<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1995" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1995?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-03T23:09:31+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="2006">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/8a2a8c4b5809dfe9ef70b89190beea35.pdf</src>
      <authentication>56f8e4c050dbbd1d29d07bf71567579c</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="9943">
                  <text>AMERIKA DIENST
%

^

Sonderdienst

^

25. Juni 1987

DER MARSHALL-PLAN:

POLITIK DER VISION

Rede des amerikanischen Botschafters Richard R. Burt in Berlin

SPERRFRIST:

25. Juni 1987, 16.00 Uhr (MESZ)

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�BERLIN - (AD) - In seiner Rede aus Anlaß des 40. Jahrestages der Verkündung des Marshall-Plans erklärte Botschafter Burt am 25. Juni 1987 in Berlin,
der Westen müsse "zu einer gemeinsamen Bewertung der anstehenden Probleme gelangen", um sich die Möglichkeiten zunutze zu machen, die Glasnost für die
Teilung Europas eröffnen kann.
Burt verwies ferner darauf, daß sich angesichts einer bevorstehenden Rüstungskontrollvereinbarung und heraufziehender Verhandlungen über konventionelle Waffen besonders die Ost-West Beziehungen an einem Scheideweg befänden.
Es sei deshalb "von vorrangiger Bedeutung, daß wir uns auf gemeinsame, diesem
neuen Zeitalter angemessene sicherheitspolitische Maßnahmen einigen und Abrüstungenverhandlungen jeglicher Art gemeinsam angehen".
Die Rede des Botschafters hat folgenden Wortlaut:

Herr
Regierender
Bürgermeister
Diepgen,
Herr
Minister
Bangemann,
Herr
Bundestagsvizepräsident
Cronenberg,
Frau
staatssekretärin
Berger, meine Damen und Herren.
Jahrestage bieten eine gute Gelegenheit,
die
Errungenschaften
der
Vergangenheit zu feiern. Wir sollten
solche Augenblicke nutzen, um uns zu
vergegenwärtigen, wie wir uns den
Herausforderungen der Gegenwart und
der Zukunft stellen können.
Es ist
ganz einfach unsere Pflicht, aus der
Geschichte jede nur mögliche Lehre zu

ziehen, so
sein mag.

riskant

diese Übung

auch

Die Welt von 1947 war das Produkt
eines
Viertel Jahrhunderts,
in
dem
Kirchturmpolitik, wechselweise in Gestalt von fanatischem Nationalismus,
Imperialismus,
Isolationismus
oder
grenzenlosem Protektionismus das internationale Staatengefüge zerrüttete. Jahre der Aggression, Beschwichtigungspolitik, der engstirnigen und
eigennützigen
politischen
Entscheidungsfindung und der Wirtschaftspolitik des einseitigen Vorteils gipfel-

�ten in sinnlosem Gemetzel und Zerstörung.
Amerika war
verhältnismäßig
unversehrt
daraus
hervorgegangen,
seine Selbstherrlichkeit war jedoch
schwer angeschlagen und die traditionelle
Politik
des
Isolationismus
zweifelhaft geworden.
Das zerstörte
und erschöpfte Europa sah einer Zukunft
wirtschaftlichen
und
politischen Zusammenbruchs, sozialer Zerrüttung und der scheinbar unweigerlichen Ausbreitung eines neuen totalitären Regimes entgegen.
Aber die Nationen der westlichen
Welt hatten doch etwas aus ihren Fehlern gelernt.
Ungeachtet der Verzweiflung
schuf diese außergewöhnliche Generation zum ersten Mal eine
funktionsfähige internationale Politik und ebensolche Institutionen
die Vereinten Nationen, Punkt Vier
des Abkommens von Bretton Woods und
als bemerkenswerteste
Leistung das
Programm
zum Wiederaufbau Europas,
das in diesem Monat vor 40 Jahren von
Außenminister George c. Marshall ins
Leben gerufen wurde.
Wie Außenminister Shultz es formulierte, liegt dem Marshall-Plan die
- im Jahre 1947 gewagte - Ansicht zugrunde, daß "wir nicht immer unsere
existentiellen
Eigeninteressen
auf
Kosten anderer Länder verfolgen sollten. Im Gegenteil besteht der effektivste
Weg
zur
Erlangung
unserer
grundlegenden Ziele darin, mit anderen an der Durchsetzung ihrer grundlegenden Ziele zusammenzuarbeiten".
Wir schweben heute meiner Ansicht
nach in Gefahr, diese einfache - zu
einem solch hohen Preis erfahrene Wahrheit zu vergessen.
Die Herausforderungen, denen wir uns im Jahre
1987
gegenübersehen,
unterscheiden
sich von denen des Jahres 1947. Aber
Kirchturmdenken
herrscht
nach
wie
vor, und damit sind unsere Probleme

