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                  <text>W^H

nrormotion
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

11. September 1985

36

INHALT

INFORMATION
Regan kündigt Maßnahmen gegen Südafrika an
- Erklärung des Präsidenten und Schreiben an den Kongress DOKUMENTATION
Dokumentation des Weißen Hauses zur Südafrikapolitik der USA

HINTERGRUND
Die Sandinisten und die Radikalen im Nahen Osten
- Bericht des US-Außenministeriums -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Weltraumplattform für Industrie und Forschung
- Erste Außenstation soll 1989 gestartet werden -

* * * * *

Um Ubei/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel-: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�11. September L985

36

REAGAN KÜNDIGT MASSNAHMEN GEGEN SÜDAFRIKA AN
- Erklärung des Präsidenten und Schreiben an den Kongreß -

WASHINGTON -(AD) - Präsident Ronald Reagan hat am 9. September Maßnahmen gegen die Regierung von Südafrika angekündigt, die gegen die
Apartheid abzielen. Reagan unterzeichnete einen Präsidialerlaß, durch den
unter anderem die Lieferung von Computern, Nuklearexporte und Kredite an
die südafrikanische Regierung eingeschränkt werden. Auch die Einfuhr der
südafrikanischen Goldmünze Krügerrand
möglicherweise

in die Vereinigten Staaten soll

unterbunden werden. In einem Schreiben an den Kongreß

unterrichtete der Präsident diesen von den getroffenen Maßnahmen. Die
Politik der südafrikanischen Regierung, so heißt es in dem Schreiben,
"stellt

eine

außergewöhnliche

und

außerordentliche

Bedrohung

der

Außenpolitik und der Wirtschaft der Vereinigten Staaten dar".

Der Präsident betonte anläßlich der Unterzeichnung seines Erlasses,
daß er gegen ein Gesetz des Kongresses über Wirtschaftssanktionen - in
der vorliegenden Form - sein Veto einlegen würde, weil es genau den
Bevölkerungsgruppen

in Südafrika schaden würde, denen die Vereinigten

Staaten helfen wollten. Die von ihm angeordneten Maßnahmen dienten am
besten dem Ziel der Vereinigten Staaten, dort die Apartheid abzuschaffen

und zur Förderung

Hosttacn 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�und zur Förderung von Frieden und Gerechtigkeit im Lande beizutragen.
Die Erklärung des Präsidenten anläßlich der Unterzeichnung des Präsidialerlasses hat folgenden Wortlaut:

Ich möchte heute morgen über Südafrika sprechen - über das, was Amerika tun kann, um dazu beizutragen, Frieden und Gerechtigkeit in jenem so
von rassischen Konflikten geplagten und heimgesuchten Land zu fördern.

Das System der Apartheid bedeutet bewußte, systematische und institutionalisierte rassische Diskriminierung, die der schwarzen Mehrheit ihre
gottgegebenen Rechte verweigert. Die Einstellung Amerikas zur Apartheid
ist einfach und klar: Wir glauben, daß sie falsch ist. Wir verurteilen
sie. Wir sind vereint in der Hoffnung, daß der Tag kommen wird, an dem es
keine Apartheid mehr gibt.

Unser Einfluß auf die südafrikanische Gesellschaft ist begrenzt. Aber
wir haben einigen Einfluß, und die Frage ist, wie wir ihn nutzen. Viele
Mfinschen guten Willens in diesem Lande haben andere Ansichten. Nach meiner Auffassung müssen wir auf friedliche Entwicklung und Reform hinarbeiten. Unser Ziel kann nicht sein, Südafrika mit wirtschaftlichen Sanktionen zu strafen, die nur genau jene Menschen treffen würden, denen wir
helfen wollen.
Ich glaube, daß wir all jenen helfen müssen, die sich friedlich der
Apartheid widersetzen, und wir müssen uns darüber im klaren sein, daß
jene Gegner der Apartheid, die Terror und Gewalt anwenden, nicht Freiheit
und Rettung, sondern noch mehr Leiden und noch größere Chancen für einen
erweiterten sowjetischen Einfluß in Südafrika und in der ganzen Region
bringen werden.

Was wir in Südafrika erleben, ist der Anfang eines Wandlungsprozesses. Die bisherigen Änderungen in der Politk sind unzureichend - aber
ironischerweise genügten sie, um Erwartungen zu wecken und Forderungen
nach

weiterreichendem

sofortigen

Wandel

hervorzurufen.

Es

ist

die

�hervorzurufen. Es ist die wachsende wirtschaftliche Macht der schwarzen
Mehrheit, die sie in die Lage versetzt hat, auf politischem Wandel zu
bestehen.

Südafrika ist kein totalitärer Staat. Es gibt eine heftige Oppositionspresse. Jeden Tag erleben wir deutliche Proteste und Zugang zu den
internationalen Medien, der in vielen Teilen Afrikas - oder im übrigen
auch in der Sowjetunion - niemals möglich wäre. Aber es ist unser aktives
Engagement - unsere Bereitschaft, es zu versuchen -, die uns Einfluß verleiht.

Jawohl, wir in Amerika haben - aufgrund dessen, was wir sind und für
was wir einstehen - Einfluß, um Gutes J:U tun. Wir haben auch gewaltige
Möglichkeiten, die Dinge zu verschlechtern. Bevor wir schicksalsschwere
Schritte unternehmen, müssen wir gut über die entscheidende Frage nachdenken: Tragen wir zur Änderung des Systems bei? Oder strafen wir die
Schwarzen, denen wir helfen wollen?

Seit vielen Administrationen bestand die amerikanische Politik darin,
unseren Einfluß und Hebelkraft gegen die Apartheid und nicht gegen unschuldige Menschen zur Geltung zu bringen, die selbst Opfer der Apartheid
sind.

Wenn wir unserem Erbe treu bleiben wollen, dann dürfen wir nicht
aufgeben, sondern müssen zupacken; unsere Hilfe für das Bildungswesen der
Schwarzen und die Gemeinschaftsentwicklung, die den politischen Dialog
erfordert, ausweiten; die Südafrikaner aller Rassen aufrufen, die Chance
für eine friedliche Anpassung zu nutzen, ehe es zu spät ist.

Ich achte und teile die Ziele, die viele Mitglieder des Kongresses
bewogen
Apartheid

haben, eine Botschaft der
auszusenden. Aber

amerikanischen

wenn wir

das

Besorgnis über die

tun, dann dürfen

wir

das

wirtschaftliche Wohlergehen von Millionen von Menschen in Südafrika und
im südlichen Afrika nicht schädigen. Wenn wir wirklich - wie ich es tue eine

überparteiliche

Basis

des

Konsenses

in

der

Unterstützung

der

�Unterstützung der amerikanischen Politik schaffen wollen, dann ist dies
die Basis, auf der wir aufbauen können.

Deswegen unterzeichne ich heute einen Präsidialerlaß, der ein Paket
von Maßnahmen

aulösen wird, die gegen die Maschinerie der Apartheid

gerichtet sind und ein klares Ziel haben, ohne wahllos jene Menschen zu
bestrafen, die selbst Opfer dieses Systems sind - Maßnahmen, die die
Vereinigten Staaten von der Apartheid distanzieren und uns positiv mit
friedlichem Wandel verbinden werden.

Zu diesem Schreiben gehören:

- ein Verbot aller Computer-Exporte, die mit der Durchsetzung der
Apartheid zu tun haben und an die Sicherheitskräfte;

- ein Verbot des Exportes von nuklearen Gütern oder Nukleartechnologie an Südafrika, außer zur Gewährleistung der Durchführung von Sicherheitsbestimmungen

der

Internationalen

Weiterverbreitung

(von

Kernwaffen)

oder

Atomenergiebehörde
soweit

sie

gegen

die

aus: humanitären

Gründen notwendig sind, um Gesundheit und Sicherheit zu schützen;,

- ein Verbot von Anleihen an die südafrikanische Regierung, außer
bestimmten Krediten, die die wirtschaftlichen Chancen oder Bildungs-,
Wohnungs- und Gesundheitseinrichtungen betreffen, die Südafrikanern aller
Rassen zugänglich sind.

Ich werde ferner den Außenminister und den Vertreter der Vereinigten
Staaten für Handelsfragen anweisen, sich mit unseren wichtigen Handelspartnern bezüglich des Verbotes der Einfuhr von Krügerrands zu konsultieren. Ich werde auch den Finanzminister anweisen, mir innerhalb von 60
Tagen über die Durchführbarkeit der Prägung einer amerikanischen Goldmünze zu berichten, die

für unsere Münzsammler

eine Alternative zum

Krügerrand darstellen würden.

