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                  <text>AMERIKA DIENST
'VON

4

7 . J a n u a r 1987

I N H A L T

HINTERGRUNDMATERIAL

Chronologie der Ereignisse in Afghanistan
- Mai bis Dezember 1986 -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK

Aufgezwungenes Risiko
- "Passivrauchen" für Kinder besonders gefährlich

Themenindex AMERIKA DIENST (1986)

* * * * * *

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�AMERIKA DIENST
Hintergrundmaterial

VION &amp;

7. Januar L987

CHRONOLOGIE DER EREIGNISSE IN AFGHANISTAN
- Mai bis Dezember 1986 -

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend finden Sie eine Chronologie der Ereignisse
im Zusammenhang mit der Besetzung Afghanistans durch Streitkräfte der Sowjetunion; abgedeckt ist dabei der Zeitraum vom Mai bis Mitte Dezember 1986.

8. Mai
Generalmajor Najibullah, der am
4. Mai Babrak Karmal in der politischen Führung Afghanistans abgelöst
hatte, hält erste Treffen mit den militärischen
und
regierungsamtlichen
Spitzen des Landes ab. Radio Kabul
berichtet von seinem Versprechen, die
Beziehungen zur Sowjetunion noch weiter zu stärken.
Najibullah trifft sich auch mit
etwa 400 Stammesältesten der Paschtun-Stämme aus den Grenzregionen des

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Landes und sichert ihnen zu, daß die
farsisprachigen
Volksgruppen
der
nördlichen Gebiete "wie Brüder" behandelt würden.
Diplomatischen
Quellen
zufolge
kommt es bei Studentendemonstrationen
für Babrak Karmal und gegen Najibullah und die Sowjetunion zu Zusammenstößen mit der Polizei.

9. Mai
Vier

afghanische

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Kampfflugzeuge

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�verletzen pakistanischen Luftraum und
zerstörten, wie Radio Pakistan meldete, den Militärposten Kotri in der
Kurrum-Region mit zwei Bomben.
Mujahedin greifen mit raketengetriebenen Granaten und rückstoßfreien
Gewehren
eine
kleine
Panzereinheit
der Sowjets in der Nähe des LalandarTals südwestlich des Kabuler Stadtteils Darulaman an. Drei Panzer werden in Brand gesetzt und zwei Sowjets
in Zivil gefangengenommen.
Zwei Mujahedin werden getötet, vier weitere
verwundet.

10. Mai
Mujahedin
beschießen
die Stadt
Jalalabad mit Raketen, töten dabei
sechs sowjetische Soldaten und zerstören vier Hubschrauber. Den Aussagen der Mujahedin zufolge wurden auch
eine Radarstation sowie drei Panzer
zerstört.

Radio Kabul meldet, daß "kürzlich" 1800 bewaffnete "Rebellen" der
Mujahedin-Gruppierungen
Harakat-eInquilab-e-Islami und Nejat-e-Milli,
einschließlich ihrer Führer Kamaluddin, Hadschi Abdul Raschid und Mullah
Azim, in der Provinz Farjab übergelaufen seien.

13. Mai
Afghanische Artillerie beschießt
das Marktgebiet von Teri Mangal in
der pakistanischen Kurrum-Provinz, wo
14 Menschen umkommen und weitere 20
verwundet werden. Unter den Getöteten sind 13 afghanische Flüchtlinge
und ein Pakistani.

14. Mai
Afghanische
Flugzeuge
greifen
T e r i Mangal e r n e u t an und t ö t e n w i e der zwei Menschen.
Ferner z e r s t ö r e n
d r e i a f g h a n i s c h e Flugzeuge den Grenzposten Bala Hissar im P a r a s c h i n a r - G e b i e t , doch s o l l es d o r t keine Toten
gegeben haben.
Die neuen Angriffe f a l l e n mit dem
E i n t r e f f e n von Truppen zusammen, d i e
von Gardez in das J a j i - G e b i e t v e r l e g t
wurden, wo dann auch d i e Angriffe a n d a u e r t e n , d i e v i e l l e i c h t das V o r s p i e l
einer
neuen
sowjetisch-afghanischen
Offensive in diesem Gebiet s e i n könnten.
B e r i c h t e n zufolge nahmen Mujahedin a c h t S i c h e r h e i t s p o s t e n
gefangen,
nachdem s i e das B a t a i l l o n s h a u p t q u a r tier
der
sowjetisch-afghanischen
S t r e i t k r ä f t e in der Takhar-Provinz in
Nordafghanistan a n g e g r i f f e n h a t t e n .
Zwei führende
Mujahedin-Befehlshaber der P a k t i a - P r o v i n z werden durch
sowjetisch-afghanische
Truppen
im
J a j i - G e b i e t g e t ö t e t : Shams a l - D i n und
Abdul Hayee waren enge
Mitarbeiter
von P r o f e s s o r Abdur Rasool Siyyaf von
der i s l a m i s c h e n E i n h e i t der Afghanischen Mujahedin.

15. Mai
Najibullah
trifft
mit usbekischen,
turkmenischen
und
anderen
Stammesführern aus dem nördlichen Afghanistan zusammen.
Radio Kabul zufolge erklärte er, daß usbekisch- und
turkmenischsprachige Schulen errichtet worden seien, um das Analphabetentum zu bekämpfen.

17. Mai

�Ein sowjetisch-afghanisches Flugzeug, ein wahrscheinlich von einem
Sowjet gesteuerter Typ SU-22, wird
von einer pakistanischen F-16 abgeschossen, nachdem es 20 Meilen in pakistanischen
Luftraum
eingedrungen
war.
Eine weitere SU-22 wurde getroffen und ging wahrscheinlich auf
afghanischem Gebiet westlich von Parachinar nieder. Dies ist der erste
offizielle Bericht vom Abschuß eines
sowjetisch-afghanischen Flugzeugs in
Pakistan.
Berichten
zufolge schössen afghanische Mujahedin in der PaktiaProvinz
drei
sowjetisch-afghanische
Flugzeuge ab, ein weiteres in der
Takhar-Provinz. In der Farah-Provinz
wurden eben diesen Berichten zufolge
auch
33 Mitglieder
der Kommunistischen Partei Afghanistans getötet.

Die siebente Runde der indirekten
und von den Vereinten Nationen unterstützten Gespräche zwischen Pakistan
und dem Kabuler Regime werden in Genf
wiederaufgenommen. Beide Seiten kommen überein, angesichts des nur geringen Fortschritts der ersten beiden
Wochen die Gespräche noch um eine
Woche zu verlängern.

23. Mai
Ein hochrangiges Mitglied der afghanischen Geheimpolizei (KHAD), Berichten zufolge ein stellvertretender
Minister namens Nabi Mohammed, wird
in der Nähe von Kandahar getötet, als
sein Geländewagen auf eine von den
Mujahedin
gelegte
Mine
auffährt.
Drei der vier ihn begleitenden Geheimdienstbeamte werden ebenfalls getötet.

18. Mai
24. Mai

Mujahedin g r e i f e n zwei M i l i t ä r posten in der Parwan-Provinz a n , t ö ten acht afghanische und einen s o wjetischen
Soldaten
und
zerstören
vier M i l i t ä r f a h r z e u g e .

In Genf geht eine weitere Etappe
der siebenten Runde der von den Vereinten Nationen unterstützten Gespräche über Afghanistan zu Ende, die nun
am 30. Juli wieder aufgenommen werden
soll.

19. Mai
Berichten zufolge lockten Mujahedin in der Nähe von Kabul einen Bus
mit Mitgliedern der Kommunistischen
Partei Afghanistans in einen Hinterhalt und töteten 30 von ihnen.

21. Mai
Mujahedin von Gulbaddins Hisb-eIslami-Gruppierung
greifen
tagsüber
einen afghanischen Posten in der Nähe
von Ghazni an und töten alle zehn Bewacher .

25 Mai
Mujahedin überfallen einen großen
sowjetischen Militärkonvoi in der Nähe von Maidanshahr in der Provinz
Wardak.
Im Verlauf des sechsstündigen Gefechts wurden Berichten zufolge
18 Militärfahrzeuge zerstört oder zurückgelassen.
Die Mujahedin konnten
den Angriff durchführen, da es zu
keiner Luftunterstützung kam.
Doch
kamen am darauffolgenden Tag sowjetisch-afghanische Hubschrauber in das
Gebiet zurück und bombardierten Dör-

- 3 -

�fer in der Nähe.
Mujahedin g r e i f e n auf dem Flughafen von J a l a l a b a d
sowjetisch-afghanische Truppen an; dabei werden zwei
Hubschrauber z e r s t ö r t , d r e i w e i t e r e
beschädigt.
Berichten zufolge wurden
auch a c h t Soldaten g e t ö t e t .

geschlagen, dabei elf Soldaten getötet und eine große Menge Waffen und
Munition erbeutet.
Berichten zufolge legten Mujahedin Minen in einem Hotel in Ghazni;
vier Menschen wurden getötet, drei
verletzt.

26. Mai

7. Juni

Mujahedin schießen mit einer Rakete einen sowjetischen Hubschrauber
des Typs MI-8 kurz nach dessen Abheben vom Flugplatz Kandahar ab.

27. Mai

In dreitägigen Kämpfen in der Nähe von Sanglok und Maidanshahr in der
Provinz Wardak töten Mujahedin mindestens 47 afghanische Soldaten und
verwundeten weitere 60.
Es heißt,
auch mehrere Hubschrauber seien abgeschossen worden.

Berichten der Mujahedin zufolge
gelang es ihnen, Teile der Provinz
Paktia zu besetzen, nachdem sie dortige
sowjetisch-afghanische
Truppen
zum Rückzug zwangen.

Unter dem Flugabwehrfeuer der Mujahedin stürzen in Kandahar zwei sowjetische MIG-Kampfflugzeuge ab, die
Verstecke der Mujahedin in der Nähe
der Stadt angegriffen hatten.

Mujahedin
überfallen einen sowjetisch-afghanischen
Militärkonvoi
auf der Landstraße in der Nähe von
Qalat in der Provinz Zabol. Ein Reisender berichtete von zwei brennenden
gepanzerten Mannschaftswagen und den
Leichen von sieben oder acht afghanischen Soldaten. Sowjetische Truppen
in Kampfausrüstung kontrollierten den
Verkehr in dem Gebiet.

8. Juni
Berichten zufolge schössen Mujahedin 20 Meilen nördlich von Kabul
ein großes sowjetisches Transportflugzeug vom Typ IL-76 ab, das, wie
es hieß, zwei Panzerwagen mitgeführt
hatte.

12. Juni
28. Mai
Sowjetisch-afghanische
Truppen
beschießen und zerstören viele Gebäude im Marktbereich von Kandahar. Berichten zufolge wurden 40 Zivilisten
getötet; als Zeichen des Protestes
blieben alle Geschäfte der Stadt geschlossen.
Zuvor hatten Mujahedin einen sowjetisch-afghanischen Angriff zurück-

Najibullah besucht ein Rekrutierungszentrum der Armee in Kabul und
drang darauf, die vom Problem der
Fahnenflucht heimgesuchte afghanische
Armee wieder zu stärken.
In einer
Reihe von Reden kommt er immer wieder
auf das Thema der Verbesserung von
Kampfgeist und Erfolg der Armee zu
sprechen.
Mujahedin

greifen

einen

kleinen

�Militärposten der afghanischen Armee
im Westen Kabuls nahe der alten Kandahar-Landstraße an und töten fünf
Regierungssoldaten.

13. Juni
Mujahedin schössen B e r i c h t e n zufolge zwei Hubschrauber ab und z e r s t ö r t e n fünf Panzer; s i e t ö t e t e n 40
sowjetisch-afghanische
Truppenangehör ige und verwundeten 100 w e i t e r e b e i
Angriffen gegen M i l i t ä r p o s t e n in der
Logar-Provinz.

15. Juni
Mujahedin
töten oder
verwunden
über 200 Soldaten und nehmen 40 sowjetisch-afghanische Truppenangehör ige in der Nähe der Stadt Herat gefangen. Außerdem nehmen sie mehr als 30
militärische Stellungen und auch Teile der Stadt ein, wobei 16 Panzer
zerstört werden.

