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                  <text>nfeimcilion
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

10. J u l i 1985

27

I N H A L T

DOKUMENTATION
Z i v i l i s i e r t e V ö l k e r müssen gegen T e r r o r i s m u s vorgehen
- Rede P r ä s i d e n t Reagans USA und G r o ß b r i t a n n i e n f o r d e r n E i n s t e l l u n g der Flüge nach B e i r u t
- E r k l ä r u n g von P r e m i e r m i n i s t e r i n Thatcher und V i z e p r ä s i d e n t Bush G i p f e l t r e f f e n kann Verbesserung der a m e r i k a n i s c h - s o w j e t i s c h e n
Beziehungen bewirken
- Pressekonferenz von US-Außenminister S h u l t z USA bedauern Mangel an F o r t s c h r i t t e n auf der KVAE
- E r k l ä r u n g des U S - D e l e g i e r t e n zum Abschluß der 6.

Sitzungsperiode

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Raumfähre "CWLLENG"ER" m i t Spacelab-Kombination
- P r o j e k t e zur E r f o r s c h u n g d e r Sonne, t i e f e r kosmischer B e r e i c h e
und der i r d i s c h e n Umwelt "INTELSAT" umspannt d i e Welt
- D i e n s t l e i s t u n g e n f ü r 160 Länder und T e r r i t o r i e n

-

Umweltschutz braucht neue Ideen
- I n t e g r i e r t e Programme k ü n f t i g im Vordergrund Themenindex Amerika D i e n s t 1985
* * * * *

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�10. Juli 1985

27

ZIVILISIERTE VÖLKER MÜSSEN GEGE^ TERRORISMUS VORGEHEN
- Rede Präsident Reagans -

WASHINGTON - (AD) - Am 8. Juli 1985 hielt Präsident Reagan vor der
Amerikanischen Anwaltskammer in Washington eine Rede, in der er die Gemeinschaft der zivilisierten Völker zum gemeinsamen Vorgehen gegen den
Terrorismus aufrief.

Die Ausführungen des Präsidenten haben folgenden

Wortlaut:

Ich freue mich, heute vor einem Berufsverband sprechen zu können, der
nicht nur der größte seiner Art auf der Walt ist, sondern sich auch ausschließlich einem Gegenstand widmet, der den Ausgangspunkt jeder freien
Gesellschaft bildet, einem Gegenstand, der zum Kern dessen zählt, was zivilisiertes Leben ausmacht:

dem Gesetz, unseren Gerichten und unserem

Rechtswesen und der Gerechtigkeit selbst.

Ich möchte Ihnen in aller Offenheit sagen, daß ich die Absicht hatte,
heute hier zu erscheinen und mich zu einer Reihe juristischer Fragen zu
äußern:

zu den Problemen unserer Gerichtshöfe, zu der Art und Wsise, in

der unsere Administration dem Kartellrecht und den Bürgerrechtsgesetzen

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 08-85432

�den Bürgerrechtsgesetzen Geltung verschafft, sowie zu unserem gegenwärtigen Vorgehen gegen den Drogenhandel und das organisierte Verbrechen im
allgemeinen.

Aber ich fürchte, die Erörterung dieser Dinge wird warten müssen, bis
sich eine neue Gelegenheit findet, denn sie ist von Ereignissen auf der
internationalen Bühne überholt worden, und als Präsident fühle ich mich
genötigt, heute zu diesen Ereignissen Stellung zu nehmen.

Ich meine

aber, daß diese Angelegenheiten Ihr Interesse finden werden, und zwar
nicht nur, weil Sie Amerikaner sind, sondern auch, weil Sie als Juristen
beruflich mit dem Recht und mit der Bedrohung befaßt sind, der es durch
Verbrecher in unserem Lande selbst wie auch in internationalem Maßstab
ausgesetzt ist.

Daß wir heute nicht dazu kommen, die Fragen zu erörtern, die ich ursprünglich ansprechen wollte, hängt mit dem zusammen, was die amerikanischen Geiseln und darüber hinaus ganz Amerika in den vergangenen WDchen
durchmachen mußten.

Das, worum es mir heute geht, greift jedoch sogar noch über die Sorgen hinaus, die uns die schrecklichen Ereignisse in Beirut und El Salvador oder das tragische Ende der Maschine der Air India, der Bombenanschlag auf Narita oder die Entführung der Maschine der Jordanian Airlines
bereitet haben.

Wir müssen über diese Geschehnisse hinausschauen, denn

ich glaube, daß sie, so entsetzlich sie auch sein mögen, unseren Blick
für eine noch größere und düsterere terroristische Bedrohung nicht trüben
dürfen.

Man ist versucht, einen Terroranschlag einfach nur als das willkürliche Werk einer kleinen Gruppe von Fanatikern zu betrachten.

Eine sol-

che Fehleinschätzung ist äußerst gefährlich, denn die Anschläge, denen
sich Amerika, seine Bürger, seine Verbündeten und andere demokratische
Nationen in den letzten Jahren ausgesetzt sahen, verschmelzen in ihrer
Gesamtheit zum Phänomen eines Terrorismus, der durchaus strategische Implikationen und politische Ziele hat.

Und nur, wenn wir die Dinge nicht

aus einem taktischen, sondern aus einem strategischen Blickwinkel sehen,

�Blickwinkel sehen, nur wenn wir uns über das Grundmuster des Terrors und
seine Hintermänner Klarheit verschaffen, können wir hoffen, eine Strategie zu seiner Bekämpfung zu entwickeln.

Kommen wir also zu den Tatsachen.

Folgendes wissen wir:

In den

letzten Jahren kam es beständig und in immer schlimmerem Maße zu Terroranschlägen auf die Vereinigten Staaten, unsere Verbündeten und Staaten
der Dritten

Welt, die unseren Interessen wohlwollend

gegenüberstehen.

Die Anzahl der Terroranschläge stieg von rund 500 im Jahre 1983 auf mehr
als 600 im Jahre 1984.

Allein im vergangenen Jahr waren 305 Bombenan-

schläge zu verzeichnen, im Durchschnitt also fast einer pro Tag.

Einige

der schlimmsten Anschläge richteten sich gegen Amerikaner oder amerikanisches Eigentum und amerikanische Einrichtungen.

Diese Tendenz hielt 1985

unvermindert an, und in den meisten Fällen sind unschuldige Zivilisten
die Opfer der Gewalt.

Wenn Terroranschläge auch weiterhin so häufig

bleiben, wie sie es gegenwärtig sind, dann werden wir 1985 rund Tausend
zu verzeichnen haben - das steht uns bevor, wenn die zivilisierten Völker
nicht gemeinsam handeln, um diesem Angriff auf die Menschlichkeit ein Ende zu bereiten.

In den letzten Jahren war der Nahe Osten einer der Hauptbrennpunkte
dieser Anschläge, Anschläge, die sich gegen die Vereinigten Staaten, Israel, Frankreich, Jordanien und Großbritannien richteten.

Auch in Belgi-

en, der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich verübten linksgerichtete Terrorgruppen eine Reihe offenkundig koordinierter Terror- und Mordanschläge; sie setzten im Sommer 1984 ein, kulminierten im Januar und Februar dieses Jahres und richteten sich gegen Einrichtungen der Vereinigten Staaten und der NATO sowie gegen Vertreter der Streitkräfte und der
Wirtschaft der genannten Nationen.

Was wissen wir nun über die Ursprünge dieser Angriffe und über das
gesamte Grundmuster der Terroranschläge der letzten Jahre?

Allein im

Jahre 1983 fand das Zentralamt für Nachrichten und Abwehr (CIA) eindeutige Indizien für eine Verwicklung des Iran in 57 Terroranschläge oder
konnte solche Indizien erhärten.

Die Mehrzahl dieser Anschläge wurde

zwar im Libanon verübt, aber eine erhöhte Aktivität von mit dem Iran sym- 3 -

�Iran sympathisierenden Terroristen war auch in ganz Europa zu verzeichnen.

In Spanien und Frankreich kam es zu entsprechenden Vorfällen, und

in Italien wurden sieben proiranische libanesische Studenten wegen Vorbereitung eines Anschlags auf die amerikanische Botschaft verhaftet. Derartige Gewaltakte dauern an.

Es wird niemanden von Ihnen überraschen, zu erfahren, daß wir neben
dem Iran noch einen anderen tief in den Terrorismus verstrickten Staat,
nämlich Libyen, namhaft machen konnten.

Nach den uns vorliegenden Indi-

zien bestand bei zumindest 25 der Vorfälle des letzten Jahres eine Ver-

&lt;

bindung zu libyschen Agenten oder sonstigen im Auftrag Libyens handelnden
Kräften.

Die frevelhaften Verstöße des Obersten Gaddafi gegen die Grund-

'

sätze zivilisierten Verhaltens sind natürlich ebenso infam wie die des
Ayatollah Khomeini. Der Vorfall im vergangenen Jahr, bei dem eine britische Polizistin aus der libyschen Botschaft heraus niedergeschossen wurde, bildet nur eines der zahlreichen Beispiele.

Seit September 198A ha-

ben vom Iran unterstützte Terrorgruppen fast 30 Anschläge verübt, und
erst vor kurzem hat die ägyptische Regierung einen von Libyen geförderten
Bombenanschlag auf unsere Botschaft in Kairo vereitelt.

Genau diese von

Libyen an den Tag gelegte Haltung der staatlichen Billigung von Mordanschlägen und Terrorismus veranlaßte die Vereinigten Staaten vor einigen
Jahren, libysche Diplomaten auszuweisen, und auch andere Nationen haben
sich in der Zwischenzeit zu ähnlichen Schritten gezwungen gesehen.

Aber

auch wenn wir wissen, daß Oberst Gaddafi mit dem Terrorismus im Bunde
ist, sollten wir ihm immerhin zugestehen, daß er offen ist:

Kürzlich

sagte er, Libyen sei - ich zitiere - "in der Lage, den Terrorismus bis
ins Innerste Amerikas zu tragen.

Wir sind auch in der Lage zu physischen

Liquidierungen, zu Zerstörungen und zur Brandstiftung innerhalb Amerikas."

Im übrigen ist es auch wichtig, sich hier vor Augen zu halten, daß
das Wissen um die tiefe und anhaltende Verstrickung des Iran und Libyens
in den internationalen Terrorismus keineswegs auf unsere eigene Regierung
beschränkt ist.

Die Polizei in den meisten Ländern Europas hält dies

heute für erwiesen, ganz zu schweigen von den Warnungen, die von Spitzenpolitikern in aller Welt ausgesprochen worden sind.

So hat beispielswei-

se die politische Führung Jordaniens öffentlich erklärt, daß die Zerstö- 4 -

„

�die Zerstörung der jordanischen Botschaft in Tripoli auf libysche Aktionen zurückzuführen sei.

Neben dem Iran und Libyen gibt es noch drei weitere Regierungen, die
den Feldzug des internationalen Terrorismus gegen die Vereinigten Staaten, ihre Verbündeten und gemäßigte Länder der Dritten Vfelt aktiv unterstützen.

Zum ersten wäre Nordkorea zu nennen.

Das Ausmaß und die Brutalität

nordkoreanischer Gewaltakte gegen die Vereinigten Staaten und gegen das
mit uns verbündete Südkorea sind aktenkundig.

Flugzeuge unseres Landes

sind abgeschossen worden, bei Grenzzwischenfällen sind Angehörige unserer
Streitkräfte ermordet worden, und vor zwei Jahren wurden vier Mitglieder
des südkoreanischen Kabinetts in Burma von nordkoreanischen Terroristen
bei einem Bombenanschlag in die Luft gesprengt, der eigentlich dem Leben
von Präsident Chun gegolten hatte.

Dieser Vorfall war nur ein weiterer

in einer endlosen Reihe von Angriffen Nordkoreas auf die Republik Korea.

Weniger bekannt und weniger leicht verständlich sind die umfassenderen Verbindungen Nordkoreas zum internationalen Netz des Terrorismus. Es
fehlt heute die Zeit, all die Bemühungen aufzuzählen, die Nordkorea zur
Förderung des Separatismus, der Gewalt und des verdeckten Kampfes in anderen Ländern weit
hat.

jenseits

seiner unmittelbaren Grenzen unternommen

Um nur ein Beispiel anzuführen:

Die Bemühungen Nordkoreas, in dem

freien und gedeihenden Staat Sri Lanka dem Separatismus und dem Terrorismus zur Ausbreitung zu verhelfen, sind eine grundlegende und fortwirkende
Ursache von Spannungen im südlichen Asien, ganz zu schweigen von den Verstrickungen Nordkoreas hier in unserer eigenen Hemisphäre, zu denen beispielsweise ein geheimes Rüstungsabkommen mit der ehemaligen kommunistischen Regierung Grenadas zählte.

Ich werde sogleich auch einiges zur

Verstrickung Nordkoreas in Mittelamerika sagen.

Des weiteren ist Kuba zu nennen, dessen Regierung seit den sechziger
Jahren ganz unverhohlen Terroristen bewaffnet, ausgebildet und angeleitet
hat, die auf zumindest drei Kontinenten operieren, unter anderem in Lateinamerika.

Die CAS hat wiederholt Sanktionen gegen Castro verhängt,
- 5 -

�Castro verhängt, weil er dem Terrorismus an Orten und i n Ländern Vorschub
g e l e i s t e t h a t , die zu zahlreich s i n d , als daß man sie a l l e nennen könnte.

Gleiches g i l t

auch f ü r A f r i k a .

Präsident

Carter beschuldigte

die

Regierung Castros o f f e n der Unterstützung und Ausbildung von katangesischen T e r r o r i s t e n , die von Angola aus einen A n g r i f f auf Zaire unternommen
hatten.

Und sogar im Hinblick auf den Nahen Osten hat Castro selbst be-

s t ä t i g t , daß er Anfang der siebziger Jahre den Sandinisten a k t i v h a l f a l s
sie dort bei den t e r r o r i s t i s c h e n Gruppen der PLO ihre Leute ausbildeten.

Schließlich b l e i b t der jüngste Partner des I r a n s , Libyens, Nordkoreas
und Kubas bei der i n t e r n a t i o n a l e n Terrorkampagne zu nennen:
stische Regime i n Nicaragua.

das kommuni-

Die Sandinisten fördern nicht nur den Ter-

r o r i n El Salvador, Costa Rica und Honduras - d . h . , einen T e r r o r , der u n längst

zur Ermordung von v i e r

amerikanischen M a r i n e i n f a n t e r i s t e n ,

amerikanischen Z i v i l i s t e n und sieben Lateinamerikanern führte - ,

zwei

sondern

i h r Land i s t auch einer der wichtigsten Schlupfwinkel der Vifelt f ü r i n t e r nationale T e r r o r i s t e n .

