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                  <text>AMERIKA DIENST
'VoN^
1 1 . März 1987

10

I N H A L T

DOKUMENTATION
Reagan; Veränderung der sowjetischen Position zur Rüstungskontrolle
ein "großer Durchbruch"
- Ansprache vor der National Newspaper Association Weinberger; Sowjetischer Vorschlag zu Mittelstreckenraketen
"begrüßenswerte Entwicklung"
- Verteidigungsminister Weinberger in Boston

INFORMATION
Reagans Mann an der Spitze des CIA geht der Ruf der Integrität voraus
- Kurzbiographie von William Webster -

WIRTSCHAFT
Studie des Kongresses bezeichnet Erholung der Wirtschaft als instabil
- Artikel zum Jahresbericht des Gemeinsamen Wirtschaftsausschusses -

HINTERGRUNDMATERIAL
Reagan; Sowjets verletzen wahrscheinlich ABM-Vertrag
- Die sowjetische Nichteinhaltung von Rüstungskontrollabkommen
Andauernde Menschenrechtsverletzungen in Kuba
- Worldnet mit Walters und Valladares -

* * * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
'VON**

Dokumentation
11. März 1987

10

REAGAN: VERÄNDERUNG DER SOWJETISCHEN POSITION ZUR RÜSTUNGSKONTROLLE EIN
"GROSSER DURCHBRUCH"
- Ansprache vor der National Newspaper Association -

WASHINGTON - (AD) - In einer Ansprache vor der National Newspaper Association bezeichnete Präsident Reaqan am 5. März 1987 die Veränderunq der sowjetischen Position bei den Rü'stunqskontrollqesprächen als "qroßen Durchbruch",
der zeiqe, "daß sich bei den Bemühunqen um die Sache des Friedens Bereitschaft, Geduld und Festigkeit auszahlen". Er begrüße die sowjetische Zustimmunq, über Mittelstreckenraketen (INF) zu verhandeln ohne weiter auf der
Preisqabe der Strateqischen Verteidiqunqsinitiative als Voraussetzunq für ein
Abkommen über INF zu bestehen.
Die Ansprache des Präsidenten hat folqenden Wortlaut:

Wie Sie wissen, habe ich qestern
abend in meiner Ansprache an das amerikanische Volk zur Iran-Initiative
Stellunq
qenommen.
Eine Tatsache,
die unsere Republik so qroßartiq qemacht hat, besteht darin, daß wir uns
nicht vor unseren Fehlern verstecken.
Wir lernen aus ihnen.
Dann machen
wir weiter und tun unsere Arbeit besser als vorher.
Wir haben in den letzten Monaten
qenuq Zeit mit Insider-Informationen
über
politische
Vorqänqe
in
Washinqton verbracht.
Wer oben und

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Embassy of the United States of America

wer unten durch sei. Wer dazu qehört
und wer nicht. Die Ermittlunqen werden und sollten weiterqehen. Und die
zuständiqen
Ausschüsse
werden
und
sollten weiter zusammentreten.
Ich
habe zuqesaqt, daß die Administration
ihnen
jede
Unterstützunq
qewähren
wird, und dies wird sie auch tun.
Was mich jedoch anqeht, so hat
das amerikanische Volk mich hierhin
qeschickt, um meine Arbeit zu tun,
und es bleiben dafür nur noch zwei
Jahre.
Und ein Teil meiner Arbeit
besteht darin, die Grundlage für den

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�Frieden in der Welt zu stärken. Nie
war ich in bezuq auf die Erfolgsaussichten in diesem Bereich optimistischer als heute. Und das rührt daher, daß wir in der vergangenen Woche
einen bedeutenden Durchbruch auf dem
Weq zu einem Abkommen über gegenseitige und verifizierbare Waffenreduzierungen zwischen uns und der Sowjetunion erlebt haben.

Zunächst wurde uns erklärt, daß
wir ein Rüstungskontrollabkommen unwahrscheinlicher
machten, wenn wir
die Verteidigung Amerikas wiederherstellen und wenn wir die Bereitschaft
unserer
Bündnisse
erhöhen
würden.
Die Sowjets erklärten, sie würden
sich von den Genfer Abrüstungsgesprächen zurückziehen, wenn wir unsere INF-Raketen stationierten.

Wie ich schon zu Beginn der Woche
verkündet habe, haben sich die Sowjets
endlich
bereiter klärt,
über
eine weltweite Reduzierung der amerikanischen
und sowjetischen Mittelstreckensysteme
längerer
Reichweite
oder, wie wir sie nennen, INF-Flugkörper zu verhandeln.
Das Reduzierungsabkommen, daß als Ergebnis der
sowjetischen
Erklärung
jetzt
in
Reichweite ist, leitet sich von meinem Vorschlag einer "Null-Lösung" aus
dem Jahr 1981 ab.
Dieser Vorschlag
fordert den Abbau aller INF-Flugkörper. Diese Verhandlungen werden ohne
Vorbedingungen geführt.
Die Sowjets
haben ihre Forderung nach Aufgabe der
Strategischen Verteidigungsinitiative
als Vorbedingung für eine Einigung zu
INF fallengelassen, und ich begrüße
diese Entwicklung.

Aber wir und unsere Verbündeten
wußten, daß, während der Westen untätig geblieben war, die Sowjets ihre
eigenen
INF-Systeme
mehrere
Jahre
lang mit einer Rate von einem System
pro Woche stationierten und damit
eine neue und grundlose Bedrohung unserer Freunde und Verbündeten in Europa und Asien geschaffen haben.

Diese Veränderung in der sowjetischen Position ist ein großer Durchbruch, und sie zeigt, daß sich bei
den Bemühungen um die Sache des Friedens Bereitschaft, Geduld und Festigkeit auszahlen.
Nun, dies sollten die drei Binsenwahrheiten sein - daß sowohl Bereitschaft wie auch Geduld und Festigkeit sich auszahlen.
Doch im
Verlauf der letzten Jahre mußte ich
diese Binsenwahrheiten ständig verteidigen, um die Politik zu schützen,
die uns zu diesem Augenblick der
Hoffnung geführt hat.

Wir wußten, daß dies den Frieden
nicht
sicherer, sondern
unsicherer
machen würde. Und wir waren uns darüber im klaren, daß wenn wir jemals
über ein Abkommen zur Reduzierung der
sowjetischen
INF-Systeme
verhandeln
wollten, wir etwas Substantielles besitzen mußten, das wir als Gegenleistung aufgeben müßten. wir und unsere Verbündeten beschlossen deshalb,
zum Ausgleich für die neue Bedrohung
durch die sowjetische Aufrüstung in
diesem Bereich in vernünftigem Maß
selbst INF-Systeme zu stationieren.
Nachdem die Sowjets sich geweigert
hatten, darauf am Verhandlungstisch
konstruktiv
zu reagieren, begannen
wir mit der Stationierung.
Wir waren bereit und zudem geduldig. Ja, die Sowjets verließen den
Verhandlungstisch.
Dies
war
Teil
eines ausgeklügelten Schauspiels, das
auf die öffentliche Meinung hier und
in Europa abzielte. Aber trotz einiger abweichenden Meinungen auf beiden
Seiten des Atlantiks blieben das amerikanische Volk und die Bevölkerung
Europas auf unserer Seite.

�Gemeinsam
hatte
das
westliche
Bündnis einen ebenso lanqen Atem wie
die Sowjets. Und als es schließlich
klar qeworden war, daß nicht nur die
politisch
Verantwortlichen,
sondern
auch die Bevölkerung der Bündnisstaaten warten konnten und würden und daß
weder die Menschen noch ihre Politiker klein beiqeben würden, kehrten
die Sowjets an den Verhandlungstisch
zurück. Geduld.
Sie wissen, was danach geschah zwei Jahre der Treffen, Hoffnunqen,
Erfolge
wie
auch
Enttäuschungen.
Nachdem sie bereits das Gegenteil erklärt hatten, verbanden die Sowjets
die INF-Frage mit anderen Bereichen,
wozu auch ihre Bemühungen zur Erledigung unseres SDI-Programm gehörten.
Aber wiederum blieben wir und unsere
Verbündeten fest. Wir bewahrten unsere Festigkeit, weil SDI auf dem Weq
zu einer sichereren Welt für alle
eine
entscheidende
Rolle
spielen
wird. Durch SDI wird unser Ziel einschneidender, gleichgewichtiger
und
veri fizierbarer
waffenreduzierunqen
unterstützt.
Es verringert das Kriegsrisiko
und die Bedrohunq durch ballistische
Fluqkörper.
Ich
habe
jedenfalls
nicht die Absicht, den Traum des Menschen von einer sichereren Welt zur
Verhandlunq zu stellen.
Und wir sind noch auf andere Weise fest qeblieben.
Wir haben erklärt, daß unser ziel in einem weltweiten Verbot aller INF-Systeme länqerer
Reichweite
bestehen
sollte.
Als ich dies vor sechs Jahren zu unserem
Ziel
erklärte, wurde
diese
Null-Lösunq mit großer Skepsis aufgenommen. Einige behaupteten, ich könne es nicht ernst meinen, ich schlüge
die Null-Lösung nur deshalb vor, weil
ich wüßte, daß die Sowjets ihr nie-

mals zustimmen würden oder weil ich
so einfältig sei, daß ich es nicht
besser wüßte.
Nun, nach mehreren
Jahrzehnten in Hollywood war es ein
ganz neues Gefühl für mich, als einfältig bezeichnet zu werden.
Ich war und bin entschlossen, daß
das Vermächtnis dieses Jahrzehnts für
den Weltfrieden besser sein wird als
lediglich ein weiter Haltepunkt bei
der Regelung des Wettrüstens.
Das
amerikanische Volk und die Völker der
Welt wollen keine Arsenale, die nur
einen Bruchteil so schnell wachsen
wie zuvor.
Sie wollen einen Abbau
der Arsenale, und vielleicht befinden
wir uns bei einer entscheidenden Waffenkategorie zur Zeit an der schwelle
zur Erreichung genau dieses Ziels weil wir fest geblieben sind.
Ja, Bereitschaft, Geduld und Festigkeit zahlen sich nun aus.
Und
deshalb sind sie zur rechten Zeit gekommen.
Morgen werde ich die Botschafter Max Kampelman, Ron Lehman
und Mike Glitman treffen, die ich aus
Genf einberufen habe. Ich werde mit
ihnen die amerikanische Reaktion auf
die sowjetische Erklärung besprechen.
Ich habe unser Verhandlungsteam
schon damit beauftragt, unseren Entwurf für ein Abkommen auf den Verhandlungstisch zu legen.
Dies ist
ein großer Augenblick der Hoffnung
für die Menschheit - Hoffnung, ja,
für diese Übereinkunft, Hoffnunq auch
auf andere Abkommen, Abkommen, durch
die unsere Sicherheit erhöht und die
Grundlaqen des Friedens qestärkt werden.
Die Flamme
dieser
Hoffnung
brennt heute, weil wir bei den ersten
Anzeichen der sowjetischen Kampagne
in der Öffentlichkeit nicht nachgegeben haben.
Dies ist die Lehre der
vergangenen Jahre: wir und
unsere
Verbündeten
haben
und
werden
uns
nicht zu einem Abkommen drängen las-

- 3 -

�sen.
Ich werde die Hoffnung auf
einen echten Frieden nicht vorbeigehen lassen.
Manchmal nehmen uns die Ereignisse der Tagespolitik so sehr gefangen,
daß wir das große Versprechen verqessen, das von unserer Nation und unserer Zukunft verkörpert wird. Wir leben in einem Zeitalter der Hoffnung,
in einer Zeit, in der die Träume der
Menschheit von einem Ende der großen
Kriege und der Ausdehnung der Freiheit auf alle Länder und Völker endlich
verwirklicht
werden
können,
einer Zeit, in der wir einer neuen
Epoche der Möglichkeiten entgegensehen.
Dies heißt aber nicht, daß alle
Probleme qelöst wären. Bei den INFGesprächen bleiben noch einige wichtige Fragen ungeklärt.
Wir müssen
uns auf gleichgewichtige Beschränkungen für INF-Systeme kürzerer Reichweite verständigen. Dies ist notwendig, damit den Sowjets keine Möglichkeit zur Umgehung eines Abkommens zu
INF längerer Reichweite durch die
Aufrüstunq mit INF kürzerer Reichweite erhalten bleibt. Um außerdem sicherzugehen, daß die Sowjets Wort
halten, müssen wir weiterhin darauf
bestehen, daß alle Abkommen wirksam
verifizierbar sind. Ich bin eigentlich kein Linguist, aber bei dem
Treffen von Reykjavik gab es ein russisches Sprichwort, das ich Herrn
Gorbatschow
in
russischer
Sprache
übermitteln konnte, was ich auch tat:
"Dowerial no prowerial" - vertraue,
aber prüfe nach.
Er lächelte und
wechselte das Thema.
Schließlich bleiben drei wichtige
Bereiche des Ungleichgewichts, nämlich bei den Kurzstreckenwaffen, den
chemischen Waffen und den konventionellen Streitkräften in Europa. Wir
und unsere Verbündeten beschäftigen

uns mit all diesen Problemen.
Und während wir uns mit ihnen beschäftigen, können wir heute zu träumen beginnen, was vor nur weniqen
Jahren die Menschheit kaum zu träumen
wagte, vom wirklichen Ende des nuklearen Terrors.
Wir
können
von
einer Welt dauerhaften Friedens träumen.
Wir können von Hoffnung und
Möglichkeiten sowie von Freiheit für
die ganze Menschheit träumen.
Niemand sollte denken, daß unsere
Bestrebungen für eine sicherere Welt
sich in einem Augenblick oder nur
aufgrund des Wunsches verwirklichen
lassen. wir sind so weit gekommen,
weil wir stark, geduldig und fest waren. Und wir benötigen diese Eigenschaften auch während des Rests der
Wegstrecke zu echtem Frieden.
wir
wissen heute jedoch, daß diese Reise
einmal ein Ende haben wird.
Wir haben den Anfang dieses Endes
noch
nicht
erreicht.
Aber,
wie
Churchill
bei
anderer
Gelegenheit
sagte, stehen wir vielleicht am Ende
des Anfangs. wir sind einen langen
und schwierigen Weg gegangen.
Aber
unser Volk besitzt eine große Stärke.
In den Beziehungen zwischen Amerika
und seinen Verbündeten besteht eine
große Stärke in bezug auf das gemeinsame Ziel.
Laßt uns also zusammen
auf dem Weg zu unserem gemeinsamen
Traum voranschreiten.
Ich kann nicht daran glauben, daß
die Sicherheit
der Welt
und der
Menschheit weiterhin auf einer Politik beruhen soll, die als MAD (Mutual
Assured
Destruction),
beiderseitig
gesicherte
Vernichtung,
bezeichnet
wird, auf einer Idee, die besagt,
daß, wenn wir genug Raketen besitzen,
um die anderen von der Erde zu blasen
und die anderen genug besitzen, um
uns von der Welt zu blasen, wir hier

