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                  <text>AMERIKA DIENST
'VON

4

42

10. Dezember 1986

I N H A L T

INFORMATION

Präsident Reagans neuer Sicherheitsberater
- Ein Kurzporträt von Frank Carlucci -

DOKUMENTATION

Weiterhin feste Haltung der Vereinigten Staaten gegen Terrorismus
- ."hultz-Aussage vor Auswärtigem Ausschuß -

Wise rügt sowjetische Beschränkungen für die Presse
- Erklärung zum Austausch von Informationen -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK

Ozonschicht - Schutzschild für das Leben
- US" dringen auf weltweite VorsorgemaBnahmen - Emission schädlicher
Stoffe soll verringert werden -

* * * * * * *

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Tel.: 0228-339 2035
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�AMERIKA DIENST
VON

Information

*

10. Dezember 1986

PrXSIDENT REAGANS NEUER SICHERHEITSBERATER
- Ein Kurzporträt von Frank Carlucci -

versität Harvard durch.

WASHINGTON - (AD) - Der neue Sicherheitsberater
des
Präsidenten,
Frank
Carlucci,
wurde
1930
in
Scranton,
Pennsylvania,
geboren.
Nach dem besuch der Wyoming Seminary
College
Preparatory
school
in
Kingston, Pennsylvania, ging er zur
Universität Princeton, wo er im Jahr
1952 den Grad eines Bachelor in Business Administration erwarb.

Nach seinem Eintritt in den auswärtigen Dienst der Vereinigten Staaten im Jahr 1956 diente er bis 1969
in verschiedenen Funktionen in Johannesburg, Südafrika, in Zaire (damals
noch
Demokratische
Republik
Kongo), Tansania, Rio de Janeiro sowie in der Washingtoner Zentrale.

Nach dem Dienst als Geschützoffizier bei der Marine führte er im Jahr
1956 weiterführende Studien im Fach
Business Administration and der Uni-

Während
seiner
diplomatischen
Laufbahn wurde er mit der Superior
Service Award ausgezeichnet - der
höchsten Auszeichung des auswärtigen

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�Dienstes.
Auf Initiative des damaligen Direktors des Büros für wirtschaftliche
Chancengleichheit
(OEO),
Donald
Rumsfeld, beschäftigte sich Carlucci
mit dem Kampf gegen die Armut.
In
den Jahren 1969 und 1970 wurde er
Carluccis Nachfolger als Direktor des
OEO.
1971 wucde Carlucci von Präsident
Nixon zum stellvertretenden Direktor
des Amtes für Haushaltsplanung berufen. Von 1972 bis 1974 war er Unterstaatssekretär für Gesundheit, Bildung und Sozialwesen.
Von
1975
bis
1978
vertrat
Carlucci die Vereinigten Staaten als
Botschafter
in Portugal.
im Jahr
1978 wurde er zum stellvertretenden
Direktor
der
Central
Intelligence
Agency ernannt. Er übte diese Punktion bis zum Jahr 1981 aus, als er
nach der Wahl Reagans zum Stellvertretenden Verteidigungsminister unter
Caspar Weinberger berufen wurde.
Im Jahr 1983 wechselte er in die
Privatwirtschaft über und wurde Präsident von Sears World Trade Inc.
Im vergangenen Sommer wurde er
von Präsident Reagan als Mitglied in
den
Beraterausschuß
der
amerikanischen Rüstungskontrollbehörde berufen und als Vorsitzender dieses Gremiums designiert.

* * * * *
- 2

*

�AMERIKA DIENST
VON

Dokumentation

e&lt;

10. Dezember 1986

42

WEITERHIN FESTE HALTUNG DER VEREINIGTEN STAATEN GEGEN TERRORISMUS
- Shultz-Aussage vor Auswärtigem Ausschuß WASHINGTON - (AD) - In seiner Aussage vor dem Auswärtigen Ausschuß des Repräsentantenhauses hat Außenminister Shultz am 8. Dezember 1986 erklärt, daß
Präsident Reagan in bezug auf die Waffenverkäufe an den Iran "klargemacht hat,
daß es weder seine Absicht noch seine Politik war, Waffen gegen Geiseln auszutauschen oder unsere Haltung gegen den Terrorismus zu konterkarieren". Jeglicher Terrorismus, gleich ob gegen Amerikaner oder andere gerichtet, sei unannehmbar und müsse beseitigt werden.
Die Aussage des Außenministers hat folgenden Wortlaut:

Herr Vorsitzender, dies ist das
erste Mal in zehnjähriger Tätigkeit
als Kabinettsmitglied, daß ich gebeten worden bin, einen Eid vor dem
Kongreß zu schwören.
Ich tue dies guten Mutes, in voller Anerkennung Ihrer Autorität, einen
Eid
zu verlangen
und
Ihrer
Pflicht,
sicherzustellen,
daß die
Aufzeichnungen dieses Verfahrens so
umfassend
und
wahrheitsgetreu
wie
möglich sind.
Jeden Tag werden von
Amerikanern Eide abgelegt.
Ich betrachte diesen Akt als Erfüllung mei-

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Embassy of the United States of America

ner Pflicht als Staatsbürger, unsere
Gesetze und Institutionen zu respektieren.
Ich möchte Ihnen allerdings sagen, daß ich, als ich meinen Eid als
Außenminister ablegte, geschworen habe, "die Verfassung der Vereinigten
Staaten zu unterstützen und zu verteidigen". Ich habe jenes feierliche
Versprechen immer so verstanden, daß
es mir als Außenminister die ständige
Pflicht auferlegt, dem Präsidenten,
dem Kongreß, den Gerichten und, was
das Wichtigste
ist, dem amerikan-

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Tel.: 0228-339 2035
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�ischen Volk qegenüber immer die Wahrheit zu sagen. Zusätzlich zu meiner
Eigenschaft als Staatsbürger bin ich
gegenwärtig ein Staatsdiener.
Wenn
ein Staatsbürger nicht bereit ist,
die Wahrheit zu sagen, hat er, ob mit
oder ohne Eid, im Staatsdienst nichts
zu suchen. Dies ist eine ganz einfache Tatsache.
Herr Vorsitzender, die von Ihnen
veranstalteten Anhörungen finden zu
einem entscheidenden
Zeitpunkt für
die Nation statt. Der Präsident hat
erkannt, daß in der Ausführung unserer Außenpolitik durch die Art und
Weise, in der einige Personen unsere
Bemühungen
zur
Schaffung
besserer
Kontakte zum Iran umgesetzt haben und
durch die Umleitung von Geldern aus
Waffenverkäufen an den demokratischen
Widerstand Nicaraguas ernste Probleme
geschaffen wurden.
Er hat bei der
Korrektur etwa bestehender Probleme
die Führung übernommen.
- Der Präsident hat Frank Carlucci,
einen respektierten Außenpolitiker mit außergewöhnlich breitgefächerter Erfahrung und von höchster Integrität, ernannt, um den
Nationalen
Sicherheitsrat
mit
neuem Leben zu erfüllen und zu
führen.
- Er hat ein aus erfahrenen Politikern bestehendes spezielles Untersuchungskomitee
eingesetzt,
das
von
dem
ehrenwerten
John
Tower geleitet wird, um die Rolle
des Nationalen
Sicherheitsrates
und
die
Funktionsweise
seines
Mitarbeiterstabes zu überprüfen.
- Er hat die Berufung eines unabhängigen Sonderanwalts empfohlen,
um die Möglichkeit von Vergehen
in bezug auf das Iran-Projekt zu
untersuchen.

