<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1931" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1931?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T01:56:31+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1942">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/2866d3a5f0c9d9bada0518cf76a79858.pdf</src>
      <authentication>62674a46fb43afbf11a632807b5d5b33</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="9673">
                  <text>fä 11

und
Dokumentation

117

United States Information Service
Embassy of the United States of America

16. Oktober 1985

41

I N H A L T

DOKUMENTATION

USA wünschen friedlichen Wettstreit mit der Sowjetunion
- US-Verteidigungsminister Weinberger vor dem National Press Club

WISSENSCHAFT UND TECHNIK

Datenspeicher Antarktis
- US-Projekte der Forschungssaison 1985/86

* * * * *

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel 0228-339 2035
Telex 8-85432

�AI

16. Oktober 1985

USA WÜNSCHEN FRIEDLICHEN WETTSTREIT MIT DER SOWJETUNION
- US-Verteidigungsminister Weinberger vor dem National Press Club -

WASHINGTON

- (AD) - Der amerikanische

Verteidigungsminister

Caspar

Weinberger betonte in einer Rede am 9. Oktober 1985 in Washington vor dem
National

Press

Club

zum Thema

Verteic igungsstrategie

der Vereinigten

Staaten, es sei das Bestreben der USA, die Sowjetunion davon zu überzeugen, daß es sinnvoller sei, zu einem friedlichen Wettstreit zu gelangen,
als einen militärischen Vorteil dem anderen gegenüber zu erlangen.

Die Rede Weinbergers hat folgenden Wortlaut:

Worum handelt es sich bei unserer Verteidigungsstrategie?
Als Die Reagan-Administration

im Jahr 1981 ins Amt kam, hätte man

lang über die Frage diskutieren können:

Womit sah es schlechter aus,

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�schlechter aus "mit unseren Waffen oder mit unseren strategischen Konzepten?"

Nehmen wir zum Beispiel unsere B-52.

Sie wurden bei den amerika-

nischen Streitkräften vor dem Zeitpunkt eingeführt, da die Piloten, die
sie jetzt fliegen sollten, geboren wurden.

Was die strategischen Konzep-

te angeht, die den Einsatz dieser Piloten und Flugzuege betreffen, so
sind sie ncch älter.

Der größte Teil der Konzepte, die unsere Entschei-

dungen hinsichtlich der Frage prägen, welche Streitkräfte wir brauchen
und wie sie: eingesetzt werden sollen, wurde in den fünfziger und frühen
sechziger Jahren entwickelt.

1931 konnten wir uns keine lange Diskussion in bezug auf die Konzepte
erlauben.

Es gab nur die eine Priorität: die militärische Stärke Ameri-

kas so rasch wie möglich wieder herzustellen.

Unser Ziel war die Wieder-

herstellung einer stabilen Abschreckung. Dies machte es nicht nur erforderlich, hinsichtlich der militärischen Stärke wieder ein Gleichgewicht
mit der Sowjetunion herzustellen, sondern auch die strategischen Konzepte
einer UberprUfung zu unterziehen, die von jenen übernommen worden waren,
die bislang in der politischen Verantwortung gestanden hatten.

Nach viereinhalb Jahren haben wir beträchtliche Fortschritte erzielt
- sowohl, was die Stärkung unserer Streitkräfte, als auch die Neuformulierung

unserer

Verteidigungsstrategie

dieser Aufgaben ist abgeschlossen.

und -politik

anbelangt.

Keine

Aber wenn wir über das nachdenken,

was in den verbleibenden drei Jahren der Reagan-Administration noch geleistet weiden soll, dann scheint die Zeit gekommen zu sein, den Wandel
zusammenzufassen, den es bei unseren Überlegungen im Verteidigungsministerium gegeben hat.
k

Ich verfolge daher heute zwei Absichten: Erstens gilt meine Forderung
einer grundlegenden Überprüfung und Revision des konzeptionellen Arsenals
der fünfziger und frühen sechziger Jahre; zweitens will ich unsere Verteidigungsstrategie beschreiben.

Dabei werde ich die drei Hauptsäulen

unserer Verteidigungspolitik für die neunziger Jahre skizzenhaft darstellen:

SDI und die nukleare Abschreckung; den Einsatz militärischer Gewalt

und die konventionelle Abschreckung; und schließlich eine Strategie zur
- 2-

�Strategie zur Verringerung und Kontrolle der Rüstungen.

1. Die zweite Amtszeit:

Neubewertung der konzeptionellen Arsenale der fünfziger und sechziger
Jahre.

Die korzeptionelle Grundlage der Streitkräfte, die heute unserem Befehl unterstehen, wurde in den fünfziger und frühen sechziger Jahren geschaffen.

Werfen wir einen Blick auf die Liste:

Ee.kalacions&lt;ontrolle,

gegenseitig

gesicherte

Nukleare Abschreckung,

Zerstörung,

strategische

Stabilität, Dominanz des Offensivaspektes, flexible Antwort, Gegengewalt,
begrenzter Xrieg, Eskalationsleitern, Rüstungskontrolle.

Welches waren die dominierenden Kennzeichen jener Welt, in der diese
Ideen formt liert und angewendet wurden?
Sätzen zusammenfassen:

Die Antwort läßt sich in zwei

Die Vereinigten Staaten besaßen die nukleare Vor-

herrschaft und die militärische Überlegenheit.
wir einen entscheidenden

Vorteil.

Bei den Kernwaffen hatten

Insgesamt gesehen, investierten wir

mehr als die Sowjets und hatten bei jeder militärischen Dimension - ausgenommen der Stärke der konventionellen

Truppen - ein gewisses Maß an

Überlegenheit.

Diese 2'eit ist vorüber.

In einer wahrhaft ungeheuerlichen Anstren-

gung - die einen dreimal größeren Anteil am Bruttosozialprodukt der UdSSR
verschlingt als dies die amerikanischen Verteidigungsausgaben

hinsicht-

lich des Bruttosozialprodukt der Vereinigten Staaten tun - wurde die Sowjetunion zu einer militärischen Supermacht.

Ob die Vereinigten Staaten

einfach versuchen sollten, eine Abschreckungsfähigkeit

zurückzuerlangen,

die sich auf ein ungefähres Gleichgewicht der Streitkräfte gründet - darüber kann man sich streiten.

Aber hinsichtlich unserer derzeitigen Pläne

sollte sich niemand falsche Vorstellungen machen.

Das Verteidigungspro-

gramm der Reagan-Administration - expansiv, wie es notwendigerweise auch
sein maß - erhebt nicht den Anspruch, unsere frühere Position der Uberle-

�der Überlegenheit

zurückzugewinnen.

Unsere Bemühungen gelten vielmehr

allein dem Versuch, vom Kongreß die Mittel zu erhalten, die sicherstellen, daß wir die Sowjetunion davor abschrecken können, unsere lebenswichtigen Interessen anzugreifen.

Was bedeutet dieser Wandel des militärischen Gleichgewichts für unsere grundlegenden strategischen Konzepte?

Können Ideen, wie sie in einer

Zeit der militärischen Überlegenheit Amerikas formuliert wurden, unter
den heutigen Bedingungen noch den gleichen Wert haben?

Die Welt hat sich

seit den fünfziger und sechziger Jahren, als die meisten dieser strategischen Konzepte erstellt wurden, so grundlegend geändert, daß viele dieser Konzepte heute überholt sind.

Die mutigste Abkehr dieser Administration von den Dogmen der Vergangenheit

ist

die

Strategische

Verteidigungsinitiative

des

Präsidenten

- eine radikale Zurückweisung des Gedankens einer wohlwollenden Einwilligung in beiderseitige gesicherte Zerstörung.

Unsere Position in bezug

auf den Einsatz militärischer Gewalt stellt eine ähnliche Zurückweisung
der

überkommenen

Weisheit

schrittweiser Eskalation dar.

hinsichtlich

begrenzter

Kriegführung

und

Was die Rüstungskontrolle angeht kam diese

Administration mit einer Einstellung ins Amt, die sich sehr von der Haltung jener unterschied, die den SALT II-Vertrag ausgehandelt hatten.

Was

wir wollten, waren erhebliche Verringerungen - nicht eine Lizenz für die
Sowjets, noch weiter aufzurüsten.

2. Was ist unsere Verteidigungsstrategie?
Am Anfang jeder "neuen" Verteidigungsstrategie für die neunziger Jahre muß die Betonung der Kontinuität stehen.

Die elementaren Interessen

der Vereinigten Staaten sind im Verlauf der vier Jahrzehnte seit dem
Zweiten Weltkrieg auf bemerkenswerte Weise konstant geblieben.

Dies gilt

auch für die Tatsache, daß wir im wesentlichen eine defensiv eingestellte
Macht sind.

Im Gegensatz zur Sowjetunion streben wir nicht mit Gewalt

nach politischen oder territorialen Vorteilen.
- 4-

Diese Kontinuität hin-

�Kontinuität hinsichtlich Interessen und Charakter liegt auch unserer Verteidigungsstrategie der Abschreckung zugrunde.

Das Wort Abschreckung ist mittlerweile so oft wiederholt worden, daß
wir uns häufig gar keine Gedanken mehr darüber machen, was es wirklich
bedeutet.

Es bedeutet, daß wir bemüht sind, unsere lebenswichtigen In-

teressen zu schützen - nicht durch Aggression oder Krieg, sondern durch
die Verhinderung eines Krieges.