heute so wenig zu lösen wie vor 40
Jahren. Es ist ungemein wichtig, daß
wir dieselbe Kreativität, großzügige
Gesinnung und denselben Weitblick an
den Tag legen, wie sie George C.
Marshall und seine Zeitgenossen bewiesen haben.
Ein kurzer Blick zurück mag uns
einigen Aufschluß darüber geben, wie
wir die Herausforderungen von heute
angehen könnten. Im Europa der Nachkriegszeit verfolgten Amerikaner und
Sowjets völlig unterschiedliche Ziele.
Die Amerikaner waren nicht an
einem eigenen Weltreich interessiert,
rüsteten schnell ab und zogen ihre
Streitkräfte nahezu vollständig aus
Europa zurück. Amerikanische Politiker hatten die Vorstellung von einem
Europa
der
unabhängigen,
demokratischen Nationen, das seine eigenen
Angelegenheiten untereinander und mit
dem Rest der Welt partnerschaftlich
bewältigt.
Die Vereinten Nationen
sollten dabei die Sicherheit der internationalen
Gemeinschaft
gewährleisten.
Ein freies
Handelssystem
sollte wieder für Wohlstand sorgen.
Genau
dieses
Denken
brachte
den
Marshall-Plan,
das
Abkommen
von
Bretton Woods und später die NATO und
die Europäische Gemeinschaft hervor.
Das ziel der Sowjets bestand darin, ein geschlossenes, stark zentralisiertes Weltreich zu schaffen, das
mit so weit wie möglich gezogenen
Grenzen die Sicherheit Rußlands garantieren würde.
Im Jahre 1945 erklärte Stalin dem jugoslawischen Kommunisten Milovan Djilas, daß "jeder
mit seinem System herrscht, soweit
seine Armee
reichen kann.
Anders
kann es nicht sein". Mit ihrem Streben nach absoluter Sicherheit für
sich selbst zwang die Sowjetunion ihren Nachbarn absolute Unsicherheit
auf.
Die sowjetischen Absichten in
Ost- und Südeuropa waren offensicht-

�lieh expansionistischer Art. Die Sowjetunion behielt ihr großes stehendes Heer bei und zwang damit die
Westeuropäer, die Gründung der NATO
und das erneute Engagement der Amerikaner in Europa voranzutreiben.
Der Gegensatz zwischen amerikanischer und sowjetischer Wirtschaftspolitik
ist
ebenso
bemerkenswert.
Der Plan von Marshall zielte, seinen
eigenen Worten zufolge, auf "die Wiederbelebung
einer
funktionierenden
Weltwirtschaft ab, damit die Entstehung politischer und sozialer Bedingungen ermöglicht wird, unter denen
freie Institutionen existieren können".
Die
amerikanische
Politik
trachtete
danach, die
europäischen
Volkswirtschaften
wiederaufzubauen,
ein offenes Handelssystem zu schaffen
sowie wirtschaftliche Gesundung und
allgemeinen Wohlstand zu fördern und
nicht etwa danach, der amerikanischen
Wirtschaft Vorteile
zu verschaffen
oder ein amerikanisches Imperium zu
errichten.
Ein offenes internationales Handelssystem war mit der sowjetischen
Politik
unvereinbar.
Die
Sowjets
hatten vielmehr bereits in den ersten
Monaten des Jahres 1945 damit begonnen, ihren osteuropäischen Satelliten
einschließlich der deutschen Ostzone
geschlossene, autark regierte Volkswirtschaften aufzuzwingen.
Die Sowjets verweigerten ihre Beteiligung
am Marshall-Plan und am Internationalen Währungsfonds und zogen es vor,
Osteuropa von der Weltwirtschaft zu
isolieren und ihm erhebliche Reparationen abzufordern.
Nichts
entspricht
weniger
der
Wahrheit als die weithin verbreitete
Ansicht, im Europa der Nachkriegszeit
hätten Amerika und die Sowjetunion
das gleiche
Ziel verfolgt
- die
Schaffung von Einflußbereichen.
Re-

