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                  <text>iilMLM W
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

12. Juni 1985

23
INHALT

DOKUMENTATION:
Reagan: USA werden bei sowjetischer Zurückhaltung SALT II einhalten
- Wortlaut der Erklärung des Präsidenten USA wollen sich bei beiderseitiger Zurückhaltung an SALT halten
- Dokumentation des Weißen Hauses zum Bericht des Präsidenten an den
Kongress Die Strategische Verteidigungsinitative
- Dokumentation des amerikanischen AuGenministeriums -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Röntgenstrahlen von fernen Milchstraßen
- Teleskopaufnahmen während des Siebentage-Fluges der DISCOVERY
Vorbeugung - Früherkennung - Rehabilitation
- Zielsetzungen der WHO-Mitgliedstaaten für die nächsten Jahre -

* * * * *

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 B o n n 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�12. Juni 1985

23

REAGAN: USA WERDEN BEI SOWJETISCHER ZURÜCKHALTUNG SALT II EINHALTEN
- Wortlaut der Erklärung des Präsidenten WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan hat betont, daß die Vereinigten
Staaten

auch weiterhin

die Bestimmungen

des SALT-Vertrages einhalten

werden, wenn die Sowjetunion eine gleiche Zurückhaltung an den Tag legt
und bei den Genfer Verhandlungen aktiv Abkommen zur Rüstungsverminderung
anstrebt. In der am 10. Juni 1985 veröffentlichten Erklärung des amerikanischen Präsidenten
Staaten

zu einem

seien, der

wird

weiter

produktiven

unterstrichen, daß die Vereinigten

Dialog mit der Sowjetunion entschlossen

auf die Reduzierung

des Kriegsrisikos

abziele. Un Moskau

genügend Zeit zu gewähren, den Willen zu beiderseitiger Zurückhaltung zu
demonstrieren, würden die USA ein Unterseeboot der POSEIDON-Klasse außer
Dienst stellen und abwracken, wenn das siebte U-Boot der OHIO-Klasse
"später in diesem Jahr in Dienst gestellt wird".

Die Erklärung des amerikanischen Präsidenten hat folgenden Wortlaut:

Im Jahre 1982, am Vorabend der Verhandlungen über eine Verminderung
der strategischen Rüstungen (START), habe ich mich entschlossen, daß die
Vereinigten

Staaten

das

ausgelaufene

SALT

I-Abkommen

oder das nicht

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�oder das nicht ratifizierte SALT II-Abkommen nicht unterlaufen würden,
solange die Sowjet- union eine gleiche Zurückhaltung an den Tag legt.
Trotz meiner ernst- haften Vorbehalte hinsichtlich der Unbilligkeiten des
SALT I-Abkommens und der ernsthaften Mängel des SALT II-Abkommens habe
ich diesen Schritt

ergriffen, um bei Beginn der START-Gespräche eine

Atmosphäre der beiderseitigen Zurückhaltung zu fördern, die ernsthaften
Verhandlungen dienlich wäre.

Seither haben die Vereinigten Staaten keinerlei Maßnahmen ergriffen,
die

die

bestehenden

Vereinigten

Staaten

Rüstungskontrollabkommen
haben

ihren Teil

unterlaufen

dieser Abmachung

würden.

Die

voll und ganz

eingehalten. Die Sowjets haben dies jedoch nicht getan. Sie haben verschiedene Bestimmungen

von

SALT-II

nicht

eingehalten, und wir haben

ernste Bedenken hinsichtlich der (sowjetischen) Einhaltung der Bestimmungen anderer Abmachungen.

Das Verhaltensmuster der sowjetischen Verletzungen unterläuft - wenn
keine Korrektur stattfindet - die Integrität und die Lebensfähigkeit der
Rüstungskontrolle als einem Instrument, das zur Garantie einer sicheren
und stabilen zukünftigen Welt beitragen soll. Die Vereinigten Staaten
werden auch weiterhin gegenüber der Sowjetunion nachdrücklich auf eine
Zerstreuung unserer Bedenken hinsichtlich der sowjetischen Nichteinhaltung hinarbeiten. Wir können es nicht zulassen, daß hier mit zweierlei
Maß gemessen wird, was auf eine einseitige Vertragseinhaltung hinausläuft.

Wir sind weiterhin entschlossen, einen produktiven Dialog mit der
Sowjetunion zu führen, der darauf abzielt, das Kriegsrisiko durch die
Annahme bedeutungsvoller Maßnahmen zu vermindern, die die Sicherheit, die
Stabilität und die Berechenbarkeit verbessern. Ich bin deshalb zu dem
Schluß gekommen, daß es trotz des sowjetischen Verhaltens während der
letzten Jahre weiterhin in unserem Interesse liegt, ein Interimsrahmenwerk echter beiderseitiger Zurückhaltung bei strategischen Offensivwaffen
zu schaffen, wenn wir jetzt bei den laufenden Verhandlungen in Genf mit
erneuter Energie
Nukleararsenale

unser

Ziel

verfolgen.

der

realen Verminderung

Es bleibt

der bestehenden

meine höchste Priorität, solche

Reduzierungen zu erlangen.

Die

Vereinigten

Staaten

�Die Vereinigten Staaten können ein solches Rahmenwerk nicht allein
schaffen.

Es

Schritte

ist

notwendig,

unternimmt,

um

ihre

daß

die

Sowjetunion

Nichteinhaltung

positive,

zu

konkrete

korrigieren,

unsere

anderen Bedenken hinsichtlich einer Nichteinhaltung auszuräumen und ihre
einmalige und ungerechtfertigte

Aufrüstung ins Gegenteil zu verkehren.

Bisher hat sich die Sowjetunion nicht entschieden, in diese Richtung zu
gehen. Un jedoch sicherzustellen, daß jede Möglichkeit zur Schaffung der
von uns angestrebten sicheren, stabilen Zukunft voll aund ganz genützt
wird, bin ich bereit, mehr als das Notwendige in dem Bemühen zu tun, ein
Interimsrahmenwerk echter beiderseitiger Zurückhaltung zu erreichen.
Als integralen Teil dieser Politik werden wir zugleich jene Schritte
ergreifen, die nötig sind, um die nationale Sicherheit der Vereinigten
Staaten

und unserer Verbündeten

zu garantieren, und die aufgrund der

sowjetischen Nichteinhaltungspolitik

erforderlich sind.

Angemessene und

entsprechende Antworten auf die sowjetische Nichteinhaltung sind notwendig, um unsere Sicherheit zu garantieren, um Anreize für eine Korrektur
der sowjetischen Nichteinhaltung zu bieten und um Moskau klarzumachen,
daß Verletzungen der Rüstungskontrollverpflichtungen

ihren realen Preis

haben.

Gewisse
nicht mehr

sowjetische
rückgängig

Flugerprobung

und

der

Verletzungen
zu machen.
Schritte

sind

schon

aufgrund

ihrer

Natur

Dies ist der Fall hinsichtlich

der

der

die

Sowjetunion

in

bezug

auf

Dislozierung der SS-X-25 Rakete, eines zweiten neuen Typs von Interkontinentalraketen (ICBM), der durch das nichtratifizierte SALT II-Abkommen
untersagt

ist.

Da

die

Sowjetunion

verbundene Nichteinhaltung

die

mit

dieser

Raketenentwicklung

nicht rückgängig machen kann, behalten sich

die Vereinigten Staten das Recht vor, in angemessener Weise zum angemessenen

Zeitpunkt

darauf

zu

antworten.

Das

Midgetman-Programm

der

kleinen ICBM ist in dieser Beziehung besonders relevant.

Andere
- 3 -

sowjetische

Schritte

�Andere

sowjetische

rückgängig

gemacht

Schritte

und

durch

der Nichteinhaltung
entsprechende

können

vielleicht

sowjetische

Maßnahmen

korrigiert werden. In diesen Fällen werden wir der Sowjetunion zusätzlich
Zeit einräumen, um solche erforderlichen Korrekturmaßnahmen zu ergreifen.
Während wir die sowjetischen Aktionen auf Beweise positiver, konkreter
Schritte hin überprüfen, die von sowjetischer Seite zur Korrektur dieser
Aktivitäten nötig sind, habe ich das Verteidigungsministerium angewiesen,
eine umfassende Bewertung vorzunehmen mit dem Ziel, spezifische Maßnahmen
aufzuzeigen, die die Vereinigten Staaten ergreifen könnten, um das amerikanische strategische Modernisierungsprogramm notfalls auszubauen - und
zwar als eine angemessene Antwort und als eine Eingrenzung der militärischen Konsequenzen jener sowjetischen Verletzungen bestehender Rüstungskontrollabkommen, die die Sowjets nicht korrigieren.

Im den Sowjets angemessene

Zeit

zu geben, durch Maßnahmen

ihren

Willen zu beweisen, sich uns zu einem Interimsrahmenwerk echter beiderseitiger Zurückhaltung anzuschließen, planen wir, gemäß den vereinbarten
Verfahren

ein POSEIDON-SSBN-Unterseeboot

außer

Dienst

zu stellen und

abzuwracken, wenn das siebte amerikanische Unterseeboot der OHIO-Klasse
später in diesem Jahr in Dienst gestellt wird. Die Vereinigten Staaten
werden
Haltung

sich
bei

jedoch

alle

solchen, in

programmatischen
der

Zukunft

Optionen hinsichtlich

ihrer

sich ergebenden Wegmarkierungen

offenhalten. Wenn solche Wegmarkierungen später erreicht werden, werde
ich die Gesamtsituation daraufhin überprüfen, ob die Sowjets mit ihren
Maßnahmen die Nichteinhaltung korrigiert und Fortschritte in Genf gefördert haben. Dann werde ich von Fall zu Fall eine endgültige Entscheidung
über den Kurs des Handelns der USA treffen.

Ich bin der festen Überzeugung, daß - wollen wir den Rüstungsverminderungsprozeß auf eine stabile und dauerhafte Grundlage stellen und echte
Reduzierungen erreichen - wir uns weiterhin hauptsächlich darauf konzentrieren müssen, den besten Nutzen aus den Aussichten zu ziehen, die die
gegenwärtig in Genf laufenden Verhandlungen bieten. Unsere Politik, einschließlich

der

Schaffung

eines

Interimsrahmenwerkes

echter

�Interimsrahmenwerkes
angemessenen

echter

amerikanischen

beiderseitiger
Antwort

auf

Zurückhaltung

nicht

korrigierte

und

einer

sowjetische

Nichteinhaltung, ist insbesondere darauf gerichtet, über das Notwendige
hinauszugehen, um der Sowjetunion die Möglickeit zu bieten, sich uns bei
diesem Bemühen anzuschließen.

Meine Hoffnung

ist

es, daß

wir

-

sollten

die

Sowjets

sich

uns

anschließen - bei den Genfer Verhandlungen gemeinsam Fortschritte bei der
Ausarbeitung gerechter und verifizierbarer Abkommen erreichen können einschließlich echter Reduzierung des ünfangs der bestehenden Nukleararsenale. Eine solche Leistung würde nicht nur die beste und anhaltendste
Beschränkung

des

Wachstums

nuklearer

Arsenale

gewährleisten,

sondern

dadurch würde auch ein großer Schritt auf dem Wege zur Reduzierung des
Lmfangs dieser Arsenale und zur Schaffung einer sichereren Zukunft für
alle Nationen getan.