�ruhig mit dem Wissen sitzen können,
daß
irqendwann
irqendjemand
einen
Knopf drücken könnte, was den Anfanq
der Zerstörung der Welt bedeuten würde. Das ist nicht meine Vorstellunq
von einer Garantie des Friedens, wenn
ich mir so die Geschichte der Welt
anschaue. Und ich bin der Uberzeuqung, daß die von uns entwickelte
Antwort zur Beseitiqunq dieser furchbaren
Waffen
führen
wird.
und
qleichzeitiq können wir eine Verteidiqunq qeqen solche Waffen aufrechterhalten.
Da wir wissen, daß wir
diese Waffen irqendwo und irqendwann
herstellen können, könnte ja ein Verrückter kommen und anfanqen, solche
Waffen wieder zu produzieren.
Als wir nach dem Ersten Weltkrieq
versprachen, Gas als Waffe abzuschaffen, hat trotzdem jeder seine Gasmasken behalten. Und das ist alles, was
wir vorschlaqen.
und wir qlauben,
daß die Möqlichkeit zur Erreichunq
eines solchen Abkommens besteht.

- 5

�AMERIKA DIENST
Dokumentation
11. März 1987

10

WEINBERGER:

SOWJETISCHER VORSCHLAG ZU MITTELSTRECKENRAKETEN
"BEGRÜSSENSWERTE ENTWICKLUNG"

- Verteidiqunqsminister Weinberqer in Boston -

BOSTON - (AD) - Im Verlauf einer Pressekonferenz erklärte der amerikanische Verteidiqunqsminister Caspar Weinberqer am 5. März 1987 in Boston, der
sowjetische Vorschlaq zu einem Abkommen über Mittelstreckensysteme länqerer
Reichweite sei eine "beqrüßenswerte Entwicklunq". Zuqleich betonte er jedoch
auch die Notwendigkeit der Verifizierunq und Inspektionen vor Ort für die Verwirklichunq eines wirksamen Abkommens zur Reduzierunq dieser Waffen.
Nachfolqend brinqen wir die wichtiqsten Auszüqe aus Weinberqers Pressekonferenz:

Frage:
Würden Sie den Bericht
von den Genfer Verhandlungen kommentieren, wonach die Sowjetunion in den
INF-Gesprächen Inspektionen vor Ort
zuqestimmt hat?
Antwort:
wahr ist.

Ich

hoffe,

daß

dies

Frage:
Und
daß
sie
bereit
sind, auch die Besorqnisse der WestEuropäer über die Kurzstreckensysteme
ernst zu nehmen?
Antwort:

Wir

hoffen,

daß

das

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Embassy of the United States of America

stimmt. Ich habe bis jetzt noch keinen formell unterbreiteten Vorschlaq
der Sowjetunion
für einen Vertraq
oder
eine
Sprachreqelunq
qesehen,
aber ich hoffe sehr, daß dies wahr
ist.
Wir bemühen uns seit lanqem,
einschneidende Reduzierunqen bei Waffen aller Art zu erzielen, bei Atomraketen mittlerer Reichweite und bei
Lanqstreckenraketen.
Damit
meinen
wir einschneidende Reduzierunqen, die
uns auf beiden Seiten zu Parität verhelfen würden und umfassend zu verifizieren wären. Und ohne Inspektionen vor Ort kann man solche Abkommen

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�einfach
nicht
verifizieren.
Und
selbst dann kann man sich nicht völliq sicher sein.
Inspektionen vor
Ort sind jedoch für jede Art von
nützlicher
Verifizierunq
notwendig.
Ich hoffe also, daß der Bericht der
Wahrheit entspricht.
Fraqe:
Könnten
Sie
etwas
zu
den Aussichten saqen.
Könnten sie
einem zeitlichen Rahmen von sechs Monaten bei INF zustimmen?
Antwort:
Es ist schwer, qenau
abzuschätzen, wieviel Zeit dafür benötiqt wird. Wenn beide Seiten ein
Abkommen erreichen wollen, und wir
wollen dies sicherlich, dann qlaube
ich nicht, daß es sehr lanqe dauern
wird. Sechs Monate scheinen mir mehr
als qenuq, um in der Laqe zu sein,
ein Abkommen zusammenzustellen, nachdem die Sowjets einmal ihren echten
Wunsch nach Abschluß eines solchen
Abkommens zum Ausdruck qebracht haben. Wenn dies existiert, wenn dies
anhält, wenn es mehr ist als nur der
Versuch, die Weltmeinunq
für sich
einzunehmen, dann sollten wir in der
Laqe sein, ein solches Abkommen ziemlich bald zu erreichen.
Fraqe: (unverständlich)
Antwort:
Nein,
ich
denke
nicht, daß dies etwas damit zu tun
hat.
Es ist immer schwieriq auszumachen, welche Ideen die Sowjets qerade verfolqen.
Es ist mit schon
seit lanqem klarqewesen, daß sie ein
Rüstungskontrollabkommen
wollen
und
brauchen.
Ich war mir darüber im
klaren, daß sie ihr Möglichstes tun
würden, um uns zur Einstellunq der
Arbeiten an der strateqischen Verteidiqunq zu veranlassen, um ihre eiqenen Bemühunqen verfolqen zu können
und das Monopol aufrechtzuerhalten,
das sie in diesem Bereich besaßen.
Ich qlaube, daß mit dem zunehmenden
- 2

Bewußtsein darüber, daß sie den Präsidenten nicht zur Aufqabe der strateqischen
Verteidiqunq
überreden
konnten,
sie
dann
ihren
zweiten
Wunsch weiterverfolgten, nämlich die
Erzielunq
eines
Rüstunqskontrollabkommens. Ich denke, ihr Hauptwunsch
besteht darin, die Pershinq-Raketen
aus Europa zu entfernen. Um dies zu
erreichen, erklären sie jetzt, sie
seien bereit, bei ihren Mittelstrekkenraketen einschneidende Reduzierunqen vorzunehmen, in Europa bis auf
Null, und Arranqements zu erarbeiten,
die ein höheres Maß an Parität und
eine weit stärkere Abschreckunqsfähiqkeit bei den Kurzstreckenraketen
erlauben werden.
Ich hoffe, daß dies stimmt. Ich
bin sicher, man kann mit zehn Leuten
sprechen und zehn verschiedene Theorien darüber erhalten, warum die Sowjets zu irgendeiner Zeit irgendetwas
tun.
Ich hoffe, sie werden dabei
bleiben. Ich hoffe, daß sie bei diesem Abkommen angemessenen und wirksamen Inspektionen vor Ort zustimmen
werden. Man kann solch ein Abkommen
nicht ohne dies unterzeichnen.
Meiner Meinung nach sollte dies das erste sein, worüber wir verhandeln müssen.
Frage:
Was
ist Ihrer Meinung
nach das größte Hindernis bei (unverständlich) ....
Antwort:
Das Bestehen der Sowjets auf der Tatsache, daß sie in
einer qroßen Anzahl von Kategorien
die Überlegenheit haben müssen, haben
wollen und auch tatsächlich haben.
Und daß sie niemals bereit waren,
eine angemessene Verifizierung zuzulassen, die angesichts ihrer Täuschungsmanöver in der Vergangenheit
absolut unerläßlich ist. Wir wollen
Abkommen und zwar solche, die einschneidende Reduzierunqen qewährlei-

�sten. Wir wollen Abkommen, die beiden Seiten wieder einen Gleichstand
verschaffen. Wir müssen Übereinkünfte erzielen, die
vollständig
und
gründlich verifizierbar sind.
Wenn
diese drei Bedingungen erfüllt werden, werden wir dem Abschluß von Abkommen mit Freude entgegensehen. Es
ist die Unfähigkeit, solch eine Art
von Abkommen herbeizuführen, die den
Prozeß verlangsamt hat.
Es ist immer wieder überraschend,
zu lesen, daß der Präsident dafür
kritisiert wird, daß er kein Rüstungskontrollabkommen
erzielt.
Er
möchte und wird auch kein Abkommen
bekommen, das für unser Land ein
schlechtes Abkommen wäre. Er möchte
kein Abkommen, das nicht wirkungsvoll
verifizierbar ist. Was er drinqend
möchte und auch bereits seit seiner
Amtseinführung zu bekommen versucht
hat, sind Abkommen, die einschneidende Reduzierungen vorsehen, uns wieder
auf einen Gleichstand bringen und verifizierbar sind.
Frage:
Premierminister in
Thatcher hat erklärt, daß ein INF-Abkommen an ein Abkommen über Kurzstreckenwaffen gekoppelt sein sollte.
Stimmen Sie dem zu?
Antwort:
Ja, das tue ich.
Es
muß nicht qekoppelt oder verknüpft
sein.
Was wir brauchen, sind Reduzierungen in allen Bereichen.
Man
kann keine Reduzierung vornehmen, die
den Vereinigten Staaten, den NATOVerbündeten
oder
dem
Westen
eine
wirksame
Abschreckung
entziehen.
Gleichzeitig zu den vorgenommenen Reduzierungen muß entweder eine ausreichend
wirkungsvolle
Abschreckung
erhalten oder sichergestellt werden,
daß
sowjetische
Reduzierungen
in
gleichem Umfang vorqenommen werden.
Die Abschreckung muß aufrechterhalten
bleiben.

Frau Thatchers Hinweis ist sehr
wertvoll, es gibt eine große Anzahl
von sowjetischen Mittelstreckenraketen
kürzerer
Reichweite, es
gibt
LRINF und SRINF.
Wenn es gelingt,
die SS-20 als LRINF abzuschaffen,
bietet das große Ungleichgewicht zugunsten der Sowjets immer noch Anlaß
zur Besorgnis im Bereich der Mittelstreckenraketen kürzerer Reichweite,
der SCALEBOARD-Raketen und der SS-23.
Es ist daher wichtig, auch daran zu
denken.
Es geht nicht darum, eine
Waffenkategorie abzuschaffen und Europa gegenüber einer anderen verwundbar zu machen.
Frage:
Wenn
es
uns
gelingt,
Abkommen zum Abbau der Mittelstrekkenwaffen zu erlangen, was können wir
bei den konventionellen Streitkräften
tun?
Dort gibt es ein Ungleichgewicht,
(unverständlich) unsere militärische Präsenz?
Antwort:
Diesen Punkt habe ich
gerade versucht zu beantworten. Wir
können eine wirkungsvolle Abschrekkung nicht aufgeben. Es ist genauso
wichtig, einen
konventionellen Anqriff abzuschrecken wie einen Nuklearanqriff. Konventionelle Waffen haben eine schreckliche Wirkung und
können mit allen möglichen verbesserten
Sprenqstoffen
enormen
Schaden
hervorrufen, so daß auch dieses Problem angegangen werden muß. Es ist
notwendig, ebenso wie im strategischen auch im konventionellen Bereich
ein abschreckendes Gleichgewicht herzustellen.
Es ist sehr wichtig, daß es sich
um kein sehr gutes Abkomen handeln
kann, wenn es uns erlaubt, unsere
Streitkräfte zu erweitern.
Die Sowjets stellen unseren 14 000 Panzern
etwa 44 000 geqenüber. Es wäre kein
gutes Abkommen, das es uns erlauben

- 3 -

�würde, unseren Bestand ebenfalls auf
44 000 zu erhöhen. Es wäre aus dem
Grund kein gutes Abkommen, weil es
den Waffenbestand
erweitern würde.
Es wäre ein besonders schlechtes Abkommen, weil die Sowjets sehr wohl
wissen, wie leicht es für sie ist,
ihre Militärausqaben zu erhöhen und
wie schwieriq für uns.
In der Sowjetunion qibt es keine
öffentliche Meinung. Ihre Lebensqualität, die niemand von uns auch nur
mehr als ein oder zwei stunden ertragen wollte, spielt dabei überhaupt
keine Rolle. Und sie können soviel
sie wollen in ihre Verteidigung investieren, weil dort das System anders
ist. Einzelne Männer im Kreml können
solche
Entscheidungen
über
Nacht
treffen und diese können zehn bis
zwölf Jahre gültig sein. Für uns ist
das wesentlich schwieriger. Die Sowjets wissen genau, was sie in sechs
oder sieben Jahren ausgeben werden.
Ich kann das nicht für zwei oder drei
Jahre im voraus bestimmen.
Das ist
der Unterschied zwischen den Systemen, und daran sollten wir denken,
wenn wir über Abkommen sprechen, die
uns zu einer Aufrüstung führen können.
Das Abkommen erlaubt uns die
Aufrüstung, aber es stellt keine Mittel dafür bereit. Es ist daher unerläßlich, Abkommen zu erlangen, die
Reduzierungen bis auf einen Gleichstand zulassen und die durchweg verifizierbar sind, und genau das versuchen wir.