Und wir versuchen, einen Krieg dadurch

zu verhindern, daß wir potentielle Angreifer davon überzeugen, daß die
Kosten eines Angriffs auf uns jeden Nutzen übersteigen würden, den sie
daraus zu ziehen hoffen.

Dies ist der zentrale Gedanke unserer heutigen

Verteidigungsstrategie - genau, wie er es praktisch in der gesamten Nachkriegszeit war.
Strategie schafft eins Beziehung zwischen Mittel und Zweck.

Die Mit-

tel unseres Bestrebens, die Sowjets zu überzeugen, sind unsere Streitkräfte, die uns gegen eine Aggression der Sowjetunion verteidigen können,
indem sie dieser Kosten auferlegen würden, von der sie wüßte:

Sie wären

stets große:: als jeglicher Vorteil.

Bei der Planung unserer Abschreckung für die neunziger Jahre hat die
Reagan-Administration

dieses Grundkonzept um zwei zusätzliche Gedanken

erweitert.

Erstens:

Eine wirksame Abschreckung muß sich nicht nur mit den Tat-

sachen dieser Bilanz auseinandersetzen, sondern auch mit der Vorstellung,
die die sowjetische Führung von diesen Tatsachen hat.

Es reicht nicht

aus, wenn die Kosten eines Angriffs die Vorteile überwiegen.

Die sowjet-

ische Führung muß nach Interpretation der Fakten aus eigener Perspektive
heraus - nicht aus der unsrigen - zu dem Schluß gelangen, daß ihren Interessen nicht durch Aggression gedient ist.

Zweitens:

Risiko ist das Kernproblem der Verteidigungsplanung.

Das

stets wiederholte Argument, wir müßten unsere Verpflichtungen verringern,
weil unsere Fähigkeiten nicht ausreichten, um diesen unseren Verpflich- 5-

�unseren Verpflichtungen nachzukommen, ist eine schwerwiegende und gefährliche Verkennung des Problems.

Wir können nie hundertprozentig darauf

vertrauen, daß wir stark genug sind, um vor einem Krieg abzuschrecken
oder eine Aggression zurückzuschlagen.

Die entscheidende Frage ist, wel-

che Ebene hinsichtlich des Risikos eines katastrophalen Krieges ist akzeptabel?

Wieviel sollten wir als Sicherheitsprämie bezahlen, um einen

Krieg zu verhindern, in dem es keine Überlebenden geben könnte?

Wenn man diese Konzepte auf die Situation bezieht, die wir 1981 vorfanden, wird sicher deutlich, warum das Urteil von Präsident Reagan und
mir lautete:

Dies ist eine Periode echter Gefahr.

Zwei Jahrzehnte des

ständigen Anwachsens der sowjetischen Streitkräfte in Verbindung mit einem Jahrzehnt einschneidender amerikanischer Verringerungen waren dabei,
das Gleichgewicht zu verschieben.

Käme die sowjetische Führung zu dem

Eindruck, ihre Aufrüstung erbrächte ihr deutliche Vorteile - und die amerikanischen Nachrichtendienste waren zu dem Schluß gelangt, daß dem so
sei -, könnte sie versucht sein, sich politische oder territoriale Vorteile zu verschaffen. War dies nicht genau der Schluß, zu dem sie gelangt
war, als sie in einem Fall kubanische Stellvertreter nach Angola transportierte

und

in

einem

anderen

Fall

in

Afghanistan

einmarschierte?

Schließlich machte es den Eindruck, die Carter-Administration habe sich
zu einer Strategie entschlossen, die man "gefährliche Abschreckung" nennen konnte.

Und die Täuschung funktionierte noch nicht einmal. Unsere

Versicherungspolice war abgelaufen.
Während sich die Sowjetunion die Fähigkeit verschaffte, unsere bodengestützten Interkontinentalraketen zu bedrohen, schlugen einige Amerikaner vor, wir sollten die Gefahr einfach als unerheblich abtun.

In Ver-

teidigungsstrategien - einschließlich jener von ehemaligen Verteidigungsministern,

deren

Weisheiten

treuherzig

von anderen

übernommen

wurden

- wurde empfohlen, wir sollten der sowjetischen Führung einfach erklären,
wir seien von ihrem Vorteil nicht beeindruckt und wir würden nicht so
provokativ oder unliebenswürdig sein, den Versuch einer Reaktion zu unteTnehmen.

Was aber, wenn unsere Bemühungen, sie zu "erziehen", fehl-

schlagen würden?

Was, wenn aus ihrer Perspektive dieser Vorteil bei den
- 6-

�bei den strategischen Nuklearstreitkräften ihr zusätzliche Hebelmöglichkeiten verschaffte?

Ihre Streitkräfte, ihr Vorwärtsdrang und ihre Vor-

stellung von unserer Inaktivität hätten sie in die Versuchung führen können, eine katastrophale Fehlkalkulation zu machen- ja, vielleicht wäre es
dazu gekommen, wenn es für sie Grund zu der Vermutung gegeben hätte, wir
würden die gigantische Anstrengung nicht unternehmen - die wir dann doch
machten -, um unsere militärische Stärke wiederzuerlangen.

Um dieses Risiko zu verringern, handelten wir in aller Entschlossenheit.

Für uns gab es nur ein Ziel:

die schnellstmögliche Wiederherstel-

lung von Umständen, unter denen die sowjetische Führung sich keiner Illusion darüber

hingeben konnte, daß ihre Streitkräfte eingesetzt werden

könnten, um bedeutsame militärische oder politische Vorteile gegen unsere
lebenswichtigen Interessen zu erlangen.
Wenn Sie mich also nach unserer Strategie fragen, dann möchte ich
ganz einfach sagen, es geht darum, so rasch und so wirksam wie möglich
eine Abschreckung aufzubauen, die so stark wie möglich ist.
zu sein, muß unsere Abschreckung zwei Proben bestehen:

Um wirksam

Sie muß die so-

wjetische Führung glaubwürdig davon überzeugen können, daß sie keinerlei
wesentlichen militärischen Vorteil gegen unsere lebenswichtigen Interessen erlangen kann; und sie muß die Gefahr eines Versagens so gering wie
möglich halten - sei es durch unbeabsichtigte Zwischenfälle, durch nichtgenehmigten Einsatz oder durch Fehlkalkulation seitens der Sowjets.

Und was ist unser Ziel?
einem Satz sagen:

Was wollen wir letztlich?

Frieden und Freiheit.

Ich kann das mit

Nicht Frieden auf Kosten der

Freiheit, sondern wie Präsident John F. Kennedy vor 25 Jahren sagte:
Beides, Frieden und Freiheit.

Unser Ziel ist nicht, zu kämpfen, sondern

unsere Freiheit ohne Kampf zu bewahren - für uns und unsere Verbündeten
sowie für eine immer größer werdende Anzahl von Ländern dieser Welt, indem wir alle zusammenarbeiten und die Lasten und die Vorzüge teilen, die
Frieden und Freiheit ohne Krieg mit sich bringen.

Unsere Strategie, un-

sere Ziele und unser Programm sind so einfach und so lebenswichtig für
unsere

Zukunft, daß ich zu behaupten wage:

Jene, die noch immer die

�immer die_hohle und vage Kritik vorbringen, wir hätten keine Strategie,
stellen sich nur aus ziemlich rechthaberischen Gründen gegen das, was wir
tun.

Die einen glauben, wir wollen nicht so oft kämpfen wie anscheinend

sie es tun, während die andern glauben, alles was wir tun, sei zu kostspielig, wir sollten unser Defizit abbauen und uns vielleicht später Gedanken über unsere künftige Sicherheit machen.

Ich meine, es ist ein

Glück für unsere Zukunft, daß wir einen Präsidenten haben, für den unsere
Sicherheit und unser Überleben an erster Stelle stehen.

Schließlich werden manche von Ihnen sagen:

Wieviel ist genug?

Nach-

dem wir unsere Verteidigungskapazitäten in der ersten Amtszeit gestärkt
haben, könnten wir uns doch nun anderen Prioritäten zuwenden.

Ich will nicht so tun, als gäbe es eine einfache Antwort auf die Frage, wieviel genug ist.

Die Schlußfolgerungen bezüglich, Risiko, Glaub-

würdigkeit und Abschreckung

ruhen auf vielen schwierigen Überlegungen.

Manche Menschen würden lieber dieser Frage entgehen, indem sie sich vorstellen, es gäbe ein eindeutiges Kalkül der Abschreckung.

Der Anspruch

auf - falsche - Präzision dient keinem anderen Zweck als der Verwirrung.

Beim Bau eines Hauses in einem Gebiet, in dem es Orkane oder Erdbeben
gibt, kann der Bauherr mehr oder weniger Vorsichtsmaßnahmen
- und mehr oder weniger
nennt.

ergreifen

für das ausgeben, was man "Sicherheitsprämie"

Man stelle sich nur jemanden vor, der das Haus für seine Familie

dort baut, wo häufig Hurrikane durchziehen und der dieser Bedrohung keine
Aufmerksamkeit schenkt, der seine Familie bei einem Hurrikane lieber in
dem Haus läßt als sie in eine sicherere Gegend zu bringen - nur, um Geld
zu sparen für ein zweites Auto.