* * * * *

- 5-

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

12. Juni 1985

23

USA WOLLEN SICH BEI BEIDERSEITIGER ZURÜCKHALTUNG AN SALT HALTEN
- Dokumentation des Weissen Hauses zum Bericht des
Präsidenten an den Kongress -

WASHINGTON -(AD) - Präsident Ronald Reagan hat am 10. Juni 1985 dem
amerikanischen Kongress einen gesetzlich geforderten Bericht über die
Politik der Vereinigten Staaten hinsichtlich der Einhaltung der Bestimmungen des nicht ratifizierten SALT-II-Vertrages übermittelt. Das Weiße
Haus hat am gleichen Tag eine Dokumentation zu dem vertraulichen Bericht
veröffentlicht, in dem die wesentlichen Punkte wiedergegeben werden. Danach wollen sich die Vereinigten Staaten bei entsprechender Zurückhaltung
der Sowjetunion weiterhin an die Bestimmungen der SALT-Verträge halten
und sich vor allem um eine einschneidende Verringerung der Kernwaffen
bemühen. Nach der Dokumentation

hat

der Präsident

in seinem Bericht

allerdings die Besorgnis der Administration über Vertragsverletzungen der
Sowjets zum Ausdruck gebracht und bei einer weiteren sowjetischen Nichteinhaltung "angemessene Antworten" angekündigt.

Die Dokumentation des Weißen Hauses hat folgenden Wortlaut:

Einleitung

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�Einleitung

Gemäß der gesetzlichen Bestimmungen des Bewilligungsgesetzes für das
Verteidigungsministerium

für das Haushaltsjahr

1985 (1984/85) hat der

Präsident heute (10. Juni) dem Kongress einen vertraulichen Bericht über
die Schaffung eines Interimsrahmenwerkes für die beiderseitige Zurückhaltung hinsichtlich strategischer Waffen zugeleitete. Nachfolgend eine
nicht als Verschlußsache deklarierte Dokumentation auf der Basis des Berichts des Präsidenten.

Hintergrund unserer derzeitigen Politik

Im Jahre 1982, am Vorabend der Verhandlungen über die Verringerung
strategischer Waffen (START), beschloß der Präsident, daß die Vereinigten
Staaten weder das ausgelaufene SALT-I-Abkommen noch das nicht ratifizierte SALT-II-Abkommen

unterlaufen

würden, solange die Sowjetunion eine

gleiche Zurückhaltung üben würde. Trotz ernsthafter Bedenken über die
Unbilligkeiten des SALT-I-Abkommens und der ernsten Mängel des SALT IIAbkommens entschlossen sich die Vereinigten Staaten zu diesem Schritt, um
eine

Atmosphäre

der

beiderseitigen

Zurückhaltung

bei

strategischen

Streitkräften zu schaffen, die zu Beginn von START ernsthaften Verhandlungen förderlich wären. Bei diesem Schritt gingen wir von drei Überlegungen aus:

Erstens, wir waren überzeugt - und sind auch heute noch überzeugt,
daß beiderseitige, verifizierbare Einschränkungen der nuklearen Arsenale
wichtig

sind, vor allem wenn wir versuchen, dem

Ziel einer starken

Verminderung und der schließlichen Abschaffung der nuklearen Bedrohung
näherzukommen, was die SALT-Abkommen nicht erreicht haben. Wir betrachteten die START-Verhandlungen als den Weg zu gerechten und verifizierbaren einschneidenden Verringerungen der nuklearen Arsenale, die wir anstreben. Die Vereinigten Staten waren bereit, der Sowjetunion in Genf
- 2 -

�in Genf

die Elemente

für

solche Abkommen

anzubieten

und

haben

sie

angeboten. Wir waren uns jedoch darüber im klaren, daß die Aushandlung
vernünftiger

Abkommen

Zeit

braucht.

Deshalb

verpflichteten

sich

die

Vereinigten Staaten, die bestehenden Abkommen nicht zu unterlaufen, solange

die Sowjetunion

als

Interimspolitik

gleiche Zurückhaltung

üben

würde, um, wie wir hofften, einen Rahmen der beiderseitigen Zurückhaltung
zu

schaffen, während

wir

Rüstungskontrollprozeß

auf

auf
eine

dem

Wege

zu Abkommen

bessere,

waren,

vernünftigere,

die den

langfristige

Grundlage stellen und echte Verringerungen bringen würde.
Zweitens,

wir

hofften

damals,

daß

die

Führer

der

Sowjetunion

tatsächlich eine gleiche Zurückhaltung an den Tag legen würden.
Drittens, wir waren der Auffassung, daß die Politik der Interimszurückhaltung sich nicht nachteilig auf unsere nationalen Sicherheitsinteressen auswirken würde - vorausgesetzt, die Administration und der Kongreß
arbeiteten zusammen und die Vereinigten Staaten unternähmen die notwendigen Schritte, um die strategischen Vorteile auszugleichen, die die Sowjetunion in den vorangegangenen zehn Jahren erworben hatte.

Leider haben sich diese Überlegungen in bestimmten wichtigen Aspekten
im Laufe der Zeit als nicht richtig erwiesen.

Einhaltung durch die Vereinigten Staaten

Im Einklang mit der Politik der amerikanischen Interimszurückhaltung
haben die Vereinigten Staaten keinerlei Maßnahmen ergriffen, die bestehende Abkommen unterlaufen hätten. Ja, wir haben uns genauestens an die
Bestimmungen des SALT-I- und SALT-II-Abkommens über strategische Offensivwaffen gehalten. So haben wir beispielsweise acht Polaris-Unterseeboote vollständig abgewrackt, als neue Trident-Unterseeboote in Dienst
gestellt wurden. Kurzum, die Vereinigten Staaten haben sich voll und ganz
an ihr Versprechen gehalten.

Nichteinhaltung der Sowjetunion
- 3 -

�Nichteinhaltung der Sowjetunion

Wie in den beiden umfaßenden Berichten des Präsidenten an den Kongreß
vom Januar 1984 und Februar 1985 im einzelnen dargelegt, hat die Sowjetunion wiederholt

ihre Rüstungskontrollverpflichtungen

verletzt. Obwohl

die Sowjets einige Bestimmungen bestehender Rüstungskontrollabkommen eingehalten haben, haben sie doch wichtige Elemente dieser Abkommen und damit zusammenhängende politische Verpflichtungen verletzt.

SALT II

Was das nicht ratifizierte SALT-II-Abkommmen angeht, so gehören zu
diesen Verletzungen die Erprobung und Dislozierung einer zweiten neuen
Interkontinentalrakete - der SS-X-25 - und die Verschlüsselung von Meßdaten bei der Erprobung von Raketen, was die Verifizierung von Abkommen
durch nationale technische Mittel erschwert. Die Sowjetunion hat ferner
wahrscheinlich dieses Abkommen hinsichtlich des Verbotes der Dislozierung
von

SS-16-Interkontinentalraketen

verletzt. Ebenso

bleiben

ernsthafte

Besorgnisse hinsichtlich anderer Fragen bestehen - z.B. hinsichtlich des
Verhältnisses von Mehrfachgefechtsköpfen zum Wurfgewicht der SS-X-25, wie
sie bei den Erprobungen zutage trat.

Andere Übereinkommen

Das

Verhaltensmuster

der

sowjetischen

Nichteinhaltung

bestehender

Abkommen reicht darüber hinaus weit über SALT II hinaus. Die Sowjetunion
betreibt den Bau einer großen Radaranlage mit phasengesteuerter Abtastung
in Zentralsibirien, was eine Verletzung dse ABM-Vertrages darstellt. Wenn
man andere sowjetische Tätigkeiten im Zusammenhang mit ABM hinzunimmt,
einschließlich der gleichlaufenden Erprobung von Luftverteidigungs- und
- 4 -

�LuftverteidigungsABM-Komponenten,
sowjetische

und
dann

ABM-Komponenten
besteht

Vorbereitungen

sowie

ernsthafter

der

Grund

für eine verbotene

Entwicklung
zur

mobiler

Besorgnis

über

landesweite ABM-Vertei-

digung. Eine solche Entwicklung hätte tiefgreifende Auswirkungen auf das
lebenswichtige

Gleichgewicht

zwischen

Ost

und

West.

Die

Sowjetunion

begeht auch wesentliche Verletzungen sowohl des Genfer Protokolls über
chemische als auch der Konvention über biologische und toxische Waffen.
Nach unserem Ermessen hat die Sowjetunion auch den Begrenzten TeststoppVertrag und die Bestimmungen der Schlußakte von Helsinki verletzt. Es ist
ferner wahrscheinlich, daß die Sowjets die Begrenzungen für die Stärke
nuklearer Erprobungen im Rahmen des Schwellen-Vertrages verletzt haben.

SALT I

Selbst hinsichtlich des SALT-I-Vertrages, wo wir festgestellt haben,
daß sich die Sowjets zwar an den Buschstaben des Abkommens gehalten
haben, haben wir Besorgnisse hinsichtlich ihrer Einhaltung des Geistes
des Vertrages. Nachdem sie beispielsweise mit Nuklearraketen bestückte
Unterseeboote der YANKEE-Klasse abgewrackt haben, um den Beschränkungen
von SALT I zu entsprechen, haben sie bereits ein solches Unterseeboot in
ein längeres Unterseboot als das ursprüngliche umgebaut, das mit modernen
seegestützten Langstrecken-Marschflugkörpern bestückt ist. Das ist zwar
keine Verletzung des Buchstabens von SALT I, aber das entstandene Unterseeboot stellt eine Bedrohung der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten dar, die der Bedrohung durch das ursprüngliche Unterseeboot der
YANKEE-Klasse ähnelt.

Auswirkungen der sowjetischen Nichteinhaltung

Das sind sehr entscheidende Fragen, denn wirksame Rüstungskontrolle
verlangt Ernsthaftigkeit bezüglich der Einhaltung. Das Verhaltensmuster
der sowjetischen Verletzungen berührt in zunehmenden Maße unsere nationale

Sicherheit

und

schafft

Ungewißheit
- 5 -

über

die

Streitkräfte,

die

�Streitkräfte, die die Vereinigten Staaten in der Zukunft benötigen werden. Ebenso bedeutsam, wie es die militärischen Folgen der Verletzungen
selbst sind, wirft dieses Verhaltensmuster der sowjetischen Nichteinhaltung grundsätzliche Bedenken bezüglich der Integrität des Rüstungskontrollprozesses auf, Bedenken, die - wenn sie nicht korrigiert werden die Intergrität und Lebensfähigkeit der Rüstungskontrolle als Instrument
unterlaufen, das dazu beiträgt, eine sichere und stabile künftige Welt zu
gewährleisten.

Die bisherige amerikanische Antwort

Die Vereinigten Staaten haben sich konsequent aller geeigneten diplomatischen Kanäle, einschließlich der Ständigen amerikanisch-sowjetischen
Beratungskommission (SCC), bedient, um die Sowjetunion nachdrücklich zu
drängen, diese Aktivitäten, die uns Sorge bereiten, zu erklären und/oder
sie einzustellen. Damit haben wir absolut klar gemacht, daß wir von der
Sowjetunion

erwarten, daß

sie positive

Schritte

unternimmt, um ihre

Nichteinhaltung zu korrigieren und unsere Besorgnis über ihre Nichteinhaltung zu zerstreuen, um die Integrität bestehender Abkommen zu erhalten
und das positive Umfeld zu schaffen, das für erfolgreiche Aushandlung
neuer Abkommen notwendig ist.