* * * *

�AMERIKA DIENST
^7

^

Information

C$-

11. März 198 7

10

REAGANS MANN AN DER SPITZE DES CIA GEHT DER RUF DER INTEGRITÄT VORAUS
- Kurzbioqraphie von William Webster -

WASHINGTON
(AD)
William
Websters Jahre im öffentlichen Dienst
haben ihm den Ruf absoluter und kompromißloser
Inteqrität
einqetraqen,
die sich als unschätzbar
erweisen
wird, wenn er erwartunqsqemäß Direktor des CIA wird und damit zu einer
Belebunq
der Reaqan Administration
beiträqt.
Webster war seit 1978 Direktor
des Federal Bureau of Investiqation,
aber am 3. März 1987 ersuchte ihn
Präsident Reaqan, seinen Posten beim
FBI aufzuqeben und die Central Intel-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

liqence Aqency zu übernehmen.
Die Wahl fiel auf ihn, nachdem
der
amtierende
Direktor
des
CIA,
Robert Gates, seine Kandidatur als
der von Reaqan nominierte Nachfolqer
des ehemaliqen Leiters des Nachrichtendienstes, William Casey, zurü'ckzoq, der nach einer Operation weqen
eines Gehirntumors aus dem Amt ausschied.
Als Reaqan die Nominierunq bekanntqab, nannte er Webster "einen
Mann von Ehre und Inteqrität, der

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�sich
der
Rechtsstaatlichkeit
pflichtet fühlt".

ver-

Am 4. März im Weißen Haus kommentierte Webster seine Besprechunq mit
dem Präsidenten mit der Bemerkunq,
Präsident Reaqan habe ihm "keinen besonderen Auftraq" erteilt, ihm jedoch
"sein Vertrauen in meine Fähiqkeit
zur Ausübunq des Amtes" ausqesprochen.
Auf die Fraqe, wie er seine zukünftige Rolle und Verantwortunq beim
CIA sehe, antwortete Webster: "Eine
Sache, die ich machen muß, ist sicherzustellen, daß die Orqanisation
hinter mit steht und wir alle zusammenarbeiten" .
Webster wurde qebeten, den Schaden einzuschätzen, den die Rüstunqskontroverse
um
den
Iran und
die
Contras der Glaubwürdiqkeit der Reqierunq und der des Präsidenten zuqefüqt hat.
"Ich bin kein Meinunqsforscher",
saqte er, füqte jedoch hinzu, daß es
unkluq von ihm wäre, das durch sie
auf
nationaler
und
internationaler
Ebene ausqelöste Problem zu verleuqnen.
"Aber wir haben sehr viel schwieriqere Probleme bewältiqt", betonte
er. "Und ich bin der Uberzeuqung, daß
es sich hierbei um ein lösbares Problem handelt" .
Auf die Fraqe, ob er besorqt über
die Vorqänqe beim CIA im Zusammenhanq
mit der Iran-Contra-Affäre sei, saqte
Webster: "Ich qlaube, ich muß noch
sehr viel mehr darüber in Erfahrunq
brinqen".
Webster antwortete einem Fraqensteller, daß Gates seines Wissens als
stellvertretender Direktor des CIA im
Amt bleiben würde.
"Ich heqe qroße
- 2

Bewunderunq für Mr. Gates und hoffe,
daß dies der Fall sein wird", saqte
er.
Nach seinem Nachfolqer beim FBI
befraqt, brachte Webster seine Hoffnunq zum Ausdruck, daß es jemand sein
wird, "der das Prinzip der fachlichen
Qualifikation im FBI und die Unabhänqiqkeit von parteipolitischer
Einflußnahme fortführen wird - und der
Rechtsstaatlichkeit tief erqeben ist.
Ich qlaube, das ist das Wichtiqste".
Auf die Fraqe nach den zukünftiqen Beziehunqen zwischen FBI und CIA
antwortete Webster: "Meiner Meinunq
nach sollten es eiqenständiqe Behörden sein. Sie werden weiterhin eiqenständiq sein, aber sie werden auch
weiterhin zusammenarbeiten".
Vor der Abstimmunq durch den qanzen Senat wird Websters Nominierunq
vom Geheimdienstausschuß des Senats
qeprüft.
Der Vorsitzende des Ausschusses, der Demokrat David Boren,
und William Cohen, der ranqälteste
Republikaner, qaben am 4. März eine
qemeinsame Erklärunq ab.
"Die
Entscheidunq
für
Richter
Webster als Direktor der Central Intelliqence Aqency ist eine qute Entscheidunq", stellten sie fest.
"Er
wird in weiten Kreisen weqen seines
hohen Maßes an persönlicher Inteqrität und weqen seiner beruflichen Fähiqkeiten respektiert.
Seine Erfahrunqen als Bundesrichter haben ihn
mit den Feinheiten der Gesetzqebunq
und der entsprechenden Rolle der Reqierunqsbehörden
vertraut
qemacht.
Für dieses Amt brinqt er außerdem Erfahrunq und Wissen auf dem Gebiet des
Nachrichtenwesens
mit,
insbesondere
in bezuq auf Terrorismus und Spionaqeabwehr".
"Der

Geheimdienstausschuß

wird

�über seine Nominierunq so schnell wie
möqlich beraten, unter Berücksichtiqunq unserer Verpf1ichtunq, sorqfältiq und qründlich vorzuqehen.
Die
öffentliche Anhörunq über die Nominierunq wird stattfinden, sobald das
qesamte Hinterqrundmaterial über den
Kandidaten
zusammenqestellt und an
den Ausschuß weiterqeleitet worden
ist".
Cohen füqte hinzu: "Vorbehaltlich
irqendwelcher unvorherqesehener Enthüllunqen,
erwarte
ich...
eine
schnelle Bestätiqunq" .
Der
Vorsitzende
der
demokratischen Fraktion
im Senat, Robert
Byrd, nannte Webster "einen hochqeschätzten Experten, der dem CIA die
drinqend
erforderliche
Glaubwürdiqkeit verschaffen wird".
Die Wahl William Websters bedeutet, daß ein wirklicher Experte das
Amt beim CIA innehaben wird" , saqte
saqte der Vorsitzende der Republikaner im Senat, Robert Dole. Er füqte
hinzu, daß Webster "die Materie des
Geheimdienstes in allen seinen Feinheiten beherrscht und die Behörde mit
sicherer
und
starker
Hand
leiten
wird".

zirksqericht und beförderte ihn später an ein Schwurqericht der Vereiniqten Staaten.
Im Jahr
1978 wählte Präsident
Carter Webster an die Spitze des FBI.
Webster lehnte die Ernennunq zunächst
ab, nahm sie jedoch an, als Reqierunqsbeamte ihn ersuchten, seine Entscheidunq aufqrund "patriotischer Erwägunqen" zu überdenken. Das FBI war
durch die Enthüllunq unzulässiqer Aktivitäten seiner Aqenten erschüttert
worden und Webster qelanq es, den quten Ruf des FBI schnell wiederherzustellen und es in den Bereich der modernen Anwendunq des Gesetzes zurückzuführen.
Als seine Frau Drusilla im Jahr
1984 starb, kursierten Berichte, daß
Webster vor der Beendiqunq seiner 10jähriqen Amtszeit aus dem FBI ausscheiden wollte.
Die Gerüchte verstummten jedoch, als er anküniqte,
daß er bis zum Abschluß der Untersuchungen über das Waffenqeschäft mit
dem Iran im Amt bleiben würde.
Webster hat einen Sohn, William,
Jr.r und zwei Töchter, Drusilla und
Kather ine.

Webster wurde im Jahr 1924 in St.
Louis, Missouri, qeboren.
Während
des Zweiten Weltkrieqs und der Auseinander setzunq um Korea diente er in
der U.S. Marine. Im Jahr 1947 beendete er sein Studium am Amherst Colleqe und leqte 1949 sein Jura-Examen
an der Washington Universität in St.
Louis ab. Bis 1960 war er als Jurist
tätiq und wurde dann zum Staatsanwalt
für den Bezirk Ost-Missouri benannt.
1961 kehrte er in seine private Kanzlei zurück, wurde jedoch im Jahr 1964
Mitqlied der Rechtsprüfunqskommission
von Missouri. Präsident Nixon berief
ihn 1971 an ein amerikanisches Be- 3 -

�AMERIKA DIENST
•"^ION

Wirtschaft

*

11. März 1987

10

STUDIE DES KONGRESSES BEZEICHNET ERHOLUNG DER WIRTSCHAFT ALS INSTABIL
- Artikel zum Jahresbericht des Gemeinsamen Wirtschaftsausschusses -

WASHINGTON - (AD) - Dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuß beider Häuser
des Konqresses zufolqe qelten sowohl
die Volkswirtschaft der Vereiniqten
Staaten wie auch die internationale
Wirtschaftslaqe als entspannt, aber
dahinter verberqen sich eine Reihe
von ernstlichen Bedrohunqen für eine
anhaltende Stabilität.
Der von den Demokraten kontrollierte Ausschuß verleiht in seinem
Bericht vom 5. März 1987 der Uberzeuqunq Ausdruck, daß den Vereiniqten
Staaten nur in beschränktem Umfanq

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Steuern und Geldmittel zur Verfüqunq
stehen, derer sie sich bei einer aufkommenden Rezession bedienen könnten.
"Eine einqehende überprüfunq der
Volkswirtschaft zeiqt, daß die qeqenwärtiq stattfindende Gesundunq, obwohl sie lanq andauert, instabil ist
und wir uns auf einer dünnen Eisdecke
beweqen", so heißt es in der von dem
Vorsitzenden, Senator Paul Sarbanes,
einem Demokraten aus Maryland, verfaßten Einleitunq zu dem Bericht.
Die dem Ausschuß anqehörenden Re-

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�publikaner verfolgen eine in ihren
Ansätzen optimistischere Haltunq in
einem kleineren Bericht, in dem sie
einiqe Unsicherheitsfaktoren in der
Volkswirtschaft
anerkennen,
aber
qleichzeitiq erklären, diese befinde
sich auf dem "Weq hin zu einem stabilen Wachstum.
"Wir sind mit der qeqenwärtiq
niedriqen
Inflationsrate
zufrieden
und hoffen, daß die Zinssätze weiter
fallen werden. Ferner sind wir optimistisch, daß sich die Möglichkeiten
bei den Arbeitsplätzen weiter verbessern werden und haben Vertrauen in
die unverwüstliche, innovative und
vielfältiqe
Wirtschaft
dieser
Nation", so der Bericht der Republikaner .
Im
internationalen
Zusammenhanq
betrachtet der Bericht das RekordHandelsbilanzdefizit der Vereiniqten
Staaten im verqanqenen Jahr als "ein
drinqliches Zeichen ernsthafter Probleme in der amerikanischen Volkswirtschaft
und
Wirtschaftspolitik,
das nicht außer acht qelassen werden
sollte".
Als
besondere
Problembereiche
qelten die starke Abhänqiqkeit der
Vereiniqten Staaten von importiertem
öl, die drohende Preisschocks und Inflation für die Zukunft in sich birqt
wie auch die erheblichen Schulden von
Ländern der Dritten Welt.
Maßnahmen der Reqierunq zur Förderunq des Wachstums in den Entwicklungsländern seien zwar ein Schritt
in die richtiqe Richtung, hätten sich
aber als unanqemessen erwiesen, wie
dem Bericht der Mehrheit zu entnehmen
ist.
Da eine ordentliche Anpassunq
an ein rückläufiqes Handelsbilanzdefizit der Vereiniqten Staaten die Zunahme einer starken Auslandsnachfraqe
erfordert "müssen Maßnahmen entwik-

kelt werden, die sowohl den Abfluß
von Mitteln aus den Entwicklunqsländern abbauen wie auch den Zufluß von
Kapital
steiqern.
Ferner
sollten
neue Maßnahmen erarbeitet werden, um
den Bedürfnissen der Gläubiqer und
Schuldner in qleichem Maße qerecht zu
werden und um die Rolle der Länder,
die Überschüsse erwirtschaften, bei
der Finanzierunq der Entwicklunq in
der Welt zu erweitern.
Der Ausschuß unterbreitet folqende
Vorschläqe
auf
internationaler
Ebene:
- Das amerikanische Handelsqesetz,
das "von einer sich schnell wandelnden
und
zunehmend
wettbewerbsstarken Weltwirtschaft einqeholt
wurde",
muß
qründlich
überarbeitet werden, um ausländische Märkte zu öffnen, den Welthandel auszuweiten und die Wettbewerbsfähiqkeit der Vereiniqten
Staaten zu erhöhen.
- Die Administration
sollte verstärkt ihr Auqenmerk auf die momentan
stattfindende
Verhandlunqsrunde des Allqemeinen Zollund Handelsabkommens (GATT), das
zentrale internationale Forum zur
Erarbeitunq
von Reqelunqen
für
den Handel, richten. GATT sollte
zu einem "wichtigen Garanten für
die "Öffnung von Märkten und die
Ausweitunq des Welthandels werden" .
- Bis James Baker
Finanzminister
wurde und sich mit dieser Frage
beschäftiqte, hat sich die Reqierunq nur
unzureichend mit dem
Wechselkurs
des Dollar
befaßt.
Jetzt soll sie dem Konqreß halbjährliche Berichte über ihre Währunqspolitik auf internationaler
Ebene vorleqen.

