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                  <text>nroffitciuon
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

1 8 . September 1985

37

INHALT

INFORMATION
Interview von Botschafter Burt mit den Sender Freies Berlin

DOKUMENTATION
USA um Verhinderung eines Wettrüstens im Weltraum bemüht
- Anhörung von ACDA-Direktor Adelman -

HINTERGRUND
Bericht des US-Außenministeriums über Bekämpfung des Rauschgifthandels
- Außenpolitischer Senatsausschuß befaßt sich mit dem internationalen
Drogenproblem -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
"TITANIC" NACH 73 JAHREN GEFUNDEN
- US-Technologie hilft Objekte in der Tiefsee orten -

* * * * *

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 2035
Telex: 8-85432

�18.September 1985

37

INTERVIEW VON BOTSCHAFTER BURT MIT DEM SENDER FREIES BERLIN

BERLIN -(AD) - Der neue amerikanische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Richard R. Burt, gab bei seinem ersten Besuch in Berlin
am 14. September dem Sender Freies Berlin ein Interview, das von der ARD
am 16. September in der Sendung "Kontraste" um 21.15 Uhr ausgestrahlt
wurde.
Das Interview mit dem SFB-Korrespondenten Joachim Braun hat folgenden
Wortlaut:
Frage: Herr Botschafter, am gleichen Tag, an dem Sie von Präsident
von Weizsäcker in Bonn Ihr Agreement als amerikanischer Botschafter erhielten, kamen Sie zu Ihrem ersten offiziellen Besuch nach Berlin. Ist
das Zufall, oder war es Ihre Absicht, eine politische Geste an den Anfang
zu setzen?
Antwort: Es war kein Zufall. Bei der Überreichung meines Beglaubigungsschreibens sagte ich zu Präsident von Weizsäcker, daß Berlin für die

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Berlin für die Vereinigten Staaten von besonderer Wichtigkeit ist. Wir
haben hier besondere Verantwortungen, und ich glaube, wir haben auch eine
enge Beziehung zu den Menschen dieser Stidt. Sie sind mutig und wir respektieren sie. Darum werde ich, als Botschafter in Deutschland, stets ein
besonderes Augenmerk auf Berlin richten.

Frage: Als Sie hier mit dem Regierenden Bürgermeister zusammentrafen,
erwähnten

Sie

auch

ein

geopolitisches

Interesse, das die Vereinigten

Staaten an Berlin nehmen. Könnten Sie sich näher darüber äußern?

Antwort: Ich finde, der erste Punkt, den man erwähnen muß, ist der,
daß die amerikanische Präsenz in Europa seit mehr als 30 Jahren einen
Konflikt auf diesem Kontinent verhindert hat. Das Engagement der Vereinigten Staaten in Europa ist ein unentbehrlicher Aspekt der europäischen
Sicherheit, und ich glaube, Berlin symbolisiert unsere Rolle in Europa.
Die Anwesenheit amerikanischer Truppen in der geteilten Stadt, in dieser
Inselstaat, ist, so meine ich, ein Symbol unserer geopolitischen Präsenz
in Europa als Mittel, um vor einem Koflikt abzuschrecken

Frage: Während der letzten Tage hatten wir in Berlin das Jahrestreffen des Internationalen

Instituts flir Strategische Studien, das seinen

Sitz in London hat. Sie haben vor dieser Konferenz eine wichtige Rede
Über den Zusammenhalt der Allianz gehalten. Wie sehen Sie persönlich die
augenblickliche Lage des atlantischen Bündnisses?

Antwort: Wie ich auf/Konferenz sagte, finde ich, daß die augenblickliche Situation des Bündnisses im wesentlichen sehr gesund ist. Ich glaube nicht, daß wir Krisen vor uns haben, obwohl fortwährend Über eine Krise im Westen geredet wird. Das Bündnis war in der Lage, Herausforderungen
erfolgreich zu begegnen und seine Einheit zu bewahren. Meiner Ansicht
nach war das beste Beispiel hierfUr die ganze Frage der Raketenstationierung in Europa und der Bundesrepublik. Es gab Befürchtungen, daß die
Stationierung eine Krise der Ost-West-Beziehungen herbeiführen würde. Das
war nicht der Fall. Tatsächlich glaube ich, die Stärke und Einigkeit der
Allianz ist der Grund, daß wir heute in Genf über Rüstungskontrolle ver- 2 -

�Rüstungskontrolle verhandeln, und daß Gorbatschow Reagan im November in
Genf treffen wird. Ich glaube also, daß das Bündnis stark ist, daß es Zusammenhalt hat, und dies ist, so meine :.ch, eine Vorbedingung für Fortschritt im amerikanisch-sowjetischen Verhältnis.
Frage: In ein paar Wochen werden wir das erste Treffen eines amerikanischen Präsidenten mit einem sowjetischen Parteichef nach sechs Jahren
haben. Erwarten Sie persönlich von diesem Gipfeltreffen eine Wende in den
sowjetisch-amerikanischen Beziehungen?
Antwort: Wir sind zu einer Verbesserung der amerikanisch-sowjetischen
Beziehungen bereit. Aber, wie man so sagt: zum Tango gehören zwei. Wir
hoffen, daß die Sowjetunion und Gorbatschow genauso bereit sind, und wir
hoffen auch, daß er konkrete Ideen hat, wie die Beziehungen verbessert
werden können. Wir sähen eine Verbesserung der Beziehungen sehr gerne.
Aber es muß eine wirkliche Verbesserung sein. Das heißt, sie muß auf die
Punkte, die wirklichen Streitfragen, eingehen, die uns trennen: die Probleme

des

Einsatzes

sowjetischer

Truppon

in verschiedenen

Teilen

der

Welt; die anhaltende sowjetische Aufrüstung und, natürlich, die Menschenrechtsprobleme innerhalb der Sowjetunion. Wie wir bereits gesagt haben:
Was dies Treffen bestenfalls zustandebringen kann, ist die Aufstellung
einer Tagesordnung für ein ernsthaftes Gsspräch zwischen den Vereinigten
Staaten und der Sowjetunion.

Ich danke Ihnen, Herr Botschafter.
Ich danke Ihnen.

* * * * *

- 3-

�18. September .985

37

USA UM VERHINDERUNG EINES WETTRÜSTENS IM WELTRAUM BE4UHT
- Anhörung von ACDA-Direktor Adelman -

WASHINGTON Amtes

(AD) - Kenneth Adelman, Direktor des amerikanischen

für Rüstungskontrolle

und Abrüstung

(ACDA), unterstrich am 11.

September 1985 in einer Erklärung vor den Unterausschuß des US-Repräsentantenhauses

für

Rüstungskontrolle

und

internationale

Sicherheit

die

ernsthafte Absicht der Vereinigten Staaten, zusammen mit der UdSSR zu
Rüstungskontrollvereinbarungen zu gelangen, um ein Wettrüsten im Weltraum
zu verhindern.

Hinsichtlich der Erprobung einer Antisatellitenwaffe durch die Vereinigten Staaten betonte Adelman: "Wir sind der Überzeugung, daß diese Erprobung für die Sowjetunion einen Anreiz dazu darstellen kann, zu Abkommen über eine ganze Bandbreite von Themen zu gelangen."

Die

Ausführungen

Adelmans

vor

dem Unterausschuß

haben

folgenden

Wortlaut:

Es

ist

mir

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�Es ist mir ein Vergnügen, vor dem Unterausschuß des Repräsentantenhauses für Rüstungskontrolle und internationale Sicherheit zu erscheinen,
um

die

Rüstungskontrolle

im Antisatellitenbereich

zur

Diskussion

zu

stellen. Meiner Meinung nach stellte die Bestätigung des Präsidenten, wie
sie

vom

Ausgabeermächtigungsgesetz

für

das

Verteidigungsministecium

gefordert wird, das bedeutsamste Ereignis der jüngsten Zeit in diesem
Bereich dar. Deshalb möchte ich mich heute in meiner Erklärung sowohl auf
den Fortschritt der Verhandlungen in Genf als auch auf diese Bestätigung
und ihre Auswirkungen für die Rüstungskontrolle konzentrieren. Zunächst
jedoch möchce ich einen Blick auf die Konzeption der Regierung in Sachen
Weltraumrüstungskontrolle werfen.

Der Hintergrund: Seit 28 Jahren haben die Vereinigten Staaten zu
friedlichen Zwecken Satelliten im Weltraum - einschließlich zur Unterstützung der nationalen Sicherheit und der Rüstungskontrolle. Satelliten
zur Früherkennung von Raketenstarts ermöglichen die Sofortwarnung bei
einem Angriff durch

Interkontinentalraketen. Nachrichten- und Naviga-

tionssatelliten dienen der Unterstützung des Befehls- und Leitsystems der
Streitkräfte der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten. Andere Satelliten stellen die nationalen technischer Mittel der Vereinigten Staaten
bereit, um zur Verifizierung der Einhaltung bestehender Rüstungskontrollvereinbarungen beizutragen.

