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                  <text>nrofmcmon
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

6 . November 1985

44

,*

INHALT

DOKUMENTATION
Abrahamson:

Echte Durchbrüche bei SDI

HINTERSRUNDMATERIAL
Sowjets verfügen über gewaltige Offensivkapazität an chemischen
Waffen
- Bericht des US-Verteidigungsministeriums -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK

25 Jahre Laser
- In Forschung, Medizin und Technik heute unentbehrlich

* * * * *

Um Über/endunQ von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

6. November 1985

44

ABRAHAMSON:

ECHTE DURCHBRÜCHE BEI SDI

WASHINGTON - (AD) - Der Leiter der Organisation für die Strategische
Verteidigungsinitiative

(SDI), Generalleutnant James Abrahamson, hat am

30. Oktober 1985 vor dem amerikanischen Senat erklärt, bei dem Programm
seien "echte Durchbrüche" und Fortschritte erzielt worden, wie man sie
kaum erwartet habe.

Der General nahm vor dem Unterausschuß für strate-

gische und taktische Nuklearstreitkräfte des Militärausschusses des Senats zu dem SDI-Programm Stellung und wandte sich dabei gegen die vom
amerikanischen Kongreß vorgenommenen Kürzungen der von der Reagan-Administration beantragten Mittel für SDI, da dadurch das Programm nicht in dem
geplanten Umfang durchgeführt werden könne.

Die Ausführungen von Generalleutnant Abrahamson vor dem Unterausschuß
haben folgenden Wortlaut:

Herr Vorsitzender,

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 08-85432

�Herr Vorsitzender,

ich danke Ihnen für die Gelegenheit wieder vor Ihrem Ausschuß erscheinen und über die Strategische Verteidigungsinitiative sprechen zu
dürfen.

Ich betrachte das immer als Privileg, und ich werde gerne Ihre

sachlichen Fragen bezüglich SDI beantworten.

Seit ich das letztemal vor diesem Ausschuß erschienen bin, haben wir
einen echten Fortschritt wie auch Änderungen in dem Programm erlebt. Wegen der Kürzungen in den von uns beantragten Haushaltsmitteln mußten wir
einige sehr schwierige Entscheidungen bezüglich der Technologien treffen,
die näher untersucht werden müssen.

Wir können es uns angesichts dieser

Kürzungen einfach nicht mehr leisten, das umfassende, vollständige Forschungsprogramm durchzuführen, das vorgesehen war.

Auf der anderen Seite

haben wir aber auf einigen Gebieten wesentliche Durchbrüche erzielt, die
zu einer Neuorientierung einiger unserer Prioritäten geführt haben.

Ich

möchte kurz einige der Erfolge unseres Programms aufzählen und mich dann
näher den Zielen und Prioritäten zuwenden.

Im Laufe des letzten Jahres haben wir ein Programm erlebt, das mit
all den Myriaden von Problemen behaftet war, die mit dem Anfang verbunden
sind - verbunden mit den Anfechtungen, die einem Programm von so gewaltigem Ausmaß und raschem Wachstum innewohnen.

Manche Leute dachten, daß

ein solches Programm überhaupt nicht durchführbar sei, daß die finanziellen Anforderungen zu hoch seien; daß es einfach nicht möglich sei, Erhöhungen der angesetzten Mittel aufzufangen.

Vergleiche mit anderen Pro-

grammen nationaler Priorität machen solche Behauptungen zunichte.

Das

Wachstum von SDI in der angeforderten Höhe und gar in der derzeitig bewilligten Höhe ist sicherlich nicht größer als das Wachstum ähnlicher
Programme.

Darüber hinaus haben wir in diesem Jahr eine Rate der Anweisungen für
SDI aufrechterhalten, die höher liegt, als für andere Abteilungen des
Verteidigungsministeriums.

Rund 90 Prozent unseres Programms war bis En-

de des Haushaltsjahres bewilligt.

Das ist ein besonders bemerkenswerter

�besonders bemerkenswerter Erfolg, der dadurch unterstrichen wurde, daß
das Rechnungsprüfungsamt bei seiner Überprüfung und in seinen Feststellungen die Fähigkeit im Laufe dieses Jahres als positiv lobte.

Aber Zuweisungen von Mitteln sind natürlich nicht alles.

Die Raten

der Ausgaben standen in einem günstigen Vergleich zu den Forschungsausgaben anderer Abteilungen und Programme im Rahmen des Verteidigungsministeriums.

Für das am 30. September zu Ende gegangene Haushaltsjahr er-

reichten die Ausgaben für SDI etwa 43 Prozent.

Wir gehen davon aus, daß

die Ausgaben für ähnliche auf die Forschung ausgerichtete Tätigkeiten,
wie etwa des Amtes für Fortgeschrittene Verteidigungsforschungsprojekte
und das Strategische Forschungs- und Entwicklungsprogramm der Luftwaffe,
etwas niedriger liegen werden als für SDI.

Wir sind jedoch der Auffassung, daß unsere Leistung noch besser war,
als die Zahlen vermuten lassen. Während die Bewilligungen fällig werden,
wenn Kontrakte geschlossen oder Projekte genehmigt werden, kommen die
tatsächlichen Ausgaben manchmal erst Jahre später.

Das ergibt sich aus

möglichen Verzögerungen in der Rechnungstellung entweder der Subkontraktoren gegenüber dem Hauptkontraktor oder auch direkt gegenüber der Regierung; Verzögerungen in der Buchführung; Verzögerungen im Zahlungsprozeß und/oder Verzögerungen in der Gesamtabrechnung.

Wir sind daher der

Ansicht, daß die traditionellen Maßstäbe, die zwar wichtig sind, die
wirksame Nutzung der Mittel nicht deutlich genug erkennen lassen.

Infolgedessen suchen wir nach einem finanziellen Maßstab, der sich
näher an der Leistung orientiert.

Wir möchten das als "unkündbare Ver-

pflichtungen" bezeichnen, die danach definiert werden, wie die Kosten im
Laufe einer gegebenen Zeitspanne auftreten; d.h. Zahlungsverpflichtungen
für erhaltene Güter und Dienstleistungen, sonstige Anschaffungen und bewilligte Leistungen, ob sie bereits bezahlt sind oder nicht.

Wenn wir

diesen Maßstab an das abgelaufenen Haushaltsjahr anlegen, dann ergibt
sich ein sehr viel dynamischeres Bild.

Wir schätzen, daß fast 90 Prozent

unserer Mittel für unkündbare Verpflichtungen angelegt worden sind.

Ich

möchte unterstreichen, daß das tatsächlich eine außergewöhnliche Leistung
- 3 -

�außergewöhnliche Leistung bei einem Programm dieses Ausmaßes ist, und das
im ersten Jahr.

Ich möchte auch ganz schnell noch dazu sagen, daß der

Kredit keineswegs nur der Verwaltungsbehörde des Programms zugute kommt,
sondern, was noch wichtiger ist, Hunderten von Ämtern, Firmen und Einrichtungen, bei denen die Tausende von Amerikanern arbeiten, die sich dem
Erfolg der Initiative des Präsidenten verschrieben haben.

Ich möchte auch noch kurz auf einige wenige unserer bedeutsamen technischen Erfolge des vergangenen Jahres eingehen.

Wir haben einige echte

Durchbrüche und Fortschritte in Ausmaßen erlebt, die niemand erwartete.
So ist beispielsweise die Arbeit auf dem Gebiet der Richtenergie mit
Technologien des atmosphärischen Ausgleichs so weit fortgeschritten, daß
es so aussieht, daß es eine reale Möglichkeit für große, wirksame landgestützte Laser gibt.

Das hat ohne Frage wichtige Auswirkungen auf die

Uberlebensfähigkeit wie auf die Sterblichkeit - zwei der wichtigsten Kriterien unseres Programms, weil die Durchführbarkeit der Stationierung zu
Lande als ein Weg für defensive Optionen zunimmt.