- Er hat eine einheitliche Haltung
des Kongresses im Hinblick auf
dessen
Uberwachungsfunktion
bei
diesen
Angelegenheiten
begrüßt
und hat seine volle Kooperation
bei diesen Untersuchungen zugesagt.
- Er hat mich beauftragt, eine behördenübergreifende Studie unserer
Beziehungen
mit
dem
Iran
durchzuführen.
Unter der erfahrenen Leitung von Unterstaatssekretär Armacost ist dieser Prozeß
gegenwärtig im Gange.
- Und er hat seine Kabinettsmitglieder angewiesen, dem Kongreß
und dem amerikanischen Volk alles
mitzuteilen, was sie über diese
jüngste Initiative gegenüber dem
Iran wissen - und deshalb bin ich
ja heute moren bei Ihnen.
Herr Vorsitzender, wie Sie wissen, bin ich bereit, Ihnen alles mitzuteilen, was ich zu jenem Zeitpunkt
über unsere Waffenverkäufe an den
Iran wußte.
Der Präsident hat die
Freigabe dieser Informationen an den
Kongreß gebilligt. Es steht mir jedoch nicht frei, die Gesetze der Vereinigten Staaten zu verletzen. Vieles von dem, was ich zu jenem Zeitpunkt wußte, unterliegt noch der Geheimhaltung. Ich bin mir bewußt, daß
einiges davon an die Öffentlichkeit
gelangt ist. Dies gestattet es mir
jedoch nicht, einige Dinge, die bis
heute ohne behördliche Genehmigung
veröffentlicht wurden, als Tatsachen
zu bestätigen.
Und,
obwohl
dies
schwer zu glauben sein mag, ist einiges von dem, was ich Ihnen mitzuteilen bereit bin, der Öffentlichkeit
noch nicht bekannt.
Zusätzlich zu
dem Problem nicht-offenen Materials
könnte es schließlich, wenn ich in
der
öffentlichen
Anhörung
alles
preisgebe, was ich weiß, zu einer

�Kollision
mit strafrechtlichen Ermittlungen kommen, würden nachrichtendienstliche Quellen und Methoden
bloßgestellt und privilegierte Kommunikationswege aufgedeckt.
All dies bereitet mir großes Unbehagen. Ich habe geschworen, Ihnen
die volle Wahrheit zu sagen und bin
bereit, dies auf eine Art und Weise
zu tun, die mit meiner rechtlichen
und ethischen Verantwortung im Einklang steht. Dies kann am besten in
einer geschlossenen Sitzung geschehen, in der all meine Verpflichtungen
getreulich
erfüllt
werden
können.
Ich möchte nun allen Zweifeln an meiner Bereitschaft ein Ende machen, auf
Fragen über mein früheres Wissen und
frühere Handlungen zu antworten. Ich
habe bereits alle mir zugänglichen
Informationen
dem
FBI
mitgeteilt.
Ich bin vom Justizministerium befragt
worden.
In dieser offenen Sitzung
bin ich bereit, alles Material vorzubringen, das
ich
angemessenerweise
vorbringen kann.
Und zu jedem von
Ihnen bestimmten angemessenen Zeitpunkt bin ich bereit, in einer nichtöffentlichen Sitzung eine Erklärung
abzugeben und auf Fragen zu antworten
und
dabei
geheime
Details
meiner
Kenntnisse und Handlungen zu enthüllen.
Nachdem
ich dies gesagt habe,
Herr Vorsitzender, möchte ich Ihnen
mitteilen, daß Sie nach meiner vollen
Überzeugung richtig gehandelt haben,
als Sie für den Anfang eine offene
Sitzung anberaumt und erklärt haben,
daß gerade diese Sitzung den Blick in
die Zukunft richten sollte. Ich unterstütze dieses
Ziel von Herzen.
Wir brauchen diesen Blick nach vorn
sehr.
Und ich werde das in meiner
Aussage auch tun.
Ich möchte mit einem Blick auf
unsere zukünftigen Beziehungen zu den

Staaten am Persischen Golf beginnen.
Dieses Thema ist von entscheidender
Bedeutung für unser Land und verdient
sicherlich die knappe Zeit, die uns
heute morgen
zur Verfügung steht.
Erlauben Sie mir also, mich diesem
Thema zuzuwenden. Ich hoffe, daß genug Zeit für Ihre Kommentare und Fragen bleibt.

Die Bedeutung des Iran und des
Persischen Golfs
Der Persische f^olf ist wichtig
für die Vereinigten Staaten - und
dies trifft auch für die meisten unserer wichtigsten Freunde und Verbündeten zu.
Ein Viertel des Öls der
freien Welt fließt durch diese Region
und ein sogar noch höherer Prozentsatz hält die Volkswirtschaften unserer Verbündeten in Europa und Japans
aufrecht. Es ist lebenswichtig, daß
der Westen den Zugang zu diesem öl
behält. Die Region ist ein strategischer Brennpunkt - ein Punkt, an dem
die Sowjetunion seit langem versucht,
ihre Präsenz und Kontrolle auszudehnen.
Wir haben ein bedeutendes Interesse daran, ihnen eine solche Ausdehnung
zu verweigern.
Wir haben
wichtige politische Interessen in bezug auf einzelne Golfstaaten - und
dieses Interesse gilt sowohl den einzelnen Staaten selbst, als auch ihrem
Einfluß auf Ereignisse im Mittleren
Osten, in Afghanistan oder anderen
Bereichen.
Deshalb
möchten
wir,
daß
die
Staaten am Golf Frieden und politische Stabilität ohne Bedrohung durch
sowjetische
Einschüchterung,
äußere
Aggression oder innere Subversion genießen.
Wir möchten produktive Beziehungen mit den Staaten dieser Region aufrechterhalten, und dies auch,
um sicherzustellen, daß der ölzufluß
in den Westen ohne Unterbrechung an-

- 3 -

�dauern kann.
Aber unsere strategischen, wirtschaftlichen und politischen Interessen am Golf waren und werden weiterhin von verschiedenen Seiten bedroht
- durch Krieg und politische Instabilität in der Region, durch die brutale Besetzung Afghanistans durch die
Sowjets und deren hartnäckige Bemühungen, ihren Einfluß auszubauen sowie durch den Terror ismus.
Und der
Iran ist bei all diesen Fragen ein
besonders wichtiges Element geworden.
Der Krieg zwischen Iran und Irak,
der sich jetzt schon im siebten Jahr
befindet, zeigt nur allzu deutlich,
wie das Andauern eines regionalen
Konflikts und von Instabilität nicht
nur unsere Interessen bedrohen kann,
sondern auch diejenigen von vielen
mit uns befreundeten Staaten.
Und aus diesem Grund haben sich
die Vereinigten Staaten immer wieder
um ein frühes Ende dieses Konflikts
bemüht - und dies zu Bedingungen, die
die territoriale Integrität und Unabhängigkeit beider kriegführenden Parteien garantieren.
Wenn wir uns der Drohung eines
eskalierenden
Terrorismus
stellen
wollen, so müssen wir uns auch mit
dem Problem Iran beschäftigen.
Die
gegenwärtige iranische Regierung ist
noch immer der Überzeugung, daß Terrorismus ein legitimes Instrument der
Außenpolitik ist. Sie war stets bereit, dieses Instrument einzusetzen,
wann und wo immer es ihren Bedürfnissen entgegenkam. Es liegt in unserem
Interesse, dem ein Ende zu bereiten.
Wie der Präsident sagte, genehmigte er den Transfer einiger Waffen
nach Iran, um damit ein Signal zu geben, daß die Vereinigten Staaten bereit seien, die Feindseligkeiten zwi-

