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und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

27. November 1985

47
I N H A L T

DOKUMENTATION
Gemeinsame Erklärung nach dem Genfer Gipfeltreffen
- Reagan und Gorbatschow wollen Abrüstungsverhandlungen beschleunigen

Genf-Bericht Reagans vor dem amerikanischen Kongreß
- Wortlaut der Ansprache -

USA und UdSSR eröffnen Konsulate in Kiew und New York
- Verlautbarung des Weißen Hauses -

USA und UdSSR unterzeichnen Allgemeines Austauschabkommen
- Verlautbarung des Weißen Hauses -

USA und UdSSR vereinbaren Erweiterung des Austausches und der
Kontakte
- Verlautbarung des Weißen Hauses -

USIA für Kulturabkommen mit UdSSR zuständig
- Presseverlautbarung des US-Informationsamtes * * * * *

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-8543'

i

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

27. November 1985

47

GEMEINSAME ERKLÄRUNG NACH DEM GENFER GIPFELTREFFEN
- Reagan und Gorbatschow wollen Abrüstungsverhandlungen beschleunigen -

GENF - (AD) - Präsident Reagan und Generalsekretär Gorbatschow wollen
die Verhandlungen über Atom- und Weltraumwaffen beschleunigen, um "ein
Wettrüsten im Weltraum zu verhindern und es auf der Erde zu beenden sowie
die Zahl der Kernwaffen zu begrenzen und zu verringern und die strategische Stabilität zu erhöhen."
In einer am 21. November 1985 veröffentlichten gemeinsamen Erklärung
nach dem Genfer Gipfeltreffen fordern beide "baldigen Fortschritt, insbesondere in den Bereichen gemeinsamen Interesses, einschließlich des Prinzips einer 50prozentigen, zweckdienlich durchgeführten Verringerung der
Kernwaffen der Vereinigten Staaten und der UdSSR sowie des Gedankens eines Interimsabkommens bei den nuklearen Mittelstreckensystemen."

Die gemeinsame Erklärung hat folgenden Wortlaut:
In

gegenseitigem

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2'
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�In gegenseitigem Einvernehmen trafen sich der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Ronald Reagan, und der Generalsekretär des Zentralkomitees

der

Kommunistischen

Partei

der

Gorbatschow, vom 19. bis 21. November in Genf.
amerikanischer

Sowjetunion,

Michail

An dem Treffen nahmen auf

Seite Außenminister George Shultz, Stabchef des Weißen

Hauses, Donald Regan, Sicherheitsberater Robert McFarlane, der amerikanische Botschafter in der UdSSR, Arthur Hartman, der Sonderberatewr des
Präsidenten und Staatssekretär für Rüstungskontrolle, Paul H. Nitze, die
Unterstaatssekretärin

für europäische Angelegenheiten, Rozanne Ridgway,

sowie der Sonderberater des Präsidenten für Fragen der nationalen Sicherheit, Jack Matlock, teil. Auf sowjetischer Seite nahmen das Mitglied des
Politbüros

des

Zentralkomitees

der

KPdSU,

Außenminister

E.A.

Schewardnadse, der Erste Stellvertretende Außenminister, G.M. Kornienko,
der sowjetische Botschafter in den Vereinigten Staaten, A.F. Dobrynin,
der Leiter der Propagandaabteilung des Zentralkomitees der KPdSU, A.N.
Yakowlew, der Leiter der Abteilung für Internationale Information des
Zentralkomitees der KPdSU, L.M. Samjatin, sowie der Assistent des Generalsekretärs des Zentralkomitees der KPdSU, A.M. Alexandrow, teil.

Diese umfassenden Gespräche deckten die grundlegenden Fragen der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen und der gegenwärtigen internationalen
Lage ab.

Die Treffen waren offen und nützlich.

Ernste Meinungsverschie-

denheiten bleiben bei einer Reihe kritischer Fragen bestehen.

Obgleich sie sich der Unterschiede in ihren Systemen und ihrer Behandlung der internationalen Fragen bewußt blieben, gelangten die beiden
Führer dennoch zu einem größeren Verständnis der Sicht der jeweils anderen Seite.

Sie waren sich hinsichtlich der Notwendigkeit der Verbesse-

rung der amerikanisch-sowjetischen

Beziehungen und der internationalen

Lage als Ganzes einig.

In diesem Zusammenhang bestätigten beide Seiten die Bedeutung eines
weitergehenden Dialogs, der ihr Bemühen um Gemeinsamkeiten bei der Behandlung der anstehenden Probleme widerspiegelt.
Sie kamen

�Sie kamen überein, in nächster Zukunft erneut zusammenzutreffen.

Der

Generalsekretär nahm eine Einladung seitens des Präsidenten der Vereinigten Staaten an, die Vereinigten Staaten von Amerika zu besuchen, und der
Präsident der Vereinigten Staaten nahm eine Einladung des Generalsekretärs des Zentralkomitees der KPdSU an, die Sowjetunion zu besuchen.

Die

näheren Vereinbarungen und die zeitliche Planung der Besuche wird durch
diplomatische Kanäle festgelegt werden.

Bei ihren Zusammentreffen kam es zu Übereinstimmung bei einer Reihe
konkreter Fragen.

Die Bereiche der Übereinstimmung sind auf den folgen-

den Seiten aufgelistet.

Sicherheit

Beide Seiten waren nach Erörterung der wichtigsten Sicherheitsfragen
und im Bewußtsein der besonderen Verantwortung der UdSSR und der Vereinigten Staaten für die Aufrechterhaltung des Friedens einer Meinung, daß
ein Atomkrieg nicht gewonnen werden kann und niemals geführt werden darf.
Angesichts der Tatsache, daß jeder Konflikt zwischen der UdSSR und den
Vereinigten Staaten katastrophale Folgen haben könnte, betonten sie die
Bedeutung der Verhinderung eines Krieges zwischen ihnen - gleich, ob nuklear oder konventionell.

Sie werden keine militärische Überlegenheit

anzustreben versuchen.

Nuklear- und Weltraumgespräche

Der Präsident und der Generalsekretär sprachen über die Verhandlungen
bei Kern- und Weltraumwaffen.
Sie kamen überein, die Bemühungen bei diesen Verhandlungen in der Absicht zu intensivieren, die Aufgabe, wie sie in der gemeinsamen amerikanisch-sowjetischen Vereinbarung vom 8. Januar 1985 gestellt wurde, zu erfüllen - nämlich, ein Wettrüsten im Weltraum zu verhindern und es auf der

�auf der Erde zu beenden sowie die Zahl der Kernwaffen zu begrenzen und zu
verringern und die strategische Stabilität zu erhöhen.

Angesichts der kürzlich von den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion unterbreiteten Vorschläge forderten sie baldigen Fortschritt, insbesondere

in den Bereichen gemeinsamen Interesses, einschließlich des

Prinzips einer 50prozentigen, zweckdienlich durchgeführten Verringerung
der Kernwaffen der Vereinigten Staaten und der UdSSR sowie des Gedankens
eines Interimsabkommens bei den nuklearen Mittelstreckensystemen.

Im Rahmen der Verhandlungen über diese Abkommen wird es auch zu Vereinbarungen über wirksame Maßnahmen zur Verifizierung der Einhaltung dieser eingegangenen Verpflichtungen kommen.