Die Vereinigten Staaten sind Mitwirkender und Vertragspartei einiger
der

wichtigsten

internationalen Abkommen, die die Weltraumaktivitäten

regeln - einschließlich der Charta der Vereinten Nationen, des Weltraumvertrags, des Begrenzten Teststoppabkommens und des ABM-Vertrags. Auf
amerikanische Initiative hin wurden in den Jahren 1978-79 mit der Sowjetunion

Gespräche

über

Rüstungskontrolle;

bei

den

Antisatellitenwaffen

geführt. Die Vereinigten Staaten unterstützten auch die kürzlich erfolgte
Bildung eines Ad-hoc-Ausschusses zur Diskussion der Rüstungskontrolle bei
Weltraumwaffen im Rahmen der von 40 Staaten beschickten Abrüstungskonferenz in Genf.

Die

Politik

der

�Die Politik der Vereinigten Staaten: Die nationale Weltraumpolitik
der Vereinigten

Staaten wurde am 4. Juli

1982 von Präsident Reagan

formuliert und am 31. März 1984 in seinem Bericht an den Kongreß über die
amerikanische Politik und ASAT-Rüstungskontrolle erneut bekräftigt: "Die
Vereinigten Staaten werden verifizierbaie und ausgewogene Rüstungskontrollmaßnahmen
spezieller

in Erwägung ziehen, die die Erprobung und Dislozierung

Waffensysteme

verbieten

oder

ansonsten

begrenzen

würden,

solange solche Maßnahmen im Einklang mi: der nationalen Sicherheit der
Vereinigten Staaten stehen."

Von diesen Kriterien geleitet haben die Vereinigten Staaten eine
Bandbreite möglicher Optionen
waffen

untersucht.

Zu

den

für die Rüstungskontrolle bei WeltraumFaktoren,

die

die

ASAT-Rüstungskontrolle

erschweren, gehören die unterschiedlichsten Bedrohungen der Satelliten
der Vereinigten

Staaten

und

ihrer Verbündeten

sowie Bedrohungen der

erdgebundene^n Streitkräfte der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten,
wie

sie

von

den

Lenk-

und

BeobachtungssatelHten

der

Sowjetunion

ausgehen.

Je nach Umfang und Wirksamkeit eines Abkommens könnte ein verifizierbares Abkommen der Rüstungskontrolle bei Weltraumwaffen - wenn es eingehalten wird - spezielle Bedrohungen von Satelliten begrenzen und künftige
Bedrohungen

von

so

wichtigen

einschränken. Begrenzungen
könnten

bei

Satelliten
speziellen

wie

etwa

Frühwarnsatelliten

Bedrohungen

von

Satelliten

zusammen mit Maßnahmen der Überlebensfähigkeit von Satelliten

dazu beitragen, die Stabilität zu bewahren und zu verstärken. Abkommen
könnten auch die politische Schwelle für Angriffe auf Weltraumobjekte
anheben

und

einige

uneingeschränkten

der

internationalen

militärischen

Aktivität

Bedenken

hinsichtlich

im Weltraum

aus

der

der
Welt

schaffen.

Am 22. November 1984 kamen die Vereinigten Staaten und die UdSSR
überein, in neue Verhandlungen mit dem Ziel einzutreten, zu beiderseitig
akzeptablen Abkommen über die ganze Bandbreite der Probleme, die Kern-

�Probleme, die Kern- und Weltraumwaffen

betreffend,

zu gelangen. Das

Treffen zwischen den Außenministern Grcmyko und Shultz am 7. und 8.
Januar leitete diesen Prozeß ein, indem ein Grundsatzabkommen hinsichtlich des Themas und der Ziele der Verhandlungen erreicht wurde.

Man kam überein, daß das Ziel der Verhandlungen sein sollte, wirksame
Abkommen auszuarbeiten, die darauf abzielen, ein Wettrüsten im Weltraum
zu verhindern und es auf der Erde zu beer den, die Kernwaffen zu begrenzen
und zu reduzieren sowie die strategische Stabilität zu stärken. Die Verhandlungen werden von jeweils einer Delegation geführt, die in drei Gruppen aufgeteilt ist, von denen eine die Verteidigungs- und Weltraumfragen
behandelt.

Rüstungskontrollfragen: Die ASAT-Rüstungskontrollgespräche der Jahre
1978-79 brachten erhebliche amerikanisch-sowjetische Meinungsunterschiede
zutage, und die hierauf folgenden Bemühungen gaben den Rüstungskontrollfragen im Weltraumbereich schärfere Konturen. Die Rüstungskontrolle bei
Weltraumwaffen umfaßt Schwierigkeiten, zu denen die folgenden gehören:

Verifizierung: Die Probleme der Verifizierung erschweren sich für
Weltraumsysteme

noch,

weil

die

Satelliten,

die

der

amerikanischen

Sicherheit sowie der ihrer Verbündeten dienen, nur gering an Zahl sind;
ein Vertragsbruch würde daher selbst in kleinem Rahmen ein überproportionelles Risiko in sich bergen. So würde zum Beispiel ein Verbot aller
ASAT-Systeme die Beseitigung des gegenwärtigen sowjetischen ASAT-Abfangsystems erforderlich machen; bislang gibt es jedoch keine zufriedenstellenden Möglichkeiten, um die sowjetische Einhaltung eines solchen Schrittes wirksam verifizieren zu können. Der sowjetische AbfangElugkörper ist
relativ klein und wird durch eine Antriebsrakete von einer Startrampe aus
gestartet, wie sie auch für andere Weltraummissionen verwendet werden.
Wir wissen nicht, wie viele Abfangflugkörper bereits hergestellt wurden,
und die UdSSR könnte einen geheimen Vorrat beibehalten.

Auflösung: Zu den
- 4-

�Auflösung: Zu den Kriterien, die bei der Bewertung der Auswirkungen
einer

jeden

potentiellen

Rüstungskontrollmaßnahme

auf

die

nationale

Sicherheit verwendet werden müssen, gehört d:.e der "Auflösung". Das ist
die Gefahr, daß ein Staat einseitigen Verteil erlangen könnte, wenn das
Abkommen aus irgendeinem Grund nicht m^hr

in Kraft ist - etwa durch

plötzliche Aufkündigung - und er sich einen Vorsprung dadurch verschafft,
daß er einen Waffentyp baut bzw. disloziert, der bislang verboten bzw.
erheblich

begrenzt

worden war. Die Bedeutung

gewisser

entscheidender

amerikanischer Satelliten, die in ihrer ,\nzahl begrenzt sind, könnte für
die Sowjets einen Anreiz bilden, sich die Fähigkeit zu erhalten, aus
einem Vertrag auszubrechen.
Definition: Eine Weltraumwaffe zum Zwec'c der Rüstungskontrolle zu
definieren, ist sehr schwierig. Zu den Welt.aumwäffen könnten gehören:
Koorbitale und zum direkten Aufstieg befähigte Abfangflugkörper
modifizierte
aktive

ballistische

elektronische

und

ABM-Rake :en),

Gegemaßnahmen

sowie

Waffen

mit

Waffen,

die

(d.h.

Richtenergie,
in

bemannte

Weltraumstationen verbracht werden könnten. Das Problem wird dadurch noch
verschlimmert, daß unbewaffnete Weltraunsysteme, einschließlich ziviler
Systeme, über Eigenschaften verfügen, die nur schwer von Eigenschaften
von Waffen zu unterscheiden sind. Zudem haben viele Systene, die nicht
als ASAT-Waffen entworfen sind, ihrer &lt;\rt nach ASAT-Kapazitäten

(bzw.

Restkapazitäten).

Freigabe von Information: Informationen hinsichtlich gewisser amerikanischer Weltraumsysteme, die mit der nationalen Sicherheit verknüpft
sind, gehören zu den sensitivsten

Informationen

im Regierungsbereich.

Maßnahmen mit dem Ziel einer erhöhten Verifizierung eines ASAT-Rüstungskontrollabkommens, die gleich welche Form des Zugangs zu amerikanisehen
Weltraumsystemen erforderlich machen sollten, könnten ein unannehmbares
Risiko der Gefährdung des Schutzes dieser Informationen mit sich bringen.

Verwund'oarkeit
ASAT-Rüstungskontrolle

der
würde

Satelliten-Unterstützungssysteme.
nicht
- 5-

die

Uberlebensfähigkeit

Die
anderer

�Überlebensfähigkeit anderer Elemente in einem Weltraumsystem sicherstellen. Bodenstationen, Abschußanlagen und Nachrichtenverbindungen könnten
in manchen Fällen verletzbarer sein als die Satelliten selbst.

