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                  <text>nrormoiion
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

43

30. Oktober 1985

I N H A L T

HINTERGRUNDMATERIAL

Die Reagan-Initiative zur Beilegung regionaler Kriege
- Dokumentation des Weißen Hauses Regionale Konflikte und die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen
- Dokumentation des Weißen Hauses -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK

SPACELAB-Flug "D-l" unter deutscher Regie
- Raumfähre CHALLENGER startet zu siebentägiger Mission

Drogenbekämpfung - ein Schlüsselproblem
- "First-Lady"-Konferenz anläßlich des UN-Jubiläums -

* * * * *

Um Über/endung uon
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�30. Oktober 1985

43

DIE REAGAN-INITIATIVE ZUR BEILEGUNG REGIONALER KRIEGE
- Dokumentation des Weißen Hauses -

WASHINGTON - (AD) - Das Weiße Haus hat am 24. Oktober 1985 im Zusammenhang mit der Rede von Präsident Reagan vor der Vollversammlung der
Vereinten Nationen eine Dokumentation über die darin enthaltene große
Initiative zur Beilegung regionaler Kriege veröffentlicht:

In seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen am 24.
Oktober hat Präsident Reagan einen Überblick über die Tätigkeit der Vereinten Nationen während der letzten 40 Jahre gegeben, seine Erwartungen
für das Treffen mit Generalsekretär Gorbatschow im nächsten Monat angesprochen und eine große Initiative für die Beilegung regionaler Kriege
angekündigt, die die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen in den letzten
zehn Jahren verschlechtert haben.

Ein Rückblick:

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Ein Rückblick:

Das Geschehen der letzten AO Jahre

Der Präsident hat sowohl die Leistungen als auch die Fehlschläge der
Vereinten Nationen aufgezeigt und betont, daß ihre Verbesserung in der
Zukunft eine neuerliche Verpflichtung zu den Ideen der Charta erfordere eine Verpflichtung

zu Menschenrechten und Freiheit als Eckpfeiler des

Friedens.

- Die Charta der Vereinten Nationen bewegt noch immer die Herzen der
Menschen - aber sie fordert Realismus.

- Die Anwendung von Gewalt, um Macht zu gewinnen, auszuüben und zu erhalten ist noch immer weit verbreitet.

Wenn die Ziele der Vereinten

Nationen erreicht werden sollen, dann muß die Freiheit geschützt werden:

freie Völker greifen ihre Nachbarn nicht an.

- Wir erkennen die Erfolge der Vereinten Nationen - von Korea bis zur
Arbeit des Flüchtlings-Hochkommissars und UNICEF - an, aber nicht ihre Fehlschläge - angefangen damit, daß es nicht gelungen ist, echte
Sicherheitsfragen zu lösen, bis zu der unglücklichen Resolution über
die Gleichsetzung von Zionismus und Rassismus.

- Die Vereinigten Staaten sind stolz auf ihren Beitrag zum Frieden
durch Bündnisse, die uns und unsere Freunde vor Aggression schützen
- durch friedensstiftende Bemühungen im Nahen Osten und anderswo.
- "Aber heute ist es wichtiger, zu Ihnen darüber zu sprechen, was mein
Land in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts zu tun vorschlägt, um
eine sicherere, friedlichere und zivilisiertere Welt zu erreichen."

Die friedliche Behandlung der amerikanisch-sowjetischen Differenzen:
Ein Neubeginn

Der Präsident erklärte, "Der einzige Weg, um Differenzen beizulegen,

- 2 -

�Differenzen beizulegen, ist, sie zu verstehen."

Es müssen offene und um-

fassende Gespräche geführt werden, um einen "Neubeginn" in den Beziehungen zu erreichen.

Er kündigte eine Erörterung der Einhaltung bestehender

Verträge an, begrüßte aber auch die neuen sowjetischen Vorschläge über
Rüstungsverminderungen.

- Wir sprechen die Dinge in aller Offenheit an:

Die Differenzen zwi-

schen den Vereinigten STaaten und der Sowjetunion sind tiefgreifend
und anhaltend.
- Wir begrüßen den friedlichen Wettstreit der Ideen, aber wir können
Gewalt und Subversion nicht als Mittel der Ausbreitung des Totalitarismus akzeptieren.
"Wenn Gorbatschow und ich im kommenden Monat in Genf zusammentreffen,
dann erwarte ich einen Neubeginn im Verhältnis unserer beiden Nationen',
erklärte der Präsident.

- In Nuklearfragen werden wir über sowjetische Verletzungen bestehender
Abkommen sprechen, aber auch über die jüngsten sowjetischen Vorschläge für Rüstungsverringerungen.

Hier hofft der Präsident, einen Pro-

zeß des Gebens und Nehmens in Gang zu bringen.

- Die Vereinigten Staaten wollen mit den Sowjets über das lebenswichtige Verhältnis zwischen offensiven und defensiven Systemen sprechen,
einschließlich der Möglichkeit der Schaffung einer stabilen und sicheren Welt, in der die Verteidigung eine wachsende Rolle spielt.
Die Sowjetunion wird dadurch nicht bedroht.

Die Suche nach wahrem Frieden
Wir wissen, was Frieden ist und was nicht.

Noch vor Genf wird der

Präsident Vorschläge unterbreiten, um Hindernisse für einen freien Kontakt unter Gesellschaften zu überwinden.
- Wahrer Frieden

�- Wahrer Frieden kann nicht auf Unterdrückung ruhen: Das Volk muß seine eigene Regierung kontrollieren.
- Der Frieden kann nicht auf Behinderung der Kommunikation ruhen:

Die

Vereinigten Staaten streben freiere Kontakte von Volk zu Volk an und
werden vor dem Genfer Gipfel wichtige neue Vorschläge unterbreiten,
um diesem Ziel näher zu kommen.
- Der Frieden kann nicht auf gegenseitiger Angst ruhen:

Die Welt

braucht ein Gleichgewicht der Sicherheit und nicht ein Gleichgewicht
des Schreckens.
I
- Und der Frieden kann nicht darauf ruhen, daß man sich von Schwierigkeiten abwendet:

In einem Land findet derzeit einer der tragischsten

Kriege statt.

