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                  <text>nroimciuon
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

25

26. Juni 1985
INHALT

DOKUMENTATION
Reagan f o r d e r t i n t e r n a t i o n a l e S c h r i t t e gegen den Terrorismus
- Erklärung des amerikanischen Präsidenten Außenminister Shultz: Keine Konzessionen an die T e r r o r i s t e n
- Erklärung vor dem Außenpolitischen SenatsausschuB USA fordern UdSSR zur Beendigung i h r e r antijüdischen Kampagne auf
- Erklärung des US-Außenministeriums USA bedauern Nicaraguas Abkehr vom CONTADORA-Prozeß
- Erklärung des US-Außenministeriums HINTERGRUNDMATERIAL
Der Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen (NPT)
- Eine Wartung des amerikanischen Außenministeriums Die Nicaragua-Hilfe im US-Kongreß
- Kurzinformation zum Gesetzgebungsverfahren WISSENSCHAFT UND TECHNIK
"DISCOVERY" nach sieben Tagen zurück
- Erfolgreiches Laser-Experiment im Weltraum - Neue Forschungen zur
Röntgenstrahlenastronomie Noch gefährlicher a l s Heroin
- Eindringliche Warnung vor dem Rauschgift Kokain US-Delegation i n Bonn * * * * *

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel

•: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

25

26. Juni 1985

REAGAN FORDERT INTERNATIONALE SCHRITTE GEGEN DEN TERRORISMUS
- Erklärung des amerikanischen Präsidenten -

Washington -(AD)- Am 20. Juni 1985 gab Präsident Reagan eine Erklärung ab, in der er die Nationen des Westens zum gemeinsamen Kampf gegen
den Terrorismus aufrief. Sie hat folgenden Wortlaut:
Gestern abend hat ein sinnloser Akt des Terrorismus erneut Amerikanern das Leben gekostet, diesmal in El Salvador. Unter den 15 Toten und
13 Verletzten waren zwei amerikanische Geschäftsleute und vier Soldaten
des Marinekorps (Marines), die nicht im Dienst, unbewaffnet und in Zivil
waren. Außerdem wurden neun unschuldige salvadorianische und guatemaltekische Männer und Frauen getötet; 13 wurden verwundet. Diese Greueltat
wie auch der Bombenanschlag, der sich früher am gestrigen Tage in Frankfurt in der Bundesrepublik Deutschland ereignete, beweisen erneut, daß
die Terroristen nicht nur gegen die Vereinigten Staaten Krieg führen,
sondern gegen die zivilisierte Gesellschaft schlechthin. In diesem Krieg
geben unschuldige Zivilisten das Ziel ab. Dies ist ein Krieg, in dem unschuldige Zivilisten ganz bewußt als Opfer auserkoren werden und in dem
die Angehörigen unserer Streitkräfte in ganz besonderem Maße zu Ziel-

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Telex: 08-85432

�zu Zielscheiben geworden sind. Das kann nicht so weitergehen. Wir müssen
gegen diejenigen vorgehen, die auf Menschenleben und auf die Werte, die
uns teuer sind, nicht das mindeste geben, und wir müssen gemeinsam mit
anderen Nationen handeln, die genau wie wir demokratische Institutionen
besitzen und Gewaltakten und dem Gebrauch physischer Machtmittel grundsätzlich ablehnend gegenüberstehen. Wir im Westen müssen gemeinsam handeln, wie wir dies schon vor mehr als einem Jahrhundert getan haben, um
die Piraterie von den Meeren zu verbannen, und wie wir dies wieder vor 45
Jahren getan haben, um der Bedrohung durch die Tyrannei zu begegnen.

In Reaktion auf den Tod unserer Marines und zivilen Staatsbürger in
El Salvador habe ich den Außenminister und den Verteidigungsminister angewiesen, der Regierung Präsident Duartes mit Hilfe unserer Nachrichtendienste jegliche Art von Hilfestellung zu leisten, die sie braucht, um
die Terroristen, die diesen Gewaltakt begangen haben, zu finden und zu
bestrafen.Zu diesem Zwecke habe ich heute die beschleunigte Auslieferung
der von der salvadorianischen Regierung im Rahmen der sicherheitspolitischen Hilfe angeforderten Güter angeordnet, und ich bin bereit, meine
Sondervollmachten für Notfälle zu nutzen, um die Streitkräfte El Salvadors mit zusätzlichen militärischen Mitteln zu versehen, die ihnen bei
ihrem Feldzug gegen die kommunistische Guerilla dienlich sein können. Die
Guerilla hofft vergebens, daß unsere Entschlossenheit oder unsere Unterstützung für die Wiederbelebung der Demokratie in El Salvador durch Terrorismus erschüttert werden können. Wenn andere militärische Mittel der
Vereinigten Staaten in dieser Hinsicht zweckdienlich sein können, dann
werde ich sie zur Verfügung stellen. Ich erwarte, daß der Kongreß diese
Maßnahmen unterstützen wird, und ich werde mit den entsprechenden parlamentarischen Ausschüssen des Kongresses darüber beraten, welche weiteren
Schritte in El Salvador und anderswo unternommen werden können, um der
Unterstützung von außen ein Ende zu setzen, die die Terroristen in El
Salvador aus Nicaragua und dem Ostblock erhalten.

Ferner habe ich heute Vizepräsident Bush damit betraut, innerhalb der
amerikanischen Regierung und bei den Beratungen mit unseren Verbündeten
die Federführung zu übernehmen, wenn es darum geht, zu klären, welche militärischen und sonstigen Schritte wir und unsere in gleicher Weise be- 2 -

�Weise bedrohten Freunde unternehmen können, um diesem zunehmend gewalttätigen und

willkürlichen, dabei aber zielgerichteten Anschlag

auf die

Menschlichkeit ein Ende zu bereiten. Vor allem habe ich den Vizepräsidenten gebeten, diese Angelegenheit während der Besuche, die er in der kommenden Woche verschiedenen europäischen Hauptstädten abstatten wird, in
den Vordergrund zu stellen. Nach seiner Rückkehr wird er eine alle Regierungsressorts übergreifende Arbeitsgruppe einberufen, um darüber Empfehlungen zu erarbeiten und mir zur Entscheidung vorzulegen, wie alle verfügbaren Mittel der Vereinigten Staaten bei der Auseinandersetzung mit
diesem Problem am zweckmäßigsten eingesetzt werden können.

Schließlich möchte ich, daß Ihnen, dem amerikanischen Volk, bewußt
ist, daß alles, was wir in dieser Hinsicht unternehmen, nicht in sinnlosem Zorn getan werden darf. Was geschehen ist, erfordert eine wohlerwogene Reaktion auf die Akte der Gesetzlosigkeit derer, die sich nicht an die
Normen der zivilisierten Gesellschaft halten. Als Ihr Präsident glaube
ich, daß unsere Reaktion auf die verbrecherischen Anschläge auf Bürger
unseres Landes den Grundsätzen der Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit
genügen muß. Diejenigen, die solche Akte der Gesetzlosigkeit begehen, und
diejenigen, die dergleichen unterstützen, müssen wissen, daß sie niemals
dazu führen werden, daß wir vor terroristischen Forderungen kapitulieren.
Wir sind sowohl eine friedfertige Nation als auch ein gerechtigkeitsliebendes Volk. Wir geraten von Natur aus nur langsam in Zorn und sind großmütig, wenn es darum geht, denen zu helfen, die in weniger glücklichen
Umständen leben. Keine Nation der Welt verhält sich großzügiger gegenüber
Notleidenden. Aber es gibt auch Grenzen, und diese Grenzen sind jetzt erreicht. Wir können nicht dulden, daß Mitmenschen in Lebensgefahr gebracht
werden, nur weil sie das Glück haben, Staatsbürger dieses großen Landes
zu sein.