Die
keine

sowjetische militärische Weltraombedrohung
eigentlichen

sowjetische

Waffen

Weltraumsysteme

sind:
sollen

Bestimmte
-

auch

durch Systeme, die

laufende
wenn

und

sie

geplante

selbst

keine

eigentlichen Waffen sind - die erdgebundenen Streitkräfte der Sowjetunion
im Fall einer Krise oder eines Konflikts unterstützen. Diese Satelliten
haben den Zweck, sowjetischen Waffenplattformen Radardaten sowie durch
elektronische Aufklärung

erbrachte Zielinformationen

zur Verfügung

zu

stellen, um Flotten- und Heeresverbände der Vereinigten Staaten und ihrer
Verbündeten angreifen zu können. In Reaktion auf diese Bedrohung und als
Gegenmaßnahme zum sowjetischen ASAT-System haben die Vereinigten Staaten
das Miniature Vehicle-System

(Kleinflugk'jrper -System). Der Zweck dieses

Systems besteht darin, Bedrohungen von Weltraumsystemen der Vereinigten
Staaten

und

ihrer

Verbündeten

sowjetischen ASAT-Angriff

fernzuhalten,

indem

sie

auf

einen

auf gleiche Weise reagieren können und zur

Abschreckung vor einem konventionellen uid nuklearen Konflikt beitragen,
indem sie die sowjetischen Satelliten gefährden, die die feindlichen
Streitkräfte unterstützen.

Sowjetische

und

amerikanische

ASAT--Systeme:

Zu den

gegenwärtigen

sowjetischen ASAT-Kapazitäten gehört ein Abfcingflugkörpersystem, das das
einzig einsatzfähige ASAT-System der Welt darstellt; außerdem verfügen
die Sowjets über bodengestutzte Testlaser, wahrscheinlich mit ASAT-Kapazitäten, möglicherweise die nuklear bestückten GALOSH ABM-Abfangraketen,
die wahrscheinlich nur der Veränderung ihrer Software bedürfen, um in
einer ASAT-Rolle eingesetzt zu werden und die technologische Kapazität
hätten, um elektronische Kriegführung gegen Weltraumsysteme zu betreiben.
Es gab über ein Dutzend Versuche mit dem Abfangflugkörpersystem, das wir
als einsät;;fähig ansehen - einschließlich von Versuchen während eines
Manövers der strategischen Streitkräfte der Sowjetunion im Jahr 1982.

Die

sowjetische

�Die sowjetische Kapazität eines Orb;.tal-Abfangflugkörpers in großen
Höhen ist eine mögliche Bedrohung, jedoch haben wir noch keinen direkten
Beweis für ein solches Programm der Sowjets, und wir dürften solche
Beweise auch nicht vor dem Versuchsstadium erhalten. Vielleicht ziehen
die Sowjets auch andere Techniken vor, am dieses Ziel zu erreichen. So
könnten sie zum Beispiel auch ihre in der Entwicklung begriffenen Kapazitäten der elektronischen Kriegführung gegen Satelliten in großen Höhen
einsetzen. Wir können derzeit nicht sagen, welche -- wenn überhaupt welche
- derartige Extremhöhenkapazitäten von der UdSSR vielleicht schon entwickelt wurden oder entwickelt werden.

Weitere - bzw. in Zukunft mögliche - sowjetische Bemühungen, die zur
Herstellung von ASAT-Systemen führen könnten - beinhalten Entwicklungen
von Waffen mit Richtenergie. Wir haben Hinweise darauf, da3 die Sowjets
mit der Entwicklung von bodengestützten Lasern für die ASAT-Anwendung
fortfahren. Außerdem glauben wir, daß die Sowjets Forschung und Entwicklung im Bereich der raumgestutzten Iaser--ASAT-Systeme betreiben. Wir
haben bislang noch keine Beweise

für sowjetische Programme zur Ent-

wicklung von ASAT-Waffen, die auf Teilchenstrahltechnologie basieren.

Das amerikanische ASAT-System, das :sich derzeit in der Entwicklung
befindet, inesteht aus einem
zweistufigen

nichtnukle^aren MV-Gefechtskopf

SRAM/Altair-Treibsatz.

Dieser

wird

von

auf einem

einem

speziell

umgerüsteten F-18 Jäger emporgetragen und abgefeuert. Der MV-Flugkörper
wird in der Lage sein, Satelliten auf niedrigen Umlaufbahnen anzugreifen.
Das System wird derzeit erprobt. Es soll auf jeweils einer Luftwaffenbasis an beiden Küsten der Vereinigten Staaten disloziert werden.

Die Vereinigten Staaten führten am 13. November 1984 den zweiten Test
eines MV-Flugkörpers durch. Dabei ging es um kein Ziel; es ging lediglich
darum, die Sensorfähigkeit zum Auffinden und Verfolgen einer Infrarotquelle zu demonstrieren. Nach der jüngsten Erklärung des Präsidenten
gegenüber dem Kongreß planen die Vereinigten Staaten für diesen Monat die
Durchführung eines Test mit dem W

gegen ein Objekt im Weltraum. Die

�Weltraum. Die Vereinigten Staaten haben nicht die Absicht, die Höhenkapazität des NV ASAT-Systems auszuweiten, um Satelliten auf höheren Umlaufbahnen zu gefährden. Wir untersuchen jedoch Möglichkeiten, durch die die
amerikanische ASAT-Kapazität verbessert werden kann. Das amerikanische
ASAT-Progranm wird auf eine Art und We.se durchgeführt, die in vollem
Einklang mit allen amerikanischen Verpflichtungen - einschließlich den
ABM- und Weltraumverträgen - steht.
Die

Strategische

Verteidigungsinitiative

und

ASAT:

Die

Rede von

Präsident Reagan vom 23. März 1983 legte dio Richtung dessen fest, was
wir nunmehr die Strategische Verteidigungsinltiative

(SDI) nennen. Neue

Technologien werden verfügbar, die eine groß.ingelegte Forschungsanstrengung im Verteidigungsbereich gegen ballistischen Raketen rechtfertigen.
Das

SDI-Forschungsprogramm

einen

sowjetischen

ist zugleich

Austritt

aus

dem

eine kluge Absicherung gegen
ABM-Vertrag.

(Die

Sowjetunion

verbessert derzeit ihr einsatzbereites A3M-System um Moskau und betreibt
aggressive Forschungs- und Entwicklungsprogräume sowohl bei den herkömmlichen ABM-Systemen wie auch bei fortgeschrittenen ABM-Technologien wie
etwa den Hochenergielasern.) SDI ist ein Programm zur Forschung auf einer
ganzen Bandbreite von Technologien, die oin Verteidigungspotential sowohl
für die Vereinigten Staaten als auch fUr ihre Verbündeten haben. Ziel ist
die Untersuchung möglicher Mittel zur Erhöhung der Abschreckung. Die Vereinigten Staaten haben noch keine Entscheidung hinsichtlich der Entwikklung oder Dislozierung eines ABM-Systems getroffen. Das SDI-Programm
soll seiner Struktur nach begründete Entscheidungen unterstützen, die in
den

frühen neunziger

Jahren dahingehend getroffen werden, ob fortge-

schrittene Verteidigungssysteme entwickelt und disloziert werden sollen.

Die Forschung im Rahmen von SDI wird in Einklang mit allen laufenden
amerikanischen Vertragsverpflichtungen

stehen, einschließlich dem ABM-

Vertrag. SDI ist abschließender Baustein der amerikanischen Politik, die
beträchtliche Verringerungen bei den offensiven Nuklearwaffen fordert.
Dem

ist so, weil eine Verteidigung, deren Wirksamkeit zu geringeren

Kosten aufrechterhalten werden kann als notwendig wären, um immer neue

�immer neue Offensivwaffen zu beschaffen, das Potential in sich birgt, den
Wert einer ballistischen Raketenstreitmaoht zu verringern und daher die
Möglichkeit von ausgehandelten Verringerungen verstärkt. Sowohl SDI als
auch unser Antisatellitenprogramm zielen darauf ab, die Abschreckung zu
erhöhen unc die strategische Stabilität zu stärken - dies jedoch auf
unterschiedlichem Wege. Viele der Techrologien, die Teil der SDI-Forschung

und

des

ASAT-Programm

ASAT-Programms

sind,

sind

miteinander

verwandt. Das

ist jedoch eine kürzerfr stige Bemühung zur Entwicklung

einer Antisatellitenwaffe, die darauf abzielt, ein spezielles militärisches Ungleichgewicht aufzuheben, wie dies oben besprochen vnirde, und hat
keine ABM-Kapazität. SDI andererseits ist ein langfristiges Forschungsprogramm. Die amerikanische Position bei der ASAT-Waffenkontrolle sollte
weder die Ergebnisse der SDI-Forschung r.räjudizieren, noch die Forschung
selbst ausschließen.