visionistische Historiker können sicher auf Fehler und verpaßte Gelegenheiten verweisen. Aber die Tatsachen
sprechen für sich. Mit den amerikanischen, durch den Marshall-Plan belegten Verbindungen zum Europa der
Nachkriegszeit wurde nicht die Absicht verfolgt, ein Imperium oder
Einflußbereiche zu schaffen oder etwa
Europa zu teilen, sondern es sollte
eine offene, pluralistische und demokratische internationale Ordnung hervorgebracht werden.
Es war die Sowjetunion, die Europa und Deutschland teilte.
Es war
die sowjetische Politik, die amerikanische Truppen nach Westeuropa zurückbrachte, damit sie den Erhalt der
europäischen Selbstbestimmung unterstützen.
Sie werden abziehen, wenn
die Europäer ihre Anwesenheit nicht
länger wünschen.
Russische Truppen
werden Osteuropa dagegen nur dann
verlassen, wenn die Sowjets entscheiden, daß sie abziehen sollten.
Wie
durch die Breschnew-Doktrin und wiederholte militärische Interventionen
in Osteuropa verdeutlicht wird, besteht seit 40 Jahren das Ziel der Sowjetunion darin, ihr Weltreich mittels der Teilung Europas vollständig
zu erhalten.
Es ist das beständige
Ziel der amerikanischen Politik, diese Teilung Europas, Deutschlands und
Berlins zu überwinden.
Die Bedingungen, denen sich die
Europäer heute gegenübersehen - konkurrierende Bündnissysteme, die Präsenz amerikanischer Truppen in Europa, der Rüstungswettlauf - ergeben
sich aus der erzwungenen Teilung dieses Kontinents und dieses Landes.
Diejenigen, die Waffen als einzige
Bedrohung des Friedens betrachten und
den Rüstungswettlauf auf den Wettstreit der Supermächte in Europa zurückführen,
erliegen
dem
Trugbild
einer "Europäisierung Europas", die

- 3 -

�diesen Kontinent womöglich aus den
Klauen der Supermächte befreien könnte.
Weil Europa geteilt ist, besteht
das Problem der Sicherheit. Wie Präsident Reagan Anfang des Monats in
Berlin ausführte, liegt die Lösung
für dieses Problem in der Überwindung
der
Teilung
dieses
Kontinents.
Gorbatschows
neue
Glasnost-Politik
könnte Möglichkeiten für einen Aufbruch in die richtige Richtung bedeuten. Es ist kaum anzunehmen, daß er
versuchen wird, die Sowjetunion in
eine Demokratie nach westlichem Muster umzuformen. Henry Kissinger hat
sicherlich recht mit seinen Xußerungen, daß Gorbatschow danach strebt,
die sowjetische Gesellschaft stabiler
und leistungsfähiger zu machen, damit
die Sowjetunion eher mit dem Westen
konkurrieren kann. wir haben offensichtlich noch keinen Wandel in der
geopolitischen Strategie der Sowjets
wahrgenommen.
Dennoch ist es jetzt an der Zeit,
darüber nachzudenken, wie der Westen
die sich durch Glasnost eröffnenden
Möglichkeiten zur Beendigung der Teilung Europas am besten nutzen kann.
Um dies zu erreichen, müssen wir zu
einer gemeinsamen Bewertung der anstehenden
Probleme gelangen, einer
Bewertung, die sich auf das Verständnis der historischen Gegebenheiten
gründet.
Auf der Grundlage dieser
Bewertung
und
einer
zuverlässigen
Analyse westlicher Interessen müssen
wir eine gemeinsame Strategie entwikkeln. Wir sollten zu einer Einigung
über unsere Zielsetzungen und Taktiken gelangen und einen Konsens bezüglich ihrer Durchführung erarbeiten.
Aber bevor wir all dies in die Wege
leiten können, ist die Beilegung unserer Differenzen in Sicherheits- und
Wirtschaftspolitik
unbedingt
erforderlich, weil diese die westliche Zu-