Ich

möchte

die

�Ich möchte die laufenden Tätigkeiten unserer Regierung und privater
amerikanischer Bürger ermutigen, den Lebensstandard der schwarzen Mehrheit in Südafrika zu heben. Der Sullivan-Kodex - von einem geachteten
schwarzen Geistlichen aus Philadelphia, Reverend Leon Sullivan, ausgearbeitet - hat die höchsten Normen für die Behandlung von Arbeitskräften
für fortschrittliche Arbeitgeber in ganz Südafrika aufgestellt. Ich rufe
alle amerikanischen Unternehmen auf, sich an diese Normen zu halten, und
ich habe den amerikanischen Botschafter in Südafrika angewiesen, alle nur
möglichen Anstrengungen zu unternehmen, die Unternehmen, die sie - die
Sullivan-Prinzipien - noch nicht eingeführt haben, dies zu tun.

Darüber

hinaus wird

mein

Präsidialerlaß jegliche Exporthilfe für

amerikanische Firmen in Südafrika verbieten, die mehr als 25 Personen
beschäftigen und sich nicht bis Ende dieses Jahres an die umfassenden
Prinzipien für die faire Behandlung von Arbeitskräften halten, die im
Erlaß dargelegt sind.
Ich habe weiter den Außenminister angewiesen, die Mittel wesentlich
zu erhöhen, die wir als Stipendien für Südafrikaner bereitstellen, die
durch die Apartheid benachteiligt sind, sowie der Mittel, die unsere
Botschaft einsetzt, um Menschenrechtsprogramme in Südafrika zu fördern.

Und schließlich habe ich Außenminister Shultz angewiesen, einen Beratungsausschuß prominenter

Amerikaner

einzusetzen, um Empfehlungen

für

Maßnahmen auszuarbeiten, um den friedlichen Wandel in Südafrika zu ermutigen. Der Beratungsausschuß soll seinen ersten Bericht innerhalb von
12 Monaten vorlegen.

Ich bin überzeugt, daß die heute von mir verkündeten Maßnahmen unsere
Ziele am besten fördern werden. Wenn der Kongreß mir die Gesetzesvorlage
in der vom Vermittlungsausschuß gebilligten Form zur Unterzeichnung vorlegen sollte, dann wäre ich gezwungen, mein Veto einzulegen. Das braucht
nicht zu geschehen, ich möchte mit dem Kongreß zusammenarbeiten, um die
überparteiliche Unterstützung der amerikanischen Politik gegenüber

�Politik gegenüber Südafrika zu fördern. Aus diesem Grunde habe ich heute
diesen Präsidialerlaß unterzeichnet.

Vor

drei

Monaten

habe

ich

unseren

Botschafter

in

Südafrika

zu

Konsultationen zurückberufen, damit er an der intensiven Überprüfung der
Lage im südlichen Afrika teilnehmen konnte, die wir durchgeführt haben.
Ich sende ihn jetzt wieder zurück mit einer Botschaft an Staatspräsident
Botha, in der unsere schweren Bedenken hinsichtlich der gegenwärtigen
Krise unterstrichen werden und die das enthält, was nach unserer Beurteilung notwendig ist, um das Vertrauen nach außen wiederherzustellen und im
eigenen Land von der Konfrontation zu Verhandlungen zu gelangen. Diese
Probleme Südafrikas sind nicht über Nacht entstanden, und sie werden
nicht über Nacht gelöst werden können, aber es ist keine Zeit zu verlieren. Sich aus diesem Drama zurückzuziehen - oder gar die Flammen zu
schüren -, wird weder unseren Interessen noch den Interessen des südafrikanischen Volkes dienen.

Wenn sich alle Amerikaner hinter ein gemeinsames Programm stellen,
dann können wir umso mehr Einfluß zum Guten iiusüben. Wollen wir also mit
klarer Sicht und offenem Herzen voranschreiten und für Gerechtigkeit und
Brüderlichkeit und Frieden arbeiten.

Das Schreiben des Präsidenten an den Kongreß hat folgenden Wortlaut:
Gemäß Artikel 204 (b) des Gesetzes über Vollmachten bei einem internationalen Wirtschaftsnotstand, 50 U.S.C. 1703 (b) informiere ich hiermit
den Kongreß darüber, daß ich meine gesetzliche Vollmacht zu der Erklärung
genützt habe, daß die Politik und die Handlungen der Regierung von Südafrika eine außergewöhnliche und außerordentliche Bedrohung der Außenpolitik und der Wirtschaft der Vereinigten Staaten darstellen sowie zu der
Ausrufung eines nationalen Notstandes, um dieser Bedrohung zu begegnen.

Gemäß dieser und anderer gesetzlicher Vollmachten habe ich bestimmte

�habe

ich

bestimmte

Transaktionen

-

einschließlich

der

folgenden

verboten:

(1) Gewährung

oder

Genehmigung

von Bankkrediten

an die

südafrika-

nische Regierung - mit bestimmten enggefaßten Ausnahmen;

(2) den Export von Computern und verwandten Gütern bzw. Technologien
an bestimmte Regierungsstellen und alle mit der Durchsetzung der Apartheid befaßten Dienststellen der südafrikanischen Regierung;

(3) alle Nuklearexporte sowie verwandte Transaktionen nach Südafrika
- mit bestimmten enggefaßten Ausnahmen;

(4) die Einfuhr von in Südafrika hergestellten Waffen, Munition oder
Militärfahrzeugen in die Vereinigten Staaten; und

(5) Verlängerung der Absatzhilfen an US-Unternehmen in Südafrika, die
mehr als 25 Beschäftigte haben und sich nicht an bestimmte faire Gewerkschaftsmaßstäbe halten.

Außerdem habe ich

(6)

den

Handelsfragen

Außenminister
angewiesen,

und
die

den

amerikanischen

Repräsentanten

anderen Vertragsparteien

des

für

Allgemeinen

Zoll- und Handelsabkommens in der Absicht zu konsultieren, den Import des
Krügerrand zu verbieten;

(7) den Finanzminister angewiesen, innerhalb von 60 Tagen eine Studie
hinsichtlich der Möglichkeit fertigzustellen, amerikanische Goldmünzen zu
prägen;

(8) den Außenminister angewiesen, die notwendigen Schritte zur Erhöhung der Mittel zu unternehmen, die als Stipendien für diejenigen in Südafrika zur Verfügung stehen, die durch das System der Apartheid benachteiligt sind und die Mittel zu erhöhen, die dem Menschenrechtsfonds für
Südafrika zugeteilt sind;

(9)

den

Außenmnister

�(9) den Außenmnister angewiesen, einen Beratungsausschuß ins Leben zu
rufen, der Empfehlungen hinsichtlich von Maßnahmen aussprechen soll, die
zu einem friedlichen Wandel in Südafrika ermutigen.

Schließlich belohnt dieser Erlass

(9) die Bemühungen jener amerikanischen Unternehmen in Südafrika, die
sich freiwillig an die Prinzipien gerechter Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und der Nichtdiskriminierung halten und fordert
alle amerikanischen Unternehmen auf, ein Gleiches zu tun.

Ich füge eine Kopie des Präsidialerlasses bei, den ich mit Abgabe
dieser Erklärung und Ausübung meiner Amtsgewalt verkündet habe.

1. Ich habe diese Schritte in Reaktion auf die derzeitige Lage in
Südafrika verfügt. Es gehört zur Außenpolitik der Vereinigten Staaten,
friedlichen Wandel in Südafrika anzustreben und hierbei insbesondere ein
Ende der widerlichen Praxis und Politik der Apartheid sowie die Bildung
einer

Regierung, die sich auf Zustimmung der Regierten gründet. Die

jüngsten Entwicklungen in Südafrika haben schwerwiegende Auswirkungen auf
die Aussicht auf friedlichen Wandel und auf Stabilität in der Region als
Ganzes - einer Region von strategischer Bedeutung für die Vereinigten
Staaten. Die vor kurzem erfolgte Ausrufung des Notstandes in 36 Verwaltungsbezirken durch die Regierung von Südafrika, die Massenfestnahmen und
-Verhaftungen sowie die darauffolgende Finanzkrise sind für die Außenpolitik

und die Wirtschaft der Vereinigten Staaten von unmittelbarer

Besorgnis. Das Tempo der Reform in Südafrika hat weder die Erwartungen
der

Staatengemeinschaft

noch

der Menschen

in Südafrika erfüllt. Die

jüngsten Maßnahmen der Regierung hinsichtlich von Verhandlungen über die
Beteiligung aller Südafrikaner an der Regierung dieses Landes haben nicht
in ausreichendem Maß die Spannungen abgebaut und dürften sogar die Lage
noch verschärft haben.

