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                  <text>AMERIKA DIENST
'VoN ^

2 5 . F e b r u a r 1987

I N H A L T

DOKUMENTATION
"Beunruhigende" Menschenrechtssituation in Südafrika
- Schifter zum neuen Menschenrechtsbericht der amerikanischen
Reqierung -

HINTERGRUNDMATERIAL
Strategie zur Nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten
- Bericht der Reagan-Administration an den Kongreß Teil V und VI
Das Gesetz über Handel, Beschäftigung und Produktivität von 1987
- Übersicht zur Gesetzesvorlage vom 19. Februar 1987, herausgegeben
vom Weißen Haus -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Donald Ian Macdonald - neuer Sonderberater in Drogenfragen
- Präsident Reagan beruft Experten aus dem Gesundheitsministerium
ins Weiße Haus -

* * * * * *

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�AMERIKA DIENST
Dokumentation

'VON**

8

25. Februar 1987
"BEUNRUHIGENDE" MENSCHENRECHTSSITUATION IN SÜDAFRIKA
- Schifter zum neuen Menschenrechtsbericht der amerikanischen Regierung -

WASHINGTON - (AD) - Im Rahmen eines Pressegesprächs am 19. Februar 1987
hat der Abteilungsleiter für Menschenrechtsfragen und humanitäre Angelegenheiten im amerikanischen Außenministerium, Richard Schifter, die "sich zuspitzende Verschlechterung der Menschenrechtsbedingungen in Südafrika" als die "beunruhigendste Entwicklung" im Bereich der Menschenrechte im Jahr 1986 bezeichnet. Dieser Bericht, der am 19. Februar 1987 veröffentlicht wurde, behandelt
die Lage der Menschenrechte in 167 Staaten.
In seiner Eingangserklärung betonte Schifter, daß die frühzeitige Entlassung einiger politischer Gefangener in der Sowjetunion aus "rein humanitären
Gründen" begrüßenswert sei. Jedoch seien dieser und andere Schritte innerhalb
der neuen Politik der Offenheit "bei weitem noch nicht die Freiheit".
Schifters Eingangserklärung hat folgenden Wortlaut:

Als ich aus Anlaß der Veröffentlichung des Berichts zur Situation
der Menschenrechte 1985 das letzte
Mal hier erschienen bin, konzentrierten sich viele der gestellten Fragen
auf die Philippinen. Dort hatten gerade die Wahlen stattgefunden, die
Stimmen wurden ausgezählt, und Präsident Marcos war noch an der Macht.
Ich war damals der Meinung, daß wir
unser Vertrauen in das philippinische
Volk setzen sollten. Die Ereignisse
des vergangenen Jahres haben gezeigt,
daß das Volk der Philippinen sich

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durchgesetzt hat.
Vor
ihm liegen
noch eine Menge Probleme, aber die
Demokratie und die Achtung der Menschenrechte haben in den Philippinen
neue und starke Wurzeln geschlagen.
Auch der Diktatur in Haiti wurde
im Jahr 1986 ein Ende bereitet. Zwar
hat sich dort noch keine demokratisch
gewählte
Regierung etabliert, aber
der Nationale Regierungsrat hat die
Meinungs- und Assoziationsfreiheit in
Haiti
effektiv
gewährleistet.
Es
werden dort Schritte unternommen, um
demokratische Institutionen in einem

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�Land aufzubauen, das noch nie solche
gekannt hat. Dem gegenwärtigen Zeitplan zufolge erwarten wir, daß bis
Februar 1988 eine gewählte Regierung
gebildet wird.
Dies heißt aber nicht, daß die
Probleme
der künftigen Regierungsstruktur
Haitis
einzige
Probleme
sind.
Das schwierigste Problem besteht in der Armut und der schwachen
Wirtschaft, die in diesem Lande herrschen. Es bleibt noch viel zu tun,
um die Demokratie in Haiti auf eine
solide Grundlage zu stellen.
Ein weiteres Land, in dem im Jahr
1986 bedeutende Fortschritte bei den
Menschenrechten erzielt wurden, ist
Guatemala.
In ordnungsgemäßem Übergang von einem Militärregime zur ersten demokratisch gewählten Zivilregierung seit 20 Jahren traten nach
den Wahlen des Jahres 1985 Präsident
Cerezo, ein nationales Parlament und
330 Bürgermeister am 14. Januar 1986
ihre Ämter an. Obwohl auch Guatemala
aufgrund von wirtschaftlichen Schwierigkeiten, willkürlichen Gewaltakten
und Nachwirkungen von Menschenrechtsverletzungen mit Problemen zu kämpfen
hat, verdient die neue Demokratie Respekt und Anerkennung.
Andernorts in der westlichen Hemisphäre sind wir weiterhin besorgt
über
die Menschenrechtsprobleme
in
Chile, Cuba, Nicaragua, Paraguay und
Surinam.
Die
beunruhigendste
Entwicklung
im Bereich der Menschenrechte im Jahr
1986 bestand natürlich in der scharfen Verschlechterung
der Menschenrechtsbedingungen in Südafrika in der
zweiten Jahreshälfte.
Zum seit langem bestehenden Problem der Apartheid
kam der am 12. Juni 1986 verhängte
Ausnahmezustand
hinzu, der
seitdem
noch ständig verschärft worden ist.
- 2

Schätzungen zufolge wurden unter dem
Ausnahmezustand 20 000 Personen festgenommen, von denen 10 000 am Jahresende immer noch in Haft waren. Eine
große Zahl der Verhafteten sind unter
18, einige davon sogar unter 15 Jahre
alt.
Wir sind weiterhin tief besorgt
darüber, daß Südafrika der Mehrheit
seiner Staatsbürger die grundlegenden
Menschenrechte verweigert. Wir sehen
weiterhin den Dialog zwischen allen
Südafrikanern als einzigen Weg an, um
einen positiven Wandel herbeizuführen.
Die Erfahrung des vergangenen
Jahres hat, wie wir glauben, gezeigt,
daß Gewalt zu Gegengewalt und Unterdrückung führt, welche wiederum noch
mehr Gewalt und Unterdrückung hervorrufen - all dies zu einem erschrekkenden Preis an Menschenleben.
Wir
sind von der tiefen Hoffnung erfüllt,
daß sich die Südafrikaner von dem
selbstzerstörerischen Kurs abwenden,
auf dem sie sich zu befinden scheinen, um sich wieder der Suche nach
einer friedlichen Lösung zu widmen.
In Europa haben wir mit Befriedigung die Freilassung der politischen
Gefangenen in Polen zur Kenntnis genommen. Wir werden Ihnen später noch
ausführlich zu diesem Problem Bericht
erstatten.
Obwohl unser umfassender Bericht
sich auf das Jahr 1986 erstreckt,
können wir jedoch heute nicht die
Entwicklungen bei den Menschenrechten
außer acht lassen, die sich seit Beginn dieses Jahres ergeben haben.
Lassen Sie mich deshalb kurz zu den
jüngsten Ereignissen in der Volksrepublik China und in der Sowjetunion
Stellung nehmen.
Die Regierung der Volksrepublik
China hat vor einigen Jahren gewisse
grundsätzliche Entscheidungen getrof-

�fen, um die Effizienz und Produktivität ihrer Volkswirtschaft zu steigern.
Sie faßte den richtigen Entschluß, daß ein weniger zentralisiertes und offeneres System, ein System,
das auf Anreizen basiert, zur Erhöhung der Produktion notwendig ist.
Politische Offenheit wurde mit dieser
neuen
wirtschaftlichen
Offenheit
nicht verbunden. Diese hat sich jedoch schrittweise als unvermeidliche
Konsequenz aus der Lockerung der Kontrollen entwickelt.
Sie hat verständlicherweise auch einer Reihe von
insbesondere jungen Leute Appetit gemacht, die neuen Geschmack an der
Freiheit des Ausdrucks gefunden haben. Dies drückte sich ganz klar in
den
jüngsten
Demonstrationen
aus.
Wir bedauern die Schritte, die dagegen unternommen wurden.
Dies sind
Rückschritte und wir hoffen ernstlich, daß mit der Zeit der Trend zu
mehr Offenheit und größerer Freiheit
wieder sichtbar werden wird.
Wir hegen die gleiche Hoffnung in
bezug auf die Sowjetunion. Wir glauben nicht, daß die Geschichte irgendein Volk zu ewig autoritärer Herrschaft verdammt hat. Die natürliche
Sehnsucht des Menschen nach Freiheit
muß sich unvermeidlich durchsetzen,
wie auch immer die Weltanschauung der
Regierung oder kulturelle Hemmnisse
beschaffen sein mögen. Hierzu möchte
ich auch betonen, daß es enorm wichtig ist, die jüngsten Initiativen von
Generalsekretär
Gorbatschow
richtig
einzuschätzen. Wir sollten das, was
geschehen
ist,
weder
unter- noch
überschätzen.
Die Haftentlassung von Personen
vor Ablauf der regulären Haftzeit muß
aus rein humanitären Gründen begrüßt
werden.
Sie beendet die Leiden der
unmittelbar Betroffenen, ihrer Familien und Freunde.
Die Politik des
Glasnost hat ebenso das Spektrum kul-

turellen Ausdrucks etwas
erweitert
und eine etwas größere Bandbreite der
Informationen über Ereignisse innerhalb der Sowjetunion geschaffen sowie
für einen Großteil normaler Sowjetbürger etwas mehr Spielraum zugelassen. Aber dies ist bei weitem noch
nicht die Freiheit.
Wir stellen überdies fest, daß
die entlassenen Gefangenen dazu gezwungen wurden, Schuldeingeständnisse
und Versprechen
zu unterschreiben,
daß sie sich nicht an regierungsfeindlichen
Handlungen
beteiligen
würden. Viele politische und religiöse Gefangene bleiben weiter in Haft.
Da die Sowjetunion noch kein Programm wirtschaftlicher Reformen ähnlich der gegenwärtig in China stattfindenden, eingeleitet hat, können
wir im Fall der Sowjetunion auch noch
nicht von politischen Veränderungen
sprechen, die unvermeidlich ein Nachlassen der poltischen Kontrolle begleiten werden.
Es wird sicherlich
über einen neuen Ansatz in bezug auf
wirtschaftliche Unternehmungen, über
eine neue Prüfung des ungarischen Modells diskutiert. Aber bis heute ist
dies nur Gerede.
Es gab Erwartungen - und bisweilen fielen vage Hinweise darauf -,
daß eine Verbesserung bei den Auswandererzahlen in Aussicht sei. In den
vergangenen 15 Monaten sind die Auswandererzahlen jedoch Monat für Monat
auf außergewöhnlich niedrigem Niveau
stehen geblieben und
überschritten
kaum einmal die Zahl von 100. Die
Zahl für Januar 1987 betrug zum Beispiel 98. Wir müssen anmerken, daß
ein neues, im Jahr 1986 verkündetes
sowjetisches Gesetz in Verletzung der
Schlußakte von Helsinki den Kreis von
Personen, die für die Auswanderung in
Betracht kommen, auf solche mit Ehegatten, Kindern, Elternteilen
oder

- 3 -

�Geschwistern im Ausland beschränkt.
Aber selbst innerhalb dieser kleinen
Gruppe wurde bis jetzt nur wenigen die Ausreise erlaubt.