Die Forschung auf dem Gebiet der Freien-Elektronen-Laser

ist weit

schneller fortgeschritten als angenommen, und es besteht die Möglichkeit,
Jahre gegenüber dem einzusparen, was man noch in diesem Frühjahr angenommen hat.

Darüber hinaus hat unser Versuch im vorigen Moant mit dem che-

mischen Wunderlaser - der Laser mit der höchsten Durchschnittskraft der
Welt - gegen eine aufgestellte Antriebsstufe der Titan-Rakete die tödliche Wirkung dieser Technologie vor Augen geführt.

In ähnlicher Weise hatten wir einige sehr ermutigende Ergebnisse auf
dem Gebiet der kinetischen Energie zu verzeichnen.

Diese Technologien

sind ausgereifter und bieten größere Möglichkeiten für frühere Optionen
bezüglich von Defensivsystemen.

Elektromagnetische Abschußeinrichtungen

oder "Schienenkanonen" könnten die Möglichkeit bieten, kleine Projektile
mit extrem hoher Geschwindigkeit abzuschießen - Projektile, die eine Antriebskraft oder einen Gefechtskopf suchen, treffen und durch Aufschlag
vernichten könnten.

Daß es möglich ist, in diesen Einrichtungen hohe

Mengen an Energie zur Geltung zu bringen, hat sich rascher erwiesen als

�erwiesen als erwartet.

Das bedeutet,daß man schwerere Projektile benut-

zen und/oder höhere Energie zur Anwendung bringen könnte.

Insgesamt sind

unsere Arbeiten auf dem Gebiet der Schienenkanone rascher fortgeschritten
als erwartet.

Auch das ist vor allem der Hingabe der Menschen zuzu-

schreiben, die auf diesem Gebiet arbeiten und solche Ergebnisse möglich
machen.

Ich möchte zwar sehr gener die Aufzählung unserer technischen Erfolge
fortsetzen, aber es genügt zusammenfassend zu sagen, daß sie so groß waren, daß sie zu einer Neuorientierung einer Anzahl von Punkten unseres
Programms geführt haben.

Auf der anderen Seite haben Haushaltskürzungen

große - und ich betone große - Revisionen unseres Programms verursacht.
Bei dem gegenwärtigen Stand der Bewilligungen wird das Programm ernstlich
beeinträchtigt, und es mußten wesentliche Änderungen vorgenommen werden.
Das Ergebnis war, daß man in dem Programm voreilige Auswahlen bestimmter
Schlüsseltechnologien vornehmen mußte.

Das wird die Risiken des Pro-

gramms beträchtlich erhöhen, die Durchführung des Programms erschweren,
die Fertigstellung

verzögern, und die Gesamtkosten steigern.

So wird

beispielsweise die Verringerung der Zahl der Kontraktoren in einem einzelnen Projekt den Wettbewerb mindern und das Ausmaß des Projekts verkleinern.

Diese Kürzungen haben das Programm auf einen Minimalstand ge-

bracht, der notwendig ist, um die gesamten Erfordernisse eines strategischen Verteidigungsprogramms zu prüfen.

Gegenüber diesem Rückstand möchte ich jetzt über die Ziele des Programms sprechen und die Prioritäten aufzeigen, wie sie derzeit definiert
worden sind, um die Erreichung dieser Ziele zu ermöglichen.

Die Gesamt-

ziele des SDI-Programms sind:

- Aufstellung eines umfassenden Forschungsund Entwicklungsprogramms, um
Schlüsseltechnologien für die Verteidigung gegen ballistische Raketen
zu entdecken;

- Schaffung der Grundlage für eine sachgerechte Entscheidung über die
technische Gesamtentwicklung Anfang der neunziger Jahre;
Aufrechterhaltung
- 5 -

�- Aufrechterhaltung der Option einer kurzfristigen Dislozierung einer
begrenzten ABM-Kapazität als Antwort auf ein sowjetisches Ausbrechen
aus dem AEM-Vertrag;

- Schwerpunkt nichtnuklearer Vernichtungsmechanismen;

- Schaffung eines Umfeldes für die Rüstungskontrolle, das einer wesentlichen Verringerung der offensiven Nuklearwaffen förderlich ist;

- Koordination von SDI mit anderen Verteidigungsprogrammen und Unterstützung anderer strategischer Verteidigungsaufgaben.

Um diese Ziele wirklich erreichen zu können, muß SDI den Portschritt
in relevanten Technologien ausweiten und beschleunigen.

Das Programm muß

die potentielle Wirksamkeit von möglichen Verteidigungssystemen

gegen

ballistische Raketen feststellen und bewerten, die mit Hilfe dieser Technologien hergestellt und disloziert werden könnten, und gleichzeitig im
Grundsatz zeigen, wie solche Optionen in der Praxis verwirklicht und aufrechterhalten werden könnten.

Dies alles muß unter Anlegung des sehr

strengen Maßstabs der Kosteneffektivität und der Uberlebensfähigkeit erreicht werden.

Und schließlich müssen all diese Anstrengungen in voller

Übereinstimmung mit allen anwendbaren vertraglichen Verpflichtungen der
Vereinigten Staaten erfolgen.

Um das erreichen zu können, habe ich Prioritäten für die Strategische
Verteidigungsinitiative

aufgestellt, wie die Mittel am besten genutzt

werden können.

Diese Prioritäten dienen meinen Direktorn wie auch für

die Tätigkeiten

in den Streitkräften und anderen Regierungsämtern als

Richtschnur für die Formulierung und Ausführung ihres Anteils an SDI, um
die Ziele unseres Programms zu erreichen.

Wir müssen eingehend einen Aufbau in mehreren Schichten und wichtige
Faktoren prüfen, die unsere technologischen Entscheidungen berühren, wie
Fragen der Uberlebensfähigkeit, Tödlichkeit, Gegenmaßnahmen, Rentabilität
und Strategie.

Es ist wesentlich, daß wir diese Fragen so gut wie mög-

�wie möglich durchdenken, damit wir den Kurs des Programms klar und deutlich abstecken können.

Obwohl die für diesen speziellen Teil der Arbeit

zur Verfügung stehenden Mittel relativ bescheiden sind, kann die Bedeutung der Ergebnisse nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Hier geht es

praktisch um alle Phasen von SDI.

Wir müssen in größtmöglichem Maße Technologien ausloten, die uns dabei dienlich
Start- und

sein

könnten,

Nachstartphase

feindliche

Interkontinentalraketen

anzugreifen.

Hierzu

in ihrer

gehören Waffen

auf

der

Grundlage kinetischer und Richtenergie; Sensoren für Frühwarnung, Ortung
und Verfolgung sowie für Kampfführung, Kommunikation, Kommando, Kontrolle
und Nachrichtendienste.

Entscheidend

ist das Reaktionspotential der Ver-

teidigungswaffen bei diesen Stadien des Fluges einer feindlichen Interkontinentalrakete.
finanziell

Denn natürlich ergäbe sich die größte Wirkung - auch

hinsichtlich

der

Verteidigungsausgaben

gesehen

- in

diesen

Phasen, also vor dem Einsatz der Gefechstköpfe einer Rakete und der dazugehörenden Durchdringungshilfen.

Die Auswertung der Daten sowie die Befehls- und Kontrolltechnologien
für die Verteidigung in Phasen oder Schichten müssen umfassend untersucht
werden.

Derzeit definieren wir die Erfordernisse

in diesem Bereich in

dem Maß, in dem sich die Ergebnisse aus den laufenden Untersuchungen herausschälen.
so

rasch

Wir brauchen überdies ComputerSysteme und Hilfssysteme, die

und

so

fehlerfrei

wie

möglich

arbeiten.

