeuge
werfen
Bomben über drei pakistanischen Dörfern in der Provinz Nord-Waziristan
ab, in denen sich zahlreiche afgha-

- 17 -

�nische
Flüchtlingslager
befinden.
Die Bomben
zerstören acht Häuser,
auch das Haus des Flüchtlingsvertreters am Ort. Zwei pakistanische Kinder sterben, und sieben weitere werden ernsthaft verwundet.

8. Mai
Zalmay Khalilzad, ein Mitglied
des
politischen
Planungsrates
des
Außenministeriums für dieses Gebiet,
erklärt, daß die Vereinigten Staaten
Afghanistan bei der Behandlung anderer Ost-West Themen mit der Sowjetunion nicht aufgeben werden. Er betont, daß Afghanistan das bedeutendste der regionalen Probleme zwischen
den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion darstellt und eine Lösung
dieses Problems entscheidend zu einer
Verbesserung der Beziehungen zwischen
den
beiden
Supermächten
beitragen
würde.
Seine Ausführungen macht er
anläßlich eines von der "Stimme Amerikas"
und
der
Universität
von
Pennsylvania veranstalteten eintägigen
Afghanistan-Seminars
in
Washington, D.C.
Berichten
westlicher
Diplomaten
zufolge
demonstrieren
studentische
Anhänger
des
entmachteten
afghanischen Staatschefs Babrak Karmal der angeblich am 4. Mai nach Moskau
"ins Exil geschickt" wurde - vor dem
Innenministerium, bis sie von der Obrigkeit gewaltsam auseinandergetrieben werden. Ferner werden drei Bomben, die im Kabuler Stadtteil Microrayon
explodieren,
Karmal-Anhängern
zugeschrieben.
Andere Berichte deuten an, daß einige der Karmal-Anhänger verhaftet worden sein könnten.

9. Mai
Die

Kabul

New

Times

daß eine Delegation von Vertretern
der Parteien und des Staates aus
Balkh, Jauzjan und Samangan im Rahmen
der wachsenden wirtschaftlichen Verpflichtungen zwischen den nordafghanischen Provinzen und den angrenzenden
sowjetischen
zentralasiatischen
Republiken zu Gesprächen mit den Regionalbehörden von Surkhandarinskaya
Oblast, Samarkand, Tashkent und Ferghana in die Sowjetrepublik Uzbekistan
gereist ist.
Entsprechende Delegationen waren am 26. April von Uzbekistan nach Afghanistan gereist.

11. Mai
Dreiundsechzig Soldaten des afghanischen Regimes, die sich angeblich gegen ihre Offiziere auflehnten
und diese in ihren Kasernen ermordeten, entkamen nach Miranshah in der
Provinz Nord-Waziristan.

14. Mai
Vier Menschen finden bei der Explosion einer Paketbombe in einem Bus
im Busbahnhof in Peshawar den Tod,
und 32 weitere werden verletzt. Der
Bus fängt Feuer und brennt vollständig aus. Einige in der Nähe befindliche Busse werden beschädigt.
Der
Bombenanschlag
wird Saboteuren des
Regimes in Kabul zugeschrieben.

15. Mai
Die Mujahedin behaupten, in den
vorangegangenen 10 Tagen drei Hubschrauber über dem Gebiet von Kabul
abgeschossen
und damit die sowjetisch-afghanischen
Militärflugzeuge
zu verstärkten Nachtflügen veranlaßt
zu haben.

berichtet,
- 18 -

�16. Mai
Während der Kämpfe im Gebiet von
Charikar in der Provinz Parwan in den
vergangenen drei Tagen wird der strategisch wichtige Salang-Tunnel auf
der Hauptstraße zwischen Kabul und
der Sowjetunion für zwei Tage geschlossen.

21. Mai
Ein Beamter des US-Außenministeriums erklärt die Sowjetunion wegen
ihren Versuchen, in Kabul ein Vasallenregime zu gründen, zum Verursacher
der Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan.
James Montgomery, stellvertretender Staatssekretär für Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten bezeugt bei der Anhörung des
Kongresses die Mißachtung der Menschenrechte in Afghanistan.
Seinen Aussagen nach können zunehmende Repressalien gegen Zivilisten beobachtet werden, einschließlich der "taktischen und strategischen Evakuierung von Gebieten" wie
zum Beispiel in den Provinzen NordKunduz und Takhar und "Vergeltungmaßnahmen sicherheitshalber" wie in den
Dörfern nördlich von Kabul und andernorts.
Montgomery erwähnt die Anwendung
"blinder Gewalt" entlang der Straßen,
die nicht nur die Zerstörung von
Wohnhäusern sondern sogar von Obstgärten und Weinbergen zum Ziel hat.
Laut Montgomery werden unbestätigten
Meldungen zufolge im Gebiet von Herat
chemische Waffen eingesetzt.
Der
Regierungsvertreter
beendet
seine Ausführungen mit der Schlußfolgerung, daß die einzige Lösung des
Menschenrechtsproblems im Rückzug der
Sowjets aus Afghanistan liegt.
- 19 -