- 3 -

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

26. Juni 1985

25

AUSSENMINISTER SHJLTZ:

KEINE KONZESSIONEN AN DIE TERRORISTEN

- Erklärung vor dem Außenpolitischen Senatsausschuß -

WASHINGTON -

(AD) - Die Vereinigten Staaten werden nach den Worten

von US-Außenminister George Shultz keine Konzessionen an die T e r r o r i s t e n
machen und auch andere Staaten nicht drängen, dies zu t u n .
ßenpolitischen Ausschuß

Vor dem Au-

des amerikanischen Senats sagte Shultz

am 19.

Juni 1985, eine solche P o l i t i k könnten sich die USA nicht l e i s t e n .
Die Erklärung des amerikanischen Außenministers hat folgenden Wortlaut:
Herr Vorsitzender, Sie haben mich aufgefordert, heute mit einer Erklärung über die Entführungssituation zu beginnen, und ich begrüße diese
Möglichkeit.
Die Haltung der Vereinigten Staaten in der Frage der Entführung ist
klar und eindeutig.

Wir werden gegenüber den Terroristen weder Konzes-

sionen machen, noch werden wir andere Staaten drängen, dies zu tun. Zu-

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�tun.

Zugeständnisse unter solchen Umständen kämen einem Nachgeben gegen-

über Erpressern g l e i c h . Und was noch schlimmer i s t ,

dies würde

Terror-

i s t e n ü b e r a l l auf der Welt zu der Annahme ermutigen, daß solche Taktiken
E r f o l g haben können.
Wir müssen unsere Staatsbürger heute und i n der Zukunft vor solchen
abscheulichen Handlungen schützen.

Wir können uns keine P o l i t i k der Kon-

zessionen gegenüber dem Terror l e i s t e n .
Der Führer der Amal-Schiiten und J u s t i z m i n i s t e r Nabih B e r r i , hat die
Verantwortung

für

die Verhandlungen mit den Entführern übernommen.

hat uns v e r s i c h e r t , daß die Passagiere sicher und wohlauf seien.

Er

Wir ha-

ben ihm e r k l ä r t , daß wir ihn verantwortlich halten für die sichere Rückkehr unserer Staatsbürger und die s o f o r t i g e Lösung dieser Angelegenheit.
Wir haben ihm und der libanesischen Regierung gegenüber unsere P o s i t i o n
klargemacht.
Die Entführung i s t moralisch unhaltbar und kann durch k e i n e r l e i Gründe g e r e c h t f e r t i g t

werden.

B e r r i , a l s prominenter S c h i i t e n f ü h r e r ,

sollte

sich darüber im klaren s e i n , daß die Entführung nicht nur eine Sache der
Sicherheit

unserer amerikanischen Staatsbürger

ist,

sondern auch seine

eigenen l a n g f r i s t i g e n Interessen und auch die des Libanon berührt.
Eine Teilhaberschaft an der i n t e r n a t i o n a l e n Völkergemeinschaft gründet sich auf Ansehen und auf die B e r e i t s c h a f t , die Grundsätze von Recht
und Ordnung anzuerkennen und aufrechtzuerhalten, auf denen diese Gemeinschaft r u h t .

Wer diese Verpflichtung nicht übernimmt, muß die Konsequen-

zen a l s Geächteter tragen.

Wird diese Entführung f o r t g e s e t z t , dann wird

dies dem Ruf Libanons irreparablen Schaden zufügen und die Hoffnungen der
verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Lande auf soziale und p o l i t i s c h e Ger e c h t i g k e i t zurückwerfen.
I s r a e l hat e r k l ä r t , daß es seine P o l i t i k
die

Sicherheitssituation

dies

nach I s r a e l verlegt wurden.

gestattet

-

s e i , die Gefangenen - wie

f r e i z u l a s s e n , die

von Ansar

Die Entführung der TWA-Maschine verhindert

�TWA-Maschine verhindert i n der Tat die Durchführung eines Prozesses, der
b e r e i t s begonnen h a t t e .

Den Entführern miß klargemacht werden, daß i h r

Bemühen, die T WA-Passagiere gegen die Ansar-Gefangenen auszutauschen, ohne moralische Rechtfertigung i s t und keinen E r f o l g haben w i r d .

Ja, dies

i s t kontraproduktiv.
Herr Vorsitzender, die amerikanische Regierung wird nicht ruhen, bis
a l l e unsere Staatsbürger wieder i n Sicherheit mit i h r e n Familien v e r e i n t
sind.

Botschafter Bartholomew i n Beirut steht w e i t e r h i n i n Kontakt mit

Nabih B e r r i sowie mit Präsident Gemayel und anderen verantwortlichen l i banesischen Führern.

Wir arbeiten eng mit anderen Regierungen zusammen,

die ihren Einfluß i n dieser Angelegenheit zum Tragen bringen können.
Algerien hat n a t ü r l i c h von Anfang an eng mit uns zusammengearbeitet.
Eine Anzahl anderer Länder i n dieser Region hat auf die eine oder andere
Weise Erklärungen zu diesem Thema abgegeben, dazu gehören auch, bevor a l les begann, (Präsident) Assad von S y r i e n , der sich allgemein über Entführungen a u s l i e ß , h i e r
Irak hat

in

Washington die

seine Verurteilung

durch seine Zeitung.

tunesische

Regierung, auch der

zum Ausdruck gebracht, genauso wie Ägypten

Der Präsident

hat

gerade einen B r i e f

von König

Hussein e r h a l t e n , i n dem dieser mit allem Nachdruck das - wie er schreibt
- "feige Verbrechen" v e r u r t e i l t .

Ich möchte, daß dieser B r i e f i n das o f -

f i z i e l l e P r o t o k o l l übernommen w i r d .

Er wird i n Kürze v e r ö f f e n t l i c h t

wer-

den; dieses Schreiben i s t eine überaus nachdrückliche Erklärung.
Ich bin also der Meinung, daß die i n t e r n a t i o n a l e
sich darüber im klaren i s t , was vor sich geht.
ließ, erhielt

Völkergemeinschaft

Bevor i c h mein Büro ver-

ich eine Nachricht über eine Bombenexplosion i n F r a n k f u r t .

Wir können also sehen, daß sich die Bedrohung durch den Terrorismus ausb r e i t e t ; dieser Bedrohung muß k l a r und eindeutig entgegengetreten werden,
und wir müssen den meiner Meinung nach echten i n t e r n a t i o n a l e n Konsens i n
dieser Frage fördern.
Wir werden auch w e i t e r h i n a l l e uns zur Verfügung stehenden M i t t e l und
Möglichkeiten ausnutzen, um die sichere Freilassung a l l e r Passagiere und
- 3 -

�Passagiere und Besatzungsmitglieder z erreichen, so daß sie zu ihren Familien und den ihnen Nahestehenden zurückkehren können.

Unsere Ent-

schlossenheit, diese Krise zu einem erfolgreichen und baldigen Ende zu
bringen, ist unerschütterlich.

* * *

- 4 -

�26. Juni 1985

25

USA FORDERN UdSSR ZUR BEENDIGUNG IHRER ANTIJÜDISChEN KAMPAGNE AUF
- Erklärung des US-Außenministeriums -

WASHINGTON -

(AD)

-

Das amerikanische Außenministerium hat am 14.