Wir

müssen

unsere

Kenntnisse hinsichtlich der Entwicklung umfangreichster, komplexer Software-Systeme
auf

der

durch

für Funktionen der Kampfführung vertiefen.

Basis der

Festlegung

Analyse der

der

Erfordernisse

entsprechenden

im

Netzstruktur

Dies geschieht

Kommunikationsbereich,
sowie Erarbeitung

und

Entwicklung der technologischen Erfordernisse, gefolgt von der Erstellung
einer Erprobungsanlage und Bewertung durch Simulation des Kommunikationssystems.

Es ist offensichtlich, daß diese Arbeiten für das Konzept einer

geschichteten
Bedeutung

Verteidigung

sind.

gegen

Interkontinentalraketen

von

Gleich, welche Ergebnisse unsere Forschung

zentraler
in anderen

Bereichen des Programms erbringt, sind eine verläßliche und unverwüstliche Datenverarbeitung

sowie Befehls- und Kontrollkapazitäten eine Vor-

bedingung.
Neben dem

�Neben dem Bereich der Start- und Nachstart-Phase ist die gründliche
Untersuchung potentieller Möglichkeiten auch in anderen Bereichen notwendig.

Forschung ist auch bei jenen Technologien von entscheidender Bedeu-

tung, die der Verteidigung während der Anflug- und Endphasen dienen.
Hierzu gehören die Alternativen einer kinetischen und Richtenergie, sowie
Forschung im Bereich der Erkennungs- und Verfolgungssensoren.

Wir alle

sind uns der Möglichkeiten einer geschichteten Verteidigung sowie des
Vorteils bewußt, die sich für den Verteidiger durch das Konzept der Vielschichtung ergibt.

Um diesen Vorteil voll auszuschöpfen, müssen wir den

künftigen Führungen unseres Landes die größtmögliche Bandbreite der Verteidigungsoptionen im Verlauf aller Stationen des Fluges einer ballistischen Rakete zur Verfügung stellen.

Der Erfolg von fast allen SDI-Elementen hängt von erheblichen Fortschritten bei den Sekundär technologien ab, die sich mit Raumtriebwerken,
Triebwerkskonditionierung, Billigkomponenten, Raumtransport und Logistik
befassen.

Wir benötigen einen raschen Fortschritt bei diesen Sekundär-

technologien und innovativen neuen Konzepten, damit verläßliche Alternativen, die im Rahmen des Programms entwickelt werden, auch tatsächlich
verwirklicht werden können.

So könnten etwa für einige der möglichen De-

fensivsysteme Energien im Raum nötig werden, wie es sie bislang noch
nicht gab.

Deshalb muß im gesamten Programm sehr genau geprüft werden,

was wir uns jeweils leisten können - etwa das Gewicht der Massen, die wir
in Erdumlaufbahn bringen.

Im Weltraum erhalten Verläßlichkeit, Verfüg-

barkeit und Haltbarkeit offensichtlich eine neue Bedeutung.

Alle Aspekte

der Logistik und der Sekundärtechnologien erfordern von Anfang an die
größte Sorgfalt, und ich habe die Verantwortlichen angewiesen, sich dieser Tatsache bei ihrer Arbeit immer wieder bewußt zu sein.

Des weiteren müssen wir beschleunigt die Anwendungsmöglichkeiten auch
bei der Drohung im Bereich der Kurzstreckenraketen untersuchen.

Unsere

Sicherheit ist unlöslich mit der unserer Verbündeten verknüpft. Wir werden uns nicht nur auf die Erforschung jener Möglichkeiten beschränken,
die gegen Interkontinentalraketen oder seegestützte ballistische Raketen
Erfolg versprechen.

Wir werden ebenso sorgfältig die Technologien prü- 8 -

�Technologien prüfen, die ein Potential gegen ballistische Raketen kürzerer Reichweite haben.

Dies stellt sicher keine erschöpfende Liste der Aktivitäten im Rahmen
der Strategischen Verteidigungsinitiative dar.
Elementen, die nicht erwähnt wurden.

Es gibt eine Vielzahl von

Damit soll in keinster Weise ihre

Wichtigkeit bzw. Bedeutung für das Programm vermindert werden.

Was ich

stattdessen versucht habe, war eine kurze Übersicht jener Elemente von
SDI, denen ich Priorität eingeräumt habe.

Dies sind die Bereiche, denen

wir angesichts begrenzter Mittel mehr Gewicht beim Erreichen der übergeordneten Zielsetzungen beimessen.

In diesem Zusammenhang möchte ich zumindest noch kurz auf das Wirkungspotential und die zivilen Nutzungsmöglichkeiten der SDI-Forschung
eingehen.

Wir glauben, daß sich hier in allen Bereichen des Programms

erhebliche Möglichkeiten auftun. Mir ist selbst sehr viel daran gelegen,
diese große Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, aus den
Forschungsergebnissen von SDI Nutzen zu ziehen und sie in allen unseren
Wirtschafts- und Gesellschaftsbereichen anzuwenden.
be ich innerhalb der SDI-Organisation

ein

Aus diesem Grund ha-

"Office of Educational and

Civil Applications" - ein Referat für Anwendungen auf dem Bildungs- und
Zivilsektor - eingerichtet.

Dessen Direktor wird unter anderem dafür zu-

ständig sein, die zivile Nutzung SDI-bezogener Technologien zu erarbeiten
und zu fördern, soweit dies mit Sicherheitsüberlegungen zu vereinbaren
ist,

und

er

soll

behilflich

sein,

wenn

es

darum

geht,

Anwendungsmöglichkeiten und Techniken zu bestimmen, die für unser Land
von wirtschaftlichem Nutzen sind.

Ich kann meine Verpflichtung zu diesem entscheidend wichtigen Programm und meine Überzeugung nicht deutlich genug ausdrücken, daß es für
unsere Nation von höchster Bedeutung ist.

Verteidigungsminister Wein-

berger hat SDI nicht umsonst die höchste Priorität im Verteidigungsministerium eingeräumt.
das Weiße Haus

Abschließend gibt es mehrere triftige Punkte, wie

festgestellt hat, die diese Bedeutung unterstreichen,

Richtung und Umfang des Programms aufzeigen und wert sind, hier wiederholt zu werden:
- Das Ziel
- 9 -

�- Das Ziel von SDI ist nicht die Erreichung einer Überlegenheit, sondern die Aufrechterhaltung des strategischen Gleichgewichts und damit
die Gewährleistung einer stabilen Abschreckung.

- Die Forschung wird einige Jahre dauern.

Wir haben die Absicht, uns

strikt an die Begrenzungen des ABM-Vertrags zu halten und werden darauf bestehen, daß die Sowjets das ebenfalls tun.

- Wir haben keine vorgefaßten Meinungen bezüglich der Verteidigungsoptionen, die die Forschung zutage bringen könnte.

Wir werden mit der

Entwicklung und Dislozierung nicht beginnen, ehe nicht die Forschung
erkennen läßt, daß die Verteidigung strengen Kriterien entspricht.

- Innerhalb des SDI-Forschungsprogramms werden wir Verteidigungssysteme
nur dann als wünschenswert betrachten, wenn sie bis zum äußersten
überlebensfähig und kosteneffektiv sind.

- Es ist noch zu früh in unserem Forschungsprogramm, um sich Gedanken
über die Art der Verteidigungssysteme - ob landgestützt oder weltraumgestützt - zu machen und darüber, mit welchen Fähigkeiten sie
ausgestattet sein werden - welche sich als möglich erweisen werden
und welche zu entwickeln und zu dislozieren wünschenswert wäre.

- Der Zweck der Verteidigungsoptionen, die wir suchen, liegt auf der
Hand:

Wir wollen Mittel und Wege finden, um angreifende Raketen zu

vernichten, ehe sie eines ihrer potentiellen Ziele erreichen können.
- Die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten bleibt
unteilbar.