Fortschritt bei den Verhandlungen: Bei den Verteidigungs- und Weltraumverhandlungen

konzentriert sich die amerikanische Haltung auf die

Notwendigkeit, die Instabilität anzugehen, die in der derzeitigen strategischen Situation besteht. Die Vereinigten Staaten haben betont, wie
wichtig es ist, der Erosion des ABM-Vertrags Systems Einhalt zu gebieten
sowie

andere

sowjetische

Rüstungskontrollabkommen

Maßnahmen

zu

korrigieren,

die

bestehende

verletzen. Die Vereinigten Staaten haben ihre

Sicht der Beziehung zwischen Offensiv- und Defensivstreitkräften sowie
den

potentiellen

Beitrag

der

Defensivkräfte

für

unsere

gegenseitige

Sicherheit dargelegt und aufgezeigt, wie beide Seiten allmählich einen
stabilen Übergang zu einer Situation bewerkstelligen könnten, in der man
sich in verstärktem Maß auf Defensivstreitkräfte stützt. In dem Bemühen,
das amerikanische SDI-Forschungsprogramm aufzuhalten, hat die Sowjetunion
ein umfassendes Verbot von Forschung, Entwicklung, Erprobung und Dislozierung dessen vorgeschlagen - und forciert dies noch immer -, was sie
"Waffen zu einem Schlag im Weltraum" nennt. Sie hat das amerikanische
Einverständnis zu einem solchen Verbot zu einer Vorbedingung für Fortschritte - ja, selbst einer detaillierten Diskussion - hinsichtlich Verringerungen

der

offensiven

Kernwaffen

gemacht,

hat

jedoch

die

�hat jedoch die Verifizierungsprobleme nicht angesprochen. Die Antwort der
Vereinigten Staaten lautet, daß Forschung nach dem ABM-Vertrag erlaubt
ist und daß ein Verbot der SDI-Forschung unannehmbar ist, da es weder
verifizierbar, noch wünschbar wäre, und daß derlei Vorbedingungen nur zu
Verzögerungen dabei führen, zu den Diskussionen zu kommen, die zu Fortschritt

en.in Richtung

auf Verringerungen

der

Nukleararr;enale

führen

können.

Die Bestätigung des Präsidenten:

Am 20. August bestätigte der Präsident dorn Kongreß, wie vom Kongreß
gefordert, folgendes:

1. Die Vereinigten Staaten bemühen sich in gutem Glauben darum, mit
der Sowjetunion ein beidereitiges und verifizierbares Abkommen mit den
engstmögliehen Begrenzungen

bei den Antisatellitenwaffen

auszuhandeln,

das im Einklang mit den nationalen Sicherheitsinteressen der Vereinigten
Staaten steht.

2. Solange ein Abkommen über derlei strikte Begrenzungen noch aussteht, ist die Erprobung des vom F-18 gestarteten MV-Antiatellitengefechtskopfes gegen Objekte

im Weltraum durch die Vereinigten Staaten

notwendig, um eindeutigen und nicht wieder gutzumachenden Schaden von der
nationalen Sicherheit abzuwenden.

3. Eine solche Erprobung würde keinen irreversiblen Schritt darstellen, der auf schwerwiegende Weise die Aussichten auf Verhandlungen über
Antisatellitenwaffen beeinträchtigen würde.

4. Eine solche Erprobung steht in vollem Einklang mit den Rechten und
Pflichten der Vereinigten Staaten gemäß dem ABM-Vertrag von 1972, da
solche Rechte

und Pflichten

zum

Zeitpunkt dieser

Erprobung bestehen

bleiben.
Ich möchte auf die Argumentation eingehen, die dieser Bestätigung
zugrunde liegen.
1.
- 10-

Bemühen

um

�1. Bemühungen um die Aushandlung der größtmöglichen Begrenzungen. Wie
Sie wissen, nehmen die Vereinigten Staat.en derzeit in Genf an Verhandlungen über eine ganze Bandbreite von Nuklear- und Weltraumfragen einschließlich der Verhinderung eines Wettrüstens im All - teil.

Wir waren bislang nicht in der Lage, einen speziellen ASAT-Vorschlag
auszuarbeiten, der den Anforderungen gerecht wird, wie sie der Kongreß im
Jahr 1984 gestellt hat - daß ein jegliches Abkommen verifizierbar sein
müsse und in Einklang mit der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten zu stehen habe. Wir bemühen uns mit 3er UdSSR ernsthaft um Rüstungskontrollabkommen, die darauf abzielen, ein Wettrüsten im Weltraum zu verhindern. Wir werden auch weiterhin in gutem Glauben mögliche ASAT-Begrenzungen untersuchen, um herauszufinden, ob solche Begrenzungen in Einklang
mit den nationalen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten stehen,
und wir werden auch weiterhin mit den Sowjets deren Vorscnläge und die
damit verbundenen Probleme analysieren. Wir handeln damit in Einklang mit
dem ersten Erfordernis der Bestätigung.

2. Die Notwendigkeit einer MV-Erprobung. Hauptziel einer amerikanischen ASAT-Kapazität ist es, Bedrohungen der Weltraumsysteme der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten abzuwehren und - im Rahmen der vom
Völkerrecht auferlegten Begrenzungen - einem jeglichen Widersacher Vorteile zu verwehren, die sich aus der offensiven Nutzung von weltraumgestützten Systemen ergeben, die die Abschr&lt;x:kung untergraben könnten.
Die UdSSR hat das einzige einsatzbereite ASAT-System der Welt, das
über die wirksame Kapazität verfügt, entscheidende amerikanische Weltraumsysteme

in erdnaher

Umlaufbahn

Weltraumsysteme gegenüber
sind - von elektronischer

aufzuspüren

und

zu

zerstören. Da

einer ganzen Reihe von Drohungen verwundbar
Kriegführung bis

zu nuklearen Effekten -,

könnte die Sowjetunion außerdem - ohne unser Wissen - eine Vielfalt
anderer Mittel zum Angriff auf unsere Satelliten entwickelt haben.

Eine

wachsende

�Eine wachsende

Bedrohung

stellen

auch vorhandene

und potentielle

sowjetische Satelliten dar, die - obgleich selbst keine Waffen - dazu
entworfen sind, im Fall eines Konfliktes die erdgebundenen Streitkräfte
der UdSSR direkt zu unterstützen. Dazu gehören Ozeanaufklärungssatelliten, die Radar und elektronische Nachrichtenübermittlung In dem Bemühen
verwenden, Zieldaten für einen Angriff auf Flotten der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören auch
Foto- und elektronische Nachrichtensatelliten, die Zieldaten und andere
Informationen liefern, die zur Unterstützung der sowjetischen Landstreitkräfte nützlich

sind. Diese sowjetischen Weltraumobjekte stellen eine

eindeutige Bedrohung unserer nationalen Sicherheit und der unserer Verbündeten dar.

Die Vereinigten Staaten müssen die notwendigen Schritte ergreifen, um
eine Situation zu vermeiden, in der die Sowjetunion über die volle Freiheit verfügt, wirksame Angriffe auf unsere Weltraumsysteme in dem Wissen
durchzuführen,
Zieldaten

daß

ihre

zur Verfügung

Weltraumobjekte,
stellen, gegen

einschließlich

einen

jener,

amerikanischen

die

Angriff

unverletzlich sind. Die aus dieser Asymmetrie resultierende Instabilität
bringt die Gefahr nicht wiedergutzumachenden Schadens für die vereinigten
Staaten mit sich. Die Entwicklung eines glaubwürdigen Antisatellitensystems durch die Vereinigten Staaten ist ein notwendiger, integraler Bestandteil dar Maßnahmen, die notwendig sind, um diese Situation zu vermeiden. Daher

ist die Erprobung des MV-Flugkörpers

gegen Objekte im

Weltraum durch die Vereinigten Staaten notwendig, um einen eindeutigen
und nicht wiedergutzumachenden Schaden von der nationalen Sicherheit der
Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten abzuwenden.

3. Auswirkung

auf die Verhandlungen: Die ASAT-Erprobung, die wir

durchzuführen gedenken, folgt mit einem Abstand von über einem Jahrzehnt
dem Einstieg der UdSSR in die Erprobung eines koorbitalen ASAT-Systems,
das eine ganze Zeit lang das einzig einsatzfähige ASAT-System der Welt
gewesen

ist. Die Sowjets haben zudem, wie oben erwähnt, auch andere

Systeme erprobt - und in einigen Fällen disloziert -, denen ASAT-Kapazitäten innewohnen. Die Tatsache des Vorhandenseins solcher sowjetischer
- 12-

�solcher sowjetischer Kapazitäten sowie ihre Erprobung schließen effektiv
die Möglichkeit aus, daß die Erprobung der MV-ASAT durch die Vereinigten
Staaten einen irreversiblen Schritt darstellen.