Die Initiative des Präsidenten zur Lösung regionaler Konflikte:
Ein zentrales Thema in Genf
Das Kernstück der Rede des Präsidenten ist eine Initiative zur Beilegung einer Reihe von Konflikten in der Dritten Welt. Bei allen ist eine
wesentliche, anhaltende - und in einigen Fällen sogar wachsende - Beteiligung der Sowjetunion zu verzeichnen, und sie haben viel dazu beigetragen, um das amerikanisch-sowjetische Verhältnis unter drei Administrationen zu verschlechtern. Der Plan des Präsidenten sieht Fortschritte auf
drei Ebenen vor.
•

1. Verhandlungen der kriegführenden Parteien unter sich;
2.

amerikanisch-sowjetische Verhandlungen; und

3. wirtschaftlicher Wiederaufbau.
- Wir wollen wahren Frieden, so betonte der Präsident, und die Initiative der Vereinigten Staaten will die Konfliktsituation in fünf wichtigen Ländern in Asien, Afrika und Mittelamerika durchbrechen.
- In Afghanistan,
- 4 -

�- In Afghanistan, Kamobdscha, Äthiopien, Angola und Nicaragua sehen wir
gemeinsame Charakteristika:

Regierungen

führen - mit Unterstützung

durch Waffen, Berater und meist auch Truppen von außen - Krieg gegen
ihr eigenes Volk.

Daraus entsteht Krieg gegen die Nachbarn.

- Die sowjetische Rolle in diesen Kriegen hat viel zur Verschlechterung
der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen beigetragen.

Das ist ein

Grund mehr, uns diesen Dingen heute ernsthaft zuzuwenden.

- Im vorigen Jahr hat der Präsident in der Vollversammlung der Vereinten Nationen Gespräche mit der Sowjetunion über regionale Konflikte
vorgeschlagen.

Solche Gespräche haben stattgefunden, aber wir müssen

mehr tun als nur reden, um diese Probleme zu lösen.

- Der Präsident hat einen regionalen Friedensprozeß vorgeschlagen, der
Fortschritte auf drei Ebenen anstrebt:
-1. Der realistische Ausgangspunkt müssen Verhandlungen unter den kriegführenden Parteien eines jeden Konflikts sein.

Verhandlungen - und

eine Verbesserung der politischen Verhältnisse im Innern - sind wesentlich, wenn es zu einer Beending der Gewalt, einem Abzug ausländischer Truppen und nationaler Versöhnung kommen soll.

2. Wenn diese Verhandlungen echte Fortschritte machen, könnten amerikanisch-sowjetische Gespräche stattfinden.

Dabei würde es sich nicht

um Friedensverhandlungen im eigentlichen Sinne handeln, sondern man
würde Mittel und Wege sondieren, wie man Abkommen der kriegführenden
Parteien unterstützen und festigen könne.

Die Hauptaufgabe ist der

Abzug der ausländischen Truppen und die Unterbindung der Waffenzufuhr
von außen.

3. Wenn diese Schritte erfolgreich sind, dann können wir dazu beitragen,
die Wiedereingliederung dieser Länder in die Weltwirtschaft zu vollziehen.

Die Vereinigten Staaten würden sich dabei großzügig ver-

halten.
-

Ohne

einen

�- Ohne einen solchen Fortschritt wird die Unterstützung Amerikas für
demokratische Widerstandsgrupen nicht aufhören und darf auch nicht
aufhören.

- Dieser Plan ist kühn.

Er ist realistisch.

Gang befindliche Friedensbemühungen.

Er ist kein Ersatz für in

Dies hat der Präsident betont.

Er versucht nicht, alle Konflikte überall in der Welt einzubeziehen,
sondern nur diejenigen, die in dieses Muster passen.

Natürlich wird

man anderen Konflikten auf eine andere Weise beizukommen versuchen
müssen.

- Die Sowjetunion hat hier eine außerordentliche Chance, auf eine Weise
zum Frieden beizutragen, die den Dialog auf anderen Gebieten fördern
kann.

Blick in die Zukunft: Ein sicherer Weg in das 21. Jahrhundert

Unter Hinweis auf die Rettungsanstrengungen

nach der Erdbebenkata-

strophe hob der Präsident die Bereitschaft des amerikanischen Volkes hervor, anderen Völkern bei der Erleichterung ihrer Probleme zu helfen.

Es

sei die höchste Pflicht, anderen zu helfen, ein Leben in Freiheit und
Menschenwürde zu leben.

- Die Zukunftsaussichten liegen nicht in militärischen Maßnahmen, ja
nicht einmal in der Rüstungskontrolle, sondern in der Ausweitung der
Freiheit des einzelnen und der Menschenrechte.

- Freiheit ist der Schlüssel zu wirtschaftlicher Dynamik aber auch zum
Frieden.
- In Genf bietet das erste Treffen der höchsten Repräsentanten der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion seit über sechs Jahren die Gelegenheit, unsere Differenzen einzuengen.
- 6 -

Es ist an

�- Es ist an der Zeit, nicht nur über eine bessere Welt zu reden, sondern etwas für sie zu tun.

- Der weltoffene Geist Amerikas regt uns dazu an, anderen zu helfen,
sei es bei Katastrophen und Hungersnöten, sei es bei der Suche nach
Frieden.

- Es gibt für uns kein höheres Ziel, als in einer unruhigen Welt das
Leben zu erhalten und zu schützen.

Darum geht es jetzt.