Leider hat die Sowjetunion trotz der langen und wiederholten Bemühungen der Vereinigten Staaten, diese Fragen zu lösen, weder befriedigende Erklärungen noch korrigierende Maßnahmen ergriffen. Die sowjetischen
Verletzungen haben vielmehr angedauert und sind mehr geworden, während
die Sowjets gleichzeitig ihre strategischen Streitkräfte weiter ausgebaut
haben. Die Sowjetunion übte also in der Vergangenheit und übt auch in der
Gegenwart nicht die gleiche Zurückhaltung aus, die wir als Bedingung für
unsere Politik der Interimszurückhaltung gesetzt haben. Dieses sowjetische Verhalten ist grundsätzlich schädlich für die Zukunft der Rüstungskontrolle und für die Sicherheit unseres Landes und unserer Verbündeten.

Angemessene
- 6 -

Antwort

�Angemessene Antwort der USA in Zukunft

Die Vereinigten Staaten werden sich weiterhin mit der Sowjetunion
nachdrücklich um die Zerstreuung unserer Bedenken bezüglich der sowjetischen Nichteinhaltung bemühen. Bei diesem Bemühen können wir uns jedoch
nicht zweierlei Maß auferlegen, das bedeuten würde, daß wir einseitig
Vertragstreue halten und damit praktisch einseitig abrüsten. Zumindest in
den Fällen von sowjetischen Verletzungen, die nicht mehr rückgängig zu
machen sind, müssen wir angemessene und entsprechende Antworten geben,
die

der

Sowjetunion

die

militärischen

Vorteile

dieser

Verletzungen

verwehren. In den Fällen der sowjetischen Verletzungen, die korrigiert
werden

können, sollten

wir

uns vergleichsweise

angemessene Antworten

vorbehalten, die den Sowjets einen Anreiz bieten, positive Schritte zur
Bereinigung der Situation vorzunehmen, und die einen notwendigen Schutz
vor

den militärischen Folgen

sowjetischer Verletzungen

gewährleisten,

wenn es die Sowjetunion unterläßt, die notwendigen Korrekturmaßnahmen zu
ergreifen.

In diesem Zusammenhang werden die Vereinigten Staaten angemessene und
entsprechende Antworten auf die sowjetische Nichteinhaltung entwickeln
und wenn notwendig anwenden, um die Sicherheit der Vereinigten Staaten
und ihrer Verbündeten zu gewährleisten und der Sowjetunion einen echten
Anreiz zu bieten, positive, konkrete Schritte zu unternehmen, die notwendig sind, um unsere Bedenken zu zerstreuen.

Notwendigkeit

des

amerikanischen

Modernisierungsprogramms

für

die

strategischen Streitkräfte

Um unsere grundlegende nationale Sicherheit zu gewährleisten und als
Grundlinie für weitere amerikanische Maßnahmen, müssen die Intergrität
und die Kontinuität des strategischen Modernisierungsprogramms der Vereinigten Staaten aufrechterhalten werden. Wenn die Modernisierung der ICBMSäule unserer strategischen

Triade nicht voll verwirklicht wird, wie

�wird, wie dies in unserem umfassenden strategischen Modernisierungsprogramm gefordert wird, dann müßten wir alle Aspekte unserer Planung für
die grundlegenden Erfordernisse unserer nationalen Sicherheit neu überdenken.

Die grundlegenden Ziele der Vereinigten Staaten.

3ei allem Verständnis für die Dringlichkeit der obengenannten Probleme dürfen wir jedoch nicht die grundlegenden Ziele der Vereinigten
Staaten aus den Augen verlieren, die unverändert sind. Im Verlauf der
nächsten zehn Jahre ist es Ziel der Vereinigten Staaten, Umfang und
Zerstörungskraft
radikal

zu

der

bestehenden

verringern

und

zu

und

geplanten

offensiven

einer Stabilisierung

Kernwaffen

des Verhältnisses

zwischen nuklearen Offensiv- und Defensivwaffen - gleich, ob auf der Erde
oder im Weltraum - zu gelangen. Auch jetzt noch hoffen wir auf eine
Übergangsperiode

zu

Atomwaffenarsenalen

einer
und

stabileren

einer

Welt

verstärkten

-

mit

stark

verringerten

Fähigkeit, vor einem Krieg

abzuschrecken, indem man sich in immer größerem Maß auf nichtnukleare
Verteidigungssysteme und immer weniger auf offensive Kernwaffen stützt,
Eine von der Drohung der militärischen Aggression und von Kernwaffen
befreite Welt ist ein Ziel, hinsichtlich dessen zwischen uns, der Sowjetunion und allen anderen Staaten sicherlich Einigkeit besteht.

Die Bedeutung der laufenden Verhandlungen.
Das beste Mittel, um zu diesen Zielen zu gelangen, wäre ein auf dem
weitreichenden Vorschlag zur Verringerung der Kernwaffen gegründetes Abkommen, das wir bei den Verhandlungen über die Verringerung der strategischen Rüstungen in Genf vorgelegt haben. Am raschesten würde man sicherlich zu einer stabileren und sichereren Welt gelangen, wenn beide Seiten
zu scharfen Verringerungen

ihrer strategischen Offensivarsenale bereit

wären und insbesondere die große Anzahl der destabilisierendsten Waffen der strategischen Interkontinentalraketen - beseitigen würden, indem sie
sich mit einem verifizierbaren Gesamtbestand von 5 000 Gefechtsköpfen für
die land- und seegestützten Interkontinentalraketen

auf beiden Seiten

einverstanden erklären.
Unglücklicherweise
- 8 -

�Unglücklicherweise

hat

die Sowjetunion

in den vergangenen Jahren

wenig echtes Interesse daran gezeigt, Zurückhaltung beim Zuwachs ihrer
Kernwaffen an den Tag zu legen - ganz abgesehen von sinnvollen Verringerungen oder Fortschritten in Richtung auf ein verifizierbares, ausgewogenes Abkommen, das solche echte Verringerungen erforderlich machen würde.
Im Gegenteil: Trotz der von unseren Unterhändlern in Genf bei den neuen,
in diesem Jahr begonnen Verhandlungen bewiesenen Ernsthaftigkeit und Beweglichkeit hat sich die Sowjetunion von Verhandlungspositionen zurückgezogen, die sie bis dahin gehalten hatte und hat eine überaus intransigente Haltung eingenommen, die jeden Fortschritt ernsthaft behindert. Wir
sind jedoch nach wie vor entschlossen, mit der Sowjetunion einen produktiven Dialog fortzuführen, der darauf abzielt, das Kriegsrisiko zu verringern, indem sinnvolle Maßnahmen zur Erhöhung von Sicherheit, Stabilität und Berechenbarkeit ergriffen werden.

Erstellung

eines

Interimsrahmenswerkes

für

gegenseitige

Zurückhaltung.
Es liegt auch weiterhin im Interesse der Vereinigten Staaten, ein
Interimsrahmenwerk der echten gegenseitigen Zurückhaltung bei den strategischen Offensivwaffen zu erstellen, während wir mit neuer Kraft bei
den laufenden Verhandlungen in Genf unser Ziel der echten Verringerungen
beim Umfang der bestehenden Nukleararsenale verfolgen. Die Vereinigten
Staaten können einen solchen Rahmen nicht allein erstellen. Auch die
Sowjetunion muß positive, konkrete Schritte - wie sie oben dargelegt
wurden

- unternehmen,

anderen

Bedenken

militärische

um

ihre Nichteinhaltung

hinsichtlich

Aufrüstung

zu

der Einhaltung

beenden

oder

doch

zu revidieren, unsere
zu

zerstreuen

zumindest

und

ihre

erheblich

zu

verringern, die ihresgleichen nicht hat und völlig ungerechtfertigt ist.
Bislang hat sich die Sowjetunion noch nicht zur Einhaltung dieser Linie
entschließen können. Dennoch ist der Präsident im Interesse der Auslotung
aller Möglichkeiten zur Garantie einer sicheren, stabilen Zukunft bereit,
noch einen weiteren großen Schritt über das Notwendige hinaus in Richtung
auf

den

Versuch

hin

zu

tun,

einen

Interimsrahmen

der

echten,

beiderseitigen Zurückhaltung zu erstellen.

Weitere
- 9 -

Zurückhaltung.

�Weitere Zurückhaltung.

Um der Sowjetunion die Möglichkeit zu geben, sich uns bei der Erstellung eines solchen Interimsrahmens echter beiderseitiger Zurückhaltung anzuschließen, der die laufenden Verhandlungen unterstützen würde,
hat der Präsident beschlossen, daß die Vereinigten Staaten auch weiterhin
davon Abstand nehmen werden, die bestehenden Abkommen über die strategischen Rüstungen zu unterlaufen - und zwar in dem Maß, in dem die Sowjetunion eine vergleichbare Zurückhaltung übt und vorausgesetzt, daß die
Sowjetunion bei den Nuklear- und Weltraumgesprächen in Genf aktiv auf
Rüstungsverringerungsabkommen hinarbeitet. Die Vereinigten Staaten werden
ständig die Implikationen dieser Interimspolitik auf die langfristigen
Sicherheitsinteressen

der

Vereinigten

Staaten

und

ihrer

Verbündeten

überprüfen. Damit werden wir die Handlungen der Sowjetunion dahingehend
analysieren, inwieweit sie unsere Besorgnisse hinsichtlich ihrer Vertragsverletzungen, hinsichtlich der ständig sich vermehrenden strategischen Waffen der Sowjetunion und hinsichtlich der sowjetischen Ernsthaftigkeit bei den laufenden Verhandlungen zu zerstreuen vermag.

Angemessene Antwort.
Als integraler Bestandteil der Verwirklichung dieser Politik müssen
wir auch jene Schritte ergreifen, die notwendig sind, um die nationale
Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten zu gewährleisten, und die durch die sowjetische Nichteinhaltung notwendig geworden
sind.

Angemessene

Nichteinhaltung

und

entsprechende

Reaktionen

auf

die

sowjetische

sind auch notwendig, um Moskau klarzumachen, daß Ver-

letzungen der Rüstungskontrollabkommen mit echten Kosten verbunden sind.
Deshalb werden die Vereinigten Staaten solche angemessene und entsprechende Antworten entwickeln und werden jene Maßnahmen ergreifen, die in
Reaktion auf und als Schutz vor den militärischen Folgen nichtkorrigierter sowjetischer Verletzungen

der bestehenden

Rüstungskontrollabkommen

notwendig sind.

Reaktion
- 10 -

auf

�Reaktion auf irreversible sowjetische Verletzungen.

Bestimmte

sowjetische

Verletzungen

sind

ihrer Natur nach nicht

rückgängig zu machen. Dies ist der Fall hinsichtlich der sowjetischen
Flugerprobung

und Schritte

in Richtung auf Dislozierung

der SS-X-25,

eines zweiten neuen Typs der Interkontinentalrakete, wie ihn das nichtratifizierte

SALT

dieser Rakete

II-Abkommen

verbietet. Da

verbundene Nichteinhaltung

die

mit

der Entwicklung

zu diesem Zeitpunkt von der

Sowjetunion nicht korrigiert werden kann, behalten sich die Vereinigten
Staaten aus diesem Grund das Recht vor, angemessen zu reagieren, und die
Vereinigten Staaten werden dies in angemessener Weise und Zeit tun. das
Programm der kleinen ICBM MIDGETMAN ist in dieser Hinsicht von besonderer
Relevanz.