Angehörige der i t a l i e n i s c h e n Regierung haben N i -

caragua o f f e n beschuldigt, einige der schlimmsten T e r r o r i s t e n I t a l i e n s zu
beherbergen, und wir haben Hinweise darauf, daß nicht nur die

italieni-

schen Roten Brigaden, sondern auch andere Kräfte aus den übelsten Terrorgruppen der

Welt -

der westdeutschen Baader-M einhoff-Bande, der

baski-

schen ETA, der PLO, der Tupamaros und der IRA - i n Nicaragua Unterschlupf
gefunden haben und von der kommunistischen D i k t a t u r dieses Landes unters t ü t z t werden.

Das kommunistische Regime i n Nicaragja hat sich zu einem Knotenpunkt
des Terrornetzes gemacht und b i l d e t geradezu eine F a l l s t u d i e
Ausdehnung.
dinisten

für dessen

Vergegenwärtigen Sie sich für einen Augenblick, daß die San-

nicht

nur

feste

internationale

Bündnisse mit Kuba und Libyen

eingegangen sind - u.a. erhalten sie enorme Mengen an Vfeffen und M u n i t i on-,

sondern auch von Nordkorea

i n großem Umfang u n t e r s t ü t z t

werden.

Sie scheuen sich auch gar n i c h t , einzuräumen, daß sie i n der Schuld der
Regierung des nordkoreanischen D i k t a t o r s Kim Il-Sung stehen.

Sowohl Da-

n i e l a l s auch Humberto Ortega haben Nordkorea unlängst o f f i z i e l l e Staatsbesuche a b g e s t a t t e t , um weitere H i l f e zu erlangen und förmlichere Beziehungen h e r z u s t e l l e n .

Nicaragua i s t also mit Kuba, Libyen und Nordkorea

�und Nordkorea im Bunde.
ziehungen zum Iran?

Bleibt nur noch der Iran.

Wie steht es mit Be-

Nun, erst kürzlich besuchte der iranische Minister-

präsident Nicaragua und übermittelte die Solidaritätsbekundungen des Ayatollahs an die sandinistischen Kommunisten.

Ich sprach vorhin von den strategischen Zielen, die die Beweggründe
all

dieser

terroristischen

Staaten

bilden.

Ich werde hierzu

gleich

selbst einige Anmerkungen machen, aber warum lassen wir nicht zunächst
die Führer dieser außerhalb des Rechts stehenden Regierungen selbst ihre
Ziele darlegen?

Während seines Staatsbesuchs in Nordkorea vernahm Daniel Ortega , der
Führer der Sandinisten Nicaraguas, aus dem Munde Kim Il-Sungs folgendes
über die gemeinsamen Ziele Nordkoreas und Nicaraguas:
der

revolutionären

Staaten der

"Wenn die Völker

Welt den amerikanischen

Imperialismus

überall dort, wo er seine Klauen der Aggression ausstreckt, unter Druck
setzen und ihm Schläge versetzen, dann werden sie ihn zur Machtlosigkeit
verurteilen und es ihm unmöglich machen, sich weiter als Herrscher aufzuspielen."

Und Oberst Gaddafi, der mit Nordkorea ein formelles Bündnis

unterhält, sprach ganz im Sinne Kim Il-Sungs, als er die Aufgaben des
Terrornetzes darlegte:

"Wir müssen Amerika zwingen, an hundert Fronten

überall auf der Erde zu kämpfen.

Wir müssen es zwingen, im Libanon zu

kämpfen, im Tschad zu kämpfen, im Sudan zu kämpfen und in El Salvador zu
kämpfen."

So liegen die Dinge also:

Der Iran, Libyen, Nordkorea, Kuba und Ni-

caragua liegen zwar auf verschiedenen Kontinenten und Tausende von Meilen
getrennt, aber sie verfolgen die gleichen Ziele und Zwecke.

Was ich Ih-

nen sagen möchte, ist, daß die Zunahme des Terrorismus in den letzten
Jahren auf die immer stärkere Verstrickung dieser Staaten in den Terrorismus in jeder Region der Welt zurückzuführen ist.

Wir haben es mit

einem Terrorismus zu tun, der Teil eines Gesamtplanes ist - das Werk eines Bundes terroristischer Staaten.

Die meisten der Terroristen, die

amerikanische Staatsbürger entführen und ermorden und Anschläge auf amerikanische Einrichtungen verüben, werden von einer Kerngruppe radikaler
und totalitärer Regierungen, einer Art neuer, internationaler Mord GmbH,
- 7 -

�Mord GmbH, ausgebildet, finanziert und direkt oder indirekt gesteuert.
All diese Staaten werden von einem einfachen, verbrecherischen Phänomen
vereint:

ihrem fanatischen Haß auf die Vereinigten Staaten, unser Volk,

unseren Lebensstil und unsere Rolle in der Wfelt.

Der strategische Zweck des von diesen gesetzlosen Staaten geförderten
Terrorismus ist klar:

die Vereinigten Staaten zu desorientieren, unsere

Außenpolitik zu stören oder zu ändern, Zwietracht zwischen uns und unseren Verbündeten zu säen, uns wohlgesonnene Nationen der Dritten Vtelt einzuschüchtern, die gemeinsam mit uns auf die friedliche Beilegung regionaler Konflikte hinarbeiten, und schließlich, den amerikanischen Einfluß in
den Gebieten der Vtelt zu unterbinden, wo wir uns um das Entstehen stabiler und demokratischer Regierungssysteme bemühen.

Kurzum:

Es geht dar-

um, uns zum Rückzug zu veranlassen und uns zu zwingen, uns zu verschanzen
und zur "Festung Amerika" zu werden.

Ihr wirkliches Ziel besteht darin,

Amerika aus der Vtelt zu vertreiben.

Deshalb lassen diese terroristischen Staaten denen, die unser Land
angreifen, Vteffen, Ausbildung und Unterstützung zukommen, und deshalb
können wir uns einer Tatsache gewiß sein:

Diese terroristischen Staaten

sind dabei, kriegerische Handlungen gegen die Regierung und das Volk der
Vereinigten Staaten auszuführen, und nach dem Völkerrecht hat jedes Land,
das zum Opfer kriegerischer Handlungen wird, das Recht, sich zu verteidigen.

Den gesetzlosen Regierungen, die den internationalen Terrorismus gegen unser Land fördern, möchte ich jetzt eine kurze Lektion in amerikanischer Geschichte geben.

Verschiedene Male in der Vergangenheit Amerikas

haben ausländische Tyrannen, Kriegstreiber und totalitäre Diktatoren die
allseits bekannte Liebenswürdigkeit, Geduld und Großherzigkeit des amerikanischen Volkes fälschlicherweise als Zeichen der Schwäche oder gar der
Dekadenz ausgelegt.

Es ist richtig:

Wir sind ein unbeschwertes Volk,

nicht leicht in Zorn zu bringen, und wir möchten nicht gerne an jedem Horizont eine Gefahr heraufziehen sehen.

Aber genauso richtig ist, daß es

- wenn die Emotionen des amerikanischen Volkes, sein Patriotismus und
- 8 -

�Patriotismus und sein Ä'rger angefacht werden - keine Grenzen für die nationale Tapferkeit und seine verzehrende Leidenschaft gibt, um die von
allen hochgehaltene Tradition der Freiheit zu schützen.
hat es einmal so ausgedrückt:

Teddy Roosevelt

"Das amerikanische Volk gerät nicht leicht

in Zorn, aber wenn dieser Zorn einmal angefacht ist, dann brennt er wie
eine sich verzehrende Flamme."

Und eine andere führende Persönlichkeit,

dieses Mal ein ausländischer Gegner, nämlich Admiral Yamamoto, warnte
sein eigenes Land nach dem Angriff auf Pearl Harbor, indem er sagte, er
fürchte, "wir haben einen schlafenden Riesen aufgeweckt, und seine Reaktion wird furchtbar sein".

Ja,

wir

Amerikaner,

haben

unsere

Meinungsverschiedenheiten, die

manchmal laut und fast immer in der Öffentlichkeit ausgetragen werden.
Das liegt in der Natur unserer offenen Gesellschaft. Aber keine ausländische Macht sollte Meinungsverschiedenheiten für Uneinigkeit halten. Jene, die versucht sind, das zu tun, sollten an unseren Nationalcharakter
und unsere Geschichte denken - eine Geschichte, an deren Weg die Trümmer
von Regimen liegen, die den Fehler gemacht haben, die Energie und den
Willen des amerikanischen Volkes zu unterschätzen.

Lassen Sie mich also für ein einiges Volks sprechen.
fach sagen:

Wir sind Amerikaner.

Wir lieben unser Land.

Ich möchte einWir lieben die

Werte, für die dieses Land einsteht, und wir werden dieses Land immer
verteidigen.

Wir stehen für die Freiheit ein - für unsere eigene und für

die unserer Kinder -, und wir werden immer bereit sein, für diese Freiheit Opfer zu bringen.

Das amerikanische Volk wird also keine - und ich wiederhole:

keine -

Einschüchterung, keinen Terror und keine ausgesprochenen Kriegshandlungen
gegen unser Land und unsere Menschen dulden.

Und insbesondere werden wir

nicht diese Angriffe von gesetzlosen Staaten dulden, die von der seltsamsten Sammlung von kriminellen Außenseitern, Verrückten und gemeinen
Verbrechern seit dem Dritten Reich regiert werden.

Ich habe heute

�Ich habe heute Ihre Zeit in Anspruch genommen, um die Art dieses Netzes terroristischer Staaten aufzuzeigen, so daß wir als Nation wissen,
gegen wen wir stehen und die langfristigen Ziele erkennen, die dieses
Bündnis krimineller Regierungen motivieren.

Nehmen Sie aber nicht auch nur für einen Augenblick an, daß meine
Darlegungen allumfassend sind.

Zunächst einmal gibt es einige terrorist-

ische Organisationen, deren Stärke zwar nicht der Stärke j'ener Gruppen
entspricht, die durch das von mir bereits erwähnte terroristische Netz
unterstützt werden, die sich jedoch auf gewisse Lokalitäten oder Länder
stützen, die nicht notwendigerweise in dieses internationale Netz eingebunden sind.

Und zweitens sind die von mir heute erwähnten Länder nicht

notwendigerweise die einzigen, die den Terrorismus gegen die Vereinigten
Staaten und ihre Verbündeten unterstützen.

Die Länder, die ich aufge-

zählt habe, sind lediglich diejenigen, die am direktesten mit dem Terrorismus in Verbindung gebracht werden können.

Nun gilt es, die Tatsache der engen Beziehungen der Sowjetunion zu
fast allen dieser Terroristenstaaten, die ich erwähnt habe, sowie die
Folgen dieser sowjetischen Bindungen auf die bilateralen Beziehungen zu
den Vereinigten Staaten und anderen demokratischen Staaten im Auge zu
behalten.

Deshalb hat auch Außenminister Shultz - genau wie sein Amts-

vorgänger Haig - in seiner Rede vom 24. Juni vergangenen Jahres offen die
Frage der sowjetischen Unterstützung terroristischer Organisationen aufgeworfen.

Was die Sowjetunion betrifft, so gibt es einen Punkt, den ich heute
nicht unerwähnt lassen kann.

Bei der jüngsten Geiselkrise in Beirut wur-

den 39 Amerikaner brutal gefangengenommen; ein Angehöriger der amerikanischen Marine wurde brutal geschlagen; ein weiterer zusammengetreten und
erschossen; die Familien und Freunde dieser Geiseln erduldeten unbeschreibliche Leiden; und ein Gefühl der Verzweiflung, des Ärgers und der
Hit lief durch unsere Nation wie ein Präriefeuer.

Die sowjetische Regie-

rung nun nahm über ihre staatlich kontrollierte Presse dazu offiziell
Stellung.

Die sowjetische Regierung behauptete nämlich, die Vereinigten
- 10 -

�die Vereinigten Staaten machten sich über diese Krise keine ernsthaften
Gedanken, sondern seien von einer - und ich gebrauche hier das Wart der
Sowjets - "H/sterie" ergriffen.

Die Sowjetunion unterstellte außerdem,

die Vereinigten Staaten suchten nur einen - und ich gebrauche wieder ihre
(forte - "Vorwand" für eine militärische - und noch einmal gebrauche ich
ihre Warte - "Invasion".

Nun, meine Damen und Herren, es gibt für derlei ein nichtsowjetisches
Wort.

Es ist ein äußerst nützliches, über die Zeiten hinweg erprobtes,

ganz und gar amerikanisches Ifort, ein Wart mit tiefen Wjrzeln in unserer
reichen landwirtschaftlichen, bäuerlichen Tradition.

Jetzt gibt es für uns alle in der Gemeinschaft zivilisierter Staaten
viel zu tun.

Wir müssen gegen die kriminelle Bedrohung des Terrorismus

mit dem ganzen Gewicht des Gesetzes vorgehen - sowohl national wie international.

Wir werden Schritte ergreifen, damit jene, die diese Art von

Scheußlichkeiten begehen, wie sie die Welt in den letzten Wachen erlebt
hat, aufgefunden, ergriffen und angeklagt werden.

Wir werden als freie Völker gemeinsam handeln, als Völker, die verhindern wollen, daß unsere Bürger gefangengenommen, erschossen oder durch
Bomben in Flugzeugen umgebracht werden - genau wie wir gemeinsam handelten, um die Meere um die Jahrhundertwende von der Piraterie zu befreien.
Und Sie als Kenner der Gesetze wissen ja , wie das Gesetz die Piraten bezeichnet: "hostis humanis" - " Feinde der ganzen Menschheit".

Es darf

auf Erden keinen sicheren Ort für jene Monster geben, wohin sie sich zurückziehen, wo sie sich ausbilden oder wo sie ihre grausamen und tödlichen Fertigkeiten praktizieren können.

Wir müssen gemeinsam - oder wenn

nötig - auch allein handeln, um sicherzustellen, daß Terroristen nirgends
mehr sicher sind.

Vizepräsident Bush kam vergangene

Wache nach intensiven Gesprächen

mit unseren Verbündeten hinsichtlich praktischer Schritte zur Bekämpfung
des Terrorismus aus Europa zurück.

Er wird auf Regierungsebene eine Ar-

beitsgruppe leiten, um unsere Bemühungen zu überprüfen - und Verbesserun- 11 -

�und Verbesserungen empfehlen -, wie wir dem Terrorismus Einhalt gebieten
können.