Es gibt für

uns als Menschen keine höhere Pflicht und kein größeres Anliegen.
Wir sind hier auf Erden, so schloß der Präsident, um unser Leben zu
leben und die Freiheit zu erhalten, um es in Würde leben zu können.

- 7 -

�30. Oktober 1985

43

REGIONALE KONFLIKTE UND DIE AMERIKANISCH-SOWJETISCHEN BEZIEHUNGEN
- Dokumentation des Weißen Hauses -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan hat in seiner Rede vor den Vereinten

Nationen

am 24. Oktober 1985 einen dreistufigen

Friedensprozeß

vorgeschlagen, um die in Afghanistan, Kambodscha, Nicaragua, Angola und
Äthiopien noch immer herrschenden kriegerischen Auseinandersetzungen beizulegen.

Die zu diesem Thema vom Weißen Haus herausgegebene Dokumentation hat
folgenden Wortlaut:

Die Initiative des Präsidenten zum Problem regionaler Konflikte

Hintergrund:

Folge des sowjetischen Interventionismus der siebziger

Jahre war eine Reihe repressiver Regime, die versuchten, durch militärische Gewalt den Ländern ihre Ideologien aufzuzwingen und die durch so-

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�durch sowjetische Militärhilfe an der Macht gehalten wurden.

Die Politik dieser Regime brachte in den Ländern selbst eine Opposition hervor, die den Versuch unternahm, eine Liberalisierung herbeizuführen oder das jeweilige Regime zu stürzen.

Daraus ergaben sich Konflikte,

die einen hohen Blutzoll fordern, die über Grenzen hinweg ausufern und
die dazu führen, daß sich militärische Kräfte von außen einmischen.

Der

Präsident hat keinen Zweifel daran gelassen, daß unsere Sympathien jenen
gelten, die sich dem sowjetischen Expansionismus widersetzen, die für die
Freiheit kämpfen und die echte Selbstbestimmung anstreben.

Wenn diese

Probleme nicht durch Verhandlungen und durch sowjetische Zurückhaltung
gelöst werden können, werden sie sich nur verschlimmern.

Der Präsident

hofft, daß seine Vorschläge die Möglichkeit bieten, auf politische, nicht
aber militärische, Lösungen dieser Probleme hinzuarbeiten.

Die Lage:

In seiner Rede vor der Vollversammlung schlug der Präsi-

dent einen dreistufigen Friedensprozeß vor, um die kriegerischen Auseinandersetzungen, die noch immer in Afghanistan, Kambodscha, Nicaragua, Angola und Äthiopien wüten, in den Griff zu bekommen, da die sowjetische
Verstrickung in diesen Ländern auch zu der Verschlechterung der amerikanisch-sowjetischen

Beziehungen

in den siebziger

Jahren geführt hatte.

Die Initiative stellt einen umfassenden Rahmen dar, der die Aussichten
auf Frieden in diesen Ländern verbessern soll.

Er ergänzt regionale und

andere internationale Bemühungen um eine dauerhafte politische Lösung.
Fortschritt in diesem Bereich kann zudem zu einer Verbesserung der allgemeinen Ost-West-Beziehungen beitragen.

1. Die erste Stufe fordert Verhandlungen zwischen den sich bekriegenden Parteien.

Die Gespräche können dabei im jeweiligen Fall unterschied-

liche Gestalt annehmen, aber Verhandlungen und die Verbesserung der internen politischen Bedingungen sind von entscheidender Voraussetzung dafür, ein Ende der Gewalt und echte nationale Aussöhnung herbeizuführen.

2. Ist es in diesen Bereichen erst einmal zu echtem Fortschritt gekommen, so könnten die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion separate
- 2-

�Sowjetunion

separate

Gespräche

abhalten.

Dies

wären

keine

formellen

Friedensverhandlungen, sondern würden ausloten, wie diese beiden Regierungen regionale und andere internationale Friedensbemühungen unterstützen könnten.

In einigen Fällen - wie etwa Afghanistan oder Kambodscha

- könnten die Vereinigten Staaten und die UdSSR Garantien für Abkommen
anbieten, die bereits von den kriegführenden Parteien erzielt wurden.

In

allen Fällen bestünde die amerikanisch-sowjetische Rolle hauptsächlich
darin, die militärische Einmischung von außen zu verringern und dann ganz
zu

beseitigen

- einschließlich

des

verifizierten

Abzugs

ausländischer

Truppen und der Verhinderung des Waffenzustroms von außen.

3. Bei Erfolg der ersten beiden Stufen wäre ein drittes Element einer
langfristigen Lösung möglich: Reintegration der vom Krieg heimgesuchten
Staaten

in die Weltwirtschaft.

Die Vereinigten Staaten wären bereit,

großzügige Beiträge zu leisten, wenn es zu Aussöhnung, Achtung der Menschenrechte und Rückkehr in die Familie freier Völker käme.
Dieses Vorgehen legt die Last des Zustandekommens einer Schlichtung
den kriegführenden Parteien auf und bietet die Möglichkeit, zu Zurückhaltung der Supermächte zu gelangen.

Es ist offensichtlich, daß kein ameri-

kanisch-sowjetisches Kondominium diese Probleme lösen kann. Wir müssen
uns der Tatsache bewußt sein, daß jeder dieser Konflikte seinen eigenen
Charakter hat und seine eigene politische Lösung erfordert.

Regionale

Friedensinitiativen - wie Contadora in Mittelamerika oder die ASEAN-Vorschläge für Kambodscha - bemühen sich darum, auf genau diese speziellen
Charakteristika einzugehen.

Die Vereinigten Staaten unterstützen diese

Initiativen und sind überzeugt, daß dieser Vorschlag insofern eine Ergänzung darstellt daß er die Beteiligung der kriegführenden Parteien vorsieht.