Reaktion auf reversible sowjetische Schritte.
Andere sowjetische Schritte im Rahmen der Nichteinhaltung könnten
rückgängig gemacht und durch sowjetische Maßnahmen korrigiert werden. In
diesen Fällen werden wir einen weiteren Schritt tun und der Sowjetunion
zusätzliche Zeit zugestehen, um solche erforderliche Korrekturmaßnahmen
zu ergreifen. Während wir das sowjetische Verhalten nach Beweisen für
positive, konkrete

Schritte

überwachen, die ihrerseits

zur Korrektur

jener Maßnahmen notwendig sind, wird das Verteidigungsministerium eine
umfassende

Überprüfung

durchführen,

die

darauf

abzielt,

spezifische

Maßnahmen auszuarbeiten, die die Vereinigten Staaten ergreifen könnten,
um im notwendigen Umfang das amerikanische strategische Modernisierungsprogramm zu beschleunigen oder auszuweiten; dies wird in angemessenem
Maße und als Schutz vor den militärischen Folgen sowjetischer Verletzungen bestehender Abkommen geschehen, die die Sowjets bislang noch nicht
korrigiert haben.

Neben

der Entwicklung

militärischer

Reaktionen

Vertragsverletzungen

angemessener und
angesichts

nicht

abgewogener
korrigierter

amerikanischer
sowjetischer

wird diese Überprüfung auch die Konsequenzen des
- 11 -

�Konsequenzen

des

anhaltenden

sowjetischen

Streitkräftezuwachses

über-

denken; wie in der jüngsten Beurteilung der Sicherheitsdienste (National
Intelligence Estimate) zu diesem Thema dargelegt wurde, geht es dabei als
Ergebnis der jüngsten Kongreßmaßnahmen um Änderungen beim ICBM-Anteil des
strategischen Modernisierungsprogramms der Vereinigten Staaten und um die
Frage, wie die zweiten 50 PEACEKEEPER-Raketen angemessen

stationiert

werden könnten. Auch das sowjetische Verhalten während der zweiten und
dritten Runde der Nuklear- und Weltraumgespräche wird dabei voll mit in
Rechnung gestellt.

Kriterien für Optionen bei der Reaktion.

In diesem Kontext der Beurteilung potentieller zukünftiger Schritte
der Vereinigten Staaten werden bestimmte Kriterien benutzt. Die Optionen
werden sich nach den jeweiligen Reaktionen auf spezielle Fälle richten,
wo

sowjetische

Verletzungen

nicht

korrigiert

wurden; damit

soll den

militärischen Konsequenzen solcher sowjetischer Verletzungen vorgebeugt
werden. Dabei muß es sich nicht notwendigerweise um Parallelmaßnahmen
handeln. Vielmehr wird der Versuch unternommen, den Sowjets die potentiellen Vorteile

ihrer Vertragsverletzungen

zu verwehren

und, soweit

möglich, den Sowjets Anreize zu bieten, ihre Schritte zu korrigieren. In
allen Fällen

liegt

die Betonung

auf Optionen, die

die Abschreckung

garantieren, die Stabilität erhöhen und den speziellen Erfordernissen
unserer

nationalen

Sicherheit

unmittelbar

gerecht

werden.

In

dieser

Hinsicht besteht das Ziel der Vereinigten Staaten nicht per se darin,
zusätzliche Streitkräfte aufzubauen, sondern diese Optionen so einzusetzen, daß unsere Sicherheit angesichts nichtkorrigierter sowjetischer
Verletzungen gewährleistet

bleibt und daß den Sowjets Anreize geboten

werden, ihre Handlungen entsprechend zu korrigieren und sich uns dabei
anzuschließen, ein sinnvolles

Interimsrahmenwerk

gegenseitiger Zurück-

haltung zu erstellen.

Zeitplan

der

Prüfung

�Zeitplan der Prüfung durch das Verteidigungsministerium.

Die Ergebnisse dieser Überprüfung werden dem Präsidenten am 15.
November 1985 zur Analyse vorgelegt. Dies wird dem Präsidenten genügend
Zeit geben, um Optionen

der Vereinigten Staaten hinsichtlich unserer

Politik in Erwägung zu ziehen, während wir uns dem Zeitpunkt nähern, an
dem der nicht ratifizierte SALT II-Vertrag am 31. Dezember 1985 auslaufen
würde; auch können im weiteren Markierungen für eine "Politik des Nichtunterlauf ens" gesetzt werden. Und es gäbe auch genügend Zeit, um programmatische Optionen der Vereinigten Staaten in unmittelbarer Reaktion
auf nicht korrigierte Vertragsverletzungen durch die Sowjets zu erwägen,
indem im Bedarfsfall dem Kongreß Anfang 1986 das Verteidigungsprogramm
des Haushaltes 1987 vorgelegt wird.

Das 7. TRIDENT-Unterseeboot.
Um den Sowjets genügend Zeit zu geben, durch ihre Schritte den Willen
zu signalisieren, sich uns für einen Interimrahmen der echten gegenseitigen Zurückhaltung anzuschließen, hat der Präsident zudem das Verteidigungsministerium angewiesen, im Einklang mit vereinbarten Verfahren ein
bestehendes POSEIDON-U-Boot außer Dienst zu stellen und abzuwracken, da
ein siebtes amerikanisches U-Boot der OHIO-Klasse, die USS Alaska, im
Lauf des Jahres in Dienst gestellt wird. Das Verteidigungsministerium
wird jedoch als Teil seines Berichtes die Bandbreite der den Vereinigten
Staaten zur Verfügung

stehenden Optionen überprüfen und bewerten, um

ähnliche einschneidende Schritte

(einschließlich der Probeläufe weiterer

U-Boote der OHIO-Klasse und der Dislozierung des 121. amerikanischen, mit
luftgestützten

Marschflugkörpern

ausgerüsteten

Schweren

Bombers)

in

Zukunft zu behandeln. Die Vereinigten Staaten werden sich auch in Zukunft
alle programmatischen

Optionen

zur Behandlung

solcher

einschneidender

Schritte offenhalten. Wenn derlei Markierungspunkte erreicht sein werden,
wird der Präsident die Gesamtsituation analysieren und hinsichtlich des
amerikanischen Kurses eine endgültige Entscheidung treffen, die sich aus
der jeweiligen Lage und den sowjetischen Maßnahmen in Richtung auf ein
Eingehen auf die obengenannten Bedingungen ergibt.

Wahl
- 13 -

dieses

Kurses

�Wahl dieses Kurses - Zusammenfassung.
Der Präsident ist der festen Überzeugung, daß wir, um den Prozeß der
Rüstungsverringerung auf eine solide, dauerhafte Grundlage zu stellen,
uns auch weiterhin darauf konzentrieren müssen, das Beste aus dem zu
machen,

was

die

laufenden

Verhandlungen

in

Genf

bieten.

Die

oben

ausgeführte Politik - einschließlich der Erstellung eines Interimsrahmenwerkes für wirklich beiderseitige Zurückhaltung und angemessene amerikanische Reaktion auf nichtkorrigierte sowjetische Nichteinhaltung - soll
vor allem dazu dienen, der Sowjetunion dabei entgegenzukommen, sich uns
bei diesem Bemühen anzuschließen. Es ist unsere Hoffnung, daß wir in
diesem Fall gemeinsam in der Lage sein werden, bei den laufenden Genfer
Verhandlungen Fortschritte bei der Ausarbeitung ausgewogener und verifizierbarer Abkommen zu machen, einschließlich echter Verringerungen beim
Umfang der bestehenden Nukleararsenale. Solch eine Leistung würde nicht
nur die beste und dauerhafteste Beschränkung des Anwachsens der Nukleararsenale gewährleisten, sondern sie wäre auch ein großer Schritt in Richtung auf eine Verringerung des Umfangs dieser Arsenale und in Richtung
auf eine sicherere und stabilere Welt.

* * * * *

- 14 -

�12. Juni 1985

23

DIE STRATEGISCHE VERTEIDIGINGSINITIATIVE
Dokumentation des amerikanischen Außenministeriums -

WASHINGTON - (AD) - Das amerikanische AuGenministerium hat am 4. Juni
1985

in

einer

Dokumentation

Forschungsprogramms

ausführlich

Richtung

und

Lmfang

für die Strategische Verteidigungsinitiative

des
(SDI)

dargelegt. Präsident Ronald Reagan hat in seiner Rede vom 23. März 1983
seine Vorstellung von einer Zukunft aufgezeigt, in der die Staaten dieser
Erde sicher leben könnten in dem Wissen, daß ihre nationale Sicherheit
nicht auf der Androhung nuklearer Vergeltung, sondern auf der Fähigkeit
beruhen würde, sich gegen potentielle Angriffe zu verteidigen. Das Forschungsprogramm für die Initiative soll dazu dienen, die Möglichkeiten zu
prüfen, ob und wie diese moderne Technologie zur Verwirklichung dieser
Visison beitragen kann.

Der Strategische Zusammenhang
Das amerikanische SDI-Forschungsprogramm i s t

v o l l und ganz vereinbar

mit den Bestimmungen des ABM-Vertrages und i s t vergleichbar mit der durch

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�mit der durch den ABM-Vertrag erlaubten Forschung, die die Sowjets seit
vielen Jahren betreiben und ist ferner eine Vorsorgemaßnahme gegen ein
sowjetisches Ausbrechen aus den Bestimmungen des ABM-Vertrages durch die
Aufstellung einer landesweiten Raketenabwehr. Diese wichtigen Tatsachen
müssen hervorgehoben werden. Die Grundziele der Strategischen Verteidigungsinitiative lassen sich jedoch am besten erklären und verstehen, wenn
man das strategische Unfeld betrachtet, mit dem wir für den Rest dieses
Jahrhunderts bis ins nächste Jahrhundert hinein leben müssen

Die Herausforderung, vor der wir stehen: Unsere Nation und die mit
uns verbündeten
unserer

Nationen stehen vor einer Reihe von Herausforderungen

Sicherheit.

Jede dieser Herausforderungen

stellt

ihre eigenen

Ansprüche und bietet ihre eigenen Chancen. Die Erhaltung von Frieden und
Freiheit ist und bleibt für immer unser grundlegendes Ziel. Der wesentliche Zweck unserer Streitkräfte, und vor allem unserer Nuklearstreitkräfte, besteht darin, vor einer Aggression und Zwang auf der Basis der
Androhung militärischer Aggression abzuschrecken. Die Abschreckung, für
die die amerikanischen und verbündeten Streitkräfte sorgen, hat es uns
ermöglicht, uns des Friedens und der Freiheit zu erfreuen. Die Art der
militärischen Bedrohung hat sich jedoch geändert und wird sich auch im
nächsten Jahrzehnt auf sehr grundlegende Weise ändern. Wenn wir unsere
Antwort darauf nicht entsprechend einrichten, dann wird die Abschreckung
weniger stabil werden und unsere Anfälligkeit gegenüber Zwang wird sich
dramatisch erhöhen.

Unsere Vorstellung von Abschreckung: In den letzten zwanzig Jahren
war

unsere Vorstellung,

werden

könnte, von

wie die Abschreckung

der Grundidee

am besten

ausgegangen, um

gewährleistet

vor einem

Konflikt

abzuschrecken, genüge es, wenn jede Seite über die Fähigkeit verfügt und

diese

aufrechterhalten

kann

-,

für

jeden

Angriff

Vergeltung

anzudrohen und damit einem Aggressor Kosten aufzuerlegen, die in keinem
Verhältnis zu einem potentiellen Gewinn stehen. Unsere Vorstellung davon,
welches Risiko unsere Streitkräfte aufrechterhalten müßten, um vor einer
Aggression abzuschrecken, hat sich im Laufe der Zeit geändert. Allerdings
hat sich unsere Vorstellung im Laufe der Zeit nicht geändert, daß wir uns
grundlegend

auf

nukleare Vergeltung

verlassen

müssen, wie

sie

durch

offensive Nuklearstreitkräfte geübt werden kann.