Hinsichtlich jener Länder, die solche Akte unterstützen oder die keine Schritte gegen terroristische Verbrecher unternehen, muß die zivilisierte Vtelt sicherstellen, daß auf ihre Unterlassungen und ihre Vergehen
mit Taten reagiert wird, die Beweis unserer gemeinsamen Entschlossenheit
sind, diese Art von Aktivität zu beenden.

So habe ich zum Beispiel unse-

re Verbündeten und andere Staaten dahingehend informiert, daß der Internationale Flughafen Beirut, über den seit 1970 13 Prozent der Flugzeugentführungen der Vtelt liefen, sicher werden muß. Bis dahin sollte der
Flughafen geschlossen werden.

Schließlich möchte ich, daß Sie eine Herausforderung annehmen - nämlich Teil der Lösung des Problems des Terrorismus zu werden.

Sie sorgen

sich grundlegend um das Recht, und das Recht ist es, das die Terroristen
mit den Füßen treten.

Sie müssen dieses Problem in Konferenzen und Ver-

sammlungen ansprechen, um zu einem besseren nationalen und internationalen gesetzlichen Rahmenwerk zu gelangen, um mit dem Terrorismus fertigzuwerden.

Sie müssen dieser Regierung und anderen dabei helfen, durch das

Gesetz die Gesetzlosigkeit zu bekämpfen.

Wo Gesetze erlassen werden müs-

sen, um den zuständigen Stellen das Handeln zu ermöglichen, sollten Sie
dabei helfen, sie zu erlassen oder zu verändern.

In der Vergangenheit

haben Anwälte geholfen, wenn die Zivilisation durch Gesetzesbrecher bedroht war. Jetzt ist die Zeit gekommen, dies erneut zu tun.
Was ich heute dargelegt habe, ist nicht erfreulich, und auch die Lösung wird nicht einfach sein.

Die Antwort auf die Bedrohung durch den

internationalen Terrorismus ist schwierig - aber sie kann gefunden werden.

Sie findet sich in einem klaren Verständnis des Problems und im

Ausdruck unseres nationalen Willens, etwas dagegen zu tun.

Dies war mit

allen wichtigen Fragen so; deshalb war auch unsere Unabhängigkeitserklärung für unsere Revolution wichtiger als jede einzelne militärische Aktivität oder jede einzelne Schlacht.

Und deshalb fangen wir heute keine

politischen Diskussionen an oder konzentrieren uns auf strategische 0p- 12 -

�strategische Optionen, sondern stellen lediglich die Tatsachen über die
Natur des internationalen Terrorismus fest und bekräftigen den Willen
Amerikas, ihm zu widerstehen.

Aber es gibt noch einen anderen Punkt zu erwähnen - den Punkt, den
ich zu Anfang dieser Diskussion angesprochen habe.

Wenn wir den Terror-

ismus unter strategischen, nicht nur unter taktischen Aspekten sehen,
müssen wir zugleich erkennen, daß die größte hbffnung der Terroristen und
ihrer

Helfershelfer - der eigentliche Grund

für die Grausamkeit und

Scheußlichkeit ihrer Taktiken - darin besteht, das amerikanische Volk von
seinen Zielen abzubringen, Uneinigkeit zu säen, unsere Außenpolitik zu
stören oder zu ändern, uns von unserer sehr konkreten hbffnung abzubringen, daß eines Tages

der Alptraum

totalitärer

Herrschaft

enden und

Selbstregierung und individuelle Freiheiten das Geburtsrecht eines jeden
Menschen auf Erden sein werden.

Und hier, liebe Mitbürger, finden wir das eigentliche Motiv hinter
dem

fanatischen

Terrornetzes.

und

zunehmenden Antiamerikanismus

des internationalen

Ich sage schon seit Jahren, daß die Sache der totalitären

Ideologie im Schwinden begriffen ist; daß überall in der Welt Geist und
Wille sich auflehnen, daß die Flut der Sehnsucht

nach Freiheit und

Selbstregierung anschwillt.

Nun, keiner spürt dies deutlicher als jene, die jetzt an der Spitze
der totalitären Staaten stehen, insbesondere jener Nationen an der äußeren Peripherie der totalitären Welt wie der Iran, Libyen, Nordkorea, Kuba
und Nicaragua.

Ihrer Machthaber leben in Furcht; sie wissen, daß die

Freiheit auf dem Vormarsch ist und daß ihre Zeit an der Macht vorüber
sein wird, wenn die Freiheit triumphiert.

Es ist wahr, daß totalitäre Regierungen sehr mächtig sind und kurzfristig gesehen besser organisiert wwerden können als die Demokratien.
Aber wahr ist auch - und niemand weiß dies besser als die totalitären
Machthaber selbst -, daß diese Regime auf eine Waise schwach sind, wie es
eine Demokratie nie sein kann; denn die Zerbrechlichkeit einer totalitä- 13 -

�einer totalitären Regierung ist die Zerbrechlichkeit aller Regime, die
ihre Völker nur dadurch im Griff haben, daß sie sich auf die Instrumente
der Unterdrückung eines Polizeistaates stützen.

Und darum geht es um so viel, darum müssen wir durchhalten.

Es geht

um die Freiheit selbst - unsere eigene und die der ganzen Walt. Ja, Amerika ist noch immer ein Symbol - für einige wenige ein Symbol, das sie
fürchten und hassen.

Aber für viele andere - für viele Millionen andere

- ein Symbol, das man liebt, ein Land, das ein neues Jerusalem bedeutet.

Teddy Roosevelt - und er ist ein Präsident, der sich unter diesen Umständen gut zitieren läßt - formulierte es so:

"Wir hier in Amerika hal-

ten in unseren Händen die Hoffnung der Welt, das Geschick der kommenden
Jahre; und Scham und Schande werden über uns kommen, wenn in unseren Augen das Licht fester Entschlossenheit nachläßt, wenn wir die goldenen
Hoffnungen der Menschen in den Staub treten."

Und dieses Licht fester Entschlossenheit und jene goldenen Hoffnungen
müssen müssen von uns erhalten und geschützt und mit Gottes Hilfe an die
kommenden Generationen weitergereicht werden.

Ich möchte nicht schließen, ohne Ihnen eine kleine Geschichte zu erzählen.

Wenn ich sage, "Wir sind ein Symbol der Hoffnung", so habe ich

zu Hause auf meinem Schreibtisch einen Brief, unterzeichnet von zehn sowjetischen Frauen. Sie sind alle in einem Gefangenenlager - einem Arbeitslager - in der Sowjetunion.

Das Papier ist nicht größer als 2,5 mal

1 Inch - und doch schrieben sie darauf einen vollständigen Brief, unterzeichneten ihn alle zehn und schmuggelten ihn zusammen mit einem anderen
Dokument - nur wenig größer, vielleicht ein Stück Papier von 3 mal 3 Inch
-, der Liste der Hungerstreiks, durch die sie gegangen waren, aus dem
Land.

Sie schmuggelten diese Dokumente hinaus, damit sie mich erreichen

sollten, denn diese Frauen wollten mir und Ihnen allen sagen, daß die
Vereinigten Staaten dort, wo sie sind, in diesem Gefängnis, immer noch
ihre Hoffnung sind, um durchzuhalten - ihre Hoffnung für die Walt.

Ich

- 14 -

danke

Ihnen

�Ich danke Ihnen allen, Gott segne Sie.

* * # * *

- 15 -

�10. Juli 1985

27

USA UND GROSSBRITANNIEN FORDERN EINSTELLUNG DER FLUGE NACH BEIRUT
- Erklärung von Premierministerin Thatcher und Vizepräsident Bush -

LONDOND - (AD) - In einer gemeinsamen Erklärung kündigten die britische Premierministerin Margaret Thatcher und der amerikanische Vizepräsident George Bush "als einen sofortigen ersten Schritt" zur Bekämpfung
des Terrorismus ihr Bemühen an, auch die Beteiligung anderer Staaten an
der Einstellung der Flüge nach Beirut zu erlangen.

Die gemeinsame Erklärung, die am 3. Juli 1985 veröffentlicht wurde,
hat folgenden Wortlaut:
Vizepräsident Bush und ich haben eingehend das Thema Terrorismus wie
auch die Bedrohung erörtert, die er für die zivilisierten und demokratischen Völker darstellt. Die Regierungen des Vereinigten Königreichs und
der Vereinigten Staaten von Amerika erklären ihre Entschlossenheit zur
Zusammenarbeit mit allen gleichgesinnten Staaten zur Bekämpfung dieses

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Telex: 8-85432

�Bekämpfung dieses Übels. Insbesondere muß dem Terrorismus gegen die internationale Zivilluftfahrt und gegen jene Millionen unschuldiger Passagiere Einhalt geboten werden, die heutzutage mit dem Flugzeug reisen.

Als einen sofortigen ersten Schritt werden das Vereinigte Königreich
und die Vereinigten Staaten von Amerika die Zustimmung all jener Staaten
anstreben, die ihre Sorge um die Sicherheit der zivilen Luftfahrt teilen,
alle Flüge zwischen ihren Ländern und dem Internationalen Flughafen Beirut einzustellen.

Die Regierungen des Vereinigten Königreichs und der Vereinigten Staaten von Amerika werden sich außerdem darum bemühen, die Sicherheit der
zivilen Luftfahrt durch alle angemessenen multinationalen Institutionen,
einschließlich der ICAO (International Civil Aviation Organisation - Internationale Zivilluftfahrtorganisation), zu erhöhen.

Insbesondere betonen sie die Bedeutung folgender Maßnahmen:

- Stärkung der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation zur Verbesserung ihrer Möglichkeiten, mit dem gegen die Zivilluftfahrt gerichteten Terrorismus fertigzuwerden.

- Druck auf jene Staaten, die - direkt oder indirekt - den Terrorismus
unterstützen, diese Unterstützung einzustellen.

- Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Vollstreckungsbehörden
zwecks größerer Wirksamkeit bei der Bekämpfung von Terroristen.
- Bemühen um verstärkte Verpflichtung bei der Anwendung bestehender Abkommen zur Bekämpfung von Verbrechen gegen die zivile Luftfahrt; sowie

- Zusammenarbeit zur Neubelebung der Erklärung von Bonn aus dem Jahr
1978.

- 2-

�ä

inIE

1J 1 1 k l

2

DlEl

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

27

10. Juli 1985

GIPFELTREFFEN KANN VERBESSERUNG DER
AMERIKANISCH-SOWJETISCHEN BEZIEHUNGEN BEWIRKEN
- Pressekonferenz von US-Außenminister Shultz -

Washington -(AD)- Am 3. Juli 1985 gab der amerikanische Außenminister
George Shultz in Washington eine Pressekonferenz, auf der er die Erwartungen darlegte, die von Seiten der Vereinigten Staaten an ein Gipfeltreffen zwischen Präsident Reagan und dem sowjetischen Parteichef Gorbatschow geknüpft werden. Die diesbezüglichen Passagen der Pressekonferenz
haben folgenden Wortlaut:

AUSSENMINISTER SHULTZ: Präsident Reagan hat schon oft erklärt, daß er
den Wunsch habe, die Beziehungen und die Kommunikation zwischen uns und
der sowjetischen Regierung zu verbessern und Mittel und Wege zum Abbau
der zwischen uns bestehenden Gegensätze zu finden. Er betrachtet die geplante Begegnung mit Generalsekretär Gorbatschow als eine Gelegenheit zur
Vertiefung des Dialogs und zur Schaffung der Grundlagen für praktische
Schritte zur Verbesserung der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen.

Bei dieser Begegnung werden sich die beiden Staatsmänner natürlich

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�Staatsmänner natürlich miteinander bekannt machen; das ist schon gesagt
worden und stellt eine in sich lohnende Sache dar. Nach Auffassung des
Präsidenten besteht der beste Weg, miteinander bekannt zu werden, jedoch
darin, ernsthafte und substanzielle Gespräche über die Hauptprobleme zwischen unseren Staaten zu führen. Wenn wir an diese Gespräche herangehen,
dann wollen wir diese Hauptprobleme in der einen oder anderen Weise erörtern, und soweit ich das beurteilen kann, werden dies auch die Sowjets
wünschen.

Wir geben uns bezüglich des Auseinanderklaffens der amerikanischen
und der sowjetischen Politik keinen Illusionen hin, und auch nicht bezüglich der Tatsache, daß unsere Systeme sich ganz erheblich unterscheiden.
Der Entwicklung unserer Beziehungen eine konstruktivere Richtung zu geben, ist von daher ein schwieriges Problem. Gleichzeitig meine ich aber
auch, daß die politisch Verantwortlichen beider Seiten sich unbedingt der
Aufgabe stellen müssen, Mittel und Wege zu finden, wie zwei unterschiedliche Systeme in der kleinen Welt, in der wir leben, koexistieren können.
Es ist deshalb wichtig, daß wir unsere gemeinsamen Anstrengungen verdoppeln, um Wege zum Abbau von Spannungen zu finden und die Gefahr von Konfrontationen und Konflikten zu verringern. Der Präsident hofft, daß dieses Treffen uns zu Fortschritten in diese Richtung verhelfen kann.

Ich meine, man sollte all dies als einen fortwährenden Prozeß verstehen, und das Treffen zwischen dem Präsidenten und dem Generalsekretär
wird einen sehr wichtigen Teilabschnitt desselben bilden. Ich bin sicher,
daß ihm zielstrebige Vorbereitungsarbeiten vorausgehen werden, und wenn
das Treffen erfolgreich ist, dann wird es eine Art Tagesordnung der Dinge
liefern, mit denen wir uns in der Zukunft zu befassen haben werden. Das
Treffen sollte als bedeutsam betrachtet werden, gleichzeitig aber auch
als Teil eines Prozesses, der bereits in Gang ist, der schon vor der Begegnung in Gang war und der hinterher weitergehen wird.

Da Generalsekretär Gorbatschow erklärt hat, daß er den Wunsch habe,
praktische Mittel und Wege zur Verbesserung der Beziehungen zu finden,
und da die Überlegungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten sich in
die gleiche Richtung bewegen, hoffen und erwarten wir, daß beide Seiten
- 2 -

�beide Seiten an diese Begegnung im gleichen konstruktiven Geist herangehen werden.

Wenn Sie Fragen haben, bin ich gerne bereit, sie zu beantworten.

FRAGE: Meinen Sie, daß diese Begegnung zu irgendwelchen greifbaren
Aktionen führen könnte und daß es etwas gibt, woran wir uns halten können
bzw. wonach wir den Erfolg oder Mißerfolg bemessen können ... ?