schen uns durch eine neue Beziehung
zu ersetzen. Dieses Signal ist gegeben worden. Die Vereinigten Staaten
werden keine weiteren Waffen in den
Iran liefern, und wir werden unseren
ganzen Einfluß darauf verwenden, daß
es
auch
nicht
zu
Waffenverkäufen
durch andere kommt.
Grund hierfür
ist die Tatsache, daß gerade der Iran
sich immer wieder gegen eine Beendigung des Golfkrieges stellt und daß
es die iranische Fähigkeit zur Fortsetzung dieses Krieges ist, mit der
wir
uns beschäftigen müssen.
Der
Iran kann auf keine besseren Beziehungen zu uns hoffen, solange er keine Schritte zur Beendigung des Krieges unternimmt, seine Unterstützung
des Terrorismus einstellt und seinen
Einfluß für eine Freilassung bei jenen geltend macht, die unsere Geiseln
festhalten.
Unsere Beziehungen zum Iran sind
durch ein strategisches Dilemma gekennzeichnet. Wir haben eine "nördliche" Sorge - den Iran von sowjetischem Einfluß fernzuhalten - und eine "südliche" Sorge - den Iran davon
abzuhalten, seine Nachbarn am Golf zu
dominieren. Da der Iran zwar weiterhin sowjetischem Einfluß widersteht,
aber den Golf bedroht, muß unsere
kurzfristige Priorität die sein, den
arabischen Golfstaaten unsere Unterstützung zuzusichern und fest zu unserer Antiterrorismus- und Waffenembargopolitik zu stehen. Daneben müssen wir alternative Kanäle benützen,
um den iranischen Widerstand gegen
sowjetischen Einfluß zu stärken und
auf gemeinsame Interessen wie etwa
Afghanistan hinzuweisen.
Desgleichen
beeinflußt Stabilität am Golf unsere
Anstrengungen, zu sinnvoller Bewegung
bei
einem
Friedensprozeß
zwischen
Israel und seinen arabischen Nachbarn
zu ermutigen.
Deshalb

haben

wir

ein

legitimes

�Interesse an besseren Beziehungen zum
Iran, und der Präsident entschied im
vergangenen Jahr, daß wir auf Signale
bestimmter Gruppen im Iran reagieren
sollten, um herauszufinden, ob die
iranische Führung bereit sei, ihre
Politik in eine positivere Richtung
zu steuern. Vergangenen Samstag verwies der Präsident erneut auf diese
Zielsetzung, "den Krieg im Mittleren
Osten zu beenden, einen sowjetischen
Expansionismus
zu
verhindern,
den
Terrorismus zu stoppen und zu einer
Freilassung der amerikanischen Geiseln beizutragen."
Herr Vorsitzender, ich unterstütze mit Nachdruck jede einzelne dieser
Zielsetzungen.
Ich bin sicher, daß
Sie und dieser Ausschuß sie gleichermaßen unterstützen.
Die Probleme, die sich durch die
jüngsten Ereignisse ergaben, wurden
nicht durch diese Zielsetzungen hervorgerufen, sondern durch die Art und
Weise, wie sie in diesem einen Fall
und durch bestimmte nichtautorisierte
Handlungen
von
Beamten
realisiert
wurden, auf die sich der Präsident
bei der Verwirklichung seiner Politik
verlassen hatte. Tatsachen, die enthüllt wurden, haben deutlich gemacht,
daß, wie der Präsident zurecht erklärte, "die Durchführung dieser Politik mangelhaft war und Fehler begangen wurden."
Die Politik, dies hat der Präsi
dent noch einmal bekräftigt, ist seine eigene. Er hat deutlich gemacht,
daß es weder seine Absicht, noch seine Politik war, Waffen gegen Geiseln
auszutauschen oder unsere Haltung gegen den Terrorismus zu konterkarieren.
Ich unterstütze ihn und seine Politik mit Nachdruck. Als Nation müssen wir uns auch weiterhin gegen den
Terrorismus
in
all
seinen
Formen

stellen.
Aller Terrorismus, gleich
ob gegen Amerikaner oder andere gerichtet, ist unannehmbar und muß beseitigt
werden.
Dieser
Grundsatz
steht im Mittelpunkt unserer Bemühungen, zu einer breiteren internationalen
Zusammenarbeit
gegen
staatlich
unterstützten Terrorismus zu ermutigen.
Deshalb müssen wir auch weiterhin
unsere Stimme erheben und Schritte
gegen alle Akte des Terrorismus unternehmen.
Und wie sehr wir auch die Angst
der betroffenen Familien teilen, so
müssen wir uns doch gegen Konzessionen oder Zahlung von Lösegeldern für
eine Freilassung der Geiseln stellen.
Andernfalls würden wir nur zu weiteren Geiselnahmen ermutigen und in den
Augen der Geiselnehmer den Tauschwert
jener noch heraufsetzen, die bereits
gefangengehalten
werden.
Außerdem
müssen wir auch unsere Bemühungen mit
Freunden und Verbündeten in den Bereichen Nachrichtenaustausch und Sicherheitsmaßnahmen intensivieren, um
den Terrorismus und die damit verbundene Gewalt zu vereiteln und die
Staaten zu isolieren, die den Terrorismus finanzieren und unterstützen.
Was den Iran anbelangt, so hat
der Präsident gesagt: "Die iranische
Revolution
ist eine
geschichtliche
Tatsache; aber zwischen den grundlegenden nationalen Interessen der Vereinigten Staaten und des Iran muß es
keinen permanenten Konflikt geben."
Er hat auch wiederholt betont, daß es
nicht seine Absicht war, Geschäfte
mit dem Khomeini-Regime zu machen,
solange dessen Politik Frieden und
Stabilität der Region bedroht. Auch
hier bin ich ganz seiner Meinung.
Wir müssen auch weiterhin zur Beendigung der regionalen Feindselig-

- 5 -

�keiten und zu friedlichen Beziehungen
zwischen allen Golfstaaten ermutigen.
Wir
wollen eine Verhandlungslösung
des Krieges zwischen dem Iran und dem
Irak, der die Souveränität und territoriale Integrität aller Staaten dieser Region respektiert. Durch unser
Bemühen um Stabilität der Golfregion
werden wir auch weiterhin die gemeinsamen Bestrebungen gemäßigter und befreundeter Staaten der Region unterstützen, damit deren eigene Sicherheit
und
Stabilität
gewährleistet
werden. Wir werden uns sowjetischem
Vordringen in der Region widersetzen
und weiterhin ein baldiges Ende der
Besetzung Afghanistans anstreben.
Schließlich müssen wir die jüngsten Ereignisse in ihre angemessene
historische Perspektive bringen. Der
Präsident ist jetzt sechs Jahre lang
in seinem Amt. Als er es übernahm,
war die Nation weder so sicher, noch
so zuversichtlich, wie sie hätte sein
sollen.
Wo stehen wir nach sechs Jahren
der Führung durch Präsident Reagan in
der Außenpolitik?
In Zusammenarbeit mit dem Kongreß
und mit der breiten Unterstützung des
amerikanischen Volkes hat uns die Politik von Präsident Reagan an die
Schwelle einer neuen und bemerkenswert anderen Welt gebracht - eine
Welt, in der Amerikas Interessen,
Amerikas Stolz und Amerikas Ideale
gedeihen.
Wie sieht diese andere Welt aus?
Warum gibt es Grund für neuerliche
Zuversicht und Hoffnung auf die Zukunft?