Juni 1985 die Sowjetunion a u f g e f o r d e r t , i h r e d e r z e i t i g e Kampagne zu beenden, mit der sie eine Erneuerung jüdischer Kultur i n der Sowjetunion zu
verhindern

sucht.

Kampagne s t e l l e

ein

In der Erklärung heißt e s , eine Fortsetzung
"echtes

Hindernis

für

die konstruktiven

dieser

Beziehunge

mit der Sowjetunion d a r , die die Vereinigten Staaten anstreben".

Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:
Am 1 1 . Juni verhafteten die sowjetischen Behörden den jüdischen Wissenschaftler und Hebraischlehrer Roald Zelichonok.

Fünf Tage vorher wur-

de e i n weiterer Hebräischlehrer, Yevgenij Aizenberg aus Charkow, zu zweieinhalb Jahren Arbeitslager v e r u r t e i l t .

Dem Moskauer Hebräischlehrer Dan

Shapiro wurde verwehrt, Verbindung mit seinem Anwalt aufzunehmen, während

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�aufzunehmen, während er in einem sowjetischen Gefängnis schmachtet und
auf seinen Prozeß wartet.

Insgesamt haben die sowjetischen Behörden seit

Juli letzten Jahres mindestens 14 jüdische Kulturaktivisten verhaftet sieben davon Hebräischlehrer.

Sie sind Hauptopfer dessen, was den Anschein einer offiziellen sowjetischen Kampagne gegen die derzeitige
Kultur in der Sowjetunion hat.

Wiederbelebung der jüdischen

Bislang wurden zehn dieser Menschen ver-

urteilt - einige aufgrund plump gefälschter Vorwürfe angeblich kriminellen Verhaltens, die gezielt darauf gerichtet sind, sie zu diskreditieren.
Zwei wurden nach ihrer Verhaftung brutal zusammengeschlagen.

Wir haben

auch beunruhigende Nachrichten über einen Dritten, Yulij Edelstein, der
in einem Arbeitslager in Sibirien, wo er eine Strafe von drei Jahren verbüßt, immer wieder geschlagen wird.

Viele Juden wurden nicht nur verhaftet und geschlagen, sondern verloren auch ihren Arbeitsplatz, ihre Wohnungen wurden durchsucht, ihre Telefone unbrauchbar gemacht und ihre Post einbehalten.

Artikel in sowjeti-

schen Zeitungen und Programme im sowjetischen Fernsehen brandmarken Hebräischlehrer und andere jüdische Kulturaktivisten als "zionistisch" und
subversiv - wobei oft sogar ihre Namen genannt werden.

Zionismus wird

mit Nazismus gleichgestellt, und jüdische Führer aus dem Zweiten Weltkrieg werden bezichtigt, den Nazis dabei geholfen zu haben, Juden für die
Todeslager zusammenzutreiben.

Obgleich die staatlichen Stellen in der

Sowjetunion behaupten, ihre Kampagne ziele lediglich auf jene, die sie
Zionisten nennen, gibt es doch keinen Zweifel darüber, daß immer aufs
neue wiederholte, unverantwortliche Unterstellungen wie diese die häßlichen Flammen des Antisemitismus schüren können.

Diejenigen sowjetischen Juden, die man aussucht, um sie zu verfolgen,
haben eins gemein:

Sie wollen ihr ethnisches Erbe bewahren, sie wollen

ihre überkommene Sprache lehren und lernen, und sie wollen die Freiheit
haben, die Sowjetunion zu verlassen und in das Land ihrer Wahl zu reisen.
Das Schlimmste, was je einer von ihnen tat, bestand darin, mündlich und
schriftlich gegen ihre schreckliche Behandlung durch die sowjetischen Be- 2-

�sowjetischen Behörden zu protestieren.

Und dafür wurden sie verhaftet,

geschlagen, isoliert, verunglimpft, ins Gefängnis geworfen.

Wir möchten den äußersten Ernst unterstreichen, mit dem wir diese
Entwicklung beobachten.

Das Andauern dieser Kampagne stellt ein echtes

Hindernis für die konstruktiven Beziehunge mit der Sowjetunion dar, die
die Vereinigten Staaten anstreben.

Wir fordern die Sowjetunion auf, die-

se tragische und unnötige Kampagne einzustellen.

Die Verpflichtungen,

die die Sowjetunion freiwillig in Helsinki und andernorts eingegangen
ist, fordern es, und schlichter menschlicher Anstand verlangt es.

- 3-

�26. Juni 1985

25

USA BEDAUERN NICARAGUAS ABKEHR VOM COMTADORA-PROZESS
- Erklärung des US-Außenministeriums -

WASHINGTON - (AD) - Das amerikanische Außenministerium v e r ö f f e n t l i c h t e am 20. Juni 1985 eine Erklärung, i n der das Bedauern der Vereinigten
Staaten über die Abkehr Nicaraguas vom CONTADORA-Prozeß zum Ausdruck gebracht w i r d .
Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:
Wir bedauern den S c h r i t t der nicaraguanisehen Regierung, sich aus dem
CONTADORA-Prozeß zurückzuziehen.
Seit über zwei Jahren bemühen sich die Staaten Mittelamerikas und der
CONTADORA-Gruppe darum, Mittelamerika Frieden zu bringen.
schritt

wurde dabei e r z i e l t ,

Großer F o r t -

zu einem Abkommen zu gelangen, das

manns Interesse an der Sache des Friedens gerecht w i r d .

jeder-

Auf dem T r e f f e n ,

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�Auf dem T r e f f e n , das am 18. &gt;Xini i n Panama begann und das gestern ausgesetzt wurde, s o l l t e e i n Vorschlag der CONTADORA-Gruppe über eine Einigung
bei entscheidenden Sicherheitsfragen erwogen werden.
Vor ernsthafte Verhandlungen g e s t e l l t , weigerte sich Nicaragua sogar,
den Vorschlag der CONTADORA-Gruppe auch nur i n Erwägung zu ziehen.

Wie-

derholte Versuche der v i e r CONTADORA-Mitglieder, die Nicaraguaner umzustimmen, zeigten nur zu d e u t l i c h , daß die nicaraguanische Delegation sich
an klare Anweisungen aus Managua h i e l t .
Die Vereinigten Staaten unterstreichen erneut ihre u n g e t e i l t e Unterstützung einer

verifizierbaren

und umfassenden regionalen Lösung.

Ein

gestern v e r ö f f e n t l i c h t e s Kommunigue der CONTADORA-Gruppe z e i g t , daß Costa
Rica, El Salvador, Guatemala und Hbnduras erneut i h r e Verpflichtung bekräftigten,

zu einem regionalen Abkommen zu gelangen.

A l l e Staaten

in

Mittelamerika sind f ü r den Frieden dort v e r a n t w o r t l i c h , und Nicaragua hat
sich gerade dieser Verantwortung e n t l e d i g t .
Wir fordern die Regierung von Nicaragua a u f , sich dem Friedensprozeß
ieder

anzuschließen, wie i h n der

von den CONTADORA-Staaten entworfene

Plan v o r s i e h t .

* * * * *

�26. Juni 1985

25

DER VERTRAG ÜBER DIE NICHT WUTERVERB^ITUNG VON KERNWAFFEN (NPT)
- Eine Wertung des amerikanischen AußenmLnisteriums -

WASHINGTON -

(AD) -

Das amerikanische AuGenministerium hat im Juni

1985 i n einem Hintergrundartikel

die Fiedeutung des Vertrages über

die

Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen - Non-F'roliferation Treaty oder NPT
- hervorgehoben.
Seit

dieser Vertrag im März 1970 i n Kraft getreten i s t , i s t er e i n

Eckpfeiler der Bemühungen der Vereinigten Staaten und anderer Länder, die
weitere Ausbreitung von Kernwaffen zu verhindern.