16. Juni
Vier
Anführer
der
Islamischen
Einheit Afghanischer Freiheitskämpfer
aus Peschawar
in Pakistan
treffen
beim ersten offiziellen Besuch einer
Mujahedin-Gruppe in den Vereinigten
Staaten mit Präsident Reagan zusammen.
Professor Burhanuddin Rabbani,
Vorsitzender der Siebenparteien-Allianz, erklärt, Ziel des Besuches sei
die diplomatische Anerkennung durch
die Vereinigten Staaten.
Präsident
Reagan betont, die Vereinigten Staaten unterstützten das Ziel der Mujahedin, Afghanistan wieder die Freiheit zu bringen, und das amerikanische Volk stünde
ihnen in ihrem
Kampf um die Wiedererlangung der Unabhängigkeit ihres Landes bei. Er
gibt ferner der Hoffnung der Verei- 5

nigten Staaten Ausdruck, durch Verhandlungen könne es zu einem Ende des
Krieges sowie zu einem umfassenden
und raschen Abzug der sowjetischen
Truppen und der Selbstbestimmung für
das afghanische Volk kommen. Auf diplomatische Anerkennung ging er zu
diesem Zeitpunkt nicht ein.

20. Juni
Mujahedin
greifen
das
Gouverneurshaus und das Büro der r e g i e r e n den Kommunistischen P a r t e i in C h a r i k a r , der H a u p t s t a d t der Parwan-Provinz a n ; dabei wurden fünf M i t g l i e d e r
der Wachmannschaft und s i e b e n Angehör i g e der Parcham-Fraktion der Demokratischen
Volkspartei
Afghanistans
getötet.

21. Juni
Mujahedin töten in der Nähe der
Stadt Ghazni zehn bis 14 Sowjets.
Einem Reisenden
zufolge wurde die
ganze Umgebung von Ghazni verwüstet,
damit
ein
unbehindertes
Schußfeld
entstand.

23. Juni
In der Nacht schießen Mujahedin
Raketen auf Kabul; dabei werden viele
öffentliche
Gebäude beschädigt und
mindestens 26 Menschen getötet.

24. Juni
Berichten zufolge war aller Handel zwischen Herat und Kabul unterbrochen; dadurch kam praktisch alle
Geschäftstätigkeit zum Stillstand, da
80 Prozent dieses Handels über Kabul
abgewickelt wird, aber nur der Rest
über Iran.
Seit Anfang Juni halten

�Mujahedin einen Großteil der Stadt
besetzt, während die Regierungstruppen nur im Ostteil dominieren.
Berichten zufolge wurden Mujahedin, die in Grenznähe operierten, vom
Iran angewiesen, keinerlei Operationen mehr innerhalb von 60 Kilometern
entlang
der
Grenze
durchzuführen.
Der Iran ließ Berichten zufolge aber
dem Mujahedin-Führer Gulbuddin Hekmatyar wissen, er dürfe wieder auf
iranischem Gebiet eine Basis errichten.

Afghanische Truppen feuern einige
Granaten
und Raketen nördlich von
Landi Kotal in Pakistans Kheiber-Region ab und verwunden einen Soldaten
des Grenzkorps.

2. Juli
Mujahedin töten acht afghanische
Soldaten in einem Angriff auf Verwaltungsgebäude von Kandahar; dabei erbeuten sie auch Waffen und Munition,
die von den Wachmannschaften zurückgelassen wurden.

25. Juni
Berichten zufolge schießen Mujahedin eine
Militärmaschine
ab, in
der
sich 100 afghanische Soldaten
auf dem Weg von Kabul nach Kandahar
befinden.

Najibullah spricht vor der 19.
Vollversammlung
des
Zentralkomitees
der
Demokratischen Volkspartei Afghanistans und legt die Regierungspolitik dar.

11. Juli
26. Juni
Berichten zufolge wurden afganische Truppen entlang dem pakistanischen Grenzgebiet Balutschistan zusammengezogen,
wo
mindestens
vier
Menschen, darunter drei pakistanische
Soldaten, seit dem 24. Juni durch afghanische Artillerie getötet worden
waren.

27. Juni
Mujahedin vereiteln eine sowjetisch-afghanische Großoffensive in der
Nähe von Urgun in der Provinz Paktika. Die kommunistischen Truppen ziehen ab; zurück bleiben mehrere Tote
und zwei zerstörte Militärfahrzeuge.
Die Mujahedin nehmen 19 Regierungssoldaten gefangen.

1. Juli

Mujahedin nehmen zwei sowjetische
Offiziere in ihrem Geländewagen in
der Nähe der Stadt Ghazni gefangen.
Eine Bombenexplosion in einem Hotel im Basar von Teri Mangal in der
Nähe von Parachinar in der pakistanischen Provinz Kurrum tötete neun afghanische Flüchtlinge und verwundet
15
Menschen.
Vermutungen
zufolge
wurde die Bombe von Agenten des afghanisch-kommunistischen
Geheimdienstes gelegt und beschädigte darüber
hinaus rund 40 Geschäfte.

12. Juli
Afghanische
Regierungstruppen
schießen acht Meilen nordwestlich von
Nawagai in Pakistans Bezirk Mohmand
drei Runden Artilleriefeuer und 20
Raketen ab; dabei wird ein Soldat der
Mohmand-Schützen getötet.

�16. Juli
Sechs Soldaten des afghanischen
Regimes werden in Ghazni getötet, als
Mujahedin einen Geländewagen auf eine
Bombe auffahren lassen.

14. Juli
Kabuler Zeitungen berichten von
Sitzungen eines revolutionären Sondertribunals, das einen der wichtigsten Widerstandsführer des PanjsherTals, Ahmad
Schah
Mahsud,
seinen
Stellvertreter
Mohammad
Panah
und
Mullah Malang
(Aka Saleh Mohammad)
"in absentia" zum Tode verurteilte.
Mujahedin dringen in Paghman in
eine Veranstaltung ein und entführen
vier afghanische Soldaten.
Berichten zufolge töteten Mujahedin 120 Soldaten des afghanischen Regimes, als sie einen großen Militärkonvoi überfielen, der von Kabul in
die Provinz Zabul unterwegs war. Außerdem schössen sie zwei Hubschrauber
ab und zerstörten 14 Panzer und Panzerfahrzeuge .

15. Juli
Mujahedin starten einen zweistündigen, koordinierten Angriff auf die
sowjetische Botschaft, die Wohnsiedlung der sowjetischen Diplomaten, die
KGB-Büros und das sowjetische Kulturzentrum.
Westliche Diplomaten berichteten zudem von einem zweistündigen Gewehr feuer in der Nähe einer Anlage der Sowjetarmee in Darul Aman.
In der Umgebung gab es 25 laute Explosionen und auch kleinere bewaffnete Zwischenfälle in der Nähe vom afghanischen Außenministerium und dem
Büro des Ministerpräsidenten.

Präsident Reagan erklärt gegenüber seinem Besucher, dem pakistanischen
Ministerpräsidenten
Junejo,
Pakistan
gebe dadurch den historischen Traditionen islamischer Gastfreundschaft neue Bedeutung, daß es
fast drei Millionen Afghanen Schutz
gewähre, die gezwungen wurden, vor
der sowjetischen Aggression aus ihrem
Land zu fliehen.
Berichten zufolge gab es schwere
Kämpfe zwischen Sowjets und Mujahedin
in Kandahar. Die Sowjets setzten im
zentralen Basarbereich Panzer und Artillerie ein und töteten 25 Menschen
Dennoch beschränkte sich die sowjetisch-afghanische
Kontrolle
auf den
Flugplatz von Kandahar und auf die 26
Kilometer lange Straße von der Stadt
bis zum Flugplatz, sowie auf einen
kleinen Bereich der Stadt unmittelbar
neben der Herat-Kandahar-Landstraße.

17. Juli
Mujahedin in Ghazni töten sieben
afghanische
Regierungssoldaten.
In
Paktia töten oder verwunden sie mehr
als 70 sowjetisch-afghanische Soldaten und schießen im Logar-Tal südlich
von Kabul ein Flugzeug ab.

19. Juli
Das
Kabuler
Regime
verurteilt
Sayyed Padshah - auch unter dem Namen
Sayyed
Mansur
bekannt,
Sohn
von
Sayyed Mortaza - aus dem Doshi-Distrikt in der Provinz Baghlan, einen
Anhänger Gulbuddins von der Hisb-eIslamic-Bewegung, "in absentia" zum
Tode.

20. Juli
- 7 -

�den acht Soldaten.
Das
Kabuler
Regime
verurteilt
Muhammad Esmail - auch unter dem Namen Turan Esmail bekannt, Sohn von
Mir Muhammad Asiam - aus Miabad im
Shindand-Distrikt in der Provinz Herat, ein Mitglied der Jamiat-e-Islami-Bewegung, "in absentia" zum Tode.

22. Juli
Die
Sieben-Parteien-Allianz
der
afghanischen Mujahedin mit Stützpunkt
in Peshawar in Pakistan kündigt die
Eröffnung von Büros in New York und
Dschidda als Teil ihres Plans an, internationale
Anerkennung
zu erreichen.
Das New Yorker Büro soll dem
Zweck dienen, die Sache der Mujahedin
bei den Vereinigten Staaten voranzutreiben, während das Büro in SaudiArabien darauf abzielt, enge Kontakte
zur Organisation der Islamischen Konferenz herzustellen, der 45 Staaten
angehören.

23. Juli
Die afghanische Armee gibt 30
Runden Artilleriefeuer
in Richtung
Pakistans Bajaur-Provinz ab und verwundet einen Pakistani.

Drei usbekisch-sowjetische Soldaten ergeben sich Berichten zufolge
den Mujahedin in Ghazni.

26. Juli
Mujahedin zerstören bei einem Raketenangriff auf den Militärflugplatz
Bagram im Norden Kabuls drei sowjetische Hubschrauber. Berichten zufolge wurde im Verlauf dieses Angriffs
auch ein sowjetischer Soldat gefangengenommen .

27. Juli
Sechs
afghanische
Flüchtlinge
kommen um, drei weitere werden verwundet, als der Wagen, in dem sie unterwegs waren, bei einem Flüchtlingslager in der Nähe von Sadda in der
pakistanischen Provinz Kurrum auf eine Mine fuhr .
Bei anhaltenden Kämpfen in Kandahar nehmen Mujahedin fünf sowjetische
Soldaten gefangen und überrennen mehrere
kleine
sowjetisch-afghanische
Posten, von denen die zu einem Großteil von Mujahedin beherrschte Stadt
umgeben ist.

25. Juli
28. Juli
Eine Gruppe von 200 afghanischen
Kindern wird in die Sowjetunion geschickt; dadurch steigt die Gesamtzahl seit 1980 auf 6500.
Radio Pakistan
zufolge
zielt das Programm
darauf ab, aus den Kindern Sympathisanten der Sowjetunion zu machen.
Afghanische
Truppen
feuern
40
Mörserrunden in einen Posten des pakistanischen Grenzkorps in Charaan in
der Provinz Belutschistan und verwun-

Generalsekretär
Michail
Gorbatschow kündigt den Rückzug sechs sowjetischer Regimenter aus Afghanistan
zum Jahresende an.
Larry Speakes,
der Sprecher des Weißen Hauses, betont, nur ein sofortiger und vollständiger Abzug aus Afghanistan biete
eine Lösung der sowjetischen Invasion
dieses Landes.
Der

Rückzug

betrifft

rund

6000

�Mann, zum größten Teil Luftabwehreinheiten, die ohnehin in Afghanistan
nicht
erforderlich
sind.
Speakes
verweist auch darauf, daß ähnliche
Ankündigungen
in der
Vergangenheit
nichts
anderes als
Truppenrotation
bzw. Truppenaustausch bedeutet hätten.

