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                  <text>AMERIKA DIENST
V,DN

4

1 8 . F e b r u a r 1987

I N H A L T

HINTERGRUNDMATERIAL
Strategie zur Nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten
- Bericht der Reagan-Administration an den Kongreß Teil IV

Ein Sieg der Demokratie in Nicaragua liegt auch im
Interesse Europas
- Von Elliott Abrams, Stellvertretender Außenminister der
Vereinigten Staaten -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Leistungsfähig fürs 21. Jahrhundert
- Forscher als Partner der Industrie

Reform des naturwissen-

schaftlichen Unterrichts -

* * * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial
18. Februar 1987

V

STRATEGIE ZUR NATIONALEN SICHERHEIT DER VEREINIGTEN STAATEN
- Bericht der Reagan-Adminstration an den Kongreß Teil IV

IV. Die Verteidigungspolitik der
Vereinigten Staaten

Einleitung
Die Verteidigungspolitik der Vereinigten
Staaten erfordert Streitkräfte, deren Organisation, Zusammensetzung, Ausbildung
und Ausrüstung
auf Abschreckung
und, wenn nötig,
auch darauf ausgerichtet ist, in der
gesamten
Bandbreite möglicher Konflikte eine Aggression niederzuschlagen. Unsere Strategie zur nationalen

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Sicherheit, unsere weltweiten Zielsetzungen und die Art der Bedrohung
erfordern
die Bereitschaft, unsere
Interessen in einem so weiten Umkreis
wie möglich um Nordamerika zu verteidigen.
Demgemäß stützt sich unsere
Strategie erheblich auf die weitere
Stationierung einsatzbereiter Truppen
und wird von engen Beziehungen im
Bündnis
zusätzlich gefestigt.
Zur
Unterstützung dieser Beziehungen werden wir in Friedenszeiten auch weiterhin wichtige Vorne-Stationierungen
bei den Land- , See- und Luftstreitkräften in Europa, im Atlantik und im

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Pazifik vornehmen wie auch andere
Stationierungen in der westlichen Hemisphäre und im Indischen Ozean. Der
Gesamtumfang und die Zusammensetzung
unserer
Streitkräfte
werden
durch
diese Erfordernisse stark beeinflusst.
Wir sehen uns hier einer dynamischen und komplexen Herausforderung
gegenüber.
Bei
den
Streitkräften
bleibt ein erhebliches Ungleichgewicht in einigen wichtigen Bereichen
zugunsten der Sowjets bestehen. Darüber hinaus sind Staaten der Dritten
Welt zunehmend mit moderner und hochentwickelter militärischer Ausrüstung
bewaffnet.
Zum Abbau von Risiken für unsere
nationale Sicherheit ist ein umfassender
und phantasievoller Verbund
militärischer Fähigkeiten der Vereinigten Staaten und der Verbündeten
erforderlich.
Da unser politisches
und soziales Erbe gegen die Aufstellung und Unterstützung umfangreicher
Truppen in Friedenszeiten sprechen,
sind wir genötigt, mit Hilfe von Amerikas nationalem Talent für technologische Innovationen, dem Umfang und
der Vielfalt unserer heimischen Wirtschaft
und
der
Zusammenarbeit
im
Bündnis nach Sicherheit zu streben.
Die Vereinigten Staaten müssen Strategien für einen Wettbewerb mit den
Sowjets verfolgen, die unseren vergleichbaren Vorteil in diesen Bereichen betonen.
Das
gesamte
Spektrum
militärischer
Fähigkeiten der Vereinigten
Staaten sollte durch ein angemessenes
Gleichgewicht von Kampf- und Unterst ützungselelernenten
gekennzeichnet
sein und eine geeignete Mischung zwischen aktivem Dienst und Reserve darstellen.
Die
Vereinigten
Staaten
müssen
spezialisierte
Streitkräfte
unterhalten - von solchen, die zur
nuklearen
Abschreckung
erforderlich

sind bis hin zu Einheiten, die zur
Bekämpfung des Terrorismus zusammengestellt werden, und wir sollten ferner Streitkräfte für allgemeine Zwekke haben, die in der Lage sind, Konflikte von hoher Intensität durchzustehen und gleichzeitig wirksame Fähigkeiten für kleinere Auseinandersetzungen und Spezialoperati^rien aufrechterhalten.
Gleichzeitig
müssen
wir unsere Prioritäten bei der Verteidigung unter den konkurrierenden
Bedürfnissen nach Bereitschaft, Erhaltung, Modernisierung sowie Erweiterung
der
Streitkräfte
in
ein
Gleichgewicht bringen.
Die Streitkräfte der Vereinigten
Staaten müssen ferner durch Pläne,
Führungs- und Einsatzgrundsätze
und
Unterstellungsverhältnisse
unterstützt werden, die eine wirkungsvolle
Integration
und die Einbeziehungen
aller Elemente unserer militärischen
Macht bieten.
obwohl der mögliche
Gebrauch von Kernwaffen ein Bestandteil unserer gesamten militärischen
Strategie bleiben muß, sollten nukleare Streitkräfte niemals
lediglich
als
kostengünstige
Alternative
zu
konventionellen
Streitkräften
betrachtet werden.
Die Streitkräfte
der
Vereinigten
Staaten
sollten
schnell eingreifen können und größere
Krisen oder Konflikte abzuschrecken
in der Lage sein. Sie müssen ferner
im Falle eines Versagens der Abschreckung
die Fähigkeit besitzen,
den Umfang und die Intensität von
Kampfoperationen zu erhöhen und wenn
nötig, den Konflikt zu für die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten
günstigen Bedingungen zu beenden.
Die Vereinigten
Staaten müssen
effektive und robuste Kräfte der Reserve und der Nationalgarde unterhalten, deren Ausbildungs- und Ausrüstungsniveau
ihren
Aufträgen
im
Kriegsfall angemessen sind, wie auch

�eine Küstenwache und andere Einheiten, die die Aufrechterhaltung der
nationalen
Sicherheit
unterstützen.
Die Vereinigten Staaten müssen ferner
ihre Fähigkeiten verbessern, Arbeitskräfte oder industrielle Ressourcen,
denen eine Schlüsselfunktion zukommt,
zu erhöhen oder zu mobilisieren, um
im Fall von Krisen oder Krieg den
wirkungsvollsten Einsatz verfügbarer
strategischer Warnsysteme zu planen.

Ausnutzung amerikanischer
und sowjetischer Schwäche

Stärke

Einer der wichtigsten Grundsätze
unserer Verteidigungspolitik besteht
darin, daß die Vereinigten Staaten
mit der Sowjetunion keinen Gleichstand bei den Waffen anstreben. Wir
werden vielmehr daran arbeiten, die
zahlenmäßige
Überlegenheit der Sowjetunion zu überwinden, indem wir
die den Bündnissen, die sich aus demokratischen, industrialisierten Länder mit freier Marktwirtschaft zusammensetzen, immanente Stärke maximal
ausnutzen.
Technologie:
Die
Vereinigten
Staaten und Ihre Verbündeten genießen
gegenüber der Sowjetunion in den meisten Bereichen der militärischen Anwendung anhaltende Überlegenheit auf
technologischem Gebiet. Dieser technologische Vorteil ergibt sich aus
der grundlegenden Natur unserer beiden Gesellschaftssysteme.
Der den
Westen charakterisierende Geist der
Forschung und der freie Informationsfluß
bringen
es unweigerlich
mit
sich, daß Technologie und Innovation
in größerem Umfang blühen als sie
dies in einer geschlossenen Gesellschaft tun würden.
Die Vereinigten
Staaten und ihre Verbündeten genießen
einen
einzigartigen Vorteil, nicht
nur bei der Erfindung, sondern auch
bei der praktischen Nutzung moderner

Technologien.
Gesellschaften
mit
wettbewerbsfähigen, freien Unternehmen sind immer leistungsfähiger als
Volkswirtschaften mit zentraler Planung, wenn es darum geht, Innovation,
Wachstum
und die Anwendung
neuer
Technologien in einer ganzen Reihe
von Bereichen zu fördern.
Die Technologie hat eine zweifache Auswirkung auf unsere nationale
Sicherheit. Erstens trägt die Fähigkeit zur Nutzung und Anwendung von
Technologie
zur
allgemeinen
wirtschaftlichen Gesundheit der Vereinigten Staaten
und ihrer Verbündeten
bei, die ihrerseits ein Schlüsselelement für nationale Macht ist. Zweitens
fördert die Ausnutzung eines
technologischen Vorteils direkt die
Verteidigung.
Präzisionsgesteuerte
Munition hilft uns zum Beispiel dabei, den großen sowjetischen Vorteil
bei den Panzereinheiten wettzumachen.
Unsere
zur
Tarnung
entwickelte
("stealth") Technologie hilft uns bei
der Bekämpfung massiver sowjetischer
Investitionen
in die Luftverteidigung.
Fortschritte bei Technologien
zur Bekämpfung von U-Booten und solche für geräuscharme U-Boote helfen
uns bei der Erhaltung der maritimen
Überlegenheit trotz einer zahlenmäßigen Überlegenheit
der sowjetischen
Marine.
Die vielleicht bedeutungsvollste Tatsache ist, daß der amerikanischen
Durchbruch
bei ComputerTechnologie und Software für das gesamte Spektrum der Kriegführung militärisch bedeutsam ist.
Die Sowjets sind sich natürlich
des westlichen Vorteils im Bereich
der Technologie bewußt und haben massive Bemühungen unternommen, um westliche Technologie zu erwerben und zu
nutzen.
Es ist daher ein unerläßlicher Bestandteil unserer Verteidigungspolitik, den Technologietransfer
zu kontrollieren und der Geheimhal-

- 3 -

�tung unterliegende Informationen, die
sich auf militärisch nutzbare Technologie beziehen, zu schützen.
Unter
Berücksichtigung dieser Kriterien haben wir erhebliche Anstrengungen unternommen, um unsere Pläne und Fähigkeiten in den Bereichen der Nationalen Abschirmung und Gegenmaßnahmen zu
verbessern, wie ich bereits in meinem
Bericht an den Kongreß von November
1986 dargelegt habe.
Wettbewerbsstrategien:
Wettbewerbsstrategien zielen darauf ab, unseren
technologischen
Vorteil
auf
eine überlegte und systematische Art
und Weise zu nutzen, mit dem Ziel,
daß die Sowjets in Bereichen militärischer Anwendung weniger leistungsfähig und weniger wirkungsvoll konkurrieren.
Mittels solcher Strategien
wird versucht, Teile der gewaltigen
sowjetischen
Militärmaschinerie
schneller veralten zu lassen und die
Sowjets zu zwingen, ihre Ressourcen
auf eine ihnen nicht weniger angenehme Art und Weise anzuwenden wie
auch auf eine Art, die nicht notwendigerweise unsere eigenen Streitkräfte
bedroht.
Die
Tarntechnologie
z.B., kann einen erheblichen Teil des
Luftverteidigungspotentials
veralten
lassen und macht es notwendig, daß
die Sowjets ihre Mittel von Offensivwaffen auf Defensivwaffen umverteilen. Der Beitrag, den neue Technologien für unsere Wettbewerbsstrategien
leisten können, muß bei Beschaffungsentscheidungen
im
Verteidigungsbereich ausdrücklich in Betracht gezogen werden.
Bündnisse: Einen dritten Bereich
amerikanischer
Stärke
und
sowjetischer Schwäche stellen die Bündnisbeziehungen dar. Während die Sowjetunion ein Reich regiert, das in den
vergangenen vierzig Jahren mehrmals
Schauplatz bewaffneter Aufstände geworden
ist, sind
die Vereinigten
- 4

Staaten Führungsmacht eines freiwilligen Zusammenschlusses gleichwertiger Staaten.
Die Verbündeten der
Vereinigten Staaten, besonders unsere
NATO-Partner,
tragen
einen
großen
Teil zur gesamten militärischen Stärke des Westens bei. In Anerkennung
dieses Beitrags gründet sich unsere
Verteidigungspolitik auf die grundlegende Annahme, daß wir nicht im Alleingang, sondern zusammen mit unseren Verbündeten rund um den Erdball
auf der Basis ausgewogener Lastenteilung, danach streben, die sowjetische
Macht auszugleichen.
Innerhalb der NATO heißt das, daß
wir unsere erhebliche Unterstützung
der Bemühungen im Bündnis fortsetzen
müssen, mit deren Hilfe das gesamte
konventionelle
Gleichgewicht
im
Westen verbessert werden kann. Dazu
gehören auch angemessene wirtschaftliche und militärische Hilfe für die
Verbündeten an der wichtigen Südflanke der NATO.
Das bedeutet ferner,
wir müssen den Beitrag der NATO-Partner in unsere Strategie integrieren die Vereinigten Staaten haben ja keine separate militärische
Strategie
zur Verteidigung Europas, sondern sie
sind ein Partner in der Abschreckungund Verteidigungsstrategie des NATOBündnisses.
Außerhalb Europas streben die Vereinigten Staaten nach engen Beziehungen mit Ländern rund um
den Erdball, helfen befreundeten und
verbündeten Ländern dabei, ihre militärischen Fähigkeiten zu verbessern
und ermutigen sie gleichzeitig dazu,
bei ihrer eigenen Verteidigung eine
größere Rolle zu spielen.
Die Stärke des Einzelnen: Einer
unserer größten Vorteile im Wettbewerb mit der Sowjetunion liegt in unserem Volkscharakter begründet. Westliche Gesellschaften mit ihrer Betonung der Bedeutung des Einzelnen stehen dem repressiven System des so-

�wjetischen staatens diametral entgegen.
Die Initiative, der Unternehmungsgeist und die Motivation freier
Völker bilden eine Quelle erheblicher
Stärke, wenn Individuen im Kampf der
höchsten Prüfung unterworfen werden.
Obwohl es sich hier um immaterielle
Werte handelt, stellen diese Qualitäten einen wichtigen Vorzug dar, mit
dem es die Sowjets nicht aufnehmen
können.
Die
Verteidigungspolitik
geht darauf ein, indem sie Wert legt
auf Integration der Einheiten und auf
Führung, während
unsere Ausbildung
und Taktik der Initiative des Einzelnen und der aggressiven Nutzung von
Chancen großen Wert beimißt.

Grundlage durch unsere strategischen
Streitkräfte und die sie unterstützende Doktrin. Nukleare Abschreckung
verlangt wie jede andere Art der Abschreckung auch von uns, nicht zu bedenken, was uns abschrecken würde,
sondern was die Sowjets abschrecken
könnte, weil deren Vorstellung von
der Welt wie auch ihr Wertesystem von
den
unseren grundverschieden
sind.
Da wir niemals völlige Sicherheit
über die sowjetischen Vorstellungen
gewinnen
können, ist es ungeheuer
wichtig, daß die Wirksamkeit unserer
strategischen Fähigkeiten - und unser
Wille, auch von ihnen Gebrauch zu
machen - niemals in Zweifel gezogen
werden.

Aufrechterhaltung der strategischen Abschreckung

Im Interesse einer
gesicherten
Abschreckung
unterhalten
die Vereinigten Staaten ein breites Spektrum
strategischer Waffen, um einen entwaffnenden Erstschlag zu umgehen, sowjetische Angriffspläne zu erschweren
und sich gegen technologosche Überraschungen zu wappnen, die einen Teil
unserer
strategischen
Streitkräfte
bedrohen könnten.
Deshalb unterhalten wir eine Anzahl von Stationierungsformen, Abschußrampen
und Angriffsträgern. Durch eine Triade von
SLBMs, ICBMs und Bombern gewährleisten wir Vielfalt.
Angemessene und
über lebensfähige
Führungseinrichtungen sind ein grundlegendes Element
der
Struktur
unserer
strategischen
Streitkräfte und entscheidend für die
Glaubwürdigkeit unserer strategischen
Abschreckung.