Außerdem sind wir der Meinung, daß derlei Erprobung einen Anreiz für
die Sowjetunion darstellen kann, zu Abkcmmen über eine ganze Bandbreite
von Themen zu gelangen und sie daher die Aussichten auf einen erfolgreichen Abschluß der laufenden Verhandlungen nicht beeinträchtigen würde.

4. Vereinbarkeit mit dem ABM-Vertrac: Die Erprobung des amerikanischen F-18-MV-ASAT-Systems gegen Objekte im Weltraum durch die Vereinigten Staaten wird dem System nicht die Fäügkeit verleihen, gegen strategische Interkontinentalraketen oder deren Elemente auf ihrer Flugbahn
anzugehen und wird keinen Versuch nach ABM-Art sein. Daher

ist einer

solcher Versuch auch nicht durch den ABM-\'ertrag verboten.

Rüstungskontrolle bei Weltraumwaffen ist ein schwieriger Bereich; ich
hoffe, daß diese Darlegungen dazu beigetragen haben, die Haltung der
Administration hierzu zu erläutern.

- 13-

�37

18. September :,985

BERICHT DES US-AUSSENMINISTERIUMS ÜBER BEKÄMPFUNG DES RAUSCHGIFTHANDELS
- Außenpolitischer Senatsausschuß befaßt sich mit dem
internationalen Drogenproblem WASHINGTON -(AD) - Die Abteilung für internationale Rauschgiftfragen
im amerikanischen Außenministerium hat am 11. September 1983 dem Kongreß
der

Vereinigten Staaten

Jahresbericht

einen halbjährlichen

über die internationale

Ergänzungsbericht

zu dem

Bekämpfung des Rauschgifthandels

zugeleitet. In dem Bericht werden, nach Ländern geordnet, die Bemühungen
der Vereinigten Staaten im internationalen Rahmen dargelegt, mit dem Drogenproblem fertigzuwerden.

Der Außenpolitische Ausschuß des Senats befaßte sich im Zusammenhang
mit dem Bericht mit dem Thema Drogen. Der amerikanische Justizminister
Edwin Meese hob vor dem Ausschuß hervor, daß man den Drogenmißbrauch heute längst nicht mehr als ein amerikanisches Problem ansehen könne, vielmehr herrsche "die weltweite Erkenntnis, daß der Rauschgiftmißbrauch alle
unsere Gesellschaften bedroht". Daher beteiligten sich heute mehr Länder
- selbst Ursprungs- und Transit- sowie Vecbraucherländer - an der Bekämpfung des Rauschgifthandels.
Vor

dem

Ausschuß

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Vor dem Ausschuß nahm auch der Unterstaatssekretär für internationale
Rauschgiftfragen, Jon Thomas, dessen Abteilung den genannten Bericht erstellt hat, zu den Bemühungen um die Losung des Drogenproblems in den
Vereinigten Staaten selbst Stellung. Auch Thomas verwies auf die internationale Zusammenarbeit in diesem Zusammenahng und erklärte, die Reagan-Administration könne erste Erfolge in cer nationalen Strategie für die
Bekämpfung

des

Rauschgifthandels

verbuchen.

Allerdings

seien

weitere

große Anstrengungen auf nationaler und Internationaler Ebene notwendig,
um dem Drogenproblem beizukomen.
Nachfolgend geben wir den Zwischenbericht des amerikanischen Außenministeriums In wesentlichen Auszügen weiter:

LATEINMAMER1KA
Argentinien: Bundespolizei und Zollbehörden
hungen um die Bekämpfung des Rauschgifthandels
koordinierteren Anstrengung, dem einheimischen
genhandel zu begegnen, vor allem der Raffinerie
in den nördlichen Provinzen.

reorganisieien ihre Bemüim Rahmen einer neuen und
und internationalen Dround dem Handel mit Kokain

Belize: Die Vereinigten Staaten haben seit Dezember 1984 einen aktiven Dialog mit Ministerpräsident Esquivo gefünrt, in dem die Vereinigten
Staaten unterstrichen haben, daß die Ausrottung der Pflanzen aus der Luft
die entscheidende Bewährungsprobe für die Verpflichtung Belizes sei, dem
ständig steigenden Cannabisanbau Einhalt zu gebieten. Aber während die
Regierung von Belize wiederholt unterstrichen hat, daß sie sich zur Kontrolle des Rauschgifthandels verpflichtet, haba und die angeforderte amerikanische Anleitung für Ausrottungsmaßnahmen aus der Luft erhalten möchte, hat sie bisher (nach dem Stand vom 30. August) die Ausrottung der Marijuanapflanzen aus der Luft nicht wieder aufgenommen.
Bolivien: Die neue (seit August) Regierung von Präsident Paz Estens-

�Präsident Paz Estenssoro hat schwere wirtschaftliche Probleme und eine
chronische Instabilität geerbt, mit denen frühere Regierungen zu kämpfen
hatten., aber sie hat sich

verpflichtet, mit allem Nachdruck und vorran-

gig gegen den Rauschgifthandel vorzugehen. Bolivien ist weiterhin eines
der beiden Hauptlieferländer von Cocablättern (mit Peru) für den Weltmarkt für Kokain. Die Regierung kann sich auf einen wichtigen Erlaß vom
Mai 1985 stützen, der ein weitreichendes Mandat für die Einschränkung der
Produk- tion und der Vermarktung von illegalem Coca bietet. Damit werden
die Aktivitäten des Jahres 1985 gestärkt, zu denen wichtige Überraschungsunternehmen

und

Beschlagnahmen,

jedoch

nicht

die

Ausrottung

gehören

(Stand August). Die Bolivianer sind sich durchaus darüber iro klaren, daß
die

ame- rikanische Unterstützung

von bestimmten Bedingungen

abhängig

ist, vor allem von der Trennung der geschäftlichen Verknüpfungen.

Brasilien; Die neue zivile Regierung von Präsident Sarney mißt der
Bekämpfung ihrer gesellschaftlich-wirtschaftlichen Probleme überragenden
Vorrang bei, hat aber, trotz strenger Sparmaßnahmen der Entwicklung eines
umfassenden Programmes der Vorbeugung und Bekämpfung ebenfalls hohe Priorität eingeräumt, zu dem auch die Ausrottung der zunehmenden Coca- und
Marijuanaanpflanzungen

gehört. Im Juli

wurde ein neuer Bundesdrogenrat

ins Leben gerufen, um Empfehlungen für die Politik und neue Initativen
auszuarbeiten, und die brasilianische Bundespolizei setzt ihre aggressiven Bekämpfungs- und Ausrottungstätigkei :en fort, einschließlich starker
Unterstützungszusagen für die Operation "Fredrico III" (Coca) und "Operation Satellite" (Marijuana). Die brasilianische Polizei berichtet, daß
sie bis zum Ende der ersten Phase (bis 20. August) über 981 000 Cocabüsche vernichtet hat. Eine zweite Phase soll später in in diesem Monat
(September) anlaufen.

Kolumbien: Als Vorreiter in Lateinamerika setzt Kolumbien sein großes
Programm zur Vernichtung von Marijuana fort, durch das über die Hälfte
der Ernte von 1985 vernichtet werden könnte, während die Forschung auf
dem Gebiet der Herbizide fortgesetzt wird, die die Ausrottung von Cocabüschen aus der Luft erlauben. Die Kolumbianer konnten im Juli von ihrem
Rekordergebnis für einen Monat berichten •• sie sprühten 1 115 Hektar Ma- 3 -

�1 115 Hektar Marijuana. Jüngste Statistiken (Juli) zeigen, daß das höchst
wirksame Marijuana-Vernichtungsprogramm des Jahres 1984 in einigen traditionellen Ge- bieten vom Marijuanaanbau abgehalten hat und viele frühere
Felder aufgegeben wurden. Obwohl auch in anderen südamerikanischen Ländern neue Raffinerieanlagen für Kokain aufgetaucht sind, so bleibt Kolumbien doch die Hauptquelle für die Raffinerie von Kokain, das in die Vereinigten Staaten und auf die europäischen Märkte exportiert wird. Die
Staatspolizei hat ihre Razzien verstärkt, die auf Händler, ihre Boote und
Flugzeuge wie auf ihre Laboratorien abzielen, die zusammen mit zahlreichen Landebahnen zerstört wurden. Kolumbien hat sechs Personen unter der
Anklage von Rauschgifthandel an die Vereinigten Staaten ausgeliefert die Vereinigten

Staaten haben einen Amerikaner ausgeliefert, was eine

deutliche Demonstration ihrer Verpflichtungen unter der Betancur-Administration darstellt, den Rauschgifthandel unter Kontrolle zu bringen. Bis
Mitte des Jahres (1985) machte Kolumbien gute Fortschritte in seinem Parallelprogramm der Zusammenarbeit und Koordination mit seinen Nachbarländern; dazu gehören ein Auslieferungsabkonmen mit Venezuela, ein multinationales Funknetz für die Strafverfolgungsbehörden, ein gemeinsames Vernichtungsprogramm mit Ecuador und eine erfolgreiche Strafverfolgung über
die Grenzen hinweg mit Peru. Im Sommer erörterten kolumbianische und amerikanische Behörden mehrere mögliche neue Initativen, um die destabilisierenden Wirkungen dieser verschiedenen Druckmaßnahmen auf die Netze der
Hand- 1er auf ein Höchstmaß zu steigern.