29. Juli
Afghanische
Einheiten, von sowjetischen Truppen unterstützt, starten eine neue Offensive im Süden und
Südwesten
Afghanistans.
Westlichen
Diplomaten zufolge kam es dabei zu
großen Verlusten unter der Zivilbevölkerung. Schwere Kämpfe gibt es im
südlichen Logar-Tal, wo die Sowjets
Standorte der
Mujahedin mit einem
neuen Panzertyp, wahrscheinlich einer
verbesserten Version des T-72, angreifen .
Die Mujahedin ihrerseits greifen
einen aus 75 Fahrzeugen bestehenden
sowjetisch-afghanische
Konvoi
an,
der von Kabul nach Pol-e-Alam unterwegs ist.
Dabei zerstören sie vier
oder fünf Panzer und beschädigen andere
Militärfahrzeuge;
Der
Konvoi
wird dadurch zur Umkehr gezwungen.
In Ghazni
überfallen
Mujahedin
einen Konvoi und töten mehrere Soldaten. In einer fünfstündigen Schlacht
in der nahegelegenen Provinz Zabul
töten oder verwunden sie über 100 afghanische Soldaten.

31. Juli
Die von den Vereinten Nationen
unterstützten Gespräche über Afghanistan werden in Genf einen Tag nach
dem vereinbarten Termin fortgesetzt.

nen
sowjetisch-afghanischen
Konvoi;
es gibt eine große Zahl Tote und Verwundete .

1. August

Tausende
sowjetischer
Soldaten
beginnen,
unterstützt
von
schwerer
A r t i l l e r i e , einen Großangriff
gegen
die Mujahedin in Paghman im Westen
Kabuls. Dies geschieht in Vergeltung
zu einem Mujahedin-Angriff auf einen
M i l i t ä r p o s t e n in d i e s e r Gegend, b e i
dem d r e i Soldaten umkamen.
Sowjetische SU-25 und möglicherweise auch
andere
sowjetische
Flugzeugtypen
f l i e g e n Bombeneinsätze, bei denen es
Augenzeugen zufolge zu 300 Meter hohen Staubfahnen kam. Westliche Diplomaten in dem Erholungsgebiet beim
Kharga-See b e r i c h t e t e n , wie e i n e Rak e t e , möglicherweise eine SAM-7, nur
knapp e i n e SU-25 v e r f e h l t e .
Ein f r a n z ö s i s c h e r H e l f e r , der von
seiner
Arbeit
als
Agrarspezialist
beim
Afghanischen
Internationalen
Büro h e i m k e h r t e , b e r i c h t e t e von etwa
150 afghanischen Dorfbewohnern,
die
im vergangenen A p r i l g e t ö t e t wurden,
als
Regierungstruppen,
von
Sowjets
u n t e r s t ü t z t , e i n e Offensive gegen e i n
von den Mujahedin
g e h a l t e n e s Dorf
rund 100 Kilometer n o r d ö s t l i c h von
Jalalabad
einleiteten.
Das
ganze
Ausmaß der Verwüstung wurde e r s t im
vergangenen Monat durch die v e r s c h i e denen
Erklärungen
von
Flüchtlingen
bekannt, die vor den Kämpfen b e i S o l tan geflohen waren, a l s s o w j e t i s c h afghanische Truppen v e r s u c h t e n , das
Darreh-ye-Nur-Tal zu e r o b e r n , das für
d i e Mujahedin e i n e w i c h t i g e V e r s o r gungsroute d a r s t e l l t .

5 . August
Mujahedin
überfallen
auf
der
Landstraße von Kabul nach Ghazni ei-

i

Bei schweren

Kämpfen

in Urgun in

�der Provinz Paktika verloren Berichten zufolge die Mujahedin Anfang Augast in diesem Gebiet 20 Prozent ihrer Streitmacht.

6. August
Mujahedin greifen in der Nähe der
Landstraße von Jalalabad nach Kabul
einen
sowjetisch-afghanischen
Truppenkonvoi an, zerstören vier Panzer
und töten deren Besatzung.

8. August
Pakistan und Afghanistan unterbrechen die achte Runde ihrer von den
Vereinten Nationen unterstützten indirekten Verhandlungen in Genf, ohne
zu einer Vereinbarung
zu gelangen
oder einen Zeitpunkt für weitere Runden festzulegen.
Man befindet sich
in einer Sackgasse, da kein definitiver Zeitplan über einen sowjetischen
Truppenabzug oder eine Vereinbarung
über eine Überwachung der Einhaltung
eines Abkommens zustandegekommen war.
Pakistan fordert einen vollständigen
Abzug
über
mehrere Monate hinweg,
während die Sowjets einen schrittweisen Rückzug über mehrere Jahre verlangen .
Mujahedin feuern Raketen auf Kabul ab und zerstören das Kommunikationszentrum
der
polnischen
Botschaft. Von den 20 bis 30 Raketen,
die auf verschiedene Teile der Hauptstadt niedergehen, trifft eine auch
die sowjetische Botschaft.

10. August
über 60 sowjetische Hubschrauber
fliegen eine Angriffsmission zum Logar-Tal in Unterstützung eines großen
sowjetischen Militärkonvois, der Ka-

bul in Richtung Süden verließ. Zuvor
hatte es Berichten zufolge am 29. Juli eine schwere Schlacht mit den Mujahedin gegeben, in der 20 afghanische Soldaten getötet wurden.
Doch
behielten
die sowjetischen
Truppen
die Oberhand und feuerten, wie ein
Augenzeuge berichtete, auf alles, was
sich in den Bergen bewegte.

LI. August
Mujahedin legen im Flughafen von
Jalalabad eine Bombe; mindestens 15
Personen wurden getötet, etwa 30 verwundet.
Die Bombe explodiert kurz
vor dem Start eines Flugzeugs nach
Kabul in der Abflughalle. Es heißt,
einer der
für die Sicherheit des
Flughafens Zuständigen - ein Anhänger
der Mujahedin - habe die Bombe gelegt.
In den Bergen von Zentrallogar
kommt es zu Kämpfen zwischen Mujahedin und sowjetischen Einheiten; die
Sowjets müssen sich aus dem Gebiet
zurückziehen. Von den Mujahedin gelegte Minen zerstören vier sowjetische Panzer.

12. August
Etwa 150 afghanische Jugendliche
im Alter zwischen 15 und 17 Jahren
werden beim Abflug vom Kabuler Flughafen in Richtung Sowjetunion beobachtet. Zuvor hatte eine Zeitung davon berichtet, daß Kabul und Moskau
ein Protokoll unterzeichnet hatten,
das die Ausbildung 1800 junger Afghanen in sowjetischen Bildungsstätten
unterschiedlichen Niveaus im akademischen Jahr 1986/87 vorsah.
Schätzungen zufolge gingen rund 1200-1400
Schüler bzw. Studenten im akademischen Jahr 1985/86 in die Sowjetunion. Es gibt jedoch auch Berichte,
denen zufolge ein Studium in der So-

- 10 -

�wjetunion bei den afghanischen Jugendlichen
immer
unbeliebter
wird,
weil ihre Bewegungsfreiheit in der
Sowjetunion
immer
mehr
beschränkt
wird und die sowjetischen Behörden
den ankommenden afghanischen Studenten
wilLkürLiche
Änderungen
ihres
Lehrplans auferlegen.

13. August

Mujahedin z e r s t ö r e n in Logar 16
sowjetisch-afghanische
Panzerfahrzeuge mit Minen und schießen bei Kämpfen
zwei S t a r r f l ü g l e r - F l u g z e u g e a b .

Farkhar
in den Bergen der Provinz
Takhar.
O r g a n i s i e r t von Ahmad Shah
Mahsud, der vor kurzem aus dem P a n j s her-Tal
in d i e s e s Gebiet gekommen
war, t ö t e n Mujahedin der J a m i a t - e - I s lami-Bewegung 110 afghanische S o l d a ten und nehmen 210 gefangen.
Die
V e r l u s t e auf e i g e n e r S e i t e belaufen
sich auf fünf Tote und acht V e r l e t z te.
Erbeutet wird e i n e 76-mm-Kanone
sowie 70 Tonnen Munition und V e r s o r gungsgüter.
Ein vorangegangener Ang r i f f d r e i Tage früher war e r f o l g l o s
geblieben.

2 1 . August
Afghanische Truppen geben im Ber e i c h von Shilman in der p a k i s t a n ischen Khyber-Provinz 79 Runden Art i l l e r i e f e u e r ab und verwunden dabei
einen p a k i s t a n i s c h e n Z i v i l i s t e n sowie
zwei afghanische F l ü c h t l i n g e .

Afghanische Artillerie beschießt
ein Dorf in der Nähe des Nawa-Passes
im pakistanischen Bezirk Mohmand; dabei wird ein Pakistani getötet und
ein weiterer verwundet.

14. August

22. August

Mujahedin töten bei Kämpfen in
der Nähe von Asmar in der Provinz
Kunar 42 sowjetisch-afghanische Soldaten.
Außerdem
zerstören sie 13
Panzerfahrzeuge,
zwei
Kanonen
und
treffen drei Panzer.

Bei erneuten
Kämpfen
in Logar
zerstören Mujahedin sechs Armeefahrzeuge und nehmen einen sowjetischen
Offizier sowie sechs afghanische Soldaten gefangen.

23. August
17. August
Mujahedin jagen ein Munitionsdepot des Luftwaffenstützpunktes Bagram
mit Zeitbomben in die Luft.
Dabei
werden
drei
Hubschrauber
auf der
Landebahn beschädigt.

20. August
Mujahedin
überrennen
in
einem
einstündigen Überraschungsangriff am
Morgen eine mit 320 Soldaten belegte
Kaserne
der
afghanischen Armee in

Nach einem Angriff auf
sowjeti s c h - a f g h a n i s c h e Truppen in der P r o vinz
Badakhshan
und
einwöchigem
Kampf, bei dem 14 zumeist von Sowjets
bemannte M i l i t ä r p o s t e n z e r s t ö r t werden, erobern d i e Mujahedin eigenen
Aussagen zufolge d i e K o n t r o l l e des
Wadaruj-Passes zurück, der zum PamirTal f ü h r t .
Sie t ö t e n dabei über 80
sowjetische S o l d a t e n , nehmen 92 gefangen und erobeen e i n e große Menge
an Waffen und Munition.

- 11 -

�Berichten zufolge 50 bis 100 Menschen
durch die Explosion getötet.

24. August
Einem unbestätigten Bericht aus
Kabul zufoLge ist eine Eisenbahnlinie
zwischen
dem sowjetischen
Grenzort
Hayratan und Mazar-I-Sharif geplant,
bzw. bereits begonnen, wobei bereits
Pläne
einer
späteren
Weiterführung
der Linie bis nach Kabul bestehen
sollen.

25. August
Zwei Offiziere der pakistanischen
Armee, ein Major und ein Hauptmann,
werden von afghanischer Miliz gefangengenommen, als sie sich unbewaffnet
und in Trainingsanzügen außerhalb eines Grenzpostens
in der pakistanischen Provinz Baluchistan bewegten.
Sie werden ergriffen, in einen Geländewagen
gesteckt
und
über
die
Grenze gebracht. Dies ist das erste
Mal, daß ein Offizier oder Soldat der
pakistanischen
Armee auf pakistanischem Boden selbst von afghanischen
Armeeangehör igen
gefangengenommen
wird.

26. August
Eine gewaltige Explosion zerstört
ein Munitionslager im Hauptquartier
der 8. Division der afghanischen Armee in der Nähe des Kharga-Sees, 8
Kilometer westlich von Kabul.
Die
fünfstündige "vulkanartige" Explosion
zerstört im Zentrum Kabuls die Fensterscheiben. Obwohl das Kabuler Regime die Explosion als einen Unfall
bezeichnet, wird angenommen, daß das
Lager nach einem Raketenangriff der
Mujahedin in die Luft ging. Bis dahin
hatten
die
Mujahedin
bereits
mehrmals Raketen auf das Lager abgefeuert, doch ohne das Munitionslager
zu treffen. Trotz gegenteiliger Behauptungen des Kabuler Regimes wurden

Abdul Haq, dem Kommandeurs der
Hisb-e-Islami zufolge waren es deren
Raketen, die das Lager trafen. Haqs
Gruppe von 600 Mujahedin feuert 107mm-Raketen auf mehrere militärische
Ziele um Kharga und das nahegelegene
Paghman.
Drei der Raketen treffen
Waffendepots und verursachen Explosionen. Haq und seine Männer erklären, die Explosionen hätten die Kasernen der 8. afghanischen Ärmeedivision schwer beschädigt und zu erheblichen Verlusten bei den Soldaten geführt.
Sie filmen außerdem den Angriff und kehren zu ihrem eigenen Lager zurück ohne unter Feuer gekommen
zu sein.
Westlichen Diplomaten zufolge wurden rund 20 Häuser um Kharga
beschädigt.