Zentren für Risikoverringerung

Beide Seiten kamen überein, auf Expertenniveau die Fragen von Zentren
zu untersuchen, durch die das nukleare Risiko vermindert werden kann, wobei die Fragen und Entwicklungen der Genfer Verhandlungen in Rechnung gestellt werden.

Sie äußerten sich befriedigt über die jüngsten Schritte

in diese Richtung - wie etwa die Modernisierung des Heißen Drahtes zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten.

Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen

Generalsekretär Gorbatschow und Präsident Reagan bekräftigten erneut
die Verpflichtung der UdSSR und der Vereinigten Staaten gegenüber dem
Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen sowie ihr Interesse an einer gemeinsamen, auch mit anderen Staaten betriebenen, Stärkung
des Nichtweiterverbreitungssystems und einer weiteren Ausweitung des Vertrags, unter anderem durch erhöhte Mitgliedschaft.

Sie

stellten

�Sie stellten mit Befriedigung die insgesamt positiven Resultate der
jüngsten Überprüfungskonferenz des Vertrags über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen fest.

Die UdSSR und die Vereinigten Staaten bekräftigten erneut ihre Verpflichtung, die sie gemäß dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von
Kernwaffen eingegangen sind, in gutem Glauben und in Einklang mit Artikel
VI des Vertrages Verhandlungen über Fragen der Begrenzung der Kernwaffen
und der Abrüstung zu führen.
Die beiden Seiten haben die Absicht, auch weiterhin für eine Stärkung
der Internationalen Atomenergiebehörde einzutreten sowie die Tätigkeiten
der Behörde bei der Verwirklichung von Schutzmaßnahmen sowie bei der Förderung der friedlichen Verwendung der Kernenergie zu unterstützen.

Sie sehen die Praxis regelmäßiger sowjetisch-amerikanischer Konsultationen hinsichtlich der Nichtweiterverbreitung

von Kernwaffen positiv,

waren diese doch bislang sachlich und konstruktiv, und bringen ihre Absicht zur Fortführung dieser Praxis auch in Zukunft zum Ausdruck.

Chemische Waffen
Im Rahmen ihrer Gespräche über Sicherheitsprobleme bekräftigten beide
Seiten erneut, daß sie für ein generelles und umfassendes Verbot chemischer Waffen sowie die Vernichtung der vorhandenen Bestände solcher Waffen sind.

Sie kamen überein, die Bemühungen um den Abschluß einer wirk-

samen und verifizierbaren internationalen Konvention zu diesem Thema zu
beschleunigen.

Beide Seiten kamen überein, die bilateralen Expertengespräche über
alle Aspekte eines solchen Verbotes chemischer Waffen - einschließlich
der Frage der Verifizierung - zu intensivieren.

Sie kamen überein, einen

Dialog über die Verhinderung der Weiterverbreitung chemischer Waffern in
die Wege zu leiten.
MBFR
- 5-

�MBFR
Beide Seiten unterstrichen die Bedeutung, die sie den Wiener (MBFR)
Verhandlungen beimessen und brachten ihre Bereitschaft zum Ausdruck, sich
um positive Ergebnisse zu bemühen.

KVAE
Beide Seiten, die der Stockholmer Konferenz über Sicherheits- und
Vertrauensbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa große Bedeutung beimessen und den dort erzielten Fortschritt feststellten, brachten ihre Absicht zum Ausdruck, in Zusammenarbeit mit den anderen Teilnehmerstaaten
einen baldigen und erfolgreichen Abschluß der Arbeit der Konferenz zu erleichtern.

Zu diesem Zweck unterstrichen sie erneut die Notwendigkeit

eines Dokumentes, das beiderseitig

annehmbare Vertrauens- und Sicher-

heitsbildende Maßnahmen enthalten und dem Grundsatz der Nichtanwendung
von Gewalt konkreten Ausdruck und konkrete Wirkung verleihen würde.

Anhaltender Dialog

Präsident Reagan und Generalsekretär Gorbatschow waren sich hinsichtlich der Notwendigkeit einig, den Dialog auf den verschiedensten Ebenen
auf eine regelmäßige Basis zu stellen und zu intensivieren.

Dabei wird

neben Treffen zwischen den Führungen der beiden Länder an regelmäßige
Treffen zwischen dem sowjetischen und dem amerikanischen Außenminister,
sowie zwischen den Spitzen anderer Ministerien und Ämter gedacht.

Sie

sind sich darin einig, daß die jüngsten Treffen der Minister etwa des
Landwirtschafts-, Wohnungsbau- und Umweltschutzministeriums nützlich waren.

Angesichts der Tatsache, daß der Gedankenaustausch hinsichtlich regionaler Fragen auf Expertenebene sich als nützlich erwiesen hat, kamen
sie überein, einen solchen Austausch auf regelmäßiger Basis fortzuführen.
Beide Seiten
- 6-

�Beide Seiten beabsichtigen, die Programme des bilateralen kulturellen, pädagogischen und wissenschaftlich-technischen Austausches auszuweiten und auch die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu entwickeln.

Der

Präsident der Vereinigten Staaten und der Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU nahmen an der Unterzeichnung des Abkommens über Kontakte
und Austausch im wissenschaftlichen, pädagogischen und kulturellen Bereich teil.

Sie waren sich hinsichtlich der Bedeutung der Tatsache einig, humanitäre Fälle im Geist der Zusammenarbeit zu lösen.

Sie sind der Meinung, daß es größeres Verständnis zwischen unseren
Völkern geben sollte und daß sie zu diesem Zweck zu mehr Reisen und Kontakten von Volk zu Volk ermutigen wollen.

Luftsicherheit im nordpazifischen Raum
Die beiden Führer stellten mit Befriedigung fest, daß in Zusammenarbeit zwischen der japanischen, der amerikanischen und der sowjetischen
Regierung ein Maßnahmenpaket erstellt wurde, um die Sicherheit der Flugrouten über den Nordpazifik zu erhöhen und haben Schritte ausgearbeitet,
um dies zu verwirklichen.

Zivilluftverkehr/Konsulate
Sie bestätigten, daß Delegationen aus den Vereinigten Staaten und der
Sowjetunion Verhandlungen mit dem Ziel begonnen haben, den Flugverkehr
wieder aufzunehmen.

Die beiden Führer brachten ihren Wunsch zum Aus-

druck, bald zu einem beiderseitig vorteilhaften Abkommen zu gelangen.

In

diesem Zusammenhang wurde Übereinstimmung über die gleichzeitige Eröffnung von Generalkonsulaten in New York und Kiew erzielt.

Umweltschutz

�Umweltschutz

Beide Seiten waren sich hinsichtlich eines Beitrags zum Schutz der
Umwelt - einer weltweiten Aufgabe - mittels gemeinsamer Forschung und
praktischer Maßnahmen einig.

In Einklang mit dem bestehenden amerika-

nisch-sowjetischen Abkommen in diesem Bereich werden nächstes Jahr in
Moskau und in Washington Konsultationen zu bestimmten Programmen der Zusammenarbeit stattfinden.