ANTWORT: Ich glaube nicht, daß es klug wäre, eine Art Punktetabelle
zu konstruieren, auf der man dann den Erfolg einträgt. Ich bin sicher,
daß es eine ernsthafte und substantielle Begegnung sein wird. Das ist mit
Sicherheit das, was wir wollen, und ich bin davon überzeugt, daß die Sowjets das ebenfalls wollen. Welchen Gang das Treffen jedoch nehmen wird,
bleibt abzuwarten. Wir haben mit der Sowjetunion über die große Spannbreite an zwischen uns anstehenden Fragen natürlich zahlreiche Gespräche
geführt und werden vor dem Treffen noch weitere führen, aber wir müssen
ganz einfach abwarten, wie es sich anläßt.

FRAGE: Worin wird seine Substanz bestehen, und was wird die breitgefaßte Tagesordnung im einzelnen beinhalten ?

ANTWORT: Das kann ich Ihnen nicht sagen, weil wir das nicht ausgearbeitet haben. Ich glaube, wenn die führenden Politiker dieser beiden großen Nationen zusammenkommen, dann wird ihre Begegnung mit einiger Wahrscheinlich eine Art Eigendynamik entfalten, und sie werden bis zu einem
gewissen Grade ihre Tagesordnung selbst aufstellen.

Wir haben natürlich vor, über diplomatische Kanäle Gespräche zu führen, die dazu dienen können, die Begegnung zumindest etwas zu strukturieren, und wir arbeiten selbstverständlich weiter an den Dingen, über die
wir bereits verhandeln. Wir versuchen aber nicht, den Gang der Begegnung
bis ins einzelne festzulegen.

FRAGE: Herr Außenminister, Sie werden Ihren neuen sowjetischen Amtskollegen in Helsinki und wahrscheinlich auch in New York treffen, aber
- 3 -

�treffen, aber das werden nur recht kurze Begegnungen von etwa einem Tag
sein. Könnten Sie sich vorstellen, selbst zu Vorbereitungsgesprächen nach
Moskau zu reisen ...

?

ANTWORT: Dergleichen ist nicht geplant. Ich freue mich auf die Begegnung mit dem neuen sowjetischen Außenminister in Helsinki und begrüße die
Gelegenheit, mit ihm sprechen zu können und ihn kennenzulernen ...

Wir wissen zwar noch nicht definitiv, erwarten aber, daß der neue
Außenminister, wie Sie andeuteten, zur UN-Versammlung nach New York kommen wird. Er würde sich dann wahrscheinlich etwas länger dort aufhalten,
so daß wir während dieser Zeit eine Gelegenheit zu zumindest einem, vielleicht auch mehreren Zusammenkünften hätten.

FRAGE: Mr. Shultz, Herr Gorbatschow hat angedeutet, daß die Sowjets
sich aus den RüstungskontrollVerhandlungen

zurückziehen könnten, da es

dort keine Fortschritte gebe. Wird Präsident Reagan Ihres Erachtens von
daher unter besonderem Druck stehen, diese Angelegenheit voranzubringen,
so daß sich die Sowjets nach dem Gipfeltreffen nicht aus den Verhandlungen zurückziehen ?

ANTWORT; Soweit es uns betrifft, besteht kein besonderer Druck. Es
ist kein besonderer Druck erforderlich, um den Präsidenten für einen
Fortgang der Genfer Verhandlungen zu interessieren. Zu diesem Zweck haben
wir, wie ich meine, recht interessante und entgegenkommende Vorschläge
auf den Tisch gelegt, und unsere Unterhändler sind zur Stelle und verhandlungsbereit. Das ist unsere Haltung, und so wird sie bleiben.

Was Abkommen angeht, so begrüßen wir natürlich immer die Gelegenheit
zu einer guten Vereinbarung, aber wir sind nicht an Abkommen als Selbstzweck interessiert und erwarten das auch nicht von der anderen Seite.

FRAGE: Herr Außenminister, im November wird das von den Sowjets verkündete Moratorium für Mittelstreckenraketen auslaufen, und für November
hat Präsident Reagan einen Bericht über die nächsten Entscheidungen über
die weitere Einhaltung des SALT-II-Abkommens angefordert. Glauben Sie,
- 4 -

�Glauben Sie, daß die Mitte November stattfindende Begegnung im Lichte
dieser Tatsachen zu einem entscheidenden Wendepunkt werden könnte ...

?

ANTWORT: Das wäre sicherlich übertrieben, und vor Begriffen wie "Wendepunkt" möchte ich mich bewußt hüten. Aber wir halten das Treffen sicherlich für sehr wichtig und sind, wie ich schon sagte, bereit zu ernsthaften und substanziellen Gesprächen im Rahmen eines fortwährenden Prozesses. In diesem Sinne wir der Präsident in das Treffen hineingehen.

FRAGE: In den letzten vier Jahren haben Sie und der Präsident sich
buchstäblich heiser geredet, um uns klarzumachen, daß ein Gipfeltreffen
sinnlos sei, wenn es nicht gut vorbereitet werde und gute Aussichten auf
substantielle Ergebnisse biete. Was hat sich geändert ?

ANTWORT: Erstens glaube ich, daß es intensive Vorbereitungsarbeiten
geben wird. Es wird nicht so ablaufen, daß zwei Leute ohne Vorbereitung
zusammentreffen und einfach nur "Hallo" sagen. Wir möchten, daß das Treffen gründlich vorbereitet wird, und da die Sowjetunion dies auch will,
werden wir das auch tun.

Wir haben es mit einer neuen sowjetischen Führung zu tun, die sich
fest etabliert hat. Es gibt einen neuen Außenminister und einen Präsidenten, dessen Amtszeit grundsätzlich noch vor ihm liegt und der seine Politik festgelegt hat, und ich meine, daß es unter diesen Umständen sinnvoll
ist, daß diese beiden Männer (Reagan und Gorbatschow) zusammentreffen.

Wie Sie wissen, waren sie schon vor einiger Zeit übereinstimmend der
Meinung, daß eine Begegnung eine gute Idee wäre, und jetzt haben sie sich
über die Zeit und den Ort geeinigt. Sie haben sich gegenseitig wissen
lassen, daß sie möchten, daß sich aus dem Treffen konstruktivere Beziehungen ergeben. Die ersten beiden Bedingungen sind also erfüllt, und
vielleicht wird auch die dritte erfüllt werden. Auf jeden Fall ist dies
aber der Geist, in dem die Vereinigten Staaten in das Treffen hineingehen.
FRAGE: Die Administration hat in der Vergangenheit erklärt, daß erst
Anzeichen für Fortschritte bei den Rüstungskontrollverhandlungen sichtbar
- 5 -

�RüstungskontrollVerhandlungen sichtbar werden müßten, bevor ein Gipfeltreffen Aussicht auf Erfolg biete. Erwarten Sie, daß die Rüstungskontrollverhandlungen zwischen dem gegenwärtigen Zeitpunkt und November einen positiven Verlauf nehmen werden, oder werden sie praktisch bis nach
dem Gipfel auf Eis gelegt ?

ANTWORT; Was uns angeht, so sind wir zu Fortschritten bereit. Wie ich
vor einer Minute sagte, haben wir solide Vorschläge auf den Tisch gelegt,
und unsere Unterhändler sind zu den bei Verhandlungen üblichen wechselseitigen Konzessionen bereit.

Tatsächlich gibt es bei diesen Verhandlungen jedoch keine wirklichen
Fortschritte. Das ist nur eine sachliche Beschreibung ihres Stands, und
das ist alles, was sich gegenwärtig zu diesem Thema sagen läßt. ...

FRAGE; In den vergangenen Jahren hat die Administration davon gesprochen, daß die Sowjets den internationalen Terrorismus unterstützen, insbesondere durch Ausbildung, Bewaffnung und Finanzierung von Terrorgruppen. Tut die Sowjetunion dies nach Ihrem derzeitigen Informationsstand
auch weiterhin, und falls ja, könnte dies ein Gesprächsthema für das Gipfeltreffen werden ?

ANTWORT: Über die Tagesordnung für das Gipfeltreffen muß noch entschieden werden, aber die Luftpiraterie und der Terrorismus sind natürlich ein Thema, mit dem sich jeder auseinandersetzen muß. Wahrscheinlich
werden wir es erörtern wollen.
FRAGE: Was ist mit dem ersten Teil der Frage ?

ANTWORT: Dazu möchte ich nichts sagen.

FRAGE: Mir ist klar, daß es noch zu früh für die Aufstellung der Tagesordnung ist, aber weiß der Präsident vielleicht trotzdem schon, ob er
bei einem Gipfeltreffen Afghanistan oder die Rolle der Sowjets in Mittelamerika erörtern will ?
ANTWORT: Wir
- 6 -

�ANTWORT: Wir selbst haben, allgemein gesagt, eine vierteilige Tagesordnung. Die Sowjetunion hat ihre eigene Tagesordnung, aber wir haben mit
den Sowjets natürlich über Rüstungskontrollfragen gesprochen. Sie sind
sehr wichtig und spielen eine zentrale Rolle. Es gibt eine ganze Reihe
von bilateralen Möglichkeiten und Problemen, wo Fortschritte möglich sind.

Wir haben mit den Sowjets einen Gesprächrahmen über die sogenannten
regionalen Probleme entwickelt. Sie haben eines erwähnt: Afghanistan. Wir
hatten unlängst mit sowjetischen Regierungsvertretern ein Gespräch über
Afghanistan; die regionalen Problemen

sind also in irgendeiner Weise

durchaus Gesprächthemen. Außerdem haben wir die allgemeine Frage der Menschenrechte immer auf unserer Tagesordnung. Tatsächlich beruht ja eines
der grundlegenden Motive für meine Reise nach Helsinki zur Teilnahme an
der Zusammenkunft aus Anlaß des 10. Jahrestages der Schlußakte von Helsinki in dem Bestreben, auf die Verpflichtungen aufmerksam zu machen, die
von den Regierungen aller Signatarstaaten dieser Akte übernommen worden
sind. ...

FRAGE; Wurde Genf von den beiden Supermächten (als Schauplatz des
Gipfeltreffens) ausgewählt, um den Kernwaffengesprächen, die dort stattfinden, einen besonderen Anstoß zu geben ? Und könnten Sie sagen, ob nach
Ihrer Meinung vom gegenwärtigen Zeitpunkt bis November Fortschritte in
Genf möglich sind, wenn die Sowjets auch weiterhin als Vorbedingung für
echte Verhandlungen fordern, daß die Vereinigten Staaten ihr "Krieg-derSterne"- oder SDI-Programm aufgeben ?

ANTWORT: Nicht unter diesen Bedingungen. Fortschritte sind zwar immer
möglich, aber bis heute haben die Verhandlungen nichts erbracht, was darauf hindeuten würde, daß dies wahrscheinlich ist. Unsere Leute werden
dort aber weitermachen und auch weiterhin mit gutem Willen und guten Vorschlägen weiterarbeiten.

Was die Auswahl Genfs angeht, so ist es eine Stadt, die historisch
als neutrale Stätte gilt, wo Treffen dieser Art abgehalten werden können
und wo es gute Einrichtungen gibt. Es bietet sich also als Schauplatz für
diese Art von Treffen förmlich an.
FRAGE: Ist

�FRAGE: Ist es wahrscheinlich, daß die Polenfrage während des Gipfeltreffens zur Sprache kommt 7

...

ANTWORT: Das kann gut sein. Sie gehört zum Komplex der regionalen
Probleme, aber ich kann nicht sagen, was tatsächlich zur Sprache kommen
wird und was nicht. Sie müssen sich vergegenwärtigen, daß das Treffen
zwar zwei Tage dauern wird, dies aber dennoch ein sehr beschränkter Zeitrahmen ist. Wir werden versuchen, ihn so effektiv wie möglich zu nutzen,
und die Probleme, die die Polenfrage auf wirft, halten wir für sehr wichtig. Aber was tatsächlich zur Sprache kommen wird und wie die Tagesordnung aussehen wird, kann ich heute noch nicht sagen, weil wir sie noch
nicht formuliert haben. ...
FRAGE: Ist es denkbar oder wahrscheinlich, daß die Supermächte einen
Monat nach dem Genfer Treffen zulassen würden, daß SALT II ausläuft ?
ANTWORT: Ich möchte nicht darüber spekulieren, was nach den bevorstehenden Genfer Gesprächen geschehen könnte und was nicht. Wie ich schon
sagte, muß die Tagesordnung erst noch festgelegt werden. ...

- 8 -

�10. J u l i 1985

27

USA BEDAUERN MANGEL AN FORTSCHRITTEN AUF DER KVAE
- Erklärung des US-Delegierten zum Abschluß der 6. Sitzungsperiode -

STOCKHOLM - (AD) - Der amerikanische Chefdelegierte auf der Stockholmer

Konferenz

über

Vertrauens-

und Sicherheitsbildende

Maßnahmen und

Abrü- stung i n Europa (KVAE), Botschafter James Goodby, hat das Bedauern
der Vereinigten Staaten über den Mangel an echten F o r t s c h r i t t e n auf der
Kon- ferenz zum Ausdruck gebracht.

In einer Rede auf der Abschlußsitzung

der sechsten Sitzungsperiode der KVAE am 5. J u l i 1985 betonte Goodby, die
Vereinigten Staaten strebten s u b s t a n t i e l l e , konkrete und
Schritte

über die Maßnahmen der Schlußakte

verifizierbare

von Helsinki hinaus an und

seien auch b e r e i t , mit der Sowjetunion über Gewaltverzicht zu sprechen,
wenn diese

endlich

zu w i r k l i c h e n

Vertrauens-

und

sicherheitsbildenden

Maß- nahmen b e r e i t s e i .

Die Rede des amerikanischen Chefdelegierten hat folgenden Wortlaut:

Die

amerikanische

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�Die amerikanische Delegation hat heute Verstärkung durch sechs hervorragende M i t g l i e d e r des amerikanischen Repräsentantenhaus unter Führung
des Abgeordneten Dante F a s c e l l , Vorsitzender
schusses, e r h a l t e n .

des Außenpolitischen Aus-

Der Abgeordnete Fascell i s t s e i t langem mit dem Hel-

sinki-Prozeß verbunden.

Von 1976 b i s zum Frühjahr dieses Jahres war er

Vorsitzender der Amerikanischen Kommission f ü r Sicherheit und Zusammenarbeit

i n Europa, die die Entwicklungen dieses Prozesses i n a l l e n

verfolgt.