Jede amerikanische Ad-

m i n i s t r a t i o n hat a l l e s daran g e s e t z t , eine weltweite Einhaltung des Vertrages zu erreichen.

Kein Rüstungskontrollvertrag i s t von so v i e l e n Län-

dern - 125 - unterzeichnet worden wie der NPT.

Drei der Kernwaffenstaa-

ten - die Vereinigten Staaten, Großbritannien und die UdSSR - sind M i t glieder des Vertrages; Frankreich und China gehören dem Vertrag nicht a n ,
obwohl Frankreich seine Bereitschaft bekundet h a t , sich so zu v e r h a l t e n ,
a l s ob es Signatarstaat wäre.

Der Vertrag

sieht

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�Der Vertrag sieht vor, daß alle fünf Jahre eine tlberprüfungskonferenz
abgehalten werden kann.

Zwei solche Konferenzen haben stattgefunden -

1975 und 1980 - und die dritte ist für September 1985 vorgesehen.

Wie

auf den bisherigen Konferenzen wird auch im herbst dieses Jahres Artikel
für Artikel des Vertrages auf seine Einhaltung überprüft werden.

Der

Nichtweiterverbreitungsvertrag

oder

auch

Atomsperrvertrag

hat

drei Hauptziele:

erstens, eine weitere Ausbreitung von Kernwaffen zu verhindern, was
die treibende Kraft für das Zustandekommen des NPT war;

zweitens, die friedliche nukleare Zusammenarbeit bei entsprechenden
Sicherheiten zu fördern; und

drittens, die Verhandlungen zur Beendigung des nuklearen Wettrüstens
im Sinne einer allgemeinen und vollständigen Abrüstung zu fördern,
ein Ziel, das sich bei den multilateralen Verhandlungen über den Vertrag ergab.
Die Sachartikel des Vertrages sind sorgfältig formuliert worden, um
diesen Zielen zu dienen.

Nach den Bestimmungen des Vertrages sind Kernwaffenstaaten verpflichtet , keinen Nichtnuklearstaat bei dem Erwerb von nuklearen Sprengvorrichtungen zu unterstützen (Artikel I).

Umgekehrt sind alle Nichtnuklear-

staaten verpflichtet, auf die Herstellung oder den sonstigen Erwerb von
Kernwaffen zu verzichten (Artikel II).

Der

Vertrag

sieht

vor, daß die

Internationale

Atomenergiebehörde

(IAEA) internationale Sicherheitsvorkehrungen, einschließlich Inspektionen vor Ort, trifft, um sicherzustellen, daß spaltbares Material in den
Nichtnuklearstaaten
III).

nur für friedliche Zwecke verwendet wird

(Artikel

In diesem Artikel werden die Signatarstaaten ferner verpflichtet,

bei nuklearem Material und bestimmtem Gerät, das in Nichtnuklearstaaten

�i n Nichtnuklearstaaten e x p o r t i e r t
mungen zu bestehen.

w i r d , auf den

IAEA-Sicherheitsbestim-

Das System der Sicherheitsbestimmungen

trägt

zur

Überprüfung der Einhaltung bei und i s t darauf angelegt, eine Abzweigung
von spaltbarem M a t e r i a l von f r i e d l i c h e n Zwecken zur Waffenherstellung zu
entdecken und zu verhindern.
I n A r t i k e l IV wird das Recht der Signatarstaaten anerkannt, Kernenergie f ü r f r i e d l i c h e Zwecke zu entwickeln, und es wird weitestgehender Austausch von Gerät, M a t e r i a l i e n und Informationen für die f r i e d l i c h e
zung der Kernenergie gefordert.

Nut-

Die Signatarstaaten s o l l e n auch Zugang

zu a l l e n V o r t e i l e n der f r i e d l i c h e n Anwendung von nuklearen Sprengkörpern
haben ( A r t i k e l V).
A r t i k e l VI l e g t a l l e n Signatarstaaten a u f , i n gutem Glauben Verhandlungen über wirksame Maßnahmen zur Beendigung des nuklearen

Wettrüstens

mit dem Endziel einer allgemeinen und vollständigen Abrüstung zu führen.
Der Vertrag verkörpert eine allgemein u n t e r s t ü t z t e Norm der Nichtweiterverbreitung.

Die ö f f e n t l i c h e Meinung der Walt i s t i n steigendem Maße

zu der Auffassung gelangt, den Erwerb von nuklearen Sprengkörpern a l s unrechtmäßig und eine Walt mit so vielen Kernwaffen a l s unerwünscht zu betrachten.
Die Vorbereitungen

für

die Uberprüfungskonferenz

laufen.

Im A p r i l

und Oktober 1984 und im A p r i l 1985 fanden Sitzungen des Vorbereitungsausschusses s t a t t .

Auf diesen Sitzungen wurden hauptsächlich Verfahrensfra-

gen behandelt, wie etwa die v o r l ä u f i g e Tagesordnung, Organisation der A r b e i t und Konferenzdaten.
Von Seiten der Vereinigten Staaten laufen die Vorbereitungen schon
s e i t über zwei Jahren.

Dazu gehören ausführliche Konsultationen mit u n -

seren Verbündeten, mit

neutralen und b l o c k f r e i e n Ländern sowie mit

UdSSR und deren Verbündeten.

Bei diesen Konsultationen haben die V e r e i -

nigten Staaten ihre Bereitschaft
des Vertrages zu sprechen.

der

zu erkennen gegeben, über a l l e

Artikel

Sie haben den wichtigen Beitrag hervorgeho- 3 -

�Beitrag hervorgehoben, den der Vertrag zum Weltfrieden und zur i n t e r n a t i o n a l e n Sicherheit
gebracht,

daß die

leistet.
Konferenz

Und sie
diese

haben die

entscheidend

hbffnung zum Ausdruck
wichtigen

Rüstungskon-

trollabkommen b e s t ä t i g t und b e k r ä f t i g t und zu einer noch s t r i k t e r e n E i n haltung des Vertrages

führen w i r d .

Die Vereinigten Staaten haben i h r e

eigenen Anstrengungen zur Förderung einer noch s t r i k t e r e n Einhaltung vers t ä r k t und auf diplomatischem Wage dafür geworben, daß noch mehr Staaten
dem Vertrag b e i t r e t e n .

Um was geht es bei

der Uberprüfungskonferenz?

Die Debatte

dürfte

sich hauptsächlich auf die Zusammenarbeit bei der f r i e d l i c h e n Nutzung der
Kernenergie ( A r t i k e l IV) und auf die Bemühungen zur Beendigung des nuklearen

Wettrüstens

(Artikel

VI)

konzentrieren.

Die

Vereinigten

Staaten

können i h r e f r i e d l i c h e nukleare Zusammenarbeit sehen lassen, aber sie bemühen sich dennoch w e i t e r , um diese Zusammenarbeit noch zu verbessern.
Präsident Reagan hat keinen Zweifel daran gelassen, daß einschneidende,
gerechte und v e r i f i z i e r b a r e Verringerungen der Kernwaffen höchste P r i o r i t ä t haben.