Austausch und Initiativen

Die beiden Führer waren sich hinsichtlich des Nutzens eines erweiterten Austausches und vermehrter Kontakte einig - auch auf neuartige Weise
in einer ganzen Reihe wissenschaftlicher, erzieherischer, medizinischer
und

sportlicher Bereiche (unter anderem Zusammenarbeit

bei vermehrtem

Austausch im Erziehungsbereich sowie bei Inhalten und Methoden bei den
verschiedenen Ebenen des Schulunterrichts; Maßnahmen zur Förderung des
Russischstudiums in den Vereinigten Staaten und des Englischstudiums in
der UdSSR; jährlicher Austausch von Professoren zur Abhaltung spezieller
Kurse in Geschichte, Kultur und Wirtschaft an den entsprechenden Abteilungen der sowjetischen und amerikanischen Hochschulinstitutionen; Stipendien beider Länder für die besten Studenten der Naturwissenschaften,
der Technologie, der Sozialwissenschaften und der philosophischen Fakultäten für ein akademisches Jahr; Abhaltung regelmäßiger Treffen bei den
verschiedenen

Sportarten

Sportereignissen).

und

verstärkte

Fernsehberichterstattung

von

Beide Seiten kamen überein, die Zusammenarbeit bei

der Bekämpfung der Krebskrankheit wieder aufzunehmen.

Die entsprechenden Stellen in jedem der beiden Länder werden angewiesen, spezielle Programme für diesen Austausch zu erarbeiten.

Die ent-

standenen Programme werden von den Führungen bei ihrem nächsten Treffen
geprüft werden.
Fusionsforschung

�Fusionsforschung

Die beiden Führer betonten die potentielle Bedeutung der Arbeit, die
auf die Nutzung der kontrollierten thermonuklearen Fusion zu friedlichen
Zwecken abzielt und setzten sich in diesem Zusammenhang für die größtmögliche praktikable Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit ein, um
zum Nutzen der gesamten Menschheit eine Energiequelle zu erschließen, die
im wesentlichen unerschöpflich ist.

- 9-

�27. November 1985

47

GENF-BERICHT REAGANS VOR DEM AMERIKANISCHEN KONGRESS
- Wortlaut der Ansprache -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat nach seiner Rückkehr
von

dem

Gipfeltreffen

mit

dem

sowjetischen

Generalsekretär

Michail

Gorbatschow dem amerikanischen Kongreß am 21. November 1985 Bericht erstattet.

In seiner Ansprache, die vom amerikanischen Fernsehen übertra-

gen wurde, bezeichnete Reagan die Begegnung in Genf als "für beide Seiten
lohnend".

Das Gipfeltreffen sei ein guter Anfang gewesen, um einen Fort-

schritt auf allen Gebieten zu erreichen.

Jetzt gelte es, auf diesem An-

fang weiter aufzubauen.

Der amerikanische Präsident hatte am gleichen Tag bereits in Brüssel
die Regierungschefs des Nordatlantischen Bündnisses über das Genfer Gipfeltreffen, vor allem über seine über fünfstündigen vertraulichen Gespräche mit Generalsekretär Gorbatschow unterrichtet.

Diese Konsultation mit

dem Bündnis vor und nach dem Gipfeltreffen sei als hervorragendes Beispiel für die Stärke der Allianz angesehen worden, so erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Larry Speakes.
Die Ansprache

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Die Ansprache des Präsidenten vor der gemeinsamen Sitzung beider Häuser des amerikanischen Kongresses hat folgenden Wortlaut:

Mr. Speaker, Herr Präsident, Mitglieder des Kongresses, hochverehrte
Gäste, meine amerikanischen Mitbürger.

Es ist schön, wieder zu Hause zu sein.
für diesen wundervollen Empfang.

Nancy und ich danken Ihnen

Und bevor ich fortfahre, möchte ich

Nancy ein persönliches Dankeschön sagen.

Sie war ein hervorragender Bot-

schafter des guten Willens für uns alle.

Sie wußte nicht, daß ich das

hier sagen würde.

Mr. Speaker, Senator Dole, ich möchte Sie wissen lassen, daß Ihre unterstützenden

Erklärungen

sehr hoch geschätzt wurden und werden.

Sie

können es sich nicht vorstellen, was es bedeutet, wenn man bei Verhandlungen mit den Sowjets den Kongreß, die Verbündeten und das amerikanische
Volk fest hinter sich weiß.

Wie Sie wissen, bin ich gerade von Gesprächen mit Generalsekretär
Gorbatschow aus Genf zurückgekehrt.

In den letzten Tagen haben wir über

15 Stunden in mehreren Treffen mit dem Generalsekretär und den Mitgliedern seiner amtlichen Delegation verbracht.

Schätzungsweise fünf dieser

Stunden waren Gesprächen zwischen Gorbatschow und mir, Auge in Auge, gewidmet.

Das war der beste Teil - unser Gipfeltreffen am Kamin.

Ich weiß, daß es viele Kommentare und Meinungen darüber geben wird,
was diese Treffen hervorgebracht haben, und welcher Art sie waren.

In

Genf waren über 3000 Reporter und so ist es möglich, daß es 3000 Meinungen darüber geben wird, was geschehen ist.

Vielleicht ist der alte Rund-

funkberichterstatter in mir, der mich dazu bewogen hat, Ihnen direkt meinen eigenen Bericht zu geben.

Wir kamen zusammen, wie sich das gehört.

Ich hatte einen neuen An-

fang gefordert - und wir haben einen neuen Anfang gemacht.

Ich kann

nicht behaupten, daß wir zu einer geistigen Übereinstimmung über solche
- 2 -

�über solche Grundfragen wie Ideologie oder nationale Zielsetzungen gekommen sind - aber wir verstehen einander jetzt besser.
dend wichtig für den Frieden.

Das ist entschei-

Ich habe eine bessere Vorstellung gewonnen

und ich glaube, auch er.
Es war ein konstruktives Treffen - so konstruktiv sogar, daß ich mich
freue, Herrn Gorbatschow im nächsten Jahr in den Vereinigten Staaten begrüßen zu dürfen.

Und ich habe seine Einladung angenommen, im darauffol-

genden Jahr nach Moskau zu kommen - wir haben das draußen auf dem Parkplatz vereinbart.

Ich habe gefunden, daß Generalsekretär Gorbatschow ein energischer
Verfechter der sowjetischen Politik ist.
ein guter Zuhörer.

Er war ein gewandter Redner und

Unsere Themen wurden durch die Fakten dieses Jahrhun-

derts bestimmt.
Diese letzten 40 Jahre waren keine leichte Zeit für die Welt.

Sie

kennen die Tatsachen, und ich brauche hier die geschichtlichen Abläufe
nicht aufzuzählen.

Es genügt zu sagen, daß es sich die Vereinigten Staa-

ten nicht leisten können, sich Illusionen über die Natur der UdSSR zu machen.

Wir können nicht davon ausgehen, daß sich ihre Ideologie und Ziel-

setzung ändern wird.

Das bedeutet, andauernden Wettbewerb.

Unsere Auf-

gabe besteht darin, dafür zu sorgen, daß dieser Wettbewerb
bleibt.

friedlich

Bei all dem, was uns trennt, können wir es uns nicht leisten,

daß Verwirrung die Dinge noch weiter kompliziert.
einander klar und wir müssen direkt sein.

Wir müssen uns über-

Wir müssen einander den Tribut

der Offenheit zollen.

Als ich das erstemal meinen Amtseid leistete, begannen wir mit der
Sowjetunion auf eine Weise zu verhandeln, die realistischer war, als in
den davorliegenden Jahren.