Weil
- wir

jetzt, zum

ersten

Mal, eine

Welt erkennen können, in der die
unaufhörliche und überall herrschende Angst vor nuklearer Zerstörung
geringer
geworden
ist.
Die Drohung eines nuklearen Konflikts kann nie gänzlich gebannt
werden, aber sie kann durch sorgfältige und drastische Verringerungen der offensiven Nukleararsenale sowie durch die Schaffung
einer
Verteidigungsmöglichkeit
gegen sie ganz erheblich abgebaut
werden. Und genau solche Verringerungen - nicht Begrenzungen bei
noch stärkerer Ausweitung, sondern Verringerungen - und genau
eine solche Verteidigung sind die
Vision, die Präsident Reagan zu
einer Realität machen will;
- vor nur ein paar Jahren noch die
Demokratien der Welt den Eindruck
hatten, eine umkämpfte, schrumpfende Handvoll von Nationen zu
sein. Heute können die Menschen,
die sich gegen die unterdrückerischen
Regime
von
links
und
rechts wehren, die Demokratie als
vitale Kraft der Zukunft erkennen. Kraftvolle und doch gewaltlose Bewegungen in Richtung auf
offene Gesellschaften waren erfolgreich.
Das
Versagen
geschlossener und staatlich gelenkter Volkswirtschaften
wird mit
jedem Tag deutlicher. Ein neuer
Wind des Wandels weht;
- Völker, die jetzt bereit sind,
sich für die Freiheit einzusetzen
und die keine andere Wahl haben,
als für ihre Rechte zu kämpfen,
nun wissen, daß der Vormarsch des
Kommunismus
nicht
unabwendbar
ist.
Präsident Reagan ist ein
Freiheitskämpfer - und die Welt
weiß es. Und ich stehe zu Ronald
Reagan.
Eine

starke Verteidigung,

solide

�Bündnisse und Unterstützung für die
wirtschaftliche und politische Entwicklung von Völkern überall - dafür
steht Präsident Reagan. Seine Politik ist nicht die Politik einer Partei.
Es ist die Politik des ganzen
amerikanischen Volkes.
Sie ist die
einzig richtige Politik, wenn unser
Land auch weiterhin das beste und
größte auf Erden wie auch die Hoffnung der ganzen Menschheit
bleiben
soll. Zeigen wir die Stärke unserer
freien Institutionen durch die umfassende Untersuchung aller Einzelheiten
dieser Iran-Episode.
Laßt uns dadurch
zusammenstehen,
zusammengehen
und das Land auch weiter voranbringen, um uns den Gefahren und Möglichkeiten dieses Augenblicks zu stellen.

* * * * *

�AMERIKA DIENST
Dokumentation

"VON'^

10. Dezember 1986

42
WISE RÜGT SOWJETISCHE

BESCHRXNKUNGEN

FÜR DIE PRESSE

- Erklärung zum Austausch von Informationen -

WIEN - (AD) - Nach Angaben des stellvertretenden Leiters der amerikanischen Delegation bei der wiener KSZE-Folgekonferenz, Samuel Wise, sind die
Arbeitsbedingungen für westliche Journalisten in der Sowjetunion und den anderen Staaten Osteuropas weiterhin mangelhaft.
In einer Erklärung vor einer
KSZE-Arbeitsgruppe am 5. Dezember 1986 rügte Wise die Sowjets wegen dieser
Verletzung der Schlußakte von Helsinki.
Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:

Ich möchte heute zu Ihnen über
die Arbeitsbedingungen
für Journalisten, Zugang zu Medien und kooperativen Austausch sprechen.
All dies
sind Bereiche des Informationsaustauschs, in denen trotz der von uns
allen in Helsinki und Madrid eingegangenen Verpflichtungen noch viele
Mängel herrschen.
Was die Journalisten angeht, ist
die Lage am schlechtesten in der Sowjetunion, wo die Schikanen
seit
Madrid sogar noch zugenommen haben.
Die sowjetischen Behörden wenden eine

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Vielzahl von Techniken an, um ausländische Journalisten
einzuschüchtern.
Erstens arbeiten fast alle
ausländischen Journalisten in streng
bewachten Quartieren für Ausländer,
die ihnen von der Regierung zugewiesen werden. Viele werden ins Außenministerium zitiert, wo sie für Berichte verwarnt werden, die von den
Sowjets
nicht
gebilligt
werden.
Journalisten,
die
versuchen,
mit
nichtstaatlichen Stellen in Kontakt
zu kommen oder über Ereignisse zu berichten, die den Behörden unangenehm
sind, wurde von Milizionären der Zu-

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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�gang verwehrt oder sind Befragungen,
Verhaftungen oder Schlimmerem ausgesetzt gewesen.
Einzelne
Korrespondenten
wurden
mit Strafverfolgung
und Gefängnisstrafen aufgrund erfundener Beschuldigungen bedroht, auf der Straße angepöbelt, Opfer von primitiven Akten
des Vandalismus, die klar von den Behörden
inszeniert
waren,
wurden
scharf in der Presse wegen tendenziöser
Berichterstattung
angegriffen
oder zum Ziel von Fallen.ausgewählt.
Mit einem Wort, sie werden enorm unter Druck gesetzt, um sich dem Gesetz
und den zwängen zu beugen, die von
den Behörden geschaffen werden, damit
sie ihren Posten aufgeben und nach
Hause zurückkehren.
Zwei amerikanische Korrespondenten, denen eine solche Behandlung zuteil wurde, Andrew Nagorski von Newsweek und Anne Garreis von der American Broadcasting Corporation, waren
hier in Wien, um über den Beginn unserer Konferenz zu berichten. im August 1982, während des Madrider Treffens, wurde Nagorski aus der Sowjetunion ausgewiesen, weil seine Berichterstattung nicht nach dem Geschmack
der
sowjetischen
Behörden
war.
Später beschrieb Nagorski das
Umfeld, in dem ausländische Korrespondenten in der UdSSR leben müssen,
als psychologische Kriegführung.
Anne Garreis, die von 1979 bis
1982 in Moskau arbeitete, beschrieb
ihre "psychologischen Qualen", denen
sie ausgesetzt war, als man gegen sie
wegen Totschlages ermittelte, nachdem
sie mit dem Auto einen Fußgänger
überfahren hatte.
In einem Artikel
für die New York Times mit der Überschrift "Ich war ein Opfer" schrieb
Garreis:
"Schließlich wurde ich von
jedem Verbrechen entlastet und bald
darauf ausgewiesen. In der Zwischen-