Abschreckung
ist
der
grundlegendste Bestandteil unserer Verteidigungspolitik und Grundpfeiler unserer
Beziehungen im Bündnis. Mittels Abschreckung sollen nicht nur konventionelle und nukleare Angriffe auf
die Vereinigten Staaten verhindert,
sondern ein solcher Schutz muß auch
für unsere Verbündeten gelten. Abschreckung kann am besten erreicht
werden, wenn durch unsere Verteidigungshaltung die Sowjets oder ein anderer Gegner das Ergebnis eines Krieges als so gefährlich und unsicher
einschätzen, daß dadurch jeder mögliche Anreiz zum Beginn eines Konflikts genommen wird.
Abschreckung
hängt sowohl von nuklearen als auch
von konventionellen Fähigkeiten ab,
ferner vom Beweis eines starken Willens, wenn es notwendig sein sollte,
militärische Macht zur Verteidigung
unserer
lebenswichtigen
Interessen
einzusetzen.
Obwohl Abschreckung
Fähigkeiten
für das gesamte Konfliktspektrum erfordert, so erhält sie ihre wichtige

Unsere strategischen Streitkräfte
und die damit verbundene Zielplanung
müssen einer jeglichen Berechnung zufolge so aufgefaßt werden, daß dadurch nukleare Kriegführung zu einer
unannehmbaren und wenig einträglichen
Aussicht für die sowjetische Führung
wird. Demgemäß muß unsere Strategie:

- 5 -

�- den Sowjets die Fähigkeit verwehren, wichtige militärische Zielsetzungen zu erlangen, indem wir
die
sowjetische
Fähigkeit
der
Kriegführung einem Risiko unterwerfen. Das schließt die gesamte
Bandbreite sowjetischer militärischer Kräfte ein wie auch die
Industriezweige, die Kriegsmaterial liefern, so den Grundstein
für die sowjetische Militärmacht
legen und dadurch die sowjetische
Fähigkeit zur Durchführung eines
langwierigen Konflikts unterstützen.
- diejenigen
politischen
Gebilde
gefährden, die die wichtigsten
Stützen der sowjetischen Führung
sind: den Mechanismen zur Sicherung der Uberlebensfähigkeit der
kommunistischen Partei und ihrer
Führungskader und zur Erhaltung
der Kontrolle über die sowjetischen Völker und die des Sowjetsblocks seitens der Partei.
Diese grundlegende Strategie, die
auf solche Bereiche abzielt, die für
die sowjetische Fähigkeit der Kriegführung wie auch zur politischen Kontrolle
unerläßlich
sind,
bestimmt
seit mehreren Jahren die Politik der
Vereinigten Staaten. Bei der Anwendung dieser Strategie stellt für die
Vereinigten Staaten nicht die Bevölkerung
das
eigentliche
Ziel dar;
vielmehr ist sie darauf ausgerichtet,
Begleitschäden
durch
zielgenauere
Waffen mit geringerem Detonationswert
so klein wie möglich zu halten.
Wir können es nicht zulassen, daß
sich irgendein Präsident einer Situation gegenübersieht, in der die einzig mögliche Reaktion auf einen Angriff in Kapitulation oder massiver
Zerstörung besteht.
Deshalb

müssen

die

Vereinigten

Staaten zusätzlich zur Verunsicherung
in den für die sowjetische Führung
wichtigen Bereichen bei der Verwendung ihrer strategischen Streitkräfte
flexibel sein. Es ist wichtig, daß
uns bei einer Reaktion Optionen offenstehen, die der ganzen Bandbreite
möglicher
Situationen
angemessen
sind. Diese Fähigkeit zur flexiblen
Reaktion unterstützt die Glaubwürdigkeit unserer Abschreckung, indem sie
den Sowjets klar vor Augen führt, daß
die Vereinigten Staaten eine Reihe
militärischer Optionen haben, mit deren Hilfe sie auf einen Angriff reagieren könnten.
Schließlich
brauchen
die Vereinigten Staaten auch eine genügend
starke Restfähigkeit, um Einfluß auf
die baldige Beendigung eines Krieges
nehmen zu können und Unterwerfung in
einer Welt nach einem solchen Konflikt zu vermeiden. Aus diesem Grunde unterhalten wir eine nukleare Reserve als integralen Bestandteil unserer
strategischen
Streitkräfte.
Wir unterhalten ferner Programme, die
Kontinuität
der
Regierungsgeschäfte
sichern, als wesentlichen Bestandteil
der
Abschreckung, um
den
Sowjets
klarzumachen, daß sie nicht nach einem schnellen "Enthauptungs"-Angriff,
der darauf abzielt, die politische
und militärische Führung der Vereinigten Staaten zu lähmen, der Vergeltung entgehen können.
Diese Fähigkeiten implizieren jedoch nicht, daß die Bereitschaft der
Vereinigten Staaten darauf aus sind,
in einem Nuklearkrieg zu kämpfen.
Ich habe wiederholt betont, daß ein
Nuklearkrieg
nicht gewonnen werden
kann
und
niemals
gekämpft
werden
darf. Aber wir streben danach, einen
Gegner mit einer ganz anderen Einstellung als unserer abzuschrecken einer Einstellung, die der Fähigkeit
zur Führung eines Nuklearkrieges gro-

�ße Bedeutung beimißt.
Es ist unerläßlich, daß die Sowjets verstehen,
daß sie unter keinen vorstellbaren
Umständen
ihre Zielsetzungen durch
eine nukleare Kriegführung verwirklichen können. Um dies zu erreichen,
müssen wir
sicherstellen, daß man
dort klar einsieht, daß die Vereinigten Staaten die Fähigkeit besitzen,
auf jedweden sowjetischen Versuch zur
Führung eines Nuklearkriegs angemessen zu reagieren, und daß wir die
Mittel besitzen, dies auf eine Weise
zu tun, die den sowjetischen Zielsetzungen eine Niederlage beibringt, ohne notwendigerweise massive Schläge
mit Nuklearwaffen herbeizuführen.
Strategische Verteidigung: Unsere Politik der flexiblen Reaktion und
der Abschreckung durch Androhung offensiver Vergeltung hat die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten seit Jahrzehnten bewahrt. Gleichzeitig hat die sowjetische
strategische
Aufrüstung
das
Fundament bedroht, auf dem die Abschreckung seit langem ruht. Für die
Zukunft bietet die Strategische Verteidigungsinitiative der Vereinigten
Staaten
eine Möglichkeit, die Abschreckung durch ein größeres Vertrauen in eine strategische Verteidigung auf eine sicherere und stabilere
Basis zu stellen.
Eine solche Verteidigung,
die
niemanden
bedroht,
könnte
die
Abschreckung
erheblich
verbessern, indem sie die sowjetische
Einschätzung der Fähigkeit zur Erlangung wesentlicher militärischer Zielsetzungen bei einem Erstschlag wesentlich
unsicherer
macht.
Eine
"lückenlose" Verteidigung wäre zu Anfang nicht erforderlich, um den Sowjets ihr Vertrauen auf die Erziehung
bedeutsamer
militärischer
Ziele zu
nehmen.
Sogar weniger perfekte Verteidigungssysteme könnten die Stabilität erheblich erhöhen, indem sie
überzeugende Anreize für einen so-

wjetischen Erstschlag ausschalteten.
Bei der Beurteilung der Eignung des
Systems für eine baldige Stationierung werden wir uns auch weiterhin
von den Kriterien der militärischen
Wirksamkeit, überlebensfähigkeit und
am Rande auch von der Kosten-Nutzenrechnung leiten lassen.
Indem wir den militärischen Wert
ballistischer
Raketen
abbauen
und
diese letztendlich überflüssig werden
lassen, würden die strategischen Verteidigungssysteme
Anreize
dafür
schaffen, daß die Sowjets bedeutungsvolle Rüstungskontrollabkommen akzeptieren. In einer Welt ohne ballistische Raketen wäre jedoch der Anreiz
für einen Betrug seitens der Sowjets
größer.
Strategische Verteidigungssysteme können diese Anreize wirkungsvoll zunichte machen, indem sie
die militärische Verwendbarkeit heimlich angehäufter Raketen ausschließen. Dadurch bieten sie die Aussicht
auf eine sicherere, stabilere Welt,
in der einschneidende Reduzierungen
bei strategischen Offensivwaffen sowohl verhandelbar als auch durchführbar werden.
Kurz gesagt ist es bei weiterer
Beschäftigung mit strategischen Verteidigungssystemen möglich, den bedeutungsvollsten Wandel in der Strategie zur Nationalen Sicherheit der
Vereinigten
Staaten seit Ende des
Zweiten
Weltkriegs
herbeizuführen.
Strategische
Verteidigungssysteme
würden, indem sie es uns gestatten,
von der Androhung massiver Zerstörung
zur Abschreckung einer Aggression abzurücken, das gesamte amerikanischsowjetische
strategische
Verhältnis
auf positive Art und Weise verändern
und somit die Sicherheit der Völker
beider Nationen wie auch ihrer Verbündeten erhöhen. Wir werden weiterhin versuchen, die Sowjets zu überzeugen, gemeinsam mit uns einen sta-

- 7 -

�bilen Übergang zu diesem vernünftigen
und erreichbaren Ziel zu erarbeiten.
Strategische
Modernisierungsprogramme der Vereinigten Staaten: Die
Fortsetzung einer Modernisierung des
strategischen Potentials ist unerläßlich zur Sicherung von verläßlicher
Abschreckung, Verbesserung der Stabilität und Schaffung einer sowjetischen Motivation, die notwendig ist,
um über einschneidende, beiderseitige
und verifizierbare Reduzierungen bei
strategischen Offensivwaffen zu verhandeln.
Obwohl wir der Anwendung
von Rüstungskontrolle als einem Bestandteil unserer Politik und einer
Verbesserung der Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten verpflichtet sind, wäre es doch
sehr gefährlich, einen Erfolg bei der
Rüstungskontrolle
vorwegzunehmen.
Die Vernachlässigung einer Modernisierung des strategischen Potentials
in Erwartung von Abkommen zum Rüstungsabbau hätte den umgekehrten Effekt einer geringeren Wahrscheinlichkeit solcher Abkommen, weil sie einen
der wichtigsten sowjetischen Anreize
für ein Abkommen verringern würden.
Die Geschichte zeigt, daß der demonstrierte Wille, ein militärisches
Gleichgewicht mit den Sowjets aufrechtzuerhalten und ihnen nicht zu
gestatten,
einen
bedeutungsvollen
strategischen Vorteil
zu erlangen,
die wesentliche Grundlage für ernsthafte
Rüstungskontrollabkommen
bildet. Es waren die Vereinigten Staaten, die das Ungleichgewicht korrigiert und so die Sowjets dazu gebracht haben, die wichtigen in Reykjavik diskutierten Verringerungen in
Betracht zu ziehen.
Auch wenn wir
bei der Erlangung der von uns angestrebten Abkommen Erfolg haben, werden die Vereinigten Staaten dennoch
weiterhin
modernisierte,
operativ
wirkungsvolle
und
überlebensfähige
- 8

Nuklearwaffen brauchen, um eine Abschreckung zu schaffen, Stabilität zu
fördern und sich während eines Übergangs zu neuen, geringeren Waffenniveaus gegen einen sowjetischen Betrug
oder deren Ablehnung abzusichern.
Die Sowjets
investieren
ihrerseits weiterhin heftig in ihre strategische Modernisierung und betonen
dabei
zielgenaue,
schnellfliegende
ballistische Flugkörper, die harte
Ziele zerstören können. Ihr Ziel ist
und bleibt die Erzielung einer wirkungsvollen entwaffnenden Erstschlagfähigkeit.
Sie haben immer danach
gestrebt, die Verbesserung der Uberlebensfähigkeit
ihrer
ICBMs
durch
Härtung
der
Silos
zu
verbessern.
Kürzlich haben sie dasselbe durch Mobilität zu erzielen versucht, einschließlich einer fortgesetzten Stationierung ihrer mobilen SS-2 5 und
der Vorbereitung
zur Stationierung
der schienengestützten SS-X-24.
Gleichzeitig investieren die Sowjets weiterhin fast denselben Betrag
in ihre strategischen Verteidigungsprogramme wie in die Modernisierung
ihrer Offensivwaffen.
Sie erweitern
und verbessern das einzige auf der
Welt stationierte ABM-System.
Sie
verletzen auch weiterhin den ABM-Vertrag durch ihren Radar in Krasnojarsk
und verbessern ihre Fähigkeit, durch
schnelle Stationierung eines landesweiten Raketenabwehrsystems aus dem
ABM-Vertrag auszubrechen.
Zu ihren
umfangreichen zivilen Verteidigungsprogrammen gehört ein ausgedehntes
und wachsendes Netz von unterirdischen Führungszentralen, die darauf
abzielen, im Falle eines Krieges die
überlebensfähigkeit
der
Kontrolle
seitens der kommunistischen
Partei
über den sowjetischen Staat, seine
Wirtschaft und seine Streitkräfte sicherzustellen.
Ihre
strategischen
Kommunikationssysteme sind in höch-

�schließlich
Stationierung
des
B-lB und die Nutzung der wichtigen Führungsrolle der Vereinigten
Staaten bei Technologien zur Tarnung durch Entwicklung moderner
Bomber und Marschflugkörper.

stem Maße widerstandsfähig, überlebensfähig
und
gegen
Auswirkungen
durch Nuklearwaffen resistent.
Ihre
aktiven und passiven Verteidigungssysteme, ihre hartnäckige Aufrüstung
bei den Offensivwaffen und ihre veröffentlichte
Militärdoktrin
liefern
Beweise für die sowjetischen Auffassung zur nuklearen Kriegführung und
unterstreichen die unbedingte Bedeutung, die Effektivität der amerikanischen
strategischen
Abschreckung
aufrecht zu erhalten.
Aus diesem Grunde haben wir 1981
das Strategische Modernisierungsprogramm aufgenommen, um die unbedingt
notwendige
Überlebensfähigkeit
und
Effektivität unserer eigenen Streitkräfte angesichts des fortgesetzten
qualitativen und quantitativen Steigerung
der
sowjetischen
Bedrohung
aufrechtzuerhalten.
Heutige Bestandteile dieses Programms, das im Rahmen
der Verteidigung unsere höchste Priorität bleibt, umfassen:

- Strategische
Verteidigungsprogramme, einschließlich SDI und
der
Luftverteidigungsinitiative,
um die seit langem bestehende
Vernachlässigung
von
Verteidigungsprogrammen
im
allgemeinen
wettzumachen und das Potential zu
nutzen, das uns die moderne Technologie zur radikalen Umgestaltung der Grundlage für die Abschreckung
bietet
und
um
den
Grundstein für ein sichereres und
stabileres strategisches Verhältnis mit der Sowjetunion zu legen.

Rüstungskontrolle

- Modernisierung
der
SLBM,
einschließlich Stationierung des UBoots vom Typ Trident sowie Entwicklung
und Stationierung der
Trident II-Rakete.

Rüstungskontrolle ist kein Ziel
an sich, sondern ein integraler Bestandteil unserer gesamten Strategie
zur Nationalen Sicherheit. Es sollte
als lediglich eines von mehreren Mitteln zur Verbesserung unserer nationalen Sicherheit und zur Förderung
unseres grundlegenden nationalen Interesses an einem überleben der Vereinigten Staaten als freie und unabhängige
Nation
betrachtet
werden.
Unsere Zielsetzungen im Bereich der
Rüstungskontrolle sind in unsere Außen- und Verteidigungspolitik
vollständig integriert und dienen gemeinsam
der Verbesserung
unserer
Abschreckung, dem Risikoabbau, der Unterstützung unserer Bündnisbeziehungen wie auch dazu, sicherzustellen,
daß die Sowjets keinen wesentlichen
einseitigen Vorteil über die Vereinigten Staaten erlangen.

- Kampfwertsteigerung
von
Bombern
und
Marschflugkörpern,
ein-

Auf dieser Auffassung
stungskontrolle als Beitrag

- Verbessertes
strategisches
Führungs- und
Kommunikationswesen,
um die rechtzeitige Warnung vor
einem Angriff und ein sicheres
Mittel zur Übermittlung von Befehlen zu einer Vergeltung an unsere
strategischen
Streitkräfte
sicherzustellen.
- Modernisierung der ICBMs, hauptsächlich
des
Typs
Peacekeeper
(MX) und kleiner ICBMs, die beide
eine verbesserte überlebensfähigkeit durch Mobilität haben werden.