Und so begannen in einem ganz realen Sinne

die Vorbereitungen für das Gipfeltreffen nicht erst vor einigen Monaten,
sondern schon vor fünf Jahren, als wir - mit der Hilfe des Kongresses
- damit begannen, unsere Wirtschaft zu stärken, unseren nationalen Willen
wieder herzustellen und unsere Verteidigung und unsere Bündnisse wieder

�Bündnisse wieder aufzubauen.

Amerika ist wieder stark - und unsere Stär-

ke hat uns die Fähigkeit verliehen, mit Selbstvertrauen zu sprechen und
dafür zu sorgen, daß keine echte Chance zur Förderung von Freiheit und
Frieden verpaßt wird.
funktioniert.

Ich

Wir dürfen jetzt nicht eine Politik aufgeben, die

brauche

Ihre

anhaltende

Unterstützung,

um

Amerika

stark zu erhalten.

Das ist die Geschichte, die hinter dem Genfer Gipfeltreffen steht,
und das ist der Zusammenhang, in dem es stattgefunden hat.

Und darf ich

hinzufügen, daß wir ganz besonders daran interessiert waren, daß unsere
Treffen den bereits in Gang befindlichen Verhandlungen über eine Verringerung der Kernwaffen Auftrieb geben würden.

Es wäre töricht, wenn man

bei diesem Thema nicht noch einen Schritt weiter - eine Meile weiter
- oder in diesem Falle sogar 4000 Meilen weiter gehen würde.
Wir haben über die großen Probleme unserer Zeit gesprochen.

Ich habe

vor dem ersten Treffen klargemacht, daß keine Frage beiseite geschoben,
kein Problem unterdrückt würde, nur weil die eine oder andere Seite es
als unbequem oder unangenehm empfinden könnte.

Ich habe diese Fragen zum Gipfel mitgebracht und sie Generalsekretär
Gorbatschow vorgelegt.
Wir sprachen über Kernwaffen und wie man sie verringern könnte.

Ich

habe unsere Vorschläge über gerechte, verifizierbare und einschneidende
Verringerungen erläutert.

Ich habe meine Überzeugung dargelegt, daß un-

sere Vorschläge nicht nur eine Welt schaffen würden, die sich sicherer
fühlt, sondern die wirklich sicherer ist.

Ich freue mich, heute abend berichten zu können, daß Generalsekretär
Gorbatschow und ich hier einem gewissen Fortschritt erzielt haben.

Wenn

wir auch noch einen langen Weg vor uns haben, so gehen wir doch zumindest
in die richtige Richtung.

Wir haben die Rüstungskontrolle vorangebracht,

von dem Punkt, an dem wir im Januar dieses Jahres standen, als die Sowjets an den Verhandlungstisch zurückkehrten.
Wir haben

�Wir haben beide unsere Unterhändler angewiesen, ihre lebenswichtige
Arbeit zu beschleunigen.

Die Welt wartet auf Ergebnisse.

Wir kamen in bezug auf Genf vor allem überein, daß jede Seite sich
darangehen sollte, die offensiven Kernwaffen in geeigneten Kategorien um
50 Prozent zu verringern.

In unserer gemeinsamen Erklärung haben wir ei-

nen baldigen Fortschritt in dieser Richtung gefordert und die Gespräche
auf unser Hauptziel, die Verringerung der Angriffswaffen, ausgerichtet.
Wir forderten ein Interimsabkommen über nukleare

Mittelstreckensysteme,

das, wie ich hoffe, zur völligen Abschaffung dieser Klasse von Raketen
führen wird.

All dies mit genauer Verifizierung.

Wir haben auch Fortschritte bei der gemeinsamen Bekämpfung der Weiterverbreitung von Kernwaffen erzielt, ein Gebiet der Rüstungskontrolle,
auf dem wir seit Jahren wirksam zusammengearbeitet haben.

Wir haben auch

einen Dialog über die Bekämpfung der Ausbreitung und Anwendung chemischer
Waffen erörtert, während wir uns über ein totales Verbot bemühen.

Andere

Dialoge auf dem Gebiet der Rüstungskontrolle - in Wien über konventionelle Streitkräfte und in Stockholm über die Verringerung der Möglichkeiten
eines Überraschungsangriffes
erhalten.

in Europa - haben ebenfalls neuen Auftrieb

Und schließlich sind wir übereingekommen, die Arbeit an Risi-

koverminderungszentren zu beginnen - eine Entscheidung, die von den Senatoren Nunn und Warner, die so beredt

für diesen Gedanken

eingetreten

sind, mit besonderer Befriedigung aufgenommen werden dürfte.

Ich habe unsere Strategische Verteidigungsinitiative erklärt - unsere
Forschungsanstrengung,

die die Möglichkeit

defensiver Systeme ins Auge

faßt, die letztlich alle Länder vor der Gefahr eines Atomkrieges schützen
könnten.

Diese Diskussion

führte zu einem sehr direkten Meinungsaus-

tausch.

Herr Gorbatschow beharrte darauf, daß wir ein Strategisches Verteidigungssystem dazu benutzen könnten, um Angriffswaffen in den Weltraum zu
verbringen und eine nukleare Überlegenheit zu gewinnen.
Ich habe

�Ich habe klargemacht, daß SDI nichts mit Angriffswaffen zu tun hat,
sondern daß wir vielmehr nichtnukleare Verteidigungssysteme untersuchen,
die nur angreifende Raketen, aber keine Menschen bedrohen würden.

Wenn

unsere Forschung Erfolg hat, dann wird sie die sicherere und stabilere
Welt, die wir anstreben, sehr viel näher bringen.
selbst

gegen

Raketenangriffe

verteidigen

und

die

Länder könnten sich
Menschheit

könnte

schließlich und endlich aus dem Gefängnis des gegenseitigen Schreckens
entrinnen - das ist mein Traum.

So habe ich die Chance begrüßt, Herrn Gorbatschow erklären zu können,
daß wir eine Nation sind, die verteidigt, statt anzugreifen, daß unsere
Bündnisse defensiv und nicht offensiv sind.
are Überlegenheit an.
der Sowjetunion an.

Wir streben nicht die nukle-

Wir streben keinen Erstschlagsvorteil gegenüber
Ja eines meiner fundamentalen Ziele bei der Rü-

stungskontrolle ist es, Erstschlagwaffen überhaupt abzuschaffen.

Das ist

der Grund, warum wir eine 50prozentige Verringerung der bedrohlichsten
Kernwaffen

vorgeschlagen

haben, vor allem jener, die einen Erstschlag

ausführen könnten.

Ich bin in der Darlegung unserer friedlichen Absichten noch weiter
gegangen.

Ich habe unseren Vorschlag bei den Genfer Verhandlungen für

ein wechselseitiges Programm offener Laboratorien in der strategischen
Verteidigungsforschung erläutert.

Wir machen das Angebot, sowjetischen

Experten zu erlauben, sich aus erster Hand zu vergewissern, daß es bei
SDI nicht um Offensivwaffen geht.

Amerikanischen Wissenschaftlern würde

erlaubt, vergleichbare Einrichtungen des strategischen Verteidigungsprogramms der Sowjets zu besuchen, bei denen es seit vielen Jahren in der
Tat um sehr viel mehr geht als Forschung.