zeit jedoch befand ich mich mitten in
einer politischen Wildnis ohne Gesetze, das Opfer von Hinweisen und versteckten Andeutungen....
Der Druck
in Moskau wurde durch Warnungen in
Washington noch verstärkt, wo sowjetische Diplomaten drohten, die Zukunft
des ABC-Studios in Moskau sei gefährdet, wenn ABC mich nicht zurückbeordere. Ganz einfache Erpressung."
Ein weiterer Fall, der einen amerikanischen Journalisten betraf, ereignete sich in Zusammenhang mit dem
10. Jahrestag der Unterzeichnung der
Schlußakte in Helsinki. Der Reporter
des Christian Science Monitor, Gary
Thatcher, wurde von Grenzbeamten in
Leningrad mehrere Stunden lang festgehalten, als er sich auf dem Rückweg
z\i
seinem Moskauer Posten befand,
nachdem er über das Treffen aus Anlaß
des Jahrestags berichtet hatte. Seine Aufzeichnungen und andere Materialien, einschließlich einer Kopie der
Schlußakte,
wurden
beschlagnahmt.
Schließlich hatten wir kürzlich den
Fall Nicholas Daniloff, dessen Behandlung durch die sowjetischen Behörden nur das letzte Beispiel der
sowjetischen Nichtbeachtung ihrer in
Helsinki eingegangenen Versprechungen
in bezug auf Journalisten darstellt.
Bevor ich dieses Thema verlasse,
möchte ich noch erklären, daß meine
Delegation mit Interesse den Versuch
des ehrenwerten sowjetischen Vertreters vom Mittwoch zur Kenntnis genommen hat, die sowjetische Behandlung
ausländischer Journalisten zu verteidigen.
Er teilte uns mit, die sowjetischen Behörden hätten es dem aus
400 Mitgliedern bestehenden Corps der
ausländischen Journalisten im vergangenen Jahr gestattet, 857 Einzelreisen in der Sowjetunion zu unternehmen.
Als unser britischer Kollege
darauf hinwies, daß dies nicht sehr
viele Reisen seien, versuchte er sich

o

�darauf zurückzuziehen, daß nur für
gewisse Reisen eine Erlaubnis notwendig sei.

«

*

Nun, der ehrenwerte sowjetische
Vertreter hat ganz recht.
Eine Erlaubnis wird nur für gewisse Reisen
in der Sowjetunion benötigt.
Dies
sind Reisen außerhalb eines 25-Meilen-Radius um den Kreml.
Wenn ein
Journalist
diesen
25-Meilen-Radius
verlassen möchte, muß er den zuständigen sowjetischen Behörden eine Anfrage unterbreiten. Wenn wir unserem
sowjetischen Kollegen glauben sollen,
dann wurden voriges Jahr nur 857 solcher Reisen gestattet, was nur etwas
über zwei Reisen pro Journalist bedeutet. Dies ist für uns ein Beweis
der restriktiven sowjetischen Politik
in bezug auf Journalisten, die mit
der Schlußakte unvereinbar ist.
Ich sollte darauf hinweisen, daß
auch
meine
Regierung
sowjetischen
Journalisten Reisebeschränkungen auferlegt. Diese Reisekontrollen wurden
aus einem einzigen Grunde und nur aus
diesem Grund eingeführt.
Sie waren
eine Reaktion auf sowjetische Handlungen.
Die sowjetischen Behörden
führten solche Kontrollen ein und wir
haben uns dafür revanchiert.

i

0

Nur noch ein Wort zu den Bemerkungen unseres sowjetischen Kollegen
vom Mittwoch.
Lassen Sie mich dem
ehrenwerten
sowjetischen
Vertreter
versichern,
daß
westliche Journalisten,
anstatt
in
organisierten
Gruppenbesuchen zusammengefaßt, mehr
als glücklich wären, die Rechnung für
Einzelreisen in das sowjetische Hinterland zu bezahlen. Dies würde ein
kleiner Preis für etwas sein, was sie
heute definitiv nicht besitzen - echten Zugang zur Sowjetunion und ihrer
Bevölkerung.
Nachdem

ich einige schwerwiegende

Punkte in diesem Bereich erwähnt habe, möchte ich nun auf einige hoffnungsvolle Schritte beim Medienzugang
und kooperativen Austausch zu sprechen kommen.
Das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion
über Kontakte, Austausch und Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft, Technik, Bildung, Kultur und
anderen, das 1985 im Rahmen des Genfer Gipfels unterzeichnet wurde, bezog sich speziell auf die Schlußakte
und
beinhaltete Verpflichtungen
in
bezug auf Information in Bild und
Ton, gedruckte Informationen
sowie
verlegerische und kooperative Bemühungen wie etwa Austausch und Treffen
von Journalisten, Herausgebern und
Verlegern.
Seit 1982 haben es die
Fortschritte in der Kommunikationstechnik Teilnehmern in Ost und West
ermöglicht, sich an Live-Diskussionen
über Satellit
zu beteiligen.
Unlängst haben sich selbst sowjetische
Beamte der sowjetischen und ausländischen Presse
zugänglicher gezeigt,
indem sie über frühere Tabu-Themen in
einer Weise gesprochen haben, wie man
sich das noch vor ein paar Jahren
nicht vorstellen konnte.
Beiderseitige Fortschritte im Bereich der Information waren auch die
in den letzten Jahren unternommenen
Initiativen
im
Privatsektor.
Zum
Beispiel haben sich die New England
Society of Newspaper Editors und die
American Society of Newspaper Editors
an gegenseitigen Austauschprogrammen
mit sowjetischen Medienvertretern beteiligt.
Das Chatauqua-Treffen von
Jurmala in Lettland im vergangenen
September, das als "eine Reise in offener Diplomatie" firmierte, war das
erste Mal, daß unzensierte Diskussion
und Meinungsaustausch zwischen hochrangigen amerikanischen und sowjetischen Vertretern vor einer großen

�sowjetischen Zuhörerschaft stattfand.
Nach Angaben des Teilnehmers John
Wallach, früherer Chefredakteur für
Auslandsnachrichten bei der Zeitungsgruppe Hearst, erhielten zum ersten
Mal amerikanische Vertreter "gleich
viel Zeit im sowjetischen Fernsehen,
auch wenn die Berichterstattung nicht
ganz so objektiv war, wie einige unter den Amerikanern es sich gewünscht
hätten."
Leider muß aber auch daran
erinnert werden, daß Chatauqua in einer Atmosphäre ausgeklügelter Polizeimaßnahmen vor und nach dem Treffen
stattfand, um unerwünschte Kontakte
zwischen
amerikanischen
Teilnehmern
und gewöhnlichen Bürgern zu reduzieren.
Nach Berichten war dies Teil
einer
ausgefeilten
List
nach
dem
Muster der Potemkinschen Dörfer, um
die Amerikaner zu täuschen.
In Osteuropa gibt es positive wie
negative Erfahrungen.
Schon andere
Delegationen stellten fest, daß die
Verweigerung von Einreisevisen, Verwehrung oder Verzögerung von Akkreditierung
in vielen der Länder des
Ostens nur allzu oft vorkommen. Auch
hier findet sich die gleiche restriktive Haltung bei Erstellung und Vermittlung von Information.
Die sowjetische wie auch die rumänische Regierung haben sogar Gesetze verabschiedet, die dem Zweck dienen, den
Zugang von Ausländern zu inoffiziellen privaten Quellen im eigenem Land
noch weiter einzuschränken, während
Bulgarien, die Tschechoslowakei und
die DDR nur mit den bestehenden Praktiken der Behinderung solcher Kontakte fortfahren.
Die
DDR
gewährt
ausländischen
Journalisten
korrekte
Behandlung.
Allerdings wird deren Möglichkeit,
über Ereignisse zu berichten, durch nicht immer angewandte - Gesetze eingeschränkt, die dazu dienen, freies
nmherreisen ohne vorherige Genehmi-