- 9 -

von Rüzu einer

�starken nationalen Verteidigungshaltung basierend, wurde die Rüstungskontrollpolitik der Vereinigten Staaten seit Beginn dieser Regierung von
verschiedenen
grundlegenden
Prinzipien geleitet:
- Die Vereinigten Staaten streben
nur solche Abkommen an, die zu
ihrer Sicherheit und der ihrer
Verbündeten beitragen.
- Die Vereinigten
Staaten
wollen
Abkommen erzielen, mit deren Hilfe Waffen reduziert und nicht deren Zuwachs kodifiziert wird.
- Eine Erlangung von Abkommen über
einen weitgesteckten, einschneidenden und beiderseitigen Abbau
nuklearer
Offensivwaffen
stellt
im Bereich der Rüstungskontrolle
die höchste Priorität der Vereinigten Staaten dar.
- Innerhalb der Kategorie nuklearer
Offensivwaffen
räumen die Vereinigten Staaten dem Abbau der am
meisten destabilisierenden Waffen
Priorität ein: der schnell fliegenden, nicht-rückrufbaren
ballistischen Rakete.
- Die Vereinigten Staaten bestehen
auf Abkommen, die wirksam verifiziert und vollständig eingehalten
werden.
Rüstungskontrollabkommen
ohne wirksame Maßnahmen zur Verifizierung
sind
schlechter
als
überhaupt
keine Abkommen, weil
sie der Möglichkeit eines einseitigen sowjetischen Vorteils Vorschub leisten und bei der Planung
der Vereinigten Staaten und ihrer
Verbündeten ein falsches Gefühl
des Vertrauens hervorrufen könnten.
Diese Prinzipien stehen in krassem Gegensatz zum sowjetischen Ansatz

zur Rüstungskontrolle.
Die Sowjets
haben durch ihre Geschichte hinweg
danach
gestrebt,
den
Rüstungskontrollprozeß
dazu
zu nutzen, sich
durch Verschiebung des militärischen
Gleichgewichts zu ihren Gunsten einen
einseitigen Vorteil zu verschaffen.
Gleichzeitig strebten sie nach zusätzlichen Vorteilen, indem sie wichtige
Bestimmungen
bestehender
Rüstungskontrollabkommen
nicht
eingehalten haben und gleichzeitig sicher
sein konnten, daß die Vereinigten
Staaten sie nicht betrügen und sie
sich auf deren völlige Einhaltung
rechtskräftiger
Abkommen
verlassen
können.
Dieser Ansatz hat sich für die
Sowjets in der Vergangenheit wenigstens zum Teil als erfolgreich erwiesen.
Die
Rüstungskontrollabkommen
der 70er Jahre haben die planvolle
strategische Aufrüstung der Sowjets
größtenteils legitimiert, während sie
gleichzeitig die Modernisierung unserer eigenen Systeme eingeschränkt haben indem uns die öffentliche Unterstützung wichtiger strategischer Programme versagt blieb.
Typisch für
die Fehler der Vergangenheit ist der
SALT II-Vertrag, ein grundlegend mangelhaftes Abkommen, das nie ratifiziert wurde. Dieser in seinen wichtigen Bestimmungen unausgewogene und
nicht verifizierbare Vertrag war den
den Sicherheitsinteressen
der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten wie auch der Stabilität des strategischen Verhältnisses zwischen den
Vereinigten Staaten und der Sowjetunion abträglich.
So unzulänglich diese frühen Rüstungskontrollabkommen auch waren, so
wurden ihre Mängel durch die sowjetische Nicht-Einhaltung wichtiger Bestimmungen auf die Spitze getrieben ein Versagen, das auch heute noch besteht.
Sie verschlüsseln die mit

- 10 -

�ballistischen Raketen in Zusammenhang
stehenden
telemetrischen
Daten so,
daß
eine
Verifizierung
unmöglich
wird. Sie haben ferner einen verbotenen zweiten neuen Typ von ICBM, die
SS-25, geschaffen, wie auch die zahlenmäßige Beschränkung
bei strategischen Trägersystemen überschritten.
Die Sowjets haben ferner das SALT I
Interimabkommen verletzt, und im Hinblick auf den ABM-Vertrag stellt der
Radar von Krasnojarsk weiterhin eine
eindeutige Verletzung dar.

gen strategischer Offensivwaffen ein
Hauptziel
der
Vereinigten
Staaten
bilden, so engagieren wir uns auch
bei einer Reihe von Verhandlungen und
Diskussionen über andere Themen, wir
streben nur nach solchen Übereinkünften, die beiderseitig verifizierbar
sind und unsere Sicherheit wie auch
die unserer Verbündeten verbessern.

Als ein Ergebnis sowohl der Besorgnis der Vereinigten Staaten über
die Struktur von SALT als auch auf
Grund der mangelhaften Dokumentation
einer
sowjetischen Einhaltung habe
ich mich im Mai 1986 entschlossen,
daß die Vereinigten Staaten in Zukunft ihre Entscheidungen über den
Aufbau
ihrer
strategischen Streitkräfte von Art und Umfang der Bedrohung abhängig machen werden, die von
sowjetischen
strategischen
Streitkräften ausgeht und nicht von den Niveaus, die in einem mangelhaften,
nicht-ratifizierten und abgelaufenen
Vertrag niedergelegt sind, der von
den Sowjets wiederholt verletzt wurde.
Gleichzeitig
habe ich darauf
hingewiesen,
daß
die
Vereinigten
Staaten - wenn bei der Bedrohung, der
wir uns gegenübersehen, kein bedeutender Wandel eintritt - nicht mehr
strategische Trägersysteme oder nukleare
Gefechtsköpfe
stationieren
werden als die Sowjetunion.
Deshalb
werden sich die Vereinigten Staaten,
obwohl sie weiterhin eine angemessene
strategische Abschreckung sicherstellen, die größtmögliche Beschränkung
auferlegen, um die notwendige Atmosphäre für eine sowjetische Zustimmung zu einem bedeutsamen Abbau herbeizuführen.
Obwohl im Bereich der Rüstungskontrolle einschneidende Verringerun- 11 -

Insbesondere heißt das:
- Im Bereich nuklearer Mittelstrekkenwaffen (INF) streben wir nach
vollständiger
Abschaffung
einer
gesamten Waffenklasse: der landgestützten
Raketen
längerer
Reichweite
(LRINF).
Als Ubergangsziel wollen wir ein globales
Abkommen erzielen, bei dem sich
die Vereinigten Staaten und die
Sowjetunion
auf
jeweils
100
LRINF-Gefechtsköpfe
beschränken,
die im asiatischen Teil der Sowjetunion wie auch in den vereinigten Staaten stationiert werden sollen. Von keiner der beiden Seiten werden solche Stationierungen in Europa vorgenommen.
- Im Einklang mit unserer Überzeugung, daß die strategische Verteidigung eine sicherere, stabilere Grundlage für die Abschrekkung schaffen kann, wollen wir
die sowjetische
Zustimmung
für
einen ordnungsgemäßen Übergang zu
einer Welt erhalten, die verstärkt auf Verteidigung vertraut.
- Wir haben ein effektiv verifizierbares weltweites Verbot chemischer Waffen vorgeschlagen.
- Wir
streben nach Verhandlungen
zwischen den Bündnissen, um bei
den konventionellen Streitkräften
vom Atlantik bis zum Ural ein
stabileres Gleichgewicht zu erlangen. Solch ein Abbau muß ef-

�fektiv verifizierbar sein und die
geographischen
Ungleichheiten
zwischen
beiden Seiten berücksichtigen.
- Bei den Atomtests streben wir
nach wesentlichen Verbesserungen
bei der Verifizierung, die eine
Ratifizierung bestehender Verträge, wie des Schwellenvertrags und
des Vertrags über Atomexplosionen
zu friedlichen Zwecken erlauben.
Sobald unsere Besorgnisse ausgeräumt und der Ratifizierungsprozeß abgeschlossen ist, wären wir
umgehend dazu bereit, mit den Sowjets
in Verhandlungen darüber
einzutreten, wie ein schrittweise
durchgeführtes Programm zur Begrenzung und letztendlich zur Abschaffung von Atomtests angewandt
werden kann, in Zusammenhang mit
einem
Programm
zum Abbau
und
letztendlich zur Abschaffung aller Nuklearwaffen.
- Schließlich streben wir auch nach
einer Verbesserung der Stabilität
mittels
effektiverer
Maßnahmen,
die in Krisenzeiten Mißverständnisse vermeiden könnten. Wir haben bei solchen Maßnahmen Fortschritte bei der jüngst beendeten
Konferenz in Stockholm erzielt.

ben werden, die ich dem Kongreß über
die sowjetische Nicht-Einhaltung vorgelegt habe.
Bei meinem Treffen mit Generalsekretär Gorbatschow im Oktober 1986
in Island wurde ein solider Fortschritt erzielt, um im Bereich der
Rüstungskontrolle die Ziele der Vereinigten Staaten zu erreichen.
Bei
unserem Zusammentreffen einigten wir
uns in etwa auf einen 50prozentigen
Abbau
strategischer
Offensivwaffen
und auf einen drastischen weltweiten
Abbau von Mittelstreckenrakten (INF).
Mittelfristig werden wir unsere Aufmerksamkeit auf die Erarbeitung einer
Übereinkunft in diesen Bereichen konzentrieren.
Im Einklang mit unserer
Priorität des radikalen Abbaus der am
meisten
destabilisierend
wirkenden
strategischen Systeme - als Reaktion
auf den sowjetischen Wunsch nach einer 10jährigen Verpflichtung auf den
ABM-Vertrag - schlugen wir vor, solch
eine Verpflichtung bis 1996 zu akzeptieren. In dieser Zeit würde die im
ABM-Vertrag
genehmigte
Forschung,
Entwicklung
und
Erprobung
fortgesetzt.
Die vorgeschlagene Übereinkunft sieht ferner vor:

In all diesen Bereichen sind wir
der
Überzeugung, daß wirkungsvolle
Verifizierung ebenso wichtig ist wie
speziell
ausgehandelte
Obergrenzen;
über beide sollte gleichzeitig verhandelt werden.
Wir können keine
Verpflichtungen akzeptieren, die unsere militärischen Programme begrenzen, bis wir nicht die sowjetische
Einhaltung ebendieser Verpflichtungen
wirkungsvoll
verifizieren
können.
Das ist besonders wichtig angesichts
des
fortgesetzten
Musters
sowjetischer Vertragsverletzungen, wie sie
in verschiedenen Berichten beschrie- 12 -

- einen 50prozentigen Abbau strategischer Offensivwaffen der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion in den ersten fünf Jahren
des Zehnjahreszeitraumes
- die Abschaffung aller amerikanischen und sowjetischen ballistischen Offensivraketen jeglicher
Reichweite in den nächsten fünf
Jahren.
- das Abkommen, daß jede Seite nach
Ablauf
des
ZehnJahreszeitraumes
moderne
strategische
Verteidigungssysteme stationieren könnte,
wenn
nichts
Gegenteiliges
von
beiden Seiten vereinbart wird.

�Es ist noch zu früh, um den zukünftigen Kurs der Rüstungskontrolle
nach Reykjavik vorherzusehen. Vieles
hängt von der Einstellung der Sowjetunion ab. Die Vereinigten Staaten haben bei den Genfer Verhandlungen Vorschläge unterbreitet, die in
Reykjavik erzielte Übereinkünfte widerspiegeln, während die Sowjetunion
Vorschläge einbrachte, die die Errungenschaften von Reykjavik nur teilweise
reflektierten.
Wenn die Sowjets bei ihrer momentanen Haltung
bleiben und alle Fortschritte davon
abhängig machen, daß die Vereinigten
Staaten ihre Strategische Verteidigungsinitiative einstellen, sind die
Aussichten auf Fortschritte düster.
Wenn sie jedoch bereit sind, die in
Reykjavik
erzielten
Übereinkünfte
durchzuführen, könnten wir uns auf
die Erlangung größerer Stabilität und
einer
sichereren
Welt
hinbewegen.
Bei der Hinwendung zu dieser Welt
werde ich mein Engagement für umfassende, einschneidende, beiderseitige
und
verifizierbare
Reduzierungen
aufrechterhalten, die besonders auf
den Bereich ballistischer Raketen abzielen, wie auch mein Engagement für
die Strategische Verteidigungsinitiative als Basis für die Hinwendung zu
einer sichereren, stabileren Form der
Abschreckung.
Schließlich sollte ich betonen,
daß sich Erfolg bei der Rüstungskontrolle nicht an der zahl der abgehaltenen Treffen oder der unterzeichneten Abkommen messen läßt.
Deshalb
werden die Vereinigten Staaten, obwohl sie weiterhin kreativ und geduldig bleiben werden, weiterhin Forderungen nach solchen Abkommen zurückweisen, die nicht die Sicherheit der
Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten verbessern und zur weltweiten
Stabilität beitragen.

Aufrechterhaltung eines konventionellen Abschreckungspotentials
Vorne stationierte konventionelle
Verteidigungsfähigkeit:
Strategische
Fähigkeiten sind für die Abschreckung
unerläßlich,
reichen
aber
allein
nicht aus.
Die Vereinigten Staaten
und ihre Verbündeten brauchen widerstandsfähige
konventionelle
Streitkräfte als integralen Bestandteil unserer
gesamten
Abschreckung.
Die
Strategie zur Nationalen Sicherheit
der Vereinigten Staaten baut auf der
Konzeption der Vorneverteidigung und
der Solidarität im Bündnis auf.
Im
Einklang mit dieser Strategie unterhalten wir in Friedenszeiten große,
vorne stationierte Streitkräfte auf
See und auf dem Territorium unserer
Verbündeten in der NATO und in Asien.
Der Gesamtumfang und die Fähigkeiten
der amerikanischen Streitkräfte werden erheblich von dem Bedarf der Aufrechterhaltung einer solchen Präsenz
beeinflußt, die wiederum notwendig
ist zur Abschreckung einer Aggression.
Die
anspruchsvollste
Bedrohung,
mit der diese Streitkräfte fertigwerden müssen, ist die Bedrohung durch
die
Sowjets.
Die
sowjetischen
Streitkräfte
werden
unseren
wahrscheinlich immer zahlenmäßig überlegen sein - sogar wenn die Streitkräfte unserer Verbündeten mit hinzugezählt werden. Aus diesem Grunde müssen wir sorgfältig darauf achten, daß
wir die qualitative Überlegenheit unserer
Streitkräfte auf dem Niveau
halten, das notwendig ist, um ihren
Auftrag
der
Abschreckung
und
im
Kriegsfall zu verwirklichen.
Eine weitere Grundlage amerikanischer Verteidigungspolitik besagt,
daß die Vereinigten Staaten nicht
versuchen, der von der Sowjetunion
ausgehenden Bedrohung ohne Hilfe zu

- 13 -

�begegnen.
Ein
System
dynamischer
Bündnisse ist die einzig wirkungsvolle Art und Weise zur Abschreckung der
Sowjets. Das wichtigste dieser Bündnisse ist die NATO, die seit über einer Generation Frieden und Sicherheit
in Europa bewahrt hat.
Obwohl es
kein einzelner NATO-Partner mit den
starken konventionellen Streitkräften
der Sowjetunion aufnehmen kann, so
sind wir doch gemeinsam in der Lage,
ein mächtiges Abschreckungspotential
aufzustellen.
Der Beitrag der Vereinigten Staaten zur NATO: Die Vereinigten Staaten tragen zu dieser NATO-Abschrekkung auf verschiedene Art und Weise
bei.
Die offensichtlichste ist die
in Friedenszeiten stationierte Zahl
von
300 000 Militärangehörigen
auf
dem europäischen Schauplatz.
Obwohl
unsere Verbündeten die Mehrheit der
konventionellen Streitkräfte in Europa stellen und dies auch in Krisenzeiten und im Fall einer Mobilisierung tun würden, weist jedoch die
Präsenz
der amerikanischen Streitkräfte darauf hin, daß es nicht möglich ist, einen NATO-Partner anzugreifen, ohne gleichzeitig die gesamte militärische Macht der vereinigten
Staaten miteinzubeziehen.
Über die direkte Bereitstellung
von Truppen hinaus gewähren die Vereinigten Staaten denjenigen NATO-Verbündeten Militärhilfe, deren Volkswirtschaften es ihnen nicht gestatten, einen solch großen Beitrag zur
gemeinsamen Verteidigung zu leisten,
wie sie oder wir es für wünschenswert
halten. Eine solche Hilfe dient als
kostengünstiger
Kräftemultiplikator
und erhöht sowohl die politische Solidarität wie auch die militärische
Effektivität der NATO.
Schließlich
leisten die Vereinigten Staaten den
Hauptbeitrag
zum
nuklearen
Schirm
über der NATO, der seit Jahrzehnten
- 14

eine
ist.