Die meisten Amerikaner würden einen sol-

chen Menschen als leichtsinnig und rücksichtslos ansehen. Die Frage, die
sich dem amerikanischen Volk bei der Planung unserer Verteidigung stellt,
ist die, wie vorsichtig oder risikobereit wollen wir bei der Sicherheit
unserer Nation sein.

Man kann es auch zugespitzter

formulieren:

Der Vergleich mit der

"Sicherheitsprämie" beim Bau eines Hauses hat etwas Passives.
- 8-

Unsere

�Passives.

Unsere präventiven Maßnahmen hingegen beeinflussen aktiv die

Absichten potentieller Aggressoren, wenn sie unsere Interessen bedrohen
wollen.

Militärische Stärke ist besser als Schadensbehebung.

Nehmen wir ein anderes einfaches Beispiel.

Unsere internationale Si-

cherheit läßt sich mit unserer Sicherheit vor Straftätern im eigenen Land
vergleichen.

Wenn wir unsere Banken und Häuser vor Einbruch und Raub

schützen, wenn unsere Polizei und unsere Gerichte rasche und eindeutige
Bestrafung von Kriminellen garantieren und wenn wir eine angemessene Versicherung abschließen, verringert sich der Anreiz für einen potentiellen
Straftäter, ein Verbrechen zu begehen.
gen Unfälle zu treffen.

So versuchen wir Vorkehrungen ge-

Gleichermaßen begegnen wir einer möglichen so-

wjetischen Herausforderung, wenn wir über eine ausreichende amerikanische
Verteidigungskapazität verfügen, die die Sowjetunion davon überzeugt, saß
ihre Aggression zum Scheitern verurteilt sein würde.

Das Verteidigungsministerium gibt keinen Pfennig aus, den der Kongreß
nicht bewilligt hat - und kann es auch nicht.

Natürlich weiß ich, daß

viele Kongreßmitglieder und viele Bürger der Meinung sind, man sollte bei
unseren verstärkten Verteidigungsanstrengungen jetzt erst einmal Halt machen oder sie sogar zurückstutzen.

Die Vereinigten Staaten können ihre

Verteidigungsausgaben beschneiden - aber nicht ohne unsere Streitkräfte
zu schwächen.

Die Vereinigten Staaten können ihre Streitkräfte schwä-

chen, - aber nicht ohne unsere Abschreckung zu schwächen; und wir können
natürlich unsere Abschreckung schwächen - nicht jedoch, ohne die Gefahr
einer sowjetischen Aggression und eines Krieges zu erhöhen.

Manche Ame-

rikaner scheinen bereit zu sein, das höhere Risiko einer sowjetischen Aggression in Kauf zu nehmen, indem wir unsere eigene Versicherung verringern.

Aber ich bin noch immer der Ansicht: Wenn das amerikanische Volk

sich diese Alternative genau ansieht, dann wird sich die Mehrheit immer
gegen eine Schwächung unserer Abschreckung und eine Erhöhung der Kriegsgefahr aussprechen.

Und ich kann Ihnen versichern: Solange ich als Ver-

teidigungsminister im Amt bin, werde ich alles in meiner Macht Stehende
tun, um diese Gefahren

so deutlich darzulegen wie ich dies nur kann

- ganz gleich, wie lästig und unangenehm dies für einige auch sein mag
- 9-

�sein mag - und uns an die potentiell katastrophalen Folgen erinnern, wenn
man die Sieherheitsprämie reduziert und sich mit weniger als der sicherstmöglichen Abschreckung zufrieden gibt.

3. Grundpfeiler unserer Verteidigungspolitik der neunziger Jahre

Unsere Verteidigungspolitik der neunziger Jahre hat viele Aspekte.
Ich will hier drei nennen: SDI und die nukleare Abschreckung, Anwendung
von Gewalt und konventionelle Abschreckung sowie eine Strategie zur Verringerung der Rüstung und zur Abrüstung.

SDI und nukleare Abschreckung;

Die Strategische Verteidigungsinitia-

tive des Präsidenten (SDI) verblüfft viele der traditionellen Theoretiker.

Es geht hierbei um eine Strategie, die für ihn die höchste Priori-

tät hat. Und es handelt sich um eine weit sicherere Abschreckung als der
Pakt zu gegenseitigem Selbstmord, den wir eingegangen sind, und der derzeit für uns die einzige Möglichkeit der Friedenssicherung darstellt.

Kritiker der Strategischen Verteidigung sind normalerweise Befürworter der "Gegenseitig Gesicherten Zerstörung" (MAD).

MAD beschreibt eine

Situation, in der beide Supermächte nach Erleiden eines umfassenden nuklearen Erstschlags durch den Gegner immer noch über die Fähigkeit verfügen, den Gegner durch Kernwaffen so zu treffen, daß er als moderne Gesellschaft zerstört wird.

Das ist die Lage heute. Und deshalb nenne ich

das einen Pakt zum gegenseitigen Selbstmord.

Sowohl die Vereingten Staa-

ten als auch die Sowjetunion sind in der Lage, den anderen zu vernichten
- gleich, was dieser unternimmt.

Den Befürwortern von MAD zufolge bildet

dieser gegenseitige Selbstmordpaktr den Grundstein der strategischen Stabilität.

Weil jeder die Möglichkeit hat, die Gesellschaft des anderen zu

zerstören, kann keiner daran denken, einen Krieg zu führen. Dadurch wird
der krieg abgeschreckt.

So setzen sich viele Befürworter von MAD für

Maßnahmen ein, die den Atomkrieg so schrecklich wie möglich machen wür- 10-

�machen würden, um ihn dadurch so undenkbar wie möglich zu machen.

Viele

sind gegen jegliche Form der Verteidigung - vom Zivilschutz bis zur strategischen Verteidigung.

Die Strategische Verteidigungsinitiative von Präsident Reagan stellt
nunmehr die Frage:

Ist eine nukleare Abschreckung, die als einziges Mit-

tel mit der Apokalypse droht, wirklich glaubwürdig?

Wenn die Sowjetunion

sieht, daß wir in Reaktion auf einen begrenzten Nuklearangriff von ihrer
Seite aus keine andere Antwort haben als die, einen Mechanismus auszulösen, der möglicherweise gegenseitigen Selbstmord bedeutet - könnte die
sowjetische Führung dann nicht eines Tages auf den Gedanken kommen, wir
würden auf einen solch begrenzten Angriff lieber nicht reagieren?

Um

dies zu vermeiden zog seit den frühen siebziger Jahren jeder Präsident
und

jeder

Verteidigungsminister

die

Schlußfolgerung,

die

Vereinigten

Staaten würden dann zur Abwehr eines Angriffs in der Lage sein, wenn wir
die Fähigkeit entwickeln, auf selektive sowjetische Angriffe auch selektiv und nicht wahllos reagieren zu können.

Der Einspruch der Befürworter von MAD lautet aber:

Warum etwas auf-

geben, das den Frieden seit nunmehr schon vierzig Jahren bewahrt hat?
Weil dem in Wirklichkeit gar nicht so war. MAD gibt es erst seit kurzem.
Ein Großteil der vergangenen vierzig Jahre wurde zunächst einmal durch
das amerikanische Nuklearmonopol gesichert, dann durch eine beträchtliche
nukleare Überlegenheit der Vereinigten Staaten.

Erst vor kurzem hat die

Sowjetunion die Fähigkeit zu einem gesicherten Zweitschlag gegen die Vereinigten Staaten erhalten.

In dem Maß, in dem die sowjetische Kapazität

sich ausgeweitet hat und sie uns an Anzahl der Startgeräte und hinsichtlich des Wurfgewichts überlegen ist, hat die Glaubwürdigkeit unserer nuklearen Abschreckung nachgelassen.

Für mich gibt es drei völlig überzeugende Argumente für Präsident
Reagans SDI - von denen jede als Argument für das von uns unternommene
Forschungsprogramm ausreicht und die alle drei völlig korrekt sind.

Sie

lauten: der sowjetische Durchbruch, die sowjetische Vertragsaufkündigung
sowie die Möglichkeit, daß Wissenschaft und Technologie Amerikas etwas
- 11-

�Amerikas etwas erreichen können, was manchen als unmöglicher Traum erscheint.

Lassen Sie mich nacheinander auf diese drei Argumente eingehen.

Seit dem ABM-Vertrag des Jahres 1972 hat

die Sowjetunion für ihre

strategische Verteidigung mindestens so viel Mittel verwendet wie für ihre ungeheure Aufrüstung im Bereich der strategischen, nuklearen Offensivwaffen.

Die sowjetische Luftverteidigung besteht mittlerweile aus über

13 000 Startgeräten für Boden-Luft-Raketen sowie einem gewaltigen Radarund Abfangjägernetz.

Die Sowjetunion hat das einzige, vom ABM-Vertrag

gestattete, ABM-System - nämlich das System um Moskau - für Verbesserungen, Erprobungen
gungsanlagen

und Erfahrungen im Bereich von umfassenden Verteidi-

gegen ballistische

Raketen genützt.

Außerdem

investieren

die Sowjets sei über zwei Jahrezehnten gewaltige Summen in alle Formen
der Luftabwehr - einschließlich genau jener Technologien, die unser eigenes

Forschungsprogramm

zur strategischen

Verteidigung

umfaßt.

Selbst

wenn man die Kosten der Strategischen Verteidigungsinitiative des Präsidenten für das Jahr 1985 mit in den Vergleich einbezieht, gibt die Sowjetunion etwa zehnmal so viel für ihre strategische Verteidigung aus wie
die Vereingten Staaten.