Dieser
- 2 -

Grundgedanke

�Dieser Grundgedanke - daß nämlich im Falle, da jede Seite über annähernd

gleiche Streitkräfte

und eine gleiche Kapazität verfügt, für

jeden Angriff Vergeltung zu üben, Stabilität und Abschreckung aufrechterhalten würden - hat auch als Grundlage für die Einstellung der Vereinigten

Staaten

zu

Rüstungsbegrenzungen

dem

Prozeß

der

Verhandlungen

über

Strategische

(SALT) in den siebziger Jahren gedient. Zur Zeit,

als dieser Prozeß begann, gingen die Vereinigten Staaten davon aus, daß
eine auf der Fähigkeit offensiver Vergeltungsstreitkräfte beruhende Abschreckung nicht nur vernünftig, sondern auch notwendig sei, da wir damals glaubten, keine Seite könne je die Technologie für Verteidigungssysteme entwickeln, die die andere Seite wirksam abschrecken könnten.

Heute ist die Situation jedoch grundlegend anders. Wissenschaftliche
Entwicklungen

und einige neue Technologien bieten inzwischen die Mög-

lichkeit zu Verteidigungssystemen, die früher nicht existierten und die
man sich früher auch kaum vorstellen konnte. Die Entwicklung der Verteidigung ist heute bis zu dem Punkt fortgeschritten, wo man vernünftigerweise untersuchen kann, ob neue Technologien neue Optionen, vor allem
nichtnukleare Optionen, bieten, die uns in die Lage versetzen könnten,
uns der Verteidigung zuzuwenden, nicht nur um die Abschreckung zu stärken, sondern auch um uns den 'Übergang zu einer sichereren und stabileren
Basis für die Abschreckung zu erlauben.

Von gleicher Bedeutung ist die Tatsache, daß die Sowjetunion weder
bei den strategischen Offensiv- noch bei den Defensivstreitkräften die
Zurückhaltung gezeigt hat, die wir uns erhofften, als der SALT-Prozeß
begann. Die Tendenzen in der Entwicklung der strategischen Offensiv- und
Defensivstreitkräfte

der

Sowjets

sowie

die

sich

in zunehmendem Maße

abzeichnende sowjetische Neigung zur Täuschung und zur Nichteinhaltung
bestehender Abkommen werden - wenn ihnen auf lange Sicht nicht Einhalt
geboten wird - das militärische Gleichgewicht und die Gegenseitigkeit der
Verwundbarkeit untergraben, auf denen die Abschreckungstheorie im Wesentlichen aufgebaut wurde.

Sowjetische

Verbesserungen

�Sowjetische Verbesserungen der O f f e n s i v s t r e i t k r ä f t e :
ist

und b l e i b t

Die

Sowjetunion

die Hauptbedrohung unserer Sicherheit und der

Sicherheit

unserer Verbündeten. Im Rahmen weitreichender Bemühungen zur Verstärkung
der m i l i t ä r i s c h e n

Kapazität hat d i e Verbesserung der

der Sowjetunion -

die in

nichtung

erlaubt

-

in

Raketenstreitmacht

zunehmendem Maße eine rasche, harte

immer

Zielver-

größerem Maße d i e 'Überlebensfähigkeit

von

S t r e i t k r ä f t e n bedroht, die wir d i s l o z i e r t haben, um vor einer Aggression
abzuschrecken.

Diese Verbesserung s t e l l t

Herausforderung

unserer

Führungsstruktur,
viele

landgestützten

die s i e b e f e h l i g t ,

entscheidend

wichtige

feste

insbesondere eine

unmittelbare

Vergeltungsstreitkräfte

dar.

und

der

Sie bedroht i n gleicher Weise

Einrichtungen

in

den

Vereinigten

Staaten und i n verbündeten Ländern, auf die sich nukleare Vergeltungsund konventionelle S t r e i t k r ä f t e s t ü t z e n , die unsere k o l l e k t i v e Fähigkeit
d a r s t e l l e n , vor K o n f l i k t und Aggressionen abzuschrecken.

Verbeserung
strebt

der

aktiven

Verteidigung

der

Sowjetunion:

Gleichzeitig

die Sowjetunion auch durch die Entwicklung und Verbesserung der

aktiven Verteidigung nach strategischen V o r t e i l e n . Diese a k t i v e V e r t e i digung g i b t der Sowjetunion i n immer größerem Maße die F ä h i g k e i t , Vergeltungsstreitkräften
gegenzutreten,

der Vereinigten Staaten und unserer Verbündeten

vor

allem

einen sowjetischen

für

den F a l l ,

Erstschlag dezimiert

daß unsere S t r e i t k r ä f t e

entdurch

wären. Auch heute noch i s t

die

a k t i v e Verteidigung der Sowjets umfangreich.

So b e s i t z t die

beispielsweise

Raketen-Raketenabwehrsystem

das

(ABM-System),
verbessert

das

einzige

einsatzbereite

zum Schutze Moskaus d i s l o z i e r t

gegenwärtig

Elemente

dieses

Systems.

ist.
Sie

Die

über

ein

umfangreiches Luftverteidigungsnetz

aggressiver Weise d i e Q u a l i t ä t

Sowjetunion

besitzt

einzige einsatzbereite d i s l o z i e r t e Satellitenabwehr-Kapazität
verfügt

Sowjetunion

auch

die

(ASAT). Sie

und verbessert

in

i h r e r Radaranlagen, i h r e r Abfangjäger und

i h r e r Boden-Luft-Raketen. Sie verfügt ferner über ein sehr umfangreiches
Netz von Frühwarn-Radaranlagen gegen Raketen.

All

diese Elemente geben

i h r heute auf diesem Gebiet einen r e l a t i v e n V o r t e i l i n der

strategischen

Verteidigung,

weiterentwik-

und wenn sich diese Verbesserungen logisch

k e l n , dann könnte das die Grundlage f ü r einen entscheidenden Vorsprung i n
Zukunft bieten.
Verbesserung
- 4 -

der

�Verbesserung der passiven Verteidigung der Sowjetunion: Die

Sowjet-

union g i b t auch b e t r ä c h t l i c h e M i t t e l für Maßnahmen der passiven V e r t e i d i gung

aus,

die

Streitkräfte,

darauf
der

abzielen,

militärischen

die

Überlebensfähigkeit

Befehlsstruktur

Führung zu verbessern.

Diese Anstrengungen reichen

der

jüngsten

Beweglichkeit

der

Schiene und Strasse bis

Typen

und

der

eigenen

der

nationalen

von der

Herstellung

von I n t e r k o n t i n e n t a l r a k e t e n

auf

zur weitgehenden Befestigung verschiedener

ent-

scheidend w i c h t i g e r Einrichtungen.
Die sowjetische Forschung und Entwicklung i n der modernen V e r t e i d i gung:

Seit

über

zwei Jahrzehnten hat

weiten Bereichen

der

die Sowjetunion

Anstrengungen

in

strategischen Verteidigung unternommen und a k t i v e

und passive Elemente i n t e g r i e r t .

Die sich daraus ergebenden Entwicklungen

zeigen eine s t e t i g e Verbesserung und Ausweitung der Defensivkapazität der
Sowjetunion.
schen

Darüber hinaus lassen die derzeitigen Muster der

Forschung

betriebenen

und

Entwicklung

und intensiven

-

einschlieölich

Forschungsprogramms

auf

eines
vielen

sowjeti-

seit
der

langem
gleichen

technologischen Grundgebiete, wie sie von unserem SDI-Forschungsprogramm
erfaßt
gleichen
weitere

werden

-

erkennen,

Tempo

anhalten

Verbesserungen

daß diese

werden.
der

Trends

Wenn nichts

Defensive

der

auch
getan

in

Zukunft
wird,

Sowjetunion

die

mit

dann

dem

werden

Wirksamkeit

unserer eigenen derzeitigen Abschreckung untergraben, die sich heute f a s t
ausschließlich auf die Androhung einer nuklearen Vergeltung durch Offensivkräfte stützt.
Programm der

Daher s t e l l t

dieses s e i t langem betriebene sowjetische

defensiven Verbesserungen

allein

eine Herausforderung

der

Abschreckung dar, mit der wir uns befassen müssen.

Sowjetische

Nichteinhaltung

und V e r i f i z i e r u n g :

Und s c h l i e ß l i c h

das Problem der Nichteinhaltung von Rüstungskontrollabkommen
offensivem

wie

defensivem

Anlaß zu ernster

Gebiet

-

einschließlich

ist

sowohl auf

des ABM-Vertrages

-

Sorge. Die sowjetischen T ä t i g k e i t e n wie der Bau i h r e r

- 5 -

�der Bau ihrer neuen Radaranlage mit phasengesteuerter Abtastung in der
Nähe

von Krasnojarsk

in Zentralsibirien

haben

ganz unmittelbare und

unheilvolle Folgen. Wenn sie einsatzbereit ist, wird diese Radaranlage
die Fähigkeit der Sowjetunion erhöhen, eine territoriale Raketenabwehr zu
dislozieren. Aus der Erkenntnis heraus, daß derartige Radaranlagen einen
solchen Beitrag

leisten würden, hat der ABM-Vertrag

den Bau solcher

Radaranlagen an solchen Orten ausdrücklich verboten, und dies war einer
der Hauptpunkte, um die Wirksamkeit des Vertrages zu gewährleisten. Die
Aktivitäten der Sowjetunion im Zusammenhang mit dieser Radaranlage stellen eine direkte Verletztung des ABM-Vertrages dar.

Aber über dieses negative Verhalten der Sowjets im Sinne der Nichteinhaltung

bestehender

Rüstungskontrollabkommen

hinaus

unternimmt

die

Sowjetunion noch andere Maßnahmen, die unsere Fähigkeit behindern, die
sowjetische Einhaltung zu verifizieren. Einige dieser Maßnahmen, wie etwa
die verstärkte Verschlüsselung bei Versuchen, zielen direkt darauf ab,
unsere Fähigkeit zur Beobachtung der Einhaltung zu mindern. Auch andere
Handlungen

der Sowjets

verschärfen

das Problem

der Feststellung der

Einhaltung. So erhöhen die Sowjets beispielsweise die Zahl ihrer mobilen
Raketen, vor allem jener mit Mehrfachgefechtsköpfen, sowie anderer mobiler Systeme, was natürlich die Verifizierung mehr und mehr erschwert.
Wenn wir diesen Entwicklungen nicht begegnen, dann könnten wir in absehbarer Zukunft einen Punkt erreichen, an dem wir nur noch wenig Vertrauen
in unsere Beurteilung des Standes des militärischen Gleichgewichts oder
Ungleichgewichts haben könnten - mit allem, was das für unsere Fähigkeit
bedeutet, die Eskalation während einer Krise zu kontrollieren.

Antwort auf die Herausforderung: Als Antwort auf die seit langem vor
sich gehenden offensiven und defensiven Verbesserungen der Sowjets sind
die Vereinigten Staaten gezwungen, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, die
darauf angelegt sind, kurzfristig die Sicherheit und Stabilität aufrechtzuerhalten und dies auch in Zukunft zu tun. Wir müssen im wesentlichen
auf drei Gebieten handeln.