* * * * * *

- 4-

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

25. Februar 1987

STRATEGIE ZUR NATIONALEN SICHERHEIT DER VEREINIGTEN STAATEN
- Bericht der Reagan-Administration an den Kongreß Teil V und VI

V.

Die Durchführung der Strategie

Dieser Teil des Berichts behandelt die amerikanischen Fähigkeiten
zur Durchführung der Strategie zur
Nationalen Sicherheit, wie sie in den
vorhergehenden Kapiteln erörtert worden ist, und zwar mit besonderer Betonung der Bereiche, in denen ein
Mangel an Ressourcen die effektive
Erreichung wichtiger Ziele der nationalen Sicherheit behindert.

Außenpolitische Fähigkeiten

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Die Vereinigten Staaten benötigen
Programme für Auslandshilfe und andere außenpolitische Operationen, um
ihre nationale Sicherheit zu schützen, ihre Interessen zu fördern und
ihre Werte und Prinzipien in der ganzen Welt zu verbreiten.
Unser Programm für Operationen im Ausland beinhaltet Wirtschafts- und Militärhilfe,
Nahrungsmittelhilfe,
Entwicklungshilfe,
internationale
Ausbildungs- und
Kommunikationsprogramme,
Operationen des Außenministeriums in
Übersee sowie viele weitere wichtige

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�Funktionen.
Durch diese Programme wird unsere
Außenpolitik in positive, sichtbare
Handlungen umgesetzt, mit denen Menschen geholfen wird, die sich ernsthaft in wirtschaftlicher Not befinden
und die wirtschaftliche und politische Entwicklung gefördert wird, die
für die Unterstützung freier und demokratischer
Gesellschaften
so bedeutsam ist.
Die Programme stellen
auch denjenigen Regierungen Hilfe zur
Verfügung, die versuchen, sich gegen
innere und äußere Bedrohungen zur
Wehr zu setzen.
Indem wir unsere
Freunde bei der Stärkung ihrer Sicherheit unterstützen, können wir dabei helfen, die notwendigen Voraussetzungen für wirtschaftliche und politische Entwicklung zu schaffen.
Was ebenso wichtig ist: unsere
Programme künden den Menschen von
amerikanischen
Idealen und Werten.
Indem wir mehr Verständnis für das
aufbauen, wofür die Vereinigten Staaten stehen, können wir ein Wachstum
in die richtige Richtung beeinflussen.
Das übergeordnete Ziel unserer
Bemühungen besteht in der Schaffung
einer stabileren Welt, in der humane
gesellschaftliche und politische Ordnungen gedeihen und die ein ausgewogenes
Wirtschaftswachstum
stützen
können. Kurzum, unsere Programme für
Operationen im Ausland sind dazu bestimmt, die Arten von positivem Wandel zu unterstützen, die langfristig
unsere nationalen Interessen schützen
werden.
Eine stabile Welt, deren
Staaten die wirtschaftlichen Bedürfnisse ihrer Bürger erfüllen können
und die Rechte des Einzelnen respektieren, ist eine Welt, die für die
Vereinigten Staaten und ihre Freunde
sicherer ist.
Wir geben nur zwei Prozent unseres Bundeshaushalts jährlich für die
- 2

verschiedenen
Auslandshilfeprogramme
aus.
Zweifellos sind diese Gelder
gut angelegt. Das Gute, das wir tun,
die Probleme, zu deren Lösung wir
beitragen und die Drohungen, denen
wir mit unseren Hilfsprogrammen entgegentreten, wiegen die Kosten bei
weitem auf. Sie bilden eine Investition mit großer Hebelwirkung. Trotzdem erhalten unsere Auslandshilfeprogramme vom Kongreß nicht die Unterstützung, die sie verdienen. In den
letzten Jahren sind die Anforderungen
der Administration für das Auslandshilfebudget vom Kongreß drastisch beschnitten worden.
Obwohl die durch
die Reduzierung des Haushaltsdefizits
verursachten Lasten auf alle Programme verteilt werden müssen, sind die
Kürzungen bei der Auslandshilfe im
Vergleich zu anderen Programmen oft
überproportional hoch gewesen.
Hier wird am falschen Ende gespart. Wir können die Auslandshilfe
nicht als ein Programm von "Almosen"
abtun, mit dem Geld vergeudet wird,
das besser für Amerikaner ausgegeben
würde. Erstens entspricht eine solche Charakterisierung nicht den Tatsachen. Ein Großteil der Gelder, die
wir für Auslandshilfeprogramme ausgeben, wird für den Kauf von Gütern und
Dienstleistungen verwendet, die hier
in den Vereinigten Staaten produziert
werden.
Unsere
Nahrungsmittelhilfe
ist eines der besten Beispiele dafür,
aber auch andere Programme, wie etwa
Verkäufe von Rüstungsgütern ins Ausland, erhöhen unmittelbar die amerikanischen Exporte.
Weiterhin tragen unsere Hilfsprogramme dazu bei, Probleme zu lösen,
Härtefälle
abzubauen
und Konflikte
abzumildern, die sich zu Krisen ausweiten und amerikanischen Interessen
Schaden
zufügen könnten, wenn sie
vernachlässigt werden. Wenn wir keine aktive Rolle bei der Ermutigung

�grundlegende
durchgeführt
und Senegal.

einer Weltordnung spielen können, wie
wir sie uns wünschen, dann könnten
wir in die Lage versetzt werden, daß
wir unsere Interessen mit direkteren,
teueren
und
schmerzhaften
Mitteln
verteidigen müssen.

- Alle anderen Länderprogramme zusammen
machten
lediglich
drei
Prozent unserer Gesamtanforderung
für Auslandshilfe
aus.
Einige
darunter gehören zu den ärmsten
afrikanischen Staaten, an die wir
unsere humanitären
und technischen
Hilfsprogramme
richten.
Andere, wie Burma, sind unsere
aktiven Partner beim Kampf gegen
den internationalen Drogenhandel.

Dem vom Kongreß für das Haushaltsjahr 1987 verabschiedeten Budget
zufolge sind wir bei der Auslandshilfe mit einer Finanzierungskrise konfrontiert. In diesem Budget forderten wir 16,2 Milliarden Dollar für
Wirtschafts- und Finanzhilfe im Ausland an.
Der Umfang dieser Hilfe
wurde sorgfältig berechnet, um ein
breites Spektrum wichtiger amerikanischer Sicherheitsziele zu unterstützen.

- Die verbleibenden
neun
Prozent
unserer
Hilfsleistungen
sollten
an internationale Organisationen
vergeben werden, an multilaterale
Entwicklungsbanken,
das
Peace
Corps, die Flüchtlingshilfe, Bemühungen zur Bekämpfung des Drogenhandels und nicht-ländergebundene Programme der Internationalen
Entwicklungshilfebehörde
(AID) .

Insbesondere galt:
- 34 Prozent dieses Budgets sollten
an Israel und Ägypten vergeben
werden und unsere lebenswichtige
Bestrebungen für einen dauerhaften Frieden in dieser Region verstärken.
- 26 Prozent waren für Staaten gedacht, die uns Zugang zu militärischen Einrichtungen gewähren und
für Länder, die
amerikanischen
Truppen Gastrecht einräumen, wie
etwa
die
Republik
Korea, die
Philippinen, Griechenland und die
Türkei.
- elf Prozent wären nach Mittelamerika und die Karibik gegangen.
- 17 Prozent waren für Länder gedacht, die unsere demokratischen
Werte teilen und unsere Hilfe benötigen, um Fortschritte zu machen, wie etwa Thailand und Kolumbien, ferner für Länder, in
denen sich neue Demokratien entwickelt haben, wie Bolivien und
Uruguay und für Staaten, in denen

Wirtschaftsreformen
werden, wie Ecuador

Der Kongreß hat die von uns beantragten Mittel auf 13,6 Milliarden
Dollar gekürzt. Das Resultat dieser
Kürzungen war verheerend.
Nachdem
wir unsere Verpflichtungen für den
Friedensprozeß im Mittleren Osten erfüllt haben, bleiben uns nur völlig
unzureichende
Mittel zur Erfüllung
der weiteren Erfordernisse.
Deshalb
ist es uns unmöglich, unsere Verpflichtungen für Länder zu erfüllen,
die uns strategisch wichtige Stützpunkt- und
Zugangsrechte
gewähren.
Einige Programme werden dieses Jahr
sogar um über 50 Prozent beschnitten
werden müssen. Wir sind in Gefahr,
bei denjenigen Programmen ins Hintertreffen zu geraten, die dazu bestimmt
sind, Schlüsselregionen mit ernsthaften wirtschaftlichen und Sicherheitsproblemen Hilfe zu leisten. Außerdem
können wir wenig dazu beitragen, daß

- 3 -

�Schuldner aus der Dritten Welt wieder
auf die Beine kommen.

Staaten weit
schrecken.