der

Säulen

der

NATO-Strategie

Die Strategie der Flexiblen Reaktion: Die Abschreckungsstrategie der
NATO verlangt eine Fähigkeit zur flexiblen Reaktion, die einer sowjetischen Provokation
angemessen
ist.
Zusätzlich
zu
widerstandsfähigen
Streitkräften der Vereinigten Staaten
und ihrer Verbündeten und mit Unterstützung der strategischen Fähigkeit
der Vereinigten Staaten, muß diese
Strategie
auch durch
wirkungsvolle
und substantielle nicht-strategische
nukleare
Streitkräfte
unterstützt
werden. Die Vereinigten Staaten tragen zu allen Teilen der "NATO-Triade"
bei: den konventionellen Streitkräften, den nicht-strategischen nuklearen Streitkräften
und den strategischen Streitkräften. Die Entscheidung der NATO von 1979, ihre nuklearen Streitkräfte durch Stationierung
der
landgestützten
Marschflugkörper
und Pershing II-Raketen zu modernisieren, hat zur Beseitigung des Ungleichgewichts geführt, das durch die
sowjetische Stationierung der SS-20Raketen, die gegen NATO-Territorium
gerichtet sind, hervorgerufen wurde.
Sie hat ferner dem Entschluß der NATO
Ausdruck verliehen, die Wirksamkeit
und Integrität ihrer Fähigkeit zur Abschreckung
aufrechtzuerhalten
und
hat dazu beigetragen, die Grundlage
für wirksame Rüstungskontrollverhandlungen zu legen, die darauf abzielen,
die gegen die NATO gerichtete Bedrohung durch ballistische Raketen abzubauen.
Im klaren Gegensatz zur Sowjetunion besteht die Politik der NATO
darin,
nichtstrategische
Nuklearstreitkräfte auf dem niedrigsten Niveau zu unterhalten, das zur Abschreckung der Bedrohung durch den
Warschauer Pakt ausreicht.
In Verfolgung dieser Politik beschloß das

�Bündnis im Oktober 1983, die Anzahl
der Gefechtsköpfe in Europa - zusätzlich zum 1980 beendeten Abbau um
1 000 Gefechtsköpfe - um 1 400 zu
verringern. Diese unabhängig von Rüstungskontrollabkommen
vorgenommenen
Reduzierungen werden das nukleare Arsenal der NATO in Europa auf das
niedrigste Niveau seit über 20 Jahren
verringern.
Daher ist es unabdingbar, daß der verbleibende Bestand
über lebensfähig, reaktionsfähig
und
wirksam ist.
Abschreckung chemischer Kampfführung: Obwohl weder die NATO noch die
Vereinigten Staaten danach streben,
mit der Sowjetunion Waffe für Waffe
gleichzuziehen, würde die Abschrekkung geschwächt, wenn man es der Sowjetunion gestattete, eine Fähigkeit
aufzubauen, der keinerlei vergleichbare Fähigkeit der NATO entgegenstünde. Diese Prämisse, die dem Beschluß
der NATO zur Modernisierung
ihrer
kriegsschauplatzgebundenen
Nuklear streitkräfte
zugrundeliegt,
gilt
ebenso für unsere eigene Entschlossenheit, die amerikanischen Fähigkeiten bei den chemischen Waffen durch
die Entwicklung moderner, sicherer
binärer
Munition zu modernisieren.
Diese Modernisierung wird uns befähigen, einen Erstgebrauch
chemischer
Waffen durch die Sowjets abzuschrekken.
In Ermangelung einer solchen
Fähigkeit werden wir zur Abschreckung
einer Anwendung durch die Sowjets
weiterhin von einem veralteten Arsenal unitärer, für moderne Trägersysteme schlecht geeigneter chemischer
Waffen sowie von den atomaren Fähigkeiten des Bündnisses abhängig sein zweifellos eine unerwünschte und risikoträchtige Situation.
Ausmaß und Intensität eines Konflikts: unsere Strategie erkennt die
Tatsache an, daß die Sowjetunion zusammen mit ihren verbündeten Streit-

kräften zu gleichzeitigen Aggressionen in mehr als einer Region der Welt
fähig ist. Im Falle einer Aggression
in
mehreren
Regionen
gleichzeitig
würden die militärischen Reaktionen
der Vereinigten Staaten von bestehenden Verpflichtungen, allgemein strategischen
Prioritäten,
den
spezifischen Umständen und der Verfügbarkeit von Streitkräften bestimmt sein.
Diese Reaktionsfähigkeit würde durch
die in unseren Streitkräften eingeführte Flexibilität verstärkt.
Dazu
gehören unsere Fähigkeiten zu strategischer Mobilität und Einsatz von
Macht in globalem Maßstab. Diese Fähigkeit zu wirksamer Reaktion auf
entfernten Kriegsschauplätzen vermindert unser Risiko, jemals wirklich
auf solche Angriffe antworten zu müssen.
Wenn wir auf einen solchen Angriff reagieren müssen, würde unser
übergeordnetes Ziel darin bestehen,
den Krieg so schnell wie möglich zu
beenden, und zwar auf dem niedrigstmöglichen Niveau von Gewaltanwendung,
das eine Wiederherstellung des Friedens zu Bedingungen ermöglicht, die
für die Vereinigten Staaten und ihre
Verbündeten
günstig sind.
Sollten
jedoch unsere anfänglichen Versuche
zur Niederschlagung einer Aggression
fehlschlagen, so ermöglicht die amerikanische Strategie die flexible und
ausreichende
Anwendung
von
Gewalt
während der Gesamtdauer der Kampfhandlungen, um sicherzustellen, daß
kein Gebiet von vitalem Interesse
verloren wird.
Sollte es zu einer
Eskalation kommen, würden wir versuchen, unsere Kräfte so einzusetzen,
um den Gegner von einer weiteren Eskalation abzuschrecken und unsere nationalen Ziele zu erreichen.

von
und

- 15 -

Deshalb geht unsere Strategie daaus, daß Charakter, Schauplätze
Intensität unserer militärischen

�Handlungen in einem Konflikt mit der
Sowjetunion von einer Reihe unterschiedlicher Faktoren beeinflußt werden. Unsere Strategie besteht darin,
nicht zu versuchen "überall gleichzeitig" zu kämpfen. Wir würden das
unter
den herrschenden
Bedingungen
strategisch Vernünftige und operativ
Erreichbare tun. Aber wir benötigen
die Fähigkeit weltweiter glaubwürdiger Reaktionen auf schwerwiegende Bedrohungen, um sicherzustellen, daß
unsere
Gegner
nicht
durch
unsere
Schwäche in Versuchung geführt werden.
Andere Verpflichtungen der Vereinigten Staaten: Die NATO ist nicht
unser einziges Bündnis.
Die Vereinigten Staaten unterhalten mit 43
Nationen in der ganzen Welt bilaterale oder multilaterale Sicherheitsverpflichtungen.
Zur
Unterstützung
dieser
Verpflichtungen und zur Abschreckung des
von der Sowjetunion und ihren Vasallenstaaten ausgehenden Abenteurertums
unterhalten
die
Vereinigten
Staaten in vielen strategisch wichtigen
Regionen
vorne
stationierte
Streitkräfte.
Zusätzlich
zu ihrer
Mittelmeerflotte unterhalten die Vereinigten Staaten eine umfassende Militärpräsenz
im Westpazifik.
Eine
geringere Präsenz im Indischen Ozean
dient der Unterstützung unserer Interessen in Südwestasien.
Im gesamten
pazifischen
Raum
stationierte
amerikanische
Luftstreitkräfte
leisten Hilfe bei der Erfüllung unserer
Sicherheitsverpflichtungen in Staaten
wie Japan und den Philippinen. Erhebliche
Land- und
Luftstreitkräfte
sind in Korea stationiert, um die
Streitkräfte der Republik Korea bei
der Abschreckung einer Aggression aus
dem Norden zu ergänzen.
Unsere
Streitkräfte

vorne
in der

stationierten
ganzen Welt er-

füllen mehrere Funktionen.
Sie sind
unentbehrlich für die Schaffung regionaler Kräftegleichgewichte, durch
welche die Sowjets von Aggressionen
abgeschreckt und die allgemeine regionale Stabilität gefördert werden;
sie unterstützen die politische Unabhängigkeit von Nationen an der sowjetischen
Peripherie und besitzen
deshalb
eine Schlüsselfunktion
für
das grundsätzliche strategische Ziel
der Vereinigten Staaten, die Vermeidung sowjetischer Hegemonie über die
eurasische
Landmasse;
schließlich
liefern sie eine unmittelbar verfügbare Fähigkeit zur Bewältigung von
Krisen geringeren Ausmaßes.
Obwohl die Sowjetunion die größte
Bedrohung für die Vereinigten Staaten
und ihre Verbündeten darstellt, ist
sie, wie bereits erwähnt, nicht die
einzige Bedrohung. Vorne stationierte Truppen können auch lokal begrenzte Aggressionen verhindern, zur regionalen Stabilität beitragen und als
sichtbare Symbole des Willens und der
Fähigkeit
der
Vereinigten
Staaten
dienen, ihre Interessen zu schützen.
Im Falle von militärischen Krisen ohne Beteiligung der Sowjetunion sind
die Vereinigten Staaten jedoch primär
daran interessiert, daß die daran beteiligten Staaten
für ihre eigene
Verteidigung sorgen.
Das direkte Engagement amerikanischer Truppen ist ein letztes Mittel, das nur dann angewendet werden
sollte, nachdem klare politische Ziele definiert worden sind, unser politischer Wille eindeutig feststeht und
angemessene militärische Fähigkeiten
verfügbar sind. Beim Einsatz amerikanischer
Kampftruppen
würden
die
Vereinigten Staaten danach trachten,
Ausmaß und Schärfe des Konflikts zu
begrenzen, eine Beteiligung der Sowjetunion zu vermeiden und die amerikanischen
Zielsetzungen so schnell

�wie möglich zu erreichen.
Wir
haben
in
den
vergangenen
sechs Jahren bedeutende Fortschritte
bei der Verbesserung der Fähigkeiten
unserer vorne stationierten Streitkräfte in bezug auf den Schutz amerikanischer Interessen, die Durchführung unserer nationalen Strategie und
die Unterstützung unserer Bündnisverpflichtungen erzielt. Wir sind weiterhin der stetigen Verbesserung unserer stationierten Kräfte verpflichtet, um unsere auf Vorneverteidigung
und Bündnisse gegründete Strategie zu
unterstützen.
In den folgenden Abschnitten werden ausgewählte Fähigkeiten behandelt, die grundlegende
Elemente für diese Strategie bereitstellen.
Aufrechterhaltung von Fähigkeiten
zur weltweiten Unterstützung und Mobilität: Die Fähigkeit, vorne stationierte Truppen zu verstärken und mit
Nachschub zu versorgen, ist für die
Durchführung der amerikanischen Strategie der Vorneverteidigung und Bündnissolidarität
unverzichtbar.
Die
schnelle Verstärkung
der
NATO
in
Spannungszeiten
ist
beispielsweise
entscheidend für eine wirksame Abschreckung .
Im Hinblick auf die Länder der
eurasischen Randgebiete besitzen die
Sowjets einen natürlichen geographischen Vorteil sowie die wachsende Fähigkeit, Offensiven gleichzeitig in
Europa, Südwestasien und dem Fernen
Osten zu starten.
Unter Ausnutzung
der inneren Verkehrswege können sie
Truppen über weite Gebiete verlegen
und mit Nachschub versorgen. Mit ihren Bemühungenen haben die Sowjets in
den letzten Jahren den militärischen
Zugang zu strategisch wichtigen Gebieten entlang der sowjetischen Südgrenze auf Schiene und Straße erheblich verbessert.
- 17

Unsere Fähigkeit
zu weltweiter
Unterstützung und Mobilität, darunter
Luft- und Seetransport sowie Voreinlagerung von Ausrüstung sind deshalb
unbedingt erforderlich, damit wir militärischen Herausforderungen an der
Peripherie
des
eurasischen
Kontinents, der weiterhin im Mittelpunkt
sowjetischer
expansionistischer
Interessen steht, entgegentreten können.
Durch Voreinlagerung zu Land
oder auf See können unsere Reaktionszeiten bedeutend verringert werden.
In den meisten Krisenfällen würden
anfängliche Verstärkungen durch Luftbrücken, das schnellste und flexibelste unserer mobilen Instrumente,
transportiert
werden.
Zwangsläufig
wird jedoch die Masse unserer Verstärkungen
und
unseres
Nachschubs
über See transportiert werden, wie
dies auch in Krisen der Vergangenheit
der Fall war. Um die Reaktionszeiten
zu verkürzen, verbinden die Vereinigten Staaten auf integrierte Weise die
Voreinlagerung
mit
Luft- und
Seetransport.
Mobilität ist besonders
entscheidend
für
unsere Strategien
zur Bewältigung von Krisensituationen
in Südwestasien, wo wir keinerlei militärische Stützpunkte oder dauernd
stationierte Truppen unterhalten.
Im Einklang mit unserem Bündnisansatz zu Fragen der Sicherheit leisten die Verbündeten der Vereinigten
Staaten entscheidende Beiträge zu unseren mobilen Fähigkeiten. Sie stellen nicht nur Flugplätze und Seehäfen
zur Verfügung. Sie verstärken außerdem
unsere
Lufttransportfähigkeiten
und stellen den Großteil unserer Seetransportkapazitäten bereit. Schließlich ist Zusammenarbeit mit den Verbündeten eine einleuchtende Voraussetzung für die Voreinlagerung.
Zu Beginn dieses Jahrzehnts standen wir vor ernsten Schwierigkeiten,

�wenn wir größere Streitkräftekontingente schnell genug heranführen wollten, um eine sowjetische Aggression
abzuschrecken, wenn wir Truppen zu
zwei
oder
mehr
Kriegsschauplätzen
gleichzeitig verlegen oder Gerät effektiv in weniger entwickelte Regionen schaffen wollten. Mit Unterstützung des Kongresses haben wir seit
1981 große Fortschritte bei der Behebung dieser Schwächen gemacht und unsere Luft- und Seetransportfähigkeiten erheblich erweitert sowie zusätzliche große Mengen an Gerät im Ausland stationiert. Nicht alle unsere
Ziele sind jedoch erreicht worden.
Insbesondere ist die stetige Abnahme
der amerikanischen Handelsmarine und
des Bestandes an privaten Schiffen
unter amerikanischer Flagge eine besorgniserregende Angelegenheit.
Dieses Problem wird noch verschlimmert
durch den Niedergang der Flotte unter
amerikanischer Flagge insgesamt, wodurch es zu einer Verringerung der
Seebesatzungen zur Bemannung unseres
gesamten Schiffsbestandes unter amerikanischer Flagge kommt - und dies
gilt auch für die Schiffe der Einsatzreserve, der Reserveflotte
zur
nationalen Verteidigung und allen unter effektiver
amerikanischer
Kontrolle stehenden Schiffe, die neu bemannt werden müßten.
Der Mangel an
Seeleuten aus der Handelsmarine könnte kurzfristig unsere Fähigkeit untergraben, Truppen durch strategischen Seetransport in ausreichendem
Maß zu verlegen und unterhalten.
Aufrechterhaltung einer angemessenen Logistikbasis: Zur Unterhaltung
eines
starken
konventionellen
Abschreckungspotentials ist es lebenswichtig, daß wir den amerikanischen
Streitkräften eine ausreichende logistische
Unterstützung
bereitstellen. Eine solide logistische Infrastruktur stärkt die Abschreckung, indem sie unsere Vorbereitungen auf

Feindseligkeiten jeder Intensität und
für die Zeitspanne, die zur Verteidigung amerikanischer Interessen notwendig
ist, demonstriert.
Ausreichende und anhaltende Unterstützung
leistet einen Beitrag zur Anhebung
der nuklearen Schwelle, stärkt die
Abschreckung und verbessert die Aussichten auf einen frühzeitigen Erfolg
im Konfliktfall. Gegner dürfen nicht
zu dem Schluß gelangen, daß die Fähigkeiten der Vereinigten Staaten und
ihrer Verbündeten im Falle einer Konfrontation mit einem komplexen oder
lang andauernden militärischen Feldzug allmählich abnehmen würden.
In den vergangenen sechs Jahren
haben wir erhebliche Fortschritte bei
der
Verbesserung
unserer
militärischen Logistikbasis erzielt und dadurch im Lauf der Zeit die Unterstützung
unserer
Abschreckungsstrategie
verstärkt.
Mit
Unterstützung
des
Kongresses werden wir dauerhafte Verbesserungen bei dieser unspektakulären, aber notwendigen Komponente der
Militärmacht anstreben.
Gleichzeitig
werden wir gegenüber unseren Verbündeten weiterhin die Bedeutung einer
Verbesserung der logistischen Grundlage ihrer eigenen Streitkräfte betonen, um sicherzustellen, daß ihre
Ausdauer im Kampf der unserer Truppen
ebenbürtig ist.
Aufrechterhaltung
ausreichender
aktiver Streitkräfte: Die Unterstützung
unseres
konventionellen
Abschreckungspotentials
bedingt
die
Aufrechterhaltung
ausgewogener
und
wirkungsvoller aktiver Streitkräfte,
die in Quantität und Qualität dazu
ausreichen, unsere nationale militärische Strategie glaubwürdig zu gestalten.
Im
Kontext
mit
unseren
Bündnisbeziehungen verlangt die Abschreckung und, falls notwendig, die
Niederwerfung der sowjetischen Bedrohung
eine sorgfältig
strukturierte