Die sowjetische Heuchelei in dieser Frage erreicht wahrlich Orwell'sche Ausmaße.

Zehn Tage, nachdem Präsident Reagan seine Pläne zur Erfor-

schung der Möglichkeit einer strategische Verteidiung darlegte, druckte
die PRAWDA eine Erklärung, in der bedauert wurde, daß so viel wissenschaftliches Talent für die Entwicklung derlei defensiver Systeme vergeudet werde.

Zu den Unterzeichnern dieser Erklärung gehörte der Mann, der

in der Sowjetunion für das strategische Verteidigungsprogramm zuständig
ist, der in der Sowjetunion die tödlichsten strategischen Raketen entworfen hat, der die militärischen Laserprogramme leitet und der Architekt
des jetzt bei Moskau dislozierten Raketenabwehrsystems ist - samt einigen
Dutzend seiner Mitarbeiter.

Mittlerweile haben die Sowjets mehr von den Großradaranlagen mit phasengesteuerter Abtastung disloziert, auf die sich ein landesweites ABMSystem stützen würde, als die ins eigene Land ausgerichteten Radaranla- 12-

�ausgerichteten Radaranlagen, deren Dislozierung die Vereinigten Staaten
für das System geplant hatten, das wir 1972 aufgaben - nämlich zweimal so
viele.

Und dazu gehört auch die Radaranlage, die derzeit bei Krasnojarsk

gebaut wird - eine Anlage, die eklatant und völlig ungerechtfertigt den
ABM-Vertrag verletzt.

Diese Beweislage bringt uns zu dem Schluß, daß die sowjetische Führung zu keiner Zeit die Theorie der gegenseitig gesicherten Zerstörung
akzeptiert hat, für die viele Amerikaner eintreten und die als Grundlage
des ABM-Vertrags diente.

Vielmehr hat die sowjetische Führung eine große

und anhaltende Anstrengung unternommen, die Verwundbarkeit ihres Landes
- und insbesondere iire eigene - zu verringern. So sind die Sowjets uns
heute nicht nur in der Entwicklung und Dislozierung der strategischen
Verteidigung voraus, sondern sie haben auch so viel mehr Mittel in diese
Technologien und in viele andere Bereiche investiert, daß unser SDI-Forschungsprogramm, das der Präsident in die Wege geleitet hat, allein schon
als Vorsichtsmaßnahme gegen einen sowjetischen Durchbruch gerechtfertigt
wäre - selbst wenn dies nur die einzige Überlegung wäre.

Das Argument einer "sowjetischen Vertragsaufkündigung" schließt sich
logisch an.

Die sowjetischen Verteidigungsanstrengungen sind so unent-

wegt, daß wir die Möglichkeit einer konkreten Aufkündigung des ABM-Vertrags in unsere Überlegungen mit einbeziehen müssen.

Wenn die Sowjets

heute eine strategische Verteidigung dislozieren könnten, die ihren Interessen in erheblichem Maße förderlich wäre - wer wollte daran zweifeln,
daß sie das trotz des Vertrags und ihrer heuchlerischen Kritik an unserem
Programm auch tun würden?

Ein tatkräftiges strategisches Verteidigungs-

programm der Vereinigten Staaten ist daher von entscheidender Bedeutung,
um sicherzustellen, daß wir nicht eines Tages aufwachen und sehen, wie
die Sowjets sich an eine umfassende Dislozierung machen.

Ein drittes und nach meiner Ansicht das schlüssigste Argument für unser SDI-Programm ist. die Möglichkeit, daß Wissenschaft und Technologie
eine Zukunft schaffen können, in der Nuklearraketen immer weniger in der
Lage sein werden, ihre schreckliche Mission zu erfüllen und schließlich
- 13-

�und schließlich machtlos und überholt sein werden.

Dieser Weg zu einer

sichereren Welt wird weder leicht noch kurz sein.

Unser Forschungspro-

gramm ist der notwendige erste Schritt.

Aber wenn man bedenkt, was Ex-

perten in der Vergangenheit bezüglich dessen erklärt haben, was in unserer Zukunft nicht getan werden könnte, dann bin ich einigermaßen enttäuscht über die Arroganz, mit der einige hervorragende

amerikanische

Wissenschaftler und andere erklären, der Traum des Präsidenten sei unmöglich.

Erinnern wir uns daran, daß Albert Einstein im Jahr 1932 voraus-

sagte:

"Es besteht nicht das geringste Anzeichen, daß Kernenergie jemals

möglich sein wird.

Das würde bedeuten, daß das Atom beliebig aufgespal-

ten werden müßte."
Solche bedeutsamen Irrtümer bestärken mich nur in meiner Überzeugung,
daß wir ein nachhaltiges Forschungsprogramm

weiterführen müssen.

Das

Ziel und die Entschlossenheit des Präsidenten laufen ganz einfach darauf
hinaus, alles in unseren Kräften Stehende zu tun, um zur Schaffung einer
viel sichereren Welt für kommende Generationen beizutragen.

Selbstver-

ständlich werden wir das nicht aufgeben.
Konventionelle Abschreckung und Anwendung von Gewalt: Ich erwähne
diese Säule unserer Verteidigungspolitik für die neunziger Jahre hauptsächlich deswegen, um den Unterschied zwischen unserer Strategie der konventionellen Abschreckung und den Theorien der kontrollierten Eskalation
und des begrenzten Krieges der späten fünfziger Jahre zu unterstreichen.
Nach den in den fünfziger und Anfang der sechziger Jahren entwickelten
Doktrinen war ein begrenzter Krieg im wesentlichen ein diplomatisches Instrument: ein Instrument, um dem Gegner etwas abzuhandeln. Daher mußte
er von der politischen Führung zentral geleitet und mit ganz genauer Kontrolle durchgeführt werden. Nach den damaligen Theorien würde die
schrittweise Anwendung amerikanischer Gewalt zusammen mit der Androhung
der Eskalation zur nächsten Sprosse auf der Leiter die Gegner Amerikas
dazu bewegen, eine Beilegung zu akzeptieren, mit der sie eine strategische Niederlage verhüten konnten.
Der fatale Fehler
- 14-

�Der fatale Fehler dieser Theorien der fünfziger Jahre bestand darin,
daß sie die innenpolitischen Realitäten der amerikanischen Demokratie außer acht ließen.

Diese Theorien wie auch ihre Anwendung durch Lyndon B.

Johnson in Vietnam in den sechziger Jahren waren eine Nachahmung der Einstellung zum Krieg aus dem 18. Jahrhundert.

In jenen Zeiten war der

Krieg, wie Clausewitz feststellte, noch eine Angelegenheit, die nur Regierungen anging und die Rolle des Volkes war einfach die eines Instruments.

Die Schöpfer der amerikanischen Verfassung lehnten diese Vorstel-

lung vom Krieg ab.

Unsere Verfassung behält allein dem Kongreß als Ver-

treter des Volkes das Recht vor, Krieg zu erklären.

Und so haben vor Ko-

rea und Vietnam - atßer ^ür gelegentliche kurze Exkursionen - die Präsidenten schwer daran gearbeitet, einen öffentlichen Konsens herzustellen,
bevor sie Amerika in den Krieg führten.

So hat sich noch Franklin D.

Roosevelt von 1939 bis 1941 darum bemüht, einen Konsens herzustellen,
selbst als Europa schon eingeschlossen war.

Er konnte nichts anderes

tun, und wenn er auch gerne etwas anderes getan hätte, so hat Roosevelt
niemals daran gedacht, amerikanische Truppen ohne die Billigung des Kongresses und die Sicherstellung der Unterstützung durch das amerikanische
Volk in die Schlacht zu schicken.

In Korea und dann in Vietnam zog Ame-

rika ohne einen starken Konsens der Unterstützung und Zustimmung zu unseren grundlegenden Zielsetzungen in den Krieg.

Und so hat einer meiner

Vorgänger, der frühere Verteidigungsminister Robert McNamara einmal festgestellt, daß "der größte Beitrag, den Vietnam leistet - Recht oder Unrecht steht hier nicht zur Debatte - darin besteht, daß es eine Fähigkeit
in den Vereinigten Staaten entwickelt, einen begrenzten Krieg zu führen,
einen Krieg zu führen ohne die Notwendigkeit, die Öffentlichkeit dazu
aufzustacheln."

Und dieser Erklärung kann ich nur hinzufügen, auch ohne

die Notwendigkeit
Truman und

oder

die

Absicht

zu gewinnen.

Und, wie

Präsident

Präsident Johnson entdecken mußten, das amerikanische Volk

hatte das letzte Wort.

Die sechs Bedingungen, die ich im vorigen Jahr hier für die Anwendung
militärischer Gewalt aufgestellt habe, unterstreichen, daß die amerikanische Regierung, wenn sie daran denkt, amerikanische Streitkräfte im
Kampf einzusetzen, als erstes feststellen muß, daß es um unsere Lebensin- 15-

�unsere Lebensinteressen geht; daß wir bereit sind, genügend Streitkräfte
einzusetzen, um zu siegen; daß wir klar definierte politische und militärische Ziele haben; daß wir unsere Streitkräfte so aufgebaut haben, daß
sie unseren Zielen und Zwecken entsprechen; daß wir vernünftigen Grund zu
der

Annahme

haben, daß

uns

das

amerikanische

Volk

unterstützt; und

schließlich und letztlich, daß amerikanische Streitkräfte nur als letzter
Ausweg zum Kampf eingesetzt werden dürfen.