Die Kürzungen signalisieren eine
Politik des Rückzuges. In den kommenden Monaten müssen der Kongreß und
die Regierung unbedingt zusammenarbeiten, um Lösungen dieser Finanzierungsprobleme
zu erarbeiten, damit
wir unsere positive Rolle wiederaufnehmen können. Diese Programme sind
ein Hauptbestandteil unserer ersten
Verteidigungslinie zum Schutz amerikanischer Freiheiten und müssen die
volle Unterstützung
aller
Parteien
genießen, um wirksam zu sein.
Ich
erbitte diese Unterstützung für den
Nachtragshaushalt
zum
Budget
für
1987, der dem Kongreß zugeleitet wurde.

Praktisch heißt dies, daß die Administration keine Strategien übernehmen darf, die sich unser Land
nicht leisten kann und daß unsere
verantwortlichen Militärs ihre Pläne
nicht auf Ressourcen gründen können
und dürfen, zu deren Bereitstellung
die Nation nicht fähig ist. Es bedeutet weiterhin, daß der Kongreß,
der von einem gemeinsamen Standpunkt
in bezug auf die nationalen Interessen der Vereinigten Staaten und die
ihnen
zugrundeliegenden
Ziele ausgeht, die Exekutive mit den Mitteln
ausstatten muß, die zur Durchführung
einer realistischen, klugen und effektiven Strategie benötigt werden.

Verteidigungsfähigkeiten
Verteidigungsressourcen:
Die erfolgreiche Durchführung einer Strategie der nationalen Sicherheit hängt
von der Verfügbarkeit
angemessener
Mittel ab.
Strategien, die auf unrealistischen oder unerreichbaren Annahmen zur Verfügbarkeit von Ressourcen beruhen, sind zum Scheitern verurteilt.
Die
jüngere
Geschichte
lehrt uns aber auch, daß die Zeit
zwischen Ausbruch einer Krise und der
Notwendigkeit einer Reaktion der nationalen Sicherheit mit den Jahren
abgenommen hat. Die Zeiten, in denen
die Staaten auf Krisen mit der Aushebung, Ausbildung und Ausrüstung neuer
Streitkräfte reagieren konnten, sind
vorbei. Diese Grundtatsache in Verbindung mit der ernüchternden Erkenntnis, daß Krisensituationen mit
bestürzender
Unvermitteltheit
über
die Welt hereinbrechen können, bedeutet, daß wir in der Lage sein müssen,
Aggressionen
und
Beeinträchtigungen
unserer vitalen Interessen jederzeit
und an Orten, die von den Vereinigten

entfernt

sind,

abzu-

Die Bereitstellung der gemeinsamen Verteidigung ist die wichtigste
Pflicht der Bundesregierung, die von
Exekutive und Legislative zu gleichen
Teilen erfüllt wird.
Partnerschaft
ist der Schlüssel zu ihrer erfolgreichen
Durchführung.
In
diesem
Geist haben sich der Kongreß und die
Exekutive
in den frühen achtziger
Jahre - zum dritten Mal seit dem
Zweiten Weltkrieg - in einer gemeinsamen
Anstrengung
zusammengeschlossen, um unsere militärischen Fähigkeiten
wiederherzustellen
und
zu
stärken.
Im Gegensatz zu früheren
Verstärkungen, die von hohen Verbrauchsraten
zur Unterstützung
von
Kampfoperationen in asiatischen Konflikten geprägt waren, haben wir uns
dieses Mal auf Investitionen konzentriert.
Außerdem waren
bedeutende
Personal- und
Bereitschaftsprobleme
zu überwinden, aber es war klar, daß
nur eine Zunahme der Investitionen
die notwendigen positiven und dauerhaften Auswirkungen auf das militärische
Gleichgewicht
hervorbringen
würden.

�Diese Handlungsweise war unbedingt erforderlich, um die ernsten
Ungleichgewichte zwischen den Fähigkeiten der Vereinigten Staaten und
der Sowjetunion zu beheben, die sich
in den siebziger Jahren eingestellt
hatten - in einem Zeitraum beispielloser
militärischer
Investitionen
durch die Sowjets, die auf eine entscheidende Verlagerung der weltweiten
"Korrelation
der Kräfte" zu ihrem
Vorteil abzielten. Hätten wir diesem
gefährlichen Trend kein Ende bereitet, dann wäre unseren grundlegendsten
nationalen
Interessen
großer
Schaden
zugefügt
worden.
Glücklicherweise haben der Kongreß und das
amerikanische Volk erkannt, daß die
Wiederherstellung der Landesverteidigung absolut unentbehrlich war. Deshalb haben wir große Fortschritte gemacht.
Unser Investitionsniveau ist
heute dem der Sowjets ungefähr ebenbürtig. Es besteht jedoch immer noch
die Erblast eines Jahrzehnts, in dem
die Investitionen der Sowjets unsere
bei weitem übertrafen, und dies muß
korrigiert werden.
Urteile über die Angemessenheit
unserer
Verteidigungsaufwendungen
konzentrieren sich letztlich auf Fragen nach dem Risiko.
Wenn man es
ganz deutlich ausdrückt, dann ist die
Frage: ein wie hohes Risiko für das
Überleben dieses Landes und seiner
freien Institutionen sind wir einzugehen bereit?
Streitkräfte, die zur
Abschreckung eines größeren Krieges
nicht in der Lage sind, bestehen den
ersten Test für die Angemessenheit
nicht.
Wir und unsere Verbündeten
müssen glaubwürdige militärische Reaktionsmechanismen
besitzen,
deren
Aussichten unsere Feinde davon überzeugen, daß eine Aggression ihnen
einen unannehmbar hohen Preis abverlangen würde.
Wieviel militärische
Macht für die Abschreckung benötigt
wird ist unvermeidlich ein subjekti-

ves Problem, das mit unserem Gefühl
dafür zusammenhängt, wie andere unsere militärischen Fähigkeiten und unseren politischen Willen einschätzen,
diese, wenn notwendig, zu benutzen.
In
dieser
Hinsicht
müssen
unsere
Streitkräfte
nicht
nur
angemessen
sein, sondern sie müssen unmißverständlich als angemessen für die Verteidigung
unserer
Interessen,
die
Durchführung
unserer Strategie und
die Erhaltung unserer Bündnisbeziehungen eingeschätzt werden.
Fraglos können wir uns das zur
Unterstützung unserer Strategie notwendige Programm leisten.
Tatsächlich haben die Amerikaner in den vergangenen sieben Jahren durchschnittlich nur 6,1 Prozent des BSP für die
Verteidigung ausgegeben - was erheblich
unter
den
Prozentsätzen
der
fünfziger und sechziger Jahre liegt,
die zwischen 7 und 9,2 Prozent lagen.
Und mit 27 Prozent der Bundesausgaben
bleiben die Verteidigungsaufwendungen
auch erheblich unter dem Friedensdurchschnitt von 38 Prozent der Nachkriegszeit.
In beiden Fällen erscheinen die Erhöhungen der frühen
achtziger Jahre nur deshalb so hoch,
weil die Ausgaben in den späten siebziger Jahren so niedrig waren.
Im Verteidigungshaushalt der Fiskaljahre 1988-89 habe ich den Kongreß
nicht um Zustimmung zu Erhöhungen im
gleichen Ausmaß wie in den frühen
achtziger Jahren gebeten. Der Kongreß muß aber auch positive Schritte
unternehmen, um die von uns gemeinsam
erreichten Zunahmen zu schützen. Wir
dürfen den Weg der realen Reduzierung
der
Verteidigungsinvestitionen
der
vergangenen beiden Jahre nicht weiterverfolgen.
Es ist an der Zeit,
daß wir uns zusammenschließen, um bescheidene,
realistische
Erhöhungen
unseres Verteidigungshaushalts zu unterstützen, die mit dem von uns für

- 5 -

�die Nation insgesamt erwarteten Wirtschaftswachstum und mit der langfristigen Herausforderung der Sowjetunion an die freie Welt im Einklang
stehen. Als Nation müssen wir zusammen das Muster teurer und ineffizienter Schwankungen bei den Verteidigungsausgaben
durchbrechen
und den
Weg
dauerhaften
und
vernünftigen
Wachstums in einem Tempo unterstützen, das uns die stetige Modernisierung unserer strategischen und konventionellen Streitkräfte und gleichzeitig die Aufrechterhaltung angemessener Niveaus bei militärischer Bereitschaft,
Durchhaltevermögen
und
Streitkräftestruktur erlauben wird.
Streitkräfte: An früherer Stelle
dieses Berichts habe ich unsere Strategie zur Aufrechterhaltung der Abschreckung gegen einen strategischen
nuklearen
oder konventionellen Angriff gegen die Vereinigten Staaten
oder ihre Verbündeten dargelegt.
Die Ausführung unserer Strategie
zur Aufrechterhaltung eines glaubwürdigen
atomaren
Abschreckungspotentials durch die Modernisierung unserer
strategischen
Streitkräfte
ist
bis
heute
erfolgreich
verlaufen.
Wichtige Elemente des Strategischen
Modernisierungsprogramms
sind
vom
Kongreß gebilligt worden, und unsere
strategischen Streitkräfte werden mit
jedem Tag überlebensfähiger und effektiver. Wir verbessern die Fähigkeiten und die Glaubwürdigkeit unserer
diversifizierten
Mischung
von
Streitkräften
und werden
bis
ins
nächste Jahrhundert damit fortfahren.
Im Hinblick auf die Zukunft untersuchen wir zur Zeit Optionen, die
es uns gestatten werden, aus den bei
der
Strategischen
Verteidigungsinitiative erzielten Fortschritten Nutzen zu ziehen, um ballistische Raketen überflüssig zu machen und die Ab- 6

schreckung langfristig auf ein stabileres Fundament
zu stellen.
Eine
starke
Unterstützung
dieses
Programms, daß unsere Stärken im Bereich
moderner Technologien nutzt, fördert
sowohl unsere Abschreckung wie auch
unsere
Rüstungskontrollziele.
Die
volle Gewährung der für 1988-89 beantragten Mittel für SDI ist unabdingbar, um die bis heute erzielten wichtigen Fortschritte aufrechtzuerhalten
und zu gewährleisten, daß das Programm in angemessenem Tempo weitergeführt wird.
Die Uberlebensfähigkeit
unserer
landgestützten
ICBM-Kräfte wird in
den kommenden Jahren mit der Aufgabe
alter ortsfester Stationierungsmodalitäten und Hinwendung zu neuen mobilen Methoden drastisch zunehmen, die
durch erhöhte Überlebensfähigkeit zur
Stabilität beitragen. Die neuen Konzeptionen für die mobile Stationierung der Peacekeeper und der kleinen
ICBM wird den ICBM-Bereich der strategischen Triade neu beleben, die Abschreckung bedeutend erhöhen und die
Durchführung
von
Empfehlungen
der
Scowcroft-Kommission auf eine Weise
ermöglichen, die mit früheren Empfehlungen des Kongresses im Einklang
steht.
Im Zuge unserer stetigen Verbesserung der strategischen Abschrekkungsstreitkräfte
müssen
wir
aber
gleichzeitig die Tatsache berücksichtigen,
daß
unsere
konventionellen
Streitkräfte die erste Verteidigungslinie und ein grundlegendes Instrument zur Unterstützung amerikanischer
Interessen in Krisenzeiten unterhalb
der Schwelle eines allgemeinen Krieges darstellen. Mit der Herstellung
einer
ungefähren
atomaren
Parität
zwischen den Vereinigten Staaten und
der Sowjetunion sind die konventionellen Streitkräfte für die Aufrechterhaltung
eines sicheren Abschrek-

�higkeit zu stärken, unsere konventionellen
Streitkräfte
bestmöglich einzusetzen.

kungspotentials noch wichtiger geworden.
Unser
gegenwärtiges Programm
zur Modernisierung der konventionellen Streitkräfte trägt zu einer starken, nach vorne orientierten Verteidigungshaltung bei.