- 18 -

�Mischung aus amerikanischen und verbündeten Land- und Seestreitkräften,
die in der Lage sind, die vereinbarte
Strategie so lange durchzuführen, bis
sie durch Mobilisierung in den entsprechenden Ländern verstärkt werden.
Im Fall der NATO sprechen die Nähe
der Land- , Luft- und Seestreitkräfte des Warschauer Pakts zum Bündnisgebiet, die Geschwindigkeit, mit der
sich ein moderner Konflikt entfalten
kann, die bedeutenden zahlenmäßigen
Vorteile des Warschauer Pakts und die
starke Betonung des Überraschungsmoments in der sowjetischen Militärdoktrin für starke, qualitativ moderne und
flexible amerikanische und
verbündete konventionelle Streitkräfte.
Die primäre Verantwortung für die
Abwehr
eines sowjetischen Angriffs
und die Verteidigung des Bündnisgebiets sowie die gleichzeitige Bekämpfung und Vernichtung der Folgestaffeln, auf die sich die sowjetische
Strategie zur Ausnutzung von Anfangserfolgen
stützt, fällt
den
Landstreitkräften der Vereinigten Staaten
und ihrer Verbündeten zu. Die amerikanischen und verbündeten Landstreitkräfte müssen mit taktischer Luftunterstützung in der Lage sein, einen
Angriff des Warschauer Pakts zum Stehen zu bringen und die Integrität des
Bündnisgebiets
wiederherzustellen,
wenn die politischen und militärischen Ziele der NATO verwirklicht
werden
sollen.
Bei
Nichtbestehen
dieser Fähigkeit muß sich die Strategie des Bündnisses stark auf die Drohung mit atomaren Waffen stützen, um
die grundlegenden Abschreckungs- und
Kriegsziele zu erreichen.
Seit
Jahrzehnten
ist
es
ein
grundsätzliches Ziel der Vereinigten
Staaten, das Risiko eines Nuklearkrieges durch eine möglichst hoch angesetzte nukleare Schwelle zu verrin-

gern.
Um dieses Ziel zu erreichen,
ist es notwendig, daß die Streitkräfte der Vereinigten Staaten und ihrer
Verbündeten die Fähigkeit besitzen,
ihren
Auftrag
mit
konventionellen
Waffen zu erfüllen. Im Fall unserer
in Europa eingesetzten
Landstreitkräfte verlangt dies eine stetige
Kampfwertsteigerung
und
Modernisierung, um angesichts des zahlenmäßig
überlegenen
Warschauer
Pakts einen
qualitativen Vorsprung zu erhalten.
Obwohl die Erfordernisse der NATO
zu Recht einen Großteil der Aufmerksamkeit unserer Landstreitkräfte einnehmen, bedingt der weltweite Charakter der potentiellen Bedrohung amerikanischer Interessen die Aufrechterhaltung
flexibler
und vielfältiger
Landstreitkräfte, die schnell in Gebiete
von
strategischer
Bedeutung
verlegt werden und dort wirkungsvoll
operieren können. Dies hat das Heer
dazu veranlaßt, fünf schnell zu verlegende leichte Divisionen aufzubauen. Während dessen wurden die Bemühungen zur Verstärkung der Fähigkeiten des Marine Corps fortgesetzt.
Diese Landstreitkräfte stellen zusammen mit angemessener taktischer Luftunterstützung
grundlegende
Elemente
unserer
Fähigkeit,
mit
weltweiten
Krisenerfordernissen fertig zu werden.
Taktische Luftunterstützung dient
der Erreichung von Zielen der Landstreitkräfte durch die Aufrechterhaltung von Luftüberlegenheit auf dem
Gefechtsfeld, die Bereitstellung reaktionsfähiger und wirksamer Feuerkraft für bewegliche Einheiten des
Heeres und die Durchführung von Abriegelungsoperationen
gegen
feindliche Truppen in der Tiefe sowie Führungsmittel und Quellen logistischer
Unterstützung.
Zusätzlich spielt sie
eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung
von Verstärkungen
und
Nachschub für unsere vorne eingesetz-

- 19 -

�ten Truppen durch Schutz unserer Seeund Flughäfen sowie der Verkehrswege
vor Angriffen und Zerstörung.
Die
Befähigung der Luftstreitkräfte zur
schnellen Verlegung von Einheiten in
Krisenfällen trägt zu unserer Fähigkeit bei, Bedrohungen unserer Interessen in weit entfernten Gebieten abzuschrecken und im Fall eines Versagens der Abschreckung
militärische
Macht wirksam einzusetzen.
Die Seestreitkräfte spielen bei
der Unterstützung
unserer militärischen
Strategie eine einzigartige
Rolle. Berücksichtigt man die Realitäten unserer geostrategischen Lage
an zwei Weltmeeren, so ist die Überlegenheit zur See ein entscheidender
Faktor für die Unterstützung unserer
Bündnisbeziehungen und unserer vorne
stationierten Truppen.
Obwohl die
Seeüberlegenheit vornehmlich von den
Fähigkeiten
unserer
Seestreitkräfte
abhängt, leisten die zu Lande stationierten
Luftstreitkräfte
ebenfalls
einen bedeutenden Beitrag zu ihrer
Aufrechterhaltung, darunter die Frühwarnung vor feindlicher Bedrohung aus
der Luft, Unterstützung seegestützter
taktischer Flugzeuge durch Luftbetankung und das Verlegen von Minen gegen
U-Boote.
Die Seeüberlegenheit befähigt uns
dazu, sowjetische, auf geographischen
Gegebenheiten
beruhende
verwundbare
Stellen auszunutzen und den sowjetischen Interessen eine globale Bedrohung entgegenzusetzen.
Dies spielt
eine Schlüsselrolle bei den Plänen
zur Verteidigung der NATO-Verbündeten
an den europäischen Flanken. Es erlaubt außerdem den Vereinigten Staaten, die sowjetischen Seestreitkräfte
in einer Verteidigungshaltung zu binden, um die sowjetischen U-Boote mit
ballistischen Raketen und die Seezugänge zum sowjetischen Festland zu
schützen.
Dadurch
wird
die
in
- 20

Kriegszeiten zu erwartende Bedrohung
der Seewege für die Heranführung von
Verstärkungen und Nachschub nach Europa verringert.
Der mobile Charakter der Seestreitkräfte erlaubt es diesen, Feldzüge zu Lande durch die Anwendung
seegestützter taktischer Luftstreitkräfte direkt zu beeinflussen und mit
amphibischen
Kräften
strategisch
wichtige Gebiete in Besitz zu nehmen,
über See erreichbare Verbündete zu
verstärken oder die maritimen Flanken
gegnerischer Landstreitkräfte zu bedrohen.
Diese Fähigkeit zur Verlagerung
militärischer Macht in Gebiete, die
weit
von
unseren Küsten
entfernt
sind, ist besonders wichtig, wenn man
die zentrale Lage der Sowjetunion innerhalb der eurasischen Landmasse,
die Tatsache, daß viele der wichtigsten
Verbündeten
der
Vereinigten
Staaten sich an der Peripherie Eurasiens und auf vorgelagerten Inseln
befinden und die Gefährdung vieler
Gebiete in der Dritten Welt ohne amerikanische Militärpräsenz berücksichtigt. Unsere Fähigkeiten zur Verlagerung militärischer Macht zur See
würde eine grundlegende Rolle bei jeder potentiellen Krise in Südwestasien spielen.
Unentbehrlich für unsere Strategie in Kriegszeiten, spielt die Überlegenheit zur See eine ebenso entscheidende Rolle im Frieden. Mobile
Seestreitkräfte, die in Krisenzeiten
leicht disloziert werden können, sind
ein traditionelles
Symbol für den
Willen und die Fähigkeit unserer Nation, ihre vitalen Interessen zu verteidigen.
Für jeden amerikanischen
Präsidenten seit dem Zweiten Weltkrieg haben sie sich als ein unverzichtbares Instrument des Krisenmanagements erwiesen.
Dadurch, daß sie

�den schnellen Einsatz amerikanischer
Macht ermöglicht, trägt die Seeüberlegenheit schließlich auch zu regionaler Stabilität bei, sei es im Indischen Ozean, in Mittelamerika, dem
Mittleren Osten oder anderen Gebieten
von strategischer Bedeutung.
Im maritimen
Bereich
ist der
Trend im allgemeinen günstig.
Wir
sind stetig dabei, wieder auf unser
Ziel einer aus 600 Schiffen und 15
Trägerkampfverbänden bestehenden Marine hinzuarbeiten. Mit andauernder,
energischer Unterstützung durch den
Kongreß werden die Vorhaben dieser
Administration
unsere
grundlegende
Überlegenheit zur See für den Rest
dieses Jahrhunderts sicherstellen.
Aufrechterhaltung effektiver Reservestreitkräfte und nationale Mobilisierungsgrundlage:
Die
effektive
Mobilisierung von Menschen und industriellen Ressourcen im Falle eines
Konflikts würde die unabdingbare Unterstützung für unsere militärischen
Fähigkeiten liefern.
Da etwa sechs
Prozent des BSP für die Verteidigung
verwendet werden, konzentriert sich
unsere Wirtschaft in Friedenszeiten
vornehmlich auf die Bedürfnisse des
zivilen Marktes und nicht auf die militärischen Bedürfnisse unseres Landes. Wir verlassen uns auf die der
amerikanischen Wirtschaft innewohnende Größe und Stärke als letzter Verteidigungslinie und entnehmen der zivilen Produktion nur soviel, wie es
die jeweilige Situation verlangt.
Deshalb benötigen wir die Fähigkeit,
unsere
industrielle
Basis
schnell zu erweitern, um das in einem
Konflikt benötigte Kriegsmaterial zu
produzieren.
Die Gesundheit der industriellen
Basis
besitzt
deshalb
eine klare militärische und strategische Bedeutung. Demgemäß wird die
Regierung
der
Vereinigten
Staaten

weiterhin Initiativen fördern, durch
die Verbesserungen
bei
der
industriellen Produktivität und Modernisierung unterstützt werden.
Zusätzlich
versucht
der
Staat
durch seine Beschaffungsverfahren Anreize zu verbesserter Produktivität
sowie zu besseren Herstellungsverfahren zu bieten und die amerikanische
Wettbewerbsfähigkeit
auf dem Weltmarkt zu verbessern.
Zur Ergänzung unserer industriellen
Mobilisierungsprogrammen
haben
die Vereinigten Staaten seit über 30
Jahren ein Bevorratungsprogramm aufrechterhalten, um den Nachschub an
entscheidend wichtigen Rohstoffen zur
Unterstützung
militärischer
und
grundlegender ziviler Bedürfnisse im
Krisenfall sicherzustellen.
Es ist
wichtig, daß wir unser Bevorratungsprogramm weiterführen, um mit aktuellen Entwicklungen, Veränderungen der
industriellen Leistungsfähigkeit und
neuen Entwicklungen bei Herstellung
und Technologie Schritt zu halten.
Da mit dem Kongreß fundamentale Meinungsverschiedenheiten
in bezug auf
die Bevorratung bestehen, müssen wir
unsere Anstrengungen zur Beseitigung
von Differenzen verstärken sowie realistische Ziele und politische Verfahren entwickeln, wodurch ein modernisierter Lagerbestand für die Zukunft geschaffen wird.
Was den Personalaspekt angeht, so
hat die in den frühen siebziger Jahren eingeführte Gesamtstreitkräftepolitik ("Total Force policy") die Verantwortung der Reservekomponente der
amerikanischen
Streitkräfte
vergrößert. Heute werden volle 50 Prozent
der Kampfeinheiten für die Landkriegführung von Reserveeinheiten bereitgestellt.
Reserveeinheiten
nehmen
wichtige Aufgaben war und leisten
ständig
Unters tutzungsfunktionen.

- 21 -

�Ihre Prioritäten in bezug auf Personal, Ausbildung
und Modernisierung
von Ausrüstung beruhen nicht auf ihrem Friedensstatus als Streitkräfte
"in Reserve", sondern auf ihrer unmittelbaren Integration in operative
Planung und Aufträge. Vielfach würden Reservekomponenten im Konfliktfall Seite an Seite mit und bisweilen
noch vor den aktiven Streitkräften
disloziert werden.
Um die Kostenrentabilität der Gesamtstreitkräftepolitik
zu maximieren, müssen wir weiterhin die Kampfund
Unterstützungselemente
unserer
Struktur von aktiven und Reservestreitkräften, deren Kosten und die
mit
ihnen verbundenen
Risikoebenen
ausgewogen gestalten. Obwohl es bestimmte Auftragsbereiche gibt, in denen die Rolle der Reservekomponenten
erweitert werden kann, müssen wir
sorgfältig
vermeiden, Anforderungen
an unser Personal zu stellen, die den
Charakter des Reservedienstes grundlegend verändern würden. Unser Einsatztempo im Frieden, unsere vorne
stationierten
Verbände
und
unsere
Strategie der Abschreckung im allgemeinen machen substantielle, ausgewogene
und
einsatzbereite
aktive
Streitkräfte notwendig.

Unterstützung der nationalen
Sicherheit aus dem Weltraum
Die Vereinigten Staaten benutzen
weltraumgestützte
Systeme, um eine
Reihe von Unternehmungen durchzuführen, die für unsere nationale Sicherheit von essentieller Bedeutung sind.
Dazu gehören Führung und Kommunikation, Navigation, Umweltbeobachtung,
Warnung, Aufklärung und Überwachung
von
Verträgen.
Zur
Unterstützung
dieser wichtigen Aufgaben benötigen
die Vereinigten Staaten den gesicherten Zugang zum Weltraum, der durch

eine effiziente und berechenbare Trägerfähigkeit unterstützt wird.
Deshalb habe ich gegen Ende des vergangenen Jahres verfügt, daß die nationale Trägerfähigkeit auf einer ausgewogenen Mischung von TrägerSystemen,
und zwar aus Weltraumtransportersystem und Verlustraketen (ELV), beruhen muß.
Die Elemente dieser Mischung dienen der Unterstützung von
Aufträgen für die nationale Sicherheit, zivile Regierungsaufgaben und
kommerzielle
Sektoren der amerikanischen Raumfahrt.
Zur Unterstützung dieses Ansatzes
hat das Verteidigungsministerium Bemühungen
unternommen, um
ein
ELV
mittlerer Größe zu entwickeln und beschaffen. Damit werden die Raumfähre
sowie die heutigen kleinen und großen
ELV ergänzt werden.
Zusätzlich werden ausgewählte Satelliten der Regierung auf Kompatibilität mit Raumfähre
oder ELV ausgelegt sein.
In
Anbetracht
des
zunehmenden
Vertrauens amerikanischer und verbündeter Streitkräfte auf Unterstützung
aus dem Weltraum müssen wir darauf
vorbereitet sein, unsere Weltraumsysteme gegen feindliche Eingriffe zu
schützen. Demzufolge gehören zu den
weiteren Facetten
des Weltraumprogramms zur nationalen Sicherheit die
Entwicklung von Konzepten und Techniken, die solchen Systemen das Überleben in Krisen erlauben sowie die Entwicklung einer Anti-Satelliten-Fähigkeit, um Bedrohungen amerikanischer
Weltraumsysteme abzuschrecken und dem
Gegner die Nutzung seiner weltraumgestützten Ressourcen im Verteidigungsfall zu verwehren, womit ein ernstes
Ungleichgewicht in den Weltraumfähigkeiten der Vereinigten Staaten und
der
Sowjetunion
korrigiert
würde.
Die Sowjets haben ihr Anti-Satelliten-System
(ASAT) vor
über
einem
Jahrzehnt eingeführt.
Heute ist es

�das einzige operative ASAT-System der
Welt. Das vom Kongreß verhängte Verbot von Tests unseres in der Entwicklung befindlichen ASAT-Systems gegen
Ziele im Weltraum beläßt den Sowjets
ein Monopol bei der ASAT-Fähigkeit
und sollte aufgehoben werden.
Im großen und ganzen sind die
Weltraumprogramme der Sowjets umfangreich und wachsen weiter an.
Ihre
von breiter Öffentlichkeitsarbeit begleiteten bemannten Raumfahrprogramme, ihre ehrgeizigen Programme zur
wissenschaftlichen
Erforschung
des
Weltraums und ihre fast erreichten
Fähigkeiten
zum Transport schwerer
Lasten in den Weltraum werden in naher Zukunft bedeutende Herausforderungen der amerikanischen Führungsrolle im Weltraum aufwerfen. Zusätzlich liefern diese Fähigkeiten die
Grundlage für die schnelle Entwicklung und Dislozierung militärischer
Mittel im Weltraum in Krisen oder
Krieg.
Eine aufkommende Technologie mit
bedeutenden
Anwendungsmöglichkeiten
im Bereich der Sicherheit wie auch im
zivilen und kommerziellen Bereich ist
das Raumflugzeug ("National Aerospace
Plane"). Der Entwurf dieses Flugzeuges verbindet moderne Luft- und Raumfahr ttechnologien , um ein Flugzeug
hervorzubringen, das sowohl in der
Erdatmosphäre als auch im Vakuum des
Weltalls
funktioniert.
Der
erste
Flug eines experimentellen Raumflugzeuges, das aus bedeutenden amerikanischen Vorteilen im technologischen
Bereich Nutzen zieht, könnte um die
Mitte der neunziger Jahre erfolgen.