Regionale

Konflikte

und

amerikanisch-sowjetische

Beziehungen:

Die

sowjetische Verwicklung in die Konflikte der Dritten Welt hatte eine direkte Auswirkung auf die Verschlechterung der amerikanisch-sowjetischen
Beziehungen, insbesondere im Verlauf des vergangenen Jahrzehnts.
Im September
- 3-

�Im September 1984 schlug Präsident Reagan vor der Vollversammlung der
Vereinten Nationen vor, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion sollten auf politischer Ebene einen regelmäßigen Gedankenaustausch über die
wichtigsten Regionen

der Welt führen.

Während des vergangenen

Jahres

führten beide Seiten Expertengespräche über den Nahen Osten, Afghanistan,
das südliche Afrika und Ostasien.

Gespräche über Mittelamerika und die

Karibik werden Ende Oktober stattfinden.

Obgleich diese Gespräche nicht

zu einem dramatischen Durchbruch führten, waren sie nützlich für die Klärung der jeweiligen Positionen und verhinderten Fehleinschätzungen.

Wir

hoffen, daß diese Gespräche in Zukunft auf regelmäßigerer Basis fortgeführt werden.

Der Präsident möchte jedoch über einen reinen Gedanken-

austausch hinausgelangen.

Die einzelnen regionalen Konflikte:

1. Namibia/Angola
Die sowjetische

Intervention

im Konflikt von Angola war der erste

Einsatz von kubanischen Stellvertretertruppen

in den siebziger Jahren.

Kubanische Truppen ermöglichten dem derzeitigen Regime die Machtergreifung, waren jedoch nicht in der Lage, den Widerstand von Gruppen zu brechen, die sich der dortigen Diktatur widersetzen.

Der amerikanische Ver-

such, das Thema - insbesondere das der kubanischen Truppen - mit den Sowjets zu besprechen, stieß jedoch nur auf die brüske Reaktion, dies sei
eine Frage zwischen den Kubanern und den Angolanern.

Die amerikanische Politik hinsichtlich Angola/Namibia zielt auf eine
Verhandlungslösung hin, die die Unabhängigkeit Namibias gemäß Resolution
435-78 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen sowie in diesem Kontext den Abzug sowohl der südafrikanischen Truppen aus Namibia wie auch
der kubanischen Truppen aus Angola ermöglicht.

Zu diesem Zweck bemühen

wir uns darum, die beiden Seiten, Angola und Südafrika, in einen Verhandlungsrahmen einzubinden, innerhalb dessen sie die schweren Entscheidungen
treffen könnten, die für eine solche Regelung notwendig sind.
Die Initiative
- 4-

�Die Initiative des Präsidenten zielt darauf ab, einen Weg zu finden,
der zu einer Verringerung der regionalen Spannungen führt und die Bereitschaft der Sowjetunion prüft, in Angola eine konstruktive Rolle zu spielen.

Die Sowjetunion ist direkt in den angolanischen Konflikt verstrickt

und ist für seine Lösung mitverantwortlich.

Tatsächlich aber scheint die

militärische Verstrickung der Sowjetunion noch zuzunehmen.

Die Vereinig-

ten Staaten werden auch weiterhin bemüht sein, eine Lösung der internationalen Aspekte des Problems herbeizuführen.

Die angolanischen Parteien

müssen zu einer Aussöhnung untereinander gelangen.

Wir fordern die So-

wjetunion auf, zu diesem Prozeß beizutragen und bei der Herbeiführung der
Versöhnung eine konstruktive Rolle zu spielen.

2. Afghanistan

Die sowjetische Invasion Afghanistans im Dezember 1979 machte alle
Aussichten

auf eine

Ratifizierung

des SALT

II-Abkommens

zunichte und

führte zu der Verhängung von Sanktionen durch die Vereinigten Staaten und
andere westliche Länder, einschließlich Japans - Sanktionen, zu denen der
Boykott der Olympischen Spiele in Moskau und das amerikanische Getreideembargo gehörten.

Die sowjetische Besetzung Afghanistans und die anhal-

tende brutale Unterdrückung dieses Landes hat die internationale öffentliche Meinung erregt und die Ost-West-Beziehungen schwer geschädigt.

Im

Rahmen diplomatischer Konsultationen, auch auf höchster Ebene, haben die
Vereinigten Staaten Moskau mit Nachdruck auf einen Truppenabzug aus Afghanistan gedrängt.

Seit der Invasion hat auch die Vollversammlung der

Vereinten Nationen jedes Jahr einen Abzug ausländischer Truppen gefordert.

Die amerikanische Politik hinsichtlich Afghanistan hat die Aushandlung einer politischen Regelung zum Ziel, die sich auf vier Prinzipien
gründet:

vollständiger Abzug der sowjetischen Truppen; Wiederherstellung

der traditionellen Unabhängigkeit und des bündnisfreien Status Afghanistans; Selbstbestimmung des afghanischen Volkes; sichere und ehrenhafte
Rückkehr der Flüchtlinge.

Als Teil dieser Bemühungen unterstützen wir

die laufenden Stellvertretergespräche der Vereinten Nationen.
- 5-

Allerdings

�Nationen.

Allerdings haben diese Gespräche noch nicht die zentrale Frage

des sowjetischen Truppenabzugs berührt.

Die Sowjets beharren darauf, daß

dies eine bilaterale Frage zwischen ihnen und dem afghanischen Regime
sei.

Durch ihre Betonung der Notwendigkeit von Verhandlungen zwischen den
unmittelbar an den Konflikten beteiligten Parteien würde die Initiative
des Präsidenten die Sowjets zwingen, sich der fundamentalen Realität in
Afghanistan zu stellen - der Existenz einer nationalen Befreiungsbewegung
auf breiter Grundlage.

Die zweite Stufe der neuen Initiative unterstützt

und ergänzt unsere Verpflichtung gegenüber dem Bemühen der Vereinten Nationen, als Garant einer durch Verhandlungen erzielten politischen Lösung
zu dienen.