- Neue bewegliche Kräfte mit kurzer
und langer Reichweite verbessern
unsere
Fähigkeit,
unser
vorne
stationierten Einheiten zu befördern und zu unterstützen, und im
Ernstfall auch Streitkräfte
zu
stationieren.
Die Fähigkeit zum
schnellen Aufbau einer Militärmacht
in strategisch
wichtigen
Gebieten an der eurasischen Periphierie ist für die Abschreckung
und zur Neutralisierung des geographischen Vorteils der Sowjetunion unerläßlich.

Zu den wichtigsten Elementen zählen:
Das Modernisierungsprogramm
für
die Streitkräfte, das auf der
neuen Air Land Battle Konzeption
und der Fähigkeit zum Karpf mit
verbundenen Waffen basiert, die
unsere Divisionen
in die Lage
versetzen,
einen
qualitativen
Vorteil über die viel größeren
sowjetischen Streitkräfte zu erhalten.
Fortgesetzte
Modernisierungsprogramme
für
unsere
taktischen
Luftstreitkräfte
unterstützen
dieses Programm der Landstreitkräfte.
Die Fähigkeit
unserer
taktischen Luftstreitkräfte, auf
unserem Territorium Überlegenheit
in der Luft
aufrechtzuerhalten
und die Landstreitkräfte zu unterstützen,
erfordert
stetige
Verbesserungen.
Das Programm zur Wiederbelebung
unserer Streitkräfte für Spezialoperationen wird als eine unserer
höchsten Prioritäten vollständig
durchgeführt werden. Dieses Programm wird sicherstellen, daß wir
in
höchstem
Maße
ausgebildete
Streitkräfte sofort verfügbar haben, um auf eine Vielzahl verschiedener Krisen und Konflikte
geringerer Intensität zu reagieren, wenn unsere Interessen dies
erfordern sollten.
Verbesserungen
bei Führung
und
Kommunikation (C3I) haben weiterhin höchste Priorität, um die Fä-

- Die Fähigkeit unserer Marine zur
Kriegführung verbessert sich bemerkenswert mit der Zunahme der
Quantität und Qualität von Schiffen und Flugzeugen. Dieses langfristige Programm zur Sicherung
unserser
Fähigkeit zur Nutzung
der Ozeane
im Frieden
und im
Krieg erfordert unausgesetzte Unterstützung .
Die
vollständigen
Auswirkungen
dieser wichtigen Modernisierungsprogramme werden im vor uns liegenden
Jahrzehnt spürbar sein.
Die Erlangung unserer Ziele wird unsere konventionelle
Abschreckungsfähigkeit
erheblich steigern.
Die wirklichen
Verbesserungen bei unserer Verteidigungshaltung
werden
nicht
gering
sein; sie werden fundamentale Ausmaße
erreichen.
Vollständige
Unterstützung dieser Programme ist unerläßlich
zur Vermeidung einer Verschlechterung
im Gleichgewicht der amerikanischen
und
sowjetischen
konventionellen
Streitkräfte und um sicherzustellen,
daß wir konventionelle Streitkräfte
haben, die in der Lage sind, eine
Vorneverteidigung unserer Interessen
durchzuführen, ohne auf Nuklearwaffen

- 7 -

�•

zurückgreifen zu müssen.
So wie wir die qualitative Erweiterung unserer Streitkräfte verfolgen, müssen wir weiterhin unsere Pläne wie auch unsere Strategien zu deren Anwendung verbessern. Unsere militärische
Strategie
ist
komplex.
Zur Erfüllung ihrer Aufgaben haben
die
Streitkräfte
angemessene
Führungs- und Einsatzgrundsätze, Organisationen
und
Taktiken
entwickelt.
Die Sicherstellung, daß diese in eine
einheitliche
Nationale
Militärische
Strategie
umgesetzt werden, bietet
angesichts der sich ständig wandelnden
internationalen
Situation
eine
Herausforderung. Dieses Problem wird
noch verstärkt durch die Vielgestaltigkeit möglicher Krisenfälle innerhalb des Spektrums
konventioneller
Konflikte. Auf verschiedenem Kriegsschauplatzniveau haben die Vereinigten Befehlshaber regionale Strategien
entwickelt.
Diese Strategien sind
zusammen mit anderen eher globalen
Überlegungen oder solchen, die nicht
mehr in den Zuständigkeitsbereich der
Oberbefehlshaber fallen, in die Nationale Militärische Strategie eingebettet.
Diese Strategie bietet eine
wirkungsvolle Grundlage für die Anwendung unserer militärischen Fähigkeiten auf koordinierte und beiderseitig stützende Art und Weise weltweit. Die Strategie wird in bestimmten
Zeitabständen
überarbeitet, um
ihre wesentlichen Elemente neu zu
ordnen und sie auf den neuesten Stand
zu bringen.
Die Ergebnisse werden
nicht nur unsere Fähigkeit zur Verwendung
militärischer
Streitkräfte
verbessern, sondern stärkeren theoretischen Unterbau für Forschung und
Entwicklung in bezug auf unsere konventionellen Streitkräfte und die Beschaffungsprogramme
unserer
konventionellen Streitkräfte bieten. Dabei
lassen wir niemals das Verhältnis
zwischen nuklearer und konventionel-

ler Abschreckung außer acht.
Unser
langfristiges ziel des Abbaus unseres
Vertrauens auf nukleare Waffen fordert, wenn es erfolgreich sein soll,
unsere besondere Aufmerksamkeit, um
die Wirksamkeit unserer konventionellen Abschreckung und enge Bündnisbeziehungen aufrechtzuerhalten.
Verbesserung der Effizienz:
Ein
wichtiger Teil unserer Aktivitäten,
die darauf abzielen, unsere Strategie
zur Nationalen Sicherheit zu stützen,
umfaßt eine Reihe von anhaltenden Bemühungen zur Verbesserung der Leitung
und operativen Wirksamkeit
unserer
Verteidigungsbehörden.
Unsere Aufmerksamkeit war auf die Verbesserung
der Effizienz im Verteidigungsministerium gerichtet, und wir haben in
den vergangenen
sechs Jahren eine
Reihe beachtlicher Erfolge erlangt.
Zu diesen Erfolgen zählten in jüngster Zeit der Bericht der Blue Ribbon
Commission zur Führung der Verteidigungsbereiche, unter dem Vorsitz von
David Packard, wie auch Maßnahmen des
Kongresses
zur Reorganisierung der
Verteidigung.
Als Ergebnis dieser
Aktivitäten sind bei der Geschäftstätigkeit des Verteidigungsministeriums
wichtige Veränderungen erzielt worden.
Die vorrangigen Zielsetzungen
dieser
vereinten Bemühungen
dienen
der Verbesserung der Qualität unserer
Strategieplanung und Förderung enger
Verbindungen zwischen Strategie, militärischen Erfordernissen und unseren Beschaffungsprogrammen; sie stellen ferner sicher, daß wir für jeden
Dollar, der für die Verteidigung ausgegeben wird, den größtmöglichen militärischen Nutzen erhalten.
Wichtige organisatorische Veränderungen haben stattgefunden; andere
stehen noch an. Die neuen Vereinigten Kommandos für Transportwesen und
Sonderoperationen
werden
in diesem
Jahr ihre Arbeit aufnehmen und wir

�werden in Kürze die neu genehmigte
Position des Staatssekretärs für Sonderoperationen und Konflikte geringerer Intensität schaffen wie auch den
vom Kongreß ermächtigten Ausschuß für
Konflikte geringer Intensität innerhalb der Organisation des Nationalen
Sicherheitsrates.
Die Autorität des
Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs und der Vereinigten Befehlshaber ist erweitert und die neue Position des Stellvertretenden Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs geschaffen worden.
Im Jahr 1986 hat der Kongreß meinem Vorschlag zugestimmt, die Stelle
eines
Unterstaatssekretärsfür
Beschaffung im Verteidigungsministerium
ins Leben zu rufen. Diese Ernennung
hat zu einer Reorganisation der Beschaffung im Verteidigungsministerium
geführt.
Diese Veränderungen zielen
darauf ab, in wichtigem Umfang bei
der Anwendung neuer Technologien und
Ausrüstungen Zeit zu sparen, das professionelle
Urteil der Vereinigten
Stabschefs
stärker
einzubeziehen,
wenn es um die Auswahl und Bewertung
militärischer Erfordernisse geht und
auch die Effizienz des Beschaffungsprozesses
generell
zu
verbessern.
Zur Förderung von Innovationen im
technologischen Bereich ist die Rolle
der Behörde für moderne Forschungsprojekte im Verteidigungsbereich bei
der Herstellung von Prototypen wie
auch bei anderen Entwicklungsarbeiten
im Rahmen gemeinsamer Programme erweitert worden.
Um
unseren
zukünftigen
Bedarf
besser einschätzen zu können, haben
wir im vergangenen Herbst eine überparteiliche Kommission für eine integrierte Langzeitstrategie ins Leben
gerufen.
Diese Gruppe bemerkenswerter Persönlichkeiten arbeitet daran,
dem Verteidigungsminister und meinem
Sicherheitsberater Einblicke in die