Wir h o f f e n , daß die neuen, im März 1985 i n Genf angelaufenen

Verhandlungen mit

der UdSSR uns a l l e dem l e t z t l i c h e n Z i e l

näherbringen

werden - nämlich der Abschaffung a l l e r Kernwaffen.
Wenn wir i n die Zukunft b l i c k e n , dann i s t und b l e i b t der Nichtweiterverbreitungsvertrag
Walt.

von

lebenswichtiger

Bedeutung

für

eine

sicherere

Der E r f o l g der Uberprüfungskonferenz von 1985 wird von v i e l e n Fak-

toren abhängen, vor allem aber von der Einsicht der Signatarstaaten, daß
der

NPT wesentlich

trägt.

zur

internationalen

Sicherheit

und S t a b i l i t ä t

Eine Vtelt ohne NPT würde zu geringerer p o l i t i s c h e r

bei-

Zurückhaltung

und der Vteiterverbreitung von nuklearen Sprengkörpern, zu wachsenden r e gionalen Spannungen und wachsenden regionalen Argwohn sowie zu einer Senkung der Barrieren gegen den Erwerb von Kernwaffen führen und damit zu
einer

Gefährdung

des

internationalen

Friedens

Stabilität.

* * * * *

und der

internationalen

�26. Juni 1985

25

DIE NICARAGUA-HILFE IM US-KONGRESS
Kurzinformation zum Gesetzgebungsverfahren -

WASHINGTON - (AD) - Am 6. Juni 1985 nahm der amerikanische Senat e i nen Gesetzesentwurf a n , der die

Wiederaufnahme der amerikanischen

Hilfe

für a n t i s a n d i n i s t i s c h e Rebellen i n Nicaragua v o r s i e h t ; am 12. Juni f o l g t e
das Repräsentantenhaus mit einer eigenen Vorlage.

Aus diesem Anlaß wurde

i n Washington die nachstehende Kurzinformation v e r ö f f e n t l i c h t , i n der der
weitere Gang des Gesetzgebungsverfahrens beschrieben w i r d :
Die beiden voneinander abweichenden Gesetzesentwürfe des Repräsentantenhauses und des Senats zur n i c h t m i l i t ä r i s c h e n H i l f e für

antisandinist-

ische Rebellen i n Nicaragua müssen noch miteinander i n Einklang gebracht
werden.

Das diesbezügliche Verfahren i s t

angelaufen, aber es i s t

noch

nicht abzusehen, wann die Endvorlage f e r t i g g e s t e l l t sein wird und P r ä s i dent Reagan zur Unterzeichnung vorgelegt werden kann.

Der stellvertretende

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Der s t e l l v e r t r e t e n d e Pressesprecher des Vteißen Hauses, Larry Speakes,
sagte, der Präsident könne das Gesetz, das die H i l f s l e i s t u n g e n b e i n h a l t e t , b i s zum 4 . J u l i unterzeichnen.

Bevor das Gesetzeswerk dem Präsiden-

ten z u g e l e i t e t werden kann, muß jedoch zunächst eine Reihe von S c h r i t t e n
im Kongreß abgeschlossen werden.
1 . Das Bewilligungsgesetz des Senats
Bevor e i n Vermittlungsausschuß

des Repräsentantenhauses und des Se-

nats ernannt werden kann, um die beiden voneinander abweichenden Gesetzesentwürfe

i n Einklang

zu bringen, muß der Senat das

Haushaltsgesetz

verabschieden, das die Senatsversion des Gesetzesentwurfs über H i l f e

für

die Rebellen e i n s c h l i e ß t .
Dieser Gesetzesentwurf des Senats, der n i c h t m i l i t ä r i s c h e H i l f e i n Höhe von 38 M i l l i o n e n b e i n h a l t e t , war ursprünglich T e i l des Gesetzes zur
A r b e i t des Außenministeriums, wurde aber am 13. Juni vom Bewilligungsausschuß

des Senats

i n e i n Nachtragshaushaltsgesetz

über

13,4

Milliarden

Dollar eingegliedert.
Das Repräsentantenhaus verabschiedete seine Version dieses Nachtragshaushaltsgesetzes am 12. J u n i ; am gleichen Tag stimmte es auch f ü r die
Eingliederung eines Gesetzesentwurfs über n i c h t m i l i t ä r i s c h e H i l f e f ü r Reb e l l e n i n Nicaragua i n Höhe von 27 M i l l i o n e n D o l l a r .
Das Haushaltsgesetz des Senats kann abgeändert werden, wenn es zur
Abstimmung ins Plenum geht.
2. Der Vermittlungsausschuß
Iftenn das Gesetz vom Senat angenommen worden i s t , wird e i n V e r m i t t lungsausschuß

des Repräsentantenhauses und des Senats ernannt, um eine

gemeinsame Kompromißfassung des Gesetzes zu entwerfen.

Diese Endfassung

muß sodann sowohl vom Repräsentantenhaus a l s auch vom Senat verabschiedet
werden.

I n diesem Stadium können Abänderungen eingebracht werden, aber

�werden, aber wenn sie angenommen werden, muß das Gesetz zurück in den
Vermittlungsausschuß.
3. Hauptfragen
Der

Unterschied

zwischen

den Gesetzesentwürfen

beider

Häuser

des

Kongresses, der im Vermittlungsausschuß &lt;im ehesten zu Auseindersetzungen
führen d ü r f t e , b e t r i f f t

die Rolle des Zentralamtes f ü r Nachrichten und

Abwehr (CIA) bei der Auszahlung der Hilf5geld5r.
ligt

Die Senatsversion

bil-

dem CIA eine solche Rolle z u , während das Repräsentantenhaus

dies

ausdrücklich untersagt.
Andere Unterschiede b e t r e f f e n die HEhe der Geldmittel und der Z e i t raum, über den hinweg sie zur Auszahlung kommen s o l l e n .

Die Senatsver-

sion sieht für das am 30. September endende Haushaltsjahr 1985 14 M i l l i o nen Dollar und f ü r das Haushaltsjahr 1986 24 M i l l i o n e n Dollar vor.
Fassung des Repräsentantenhauses sieht

dagegen 27 M i l l i o n e n D o l l a r

Die
vor,

die bis zum 3 1 . März 1986 i n d r e i 90-Tage-Intervallen ausgezahlt werden
sollen.
Die

Version des Repräsentantenhauses

Dollar a l s B e i h i l f e

sieit

außerdem zwei M i l l i o n e n

für die Durchführung eines von der CONTADORA-Gruppe

e r a r b e i t e t e n Friedensabkommens
Senats wird der Präsident

für

die

Region vor.

I n dem Gesetz des

l e d i g l i c h a u f g e f o r d e r t , die

CONTADORA-Initia-

t i v e zu unterstützen.
4. Die Verteilung der Hilfsgelder
Wenn das Gesetz e r s t einmal endgültig verabschiedet und unterzeichnet
worden i s t ,

wird es dem Präsidenten o b l i e g e n , darüber

zu entscheiden,

welche Widerstandsgruppen bedacht werden und wie schnell sie die

Hilfs-

gelder e r h a l t e n .
Bis zur Einstellung der H i l f e im Jahre 1984 war der G r o ß t e i l der M i t t e l an die Demokratischen S t r e i t k r ä f t e Nicaraguas (FDN) gegangen, die im

�die im N o r d t e i l des Landes operieren.

Eine Reihe von Senatoren und Abge-

ordneten des Repräsentantenhauses haben Präsident Reagan s c h r i f t l i c h

er-

sucht, einen T e i l der Hilfsgelder dem im Süden a k t i v e n Demokratisch-Revol u t i o n ä r e n Bündnis, einer Rebellengruppe unter der Führung Eden Pastoras,
zukommen zu lassen.

- 4 -

�Wi//en/chcift
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

26. Juni 1985

25

"DISCOVERY" NACH SIEBEN TAGEN ZURÜCK
Erfolgreiches Laser-Experiment im Vteltraum - Neue Forschungen
zur Röntgenstrahlenastronomie -

-

(AD) - Der amerikanische Raumtransporter DISCOVERY kehrte am Nach-

mittag des 2A. Juni 1985 nach siebentägigem Flug um die Erde zurück und
landete planmäßig auf einer Bahn der Edwards A i r Force Base i n K a l i f o r nien.