Und schließlich habe ich Herrn Gorbatschow in einem weiteren Punkt
Gewißheit gegeben.

Ich habe für den Fall, daß unsere Forschung die Mög-

lichkeit einer Verteidigung gegen Nuklearraketen aufzeigt, versprochen,
uns mit unseren Verbündeten und mit der Sowjetunion zusammenzusetzen, um
zu sehen, wie wir zusammen alle strategischen Raketen durch eine solche
Verteidigung ersetzen könnten, die niemand bedroht.
Wir haben

�Wir haben über Bedrohungen des Friedens in mehreren Regionen der Welt
gesprochen.

Ich habe meine Vorschläge für einen Friedensprozeß erläu-

tert, um den Kriegen

in Afghanistan, Nicaragua, Äthiopien, Angola und

Kambodscha Einhalt zu gebieten.

Das sind Länder, wo Aufständische, die

für das Volk sprechen, sich gegen

Regime stellen, die

offensichtlich

nicht den Willen des Volkes repräsentieren oder dessen Zustimmung haben.
Ich habe versucht, sehr deutlich zu machen, wo unsere Sympathien liegen,
und ich glaube, es ist mir gelungen.

Wir haben über Menschenrechte gesprochen.

Wir Amerikaner sind der

Überzeugung, daß die Geschichte nichts deutlicher als dieses lehrt:

Jene

Länder, die die Rechte ihrer eigenen Völker achten, neigen unausweichlich
dazu, auch die Rechte ihrer Nachbarn zu achten.
her keine abstrakte moralische Angelegenheit -

Menschenrechte sind dasie sind eine Angelegen-

heit des Friedens.

Und schließlich haben wir über die Kommunikationsschranken

zwischen

unseren Gesellschaften gesprochen, und ich habe meine Vorschläge für echte Kontakte von Volk zu Volk in einem größeren Umfang näher erläutert.

Amerikaner

sollten

die

Hoffnungen und Befürchtungen

Bevölkerung

der

Sowjetunion

kennen

und die Tatsachen ihres Lebens.

- ihre
Und die

Bürger der Sowjetunion müssen den tiefen Wunsch aller Amerikaner nach
Frieden und unser unerschütterliches Eintreten für die Freiheit kennenlernen.

Wie Sie sehen können, erstreckten sich unsere Gespräche über einen
weiten Bereich.

Lassen Sie mich Ihnen hier an dieser Stelle sagen, wo-

rüber wir uns einig waren und worüber nicht.

Wir liegen in einer Reihe von Fragen, wie zu erwarten war, weiterhin
weit auseinander.

Wir haben jedoch in einer Reihe von Dingen Überein-

kunft erzielt, und wir stimmen darin überein, wie ich bereits erwähnte,
weiterhin zusammenzukommen.
Bewegungsspielraum,

Das ist wichtig und sehr gut.

Handlungsspielraum

und

Möglichkeiten

Es gibt immer
des

Fort-

�des Fortschritts, wenn Menschen miteinander reden statt übereinander.

Wir haben ein neues Abkommen geschlossen, das dazu dienen soll, die
besten amerikanischen Künstler und Akademiker in die Sowjetunion zu bringen.

Die Ausstellungen, die zu diesem Austausch gehören werden, sind ei-

nes der wirksamsten Mittel und Wege für den durchschnittlichen Sowjetbürger, unsere Lebensweise kennenzulernen.
Möglichkeiten

Dieses Abkommen wird auch die

für Amerikaner ausweiten, das reiche kulturelle Erbe des

sowjetischen Volkes kennenzulernen - denn seine Künstler und Akademiker
werden hierherkommen.

Wir haben

ferner beschlossen, mit einer Reihe von Initiativen von

Volk zu Volk voranzuschreiten, die über einen stärkeren Kontakt hinausgehen, nicht nur zwischen den politischen Führern unserer beiden Ländern,
sondern auch zwischen unseren Studenten, Lehrern und auch anderen.
haben Nachdruck auf den Jugendaustausch gelegt.
eingefleischte

Vorstellungen

Wir

Das wird dazu beitragen,

zu überwinden, Freundschaften

zu schaffen

und, um es ganz offen zu sagen, eine Alternative zur Propaganda bieten.

Wir haben vereinbart, ein neues sowjetisches Konsulat in New York und
ein neues amerikanischen Konsulat in Kiew einzurichten.

Dies wird zum

erstenmal in Jahrzehnten eine ständige amerikanische Präsenz in der Ukraine bringen.

Wir haben auch zusammen mit der japanischen Regierung mit der Sowjetunion ein Pazifisches Flugsicherungsabkommen geschlossen.

Dies soll dazu

dienen, kooperative Maßnahmen einzuführen, um die Sicherheit der zivilen
Luftfahrt in dieser Region des Pazifik zu verbessern.

Was einmal gesche-

hen ist, darf nie wieder geschehen.

Als einen möglichen Weg, um mit dem künftigen Energiebedarf der Welt
fertigzuwerden, sind wir auch für eine internationale Kooperation eingetreten, um die Durchführbarkeit der Gewinnung von Verschmelzungsenergie
zu prüfen.
Alle diese
- 8 -

�Alle diese Schritte sind Teil einer langfristigen Bemühung, ein stabileres Verhältnis zur Sowjetunion aufzubauen.
daß dies leicht wäre.

Niemand hat je gesagt,

Aber wir sind ein großes Stück weitergekommen.

Was den sowjetischen Expansionismus in einer Reihe von Regionen in
der Welt angeht, so werden wir, obwohl wenig Aussicht auf unmittelbaren
Wandel besteht, weiterhin die heldenhaften Anstrengungen jener unterstützen, die für die Freiheit kämpfen.

Aber wir haben auch vereinbart, unse-

re Zusammenkünfte mit den Sowjets über diese und andere regionale Konflikte fortzusetzen und zu intensivieren, um auf politische Lösungen hinzuarbeiten.
Wir kennen die Grenzen wie auch die Versprechungen von Gipfeltreffen.
Dies war schließlich der elfte Gipfel der Nachkriegszeit - und die Differenzen dauern immer noch an.

Aber wir sind überzeugt, daß fortgesetzte

Treffen zwischen den Führern der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion
dazu beitragen können, diese Differenzen zu überbrücken.

Es ist eine Tatsache, daß jeder neue Tag neue Möglichkeiten bringt.
Es liegt an uns, ihn mit jenen Dingen zu erfüllen, die uns dem Fortschritt und dem Frieden näherbringen.

Daher ist Hoffnung eine realist-

ische Einstellung - und Verzweiflung ein uninteressantes kleines Laster.

Hat sich die Reise also gelohnt?

Als vor 30 Jahren Präsident Eisen-

hower gerade von einem Gipfeltreffen in Genf zurückgekehrt war, sagte er
"...die Kluft, die den Osten und den Westen trennt... ist breit und
tief".

Das gilt auch heute noch nach drei Jahrzehnten.

Aber sicherlich war dieses Treffen für beide Seiten lohnend.
Gipfel hat einen neuen Realismus hervorgebracht.

Der

Der Gipfel selbst war

ein guter Anfang und jetzt wird es für uns darauf ankommen, stetig auf
ihm aufzubauen.