Es ist meiner Meinung nach unter derlei Umständen für dieses Land

�für dieses Land notwendig, zu der Einsicht zu gelangen, daß unsere Außenpolitik, die einen Wandel durch friedliche Mittel anstrebt, ernsthaft
gefährdet ist. Damit dieses Land erfolgreich die Ereignisse in jenem Land
beeinflussen kann, ist es für die Vereinigten Staaten notwendig, mit
einer Stimme zu sprechen und dadurch unsere Opposition zur Apartheid zu
demonstrieren, daß wir bestimmte Maßnahmen ergreifen, die speziell auf
die wichtigsten Aspekte der Politik der Apartheit und der mit ihrer
Durchführung befaßten Regierungsstellen abzielen.

2. Die oben dargelegten Maßnahmen, von denen viele auch die Überlegungen des Kongresses widerspiegeln, werden der südafrikanischen Regierung rasch den Ernst unserer Besorgnisse hinsichtlich der Lage in diesem
Land klarmachen. Zudem mobilisiert diese Erklärung den Einfluß des Privatsektors

zur

Schaffung

von mehr wirtschaftlichem Wohlergehen, mehr

Freiheit und mehr politischem Einfluß der Schwarzen und der anderen
Nichtweißen in Südafrika.

1985(Gezeichnet) RONALD REAGAN

* * * * *

- 9-

�11. September 1985

36

DOKUMENTATION DES WEISSEN HAUSES ZUR SUDAFRIKAPOLITIK DER USA

WASHINGTON - (AD) - Die folgende Dokumentation, am 9. September 1985
vom Weißen Haus herausgegeben, beschreibt die von Präsident Reagan in
einem Präsidialerlaß angekündigten Maßnahmen gegen die Apartheid in Südafrika:

—

Der Präsident sendet der südafrikanischen Regierung ein deutliches

Signal: Die Apartheid muß verschwinden; jetzt ist die Zeit für mutige
Schritte gekommen; diese Schritte unterstreichen seine starke Führung in
dieser Frage.

—

Die amerikanische Politik umfaßt schon seit langem Maßnahmen, die

uns von der Apartheid distanzieren.
—

Die Aktionen stehen in Einklang mit der Absicht des Präsidenten,

beim Drängen auf Wandel in Südafrika aktiv Präsenz und Einfluß auf amerikanische Unternehmen, Kirchen, Lehrer und Diplomaten aufrechtzuerhalten.

—

Der

Präsident

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Telex: 8-85432

�—

Der Präsident teilt die Sorge des amerikanischen Volkes über den

Rassismus; seine Maßnahmen haben den Zweck, für die ganze Nation zu sprechen und das amerikanische Volk bei dieser wichtigen Frage einig zu
wissen.

—

Die Maßnahmen des Präsidenten wurden nicht in der Absicht ge-

troffen, der südafrikanische Wirtschaft zu schaden und damit jenen, denen
wir

zu

helfen

suchen; sie

zielen

auf

ganz

bestimmte

Elemente

des

Regierungsapparates.

—

Der Präsident will mit dem Kongreß auf überparteilicher Basis zu-

sammenarbeiten, um positive und produktive Änderungen in der Politik der
südafrikanischen Regierung zu bewirken.

—

Der Präsidialerlaß verpflichtet die Vereinigten Staaten dazu, eine

starke Präsenz in Südafrika aufrechtzuerhalten, unterstützt faire Beschäftigungspraktiken amerikanischer Unternehmen, erhöht die Mittel der
amerikanischen Regierung für Stipendien und Aktivitäten im Bereich der
Menschenrechte.
—

Der Präsidialerlaß verbietet es

amerikanischen Banken, der süd-

afrikanischen Regierung Darlehen zu gewähren - mit der Ausnahme von Darlehen, die das Wohlergehen aller Südafrikaner fördern würden.

—

Der Präsidialerlaß verbietet alle Exporte von Computern an mili-

tärische, polizeiliche und andere, die Apartheid durchsetzende, behördliche Stellen.
—

Der

Präsidialerlaß verbietet amerikanische Nuklearexporte nach

Südafrika, mit der Ausnahme von Produkten, die für Gesundheit und Sicherheit sowie für Sicherheitsprogramme der Internationalen Atomenergiebehörde benötigt werden.

Der

Präsidialerlaß

�—

Der Präsidialerlaß verpflichtet die Unternehmen, sich an Prin-

zipien zu halten, die jenen des freiwilligen Sullivan-Programms ähnlich
sind; Ziel ist es, Freiwilligkeit zu ermöglichen, doch denen Handelshilfen der amerikanischen Regierung zu verweigern, die sich nicht hieran
halten.

—

Der Präsidialerlaß fordert von der amerikanischen Regierung Kon-

sultierung ihrer GMT-Partner bezüglich eines Verbotes des Krügerrand.

—

Der Präsidialerlaß fordert den Finanzminister auf, die Möglichkeit

der Prägung und Ausgabe von eigenen Goldmünzen zu untersuchen.

—

Der Präsidialerlaß weist den Außenminister an, einen Beratungsaus-

schuß prominenter amerikanischer Bürger ins Leben zu rufen, der Empfehlungen hinsichtlich Maßnahmen geben kann, durch die friedlicher Wandel in
Südafrika ermutigt wird.

—

Der Präsidialerlaß wird die von den Vereinigten Staaten unter-

stützte Resolution der Vereinten Nationen
südafrikanischer Waffen ausführen.

- 3 -

über ein Verbot von Importen

�11. September 1985

36

DIE SANDINISTEN UND DIE RADIKALEN IM NAHEN OSTEN
- Bericht des US-Außenministeriums -

WASHINGTON -(AD) - Die Untergrundverbindungen der Sandinisten in Nicaragua zu der Palästinensischen Befreiungsorganisaton PLO gehen bis auf
das Jahr 1969 - also zehn Jahre vor die Machtergreifung der Sandinisten
in Managua - zurück. Dies geht aus einem Bericht des amerikanischen Aussenministeriums hervor, der am 3. September 1985 veröffentlicht wurde.
Der Bericht stützt sich auf Presseveröffentlichungen von Experten sowie
auf Studien unabhängiger amerikanischer Stiftungen, die sich mit nahöstlichen und lateinamerikanischen Angelegenheiten befassen. Danach wurden
Mitglieder der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront (FSLN) bereits
1969 in Ausbildungslagern der PLO und Kubas im Libanon und in Libyen als
Terroristen geschult. V7eiter werden Verbindungen zu der baskischen Terrororganisation ETA, der Roten Armeefraktion und den italienischen Roten
Brigaden nachgewiesen. Nachdem sie in Nicaragua an die Macht gekommen waren, versorgten die Sandinisten Radikale und Terroristen aus dem Nahen
Osten, Lateinamerika und Europa mit falschen Pässen, um ihre Untergrund-

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D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�ihre Untergrundtätikgeit zu erleichtern.

Der Bericht des amerikanischen Außenministeriums hat folgenden Wortlaut: (Fußnoten am Ende)

EINLEITUNG

Analytiker der Außenpolitik und der Medien haben Beziehungen der Sandinisten zu den Kubanern und den Sowjets sowie eine Abhängigkeit der Sandinisten von Unterstützung, Waffen und Beratern aus dem Ostblock festgestellt. Dieses Beziehungen sind unbestreitbar den Interessen der Vereinigten Staaten und der westlichen Hemispäre abträglich. Dieser Bericht
geht jedoch auf einen anderen, allerdings damit in einem Zusammenhang
stehenden Aspekt der Politik der Sandinisten ein:

die Beziehungen zwischen den Sandinisten und radikalen Gruppen und
Staaten im Nahen Osten, einschließlich terroristischer Elemente, die von
diesen Gruppen und Staaten unterstützt werden. Ihre Verbindungen zur PLO
bestanden bereits über zehn Jahre vor der Revolution in Nicaragua. Libyen
hat den Sandinisten vor und nach der Revolution Unterstützung zukommen
lassen - zunächst mit der oder durch die PLO und später durch eigene Vereinbarungen mit der sandinistischen Regierung. In jüngerer Zeit haben die
Sandinisten engere Beziehungen zum Iran hergestellt.

Die Beziehungen zwischen den Sandinisten und Radikalen im Nahen Osten
sind das Ergebnis jahrelanger, sorgfältig ausgebauter Kontakte zwischen
radikalen Kräften in Mittelamerika und im Nahen Osten. Der Bericht beschreibt, wie die Verbindungen zustande kamen, die gegenseitige Unterstützung, die sich die PLO und die FSLN geleistet haben und die Beziehungen der Sandinisten zu Libyen und dem Iran.