Ein umfangreiches Arbeitsprogramm war bewältigt

- ausgeführt von

fünf amerikanischen, einem französischen und einem arabischen Astronauten.

Dem erten Muslim im Vteltraum, Prinz Sultan b i n Salman b i n Abdal

Aziz AI Saud, war P u b l i c i t y gewiß.

Der erfahrene und passionierte F l i e -

ger i s t e i n Neffe des Königs von Saudi Arabien.
zialist

Er war a l s Nutzlastspe-

dabei, um Experimente auszuführen und u.a. Aufnahmen von seiner

Heimat zur Erleichterung geologischer Untersuchungen zu machen.

Am 2. Flugtag (18. Juni) beobachtete er vom Flugdeck aus das Absetzen des r i e s i g e n N a c h r i c h t e n s a t e l l i t e n ARABSAT aus dem Nutzlastraum der
DISCOVERY, 45 Minuten später den Start des S a t e l l i t e n aus der Umlaufbahn

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�der Umlaufbahn i n 320 km Höhe für den Aufstieg zur geostationären Bahn 35
680 km über der Erdoberfläche.
Liga
zur

als

Relaisstation

Übertragung

für

ARABSAT dient den Staaten der Arabischen

Telefongespräche, zur Datenübermittlung und

von regionalen

und kommunalen Fernsehprogrammen.

Signale können f ü r den Gebrauch innerhalb der einzelnen Länder
werden, um p o l i t i s c h e
vermeiden.

Probleme unter

Die

kodiert

den arabischen Benutzerstaaten zu

Ein Schwestersatellit war b e r e i t s einige Monate zuvor von der

europäischen Trägerrakete ARIANE auf eine Umlaufbahn gebracht worden.
Schon am ersten Flugtag hatte die DISCOVERY-Besatzung einen Nachricht e n s a t e l l i t e n abgesetzt, der Eigentum der Regierung Mexikos i s t .

Er e r -

möglicht den Anschluß selbst der abgelegensten Regionen des Landes an die
modernen Ubertragungsmittel

der Fernmeldetechnik.

Für etwa e i n

Viertel

der mexikanischen Bevölkerung gab es bisher weder Fernsehen noch Zugang
zum Telefonnetz.
Am 19. Juni e r f o l g t e s c h l i e ß l i c h der S t a r t des d r i t t e n Nachrichtens a t e l l i t e n (TELSTAR D-3), der das Betriebsnetz des Fernmeldeunternehmens
"American Telephone and Telegraph Company" (At&amp;T) wesentlich
Er

wird

im inneramerikanischen

Dienst

sowie

Hawaii, Alaska und Puerto Rico eingesetzt.

für

die

erweitert.

Verbindungen

mit

Jeder der Auftraggeber

be-

zahlte an die NASA (US-Behörde f ü r L u f t - und Raumfahrt) eine S a t e l l i t e n Startgebühr von e l f M i l l i o n e n D o l l a r .
TELSTAR D-3 (Masse: 630 kg) i s t das d r i t t e Gerät einer neuen Generat i o n von Fernmeldesatelliten.
che a l s

Er vermag f a s t viermal mehr Telefongesprä-

die unmittelbaren Vorläufer

Vielseitigkeit

und Leistungsfähigkeit

gleichzeitig
des

zu ü b e r m i t t e l n .

neuen Gerätetyps

zeigt

Die
sich

auch i n der höheren Kapazität für Faksimile- und Datenschnellübertragung,
der Möglichkeit zur g l e i c h z e i t i g e n Abwicklung von Hunderten von Fernsehkonferenzen

und

zur

Übertragung

von bis

zu 24 Farbfernsehprogrammen.

TELSTAR D-Geräte sind mit verbesserten B a t t e r i e n sowie mit Festkörperverstärkern ausgerüstet.

Während die Lebensdauer der bisherigen Fernmelde-

s a t e l l i t e n ca. sieben Jahre b e t r u g , werden für die neue Generation zehn
Jahre angesetzt.

D-l wurde im Jahr 1983 mit einer DELTA-Raketen, D-2 im

�D-2 im August 1984 beim Jungfernflug der DISCOVERY von Bord des Raumtransporters a g e s t a r t e t .

Erfolgreiches LASER-Experiment
Wegen eines Programmierfehlers, durch den die DISCOVERY i n die

fal-

sche P o s i t i o n gebracht worden war, mußte das Laser-Experiment vom 19. Jun i am 2 1 . Juni wiederholt werden.
Insel

Mauri

im P a z i f i k

blaues

Dabei wurde von einer S t a t i o n auf der
Laser-Licht

geringer

Intensität

aufge-

s t r a h l t , um es von einem kleinen Spiegelsystem an einer Seitenluke
DISCOVERY r e f l e k t i e r e n

zu lassen.

der

Die Astronauten konnten beim ersten

Versuch das Laser-Licht von der Erdoberfläche gut ausmachen, jedoch wurde
wegen der falschen Position des Raumschiffs der Spiegel nicht g e t r o f f e n .
Der zweite Versuch zwei Tage später v e r l i e f dann zu a l l e r
Es s o l l t e

vor allem geklärt

werden, ob und inwieweit

Zufriedenheit.

ein

Laser-Strahl

beim Durchgang durch die Atmosphäre v e r z e r r t würde, was das genaue Anpeilen eines Objektes im Weltraum i n Frage s t e l l e n könnte.

Der computerge-

steuerte L a s e r - S t r a h l , am Ausgangsort Mauri nicht einmal
weitete sich zu einem scheinwerferähnlichen L i c h t k e g e l .
Bord der DISCOVERY erfaßte i h n und warf i h n zurück.

bleistiftdick,
Der Spiegel an

M i t H i l f e des Com-

putersystems i n der S t a t i o n Mauri wurde er dem Raumtransporter ca. eine
Minute lang präzise nachgeführt.

Es war das erste Wsltraumexperiment im Rahmen der Forschungen f ü r das
amerikanische SDI-Programm.. Die Meßdaten vom r e f l e k t i e r e n d e n S t r a h l geben den Wissenschaftlern u.a.

Hinweise darauf, ob mit stärkeren Laser-

Strahlen f e i n d l i c h e Flugobjekte genau genug angepeilt
sie zu zerstören.

werden können, um

Im Rahmen der Entwicklung eines leistungsfähigen Ver-

teidigungssystems wurde die NASA ersucht, ab 1987 bei j ä h r l i c h zwei Raumtransporterflügen SDI-Experimente ausführen zu lassen.

Flüssigkeitsmechanik
- 3 -

�Körper unvorstellbar hoher Dichte b i l d e t .

Röntgenstrahlung von Gasen der

Umgebung könnte e i n Hinweis auf seine Existenz s e i n .
DISCOVERY hatte SPARTAN, einen 1000 kg schweren Forschungssatelliten,
an Bord, der mit Teleskopen und empfindlichen Zählgeräten zur Messung der
I n t e n s i t ä t von Röntgenstrahlung ausgerüstet war.
ausgesetzt

und dann wieder

eingeholt,

Er wurde für 45 Stunden

was die Astronautin Dr.

Shannon

Lucid mit H i l f e des 15 m langen Greifarms besorgte. SPARTAN r i c h t e t e s e i ne Teleskope zum S t e r n b i l d Perseus, so Galaxienhaufen a l s Emissionsquellen von Röntgenstrahlung aus sehr heißen Gasen ausfindig gemacht worden
waren.