�THEMENINDEX AMERIKA DIENST (1. Halbjahr 1987)
Nachstehend eine Liste der Themen, die im Amerika Dienst (1. Halbjahr 1987) erschienen sind. Sie gibt einen Überblick über die wichtigsten Themenkreise. Angegeben ist jeweils die Nummer der Ausgabe, in
der das betreffende Thema behandelt wird.

THEMENKREIS

NUMMERN DER AUSGABEN

Afghanistan

1

Mittelamerika

7, 17

Südafrika

8

Martin Luther King

2

Vereinigte Staaten
Haushalt 1987/88
Botschaft zur Lage der Nation
Reagans Jahreswirtschaftsbericht
Iran/Geiseln - Waffenaustausch
Tower-Kommission
45. Jahrestag "Stimme Amerikas"
Marshall-Plan
Nominierungen

2
4
5
9, 11
9
9
21, 22
10, 21

Ost-West-Beziehungen
und
Rüstungspolitische Themen
Abrüstung/Rüstungskontrolle

3, 5, 10, 11, 13, 15, 16, 17,
18, 20, 22
5, 6, 7, 8
14
16
11
11, 23
9, 12, 15, 18
10, 13, 19
18
23

Strategie zur Nat. Sicherheit
Spionage Moskauer Botschaft
Null-Lösung
SDI
NATO
INF
ABM
START
Reagan-Besuch in Bonn
- 1 -

�Internationale Probleme
Wirtschaft
Wirtschaftsgipfel Venedig
Sonderausgaben
Terrorismus
Kommunismus
Drogen
Menschenrechtsverletzungen
Tschernobyl
Persischer Golf

10, 14, 15, 16, 17, 18, 22
22, 23
21. Mai u. 1. Juni 1987
4,, 22
2
8, 9, 20, 21
10
17
21, 22

Wissenschaft und Technik
Rauchen
NASA
Weltraum allgemein
Forschung
AIDS
Krebs

2, 4, 15, 22
5, 21
3, 7, 23
12, 13, 16, 21
11, 14

- 2 -

�Reden und Erklärungen des amerikanischen Botschafters
Richard R. Burt
18. Januar 1987
Die Vereinigten Staaten und die Bundesrepublik Deutschland:
Moderne Gesellschaftssysteme und ihre Herausforderungen
(Tönnissteiner Kreis)

11. Februar 1987
Die amerikanisch-europäischen Wirtschaftsbeziehungen:
Mythen und Verpflichtungen
(Industrie-Club, Düsseldorf)

1. A p r i l 1987
Die wiedergeborene Null-Lösung
( A r t i k e l für New York Times, 18. März 1987)

8. April 1987
Warum amerikanische Truppen in Europa bleiben sollen
AD Nr. 13 - 8. April 1987

15. April 1987
Glasnost und der Konsens im Westen
- Ansprache in Berlin -

5. Mai 1987
Burt: Deutsch-amerikanische Zusammenarbeit Schlüssel zur
Rüstungskontrolle
- Rede in Ansbach -

20. Mai 1987
Glasnost und das Bündnis
- Rede vor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik -

25. Juni 1987
Der Marshall-Plan: Politik der Vision
- Rede aus Anlaß des 40. Jahrestages der Verkündung des
Marshall-Plans in Berlin -

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�Sonderdienste

März 1987
Die sowjetische Militärmacht 1987
(Sechste Dokumentation des US-Verteidigungsministeriums)

Juni 1987
Berliner Mauer niederreißen für die Sache des Friedens
- Ansprache Präsident Reagans vor dem Brandenburger Tor

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              <text>&lt;strong&gt;1. Wirtschaft&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan fordert Abschaffung von Handelsschranken in der Landwirtschaft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung zur Reform des Handels mit Agrarprodukten -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Chronologie der Ereignisse&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Dezember 1986 bis Mai 1987 -&lt;/em&gt;</text>
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