Modernisierung der
- 6 -

�Modernisierung
unsere

der Vergeltungsstreitkräfte: Als erstes müssen wir

offensiven

nuklearen Vergeltungsstreitkräfte

modernisieren. Das

ist notwendig, um auf kurze Sicht das offensive Gleichgewicht wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten, und die strategischen Verhältnisse zu
schaffen, die uns entsprechende ergänzende Maßnahmen auf den Gebieten der
Abrüstungsverhandlungen und der Verteidigungsforschung
haben

im

Jahre

1981

unser

strategisches

ermöglichen. Wir

Modernisierungsprogramm

in

Angriff genommen, das den bis dahin herrschenden Abwärtstrend umkehren
soll. Dieses Modernisierungsprogramm ist vor allem darauf ausgerichtet,
eine stabile Abschreckung aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die notwendigen Anreize zu bieten, daß sich die Sowjetunion uns in dem Bemühen anschließt, über wesentliche Verringerungen der nuklearen Arsenale beider
Seiten zu verhandeln.

Über das amerikanische
modernisiert

die NATO

strategische Modernisierungsprogramm

ihre weiterreichenden

hinaus

nuklearen Mittelstrecken-

systeme (LRINF). Unsere britischen und französischen Verbündeten haben
ebenfalls

wichtige

Programme

nuklearen

Vergeltungsstreitkräfte

SDI-Forschungsprogramm
Vereinigten

Staaten

in

bestreitet
und

Angriff
zu

genommen,

verbessern.

um
Das

ihre

eigenen

amerikanische

in keiner Weise diese Programme der

ihrer Verbündeten. Das

SDI-Forschungsprogramm

hängt vielmehr von unseren kollektiven und nationalen Modernisierungsanstrengungen ab, um heute Frieden und Freiheit zu sichern, wenn wir die
Möglichkeiten für künftige Entscheidungen dahingehend überprüfen, wie wir
Sicherheit und Stabilität auf längere Sicht stärken könnten.

Neue Optionen bei der Abschreckung: Gleichwohl laßt sich langfristig
durch die vom sowjetischen Verhaltensmuster verursachten Trends - sowie
durch das Beharren der Sowjets auf eben diesem Verhaltensmuster - der
Eindruck nicht vermeiden, eine über einen langen Zeitraum hinweg bestehende

Abhängigkeit

von

Offensivstreitkräften

könnte

keine

stabile

Grundlage für die Abschreckung bieten. Ja, würde man zulassen, daß sich
diese Trends fortsetzen und die sowjetischen Investitionen sowohl bei den
Offensiv-

als

auch

bei

den

Defensivkapazitäten
- 7 -

ungehindert

und

�ungehindert und unbeantwortet andauern, könnte dadurch konsequenterweise
die theoretische wie auch die empirische Grundlage zerstört werden, auf
die sich die Abschreckung seit einer Generation gründet.

Wir müssen

daher

jetzt

auch

Schritte

unternehmen, um zukünftige

Optionen zu behalten, mit deren Hilfe Abschreckung und Stabilität auch
langfristig sichergestellt werden können; und wir müssen dies auf eine
Art und Weise tun, die es uns sowohl ermöglichen, den destabilisierenden
Zuwachs der sowjetischen Offensivstreitkräfte auszugleichen, als auch den
schon seit langer Zeit bestehenden Hang der Sowjets nach immer mehr
Streitkräften in eine stabilisierendere und beiderseitig nutzbringendere
Richtung zu lenken. Die Strategische Verteidigungsinitiative (SDI) ist
auf eben diese Ziele ausgerichtet. Kurzfristig reagiert das SDI-Programm
auch

unmittelbar

Anstrengungen
bestehenden
erlaubt

auf

bei

die

den

sowjetischen

sind.

Das

derzeitigen

und

umfangreichen

Raketen-Abwehrraketen
Dislozierungen,

SDI-Forschungsprogramm

wie

-

einschließlich

sie

bietet

sowjetischen

gemäß

eine

der

ABM-Vertrag

notwendige

und

kraftvolle Abschreckung gegenüber einer jeden kurzfristigen sowjetischen
Entscheidung, ihre ABM-Kapazität rasch über den im ABM-Vertrag niedergelegten Umfang hinaus auszuweiten. Dies ist in sich schon eine entscheidende

Aufgabe.

Allerdings

liegt

die

übergreifende,

langfristige

Bedeutung von SDI darin, daß sie die Möglichkeit bietet, die gefährlichen
militärischen Trends, wie sie oben dargestellt wurden, umzukehren, indem
man zu einer besseren, stabileren Grundlage der Abschreckung gelangt und
der Sowjetunion neue und zwingende Anreize für eine wirklich ernsthafte
Vereinbarung von Verringerungen bei den bestehenden offensiven Nukleararsenalen bietet.

Die Sowjetunion hat das Potential der fortgeschrittenen Verteidigungskonzepte - insbesondere jene, die die Startphase, die Nachstartphase
und die Flugphase betreffen - zur Veränderung der strategischen Situation
erkannt. Bei unserer Analyse des Potentials, das diesen Systemen innewohnt, streben wir keine Überlegenheit an und suchen keinen einseitigen
Vorteil. Sollte sich jedoch bewahrheiten, was die SDI-Technologie verspricht,

so

könnte

der

destabilisierende
- 8 -

sowjetische

Vorteil

�sowjetische

Vorteil

Abschreckung
werden,

die

ausgeglichen

beträchtlich
dadurch

Interkontinentalraketen

werden.

gestärkt

stabiler

und

würde,

verringert

und

auf
daß
jene

Auch
eine
sich
von

könnte

dadurch

Grundlage
die

die

gestellt

Bedeutung

der

Verteidigungssystemen

erhöht, die niemanden bedrohen.

Verhandlungen und Diplomatie: Für die kommenden zehn Jahre besteht
das Ziel der Vereinigten Staaten darin, zu einer radikalen Verringerung
bei der Zerstörungskraft der vorhandenen und geplanten nuklearen Offensivwaffen zu gelangen sowie eine Stabilisierung des Verhältnisses zwischen nuklearen Offensiv- und Defensivwaffen - gleich, ob auf der Erde
oder im Weltraum - zu erreichen. Gerade auch jetzt gilt unser Bemühen
einer Übgangsperiode zu einer stabileren Welt mit weit weniger Kernwaffen
und

verstärkter

Fähigkeit

zur

durch die erhöhte Konzentration

Abschreckung

eines Krieges, ermöglicht

auf die nichtnuklearen Verteidigungs-

kapazitäten statt auf die offensiven Kernwaffen. Eine Welt frei von der
Bedrohung

durch

militärische

Aggression

und

frei

von Atomwaffen ist

letztlich das Ziel, hinsichtlich dessen zwischen uns, der Sowjetunion und
allen anderen Staaten Einhelligkeit herrschen kann.

Zur Unterstützung dieser Zielsetzungen werden wir auch weiterhin mit
Nachdruck die Verhandlungen verfolgen, die zu ausgewogenen und verfizierbaren Abkommen führen sollen, um die bestehenden Kernarsenale beträchtlich zu verringern. Dabei werden wir auch weiterhin flexibel sein, was
die zur Erreichung dieser Verringerung verwendeten Mechanismen anbelangt,
werden diese Mechanismen jedoch auf ihre Fähigkeit hin überprüfen, die
Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten zu erhöhen, die
strategische Stabilität zu stärken und die Kriegsgefahr zu verringern.

Gleichzeitig wird jetzt und auch weiterhin das SDI-Forschungsprogramm
in voller Übereinstimmung mit dem ABM-Vertrag durchgeführt. Sollte die
Forschung zu positiven Ergebnissen gelangen, werden wir unsere Verbündeten hinsichtlich der möglichen nächsten Schritte konsultieren. Wir würden
uns dann in angemessenem Maße mit der Sowjetunion konsultieren - wobei

�konsultieren - wobei dies im Einklang mit dem Wortlaut des ABM-Vertrags
geschehen würde, der solche Konsultationen vorsieht -, in welchem Maß die
Abschreckung durch die schrittweise Einführung von Defensivsystemen in
die Streitkräftestruktur
Verpflichtung

bedeutet

beider Seiten verstärkt werden könnte. Diese
nicht,

daß

wir

den

Sowjets

hinsichtlich

der

Ergebnisse ein größeres Veto einräumen würden, als die Sowjets ein Veto
über unsere derzeitigen strategischen und Mittelstreckenprogramme haben.
Unsere diesbezügliche Verpflichtung spiegelt unsere Erkenntnis wider, daß
wir auch weiterhin auf Stabilität achten sollten, wenn unsere Forschung
angemessene Resultate zeitigt. Wir haben bereits in Genf mit dem Prozeß
der bilateralen Diskussion begonnen, die notwendig ist, um den Grjndstein
für eine stabile Integration der fortgeschrittenen Verteidigungssysteme
in die Streitkräfte beider Seiten zu legen, und zwar zu einem Zeitpunkt,
da

es

der

technologische

Fortschritt

und

andere

Erwägungen

dies

wünschenswert erscheinen lassen.

WIE DIE SOWJETUNION SDI SIEHT

Wie bereits erwähnt, gibt es in der UdSSR schon seit langem im Rahmen
der Defensivsysteme aller Art ein intensives Forschungs-, Entwicklungsund Dislozierungsprogramm. Ja, in den letzten zwei Jahrzehnten hat die
Sowjetunion

insgesamt

investiert

wie

Infolgedessen
Bereich

der

in

erfreut
aktiven

in
ihre
sie
und

ihre

strategische

umfangreiche
sich

heute

passiven

Verteidigung

strategische
gewisser

Verteidigung.

ebenso

viel

Offensivrüstung.

wichtiger Vorteile im
Die Sowjetunion wird

sicherlich den Versuch unternehmen, diese umfangreichen, langfristigen
Investitionen zu schützen.

•

WIE DIE VERBÜNDETEN SDI SEHEN

Unsere Verbündeten verstehen den militärischen Kontext, in den die
Strategische Verteidigungsinitiative gestellt wurde und unterstützen das
SDI-Forschungsprogramm. Unser gemeinsames Verständnis spiegelt sich in
- 10 -

�spiegelt sich in der Erklärung wider, die dem Treffen Präsident Reagans
mit Premierministerin Thatcher im Dezember folgte, daß nämlich

—
nicht

erstens: Ziel der Vereinigten Staaten und des Westens insgesamt
ist, Überlegenheit

zu erzielen, sondern das Gleichgewicht auf-

rechtzuerhalten, indem die sowjetischen Entwicklungen in Rechnung gestellt werden;

—

zweitens: die SDI-bezogene Entwicklung aus der Sicht der Vertrags-

verpflichtungen heraus eine Angelegenheit von Verhandlungen zu sein hat;

-- drittens: Hauptziel nicht eine Untergrabung der Abschreckung sondern ihre Verstärkung ist; und
—viertens": die Ost-West-Verhandlungen auf eine Sicherheit mit verringertem Umfang der Offensivsysteme beider Seiten abzielen sollten.
Diese gemeinsame Ansicht spiegelt sich auch in anderen Erklärungen
wider, die seither abgeben wurden - zum Beispiel in den Prinzipien, die
kürzlich die Bundesrepublik Deutschland vorschlug, und wonach

—

die bestehende NATO-Strategie der flexiblen Antwort für das Bünd-

nis ihre volle Gültigkeit

behalten muß, solange es keine wirksamere

Alternative zur Kriegsverhütung gibt; und

—

die politische und strategische Einheit des Bündnisses gewahrt

werden muß. Es darf keine Zonen unterschiedlicher Sicherheit im Bündnis
geben, und Europas Sicherheit darf nicht von der Nordamerikas abgekoppelt
werden.