Das SDI-Programm soll die Sicherheit unserer Verbündeten

ebenso stärken wie die Sicherheit der vereinigten Staaten.

Wir wer-

den weiterhin mit unseren Verbündeten eng zusammenarbeiten, um sicherzustellen, daß bei den Fortschritten unserer Forschung die Auffassungen unserer Verbündeten sorgfältig beachtet werden.

- Wenn die
- 10

�- Wenn die Forschung unsere Kriterien erfüllt und wenn wir abschließende Konsultationen mit unseren Verbündeten geführt haben, haben wir
die Absicht, uns in angemessener Weise entsprechend den Bestimmungen
des ABM-Vertrages - die solche Konsultationen vorsehen - mit den Sowjets zu konsultieren und mit ihnen darüber zu verhandeln, wie die
Abschreckung dadurch verbessert werden könnte, daß beide Seiten sich
stärker auf neue Verteidigungssysteme stützen.

Diese Zusage darf je-

doch in keiner Weise so interpretiert werden, daß wir den Sowjets ein
Veto-Recht bezüglich möglicher künftiger Verteidigungsdislozierungen
einräumen würden.

Wir haben im übrigen bereits versucht, Gespräche

über das Verhältnis zwischen offensiven und defensiven Waffen und
Stabilität bei den Genfer Verhandlungen zu führen, um die Grundlage
für solche möglichen künftigen Konsultationen zu legen.

- Wir haben die Absicht und die Hoffnung, daß für den Fall, daß sich
neue Verteidigungstechnologien als machbar erweisen sollten, wir - in
enger und ständiger Konsultation mit unseren Verbündeten - zusammen
mit den Sowjets gemeinsam einen Übergang zu einem mehr auf Verteidigung gestützten Gleichgewicht bewerkstelligen können.

- SDI stellt keine Abkehr von unserer Verpflichtung dar, vor einem
Krieg abzuschrecken und die Stabilität zu fördern.

Wir würden einen

potentiellen Aggressor abschrecken, indem wir deutlich machen, daß
wir ihm die Gewinne verwehren könnten, die er sonst möglicherweise zu
erzielen hoffen könnte, statt ihm lediglich mit Verlusten zu drohen,
die groß genug wären, daß sie diese Gewinne überwiegen würden.

- Für die absehbare Zukunft werden offensive Nuklearstreitkräfte und
die Androhung von nuklearer Vergeltung die wesentlichen Elemente der
Abschreckung bleiben.

Aus diesem Grunde müssen wir moderne, flexible und glaubwürdige strategische Nuklearstreitkräfte aufrechterhalten.

- Unser letztliches
- 11 -

�Unser letztliches Ziel ist die völlige Abschaffung aller Nuklearwaffen.

Dies

ist notwendigerweise

ein sehr langfristiges

Ziel, das

- während wir unsere SDI-Forschung verfolgen - ebenso energische Anstrengungen erfordert, die Drohung zu beseitigen, die das Ungleichgewicht der konventionellen Streitkräfte darstellt, indem wir die konventioenllen Streitkräfte verbessern und gleichzeitig über Rüstungsverminderungen und Vertrauensbildende Maßnahmen verhandeln.

Ich danke Ihnen.

* * * * *

- 12 -

�6. November 1985

44

SOWJETS VERFÜGEN ÜBER GEWALTIGE OFFENSIVKAPAZITÄT AN CHEMISCHEN
WAFFEN

- Bericht des US-Verteidigungsministeriums -

WASHINGTON - (AD) - Das amerikanische Verteidigungsministerium hat am
28. Oktober 1985 einen umfassenden Bericht veröffentlicht, aus dem hervorgeht, daß die Sowjetunion über eine gewaltige Kapazität verfügt, um
eine Offensive mit chemischen Waffen zu führen.
Aufklärungsabteilung des Ministeriums -

Der Bericht, der von der

der Defense Intelligence Agency

- zusammengestellt wurde, basiert auf einem Bericht vom Oktober 1983, der
jetzt auf den neuesten Stand gebracht wurde.

Vor der Presse teilte der Stellvertretende Unterstaatssekretär für
chemische Angelegenheiten im Verteidigungsministerium, Thomas Welch, mit,
daß das derzeitige Arsenal der Vereinigten Staaten an chemischen Waffen,
das zum großen Teil noch aus dem Zweiten Weltkrieg stamme, militärisch
fast nutzlos sei und vernichtet werden müsse.

Solange es jedoch kein

weltweites Verbot von chemischen Waffen gebe, müßten die Vereinigten
Staaten angesichts der gewaltigen sowjetischen Vorräte - vor allem entlang den Grenzen der NATO-Länder -

neue, sogenannte binäre Waffen be-

schaffen, deren Lagerung in den jeweils ungiftigen Komponenten ungefähr-

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Komponenten ungefährflich sei.

Erst bei einem etwaigen Einsatz würden

die Komponenten zusammengeführt.
Der Bericht des amerikanischen Verteidigungsministeriums hat folgenden Wortlaut:

DIE BERDROHUIÜ DURCH CHEMISCHE WAFFEN DER SOWJETS

Dies ist eine auf den neuesten Stand gebrachte Version eines Dokuments, das das Verteidigungsministerium
hat.

im Oktober 1983 veröffentlicht

Sie bringt unsere ständigen Anstrengungen zum Ausdruck, Anfragen

von Mitgliedern
Streitkräfte

des Kongresses, der

nach

Presse

nicht als Verschlußsache

und

von Angehörigen der

eingestuften

Informationen

über die Kapazität der Sowjetunion für die chemische Kriegführung zu beantworten.

Es steht außer Frage, daß die Sowjets seit langem eine Politik und
eine Doktrin verfolgen, die von der militärischen Nützlichkeit der chemischen Waffen in der Kriegführung ausgeht.
dort auch heute noch vor.

Diese Auffassung herrscht

Die Sowjets bedienen sich der einschläigen

Technologie für neue oder verbesserte chemische Waffen für die Kriegführung, mit der offensichtlichen Absicht, ihren Vorteil gegenüber dem Westen auszuweiten.

Hinsichtlich der weltweiten Entwicklung im Zusammenhang mit chemischer Kriegeführung stellen wir fest, daß in den letzten 20 Jahren Länder
außerhalb des Bereichs der NATO und des Warschauer Paktes ein starkes Interesse gezeigt haben, eine Kapazität für chemische Kriegführung zu erwerben.

Angesichts dieses Trends haben wir eine kurze Erörterung des

Einsatzes und der Weiterverbreitung chemischer Waffen aufgenommen.

gez.

James A. Williams
Generalleutnant
Direktor
WESENTLICHE

BEURTEILUNGEN

�WESENTLICHE BEURTEILUNGEN

- Obwohl die Sowjets behaupten, es ginge ihnen nur um die Verteidigung
gegen chemische Waffen, so zeigen doch Art und Umfang ihrer Tätigkeiten eine erschreckende Kapazität, offensive Operationen mit chemischen Waffen durchzuführen.

Die sowjetische Politik und Doktrin för-

dern die Notwendigkeit für diese Art von Waffen und ihren Wert in der
Kriegführung.

- Die Sowjes haben in jüngerer Zeit chemische Kampfstoffe und Toxine in
Afghanistan eingesetzt und haben solche an Stellvertreterstreitkräfte
für den Einsatz in Laos und Kambodscha geliefert, was die sowjetische
Bereitschaft zeigt, die chemische und toxische Waffen für die Kriegführung zu nutzen.

- Die Sowjets verfügen über einen weiten Bereich chemischer Kampfstoffe
und damit verbundener Träger- und Verbreitungssysteme.

Die Berech-

nungen für den offensiven Einsatz chemischer Waffen sind angestellt
worden.

- Forschung, Entwicklung und Erprobung gehen weiter.

- Die Sowjets können sehr große Mengen an chemischen Kampfstoffen herstellen.
- Die Depots in der UdSSR haben seit Ende der sechziger Jahre einen wesentlichen Ausbau der Lagerkapazität erfahren.