Rolle und die strategischen Auswirkungen neuer militärischer Technologien in den nächsten 20 Jahren zu gewähren.
Die Kommission wird sich
ferner mit Möglichkeiten beschäftigen, wie die Einführung der vielversprechensten
neuen Technologien
in
unsere militärischen Streitkräfte beschleunigt werden kann. Ebenso werden mögliche neue Bedrohungen durch
anhaltende sowjetische Forschungsprogramme überprüft werden.
Gegenwärtig stattfindende Veränderungen beim Verteidigungsplanungsverfahren werden das Verhältnis zwischen den Haushaltsplänen
für die
Verteidigung und dem Gesamthaushalt
der Bundesregierung stärken. Mit Unterstützung des Kongresses unterbreiten wir nunmehr zum ersten Mal einen
zweijährigen
Verteidigungshashalt.
In beiden Fällen ist unser Ziel größere Stabilität
für das Verteidigungsprogramm. Während wir weiterhin
nach größerer Kostenkontrolle und Ersparnissen auf Programmebene streben,
ist die Blue Ribbon Commission on Defense Management zu dem Schluß gekommen, daß in Zukunft erhebliche Verbesserungen im Verteidigungshaushalt
eher durch erhöhte Stabilität der
Programme als durch besondere Aktivitäten bei der Durchführung erzielt
werden.
Größere Stabilität kann nur durch
enge Zusammenarbeit zwischen der Exekutive und dem Kongreß wirkungsvoll
erreicht werden.
Unsere gemeinsamen
Interessen zur Verbesserung der Leitung des Verteidigungsbereiches hat
eine Reihe von miteinander in Zusammenhang stehenden Reformen bei der
Organisation und Beschaffung hervorgebracht, die heute verwirklicht werden.
Wir müssen nun das Verteidigungsministerium
diese
Reformen
durchführen lassen und ihre Wirksamkeit ohne ungebührliche Einmischung

- 9 -

�beurteilen.
Wahrscheinlich
werden
einige Korrekturen notwendig sein.
Nach angemessener Erfahrung mit der
neuen Struktur und den Verfahrensweisen werden wir dem Kongreß angemessene Empfehlungen unterbreiten.

Die Integration von Fähigkeiten zur
nationalen Sicherheit
Wie ich bereits an früherer Stelle ausgeführt habe, erfordert die effektive Verwirklichung unserer Strategie zur Nationalen Sicherheit die
sorgfältig
eingebettete
Verwendung
aller Facetten nationaler Macht. Im
größtmöglichen Ausmaß versuchen wir,
unsere Zielsetzungen durch Anwendung
gewaltloser Elemente nationaler Macht
zu erreichen. Diese Methode wird unterstützt, wenn wir in der Lage sind,
Probleme frühzeitig zu erkennen, sie
gründlich zu untersuchen und die Erkenntnisse und das Wissen meiner Berater zusammengenommen zu ihrer Lösung beizusteuern.
Die wichtigsten
Instrumente zur Verwirklichung dieser
unerläßlichen integrierenden Funktion
sind
der
Nationale
Sicherheitsrat
(National Security Council - NSC) und
die
behördenübergreifenden
Gruppen,
die unter seiner Oberaufsicht arbeiten.
Der NSC hilft uns dabei, unsere
weitgesteckten Ziele auf einzelne Situationen anzuwenden und solche Zielsetzungen in detaillierte Maßnahmen
und Strategien umzusetzen. Die übergreifende Aufgabe des NSC ist es, dazu beizutragen, daß meine Entscheidungen termingerecht getroffen werden
und klare Äußerungen über alternative
Vorgehensweisen, deren Stärken und
Schwächen und jeweiligen Konsequenzen
berücksichtgt werden können.
Die Ergebnisse dieses Prozesses
werden formell als Entscheidungsdi-

rektiven
zur Nationalen
Sicherheit
(National
Security Decision Directives - NSDD) bezeichnet. Diese Direktiven
liefern als Ganzes einen
breiten Leitfaden für die Vorbereitung der Außen- und Verteidigungspolitik, die militärische Planung und
die Entwicklung von Einzelstrategien
zur Unterstützung der Zielsetzungen
der Strategie zur Nationalen Sicherheit. Im Laufe der vergangenen sechs
Jahre haben wir 250 solcher Direktiven erstellt. Davon sind nicht mehr
alle in Kraft und auch nicht alle behandeln Themen mit weltweiten Auswirkungen, aber der Prozeß erweist sich
als sehr wirksam bei der Förderung
der integrierten Nutzung der weitgesteckten und vielfältigen Mittel, die
zur Erlangung unserer Zielsetzungen
zur Nationalen Sicherheit verfügbar
sind.
Die fortgesetzte Entwicklung und
erfolgreiche Anwendung der Strategie
zur Nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten ist eine der wichtigsten
Pflichten
der
Exekutive.
Aber die Regierung kann dies nicht
allein ereichen. Die Entwicklung und
Unterstützung einer Strategie zur Nationalen Sicherheit für die Vereinigten Staaten, die einen gesunden Ausblick auf die Zukunft zuläßt und
einen realistischen Leitfaden bietet,
muß ein gemeinsames Unternehmen des
Kongresses und der Regierung sein.
Ich freue mich darauf, mit dem
Kongreß überparteilich dabei zusammenzuarbeiten,
um
ein
erweitertes
Verständnis
für mehr
Unterstützung
unserer Strategie zur Nationalen Sicherheit und ihrer Zielsetzungen zu
erlangen.
Es kann kein wichtigeres
Unternehmen
für
das
langfristige
Wohlergehen des amerikanischen Volkes
geben, und ich erbitte die bestmögliche Zusammenarbeit des Kongresses
für die Erlangung dieses Ziels.

- 10 -

�VI. Ausblick auf die neunziger
Jahre
Vor sechs Jahren, als das amerikanische Volk mich zum Präsidenten
wählte, war ich entschlossen, kurzfristig vier unbedingt erforderliche
Ziele im Bereich der Strategie zur
Nationalen Sicherheit zu erreichen:
- Erstens, den Aufbau der militärischen Stärke unserer Nation nach
einem Jahrzehnt der Vernachlässigung, in dem es den Sowjets möglich war, uns in vielen wichtigen
Bereichen
der
Militärmacht
zu
überholen,
- Zweitens, den Wiederaufbau
der
wirtschaftlichen
Stärke
unserer
Nation und die Wiederbelebung des
Weltwirtschaftssystems angesichts
der Energiekrise und der weltweiten Rezession,
- Drittens, den Aufbau des internationalen Ansehens unserer Nation
als Führer
in der Welt, nach
einigen Jahren, in denen das Bild
von uns getrübt war und unsere
Gegner glaubten, daß die Vereinigten Staaten sich von ihren
internationalen
Verpflichtungen
zurückgezogen hätten, und
- Viertens, den Aufbau der persönlichen Motivation aller Amerikaner, die unsere Botschaft in die
Welt hinaus tragen sollten, daß
der Einzelne und nicht Regierungen ihr wirtschaftliches, geistiges und politisches Schicksal bestimmen sollte.
Nach sechs Jahren kann ich nun
berichten, daß dieser Prozeß des Wiederaufbaus in vollem Gange ist. Das
Staatsschiff
segelt
langfristig
in

eine neue Richtung, die auch in den
verbleibenden Jahren dieses Jahrhunderts
eingeschlagen werden sollte.
Ich glaube, daß unser wichtigster Antrieb im Bereich der Strategie zur
Nationalen Sicherheit darin bestand,
das Bild der Vereinigten Staaten als
Licht der Freiheit in der ganzen Welt
wiederherzustellen.
Wir
haben
in den
vergangenen
sechs Jahren beobachten können, daß
sich Völker und Regierungen auf der
ganzen Welt unsere Botschaft zu Herzen genommen haben. Wir haben gesehen, daß Länder ihr Denken im wirtschaftlichen
Bereich verändern und
stärkere Betonung auf den Wert und
die Arbeit des Einzelnen legen als
darauf, die Interessen des Staates
befriedigen
zu wollen.
Wir haben
Tausende freiheitsliebender Menschen
gesehen, die Waffen gegen solche Regime erheben, die versuchen, nach
Frieden und wirtschaftlicher Stabilität strebenden Bevölkerungen
ihren
Willen aufzuzwingen. Wir haben beobachtet, daß sich der Widerstand gegen
solche Kräfte in der Welt bildet, die
auf aggressive Art und Weise militärische Macht und Zwang anwenden, um
ihre Ziele zu erreichen.
Dies alles hat mir persönliche
Stärke verliehen, um in schweren Zeiten der Kritik, in Zeiten großer Risiken und möglicher Niederlagen weiterzumachen.
Ich habe festgestellt,
daß die Zeit auf unserer Seite ist
gegenüber den Kräften in der Welt,
die sich der Auslöschung von Freiheit, Gerechtigkeit und demokratischer Lebensweise verschrieben haben.
Die Zeit läuft für all diese Systeme
ab, weil Menschen auf der ganzen Welt
feststellen, daß die von diesen Kräften
propagierte
Lebensweise
den
Grundwerten des Menschen entgegenstehen.
Menschen auf der ganzen Welt
sehen nun, daß wir eine Vision für

- 11 -

�die Zukunft anbieten. Unsere Gegner
bieten die durch Herrschaft militärischer
Macht,
lähmender
Planwirtschaft und politischer Unterdrückung
verdunkelten Wege einer unerfüllten
Vergangenheit.
Ich habe in den vergangenen sechs
Jahren jede Möglichkeit genutzt, um
dieses Thema im In- und Ausland zu
behandeln.
Dies ist auch das vorherrschende Thema unserer Strategie
zur Nationalen Sicherheit - das Leben
unserer Nation, das in die Zukunft
getragen werden muß, um sicherzustellen, daß wir stark und innovativ, dynamisch und frei bleiben.
Wir dürfen niemals vergessen, daß
Freiheit immer etwas kostet - es ist
das teuerste Gut der Welt. Und Freiheit wird niemals mit einer einmaligen Summe abgegolten; jede Generation
muß ihre Raten dazu beitragen. Alles, was wir tun können, ist, der
nachfolgenden Generation die Möglichkeit der Freiheit zu bieten.
Ich bitte darum, daß wir in den
letzten beiden Jahren meiner Amtszeit
als ihr Präsident zusammenstehen, um
sicherzustellen, daß wir weiterhin am
Aufbau einer Strategie arbeiten, die
uns sicher ins 21. Jahrhundert trägt.