Die Instrumente tasteten i n diesem Bereich das Firmament a b , r e -

konstruierten

ein

zweidimensionales

Bild

von der

Röntgenlicht-Emission

und sammelten Daten über die Gastemperaturen i n den Galaxienhaufen.
die

intensive

Strahlung

aus

dem Zentrum

unserer

Milchstraße,

Lichtjahre von der Erde e n t f e r n t , s o l l t e beobachtet werden.

Auch

30 000

Die Auswer-

tung der Aufzeichnungen könnte dazu b e i t r a g e n , Theorien der Astronphysik
zur Entwicklung von Glaxienhaufen und zu Energie- und Materieumsetzungen
im Zentrum einer Galaxie wie dem unserer Milchstraße zu untermauern.

- 5 -

�26. Juni 1985

25

NOCH GEFÄHRLICHER ALS HEROIN
- Eindringliche Warnung vor dem Rauschgift Kokain US-Delegation i n Bonn -

-

(AD)- A l l e

Nationen müßten sich

darauf

e i n s t e l l e n , beim ersten

Auftreten eines Rauschgiftproblems mit dein Gefahren einer S u c h t s t o f f e p i demie k o n f r o n t i e r t
sich selbst

zu werden.

Denn die Erfahrung habe g e z e i g t , daß es

i n einer Gesellschaft,

die bislang von

Rauschgiftproblemen

nicht berührt wurde, mit unglaublicher Geschwindigkeit zur Seuche entwikkelt.

Mit dieser e i n d r i n g l i c h e n

Warnung s k i z z i e r t e Dr. Manuel Gallardo

vom i n t e r n a t i o n a l e n S u c h t s t o f f r e f e r a t

im amerikanischen Außenministerium

die Konzequenzen eines p l ö t z l i c h e n Ausbruches von Drogenmißbrauch.

Neben

den Belastungen i n medizinischer und sozialer H i n s i c h t , die Drogenabhäng i g k e i t mit sich b r i n g e , seien v e r b r e i t e t e Anwendung von Gewalt, Korruption,

politische

und w i r t s c h a f t l i c h e

Instabilität

sowie Aushöhlung der

sozialen Strukturen eines Landes unweigerliche Folgen.

Gallardo , von Hause aus k l i n i s c h e r Psychologe, befaßt sich s e i t mehr
a l s 20 Jahren mit Drogenmißbrauch und i s t s e i t sechs Jahren f ü r das State

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D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�das State Department tätig.

Seine Bemühungen gelten vor allem der Ein-

dämmung des Verlangens nach Suchtstoffen.

So studierte und untersuchte

er an Ort und Stelle, wie sich Ausbrüche von Kokain- und Heroinmißbrauch
überhaupt entwickeln.

Nach Gallardos Meinung sind mangelnde Kenntnis und mangelndes Verständnis für die Auswirkungen von Drogenmißbrauch, die schließlich zu
erwarten sind, Hauptfaktoren im Hintergrund solcher Epidemien.

Das gelte

heute vor allem für Nationen, die zu Anbauländern für Suchtstoffpflanzen
geworden sind.

Die Pflanzen werden meist von armen Bauern angebaut, die

nun plötzlich entdecken, daß sie mit ihrem Erntegut schnell und leicht zu
Geld kommen können.

Ähnlich sei es mit den Verbindungsleuten zum Handel

und mit korrupten Polizei- und Regierungsbeamten.
von ihren Verbindungen zur Drogenszene.

Auch sie profitieren

"Persönliche Beweggründe, auf

die sich die Leute bei der Beteiligung an illegalen Handlungen berufen,
lassen sich immer irgendwie rechtfertigen", sagt Dr. Gallardo.

An das

Opfer denke niemand - es ist "irgendwo da draußen, weit weg, unbekannt".
Fast noch stärker ausgeprägt sei das Bestreben, gegenüber den schlimmen
Auswirkungen nicht nur den Kopf in den Sand zu stecken, sondern von ihnen
auch nach entsprechenden Informationen nichts wissen zu wollen.

Der in solchen Ländern zunächst verhältnismäßig ruhige Zustand ist
meist nich von langer Dauer.

Die 'Drogendynamik" vermag auch in den Ur-

sprungsländern wie in jeder anderen Nation sehr rasch Veränderungen herbeizuführen.

Bei den modernen Suchtstoffen könne nach Meinung von Dr.

Gallardo ohnehin angenommen werden, daß der eine oder andere Teilbereich
des Problems außer Kontrolle gerate. Das beste Beispiel dafür, wie mäßiger Drogenkonsum eskalieren und epidemieartige Ausmaße annehmen könne,
seien die Länder in der Andenregion Südamerikas, wo der Kokastrauch angebaut werde.

Schon vor Jahren habe man diese Staaten darauf hingewiesen,

daß sich aus der Kokaproduktion, wenn sie weiterhin unkontrolliert bleibe, mit der Zeit viele Probleme ergeben würden,

jedoch hätten viele Fak-

toren jegliche Gegenmaßnahmen zu einem frühen Zeitpunkt verhindert.

Heu-

te sei die Region von einer ganzen Reihe von Problemen bedroht, die alle
mit Drogen zusammenhängen.
Zu

den

Konsequenzen

�Zu den Konsequenzen der Tatsache, daß i n den Andenländern 100 000 b i s
200 000 stark Kokainsüchtige leben, zählen Gallardo zufolge massive Korr u p t i o n , die die Gesellschaft aushöhlt, Bestechung zum "Kauf" der ö f f e n t l i c h e n Meinung und der p o l i t i s c h e n Repräsentation, Gewaltverbrechen mit
Drogenhintergrund und, verursacht durch den immensen Geldfluß im Drogenhandel, mögliche p o l i t i s c h e D e s t a b i l i s i e r u n g .

"Wer hätte angenommen, daß

südamerikanische Präsidenten zu der Erkenntnis kämen, daß Drogen zu einer
überragenden
Gallardo.

Gefahr

für

das

Vtohlergehen

der

Region

führen?",

fragt

"Vter hätte geglaubt, daß Richter und selbst der J u s t i z m i n i s t e r

von Kolumbien von Händlern ermordert würden oder daß Bauern, die Drogenpflanzen anbauen, die p o l i t i s c h e n Systeme Südamerikas bedrohen könnten?"
Manche Nationen, unter ihnen besonders Kolumbien, haben die Gefahren e r kannt und handelten überaus z i e l s t r e b i g verantwortungsbewußt.

Sie s t e l l -

ten sich dem Problem, anstatt es übersehen oder wegdiskutieren zu wollen.
Gallardo

zufolge

ist

jedoch Südamerika nicht

die einzige von einer

sich ständig verstärkenden Drogenepidemie bedrohte Region.

Auch i n Pa-

k i s t a n , Jamaika und Großbritannien nehme Drogenmißbrauch i n erschreckender

Weise zu.

Während Haschisch-Konsum bei einem kleinen T e i l der pa-

kistanischen Bevölkerungskreise von jeher ü b l i c h war, sehe sich das Land
j e t z t einem explosionsartigen Anwachsen der Heroinsucht gegenüber.

Denn

der dort angebaute Schlafmohn werde nunmehr auch i n den Inlandsmarkt geschleust.
Ähnlich sei i n Jamaika Marihuana aus den dort w i l d wachsenden P f l a n zen lange Zeit nur für gewisse medizinische oder r e l i g i ö s e Zwecke verwendet worden.