gung, Termine ohne offizielle Erlaubnis oder den Empfang gedruckter Informationen einzugrenzen.
Die Arbeitsbedingungen für Journalisten in der Tschechoslowakei sind
nicht so gefährlich wie andernorts,
aber der Zugang zu offiziellen Stellen und zu Informationen, die des Berichtens wert sind, ist scharf begrenzt. Noch immer ist es für ausländische
Journalisten
schwierig,
persönliche Kontakte und Kommunikation mit ihren Quellen herzustellen
und aufrechtzuerhalten.
In den Jahren nach Madrid wurde zwar kein amerikanischer
Journalist
augewiesen,
aber ein VOA-Korrespondent wurde während des Begräbnisses von Nobelpreisträger Jaroslaw Seifert
im Januar
1986 zwei Stunden lang festgehalten
und der Film eines weiteren Korrespondenten
beschlagnahmt.
Heute
schließt sich jedoch meine Delegation
den anderen an und begrüßt die gestrige Erklärung des verehrten Vertreters der Tschechoslowakei, daß von
Januar an ein Jahr lang gültige Visa
für Journalisten gewährt werden.
Die Arbeitsbedingungen für Korrespondenten in Bulgarien sind noch
immer unzureichend und Journalisten
werden auch weiterhin
eingeschüchtert. Dennoch wurde ein VOA-Korrespondent akkreditiert, auch wenn er
nicht ständig im Lande leben wird.
Theoretisch sind alle Landesteile für
Journalisten
zugänglich, auch wenn
dem in der Praxis nicht so ist. Es
wurden jedoch Journalisten, die Informationen zu veröffentlichen suchten, die der Regierung unangenehm waren, verhaftet oder ihr Visum aufgehoben. Die Verweigerung eines Visums
ist nicht selten in Fällen, in denen
die Berichterstattung eines Journalisten als peinlich angesehen wird.
Erst vergangenen Freitag wurde einem
amerikanischen
Journalisten,
Thomas

�Goltz von Readers Digest, ein Visum
für
Bulgarien
verwehrt.
Goltz
schreibt einen Artikel über die türkische Minderheit. Man erklärte ihm,
bis zum nächsten Jahr dürfe kein ausländischer Journalist ins Land kommen. Gleichzeitig begrüßen wir aber
einige kleine Schritte, die Bulgarien
ergriffen hat - wie etwa die jüngste
Veröffentlichung
von
unredigierten
Erklärungen Präsident Reagans und anderer
amerikanischer
Regierungsvertreter.
Westliche Journalisten
beklagen
sich immer wieder über bürokratische
Frustration,
Verschleierung
und
Falschdarstellung in Rumänien.
Alle
ankommenden
ausländischen
Journalisten werden routinemäßig mit einer
Erklärung der nationalen Presseagentur Rumäniens, Agerpress, über die
Notwendigkeit objektiverer Berichterstattung vertraut gemacht.
Während
die einen nur geringe Schwierigkeiten
beim Erhalt ihres Einreisevisums haben, werden andere Journalisten aufgefordert, Exemplare früherer Berichte vorzulegen und müssen mitunter
lange auf ihr Visum warten. 1985 erfuhr der Vertreter einer der größten
amerikanischen Tageszeitungen von den
rumänischen Behörden, er sei aufgrund
"antirumänischer"
Berichterstattung
persona non grata. Positiv zu vermerken ist die Tatsache, daß Rumänien
während des Besuchs von Außenminister
Shultz im Dezember 1985 ein Heer von
ausländischen Pressevertretern zuließ
und bei einer schon lange geltenden
Regel eine Ausnahme machte, indem sie
einem Korrespondenten von Radio Freies Europa ein Visum ausstellte.
In Polen haben sich die Bedingungen für Journalisten seit den ersten
Jahren nach der Ausrufung des Kriegsrechts, als westliche und vor allem
amerikanische Journalisten bei ihrem
Bemühen um Berichterstattung über die

öffentlichen Demonstrationen und andere Schritte der Opposition, in heftigen
Pressekampagnen
angegriffen,
verhaftet und bedroht wurden, verbessert. Seit 1983, als UPI-Korrespondentin Ruth Gruber 23 Stunden lang in
Einzelhaft gehalten wurde, gab es
keine Ausweisung mehr. Amerikanische
Journalisten
berichten
selten
von
Schwierigkeiten beim Zugang zu wichtigen Quellen und stellen Polen in
dieser Hinsicht in der Liste der osteuropäischen Länder ganz oben.
Allerdings hat die polnische Regierung
sich wiederholt geweigert, dem Wiener
VOA-Korrespondenten ein Visum auszustellen.
Amerikanische Journalisten kommen
oft nach Ungarn und erhalten ohne
Schwierigkeiten ein Visum.
Ausländische Journalisten, die persönliche
Kontakte und Kommunikation mit offiziellen
und
inoffiziellen
Quellen
aufbauen und aufrechterhalten wollen,
haben selten Schwierigkeiten.
Während des Budapester KSZE-Kulturforums
von 1985 wurde über die Parallelkonferenz der Internationalen Helsinkiföderation in großem Umfang in der
westlichen Presse - einschließlich
von VOA- und
RFE-Korrespondenten
berichtet, ohne daß Eingriffe erfolgten, obwohl das Treffen nicht an einem
öffentlichen Platz
stattfinden
durfte.
Insgesamt gesehen ist das Bild
des Informationsaustauschs in der Sowjetunion und Osteuropa - im Vergleich zu den Praktiken im Westen
oder gemessen an unseren Verpflichtungen aus der Schlußakte von Helsinki - noch immer nicht gerade leuchtend.
Zensur ist weit verbreitet,
Strafen sind noch immer hoch für jene
Bürger, die unerlaubt Kontakte zu
Ausländern aufnehmen oder Inoffizielles
veröffentlichen.
Nicht
ohne
Grund sprechen Journalisten bei ihren

- 5 -

�Reisen davon, aus der UdSSR und aus
Osteuropa
"herauszukommen",
während
man von Prankreich, Italien oder einem
anderen
westeuropäischen
Land
einfach "kommt".
Grund hierfür ist
die Tatsache, daß die östlichen Gesellschaften grundsätzlich noch immer
geschlossene
Gesellschaften
sind,
während die westlichen Gesellschaften
grundsätzlich offen sind. Verbesserungen, die es gegeben hat, sind
meist zu selten, als daß man sie
schon an und für sich als wichtige
Neuigkeiten
betrachten
könnte.
An
diesem Tag und in dieser Zeit ist es
sowohl bemerkenswert, als auch traurig, daß die Menschen in der einen
Hälfte Europas eher Genaueres über
das tägliche Leben und die Ereignisse
in Asien, Afrika und Südamerika erfahren, als sie wissen können, was in
der anderen Hälfte Europas nur ein
paar Kilometer weiter östlich vorgeht.