Ich warte ebenso wie Sie ungeduldig auf Ergebnisse.

Aber guter Wille

und schöne Hoffnungen allein bringen nicht immer dauerhafte Resultate.

�dauerhafte Resultate.

Patentlösungen lösen keine großen Probleme.

So wie wir uns unsererseits vor Illusionen hüten müssen, so müssen
wir sie auf sowjetischer Seite zerstreuen.

Ich habe Herrn Gorbatschow

klargemacht, daß wir das Mißtrauen und den Argwohn zwischen uns abbauen
müssen, wenn wir solche Dinge vollbringen wollen, wie eine Verringerung
der Waffen; dazu wird es der Taten, nicht nur der Worte allein bedürfen.
Ich glaube, er stimmt mir darin zu.

Wohin geht die Reise von hier?
Beziehungen ist stark.
reit und erstreben ihn.

Nun, unser Wunsch nach verbesserten

Wir sind für einen schrittweisen Fortschritt beWir wissen, daß Frieden mehr ist als nur das

Nichtvorhandensein eines Krieges.

Wir wollen keinen trügerischen Frieden

und keinen zerbrechlichen Frieden.
illusionärer Entspannung aus.

Wir waren nicht auf irgendeine Art

Wir können uns nicht mit kosmetischen Ver-

besserungen zufriedengeben, die die Bewährungsprobe der Zeit nicht bestehen würden.

Wir wollen echten Frieden.

Als ich heute abend zurückflog, habe ich über vieles nachgedacht.

In

einigen Tagen werden Familien in ganz Amerika zusammenkommen, um Thanksgiving - das Erntedankfest - zu feiern.

Und so wie unsere Vorväter einst

nach Amerika reisten, sind wir nach Genf gereist mit Frieden als unserem
Ziel und Freiheit als unserem Leitstern.

Denn es kann nichts Besseres

geben als das Streben nach Frieden und keine größere Zielsetzung als die
Erhaltung der Freiheit.

Es ist jetzt 350 Jahre her, seit dem ersten Danksagungstag, als Pilgerväter und Indianer an der Schwelle eines unbekannten Kontinents zusammensaßen.

Und heute sind wir an der Schwelle einer unbekannten Zukunft

versammelt - aber genau wie unsere Vorväter nicht voller Angst, sondern
voller Hoffnung und Gottvertrauen.

* * * * * *

- 10 -

�27. November 1985

47

USA UND UDSSR ERÖFFNEN KONSULATE IN KIEW UND NEW YORK
- Verlautbarung des Weißen Hauses -

WASHINGTON - (AD) - Das Weiße Haus hat am 21. November 1985 eine Verlautbarung herausgegeben, in der ein Abkommen der Vereinigten Staaten und
der Sowjetunion über die Eröffnung neuer Konsulate in Kiew und New York
bekanntgegeben wird.
Die Verlautbarung hat folgenden Wortlaut:
Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion sind übereingekommen, auf
der Basis voller Gegenseitigkeit hinsichtlich der Personalstärke und der
administrativen Vereinbarungen Konsulate in Kiew und New York zu eröffnen.

Nach sowjetischer Auffassung ist diese wechselseitige Eröffnung von

Konsulaten abhängig von dem erfolgreichen Abschluß von Verhandlungen über
die

Wiederaufnahme

des zivilen

Luftverkehrs

zwischen

beiden

Ländern.

Beide Seiten werden weitere Gespräche über die Bedingungen führen, unter
denen die Konsulate personell besetzt und für das Publikum geöffnet werden.
Auf dem

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�Auf dem Gipfeltreffen 1974 zwischen Präsident Nixon und Generalsekretär Breschnew wurde eine wechselseitige Eröffnung von Konsulaten in Kiew
und New York vereinbart.

Die ersten Schritte waren damals getan und bei-

de Länder hatten schon Vorausabteilungen am Ort, um die formelle Eröffnung

vorzubereiten, als im Jahr 1979 die Sowjets in Afghanistan einmar-

schierten. Die Vorausabteilungen wurden zurückbeordert.
Im Sommer 1983 stimmten wir im Prinzip erneut zu, Konsulate in Kiew
und New York zu eröffnen.

Weiterer Fortschritt wurde von den Sowjets

verhindert, die die Eröffnung der Konsulate von Verhandlungen über eine
Wiederaufnahme der Flüge der (sowjetischen) Luftfahrtlinie Aeroflot (nach
den USA) abhängig machten.

Wir haben ihre Verknüpfung dieser Fragen

nicht akzeptiert und weiterhin jede der Fragen gesondert behandelt.
Dieses Abkommen über die Eröffnung von Konsulaten steht im Einklang
mit dem Wunsch des Präsidenten, die Kontakte zwischen unseren beiden Völkern auszudehnen und die Verständigung zwischen ihnen zu fördern. Es
handelt sich um einen nützlichen und praktischen Schritt für die Vereinigten Staaten wie für die Sowjetunion. Ein Konsulat in Kiew wird uns
eine amtliche amerikanische Präsenz in einem wichtigen sowjetischen Zentrum der Landwirtschaft, der Kultur und des Handels bieten, das jährlich
von Tausenden von amerikanischen Touristen besucht wird.

* * * * *

- 2-

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

27. November 1985

47

USA UND UDSSR UNTERZEICHNEN ALLGEMEINES AUSTAUSCHABKOMMEN
- Verlautbarung des Weißen Hauses -

WASHINGTON -

AD) - Das Weiße Haus hat am 21. November 1985 eine Ver-

lautbarung über die Unterzeichnung eines Allgemeinen

Austauschabkommens

zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion herausgegeben, die
folgenden Wortlaut hat:

Amerikanisch-sowjetisches Allgemeines Austauschabkommen
Am 21. November 1985 haben die Vereinigten Staaten von Amerika und
die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken in Genf ein Allgemeines
Austauschabkommen unterzeichnet.

Seit über 25 Jahren haben formelle kul-

turelle und erzieherische Austauschprogramme mit der Sowjetunion bestanden.

Die Unterzeichnung dieses Abkommens ist der krönende Abschluß eines

anderthalbjährigen

Prozesses, der im Juni

1984 begann, als Präsident

Reagan bekanntgab, daß die Vereinigten Staaten bereit seien, in Verhandlungen über dieses wichtige Abkommen einzutreten.
Direktere Kontakte

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Direktere Kontakte zwischen dem amerikanischen und sowjetischen Volk
In seiner Ansprache an die Nation am vorigen Donnerstag (14. November) vor seinem Treffen mit Generalsekretär Gorbatschow erklärte Präsident Reagan:

"Dauerhafter Frieden erfordert Offenheit, ehrliche Kommuni-

kation und die Möglichkeit für unsere Völker, einander direkt kennenzulernen".

Während der letzten Jahre ist das Allgemeine Austauschabkommen

zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion ein wichtiges Instrument dieses wichtigen Prozesses gewesen.

Dieses Abkommen ist ein

konkreter Ausdruck dieses Wunsches.