SDI-THEMENBEREIOC

Hier nun ein Dutzend zwingender Punkte, die Richtung und Umfang des
Programms umreißen:

1. Ziel
- 11 -

von

SDI

�1. Ziel von SDI ist nicht, Überlegenheit anzustreben, sondern das
strategische

Gleichgewicht

zu bewahren

und

dadurch

eine stabile Ab-

schreckung sicherzustellen.

Ein zentrales Thema der sowjetischen Propaganda ist die Unterstellung, daß SDI dazu dienen solle, die militärische Überlegenheit der Vereinigten Staaten zu sichern. In den richtigen Zusammenhang der strategischen

Herausforderung

gestellt,

vor

der

wir

und

unsere

Verbündeten

stehen, werden unsere Ziele klar und deutlich. Überlegenheit ist sicher
nicht unser Ziel. Auch ist das SDI-Programm

seiner Natur nach nicht

offensiv. Das SDI-Programm ist ein Forschungsprogramm, das darauf abzielt, bessere Wege zu finden, um die Sicherheit der Vereinigten Staaten
und ihrer Verbündeten zu garantieren, wobei in verstärktem Maße Verteidigungssysteme einbezogen werden, die niemanden bedrohen.

2. Die Forschung wird einige Jahre dauern. Wir beabsichtigen, uns
strikt an die Begrenzungen des ABM-Vertrags zu halten und werden darauf
bestehen, daß die Sowjets das gleiche tun.

Wir führen derzeit ein breitangelegtes Forschungsprogramm durch, das
in vollem Einklang mit dem ABM-Vertrag steht; dabei gibt es noch keinerlei Entscheidung, über den Forschungsbereich hinauszugehen. Das SDI-Forschungsprogramm

ist

überaus

komplexer

Natur

und

betrifft

eine ganze

Bandbreite von Technologien. Es handelt sich nicht um ein Programm, bei
dem alle Überlegungen hinsichtlich der Ressourcen sich einem Zeitplan
unterzuordnen

haben. Es ist vielmehr ein verantwortungsbewußt organi-

siertes Forschungsprogramm, das sich intensiv um kosteneffiziente Möglichkeiten zur Verteidigung der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten
gegenüber der Bedrohung durch nukleare wie nichtnukleare Interkontinentalraketen aller Reichweiten bemüht. Wir hoffen, daß die Forschung in
einem

Maß

vorangeht, daß erste Entwicklungsentscheidungen

Anfang der

neunziger Jahre getroffen werden könnten.

3.

Wir

haben

keinerlei

vorgefaßte
- 12 -

Meinungen

hinsichtlich

der

�hinsichtlich

der

Verteidigungsoptionen,

die

sich

aus

der

Forschung

ergeben können. Wir werden erst dann mit Entwicklung und Dislozierung
beginnen,

wenn

die

Forschung

signalisiert,

daß

strikten

Kriterien

entsprochen wird.

Die Vereinigten Staaten verfolgen das breitangelegte SDI-Forschungsprogramm auf objektive Weise. Wir haben daher auch keine vorgefaßten
Meinungen hinsichtlich des Ergebnisses dieses Forschungsprogramms. Wir
glauben nicht, daß wir vor einer ganzen Reihe von Jahren in der Lage sein
werden, Entscheidungen über Entwicklung oder Dislozierung aufgrund der
Ergebnisse dieser Forschung zu treffen.

Wir

haben

Ergebnisse

bestimmte

Kriterien

dieser Forschung

festgelegt,

denen

die

jeweiligen

genügen müssen. Manche Optionen, die uns

Interimskapazitäten bieten könnten, mögen dabei eher zur Hand sein als
andere, wobei kluge Planung es erforderlich macht, über Optionen gegen
eine ganze Reihe von Ernstfällen zu verfügen. Dennoch zielt das SDI-Forschungsprogramm nicht in erster Linie darauf ab, Optionen für frühestmögliche

Entwicklungs-und

Dislozierungsentscheidungen

an

die Hand

zu

bekommen, sondern auf Optionen, die am besten den von uns festgelegten
Kriterien entsprechen.

4. Innerhalb des SDI-Forschungsprogramms werden wir nur jene Verteidigungssysteme als wünschenswert ansehen, die überlebensfähig und in vernünftigem Maße kosteneffizient sind.

Zwei Argumente gegen SDI lauten, die Dislozierung von Verteidigungssytemen

schade

der Krisenstabilität

und

schüre

nur die ungehinderte

Ausbreitung sowjetischer Offensivwaffen. Wir haben spezielle Kriterien
erstellt, um diesen Befürchtungen angemessen und direkt zu begegnen.

Unser Kriterium
Besorgnis. Wäre

der Überlebensfähigkeit richtet sich an die erste

ein Verteidigungssystem

nicht

in angemessenem

Umfang

überlebensfähig, so könnte ein Gegner tatsächlich in einer Krise geneigt
sein, einen Erstschlag gegenüber den verletzlichen Verteidigungselementen
- 13 -

�verletzlichen Verteidigungselementen

zu führen. Die Anwendung des ge-

nannten Kriteriums stellt daher sicher, daß ein solch verwundbares System
nicht disloziert würde und die Sowjets daher auch keinen Anreiz - und
keine Aussicht hätten -, es zu überwinden.

Das Kriterium der Kosteneffektivität wird sicherstellen, daß jedes
dislozierte Verteidigungssystem
zusätzlichen Offensivwaffen

energisch davor abschrecken würde, mit

zu antworten, da diese Waffen mehr kosten

würden als die zusätzliche Verteidigungskapazität, die zu deren Vernichtung nötig wäre. Dies ist weitaus mehr als nur ein wirtschaftliches
Argument, obwohl es in wirtschaftlichen Begriffen ausgedrückt ist. Wir
wollen bei unserer Bewertung der durch die SDI-Forschung geschaffenen
Optionen das Ausmaß in Erwägung ziehen, in dem gewisse Typen von Defensivsystemen von sich aus einen Gegener ermutigen, sie einfach mit einer
zusätzlichen Offensivkapazität zu überwinden zu suchen, während andere
Systeme

einen

Gegenschlag

entmutigen

können.

Wir

streben

defensive

Optionen an, die ganz klar vor Versuchen abschrecken, zusätzliche Offensivkräfte einzusetzen.

Darüber hinaus drängen wir darauf, offensive Nuklearwaffen durch die
Aushandlung

gerechter

und

verifizierbarer

Abkommen

zu vermindern. Zu

diesen Bemühungen gehört eine Reduzierung der Zahl der Gefechtsköpfe auf
Raketen

auf

ein

gleiches

und

wesentlich

niedrigeres Niveau

als das

heutige.

5. Unser Forschungsprogramm ist noch zu neu, um über die Arten von
Defensivsystemen

-

ob

nun

landgestützt

oder

weltraumgestützt

-

zu

spekulieren, die sich für Entwicklung und Dislozierung als möglich und
wünschenswert erweisen könnten.

Ohne Frage ist eine Erörterung der verschiedenen Technologien, die
geprüft werden, nötig, um das Verständnis für das Forschungsprogramm zu
vertiefen. Spekulationen über die verschiedenen Arten von Defensivsystemen, die vielleicht disloziert werden könnten, sind zum gegenwärtigen
Zeitpunkt jedoch unangebracht. SDI ist ein weitgefächertes Forschungsprogramm,

in

dessen

Rahmen

zahlreiche
- 14 -

Technologien

untersucht

werden.

�untersucht werden. Gegenwärtig sehen wir Vorzüge in dem Potential fortgeschrittener

Technologien, die die Möglichkeiten

einer geschichteten

Verteidigung bieten - mit der Chance also, eine Rakete an verschiedenen
Punkten nach dem Start auszuschalten. Wir sind der Meinung, daß die Möglichkeit einer geschichteten Verteidigung sowohl das Vertrauen in das
Gesamtsystem

fördert

als auch das Problem eines potentiellen Gegners

vergrößert, der versucht, eine solche Verteidigung zu durchdringen. Es
gibt jedoch zahlreiche Wege zu einer solchen Verteidigung.

In diesem Zusammenhang sind wir nach der Rolle der nuklearbezogenen
Forschung

im Hinblick

Verteidigung

auf

unser letztliches Ziel der nichtnuklearen

gefragt worden. Während unser gegenwärtiges Programm den

Nachdruck ohne Frage auf die nichtnuklearen Technologien legt, werden wir
doch die Erforschung der vielversprechenden Konzeptionen fortsetzten, in
deren Rahmen die Nuklearenergie

zum Antrieb von Einrichtungen benutzt

wird, die Raketen in goßer Entfernung zerstören könnten. Es ist ferner
nützlich, sich mit diesen Konzepten zu befassen, um sich ein Bild über
die Möglichkeiten und Wirksamkeit ähnlicher Defensivsysteme zu machen,
die ein Gegner zum Einsatz gegen zukünftige amerikanische Überwachungssowie Defensiv- und Offensivsysteme entwickeln könnte.

6. Der Zweck der von uns angestrebten Defensivoptionen ist klar,
nämlich ein Mittel zur Zerstörung angreifender Raketen zu finden, bevor
diese irgendeines ihrer potentiellen Ziele erreichen können. Letztlich
wollen wir eine Zukunft, in der die Länder in Frieden und Freiheit leben
können und sicher sind in dem Wissen, daß ihre nationale Sicherheit nicht
auf

der

Androhung

nuklearer

Vergeltung

beruht. Daher

wird

sich das

SDI-Forschungsprogramm auf Optionen konzentrieren, die die Basis für die
Beseitigung der allgemeinen Bedrohung bietet, welche von den Raketen ausgeht. Somit ist es nicht das Ziel unserer Forschung - und kann es nicht
sein

-

einfach

unsere

Vergeltungsstreitkräfte

vor

einem

Angriff

zu

schützen.

Wenn ein künftiger Präsident sich entschließt, sich in Richtung auf
eine allgemeine Verteidigung

gegen Raketen
- 15 -

zu bewegen, so werden die

�so werden die technologischen Optionen, die wir erkunden, ohne Zweifel
auch

die

Uberlebensfähigkeit

unserer

Vergeltungskräfte

erhöhen. Dies

erfordert eine stabile Konzeption und einen Prozeß, der uns in die Lage
versetzt, den Übergang zu der von uns angestrebten Zukunft in den Griff
zu bekommen. Diese Konzeption und dieser Prozeß müssen sich auf eine
realistische Bewertung nicht nur der amerikanischen, sondern auch der
sowjetischen

Streitkräfte

sowie

der

über

das

laufende

Haushaltsjahr

hinausgehenden Programme stützen.

Die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten bleibt
weiterhin unteilbar. Das SDI-Programm zielt darauf ab, die Sicherheit der
Verbündeten wie auch die der Vereinigten Staaten zu stärken. Wir werden
weiterhin eng mit unseren Verbündeten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, daß im Zuge der fortschreitenden Forschung die Ansichten unserer
Verbündeten sorgfältig in Betracht gezogen werden.

Dies war seit Begin der Strategischen Verteidigungsinitiative ein
fundamentaler Teil der amerikanischen Politik. Wir haben uns ernsthaft zu
Konsulatationen verpflichtet, und solche Konsultationen werden jedem im
Rahmen des SDI-Forschungsprogramms zu ergreifenden Schritt, der sich auf
unsere Verbündeten auswirken könnte, vorausgehen.