�- Bemühunqen
sollten
stattfinden
zur Koordination der inländischen
Steuer- und
Währungspolitik
der
Haupthandelsländer, um zur Stabilisierung
der
internationalen
Wechselkurse beizutragen.
- Die Administration
sollte
die
Sammlung von Daten über den internationalen Kapitalfluß verbessern, der als äußerst wichtig anzusehen ist, wenn es um die Bestimmung von Währungswerten und
den Einfluß auf den bilateralen
Handel geht.
Der Ausschuß hat seinen Jahresbericht erstellt, nachdem er den Wirtschaftsbericht des Präsidenten durchgesehen und bei verschiedenen Anhörungen die Aussagen einer Reihe von
Wirtschaftswissenschaftlern
der
Regierung und des Privatsektors geprüft
hat.
Der Gemeinsame Wirtschaftsausschuß spielt bei der Gesetzqebung
keine Rolle, stellt aber seine Analysen anderen Ausschüssen des Kongresses zur Verfügung.

stum, wenn sie nicht angeaangen werden, die Aussichten auf eine gesunde
und wettbewerbsfähige Wirtschaft trüben und die Aussichten auf einen
niedrigeren
Lebensstandard
in
den
Vereinigten Staaten erhöhen", so der
Bericht.
Sarbanes und der Ausschuß sehen
besonderen Grund zur Besorgnis in der
Tatsache,
daß
das
jüngste
Wirtschaf tswachtum
fast
ausschließlich
abhängig war vom Konsum, der wiederum
in erheblichem Maße durch Schulden
getragen wurde.
"Sarbanes schreibt
in seiner Einleitung, "der rapide Zuwachs bei der Schuldenaufnahme aller
Sektoren hat deren finanzielle Verwundbarkeit bei einem möqlichen zukünftigen
Konjunkturrückgang
erheblich erhöht".

Die demokratische Mehrheit nennt
sowohl die von der Reagan-Administration
prognostizierten
kurzfristigen
als auch die weitgehend von den Republikanern angenommenen langfristige
Aussichten für das Wirtschaftswachstum unrealistisch und "erheblich optimistischer als diejenigen privater
Prognosen".
Der Bericht des Gemeinsamen Wirtschaftsausschusses bezeichnet das gegenwärtig langsame Wachstum des nun
in sein fünftes Jahr gehenden Aufschwungs als "eine verpaßte Gelegenheit für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten", die besonders die Armen
und die Arbeitslosen hart trifft.
"Mittelfristig werden die Ursachen für das träge gegenwärtige Wach- 3 -

* * * * *

�AMERIKA DIENST
VION

Hintergrundmaterial

4

11. März 1987

10
REAGAN:

SOWJETS VERLETZEN WAHRSCHEINLICH ABM-VERTRAG

Die sowjetische Nichteinhaltung von Rüstunqskontrollabkommen -

WASHINGTON - (AD) - In seinem dem Konqreß am 10. März 1987 vorqeleqten Bericht über Moskaus Nichteinhaltunq von Rüstunqskontrollabkommen erklärte Präsident Reaqan, die Sowjetunion "könnte ein Verteidiqunqssystem zur Raketenabwehr auf ihrem Territorium errichten" und somit die Bestimmunqen des ABM-Vertraqes verletzen.
Reaqan wies weiter darauf hin, daß der "unausqesetzte Aufbau und fehlende
qlaubwürdiqe alternative Erklärunqen" seine Schlußfolqerunq aus dem Jahre 1985
bestätiqten, wonach die qroße Radaranlaqe mit phasenqesteuerter Abtastunq in
Krasnojarsk "eine Verletzunq" des ABM-Vertraqes von 1972 darstelle, da "sie in
ihrer Verbindunq von ort der Stationierunq, Orientierunq und Fähigkeit durch
diesen Vertraq verboten ist".
Nachfolqend drucken wir den vollen Text
Nichteinhaltunq von Rüstunqskontrollabkommen".
Auf Wunsch des Konqresses habe
ich ihm in den verqanqenen drei Jahren vier Berichte über die sowjetische Nichteinhaltunq von Rüstunqskontrollabkommen vorqeleqt.
Zu diesen Berichten zählen die Berichte der
Administration von Januar 1984, Februar und Dezember 1985 wie auch der
für mich vom unabhänqiqen Beratunqsausschuß über Rüstunqskontrolle und
Abrüstunq erstellte Bericht über die
sowjetische
Nichteinhaltunq.
Jeder
dieser Berichte hat detailliert die
Probleme der sowjetischen Nichteinhaltunq aufqelistet und dokumentiert,

United States Information Service
Embassy of the United States of America

des Berichts

"Die sowjetische

deren qeqenteiliqe Auswirkunqen auf
unsere nationale Sicherheit und unsere Versuche zur Lösunq dieser Probleme.
Zusammenqenommen
erqibt
diese
Berichtsreihe
ein klares Bild des
fortqesetzten
Musters
der
sowjetischen Verletzunqen und die Grundlaqe
unserer anhaltenden Besorqnis.
In meinem Bericht
1985 habe ich erklärt:

von

Dezember

Die jünqsten Studien der Administration unterstützen die hier darqeleqte Schlußfolqerunq, daß es ein

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�Verhaltensmuster sowjetischer Nichteinhaltunq qibt. Wie in diesem und
in bisheriqen Berichten dokumentiert
wird, hat die Sowjetunion ihre rechtlichen und politischen Verpflichtungen verletzt, und zwar beim SALT I
ABM-Vertraq
und
Zwischenabkommen,
beim SALT II Abkommen, dem Vertraq
über
ein beqrenztes Versuchsverbot
von 1963, der Konvention über bioloqische und toxische Waffen, dem Genfer Protokoll über chemische Waffen
und
der
Schlußakte
von Helsinki.
Darüber hinaus hat die Sowjetunion
wahrscheinlich
Bestimmunqen
des
Schwellenvertraqes verletzt.
Ich habe weiterhin ausqeführt:
Während die Administration ihre
Sorqen und Erkenntnisse dem Konqreß
vortruq, hatten die Vereiniqten Staaten
qleichzeitiq
einen
intensiven
Austausch mit der Sowjetunion bezüqlich der sowjetischen Nichteinhaltunq
im Rahmen des Ständiqen Konsultativausschusses (SCC) , in dem SALT-relevante Probleme (einschließlich Problemen mit ABM) diskutiert werden,
sowie durch andere qeeiqnete diplomatische Kanäle.
Ich habe außerdem Generalsekretär
Gorbatschow während meiner
Treffen
mit ihm sowohl 1985 in Genf und dann
noch einmal im verqanqenen Oktober in
Reykjavik
persönlich
meine
Sorqen
vorqetraqen.
Ein weiteres Jahr ist verqanqen
und trotz all dieser intensiven Bemühunqen hat es die Sowjetunion versäumt, Handlungen zur Korrektur bestehender
Verletzunqen
vorzunehmen
und sie hat auch nichts unternommen,
um ausreichende Erklärunqen zu liefern, um unsere Besorqnis bei anderen
Problemen der Nichteinhaltunq auszuräumen.

Die Einhaltunq ist ein Grundpfeiler des Völkerrechts; alle Staaten
müssen die von ihnen freiwilliq einqeqanqenen
Verpflichtunqen
beachten
und einhalten.
Im Dezember 1985 hat die Generalversammlunq
der Vereinten Nationen
die Bedeutunq der Einhaltunq von Verträqen für eine zukünftiqe Rüstunqskontrolle anerkannt und mit 131 zu 0
Stimmen (bei 16 Enthaltunqen) eine
Resolution verabschiedet.
Die Resolution
- dränqt
alle
Parteien
der
Rüstunqsbeqrenzunqs- und
Abrüstunqsabkommen, sich an die Bestimmunqen zu halten;
- fordert all diese Parteien auf,
die Auswirkunqen einer Nichteinhaltunq
auf die
internationale
Sicherheit und Stabilität und auf
die Aussichten für weiteren Fortschritt im Bereich der Abrüstunq
in Betracht zu ziehen;
- appelliert an alle Mitqlieder der
Vereinten Nationen, Probleme der
Nichteinhaltunq zu lösen "im Hinblick auf die Förderunq einer
strikten Beachtunq der einqeqanqenen
Verpflichtungen
und
die
Aufrechterhaltunq oder Wiederherstellunq der Inteqrität von Abkommen
zur
Rüstunqsbeqrenzunq
oder Abrüstunq".
Der Konqreß hat wiederholt seiner
Besorqnis über die sowjetische Nichteinhaltunq Ausdruck verliehen.
Der
amerikanische Senat verabschiedete am
17. Februar 1987 mit 93 zu 2 Stimmen
eine Resolution (No. 94), die... erklärt, daß ein wichtiqes Hindernis
für die Erlanqunq akzeptabler Rüstunqskontrollabkomen mit der Sowjetunion in deren Verletzunq bestehender
Abkommen
bestand,
sie
auffordert,

�Schritte zu unternehmen, um ihre Verletzunq solcher Abkommen einzustellen
und
besonders
die
in Krasnojarsk
(UdSSR) neu aufgestellte Radaranlaqe
abzubauen, da diese eine eindeutige
Verletzung der Bestimmungen des ABMVertrages darstellt...
Eine Einhaltung von in der Vergangenheit
eingegangenen
Verpflichtungen im Bereich der Rüstungskontrolle ist eine unerläßliche Voraussetzung für zukünftige Rüstungskontrollabkommen.
Wie ich bereits erklärt habe:
Um

der Rüstungskontrolle Bedeutung
zu verleihen
und damit
sie
glaubwürdig zur nationalen Sicherheit
und weltweiter oder regionaler Stabilität beitragen kann, ist es unerläßlich, daß alle ein entsprechendes Abkommen
schließende
Parteien
sich
vollständig daran halten. Die strikte Einhaltung aller Bestimmungen der
Rüstungskontrollabkommen ist unerläßlich, und die Administration wird
hier keine Kompromisse akzeptieren.
Ich habe weiterhin erklärt:
Die
sowjetische
Nichteinhaltung
ist eine ernste Angelegenheit.
Sie
stellt wichtige aus der Rüstungskontrolle erwachsende Vorteile für die
Sicherheit in Frage und könnte neue
Sicherheitsrisiken
schaffen.
Sie
höhlt das für einen wirkungsvollen
Rüstungskontrollprozeß in der Zukunft
wichtige Vertrauen aus. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat in
der Vergangenheit auf diplomatischem
Wege bei der Sowjetunion diese Fragen
der Einhaltung mit Nachdruck verfolgt
und wird dies auch in Zukunft tun.