- Wir sind überzeugt, daß chemische Waffen zusammen mit konventionellen
Waffen in vorgeschobenen Gebieten gegenüber der NATO lagern.

- Eine große Zahl militärischer Spezialisten und militärischer Geräte
verleihen den Sowjets eine von andern unerreichte Fähigkeit, auf einem verseuchten Schlachtfeld zu überleben und zu operieren.

Alle so-

wjetischen Streitkräfte - zu Lande, zu Wasser und in der Luft - erhalten eine eingehende Ausbildung im Schutz vor chemischen Waffen.
- Alle Streitkräfte,

�- Alle Streitkräfte, die gegen sowjetische Streitkräfte kämpfen müßten,
würden ein erhebliches Risiko eingehen, daß die Sowjets chemische
Waffen einsetzen würden.

DIE GESCHICHTE

Die Aktivitäten der Sowjetunion auf dem Gebiet chemischer Waffen können bis zum Ersten Weltkrieg verfolgt werden. Von all den kriegführenden
Parteien in diesem Krieg waren die Russen wahrscheinlich am wenigsten auf
eine chemische Kriegführung vorbereitet.

Die Deutschen benutzten chemische Waffen erstmalig gegen die Russen
im Januar 1915, drei Monate, bevor diese Waffen zum erstenmal an der
Westfront eingesetzt wurden.

Die russische Industrie besaß nicht die Fä-

higkeit, wesentliche Mengen an Kampfstoffen zu produzieren, die Einsatzmittel waren primitiv

und die Ausbildung der

russischen Soldaten in

Schutzmaßnahmen gegen chemische Waffen war minimal.

Folglich erlitten

die Russen höhere Verluste und Todesopfer als irgend ein anderes Volk.
Von den schätzungsweise 500 000 Verlusten durch chemische Waffen bei den
Russen waren über 50 000 Todesfälle.

Wegen der hohen Verluste im Ersten Weltkrieg begann die sowjetische
Führung die Bedeutung der chemischen Kriegführung hervorzuheben.

Während

der zwanziger und dreißiger Jahre wurde die sowjetische Industrie modernisiert, es wurden Fabriken für die Herstellung chemischer Kampfstoffe
gebaut und Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet chemischer Waffen betrieben.

Es wurde eine Organisation für die chemische Kriegführung und

entsprechende Ausbildungsstätten aufgebaut, und bei allen Streitkräften
wurde Wert auf die Vorbereitung auf chemische Kriegführung gelegt.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges besaßen die Sowjets eine umfangreiche organisatorische Grundlage für die chemische Kriegführung und verfügten über beträchtliche Vorräte an chemischen Waffen.

Zu Ende des

Zweiten Weltkrieges eroberten die Sowjets zwei deutsche Fabrikationsstät- 4 -

�deutsche Fabrikationsstätten

für Nervengas, sowie Lager an chemischen

Kampfstoffen, und verbrachten alles in die Sowjetunion.

In den fünfziger Jahren entwickelten chemische Institute in der Sowjetunion andere Nervengas-Kampfstoffe für die Verwendung als chemische
Waffen.

Seit dem Zweiten Weltkrieg ist das sowjetische Programm für die

chemische Kriegführung unablässig fortgesetzt worden.

Historische Aspekte
- Rußland hatte im Ersten Weltkrieg Verluste durch chemische Kriegführung von fast einer halben Million Mann.

- Die ersten Ausbildungsstätten

für chemische Kriegführung wurden in

den zwanziger Jahren geschaffen.

- Ende des Zweiten Weltkrieges eroberten die Sowjets zwei Fabriken für
die Herstellung von Nervengas und verbrachten sie in die Sowjetunion.

CHEMISCHE KAMPFSTOFFE

Die sowjetische Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, gewöhnlich unter Leitung von Chemikern der Streitkräfte, ist weiterhin auf die Entdekkung neuer chemischer Kampfstoffe und Kombinationen ausgerichtet, einschließlich von Methoden, die Schutzmasken, Schutzanzüge und Filtersysteme potentieller Gegner auszuschalten.

Die Sowjets haben eine Reihe chemischer Kampfstoffe, Toxine und Kombinationen in Afghanistan eingesetzt, und ihre Stellvertreterstreitkräfte
haben das in Südostasien -

Laos und Kambodscha - getan.

Eine Gruppe von

Kampfstoffen ist im Laboratorium eindeutig identifiziert worden:
sche Substanzen - als Mykotoxine bekannt.

toxi-

Andere Kampfstoffe sind noch

nicht identifiziert worden.
Sowjetische chemische

�Sowjetische chemische Kampfstoffe

Tödliche Kampfstoffe

Nervenkampfstoffe - einschließlich Sarin, Soman und ein Kampfstoff
der V-Serie.

Hautkampfstoffe - einschließlich Senfgas, Lewisit und eine Mischung
aus beiden

Blutkampfstoffe - Hydrogenzyanid

Erstickungskampfstoffe - Phosgene

Kampfstoffe, die kampfunfähig machen

Ein nicht näher identifizierter Kampfstoff, der Bewußtlosigkeit für
eine Stunde und länger verursacht, ist nach Berichten in Afghanistan verbreitet eingesetzt worden.

Toxine

Die Forschung und Entwicklung einer Vielfalt von Toxinen hält an.

Anmerkungen
- 1. Der Schutz vor allen den oben genannten Kampfstoffen erfordert
Schutzkleidung und/oder Schutzmasken sowie eine rasche Behandlung der
Betroffenen.
- 2. Es gibt anhaltende und nicht anhaltende Kampfstoffe.

Nichtanhal-

tende Kampfstoffe werden nach dem Einsatz relativ rasch abziehen,
während anhaltende Kampfstoffe je nach Wetterverhältnissen stundenlang im Zielgebiet verbleiben, wenn sie nicht von Entgiftungstrupps
beseitigt werden.
3. Wir sind der

�- 3. Wir sind der Überzeugung, daß die Sowjets binäre Systeme für chemische Kampfstoffe untersuchen, weil eine erhebliche Verbesserung der
Sicherheit im Umgang und der Lagerung solcher Stoffe für diese Art
von Systemen typisch ist.

- 4. Diese Liste von Kampfstoffen verleiht den Sowjets die Fähigkeit,
diese Kampfstoffe zu jeder Jahreszeit gegen einen Gegner einzusetzen.

- 5. Produktion und Besitz toxischer Waffen sind durch die Konvention
über das Verbot biologischer und toxischer Waffen von 1972 verboten.

Träger- und Einsatzsysteme

Fast alle konventionellen Waffensysteme der Sowjets von Mörsern

bis

zu weitreichenden taktischen Raketen sind für chemische Munition oder Gefechtsköpfe nutzbar und stehen den Land-, Luft- und Seestreitkräften zur
Verfügung.

Die Sowjets haben die Werte für das Abfeuern chemischer Waf-

fen entwickelt.

Das schließt die Arten und Mengen von Waffen ein, die

notwendig sind, um verschiedene Ziele unter einer Vielfalt von Wetterund Kampfbedingungen anzugreifen.

Sie untersuchen und testen weiterhin

Systeme mit verbesserter Verteilung, größeren Abschußgewichten, größerer
Reichweite und größerer Treffsicherheit.

Dies bietet ihnen eine größere

Flexibilität in Auswahl der Ziele und eine größere Reichweite des Einsatzes.

Sie haben zwei Arten von chemischen Waffen für ihre taktischen Ra-

keten entwickelt - Kompaktmunition und Kleinmunition, die über dem Ziel
abgeregnet werden kann.