Die amerikanisch-sowjetischen Garantien der Nichteinmischung

durch externe Kräfte würde die Abkommen bekräftigen, die bereits zwischen
den kriegführenden Parteien ausgearbeitet worden sind. Derlei Garantien
würden sowohl für den Abzug ausländischer Truppen als auch der Unterbindung des Waffenzustroms von außen gelten.

Die dritte Stufe würde - durch

generöse Hilfeleistung für das vom Krieg verwüstete Afghanistan - eine
problemlose Reintegration der Vielzahl von Flüchtlingen in die Volkswirtschaft sicherstellen und eine Grundlage für den Wiederaufbau in dem Land
bilden.

3. Kambodscha

Die Invasion und die darauffolgende Besetzung Kambodschas durch vietnamesische Truppen schuf eine erhebliche Bedrohung der Stabilität in Südostasien und eine unmittelbare Bedrohung Thailands.

Außerdem erhöhte die

vorausgegangene Errichtung der sowjetischen Basis bei Camh Ranh Bay - die
unmittelbar mit der Unterstützung der militärischen Anstrengungen Hanois
durch Moskau zusammenhängt - die Gefahr militärischer Zusammenstöße zwischen See- und Lufteinheiten der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion.

In diplomatischen Gesprächen drängten die Vereinigten Staaten Mos-

kau, Hanoi von der Notwendigkeit einer politischen Lösung zu überzeugen,
- 6-

�zu überzeugen, die sich auf den Abzug der vietnamesischen Truppen gründet
- und wie dies auch von Resolutionen der Vereinten Nationen, der Internationalen Kambodscha-Konferenz (ICK) und von ASEAN gefordert wird.

Die Vereinigten Staaten unterstützen mit Nachdruck die Bemühungen der
ASEAN-Mitglieder, um eine politische Lösung des Kambodscha-Problems erreichen, die sich auf jenen Elementen gründet, wie sie 1981 von der von
den Vereinten Nationen unterstützten Internationalen Kambodscha-Konferenz
erarbeitet worden waren, nämlich vollständiger Abzug ausländischer Truppen; von den Vereinten Nationen überwachte freie Wahlen sowie Einsatz einer Friedenstruppe der Vereinten Nationen.

Die Vereinigten Staaten sind

der Überzeugung, daß eine dauerhafte Lösung, die für das kambodschanische
Volk und dessen Nachbarn annehmbar ist, sich auf drei Prinzipien gründen
muß.

Eben diese Prinzipien sind enthalten in Resolutionen, die von der

überwältigenden

Mehrheit

der

Vollversammlung

der

Vereinten

Nationen

sechsmal hintereinander verabschiedet wurden.

Der Vorschlag des Präsidenten ist integraler Bestandteil der amerikanischen Unterstützung von ASEAN und ist sich der vorrangigen Bedeutung
bewußt, die die ASEAN-Staaten wie auch die unmittelbar betroffenen Staaten dem Kambodscha-Problem beimessen.

Die vom Präsidenten in seiner Rede

genannten Prinzipien - Verhandlungen, Abzug fremder Truppen und Beendigung der Feindseligkeiten - sind mit jenen der ICK identisch.

Im Juli 1985 schlugen die ASEAN-Staaten indirekte Gespräche zwischen
den kambodschanischen Widerstandskräften und einer vietnamesischen Delegation

vor, einschließlich der Vertreter

Klienten.

von Hanois

kambodschanischen

Solche Gespräche könnten, falls Vietnam ihnen zustimmt, zu

Verhandlungen zwischen den kreigführenden Parteien führen, wie sie die
Initiative des Präsidenten fordert.

4. Nicaragua
- 7-

�4. Nicaragua

In Nicaragua betrügt ein von der Sowjetunion unterstütztes Regime die
demokratischen Ziele der Revolution von 1979 und bewegt sich in immer
stärkerem Maße in totalitärer Richtung, was einen erheblichen und zunehmenden bewaffneten Widerstand im eigenen Land herbeiführt.

Die Weigerung

der Sandinisten, auf die legitimen Sorgen der bewaffneten und zivilen Opposition Nicaraguas einzugehen sowie die zunehmende Hinwendung zur Gewalt
- sowohl

innen- wie außenpolitisch

- haben zur Zunahme der

regionalen

,

Spannungen geführt; die sandinistische Politik der Gewalt haben zu hohem
Blutzoll und wirtschaftlichen

Schwierigkeiten

geführt und bedrohen die

zerbrechlichen Demokratien der Region.

Die amerikanische Politik gegenüber Nicaragua stützt sich auf vier
Grundziele:

innenpolitische Aussöhnung durch Verwirklichung der von der

OAS im Jahr 1979 abgegebenen Versprechungen für eine demokratische, pluralistische Gesellschaft, in der bürgerliche, politische und religiöse
Rechte garantiert sind; Einstellung der Unterstützung der Sandinisten für
die Aufständischen

in El Salvador und in anderen

mittelamerikanischen

Staaten; Beendigung der militärisch-sicherheitspolitischen Bindungen Nicaraguas zum Sowjetblock und Kuba sowie Abzug der militärischen Berater
dieser Staaten aus dem Lande; Verringerung des Militärapparats Nicaraguas
auf einen Umfang von Streitkräften und Typus von Bewaffnung, die vergleichbar mit denen anderer Staaten der Region sind.
Die Vereinigten Staaten haben die Sandinisten immer wieder aufgefordert, durch Gespräche mit der Führung des bewaffneten Widerstandes auf
eine friedliche Lösung des Bürgerkriegs in Nicaragua hinzuwirken und sich
intensiver um die legitimen Klagen zu kümmern, die jene zu diesem Rückgriff auf die Waffen gezwungen haben.
Initiative

des

Hauptursachen

Präsidenten

Die Verhandlungen, wie sie die

vorsehen, würden auf eine Beseitigung

dieses regionalen

Konflikts abzielen:

der

Das Vorhandensein

einer Vielzahl von Beratern und Technikern des Sowjetblocks und Kubas;
der massive Zustrom an militärischen Gütern aus diesen Ländern; schließ- 8-

»

�Ländern; schließlich die direkte Rolle des Sowjetsblocks und Kubas bei
der Erarbeitung

der Militär-, Außen- und

Innenpolitik

Nicaraguas.