In den l e t z t e n Jahren jedoch wurden i n Jamaika immer weitere

Kreise der M i t t e l s c h i c h t vom Drogenkonsum erfaßt - und dies nicht nur im
Zusammenhang mit Marihuana.
b e r i c h t e t Gallardo.

Vor allem die Kokainsucht

"Psychiater, die während v i e l e r

nehme stark

Jahre i h r e r

zu,

Praxis

nie Leute mit Kokain-Problemen zu sehen bekamen, haben j e t z t Dutzende und
Aberdutzende

von Patienten

mit

Kokainabhängigkeit."

Besonders

seien die Auswirkungen der i n Zigaretten eingedrehten, nicht

schlimm

gereinigten

Kokapaste.

Großbritannien g l a u b t e ,
- 3 -

�Großbritannien glaubte, die Heroinsucht unter Kontrolle zu haben,
sagt Gallardo.

Jetzt aber werde Heroin von jungen Menschen neu entdeckt.

Die Beteiligung der Mafia am Heroinhandel habe auch in Italien einen
Markt für dieses Rauschgift geschaffen.
viele Heroinsüchtige.
gekommen.

Inzwischen gebe es dort sehr

Zu einer ähnlichen Entwicklung sei es in Malaysia

Im Lande selbst werde weder Schlafmohn angebaut, noch sei frü-

her Opium gewohnheitsmäßig konsumiert worden.

Aber die Händlerringe be-

nutzten Malaysia als Durchgangsland und ließen Heroin für den Inlandsgebrauch "aussickern".
inabhängigen.

Jetzt habe Malaysia eine erhebliche Zahl von Hero-

Und das unvermeidliche Aussickern von Drogen konfrontiere

z.B. Nachbarländer der kokainproduzierenden Region Südamerikas, insbesondere die Nachbarländer Brasilien, Argentinien und Venezuela, mit der Gefahr einer Kokainepidemie.

Kokain - eine Todesdroge

Von einer Kokainepidemie ist nach Meinung Gallardos und zahlreicher
anderer amerikanischer Experten vor allem Europa bedroht.

Die Schmuggel-

strategie der Händler ziele auf diese Region, weil sie sich hier einen
ausbaufähigen Markt erwarteten.

Ähnliche Befürchtungen äußerten auch die

Mitglieder einer amerikanischen Delegation, die sich in London, Bonn und
Rom derzeit um verstärkte internationale Zusammenarbeit in der Rauschgiftbekämpfung

bemüht.

Suchtstoffreferaten

Die Delegation setzt sich aus Vertretern von

im amerikanischen Aißenministerium, des amerikani-

schen Amtes für geistige Gesundheit, Alkohol- und Drogenmißbrauch, der
amerikanischen Behörde für Suchtstoffbekämpfung
Organisationen zusammen.

(DEA) und von privaten

Sie alle suchen nach Mitteln und Wegen, die

Programme der Vereinigten Staaten und der Vereinten Nationen zur Drogenbekämpfung wirksamer zu gestalten.

Kokain gilt heute in den USA als ein überaus gefährliches Rauschgift,
das immer "hungriger" nach dem Suchtstoff mache. Dr. John McDonald, Arzt
und Leiter des amerikanischen Amtes für geistige Gesundheit, Alkohol- und
Drogenmißbrauch, berichtete in Bonn über seine Erfahrungen mit Patienten,
- 4 -

�mit Patienten, die marihuana- und kokainabhängig sind.

Kokain löse u.a.

Psychosen aus und beeinträchtige die Funktionen des zentralen Nervensystems.

Es wirke auf jene Gehirnpartien, die auch das Hunger- und Durst-

empfinden steuern.

So sei zu erklären, daß das Verlangen nach Kokain,

das bei Anfängern zunächst Euphorie und scheinbare Leistungssteigerung,
dann aber Depresionen erzeuge, im gewohnheitsmäßigen Gebrauch immer intensiver werde und sich zu einer Sucht steigere, von der loszukommen nur
wenigen gelingt.

Ihre verheerenden gesundheitlichen und die Persönlich-

keit zerstörenden Auswirkungen machten sich erst nach zwei bis drei Jahren bemerkbar - und dann sei es meistens schon zu spät, um wirksam gegen
die Schädigungen angehen zu können.

Delegationsmitglied Ann Wrobleski, Stellvertretende Unterstaatssekretärin im amerikanischen Außenministerium, verwies darauf, daß in Südamerika enorme Mengen von Kokain produziert würden - weitaus mehr, als z.B.
der amerikanische Markt aufnehmen könne.

So werde jetzt Europa mehr und

mehr mit dem Rauschgift überschwemmt. Experten schätzen, sagte Jon Thomas
vom amerikanischen Außenministerium, daß im Jahr 1985 in Osteuropa mit
einem Konsum von 20 Tonnen zu rechnen sei.

In den Vereinigten Staaten

werden z.Zt. im Jahr ca. 60 Tonnen Kokain abgesetzt.

Man könne anneh-

men, daß zehn Tonnen des Rauschgiftes eine Million Menschen kokainabhängig machen.

Wie Frau Wrobleski berichtete, probierten in den USA täglich

5000 Menschen Kokain zum ersten Mal.

Kokain sei heute keineswegs mehr

ein Problem in reichen Familien, sondern sei zu einem "alarmierenden"
Problem des Mittelstandes geworden.

Auch handle es sich längst nicht

mehr um ein "amerikanisches" Problem.

Andere Teile der Welt würden eben-

falls immer stärker davon betroffen, insbesondere Europa, wie schon aus
den beschlagnahmten Mengen bei westeuropäischen Zoll- und Polizeibehörden
erkennbar sei.

Wenn ein Land verhindern wolle, daß Suchtstoffe an Boden gewinnen und
Rauschgiftkonsum zur Epidemie wird, müsse es äußerst aggressiv die Drogensituation überwachen und ständig von neuem analysieren, meinen die
amerikanischen Experten.

Niemand und kein Staat könne es sich leisten,

die Zügel schleifen zu lassen - auch wenn gegenwärtig keine Gefahr zu

�Gefahr zu drohen scheine.
dikal ändern.

Die Situation könne sich sehr schnell und ra-

Von größter Bedeutung sei jedenfalls auch das Aufspüren

der Geldströme aus dem Drogengeschäft und die Beschlagnahme der teilweise
sogar über renommierte Bankinstitute transferierten Gelder.

Dies sei ei-

ner der Punkte, an dem die Drogenbekämpfung wirksam ansetzen könne - allerdings erfordere dies enge und engagierte internationale Zusammenarbeit.

* * * * *

�</text>
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          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <name>Title</name>
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              <text>Amerikadienst 26.06.1985</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan fordert internationale Schritte gegen den Terrorismus&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung des amerikanischen Präsidenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außenminister Shultz: Keine Konzessionen an die Terroristen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung vor dem Außenpolitischen Senatsausschuss -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA fordern UdSSR zur Beendigung ihrer antijüdischen Kampagne auf&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung des US-Außenministeriums -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA bedauern Nicaraguas Abkehr von CONTADORA-Prozess&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung des US-Außenministeriums -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Der Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen (NPT)&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Eine Wertung des amerikanischen Außenministeriums -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Nicaragua-Hilfe im US-Kongress&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Kurzinformation zum Gesetzgebungsverfahren -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;"DISCOVERY" nach sieben Tagen zurück&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erfolgreiches Laser-Experiment im Weltraum - Neue Forschungen zur Röntgenstrahlenastronomie -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch gefährlicher als Heroin&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Eindringliche Warnung vor dem Rauschgift Kokain -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;US-Delegation in Bonn -&lt;/em&gt;</text>
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