31. August
In Kabul wird unter der Leitung
Najibullahs der Pashtunistan-Tag begangen. Von den 5000 zur offiziellen
Feier
erschienenen
Personen
sollen
Berichten zufolge rund 1000 pakistanische Studenten gewesen sein, die übrigen hauptsächlich Stammesangehörige
der afghanisch-pakistanischen Grenzgebiete.
Jüngsten Berichten ist zu
entnehmen, daß eine immer
größere
Zahl pakistanischer Pashtun-Studenten
zur "kostenlosen" Ausbildung nach Kabul - und von dort in die Sowjetunion
geht.

2. September
Das Regime in Kabul gibt ein Programm bekannt, demzufolge fast 30 000
afghanische
Familien
"aus
wirtschaftspolitischen Gründen" aus den
östlichen Provinzen Paktia, Kunar und
Laghman in die südwestlichen Provin-

- 12 -

�zen Farah, Jelmand und Nimroz umgesiedelt werden sollen.
Obwohl das
Regime behauptet, es stelle den Umgesiedelten besseres Land zur Verfügung, so scheint doch der wahre Grund
in der absichtlichen Entvölkerung der
drei Ostprovinzen zu liegen, damit
dann
afghanisch-sowjetische
Streitkräfte in einem Gebiet voller Mujahedin-Stellungen frei operieren können
und leichten Zugriff auf den aus Pakistan
kommenden Nachschub
haben.
Darüber hinaus handelt es sich bei
den drei südwestlichen Provinzen an
der
iranisch-pakistanischen
Grenze
weitgehend um Wüste, in der erhebliche Bewässerungsprogramme notwendig
wären, um sie so fruchtbar zu machen
wie die Ostprovinzen. Dem Regime in
Kabul zufolge ist die Umsiedlung jedoch "freiwillig" und Bestandteil einer langfristigen Entwicklungsstrategie.
Dem augenblicklichen Fünfjahresplan des Regimes zufolge, der im
vergangenen März in Kraft trat, werden
voraussichtlich
45 000
Hektar
Land in Helmand und Nimroz bewässert
werden, so daß dort bis zu 15 000 Familien leben können.

3. September
Mujahedin unternehmen eine Reihe
von Angriffen auf die Truppenunterkunft Jaji in der Provinz Paktia mit
Boden-Boden Flugkörpern, Raketen und
Granatwerfern, mit denen Berichten
zufolge eine Kaserne dem Erdboden
gleichgemacht wird.
Die Mujahedin greifen ferner das
Hauptquartier des Geheimdienstes KHAD
und die Militärbasis in der Stadt
Kandahar an.

4. bis 20. September
Unbestätigte Berichte weisen dar-

auf hin, daß acht sowjetische und 15
afghanische Soldaten in der Nähe des
Kargha-Sees gefangengenommen wurden,
als
afghanisch-sowjetische
Truppen
eine ihrer größten Offensiven in der
Gegend von Paghnam nordwestlich von
Kabul starteten.
Die Offensive beginnt am 4. September, dauert bis zu
einem vorläufigen Stillstand drei Tage und wird dann am 12. September
wieder aufgenommen.
Berichten zufolge wurden von 38
Hubschraubern Truppen in dem Gebiet
abgesetzt und die Berge um die Stadt
Paghman von Flugzeugen des Typs SU-25
bombardiert.
Eine Batterie Artillerie auf Selbstfahrlafetten wurde südlich des Kargha-Sees in Stellung gebracht, um den Widerstand in diesem
Gebiet zu ersticken.
Mujahedin bombardieren
von
ihren Stellungen in
Paghman aus den für Kabul wichtigen
Stützpunkt Kargha und andere wichtige
Punkte in der Stadt; als ein Höhepunkt ist die spektakuläre Explosion
des Munitionsdepots der 8. afghanischen Armee im August anzusehen.
Weiterhin haben die Mujahedin Berichten
zufolge südlich der Stadt
Paghman einen Hubschrauber abgeschossen und in der Stadt selbst zwei Offiziere der afghanischen Armee und
drei Soldaten getötet.
Verschiedene
Berichte schätzen, daß 10 bis 15 Soldaten des Kabuler Regimes täglich bei
in Kämpfen um Paghman umkommen und
daß das Kabuler 400-Betten-Hospital
Wazir Akbar Khan die Verwundeten bereits auf den Fluren von wenigstens
zwei Etagen unterbringen muß.

8. September
Die Mujahedin behaupten, sie hätten eine militärische Stellung in der
Umgebung
von Kandahar
angegriffen,
ein Munitionsdepot und ein Lager für

- 13 -

�militärischen Nachschub gesprengt und
ferner 50 afghanisch-sowjetische Soldaten verwundet oder getötet.

9. September
Der
Presse
in
Kabul
zufolge
trifft der Vorsitzende von Pakistans
nationaler Awami-Partei, Abdul Wali
Khan, mit Abdurrahim Hatef, dem Vorsitzenden des Zentralrates der Nationalen Vaterlandsfront der Demokratischen Republik Afghanistan zusammen,
der ihm die Medaille der Nationalen
Vaterlandsfront verleiht. Später besucht Wali Khan den Bezirk Paghman in
der Provinz Kabul, wo er an einer Gedenkstätte Kränze niederlegt. Er wird
dabei von Najibullah, Premierminister
Sultan Ali Keshtmand und Parteisekretär Nur Ahmad Nur begleitet.

11. bis 24. September
Mujahedin töten in dem strategisch wichtigen, im Norden Kabuls gelegenen Pajnsher-Tal bei etwa 12 Angriffen 115 sowjetische und afghanische Soldaten. Bei einem dieser Angriffe sprengen sie mit Hilfe einer
Zeitbombe, die sie in einem LKW des
Kabuler Regimes plaziert hatten, 70
Militärfahrzeuge, darunter auch Panzer.
Bei
einem
weiteren
Angriff
schössen
sie einen Kampfhubschrauber
ab und zerstören einen Panzer.
Die
Zunahme von Operationen der Mujahedin
ist wahrscheinlich eine Reaktion auf
einen Aufruf von Burhanuddin Rabbani,
dem Führer der afghanischen Jamiate-Islami-Gruppe, die das Tal kontrolliert.
Die
Angriffe
werden
durchgeführt, um den wachsenden Druck
auf Stellungen der Widerstandskämpfer
in der westlichen Provinz Herat zu
vermindern.

12. September
Mujahedin haben Berichten zufolge
mehr als 100 afghanisch-sowjetische
Soldaten getötet, 19 Panzer und Militärfahrzeuge zerstört und ein
sowjetisches Kampflugzeug vom Typ MIG
abgeschossen, als afghanisch-sowjetische Soldaten einen von den Mujahedin kontrollierten Teil Herats angriffen.
Bei
einer
Pressekonferenz
in
Washington D.C. beschreibt Mohammad
Zalmy, ein afghanischer Wissenschaftler und ehemaliger
Richter, viele
Fälle
von
sowjetischen
Menschenrechtsverletzungen
in
Afghanistan.
Zalmy, der Präsident des Nationalen
Komitees für Menschenrechte in Afghanistan mit Sitz in Peshawar (Pakistan), berichtet, daß 2 000 bis
2 500 Kinder im Alter von vier bis
elf Jahren gewaltsam in die Sowjetunion gebracht werden, um sie dort zu
indoktrinieren.
Er zieht ferner die
jüngste Zerstörung der Großen Moschee
in Herat als Beispiel dafür heran,
wie die Sowjets versuchen, den Islam
in Afgfhanistan auszulöschen.
Das afghanische
Regime hat 35
Meilen
von
Peshawar
entfernt
bei
Torkham am Khyber-Paß seine Grenze zu
Pakistan geöffnet, um den Pakistanis,
die den von einer einwöchigen Reise
in die Sowjetunion und Afghanistan
zurückkehrenden pakistanischen Politiker Abul Wali Khan begrüßen wollten, freien Zugang zu schaffen. Hunderte von Mitgliedern seiner AwaiPartei begeben sich drei Meilen ins
afghanische
Landesinnere,
während
Stammeskrieger
aus dem Grenzgebiet
mit Kalaschnikows in die Luft schießen und "Nieder mit Amerika" rufen.
Der in einer Wagenkolonne in Peshawar
einfahrende Wali Khan hält eine Kundgebung ab, bei der er die Vereinigten
Staaten beschuldigt, mit Hilfe Pa-

�kistans in Afghanistan zu intervenieren. Ihm zufolge kann der Frieden in
der Region nur wiederhergestellt werden, wenn die afghanischen Flüchtlinge in ihr Land zurückgeschickt werden, um an den Wahlen teilzunehmen,
von denen Wali Khan berichtet, daß
sie im Augenblick in verschiedenen
afghanischen
Provinzen
abgehalten
werden.

13. September
Mujahedin
zerstören
mindestens
ein Flugzeug
und beschädigen drei
weitere in jüngsten Raketenangriffen
auf den Flughafen Jalalabad. Sie berichten, daß sie etwa 37 Raketen auf
Abstellplätze für militärische Transportflugzeuge und Hubschrauber abgefeuert hätten und daß bei den Explosionen wenigstens zehn Soldaten des
afghanischen Regimes umgekommen oder
verwundet worden seien.
Die Mujahedin durchkreuzen ferner
einen Versuch der afghanisch-sowjetischen Streitkräfte, sie aus Stellungen rund um die belagerte Garnisonsstadt Urgun in der Provinz Paktia zu
verdrängen.
Sie behaupten, der Konvoi sei gezwungen gewesen, auf Ghazni
auszuweichen, nachdem er nicht genau
bestimmbare Verluste an Soldaten und
Ausrüstung hinnehmen mußte.
Drei Fahrzeuge, davon eins vom
Internationalen
Roten Kreuz
(ICRC)
und zwei vom High Commissioner for
Refugees (UNHCR) wurden in Alizai, im
Bezirk Kurrum, entweder von unzufriedenen
ortansässigen
Stammeskriegern
oder von Saboteuren des Kabuler Regimes schwer beschädigt.

gigen Gegend um Dakka, sieben Meilen
im
Inland
von
Afghanistan,
fest.
Diese werden getötet, als man bei
ihnen belastende Sabotagepläne, die
in Pakistan durchgeführt werden sollen sowie Sprengmittel findet.

16. September
Zwei afghanisch-sowjetische Flugzeuge
verletzen den
pakistanischen
Luftraum über Teri Mangal und werfen
Bomben ab, durch die zwei afghanische
Flüchtlinge getötet und ein weiterer
verletzt werden. Später werfen sechs
afghanische Flugzeuge dreizehn Bomben
ab und feuern vierzig Raketen auf das
Gebiet von Peiwar Kotal im Bezirk
Kurram.
Vier Mitglieder der Miliz
von Kurrum werden verletzt.

17. September
Zwei afghanisch-sowjetische Flugzeuge
verletzen den
pakistanischen
Luftraum, indem sie im Gebiet acht
Meilen nordwestlich von Miranshah im
nördlichen Bezirk von Waziristan Bomben abwerfen.
Bei diesem Angriff
wird ein Zivilist getötet und ein
weiterer verletzt.
Ein US-Vertreter bei der Konferenz
über
amerikanisch-sowjetische
Beziehungen
in
Riga
(Lettland),
Helmut Sonnenfeldt, sagt, die Vereinigten Staaten hätten kein besonderes Interesse an Afghanistan, außer
daß sie es gern blockfrei und mit
sich selbst und seinen unmittelbaren
Nachbarn im Frieden sehen würden.