Die amerikanischen Interessen sind nirgendwo in Stein gemeißelt.

Wir

sollten niemals der Versuchung erliegen, einen weiten Bogen von Lebensinteressen zu definieren, wie dies Außenminister Acheson Anfang der fünfziger Jahre getan hat, damit aber praktisch bekanntgeben, daß bestimmte Gebiete "außerhalb unseres strategischen Perimeters liegen".
nicht zulassen, daß die Sowjets unsere Interessen definieren.

Wir dürfen
Die Beur-

teilung von Lebensinteressen wird manchmal von den Umständen des jeweiligen Falles, der jeweiligen Entwicklung wie auch innewohnender Werte abhängen.

Die Notwendigkeit zu gewinnen, setzt eindeutig definierte Ziel-

setzungen und ein festes und entschlossenes Amerika voraus.

Kein Aspekt meiner Kriterien für die Anwendung von Gewalt fand mehr
Beachtung und Kritik als die Forderung, daß wir die angemessene Gewähr
einer Unterstützung durch das amerikanische Volk brauchen.
Gewähr, so erklären die Kritiker, könne es nicht geben.

Eine solche

Eine Regierung,

die gezwungen sei, auf die Zustimmung des Volkes zu warten, wäre in der
internationalen Politik gelähmt.

Manche Leute behaupten sogar, dies wür-

de bedeuten, daß Amerika überhaupt keinen Krieg führen könne.
Ich habe nicht die Absicht, die Enttäuschungen der Führung in einer
Demokratie

beiseite

richtig informiert.

zu

schieben.

Die Öffentlichkeit

ist nicht

immer

Wenn Roosevelt vielleicht bereit gewesen wäre, aus

eigener Vollmacht im Jahr 1939, 1940 oder 1941 in den Zweiten Weltkrieg
einzutreten, dann hätten das Volk und der Kongreß ihn vielleicht unterstützt.

Das weiß niemand.

Aber wir dürfen nicht vergessen, daß zu dem

Zeitpunkt, als die ganze Macht der öffentlichen Meinung in Amerika eindeutig für die Notwendigkeit des Sieges in einem Weltkrieg mobilisiert
- 16-

�Weltkrieg mobilisiert war, wir auch zusammen mit unseren Verbündeten in
der Lage waren, die bedingungslose Kapitulation der Nazis und der Japaner
sicherzustellen.

Mein Argument lautet nicht, daß das Urteil, zu dem das amerikanische
Volk gelangt ist, unbedingt immer richtig sein muß.
scheidener und wichtiger.

Meine These ist be-

Sie besagt, daß die amerikanische Demokratie

auf dem Grundsatz aufgebaut ist, daß das amerikanische Volk nicht unbedingt immer recht hat, es aber keine bessere Richtschnur für eine kluge
Politik gibt.

Unsere Regierung basiert daher auf einem Prozeß, der den

Präsidenten und den Kongreß zwingt, die Führung zu übernehmen, aber die
Unterstützung des amerikanischen Volkes anzustreben und zu erhalten, um
so einen Kurs des Handelns durchhalten zu können.

Dies alles geht von

der Annahme aus, daß dieser Prozeß auf längere Sicht zu klügeren Entscheidungen führt, als alle anderen bisher bekannten Mechanismen.
Verfassung

behauptet

nicht, daß dieser

Unsere

Prozeß leicht sein wird.

Wie

Churchill einmal bemerkte, ist die Demokratie die schlechteste Regierungsform, die die Menschheit kennt - mit Ausnahme aller anderen Formen.
Unsere Regierung ist auf jeden Fall auf die Überlegung gegründet, daß das
sachkundige Urteil des Volkes eine klügere Richtschnur sein wird, als die
Auffassung eines Präsidenten allein, oder eines Präsidenten samt seiner
Mitarbeiter oder irgendeiner selbsterwählten Elite.

Die Vorsicht, die aus diesen sechs Vorbedingungen für die Anwendung
militärischer

Gewalt herausklingt, ist beabsichtigt.

Es gibt auf der

Welt eine endlose Zahl von Krisenherden, wo man sich vorstellen könnte,
daß amerikanische Streitkräfte eine nützliche Rolle spielen könnten.

Die

Theorie, daß die bloße Präsenz einer unzureichenden Zahl amerikanischer
Soldaten die Dinge im positiven Sinne beeinflussen könnte, reicht für unsere Regierung nicht aus, von amerikanischen Soldaten zu verlangen, daß
sie ihr Leben in Demonstrationen aufs Spiel setzen, die keinen Sinn und
Zweck haben.

Wir sind bereit, unser Leben, unser Hab und Gut und unsere

heilige Ehre einzusetzen, wenn die Sache es wert ist.

Aber die Tatsache,

daß eine begrenzte amerikanische Präsenz eine gewisse diplomatische Hebelwirkung bieten könnte, ist nicht ausreichend.
Es ist mir
- 17-

�Es ist mir vorgeworfen worden, daß ich auf der einen Seite rastlos
unsere militärische Stärke aufbauen würde, daß ich aber auf der anderen
Seite zögere, unsere Streitkräfte einzusetzen.

Ich habe festgestellt,

daß unsere Befehlshaber, die unsere Männer in die Schlacht führen würden,
und ihnen Befehle erteilen müßten, die manchmal zu ihrem Tod führen würden, in gleicher Weise entschieden dafür sind, daß die Notwendigkeit solcher letzten Opfer wirklich die Sache wert sein müssen.

Manche Kritiker

werden diese doppelte Verpflichtung zur Stärke und zur Vorsicht als widersprüchlich beurteilen.

Ich glaube, daß diese doppelte Verpflichtung

eine entscheidende Wahrheit und vielleicht auch ein tiefes Paradox zum
Ausdruck bringt.

Die Erkenntnis und Anerkennung des unserer Demokratie

innewohnenden Zögerns, von unseren Soldaten zu fordern, für ihr Land zu
sterben, hebt noch viel deutlicher die Notwendigkeit hervor, über die militärische Macht zu verfügen, die notwendig ist, um Gegner abzuschrecken.
Der rote Faden, der sich durch die Politik der Reagan-Administration
zieht, ist

die Kombination ausreichender militärischer Stärke mit der

klaren Entschlossenheit, einer Aggression zu widerstehen - und damit Herausforderungen zu entmutigen.

Wenn wir den Angriff, der den Einsatz ame-

rikanischer Soldaten als Antwort notwendig machen würde, verhindern, dann
erreichen wir unser Ziel ohne Krieg.

Frieden durch Stärke ist mehr als

nur ein Schlagwort - er ist eine Tatsache.

Was die Entschlossenheit dieser Administration beflügelt, unsere konventionelle

militärische

Kapazität

auszubauen, die

Einsatzbereitschaft

und das Durchhaltevermögen zu verstärken und die Abhängigkeit von Kernwaffen zu verringern, ist unsere Verpflichtung, die konventionelle Abschreckung

funktionsfähig

Abschreckung

zu machen.

Je stärker unsere konventionelle

ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines An-

griffs und desto niedriger ist das Risiko eines Krieges.

Je stärker un-

sere konventionelle Abschreckung ist, desto weniger müssen wir uns auf
die Androhung einer nuklearen Vergeltung verlassen.

Viele Kritiker gaben vor, über die Tatsache erstaunt zu sein, daß
seit dem Zeitpunkt, da Ronald Reagan Präsident wurde und mit dem Wiederaufbau unserer militärischen Stärke begann, die Serie der jährlichen so- 18-

�jährlichen sowjetischen Aggressionen von Angola bis Afghanistan aufgehört
hat.

Wir sind der Überzeugung, daß dies kein reiner Zufall ist.

Eine

Strategie

zur

Verringerung

und

Kontrolle der Rüstungen:

Es

fällt mit schwer, hinsichtlich der Ideen der Rüstungskontrolle aus den
Anfängen der sechziger Jahren unparteiisch zu sein.

Denn wenn man die

Annahmen, von denen das SALT I-Interimsabkommen, der ABM-Vertrag und der
SALT Il-Vertrag ausgehen, genau betrachtet, versteht man, warum Präsident
Reagan dies als "Pseudo-Püstungskontrolle" bezeichnet hat. Als erstes war
man davon ausgegangen, daß ein Abkommen schon an sich gut sei - gleichgültig, welche Auswirkungen es habe.

Zweitens wurden die sowjetischen Motive in Rüstungskontrollverhandlungen als etwas behandelt, was man unabhängig von den allgemeinen politischen und strategischen Zielen der Sowjets betrachten könne, als ob sie
mit den Motivationen nichts zu tun hätten, die ihre strategische Aufrüstung

vorantrieben.

Man ging davon aus, daß sowjetische Rüstungskon-

trollverhandlungen den unsrigen glichen und von ähnlichen Motiven geleitet seien.

Drittens wurden die Anreize für sowjetisches Verhandeln und

Einverständnis vernachlässigt, wodurch Verhandlungen immer wieder in einen Versuch verwandelt wurden, herauszufinden, wozu die Sowjets bereit
wären, ihre Zustimmung zu geben.