Der ABM-Vertrag
Heute muß

ich berichten, daß wir

weiterhin tiefgreifend und anhaltend
über die sowjetische Nichteinhaltung
des ABM-Vertrages besorgt sind.
Aus
verschiedenen
Gründen bereitet
uns
das Radar
von Krasnojarsk Sorgen,
dessen Außenanlagen
allem Anschein
nach 1986 fertiggestellt wurde. Die
Radaranlage zeigt, daß es die Sowjets
auf eine künftige Verletzung des ABMVertrages angelegt und diese geplant
haben, auch wenn sie gleichzeitig mit
den Vereinigten Staaten ein neues Abkommen über strategische Offensivwaffen aushandelten.
Die
einzig
erlaubte
Funktion
einer großen Radaranlage mit phasengesteuerter
Abtastunq
(LPAR) , mit
einer
Art
der
Stationierung
und
Orientierung, wie sie das Radar von
Krasnojarsk besitzt, wäre die Verfolgung von Objekten im Weltraum und
Nutzung
als nationales
technisches
Mittel (NTM) zur Verifizierung.
Der
eindeutigen Beweislage nach sind wir
der Ansicht, daß dieses Radar vordringlich zur Zielauffindung und Verfolgung
ballistischer
Raketen
und
nicht zur Verfolgung von Objekten im
Weltraum und NTM verwandt wird, wie
die Sowjets behaupten.
Darüber hinaus schließt das Radar von Krasnojarsk die verbliebene Lücke im sowjetischen Schirm der Zielauffindung
und Verfolgung, sein Standort erlaubt
es ihm, Datenmaterial zur Beschreibung eines Angriffs zu sammeln, mit
dessen Hilfe die Kampfführunq sowjetischer Verteidigungsstreitkräfte geplant und über eine zeitgerechte offensive Reaktion entschieden werden
kann - eine Standardrolle solcher Radaranlagen.
Alle LPARs haben genau wie das
Radar von Krasnojarsk die Fähigkeit,
eine große Anzahl von Objekten zielgenau zu verfolgen. Daher können sie
nicht zur Zielauffindung und Verfolgung ballistischer Flugkörper einge-

- 3 -

�setzt werden, sondern haben auch, je
nach
Ort
oder
Stationierung
und
Orientierunq, die Fähigkeit, zur Führunq einer Raketenabwehr beizutragen.
LPARs wurden immer als die Bestandteile betrachtet, die die notwendige Vorbereitunqszeit
für eine
möqliche
territoriale
Verteidiqunq
sicherstellen.
Zusammengenommen geben uns das Radar von Krasnojarsk und
andere sowjetische, mit ABM in Zusammenhang
stehende Aktivitäten Anlaß
zur Besorgnis, daß die Sowjetunion
eine ABM-Verteidiqunq
ihres eiqenen
Territoriums errichten könnte. Einiqe der Aktivitäten, wie etwa die Errichtunq neuer LPARs in den Randqebieten der Sowjetunion und die Modernisierunq des Raketenabwehrsystems um
Moskau scheinen im Einklanq mit dem
ABM-Vertraq zu stehen. Die Konstruktion
des
Radars
von
Krasnojarsk
stellt jedoch eindeutiq eine Verletzung des ABM-Vertrages dar, während
andere sowjetische, mit ABM in Zusammenhanq stehende Aktivitäten möqliche
oder wahrscheinliche sowjetische Verletzungen
oder
andere
zweifelhafte
Aktivitäten umfassen. Andere Probleme, die im Verlauf des Berichts eingehender behandelt werden, sind:
- die Erprobunq und Entwicklunq von
Komponenten, wie sie für ein ABMSystem erforderlich sind, das innerhalb von Monaten anstatt von
Jahren aufqestellt werden könnte;
- der
qleichzeitiqe
Betrieb
von
Luftverteidiqunqs- und ABM-Komponenten;
- die Entwicklunq
eines
modernen
Luftverteidiqungsystems,
das
eventuell
ABM-Fähigkeiten
besitzt; und
- die Demonstration der Fähigkeit,
ABM-Abschußeinrichtungen
nachzu-

laden und die Abwehrflugkörper in
kürzerer
Zeit abzuschießen
als
man bisher annahm.
Die im verqangenen Jahr unternommenen sowjetischen Aktivitäten haben
zu
unserer
Besorgnis
beigetragen.
Die Sowjets haben mit der Konstruktion dreier zusätzlicher LPARs begonnen, die dem Radar von Krasnojarsk
ähnlich sind. Diese neuen Radaranlagen sind im Einklang mit den Bestimmungen des ABM-Vertraqes über Frühwarnradars für ballistische Fluqkörper stationiert und orientiert, aber
durch sie würde die Anzahl sowjetischer LPARs um 50 Prozent erhöht.
Der durch diese neuen Radaranlaqen
qewährleistete Überfluß an Abdeckunq
weist darauf hin, daß es ihre primäre
Aufqabe ist, ballistische Fluqkörper
aufzufinden und zu verfolqen.
Die in diesem Jahr erfolqte Uberprüfunq sowjetischer, mit ABM in Zusammenhang
stehender
Aktivitäten
zeigt, daß die Sowjets bei ihrer hervor Stechenster
Vertragsverletzung,
dem Radar von Krasnojarsk, keine Korrekturen vorqenommen haben.
Es ist
die Gesamtheit dieser sowjetischen,
mit ABM in Zusammenhanq stehenden Aktivitäten im Jahr 1986 wie auch in
früheren Jahren, die uns Anlaß zu anhaltender Besorqnis qibt, daß die
UdSSR eine ABM-Verteidiqunq ihres nationalen
Territoriums
plant.
Der
ABM-Vertraq verbietet die Stationierunq eines ABM-Systenms zur Verteidigung des nationalen Teritoriums der
Parteien und untersaqt ihnen, eine
Grundlaqe für solch eine Verteidiqunq
zur Verfüqunq zu stellen. Wie ich in
meinem Bericht vom verqanqenen Dezember ausgeführt habe:
Dies hätte grundlegende Auswirkungen für das Gleichgewicht zwischen
Ost und West. Eine einseitiqe, den
ABM-Vertraq verletzende Fähiqkeit der

�Sowjets, Raketen von ihrem Territorium abzuwehren, könnte die Abschrekkunq unterhöhlen und Zweifel über ihre Glaubwürdiqkeit aufkommen lassen.

Chemische,
Waffen

biologische

und

toxische

Die Integrität des Rüstunqskontrollprozesses wird ebenfalls qeschädiqt durch sowjetische Verletzungen
des Genfer Protokolls über chemische
Waffen von 1925 und der Konvention
über bioloqische und toxische Waffen
von 1972. Im verqanqenen Jahr erworbene Informationen bestätiqen unsere
Besorqnis über die sowjetische Nichteinhaltunq dieser wichtiqen Abkommen.
Fortschritte bei einem Abkommen zum
Verbot chemischer Waffen werden durch
die sowjetische Nichteinhaltunq der
Konvention über bioloqische und toxische Waffen beeinträchtiqt.
Weqen
der anhaltenden sowjetischen Nichteinhaltunq
bisheriqer
Rüstunqskontrollabkommen sind wir der Ansicht,
daß Bestimmunqen
zur Verifizierunq
von erheblicher Bedeutunq für unsere
Bemühungen sind, diese abscheulichen
Waffen aus der Welt zu schaffen - dem
Völkerrecht zufolqe sind dies Massenvernichtunqswaffen.
Die
Sowjets erhalten
weiterhin
eine verbotene Fähiqkeit der offensiven bioloqischen Krieqführunq
aufrecht.
Wir sind in besonderem Maße
besorqt, weil dies moderne bioloqische Stoffe umfassen könnte, über die
wir weniq wissen und qeqen die wir
uns nicht verteidiqen können.
Die
Sowjets
erweitern
ihre Fähigkeiten
zur chemischen und toxischen Krieqführunq.
Weder
Verqeltunqs- noch
Verteidiqunqsproqramme der NATO können mit diesen sowjetischen Bemühunqen gleichziehen. obwohl es seit Anfang 1984 keine bestätigten Berichte
über
tödliche Angriffe qab, haben

voraufqeqanqene Aktivitäten den Sowjets wertvolle Erkentnisse über die
Erprobunq, Entwicklunq und Handhabunq
qeliefert.
Die
sowjetische
Nichteinhaltunq
der Verträqe über Atomtests qibt zu
Besorqnis im rechtlichem und militärischen Bereich Anlaß. Seit Abschluß
des Vertrages
zur
Begrenzunq
von
Atomtests (LTBT) vor über 20 Jahren
hat die Sowjetunion ihr Testproqramm
von Nuklearwaffen auf eine Art und
Weise durchgeführt, die mit den in
dem
Vertrag
niederqeleqten
Zielen
nicht vereinbar ist und reqelmäßiq
über die Grenzen der Sowjetunion hinaus zur Abgabe nuklearer Rückstände
in der Atmosphäre führt. Trotz der
Tatsache, daß die Rückstände dieser
sowjetischen Tests keine berechenbaren Risiken für die Gesundheit, Sicherheit oder die Umwelt bedeuten und
auch keine militärische Bedeutunq haben, wurden unsere wiederholten Versuche, diese Vorkommnisse mit den Sowjets zu besprechen, dauernd zurückqewiesen. Die sowjetische Weigerung,
diese Angeleqenehit
zu besprechen,
hat ihre Aufrichtiqkeit im qesamten
Bereich der Rüstunqskontrollabkommen
in Fraqe qestellt.
Während ihres Testmoratoriums haben die Sowjets zweifellos ihr Versuchsqelände weiter betrieben, weil
die Sowjets sofort nach Ankündigung
eines Tests einen solchen auch durchgeführt haben. Darüber hinaus qab es
in diesem Zeitraum eine Reihe ehrgeiziqer Projekte, die weder mit beobachteten sowjetischen Aktivitäten zu
Atomtests in Verbindung qebracht noch
können davon ausqenommen werden können.
Sowjetische
Tests
mit
Detonationswerten
oberhalb
der
150
Kt
Schwelle würden die Entwicklunq moderner
Atomwaffen
erlauben,
deren

- 5 -

�Sprenqkreft unqleich höher wäre als
die derjenigen Waffen, welche die
Vereiniqten Staaten nach diesem Vertraq entwickeln könnten.
Die Vereiniqten Staaten und die
Sowjetunion haben im verqanqenen Jahr
vier Expertentreffen zur Besprechunq
des breiten Spektrums von Fraqen abqehalten, die mit den Atomtests im
Zusammenhanq stehen. Bei diesen Ge»wj-V-j. ••;, sprächen war es stets unser Ziel,
jSvW
eine Übereinkunft zur wirksamen Verifizierunq von TTBT und PNET zu erreichen.
Ich hoffe weiterhin, daß wir
dieses Ziel verwirklichen können.

Die Schlußakte von Helsinki
Im Jahr 1981 hielt die Sowjetunion ein militärisches Großmanöver
ab, ohne den Zweck des Manövers oder
die Anzahl der teilnehmenden Truppen
vorher anzukündiqen.
Dies stand im
Widerspruch zu den von ihr eingeganqenen
politischen
Verpflichtungen,
die
Verfü'qunqen
von
Korb I
der
Schlußakte von Helsinki einzuhalten.

gänglich gemacht.
Es wurde jedoch
entschieden, daß aufgrund dieser Daten keine Änderung der hier vorgestellten
Erkenntnissen
erforderlich
sei.
Dies rührte teilweise daher,
daß diese Informationen zu jener Zeit
noch nicht endgültig feststanden und
daß sie nicht ganz eindeutig waren.
Zudem nahm die Sowjetunion am 26.
Februar
1987
ihre
unterirdischen
Atomtests wieder auf.

SALT II und das Zwischenabkommen zu
SALT I
Die
Sowjetunion
hat wiederholt
den SALT II-Vertrag verletzt und weitere
Handlungen
vorgenommen,
die
nicht im Einklang mit den Bestimmungen dieses Vertrages standen.
In
keinem Fall der von uns festgestellten Vertragsverletzungen hat die Sowjetunion irgendetwas unternommen, um
dies zu korrigieren. In den vergangenen drei Jahren haben wir diese
Fragen im Ständigen Konsultativausschuß und über diplomatische Kanäle
zur Sprache qebracht.

Im Verlauf des verqanqenen Jahres
haben wir bei der Stockholmer Konferenz
über
Vertrauens- und
Sicherheitsbildende Maßnahmen eine Übereinkunft erzielt, die neue Normen für
Notifizierunq, Beobachtunq und Verifizierunq
militärischer
Aktivitäten
enthält, darunter auch Inspektionen
vor ort. Wir werden die sowjetische
Einhaltung dieser neuen Normen, die
am 1. Januar 1987 in Kraft traten,
einqehend überprüfen.

Die Sowjets haben ihre politische
Verpflichtung
zur
Einhaltung
von
SALT II auf vierfache Weise wie folgt
verletzt:

Jünqste Entwicklungen

Verschleierung
der
Verbindung
zwischen einer Rakete und der dazugehörigen Abschußvorrichtung bei Tests
sowie

Ende 1986 und in den ersten Wochen des Jahres 1987 wurden uns neue
Informationen über einiqe der in diesem Bericht angesprochenen Fragen zu-

Entwicklung und Stationierung der
SS-25 Rakete, eines verbotenen zweiten Typs von ICBM;
umfassende Verschlüsselung telemetrischer Daten im Verlauf von Testflügen
strategischer
ballistischer
Raketen;

Überschreitung

der zulässigen An-

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Stationierunq der Interkontinentalrad i e Abkehr' •••v©n?'uiHreY'-f-'itttli«t&lt;Stfi'BfcHen
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arktischen Stutzpunkten zu verschaffen „und
Korrektur
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NichteinhaH*jn*P d A*bn
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Rüstunqskontrollvereinbarunqen
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überschritten,
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P o l i t i k der Zurückhalich d i e S c h l u ß f o l q e r u n q , daß d i e S o saiHßS, 39b
dbn3
w j e t s s e i t dem i Ö{pfe d l i ¥l:e &lt; r , "f!fi B ^n No- n e i a l l o v n i r i i a j h i , d-- . . ,
vember 1985 d i e von G e n e r ^ f c S ^ t Y ä r
,
Am I ß . J u n i 1985 h a b e ich meine
m9b ne, , ixhuali
...
f?
,
G o r b a t s c h o w und mir e i n q e q a n q e n e V e r -Besorgnis darüber
zum Ausdruck
qetiuT l a d m o a , n &gt; i u .
,
,
. ,
p f l i c h t u n g nichV i 'fc:'Sn9 , AflWte&amp; n t f e i t e r . b r a c h t , daß d i e a n d a u e r n d e N i c h t e i n -ripsSßM l e j s . t i ' i
v e r f o l q t hatteh•, r , '-aü¥ i : %eft 1 4fei ns^fißöön. h a l t j n q , durch d i e Sowjets u n s e r e na9 x d . . ri9h itM .n-.t w ,.
,
. .
fer
Verhandluri4*rl'^fel^itellt^Vi'S^e„tionale
Sicherheit
zunehmend
beein. 8S ./iiß , Biddmoä . , ,'
,
meinsamen
irit^re^s'i'err^^ilffn 9Jl§?j!ut r a c h t i g t . , i c h habe der S o wJ j e t u n i o n
-nÄ 9 l I o v 3 i b c j . •:
.
bauen, einsch l i e M i c ^ C ^ ^ e r n ^ s c f l f ^ u d a m a l s mehr Z e i t a n g e b o t e n , um d i e s
n
i q u n q der A r ^ i % 3 L f n
^fl^#'4448aÄ%nzu k o r r i a i e r e ' n und' zur v o l l s t ä n d i g e n
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abkommen
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eine