Die

amerikanisch-sowjetischen Verhandlungen hinsichtlich Nicaragua würden die
Verhandlungen

zwischen

den

fünf mittelamerikanischen

Staaten

ergänzen,

die im Rahmen der Contadora-Gruppe stattfinden, um eine umfassende Regelung der Probleme der Region zu erreichen.

Bei der dritten Stufe handelt

es sich im Wesentlichen um die Wiederholung unseres seit langem bestehenden Vorschlags, im Gegenzug zu konkretem Fortschritt in Richtung auf unsere grundsätzlichen Ziele, wie sie oben beschrieben wurden, umfangreiche
Wirtschafts- und Entwicklungshilfe anzubieten.

5. Äthiopien

Unsere Politik ist seit langem die gleiche und zielt ab auf die Achtung der territorialen Integrität Äthiopiens.

Wir unterstützen nicht die

separatistischen Bewegungen, die in diesem Land aktiv sind. Die Aufständischen teilen sich in viele verschiedene Gruppierungen, von denen die
beiden stärksten marxistisch orientiert sind.

Einige der Gruppen werden

auch von Libyen unterstützt.

Äthiopien spielt am Hörn von Afrika - einem wichtigen Teil der Welt,
der durch inneren Streit und regionale politische Konflikte gekennzeichnet ist - eine entscheidende Rolle.

In Äthiopien liegt ein repressives

Regime im Kampf mit der Bevölkerung.

Wir sind davon überzeugt, daß keine

militärische

Lösung möglich

ist, obgleich die Sowjetunion

militärische

Hilfe in großem Umfang gewährt und obwohl sich dort 1700 sowjetische Militärberater

und 2500 kubanische Kampftruppen

aufhalten.

Außerdem hat

das Bemühen um eine militärische Lösung zu Gewalt auch über die Grenze
hinweg und zu einer ernsthaften Verschärfung der regionalen Rivalitäten
geführt.

Die äthiopische Führung hat bislang noch nicht die Bereitschaft

gezeigt, sich ernsthaft mit den Forderungen der Dissidenten nach größerer
Autonomie auseinanderzusetzen.

Angesichts der Tatsache, daß die Sowjet-

union in einem erheblichen Maß dort verwickelt ist, hat sie die Verant-

�die Verantwortung, dazu beizutragen, daß in Äthiopien und in dessen Nachbarländern wieder Frieden einzieht.

Sollten die Sowjets bereit sein, auf

friedliche Versöhnung in Äthiopien hinzuwirken, werden auch die Vereinigten Staaten bereit sein, ihre seit langem andauernden Bemühungen noch
weiter zu verstärken, um zu einer Verbesserung der Beziehungen zwischen
allen Staaten der Region beizutragen.

* * * * *

- 10-

�E

1J

91

•

Uli//en/choU
und Technik

United States Information Service
Embassy of the United States of America

30. Oktober 1985

43

SPACELAB-FLUG "D-l" UNTER DEUTSCHER REGIE
- Raumfähre CHALLENGER startet zu siebentägiger Mission

- (AD) - Als "wichtigen Meilenstein für künftige internationale Zusammenarbeit im Weltraum" bezeichnete der Physiker Dr. Reinhard Furrer
den bevorstehenden Flug mit dem Weltraumlaboratorium SPACELAB an Bord der
amerikanischen Raumfähre CHALLENGER.

Die Mission "D-l" soll am 30. Okto-

ber 1985 beginnen und sieben Tage dauern.

Dr. Furrer ist einer der acht

Astronauten, die das umfangreiche wissenschaftliche und technische Programm durchführen.

Das wissenschaftliche Programm steht dieses Mal unter deutscher Regie.

Deshalb befindet sich das Kontrollzentrum dafür bei der DFVLR in

Oberpfaffenhofen

(Oberbayern).

Die amerikanische

Behörde

für Luftund

Raumfahrt (NASA) ist ausschließlich für den flugtechnischen Bereich des
Unternehmens mit dem Raumtransporter CHALLENGER verantwortlich.
dant ist NASA-Astronaut Henry Hartsfield, Copilot Steven Nagel.

KommanNeben

den drei amerikanischen Missionsspezialisten James Buchli, Guion Bluford
und Bonnie Dunbar

gehören

die beiden

deutschen Physiker Dr. Reinhard

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�Dr. Reinhard Furrer und Dr. Ernst Messerschmid sowie der holländische
Physiker Wubbo Ockels zur Astronautenmannschaft:
ler fungieren als die Nutzlastspezialisten.

die drei Wissenschaft-

Die Deutsche Forschungs- und

Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) zahlt der NASA 64 Millionen Dollar an Transportgebühren für die 76 verschiedenen Experimente, die
zur Ausführung unter Mikrogravitation, d.h. bei fast völliger Schwerelosigkeit, von Forschungsinstituten der Bundesrepublik und anderer europäischer Länder in Auftrag gegeben sind.

Mit einem Kostenaufwand von 175

Millionen Dollar wurde die Nutzlast in den letzten fünf Jahren vorbereitet und bei der Firma MBB-ERNO in der Bundesrepublik zusammengebaut.

Man

erwarte interessante wissenschaftliche Ergebnisse auf den Gebieten Werkstoffverarbeitung, Medizin, Biologie und Navigation, sagte Dr. Messerschmid.