Teilen

Der Kovorsitzende der Kommission, der Abgeordnete Steny hbyer,

w e i l t ebenfalls heute unter uns.

Weiter habe ich die Ehre zu begrüßen

die Abgeordneten U d a l l , Smith, Oollins und Mica, die a l l e eine führende
Rolle im Repräsentantenhaus s p i e l e n .

Daß sie die weite Reise unternommen

haben, um uns i n unserer Arbeit zu u n t e r s t ü t z e n , i s t f ü r mich e i n Grund
zum Stolz und zur Freude.

Ihre Reise i s t eine Demonstration, daß diese

Konferenz und der ganze Helsinki-Prozeß dem amerikanischen Volk und s e i nen V e r t r e t e r n im Kongreß e i n großes Anliegen s i n d .

Wie Präsident Reagan

am 13. Mai zu Beginn dieser Sitzungsperiode e r k l ä r t e , e r f r e u t

sich das

Programm, das die amerikanische Delegation h i e r v e r t r e t e n h a t , der überp a r t e i l i c h e n Unterstützung i n den Vereinigten Staaten.

Herr Vorsitzender, meine Delegation hat die Arbeit

dieser

sechsten

Sitzungsperiode mit besonderer S o r g f a l t v e r f o l g t - was geschehen i s t , und
was nicht geschehen i s t .

Es war eine Sitzungsperiode, die durch E r e i g -

nisse außerhalb dieses Saales überschattet

wurde; eine Sitzungsperiode,

die a l l jene unter uns enttäuscht h a t , die gehofft h a t t e n , den Beginn e i ner

intensiven Verhandlungsphase

zu erleben;

und eine

Sitzungsperiode,

die uns wegen des Mangels an greifbaren Ergebnissen enttäuscht.
herrscht Grund zur Ermutigung.

Und doch

Der F o r t s c h r i t t wird g e l e g e n t l i c h an der

Art der sich ändernden Schwierigkeiten gemessen und weniger am Fehlen von
Schwierigkeiten.

Und so mag es uns heute auch gehen.

Aus der Sicht von

vor einigen Monaten können wir erkennen, daß die Stockholmer

Konferenz

den Kanal noch t i e f e r ausgehoben h a t , i n dem der große Strom unserer Arbeit f l i e ß t .

Die Probleme sind k l a r e r zutage g e t r e t e n , der Bereich unse-

rer Debatten i s t k l a r e r d e f i n i e r t , unser Vokabular g l e i c h t sich zunehmend
an.
Was das angeht,
- 2 -

�Was das angeht, was in dieser Sitzungsperiode geschehen ist, so können wir sagen, daß die Konferenz wichtige Klarstellungen erhalten hat,
welche militärischen Aktivitäten angekündigt werden sollten, wie und wann
sie angekündigt werden sollten, wie ein Beobachtungsprogramm aufgebaut
werden sollte und wie eine Verifizierungsvereinbarung funktionieren könnte.

Der ehrenwerte Vertreter Finnlands hat das gut formuliert, als er
sagte, daß "Verständnis für den Standpunkt einer anderen Partei natürlich
nicht bedeutet, daß man gleicher Meinung sein muß , daß aber ein solches
Verständnis eine notwendige Vorbedingung für alle internationalen Verhandlungen ist, die auf Ergebnisse abzielen, welche im Interesse und zum
Wohle aller sind.

In dieser Hinsicht sind wir der Erfüllung des Mandats

der Konferenz einen Schritte näher gekommen."

Was nun das angeht, was nicht geschehen ist, so muß gesagt werden,
daß manche unserer Verhandlungspartner die große Möglichkeit dieser Konferenz noch nicht begriffen zu haben scheinen.

Ihre Vorstellung von der

Konferenz bleibt eine begrenzte. Die von den östlichen Delegationen vorgelegten Arbeitspapiere lassen diese begrenzte Vorstellung erkennen. Sehen wir uns das einmal an:

- Die östlichen Vorschläge auf dem Gebiet der Ankündigung erstrecken
sich nur auf großangelegte Manöverund Truppenbewegungen.

Sie lassen

die Forderungn der Schlußakte nach Ankündigung auch kleinerer Manöver
außer acht.

Sie erkennen offensichtlich die vertrauensbildende Wir-

kung der Ankündigung von mehr militärischen Aktivitäten im Sinne unseres Mandates nicht an.

Man muß sich fragen, wie wir mit dieser

Einstellung die Vorhersagbarkeit des militärischen Verhaltens unserer
Länder in Friedenszeiten erhöhen können.

Wie können wir dafür sor-

gen, daß eventuelle Unklarheiten unserer Absichten stärker ausgeräumt
werden, wenn von der Ankündigungspf.licht nur einige wenige große Aktivitäten erfaßt werden?

Die östliche Einstellung
- 3 -

�- Die östliche Einstellung zur Beobachtung ist ebenfalls zu eng und
einschränkend.

Nur großangelegte Aktivitäten sollen beobachtet wer-

den, und selbst diese sollen nur von einigen wenigen Ländern, die
nicht dem gleichen Bündnis angehören, beobachtet werden dürfen - offensichtlich nur von jenen, die nach dem Urteil der östlichen Staaten
Grund haben könnten, sich durch eine bestimmte Aktivität bedroht zu
fühlen.

Diese Einstellung läßt sowohl das Ziel der Vertrauens- und

Sicherheitsbildung unter allen 35 Staaten wie auch das Prinzip der
Gegenseitigkeit außer acht.

- Die östliche Einstellung zur Verifizierung ist auch begrenzt.

Sie

geht von der Anwendung nationaler technischer Mittel aus - mit dem
Ergebnis, daß einige Staaten bei der Feststellung der Einhaltung vereinbarter Verpflichtungen sehr stark im Nachteil wären.

Die einzige

andere Hilfe für die Verifizierung, die offensichtlich allen 35 Staaten geboten werden soll, ist so etwas wie die Möglichkeit eines therapeutischen Gespräches.

Ist diese begrenzte Vorstellung das, was wir uns als Ergebnis von
sechs Jahren der Bemühungen in Madrid und Stockholm wünschen?

Ist das

das militärisch bedeutsame Ergebnis, über das zu verhandeln alle 35 zugestimmt haben?

Ich glaube nicht'.

Gegen diese begrenzte Vorstellung stehen, Herr Vorsitzender, die detaillierten Vorschläge im "Erweiterten Dokument SC.l".

Die in diesen

Vorschlägen aufgezeigte Ankündigungspflicht soll dazu dienen, das Vertrauen durch die Herstellung vorhersagbarer Muster der militärischen Aktivitäten zu stärken. Die Beobachtungspflicht macht es allen Teilnehmerstaaten weitestgehend möglich, sich der Roitinenatur aller angekündigten
Aktivitäten

zu

versichern.

Die

Informationsund

Verifizierungspflicht

bietet allen 35 Staaten auf gleicher Basis Mechanismen für eine Teilhabe
an Informationen sowohl auf einer routinemäßigen Basis der Zusammenarbeit
als auch in Zeiten der Krise.

Sie bietet ferner die Möglichkeit von be-

sonderen Inspektionen militärischer Tätigkeiten vor Ort und gibt damit
den betroffenen Staaten die Gelegenheit der Kooperation, um eine even-

�eine

eventuell destabilisierende

Situation zu vermeiden und die Ver-

pflichtung zur Vertrauens- und Sicherheitsbildung zu demonstrieren.

In der Arbeitsgruppe B hat meine Delegation am 2. Juli klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, daß das genannte Dokument SC.l sich sehr viel
eingehender und wesentlicher als die östlichen Vorschläge mit den Aktivitäten, einschließlich Luftaktivitäten, Flottenaktivitäten und Truppenbewegungen, befaßt, von denen die östlichen Delegationen behaupten, sie
hätten besondere Bedeutung.

Welche Mängel auch immer andere an dem "Er-

weiterten Dokument SC.l" entdecken mögen, es ist kaum zu bestreiten, daß
in dem Falle, in dem die darin vorgeschlagenen Verfahren verwirklicht
würden, diese systematisch und regelmäßig auf ein breites Spektrum militärischer Aktivitäten angewandt würden, um Vertrauen und Sicherheit auf
einer kooperativen Basis zu stärken.

Die zur Auswahl stehenden Möglichkeiten sind aufgezeigt worden.

Ich

zweifle kaum daran, welche Vorstellung die meisten Delegationen wählen
würden.

Wie ich bereits am 21. Juni erklärt habe, "ist meine Delegation

verpflichtet, hier in Stockholm über wesentliche konkrete und verifizierbare Maßnahmen zu verhandeln - Maßnahmen, die weit über die begrenzten
Sicherheitsmaßnahmen hinausgehen, die vor zehn Jahren in Helsinki vereinbart wurden".

Herr Vorsitzender, unser Mandat beschreibt das Ziel dieser Konferenz
als Ergreifen neuer, wirksamer und konkreter Maßnahmen, um Fortschritte
bei der Stärkung von Vertrauen und Sicherheit zu erzielen und Abrüstung
zu erreichen.

Das Mandat signalisiert, daß das Erreichen dieses Zieles

die Verpflichtung der Staaten nur noch deutlicher unterstreicht, sich in
ihren Beziehungen der Androhung oder Anwendung von Gewalt zu enthalten.
Diese Übereinkunft wurde dem Madrider Mandat aufgrund der westlichen Erkenntnis hinzugefügt, daß die Notwendigkeit besteht, das universell anerkannte Gewaltverzichtsprinzip in praktische, realisierbarae Maßnahmen umzusetzen.

Wie die UN-Studie über Vertrauensbildende Maßnahmen betont,

muß dieses Konzept einem Programm der Vertrauensbildung zugrunde liegen.
Dennoch: Vor etwas
- 5 -

�Dennoch: Vor etwas über einem Jahr sprach Präsident Reagan eine Problematik an, die die Sowjetunion "das Hauptanliegen" dieser Konfernz genannt hat, indem er darauf hinwies, die Vereinigten Staaten seien bereit,
das Prinzip der Nichtanwendung von Gewalt zu diskutieren, wenn die Sowjetunion konkrete Vertrauens und sicherheitsbildende Maßnahmen jener Art
aushandeln würde, wie sie von den westlichen Staaten vorgeschlagen wurden.

Seither haben meine Delegation wie auch andere immer wieder darüber

diskutiert, auf welche Waise das Prinzip der Nichtanwendung von Gewalt in
ein Dokument eingebaut werden könnte, bezüglich dessen man auf dieser
Konferenz Einigkeit erzielt.
In meiner jüngsten Erklärung zu diesem Thema stellte ich am 24. Mai
bei der Diskussion der Möglichkeit einer organischen Verschmelzung zwischen dem Prinzip der Nichtanwendung von Gewalt und den vertrauensbildenden Maßnahmen unter anderem fest: "Wir sind der Meinung, daß dieser Weg
eine Möglichkeit eröffnet, zu einer Übereinstimmung hinsichtlich der Verpflichtungen

zu gelangen, die

greifbarer, verifizierbarer Beweis der

friedlichen Absichten einer Nation wären und die somit den Inhalt einer
geeigneten Erklärung unserer Absichten und Ziele - einschließlich des
Prinzips der Nichtanwendung von Gewalt oder der Androhung des Einsatzes
von Gewalt - sein könnten.
lich

die

neuerliche

Mit anderen Worten: Wir wollen nicht ledig-

Bekräftigung

eines bestehenden Prinzips, sondern

vielmehr die Bestärkung dieses Prinzips durch zusätzliche praktische Verpflichtungen." Doch es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Beispiele für
die Bereitschaft meiner Delegation, die Nichtanwendung von Gewalt zu diskutieren:

- Die Erklärung des Vertreters der Vereinigten Staaten in der Arbeitsgruppe A am 12. März, die den sowjetischen Vorschlag über einen Vertrag zur Nichtanwendung von Gewalt kommentierte.

- Die Erklärung meiner Delegation in der Arbeitsgruppe A am 18. Juni,
die bis ins einzelne die Position der Vereinigten Staaten hinsichtlich der ganzen Frage des Prinzips der Nichtanwendung von Gewalt beschrieb.

Im Verlauf derselben Sitzung bezog sich der Vertreter der

�- Vertreter der Niederlande ausdrücklich auf SC. 6; damit spiegelte er
zugleich die Ansichten meiner Delegation wider.

Als Präsident Reagan in Dublin einen Kompromiß vorschlug, zu dem auch
die Frage der Nichtanwendung von Gewalt gehörte und den er erneut im vergangenen Mai in Straßburg aufgriff, ging er davon aus, daß sein Angebot
bei diesen Verhandlungen zu einem Geben und Nehmen führen würde.

Auf das

Angebot reagierte die Sowjetunion jedoch damit, daß sie sagte: "Wir werden unseren Vorschlag der Nichtanwendung von Gewalt mit unseren vertrauensbildenden Maßnahmen kombinieren, und das sollte euch zufriedenstellen."

Nun, das stellt uns eben nicht zufrieden.

Wir sehen seitens der

sowjetischen Delegation wenig Interesse daran, sich ernsthaft mit unseren
im "Erweiterten Dokument SC.l" niedergelegten Vorschlägen auseinanderzusetzen. Die bescheidenen Bemühungen der sowjetischen Delegation hinsichtlich einer Benachrichtigung und Beobachtung wurden von einem Mangel an
Bereitschaft begleitet, über die Praxis der Schlußakte von Helsinki hinsichtlich des Austausches von Informationen hinauszugehen.

Wie ich be-

reits erwähnte, besteht die sowjetische Haltung bezüglich der Verifizierung in dem Vorschlag, nationale technische Mittel, verstärkt durch etwas
diplomatisches Gespräch, seien ausreichend.

Außerdem gab es den Versuch,

die klare Bedeutung des Madrider Mandates hinsichtlich des Verhältnisses
zwischen Marineaktivitäten und militärischen Aktivitäten auf dem europäischen Kontinent zu ändern.

In all dem können wir wenig Einsicht in die Notwendigkeit erkennen,
das Prinzip des Gewaltverzichts im Sinne unseres Mandats zu verstärken,
zu konkreten und praktischen Maßnahmen zu gelangen, die weit über die
Praxis der Schlußakte von Helsinki hinausgehen.

Die allgemeine Tendenz

der Konferenz läuft jedoch auf eine Überzeugung hinaus, die sich nicht
mit bedeutungslosen Abkommen zufrieden geben oder die Verhöhnung unseres
Mandats hinnehmen wird.

Und schließlich wird sich bei allen die Logik

durchsetzen, daß es besser ist, mehr zu tun für die gemeinsame Sicherheit
als weniger. Aber wie lange können wir noch warten?