Politik

'

echter

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G l e i c h z e i t i q habe i c h

zu

aber

~

geqenseiverfolqen.
erklärt,
-

In
Revkjavik'n^b^fbGöA^Va9ls@Riet ä r Gorbatschöw^i-hd PfllchIß'dfl49;,C!a^rb
s c h i e d l i c h e n Ptii&amp;P8Sä&amp;n\in3$i$t
Wi7 -

�den Länder zu Fragen der Rüstungskontrolle stark einander anqena*hert.
Aber
die
Sowjets
machten
einen
Schritt zurück, indem sie auf einer
Verbindung von Fortschritten auf allen Gebieten der atomaren Rüstungskontrolle in einem Gesamtpaket bestanden« dessen Hauptziel in der Beseitigung der amerikanischen Strategischen Verteidigungsinitiative lag.
Außerdem wurde deutlich, daß die Sowjets beabsichtigten, den ABM-Vertraq
restriktiver
zu qestalten, als er
•einen Bestimmungen nach ist, um unsere SDI-Forschungsarbeiten auf das
Labor su beschränken.
Jedoch war das von mir oben beschriebene Muster sowjetischer Nichteinhaltung der Hauptqrund, warum ich
am 27. Mai 1986 beschloß, die amerikanische Beachtunq der Bestimmungen
des Zwischenabkommens zu SALT I und
SALT II einzustellen.
Der Entschluß
zur Beendiqunq der amerikanischen Politik einer Beachtunq der Bestimmunqen des Zwischenabkommens (das abgelaufen war) und des SALT II-Vertraqes
(der niemals ratifiziert wurde und am
31. Dezember 1985 abgelaufen wäre)
wurde nicht leichten Herzens getroffen. Die Vereinigten Staaten können
und werden keine doppelte Moral bei
der Einhaltung von Rüstungskontrollabkommen hinnehmen.
Deshalb habe ich am 27. Mai 1986
verkündet:
In Zukunft müssen die Vereinigten
Staaten ihre Entscheidungen über die
Struktur ihrer strategischen Streitkräfte auf Art und Größenordnung der
von
den sowjetischen
strategischen
Streitkräften
ausgehenden
Bedrohung
gründen, nicht aber auf die Maßstäbe,
wie sie in der SALT-Struktur enthalten sind, die durch die sowjetische
Nichteinhaltung unterqraben wurde und hier insbesondere durch den feh- 8

lerhaften SALT n-vertraq, der niemals ratifiziert wurde und der mittlerweile selbst bei einer Ratifizierung abqelaufen wäre und der von der
Sowjetunion verletzt worden ist.
Aufqrund einer sowjetischen Bitte
erklärten sich die Vereinigten Staaten bereit, im Juli 1986 eine Sondersitzung des ständigen Konsultativausschusses abzuhalten, um meine Entscheidung zu diskutieren. Im Verlauf
dieser Sitzung stellten die Vereinigten Staaten klar, daß wir weiterhin
äußerste Zurückhaltung üben würden.
Wir erklärten weiterhin, daß, falls
sich bei der uns betreffenden Bedrohung keine einschneidenden Veränderungen ergäben, die Vereinigten Staaten nicht mehr strategische Trägersysteme oder Gefechtsköpfe auf ballistischen
Raketen stationieren würden
als die Sowjetunion. Außerdem wurde
meine Einladung an die Sowjetunion
vom 27. Mai wiederholt, zusammen mit
den Vereinigten Staaten bis zum Abschluß eines verifizierbaren Abkommens über tiefe und gleichgewichtige
Reduzierungen atomarer Offensivwaffen
bei der Schaffung eines Zwischenrahmens echter gegenseitiger Zurückhaltung zusammenzuarbeiten. Die sowjetische Reaktion war negativ.
In meiner Erklärung vom 27. Mai
sagte ich, die Vereinigten Staaten
würden bis gegen Ende des Jahres
SALT II technisch weiterhin vollständig einhalten, dem Zeitpunkt, an dem
wir unseren 131. schweren Bomber für
den Transport luftgestützter Marschflugkörper stationieren würden.
Die
Stationierung dieses Bombers am 28.
November 1986 bedeutete die volle Anwendung dieser Politik.
Nachdem wir nun das Zwischenabkommen und den SALT II-Vertrag hinter
uns gelassen haben, werden die sowjetischen Handlungen in bezug auf

�diese Vereinbarunqen, die in der Verqanqenheit
in
detaillierter
Form
überprüft und dem Kongreß berichtet
wurden, in dem vorliegenden Bericht
nicht weiter erörtert werden.
Das
heißt nicht, daß die Bedeutunq der
sowjetischen Vertraasverletzunqen in
irgendeiner Weise abqenommen hätte.
Wir sind weiterhin über die zunehmende militärische Bedrohunq durch die
Sowjets besorqt.
Eine Reihe von Aktivitäten in bezuq auf SALT II bedeuteten Verletzungen des Kernstücks oder zentraler Bestimmungen dieses Vertraqes, die von
den Befürwortern von SALT II qerne
als Hauptqründe für die Unterstützunq
dieses Abkommens anqeführt werden.
Diese Verletzungen betreffen sowohl
die
wesentlichen
Bestimmungen
wie
auch
die entscheidenden Verifizierungsregelungen des Vertrages. Durch
Verletzung der von SALT II festgesetzten
Begrenzung
auf
den
einen
"neuen Typ" von ICBM sind die Sowjets
im Begriff, vertragswidrige Ergänzungen ihrer Streitmacht in Stellung zu
bringen, die ihnen noch größere strategische Fähigkeiten verleihen.
Die
sowjetischen
Verschlüsselungs- und
Verschleierungshandlungen
haben sich in der Vergangenheit als
besondere Hindernisse für die Verifizierung der Einhaltung von Rüstungskontrollabkommen erwiesen.
Die umfangreiche Verschlüsselung telemetrischer
Daten
ballistischer
Raketen
durch die Sowjets hat die amerikanische Fähiqkeit zur Verifizierunq von
Schlüsselbestimmunqen
des
SALT IIVertraqes behindert. Was ebenso bedeutend ist: diese sowjetischen Aktivitäten
unterqraben
das
politische
Vertrauen, das für den Abschluß neuer
Verträqe erforderlich ist und unterstreichen
die
Notwendiqkeit
einer
wirksamen Verifizierunq jedes neuen
Abkommens.

Die sowjetische Nichteinhaltung
neue Rüstungskontrollabkommen

und

Die sowjetische Nichteinhaltung,
wie sie in dem vorliegenden und früheren Berichten dieser Administration
dokumentiert ist, hat Verifizierung
und Einhaltung zu den bestimmenden
Elementen der Rüstungskontrolle von
heute gemacht. Seit den ersten Tagen
meiner Administration habe ich mich
um einschneidende und verifizierbare
Reduzierungen der atomaren Offensivpotentiale
der Vereinigten
Staaten
und der Sowjetunion bemüht und habe
bei meinen Treffen mit Generalsekretär Gorbatschow persönlich Wege vorgeschlagen, um dies zu erreichen.
Wenn wir Vereinbarungen dieser Traqweite und Bedeutunq einqehen sollen,
dann ist die wirksame Verifizierung
unverzichtbar und Betrug einfach unannehmbar .
Ich erwarte weitere enge Konsultationen mit dem Kongreß, während wir
uns darum bemühen, Fortschritte bei
der Lösung der Fragen der Vertragseinhaltung und bei der Aushandlung
solider
Rüstungskon trollVereinbarungen zu erreichen.
Nachfolgend werden die Erkenntnisse zur sowjetischen Nichteinhaltung
von
Rüstungskontrollabkommen
dargestellt.

DIE ERKENNTNISSE

Der ABM-Vertrag
Vertragsstatus
Der ABM-Vertrag von 1972 und dessen Protokoll untersagen die Stationierunq von ABM-Systemen, ausqenommen

- 9 -

�ein ABM-System um die Landeshauptstadt
jedes Vertragspartners
oder,
alternativ dazu, um ein Stationierunqsqebiet von ICBMs. Der ABM-Vertraq ist in Kraft und von unbegrenzter Dauer. Sowjetische Handlungen im
Widerspruch zum ABM-Vertraq stellen
deshalb Verletzungen einer rechtlichen Verpflichtung dar.

1. Das Radar von Krasnojarsk
Verpflichtung:
Um die Entwicklung einer territorialen Verteidigung
oder die Schaffung einer Basis für
eine
territoriale
ABM-Verteidigung
auszuschließen, bestimmt der ABM-Vertrag, daß Radar Systeme für die Frühwarnung vor Angriffen mit ballistischen Raketen nur an der Peripherie
des Staatsgebietes einer jeden Vertragspartei aufgestellt werden dürfen
und daß sie nach außerhalb orientiert
sein müssen. Der Vertrag erlaubt die
Stationierung (ohne Ansehen der Lage
oder Orientierung) großer Radarsysteme mit phasengesteuerter
Abtastung
zum Zwecke der Verfolgung von Objekten im Weltraum oder zur Nutzung als
technisches Mittel zur Verifizierung
der Einhaltgung von Rüstungskontrollvereinbar unqen.
Fragestellung:
Der Bericht vom
Dezember 1985 untersuchte die Frage,
ob das Radar von Krasnojarsk den Best immunqen des ABM-Vertrags über Radarsysteme mit phasenqesteuerter Abtastung entspricht. Wir haben diese
Frage erneut untersucht.
Erqebnis:
Die amerikanische Reqierunq bestätiqt den Schluß des Berichts vom Dezember 1985, wonach das
neue, sich in Krasnojarsk im Bau befindliche Radarsystem zur phasenqesteuerten Abtastung eine Verletzung
der
rechtlichen Verpflichtungen
im
Rahmen des ABM-Vertrages von 1972
- 10

darstellt.
Dies
ist
deshalb
der
Fall, weil es in seiner Verbindung
von Ort der Stationierung, Orientierung und Fähigkeit durch diesen Vertrag verboten ist,
Die anhaltende
Bautätigkeit
und
die
Abwesenheit
qlaubwürdiqer anderweitiqer Erklärunqen haben unsere Beurteilunq seines
Zwecks erhärtet.
Trotz amerikanischer Aufforderunqen sind keinerlei
Korrekturmaßnahmen qetroffen worden.
Diese und andere sowjetische Aktivitäten bezüglich ABM deuten an, daß
die UdSSR mit Arbeiten an einer ABMVerteidigung ihres nationalen Territoriums beschäftigt sein könnte.

2. Mobilität
ten

von

ABM-Systemkomponen-

Verpflichtung:
Paragraph 1 von
Artikel V des ABM-Vertrages untersaqt
die Entwicklunq, Erprobunq oder Stationierunq von mobilen, landgestützten ABM-Systemen oder Komponenten.
Fraqestellunq:
Der Bericht vom
Dezember 1985 untersuchte die Fraqe,
ob die Sowjetunion in Verletzunq ihrer rechtlichen Verpflichtunqen aus
dem ABM-Vertrag ein mobiles, landgestütztes ABM-System oder Komponenten
für ein solches System entwickelt
hat.
Wir haben diese Frage erneut
untersucht.
Ergebnis: Die Reqierung der Vereinigten Staaten bestätigt das Urteil
des Berichts vom Dezember 1985, wonach die Beweislage hinsichtlich sowjetischer Aktivitäten in bezug auf
die
Mobilität
von
ABM-Komponenten
verschwommen ist, daß jedoch Entwicklung und Erprobung von Komponenten
eines ABM-Systems durch die Sowjetunion, die anscheinend zur Stationierung in Stellungen ausgelegt sind,
für die relativ geringfügige Vorbereitungen benötiqt werden, eine po-

�tentielle Verletzunq ihrer rechtlichen Verpflichtungen qemäs dem ABMVertraq darstellen. Dies, sowie weitere ABM-relevante sowjetische Aktivitäten deuten darauf hin, daß die
UdSSR
mit Arbeiten
zur
Schaffunq
einer
landesweiten
ABM-Verteidiqunq
beschäftigt sein könnte.