SOWJETISCHE TRÄGER- UND EINSATZSYSTEME
- Raketen
- Artillerie
- Minen
- Mehrfachraketenwerfer auf der Schiene und auf LKW

�auf LKW
- Jagdbomber und Kampfhubschrauber mit Bomben, Raketen und
Sprüheinr ichtungen

DIE ZIELE FÜR CHEMISCHE WAFFEN DER SOWJETS

Die Sowjets haben die Doktrinen und die Pläne für den Einsatz chemischer Waffen entwickelt, einschließlich der Zielplanung, und sowjetische
Taktiker haben die notwendigen Verfahren standardisiert.

Wenn ein sowje-

tischer Befehlshaber zu dem Schluß gelangt, eine bestimmte Gefechtslage
sei für den Einsatz chemischer Waffen geeignet, kann er Schläge gegen einige oder alle vorgesehenen Ziele führen - nachdem die höchste sowjetische Befehlsebene die Zustimmung zu dem Einsatz chemischer Waffen gegeben
hat.

Er kann unter anhaltenden oder nicht anhaltenden Kampfstoffen wie

auch unter einer Vielfalt von TrägerSystemen auswählen.

Er wird genau

wissen, welches Ausmaß der Verseuchung er dem Ziel zumuten kann.

Wenn

seine eigenen Streitkräfte verseuchte Gebiete durchqueren müßten, wird er
besonders ausgebildete Einheiten zur Verfügung haben, die für Beratung,
Aufklärung und Entseuchung ausgebildet sind.

Der Umfang und die Vielfalt

des sowjetischen Arsenals an chemischen Waffen bietet dem Befehlshaber
die Mittel, einen ganzen Bereich von Zielen anzugreifen und zu verseuchen.

Bei einem Einsatz sowjetischer Boden-Boden-Raketen würden mindestens
50 Prozent der betroffenen Soldaten ausfallen.

Der Einsatz eines anhal-

tenden Kampfstoffes, wie etwa eines V-KampfStoffes, würde es außerordentlich erschweren, von einem verseuchten Flugplatz aus Kampfeinsätze zu
fliegen, solange der Platz nicht entseucht ist.

Neben den Boden-Boden-

Raketen spielen die Jagdbomber eine wichtige Rolle für den Einsatz von
chemischen Waffen.

Ein Flugzeug vom Typ FLCGGER, das von einem Flufplatz

in der DDR aus operiert, hat einen Einsatzradius, der fast ganz Westeuropa erfaßt.

- Nukleare Trägerwaffen
- 8 -

�- Nukleare Trägerwaffen
- Flugplätze
- Marinestützpunkte und Hafenanlagen
- Befehls- und Leitstellen
- Depots
- Versorgungsrouten
- Truppenkonzentrationen
- Artillerie und Panzer
- Amphibische und Hübschrauber-Landetruppen

DIE SOWJETISCHEN AKTIVITÄTEN IM BEREICH DER ERPROBUNG, HERSTELLUNG UND
LAGERUNG CHEMISCHER WAFFEN

Seit Ende der sechziger Jahre erproben, produzieren und lagern die
Sowjets chemische Waffen.

Was wir in den letzten fünfzehn Jahren beob-

achtet haben, ist nicht das, was wir von einer Nation erwarten, die den
Status quo aufrechterhält.

Erprobung chemischer Waffen durch die Sowjets

Die Testanlage für chemische Kriegführung bei Shikhany ist eine der
größten dieser Art in der Sowjetunion.

Sie wurde Mitte der zwanziger

Jahre angelegt, und eine Reihe von Tests für chemische Waffen wurde Ende
der zwanziger und dreißiger Jahre durchgeführt.

Nachrichtendienstliche

Fotoaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg bestätigten, daß Shikhany eine
aktive Anlage für die Erprobung chemischer Waffen war.

Seit jener Zeit

ist sie erheblich vergrößert und modernisiert worden und ist auch heute
noch eine stark benutzte Testanlage für chemische Waffen.

Seit Ende der siebziger Jahre haben die Sowjets noch mehrere neue
Testanlagen für chemische Waffen bei Shikhany begonnen und der Bau wird
fortgeführt.

Die Testeinrichtungen, die zur Feststellung der Wirksamkeit

der chemischen Waffen verwendet werden, sind gitterförmig ausgelegt, die
- 9 -

�ausgelegt, die Gitter haben Ring- oder Rechteckform haben.

Diese ver-

schiedenen Gitter messen die Konzentration des Kampfstoffs und die Art
und Weise seiner Verteilung.

Anlage, Form und Umfang dieser Gitter hän-

gen von der Art der Waffe (Bombe, Artillerie, Rakete etc.) und vom Typ
des erprobten Kampfstoffs ab.

Eines der neuen Gitter hat ringförmige Gestalt.

Es wird benützt, um

die Wirksamkeit einer Munition bei der Verteilung der Konzentrationen eines chemischen Kampfstoffes zu untersuchen.

Die rechteckige Gitterstruktur ist ebenfalls ein Beispiel für die Erprobung von chemischen Waffen bei Shikhany.

Die Aufschlagkrater wurden

durch die Explosion chemischer Waffen hervorgerufen.

Die Proben werden

im Fallwind zur Zündung gebracht, um die Konzentration des freiwerdenden
Kampfstoffs zu messen.

Alle Tests dieser Art werden bei vorher festge-

legten Wind- und Temperaturbedingungen durchgeführt und noch immer fortgesetzt.

Auf dem Testgelä'nde von Shikhany befinden sich auch die Anlagen

für Forschung, Entwicklung und Produktion.

Die Herstellung von chemischen Kampfstoffen

Ende des Zweiten Weltkriegs erbeuteten die Sowjets von den Deutschen
große Mengen chemischer Kampfstoffe, desgleichen die Technologie und die
Anlagen, um die Nervengase Tabun und Sarin herzustellen; außerdem die
deutschen Pläne zur Herstellung von Sorten. Zwei deutsche Anlagen für die
Herstellung von Nervengas wurden abgebaut und in die Sowjetunion verbracht, wo sie wieder errichtet wurden.

Die Sowjets haben, gegründet auf

diese frühen Modelle, andere Produktionsanlagen entwickelt und an verschiedenen Orten innerhalb der Sowjetunion Anlagen zur Herstellung von
Kampfstoffen errichtet.

Angesichts der hohen Priorität, die der Möglichkeit der Herstellung
chemischer Kampfstoffe in der Sowjetunion beigemessen wird, hat die umfangreiche moderne chemische Industrie des Landes die Möglichkeit, chemi- 10 -

�Möglichkeit, chemische Kampfstoffe in einem Umfang herzustellen, der zur
Deckung der militärischen Bedürfnisse ausreicht.

Seit Ende der zwanziger

Jahre hat die Industrie ein Programm zur Herstellung dieser Kampfstoffe
und ist heute in der Lage, eine ganze Reihe chemischer Kampfstoffe - wie
Hautreizungen und Erstickungsanfälle hervorrufende Gase sowie Blut- und
Nervengase - zu liefern.

Es gibt in der Sowjetunion Forschungsinstitute, die dabei sind, die
theoretischen Grundlagen für die Herstellung von chemischen Kampfstoffen
von noch stärkerer Töflichkeit zu erarbeiten und die Anlagen und Einrichtungen zu entwerfen, die für deren Herstellung notwendig sind.

Die sowjetischen Depots für chemische Waffen

Die

während

der

letzten

fünf

Jahrzehnte

produzierten

chemischen

Kampfstoffe werden in einem Netz militärischer Depots gelagert, das die
Sowjetunion überzieht.

Diese Depots enthalten Kampfstoffe in Container-

reihen, chemische Kampfmunition, Gasmasken, Schutzanzüge, Dekontaminationslösungen

und -fahrzeuge.

Diese Depots unterstützen

die chemischen

Kampftruppen und unterstehen dem Hauptquartier der chemischen Kampftruppen der Sowjetunion beim Verteidigungsministerium.

Die großen sowjetischen Depots für chemische Kriegführung sind hochgesicherte militärische Anlagen.