sammenarbeit schwächen und untergraben. In einer zeit der Hoffnung können wir uns Kirchturmpolitik, Provinzialismus und Protektionismus nicht
leisten, wie sie auf beiden Seiten
des Atlantiks zunehmend in Mode kommen.
Das trifft besonders angesichts
der Diskussion über Mittelstreckenwaffen und Rüstungskontrolle zu. Wir
stehen jetzt kurz vor einem historischen Abkommen über diese umstrittene Waffenkategorie, und zu meiner
Überraschung
und
leichten
Enttäuschung betrachten manche Beobachter auf beiden Seiten des Atlantiks
dieses Abkommen bereits als eine Niederlage für das Bündnis und die militärische Strategie des Westens.
In
Wirklichkeit
wäre ein
INF-Abkommen
für den Westen ein entscheidender Erfolg mit Verstärkungsfunktion für das
Prinzip, daß Rüstungskontrolle
nur
durch die Solidarität des Bündnisses
und dessen entschlossene Bestrebungen
zur Aufrechterhaltung
des militärischen Gleichgewichts Erfolge zeitigen kann.
Sicher würde ein INF-Abkommen für
die Strategie und die militärische
Doktrin des Bündnisses wichtige Fragen aufwerfen.
Aber unbedachtes Gerede
über
"Entnuklearisierung"
und
"Abkopplung" dient nicht unseren gemeinsamen Interessen.
Wenn wir uns
nicht in acht nehmen, laufen wir Gefahr, uns selbst zu zermürben und die
Leistungen des Westens in einen sieg
für die Sowjetunion umzumünzen.
Wir dürfen daher die Grundregel
der Rüstungskontrolle im Bereich der
Mittelstreckenraketen nicht ignorieren: Solidarität im Bündnis und insbesondere deutsch-amerikanischer Zusammenhalt - und nicht die Vorschläge
von Herrn Gorbatschow - haben ein Abkommen möglich gemacht.

- 4 -

�Mit einer Rüstungskontrollvereinbarung vor Augen und heraufziehenden
neuen Verhandlungen über konventionelle Waffen stehen wir an einem
Scheideweg.
Es ist von vorrangiger
Bedeutung, daß wir uns auf gemeinsame, diesem neuen Zeitalter angemessene
sicherheitspolitische
Maßnahmen
einigen
und
Abrüstungsverhandlungen
jeglicher Art gemeinsam angehen. Die
Strategie des Bündnisses umfaßt fünf
wesentliche Prinzipien, auf die sich
jedwede von uns erarbeitete Politik
gründen muß:
Erstens muß amerikanische stärke
weiterhin mit einem Engagement auf
dem europäischen Kontinent verbunden
sein.
Die Strategie des Bündnisses
ist grundsätzlich vom Engagement der
amerikanischen Streitkräfte abhängig.
Zweitens
bleibt
nukleare
Abschreckung ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie. Dazu gehört
die andauernde Präsenz von Nuklearwaffen auf europäischem Boden ebenso
wie die Beibehaltung funktionsfähiger
Nuklearstreitkräfte
der
Vereinigten
Staaten.
Drittens werden die Vereinigten
Staaten wie auch die europäischen
Bündnispartner
weiterhin
an
einer
Verbesserung ihrer Fähigkeiten im Bereich der konventionellen Streitkräfte arbeiten müssen.
in einer Zeit,
in der wir zunehmend vom alleinigen
Vertrauen auf Nuklearwaffen abrücken,
muß unsere konventionelle Verteidigung gestärkt werden.
Viertens muß das Prinzip des gemeinsam getragenen Risikos erhalten
bleiben. Im Rahmen unserer Strategie
darf es nicht dazu kommen, daß irgendein
Bündnispartner
oder
eine
Gruppe von Verbündeten beträchtlich
größere Risiken auf sich nimmt als

die anderen tragen müssen. Die Vereinigten Staaten können von ihren europäischen Verbündeten nicht verlangen, einer Situation zuzustimmen, in
der ein nuklearer oder konventioneller Krieg allein auf ihrem Territorium ausgetragen würde.
Und fünftens müssen wir die besondere Bedeutung der Bundesrepublik
Deutschland innerhalb der Strategie
des Bündnisses erkennen.
In vieler
Hinsicht ist sie das verwundbarste
Land der NATO.
Durch ihre Lage an
der Trennungslinie zwischen Ost und
West ist die Bundesrepublik im geographischen Sinne direkt bedroht. Im
Gegensatz
zu
Großbritannien
und
Frankreich besitzt dieses Land keine
Nuklearwaffen.
Darüberhinaus ist es
ein geteiltes Land. Aus allen diesen
Gründen
ist
die
Bundesrepublik
Deutschland
für
Druck
von
sowjetischer Seite besonders anfällig und
daher vielleicht in stärkerem Maße
von ihren Freunden abhängig als jedes
andere Land innerhalb der NATO.
Heute
wird
die
Fähigkeit
des
Westens, einen Konsens über anwendbare politische Richtlinien in Bereichen von absolut vorrangiger Bedeutung zu erzielen, durch die wachsende
Neigung zu amerikanischem Alleingang
und europäischer Kirchturmpolitik bedroht.
Die Amerikaner
akzeptieren
die weltweiten Verpflichtungen ihres
Landes, sind jedoch häufig um schnelle Lösungen bemüht und vielfach ungeduldig angesichts der mit kooperativen
Vorgehensweisen
einhergehenden
Verzögerungen und komplexen zusammenhänge. Die Europäer arbeiten im Bereich des Handels und der Kultur untereinander und mit den anderen Nationen der Welt gut zusammen.
Sie
ziehen es jedoch vor, ihre Bestrebungen zur Bewältigung der sicherheitspolitischen Probleme auf Europa zu
beschränken und andernorts auftreten-