* * * * *

- 12 -

�AMERIKA DIENST
^7

^

Hintergrundmaterial

A&lt;

25. Februar 1987

DAS GESETZ ÜBER HANDEL, BESCHÄFTIGUNG UND PRODUKTIVITÄT VON 1987
- Übersicht zur Gesetzesvorlage vom 19. Februar 1987,
herausgegeben vom Weißen Haus -

WASHINGTON - (AD) - In seinem sechsten Bericht zur Lage der Nation erklärte der Präsident die sicherstellung des Wettbewerbsvorteils der Vereinigten
Staaten bis in 21. Jahrhundert zum nationalen Ziel. "Jetzt ist es Zeit," sagte der Präsident, "zu entscheiden, daß wir auf einem so außergewöhnlichen Leistungsniveau in das nächste Jahrhundert eintreten sollten, wie es in der Geschichte niemals zuvor erreicht worden ist."

Das Gesetz über Handel, Beschäftigung und Produktivität von 1987 ist
gesetzlicher
Hauptbestandteil
der
Initiative des Präsidenten zur Verbesserung
der
Wettbewerbsfähigkeit.
Zusammen mit dem Haushaltsentwurf des
Präsidenten für das Fiskaljahr 1988
und anderen Vorlagen, umfaßt dieses
Gesetzespaket ein sechsteiliges Programm, das auf die folgenden Ziele
ausgerichtet ist:
1. Zusätzliche
menschliches
tal;

Investitionen
in
und geistiges Kapi-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

2. Förderung der wissenschaftlichen
und technologischen Entwicklungen;
3. Verbesserter Schutz des geistigen
Eigentums;
4. Verabschiedung
wesentlicher
Rechts- und Gesetzesreformen;
5. Einflußnahme auf das internationale wirtschaftliche Umfeld; und
6. Beseitigung des Haushaltsdefizits.
Das Gesetz über Handel, Beschäftigung
und Produktivität von 1987

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�enthält fünf Titel, die der Verantwortung der Bundesregierung gerecht
werden, alles nur Mögliche zur Förderung der amerikanischen Wettbewerbsfähigkeit zu unternehmen.

Ausarbeitung
und
Durchführung
von
Programmen, die auf die besonderen
Bildungsbedürfnisse derjenigen Schüler ausgerichtet sind, die nur über
begrenzte Englischkenntnisse verfügen.

Titel I - Gesetz über Investitionen in menschliches und geistiges
Kapital von 1987 (Investment in
Human and Intellectual Capital
Act of 1987)

C.
Gesetz über die Wiedereingliederung
von Arbeitnehmern
(Work
Readjustment
Act).
Bewilligt
ein
neues, 980 Millionen Dollar Programm
zur Wiedereingliederung von Arbeitnehmern, das die nachfolgenden Punkte
beinhaltet:

Der Präsident ist der Überzeugung, daß unsere Gesellschaft ein außergewöhnlich
hohes
Bildungsniveau
anstreben muß, um einen Wettbewerbsvorteil erreichen zu können. Weiterhin müssen wir umgesetzten Arbeitskräften bei der Anpassung an den
wirtschaftlichen
Wandel
behilflich
sein und wirtschaftlich benachteiligten Jugendlichen Möglichkeiten eröffnen,
produktive Mitglieder
unserer
Gesellschaft zu werden. Titel I des
Gesetzes über Handel, Beschäftigung
und Produktivität umfaßt:

- Unterstützung von voraussichtlich
700 000 zusätzlichen umgesetzten
Arbeitskräften pro Jahr
(nahezu
das dreifache der mit den bestehenden Programmen abgedeckten Anzahl) .
Das Programm erstreckt
sich auf alle umgesetzten Arbeitnehmer, einschließlich der Bauern, und nicht nur auf diejenigen, die von den Importen besonders stark betroffen sind;
- Beratungsangebote,
Unterstützung
bei der Arbeitssuche, Grundausbildung und berufliche Weiterbildung zur gelernten Arbeitskraft;

A. Das Gesetz und die Gesetzesänderungen über die Verbesserung des
Erziehungswesens von 1987 (Education
Consolidation and Improvement Amendments Act of 1987). In Kapitel 1 und
2 diese Gesetzes wird die Zuwendung
von Mitteln
für die bedürftigsten
Schulen und Jugendlichen bewilligt,
werden Neuerungen, Experimente und
das Mitspracherecht der Eltern gefördert, die Verpflichtung
zur Rechnungslegung des Programmes verankert,
Anreiz und Belobigungen für erfolgreiche Leistungen angeboten.
B.
Die
Gesetzesänderung
zum
zweisprachigen
Erziehungswesen
von
1987 (Bilingual Education Act Amendments of 1987). Verbessert die Bundesstipendien für zweisprachige Erziehung und verleiht den Schulbezirken somit mehr Flexibilität bei der

- Angebot von Ausbildungs- und Eingliederungsmöglichkeiten
für Arbeitnehmer zu einem frühen Zeitpunkt - lange bevor sie die Arbeitslosenunterstützung voll ausgeschöpft haben; und
- Erneuerung
der Programme
unter
Titel III des Gesetzes über die
Unterstützung
der
Handelsanpassung und Partnerschaft bei der
Berufsausbildung
(Trade Adjustment Assistance and Job Training
Partnership Act).
D.
Unterstützungsprogramm
für
Familien
mit
unterhaltspflichtigen
Kindern, Beschäftigung
Jugendlicher
während der Sommermonate und Ausbil-

- 2 -

�dungsänderung von 198 7 (AFDC and Summer Youth Employment and Training Amendments of 1987) . Mit dem Gesetz
über die Partnerschaft bei der Berufsausbildung (JTPA) wurde ein 800
Millionen Dollar Programm ins Leben
gerufen, das dazu beitragen soll,
wirtschaftlich benachteiligte Jugendliche zu produktiven Erwachsenen zu
machen, die den von Amerika gebotenen
Möglichkeiten
aufgeschlossen
gegenüberstehen und die entscheidend benötigten Talente wieder in die Gesellschaft
einbringen.
Mit diesem
Programm
haben
die Gemeinden
die
Wahl, die jetzt verfügbaren JTPA Mittel für Sonderschulunterricht während
der Sommermonate zu verwenden oder
zur beruflichen Weiterbildung junger
Leute, die aus dem Hilfsprogramm für
Familien
mit
unterhaltspflichtigen
Kindern (AFDC) finanzielle Unterstützung erhalten.
E.
Das Gesetz über Arbeitsbeschaffungsprogramme zur Verbesserung
der Möglichkeiten (Greater Opportunities Through Work Programs Act of
1987) . Mit dem AFDC Programm werden
neue Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten
geschaffen: Verbesserung der Möglichkeiten durch Arbeit
(Greater Opportunities through Work GROW).
Das Ziel dieses neuen Programms ist es, junge Eltern im Teenageralter und Jugendliche zu ermutigen, die AFDC-Unterstützung erhalten
und die keine weiterführende Schulbildung erhalten haben, nicht von der
Schule abzugehen oder an die Schule
zurückzukehren.
Die älteren AFDCEmpfanger nehmen an einer Vielzahl
von Beschäftigungs- und Ausbildungsaktivitäten, einschließlich
Sonderschulunterricht, teil, die von dem
jeweiligen
Bundesstaat
festgelegt
werden.

rung

plätzen von 1987 (Employment Security
Administrative Financing Act of 1987)
und
G.
Das Gesetz über Stellenvermittlung von 1987 (Employment Services Act of 1987) bieten größere Flexibilität bei der Erarbeitung eines
umfassenden Ansatzes, mit dem die
Probleme der Arbeitslosen angegangen
werden können, z. B. durch dezentralisierte Behörden, Finanzierung und
die Zuständigkeit für die Vergabe der
Arbeitslosenversicherung
sowie
die
SteilenVermittlungsprogramme.

Titel II - Gesetz über die Gründung
eines
nationalen
Wissenschaf tsprogrammes
(National
Science Foundation Authorization
Act)
Die Förderung von Wissenschaft
und Technologie ist unerläßlich für
die
Wettbewerbsfähigkeit
der
Vereinigten
Staaten.
Die politischen
Richtlinien des Bundes müssen drei
generelle Zielsetzungen haben:
- Schaffung neuer Kenntnisse
dernen Technologien;

in mo-

- schneller
Transfer
der
neuen
Technologien auf den Markt; und
- Erweiterung
des
wissenschaftlichen und technologischen Grundstocks der Nation.
Zur Erreichung dieser Ziele sieht
das Gesetz über Handel, Beschäftigung
und Produktivität von 1987 die Zuwendung von Mitteln an die Stiftung Nationale Wissenschaft vor und damit
eine Verdoppelung der Etatverpflichtungen für diese Programme über einen
Zeitraum von fünf Jahren.