19. September
Afghanische Mujahedin nehmen fünf
Agenten des Geheimdienstes KHAD des
Kabuler Regimes auf der Straße von
Jalalabad nach Torkham, in der gebir-

Afghanische
Streitkräfte
feuern
15 Artilleriegranaten in die Stadt
Chaman in der Provinz Belutschistan

- 15 -

�Berichten zufolge haben Mujahedin
im Gebiet von Gardez in Paktia 150
afghanische Soldaten verwundet oder
getötet.
Sie behaupten ferner, zwei
Panzer zerstört und zwei "Kommandeure" gefangengenommen zu haben.

bern sowjetischer Bauart, die bei ihrem Anflug auf den Flughafen von Jalalabad explodierten. Die Islamische
Afghanische Presse, die die Meldung
veröffentlichte, berichtet, daß von
Mujahedin abgefeuerte Boden-Luft-Raketen den Absturz der Hubschrauber
verursachten.
Die Nachrichtenagentur
der Mujahedin mit Sitz in Peshawar
berichtet,
daß
afghanische-sowjetische Flugzeuge nach dem Zwischenfall
in der Gegend von Jalalabad Vergeltungsbombardements durchführten.

20. September

28. September

Aus der Provins Wardak wird von
der Meuterei einer Einheit der afghanische Armee berichtet. Berichten
zufolge
weigerten
sich
afghanische
Soldaten, für ihren Angriff auf eine
Stellung der Mujahedin ein Minenfeld
zu durchqueren.
Statt dessen hätten
sie das Feuer auf ihre sowjetischen
Kameraden eröffnet, die von ihnen
verlangt hatten, bei dem Angriff die
Spitze zu übernehmen.
Es wird berichtet, daß sich die Mujahedin mit
den Rebellen zusammengeschlossen haben. Einige der Meuterer sollen später zusammengetrieben und von sowjetischen
Soldaten
erschossen
worden
sein.

Beim sowjetischen Handelszentrum
in der Nähe der sowjetischen Botschaft
explodiert
eine
Autobombe.
Radio Kabul zufolge werden bei der
Explosion drei Menschen getötet und
eine Person verletzt. Ferner werden
dadurch Mitglieder einer sowjetischen
Besuchsdelegation aufgeschreckt, die
vom Ersten Stellvertretenden Vorsitzenden des sowjetischen Ministerrates, vsevewlod Serafimovitsch Murakowsky angeführt wird wie auch der
afghanische Spitzenpolitiker Najibullah und Premierminister Sultan Ali
Keshtmand.
Die sowjetische Delegation nimmt in Kabul am 6. Treffen der
Afghanisch-Sowjetischen
Ständigen
Zwischenstaatlichen
Kommission
für
Wirtschaftliche Kooperation teil.

(Pakistan) an der Grenze zur Provinz
Kanadahar. Dabei werden zwei Frauen
und neun Kinder verletzt.

19./20. September

23. September
r

Afghanisch-sowjetische
Flugzeuge
verletzen pakistanischen Luftraum und
feuern 31 Raketen auf das Gebiet von
Teri Mangal im Bezirk Kurrum. Dabei
werden drei pakistanische Bürger und
zwei afghanische Flüchtlinge verletzt.

Westlichen Diplomaten zufolge war
bei der Berichtigung der beiden für
den öffentlichen Verkehr freigegebenen Seiten des sowjetischen Komplexes
keine Beschädigung der Fassaden zu
erkennen.

8. Oktober
25. September
In Peshawar eintreffende Augenzeugen berichten von zwei Hubschrau-

Der amerikanische Verteidigungsminister Weinberger nennt den Abzug
einiger sowjetischer Truppen aus Af16 -

�ghanistan "eine List". Bei einem Interview mit der Fernsehgesellschaft
ABC, das Weinberger in Peking während
einer Chinareise führte, sagte er,
die Sowjets hätten erst vor einigen
Wochen neue Truppen nach Afghanistan
verbracht, so daß sie eine gleichgroße Zahl von Soldaten abziehen und
trotzdem ihre bisherige Truppenstärke
aufrechterhalten könnten.

9. Oktober
Amerikanische
und
pakistanische
Afghanistan-Experten
weisen
darauf
hin, daß die Zunahme terroristischer
Bombenanschläge
in
pakistanischen
Städten an der Grenze zu Afghanistan
neuerlich Anlaß zu der Befürchtung
gäben, der
"starke Mann" Afghanistans, Najibullah, könnte in Pakistan
eine Sabotageaktion planen. Ein pakistanischer Experte hält dem entgegen, Najibullah könne angesichts seiner früheren Beziehungen zu
Peshawar, wo er seine Jugend verbrachte,
eher dazu neigen, ethnische Probleme
in Pakistan schaffen.
Dem amerikanischen Außenministerium zufolge wurden in der ersten
Hälfte des Jahres 1986 mehr pakistanische
und
afghanische
Flüchtlinge
durch terroristische Bombenanschläge,
Artilleriebeschuß
über die Grenzen
hinweg und Luftraumverletzungen durch
sowjetische und afghanische Flugzeuge
getötet als im gesamten Jahr 1985.

10. Oktober
50 bewaffnete afghanische Soldaten haben sich Berichten zufolge in
der Nähe von Kandahar ergeben.
Es
gibt ferner einen unbestätigten Bericht, wonach der Gouverneur der Provinz Kandahar
ausgewechselt wurde,
weil die Mujahedin in der Stadt an

Boden gewonnen hatten.

1. Oktober
Einem Kommentar
der
"Voice of
America" zufolge hat das afghanische
Regime in Shaka Darra nahe Kabul eine
Kapitulation
von
Mujahedin
inszeniert. Wie afghanische Bewohner umliegender
Dörfer
berichten, holten
Soldaten des Regimes alle Männer der
Dorfes zusammen und stellten sie für
ein Photo auf, das 500 Mujahedin
zeigt, die ihre Waffen niederlegen.

13. bis 19. Oktober
Der angekündigte Abzug von sechs
sowjetischen Regimentern aus Afghanistan gibt Anlaß zu Kontroversen.
Westlichen
und anderen Journalisten, die eingeladen worden waren,
um über den sowjetischen Abzug von
sechs Regimentern aus Afghanistan zu
berichten, wurden eng gefasste Sicherheitsbeschränkungen
auferlegt,
und sie hatten sich einem genau festgelegten Ablauf zu unterwerfen.
Die
meisten der 140 Journalisten, darunter 14 aus westlichen Ländern, werden
vom 13. bis zum 19. Oktober in Kabul
festgehalten, und bekommen nur kurze
Ausflüge nach Shindand und Kunduz genehmigt.
In Kabul sahen die Journalisten
ganz kurz ein abziehendes Flugabwehrregiment bei seiner Parade durch die
Stadt zur Salang-Tunnel-Autobahn, die
in die Sowjetunion führt. Die Fahrzeuge des Konvois schienen neu zu
sein und zeigten kaum Anzeichen von
Einsätzen im Kampf.
In Sindand interviewten die Journalisten Soldaten eines Panzerregiments, die angaben, bei ihrem Einsatz

- 17 -

�in Afghanistan noch nie Kampfhandlungen odec Mujahedin begegnet zu sein.

ten abgeschossen haben.

In Kunduz wurden sie am 17. Oktober Augenzeugen des Abzugs eines motorisierten Schützenregiments und bemerkten, daß die meisten Fahrzeuge
LKWs waren und keine Kettenfahrzeuge,
wie sie normalerweise zu einem solchen Regiment gehören.
Aus diesem
Grund wurde angenommen, daß die Einheit nur in geringem Maß einsatzbereit oder möglicherweise
überhaupt
nicht echt, sondern speziell zum Vorzeigen zusammengestellt worden sei.

23. Oktober

Am 15. Oktober sagte der pakistanische Präsident Zia-ul-Haq, daß
Schätzungen
des pakistanischen Geheimdienstes zufolge in den vergangenen Monaten 15 000 neue sowjetische
Soldaten nach Afghanistan geschickt
worden seien.

16. Oktober
Der amerikanische Verteidigungsminister Weinberger äußert bei seinem
Besuch in Pakistan, er schließe angesichts
der
afghanisch-sowjetischen
Verletzungen des pakistanischen Luftraumes die Bereitstellung von AWACS
für Pakistan nicht aus.

19. Oktober
Einheiten der Mujahedin greifen
nahe der Südseite des Salang-Tunnels
die Fahrzeugkolonne eines der abziehenden
Flugabwehrregimenter
an und
töten Berichten zufolge 30 bis 35 sowjetische Soldaten, nachdem sie zunächst die Spitzen- und Schlußfahrzeuge zerstört hatten.
Westliche
Diplomaten
bestätigen
Berichte, daß Mujahedin in der Gegend
von Kabul zwei Hubschrauber mit Rake-

Der afghanische Pilot eines sowjetischen
Kampfflugzeuges
vom Typ
MIG-21 desertiert nach Pakistan und
landet auf dem Flufhafen Kohat in der
nordwestlich gelegenen Provinz an der
Grenze
zu Afghanistan.
Der Pilot
bittet um politisches Asyl, was ihm
auch gewährt wird.
Vier
afghanische Flugzeuge sowjetischer Bauart verletzen pakistanischen Luftraum und feuern Raketen
auf den Bezirk von Nord-Waziristan.
Dabei findet ein Dorfbewohner den Tod.

27. Oktober
Ein Kommandeur der Mujahedin von
Kandahar, der sich sich zu Besuch in
Peshawar aufhielt, entwarf das düstere Bild einer Stadt, die in den vergangenen sechs Jahren ununterbrochene
Kampfhandlungen erlebt hat.
Mullah
Malang berichtet, von 11 000 Geschäften einer einstmals blühenden Stadt
gäbe es nur noch 2 000 und Elektrizität sei nur aus kleinen benzinbetriebenen Generatoren und ausschließlich
für den Flughafen
und andere Einrichtungen der Regierung erhältlich.
Kanadahars Radiostation und das Telefonnetz seien zerstört.
Der Kommandeur berichet weiter,
daß
es
afghanisch-sowjetischen
Streitkräften im September nicht gelungen sei, Soldaten der Mujahedin
aus der Stadt zu vertreiben.
Radio Kabul berichtet von der
Teilnahme des afghanischen Machthabers Najibullah und anderer hoher Beamter an der Beerdigungszeremonie für
ihren getöteten Genossen Mahammad Ali

- 18 -

�Samim, Mitglied des Zentralkomitees
der PDPA und Sekretär des Parteikomitees der Provinz Herat. Angaben zufolge reiste er mit dem Auto in ein
abgelegenes Dorf
in der Gegend von
Golran in der Provinz Herat, als eine
von Mujahedin gelegte Mine hochging.
Anderen
Berichten
zufolge
könnte
Samim von gegnerischen Parteimitgliedern oder vom Regime für seine Verbindungen zu den Mujahedin erschossen
worden sein.
Eine möglicherweise von Agenten
des afghanischen Geheimdienstes KHAD
gelegte Bombe geht in Zahidan, im
Osten
Irans,
vor
dem
ehemaligen
Hauptquartier einer afghanischen Oppositionspartei hoch. Bei der Explosion werden neun Menschen verletzt
und die Fensterscheiben aller Häuser
und Geschäfte im Umkreis von 100 Metern gehen zu Bruch.
Mujahedin
schießen
einen
Hubschrauber in der Provinz Wardak ab.
Dieser in der Nähe von Maidanshahr
abgeschossene
Kampfhubschrauber
vom
Typ MI-24 wurde Berichten zufolge in
zwei Hälften zerrissen, als ihn eine
Rakete der Mujahedin traf. Augenzeugen berichten später, daß ein anderer
MI-24 den vorderen Rumpf des abgeschossenen Hubschraubers zurück nach
Kabul transportiert hätte.