ERSTE KONTAKTE:

�ERSTE KONTAKE: AUSBILDUNG UND WAFFEN

Das internationale Debüt der PLO fand 1966 in Havanna auf der Ersten
Konferenz der Organisation der Solidarität der Völker Asiens, Afrikas und
Lateinamerikas

statt

(auch

bekannt

als Drei-Kontinente-Konferenz).

Auf dieser Konferenz brachte Fidel Castro 500 Delegierte radikaler linker
Grupen aus der ganzen Welt zusammen, um eine Strategie für die sogenannte
(2)
globale revolutionäre Bewegung
zu entwickeln.

Die Ergebnisse dieser Konferenz begannen sich bald abzuzeichnen. In
den Monaten nach der Konferenz entstanden in verschiedenen Ländern Guerilla-Ausbildungslager, vor allem in Kuba, in der Sowjetunion, im Libanon
(3)
und in Libyen.
Zu den ersten, die in den kubanischen und sowjetischen Lagern ausgebildet wurden, gehörten dank der auf der Drei-Kontinen(4)
te-Konferenz entwicklten
engen Beziehungen auch Mitglieder der PLO.

Die Ausbildungskurse
Monate

und

schlössen

Sprengkörpern auch

in diesen Lagern dauerten

neben der

im allgemeinen sechs

praktischen Ausbildung mit Waffen und

ideologische Indoktrination ein. Diese Indoktrination

war nach den Theorien von Marx, Lenin und Stalin ausgerichtet. Zu den
vermittelten Themen gehörten "Die Beziehungen Rußlands zur Dritten Welt",
"Der Kampf gegen den Imperialismus", "Der Sowjetische Beitrag zur Befreiung der Palästinenser", "Die Verbindung des Zionismus zum Imperialismus"
und

"Die reaktionäre Natur Nordjemens und Saudi-Arabiens". Zur prakti-

schen Ausbildung gehörte unter anderem die Sprengung von Munitionslagern,
Brücken

und Fahrzeugen, das Verlegen von Landminen, Grundausbildung

biologischer

und

chemischer

Kriegsführung,

Scharfschießen

und

in

Tarnung,

taktischer Einsatz im Gelände sowie der Einsatz und die Wartung sowjeti(5)
sehen Geräts, wie Raketen und tragbare Raketenwerfer.

Nach bestandenen Lehrgängen gründeten die PLO-Terroristen eigene Ausbildungslager für Terroristen - zunächst im Libanon und später in Libyen.
Zu den

im Libanon ausgebildeten Nicaraguanern soll nach Berichten auch

Tomas Borge, der Innenminister und einer der neun Kommandanten des FSLN-Direktorats gehören.
Der Vertreter der

�Der Vertreter der Sandinisten, Benito Escobar, vereinbarte mit drei
Vertretern der PLO - auch schon 1969 - in Mexiko-Stadt eine gemeinsam von
der PLO und Kubanern durchgeführte Ausbildung im Libanon für ein Kontin(7)
gent von 50 bis 70 Sandinisten.
Später wurden weitere Grupen von
(8)
Sandinisten in PLO-Lager in Libyen geschickt.

Der derzeitige Stellvertretende Innenminister Rene Vivas, der verstorbene Minister

für das Fernmeldewesen, Enrique Schmidt, und Henry

Ruiz, Minister für Zusammenarbeit mit dem Ausland, wurden gleichfalls in
den Jahren 1969-70 von der PLO ausgebildet.

BETEILIGUNG DER SANDINISTEN AM TERRORISMUS DER SIEBZIGER JAHRE IM NAHEN
OSTEN
Die Investitionen in die Ausbildung von Nicaraguanern trugen für die
PLO unmittelbare Früchte. Als die PLO und ihre radikalen Gruppen, wie die
Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) im Jahre 1970 versuchten,
König

Hussein

von

Jordanien

zu

stürzen,

nahmen

auch

von

der

PLO

ausgebildete Sandinisten an dem Umsturzversuch teil.

Eine gemeinsame Operation der PLO und der Sandinisten wurde in einem
Interview des Sprechers der Sandinisten, Jorge Mandi, mit einer kuwaitischen Zeitung angesprochen: "Eine Gruppe von Sandinisten nahm an der Operation teil, um vier Flugzeuge zu entführen, die die PFLP erobert hatte
und auf einem WUstenflugplatz in Joradanien bereithielt. Einer unserer
Kameraden wurde bei einer weiteren EntfUhrungsaktion verwundet, an der
Leila Khaled teilnahm. Sie befehligte die Operation und unsere Kameraden
halfen ihr bei der Durchführung. Viele der Einheiten der Sandinistischen
Bewegung befanden sich auf Revolutionsstützpunkten der Palästinenser in
Jordanien.... Nicaraguanisches und palästinensisches Blut wurden bei den
Kämpfen des 'Schwarzen September' in Amman und anderswo gemeinsam vergossen"

. Bei der von Mandi angesprochenen "Entführungsoperation" han-

delte es sich um die Entführung eines Flugzeuges der Fluggesellschaft El

�Fluggesellschaft El AI auf dem Weg von Tel Aviv nach London am 6. September 1970.

Bei diesem Entführungsversuch wurde der Sandinist Patrick
(12)
Arguello getötet. Er war in einem PLO-Lager ausgebildet worden.
Arguello wird heute von den Sandinisten als Held verehrt und ein großer, im
Bau befindlicher Damm wird nach ihm benannt.

In diesem Zeitraum war nach Berichten Tomas Borge, einer der Gründer
der FSLN, der Hauptkontaktmann zwischen den Sandinisten und der PLO. Borge wurde in Damaskus und Beirut zu einer bekannten Figur, nicht nur, weil
er im Auftrag der Sandinisten reiste, sondern auch im Auftrag von Fidel
Castro. Borge war offensichtlich Anfang der siebziger Jahre so etwas wie
der Gesandte im Nahen Osten, weil er gute Beziehungen zur PLO hatte und
(13)
in diesem Gebiet ausgebildet worden war.

So begann die Symbiose zwischen den Sandinisten und der PLO. Von der
PLO erhielten die Sandinisten Ausbildung im Guerillakrieg sowie die Chance, ihre Fähigkeiten bei terroristischen Akten der PLO, wie etwa Flugzeugentführungen und im Kampf gegen König Hussein in Jordanien praktisch
zu erproben. Die PLO wurde von den Sandinisten bei Operationen unterstützt, die weltweit Schlagzeilen machten und zahllosen anderen Terroristen als Beispiel dienten.

DIE SANDINISTISCHE REVOLUTION UND DIE PLO-BETEILIGUNG IN DEN SIEBZIGER
JAHREN
Die in den PLO-Lagern im Nahen Osten ausgebildeten Sandinisten gewannen einen weiteren Vorteil, der genauso wertvoll war wie ihre Guerilla(14)
ausbildung: Kontakte zu Quellen an Hilfe und Waffen.
Auch hier war
Tomas Borge einer der Hauptvermittler, wenn es galt, Hilfe und Waffen zu
organisieren. In seiner doppelten Tätigkeit als Verbindungsmann zur PLO
und als Gesandter Castros konnte er eine Vielzahl von Kontakten im radikalen Nahen Osten herstellen, die ihm bei der Vorbereitung der sandinist ischen Revolution gute Dienste leisteten.

Borge

benutzte

�Borge benutzte die Hilfe der PLO, um Waffen aus Nordkorea und Vietnam
für die Sandinisten zu erlangen. Ein Teil dieser Waffen wurde mit liby(15)
schem Geld bezahlt.
. Nach Berichten kamen auch Nachschub- und Waffenlieferungen von der PLO selbst.
Im Juli 1979 wurde eine Flugzeugladung bei einer Zwischenlandung in Tunis abgefangen. Das von der PLO
gecharterte Flugzeug, das angeblich Medikamente aus Beirut für nicaraguanische Flüchtlinge transportierte, hatte in Wirklichkeit 50 Tonnen Waffen, darunter eine Flugabwehrkanone an Bord. Die tunesische Regierung
(17)
verweigerte den Weitertransport.

Gleichzeitig erhielten die Beziehungen der Sandinisten zu den radikalen Elementen der PLO formellere Gestalt. Benito Escobar, der früher Vereinbarungen mit der PLO für die Ausbildung von Sandinisten in PLO-Lagern
getroffen hatte, traf im Februar 1978 in Mexiko-Stadt mit Issam Ali, dem
Verbindungsmann der PLO in Lateinamerika und Mitglied der Demokratischen
Front für die Befreiung Palästinas (DFLP), zusammen. Die PLO und die Sandinisten veröffentlichten am 5. Februar 1978 ein gemeinsames Kommunique,
in dem sie "die Bande der Solidarität" bekräftigten, "die zwischen den
(18)
beiden revolutionären Organisationen bestehen".
Auf dieses Kommunique folgte am 6. März 1978 eine gemeinsame DFLP-FSLN-Erklärung, die eine
gemeinsame Kriegserklärung an "den Yankee-Imperialismus, das rassistische
(19)
Regime in Israel" und an die Regierung von Nicaragua enthielt.
Die Beziehungen zwischen der PLO und den Sandinsiten wurden im Jahre
1978 und Anfang 1979 immer enger, wobei eine wesentliche Unterstützung
von Libyen kam.