* * * * *

6

�AMERIKA DIENST
VON

4

Wissenschaft und Technik

10. Dezember 1986

42

OZONSCHICHT - SCHÜTZSCHILD FÜR DAS LEBEN
- USA dringen auf weltweite Vorsorgemaßnahmen Emission schädlicher Stoffe soll verringert werden

GENF/WASHINGTON - (AD) - "Eine
baldige und konzertierte Aktion" auf
internationaler Ebene, mit der einer
weiteren Schädigung, d.h. Verdünnung
der Ozonschicht in der Erdatmosphäre
weltweit entgegengewirkt werden soll,
forderte Botschafter Richard Benedick
aus den Vereinigten Staaten. Auf der
UN-Konferenz
für
Umweltprogramme
(UNEP), die in Genf am 1. Dezember
1986 begann, schlug der amerikanische
Chefedelegierte vor, die Verwendung
bestimmter
Substnzen,
insbesondere
von
Fluorchlorkohlenwasserstoffen,
baldmöglichst auf dem gegenwärtigen

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Stand einzufrieren und künftig immer
weiter zu vermindern. Längerfristig,
in etwa 15 Jahren, sollten die Emissionen 95 Prozent unter denen von
heute liegen. Die Chemikalien dürften dann nur noch dort verwendet werden, wo der Markt keine geeigneten
Ersatzstoffe verfügbar machen könne.
über eine "Rahmenkonvention" zum
Schutz der Ozonschicht hatten sich 24
Länder, dazu die Europäische Gemeinschaft und zwei Sowjetrepubliken, bereits im März 1985 in Wien geeinigt.
Auf der Dezember-Konferenz von UNEP

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�mit 40 Teilnehmerstaaten und einer
für Februar 1987 vorgesehenen nächsten Tagung geht es darum, ein wirksameres Sicherheitssystem zu schaffen. Die Regierungen müßten "kluge
Schritte unternehmen, um gegenwärtig
und spätere Generationen" vor einer
Schädigung der Ozonschicht samt den
ökologischen
Auswirkungen
solcher
Prozesse
in der Stratosphäre zu
schützen, sagte Benedick.
Der von
den USA vorgelegte Plan sei darauf
abgestellt, Fortschritte zur Verringerung der Emission ozongefährdender
Substanzen regelmäßig zu überprüfen.
Das gelte ebenso für die Termine von
Aktionsplänen und die Einbeziehung
oder Herausnahme von Chemikalien aus
der Liste der als schädlich angesehenen Stoffe.
Die Basis für entsprechende Entscheidungen
sollten
neue
wissenschaftliche Erkenntnisse und wirtschaftliche Faktoren abgeben.
Die
Forschung über die Prozesse, die zu
Ozonabbau führen, müsse auf jeden
Fall weitergehen. Ein solches Vorgehen würde auch der industriellen Planung helfen, um die Kosten der allmählichen Umstellung auf andere Chemikalien auf einem Minimum zu halten
und der Wirtschaft Zeit für die notwendige Anpassung einzuräumen.
Pluorchlorkohlenwasserstoffe
(in
den USA übliche Abkürzung: CFC) werden in ursächlichen Zusammenhang mit
der immer deutlicher erkennbaren negativen Bilanz für die Menge der
Ozonmoleküle gebracht, die in Höhen
zwischen 10 und 50 km in der Stratosphäre angereichert sind. Diese Moleküle aus dreiatomigem Sauerstoff
entstehen unter der Einwirkung der
energiereichen
Ultraviolettstrahlung
von der Sonne, werden allerdings
durch sie auch wieder aufgespalten.
Aber weltweit gesehen steht der natürliche Prozeß des Auf- und Abbaues

von Ozon in der Stratosphäre im
Gleichgewicht, auch wenn je nach Jahreszeit und geographischer Breite Unterschiede in der Ozondichte auftreten.
Die Erhaltung der Ozonschicht ist
wichtig für alles Leben auf der Erde.
Denn sie absorbiert normalerweise
mehr als 99 Prozent der einfallenden
UV-strahlung und erfüllt so die Funktion eines Schutzschildes. Wird sie
geschwächt, dringt mehr ultraviolettes Licht in die tieferen Luftschichten und zur Erdoberfläche vor. Das
bedeutet zusätzliche gesundheitliche
Gefahren - z.B. würde die Häufigkeit
von Hautkrebs und grauem Star ansteigen. Das pflanzliche und tierische
Leben würde beeinträchtigt. Die Folgen wären u.a. niedrigere Ernteerträge und
geringere Ausbeuten beim
Fischfang. Peter Usher, der dem Wissenschaftlerstab von UNEP angehört,
berichtete auf einer Pressekonferenz
in Genf, daß bei einem Rückgang der
Ozondichte um nur ein Prozent mit einer verstärkten Durchlässigkeit für
ultraviolette Strahlung um zwei Prozent zu rechnen sei. Und das wiederum könne sechs Prozent mehr Fälle von
Hautkrebs bedeuten.
Anfang der siebziger Jahre hatten
die beiden amerikanischen Wissenschaftler Rowland und Molina (Kalifornien) die Hypothese aufgestellt,
daß für Ozonabbau neben atmosphärischen Spurengasen natürlicher Herkunft, etwa aus Vulkanausbrüchen, sowie verstärkter Sonnenaktivität auch
Partikel von Abgasen hoch fliegender
Flugzeuge und von Stickstoffdünger,
ganz massiv aber die Fluorchlorkohlenwasserstoffe verantwortlich zu machen seien. Die Anwendung der letztgenannten Substanzen als Treibgas in
Spuhflaschen, als Kühlmittel oder zur
Produktion von Schaum- und Isolierstoffen hatte sich geradezu explo-