Viertens ging man davon aus, daß die

Einhaltung solcher Verträge durch die Sowjets vollständig und umfassend
wäre, selbst wenn keine Strafen für Vertragsverletzungen vorgesehen waren.

Und schließlich ging man davon aus, daß die Sowjetunion diesen Ver-

trägen im wesentlichen mit den gleichen Absichten zugestimmt habe wie die
Vereinigten Staaten.

Diese Annahmen wurden im Lichte der nachfolgenden Ereignisse immer
weniger haltbar.

Während die Vereinigten Staaten nach dem ABM-Vertrag

von 1972 die Ausgaben für ihre Verteidigung senkten, haben die Sowjets im
Gegensatz dazu, wie wir gesehen haben, seit 1972 so viel für ihre strategische Verteidigung investiert, wie sie für ihre außerordentlich offensive Aufrüstung ausgegeben haben.

Mitte der sechziger Jahre stellten die

Vereinigten Staaten den Bau von Abschußrampen für landgestützte Interkon- 19-

�landgestützte

Interkontinentalraketen

ein.

Verteidigungsminister

Mc-

Namara sagte zunächst voraus, daß die Sowjets auf einem Stande einhalten
würden, der etwas niedriger wäre als der unsrige.

Als sie diesen Punkt

überschritten, sagte er voraus, daß sie auf die gleichen Zahlen nachziehen und dann einhalten würden.

In Wirklichkeit übertrafen sie uns zah-

lenmäßig und übertrafen uns weit, was das Wurfgewicht angeht.
Gebiet der unterseebootgestützten
uns.

Nur

auf dem Gebiet

Auf dem

ICBM hielten wir ein, sie überholten

der Gesamtzahl der strategischen Nuklearge-

fechtsköpfe behielten die Vereinigten Staaten ihren Vorsprung, aber die
sowjetischen Programme werden bald an uns vorbeiziehen.

Der ehemalige

Verteidigungsminister Harold Brown hat das Ganze einmal so zusammengefaßt:

"Wenn wir bauen, bauen sie.

Wenn wir anhalten, bauen sie."

Falschinformierte Rüstungskontrollverfechter reden weiterhin von einer Spirale des Wettrüstens zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion.

Aber die Tatsachen sprechen eine ganz andere Sprache.

Heute

besitzen die Vereinigten Staaten rund 8000 weniger Kernwaffen als im Jahr
1976.

Die Megatonnage dieser verringerten amerikanischen Streitmacht be-

trägt kaum noch ein Viertel dessen, was sie Ende der sechziger Jahre betrug.

Darüber hinaus hat das NATO-Bündnis beschlossen, die Zahl unserer

in Europa dislozierten Kernwaffen um weitere 1400 zu verringern.

Im Gegensatz dazu haben wir in den letzten Jahren einen stetigen Zuwachs

der

sowjetischen

Nuklearstreitkräfte

erlebt:

8000

strategische

neue Gefechtsköpfe seit 1969, als die SALT I-Verhandlungen in Gang kamen;
4000 davon wurden seit 1979 hinzugefügt, als der SALT Il-Vertrag unterzeichnet wurde.

Selbst im Rahmen der Einschränkungen von SALT II hat die

Sowjetunion mehr Gefechtsköpfe gebaut, die in der Lage sind, unsere Raketensilos zu zerstören, als sie unserer Meinung nach ohne SALT-Abkommen
gehabt hätte.

Die Einhaltung - oder Nichteinhaltung - von Verträgen, ist ein weiteres Blatt desselben Kapitels.

Schlaue Amerikaner gingen davon aus, daß

die Sowjets zwar vielleicht Zweifelsfälle ausnützen könnten, daß sie aber
blanken Betrug vermeiden würden.

Aber selbst im Falle des ABM-Vertrags
- 20-

�ABM-Vertrags haben

die Sowjets massive Verletzungen begangen.

Es muß

selbst die nachhaltigsten Verfechter der alten Schule der Rüstungskontrolle schaudern machen, wenn sie sich fragen, wie die sowjetische Regierung den ABM-Vertrag so flagrant verletzen konnte.

Manche ziehen sich

darauf zurück, daß sie erklären, es handele sich eigentlich nur um Gerüchte oder technische Verletzungen und wir sollten nicht so provokativ
sein, sie zur Kenntnis zu nehmen.
Ohne über Fehler der Vergangenheit spitzfindig zu sein, müssen wir
doch aus dieser Erfahrung lernen.

Die Einstellung der Reagan-Administra-

tion zur Rüstungskontrolle ist eine ganz andere.

Lassen Sie mich vier

entscheidende Punkte hervorheben.

Erstens, Präsident Reagan besteht darauf, daß wir uns beharrlich auf
ein Ziel konzentrieren:

Wie können wir einen Atomkrieg verhindern und

eine sicherere Welt aufbauen, damit diese Generation - und künftige Generationen - in Frieden und Freiheit leben werden.
Kern des Problems zusammengefaßt:
darf niemals geführt werden."
Nachdenken.

Der Präsident hat den

"Ein Atomkrieg kann nicht gewonnen und

Dieser Grundsatz enthält Wiederholung und

Das zwingende Gebot - ein Atomkrieg darf niemals geführt

werden - ergibt sich aus der Tatsache:

In einem großen Atomkrieg zwi-

schen den Supermächten gäbe es keinen Sieger.

Er wäre in der Tat der ge-

genseitige Selbstmord, von dem ich vorhin gesprochen haben.

Die Entschlossenheit des Präsidenten, dafür zu sorgen, daß ein Atomkrieg niemals geführt werden wird, ist das Mandat für unser derzeitiges
Verteidigungsprogramm und unsere Rüstungsverringerungsinitiative.
Ziel kann in einem einzigen Satz ausgedrückt werden:

Unser

Wir wollen sicher-

stellen, daß die Verteidigung der Lebensinteressen Amerikas es niemals
erforderlich machen wird, daß die Vereinigten Staaten einen Atomkrieg
führen müssen.

In unserer Einstellung zu Rüstungsverringerungen - wie in

unserem gesamten Verteidigungsprogramm - wollen wir die Lebensinteressen
der Vereinigten Staaten schützen und verteidigen, indem wir das Risiko
eines Atomkriegs auf den niedrigst möglichen Stand verringern.
Zweitens,
- 21-

Rüstungsverringerung

�Zweitens, Rüstungsverringerung ist eine Komponente unserer umfassenderen nationalen Sicherheitspolitik - und kein isoliertes Ziel oder unabhängiges Instrument.

Rüstungsverringerung ist einer der Wege, auf dem

wir die Ziele unserer nationalen Sicherheit verfolgen können.

Die Er-

kenntnis, daß Rüstungsvechandlungen und -abkommen nur ein Teil des Gesamtverhältnisses zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion
sind, stellt eine wichtige Dimension jeder wirksamen Strategie zur Erreichung von RüstungsVerringerungen deutlich und klar heraus.

Diese Di-

mension wurde bei der früheren Einstellung völlig vernachlässigt.
die Dimension der Anreize für die Sowjets.

Es ist

Welches sind die Anreize für

die Sowjets, nützlichen und wirksamen Abkommen für echte Verringerungen
zuzustimmen?

Und was noch entscheidend wichtiger ist, welches sind die

*

Anreize für die Sowjets, das einzuhalten, was sie unterschrieben haben?
Wenn wir die amerikanischen Streitkräfte planen und Waffen beschaffen,
während wir gleichzeitig mit der Sowjetunion verhandeln, dann ist es notwendig, den Sowjets Anreize zu schaffen, Abkommen zuzustimmen, die unseren Interessen dienen.

Fragen Sie sich doch selbst:

Warum beginnt die

Sowjetunion jetzt über große Kürzungen der Offensivstreitkräfte zu sprechen?

Jawohl, so einfach ist das:

Wir müssen nicht nur aus einer Posi-

tion der Stärke heraus verhandeln, sondern das ist in der Tat der einzige
Weg, auf dem wir wirksam verhandeln können.

Es ist nicht der gute Wille

der Sowjets, sondern unsere Stärke, die ihren Wandel herbeigeführt hat.

Drittens, ausgehandelte strukturelle Rüstungsabkommen müssen die Zahl
der Waffen verringern, statt Erhöhungen zu legitimieren. Präsident Reagan
hat die Hauptkriterien für akzeptable Abkommen über eine Verringerung der
Rüstungen dargelegt.

Sie müssen (a) die Zahl der Offensivsysteme wesent-

lich senken, (b) die Parität - nicht nur nach der Zahl der Gefechtsköpfe,
sondern nach Wirksamkeit gemessen - auf einer sehr viel niedrigeren Ebene
auf beiden Seiten als heute herbeiführen, (c) verifizierbar sein und (d)
zu einer allgemeinen Politik der Stärkung des Friedens und der Stabilität
beitragen.

Viertens, über ausgehandelte Verträge zu Strukturen und Zahlen von
Waffen hinaus gibt es einen in gleicher Weise wichtigen Bereich von Ini- 22-

*

�von Initiativen, die die nuklearen Rüstungen kontrollieren und die Risiken ihrer Anwendung verringern.

Diese Initiativen konzentrieren sich auf

Faktoren, die sich auf unbeabsichtigte
Eskalation, Kommunikationskapazität
keiten, falschen

Vorstellungen

Zwischenfälle, nicht genehmigte

und die Beseitigung von Zweideutig-

und

Mißverständnissen

beziehen.