Im Jahre 1979 lud Ghaddafi die Führer der mittel-

amerikanischen Guerilla-Gruppen, einschließlich der Sandinisten, zu einem
Treffen in Bengasi ein, auf dem er ihnen finanzielle und politische Un(21)
terStützung zusicherte.

REVOLUTIONARE SOLIDARITÄT: MILITÄRISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE BINDUNGEN
Kurz nach ihrer Machtübernahme belohnten die Sandinisten die PLO für
deren Hilfe bei ihrer Revolution durch Gewährung einer Beziehung "von Re-

�"von Regierung zu Regierung", wie es eine solche bis dahin noch nicht gegeben hatte. (22) In den meisten Ländern war der PLO bestenfalls die Eröffnung eines "Büros" gestattet worden; in Managua durfte sie eine "Botschaft" einrichten, deren oberster Repräsentant den Titel

"Botschafter"

trägt. Dem PLO-Botschafter

und seinem Mitarbeiterstab wurden die vollen
(23)
diplomatischen Privilegien zuerkannt.

Im Juli

1980 kam Jassir Arafat zu einem viertägigen

"Staatsbesuch"

nach Nicaragua, um die vollen diplomatischen Beziehungen zwischen der nicaraguanischen Regierung und der PLO auch formell zu bekräftigen. Am 22.
Juli pries Arafat auf einem Empfang, der ihm zu Ehren gegeben wurde, "die
strategischen

und militärischen

der palästinensischen

Bindungen

zwischen

den Sandinisten

Revolution." Innenminister Borge antwortete:

und
"Die

Bindungen zwischen uns sind nicht neu. Deine Genossen kamen nicht nur zur
Ausbildung in unser Land, sondern auch zum Kampf. Eure Feinde sind unsere
(24)
Feinde."
Arafat ging am gleichen Tag im Verlauf eines Interviews
mit Radio Sandino auf dieses Thema ein: "Der Sieg des nicaraguanischen
Volkes ist der Sieg der Palästinenser... Die Freiheit

in Nicaragua ist

die gleiche wie in Palästina... Deshalb ist der einzige Weg verstärkter
Kampf gegen Imperialismus, Kolonialismus und Zionismus." Er beschloß das
Interview mit der Wiederholung: "Gemeinsam gegen Imperialismus, Koloni(25)
alismus und Zionismus."
In einer Rede in der Cesar-Augusto-Silva-Halle

(gleichfalls am 22. Juli) erklärte Arafat, umgeben von Borge und

einigen der neun Komandanten: "Jeder, der Nicaragua bedroht, wird die palästinensischen Kämpfer gegen sich haben."v

Arafats

Hinweis

auf

"strategische

und

'

militärische

Bindungen"

war

nicht nur diplomatische Höflichkeit. Kurz nach seinem Besuch in Nicaragua
schickte er Hauptmann Mutglag Hamadan von der PLO als Chef eines Kontingents von 25 Militärtechnikern
brauch

von Waffen

zur Einweisung der Sandinisten beim Ge(27)
aus dem Ostblock.
im November 1980 stellte die

PLO den Sandinisten ein Darlehen von 12 Millionen Dollar zur VerfU(28)
gung.
Im Januar 1981 wurde eine Gruppe von PLO-Piloten nach Nicaragua geschickt, um den Sandinisten beim Einsatz von Hubschraubern und
(29)
Transportflugzeugen zu helfen.
Seit Mai 1981 war die PLO tief in
- 7 -

�PLO tief in Aktivitäten der Militär- und Guerillaausbildung in Nicaragua
verwickelt.

Berichte Mitte des Jahres 1982 signalisierten, daß PIX&gt;

-Offiziere an spezieller Guerillaausbildung in Nicaragua beteiligt wa-»
(31)
ren.v ' Obgleich der Zusammenbruch der Machtbasis der PLO im Libanon
im Jahr 1982 die Möglichkeiten der PLO verringerte, selbst aggressiv tätig zu sein und radikale Regime und Bewegungen in der ganzen Welt zu finanzieren, dauerten Präsenz, Ausbildung und andere Aktivitäten der PLO in
Nicaragua an.

Die antizionistische Rhetorik der Sandinisten, ihre engen Beziehungen
zu radikalen arabischen Gruppen sowie ihre Anstrengungen, Gesellschaft
und Wirtschaft Nicaraguas nach dem Muster marxistisch-leninistischer Rezepte zu organisieren, trugen dazu bei, daß fast die gesamte jüdische Gemeinschaft Nicaraguas bis 1981 das Land verlassen hatte.

DIE SANDINISTEN UND LIBYEN

Zwar hatte die PLO als Vermittler dabei geholfen, die ersten Beziehungen zwischen den Sandinisten und der libyschen Regierung zu entwikkeln, doch hatten diese zum Zeitpunkt ihrer Machtergreifung im Jahr 1979
schon enge direkte Beziehungen zu dem Regime Ghaddafis hergestellt. (33)
Bei der Zusammenarbeit mit Libyen waren Tomas Borge und Bauminister Moises Hassan die herausragenden Gestalten. Beide spielten eine entscheidende Rolle, als es darum ging, 1981 ein Darlehen in Höhe von 100 Millionen
Dollar zu erhalten. Borge unternahm Ende 1980 eine Reise nach Libyen, die
in der Öffentlichkeit nicht bekannt wurde, um die Vereinbarungen für ein
Darlehen abzuschließen und über das libysche Angebot zu sprechen, in Nicaragua gemeinsam in der Landwirtschaft tätig zu werden.

Am 20. Juni 1981 begingen die Sandinisten in Managua glanzvoll den
11. Jahrestag jenes Momentes, da Ghaddafi die Luftwaffenstützpunkte der
Vereinigten Staaten auf libyschem Territorium geschlossen hatte. Das JunT
tamitglied Sergio Ramirez erklärte während der öffentlichen Feier in seiner Rede: "Die Bindungen zwischen dem libyschen und dem nicaraguanischen

�dem nicaraguanischen Volk sind nicht neu, sondern wurden nur noch verstärkt, als die Sandinistische Front auf dem Schlachtfeld kämpfte, um die
Freiheit für unsere Heimat zu erringen. Die Solidarität mit dem libyschen
Volk, der libyschen Regierung und mit Genosse Muammar Ghaddafi zeigte
sich immer wieder auf das Deutlichste. Diese Solidarität wurde seit dem
Triumph unserer Revolution nur noch realer, noch wirksamer und noch brü(35)
derlicher."
Der Repräsentant des libyschen "Volksbüros" (wie ihre
Botschaften genannt werden), Ibrahim Mohammed Frahat, gab diese Komplimente bei seiner Antwort an Borge in Anspielung auf Libyens "besondere
Freundschaft" zurück.
Wie bei der PLO war auch Libyens Unterstützung der Sandinisten nicht
rein wirtschaftlich. Die Libyer haben auch Waffen an die Sandinisten geliefert. Eine große Waffenlieferung wurde im April 1983 in Brasilien aufgedeckt. Vier libysche Flugzeuge waren aus technischen Gründen in Brasilien zwischengelandet. Die Besatzung behauptete, die Flugzeuge transportierten medizinische Güter nach Kolumbien. Die Brasilianer wurden mißtrauisch, als die Piloten keine Ladepapiere vorweisen konnten. Die Flugzeuge wurden von mißtrauischen brasilianischen Behördenvertretern durchsucht; sie fanden rund 84 Tonnen Waffen, Munition und andere militärische
Ausrüstung. Berichten zufolge enthielten die Flugzeuge - drei davon sowjetischer Bauart -: zwei zerlegte Kampfflugzeuge, ferngesteuerte Raketen,
Gewehre, Maschinengewehre, Mörser, Panzerfäuste, 90 mm-Geschütze, acht
Raketenstartgeräte zum Mehrfacheinsatz, fünf Tonnen Bomben, acht Flugabwehrkanonen, 600 leichte Artillerieraketen sowie weitere Kisten mit nicht
(37)
spezifiziertem militärischem Gerät.
Dabei war dies nur eine aus
einer ganzen Reihe von Lieferungen militärischesr Güter an die Sandini(38)
sten.v
Die erste Reaktion der Sandinisten auf die Aufdeckung dieser Waffenlieferung war fast genauso erwähnenswert wie die Lieferung selbst. Der
nicaraguanische Botschafter

in Brasilien, Ernesto Gutierrez, erklärte:

"Es war ein Geschenk unserer libyschen Genossen, aber ich weiß nicht, was
„(39)
es war."