�sionsartig ausgeweitet, da sie für
den Menschen im direkten Umgang nicht
giftig sind, sie waren zu einem ganz
wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden.
über die Richtigkeit der Hypothese von Rowland und Molina wird noch
immer gestritten, denn der wissenschaftliche Beweis ist schwer zu führen. Messungen der Ozondichte in den
letzten zehn Jahren - um den gesamten
Erdball mittels Satelliten, lokal und
regional mittels Sonden - machen jedoch eine Verdünnung deutlich.
Ein
besonders krasses Beispiel ist das
"Ozonloch" über der Antarktis.
Es
tritt von Mitte September bis Mitte
Oktober auf, wenn für die südhalbkugel der Frühling beginnt. Von Satelliten seit 1978 regelmäßig beobachtet, ist es bis 1985 jedes Jahr größer geworden.
Im August 1986 wurde
unter
der Leitung
von Dr. Susan
Solomon (Boulder, Colorado) eine Expedition amerikanischer Wissenschaftler in die Antarktis entsandt, um von
verschiedenen Bodenstationen aus Messungen vorzunehmen.
Erste Ergebnisse, Ende Oktober übermittelt, besagen, daß sich dieses Mal die Ozonkonzentration in einem Bereich, der fast
der Größe Nordamerikas entspricht,
sogar um ca. 40 Prozent verringert
habe. Und dies innerhalb von nur 20
bis 30 Tagen, vor allem in Höhen zwischen 11 500 und 20 000 Metern.
Einen weiteren, jedoch nur ein
Drittel so großen Bereich verdünnten
Ozons, glaubt der NASA-Wissenschaftler Don Heath in der Arktis über
Spitzbergen
ausgemacht
zu
haben.
Seinen seit sechs Jahraen vorgenommenen Messungen zufolge nimmt dort die
Ozondichte jährlich um 1,5 Prozent
ab.
Das entspreche, so Heath, dem
Abbaumodell, wie es für CFC-Verbindungen erstellt wurde.
Immer mehr
neigen Forscher zu der Ansicht, daß
eine Vielfalt von Faktoren zusammen-

wirken - in erster Linie äußerst komplexe und auch ungewöhnliche chemische Reaktionen von Gasen in der hohen Atmosphäre, dazu Sonnenaktivität,
Luftströmungen,
Aufblähen
und
Schrumpfen der Lufthülle, großräumige
Verfrachtung von Luftmassen. Mit Modellen wird versucht, die inzwischen
bekannt gewordenen Phänomene zu erklären.
Zu diesen zählt auch das
Schrumpfen
der
schützenden
Ozonschicht in den Wintermonaten über den
dichtbesiedelten Gebieten der Nordhalbkugel,
was
Forscher
der
ETH
Zürich in langjährigen Untersuchungen
herausfanden. Auch die tatsächlichen
Auswirkungen
der wachsenden
Mengen
von Fremdstoffen auf die Ozonschicht,
die durch menschliche Aktivitäten in
die Atmosphäre eingebracht werden,
hofft man so besser untersuchen zu
können.
Seit kurzem wird vermutet, daß
nicht nur Fluor und Chlor aus CFCChemikalien wie Freon 11 und 12 oder
CFC-113, sondern auch Bromverbindungen aus Feuerlöschschaum am Ozonabbau
beteiligt sind - und dies in noch
viel stärkerem Ausmaß als bei den
erstgenannten
Stoffen.
Chemikalien
mit Elementen aus der Gruppe der sog.
Halogene und gewisse andere Substanzen bereiten, wie kürzlich der stellvertretende Administrator der US-Umweltschutzbehörde EPA, Bill Long, in
einem Interview mit USIA (US-Informationsamt),
erklärte,
wegen
ihrer
Langlebigkeit große Sorgen. Sind sie
erst einmal in die höhere Atmosphäre
vorgedrungen, könnten manche von ihnen bis zu 150 Jahre an der Zerstörung des Ozons mitwirken, bis sie
schließlich anderweitig gebunden werden.

Vorsorge, die jeden angeht

- 3 -

Ungeachtet aller noch vorhandenen

�Unsicherheiten hinsichtlich der Wirkungssweise von CFC-Verbindungen sei
jedoch Vorsorge ein ganz dringendes
Gebot, so Long. Deshalb wurde in den
Vereinigten Staaten die Verwendung
von CFC-haltigen Treibgasen bei nicht
lebensnotwendigen
Aerosolen
schon
1978 verboten. Kanada und die skandinavischen Länder folgten dem amerikanischen Beispiel.
Die Europäische
Gemeinschaft
dagegen
befürwortete
1985 nur die Einführung einer allgemeinen Höchstgrenze.
Diese ist noch
nicht erreicht und erlaubt ein weiteres Produktions- bzw. Emissionswachstum um 50 Prozent.
Wieder andere
Vorstellungen äußerten die Japaner.
(Derzeit
gelangen
jährlich
ca.
700 000 Tonnen CFC-haltiger Stoffe in
die Atmosphäre.) In Kreisen der amerikanischen Industrie sei man, wie
Long erwähnte, der Ansicht, daß die
Emissionen weltweit gesehen um 50
Prozent gesenkt würden, wenn sich
auch die europäischen Länder und Japan bereit fänden, Fluorchlorkohlenwasserstoffe in Aerosolen durch andere Stoffe zu ersetzen.
Die Bereitschaft zur Kooperation sei, so Long,
heute unter den Teilnehmerländer jedenfalls wesentlich größer als vor
eineinhalb Jahren. Man könne darauf
hoffen, daß ein weiterer sinnvoller
Schritt in Richtung auf ein ökologisches Sicherheitssystem getan werde.
Für die Vereinigten Staaten ist
jetzt das wichtigste Ziel die weltweite Eindämmung des Wachstums chemischer Emissionen, obgleich es noch
keine endgültige Antwort auf die Frage gibt, ob das "atmosphärische System*
solche Emissionen
verkraften
kann oder nicht. "Wir möchten Alternativen entwickelt sehen", sagte EPAChef Lee Thomas in Genf, "und für eine Ausschaltung solcher Chemikalien
sorgen, die die Ozonschicht unbrauchbar machen könnten". Der Prozeß der
Entwicklung von Alternativen für CFC-

Verbindungen sei in den USA seit geraumer Zeit in Gang.
In drei bis
fünf Jahren sei zumindest ein neuer
chemischer Stoff auf dem Markt verfügbar, vielleicht könnten auch bereits
zwei
Ersatzstoffe
angeboten
werden.
Long unterstrich, daß es für alle
Volkswirtschaften schwierig sei, die
CFC-Verbindungen - mit Ausnahme ganz
weniger unverzichtbarer Stoffe - allmählich aus dem Markt zu nehmen.
Auch werfe das UNEP-Vorhaben Handelsprobleme
zwischen
Teilnehmerländern
und solchen Staaten auf, die sich
UNEP noch nicht angeschlossen haben.
Auch hier müßten Wege zur Lösung gefunden werden. Die amerikanische Industrie unterstütze
die Bemühungen
der amerikanischen Regierung um internationale
Vorsorgemaßnahmen
zum
Schutz der Ozonschicht - trotz der
noch bestehenden Ungewißheiten seitens der Forschung.
(übrigens nahm
auch eine Gruppe von Wissenschaftlern
aus
Industrielaboratorien
an
der
jüngsten Antarktisexpedition teil.)
Sie sei bereit, mit aller Energie an
Ersatzstoffen
zu
arbeiten.
Industriegiganten wie Du Pont und die
"Chlorofluorocarbon
Alliance", eine
große Gruppe von Produzenten und Anwendern, hätten bereits Schritte zur
Begrenzung
des ständigen Wachstums
von CFC-Emissionen zugestimmt, hielten aber die Forderung, Produktion
und Anwendung solcher Stoffe nach und
nach ganz einzustellen, für verfrüht.
Jedenfalls wolle und dürfe die Industrie angesichts ihrer eigenen Anstrengungen
nicht
allein
gelassen
werden. sie müsse der Kooperationsbereitschaft der anderen Länder, auch
im Hinblick auf den Erlaß von Einschränkungsmaßnahmen, sicher sein.

+ + + + +

�</text>
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