Aber das Unternehmen

werde auch demonstrieren, daß "wir in

Deutschland mit all den Daten in unserem eigenen Kontrollzentrum fertig
werden können.

Dies ist ein großer Schritt für uns."

Zum ersten Mal in

der Geschichte der amerikanischen Raumfahrt steht die gesamte Nutzlast an
Bord eines Raumschiffs unter ausländischer Kontrolle.

Nach Ansicht von Kommandant Hartsfield könne das in Modulbauweise
konstruierte Weltraumlaboratorium SPACELAB , das unter deutscher Leitung
für das amerikanischer Raumtransporterprogramm entwickelt wurde, als Modell für Wohn- und Arbeitssegmente einer künftigen Raumstation dienen.
Solche, als Druckkabinen gebauten Segmente könnten von einzelnen Ländern,
etwa von der Bundesrepublik Deutschland und Japan - bereitgestellt und
Experimente darin von Wissenschaftlern aus diesen Ländern betreut werden,
während für die Betriebszentrale mit Energieversorgung und Lebenserhaltungssystemen Amerika verantwortlich wäre.

Bei den im SPACELAB durchgeführten Versuchsserien sind manche aus dem
Gebiet der Flüssigkeitsmechanik und der Materialforschung auch von großem
praktischen Interesse.

So will man u.a. die Bewegung von Flüssigkeiten

zwischen festen "Zentren" beobachten.

Solche "flüssigen Brücken" werden

unter irdischen Bedingungen durch die Schwerkraft defomiert.

Im Weltraum

jedoch, unter Mikrogravitation, wird ihre Form ausschließlich von der
sog. Oberflächenspannung

der Flüssigkeit

bestimmt.

Ergebnisse

dieses

Projekts könnten beispielsweise der Produktion von Filmen zugutekommen.
Bei

anderen

�Bei anderen Experimenten will man die Vorgänge bei der Erstarrung einer Anzahl von Materialien untersuchen und messen.

In einem Fall gilt es

beispielsweise, die Kristallbildung innerhalb des gesamten Probenmaterials unter Beobachtung zu halten.

Ziel des Experiments ist es, Wege zu

finden, um ein homogenes, aus seinen Bestandteilen völlig gleichmäßig gemischtes Halbleitermaterial für elektronische Prozesse herstellen zu können.

Einer der Missionsspezialisten verwies darauf, daß es sich bei den

Probenmaterialien, u.a. für organische Kristalle aus Metallen, für keramische Halbleiter, sowohl um Experimente aus der Grundlagenforschung als
auch aus der angewandten Forschung handle.

Die Erstarrung und die Diffu-

sion, d.h. das Eindringen von Atomen und Verbindungen des einen Elements
in ein anderes Element, seien Vorgänge, über die im Detail noch viel zu
wenig bekannt sei.

Bei den Experimenten, die von mehr als 80 Projektleitern mit weit
über 300 Fachkollegen ausgearbeitet wurden, spielen auch Psychologie, Medizin und Biophysik eine wichtige Rolle.

So möchte man mehr über den

Einfluß der Schwerkraft auf Zell- und Entwicklungsprozesse erfahren.

Bei

den meisten dieser Experimente geht es um die Frage, wie tierische und
pflanzliche Zellen das Signal "Schwerkraft" in physiologische Wachstumseffekte umsetzen.

Wegen der allgegenwärtigen Schwerkraft auf der Erde

sind umfassende Untersuchungen dazu nur im Weltraum möglich, wo das Fehlen dieser Schwerkraft, also die "Negativ-Situation" zum mindesten Hinweise auf kritische Stellen in der Zelle und in einem Organismus für die
Effekte der Gravitation geben könnte.

Experimente mit Froscheiern sollen

aufzeigen, wie sich Schwerkraft (bzw. das Fehlen von Schwerkraft) auf das
Eiwachstum auswirkt.

Manche schon vorliegenden Forschungsergebnisse las-

sen darauf schließen, daß die richtige Anlage und Ausdrichtung des Rückgrats von der Schwerkraft abhängt.

Studien am Menschen werden fortgesetzt.

Von früheren Versuchen und

Messungen weiß man z.B., daß Astronauten im Weltraum größer sind - auf
der Wirbelsäule lastet kein Gewicht.

Man erkannte auch, daß sich die

größte Menge des Blutes im Oberkörper ansammelt, und daß das Skelett Calcium verliert, die Knochen also entkalkt werden.
Bei den

�Bei den bevorstehenden Tests sollen wiederum die Auswirkungen von
Mikrogravitation und von Beschleunigungen in der Schwerelosigkeit auf den
Gleichgewichtssinn geprüft werden.

In dem auf Schienen im SPACELAB ge-

fahrenen "Weltraumschlitten" werden Astronauten exakt dosierten VorRückwärtsbewegungen

ausgesetzt.

"Wir wollen

und

herausfinden", so Bonnie

Dunbar, "wie die (für den Gleichgewichtssinn maßgebenden) Innenohrorgane
funktionieren und wie sie möglicherweise zur Weltraumkrankheit beitragen.

Wir wissen darüber noch sehr wenig.

raumkrank, andere nicht - weshalb?

Manche Astronauten werden

Manche erkranken auf einem Flug, beim

nächsten aber nicht - was ist die Ursache?

Jedenfalls werden wir versu-

chen, herauszufinden, was die Raumkrankheit auslöst und wie wir sie vielleicht verhindern können."

Als Teil mehrerer Navigationsexperimente werden die SPACELAB-Astronauten die Synchronisation von Uhren testen und Entfernungen messen.

Die

Versuche dienen dazu, Verfahren zum Navigieren mit Satelliten zu entwikkeln oder zu verbessern.

Satelliten, die sehr präzise Uhren an Bord ha-

ben, können als Referenzpunkte zur Positionsbestimmung benutzt werden.