Nachrichtendienstliche Unterstützung der nationalen Sicherheit
Zur Entwicklung und Durchführung
einer soliden Strategie der nationa-

len Sicherheit werden wirksame nachrichtendienstliche Fähigkeiten benötigt, um gründliche und genaue Bewertungen der bestehenden oder potentiellen Bedrohungen unserer nationalen Sicherheit zu liefern. Frühwarnung vor Entwicklungen, die Risiken
für entscheidende amerikanische Interessen darstellen könnten, ist lebenswichtig, wenn wir die geeigneten
Elemente nationaler Macht zeitgerecht
einsetzen und Bedrohungen entgegentreten sollen, bevor sie nicht mehr
zu bewältigen sind oder das Risiko
eines großen Konflikts nach sich ziehen.
Unsere
Abschreckungsstrategie
baut wesentlich auf verläßliche Informationen über Strategien, Streitkräfte, Führungs- und
Einsatzgrundsätze, Stärken, Schwächen und mögliche Handlungsabläufe beim potentiellen
Gegner.
Nachrichtendienstliche Informationen liefern außerdem
grundlegende Einsichten darüber, wie
wir selbst von diesen Gegnern eingeschätzt werden. Eine Beurteilung ihrer Vorstellungen von unseren Fähigkeiten, unserem politischen Willen,
den nationalen Interessen und unserer
wahrscheinlichen Reaktion auf feindselige Provokationen
liefert einen
wichtigen Maßstab für die Effektivität unserer Abschreckung. Mit nachr ichtendienstlichen
Informationen
wird außerdem unsere Fähigkeit verbessert, Verletzungen von Rüstungskontrollabkommen
und
potentielle
technologische Durchbrüche zu entdekken, die negative Auswirkungen auf
die Stärke unseres strategischen oder
konventionellen
AbsehreckungsPotentials haben
könnten.
Nachrichtendienstliche
Informationen
gestatten
es uns, unsere Strategien und Streitkräfte so zu planen, daß wir die
Schwächen unserer Gegner ausnutzen,
unsere eigenen Schwächen korrigieren
und mehr Nutzen aus Bereichen ziehen,

- 23 -

�in denen wir vergleichsweise
teil sind.

im VorKonflikte geringer Intensität

Die Fähigkeit zur
Durchführung
verdeckter Operationen ist ein grundlegendes Attribut unserer nachrichtendienstlichen Fähigkeiten und gestattet es uns, heraufziehenden Bedrohungen unserer Sicherheit entgegenzutreten, noch bevor sie die Anwendung
amerikanischer
Militärmacht
oder andere Handlungen erfordern, die
höhere Kosten oder Risiken verursachen.
Die Fähigkeit, der Bedrohung der
Vereinigten Staaten durch gegnerische
Nachrichtendienste
entgegenzutreten,
liefert ebenfalls eine wichtige Unterstützung unserer Strategie der nationalen
Sicherheit.
Die außergewöhnlich
umfangreichen
und aktiven
Nachrichtendienste
der
Sowjetunion,
ihrer
Vasallen
und
Stellvertreter
führen sehr subtile Operationen zur
Sammlung und Auswertung von Nachrichten durch, die gegen uns, unsere Verbündeten und Freunde gerichtet sind.
Die Sowjets stützen sich stark auf
Spionage und die illegale Beschaffung
westlicher
militärisch
nutzbarer
Technologie, um weitgesteckte strategische Ziele zu erreichen und materielle Hilfe bei der Verschiebung der
weltweiten
"Kräftekorrelation"
zum
sowjetischen Vorteil zu leisten. Die
in den letzten Jahren erfolgten Festnahmen von Agenten, die an besonders
schädigenden Spionageoperationen gegen die Vereinigten Staaten beteiligt
waren, hat die Schärfe dieser Bedrohung dramatisch unterstrichen.
Als
Teil unserer nachrichtendienstlichen
Strategie haben wir in den vergangenen Jahren eine Reihe von Schritten
unternommen, um unsere Sicherheit und
unsere Spionageabwehr zu verstärken.
Diese Bemühungen werden als eine Angelegenheit
von
hoher
nationaler
Priorität weitergehen.
- 2

Konflikte
in der Dritten Welt
können zu ernsten Bedrohungen der
amerikanischen
Sicherheitsinteressen
führen.
Konflikte geringer Intensität, die auf Niveaus unterhalb eines
konventionellen Krieges, jedoch oberhalb des normalen, friedlichen Wettstreits zwischen den Staaten stattfinden, können besonders unangenehm
sein.
Mit ihnen geht oft ein lang
andauernder Kampf zwischen konkurrierenden Prinzipien und Ideologien einher.
Konflikte niedriger Intensität
können
mit
verschiedenen
Mitteln
gleichzeitig
ausgefochten
werden,
darunter die Nutzung von Instrumenten
aus
den
Bereichen
Politik, Wirtschaft, Informationswesen und Militär.
Oft sind sie lokal begrenzt;
sie können jedoch bedeutende Auswirkungen auf die regionale und weltweite Sicherheit haben.
Hauptursachen von Konflikten geringer Intensität sind Instabilität
und ein Mangel an politischer und
wirtschaftlicher Entwicklung in der
Dritten Welt (obwohl solche Konflikte
auch in Regionen außerhalb der Dritten Welt auftreten können).
Diese
Bedingungen bilden einen fruchtbaren
Boden für Unruhen sowie für Gruppen
oder Nationen, die Unruhen für ihre
eigenen Zwecke ausnutzen wollen. Die
hieraus entstehenden Konflikte sind
dann für die Vereinigten Staaten von
Belang, wenn sie die nationalen Interessen und die Sicherheit, Werte
oder politischen Grundlagen der Vereinigten Staaten, unserer Freunde und
Verbündeten angreifen. Konflikte geringer Intensität können nach und
nach zur Isolierung der Vereinigten
Staaten, ihrer Verbündeten und wichtigen Handelspartner von der Dritten
Welt und voneinander führen.
Diese

�Isolierung
politisch
stieren.

kann
und

sich wirtschaftlich,
militärisch
manife-

- Maßnahmen ergreifen, um befreundete Staaten, die sich inneren
oder
äußeren Bedrohungen
ihrer
Unabhängigkeit
und
Stabilität
ausgesetzt sehen, zu stärken, indem
sie
in
Koordination
mit
Freunden und Verbündeten systematisch das ganze Spektrum politischer, wirtschaftlicher, informatorischer
und
militärischer
Machtinstrumente
anwenden.
Wo
immer dies möglich ist, werden
Maßnahmen
ergriffen, bevor
die
Instabilität zu Gewalt führt.

Auswirkungen von Konflikten geringer Intensität können insbesondere
sein:
- Unterbrechung westlichen Zugangs
zu lebenswichtigen Naturschätzen.
- Stufenweiser
Verlust amerikanischer
Stützpunkt- und
Zugangsrechte.
- Erweiterte Bedrohung entscheidender Seeverbindungswege.

- daran arbeiten, die Ursachen, die
Instabilität
und
Konflikten
in
der Dritten Welt zugrundeliegen,
auszuräumen, indem sie Auslandshilfe, Handels- und Investitionsprogramme
verfolgen, mit denen
wirtschaftliche
Entwicklung
und
das Heranwachsen
demokratischer
sozialer und politischer Ordnungen gefördert werden.

- Stufenweise Abwendung von Verbündeten und Handelspartnern von den
Vereinigten Staaten und Hinwendung zu Positionen der Anpassung
an gegnerische Interessen.
- Erweiterte Chancen für politische
und militärische Gewinne der Sowjets .

- möglicherweise
bestimmte
Widerstandsbewegungen
unterstützen,
die in Opposition zu den amerikanischen Interessen abträglichen
Regimen stehen. Eine solche Unterstützung wird mit Freunden und
Verbündeten koordiniert und kann
politische,
informatorische,
wirtschaftliche und militärische
Elemente enthalten.

Eine wirksame amerikanische Antwort auf diese Art der Kriegführung
erfordert den nationalen Willen zur
Aufrechterhaltung langfristiger Verpflichtungen.
Die Vereinigten Staaten sind gegen die Ausdrucksformen
von Konflikten geringer
Intensität
mit einer harten Linie gegen den Terrorismus,
Unterstützung
demokratischer Widerstandsbewegungen und politischer, wirtschaftlicher sowie militärischer Hilfe für Entwicklungsländer vorgegangen, um diesen dabei zu
helfen, derartige
Herausforderungen
zu verhindern oder zu bekämpfen.
Die amerikanische Politik zur Behandlung von Konfliktsituationen geringer Intensität läßt sich folgendermaßen zusammenfassen: Wenn es im
amerikanischen Interesse liegt, werden die Vereinigten Staaten

- Schritte unternehmen, um die Sowjets und andere von staatlich
gefördertem Abenteurertum
abzuhalten und den Preis für diejenigen zu erhöhen, die Stellvertreter oder terroristische und umstürzlerische Kräfte benutzen, um
in der Dritten Welt bestehende
Instabilität auszunutzen.
Die Strategien für Konflikte geringer Intensität, die zur Unterstüt-

- 25 -

�zung dieser Politik dienen, müssen
die Anwendung einer Reihe von Instrumenten zu deren Durchführung zwischen
verschiedenen
amerikanischen
Regierungsbehörden wie auch international
koordinieren. Zur Behandlung solcher
Konflikte können Instrumente aus den
Bereichen Wirtschaft, Politik und Informationswesen
sowie
Militärhilfe
genutzt werden.
Wirtschaftspolitik und Konflikte
geringer
Intensität:
Die
amerikanische Politik in bezug auf Konflikte
geringer Intensität erkennt die Tatsache an, daß langfristige politische
und wirtschaftliche Entwicklung die
der Instabilität in der Dritten Welt
zugrundeliegenden
Ursachen
abschwächen, zur Schädigung der Anziehungskraft
totalitärer Regime beitragen
und schließlich zu Bedingungen führen
wird, die
den
amerikanischen
und
westlichen
Interessen
förderlich
sind. Deshalb werden wir die Ausweitung des freien Handels, die Entwicklung privaten Unternehmertums sowie
die Erweiterung
und Unabhängigkeit
der lokalen Volkswirtschaften ermutigen. Diese Politik wird durch amerikanische
Entwicklungsund
Wirtschaf tshilfeprogramme
erleichtert.
Außerdem werden wir private Investitionen in der Dritten weit ermutigen,
wenn solche Investitionen ein ausgewogenes
Wirtschaftswachstum
unterstützen .
Informationspolitik und Konflikte
geringer Intensität: Konflikte geringer Intensität sind politische Kämpfe, in denen Ideen genau so wichtig
sein können wie Waffen.
In diesem
Bereich besitzen wir bedeutende Vorteile gegenüber unseren Gegnern. Im
Gegensatz zu diesen besitzen wir ein
offenes politisches System, das auf
Grund von Kommunikation und Wahrheit
gedeiht.
Wir müssen jedoch sicherstellen, daß zutreffende Informatio- 2

nen über die amerikanischen Ideale
und Ziele in der gesamten Dritten
Welt erhältlich sind und daß die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung
gestellt werden.
Politische Instrumente und Konflikte geringer Intensität: Wir sind
uns der Tatsache bewußt, daß andere
Staaten nicht notwendigerweise
die
gleiche
demokratische
Entwicklung
nehmen wie wir. Trotzdem streben wir
danach, die Entwicklung politischer
Systeme zu ermutigen, die die Rechte
des Einzelnen schützen und für repräsentative Regierungen, freie Institutionen und ein Umfeld sorgen, in dem
die Menschenwürde gedeihen kann, wir
tun dies teilweise durch unser eigenes Beispiel und durch die Verteidigung unserer ideale, wenn diese herausgefordert werden. Wir können die
Entwicklung humaner Gesellschaftsordnungen auch dadurch fördern, daß wir
Hilfe bei der Beseitigung von Bedrohungen der Sicherheit und von Ursachen leisten, die Unruhen und Instabilität zugrundeliegen.
Militärische Instrumente und Konflikte geringer Intensität: Der wichtigste Grundsatz
für die amerikanische Strategie bei der Behandlung
von Konflikten geringer Intensität,
die sich gegen unsere Freunde und
Verbündeten richten, besteht darin,
daß die militärischen Institutionen
in bedrohten Staaten dazu befähigt
werden müssen, die Sicherheit ihrer
Bürger
und Regierungen zu gewährleisten.
Die amerikanische Politik
in bezug auf solche Konflikte erkennt
deshalb die Tatsache an, daß die indirekte - eher als direkte - Anwendung
amerikanischer
militärischer
Macht der geeignetste und kostenwirksamste Weg zur Erreichung nationaler
Ziele ist.
Das wichtigste militärische Instrument bei Konflikten geringer Intensität ist deshalb die Mi-

�litärhilfe.
Die primäre Rolle der amerikanischen
Streitkräfte
in Konflikten
geringer Intensität besteht deshalb
in der Unterstützung und Begünstigung
des
Militärhilfeprogramms.
Die
Streitkräfte müssen auch dafür bereitstehen, direktere Formen der Militärhilfe zur Verfügung zu stellen,
wenn dies gewünscht wird. Meist besteht diese Hilfe in technischer Ausbildung und logistischer Unterstützung.
Die Teilstreitkräfte und gemeinsamen Kommandos müssen außerdem
bereit sein für die Durchführung von
Krisen- und
Befriedungsoperationen,
wenn
solche
Operationen
für
den
Schutz nationaler
Interessen nötig
sind.
Amerikanische
Kampftruppen
werden in Konflikte geringer Intensität nur als letztes Mittel eingreifen
und wenn vitale nationale Interessen
nicht auf andere Weise geschützt werden können.
Drogenhandel und Konflikte geringer
Intensität:
Der
Drogenhandel
kann, wo immer er auftritt, Gewalt
hervorbringen, Instabilität anheizen
und die Regierungsinstitutionen bedrohen. Die gigantischen Summen, die
durch den illegalen Verkauf von Drogen verdient werden und die damit
einhergehende Benutzung der internationalen Finanzwelt als Waschanlage
für die Erträge aus diesen Transaktionen können zu einer Art von Instabilität führen, die den Boden für
Konflikte geringer Intensität bereitet. Deshalb liefern unsere Maßnahmen zur Bekämpfung des Drogenhandels
eine wichtige Unterstützung unserer
Bemühungen bei der Behandlung von
Konflikten geringer Intensität.

ringer Intensität darstellen.
Diese
Administration hat bedeutende Schritte unternommen, um politische Schritte zur Bekämpfung des internationalen
Terrorismus zu definieren und anzuwenden.
Diese Maßnahmen konzentrieren sich auf Abschreckung, Prävention
und wirksame Reaktion auf internationale terroristische Anschläge. Unsere Politik in bezug auf Konflikte geringer Intensität geht jedoch darüber
hinaus und widmet sich dem umfangreicheren Problem der Unterstützung
von Gruppen und Regierungen, gegen
die der Terrorismus als subversive
Waffe benutzt wird.
Wir müssen erkennen, daß Konflikte geringer Intensität oft Kämpfe von
langer Dauer sind.
Außerdem haben
die meisten Machtmittel, mit denen
wir sie beeinflussen können, eine indirekte und sehr langfristig angelegte Wirkung.
Deshalb müssen wir bei
solchen
Auseinandersetzungen
Geduld
haben. Es ist wichtig, daß wir uns
behaupten, aber
es
ist
besonders
wichtig für uns, zu erkennen, daß
dies oft nicht so leicht oder schnell
möglich ist.
Andererseits besitzen
wir bedeutende Vorteile. Wir vertreten ein Modell politischer und wirtschaftlicher Freiheit, das Freiheit
von politischer Dominanz und wirtschaftlichem Mangel verspricht. Wenn
es uns gelingt, unsere eigene Sicherheit zu schützen und ein Umfeld von
vernünftiger Stabilität, offenem Handel und offener Kommunikation in der
gesamten Dritten Welt aufrechtzuerhalten, dann werden die politischen,
wirtschaftlichen
und
gesellschaftlichen Kräfte schließlich zu unseren
Gunsten arbeiten.