Herr Vorsitzender,
- 7 -

�Herr Vorsitzender, am Ende der vorigen Sitzungsperiode haben 16 westliche Delegationen das "Erweiterte Dokument SC.l" unterbreitet, das die
umfassende, voll ausgearbeitete Verhandlungsposition unserer Länder darstellt, und zwar in den detaillierten Formulierungen, wie sie für einen
Entwurf notwendig sind.

Meine Delegation hat den 'Äußerungen anderer zu

den sechs Maßnahmen von Dokument SC.l aufmerksam zugehört.

Wir begrüßen

diese Beiträge zu unseren eigenen Gedanken, und wir werden flexibel über
solche Maßnahmen verhandeln.

Am Ende ist es der Inhalt eines Schlußdoku-

ments und nicht die Form, der die Wirksamkeit der Maßnahmen gewährleisten
wird, die wir beschließen.

Das Dokument SC.l ist und bleibt die einzige

detaillierte, umfassende Verhandlungsposition, die auf dem Tisch liegt.
Wir ermutigen andere, ihre Gedanken in vergleichbarer Sprache beizutragen, damit die Konferenz all das Rohmaterial vorliegen hat, das sie
braucht, um in detailliertere Verhandlungen einzutreten.

Herr Vorsitzender, meine Delegation ist sich der hohen Bedeutung, die
viele unserer Verhandlungspartner der Frage der Zurückhaltung beimessen,
voll und ganz bewußt.

Wir haben untersucht, was von den verschiedenen

Delegationen zu dem Thema Zurückhaltung gesagt worden ist.

Und wir ste-

hen den allgemeinen Zielen, die im Zusammenhang mit Zurückhaltung erwähnt
worden sind, durchaus sympathisch gegenüber.

Mehr Genauigkeit bezüglich

der gewünschten Resultate bei der Zurückhaltung wären jedoch für unsere
weiteren

Untersuchungen

nützlich.

In diesem Zusammenhang möchte ich

feststellen, daß meine Delegation der Überzeugung ist, daß das Dokument
SC.l einen Zurückhaltungseffekt auf militärische Aktivitäten hätte, wie
dies auch von anderen Delegationen anerkannt worden ist.

Ich glaube, man

ist sich generell darüber einig, daß jede Maßnahme der Zurückhaltung sich
auf alle Teilnehmerstaaten gleich und fair erstrecken muß und für keinen
Staat oder keine Staatengruppe einen Nachteil oder Vorteil bringen darf.
Ich muß leider sagen, daß meine Delegation bisher keine Maßnahme der Zurückhaltung gesehen hat, die diese Probe bestehen und die Stabilität
stärken würde - und nicht eher destabilisierende Faktoren einbringen würde.

Wir setzen unsere eigenen Studien fort.

Wir werden jedes hier vor-

gelegte neue Konzept sorgfältig prüfen.
Und schließlich,
- 8 -

�Und schließlich, Herr Vorsitzender, sieht meine Delegation ein positives Anzeichen in der Tatsache, daß die Konferenz in der Lage war, sich
einen Arbeitsplan für die nächste Sitzungsperiode zu geben - ohne lange
Verfahrensdebatten, die uns von der Sachdiskussion abgehalten hätten.
Ich habe während der Sitzungsperiode schon einmal gesagt, daß ich keinen
"bequemen Weg" zum Erfolg der Konferenz sehe.

Der Weg ist voller Hinder-

nisse, und sie sind nicht leicht wegzuräumen.

Nur beharrliche, einfalls-

reiche Arbeit an Sachfragen wird uns weiter bringen.

Der Aufbau dieser

Konferenz, d.h. ihre Arbeitsstruktur, kann zur Leistungsfähigkeit bei der
Bewältigung unserer Aufgaben beitragen, ja das Tempo des Fortschritts
steigern.

Aber es versteht sich von selbst, daß wir einfach eine Ar-

beitsstruktur einführen müssen, wenn das für die Erleichterung unserer
Verhandlungen notwendig ist.

Ein solcher Aufbau kann nicht nur in schematischen Zeichnungen bestehen.

Er erfordert auch das verbindende Material, und das ist bedauer-

licherweise nicht in dem Maße vorhanden, wie die meisten es sich wünschen.

Ein großer Baumeister hat einmal gesagt, daß sich die Form der

Funktion unterordnen muß.

Wenn diese Konferenz diesem Prinzip folgen

will, dann muß sie nach Auffassung meiner Delegation die Funktionen weiter ausbauen, von denen wir hoffen, daß sie unsere Arbeitsstruktur tragen
werden.

Denn es liegt auf der Hand, daß es eher an Übereinkunft über die

Funktion mangelt, die einem Fortschritt im Wege steht, als an der Arbeitsstruktur.

Schließlich und letztlich ist der Schlüssel zum Fort-

schritt nicht in der Form einer Arbeitsstruktur zu finden, sondern in dem
politischen Willen aller Teilnehmer, sich den der Konferenz vorliegenden
Problemen ernsthaft und konstruktiv zuzuwenden und sie zu lösen.

All jene von uns, die das Erweiterte Dokument S C I befürworten, hoffen auf aktivere Verhandlungen im Herbst. Es war und ist unser Ziel, ohne Verzug in intensive und entscheidende Verhandlungen einzutreten.

Das

war der Grund warum wir das Erweiterte Dokument S C I überhaupt vorgelegt
haben.

Ob das möglich sein wird, hängt mehr von der Qualität unserer Er-

örterungen als von der Quantität einfallsreicher Verfahrensweisen ab.
Meine Delegation - und ich bin sicher, daß ich auch für andere spechen
- 9 -

�andere sprechen kann - ist gegenüber allen Vorschlägen offen, wie unsere
Arbeitsstruktur unsere Arbeit wirksamer unterstützen könnte.

Wenn wir

beispielsweise die derzeitige Arbeitsstruktur in einer etwas informellen
Weise nutzen könnten und in der Lage wären, mehr Gemeinsamkeiten zu finden, dann würde das sicherlich uns allen helfen, den Übergang zu einer
entscheidenden Phase unserer Verhandlungen zu bewirken.

Herr Vorsitzender, wenn unsere Delegation im September nach Stockholm
zurückkehren wird, dann werden sich unsere Außenminister in Helsinki getroffen haben, um des 10. Jahrestages der Schlußakte und des Kooperationsprozesses zu gedenken, von dem diese Konferenz ein Teil ist.

Für

die Vereinigten Staaten ist Helsinki eine Mahnung, daß echte Sicherheit
nicht nur eine Frage militärischer, sondern auch ziviler, politischer,
sozialer, wirtschaftlicher, kultureller und humanitärer Anliegen, d.h.
auch der Menschenrechte, ist.

Wenn die Arbeit dieser Konferenz im nächsten Jahr in Wien beurteilt
werden wird, dann wird dies nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit
dem Fortschritt geschehen, der in der Förderung aller zehn Prinzipien der
Schlußakte gemacht worden ist.

Und die künftige Entwicklung der Sicher-

heitskomponente des Halsinki-Prozesses wird ohne Zweifel von einem solchen ausgewogenen Fortschritt abhängen.

Wie ich auf dieser Plenarsitzung

vor zwei Wbchen gesagt habe, ist die Stockholmer Konferenz ein integraler
Bestandteil des Helsinki-Prozesses, nicht nur weil formelle Übereinkünfte
es so wollen, sondern aufgrund der Wahrheit, daß Menschenrechte, Frieden
und Sicherheit unzertrennlich sind.

Nur auf dieser Basis kann der Geist

der Übereinkunft von Helsinki verwirklicht werden.

Was die amerikanische Delegation angeht, so werden wir unsere Arbeit
hier nach denselben Maßstäben fortsetzen, wie wir sie in anderen Teilen
des Helsinki-Prozesses anlegen, d.h., wir wollen ein Abkommen erreichen,
das von der Sache her bedeutsam und verifizierbar ist, denn ohne das hätte ein Abkommen keine Chance, einen bedeutsamen Beitrag zur Sicherheit
Europas zu leisten.

Zu Beginn dieser Konferenz hat Außenminister Shultz

darum ersucht, daß wir uns in unseren Verhandlungen so verhalten, daß Hi- 10 -

�daß Historiker

diese

Zusammenkunft

einmal

Ost-West-Beziehungen bezeichnen können.

als einen

Wendepunkt

i n den

Diese Chancen haben wir noch im-

mer, obwohl die Z e i t , die uns b i s Wien b l e i b t , immer kürzer w i r d .

Aber

wir

klug

können diese Herausforderung bewältigen, wenn wir unsere Z e i t

nutzen.

- 11 -

�10. J u l i 1985

27

RAUMFÄHRE "CHALLENGER" MIT SDACELAB-KCMBINATION
Projekte zur Erforschung der Sonne, t i e f e r kosmischer Bereiche
und der irdischen Umwelt -

-

(AD)

-

Wissenschaftler

bezeichnen den bevorstehenden OALLENGER-

l u g , den 19. Einsatz eines amerikanischen Raumtransporters, a l s eines der
a r b e i t s r e i c h s t e n und vom Programm her kompliziertesten Vorhaben, das b i s her im Weltraum unternommen worden s e i .
an Bord i s t f ü r den 12. J u l i vorgesehen.
li,

Der Start mit sieben Astronauten
Sieben Tage später, am 19. Ju-

wird CWLLENGER auf dem Gelände von Edwards A i r Force Base i n K a l i -

fornien zurückerwartet.
C. Gordon F u l l e r t o n , P i l o t beim d r i t t e n Space S h u t t l e - F l u g , i s t Kommandant

der

CH\LLENGER, Waltraumneuling

Roy Bridges der

Kopilot.

Die

Missionsspezialisten Story Musgrave, Anthony England und K a r l Henize sind
Karriereastronauten mit abgeschlossenem naturwissenschaftlichem

Studium.

Die beiden "Gastforscher" an Bord - Loren Acton und John-David Bartoe -

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�John-David Bartoe -

sind als Spezialisten für Sonnenphysik am Lockheed

Research Laboratory i n Palo Alto bzw. am Forschungsinstitut der US-Marine
tätig.
Das zum großen T e i l
Vteltraumlaboratorium

in

der Bundesrepublik entwickelte

SPACELAB f l i e g t

in

neuartiger

wird das Kernstück dieser Mission b i l d e n .
raum

wurden

weitere

u.a.

Teleskope

für

Kombination mit und

Auf d r e i Paletten im N u t z l a s t -

Röntgenstrahlenund

Infrarotastronomie,

wissenschaftliche Meß- und Beobachtungsinstrumente

chungen im f r e i e n Vfeltraum montiert.

und gebaute

für

Untersu-

Sie werden ergänzt durch e i n " I g -

l u " , einen Druckbehälter, i n dem Computer und Aufzeichnungsgeräte
gebracht

unter-

sind (Die Labor-Druckkabine, i n der ohne Raumanzug gearbeitet

werden kann, i s t

dieses Mal nicht dabei).

zwei Tonnen schwer Nutzlast

Hinzu kommt als

wichtigste,

das "Instrument Pointing System" (IPS) aus

den Vferkstätten der Fa. Dornier i n F r i e d r i c h s h a f e n , daß die Ausrichtung
von Teleskopen, Kameras, Spektrometern und anderen Instrumenten auf Geräteträgern wie z.B. den SPACELAB-Paletten mit e i n z i g a r t i g e r Präzision e r laubt.

Kreiselgeräte des IPS-Systems halten die Instrumente auch auf i h -

re Beobachtunsziele
die Erde umkreist.

im Vfeltraum g e r i c h t e t ,

während der

Raumtransporter

Diese neue Technik s o l l Manöver zur Positionsverände-

rung des Space Shuttle ü b e r f l ü s s i g machen, die bisher unternommen werden
mußten, um z.B. die Sonne oder bestimmte Regionen der Sonne zu f i x i e r e n ,
um von diesen scharfen Abbildungen und exakte Meßdaten z.B. von der S t ä r ke der solaren Magnetfelder oder der Heliumkonzentration i n der Sonnenkorona zu bekommen.
Für einige andere der insgesamt 13 Experimente - e l f sind von amerikanischen, zwei von b r i t i s c h e n I n s t i t u t e n vorbereitet worden - i s t

wie-

derum eine exakt dosierte Aktivierung der CHALLENGER-Triebwerke über ganz
bestimmten Referenzpunkten auf der Erde unumgänglich.

Es geht dabei um

Experimente zur Plasmaforschung - i n diesem F a l l zur besseren Erforschung
der irdischen Ionosphäre.

Diese umfaßt Schichten i n der Erdatmosphäre,

wo die Luft nicht aus n e u t r a l e n , sondern aus e l e k t r i s c h geladenen T e i l chen besteht und somit e i n Plasma b i l d e t .

Die Existenz der

Ionosphäre

i s t die Voraussetzung f ü r den Funkverkehr um die Erde mit K u r z - , M i t t e l - 2 -

�Kurz-, Mittel- und Langwellen, weil diese an der Ionosphäre reflektiert
werden, während nur Ultrakurzwellen durch sie hindurchgehen.

Mittels der

TriebwerksZündungen, bei denen wasserbildende Abgase ausgestoßen werden,
will man die Ionosphäre vorübergehend an bestimmten Stellen "durchlöchern" und damit für niederfrequente Funkwellen durchlässig machen.

So

ergäbe sich z.B. eine Möglichkeit, auf der Erde auch niederfrequente Radiosignale von kosmischen Quellen zu empfangen.

* * * * *

- 3 -

�10. J u l i 1985

27

"INTELSAT" UMSPANNT DIE V£LT
- Dienstleistungen für 160 Länder und T e r r i t o r i e n -

-

(AD) - Ein umfangreiches Netz von i n t e r n a t i o n a l e n S a t e l l i t e n weit

draußen im Weltraum ü b e r m i t t e l t

i n Sekundenschnelle Börsenberichte

rund

um die Erde, versorgt selbst die abgelegensten Regionen mit dringend e r betenen oder neuesten medizinischen Informationen und läßt Menschen
aller

in

Vtelt über Fernsehen d i r e k t an Ereignissen wie etwa der Sommerolym-

piade 1984 i n Los Angeles teilnehmen.