* * * * *

-4

�ä

Wi//en/chaft
und Technik

111 J

•TTT3T

United States Information Service
Embassy of the United States of America

30. Oktober 1985

A3

DROGENBEKÄMPFUNG - EIN SCHLLJSSELPROBLEM
- First Lady"-Konferenz anläßlich des UN-Jubiläums -

NEW YORK - (AD) - Der Einladung Nancy Reagans, der Frau des amerikanischen Präsidenten, zur zweiten Drogenkonferenz in diesem Jahr waren die
Frauen von 29 Staatsund Regierungschefs gefolgt.

Sie wurde am 22. Okto-

ber 1985 anläßlich des 40jährigen Jubiläums der Vereinten Nationen in New
York abgehalten, ein halbes Jahr nach der ersten Tagung dieser Art in
Washington und Atlanta.

Von Frau zu Frau und von Mutter zu Mutter soll-

ten Suchtprobleme erörtert und über mögliche Wege zur Bekämpfung und Verhinderung der Drogensucht gesprochen werden.

Für die Probleme gibt es

keine nationalen Grenzen - und sie führen Familien aus allen Gesellschaftsschichten gleichermaßen ins Unglück.

Die Konferenz war als Beitrag dafür gedacht, die allgemeine Aufmerksamkeit in der Welt auf die Suchtstoffprobleme und den verbrecherischen
Drogenhandel zu lenken.

Dies betonten Nancy Reagan und Marcella Perez de

Cuellar, die Frau des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, die ebenfalls an der Tagung teilnahm.

Sie würdigte besonders den Einsatz von

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Einsatz von Nancy Reagan in der Suchtstoffbekämpfung.

"Drogenmißbrauch

korrumpiert alle Gesellschaften und bedroht die Gesundheit und das Wohlergehen ihrer am ehesten verletzlichen Mitglieder - unserer Kinder", sagte sie, und fuhr fort:

"Die Anwesenden hier können aus einer einzigarti-

gen Position heraus beurteilen, wie wichtig die Verwirklichung des Traumes von den Vereinten Nationen für die ganze Welt ist.

Sie können erken-

nen, wie sehr unsere Völker den Traum der Charta der Vereinten Nationen
vom Frieden, von einem Leben in Würde und mit Chancen für alle anstreben.

Und vielleicht haben gerade wir als Ehefrauen und Mütter die beson-

dere Aufgabe und das ganz besondere Ziel, zur Schaffung einer hoffnungsvollen und verheißungsvollen Zukunft - nicht einer Zukunft der Angst und
Verzweiflung - beizutragen, in die unsere Kindeskinder hineinwachsen können."

Dr. Marsha Schuchard, eine der Gründerinnen der Organisation PRIDE
mit inzwischen mehr als 8000 Aktionsgruppen von amerikanischen Eltern,
verwies darauf, daß Unwissenheit und Gleichgültigkeit im Elternhaus gegenüber dem Drogenproblem

der Propaganda

Händlern das Geschäft erleichtert habe.

für illegale Drogen und den

"Sind sich Eltern der Bedrohung

von Gesundheit und Sicherheit ihrer Kinder durch Drogen erst einmal bewußt geworden, so wenden sie sich mit Energie und Mut ganz spontan dagegen", meinte sie.

Und aufgrund der in den letzten zehn Jahren gesammel-

ten Erfahrungen sei bewiesen, so Dr. Carlton Turner, ein Berater Präsident Reagans für Politik gegen Drogenmißbrauch, daß "ungeachtet der von
der Regierung zur Verfügung gestellten Ressourcen der Erfolg in der Verringerung des Drogenmißbrauchs letztlich von der Vorbeugung durch Informiertsein und Wachsamkeit abhängt".

Seit den ersten Gesprächsrunden der "First Ladies" im April dieses
Jahres über die Drogenprobleme haben viele Nationen begonnen, Mißbrauch
und Handel mit Suchtstoffen unter allen nur möglichen Aspekten zu betrachten.

Auf dem Wirtschaftsgipfel in Bonn, kurze Zeit später, waren

sich die Teilnehmerstaaten einig, daß das Gewicht des Problems größte
Aufmerksamkeit auf verschiedenen Ebenen verlange und im kommenden Jahr in.
Tokio erneut behandelt werden müsse.

Auch im Rahmen der Vereinten Natio-

�Vereinten Nationen forderte jetzt Generalsekretär Perez de Cuellar eine
"Weltkonferenz der Vereinten Nationen über Suchtstoffe" - ein Zeichen dafür, wie ernst internationale Körperschaften die Drogengefahr beurteilen.

Manche Nationen hätten

dank der

Initiativen, die die Frau ihres

Staatspräsidenten oder Regierungschefs in den letzten Monaten unternommen
habe, dennoch erkannt, daß Drogenmißbrauch gestoppt werden könnte, wenn
alle "nein" sagen zum Konsum.

Jon Thomas, Unterstaatssekretär im ameri-

kanischen Außenministerium für internationale Suchtstoffangelegenheiten,
erklärte vor der Gesprächsrunde der "First Ladies" in New York u.a.:
"Das internationale Suchtstoffproblem ist nicht über Nacht zu lösen.
werden lange zu kämpfen haben.

Wir

Aber wenn der Kampf an vielen Fronten

ausgetragen wird - in der Familie, in unseren Gemeinwesen, in unseren
Rechtssystemen

und

in

unseren

regionalen

gemeinsamen

-, dann sollte es möglich sein, ihn zu gewinnen."

Anstrengungen

Eine der wichtigsten

Voraussetzungen dafür sei enge internationale Zusammenarbeit.

Sie sei

zwischen Ursprungs- und Verbraucherländer für illegale Drogen gerade in
letzter Zeit verbessert worden, müsse aber noch wesentlich ausgebaut werden.

- 3 -

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