Später
- 9 -

gestand

�Später

gestand

Nationalrates und

Rafael

Solis, damals

Sekretär

des

Nicaraguanischen

inzwischen Abgeordneter der FSLN bei der Nationalver-

sammlung, daß die Waffen für die sandinistische Armee bestimmt waren. Er
fügte hinzu, man solle nicht überrascht darüber sein, daß die sandinistische Regierung Waffen aus Libyen und den Staaten des Sowjetblocks erhielt; außerdem betonte er, solche Beziehungen zum Zweck der Waffenversorgung würden in Managua offen diskutiert. Auf die Frage, warum die Lieferung unter dem Etikett "Medizinische Güter" lief, erklärte Solis, hierauf müßten die Libyer eine Antwort geben.

'Ghaddafis Antwort war, daß

die Flugzeuge tatsächlich Waffen nach Nicaragua transportiert hätten und
er sich für alle Probleme entschuldige, die dieser Vorfall den brasilianischen Behörden verursacht habe.

Berichten zufolge hatten libysche Piloten und Mechaniker auch mit der
(42)
Ausbildung von Sandinisten zu tun.

DIE ACHSE SANDINISTEN-IRAN-LIBYEN

In der letzten Zeit hat sich das Verhältnis zwischen Libyen und Nica(43)
ragua sowohl in Worten als auch in Taten verdichtet.
So vertrat zum
Beispiel Tomas Borge am 1. September 1984 die sandinistische Regierung
zum 15. Jahrestag des Sturzes des libyschen Königs Idris durch Ghaddafi
(ein Ereignis, das von prominenten gemäßigten arabischen Führern

igno-

riert wurde). Ghaddafi erklärte unter Hinweis auf die Anwesenheit Borges:

"Die Kämpfer, die Waffen und die Unterstützung Libyens für das nicaraguanische Volk kamen dorthin, weil man dort mit uns kämpft. Sie bekämpfen
(44)
Amerika auf eigenem Boden."'
Ghaddafis Anspielung auf die "Kämpfer"
kann wörtlich genommen werden, da es Berichte gibt, denen zufolge Libyer
die Sandinisten im Kampf gegen den bewaffneten demokratischen Widerstand
unterstützen und auch als Berater und Ausbilder von Piloten dienen.

Auch die Wirtschaftsbeziehungen

zwischen Libyen und der sandinisti-

schen Regierung bestehen fort. Am 16. Januar 1985 kündigten die Sandinisten ein Handelsabkommen über libysches Erdöl an. Dieses Abkommen beläuft
- 10 -

�Abkommen beläuft sich auf 15 Millionen Dollar.

Die Beziehungen Nicaraguas zum Iran bestehen schon seit Jahren, wie
etwa der Besuch Ernesto Cardenals im Iran im Mai 1983 zeigt. Cardenal,
Kultusminister der Sandinisten, wurde von Ayatollah Khomeini in Privataudienz empfangen - etwas, das Besuchern aus dem Westen nur selten gelingt.
Im März 1984 kam das Juntamitglied Sergio Ramirez in den Iran, um Han(47)
delsfragen und andere Themen zu besprechen.
Ergebnis dieses Besuchs
war ein Handelsabkommen zwischen Nicaragua und dem Iran in Höhe von 23
Millionen Dollar.v

'

1985 verstärkten sich die Kontakte auf hoher Ebene noch weiter. Mohammed Mirmehdi, Irans Stellvertretender Außenminister, traf am 14. Janu(49)
ar 1985 mit dem Sandinistenführer Präsident Daniel Ortega zusammen.
Obgleich das Treffen nach außen nur dem Zweck diente, Ortega zu seiner
Amtseinführung zu gratulieren (der nicaraguanische Rundfunk spricht von
ihm noch immer als "Comandante Ortega"), war Thema der Gespräche mit
größter Wahrscheinlichkeit auch die Planung des Besuches des iranischen
Ministerpräsidenten, der eine Woche später stattfand.

Am 23. Januar 1985 kam Ministerpräsident Mirhussein Musavi nach Nicaragua und traf dort (zum dritten Mal) mit Daniel Ortega und anderen Mitgliedern der sandinistischen Regierung zusammen. Die Berichte über den
Inhalt des Treffens zwischen Ortega und Musavi gehen auseinander; die
meisten Beobachter sind der Meinung, die Lieferung von Handfeuerwaffen
aus dem Iran sowie ein ölabkommen wurden besprochen.

'Einem Bericht

von ABC News zufolge soll Ministerpräsident Musavi die Terroroperationen
des Iran kontrollieren.

Die Sandinisten bestätigen, daß mit dem Iran über ein Erdölabkommen
gesprochen wurde, bestreiten indessen eine Übereinkunft hinsichtlich Waffenlieferungen. Dennoch gab es Berichte, denen zufolge am 25. Januar 1985
zwei Schiffsladungen mit Waffen vom Iran aus in Richtung Nicaragua abgingen, um auf ihrem Weg von nicaraguanisehen Schiffen übernommen zu werden;
auch soll der Iran Mittel für internationale Terroristen bereitstellen,

�Terroristen bereitstellen, die sich in Nicaragua aufhalten.

'

EIN ZUFLUCHTSORT FÜR SUBVERSIVE ELEMENTE

Die FSLN-Regierung hat Radikalen und Terroristen aus anderen Staaten,
einschließlich Radikalen aus dem Nahen Osten, aus Lateinamerika und aus
Europa nicaraguanische Pässe ausgestellt und sie so in die Lage versetzt,
in die Länder des Westens zu reisen, ohne daß ihre eigentliche Identität
(53)
bekannt wird.
Agenten der PLO, in Mittelamerika und Panama aktiv,
benützen Nicaragua als Operationsbasis. Die Bereitschaft der Sandinisten,
neue Dokumente zur Verfügung zu stellen und eine Basis zu bieten, von der
aus Aktionen unternommen werden können, ist zweifellos ein Grund dafür,
daß Nicaragua für Terroristen und Radikale aus Europa wie auch aus Lateinamerika eine Anlaufstelle geworden ist. Zu den Gruppierungen, die bekanntermaßen in Nicaragua präsent sind, gehören die baskische Untergrundorganisation ETA, die deutsche Baader-Meinhof-Gruppe sowie die Roten Bri(54) •
gaden Italiens.

'Wie im Falle der PLO benützen einige Mitglieder die-

ser Gruppen Nicaragua als Basis, um regionale Aktivitäten ihrer Organisationen durchzuführen. Andere wiederum befinden sich aus "revolutionärer
Solidarität" in Nicaragua und nehmen an dem Kampf gegen die bewaffneten
Gruppen des demokratischen antisandinistIschen Widerstandes teil. Wieder
andere - meist ausgebildete Leute, die aufgrund der Tatsache, daß sie in
ihrer Heimat von den Behörden gesucht werden, dort keine Arbeit mehr finden können - kamen nach Nicaragua, um dort einen Arbeitsplatz zu erhalten
und ersetzen damit die Techniker- und Managerschicht, die vor dem Kommunismus aus Nicaragua geflohen ist.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die Beziehungen der Sandinisten zur PLO und zu radikalen Staaten des
Nahen Ostens sind nunmehr über eineinhalb Jahrzehnte alt. Sandinisten erhielten im Libanon und in Libyen Ausbildung durch die PLO und kämpften
neben der PLO gegen König Hussein von Jordanien noch vor der Zeit, da die
- 12 -

�2. David J. Kopilow, "Castro, Israel, and the PLO" (Washington, D.C:
The Cuban-American National Foundation, 1984), S.5.

3. Ciaire Sterling, "The Terror Network" (New York:

Holt, Rinehart

and Winston, 1981), S. 115; Center for International Security, "The Sandinista-PLO Axis: A Challenge

to the Free World"

(Washington, D.C:

Februar 1984), S. 2.
4. Eileen Skully, "The PLO's Growing Latin American Base," S. 2.

5. Ciaire Sterling, "The Terror Network", S. 279.

6. Center for International Security, "The Sandinista-PLO Axis", S. 2.
7. Ebenda, auch erwähnt in Anti-Defamation League, "PLO Activities in
Latin America" (New York: Mai 1982), S. 9.
8. Eileen Skully, "The PLO's Growing Latin American Base", S. 4.
9. Juan 0. Tamayo, "Sandinistas Attract a Who's Who of Terrorists",
The Miami Herald, 3. März 1985, S. 3.