INTELSAT, die I n t e r n a t i o n a l e Fern-

meldesatelliten-Organisation, w i c k e l t über ihre leistungsfähigen "Relaiss t a t i o n e n " am Himmel - sie umkreisen die Erde i n knapp 36 000 km Höhe etwa zwei D r i t t e l der transozeanischen Ferngespräche und die Übertragung
p r a k t i s c h a l l e r i n t e r k o n t i n e n t a l e n Fernsehsendungen ab.
Zwischen der Stationierung
Typ INTELSAT V mit

ihres

jüngsten N a c h r i c h t e n s a t e l l i t e n vom

einer ATLAS-CENTAUR-Rakete Ende Juni

1985 und dem

S t a r t des ersten kommerziellen N a c h r i c h t e n s a t e l l i t e n EARLY BIRD am 6. April

1965 liegen nur 20 Jahre.

Aber die neue Technik hat die Kommunika-

tionsmöglichkeiten grundlegend verändert und i n einem noch vor zwei Jahr-

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�zwei Jahrzehnten kaum vorstellbarem Maß e r w e i t e r t .

EARLY BIRD, 32 kg

schwer, wurde von einem i n den USA gegründeten i n t e r n a t i o n a l e n Konsortium
auf den Vfeg gebracht, dem heute 109 M i t g l i e d s t a a t e n angehören.
tellit

Der Sa-

konnte 240 Telefongespräche oder e i n Fernsehprogramm i n Schwarz-

Vteiß übertragen.

Der neueste N a c h r i c h t e n s a t e l l i t ,

INTELSAT V I , der im

nächsten Jahr gestartet werden s o l l , wird eine 170 Mal größere Kapazität
besitzen.

EARLY BIRD war mit Bodenstationen i n sieben Ländern - Bundes-

republik Deutschland, Frankreich, Großbritannien, I t a l i e n , Kanada, Spanien und den Vereinigten Staaten - verbunden.

Das heutige INTELSAT-Netz

umfaßt 850 Erdefunkstationen, von denen aus mehr a l s 160 Länder und Terr i t o r i e n bedient werden.

Informationen, Nachrichten, Daten jeder erdenk-

l i c h e n Art gehen um die Vfelt.

Über INTELSAT l ä u f t auch der "heiße Draht"

zwischen den Vereinigten Staaten und dem Kreml und der Kontakt unter den
Einheiten der UN-Friedenstruppe.

Am Anfang von INTELSAT stand das amerikanische N a c h r i c h t e n s a t e l l i t e n Gesetz von 1962, mit dem der amerikanische Kongreß die p o l i t i s c h e Absicht
v e r f o l g t e , " i n Übereinstimmung und Zusammenarbeit mit anderen Ländern...
e i n kommerzielles Nachrichtensatelliten-System a l s T e i l eines verbesserten globalen Kommunikationsnetzes" aufzubauen.

Auch s o l l t e dafür gesorgt

werden, daß die vorgesehenen Dienstleistungen den " w i r t s c h a f t l i c h weniger
entwickelten Ländern" ebenso wie den Industrieländern zugute kämen.
erstes wurde COMSAT, dem amerikanischen p r i v a t e n
Unternehmen, die

Verantwortung

für

ben i n a l l e r

Nachrichtensatelliten-

den Aufbau eines

kommerzieller Fernmeldesatelliten übertragen.

Als

weltweiten

Netzes

CCMSAT-Repräsentanten war-

Vfelt um M i t a r b e i t , was zur Unterzeichnung von Interimsver-

einbarungen und s c h l i e ß l i c h zur Bildung von INTELSAT f ü h r t e .
I n der Z e i t von 1965 bis 1972, i n der CCMSAT mit dem INTELSAT-Management beauftragt war, wurden v i e r Generationen von Fernmeldesatelliten gebaut und i n Dienst g e s t e l l t .

Die Zahl der Erdefunkstationen wurde von

ursprünglich fünf Antennen auf e i n weltweites Netz mit 79 Stationen e r w e i t e r t , und zu den anfänglich e l f M i t g l i e d s t a a t e n g e s e l l t e n sich weitere
72 Nationen.
blieb,

Grundprinzip bei a l l e n damaligen und späteren Verhandlungen

wie k ü r z l i c h

INTELSAT-Generaldirektor
- 2 -

Richard

Colino

sagte, die

�sagte, die Wahrung der Leistungsfähigkeit im Rahmen i n t e r n a t i o n a l e r P a r t nerschaft mit Besitzrechten und Entscheidungsgewalt i n den Händen v i e l e r
Nationen.

"Daran durfte

standteil

nicht

gerüttelt

werden.

Dies war f e s t e r

Be-

im Beschluß der Vereinigten Staaten, an ihrem technologischen

Vorsprung andere

teilhaben

zu l a s s e n . "

Heute sei

INTELSAT das e r s t e ,

größte, technisch modernste und unter geographischen wie p o l i t i s c h e n Aspekten v i e l g e s t a l t i g s t e

Satellitensystem f ü r den Allgemeingebrauch.

den 109 Mitgliedstaaten werden d r e i V i e r t e l
gerechnet.

Von

zu den Entwicklungsländern

Die Besitzrechte an INTELSAT lägen zu etwa zwei D r i t t e l n

Händen von 25 Industrieländern.

I n das l e t z t e D r i t t e l

in

t e i l t e n sich 85

Entwicklungsländern, auf deren T e r r i t o r i u m 60 Prozent der Antennenanlagen
stehen.
Die Sowjetunion machte von dem Angebot, sich an INTELSAT zu b e t e i l i gen, keinen Gebrauch.

S t a t t dessen förderte s i e , wie Wreatham G a t h r i g h t ,

e i n ehemaliges M i t g l i e d des Planungsstabes im amerikanischen Außenministerium,

erklärte,

den Aufbau der Konkurrenzorganisation

INTERSPUTNIK.

Aber das INTERSPUTNIK-Netz werde von kaum mehr Ländern genutzt a l s jenen,
die d i r e k t e p o l i t i s c h e Bindungen an die Sowjetunion haben.
Im Verlauf des l e t z t e n Jahrzehnts hat INTELSAT mit erheblicher Unterstützung

von CCMSAT Hinderte

neuer

gramme über S a t e l l i t e n e i n g e f ü h r t .
zufolge

die

inländischen

1975 i n e r s t e r L i n i e

internationaler

Dienstleistungspro-

Zu den größten Erfolgen zählen Golino

Pachtverträge

für

für Entwicklungsländer

Dienstleistungen,
bereitgestellt

die

seit

werden.

Sie

beanspruchen sehr kleine Einheiten der S a t e l l i t e n k a p a z i t ä t und kosten r e l a t i v geringe Gebühren, so daß die einzelnen Länder i h r e S a t e l l i t e n k a p a zität

allmählich ausbauen und die Einrichtung von Bodenstationen, Tele-

fonnetzen und Radiostationen entsprechend i h r e r f i n a n z i e l l e n Möglichkeiten i n A n g r i f f nehmen können.

Etwa zehn Prozent a l l e r

INTELSAT-Einkünfte

kommen aus Inlandspachtverträgen, die j e t z t i n 20 Entwicklungsländern und
i n sieben Industrieländern i n Kraft
für

sind.

Kostengünstige

Pachtverträge

den Inlandsbetrieb ermöglichen jedem Land den Zugang zu D i e n s t l e i -

stungen via Fernmeldesatelliten und zum geostationären Orbit ( d . h . einer
R e l a i s s t a t i o n i n ca. 36 000 km Hb'he, von der aus jeweils bestimmte Regio- 3 -

�bestimmte Regionen auf der Erdoberfläche ständig erreichbar s i n d ) , ohne
e i n eigenes Satellitensystem aufbauen oder technische Einrichtungen eines
anderen Landes i n Anspruch nehmen zu müssen.
Seit

1978 g i b t

es das "INTELSAT Assitance and Development

(IADP)", e i n Hilfsund Entwicklungsprogramm f ü r

Program

jedes Land, das f ü r

Ausbau bestehender Erdefunkstationen, die Planung inländischer

den

Pachtsy-

steme oder den Anschluß nationaler Netze an das INTELSAT-System t e c h n i sche Unterstützung b e n ö t i g t .
tiert.

Inzwischen haben 74 Länder von IADP p r o f i -

M i t dem zu äußerst niedrigen Gebühren für Entwicklungsländer e i n -

gerichteten Inund Auslandstelefonsystem VISTA g i b t INTELSAT den Regierungen dieser Staaten die M ö g l i c h k e i t , auch die abgelegensten Teile des j e weiligen Landes i n das Nachrichtennetz einzubeziehen.
auf Vorschlag

S c h l i e ß l i c h wurde

von Nigeria e i n Ausund Fortbildungsprogramm f ü r junge Aka-

demiker und Spezialisten i n der INTELSAT-Zentrale f ü r Fachgebiete wie F i nanzwesen, Fernmeldetechnik und technische Koordination e i n g e r i c h t e t .

Es

basiert auf einem Trainingsprogramm, das CCMSAT i n der ersten Aufbauphase
der i n t e r n a t i o n a l e n Organisation den M i t g l i e d s t a a t e n anbot.

- 4 -

�10. J u l i 1985

27

IM\€LTSCHJTZ BRAUCHT NEUE IDEEN
- I n t e g r i e r t e Programme k ü n f t i g im Vordergrund -

-

(AD) -

"Neue Lösungen für a l t e Probleme" müßten die Nationen f i n -

den, wenn sie Umweltschadstoffe
ausmerzen wollen.
Leiter

unter Kontrolle

bringen und weitgehend

Diese Auffassung v e r t r a t k ü r z l i c h Lee M. Thomas, der

der amerikanischen Bundesbehörde für Umweltschutz (EPA) , im Ver-

lauf einer auf m i n i s t e r i e l l e r Ebene abgehaltenen Konferenz der OECD-Mitgliedstaaten (OECD - Organisation für w i r t s c h a f t l i c h e Zusammenarbeit und
Entwicklung) i n Paris.
besorgniserregenden

"Wir sehen uns j e t z t einer neuen 'Generation'

Schädigungsmöglichkeiten

gegenüber,

von

beispielsweise

den Risiken durch Chemikalien für die menschliche Gesundheit und die Umw e l t , durch den Umgang mit gefährlichen A b f a l l s t o f f e n , durch sauren Niederschlag und durch das Zusammenwirken von Schadstoffen i n L u f t ,
und Boden", e r k l ä r t e

er.

Diese

Probleme

verlangten

Vösser

fachübergreifende

Maßnahmen zur Unschädlichmachung, neuartige H i l f s m i t t e l , generell gesehen
neue Ausgangspositionen und neue Ideen.

"Verhinderung und Kontrolle

von Umweltverschmutzung" war das Thema

der Konferenz, mit der Aktionen für die nächsten fünf Jahre

vorbereitet

Postfach 20 03 00 Tel 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Jahre vorbereitet

werden s o l l t e n .

Die neuen Umweltsorgen und j e t z t

be-

stehenden Möglichkeiten der Umweltschädigung seien schwer zu i d e n t i f i z i e r e n , zu analysieren und anzugehen, meinte der EPA-Chef.

Es bedeute häu-

f i g w i r t s c h a f t l i c h e Belastungen, sie lösen zu wollen - und ebenso, n i c h t s
dagegen zu unternehmen.

Jedenfalls unterschieden sie sich z. T. erheb-

l i c h von den bisher bekanntgewordenen Auswirkungen und e r f o r d e r t e n A k t i o nen auf einer höheren Ebene.

I n den fünf Jahren s e i t der l e t z t e n Kommissions-Sitzung seien i n der
Bekämpfung und Kontrolle v i e l e r Schadstoffe

solide F o r t s c h r i t t e

erzielt

worden durch
- Verringerung der Luftund

Wasserverschmutzung t r o t z

Wirtschaftswach-

stum und Zunahme der Bevölkerungszahlen i n den Industrieländern;
- bessere Bewältigung des Hausmüllproblems;
- Verringerung und S t a b i l i s i e r u n g

der Konzentrationen von bestimmten,

schwer abbaufähigen Chemikalien und Pestiziden i n der Umwelt;
- Schutzmaßnahmen für v i e l e Landschaften, die zu Naturparks und Naturschutzgebieten e r k l ä r t wurden.
Aber es bleibe
schädliche

noch sehr v i e l

Nebenprodukte

neuer

zu t j n

-

Technologien

Schutzvorkehrungen t r e f f e n , forderte Thomas.

vor allem müsse man gegen
von

vornherein

wirksame

Da dies a l l e s Geld k o s t e ,

müßten die Programme der OECD-Länder zur Vermeidung von Doppelgleisigkeit
gut k o o r d i n i e r t werden und meßbare Ergebnisse i n der Form realer Verbesserungen des UmweltzuStandes versprechen.
Zu den wohl
Thomas aus:

vordringlichsten

Fragen i n den nächsten Jahren

führte

" Z u a l l e r e r s t bedeuten die herkömmlichen Luftschadstoffe

Dauerproblem, insbesondere
noch überschritten werden.

i n den Stadtregionen, wo die

ein

Ozonhöchstwerte

Wir brauchen neue Strategien f ü r diese a l t e n

Probleme, w e i l Schadstoffe häufig weit j e n s e i t s des Raumes, i n dem sie

-

2 -

�dem sie f r e i g e s e t z t werden, wirksam werden. So s o l l t e n v i e l e unserer Kont r a llmaßnahmen regional und nicht

l o k a l ansetzen.

Schad- Stoffe schon i n der Atmosphäre.

Auch reagieren v i e l e

Und wenn sich die Konzentration

des einen Schadstoffs ä n d e r t , kann dies auch die Konzentration eines anderen Stoffes

beeinflussen.

Saurer Regen und regionaler

fotochemischer

Smog sind Bespiele für die Schadstoffgemische, die aus feinen P a r t i k e l n ,
Ozon, Schwefeldioxyden, Stickstoffoxyden und i h r e n Sekundärprodukten geb i l d e t werden, die keineswegs nur die I n d u s t r i e - und S t a d t r e g i o n , aus der
sie kommen, beeinträchtigen.
Unsere Erfahrungen

mit

Art

und Ausmaß des toxischen Problems

der

Luftverschmutzung aus den l e t z t e n paar Jahren führten dazu, daß wir j e t z t
einige der Maßnahmen, die wir dagegen unternehmen, ausweiten und mit anderen Schwerpunkten versehen.

Wir haben erkannt, daß toxische Stoffe

in

der Luft weit mehr a l s angenommen mit a l l e n Arten von A k t i v i t ä t e n einer
modernen Gesellschaft i n Zusammenhang stehen.

Das schließt nicht nur den

Betrieb großer Industriewerke e i n , sondern auch A l l t ä g l i c h e s
l i c h e n Bereich wie Autofahren,

im persön-

hfeizen oder chemisches Reinigen.