3. Gleichzeitige Erprobung von ABMund Luftverteidigunqskomponenten
Verpflichtung:
Durch den ABMVertraq und dessen Protokoll wird den
Parteien eine Begrenzung auf je ein
ABM-Stationierungsqebiet
auferlegt.
Zusätzlich zu den ABM-Systemen und
-Komponenten in diesem einen stationierunqsqebiet
können die Parteien
ABM-Systeme und -Komponenten für Entwicklungs- und
Erprobungszwecke
besitzen, wenn diese sich in den verabredeten Erprobungsqebieten befinden.
Der Vertraq untersagt außerdem, Komponenten, die nicht zum ABM-System
qehören, die Fähiqkeit zu verleihen,
"strateqische
ballistische
Raketen
oder ihre Elemente im Flug abzuwehren" und verbietet es den Parteien,
sie in "einer ABM-Form" zu erproben.
Die Parteien kamen überein, daß die
gleichzeitiqe Erprobung von SAM- (Boden-Luft-Rakete) und ABM-Systemkomponenten verboten ist.
Fraqestellunq:
Der Bericht vom
Dezember 1985"über die Einhaltung untersuchte die Frage, ob die Sowjetunion gleichzeitig Elemente der SAM
und ABM-Systeme getestet hat, was
eine Verletzunq ihrer geqenteiliqen
rechtlichen Verpflichtung
von 1978
darstellt. Diese Verpflichtung hatte
zum Ziel, die Erprobunq von Luftverteidigungssystemen in ABM-Form weiter
zu begrenzen. Wir haben diese Fragestellung erneut überprüft.
Ergebnis:

Die Regierung der Ver-

einigten Staaten bestätiqt die Erkenntnis des Berichts vom Dezember
1985, daß die Beweise für sowjetische
Aktivitäten auf dem Gebiet gleichzeitiger Operationen unzureichend sind,
um die Einhaltung der sowjetischen
Verpflichtungen im Rahmen des ABMVertrages umfassend bewerten zu können. Die Sowjetunion hat jedoch Versuche unter Einbeziehung von Luftverteidigungs-Radarsystemen bei ABM-relevanten
Aktivitäten
durchgeführt.
Die zahlreichen und anhaltenden Vorfälle gleichzeitiqer Operationen von
ABM- und
SAM-Komponenten
sowie die
mangelnde
sowjetische
Berücksichtigung
der
amerikanischen
Besorgnis
sind ein Zeichen dafür, daß die Sowjetunion das Verbot der Erprobung
von SAM-Komponenten in ABM-Form wahrscheinlich verletzt hat. In mehreren
Fällen scheint dies sehr wahrscheinlich. Diese und andere ABM-relevante
Aktivitäten deuten darauf hin, daß
die UdSSR mit der Vorbereitung einer
landesweiten
ABM-Verteidigung befaßt
sein könnte.

4. ABM-Fähiqkeit moderner SAM-Systeme
Verpflichtunq: Gemäß Artikel VI,
Absatz
(a) des ABM-Vertraqes verpflichtet sich jede Partei, nicht im
ABM-Vertraq definierte Abfanqraketen,
Abschußvorrichtunqen oder Radarsysteme auch nicht mit "Fähiqkeiten auszustatten, um strateqische ballistische
Raketen oder deren Elemente im Fluq
abzuwehren, und diese nicht in ABMForm zu testen..."
Fraqestellunq:
Der Bericht vom
Dezember 1985 untersuchte die Fraqe,
ob die Sowjetunion in Verletzunq ihrer
rechtlichen Verpflichtunqen
im
Rahmen des ABM-Vertraqes ein SAM-Svstem oder eine Komponente in ABM-Form
getestet oder
sie mit Fähiqkeiten

- 11 -

�ausgestattet hat, strategische ballistische Raketen oder deren Elemente
im Flug abzuwehren.
Dieser Bericht
untersucht eneut diese Frage.
Ergebnis: Die Regierung der Vereinigten Staaten bestätigt die Erkenntnis des Berichts vom Dezember
1985, wonach die Beweise für sowjetische Handlungen zur Verbesserung von
SAM unzureichend sind, um die Einhaltung der sowjetischen Verpflichtung
im Rahmen des ABM-Vertrages zu bewerten. Diese und andere ABM-relevante
Aktivitäten der Sowjets deuten jedoch
darauf hin, daß die UdSSR mit Arbeiten zur Schaffung einer landesweiten
ABM-Verteidigung befaßt sein könnte.

5. Schnelles Nachladen von ABM-Abschußvorrichtungen
Verpflichtung:
Der
ABM-Vertrag
beschränkt die Anzahl von dislozierten ABM-Abschußvorrichtungen für Abfangraketen und von dislozierten Abfangrakten auf 100.
Er beschränkt
nicht die Anzahl der Abfangraketen,
die gebaut und gelagert werden können. Paragraph 2, Artikel V des Vertrages verbietet die Entwicklung, Erprobung oder Stationierung von "automatischen oder halbautomatischen oder
anderen
ähnlichen
Systemen
zum
schnellen Nachladen" der
erlaubten
AbschußVorrichtungen.
Fragestellung:
Der Bericht vom
Dezember 1985 untersuchte die Frage,
ob die Sowjetunion in Verletzung ihrer rechtlichen Verpflichtungen aus
dem ABM-Vertrag automatische, halbautomatische oder ähnliche Systeme zum
schnellen Nachladen von ABM-Abschußvorrichtungen
entwickelt,
erprobt
oder disloziert hat. Dieser Bericht
untersucht erneut diese Frage.
Ergebnis:

Die Regierung der Ver-

einigten Staaten ist der Überzeugung,
daß auf der Grundlage des zur Verfügung
stehenden Beweismaterials
die
Handlungen der UdSSR in bezug auf das
schnelle Nachladen von ABM-Abschußvorrichtungen gemäß ihrer rechtlichen
Verpflichtungen aus dem ABM-Vertrag
zu verschiedenen Deutungen Anlaß geben.
Die Nachladefähigkeit der Sowjetunion erfüllt uns mit ernster Besorgnis. Diese und andere ABM-relevante Handlungen deuten darauf hin,
daß die UdSSR mit der Vorbereitung
einer
landesweiten
ABM-Verteidigung
befaßt sein könnte.

6.

Territoriale ABM-Verteidigung

Verpflichtung:
Der
ABM-Vertrag
und das Protokoll erlauben jeder Partei eine einzige operative Stellung.
Ausdrücklich erlaubt sind die Modernisierung und Ersetzung von ABM-Systemen oder deren Komponenten, und
ausdrücklich anerkannt ist die Existenz von ABM-Erprobunqsgebieten zur
Entwicklung und Erprobung von ABMKomponenten. Der ABM-Vertrag verbietet jedoch
die Dislozierung
eines
ABM-Systems zur Verteidigung des nationalen Territoriums der
Parteien
und untersagt ihnen, einen Stützpunkt
für solch eine Verteidigung zur Verfügung zu stellen..
Fragestellung:
Der Bericht vom
Dezember 1985 untersuchte die Frage,
ob die Sowjets ein ABM-System zur
Verteidigung
ihres
Staatsgebietes
disloziert oder einen Stützpunkt für
eine solche Verteidigung zur Verfügung gestellt haben. Dieser Bericht
untersucht erneut diese Frage.
Ergebnis: Die Regierung der Vereinigten Staaten bestätigt die Erkenntnisse des Berichts vom Dezember
1985, daß im Ganzen gesehen die Handlungen der Sowjetunion im Hinblick

- 12 -

�auf ABM und ABM-relevante Aktivitäten
(z.B. Bau von Radaranlaqen, gleichzeitiqe Erprobunq, Modernisierung von
SAM, schnelles Nachladen von ABM und
ABM-Mobilität) darauf hindeuten, daß
die UdSSR mit Arbeiten zur Schaffunq
einer
landesweiten
ABM-Verteidiqunq
befaßt sein könnte. Unsere Besorqnis
dauert an.

Die Konvention über biologische Waffen und das Genfer Protokoll von 1925
Chemische, biologische und toxische Waffen
Vertraqsstatus:
Die
Konvention
über bioloqische und toxische Waffen
aus dem Jahr 1972 (BWC) sowie das
Genfer Protokoll von 1925 sind multilaterale Verträqe, bei denen sowohl
die Vereiniqten Staaten als auch die
Sowjetunion
Vertraqsparteien
sind.
Sowjetische Handlunqen, die nicht im
Einklanq mit diesen Verträqen und dem
völkerrechtlichen
Brauch qemäß dem
Genfer
Protokoll
von 1925 stehen,
sind Verletzungen
rechtlicher Verpf lichtunqen.
Verpflichtunqen:
Die BWC-Konvention verbietet die Entwicklunq, Produktion, Lagerunq oder den Besitz und
Transfer von mikrobischen oder anderen bioloqischen Mitteln oder Giften
außer in kleinen Menqen zu prophylaktischen, Verteidiqunqs- oder anderen
friedlichen Zwecken.
sie verbietet
auch Waffen, Ausrüstung oder Mittel
zur Verbreitung
solcher
Wirkstoffe
oder Gifte. Das Genfer Protokoll von
1925 sowie die damit im Zusammenhanq
stehenden
Regeln
des
völkerrechtlichen Brauchs verbieten den Ersteinsatz von erstickenden, giftigen oder
anderen Gasen im Krieq sowie von allen entsprechenden Flüssiqkeiten, Materialien oder Vorrichtungen und verbietet die Verwendung bakterioloqi-

scher Methoden der Krieqführunq.
Fraqestellunq:
Der Bericht vom
Dezember 1985 untersuchte, ob die Sowjets Bestimmunqen
verletzt haben,
die Entwicklunq, Produktion, Tansfer,
Besitz
und Verwendunq
biologischer
und toxischer Waffen verbieten und ob
sie für die Verwendung tödlicher Chemikalien verantwortlich waren.
Dieser Bericht untersucht erneut diese
Frage.
Ergebnis: Die Regierunq der Vereiniqten Staaten ist zu dem Schluß
gekommen, daß anhaltende Aktivitäten
im Verlauf des Jahres 1986 in vermuteten Einrichtungen für bioloqische
und toxische Waffen in der Sowjetunion und Berichte, daß ein sowjetisches BW-Proqramm jetzt die Prüfunq
neuer Arten von Wirkstoffen zur bioloqischen
Verteidiqunq
beinhalten
könnte, die Schlußfolgerung des Berichts vom Dezember 1985 bestätigen,
wonach die Sowjetunion! in Verletzung
ihrer rechtlichen Verpflichtung gemäß
der Konvention über biologische und
toxische Waffen aus dem Jahr 1972 ein
offensives Programm sowie eine Kapazität der bioloqischen Krieqführunq
aufrechterhält.
Beschuldiqunqen hinsichtlich des
Einsatzes tödlicher Chemikalien oder
Gifte in Kamputschea, Laos oder Afqhanistan im Jahr 1986 konnten qemäß
der strenqen Richtlinien unserer Beweisführunq nicht bestätiqt werden.
Obwohl in der Verqanqenheit mehrere
Analysen der Berichte über ihren Einsatz vorqenommen wurden, haben diese
Studien bisher keine positiven Erqebnisse aezeitiqt. Daher gibt es keine
Grundlage für eine Erweiterung der
Schlußfolgerung
vom Dezember
1985,
wonach die Sowjetunion in Verletzung
ihrer rechtlichen Verpflichtung gemäß
dem Völkerrecht, wie dies im Genfer
Protokoll von 1925 und in der Konven-

- 13 -

�tion über bioloqische und toxische
Waffen aus dem Jahr 1972 kodifiziert
ist, Produktion, Transfer und Einsatz
von Trichothezen-Mykotoxinen zu militärischen Zwecken in Laos, Kamputschea und Afghanistan betrieben hat.

Schwellenvertraq
Atomversuche
nen-Grenze

und die 150-Kiloton-

Vertraqsstatus:
Der
Schwellenvertraq wurde im Jahr 1974 unterzeichnet.
Der Vertrag wurde nicht
ratifiziert, aber keine Vertragspartei hat die Absicht bekundet, ihn
nicht zu ratifizieren.
Deshalb unterliegen beide Vertragsparteien der
Verpflichtung, gemäß dem Völkerrecht
Akte zu unterlassen, die zu Ziel und
Zweck dieses Vertrags im Widerspruch
stünden.
Maßnahmen, die Ziel und
Zweck
des
Vertrags
zuwiderliefen,
wären daher Verletzungen der rechtlichen
Verpflichtungen.
Die Vereinigten Staaten sind bemüht, für den
Vertrag verbesserte Verifizierungsbedingungen auszuhandeln.
Beide Vertragsparteien haben unabhängig voneinander erklärt, die 150-KilotonnenSchwelle des Vertrags einzuhalten.
Verpflichtung:
Der Vertrag verbietet alle unteriridischen Atomwaffenversuche über 150 Kilotonnen hinaus an jedem der Gesetzgebung oder
Kontrolle der Vertragsparteien unterliegenden Ort und dies ab dem 31.
März 1976.
Angesichts der technischen Ungenauigkeiten bei der exakten
Einschätzung
der
Sprengkraft
von
Atomwaffenversuchen kamen beide Seiten überein, daß ein oder zwei kleine
unbeabsichtigte
Vertragsbrüche
im
Jahr nicht als Verletzung des Vertrages angesehen würden.
Fragestellunq:

Der

Bericht

vom
- 14

Dezember 1985 untersuchte die Fraqe,
ob die Sowjets Atomversuche über 150
Kilotonnen hinaus durchqeführt haben.
Dieser Bericht überprüft erneut diese
Fraqe.
Erqebnis:
Im verqanqenen Jahr
hat die Reqierunq der Vereiniqten
Staaten die Atomversuche der Sowjetunion vor dem selbstauferleqen Moratorium vom 6. Auqust 1985 überprüft
und die amerikanischen Methoden zur
Einschätzung der Sprengkraft von sowjetischen
Atomversuchen
überarbeitet. Diese Arbeit ist noch nicht beendet. Im Dezember 1985 stellte die
Regierung
der
Vereinigten
Staaten
fest, daß: "sowjetische Atomversuche
bei eine Reihe von Versuchen wahrscheinlich eine Verletzung der rechtlichen
Verpflichtungen
gemäß
dem
Schwellenvertrag darstellen".
Diese
Erkenntnis behält angesichts unseres
umfassenden Wissens über diesen Themenkomplex
seine Gültiqkeit.
Wenn
die derzeit in Arbeit befindlichen
Studien abqeschlossen sind, wird sie
auf den neuesten Stand qebracht werden.
Die Studien sollten eine verbesserte Grundlaqe für die Einschätzunq der bisheriqen sowjetischen Einhaltung enthalten. Die Ungenauigkeiten bei der Einschätzung von Art und
Umfang
der bisherigen
sowjetischen
Versuche und beträchtliche Schwierigkeiten bei der Verifizierung werden
fortbestehen und auf diesem technisch
schwierigen Gebiet bleibt noch viel
zu tun. Diese Unqenauiqkieten machen
die Notwendigkeit wirksamer Verifizierungsmaßnahmen deutlich, mit denen
die Unzulänglichkeiten bei der Verifizierung gemäß dem schwellenvertrag
und der ihn begleitenden Vereinbarung, dem Vertrag über Atomexplosionen zu friedlichen Zwecken, ausgeglichen werden sollen.