Viele Depots haben ein Schienennetz,

das eine rasche Mobilisierung der chemischen Kampfstoffe ermöglicht.

Seit Ende der sechziger hat der Umfang an Kampfstoffen, Waffen und
Material, die in diesen Depots eingelagert sind, erheblich zugenommen
- und dies geht so weiter.

DIE

- 11 -

ORGANISATION

�DIE ORGANISATION DER CHEMISCHEN KRIEGFÜHRUNG DER SOWJETUNION

Zu den laufenden Aktivitäten im Bereich chemischer Waffen gehört eine
große, gutausgebildete Organisation für chemische Kriegführung, die vom
Hauptquartier der Truppen für die chemische Kriegführung
gungsministerium geleitet wird.

im Verteidi-

Dieser Organisation steht ein Drei-Ster-

ne-General vor und sie besteht aus mehr als 45 000 Offizieren und Mannschaftsdienstgraden allein bei den Landstreitkräften.
eine Verdopplung möglich.

Im Krisenfall ist

Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:

- technische Beratung der Frontkommandeure hinsichtlich chemischer Waffen und der Folgen ihres Einsatzes;

- Forschungs- und Entwicklungsprogramme für Waffen und Schutzmaßnahmen;

- Herstellung und Lagerung chemischer Waffen sowie Erprobung und Bewertung von Schutzmaterialien;

- Ausbildung aller Streitkräfte hinsichtlich des Einsatzes chemischer
Waffen sowie des Überlebens auf einem verseuchten Gefechtsfeld;
- Entseuchung und Aufklärung;
- Leitung der Hochschulen für chemische Kriegführung.

Zu dieser Spezialistentruppe gehören etwa 30 000 Spezialfahrzeuge für
Dekontamination

und

Aufklärung; zudem wurden mehr

als

200 Lehr- und

Übungsgebiete erarbeitet, um alle Teilstreitkräfte darüber zu unterrichten, wie sie sich im Kampf schützen und nach einem Kampf, bei dem chemische Waffen eingesetzt wurden, wieder entseuchen können.

Bei dieser Aus-

bildung werden echte chemische Kampfstoffe eingesetzt.

Außerdem haben

die Sowjets Schutzfiltersysteme in vielen Kampf- und Kampfunterstützungsfahrzeugen und -schiffen installiert.

Noch

- 12 -

immer

�Noch immer werden neue chemische Kampfstoffe und Waffensysteme, Gegenmittel gegen Vergiftungserscheinungen, neue Schutzanzüge und Gasmasken, Dekontaminationslösungen und neue Fahrzeuge mit FilterSystemen entwickelt, erprobt und ausgewertet.

Ein besonderes Problem von Schutzausrüstungen - auch bei sowjetischen
Modellen - stellt das Gewicht bei längerem Tragen, insbesondere bei höheren Temperaturen, dar.

Die Ausrüstung ist unförmig und unbequem.

Wird

sie bei heißem Wetter über längere Zeit hinweg getragen, erschöpft der
Soldat relativ rasch und seine Kampftüchtigkeit läßt nach.
Fällen kommt es dabei zu Hitzschlag.

In manchen

Demzufolge haben die Sowjets Normen

für die gewünschte Maximaldauer erarbeitet, während der Schutzanzüge bei
den verschiedenen Temperaturen getragen werden können.

Das sowjetische Konzept, einen begonnenen Angriff auch in Schwung zu
halten, setzt die Fähigkeit voraus, Kampfpanzer so rasch wie möglich zu
entseuchen und sie wieder in den Kampf zu schicken.

Dieser Erfordernis

dient ein Düsenaggregat zur Dekontamination, das TMS-65.

Es besteht aus

den Düsen eines Flugzeugmotors, die auf das Chassis eines URAL-375-Lastwagens montiert sind und Entseuchungs-Lösung versprüht.

Die heißen Aus-

puffgase der Düse werden dabei auf die verseuchten Fahrzeuge gerichtet.
Dabei kann abwechselnd Wasser oder eine Entseuchungslösung beigemischt
werden.

Die TMS-65 wird

normalerweise paarweise eingesetzt, je eine

steht auf jeder Straßenseite.

So kann ein durchfahrendes Fahrzeug in we-

niger als einer Minute dekontaminiert werden.
Zweck noch die ARS-14

Daneben gibt es für diesen

(Ausrüstungs- und Bodendekontamination); AGV/DDA

(Mannschafts- und Bekleidungsdekontamination)• sowie die DK zur Teildekontamination von Kampfgruppen.

VERBREITUNG UND VERWENDUNGSMÖGLICHKEITEN

Die Sowjetunion stellt hinsichtlich chemischer Waffen die Hauptbedrohung der Vereinigten Staaten dar.

Dennoch:

Chemische Waffen gelangen

auch in Staaten außerhalb von NATO und Warschauer Pakt.
- 13 -

Die amerikani-

�die amerikanischen Streitkräfte könnten sich auch in einer ganzen Reihe
anderer Länder dem Problem chemischer Waffen ausgesetzt sehen.

Chemische Waffen wurden während des ägyptisch-jemenitischen Krieges
in den sechziger Jahren eingesetzt sowie in Südostasien und Afghanistan
seit Mitte der siebziger Jahre - und des weiteren Anfang der achtziger
Jahre.

Beim äthiopisch-eritreischen Konflikt sowie während des kurzen

Krieges zwischen der Volksrepublik China und Kbrdvietnam sollen gleichfalls chemische Waffen eingesetzt worden sein.

Den jüngsten Einsatz che-

mischer Waffen gab es im Krieg zwischen Iran und Irak.

Es zeigt sich, daß der Einsatz dieser Waffen durch bestimmte Staaten
auch in anderen Ländern das Interesse an ihrem Erwerb wachruft.

Die ei-

nen versuchen, Lieferanten zu finden, die anderen bemühen sich darum, die
Technologie und die Materialien zu beschaffen, die zur unabhängigen Herstellung chemischer Waffen im eigenen Land notwendig sind.

Keines dieser

Länder ist in der Lage, derzeit Tausende von Tonnen chemischer Kampfstoffe herzustellen.

Im Lauf der Zeit sowie mit zunehmendem Wissen und ver-

besserten Produktionsanlagen kann jedoch die Herstellung größerer Mengen
dieser Kampfstoffe und die Entwicklung der notwendigen Trägerwaffen möglich werden.

Es gibt mittlerweile elf Staaten außerhalb von NATO/Warschauer Pakt,
die in ihren Arsenalen chemische Waffen haben; zwei weitere bemühen sich
um die Beschaffung.

Heute verfügen mehr Länder denn je über die Kapazi-

tät für chemische Waffen.

Unsere Streitkräfte, wie auch die unserer Verbündeten, müssen sich
der Tatsache der Beschaffung chemischer Waffen durch solche Staaten bewußt sein.

Sowohl die Streitkräfte als auch die Sicherheitskräfte müssen

wachsam gegenüber einem möglichen Einsatz dieser Waffen durch terroristische Gruppen und Geheimtruppen sein.

* * * * *

- 14 -

�1mE IK

Uliz/cn/chofl
miö Technik

1J

I DlEl ü
*

United States Information Service
Embassy of the United States of America

44

6. Novenber 1985

25 JAHRE: LASIER
- In Forschung, Medizin und Technik heute unentbehrlich -

- (AD) - Ein Viertel Jahrhundert ist es her, daß der amerikanische
Physiker Theodore H. Maiman, ein Mitarbeiter der Firma Hughes Aircraft
Corporation (Kalifornien), das Laser-Prinzip zum ersten Mal demonstrierte.

Inzwischen sind Laser-Systeme ;:u einem wichtigen und äußerst viel-

seitigen "Instrument" in verschiedenen Bereichen der Forschung, vor allem
aber in der Medizin sowie in Industrie und Technik geworden.