Terrorismus und Konflikte geringer Intensität: Unter gewissen Umständen kann der Terrorismus einen
wichtigen Aspekt bei Konflikten ge- 27 -

* * * * *

�AMERIKA DIENST
'VON

4

Hintergrundmaterial

18. Februar 1987

EIN SIEG DER DEMOKRATIE IN NICARAGUA LIEGT AUCH IM INTERESSE EUROPAS
- Von Elliott Abrams, Stellvertretender Außenminister
der Vereinigten Staaten -

Die amerikanische Politik zu Nicaragua war im Jahr 1986 von Diskussionen
und Entscheidungen geprägt.
Im Frühjahr
und Sommer
fanden im
Kongreß
Debatten
zu
dieser
Frage
statt, woraufhin der Kongreß dem Vorschlag Präsident Reagans zustimmte,
dem nicaraguanischen Widerstand 100
Milionen Dollar an Hilfe zur Verfügung zu stellen. Gegen Ende des Jahres begannen die demokratischen Kräfte Hilfsleistungen zu erhalten, die
nach der Beendigung von Militärhilfe
durch den Kongreß um die Mitte des
Jahres 1984 nur noch unregelmäßig von

United States Information Service
Embassy of the United States of America

privaten
ren.

Quellen

weitergeflossen

wa-

Die Sowjets diskutierten 1986 nicht über Nicaragua. Sie hatten ihre
Entscheidungen zu Nicaragua ja schon
getroffen, als die Sandinisten noch
gar nicht an der Macht waren.
Für
sie war 1986 ein Jahr der Aktio- nen,
um dem Regime der Sandinisten bei der
Konsolidierung
seiner
Macht
zu
helfen.
Nach heutigen
Schätzungen
haben die Sowjets in den ersten elf
Monaten des Jahres 1986 mehr militärische Ausrüstung geliefert - 18 800

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Tonnen im Wert von 280 Millionen Dollar - als in irgendeinem Jahr davor.
Diese Lieferungen bestanden aus Waffen und Material für den Krieg der
Sandinisten gegen den demokratischen
Widerstand,
darunter
sechs
neue
Kampfhubschrauber vom Typ MI-24 HIND,
die von den Sowjets auch bei der Bekämpfung des Widerstandes in Afghanistan eingesetzt werden.
Die Sowjets sind weiterhin der einzige Lieferant der Sandinisten für Rohöl, so
wie der kommunistische Block insgesamt die einzige Quelle der Sandinisten für die Ausbildung von Militärs und inneren Sicherheitsdiensten
ist.
Die Sandinisten selbst haben im
Jahr 1986 nur wenig Diskussion zugelassen. Die Unterdrückung, unter der
die politische Opposition Nicaraguas
seit 1979
leidet, erreichte einen
symbolischen Höhepunkt, als die Zeitung La Prensa, das letzte Überbleibsel freier öffentlicher Meinungsäußerung, im Juni geschlossen wurde. (Die
Medien der Katholischen Kirche, Radio
Catolica und die Zeitschrift Iglesia,
waren schon vorher zum Schweigen gebracht worden.)
An der militärischen Front fuhren
die Sandinisten mit dem Bau des Luftwaffenstützpunktes Punta Hueta fort,
einer
Einrichtung, die
für
jedes
Kampf-, Transport- oder
Bombenflugzeug des sowjetischen Arsenals geeignet ist.
(Diese Basis würde es sowjetischen
Langstreckenüberwachungsmaschinen
gestatten,
entlang
der
Westküste der Vereinigten Staaten zu
patrouillieren, so wie durch sowjetische Einsätze von Cuba aus heute die
Atlantikküste der Vereinigten Staaten
überwacht wird.) Die Sandinisten haben die Grenzen ihrer Nachbarstaaten
Hunderte
von
Malen
überschritten,
aber
zwei
größere
Einfälle
nach
Honduras im März und Dezember haben

erregten weithin Aufsehen. Im Dezember waren nicht nur die Widerstandskräfte das Ziel der Sandinisten, sondern die honduranische Armee selbst.
All diese Aktivitäten in einem
Land, das so klein wie Nicaragua ist,
weist auf die große Bedeutung hin,
die dem Ausgang dieses Konflikts beizumessen ist, bietet Nicaragua den
Sowjets doch die Möglichkeit, eine
zweite große Basis im karibischen
Raum zu konsolidieren.
Die Sowjets
bezeichnen seit langem dieses Gebiet
als den "strategischen Rücken" der
Vereinigten Staaten - ein Gebiet, in
dem politische, wirtschaftliche und
militärische Konflikte amerikanische
Aufmerksamkeit
von anderen strategischen Interessen ablenken und Amerikas
Fähigkeit
zur
Verteidigung
westlicher Interessen in anderen Teilen der Welt begrenzen können. Dies
erklärt, warum die Sowjets und ihre
Verbündeten seit 1979 so viel in die
Sandinisten investiert haben.
Für
die
Sandinisten
ist
die
Festigung ihrer Macht nach innen lebensnotwendig für die Erfüllung ihrer
ideologischen Mission:
als "Avantgarde" nach
innen die "sozialistische" Umgestaltung
der nicaraguanischen Gesellschaft anzuführen und
als "Internationalisten" im Ausland
kommunistischen
Revolutionären
in
Nachbarstaaten Hilfe zu leisten, wie
etwa den Guerillas in El Salvador und
der M-19 in Kolumbien. Diese Rollen
werden als untrennbar angesehen. Wie
einer der sandinistischen Commandantes einmal sagte: "Wir können nicht
aufhören, Internationalisten zu sein,
wenn wir nicht aufhören, Revolutionäre zu sein."
Das Schicksal Nicaraguas ist für
die westlichen Demokratien sowohl aus
strategischen als auch aus moralischen Gründen von Bedeutung.
Eine

�neue sowjetische Machtbasis in der
Karibik wird eine neue Bedrohung für
die lebenswichtigen Seewege darstellen, die für 60% des amerikanischen
per Schiff transportierten Nachschubs
an die NATO-Verbündeten in einer Krise benutzt würden. Die Festigung der
Macht der Sandinisten würde für die
benachbarten Demokratien eine dauernde Bedrohung darstellen und für die
demokratischen Hoffnungen in Nicaragua selbst den Tod bedeuten. An einem einst von Diktaturen geprägten
Isthmus bildet Nicaragua eine traurige,
bedrohliche
Anomalie, während
sonst allgemein ein Prozeß der Demokratisierung stattfindet.
Als im Jahr 1986 der Kongreß seine
Debatte
zu Nicaragua
abhielt,
herrschte zwischen dem Kongreß und
der Administration schon seit langem
Einverständnis über die grundlegenden
Ziele der Vereinigten Staaten in Mittelamerika:
die
Errichtung
neuer
Stützpunkte der Sowjetmacht zu verhindern,
Nicaraguas
Nachbarn
zu
schützen und die Demokratie in der
gesamten Region zu fördern. Die Natur und die Absichten der Sandinisten
konnten
nicht
länger
angezweifelt
werden.
Jahrelange
innenpolitische
Unterdrückung, Beweise für Subversion
und ihre diplomatische Unnachgiebigkeit in der Vergangenheit hatten alle
Illusionen zerstört, die Sandinisten
seien
Sozialdemokraten,
die
ein
blockfreies, demokratisches und nationalistisches
revolutionäres
Programm durchführten.
Zum ersten Mal
beschäftigte die Debatte sich nicht
damit, wer die Sandinisten sind, sondern damit, welche Schritte die Vereinigten Staaten unternehmen sollten,
um auf die Bedrohung zu reagieren,
die sie für die westlichen Interessen
darstellen.
Und
zum
ersten
Mal
stimmte der Kongreß mit der Einschätzung Präsident Reagans überein, daß
bedeutende Militärhilfe für die Kräf-

te der Demokratie in Nicaragua für
die Sache von Frieden und Gerechtigkeit in Mittelamerika unabdingbar sei.
Das Mittel der Militärhilfe an
den demokratischen Widerstand Nicaraguas war weder für den Kongreß noch
für
die Administration
die
erste
Wahl. Sie wurde jedoch in einer Atmosphäre als unentbehrlich angesehen,
in der die Sandinisten alle Möglichkeiten
für eine Verhandlungslösung
des inneren Konflikts in Nicaragua
zunichte gemacht hatten.
Im Juni
1986 verkündete Präsident Ortega, daß
jeder
Nicaraguaner, der
es wagen
sollte, die nicaraguanische Krise als
inneren Konflikt zwischen Nicaraguanern zu bezeichnen, "als Komplize der
terroristischen
Politik der amerikanischen Regierung handelt" und dafür "zur Verantwortung gezogen" würde.
Auf
diplomatischen
Kanälen
stellten die Sandinisten ihre Absicht
klar, jede Friedensregelung abzulehnen, die das politische System in Nicaragua öffnen und ihr Machtmonopol
bedrohen könnte. (Gleichzeitig betonten sie weiterhin ihre Unterstützung
des CONTADORA-Prozesses, obwohl die
Ziele der CONTADORA-Gruppe Vereinbarungen fordern, die sowohl Frieden
wie auch Demokratie garantieren.)
Tatsächlich bildete das Machtmonopol der Sandinisten die Wurzel des
nicaraguanischen Konflikts, und dies
ist auch weiterhin der Fall.
Nach
einem harten Freiheitskampf im Jahr
1979 ersetzten die Sandinisten Somoza
durch eine Regierung, die Demokratie
und Pluralismus versprach. Nach sieben Jahren der Herrschaft durch die
Sandinisten sieht das nicaraguanische
Volk, daß seine Revolution verraten
wurde. Eine Diktatur wurde mit einer
noch schlimmeren vertauscht, die die
Zukunft ihres Landes an die Sowjetunion verkauft hat. Sie haben ihre
Hoffnung auf Demokratie nicht aufge-

- 3 -

�geben, und sie sind mehr denn je dazu
bereit, für die Freiheit zu kämpfen,
die ihnen im Jahr 1979 greifbar nahe
war. Wie Präsident Jose Azcona Hoyo
von Honduras beobachtete:
"Es kann
keinen Frieden geben, selbst wenn die
Sandinisten ihre gesamte Artillerie
und ihre Kampfhubschrauber in den Managua-See werfen, wenn in Nicaragua
keine demokratische Öffnung stattfindet.
Das nicaraguanische Volk, sowohl im Innern wie auch im Ausland,
wird weiterhin
für seine Freiheit
kämpfen..."
Die Lösung liegt also in der Demokratisierung Nicaraguas.
Eine demokratische
Regierung
in Nicaragua
wird Frieden und Gerechtigkeit bringen, wird das ursprüngliche Versprechen der Revolution von 1979 erfüllen
und gleichzeitig den moralischen und
strategischen Interessen des Wetens
dienen. Die Rechte der Nicaraguaner
würden geschützt und die Bedrohung
für die Sicherheit der benachbarten
Demokratien
würde
beendet
werden.
Der Gefahr neuer Stützpunkte zur Verlagerung
der
sowjetischen Militärmacht in eine Region, die lebenswichtig für die Sicherheit des Westens
ist, würde ebenfalls ein Ende bereitet.
Solange die Sandinisten ein militärisches Machtmonopol besitzen, werden sie einer unbewaffneten Opposition, die ihre totalitäre Ausrichtung
ablehnt, keine politische Freiheit
zugestehen.
Die
Entscheidung
der
amerikanischen Regierung, den bewaffneten
Widerstand
zu
unterstützen,
wird dieses Monopol brechen und dem
Widerstand dabei helfen, die Sandinisten dazu zu zwingen, eine Wahl zu
treffen: ihre Versprechen einzuhalten
und volle demokratische Freiheiten zu
gewähren
oder
einer
Volksbewegung
nachzugeben, die sie dazu zwingt, die
Macht aufzugeben.

Kann sich der Widerstand durchsetzen?
Beim Widerstand gegen die Tyrannei der Sandinisten haben die Nicaraguaner großen Mut und Entschlossenheit gezeigt.
Die freien Gewerkschaften und politischen Parteien haben ihre Arbeit fortgesetzt obwohl
die
Sandinisten
ihre
Mitglieder
zwecks Einschüchterung ins Gefängnis
werfen.
Die Sandinisten haben die
Katholische
Kirche behindert
indem
sie
ihre Vermögen
beschlagnahmten,
Seminaristen zum Wehrdienst einzogen
und Mitglieder des Klerus auswiesen.
Aber die Kirche setzt ihre Arbeit unerschrocken
fort.
Die Sandinisten
strangulieren
die
Privatwirtschaft
durch
staatliche Kontrollen.
Aber
die Unternehmer verteidigen weiterhin
ihr Recht auf wirtschaftliche Freiheit, über 20 000 Nicaraguaner haben
zu den Waffen gegriffen in der größten aufständischen Bewegung in der
Geschichte Lateinamerikas, einer demokratischen Revolte, die größer ist
als alle kommunistischen Untergrundbewegungen im heutigen Lateinamerika
zusammengenommen.
Die Frage ist nicht, ob sich das
Volk von Nicaragua durchsetzen kann,
sondern ob die freie Welt die Geduld
und Beharrlichkeit besitzt, sie während dieses langen Weges zu unterstützen.
Der nicaraguanische Widerstand braucht Zeit. Sein Gegner ist
eine
kommunistische
Regierung, die
sieben Jahre Zeit hatte, um ihre Kontrolle durch Geheimpolizei, Blockkomitees, die volle Kontrolle der inländischen Informationsmedien und die
größte Militärmacht in Mittelamerika
zu konsolidieren.
Durch diese totalitäre Kontrolle bieten die Sandinisten ein wesentlich schwierigeres
Ziel als dies bei Somoza im Jahr 1979

�der Fall war.
Die
Sandinisten
sind
jedoch
grundsätzlich verletzbar. Ihre Armee
ist keine nationale Armee sondern die
Parteiarmee der Sandinisten - sie ist
auf Zwangsrekrutierung aufgebaut und
wird
von
Desertionen
heimgesucht.
Das nicaraguanische Volk ist nicht
loyal gegenüber einer Revolution, die
ihren Glauben und ihre Werte mit den
Füßen tritt, den Nationalismus durch
die Einladung zu ausländischer Okkupation
pervertiert, die Wirtschaft
ruiniert, die benachbarten Demokratien unterwandert und im eigenen Land
einen
Bürgerkrieg
schafft.
Diese
Faktoren sind für das schnelle Anwachsen des Widerstandes verantwortlich und gewähren Unterstützung von
Seiten des Volkes, um viele Monate
tief innerhalb Nicaraguas operieren
zu können. Effektive politische Arbeit und verstärkte militärische Aktivität wird noch mehr Nicaraguaner
für diesen Kampf gewinnen.
Der Sieg der Demokratie in Nicaragua wird mehr als dem Eigeninteresse der Nicaraguaner dienen, die die
Freiheit wünschen - er wird weitergespannten wstlichen Interessen der Sicherheit
und
der
Ausbreitung
der
Freiheit
dienen.
Die Nicaraguaner
sind bereit, den Kampf auf sich zu
nehmen und bitten lediglich um Material von ihren Freunden.
Sicherlich
können wir es uns leisten, ihnen dies
sowie Verläßlichkeit und Geduld zu
gewähren. Wenn wir uns nicht in der
Zukunft einer schwereren Krise zu höheren Kosten aussetzen wollen, dann
können es sich die Vereinigten Staaten in der Tat nicht leisten, diese
Hilfe nicht zu gewähren.
So wie die Niederlage einer Demokratie die Gemeinschaft der Demokratien verkleinert, werden alle freien
Völker vom Erfolg neuer Demokratien

bereichert.
Die Ausdehnung demokratischer Freiheit über ganz Lateinamerika ist ein Erfolg, über den sich
alle Demokraten freuen sollten. Sie
ist eine historische Entwicklung, in
der sich für Lateinamerikaner die Erfüllung
eigener
Ideale
ausdrückt,
aber in einigen Fällen hat internationale Unterstützung beim Umschwung
zu einer gewählten Regierung mitgewirkt.