10. Jorge Mandi, zitiert in "al-Watan" (Kuwait), 7. August 1979; zitiert von David Kopilow, "Castro, Israel, and the PLO", S. 11.

11. Israeli Defense Forces Spokesman, "The PLO and International Terror", (März 1981), S. 7.
12. Center for International Security, "The Sandinista-PLO Axis", S.
2, 15.

13. "The Arab-lsraeli Contest for Influence in Latin America", Business week, 3. Mai 1983, S. 52.
14.
- 13 -

Ebenda

�da die sandinistische Revolution begann. Beim Aufbau ihrer eigenen revolutionären Kapazitäten stützten sich die Sandinisten auf die PLO und auf
Libyen zwecks Waffen, zwecks Geld für Waffen und zwecks Hilfe beim Transport von Waffen.

Auch nach der Machtübernahme der Sandinisten bestanden diese Beziehungen fort. Die PLO schickte Gelder und militärische Ausbilder; die Libyer schickten Millionen Dollar an Finanzhilfe sowie Waffen, Piloten und
Militärberater. Die PLO erhielt vollen diplomatischen Status sowie die
Erlaubnis, an der Militär- und Guerillaausbildung in Lagern in Nicaragua
teilzunehmen. Die politischen Bindungen zwischen den Sandinisten und der
PLO sowie den Sandinisten und Libyen sind stark, und die politische Solidarität, die sich in Taten sowie bei Staatsbesuchen und Jahrestagen manifestiert, unterstreicht die Intensität dieser Beziehungen.

Zu der politischen, militärischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit
der Sandinisten mit den radikalen Staaten des Nahen Ostens und der PLO
kommt Nicaraguas Verstrickung

in den

internationalen Terrorismus. Die

Sandinisten konnten nicht die Tatsache verdecken, daß Nicaragua zu einem
sicheren Zufluchtsort für internationale Terroristengruppen wie die deutsche Baader-Meinhof-Bande, die italienischen Roten Brigaden und die baskische Untergrundsorganisation ETA geworden ist. Die Staaten und Gruppierungen des Nahen Ostens, mit denen Nicaragua in Beziehung steht - die
PLO, Libyen und der Iran - sind bekannt für ihre Beteiligung an Terroraktivitäten, einschließlich Planung, Ausbildung, Finanzierung und Durchführung von Terrorakten. Die Beziehungen der Sandinisten zu diesem Netz
stellen für die westliche Hemisphäre eine immer größere Gefahr dar.

FUSSNOTEN
1. Eileen Skully, "The PLO's Growing Latin American Base" (Washington, D.C.: The Heritage Foundation, 2. August 1983), S. 2
2.

- 14 -

David

J.

�14. Ebenda
15. Eileen Skully, "The PLO's Growing Latin American Base", S. 4.

16. John J. Tierney, Jr., "Somozas and Sandinistas:

The U.S. and Ni-

caragua in the Twentieth Century" (Washington, D.C.: Council for Inter-American Security, 1982), S. 62.

17. Christopher Dickey, "Palestinians Challenging Israel for Influence in Central America", The Washington Post, 29. Mai 1982, S. Al4? siehe auch U.S. News and World Report, 23. Juli 1979.

18. Melech Ben-Moshe, "Nicaraguan Status as Israel's Friend May Be
Jeopardized by Latin-PLO Tie", The Detroit Jewish News, 29. Dezember
1978, S. 18.
19. Ebenda; ADL, "PLO Activities in Latin America", S. 9.

20. Eileen Skully, "The PLO's Growing Latin American Base", S. 4.

21. Ciaire Sterling, "The Terror Network", S. 270.

22. Christopher

Dickey,

"Palestinians Challenging

Israel...", The

Washington Post, 29. Mai 1982, S. A14.

23. Center for International Security, "The Sandinista-PLO Axis", S.
3.

24. Ebenda

25. Niederschrift von Arafat-Interview, Managua Domestic News Service, 4:00 GMT, 22. Juli 1980, FBIS, Central America, 23. Juli 1980, S. P
7.

26.
- 15 -

San

Jose

�26. San Jose Radio Reloj, 17:30 GMT, 22. Juli 1980, FBIS, Central
America, 23. Juli 1980, S. P 8.

27. ADL,

"PLO Activities

in Latin America", S. 10; Christopher

Dickey, "Palestinians Challenging Israel...", The Washington Post, 29,
Mai 1982, S. A14.

28. Robert F. Lamberg, "The PLO in Latin America", Swiss Review of
World Affairs, Juni 1982, S. 12.

29. "The PLO on the Wing in Nicaragua", Newsweek, 15. März 1982, S.
19; Robert F. Lamberg, "The PLO in Latin America", S. 12; Rede von Arafat, 11. Januar 1982 Beirut Arab University gesendet über Voice of Palestine, 12. Janaur 1982, um 11:35 Uhr (Arafat unter "nom de guerre" "Abu
Ammar"), FBIS, Middle East, 13. Janaur 1982, S. A 1.

Siehe auch The Wall

Street Journal, 14. Januar 1982, S. 4.

30. Robert F. Lamberg, "The PLO in Latin America", S. 122; "The Arab-Israeli Contest for Influence in Latin America", Business Week, 3. Mai
1982, S. 52; Clifford A. Kiracofe, "The Soviet Network in Central America", Midstream, Mai 1981, S. 5.

31. "The Arab-lsraeli Contest for Influence in Latin America", Business Week, 3. Mai 1982; Robert F. Lamberg, "The PLO in Latin America",
Swiss Review of World Affairs, Juni 1982.
32. Innerhalb von 18 Monaten nach der Revolution vom 19. Juli hatten
die Sandinisten die Synagoge von Managua beschlagnahmt, und die meisten
Mitglieder der

kleinen jüdischen Gemeinde das Landes hatten Nicaragua

verlassen. Juden aus Nicaragua haben

im Exil über ihr Verfolgung durch

die Sandinisten berichtet. Die Sandinisten behaupten, sie seien nicht
antisemitisch, aber die Juden Nicaraguas hätten eine "bürgerlicht Einstellung", die es ihnen unmöglich mache sich an eine sozialistische Revolution anzupassen. Ob es nun Antisemitismus oder die marxistisch-leninistische Ideologie der Sandinisten war, das Ergebnis war das gleiche:
- 16 -

�das gleiche: Verfolgung der Juden, Beschlagnahme ihres Besitzes und der
Synagoge und schließlich Auszug der jüdischen Gemeinde aus Nicaragua. Wie
die Sandinisten

die Juden behandelten ist folgenden Quellen zu entneh-

men: "The Jews and the Nicaraguan Issue", Erklärung von Jaime Daremblum
im Weißen Haus am 13. März 1985; "Nicaraguan Jews feels the Sting of
Ouster", The Miami Herald, 2. Juli 1982, S. 16A; "NJC Statement on Nicaragua", herausgegeben von 'The National Jewish Coalition', Capitol Hill
Office, März 1985; "Religious Repression in Nicarauga", Erklärungen von
Rabbi Morton Rosenthal und Mr. isaac Stavisky, Congressional Record, 4.
August 1983, S. E4021.

33. David J. Kopilow, "Castro, Israel and the PLO", S. 3; Christopher
Dickey, "Palestinians Challenging Israel....", The Washington Post, 29.
Mai 1982, S. Al4.
34. ADL, "PLO Activities in Latin America", S. 9. Aus einem Bericht
der Washington Post geht hervor, daß dieses Investitionsangebot eine
Höchstgrenze von 3 Milliarden Dollar hatte. Siehe Christopher Dickey,
"Arab States Help Nicaragua Avoid Ties to Superpowers", The Washington
Post, 19. Juli 1981, S. A18.

35. Christopher Dickey, "Arab States Help Nicaragua...", The Washington Post, 19. Juli 1981, S. A 18.

36. Ebenda
37. Richard House, "Brazilians Study Libyan Arms Cargo:

Reports Vary

on Contents", The Washington Post, 26. April 1983, S. Al4; Richard House,
"Brazil Acts to Wind Down Planes Affair; Libya Seeks to Fly Out Arms",
The Washington Post, 27. April 1983, S. Al7.

"Italians to Return Arms to

Libya from Brazil", The Washington Post, 1. Mai 1983, S. A24.

38. James Gerstenzang, "Libyan Arms, Bound for Nicaragua, Called 'Tip
of the Iceberg'", Buffalo News, 26. April 1983, S. A6. (AP)

39. "Brazil To Seize Arms from Libyan Planes",
- 17 -

Buffalo News, 21.