Ziele
Über die beiderseitigen Vorteile hinaus, die sich aus der gemeinsamen
Nutzung von Fachwissen, Ressourcen und Daten für die Lösung gemeinsamer
Probleme ergeben und den kulturellen Reichtum hinaus, den beide Seiten
aus der Teilhabe an den Besten des jeweils anderen gewinnen, können Austauschprogramme auch dazu beitragen, Hindernisse abzubauen, das Mißtrauen
zu vermindern, das Maß der Heimlichtuerei zu senken und eine offenere
Welt herbeizuführen. Wie der Präsident in seiner Rede vor der Smithsonian-Konferenz über amerikanisch-sowjetischen Austausch erklärte, "haben zivilisierte Menschen überall ein echtes Interesse daran, Kontakte,
Kommunikation und Kreativität so breit, tief und frei zu gestalten, wie
nur möglich".

Umfang des Abkommens
Zu den spezifischen Austauschtätigkeiten, die in diesem Abkommen angesprochen werden, gehören:
- wechselseitige amerikanische und sowjetische Ausstellungen zum Thema
Reisen über Aspekte des Lebens und der Gesellschaft eines jeden Landes, die unter sprachkundiger Leitung überall im anderen Land gezeigt
- 2 -

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:

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|

!

�Land gezeigt werden sollen;

Austausch von mindestens zehn einzelnen darstellenden Künstlern und
mindestens zehn großen Gruppen der darstellenden Kunst eines jeden
Landes;

Ausweitung

des

akademischen

und

erzieherischen

Austausches,

ein-

schließlich von 15 Fulbright-Professoren, 40 langfristigen IREX-Forschungsbeauftragten, Sprachlehrerausbildungsprogrammen, Sprachlehreraustausch, Austausch zwischen Archiven und gemeinsamen Seminaren;

Austausch in einem weiten Bereich freiberuflicher Tätigkeiten auf den
Gebieten der Kunst, des Theaters, des Sports, des Films, der Architektur, der Musik, des Rechtswesens, des Journalismus, der Medizin,
der Museen sowie des Rundfunks und Fernsehens;

Austausch von Publikationen, einschließlich Buchausstellungen, Zeitschriften und technischen Publikationen zwischen Bibliotheken;

Verteilung der Zeitschrift "America Illustrated" in der Sowjetunion
und der Zeitschrift "Soviet Life" in den Vereinigten Staaten;

Austausch von Parlamentariern

und

anderen Regierungsvertretern

auf

Bundes-, Landes- und Gemeindeebene; und

Ausweitung des Austausches

zwischen

staatsbürgerlichen

und gesell-

schaftlichen Organisationen sowie des Tourismus und der Sportbegegnungen .

Hintergrund

Amtliche Austauschabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der
Sowjetunion gibt es seit 1958.

Die Amerikanische Nationalausstellung bot

den Rahmen für das berühmte "Küchengespräch" von 1959 zwischen Nixon und

�Nixon und Chruschtschow.

Von

1959 bis 1972 wurden diese Tätigkeiten

durch eine Reihe von Zwei Jahresabkommen fortgesetzt.

Am 19. Juni 1973

unterzeichneten Präsident Nixon und Generalsekretär Breschnew ein Sechsjahresabkommen.

In den siebziger Jahren, als fast ein Dutzend bilatera-

ler kooperativer Abkommen auf kulturellem, erzieherischem sowie wissenschaftlichem und technologischem Gebiet in Kraft waren, nahm der amerikanisch-sowjetische Austausch zu.

Ein

Austauschabkommen

wird

zwar

zwischen

Regierungen

geschlossen,

aber es ebnet den Weg für ein starkes Engagement des Privatsektors im
Austausch.

Universitäten, Ballettensembles, Theatergruppen, Sportorgani-

sationen, Kirchen und Berufsvereinigungen von 'Ärzten, Rechtsanwälten usw.
können ihre sowjetischen Partnereinrichtungen zu Konferenzen, Konzerten,
Tourneen und Fachtagungen in die Vereinigten Staaten einladen.

Umgekehrt

werden Amerikaner Gegenbesuche in allen Teilen der Sowjetunion machen.

Präsident Reagan hat wiederholt einen stärkeren Zugang zum Fernsehen
und anderen Medien in beiden Ländern durch vereinbarte Vertreter gefordert.

In seiner Rede in der vorigen Woche hat der Präsident die Frage

gestellt:

"Wenn sowjetische Sprecher ungehindert im amerikanischen Fern-

sehen auftreten können und in der amerikanischen Presse abgedruckt und
gelesen werden

- warum

sollte das sowjetische Volk nicht das gleiche

Recht haben, zu sehen, zu hören und zu lesen, was wir Amerikaner zu sagen
haben?"

Das Abkommen schließt jetzt das Prinzip von Fernsehauftritten

von Vertretern beider Länder ein.

* * * * *

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

27. November 1985

47

USA UND UDSSR VEREINBAREN ERWEITERUNG DES AUSTAUSCHES UND DER KONTAKTE
- Verlautbarung des Weißen Hauses -

WASHINGTON - (AD) - Das Weiße Haus hat am 21. November 1985 eine Verlautbarung herausgegeben, in der eine amerikanisch-sowjetische Vereinbarung über die Ausweitung der Austauschprogramme und Kontakte zwischen
beiden Völkern auf Gebieten der Wissenschaft, der Bildung, der Medizin
und des Sports bekanntgegeben wurde.

Die Verlautbarung hat folgenden Wortlaut:
In seiner Ansprache an das amerikanische Volk am 14. November am Vorabend seiner Abreise zum Gipfeltreffen mit Generalsekretär Gorbatschow in
Genf forderte Präsident Reagan eine Reihe neuer kühner Initiativen, um
die Bevölkerung der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion in direkten
Kontakt zu bringen.

In seiner Rede erklärte der Präsident:
dert

"Dauerhafter Frieden erfor-

Offenheit, ehrliche Kommunikation und die Möglichkeit für unsere

Postfach 20 03 00
D 5300 B o n n 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�für unsere Völker, einander direkt kennenzulernen."

Der Präsident zeigte

auch seine Entschlossenheit, "bisher noch unentdeckte Wege (zu) finden,
wo amerikanische und sowjetische Bürger fruchtbar zum Wohle der Menschheit zusammenarbeiten können."

In diesem Sinne waren sich die beiden Staatsmänner über die Nützlichkeit einer Ausweitung des Austausches und der Kontakte auf einer Reihe
von Gebieten der Wissenschaft, der Bildung, der Medizin und des Sports
einig.

Hintergrund

Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion hatten über 25 Jahre lang
formelle Kultur- und Austauschprogramme.

Wir haben gerade ein neues All-

gemeines Austauschabkommen für einen akademischen, kulturellen und künstlerischen Austausch

geschlossen.

Dieses Abkommen sieht wechselseitige

Darbietungen aus Theater, Kunst, Design und Technologie vor, die unter
sprachkundiger Leitung das andere Land bereisen.

Traditionelle Austauschprogramme dieser Art sind wertvoll, jedoch ist
mehr notwendig.

Der Präsident hofft, daß wir das gegenseitige Mißtrauen

abbauen, das Maß der Heimlichtuerei verringern und eine offenere Welt
herbeiführen können.

Seine Austauschinitiative erstreckt sich auf neue

Programme, um den tagtäglichen Kontakt zwischen unseren beiden Völkern zu
stärken.