F. Das Gesetz über die Finanzieder Sicherstellung von Arbeits- 3 -

�Titel III - Gesetz zur Verbesserung der Rechte zur Wahrung des
geistigen Eigentums von 1987 (Omnibus
Intellectual
Property
Rights improvement Act of 1987)

zenzvergabe
für
technologische
Güter zuständig sind, durch Kodifizierung und Verdeutlichung der
Entscheidung des Obersten Bundesgerichtes in Lear v. Adkins;

Der Präsident ist der Überzeugung, daß es von vorrangiger Bedeutung ist, angemessenen Schutz sowohl
auf nationaler als auch auf internationaler Ebene
für diejenigen zur
Verfügung zu stellen, die neue Gedanken entwickeln und neue Produkte und
Dienstleistungen erfinden. Titel III
des Gesetzes über Handel, Beschäftigung und Produktivität von 1987 umfaßt folgende Maßnahmen:

- Wiederherstellung der Patentdauer
für agro-chemische und tiermedizinische Produkte bis zu einer
Höchstdauer von fünf Jahren, um
den Zeitverlust bei der Dauer des
Patents auszugleichen, der sich
durch die von der Bundesregierung
vor der Vermarktung vorgeschriebene Standardkontrolle und Überprüfung ergibt;

A. Reform des Gesetzes über geistiges Eigentum von 1987 (Intellectual Property Reform Act of 1987).
Satzungsgemäße Änderung in folgenden
Wortlaut:
- Anreiz der Lizenzvergabe für patentierte Technologien durch Einschränkung der "Verordnung über
Patent-Mißbrauch" auf tatsächlich
wettbewerbsbeschränkendes Verhalten;
- verbesserter Schutz von unter Patentverfahren
entwickelten
Produkten, entsprechend dem Schutz,
der diesen Produkten von unseren
wichtigsten Handelspartnern eingeräumt wird;
- Bereitstellung einer flexibleren
Uberprüfungsnorm für die Lizenzvergabe für geistiges Eigentum im
Rahmen
der
Kartellgesetzgebung
und Beseitigung der Regelung über
Schadenersatz in dreifacher Höhe
für wettbewerbsbeschränkende Lizenzvereinbarungen;
- Wiederherstellung
der
Verhandlungsposition der vertragschließenden Parteien, die für die Li-

- Kostenreduzierung bei der Verteidigung von Patentrechten durch:
(1.) Erlassung der Anwaltskosten
für die überlegene Partei in Fällen
von Leichtfertigkeit
oder willkürlicher Rechtsverletzung, und 2.) daß
Anfechtungen eines Patents aufgrund
von Publikationen zunächst in einem
Verwaltungsverfahren
berücksichtigt
werden, bevor das Verfahren bei Gericht anhängig gemacht wird, es sei
denn, dies läge nicht im öffentlichen
Interesse.
B.
Änderung des Gesetzes über
Informationsfreiheit von 1987 (Freedom of Information Act Amendments of
1987).
Erweiterung
der
gesetzlich
verankerten Definition von Geschäftsgeheimnissen und vertraulichen Wirtschaftsinformationen gemäß dem Gesetz
über Informationsfreiheit (FOIA), das
Behörden die Vorenthaltung von Informationen getattet, wenn deren Veröffentlichung dem Geschäftsablauf oder
den Wirtschaftsinteressen dieser Behörden zuwiderlaufen würde. Die Gesetzesänderung
sieht
außerdem
die
neugeschaffene Befreiung von dem Gesetz über Informationsfreiheit
für
technische Daten vor, die ohne vorherige Genehmigung nicht aus den Ver-

�einigten
dürfen.

Staaten

exportiert

bundenen Haftungsnorm;

werden

- Abbau der Gemeinschafts- und Einzelhaftung mit Ausnahme der Fälle, in denen die beklagten Parteien gemeinschaftlich gehandelt
haben;

C.
Handelsverordnung im Gesetz
über digitale Aufnahmegeräte von 1987
(Regulation of Commerce in Digital
Audio Recording Devices Act of 1987).
Sieht die technische Lösung des potentiellen Problems nicht genehmigter
Kopien von urheberrechtlich geschütztem Material mit digitalen Tonbandgeräten vor. Es wird verfügt, daß digitale
Aufnahmegeräte
einen
Entschlüsselungsmechanismus
haben, der
die Aufnahme von urheberrechtlich geschützten, mit einem unhörbarem Signal
verschlüsselten
Digitalbändern
verhindert.

- Begrenzung der Entschädigung für
nicht-wirtschaftliche Schäden in
einer
gerechten
und zumutbaren
Höhe;
- Bereitstellung periodischer Zahlungen anstelle von Abschlagszahlungen für aus zukünftiger medizinischer Versorgung oder Einkommensverlusten resultierende Schäden;

Titel IV - Gesetz über Rechtsund
Gesetzesreformen
von
1987
(Legal and Regulatory Reforms Act
of 1987)
Aufgrund von veralteten Verordnungen und Vorschriften und selbst
auferlegten anreizhemmenden Faktoren
befinden sich die Vereinigten Staaten
in einer nachteiligen Position auf
dem Weltmarkt. Das Gesetz über Handel, Beschäftigung und Produktivität
von
1987
umfaßt
eine
Reihe
von
Rechts- und
Gesetzesreformen,
die
darauf ausgerichtet sind, diese Wettbewerbshindernisse abzubauen.
A. Reform des Gesetzes über Produkthaftung von 1987 (Product Liability Reform Act of 1987). Verringert
die Kosten der Produkthaftungs- und
Versicherungsspirale, die einen Kostenzuwachs für amerikanische Produkte verursacht und der Entwicklung und
Vermarktung
neuer
und
innovativer
Produkte durch amerikanische Hersteller zuwiderläuft. Der Titel beinhaltet:
- Aufrechterhaltung

der

- Minderung von Schadenersatz
in
solchen Fällen, in denen der Kläger auch aus anderen Quellen, wie
etwa über Zuwendungen der Regierung entschädigt wird,
- Verringerung
der
Kosten
bei
Transaktionen durch Einschränkung
des Erfolgshonorars der Anwälte
mittels Staffelsätzen, und
- Ermutigung
der
prozeßführenden
Parteien
zur
außergerichtlichen
Einigung,
B.
Verfassungszusätze von 1987
gegen
die Bildung
von
Kartellen.
Diese umfassenden Veränderungen zielen darauf ab, die Dynamik amerikanischer Unternehmen zu verbessern und
gleichzeitig Verbraucher und Firmen
vor
Monopolbildung,
Kartellen
und
Preisabsprachen zu schützen. Zu diesen Vorschlägen zählen:

fehlerge- 5 -

- Ergänzung
von
Teil
i
des
Clayton-Gesetzes zur besseren Unterscheidung
zwischen
wettbewerbsfreundlichen
Fusionen
und
solchen, die für den Verbraucher

�höchstwahrscheinlich
zu
Preise führen würden,

höheren

- Einschränkung privater und staatlicher Aktivitäten gegen Kartelle
auf tatsächliche Schäden (statt
solchen in dreifacher Höhe), außer denjenigen, die durch überhöhte Forderungen oder Unterbezahlung hervorgerufen werden,
- Beseitigung
ungerechtfertigter
und lästiger Beschränkungen für
eine Personalunion bei Verwaltungen verschiedener Gesellschaften.
- Klärung der Anwendung von amerikanischen Gesetzen gegen Kartellbildung auf private Fälle, die
mit dem internationalen Handel in
Zusammenhang stehen und
- Bedingung, daß bei Kartellbildungen alle Forderungen, die nach
der Teilregulierung eines Falles
gegen andere Beklagte bestehen,
in angemessenem Umfang reduziert
werden.
C.
Das "Sunset Act" der zwischenstaatlichen
Handelskommission
von 1987 schafft die wirtschaftlichen
Beschränkungen für Beförderungsunternehmen im Land- und Binnenwasserverkehr (außer auf der Schiene) ab und
läßt die zwischenstaatliche Handelskommission am 1. Oktober 1987 erlöschen.
D. Das Gesetz zur Reform der Bestimmungen bei ölpipelines (Oil Pipeline Regulatory Reform Act) von 1987
hebt Bestimmungen der Bundesstaaten
für solche ölpipelines auf, die nach
Kriterien des freien Wettbewerbs geführt werden.
E.
Der Zusatz zum Gesetz über
Maßnahmen beim Erdgas (Natural Gas
Policy Act Amendment) von 1987 regelt
- 6

den
Zugang zu Beförderungssystemen
für Erdgas, schafft die Preisbindung
für Erdgasquellen ab und hebt Bestimmungen des Gesetzes zur Verwendung
von Kraftstoff (Fuel Use Act) auf,
die die Nachfrage nach Erdgas einschränken.
F.
Das Gesetz zur Information
über motorisierte Fahrzeuge und Kostenersparnis (Motor Vehicle Information and Cost Savings Act) von 1987
hebt die für Autos bestehenden einheitlichen Maßstäbe für den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch aller von einem Autohersteller produzierten Modelle auf, die einen Wettbewerbsnachteil für die amerikanische
Automobilindustrie bedeuten und Verzerrungen in der Wirtschaft hervorrufen.

^

G.
Zusätze zum Gesetz zur Regelung des Exports (Export Administration Act - EAA) von 1987.
- Sie autorisieren die Lizenzvergabe
bei
Mehrfachausfuhren
nach
China und machen so die amerikanischen
Exporte
nach
China
wettbewerbsfähiger,
- Sie spezifizieren die Befugnis,
in den Vereinigten Staaten Verkäufe von im Interesse der nationalen
Sicherheit
kontrollierten
Waren an Geschäftspartner aus bestimmten Ländern zu beschneiden,
- Sie legen eine Zeitspanne von 120
Tagen fest, um abzuschätzen, welche Waren auf dem ausländischen
Markt verfügbar
sind wie auch
eine zusätzliche Frist für Konsultationen vor der Freigabe.
- Sie unterstellen die voraussichtliche Lizenzerteilung an ein Land
der freien Welt für ein Produkt,
das zum Zwecke der nationalen Si-

,

»

�cherheit
Kontrollen
unterliegt,
wenn dieses Produkt ohne effektive Einschränkungen für das Land
erhältlich ist.
Der
Regierung
der
Vereinigten
Staaten wird vor Erteilung der Lizenz
eine Frist von 20 Tagen (die um 15
weitere verlängert werden kann) gewährt, wenn die Lizenz nicht vorher
wegen des unannehmbaren Risikos eines
illegalen Transfers versagt wird.
- Sie bestimmen die Zielsetzungen
der Vereinigten Staaten bei den
Verhandlungen mit den Regierungen
des COCOM und auch die Streichung
von Posten aus der Internationalen Kontroll-Liste (ICL) dort, wo
Kontrollen unwirksam oder unnötig
sind,

dere wichtige
umstrukturiert.