�News, 21. April 1983, S. A4 (UPI).

40. "Nicaraguan Aide Says Libyan Air Shipment En Route to the Army",
The Washington Post, 23. April 1983, S. A21.

1. "Bogota Denies Capturing Libyan Arms", Buffalo News, 22. April
1983, S. A4; Richard House, "Brazilians, After Search, Confirm Libyan
Planes Carried Arms", The Washington Post, 24. April 1983, S. A28.

42.

Department

of

State,

"The

Sandinista

Military

Build-up"

(Washington, D.C.: Mai 1985), S. 32.

43. Judith Miller, "Qaddafi Says He Has Sent Troops To Help Nicaragua
Against U.S.", The New York Times, 2. September 1984, S. 11.

44. Ebenda

45. Ebenda; David Lamb, "Khadafy:
Miami

Herald,

2. September

Libyans Aid Sandinistas", The

1984, Information

Service

Latin

America

(ISLA), S. 117.
46.

"15-Million Dollar Trade Agreement Signed With Libya", Panama

City ACAN, 16. Januar 1985, 18:33 GMT, FBIS, Central America, 17. Januar,
1985, S. P 4.
47. John Lantigua, "Iran Denies It Gives Arms to Nicaragua", The Washington Post, 26. Januar 1985, S. A20.
48. Ebenda
49. "Ortega Receives OAS, Iranian, Zambian Officials", Managua Radio
Noticias, 14. Januar 1985, 12:00 GMT, FBIS, Central America, 15. Januar
1985, S. 8.
50. David Hoffman, "Reagan Calls Iran, Libya and PLO A 'New Danger'
- 18 -

�'New Danger' in Central America", The Washington Post, 25. Januar 1985,
S. AI; "Tehran Reports Arrival", Tehran Domestic News Service, 24. Januar
1985, 4:30 GMT, FBIS, Central America, 24. Januar 1985, S. P 20.

51. "World New Tonight with Peter Jennings", ABC News 24. Januar
1985, 7:25 EST.
52. "World News Tonight with Peter Jennings", ABC News, 25. Januar
1985, 7:10 EST.
53.Zeugenaussage des Exdiplomaten Antonio Farach aus Nicaragua vor
dem Untersuchungsausschuß für Alkoholismus und Drogenmißbrauch des Senatsausschusses

für Arbeit

und menschliche Ressourcen, 98. Kongress,

zweite Sitzungsperiode, am 2. August 1984. Farach erklärte, daß er von
seinen

Vorgesetzten

die

Anweisung

erhielt,

Nichtnicaraguanern,

ein-

schließlich Personen aus dem Nahen Osten, Pässe auszustellen. Siehe auch
Clifford A. Kiracofe, "The Soviet Network in Central America", Midstream,
S. 5.

54. Juan 0. Tamayo, "World's Leftists Find a Haven in Nicaragua", The
Miami Herald, 3. März 1985, S. 1.

* * * * *

- 19 -

�Uli/zen/chofl
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

11. September 1985

36

WELTRAUMPLATTFORM FÜR INDUSTRIE UND FORSCHUNG
- Erste Außenstation soll 1989 gestartet werden -

- (AD) - Über den Start der ersten kommerziellen Weltraumplattform im
Jahr 1989 von Bord eines amerikanischen Raumtransporters unterzeichnete
die amerikanische Behörde für Luft- und Raumfahrt (NASA) eine Vereinbarung mit dem amerikanischen Privatunternehmen "Space Industries, Inc." in
Houston

(Texas). Die Außenstation soll für industrielle Zwecke und für

Aufgaben der Forschung verwendet werden. Es handelt sich, wie NASA-Administrator James Beggs auf einer Pressekonferenz erklärte, um die erste
von einem Privatunternehmen gebaute Einrichtung dieser Art, die eine bemannte Raumstation ergänzen und schließlich dem Aufbau eines "Industrieparks" im Weltraum dienen soll. Mitte der neunziger Jahre dürfte sie betriebsbereit sein.

Die Außenstation ist zwar nicht ständig besetzt, wird jedoch mit einem Druckmodul ausgestattet, in dem Astronauten wie auf der Erde wohnen
und arbeiten können. Dies wird dann erforderlich werden, wenn die Plattform an die benachbarte Raumstation angekoppelt ist oder wenn der Raum-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�der Raumtransporter anlegt. Um die zentrale Druckeinheit sind Fabrikations- und Labormoduln, Dockvorrichtungen und, zu beiden Seiten, zwei
große Solarzellen-Flügel gruppiert. Zusätzliche Moduln können jeweils als
komplette Einheit angebaut und "wie Eisenbahnwaggons" aneinandergereiht
werden. Die Baukosten für die erste Außenstation werden auf 250 bis 500
Millionen Dollar geschätzt.

Die erste ISF ("Industrial Space Facility" - Industriestation) soll
Firmen, die an Fabrikationsprozessen im Weltraum interessiert sind, die
Möglichkeit geben, damit zu beginnen, noch ehe die erste Raumstation für
solche Zwecke zur Verfügung steht. Den Betrieb der ISF übernimmt das Unternehmen "Space Industries, Inc.", das verfügbare Arbeitsflächen verpachtet. Die Produktionsprozesse

der ersten

Interessenten werden von

Astronauten aus dem Raumtransporter betreut. Später soll dies von einer
Raumstation aus geschehen. "Besonders geeignete Kandidaten für die ISF
wären Firmen, die die Schwerelosigkeit für kontinuierliche Prozesse nutzen wollen", sagte Beggs. "In solchen Fällen wäre nur einige Male im Jahr
eine fachmännische Kontrolle oder menschliche Intervention erforderlich."
Beggs sieht Möglichkeiten vor allem zur Herstellung pharmazeutischer
und biotechnischer Produkte, von Kristallen besonderer Reinheit und in
"idealer" Ausbildung, was unter irdischen Bedingungen äußerst schwer oder
überhaupt nicht zu erzielen ist. Für die Gewinnung neuartiger Werkstoffe,
insbesondere neuer Metalle und Legierungen, ergäben sich sehr gute Chancen.

Nach Ansicht von Max Faget, Präsident von "Space Industries, Inc.",
dürften Firmen, die im Weltraum verarbeiten und produzieren, ab Mitte der
neunziger Jahre Einkünfte in Milliardenhöhe pro Jahr aus solchen Prozessen erwarten können. Zu den neuen Produkten zählten beispielsweise Medikamente zur Behandlung von Diabetes, Emphysem und verschiedenen Blutkrankheiten. Außerdem bestehe großes Interesse für spezielle Kristalle,
die in Hochgeschwindigkeitscomputern und anderen Elektronik-Ausrüstungen
modernster Bauart gebraucht werden. Die Außenstation diene ferner der
NASA und anderen Regierungsbehörden als "Teststation" zur Entwicklung von

�Entwicklung von Ausrüstungen für den Weltraum sowie zur Durchführung von
Forschungsprojekten auf den Gebieten Biologie und Medizin. Vorläufig sollen Astronauten mit dem Raumtransporter ca. alle drei Monate an der
Plattform anlegen, Ausgangsstoffe für Fabrikationsprozesse anliefern und
Fertigprodukte mitnehmen, außerdem Wartungs- und Reparaturarbeiten ausführen und, soweit erforderlich, neue Ausrüstungen installieren.

Wie Beggs berichtete, erkennen immer mehr Unternehmen die einzigartigen Chancen für Forschungen und für die Produkte unter den Bedingungen
der Schwerelosigkeit. Die NASA habe mit 20 Firmen der Luft- und Raunn
fahrtindustrie und anderen Branchen bereits Vereinbarungen getroffen und
stehe mit weiteren 24 Unternehmen wegen kommerzieller Weltraumprojekte in
Verhandlung. Das erste Produkt - winzige Kügelchen aus Polystyren - sei
bereits in Gebrauch: Das amerikanische Bundesamt für Materialprüfung und
technische Normen gab die Genehmigung

für ihre Verwendung, um wissen-

schaftliche Instrumente zu eichen und um ein Standardmaß für Kleinpartikel wie rote Blutkörperchen und industrielle Schadstoffe zu haben.

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              <text>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan kündigt Maßnahmen gegen Südafrika an&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung des Präsidenten und Schreiben an den Kongress -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Dokumentation des Weißen Hauses zur Südafrikapolitik der USA&lt;/p&gt;&#13;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrund&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Sandinisten und die Radikalen im Nahen Osten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Bericht des US-Außenministeriums -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Weltraumplattform für Industrie und Forschung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erste Außenstation soll 1989 gestartet werden -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</text>
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