28. Oktober
Eine
möglicherweise
von
KHADAgenten gelegte Bombe, die in einem
Basar von Peshawar explodiert, tötet
sechs Menschen und verletzt 20, einige von ihnen schwer.
Demonstranten,
die meisten von ihnen Studenten und
Geschäftsleute, randalieren bei ihrem
Marsch zum Haus des Gouverneurs, wo
sie gegen die Afghanistan-Politik der
Regierung und die Anwesenheit afghanischer Flüchtlinge protestieren.
Da

der Marsch zum Haus des Gouverneurs
verhindert wird, halten sie eine Protestkundgebung ab, bei der vorwiegend
Sprecher der linken Nationalen AwamiPartei, angeführt vom
moskaufreundlichen Abdul Wali Khan, die Regierung
auffordern, das Problem Afghanistan
durch Einleitung direkter Verhandlungen mit dem Regime in Kabul zu lösen.
In Sprechchören fordern sie die Rückführung afghanischer Flüchtlinge.
Genau vor der Explosion im großen
Basar Qissa Khawani nahm die Polizei
drei Personen fest, die offensichtlich geplant hatten, das Haus von
Burhanuddin Rabbani, dem Führer der
Jamiat-e-Islami-Partei, in die Luft
zu sprengen.
Afghanischen, von der
Jamiat-e-Islami
veröffentlichten
Nachrichtemeldungen
zufolge
wurden
drei mutmaßliche KHAD-Agenten festgenommen, als sie sich dem Haus Rabbanis mit einer sechs Kilo schweren
Bombe näherten, die mit einer Fernzündung versehen war.
Am selben Tag stirbt eine Person
in Swat, bei dem Versuch, eine auf
einem Feld liegende Bombe zu entschärfen.
Berichten von "Freedom House" zufolge (eine New Yorker Gruppe, die
weltweit die Unterdrückung der Freiheit beobachtet,) sagen fünf in Afghanistan interviewte Deserteure der
Sowjetarmee, sie seien zu den Mujahedin übergelaufen, weil sie nicht zu
einer Armee gehören wollten, die absichtlich Zivilisten töte.

30. Oktober
Bei
einer
Pressekonferenz
im
Pentagon
äußert
der
Direktor
des
Nachrichtendienstes für die Verteidigung (DIA), die Vereinigten Staaten
hätten eindeutige
und
überzeugende

- 19 -

�Beweise, daß sowjetische Behauptungen
über einen Abzug von sechs Regimentern als Farce und Täuschmanöver anzusehen seien.
Der DIA zufolge ist die sowjetische
Truppenstärke
um
lediglich
2 000 Mann reduziert worden und nicht
etwa um 8 000, wie dies vom sowjetischen Parteichef Gorbatschow behauptet worden war.
Der Gesamtabbau um
2 000 Soldaten wurde einzig und allein durch den Abzug von drei Regimentern
der
Luftverteidigung erreicht, die nicht mehr benötigt wurden, weil der afghanische Widerstand
keine Flugzeuge besitzt. Die sowjetische Truppenstärke wird jetzt auf
116 000 bis 118 000 Mann beziffert
gegenüber 118 000 bis 120 000 Mann
vor dem Truppenabzug. Bei den beiden
angeblich
abgezogenen
motorisierten
Schätzenregimentern handelt es sich
um "neue" Regimenter, die speziell
für den Abzug im September extra zusammengezogen worden waren.

Frontieres' gearbeitet haben, hatten
Landstriche vorgefunden, die einmal
fruchtbares Ackerland gewesen, aber
von den Sowjets durch ihre Taktik der
verbrannten Erde in Wüste verwandelt
worden seien.
Sie berichteten ferner, das afghanische Regime sperre
den Zulauf zu einem Damm, mit dessen
Hilfe die Gegend bisher bewässert
wurde.
Bei ihren Reisen durch die
Provinz Paktia vernahmen sie dauernde
Granateinschläge und passierten viele
Dörfer, die durch jüngst erfolgte
Luft- oder
Artillerieangriffe
zerstört worden waren.
Großbritannien schließt sich der
skeptischen
amerikanischen
Haltung
über
den sowjetischen
Truppenabzug
an, nennt ihn "Kosmetik" und mißt ihm
begrenzte militärische Bedeutung zu.
Großbritannien äußert den Verdacht,
daß in Afghanistan immer noch genauso
viele sowjetische Regimenter stünden
wie zuvor.

4. November
31. Oktober
Präsident Reagan beschuldigt die
Sowjetunion, durch ihr Verhalten in
Afghanistan Vertrauensbruch zu begehen. In einem Kommentar zum sowjetischen Truppenabzug äußert er, mit
falscher Buchführung sei der Krieg
nicht zu beenden.
In der letzten Oktoberwoche haben
in der Gegend von Jalalabad operierende Mujahedin wahrscheinlich sechs
Hubschrauber abgeschossen.

3. November
VOA berichtet,
und ein belgischer
gangenen September
der Provinz Ghazni

ein französischer
Arzt, die im verfür drei Wochen in
für 'Medicine Sans

Während der achten Jahresdebatte
der
Vollversammlungg
der
Vereinten
Nationen über Afghanistan fordert der
amerikanische
Botschafter
Herbert
Okun
die
internationale
Staatengemeinschaft auf, sich nicht durch sowjetische Hinweise auf eine flexible
Haltung in der Frage der Besetzung
Afghanistans zur Untätigkeit verleiten zu lassen. Okun bezieht sich auf
den
Ermacora-Bericht
der Vereinten
Nationen, der zu dem Ergebnis gelangt, daß eine Fortsetzung des Versuchs, in Afghanistan eine militärischen Lösung herbeizuführen, unweigerlich
zu einer Situation
führen
würde, die auf Völkermord hinausliefe. Der Abzug von sechs Regimentern
sei erfolgt, um die anhaltende sowjetische Weigerung zur Ausarbeitung
eines Zeitplanes für einen umfassen-

- 20 -

�den Abzug aller L20 000 sowjetischen
Soldaten in Afghanistan zu verschleiern .

5. November
Die Vollversammlung der Vereinten
Nationen spricht sich mit 122 zu 20
Stimmen bei 11 Enthaltungen für eine
Resolution aus, die den sofortigen
und vollständigen Abzug der ausländischen Truppen und die Wiederherstellung 3er politischen Unabhängigkeit Afghanistans fordert.
Sie unterstreicht
das Recht des afghanischen Volkes, seine eigene Regierungsform zu bestimmen und sein eigenes wirtschaftliches, politisches und
soziales System unabhängig von jeglicher Einmischung oder Unterminierung und jedwedem Zwang oder jeglicher Gewalt frei wählen zu können.
Die Resolution fordert die Schaffung
von Bedingungen, die alle fünf Millionen
afghanische
Flüchtlinge
weltweit die größte Zahl von Flüchtlingen einer Volksgruppe - in die Lage versetzt, sicher und ehrenhaft in
ihre Heimat zurückkehren zu können.
Sie bestätigt weiterhin die Unterstützung der jetzt in der siebenten
Runde befindlichen Annäherungsgespräche in Genf, die unter der Schirmherrschaft
der
Vereinten
Nationen
stattfinden, und fordert bis zur endgültigen Regelung der Situation unausgesetzte humanitäre Hilfe für die
Flüchtlinge.
Bei der ersten Abstimmung während
einer Sondersitzung im Januar 1980
war mit 104 zu 18 Stimmen bei 30 Enthaltungen gestimmt worden.

6. November
Zwei bekannte Führer der Mujahedin, die die Vereinten Nationen be-

suchen, werden von drei afghanischen
Diplomaten, Beamten bei der ständigen Delegation des Kabuler Regimes,
angerempelt,
geschlagen
und
beschimpft.
Sie versuchten, die Mujahedin von einer anstehenden Pressekonferenz mit bei den Vereinten Nationen akkreditierten amerikanischen
Journalisten fernzuhalten.
Die Führer der Mujahedin befanden
sich als Gäste der saudiarabischen
und pakistanischen Delegationen bei
den Vereinten Nationen.
Sie repräsentieren die Islamische
Einheit der Vereinigung Afghanischer
Mujahedin, die sieben führende Widerstandsparteien
umfasst,
die
ihren
Sitz in Peshawar haben. Sie hielten
sich in New York auf, um ihre Situation und ihre Probleme bei den Vereinten Nationen vorzubringen und die
Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf
die innere Situation Afghanistans zu
lenken.

8. November
Afghanisch-sowjetische
Truppen
leiten ihre zweite gegen Stellungen
der Mujahedin im Südwesten der Provinz Kandahar
gerichtete
Offensive
innerhalb von drei Monaten ein. Dieser am Winteranfang durchgeführte Angriff zielte Berichten zufolge auf
die Gebiete Pashmul und Malajat ab,
wo sich zwischen 3 000 und 4 000 Mujahedin aus 16 Gruppen
verschanzt
hatten.

9. November
Westliche
Diplomaten
berichten
von
unbestätigten
Meldungen, denen
zufolge der berühmte Kommandeur des
Pansher-Tals, Ahma Shah Mahsud, in
der nördlichen Provinz Takhar, wo er

- 21 -

�zusammen mit den dortigen Kommandeuren
operiert,
einer
Gefangennahme
durch afghanisch-sowjetische Truppen
nur knapp entging.

10. November
Die Mujahedin melden, daß in den
westafghanischen Provinzen Herat und
Farah mehr als 100 Soldaten des Kabuler Regimes übergelaufen seien.
Artilleriefeuer der Truppen des
Kabuler Regimes tötet im Gebiet von
Teri Mangal in Pakistan fünf afghanische Flüchtlinge.

kistan.
In seinen Gesprächen mit vielen
afghanischen Flüchtlingen, die verwundet wurden, hat Ermacora erfahren,
daß sich die Situation in Afghanistan
erheblich
verschlechtert
hat, seit
Najibullah
an die Macht kam.
Er
weist besonders auf eine Zunahme der
Bombardements an der pakistanischen
Grenze hin.
Der Bericht empfiehlt mehr Unterstützung für das Kinderhilfswerk der
Vereinten
Nationen
(UNICEF), damit
dieses sein Impfprogramm für alle afghanischen Kinder in den Städten und
in ländlichen Gebieten
durchführen
kann.

11. November
Der UN-Sonderberichterstatter für
Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen zieht den Schluß, daß
die Menschenrechtslage in Afghanistan
weiterhin Anlaß zu tiefer Besorgnis
gibt, und zwar wegen der ernsten und
leidvollen Situation, der die afghanische
Zivilbevölkerung,
besonders
Frauen und Kinder, ausgesetzt ist und
auch wegen des Umfangs der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Probleme, denen sich Millionen
von Flüchtlingen, deren Anzahl ständig steigt, gegenübersehen.
Dem Bericht zufolge gibt es zunehmend Hinweise auf Versuche, Stammeskonflikte anzuheizen und pakistanische Stammesführer in Operationen zu
verwickeln, bei denen sowohl Afghanen
als auch Ausländer getötet werden.
Der Autor des Berichts, Felix Ermacora, berichtet ferner von einem
Anstieg der Flüchtlingszahlen wegen
zunehmender
militärischer
Operationen.
Schätzungen der pakistanischen
Regierung zufolge kommen jeden Monat
6 000 bis 8 000 Flüchtlinge nach Pa-

Der Bericht spricht weiterhin die
Empfehlung aus, daß die Vollversammlung der Vereinten Nationen einen
dringenden Appell an alle Länder der
Welt richten soll, ihren Beitrag zu
den Hilfsleistungen zu erhöhen, und
zwar insbesondere die Hilfe für das
Büro des UN-Flüchtlingshochkommissars
(UNHCR).
Etwa 300 Mujahedin, Anhänger der
Jamiat-e-Islami-Partei, greifen überraschend
Nähr in
in
der
Provinz
Baghlan im Norden Afghanistans an,
überwältigen die Garnison und töten
oder verwunden 300 Soldaten des afghanischen Regimes, von denen 3ie einige auch gefangennehmen. Nähr in im
Osten der Stadt Baghlan dient der 20.
Division der afghanischen Armee als
Hauptquartier.
Die Mujahedin erbeuten eine große Menge an Waffen und
Ausrüstungsgegenständen,
darunter
drei Panzer, vier 122-mm-Artilleriegeschütze, fünf Lkws und umfangreiches Fernmeldegerät.
Die Verluste
der Mujahedin werden mit 19 Toten und
26 Verletzten angegeben.

�14. November
Westliche
Diplomaten
berichten,
daß
afghanisch-sowjetische
Streitkräfte in Kandahar nur den Flughafen
und eine Garnison in der Stadt kontrollieren und daß die Mujahedin die
wichtigste, 20 km lange Straße, die
den Flughafen mit der Stadt verbindet, gesperrt haben.
Etwa 150 afghanische Regierungssoldaten und fünf
Offiziere wurden Berichten zufolge zu
Beginn der Kampfhandlungen getötet,
und es gibt unbestätigte Berichte,
denen
zufolge mindestens zwei und
möglicherweise mehr als sieben sowjetische Hubschrauber von Mujahedin
abgeschossen
wurden.
Die Verluste
auf Seiten der Sowjets und der Mujahedin sind nicht bekannt.