- 5 -

�de unangenehme Probleme anderen zu
überlassen - für gewöhnlich den Vereinigten Staaten.
Diese Tendenzen nähren sich gegenseitig.
Während
Europa
danach
trachtet, sich außenpolitischen Verpflichtungen zu entziehen, versucht
Amerika, Maßnahmen ohne angemessene
Konsultation und Kooperation zu ergreifen. Anstatt kreative neue politische Richtlinien und Programme hervorzubringen, verkümmerte unser Dialog zu amerikanischen Klagen über
"europäische Schwächlinge" und europäischer Verärgerung über amerikanische
"Rambomanie".
Die Neoneutralisten fordern die "Europäisierung"
und Entnuklearisierung Europas, während Amerikas Neoisolationisten endlose
Serien
außenpolitischer
Vorschläge entwickeln, die ebenso weit
von den Realitäten einer interdependenten Welt entfernt sind.
Verhaltensweisen wie diese gründen sich auf Unkenntnis der Geschichte und unzutreffende
Vorstellungen
von der Zukunft.
Wie ich versucht
habe auszuführen, können wir zu deren
Bekämpfung beitragen, indem wir zurückblicken, um herauszufinden, wie
unsere Vorgänger auf die damalige,
zugegebenermaßen andersartige, Krise
in der Geschichte der westlichen Welt
reagiert haben.
Der Marschall-Plan
und die anderen zu jener Zeit entworfenen
politischen
Richtlinen
und
Programme erkannten unser gemeinsames
Interesse
an
unserem
gemeinsamem
Wohlergehen. Ihr Ansatz war internationalistisch
im besten Sinne des
Wortes und gründete sich auf Partnerschaft statt auf Kirchturmpolitik, um
sowohl Europa als auch Amerika stark
und wohlhabend zu machen.

Amerika einen zentralen Platz ein.
Die
Nachkriegszeit
ist
vorüber.
Größtenteils dank des Marschall-Plans
hat sich Europa vollständig von der
Verwüstung
erholt, die der zweite
Weltkrieg für Menschen und Volkswirtschaften
brachte.
Die europäische
Wirtschaftsmacht ist wieder zu einer
führenden Kraft in der Welt geworden.
Die
europäische
Verteidigungsfähigkeit entspricht der einer Supermacht.
Europäische
Entscheidungen
haben
starken
Einfluß
auf
die
Menschen
überall in der Welt, nicht nur die
Europäer.
Wenn es also wirklich eine "reife
Partnerschaft"
zwischen
Amerikanern
und Europäern geben soll, müssen beide die Lektion neu lernen, daß sie
gemeinsam sehr viel mehr erreichen
können
als
allein.
Partnerschaft
zwischen den Vereinigten Staaten und
Europa muß sich auf einen Konsens
gründen - den Konsens darüber, wie
Sicherheit aufrechterhalten, die Beendigung der Teilung Europas herbeigeführt, wie ein offenes internationales Handelssystem im Zeitalter neuer Technologien und Konkurrenten beibehalten und ausgebaut und wie in der
Dritten Welt und überall auf der Erde
zusammengearbeitet werden kann.
Lassen sie uns ebenso kreative
Lösungen zur Bewältigung unserer Probleme suchen, wie sie unsere Vorfahren in der Nachkriegszeit fanden.
Lassen sie uns diese Lösungen gemeinsam suchen. Wenn uns dies gelingt,
werden sich vielleicht in 40 Jahren
unsere
Nachfahren,
die
Vertreter
eines wahrhaft geeinten Westens, hier
versammeln, in einem wiedervereinigten Berlin, im Herzen eines ungeteilten Europa, um dessen feierlich zu
gedenken, was wir erreicht haben.

Meine Vision der Zukunft - und
ich hoffe, auch die Ihre - räumt der
Partnerschaft
zwischen
Europa
und
- 6 -

+ + + + + +

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9939">
              <text>25.06.1987</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9940">
              <text>Amerikadienst 25.06.1987 - Sonderdienst</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9941">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9942">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13451">
              <text>Der Marshall-Plan: Politik der Vision&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Rede des amerikanischen Botschafters Richard R. Burt in Berlin -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