Vertrag über ein begrenztes Ver-

�Suchsverbot
Abgabe nuklearer Rückstände an
die Umwelt nach unterirdischen Atomversuchen
Vertraqsstatus: Der Vertraq über
ein beqrenztes Verbot von Atomversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum
und unter Wasser ist ein multilateraler Vertraq, der für die Vereinigten
Staaten und die Sowjetunion im Jahr
1963
in Kraft
trat.
Sowjetische
Schritte, die nicht mit diesem Vertraq in Einklanq stehen, sind Verletzunqen einer rechtlichen Verpflichtunq.
Verpflichtunq:
Dieser
Vertraq
verbietet speziell Atomexolosionen in
der Atmosphäre, im Weltraum und unter
Wasser. Er verbietet auch Atomexplosionen
in jeder anderen Umqebunq,
"wenn solche Explosionen dazu führen,
daß radioaktive Rückstände außerhalb
der Landesqrenzen des Staates anfallen, unter dessen Gesetzqebunq oder
Kontrolle
eine
solche
Explosion
durchqeführt wird".
Fraqestellunq:
Der Bericht vom
Dezember 1985 untersuchte, ob die unterirdischen Atomversuche der UdSSR
dazu führten, daß radioaktive Rückstände außerhalb ihrer Landesqrenze
anfielen.
Dieser Bericht untersucht
erneut diese Fraqe.
Die
Reqierunq
der
Vereiniqten
Staaten
bestätiqt die Erkenntnisse
des Berichts vom Dezember 1985, nach
denen die sowjetischen Praktiken bei
unterirdischen
Atomversuchen
dazu
führten, daß bei zahlreichen Geleqenheiten radioaktive Stoffe frei wurden
und radioaktive Rückstände in Verletzunq der rechtlichen Verpflichtunqen
qemäß des beqrenzten Teststoppvertraqes auch außerhalb des Territoriums
der Sowjetunion qelanqten.
Die So-

wjetunion traf nicht die notwendiqen
Vorkehrunqen, um die Verseuchunq der
Umwelt durch radioaktive Substanzen
so qerinq wie möqlich zu halten und
dies trotz zahlreicher amerikanischer
Schritte und Forderunqen nach Korrektivmaßnahmen .

Die Schlußakte von Helsinki
Benachrichtigung bei Manövern gemäß der Schlußakte von Helsinki
Rechtlicher Status:
Die Schlußakte der Konferenz über Sicherheit
und Zusammenarbeit in Europa wurde im
Jahr 1975 in Helsinki unterzeichnet.
Dieses Dokument stellt eine politische Verpflichtung dar und wurde von
den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion
zusammen mit 33 anderen
Staaten
unterzeichnet.
Sowjetische
Aktivitäten, die nicht im Einklanq
mit diesem Dokument stehen, sind Verletzungen
ihrer
politischen
Verpf lichtunq.
Verpflichtung:
Alle Unterzeichnerstaaten der Schlußakte von Helsinki sind verpflichtet, im voraus Informationen über anstehende größere
Manöver - als Manöver definiert, an
denen mehr als 25.000 Soldaten teilnehmen - sowie diesbezügliche Einzelheiten zur Verfügunq zu stellen.
Fraqestellunq:
Der Bericht vom
Dezember 1985 untersuchte die Fraqe,
ob die Benachrichtiqunq bezüqlich des
sowjetischen Manövers "ZAPAD-81" unzureichend und deshalb eine Verletzunq der
politischen Verpflichtung
der Sowjetunion qemäß der Schlußakte
von Helsinki war. Dieser Bericht untersucht erneut diese Fraqe.
Erqebnis: Die Reqierunq der Vereiniqten Staaten kam bereits zu dem
Urteil und ist auch weiterhin der An-

- 15 -

�Sicht, daß die Sowjetunion im Jahr
1981
ihre politische Verpflichtung
verletzte,
die
Bestimmungen
von
Korb I der Schlußakte von Helsinki
einzuhalten, indem sie keine Vorausbenachrichtiqunq
des
Manövers
"ZAPAD-81" vornahm.
Seit 1981 haben
die
Sowjets
die
Verfüqunqen
der
Schlußakte
von
Helsinki
zwar
den
Buchstaben, aber
selten dem Geist
nach befolqt. Die Sowjetunion nimmt
eine sehr restriktive Interpretation
ihrer Verpflichtungen im Rahmen der
Schlußakte von Helsinki vor und die
Anwendunq freiwilliqer vertrauensbildender Maßnahmen durch die Sowjetunion war bisher eher die Ausnahme
als die Reqel. Die Sowjets haben alle Ubunqen anqekündiqt, bei denen die
vorheriqe Benachrichtiqunq erforderlich ist (z.B. diejeniqen mit 25 000
oder mehr Soldaten), haben jedoch
keine
freiwilliqe
Benachrichtiqunq
vorqenommen (z.B. bei Ubunqen mit weniqer als 25 000 Soldaten). Ihre Benachr ichtiqunqen enthielten nur ein
Minimum an Informationen.
Weiterhin
haben sie die freiwilliqen Verfüqunqen nur im qerinqstmöqlichen Umfanq
einqehalten, nach denen Beobachter zu
den Manövern einqeladen werden sollen
und Beobachter nur zu 5 0 Prozent der
anqekündiqten Ubunqen einqeladen.

* * * * * *
- 16

�AMERIKA DIENST
VON

Hintergrundmaterial

**

11. März 1987

10

ANDAUERNDE MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN IN KUBA
- Worldnet mit Walters und Valladares -

WASHINGTON - (AD) - In einem am 6. März 1987 über Worldnet ausqestrahlten
Interview mit Journalisten in fünf europäischen Ländern leqten der amerikanische UN-Botschafter Vernon Walters und der kubanische Schriftsteller Armando
Valladares, der 22 Jahre in kubanischen Gefänqnissen verbrachte, ihre Beweqqründe dafür dar, daß sie die UN-Menschenrechtskommission zur Überprüfung der
Zustände auf der Karibikinsel zu beweqen suchen.

Die Vereiniqten Staaten brachten
in der verqanqenen Woche eine Resolution mit diesem Ziel ein. Im Falle
ihrer Annahme wird Kuba den Beweis
für die Respektierunq der Rechte seiner Bürqer
erbringen müssen.
Die
Kommission könnte eine unparteiische
Untersuchunq
durchführen
und
ihren
Bericht
während der
nächstjährigen
Sitzungsperiode vorleqen.

"Nach Castro", saqte Valladares,
"ist die politische Zukunft meines
Landes die Freiheit.
Das Abtreten
Castros wird ein enormes Vakuum hinterlassen. Er wird von niemandem ersetzt werden. Es qibt in Kuba keine
Persönlichkeit,
die
diese
Lücke
schließen könnte. Castro ist in Kuba
allmächtiq."

"Die
politischen
Gefänqnisse
Kubas...
sind, wie wir alle wissen,
Orte
des
Schreckens,"
erklärte
Walters auf eine Fraqe.

Beide äußerten Spekulationen, wonach Castro der Liberalisierunqspolitik des sowjetischen Generalsekretärs
Gorbatschow folqen könnte.

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Walters verqlich Castros Kuba mit
der
Laqe
in Chile
unter
General
Pinochet.
Beide Länder hätten eine
Bevölkerunq von etwa elf Millionen,
aber "es qibt 3 800 Chilenen im politischen Exil, während die Zahl der
Zolitischen
Flüchtlinqe
aus
Kuba
1 400 000 beträqt.
Ich denke, das
spricht für sich selbst, wenn man
darüber spricht, ob es in Kuba ein
Problem qibt oder nicht."
Walters erklärte, die Probleme im
Zusammenhanq
mit
Rechtsdiktaturen
seien nicht so schwer zu bewältiqen
wie die Probleme in bezuq auf Linksdiktaturen:
"Der qroße Unterschied
besteht wirklich in der Tatsache, daß
man es in Chile und Paraguay mit autoritären Staaten zu tun hat.
In
Kuba und Nicaragua hat man es mit totalitären Staaten zu tun."
Walters
fügte hinzu, daß Menschenrechtsgruppen
in Chile
Zuqanq
qewährt worden sei, während Kuba dem
Internationalen Roten Kreuz Besuche
in den Gefänqnissen verweiqert habe.
Dabei bezeichnete er die Menschenrechtssituation in Kuba als eine
Fraqe, die "man wahrscheinlich schon
vor lanqer Zeit hätte aufwerfen sollen.
In all den Jahren haben wir
einen konstanten Zustrom kubanischer
Flüchtlinqe erlebt.
Und eqal, wie
qefährlich die Flucht aus Kuba auch
sein maq, kommen immer noch weitere
hinzu. Die jüngsten Flüchtlinqe haben uns erzählt, daß die von Armando
Valladares in seinem außergewöhnlichen Buch beschriebenen Zustände dort
immer noch herrschen."
"Ich hoffe, daß diejeniqen Menschen, die die Freiheit lieben, mit
ihrer stimme Castros stillen Gefangenen ein Zeichen der Hoffnunq geben,"
erklärte er. "Die von uns verfolgte

grundlegende Politik, diese Resolution bei der Menschenrechtskommission
der Vereinten Nationen einzubringen,
(bedeutet), den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild
zu machen".
"Wir haben hier eine Reihe von
Zeugen geladen", berichtete Walters,
"es handelt sich dabei um Menschen,
die in Castros Gefängnissen verstümmelt und gefoltert wurden, Menschen,
die für ihr Leben verkrüppelt sind
und Menschen, die jede nur mögliche
menschliche Demütigunq erfahren haben".
In Beantwortung einer Frage zu
Nicaragua
kritisierte
Walters
die
Sandinisten dafür, daß sie Grundrechte wie etwa die Rede-, Presse- und
Religionsfreiheit außer Kraft setzen.
Er wies ferner auf die frühe Militarisierung der Sandinisten hin. "Nicaragua hatte bereits 250 gepanzerte
Kampffahrzeuge
erworben, bevor
die
ersten Contras einen Fuß auf nicaraquanischen Boden qesetzt hatten".
Valladares erklärte, er habe sein
Buch qeschrieben, um seine Erfahrunqen
als
Gefanqener
weiterzugeben.
Vor der Kommission der Vereinten Nationen könne er "die Missetaten Kubas
im Bereich der Menschenrechte mit Namen und Daten beleqen". "wir können
zweifellos Beweise liefern, die nicht
einmal die kubanische Delegation widerlegen konnte, daß in den vergangenen 29 Jahren in Kuba Folter und Verletzung der Menschenrechte an der Tagesordnung waren", so Valladares.
Er beschrieb "Zwanqsarbeit, Isolation, Lebensmittelentzuq,
Dunkelheit, verwehrten Kontakt zu den Familien, Schläqe und alle Arten von physischem und psychischem Druck" als
Hauptcharakteristika kubanischer Gefänqnisse.

�"Wir haben in unseren Gefänqnissen Experten
für Repressalien und
Folter aus den sowjetischen Ländern"
behauptet Valladares. "Wir haben Sowjets qesehen.
Wir haben Tschechen
qesehen. Wir haben Ostdeutsche beobachtet und Mitqlieder der sowjetischen Polizei, die sogar ihre Uniformen truqen".

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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan: Veränderung der sowjetischen Position zur Rüstungskontrolle ein "großer Durchbruch"&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Ansprache vor der National Newspaper Association -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weinberger: Sowjetischer Vorschlag zu Mittelstreckenraketen "begrüßenswerte Entwicklung"&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Verteidigungsminister Weinberger in Boston -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagans Mann an der Spitze des CIA geht der Ruf der Integrität voraus&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Kurzbiographie von William Webster -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Studie des Kongresses bezeichnet Erholung der Wirtschaft als instabil&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Artikel zum Jahresbericht des Gemeinsamen Wirtschaftsausschusses -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan: Sowjets verletzen wahrscheinlich ABM-Vertrag&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Die sowjetische Nichteinhaltung von Rüstungskontrollabkommen -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andauernde Menschenrechtsverletzungen in Kuba&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Worldnet mit Walters und Valladares -&lt;/em&gt;</text>
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