15./16. November
Afghanisch-sowjetische
Streitkräfte mit Panzerunterstützung gehen
an der
pakistanischen Grenze nahe
Torkham beim Khyber-Paß in Stellung,
während Stellungen der Mujahedin in
dem Gebiet mit Bomben und Artilleriefeuer belegt werden.
Vier afghanisch-sowjetische
Kampfflugzeuge
vom
Typ
MIG
verletzen
pakistanischen
Luftraum über dem Basar von Landikotal, während Panzergranaten einen pakistanischen
Milizionär
töten
und
mehrere Zivilisten und Militärangehörige
im Shilman-Gebiet des Passes
verletzen.

18. November
Die
internationale
Menschenrechtsorganisation
Amnesty
international veröffentlicht einen Bericht,
demzufolge
politische Gefangene
in
Afghanistan, oft im Beisein sowjetischer Beobachter, regelmäßig gefoltert werden.
In einem detaillierten

Bericht über die Behandlung politischer Gefangener und Häftlinge in Afghanistan gibt Amnesty International
an,
Folterungen
würden
regelmäßig
vorgenommen.
Die Organisation berichtet, daß Angaben von Gefangenen
zufolge in vielen Fällen sowjetische
Mitarbeiter bei den Folterungen anwesend
seien
und
auch
die
Verhöre
durchführten.

19. November
In einem Kommentar der New York
Times wurde infrage gestellt, ob da3
Regime in Kabul bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen noch länger für das gesamte Afghanistan sprechen könne.
In dem Artikel heißt es, man könne überaus überzeugungskräftige logische und juristische Gründe wie auch
Präzedenzfälle
anführen, die dafür
sprächen, dem afghanischen Widerstand
Sitze einzuräumen, da dieser mehr
Menschen vertritt und einen größeren
Teil des afghanischen
Territoriums
kontrolliert als das Regime in Kabul.
Berichten
zufolge
wurde
der
Stützpunkt
der
Mujahedin
in
Kama
Dakka im Gebiet des Khyber-Passes,
nur 18 Meilen von der pakistanischen
Stadt Peshawar entfernt von afghanischen Truppen mit sowjetischer Unterstützung gestürmt und wahrscheinlich besetzt. Die Einwohner von Peshawar hörten Berichten zufolge heftiges Artilleriefeuer der afghanischsowjetischen
Streitkräfte, und pakistanische
Korrespondenten
an der
Grenze zählten wenigstens 15 Krankenwagen, die verwundete Mujahedin abtransportierten.

20. November

- 23 -

�Radio Kabul verkündet, daß der
frühere afghanische Machthaber Babrak
Karmal von seinem Amt als Präsident
Afghanistans und als Mitglied des Politbüros zurücktrat.
Eine Delegation afghanischer Mujahedin, die sich besuchsweise in
Washington
aufhält, bezeichnet die
letztlich erfolgte Enthebung Karmals
aus all seinen Xmtern als "unbedeutend".
Ihnen zufolge bedeutet der
Rücktritt Karmals lediglich, daß die
Sowjets einen Bauern vom Schachbrett
genommen haben, ein Schicksal, das
eines
Tages
auch
dem
derzeitigen
Spitzenmann, Najibullah, widerfahren
werde.

zufolge, der
Krieg
in Afghanistan
koste Moskau nichts, weil die Afghanen Erdgas und andere Produkte an die
Sowjetunion lieferten.
Die von dem
Afghanistan-Experten
Yuri
Gankowsky
abgegebene Erklärung ist die erste,
mit der jemals ein sowjetischer Beamter zugegeben hat, der Krieg in Afghanistan
koste
den
Kreml
keinen
Pfennig.
Bisher hatte Moskau immer
den Eindruck erweckt, der Krieg sei
ein Opfer sowjetischer Bürger, die
hiermit ihrer "internationalistischen
Pflicht" nachkämen, dem Regime in Kabul zu helfen, das die sowjetischen
Truppen 1979 um deren Einmarsch "gebeten" hätte.

28. November
22. November
Eine
schwere
Bombe
explodiert
hinter dem Gebäude des Erziehungsministeriums in Kabul und tötet eine
bislang unbekannte Anzahl von Menschen. Die Kabuler Medien bezeichnen
den Bombenanschlag als Werk der Mujahedin, während andere Quellen sie Anhängern
des gestürzten
Machthabers
Babrak Karmal zuschreiben.
Die Explosion fand Berichten zufolge in der
Nähe des Ortes statt, an dem der afghanische Staatschef Najibullah eine
Pressekonferenz abhalten sollte.
Kanadische
Zeitungen
berichten,
daß fünf Deserteure der sowjetischen
Armee aus Afghanistan in Kanada eingetroffen seien.
Sie planten, sich
dort niederzulassen und hätten Angebote sowjetischer Diplomaten auf eine
Rückführung in die Sowjetunion abgelehnt.

25. November
Ein höherer sowjetischer Beamter
äußert Berichten der Washington Times

Ein
amerikanischer
Delegierter
bei der Wiener Konferenz über Sicherheit und
Zusammenarbeit
in Europa
(KSZE) äußert, das Verhalten der Sowjetunion in Afghanistan stelle deren
Verpflichtung auf jede einzelne der
mit der Unterzeichnung der Schlußakte
von Helsinki abgegebenen Versprechen
in Frage. Der stellvertretende Leiter der amerikanischen Delegation bei
der
Konferenz,
Botschafter
Samuel
Wise, sagte weiter, die sowjetische
Brutalität in Afghanistan zöge deren
Respekt vor Menschenleben und vor
menschlicher
Würde
schlechthin
in
Zweifel.
Er fordert die Sowjetunion
auf, die Morde an afghanischen Männern, Frauen und Kindern einzustellen.

29. November
Afghanische Mujahedin greifen gemeinsam von vier verschiedenen Punkten aus nachts mit Raketen Kabul an.
Mehr als 20 Raketen gingen Berichten
zufolge im Gebiet von Darulaman nieder;
andere
explodierten
in
Khai
Khana, dem Standort der sowjetischen

- 24 -

�Botschaft und der Büros des Kabuler
Regimes.
Westlichen Diplomaten zufolge ist dies in den letzten Monaten
einer der schwersten Angriffe der Mujahedin auf die Stadt.
Der
afghanischen
islamischen
Nachrichtenagentur
zufolge
schössen
Mujahedin
ein viermotoriges Transportflugzeug sowjetischer Bauart etwa
30 Meilen östlich von Kabul ab. Berichten zufolge hatte die Maschine
afghanische Soldaten und sowjetische
Berater an Bord, und bei der Abschußstelle wurden die Leichen von mindestens 25 Personen gefunden.

4. Dezember
Die Vollversammlung der Vereinten
Nationen verabschiedet eine Resolution, die sich zum zweiten Mal in
zwei aufeinanderfolgenden Jahren im
einzelnen mit der Menschenrechtssituation
in
Afghanistan
beschäftigt.
Die Resolution ruft mit 89 zu 24
Stimmen bei 36 Enthaltungen zu mehr
Unterstützung
in diesem Jahr auf.
Das Abstimmungsergebnis im vergangenen Jahr war 80 zu 22 Stimmen bei 40
Enthaltungen. Die Handlungsweise der
Vereinten Nationen ist das Ergebnis
des Berichts von Felix Ermacora.
Afghanistans Machthaber Najibullah tauscht in einer größeren Kabinettsumbildung seinen Verteidigungsund seinen Außenminister aus. Über
eine Auswechselung des Verteidigungsministers waren seit längerer Zeit
Gerüchte im Umlauf.
Diese Maßnahme
spiegelte offensichtlich die sowjetische Unzufriedenheit über den mangelnden Einsatz afghanischer Truppen
bei den Operationen in Kandahar wie
auch über die Zerstörung eines Reservemunitionslagers im August durch Mujahedin wider.
Der in der Sowjetunion
ausgebildete
Brigadegeneral

Mohammed Rafi, der gute Beziehungen
zu den Sowjets unterhält, ersetzt Generalleutnant Nazar Mohammad im Amt
des
Verteidigungsministers.
Abdul
Wakil, ein Cousin des abgesetzten
Präsidenten
Karmal, löst Shah Dot
Mohammad als Außenminister ab.
Westliche
Diplomaten
berichten
ferner, es bestünde die Möglichkeit,
daß der abgesetzte Babrak Karmal als
Botschafter nach Prag geschickt werden könnte, wo er bereits Dienst tat,
bevor er im Dezember 1979 afghanischer Parteichef wurde.
Es laufen
jedoch auch Gerüchte um, daß er den
Posten nicht annehmen, sondern in Kabul einen passenden Augenblick abwarten werde.
Es sind auch weiterhin
Berichte
in Umlauf, daß Verwandte
Karmals, u.a. zwei Schwestern und ein
Neffe, mit ihren Familien nach Pakistan geflohen sind.

6. Dezember
Die Kabuler Presse berichtet, daß
die afghanischen Streitkräfte eines
der größten Nachschublager der Mujahedin im Gebiet von Nazian in der
Provinz Nangarhar an der Grenze zu
Pakistan zerstört haben.

9. Dezember
Westliche Diplomaten in Islamabad
berichten, daß mit modernsten Flugabwehrwaffen ausgerüstete Mujahedin in
der
vergangenen
Woche
mindestens
sechs Kampfflugzeuge und Hubschrauber
sowjetischer Bauart abgeschossen haben.
Dabei wurden mehr als 40 afghanisch-sowjetische Soldaten getötet.

11. Dezember

- 25 -

Westlichen

Diplomaten

in

Kabul

�zufolge verbrannte eine Gruppe von
fünf oder sechs afghanischen Männern
im Alter von etwa 20 Jahren die sowjetische Flagge vor dem sowjetischen
Militärhospital in Bezirk Shahr-e-Nau
in Kabul. Das ist die erste in Kabul
öffentlich gegen die Sowjetunion gerichtete Demonstration seit Monaten.

de Außenminister John Whitehead und
der Unterstaatssekretär Robert Peck berichten weiter, afghanisch-sowjetische Verletzungen des pakistanischen
Luftraumes seien 1986 im Vergleich
zum Jahr 1985 um etwa das Dreifache
angestiegen, während Artilleriefeuer
über die Grenze hinweg um etwa 500
Prozent zugenommen hätten.

12. Dezember
Der
Sekretär
der
italienischen
Liberalen Partei fordert Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten
und ihren europäischen Verbündeten,
um den Mujahedin in ihrem Kampf gegen
die Sowjetunion beizustehen. Vor der
Presse
in Washington sagte Renato
Altissimo, daß eine militärische Entscheidung, zwar nicht abzusehen sei,
die Mujahedin aber dennoch Unterstützung erhalten sollten, um weiterhin
Druck auf die Sowjetunion ausüben und
so eine politische Lösung herbeiführen zu können.
Der
afghanische
Parteichef
Najibullah
trifft den
sowjetischen
Parteichef Gorbatschow in Moskau und
bekundet seine Bereitschaft, eine Regierung der nationalen Einheit zu
bilden, die auch im Exil lebende Afghanen einschließen würde.