Laser ist die Abkürzung von "Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation", d.h. "Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von
Strahlung".

Sie wird in Gang gesetzt, wenn die Atome eines Gases oder

festen Körpers durch eine äußere Energiequelle so stark zum Schwingen gebracht werden, daß sie winzige "Lichtpakete" (Photonen) abgeben.

Geraten

diese Photonen zwischen zwei Spiegel und werden ständig hin und her reflektiert, baut sich in einer Art Kettenreaktion ein intensiver, überaus
energiereicher Strahl von monochromatischem Licht auf.

Das ist Licht nur

einer einzigen Wellenlänge, also von "reiner Farbe".

Es bleibt eng ge-

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�eng gebündelt, während sich gewohnliches, aus den verschiedensten Wellenlängen (Spektralfarben) zusammengesetztes Licht rund um die Quelle ausbreitet.

Eine solche Streuung von Licht und damit von Energie gibt es beim Laserstrahl nicht.

Schon mit einer einfachen Linse läßt sich das Licht ei-

nes gewöhnlichen Ein-Watt-Lasers punktförmig so gut bündeln, daß seine
Energie 100 Millionen Watt pro Quadratzentimeter entspricht.

Von einer

Linse gebündelt reicht die Energie des Laserstrahls aus, um jede Art von
Substanz zu schmelzen oder zu zerschneiden.

Über 103 Firmen in aller Welt stellen heutzutage Laser her.

Viele

Hunderte mehr bauen Teile dazu und Systeme, die mit Laser arbeiten.

Vor

kurzem berichtete Anthony DeMaria vom "United Technologies-Forschungszentrum" auf einem Symposium über Laser-Anwendung, daß der Absatz von kommerziellen und militärischen Systemen im Jahr 1984

4,4 Milliarden Dol-

lar erreichte und die Laser-Produktion mehr als 400 Millionen Dollar einbrachte.

Aufwendungen für herkömmliche Laser-Instrumente zu Forschungs-

zwecken in der Waffentechnik und zur Kernfusion seien dabei nicht berücksichtigt.

''Der Markt hatte im vergangenen Jahr die überraschende Wach-

stumsrate von 29 Prozent", sagte DeMaria.

Davon könnten manche Branchen

der Hochtechnologie-Industrie nur träumen.

"Auf dem kommerziellen Sektor

lag das Wachstum sogar bei 44 Prozent".
Die Laser-Technologie gab der Forschung enorme Impulse und beginnt
sich nunmehr auch auf die Industrie auszuwirken.
"Sjperinstrument" der achtziger Jahre.
Messung von Geraden.

Der Laser wurde zum

Geodäten benutzen ihn zur exa&lt;ten

In der Industrie wird er verwendet, um winzige 3oh-

rungen mit höchster Präzision auszuführen.

Nachrichtentechniker übermit-

teln auf Laserstrahlen Informationen über große Entfernungen.

Und Wis-

senschaftler arbeiten mit Laser, um im Zusammenhang mit der Erforscnung
von Krebs und der biologischen Wirkung von Medikamenten und Toxinen Einzelzellen rasch sortieren und analysieren zu können.
permarkt hat Laser schon Eingang gefunden:

Selbst in den Su-

An der Kasse werden die Prei-

se auf den Packungen mit einem Lichttastgerät "gelesen".
Als besonders

�Als besonders vielseitig und segensreich erweist sich die Anwendungn
von Laserstrahlen in der Medizin.

"Jeder gut ausgebildete Neurochirurg

beherrscht heute auch die Lasertechnik", sagt Dr. David Apfelberg, der
Direktor des Laser-Zentrums der "Palo Alto Medical Foundation" (Kalifornien).

"Man benutzt Laser z.B. in der plastischen Chirurgie, zur Behand-

lung bestimmter Leiden im Bereich von Hals, Nase und Ohren, in der Urologie und Gastroenterologie, neuerdings auch in der Gynäkologie."

Dr.

Rodney Perkins (California Ear Institute) berichtete, daß z.B. großflächige rote Flecke (Feuermale), die das Gesicht entstellen und bisher
praktisch nicht behandelt werden konnten, mit Laserstrahlen "gebleicht"
werden.

Die zahllosen winzigen Blutgefäße, durch die die Rotfärbung ent-

steht, absorbieren bei fachgerechter Behandlung das Laserlicht und werden
so verödet.

Mit dem blaugrünen Lichtstrahl des Argon-Lasers lassen sich

durch die Pupille hindurch und ohne jegliche Schädigung des Durchgangsgewebes

winzige

Blutgefäße

versiegeln, die

unter

der Netzhaut bluten.

Schon vielen Patienten wurde so die Sehkraft erhalten.

Ebenso ist es mit

Laserstrahlen möglich, Risse in der Netzhaut zu verschweißen oder eine
Ablösung der Netzhaut zu verhindern.

Operationen zur Entfernung von Gehirntumoren werden schon seit einiger Zeit mit Laser durchgeführt.

Die eng begrenzt wirksame Hitze des La-

serstrahls löse die Tumorzellen auf, erklärte Perkins. Gleichzeitig komme es zur Koagulation, so daß es nur geringe oder gar keine Blutung gebe.

"Der Laser ist ein sehr effektives Instrument für schwer zugängliche

Regionen, noch dazu wenn diese von empfindlichem Gewebe umgeben sind, das
man nicht ziehen oder dehnen möchte."

Dem Kardiologen Robert Ginsburg von der Stanford-Universität gelang
im Jahr 1983 mittels Laser zum ersten Mal die Auflösung von Ablagerungen
in Beinarterien.

Auch wurden Laserstrahlen schon eingesetzt, um in be-

stimmten Fällen von Herzmißbildungen bei Säuglingen
erforderlichen Blutgefäßanschlüsse zu schaffen.

Öffnungen für die

In zwölf amerikanischen

Zentren werden derzeit abstimmbare Farblaser in Verbindung mit einem Hämatoporohyrin-Derivat

(HPD) zum Abtöten von Krebszellen

erprobt.

HPD

wird nämlich nur von Krebszellen, aber nicht von gesunden Zellen absor-

�Zellen absorbiert.

So lassen sich die Krebszellen mit dem Farbstoff mar-

kieren und gleichzeitig für die gezielte Zerstörung durch das Laserlicht
sensibilisieren.
sen-, Lungen

Die bisherigen Resultate bei der Bekämpfung von Bla-

und Hautkrebs sind ermutigend.

Beiläufig erwähnte Perkins,

daß dort, wo chirurgische Eingriffe mit Lasertechnik möglich sind, diese
Verfahren kostengünstiger als bei der Anwendung herkömmlicher Methoden
seien und leichter ambulant durchgeführt werden könnten.
Die Industrie nutzt die Lasertechnik schon seit langem.

Mit Hilfe

des Laserstrahls durchtrennt oder schweißt man empfindliche mikroelektronische Schaltkreise genau so wie schwere Metallteile.

Laserlicht kann

die Oberfläche eines Werkstücks aus Metall so rasch aufschmelzen oder
härten, daß ein nur durch eine dünne Schicht getrenntes zweites Metallblech kalt und unbeschädigt bleibt.
Vom Laser erhofft man sich eines Tages auch billigere und leistungsfähigere Nachrichtenverbindungen. Im Prinzip könnten alle Rundfunk- und
Fernsehsendungen sowie alle Telefongespräche der Welt über einen Lichtstrahl laufen, ohne daß es zu gegenseitigen Störungen käme. Als Trägermedium für diese Lichtstrahlen würden äußerst dünne Glasfasern benutzt.
Experten sind sogar der Meinung, daß Glasfaserkabel, bis Ende der achtziger Jahre am Grund des Atlantik und Pazifik verlegt, den Nachrichtensatelliten erhebliche Konkurrenz machen werden.

* * * *

- 4-

*

�</text>
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