Dieser

Bereich der Tagesordnung unserer Rüstungsverhandlungen schließt eine große Zahl von Maßnahmen ein, die die Vereinigten Staaten unabhängig und ohne sowjetische Nachahmung oder Übereinstimmung ergreifen können, aber auf
eine Weise, die tatsächlich die Risiken von ungewollten Zwischenfällen,
unautorisierten

Einsätzen

oder

unbeabsichtigter

Eskalation

verringern.

Die Reagan-Administration hat auf diesem Gebiet beachtliche Fortschritte
erzielt.

In der zweiten Amtsperiode wollen wir sogar noch größere Fort-

schritte machen.

Wir denken ferner an eine Reihe von Maßnahmen, die wir bilateral mit
der Sowjetunion durchführen können.

Vor über zwei Jahren habe ich den

Sowjets durch ihren Botschafter hier eine längere Liste überreicht, die
unter anderem vorschlägt:

Erstens die Verbesserung des Heißen Drahtes

zwischen Washington und Moskau - was derzeit auf der Basis gegenseitiger
Übereinstimmung stattfindet; zweitens die Abhaltung regelmäßiger Gespräche zwischen hohen Militärs beider Länder; drittens regelmäßige Treffen
auf höchster Ebene von Vertretern der Verteidigungs- und Außenministerien; viertens Einrichtung direkter Fernmeldeverbindungen zwischen unserem
Verteidigungsministerium

und

dem

sowjetischen

Verteidigungsministerium;

fünftens die Begrenzung bestimmter militärischer Manöver, wie etwa Bewegungen von mehr als einer Division in der Nähe der innerdeutschen Grenze
oder Mehrfachstarts

von Nuklearraketen; sechstens ein amerikanisch-so-

wjetisches Abkommen über gemeinsame Vorausplanung zur Abwehr von möglichen terroristischen Akten von Drittländern.

Worum es uns hier wirklich

geht, ist, daß wir uns mit dem Risiko eines Atomkrieges befassen, der aus
Ereignissen entstehen könnte, die außer Kontrolle geraten.

Außer der Zu-

stimmung zur Verbesserung des Heißen Drahtes haben die Sowjets an anderen
Maßnahmen kein Interesse gezeigt.

Ich
- 23-

fasse zusammen:

�Ich fasse zusammen:

Was ist unsere Strategie?

Die Abschreckung für

die neunziger Jahre sollte eine Abschreckung sein, die so sicher und
stark wie möglich ist.
Was ist unser Ziel?

Freiheit und Frieden, der Schutz unserer Lebens-

interessen und derer unserer Verbündeter mit dem niedrig möglichsten Risiko eines Atomkrieges, ja überhaupt eines Krieges.
Was ist unsere Hoffnung? Daß mit der Zeit unsere Entschlossenheit,
der Sowjetunion jeden bedeutsamen, ausnutzbaren militärischen Vorteil gegenüber unseren Lebensinteressen zu verwehren, sie dazu bewegen wird,
sich attraktivere alternative Anwendungsmöglichkeiten ihrer Ressourcen
und ihrer Energien zu überlegen. Wir machen uns keine Illusionen, daß
die sowjetische Führung etwa durch unsere Worte oder durch irgendwelche
kurzfristigen Demonstrationen unserer Verpflichtung überzeugt werden
könnte. Aber wir sind der Überzeugung, daß wir mit der Zeit, wenn wir
unsere feste langfristige Entschlossenheit, eine nachhaltige und wirksame
Abschreckung aufrechtzuerhalten, an den Tag legen und einsetzen, nicht
nur den Frieden erhalten, sondern auch die Sowjetunion zu einem friedlichen Wettbewerb bewegen können. Zu einem friedlichen Wettbewerb der Ideen, in dem wir die Möglichkeit haben, dem sowjetischen Volk die Verbesserung der Lebensqualität unserer Bürger und die Vorzüge unserer Freiheit
und unserer Werte zu zeigen, würden wir sie begrüßen. Aufgrund der erheblichen inneren, wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Probleme,
vor denen die Sowjetunion heute steht, sind wir überzeugt, daß Generalsekretär Gorbatschow keine klügere Entscheidung treffen könnte, als die
Tatsache zu akzeptieren, daß wir keine militärische Bedrohung für ihn
darstellen und daß er seine Priorität von der Suche nach sowjetischen militärischen Vorteilen jetzt zu einem friedlichen Wettbewerb verlagern
kann.

* * * * *

�16. Oktober 1985

16

DATENSPEICHER ANTARKTIS
- US-Projekte der Forschungssaison 1985/86 -

- (AD) - Von Vulkanismus im Gebiet des Ross-Eisschelfs bis zur Dichte
von Kolonien einzelliger Algen reichen die amerikanischen Forschungsprojekte während des Australsommers 1985/86 in der Antarktis.

Seit 30 Jah-

ren kommen Wissenschaftler von zahlreichen Universitäten der Vereinigten
Staaten für die Monate November bis Februar - manche auch für längere
Zeit - zum "Weißen Kontinent".

Dank der Abgeschiedenheit dieser fernen

Region und ihres extrem kalten Klimas sind dort "Indikatoren" für Umweltbedingungen in vergangenen Erdzeitaltern nahezu unverfälscht konserviert.
So bietet die Antarktis ideale Möglichkeiten für Untersuchungen zu bestimmten Perioden der Erdgeschichte, dazu von physikalischen, chemischen
und biologischen Prozessen, die heute für die verschiedensten naturwissenschaftlichen Disziplinen von Bedeutung sind.

An den 87 von der "Na-

tionalen Wissenschaftsstiftung" (NSF) der USA für die diesjährige Saison
vorgesehenen Forschungsprojekten sind 320 amerikanische

Wissenschaftler

beteiligt.
Allein 60 Forscher

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Allein 60 Forscher von 12 amerikanischen Universitäten, die meisten
von

ihnen

Geologen, werden

Transantarktik-Gebirge

sich auf das Beardmore-Gletschergebiet

zwischen

McMurdo-Sund

und

Südpol

im

konzentrieren.

Mit ca. 160 km Länge und bis zu 50 km Breite ist dieser Gletscher einer
der vielen Eisströme, die Eismassen von der mächtigen ostantarktischen
Platte zum Ross-Eisschelf transportieren.

Da das Beardmore-Gebiet aber

auch weite eisfreie Flächen mit gut erhaltenen Gletscherablagerungen aufweist und überdies relativ nahe zur Mitte des Kontinents liegt, ist es
ein interessantes Naturlaboratorium zur Überprüfung der sich zum Teil erheblich widersprechenden Hypothesen über das Verhalten des antarktischen
Eispanzers :.m Verlauf der Eiszeitalter auf unserer Erde.

Wie in den vergangenen Jahren arbeiten die Wissenschaftler aus den
Vereinigten Staaten nicht nur auf den amerikanischen Antarktis-Stationen
urd Forschungsschiffen, sondern pflegen auch enge Kontakte zu Kollegen
aus Großbritannien, Frankreich, Kanada, Japan, Neuseeland, Polen und der
Sowjetunion.

Manche Projekte werden gemeinsam mit Wissenschaftlern aus

diesen Ländern durchgeführt.

Leiter der Expedition in der Beardmore-Region ist Prof. David Elliot,
Geologe von der Staatsuniversität Ohio.

Er hatte im Jahr 1967 zusammen

mit drei Kollegen zum ersten Mal ein Wirbeltier-Fossil in der Antarktis
entdeckt.

Es handelte sich um einen Kieferknochen von einem "Labyrintho-

dont", einer Amphibienart.

Diese Panzerlurche, seit Millionen

ausgestorben, gelten als die ältesten vierfüßigen Wirbeltiere.

Jahren
Sie er-

reichten Größen von der eines Salamanders bis zu jenen von Alligatoren.
Vor etwa 350 bis 200 Millionen Jahren waren sie weit verbreitet.
Fundstelle Lag ca. 520 km vom Südpol entfernt.

Die

In den kommenden Monaten

wird man in Beardmore-Gebiet nach weiteren Überresten von Wirbeltieren
aus der Zeit vor 280 bis 210 Millionen Jahren suchen.

Eine kleine Gruppe von Geologen befaßt sich mit der Herkunft der Ablagerungen, die die Gletscher auf den Gipfeln des transantarktischen Gebirges vor mehr als drei Millionen Jahren zurückließen.

Diese Studien

konnten helfen, eine Erklärung dafür zu finden, weshalb solche Ablagerun- 2 -

�solche Ablagerungen, die in Höhenbereichen von mehr als 3000 m über dem
Meeresspiegel gefunden werden, marine Mikrofossilien enthalten.

"Das An-

wachsen und die Veränderungen der antarktischen Eisplatten, wie wir sie
heute kennen, dürfte vor mehr als 30 Millionen Jahren begonnen haben",
meinte Prof. Elliot.

Vom Zeitpunkt und der Größenordnung der Veränderun-

gen wisse man sehr wenig.

Vielleicht bringen die Untersuchungen in der

bevorstehenden Saison mehr Licht ins Dunkel der Vergangenheit.
taniker interessieren sich für fossile Ablagerungen in Torf.

Paläobo-

Sie suchen

nach pflanzlichen Überresten, die mit Kieselsäure durchsetzt sind.

Durch

die Kieselsäure blieben die Strukturen gut erhalten, obgleich die Pflanzen schon vor 250 Millionen Jahren gelebt haben können.