16. Dezember
Amerikanische
Beamte
bestätigen
bei
einem
Informationsgespräch
im
amerikanischen Außenministerium, daß
die Mujahedin in den vergangenen drei
Monaten nahezu täglich ein afghanisches oder sowjetisches Flugzeug abgeschossen haben und somit seit Beginn des Krieges vor sieben Jahren
1 000 kommunistische Flugzeuge abgeschossen worden seien.
Die Beamten - der stellvertreten-

26

* * * * * *

�AMERIKA DIENST
VON

4

Wissenschaft und Technik
7. Januar 1987

AUFGEZWUNGENES RISIKO
- "Passivrauchen" für Kinder besonders gefährlich

WASHINGTON - (AD) - Niemand weiß,
wie genau passives Rauchen, d.h. das
Einatmen tabakverqualmter Luft in geschlossenen Räumen, bei Nichtrauchern
zu Lungenkrebs führt.
Aber die Ergebnisse einer Reihe von Studien, die
in den Vereinigten Staaten und einigen europäischen Ländern durchgeführt
wurden, lassen keinen Zweifel mehr
daran, daß diese
Gefährdung
existiert.
Angesichts
beunruhigender
Beobachtungen und Erkenntnisse in den
letzten Jahren widmete deshalb Dr. C.
Everett Koop, der Leiter des öffentlichen Gsundheitsdienstes der Verei-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

nigten Staaten, den im Dezember 1986
veröffentlichten neuen Jahresbericht
seines Amtes über Rauchen ausschließlich dem Thema "Passivrauchen". Auf
einer Pressekonferenz in Washington
verwies Dr. Koop auf Kommentare von
Vertretern der Amerikanischen Krebsgesellschaft, der Gesellschaft für
Herz- und Kreislauferkrankungen
und
der Gesellschaft für Lungenerkrankungen, denen zufolge Thematik und Inhalt dieser Publikation in Fachkreisen als ähnlich wichtig
angesehen
werden wie der allererste Bericht des
öffentlichen Gesundheitsdienstes über

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Rauchen aus dem Jahr 1964. Seinerzeit wurden zum ersten Mal Zusammenhänge zwischen Rauchen und Lungenkrebs aufgezeigt.
Die Ergebnisse systematischer Untersuchungen zwingen Koop zufolge dazu, endlich zu handeln, um Nichtraucher und Öffentlichkeit vor Tabakrauch und den hierdurch verursachten
Gesundheitsrisiken besser als bisher
zu schützen. Kinder seien durch Zigarettenqualm ganz besonders gefährdet, heißt es in dem Bericht. Bei
Kindern, deren Eltern Raucher sind,
käme es häufiger als bei Kindern von
Nichtrauchern
zu
Infektionen
der
Atemwege
und
der
Atmungsorgane.
Säuglinge und Kleinkinder aus Raucherfamilien müßten häufiger als Kinder gleicher Altersgruppe aus Nichtraucherfamilien wegen schwerer Bronchitis oder Lungenentzündung stationär behandelt werden.
Bei Todesfällen infolge Lungenkrebs
(in den Vereinigten
Staaten
weit über 100 000 pro Jahr) sind zu
etwa 85 Prozent Raucher betroffen.
Die Nationale Akademie der Wissenschaften, die kürzlich ebenfalls einen Bericht über "Rauchen und Gesundheit"
veröffentlichte,
bezifferte
darin aufgrund statistischer Erhebungen die jährliche Anzahl von Sterbefällen durch
Lungenkrebs, die mit
großer Wahrscheinlichkeit auf Passivrauchen zurückzuführen sind, auf ca.
2400.
Das
Risiko
eines
gesunden
Nichtrauchers, der einen Raucher zum
Partner hat, an Lungenkrebs zu erkranken, sei um mindestens 30 Prozent
erhöht. Es könne noch erheblich größer sein, wenn der Partner ein sehr
starker Raucher ist. Was für Kinder
das
ständige
Einatmen
verqualmter
Luft in bezug auf chronische Erkrankungen und Funktionsschwäche der Atmungsorgane im späteren Lebensalter
bedeuten könne, sei noch nicht abseh- 2

bar und sollte auf jeden Fall untersucht werden.
Dr. Stuart Seides (Amerikanische
Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen) macht darauf aufmerksam, daß Passivrauchen selbst in gut
belüfteten Räumen bei Nichtrauchern
zu erhöhtem Blutdruck führen könne.
Außerdem habe man im Blut von Nichtrauchern, die tabakrauchhaltige Luft
einatmen müßten, erhöhte Werte von
Kohlenmonoxyd gefunden. Und das bedeute eine Verringerung des SauerStoffangebots für das Herz.
Erneut appellierte Dr. Koop an
die Arbeitgeber, für "saubere Luft am
Areitsplatz" zu sorgen. "Die in diesem Bericht enthaltenen Daten lassen
für mich die Schlußfolgerung zu, daß
der einfachste, billigste und wirksamste Weg, diesen Schutz zu erreichen, darin besteht, tabakrauchfreie
Arbeitsplätze zu schaffen", sagte er
auf der Pressekonferenz.
"Das Recht
der Raucher, zu rauchen, hört dort
auf, wo der oder die Betreffende damit das Krankheitsrisiko der Menschen
erhöht, die sich in seiner Umgebung
befinden."
Die bloße Trennung von
Rauchern und Nichtrauchern innerhalb
eines Raumes mag zwar bewirken, daß
Nichtraucher dem Tabakqualm weniger
direkt ausgesetzt werden, ein wirklicher Schutz aber sei dies nicht.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer müßten
jedenfalls
zusammenarbeiten,
um
rauchfreie
Büros, Fabrikhallen
und
andere
Arbeitsstätten
zu schaffen.
Man wolle nicht den Raucher strafen
oder schikanieren, sondern die Gesundheit des Nichtrauchers schützen.
Dieses Ziel werde am besten dadurch
erreicht, daß man den Raucher unterstützt und bestärkt, die Sucht Rauchen zu überwinden. Koop setzte sich
dafür ein, Rauchen z.B. im Flugzeug
und anderen der Öffentlichkeit zugänglichen Einrichtungen zu verbie-

�ten.
"Rauchen wird gesellschaftlich
immer weniger akzeptabel", sagte er.
Dr. Lois Ellison
(Amerikanische
Gesellschaft
für
Lungenkrankheiten)
forderte den amerikanischen Kongreß
auf, strengere Einschränkungen
für
das Rauchen in öffentlichen Gebäuden
zu verfügen. Angesichts der Beweislage müßten unbedingt gesetzliche Regelungen für die Einschränkung des
Rauchens in allen öffentlichen Gebäuden,
Verkehrsmitteln,
in
Schulen,
Krankenhäusern und Arbeitsstätten getroffen werden. Ellison empfahl ferner mehr Aufklärung der Nichtraucher
über
die Gesundheitsgefahren
durch
Passivrauchen. Vor allem sollten Eltern über die Risiken informiert werden, die sie Säuglingen und kleinen
Kindern zumuten, wenn im Hause geraucht wird.
Der
Abgeordnete
James
Scheuer
(New York) beabsichtigt, noch einmal
zwei
Gesetzesvorlagen
zum
Thema
Nichtrauchen einzubringen, die in der
letzten
Legislaturperiode
bereits
viel Unterstützung im Kongreß fanden.
Die
amerikanische
Bundesregierung
ordnete Anfang Dezember an, daß in
den Büros der Behörden das Rauchen
einzuschränken sei.
In 40 amerikanischen Bundesstaaten und in mehr als
80 großen Städten ist Rauchen in öffentlichen Einrichtungen oder am Arbeitsplatz untersagt bzw. so eingeschränkt, daß sich Raucher in besonders gekennzeichnete Räume zurückziehen müssen.

- 3 -

�THEMENINDEX AMERIKA DIENST (1986)

Nachstehend eine Liste der Themen, die 1986 im Amerika Dienst erschienen sind. Sie gibt einen Überblick über die wichtigsten Themenkreise, Angegeben ist jeweils die Nummer der Ausgabe, in der das betreffende
Thema behandelt wird.

THEMENKREIS

NUMMERN DER AUSGABEN

1.

Afghanistan

I, 4, 15, 22, 37

2.

Mittelamerika und
Nicaragua

II, 26, 29, 30, 31, 32, 38

3.

Libyen

1, 2, 14, 14, 15, 16

4.

Iran

39, 40

5.

Syrien

41

6.

Sowjetunion
SS-25
Menschenrechte
Anatoli Schtscharanskij
Juri Orlow

4, 38, 41
6
33

7. Afrika

27

8.

Südafrika

24, 27

Nelson Mandela

4, 24

- 1 -

�NUMMERN DER AUSGABEN

THEMENKREIS

9.

Vereinigte Staaten
Botschaft zur Lage der Nation
Energiepolitik
Friedenspolitik und Fragen der
Nationalen Sicherheit
Haushaltspolitik
Nominierungen
Verteidigunghaushalt
Thanksgiving Day Proklamation

5
13
9, 29, 41
6
11, 41, 42
9, 22, 26
40

10. Beziehungen der USA zu
Europa

14

11. Beziehungen der USA zur
Bundesrepublik Deutschland
25. Jahrestag der Berliner Mauer
RIAS
Jugendaustausch

25
36
37

12. Ost-West-Beziehungen
und
Rüstungspolitische Themen
Gipfeltreffen Reagan-Gorbatschow
Reykjavik-Treffen ReaganGorbatschow
Abrüstung/Rüstungskontrolle
Chemische Waffen
SDI
SALT
Genfer Abrüstungsverhandlungen
MBFR
KVAE
KSZE

- 2 -

14,
32, 33, 35, 36, 37, 39
8, 15, 17, 20, 21, 23, 25,
27, 31, 33, 34, 35, 38, 41
13, 27
9, 12, 17, 32
12, 20
16, 18, 39
36
4, 9, 19, 26, 27
9, 24, 25, 28, 30, 34, 36, 37

�NUMMERN DER AUSGABEN

THEMENKREIS

Internationale Probleme
Tschernobyl und seine Folgen
Terror ismus
Drogenprobleme
Menschenrechte
Hunger
Weltwirtschaft u. Finanzen
Wirtschaftsgipfel in Tokio
Vereinte Nationen
Medien

17, 19, 21, 23
7, 10, 17, 18, 19, 24, 42
7, 5, 12, 20, 30, 36
7, 13, 43
31
5, 23, 26, 33, 35, 39, 40,
41, 43
13, 16, 17, 18
37
42

Martin Luther King

1, 3

Daniloff

29

Weltraum
CHALLENGER-Unfall und Folgen

4, 5, 7, 8, 16, 18, 19, 22
24, 27, 35, 39
4, 19, 22
28

Weltraumforschung
Satelliten-Kommunikation

Wissenschaft und Technik
AIDS
Gentechnologie
Komet Halley
Medizin, allgemein
Rauchen
Umweltschutz
Wetter

14, 32, 43
2, 13
11
15, 18
1
10, 42
2,

- 3 -

�REDEN UND ERKLÄRUNGEN DES AMERIKANISCHEN BOTSCHAFTERS
RICHARD R. BURT

Januar 1986
Erklärung des amerikanischen Botschafters in Bonn zu den Maßnahmen
der Vereinigten Staaten gegen Libyen
Februar 1986
Demokratie und Kultur
(Universität Heidelberg)
Februar 1986
Ein offenes Handelssystem - unser aller Verantwortung
(Adolf-Weber-Stiftung)
Februar 1986
Europa und das Bündnis - Rückkehr zum Zwei-Säulen-Konzept
(Uberseeclub in Hamburg)
März 1986
Das Fulbright-Programm - Aufbruch in eine offene Welt
(Berlin-Woche der Fulbright-Kommission)
April 1986
Der Handel als Instrument der Außenpolitik
(Amerikanische Handelskammer München)
Juni 1986
Freiheit, Sicherheit und Frieden in einer offenen Welt
(Konrad-Adenauer-Stiftung, Berliner Reichstagsgebäude)
August 1986
Botschafter Burt fordert junge Generation zur Schaffung einer offenen
Welt auf
(Ansprache anläßlich des 25. Jahrestags der Berliner Mauer)
September 1986
Botschafter Burt zu aktuellen politischen Themen
(Interview mit dem Südwestfunk)
September 1986
Das deutsch-amerikanische Verhältnis: die Bedeutung visionären Denkens
(Ansprache zum 40. Jahrestag der "Rede der Hoffnung" des
amerikanischen Außenministers James F. Byrnes in Stuttgart)
- 4 -

�SONDERDIENSTE

22. Januar L986
Besuch des Stellvertretenden US-Außenminister John C. Whitehead in
Bonn

2.

April 1986
Die sowjetische Militärmacht 1986
- Fünfte Dokumentation des US-Verteidigunsministeriums -

16. Juli 1986
Die sowjetische Nichteinhaltung bestehender Rüstungskontrollabkommen
- Veröffentlichung des amerikanischen Außenministeriums - Dez. 1985

2.

Oktober 1986
Die sowjetische Propagandakampagne gegen SDI
(Auszüge aus einem Papier der US-Abrüstungsbehörde)

- 5 -

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              <text>&lt;strong&gt;1. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Chronologie der Ereignisse in Afghanistan&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Mai bis Dezember 1986 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Aufgezwungenes Risiko&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- "Passivrauchen" für Kinder besonders gefährlich -&lt;/em&gt;</text>
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