Costa Rica: Die Kenntnisse von zunehmenden Kokaintransporten durch
Costa Rica, wie auch die Entdeckung großangelegter Marijuanapflanzungen
im Lande und die Publizität, die der kurzfristige Unterschlupf mexikanischer Rauschgifthändler in San Jose gefunden hat, haben die Empfindlichkeit der Öffentlichkeit und der Strafverfolgungsbehörden für die Notwendigkeit

der Kontrolle des Rauschgifthandies geschärft. In den letzten

sechs Monaten konnten 60 Hektar mit Marijuana vernichtet werden, die eine
Ernte von 120 Tonnen Marijuana geliefert hätten.

Ecuador: Das verstärkte Programm, das die Regierung Febres Corderos
in Angriff genommen hat, könnte für die Vernichtung und Beschlagnahme von
- 4 -

�Beschlagnahme von Rauschgift im Jahre 1985 neue Rekorde aufstellen. Im
Rahmen der Kampagne wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 1985
rund 230 Hektar Coca vernichtet, und das Programm schließt jetzt gemeinsame Maßmahmen mit Kolumbien ein. Durch diese gemeinsame Anstrengung wurden in den ersten Monaten seiner Durchführung bereits 66 Hektar Coca vernichtet und 13 Laboratorien zerstört.

Mexiko; Die Regierung hat wesentliche Veränderungen bei ihren Strafverfolgungs- und Sicherheitskräften vorgenommen, einschließlich von personellen Veränderungen an der Spitze des Justizministeriums, das in erster Linie für die Ausrottung des Drogenhandels und die Strafverfolgung
zuständig ist. Diese Veränderungen wurden zum Teil durch das harte Sparprogramm Mexikos, aber auch durch erneute Zusicherungen von Präsident de
la Madrid ausgelöst, die Einsatzbereitschaft und Wirksamkeit des mexikanischen Rauschgiftbekämpfungsprogramms zu stärken, nachdem im Februar der
Agent Camarana der Amerikanischen

Rauschgiftbekämpfungsbehörde DEA

(im

US-Justizministerium) getötet worden war und Beweise für Korruption in
amtlichen Kreisen offenkundig wurden, wie auch für die verstärkte Produktion von Opium und Marijuana. Aus Mexiko kommen weiterhin rund ein Dritte L der amerikanischen Heroineinfuhren und ein steigender Anteil der Mari.juanaimporte. Mexiko ist auch ein Hauptransitland für Kokain geworden.
Drei der wichtigsten Händler des Landes wurden im Zuge der Untersuchung
nach dem Tode Camarenas verhaftet, und zu der Reorganisation des Rauschgif tkontrollprogramms gehört auch die Zustimmung zu Überwachungen aus der
Luft und Beobachtungsprogrammen aus der Luft mit amerikanischer Hilfe,
die die Wirksamkeit der Kontrolle des Anbaus von Kapselmohn und Marijuana
wieder herstellen sollen. Der amerikanische Justizminister Meese, Unterstaatssektretär Thomas und der Leiter des Amtes für die Bekämpfung des
Rauschgifthandels (DEA) (im US-Justizministerium), Lawn, trafen im August
mit dem mexikanischen Justizminister und anderen Regierungsvertretern zusammen, um eine Verstärkung der Zusammenarbeit zu besprechen.

Panama; Die Regierung hat im September Sprühoperationen gegen Marijuanapflanzungen zugestimmt, die über bisherige Erwartungen hinausgehen
dürften. Panama ist auch in Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten
- 5 -

�Vereinigten Staaten über ein gegenseitiges Rechtshilfeabkommen eingetreten, das zu den amerikanischen Anstrengungen zählt, der Geldwäsche von
Gewinnnen aus dem Rauschgifthandel Einhalt zu gebieten. Ferner fand eine
Zusammenarbeit bei Razzien statt, die zu einer Beschlagnahme von Rauschgift und chemischen Aufbereitungsmitteln führten.

Peru:

Die Operation Condor, eine erfolgreiche Anstrengung zusammen

mit kolumbianischen und amerikanischen Strafverfolgungsbehörden, ist das
erste Beispiel

für die Zusage des neuen peruanischen Präsidenten Alan

Garcia, der Herstellung von und dem Hancel mit Rauschgift in diesem Andenstaate - der zu den beiden Hauptlieferanten von Cocablättern gehört,
den Weltmarkt mit Kokain beliefern - Einhalt zu gebieten. Bis Ende August
wurden über 2 400 kg von Kokainbasis und Kokainpaste sowie Aufbereitungschemikalien und Geräte beschlagnahmt. Die neue Regierung hat 37 Generäle
der Polizei entlassen und dürfte über 200 Oberste und andere Offiziere
aus dem Dienst entfernen. Die Ausrottung von Coca ging in den letzten Monaten

der

Belaunde-Regierung

trotz erneuter

Gewalttätigkeiten

weiter,

aber die Beschlagnahmungen gingen wegen der Aktivitäten der Terroristen
stark zurück, nachdem die Regierung das Obere Huallaga-Tal zum Notstandsgebiet erklärt hatte und das peruanische Militär seinen Kampf gegen das
Rauschgift einschränkte.

Venezuela: Präsident Lusinchi hat seine führende Rolle im Kampf gegen
den Rauschgifthandel im internationalen Rahmen beibehalten, indem er sich
für Lösungen einsetzt, die zu Überlegungen für eine neue internationale
Konvention

gegen

den Rauschgifthandel

führen und in nationalem

Rahmen

durch eine verstärkte Kampagne gegen den Drogenhandel. Zu den Strafverfolgungsmaßnahmen gehören die Schaffung einer 100 Mann starken Drogenbekämpfungseinheit der Nationalgarde sowie die Reorganisation der Staatspolizei.

DIE KARIBIK
Bahamas;

Die

bedeutsamste

gemeinsame
- 6 -

Anstrengung

der

Vereinigten

�der Vereinigten Staaten und der Bahamas wurde in diesem Jahr unter der
Bezeichnung "Blauer Blitz" eingeleitet. Die Beschlagnahmungen von Kokain
beliefen sich in den ersten sechs Monaten auf insgesamt 4 332 Pfund. Die
Regierung Findling steht unter starkem Druck, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, ein Druck, der aus monatelangsn Untersuchungen

über amtliche

Verbindungen sowie der zunehmenden Kokainsucht auf den Bahamas entstand.
Die von den Vereinigten Staaten unterstützte Operation auf den Bahamas
ist weiterhin erfolgreich und führte in diesem Jahr zur Beschlagnahme von
fast 130 Tonnen Marijuana und drei Tonnen Kokain.

Jamaica:: Die Regierung Seaga hat in cen ersten sechs Monaten des Jahres 1985 beträchtliche Fortschritte erzielt, den Marijuanaanbau und den
Drogenhandel zu bekämpfen. Die Berichte über Vernichtungen lassen erkennen, daG in den letzten sechs Monaten mehr Marijuana ausgerottet wurde
als im ganzen Jahr 1984. Eine Überprüfung aus der Luft hat ergeben, daß
beträchtlich weniger Marijuana angebaut wurde als erwartet. Die Schätzungen der Frühjahrsernste dürften zu hoch gewesen sein und das Ausrottungsprogramm beginnt Wirkung zu zeigen. Die Herbstvernichtungskampagne beginnt im September und die Vereinigten Staaten werden wieder bei der
Luftaufklärung

des Marijuanaanbaus

urter einer neuen Befehlsstruktur

behiLflich

sein. Die erst

reorganisierten Behörden von Jamaica

haben zwei große Gruppen von Rauschgifthändlern
weiter

kürzlich

festgenommen und haben

Landepisten von Rauschgifthändlern zerstört und große Beschlag-

nahmungen vorgenommen.

SÜDWESTASIEN

Indien: Es herrscht weiter Besorgnis über das potentiell gefährliche
Anwachsen der gesetzlich erlaubten Opiumvorräte im Lande wie auch über
den Transit von Heroin aus Pakistan und Burma sowie die Lieferungen von
Aufbereitungschemikalien an Heroinlaboratorien im Goldenen Dreieck. Als
Antwort darauf bildete die Regierung Gandhi eine neue Strafverfolgungsbehcrde und plant eine Verschärfung

der einschlägigen Gesetze. Die Be-

schlagnahmungen von Heroin sind im Jahre 1984 gestiegen und dürften neue
- 7 -

�dürften neue Höchststände erreichen.