Natürlich spielen auch Meteoritenfunde wieder eine wichtige Rolle.
Denn die Beten aus fernen kosmischen Welten sind, sofern sie in der Antarktis auf die Erde stürzten, seitdem praktisch unverändert.
sind

sie

frei von organischen

Vor allem

"Verunreinigungen" irdischen Ursprungs.

Sie helfen nicht nur, mehr Informationen über Herkunft und Entwicklung
von Planeten und ihren Monden, sondern auch Hinweise auf den Ausgangsort
der Meteoriten sowie über die Stärke der kosmischen Strahlung in grauer
Vorzeit zu vermitteln.

Reges Leben am Rand der Eismassen
Viele zufällige Beobachtungen und die Ergebnisse einiger Meßprojekte
ließen darauf schließen, daß die Grenzzone zwischen Eismassen und Meer
- und das gilt für fast alle Randmeere der Antarktis - mehr pflanzliche
und tierische Lebewesen und eine höhere biologische Aktivität aufweist
als offenes Meer oder Packeis allein.

Es wird vermutet, daß die Randzone

ein wichtiges Nahrungsgebiet für Seevögel und Säugetiere, insbesondere
Robben, darstellt.

Auf einer Expedition im Nordteil des Weddell-Meeres

in November und Dezember 1983 waren dichte Felder blühender Algen und
auffallend viele wirbellose Tiere, die dort Nahrung suchten, bemerkt worden .
Diesem Phänomen

�Diesem Phänomen will man jetzt mit einem speziellen Forschungsprojekt
("Antarctic Marine Ecosystem Research at the Ice Edge Zone" - AMERIEZ)
auf den Grund gehen.

Erkundungen des marinen Ökosystems im Grenzgebiet

der Eisfelder unternehmen 12 Forscher unter der Leitung von Dr. Cornelius
Sullivan (Universität Südkalifornien) an Bord des Forschungsschiffes MELVILLE und des Eisbrechers GLACIER.

Zur Zeit seiner größten Ausdehnung,

bei Frühlungsbeginn In der Antarktis, umfaßt das der Randzone zugerechnete Packeis rund um den Kontinent eine Fläche von 18 bis 20,7 Millionen
Quadratkilometern - weit mehr, als die 14,2 Millionen Quadratkilometer
des antarktischen Kontinents ausmachen.

Die Beobachtungen schließen ne-

ben biologischen Studien auch eine Vielzahl physikalischer und chemischer
Untersuchungen zur Aufklärung der Bedingungen ein, die die hohe biologische Aktivität in der Eisrandzone aufrechterhalten.

Mit Kaltwasser-Taucherausrüstungen
Scripps-Meeresforschungsinstitut

begeben sich Wissenschaftler vom

(La Jolla, Kalifornien) bei der Ross-

meer-Insel unter die 10 m dicke Eisdecke, um in ca. 30 m Wassertiefe einzellige tierische Bodenbewohner

("Rhizopoden") zu studieren.

Obgleich

diese Tierchen vom Typ "Foraminifera" überaus häufig sind, weiß man über
ihren Platz innerhalb der Nahrungskette, ihre Bedeutung beim Energietransfer und ihre Wirkung auf andere Organismen so gut wie nichts.

So

konzentrieren sich die Untersuchungen u.a. auf die Nahrung der RhizopodKolonien, von denen es vom Flachwasser bis hin zu großen Meerestiefen
ganz spezielle Arten gibt.

Außerdem will man mehr über ihre Populations-

dichte und Biomasse sowie über ihren Nahrungswert für andere Tiere herausfinden.

Eine andere Spezies, nämlich die einzelligen Kieselalgen (Diatomeen),
sind heute wichtige Indikatoren in der Meeresforschung.

Untersuchungen

im Rossmeer und Weddell-Meer ließen nämlich vermuten, daß aufgrund von
veränderten Massen oder der Gruppierung von Massen in Sedimentschichten
auf physikalische Veränderungen im Meer selbst (d.h. Temperatur und Dichte bzw. Salzgehalt) Rückschlüsse gezogen werden können.

Neue Studien im

Weddellund Rossmeer sollen helfen, diese Hypothese zu erhärten und so ein
neues "Instrument" zur Erforschung prähistorischer Meere und der Ozeane

�der Ozeane unserer Zeit sowie des Einflusses jeweiliger Umweltbedingungen
zu schaffen.

Mit Klimaveränderungen und der Vergletscherung während der letzten
2000 Jahre in der Antarktis befassen sich Geophysiker von der Staatsuniversität Ohio.

"Leitmaterial" dazu liefern Bohrkerne aus Gletschereis,

die ähnlich wie Baumringe und Sedimente in Seen vieles über Klimaschwankungen aussagen können.

Bisher durchgeführte Analysen von Bohrkernen bis

aus 500 m Eistiefe zeigten, daß von Eiszeiten und Zwischeneiszeiten wohl
stets der ganze Erdball betroffen wird.

Systematisch werden Eisborhkerne

bis aus 500 m und 100 m Tiefe entnommen.

Nach Meinung mancher Geophysi-

ker könnten die Analysen der "flachen" Bohrkerne sogar wichtige Hinweise
geben, um künftige Klimaentwicklungen vorhersagen zu können.

Mit den Da-

ten aus de:: Antarktis werden entsprechende Daten aus Südamerika, Grönland, Alaska und China zur genaueren Erforschung der Klimaschwankungen in
den letzten zwei Jahrtausenden verglichen.

Magnetfeldund Schwerkraftmes-

sungen am Untergrund der Eismassen, dazu Radarmessungen des Eispanzers
und der Grenzzone zum Untergrund vervollständigen das Bild.

Mit

der Hypothese, daß von winzigen pflanzlichen

Meeresorganismen

(z.B. Phytoplankton) produzierte Schwefelgase eine wichtige Quelle für
Sulfataerosole über der Antarktis seien, befassen sich drei Forscher von
der Universität Virginia.

Schwefel in der Form von Sulfaten macht 80 bis

90 Prozent der Aerosole in der Luft über der Antarktis aus.

Aber dafür

können die Verwitterung der Erdkruste, Meeressalze, die Oxydation von atmosphärischen

Bestandteilen, stratosphärische

Aerosole

nur zu 65 Prozent verantwortlich gemacht werden.

und

Vulkanismus

Die restlichen 35 Pro-

zent dürften aus biologischen Quellen stammen - absolute Beweise gibt es
dafür aber noch nicht.

Vielleicht helfen nun die Forschungen

in den

Randmeeren der Antarktis weiter.

In einem Gemeinschaftsprojekt mit französischen Wissenschaftlern unternehmen Geophysiker von der Universität Alaska Messungen an den Fallwinden aus dem Innern des antarktischen Kontinents, die großen Einfluß
auf das Klima der Antarktis und die Ausdehnung des Packeises in den Rand-

�den Randzonen haben.

Sie werden durch stark abgekühlte, dichte Luft ver-

ursacht, die eher durch Schwerkraft denn durch Temperaturunterschiede
oder RotationsVorgänge vom hohen Eispanzer abströmt.

Es sind starke und

stetige Windströmungen, deren Geschwindigkeit dem topographischen Gefälle
entspricht.

Sie wehen immer über großen Eismassen - aber in der Antark-

tis mit ihrem 3000 m dicken Eispanzer am Südpol treten sie besonders heftig auf.

Mit automatischen Wetterstationen, Drachen- und Ballonsonden

will man sowohl an der Küste als auch 1000 km weit im Inland jahreszeitlichen Schwankungen bei den Fallwinden und dem Einfluß von Drucksystemen
auf sie auf die Spur kommen.

Heißer Lavasee

Auf der Rossinsel, am Rande des Ross-Eisschelfs, erhebt sich der mehr
als 4000 m hohe Vulkan Mount Erebus.

Er ist noch immer aktiv.

Was ihn

besonders auszeichnet - er enthält den einzigen ständigen Lavasee der Erde, der der Forschung zugänglich ist. Mit der Auswertung seismischer Daten wollen Geologen der Universität Alaska versuchen, die Geometrie und
das

eruptive

Verhalten

des darunterliegenden

Magmas

(aufgeschmolzenes

Tiefengestein) zu erkunden, das den Lavasee des Mount Erebus speist.
Auch die allgemeine Erdbebentätigkeit in der Rossinsel-Region soll beobachtet werden.

Seit 1980 unterhalten Neuseeland und Japan ein umfassendes Netz seismologischer Meßstationen in diesem Gebiet.

Es dient der exakten Lokali-

sierung von Mikrobeben, um aktive Gebiete der Vulkane auf der Rossinsel
definieren zu können.

Auch erlaubt es die Beobachtung der Freisetzung

und der Schwankungen seismischer Energie über lange Zeiträume.
see des Mount Erebus wurde im Jahr 1972 entdeckt.
genden vier Jahre nahm seine Größe ständig zu.
relativ stabil geblieben.

* * * * *

Der Lava-

Während der darauffolSeit 1976 jedoch ist er

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9670">
              <text>16.10.1985</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9671">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9672">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13569">
              <text>Amerikadienst 16.10.1985</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13570">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA wünschen friedlichen Wettstreit mit der Sowjetunion&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Verteidigungsminister Weinberger vor dem National Press Club -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Datenspeicher Antarktis&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Projekte der Forschungssaison 1985/86 -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