Wie sehen diese Initiativen aus?
Zu den Austauschinitiativen, auf die sich die Vereinigten Staaten und
die UdSSR geeinigt haben, gehören:

- der jährliche Austausch von Professoren, um besondere Lehrveranstaltungen in Geschichte, Kultur und Volkswirtschaft an höheren Bildungsanstalten in der Sowjetunion und Amerika abzuhalten;
- die Schaffung
- 2 -

�- die Schaffung eines amerikanisch-sowjetischen Stipendienprogramms für
die besten Studenten der Naturwissenschaften und der Technologie in
jedem Land jeweils für ein Studienjahr;

- Maßnahmen zur Förderung des Unterrichts in der russischen Sprache in
den Vereinigten Staaten und der englischen Sprache in der UdSSR;

- ein gemeinsames Krebsforschungsprogramm;

- ein Programm für die Zusammenarbeit in der Entwicklung von Software
für Kleincomputer für den Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen; und

- Ausweitung der Kontakte im Sport, einschließlich regelmäßiger Wettkämpfe in verschiedenen Sportarten und verstärkte Fernsehberichterstattung über Sportereignisse.
Ziel dieser Initiativen ist es, Brücken zwischen den Völkern beider
Länder zu bauen.

Diese Vorschläge würden Kontakte ausweiten, die Zusam-

menarbeit auf einem der schwierigsten Gebiete der heutigen Medizin stärken und Menschen in beiden Ländern ermutigen, zusammen zu arbeiten und zu
studieren.

Sobald die beiden Regierungen die Türen für diese Art von Austausch
geöffnet haben, wird unsererseits die Administration sich nach geeigneten
Persönlichkeiten für die Leitung dieser Programme umsehen.

Der Präsident

hat daher die Absicht, hochrangige Regierungsvertreter zu ernennen, die
mit

dem Privatsektor

zusammenarbeiten

sollen, um sicherzustellen, daß

diese Austauschinitiativen verwirklicht werden.

Die sich daraus ergeben-

den Programme werden von beiden Führern auf ihrem nächsten Treffen begutachtet werden.

- 3 -

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

27. November 1985

47

USIA FÜR KULTURABKOMMEN MIT UDSSR ZUSTÄNDIG
- Presseverlautbarung des US-Informationsamtes-

WASHINGTON - (AD) - Ein neues allgemeines Austauschabkommen zwischen
den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion in den Bereichen Kultur, Ausbildung, Wissenschaft und Technologie wurde am 21. November 1985 in Genf
von Außenminister Shultz und seinem sowjetischen Amtskollegen Schewardnadse unterzeichnet.

Diese Unterzeichnung bedeutet das erste offizielle

Austauschabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der UdSSR seit dem
Jahr 1979.

Das neue Abkommen, für das das US-Informationsamt (USIA) zuständig
sein wird, wird bis 1991 gelten und den Umfang der sowjetisch-amerikanischen Beziehungen in einer Vielzahl von Bereichen ausweiten.

Es ermög-

licht es beiden Ländern, über einen Zeitraum von sechs Jahren zwei bis
vier Ausstellungen zu zeigen und gibt jeder Seite das Recht, als Mittel
verstärkter gegenseitiger Verständigung
zum Fernsehen zu fordern.

für ihre Repräsentanten Zugang

Auch Austausch im sportlichen Bereich sowie

Postfach 20 03 00
D 5300 B o n n 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Bereich sowie Kontakte zwischen staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen
Organisationen werden betont.

Teil des vereinbarten sechsjährigen "Schirms" ist ein Verfahrensdokument, das die ersten drei Jahre des Abkommens abdeckt und das vorsieht,
daß mindestens zehn öffentliche Konzerte größerer Gruppen der darstellenden Künste und zumindest zehn einzelner Künstler jedes Landes stattfinden.

Es wird erwartet, daß der Austausch im akademischen Bereich auf-

grund der neuen Formulierungen erheblich erweitert wird, wobei an Erweiterung und Vertiefung des Lehr- und Forschungsbereichs für amerikanische
Wissenschaftler, genauer definierte Möglichkeiten für verbesserten Zugang
zu Forschungsmaterial in der UdSSR und Wohnen und Reisen innerhalb der
Sowjetunion gedacht ist.

Andere neue Bereiche des Abkommens ermutigen zu Kontakten zwischen
den Archivaren beider Länder und - zusätzlich zu Lehrern und Wissenschaftlern im Fulbright-Rahmen - zu Austausch von Grundschul- und Gymnasiallehrern.
USIA-Direktor Charles Z. Wick beschrieb die Vereinbarungen mit den
Worten:

"Sie stellen einen neuen Ausgangspunkt der amerikanisch-sowjet-

ischen Abkommen dar, auf die andere bedeutsame und beiderseitig vorteilhafte Abkommen aufbauen können.

Beide Seiten haben die Bereitschaft gezeigt, über die Grenzen früherer Abkommen hinauszugehen, um nicht nur den zahlenmäßigen Austausch zwischen beiden Staaten zu erhöhen, sondern um neue Bereiche des Einverständnisses zu finden, die das Potential in sich tragen, das internationale Verständnis zu verbessern.

Dadurch werden die Spannungen in der

Welt abgebaut und dadurch kommen auch wir dem Ziel eines Weltfriedens näher.

Wenn beide Seiten erkennen, wie wichtig die Rolle ist, die das Fernsehen in der öffentlichen Diplomatie spielt, ist dies ein entscheidender
Schritt beim Aufbau eines konstruktiven Dialogs zwischen unseren beiden
Nationen."
Die Wanderausstellungen,
- 2-

�Die Wanderausstellungen, die das Abkommen vorsieht, werden sich auf
Hauptaspekte von Leben und Gesellschaft der Vereinigten Staaten beziehen
und von russischsprechenden amerikanischen Führern begleitet sein.

"America Illustrated", die russischsprachige Monatsschrift von USIA,
wird auch weiterhin in der Sowjetunion im Austausch zur Verbreitung der
sowjetischen Monatsschrift, "Soviet Life", die in Amerika herauskommt,
erscheinen.

Das erste amerikanisch-sowjetische Austauschabkommen wurde 1958 unterzeichnet, und solche Abkommen liefen bis 1979, als die Vereinigten
Staaten nach dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan das Abkommen
aufkündigten.

Die Verteilung von "America Illustrated" und "Soviet Life" wurde auch
noch Anfang der achtziger Jahre trotz fehlender formaler Abkommen fortgesetzt.

Auch der akademische Austausch zwischen den beiden Ländern wurde

fortgeführt, wenn auch in einem erheblich verringerten Umfang.

Die amerikanischen Ausstellungen, die noch unter dem früheren Abkommen in den Jahren 1977 bis 1979 zu sehen waren, waren "Photography USA"
und "Agriculture USA".

Zu den bekannteren Gruppen, die die Sowjetunion

in diesem Zeitraum besuchten, gehörten die "Paul Taylor Dance Company",
das New Yorker Kammerorchester "Pro Arti", die "Nitty Gritty Dirt Band",
B.B. King, das Broadway-Stück "The Gin Game" und "Holiday on Ice".
Der Verhandlungsprozeß über ein neues Abkommen begann im Juli 1984,
als die Vereinigten Staaten der sowjetischen Regierung einen Entwurf vorlegten.

Im darauffolgenden Monat wurden die formellen Gespräche in Mos-

kau begonnen und dabei zwischen beiden Seiten über 60 Sitzungen abgehalten.

* * * * *

- 3-

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