Pakistan:

Wenn

die

Opiumproduktion

auch

unter

den

historischen

Höchstständen bleibt und die Regierung Zia ihr Verbot von Opium ausdehnt,
so bleibt Pakistan doch ein wichtiger Lieferant von Opium und ein wichtiges Herstellungs- und Exportland von Morphiumbasen und gereinigtem Heroin. Ein beträchtlicher Teil des Opiumhandels kommt aus Afghanistan. Pakistan, das in zunehmenden Maße unter Heroinsucht leidet, hat begonnen,
seine Maßnahmen zur Bekämpfung des Rauschgifthandels zu verschärfen. In
der ersten Hälfte des Jahres 1985 wurde \/on großen Beschlagnahmungen von
Opium und Heroin berichtet und auch einige wichtige Heroinlaboratorien
zerstört.

Syrien: Den amerikanischen Behörden ist keine Produktion von Rauschgift in Syrien bekannt, aber der Transithandel durch dieses Land hält unvermindert an. Die Regierung berichtet zwar von umfassenderen Bemühungen
zur Bekämpfung des Drogenhandels, aber das syrische Militär im Libanon
hat keine Verbindung mit der Rauschgiftpolizei und dürfte eher den Transithandel durch den Libanon erleichtern und fördern.

Türkei: Die Regierung geht weiterhin wirksam gegen die verbotene Abzweigung aus ihrer gesetzlich erlaubten Opiumerzeugung vor und hat ein
besonderes Polizeiprojekt

ausgearbeitet, um dem Rauschgiftschmuggel in

den bergigen Ostprovinzen Einhalt zu gebieten.

SUDOSTASIEN
Burma: Das Programm der Regierung, um die größte illegale Opiumproduktion der Welt einzudämmen, dürfte in diesem Herbst durch ein Programm
zur vollständigen Ausrottung neuen Auftrieb erfahren. Weil Gruppen von
Aufständischen, vor allem die Kommunistische Partei Burmas und die Vereinigte Shan-Armee, einen großen Teil des Gebietes kontrollieren, in dem
Opium hergestellt wird, plant die Regierung Vernichtungsmethoden aus der
Luft, durch die der Mohn ausgerottet wird. Die Produktion dürfte im Jahre
- 8 -

�im Jahre 1985 auch zurückgehen, weil in vielen Gebieten schlechtes Weter
herrschte. Die Regierung führt weiterhin militärische Razzien gegen die
Hauptquartiere und die Laboratorien der Händler durch.

Hongkong: Die Regierung von Hongkong setzt ihre Bemühungen zur Bekämpfung des Rauschgifthandels nachhaltig

fort. Der kürzliche Rückgang

des Preises von Heroin im Straßenhandel könnte bedeuten, da3 mehr Heroin
exportiert

wurde, aber Regierungsvertreter

aus Hongkong

weisen

darauf

hin, daß keine Eeweise dafür vorliegen, daß Heroin in bedeutsamen Mengen
exportiert Mjrde. Ein kürzliches Urteil des Obersten Gerichtshofes erlaubt es disr Regierung

von Hongkong, Pngeklagte in Rauschgiftdelikten

auszuliefern.

Indonesien: Die Regierung von Präsident Suharto, die sich offensichtlich zunehmende Sorgen über den Transithandel mit Drtgen, über die steigende Produktion von Marijuana im eigenen Lande und über die Heroinsucht
in Indonesien macht, behandelt den Drogenmißbrauch als langfristige Bedrohung der gesellschaftlchen Stabilität. Die Regierung gab im Mai die
Reorganisation der Leitung der Rauschgiftpolizei des Landes bekannt. Eine
Kampagne gegen Händler und sonstige Gesetzesbrecher führte zur Verhaftung
von Polzeibaamten, die im Rauschgifthandel steckten und es wurden harte
Urteile, vor allem gegen Heroinhändler, ausgesprochen.

Laos: Über die Rauschgiftherstellung in Laos ist wenig bekannt und
die Regierung des Landes behauptet, daß die illegale Produktion und der
illegale Verbrauch unter Kontrolle stünden.
Malaysia: Die Regierung betrachtet den Rauschgifthandel als eine Bedrohung der nationalen Sicherheit und fördert weiterhin Aktivitäten der
Vereinten Nationen und der anderen ASEAN-Mitglieder zur Drogenbekämpfung
und sucht gleichzeitig ihre eigenen Anstrengungen auf diesem Gebiet zu
intensivieren. Malaysia, das über den Mangel an politischem Willen seiner
Nachbarn zur Bekämpfung des Rauschgifthandels besorgt ist, hat eine diplomatische Initiative ins Leben gerufen, um auch die Führer anderer Länder der Region auf diese Gefahren hinzuweisen.
Philippinen:
- 9 -

Das

�Philippinen: Das Programm der Regierung zur Ausrottung von Marijuana
hatte im Jahre 1984 seinen bisher größten Erfolg, aber der Anbau ist noch
immer weit verbreitet und die Philippinen sind ein Marijuanalieferland
für Südostasien, Japan, Australien und die Vereinigten Staaten.
Thailand: Die jüngste Einschätzung der Opiumernte 1984-85 in Thailnad
zeigt, daß das Anbaugebiet größer geworden ist, daß aber aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen sowie verstärkter Vernichtungsoperationen durch
thailändische Einheiten weniger Opium produziert wurde. Thailand will
sein Konzept des "kontrollierten Dorfes" weiter ausdehnen, in dessen Rahmen die Dorfbewohner sich verpflichten, kein Opium anzubauen und dafür
wirtschaftliche Unterstützung für das Do:f erhalten. Thailand setzt auch
seine Anstrengungen zur Ausrottung von Marijuana fort, in deren Rahmen in
drei Monaten bis Ende Januar 1985 über 1500 Tonnen Marijuanapflanzen vernichtet wurden. Sondereinheiten setzten ihre Operationen gegen Drogenhändler in den Grenzgebieten fort und haben große Lieferungen beschlagnahmt.

AFRIKA
ÄGYPTEN: Trotz verbesserter Überwachung durch die ägyptische Regierung werden weiterhin Opium und Haschisch aus dem Libanon und aus Pakistan nach 'Ägypten eingeführt. Ägypten bleibt ein Transitgebiet für Heroinlieferungen an Drittländer, und es besteht große Besorgnis, daß in
Ägypten selbst Heroinlaboratorien entstehen könnten.
Marokko: In einigen Gebieten ist de:? Anbau von Rauschgift - hauptsächlich Haschisch - für den Export nach Europa eine der Hauptwirtschaftstätigkeiten. Die Rauschgitftbekämpfungsanstrengungen der Regierung
konzentrieren sich auf die Exporte. Die Regierung scheut vor der direkten
Konfrontation mit den Anbauern in Gebieten zurück, in denen historisch
und noch heute die Regierung große Schwierigkeiten hatte und hat, ihre
volle Autorität geltend zu machen. Damit sieht es so aus, als ob der
- 10 -

�als ob der Stand des Anbaus und des Mißbrauchs für die nächste Zukunft
einigermaßen gleich bleiben wird.

SONSTIGE LÄNDER

Wie es in dem öffentlichen Gesetz Ni. 86-164 vorgesehen ist, befaßt
sich dieser Bericht hauptsächlich mit den Haupterzeugerländern, in denen
Rauschgift angebaut und gereinigt wird. Die amerikanische Regierung beteiligt sicn jedoch aktiv an Untersuchungen und unterstützt Bemühungen
vieler Transitländer, dem Schmuggel mit verbotenen Drogen Einhalt zu gebieten.

Die amerikanische Regierung steht in Verbindung mit mehreren Ländern,
die in diesem Bericht nicht aufgeführt sind, wie beispielsweise Haiti,
Paraguay, der Dominikanischen Republik, Honduras, Guatemala und anderen.
Die amerikansiche Regierung befaßt sich auch mit anderen Aspekten des
Rauschgifthandels, wie etwa der Untersuchung von Geldwäsche, und hat immer Abkommen über finanzielle Informationen angestrebt, wie etwa das vorjährige Abkommen mit den Cayman-Inseln.

Und die amerikanische Regierung beobachtet weiterhin verdächtige Tätigkeiten von Regierungsvertretern

in vsrschiedenen Ländern und selbst

von Regierungen wie in Kuba, Nicaragua und Bulgarien. Es hat in jüngster
Zeit

wichtige

Kontakte

von

Vertretern

des

Außenministeriums

und

der

Rauschgiftbehörde mit den Bulgaren gegeben, um Situationen zu beseitigen,
in denen amtliche Regierungsstellen und Regierungvertreter nach Berichten
in den Rauschgifthandel verwickelt waren.