Wir ha-

ben auch g e l e r n t , daß es sich bei den meisten toxischen Stoffen i n der
Luft

um feine P a r t i k e l

und gasförmige organische Verbindungen

Diese stehen als T e i l des Schwerpunktprogramms zur

handelt.

Schadstoffbekämpfung

unter K o n t r o l l e , was dazu f ü h r t e , daß toxische Luftverschmutzung b e r e i t s
geringer geworden i s t .

Wir beabsichtigen, uns j e t z t vor allem auf die Eindämmung jener Probleme zu konzentrieren, die am meisten mit der Verursachung von Krebs und
anderen Krankheiten zu tun haben könnten.
mittlungen

Methoden

zur

Risikobewertung

größtmöglichen Gesundheitsschutz
schen zu erreichen.

für

die

Wir werden f ü r genauere Eranwenden

und

versuchen,

den

größtmögliche Anzahl von Men-

Unsere Behörde wird a l l e i h r zur Verfügung stehenden

r e c h t l i c h e n Möglichkeiten einsetzen - nicht nur i n bezug auf L u f t r e i n h a l t u n g , sondern bei a l l e n Programmen - , um die v i e l s c h i c h t i g e n und v i e l f ä l t i g e n Aspekte der toxischen Luftverschmutzung anzugehen.

Wasserver schmutzung
-

3 -

�Wasserverschmutzung verlangt
Aufmerksamkeit.

auch i n den entwickelten Ländern große

Viele der städtischen Kläranlagen f u n k t i o n i e r e n nicht so

gut oder sind ü b e r l a s t e t .

Zu v i e l e Industriebetriebe halten sich n i c h t

an i h r e Einleitungsgrenzwerte.

Auf diesen Gebieten müßten Programme zur

Durchsetzung der Vorschriften g e s t r a f f t

und v e r s t ä r k t

der OECD-Mitgliedstaaten berücksichtigt werden.
gen durch großflächig

sowie Erfahrungen

Außerdem sind Belastun-

wirksame Quellen wie S t i c k s t o f f d ü n g e r ,

Pestizide

und Abwässer aus Stadtregionen noch nicht ausreichend vermindert.
ist

e i n komplexes Problem, weil das Vorgehen zur Kontrolle

Dies

ortsabhängig

i s t und Veränderungen i n der Bodennutzung und l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n Praxis
im Gefolge hat.
Was gefährliche A b f a l l s t o f f e

angeht, so e x i s t i e r e n z a h l l o s e , i n z w i -

schen geschlossene Deponien, von denen unmittelbare Gefahren für die Umwelt

und menschliche Gesundheit

ausgehen.

I n den Vereinigten

Staaten

s t e l l t e n wir f e s t , daß jede Deponie eine spezielle und komplexe Herausforderung

darstellt,

stark s t r a p a z i e r t .

die

unsere

gegenwärtigen analytischen

Hilfsmittel

Bei der Entscheidung über Plätze zur Endlagerung und

der A r t und Weise der Behandlung müssen wir zuvor die Risiken und Kosten
jeder einzelnen Option analysieren.

In den USA versuchen wir

zunächst,

der "Öffentlichkeit die S i t u a t i o n zu erklären - i n der Hoffnung, daß uns
i n f o r m i e r t e Bürger helfen können, für die Risikobewältigung zu v e r n ü n f t i gen Beschlüssen zu kommen.
I n den kommenden Jahren sehen sich unsere Behörden angesichts unserer
Erfahrungen i n den l e t z t e n Jahren wahrscheinlich gezwungen, im t ä g l i c h e n
Umgang mit

gefährlichen A b f a l l s t o f f e n

im Lande selbst die Programme zu

i h r e r Beseitigung drastisch zu ändern.

Wir i n den USA sind d a b e i , sie zu

überprüfen

und wirksamer

zu g e s t a l t e n .

Dabei

sind Veränderungen aus

jüngster Z e i t zu berücksichtigen, zu denen neue Technologien f ü r den Umgang mit gefährlichen A f b f ä l l e n , neue wissenschaftliche Erkenntnisse über
ihre Auswirkungen und, a l s Wichtigstes, die Einsicht gehören, daß gutes
Management das kostspielige Problem der Beseitigung n i c h t
Deponien von Problemmüll vermeidet.

kontrollierter

Vielfach werden gefährliche A b f a l l -

s t o f f e auch i n andere Länder t r a n s p o r t i e r t .

-

Die Bemühungen der OECD, f ü r

4 -

�OECD,

für

diese

Uberwachungs-

und

grenzüberschreitenden

Transporte

Protokollierungssystem

ein

einzurichten,

internationales
sollten

in

den

nächsten Jahren besonderen Vorrang haben.

Chemikalien
Ein schwieriges K a p i t e l s t e l l e n die auf dem Markt vorhandenen Chemik a l i e n und Pestizide dar, die auf i h r e Auswirkungen auf die menschliche
Gesundheit und die Umwelt noch n i c h t ausreichend getestet s i n d .
sen diese Produkte

entsprechend

p r ü f e n , ebenso

j e n e , die

Wir müs-

neu auf

den

Markt kommen s o l l t e n .
Seit

den siebziger

Jahren hat eine Reihe von Ländern innerhalb der

OECD Gesetze zur Kontrolle g i f t i g e r Chemikalien erlassen, und auch i n der
i n t e r n a t i o n a l e n Harmonisierung unserer

rationalen

Programme zur Chemika-

l i e n k o n t r o l l e haben wir mit dem einschlägigen OECD-Programm F o r t s c h r i t t e
erzielt.

Dieses Programm können wir bei der nächsten Fachkonferenz im

Jahr 1986 weiter voranbringen.
Wir a l l e wissen, daß Umweltbelastungen durch g i f t i g e Chemikalien a l s
Schadstoffe aus der Luft ins Wasser, aus Oberflächenwasser ins Grundwass e r , vom Wasser i n den Boden und so f o r t wandern können.
konzentriert

sich unsere

Umweltschutzstrategie

einzelne Trägermedien der Schadstoffe.

auf

Aber noch immer

Einzelprogramme

für

Von nun an müssen wir den mög-

lichen Übergang von einem Medium ins andere unbedingt i n Rechnung s t e l len.

Denken w i r nur daran, daß z.B. durch die Entfernung von Wasserbe-

lastungsstoffen i n Betrieben der organischen Chemie häufig f l ü c h t i g e

or-

ganische Substanzen i n die Atmosphäre entweichen, was i n der Umgebung die
Gesundheit von Menschen beeinträchtigen kann.

Ein weiteres B e i s p i e l sind

die Flächenbelastungen i n der Landwirtschaft.

Da h ä l t man beispielsweise

den Wasserabfluß zurück und läßt Regenwasser i n den Boden e i n s i c k e r n , um
die Verschmutzung von Gewässern durch Pestizide zu verhindern.

Das aber

kann zu einer Pestizidverseuchung des Grundwassers i n unbekanntem Ausmaß
führen.
Des weiteren müssen
-

5 -

�Des weiteren müssen wir uns mit den weltweit i n Erscheinung tretenden
Problemkomplexen der durch menschliche A k t i v i t ä t e n ausgelösten Klimaveränderungen und Ausdünnung der Ozonschicht näher befassen.
enge Zusammenarbeit

- eine Nation a l l e i n könnte nicht

Dies e r f o r d e r t
viel

ausrichten.

So wird der zuständige OECD-Arbeitskreis, der im nächsten Jahr zusamment r e t e n s o l l , uns Gelegenheit geben, die neuesten wissenschaftlichen Bewertungen und die Möglichkeiten f ü r Problemlösungen zu e r ö r t e r n .

Das Zu-

standekommen der Wiener Konvention f ü r den Schutz der Ozonschicht b i l d e t
dafür eine gute Ausgangsposition.

Und es i s t

w i c h t i g , daß wir die

tat-

k r ä f t i g e Arbeit auch i n der Umweltkommission der Vereinten Nationen (UNEP
- United Nations Environmental Program) weiterführen.

Giftige

Chemikalien, gefährliche A b f ä l l e , und die L e i c h t i g k e i t ,

mit

der sie von einem Medium ins andere wandern, bedeuten für uns eine ganz
neue Herausforderung für
recht

Schadstoffkontrollen.

Wenn wir

ihr

nicht

ge-

werden, können die schwer e r a r b e i t e t e n F o r t s c h r i t t e unserer wich-

t i g s t e n Umweltschutzprogramme gefährdet s e i n .

Wir müssen uns immer wie-

der vor Augen führen, daß der Planet, auf dem wir leben, e i n geschlossenes System d a r s t e l l t .

Nichts i s t h i e r so weit abseits gelegen, a l s daß

es zur Abfallgrube gemacht werden könnte.
Und aus diesem Grund müssen wir Wege f i n d e n , um f ü r die Ausarbeitung
unserer Vorschriften und Kontrollprogramme ganze Systeme zu analysieren.
Wir müssen ferner Risiken f ü r die menschliche Gesundheit und die Umwelt
besser abschätzen l e r n e n , worum sich die Vereinigten Staaten b e r e i t s sehr
aktiv

bemühen.

Und wir müssen im Interesse des Risikomanagements Ver-

fahrensweisen zur Beschlußfassung s t r a f f e n und uns mit den Methoden der
Partnerstaaten befassen, um unsere Maßnahmen zum Schutz der Umwelt zu
harmonisieren.
Bei unseren Kontrollmaßnahmen s o l l t e n wir außerdem die R i s i k o v e r r i n gerung und die riskanten Auswirkungen j e g l i c h e r Schadstoffumsetzungen aus
einem Medium ins andere bedenken.

I n den Vereinigten Staaten haben wir

j e t z t mit der Überprüfung unseres Vorschriftenkatalogs begonnen, um Wage
zur Reduzierung oder Ausschaltung des Schadstofftransfers

-

6 -

von einem Me-

�einem Medium ins andere zu finden. Und wir brauchen neue Arten von Informationen - nennen wir sie integrierte Risikoanalyse und neuartige integrierte Management-Programme, damit wir diese Probleme angehen können.
Ebenso sollten wir die Reduzierung von Schadstoffen an der Quelle als
wichtigen Punkt mehr hervorheben.

Wir möchten, daß die Industrie weniger

Geld dafür ausgibt, um vom Risiko doch noch einiges - wenn auch immer weniger - zu profitieren, sondern daß sie mehr Geld aufwendet, um Prozesse
und Produkte zu entwickeln, die von vornherein Schadstoffärmer sind."

* * * * *

- 7-

�THEMENINDEX AMERIKA DIENST 1985
Nachstehend ist eine Liste der
2. Januar bis zum 3. Juli 1985
Überblick über die wichtigsten
die Nummer der Ausgabe, in der

Thenen, die im Amerika Dienst vom
erschienen sind. Sie gibt einen
Thenenkreise. Angegeben ist jeweils
das betreffende Thema behandelt wird
Nummern der Ausgaben

Themenkreis
1.

Ost-West-Beziehungen
Genfer Verhandlungen

2, 3, 4, 5, 11, 12, 20,
21

US-UdSSR Beziehungen

11, 12

Sowjetisch-Kubanisch
Machenschaften in Mittelamerika und in der Karibik

Sonderdienst 1. April

2.

NATO/Atlantische Verbindung

11

3.

Amerikanisch-Deutsche
Beziehungen

7

Vereinigten Staaten
US-Innenpolitik/Lage der Nation 3, 6, 13, 22
Präsident Reagans Amtsantr ittsrede

Sonderdienst 22. Jan.

Präsident Reagans Botschaft
über die Lage der Nation.

Sonderdienst 7. Feb.

Die US-Wirtschaftspolitik
schafft neue Arbeitsplätze

Sonderdienst 17. April

Reagans Besuch des Europäischen Parlaments in
Straßburg

Sonderdienst 8. Mai

Religion in den USA

17

US-Außenpolitik

(allgemein)

1, 4, 6, 16, 17

US-Nahrungsmittelhilfe in
Afrika

9, 20, 23

Mittelamerika und die Karibik

4, 5, 15, 18, 21, 25

Nichtweiterverbreitung von
Kernwaffen

25

�Themenkreis

Nummern der Ausgaben

Multilaterale Handelsgespräche

Sonderdienst 17. April

US-Außenministerium berichtet
über die Entwicklung der Lage
in Mittelamerika.

Sonderdienst 24. April

Verteidigung/Rüstungskontrolle
Abrüstung

6, 9, 13, 18, 22, 23

Strategische Verteidigungsinitiative (SDI)

8, 11, 14, 20, 21, 23

Kernwaffen

3, 5

US Verteidigung

(allgemein)

7, 12

Sowjetische Verteidigung und
Verteidigungstechnologie

7, 12

Konferenz über Vertrauensund Sicherheitsbildende
Maßnahmen und Abrüstung
in Europa (KVAE)

8, 19

Wissenschaft und Technik
Welträum/Raumfähre

2, 3, 4, 9, 13, 14, 17,
18, 22, 23, 26

Wissenschaft (allgemein)

11

Kernkraft (allgemein)

17

Uranforschung

24

Medizin

4, 5, 7, 21

Klima

8, 13

Bedeutende Ereignisse
Bhopal-Unfall

14

Nicholson Ermordung

13

Beiruter TWA Geiseln

24, 26

Internationale Probleme und Themen
Drogenprobleme

5, 16, 19, 25

Terrorismus

14, 25, 26

2 -

�Themenkreis

10.

Nummern der Ausgaben

Menschenrechte

2, 8

Umwelt

8

Besondere Themen
Afghanistan

1, 3, 13, 18

Bonner Wirtschaftsgipfel

15, 19

US-Informationen zuir Bonner

Sonderdienste 17, 23,
30. April

Wirtschaftsgipfel
Weltwirtschaft (allgemein)

9, 19

Botschafter Arthur Eurns

17

Botschafter Richard Burt

24

4. Juli

26

Euronet/Worldnet

7

Anti-Semitismus in der
UdSSR

25

Vereinte Nationen (UNO)
Sonderdienste 1985
22.01.85

Präsident Reagans Air tsantr ittsrede

07.02.85

Präsident Reagans Botschaft über die Lage der Nation

01.04.85

Die Sowjetisch-Kubanischen Machenschaften in
Mittelamerika und in der Karibik

17.04.85

Die US-Wirtschaftspolitik schafft neue Arbeitsplätze

17.04.85

Multilaterale Handelsgespräche

24.04.85

US-Außenministerium berichtet über die Entwicklung der
Lage in Mittelamerika

30.04.85

US-Informationen zum Bonner Wirtschaftsgipfel

08.05.85

Reagans Besuch des Europäischen Parlaments in Straßburg
* * * * *

- 3 -

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