El Salvador ist ein gutes Beispiel
Das Jahr 1979 bezeichnete den Beginn der Hinwendung El Salvadors zur
Demokratie.
In den ersten Jahren
dieses
Experiments
glaubten
viele
gutinformierte und erfahrene Beobachter, daß die salvadoranische Demokratie nicht überleben würde. Die sozialen, politischen und wirtschaftlichen
Spannungen
seien
zu
groß.
Trotz der Anstrengungen ziviler Reformer
forderte
der
heimtückische
Krieg
der kommunistischen
Guerilla
einen hohen Zoll.
Die
Demokratie
hatte
mächtige
Feinde. Aber die Demokratie hatte in
El Salvador
auch Verbündete.
Das
salvadoranische Volk
selbst
zeigte
immensen Mut und Hartnäckigkeit. Demokraten in der gesamten Hemisphäre
halfen der Salvadoranern beim Aufbau
der Wirtschaft, dem Schutz ihrer Demokratie und Verteidigung gegen die
Kommunisten.
Heute halten die Kämpfe in Teilen
von El Salvador an, aber Präsident
Duarte und seine zivile christdemokratische
Regierung hat bedeutende
Fortschritte erzielt. Seit 1982 hat
das Land eine Reihe freier und geplanter Wahlen abgehalten, von denen
eine jede die schon erreichten demokratischen
Fortschritte
verstärkte.
Die zivilen Institutionen nehmen an

- 5 -

�Stärke zu.
Die politische Gewalt
wurde stark zurückgedrängt und nimmt
weiter ab.
Der politischen Opposition wird die freie Meinungsäußerung
gestattet - im Parlament, in der
Presse, in Gewerkschaften und Demonstrationen auf der Straße.
Das
vielleicht
hoffnungsvollste
Zeichen für den Erfolg der Demokratie
ist die Rückkehr von Exilanten. Salvadoraner, die ihre Heimat verlassen
hatten, weil freie Meinungsäußerung
ihr Leben gefährdete, sind in das
Land zurückgekehrt, um ihre Zukunft
innerhalb des demokratischen Prozesses abzustecken.
Einige von ihnen
waren einst der Überzeugung gewesen,
daß die gewaltsame Revolution die
einzige Antwort sei.
Der Erfolg der Demokratie in El
Salvador birgt in sich eine Lehre:
wenn Demokraten ihre Werte verteidigen, sich zusammenschließen und geduldig daran arbeiten, können sie Ergebnisse erzielen.
Heute besteht die größte Herausforderung für die Freiheit in Mittelamerika in Nicaragua - eine gänzlich
andere Situation als in El Salvador
in den Jahren 1980-1982 und ein Fall,
auf den die Lehre der demokratischen
Solidarität erst noch angewendet werden muß.

Das erste Problem - die direkte
Herausforderung
für die Sicherheit
der Vereinigten Staaten - ist nichts,
wo die Europäer sehr viel tun könnten.
Mittelamerika und die Karibik
sind weit von Europa entfernt und den
Vereinigten Staaten nah.
Sichelich
muß die Hauptverantwortung für die
militärische
Sicherheit
im Karibischen
Becken
bei
den
Vereinigten
Staaten liegen. Daß die Vereinigten
Staaten andere Mittel als eine militärische Intervention gewählt haben,
um den sowjetischen Versuch, dort die
beherrschende Macht zu werden, zu
durchkreuzen mag für einige beruhigend sein, aber bei dem besonderen
militärischen Problemann Europa verständlicherweise keine wichtige direkte Rolle spielen.
Das zweite Problem - die Zukunft
der Demokratie in Nicaragua und seinen Nachbarstaaten - ist jedoch derart, daß Europa eine entscheidende
Verantwortung trägt. Und es ist eine
Herausforderung, von der Europa sich
nur abwenden kann mit dem Risiko, die
ideelle Kraft hinter der atlantischen
Zusammenarbeit
aufzugeben.
Es ist
die Demokratie, die unserem gemeinsamen Kampf gegen Faschismus und totalitäre Übergriffe den Sinn verliehen
hat.
Es ist Zeit zu erkennen, daß
Demokratie
kein westliches Monopol
ist, daß nur von guten bürgerlichen
Würdenträgern genossen werden soll.

Was hat all dies mit Europa zu tun?
Eine ganze Menge.
Der Ausgang
des Freiheitskampfes in Nicaragua betrifft zwei grundlegende europäische
Interessen. Das erste ist die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten, Europas wichtigstem Partner im
atlantischen Bündnis. Das zweite ist
die Zukunft der Demokratie, was Impetus und bindende Kraft für das atlantische Bündnis selbst darstellt.

Amerikanern ist es oft schwergefallen zu verstehen, warum einige Europäer Nicaragua so viel Hilfe gewährt haben lange nachdem der Verrat
der demokratischen Werte durch die
Sandinisten
der
Welt
klargeworden
ist. Im Jahr 1985 ging zum Beispiel
über die Hälfte der von der Europäischen Gemeinschaft an Mittelamerika
gewährten Hilfe an das totalitäre Nicaragua, nicht an die Demokratien.

�Die mittelamerikanischen Demokratien
werden durch Zeichen ermutigt, daß
dieses Verhaltensmuster nun umgekehrt
wird.
Der Siegeszug der Demokratie in
ganz Lateinamerika ist eine dramatische historische Entwicklung
und
eine mächtige Kraft, die die verbleibenden Diktaturen in der Region bedrängt,
ihrem Volk
die
Regierung
selbst zu überlassen.
Umgeben von
Demokratien,
darunter
drei
neuen,
fühlen
die
Sandinisten
Nicaraguas
diesen Druck jeden Tag.
Ihre demokratische Maske hat das nicaraguanische Volk
nicht getäuscht.
Wie
Violeta de Chamorro, die Besitzerin
von La Prensa, Präsident Ortega in
einem Schreiben kurz nach der Schließung ihrer Zeitung durch die Sandinisten mitteilte: "....Das nicaraguanische Volk
verliert seinen Freiheitsgeist nicht und wird in selbst
in den schlimmsten Gulags, die Sie
sich ausdenken mögen, niemals verlieren."
Amerikaner und Europäer haben
allen
Grund,
dem
nicaraguanischen
Volk beizustehen, ihm zu helfen, seine Freiheit zu erringen und sich seinen Nachbarn in einer neuen Ära der
demokratischen Entwicklung in Mittelamerika anzuschließen.

* * * * * *
- 7 -

�AMERIKA DIENST
Wissenschaft und Technik
18. Februar 1987

LEISTUNGSFÄHIG FÜRS 21. JAHRHUNDERT
Forscher als Partner der Industrie - Reform des naturwissenschaftlichen Unterrichts -

WASHINGTON - (AD) - Im Zusammenhang mit Präsident Reagans "Botschaft
zur Lage der Nation" veröffentlichte
das Weiße Haus Informationsmaterial
über einen dem US-Kongreß zugeleiteten Katalog von Maßnahmen und Vorschlägen zur Niveauverbesserung auf
wichtigen
Gebieten
des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Sie sind darauf abgestellt, für die Herausforderungen
des 21. Jahrhunderts besser gewappnet
zu sein und Chancen besser zu nutzen.
Die
überlegene
Wettbewerbsfähigkeit
Amerikas in der Weltwirtschaft sei

United States Information Service
Embassy of the United States of America

von größter Bedeutung für den Lebensstandard und die nationale Sicherheit, heißt es in der Faktensammlung.
Der Präsident strebe mit Regierungsmitteln ein Sechs-Pnkte-Programm an,
das helfen solle, ein hohes Leistungsniveau bis weit in das nächste
Jahrhundert hinein zu halten.
Vor
allem in die menschlichen Ressourcen
müsse mehr als bisher investiert werden.
Deshalb sei es u.a. erforderlich,
die Schul- und Bildungsreform fortzusetzen, Flexibilität am Arbeitsplatz

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�durch Umschulungsmaßnahmen, aber auch
die Mobilität der Arbeitskräfte zu
fördern. Desgleichen müsse die Weiterentwicklung von Naturwissenschaften und Technik unterstützt werden.
Dies geschehe nicht nur durch Verdoppelung des Budgets der Nationalen
Wissenschaftsstiftung
("National
Science Foundation"-NSF) im Verlauf
der nächsten fünf Jahre, sondern auch
durch die Schaffung neuer Wissenschafts- und Technologiezentren unter
gemeinsamer Regie von Staat und Privatwirtschaft, durch die Förderung
universitärer und industrieller Austauschprogramme
für
Wissenschaftler
und Ingenieure aus der Industrie und
deren zeitweilige Mitarbeit in Nationalen
Forschungslaboratorien.
Die
Zentren sollen an Universitäten eingerichtet werden und interdisziplinären Charakter haben.
Man wird sich
dort auf Grundlagenforschung konzentrieren, die direkte Beiträge zur
wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit
liefern
kann.
Insbesondere sollen
langfristige
naturwissenschaftlichtechnische Projekte auf Gebieten wie
Robotertechnik für die automatisierte
Fertigung
und die Mikroelektronik,
zur Verarbeitung
neuer
Materialien
und auf dem weiten Feld der Biotechnologie durchgeführt werden.
Durch
Regierungserlaß wird
die
Industrie
Zugang
zu
bundeseigenen
Wissenschafts- und
Technologieentwicklungen erhalten. Damit wird auch
der Informationsfluß von der Forschung
zur Industrie beschleunigt.
Wissenschaftler in bundeseigenen Laboratorien werden ermutigt, sich über
Patentrechte und Lizenzvergabe um die
Kommerzialisierung
ihrer Arbeit zu
bemühen, damit auch der private Sektor und die Masse der Konsumenten davon profitieren können. Die Beratertätigkeit
für die Wirtschaft soll
ausgebaut werden.

- 2

über
"Wissenschaftsunternehmer"
mit Verbindungen zu Laboratorien und
Wirtschaft, zu Wagniskapital und Universitäten will man den Technologietransfer und die Nutzbarmachung von
Spin-off-Produkten und Verfahren aus
Forschungs- und
Entwicklungsprogrammen von Bundeslaboratorien fördern.
Auf Weisung des Präsidenten werden
außerdem die amerikanischen Bundesministerien für Landwirtschaft, Handel,
Energie, Gesundheit und soziale Dienste, ferner die US-Behörde für Luftund Raumfahrt (NASA) ein "Technologie"-Teilhabeprogramm"
in
Angriff
nehmen.
Es beinhaltet
mehrjährige
gemeinsame Projekte aus der reinen
und angewandten Forschung durch Konsortien
amerikanischer
Firmen
und
Universitäten.
Damit die Industrie und die akademische Welt in den USA auch von
ausländischer Forschung und Technologie profitieren können, werden das
Außen- und
Handelsministerium
sowie
die NSF einen geeigneten Mechanismus
entwickeln, der gewährleistet, daß
entsprechende
Informationen
sofort
und effizient verfügbar werden. Auch
wird das Außenministerium für Wissenschaftler und Ingenieure aus Bundesbehörden, von Universitäten und aus
der Industrie Möglichkeiten schaffen,
um an amerikanischen Botschaften im
Ausland tätig zu sein.
Präsident Reagan schlägt vor, die
Grundlagenforschung, die seit 1981
bereits eine zusätzliche Förderung um
47 Prozent erfuhr, mit Regierungsgeldern künftig noch mehr zu unterstützen.
Im Haushaltjahr 1988 sind in
den um 12 Prozent angehobenen Mitteln
für Forschung und Entwicklung vier
Prozent für Grundlagenforschung vorgesehen.
Als Schwerpunkte von Forschungsund Entwicklungstätigkeit gelten:

�- Konstruktion
station;

und Bau einer

- Lithiumbatterien, die im Volumenoder Gewichtsvergleich eine fünfbis zehnfache Kapazität zum Speichern von Energie haben;

Raum-

- Entwicklung eines Raumflugzeuges;
- Radar
höchster
Zuverlässigkeit
für Kontrollsysteme der Luftfahrt
und für kommerzielle Flugzeuge;

- Weiterentwicklung von Raumfahrttechniken
für
nichtmilitärische
Zwecke auf der Basis bereits existierender Technologie im Interesse der amerikanischen Führungsrolle im Weltraum;
- weltweites
geowissenschaftliches
Forschungsprogramm, bei dem von
vornherein unser Planet samt Meeren und Atmosphäre als Ganzes
verstanden wird;
- Pflanzenforschungsprogramm,
das
auf die Verbesserung der Qualität
landwirtschaftlicher Produkte abzielt;
- verbesserte Fertigungstechniken;
- superschnelle
kreise;

integrierte Schalt-

- detaillierte Entschlüsselung und
Sequenzbestimmung
des
menschlichen Erbmaterials DNS.
Vom
US-Verteidigungsministerium,
dem in diesem Jahr etwa 17 Prozent
mehr Mittel für Forschung und Entwicklung,
Erprobung
und
Bewertung
(mehr als das Doppelte seit 1982) zur
Verfügung stehen sollen, fordert Präsident Reagan mehr Anstrengungen zu
einer beschleunigten Umsetzung seiner
Entwicklungen in "Spin-off"-Produkte
für die nichtmilitärische Anwendung.
Es werden folgende Schwerpunkte genannt:
- keramische Verbundmaterialien
leistungsfähigere Automotoren
Turbinen;

für
und

- Enzyme für bessere Verfahren zur
Beseitigung toxischer Abfälle und
zur Dekontaminierung.
Auch aus dem SDI-Programm dürften
sich wichtige Nebenprodukte für die
allgemeine Forschung und Entwicklung
ergeben, wie es schon beim APOLLO—
und Raumtransporterprogramm der Fall
war.

Appell an die Jugend
Zum ersten Jahrestag des CHALLENGER-Unglücks, bei dem am 28. Januar 1986 sieben amerikanische Astronauten ihr Leben verloren, kündigten
die Familien der Toten an, zum Gedächtnis ihrer Angehörigen ein "CHALLENGER-Zentrum" in Houston mit Zweigstellen im ganzen Land einrichten zu
wollen. Diese Zentren sollen der Jugend Ansporn geben und Informationen
über die vielfältigen Gebiete von
Raumfahrttechnik und Weltraumwissenschaften
vermitteln.
Schulkinder
sollen gemeinsam mit ihren Lehrern
mit Geräten arbeiten, selbst Experimente durchführen und sich mit Raumfahrttechnik vertraut machen können.
Präsident Reagan griff die Anregung auf und erklärte in einer Proklamation zum CHALLENGER-Jahr: "...Eines der Ziele der CHALLENGER-Mission
ist
es
gewesen,
wissenschaftliche
Aufgaben im Weltraum direkt ins Klassenzimmer zu bringen."
Die Jugend
solle motiviert werden, sich für Naturwissenschaften zu begeistern und

- 3 -

�Hervorragendes
zu leisten.

in

deren

Disziplinen

Inzwischen gab die Nationale Wissenschaftsstiftung bekannt, mit einem
großangelegten Programm zur Verbesserung der Lehrpläne in den Elementarund Sekundärschulen beizutragen und
naturwissenschaftlich
interessierte
Jugendliche in den höheren Klassen
der Oberschulen besonders zu fördern.
Die
frühzeitige
Ermutigung
aller
Schüler für Kernfächer durch logisch
aufgebaute Lehrpläne sei dabei ein
ganz kritischer Punkt.
Den einzelstaatlichen und lokalen Schulbehörden
sollen baldmöglichst Vorschläge zur
Reform der Lehrpläne für die ersten
Schuljahre gemacht werden, damit die
Schüler - für die Mehrzahl sei dies
erforderlich - in der Oberschule den
Anforderungen der naturwissenschaftlichen Fächer auch wirklich gewachsen
seien.
Schulbuch- und Lehrmittelverlage seien besonders gefordert, Material anzubieten, das Lehrer und Schüler
gleichermaßen
in
seinen
Bann
zieht.
Begabten Oberschülern werde
u.a. die Möglichkeit geboten, an einigen von der Bundesregierung mitfinanzierten Forschungslaboratorien zu
hospitieren.

* * * * * *

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