Und das amerikanische Außenministerium verfolgt auf der ganzen Welt
Berichte über mögliche Verwicklungen terroristischer Gruppen und anderer
politische

Aufständischer, die den Rauschgifthandel

etwa benutzen, um

ihre Aktivitäten, einschließlich ihrer Waffenkäufe, zu finanzieren.
* * * * *

- 11 -

�18. September 1985

37

"TITANIC" NACH 73 JAHNEN GEFUNDEN
- US-Technologie hilft Objekte

-

n der Tiefsee orten -

(AD) - Die genaue Position des "T Ltanic"-Wracks, das ca. 400 See-

meilen südöstlich von Neufundland auf dem Grund des Nordatlantik liegt,
wollte Dr. Robert D. Ballard nicht preise eben. Der leitende Wissenschaftler für Tiefseeprojekte der "Woods Hole Oceanographic Institutions", Massachusetts, und seine Kollegen möchten vorhindern, daß der vor 73 Jahren
auf seiner Jungfernfahrt untergegangene Luxusdampfer jetzt von Souvenirjägern zur Geschäftemacherei ausgeschlachtet wird. Die Welt solle die Ruhe der mehr als 1500 Toten respektieren, meinte Ballard auf einer Pressekonferenz am 11. September 1985. Von den 2200 Passagieren, die sich damals an Bord der Schiffes befanden, waren nur knapp 700 gerettet worden.

Das Schicksal des als unsinkbar geltenden modernsten Schiffes seiner
Zeit, und das seiner vielen prominenten Passagiere hat seit dem Unglückstag, dem 10. April 1912, für Menschen in aller Welt eine besondere Faszination. Dokumentierte Funksprüche und Belichte von Überlebenden lieferten
immer wieder Stoff für realistische oder auch mehr oder weniger phanta-

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�weniger phantasievolle Schilderungen der Stunden und Minuten vor und nach
der Katastrophe. Der 353 m lange Ozeanriese war mit einem Eisberg kollidiert. Dabei wurde eine Seitenwand

aufgeschlitzt. Zweieinhalb Stunden

später versank die "TITANIC" in den kalten Fluten. Das Meer ist dort etwa
4 000 m tief.

Technisch gut vorbereitete, aber ebenso auch abenteuerliche Versuche,
das Wrack der "TITANIC" zu orten gab es in den vergangenen sieben Jahrzehnten zur Genüge, immer wieder ohne Efolg. Es gelang schließlich Anfangs September 1985, und zwar amerikanischen und französischen Wissenschaftlern in einer Zusammenarbeit von Bord der Forschungsschiffe "KNORR"
und "SUROIT". 13 Experten des amerikanischen Laboratoriums trafen im August in dem als Ort der Katastrophe vermuteten Seebereich mit ihren französischen Kollegen zusammen, die seit Wochen von der "SUROIT" aus das Gebiet sondiert hatten. Die "SUROIT" ist Expeditionsschiff eines Instituts
in Paris. Mit modernsten Spezialgeräten und Instrumenten suchten die Forscher nach Anhaltspunkten für Überreste der "TITANIC".

Wie John Lehman, Staatssekretär für die US-Marine, am 11. September
auf einer Pressekonferenz am Sitz der "National Geographie Society" in
Washington bemerkte, zeigte die Auffindung des Wracks, welche Bedeutung
die bis vor kurzem noch unzugängliche Tiefsee für Kultur- und Wirtschaf tsgüter der Welt besitze. Dank neuer Techniken würden Möglichkeiten
eröffnet, selbst Schiffswracks aus der Antike samt ihrer Ladung zu orten,
vielleicht sogar zu bergen. Mineralstoffe am Meeresgrund aufzufinden und
abzubauen zähle zu den wichtigen Industrieprojekten der Zukunft.

Der Meeresgeologe Dr. Ballard erläuterte den Journalisten die Techniken der Unterwassersondierungen mit Sonar-Echolot, Scheinwerfern und Kameras. Die Instrumente werden auf einem schlittenähnlichen Gerät, ARGO,
zum Meeresboden abgesenkt, das mit einem dicken Stahlkabel mit dem Schiff
verbunden bleibt. In dem Kabel befinden sich die Versorgungsleitungen zur
Fernsteuerung des Tiefseeschlittens und seiner Instrumente. ARGO, fast
fünf Meter lang und mehr als zwei Meter breit, wird normalerweise zur Ermittlung der Unterwasser-Topographie und zum Vermessen von Erhebungen und
Spalten benutzt. Sobald die Echolotdaten der seitlich ihre Signale aus-

�Signal aussendenden Sonar-Instrumente et^as Interessantes vermuten lassen, können die Fernsehkameras auf das Objekt eingestellt werden. Ihre
Aufnahmen erscheinen sofort auf Bildschicm an Bord der "KNORR"; gleichzeitig werden sie von Computern erfaßt unü, zur Verbesserung der Bildwerte, aufbereitet. Sei geben dem Wissenschaftler eine Möglichkeit zur direkten "Sicnt" auf den Meeresboden. ARGO kann bis in Bereiche von mehr
als 6 00 m unter dem Wasserspiegel operieren. Gerät samt Instrumente halten dem gewaltigen Druck in dieser Tiefe stand.

Die französischen Wissenschaftler hatten durch Eingrenzung des Katastrophenortes mit ihrem neuartigen Sonarsystem SAR ganz wichtige Vorarbeit geleistet. Nun konnte die "KNORR", so Ballard, sich mit ARGO auf einen bestimmten Bereich von Sanddünen in dar Nähe eines gigantischen Tiefseegrabens konzentrieren. Als schließlich die ARGO-Kameras die Aufnahme
von einem der Kessel der "TITANIC" nach oben schickten, wußte man an Bord
der "KNORR", daß das Unglücksschiff gefunden war.
Fünf Tage brauchten die Wissenschaftler, um die Videobänder mit den
Aufnahmen der Fernsehkameras fertigzustellen. Gleichzeitig wurde ein weiterer Unterwasser-Roboter, ANGUS, auf das Objekt angesetzt, um Farbaufnahmen auf 35 mm-Film zu machen.

Bei den Bildern handle es sich nicht um Nahaufnahmen, sagte Ballard.
Umso erstaunlicher sei, wieviele Einzelheiten sie erkennen ließen, ja daß
sie überhaupt in solcher Tiefe gemacht werden konnten. Sie zeigen in erster Linie den Bugbereich. Die "TITANIC" sei nicht gekippt, sondern liege
aufrecht auf dem Meeresgrund, auf einigen Bildern seien Teile des Hecks
erfaßt, das vom sinkenden Schiff losbrach.
Die Entwicklung des ARGO-Systems begann 1982, dürfte aber erst 1988
abgeschlossen sein. Kostenpunkt: ca. 2,8 Millionen Dollar. Wie Dr. Ballard erklärte, sei man bemüht, vorhandene Techniken optimal zu kombinieren, anstatt völlig neue Verfahren zu entwickeln. Im Dezember 1985 werde
man im Pazifik mit ARGO einen 190 km langen Abschnitt der viele Tausende
von Kilometern umfassenden Unterwasser-Bergketten der Weltmeere untersu-

�Weltmeere untersuchen. Sie bedecken, soweit man bisher weiß, 20 Prozent
der Erdoberfläche. Die bevorstehende Expedition sei der erste umfassende
Versuch, sich ein Bild vom Aussehen und der Beschaffenheit der Abhänge
eines Tiefseegebirges zu machen. Möglicherweise lassen sich mit ARGO auch
weitere Hinsweise auf Lebewesen finden, wie sie von heißen Quellen in der
Tiefsee entdeckt worden sind.

Im nächsten Jahr beabsichtigt Dr. Ballard, mit dem bemannten Tiefsee-Forschungs-Unterseeboot

"ALVIN" die

"TITANIC" noch einmal aufzusu-

chen, um das Wrack direkt zu inspizieren. Außerdem sollen weitere Aufnahmen mit Hilfe unbemannter Geräte gemacht werden, die sich im Meeresforschungslabor Woods Hole noch in der Entwicklung befinden.

* * * * *

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      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
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          <name>Date</name>
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          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <name>Title</name>
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              <text>Amerikadienst 18.09.1985</text>
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          <name>Description</name>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Interview von Botschafter Burt mit dem Sender Freies Berlin&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA um Verhinderung eines Wettrüstens im Weltraum bemüht&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Anhörung von ACDA-Direktor Adelman -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrund&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bericht des US-Außenministeriums über Bekämpfung des Rauschgifthandels&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Außenpolitischer Senatsausschuss befasst sich mit dem internationalen Drogenproblem -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;"TITANIC" nach 73 Jahren gefunden&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- US-Technologie hilft Objekte in der Tiefsee orten -&lt;/em&gt;</text>
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