Reformen

grundlegend

Titel V - Gesetz zur Verbesserung
des
internationalen
wirtschaftlichen
Umfeldes
(International
Economic Environment Improvement
Act) von 1987
Die Regierung kann eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung der
Wettbewerbsfähigkeit der Nation spielen, indem sie das internationale Umfeld für die Wirtschaft so gestaltet,
daß darin das Wissen, das Talent und
der Unternehmensgeist Amerikas gedeihen kann.
A. Das Gesetz zur Wettbewerbsfähigkeit im Handel von 1987

- Sie befugen den Handelsminister,
solchen Körperschaften
(und den
ihnen angegliederten Gesellschaften) Ausfuhrlizenzen zu verweigern, die bereits wegen Verletzungen der Exportkontrollgesetze
verurteilt worden sind und
- sie erlauben es dem Handelsminister,
Ausfuhrvergünstigungen
für einen Zeitraum von 180 Tagen
zu verweigern, um eine bevorstehende Verletzung zu verhindern,
oder, wo
immer
das
notwendig
wird, die Anwendung des EAA zu
erleichtern.
H.
Das Gesetz zur Regelung finanzieller
Dienstleistungen
(Financial Services Regulatory Efficiency
Act) von 1987 erfüllt die Empfehlungen der Arbeitsgruppe unter Vizepräsident Bush über die Regelung finanzieller
Dienstleistungen, indem es
den Rahmen zur Regelung finanzieller
Dienstleistungen
auf
Bundesebene
durch die Schaffung einer neuen Bundesbehörde für das Bankwesen und an- 7 -

- Es autorisiert Verhandlungen innerhalb
der
Uruguay-Runde
der
Handelsgespräche.
Dazu
gehört
auch
ein erheblich
erweiterter
Bedarf an Konsultationen mit dem
Kongreß und dem Privatsektor,
- es unterstützt das AntidumpingGesetz durch die Schaffung einer
neuen, berechenbaren Abhilfe bei
der Preisfestsetzung für Produkte
aus
nicht-marktwirtschaftlich
orientierten Ländern und festigt
die Gesetze gegen Dumping und
Ausgleichszölle durch neue, nicht
umgehbare Bestimmungen zur Verhinderung einer Umgehung von Zöllen ,
- es verschärft Abschnitt 301 des
Handelsgesetzes
von
1974
(über
unfaire Handelspraktiken)
durch
die Festsetzung einer 24mrnatigen
Frist bei Streitfällen ui.d durch
die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit dem Kongreß durch Berichte
über
die
kommerziellen
Auswirkungen der Fälle, die unter

�Abschnitt 301 fallen.
- Das Gesetz unterstützt den beiderseitigen Zugang zu ausländischen Märkten als einen zusätzlichen Faktor, der bei Fällen,
die unter Abschnitt 301 fallen,
in Betracht zu ziehen ist.
- Es ergänzt Abschnitt 201 des Handelsgesetzes von 1974 (der sich
auf Abhilfe bei durch Importen
verursachte Schäden bezieht) folgendermaßen: es werden beschleunigte Erleichterungen
für verderbliche Agrarprodukte gewährt,
zusätzliche Optionen für eine Unterstützung geschaffen, zu denen
multilaterale Verhandlungen
und
eine Reform von Vorschriften zählen und es wird klargestellt, daß
Erleichterungen während einer Rezession gewährt werden können.
- Es macht die in Abschnitt 337 des
Zollgesetzes von 1930 (der sich
auf bestimmte unfaire Handelspraktiken bezieht) beschriebenen
Verfahrensweisen der Internationalen Handelskommission wirkungsvoller, indem es die heute bestehende
Erfordernis
abschafft,
einer
inländischen
Firma
eine
Verletzung nachweisen zu müssen,
wenn ein Verstoß gegen den Schutz
geistigen Eigentums vorliegt,
- es verbessert das Gesetz für Gesellschaften im Exporthandel (Export Trading Company Act) und erstellt eine Statistik zur Exportförderung und
- es beschließt
Zollgebühren
für
die Abfertigung von Frachtgut, um
die Kosten der Bereitstellung von
Dienstleistungen der Zollbehörde
genauer widerspiegeln zu können
und diese Gebühren über das vorhergesehene Auslaufdatum
hinaus

zu erheben.
B.
Das Gesetz über Geschäftspraktiken und Buchführung
(Business
Practices and Records Act) von 1987.
Obwohl sie bereits Bestechung zur der
Erzielung von Verkäufen im Ausland
durch gerichtliche Strafen abschrekken, werden die vorgeschlagenen gesetzlichen Änderungen Unsicherheiten
ausräumen und Zweifels fälle im Gesetz
über korrupte Praktiken im Ausland
(Foreign Corrupt
Practices
Act
FCPA) klären. Zu den besonderen Reformen zählen:
- 'reason to know' wird durch eine
objektivere
Formulierung,
wie
'directs or authorizes' ersetzt,
- es wird näher ausgeführt, welche
Arten der Zahlung aus dem Gesetz
ausgenommen werden sollten und
- es werden die Erfordernisse für
eine Buchführung gemäß dem FCPA
spezifiziert.

Unterstützung für private Pensionsfonds
Abgesehen vom Gesetz über Handel,
Beschäftigung und Produktivität von
1987 schlägt der Präsident gesetzgebende Maßnahmen vor, um die Sicherheit für Arbeitnehmer mit privaten
Rentenversicherungen zu erhöhen, indem es den Unternehmern erlaubt wird,
überschüssige Einlagen aus der Altersversorgung abzuziehen, ohne diese
aufzulösen und indem für mit zu geringem Mitteln ausgestattete Rentenfonds erhöhte Zahlungen der Unternehmer gefordert werden.

Zusammen fassung
Das Gesetz über Handel, Beschäf-

,

»

�tigung und Produktivität von 1987 erfüllt die Aufgabe der Bundesregierung
zur
Förderung
der
amerikanischen
Wettbewerbsfähigkeit.
Jedoch müssen
sich alle Amerikaner die Verantwortung zur Förderung unserer Wettbewerbsfähigkeit teilen;

schem Geist und einfach
amerikanischen Mumm".

- das Geschäftsleben muß leistungsfähiger arbeiten und hohe Qualitätsmaßstäbe setzen, Verfahrensweisen rationalisieren, altmodische Strukturen und Führungsstile
außer Kraft setzen, sich dem Wandel anpassen und auf der Tradition des amerikanischen Unternehmertums aufbauen;
- Arbeitnehmer müssen in die Lage
versetzt werden, ihre Möglichkeiten durch die Anwendung neuer
Technologien,
Investitionen
in
ihre
Ausbildung,
Weiterbildung
und die Verbesserung ihrer Fähigkeiten
auszuschöpfen,
und
sie
sollten stolz auf ihre Arbeit
sein können.
- Familien, die durch
staatliche
oder städtische Behörden unterstützt werden, tragen die größte
Verantwortung - sie müssen ein
pädagogisches Umfeld schaffen, in
dem unsere jungen Menschen leistungsfähige Bürger werden können
und in die Lage versetzt werden,
sowohl geistig wie auch materiell
das Beste
zu
erreichen.
Wir
sollten nach einem ausgezeichneten Bildungswesen streben.
Wie der Präsident in seiner Botschaft zur Lage der Nation ausführte:
"(...) jeder einzelne muß nach
außergewöhnlichen Leistungen streben,
die sich nicht in neuen Vorschlägen
oder Milliarden
neuer öffentlicher
Mittel ausdrücken.
Stattdessen gehört dazu ein Aufwand an amerikani- 9 -

* * * * * *

geradlinigem

�AMERIKA DIENST
Wissenschaft und Technik
25. Februar 1987

Nr. 8

DONALD IAN MACDONALD - NEUER SONDERBERATER IN DROGENFRAGEN
Präsident Reagan beruft Experten aus dem Gesundheitsministerium
ins Weiße Haus -

WASHINGTON - (AD) - Als Nachfolger für Dr. Carlton Turner, der Ende
Januar 1987 aus dem Staatsdienst ausschied
ernannte
Präsident
Reagan
Donald Ian Macdonald zum Sonderberater und Leiter des Präsidialamtes für
Programme zur Bekämpfung des Drogenmißbrauchs.
Die Probleme sind für
Macdonald keineswegs neu. Seit 1984
leitet er die Abteilung "Alkohol,
Drogenmißbrauch und Geistige Gesundheit" (ADAMHA) im Bundesministerium
für Gesundheit und Soziale Dienste.
Diese Funktion wird er beibehalten,
bis ein geeigneter Nachfolger gefun-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

den ist. ADAMHA ist für die Durchführung und Koordinierung von Aktivitäten und Maßnahmen auf Bundesebene zur
besseren Aufklärung der Bevölkerung
im Zusammenhang mit Suchtstoffen, zur
Verbesserung der Vorbeugung und Behandlung bei Drogenproblemen und Störungen der geistigen Gesundheit zuständig.
Im
öffentlichen
Gesundheitsdienst der Vereinigten Staaten
nimmt Macdonald eine der höchsten Positionen ein.
Vor
seinem
Eintritt
in
den
Staatsdienst hatte sich der neue Son-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�derberater
Präsident
Reagans
als
praktizierender Kinderarzt (mit Lehrauftrag an der Universität Südflorida) wegen seines Engagements für landesweite Elterninitiativen zur Suchtstoffbekämpfung in der Öffentlichkeit
wie in der Ärzteschaft einen Namen
gemacht.
Seit Jahren ist er in den
Spitzengremien berufsständischer Organisationen und von Laienvereinigungen für Eltern- und Abhängigenberatung bei Drogenmißbrauch aktiv. Auch
seine
wissenschaftliche
Tätigkeit
fand in einer Vielzahl von Veröffentlichungen ihren Niederschlag.
Darin
werden in erster Linie die pathologischen Auswirkungen bestimmter Inhaltsstoffe von Drogen aus Pflanzen
und von synthetischen Präparaten behandelt.
Die für die Allgemeinheit
gedachten Informationen zeichnen sich
durch
eine
ideale Verbindung
von
fachlich präziser
mit leicht verständlicher Darstellung aus.
Macdonald, am 15. April 1931 in
New
York
geboren,
studierte
am
Williams College (Williamstown, Massachusetts) und an der Temple University in Philadelphia. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

* * * * * *
- 2

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