8.Nach Erfüllung unserer Forschungskriterien und nach engen Konsultationen mit unseren Verbündeten, wollen wir, wie dies angemessen erscheint, die Sowjets konsultieren und mit ihnen darüber verhandeln - und
zwar gemäß den Bestimmungen des ABM-Vertrages -, wie die Abschreckung
gefördert werden kann, indem sich beide Seiten mehr auf neue Defensivsysteme stützen. Ja, wir haben bereits versucht, bei den Verteidigungs- und
Weltraumgesprächen in Genf eine Diskussion über das Offensiv-DefensivVerhältnis und die Stabilität in Gang zu bringen, um die Grundlage für
eine Förderung solcher möglicher Konsultationen in der Zukunft zu legen.

Falls
Verbündeten

die
zu

Vereinigten
einem

Staaten

künftigen

in

enger

Zeitpunkt

- 16 -

Konsultation
entscheiden,

mit
mit

ihren
der

�mit der Dislozierung von Defensivsystemen voranzugehen, dann beabsichtigen wir, uns der Mechanismen für amerikanisch-sowjetische Konsultationen
zu bedienen, die im ABM-Vertrag vorgesehen sind. Mit Hilfe dieser Mechanismen und unter voller Berücksichtigung des weitgesteckten sowjetischen
Forschungsprogramms auf dem Gebiet der Defensivsysteme werden wir bemüht
sein, in einer stabilen Weise mit der Sowjetunion voranzukommen.

9. Wir haben die Absicht und die Hoffnung, daß - sollten sich neue
Defensivtechnologien als durchführbar erweisen - wir (in enger und anhaltender Konsultation mit unseren Verbündeten) und die Sowjets gemeinsam
einen Übergang zu einem mehr defensivbezogenen Gleichgewicht schaffen
werden.

Sowjetische Propagandisten haben die Vereinigten Staaten beschuldigt,
sie seien hinsichtlich ihrer Verpflichtung, ein Wettrüsten im Weltraum zu
verhindern, wortbrüchig geworden. Dies stimmt in gar keiner Weise. Wir
wollen kein Wettrüsten - wir wollen genau das Gegenteil, nämlich einen
gemeinsamen begehbaren Weg, der dahin führen soll, daß zu allen Zeiten
eine Kontrolle über das Verhältnis von Offensiv- und Defensivsystemen auf
beiden Seiten gewahrt und dadurch das Vertrauen aller Länder in die Wirksamkeit und die Stabilität des sich ergebenden Gleichgewichts verstärkt
wird.

10. SDI stellt keine Änderung unserer Verpflichtungen dar, vor einem
Krieg abzuschrecken und die Stabilität zu stärken.

Eine erfolgreiche SDI-Forschung sowie die Entwicklung von Defensivoptionen würden nicht zu der Aufgabe der Abschreckung führen, sondern
vielmehr zu einer Stärkung der Abschreckung und zu einer Evolution bei
den

Abschreckungswaffen,

indem

nämlich

Defensivsysteme

hinzugefügt

werden, die niemanden bedrohen. Wir würden einen potentiellen Aggressor
abschrecken, indem wir ihm klarmachen, daß wir ihm die Gewinne verwehren,
die er sonst zu erreichen gehofft hätte, statt ihm lediglich mit Kosten
zu drohen, die hoch genug sind, um solche Gewinne aufzuwiegen.

Die
- 17 -

Vereinigten

Staaten

�Die Vereinigten Staaten unterstützen das grundlegende Prinzip, daß
die jetzt bestehende Methode der Abschreckung sowie die NATO-Strategie
der flexiblen Antwort voll und ganz gültig bleiben und voll unterstützt
werden müssen, solange es keine effektivere Alternative zur Verhinderung
eines Krieges gibt. In klarer Anerkennung dieser Tatsache setzten die
Vereinigten

Staaten

ihr

strategisches

Modernisierungsprogramm

so

nachdrücklich fort und unterstützen so nachhaltig die Anstrengungen ihrer
Verbündeten,

die

eigenen

Verpflichtungen

zur

Aufrechterhaltung

von

Streitkräften - sowohl nuklear wie konventionell - zu erfüllen, welche
für die heutige Abschreckung Sorge tragen.

11. Für die absehbare Zukunft werden offensive Nuklearstreitkräfte
sowie die Aussicht auf nukleare Vergeltung das Hauptelement der Abschrekkung bleiben. Deshalb müssen wir moderne, flexible und glaubwürdige strategische Nuklearstreitkräfte aufrechterhalten.

Hieraus ergibt sich die Tatsache, daß wir eine Reihe von Mitteln
einsetzen müssen, um die Ziele

von heute

zu erreichen, während

wir

gleichzeitig nach besseren Wegen suchen, um unsere langfristigen Ziele zu
erreichen. Hierin

kommt

unser

Grundprinzip

der Aufrechterhaltung

des

amerikanischen strategischen Modernisierungsprogramms und das Prinzip der
so dringend benötigten nationalen Modernisierungsprogramme zum Ausdruck,
die von Großbritannien und Frankreich durchgeführt werden.

12.Unser letztliches Ziel ist es, die Kernwaffen völlig zu beseitigen. Dies ist natürlich ein sehr langfristiges Ziel, das bei Fortsetzung unserer SDI-Forschung gleiche energische Anstrengungen erforderlich
macht, um die durch konventionelle Rüstungsungleichheit gegebene Bedrohung zu beseitigen - sowohl durch konventionelle Streitkräfteverbesserungen als auch durch die Verhandlungen über Rüstungsreduzierungen und
vertrauensbildende Maßnahmen.

Wir sind uns völlig über den Beitrag im klaren, den Kernwaffen zur
Abschreckung einer konventionellen Aggression leisten. Wir sind uns in
gleicher

Weise

über

die Zerstörungskraft
- 18 -

eines Krieges aufgrund von

�aufgrund von konventionellen und chemischen Mitteln im klaren sowie über
die Notwendigkeit, sowohl vor einem solchen Konflikt abzuschrecken als
auch die Gefahr zu vermindern, die von der Androhung einer Aggression mit
solchen Mitteln ausgeht.

- 19 -

�Wi//en/chaft
und Technik

I

United States Information Service
Embassy of the United States of America

12. Juni 1985

23

RÖNTGENSTRAHLEN VON FERNEN MILCHSTRASSEN
- Teleskopaufnahmen während des Siebentage-Fluges der DISCOVERY -

(AD)

-Beim

nächsten

Flug

des

amerikanischen

Raumtransporters

DISCOVERY, der voraussichtlich an 17. Juni 1985 beginnt und sieben Tage
dauern

soll, stehen wichtige astronomische Beobachtungen auf dem Pro-

gramm. Mit dem kleinen Forschungssatelliten SPARTAN 1, der u.a. mit zwei
an Teleskope angeschlossenen Zählgeräten zur Messung von Röntgenstrahlen
ausgerüstet ist, will man Galaxienhaufen im Sternbild Perseus sowie das
Zentrum unserer Milchstrasse näher erforschen. SPARTAN 1 wird vom "Kran"
an Bord der DISCOVERY aus dem Nutzlastraum gehoben und im Weltraum freigesetzt. Nach ca. 40 Stunden manövriert Kommandant Daniel Brandenstein
den Raumtransporter so nahe an den Forschungssatelliten heran, daß dieser
wieder eingeholt und zur Erde zurückgebracht werden kann. Auf seine Meßdaten warten Astrophysiker in Instituten, wo man sich speziell mit Röntgenastronomie befaßt.

Turbulente

Galaxienhaufen

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Turbulente Galaxienhaufen finden sich im gesamten Universum. Das sehr
heiße Gas, das sie durchdringt, sendet Röntgenstrahlung aus. Auf Grund
der Beobachtung kosmischer Quellen von Röntgenstrahlung konnten inzwischen Galaxienhaufen

ausgemacht werden, die Millionen von Lichtjahren

entfernt sind. (Ein Lichtjahr ist die Strecke, die Licht in 365 Tagen
zurücklegt - das sind ca. 9,6 Billionen Kilometer.)

Ray Cruddace, Projektwissenschaftler vom Forschungslaboratorium der
US-Marine,

bezeichnet

die

Galaxienhaufen

als

die

Grundbausteine

des

Universums. "Gleichgültig, in welche Richtung wir blicken oder wie weit
wir mit unseren Riesenteleskopen sehen können - wir sehen überall diese
Haufen, die das Universum mehr oder weniger gleichmäßig ausfüllen", sagt
er. Erstes Ziel des SPARTAN-Projekts sei es, Herkunft und Verhalten des
heißen Gases zu untersuchen. Die Ergebnisse könnten helfen, das Puzzlespiel vielleicht etwas zu entwirren, wie diese Haufen im Anfangsstadium
des Universums entstanden und wie sie sich in der Folgezeit entwickelten.

Das zweite Projektziel liegt uns auf der Erde näher - nämlich das
Studium des zentralen Bereichs der Milchstraße. "Dieses Zentrum, um das
die Spiralen dieser riesigen Scheibe rotieren, ist dicht vollgepackt mit
Sternen, und es scheint auch häufig der Ort von Ereignissen zu sein, bei
denen erhebliche Energien im Spiel sind", so Crudacce. "Die heftige Aktivität könnte mit einem massiven zentralen Objekt in Zusammenhang stehen,
bei

dem es sich nach Ansicht

mancher Wissenschaftler

um

ein großes

Schwarzes Loch handelt."

Unter einem Schwarzen Loch ist ein massiver Stern sehr hoher Dichte
zu verstehen, der aber nicht direkt zu beobachten ist, weil Licht und
andere Wellen aus dem elektromagnetischen Spektrum von seiner Oberfläche
nicht abgestrahlt werden können. Auf seine Existenz wird auf Grund seines
Einflusses auf einen nahen Begleitstern geschlossen. Morris Aizenman, der
Leiter der Abteilung Astronomieforschung in der Nationalen Wissenschaftsstiftung (NSF) der USA, hebt hervor, daß die Wirkung eines Schwarzen Lochs

�Schwarzen Lochs nicht mit der eines Staubsaugers verglichen werden könne.
"Es wird kein Material angesogen - aber alles Material, das auf irgendeinem Weg hineingelangt, bleibt gefangen und kann nicht mehr hinaus. Da
die Milchstraße

mit

ihren

Spiralarmen wie ein riesiges Rad rotiert,

gelangt sicherlich auch galaktische Materie in ein eventuell im Zentrum
vorhandenes Schwarzes Loch. Aber das ändert über Hunderte von Millionen
Jahren kaum etwas an der Form unserer Milchstraße." Was die oft heftigen
Aktivitäten im Zentrum verursache, wisse man noch nicht. Aber es sei ein
sehr häufiges Phänomen im Universum und könnte im Zusammenhang mit der
kosmischen Evolution von Bedeutung sein.
SPARTAN erweitert das Raketen-Sonderprogramm der US-8ehörde für Luftund Raumfahrt

(NASA) beträchtlich. Während der letzten zwei Jahrzehnte

betrieb man mit Raketen Grundlagenforschung, die, mit zahlreichen Meßinstrumenten ausgerüstet, zu einem ballistischen Flug in die Hochatmosphäre und in den erdnahen Weltraum geschickt wurden. Die Instrumente
wurden freigesetzt, kehrten am Fallschirm zurück und machten dabei die
vorgesehenen Messungen. Das Gerät SPARTAN schafft die Möglichkeit, vom
Space Shuttle aus die Beobachtungszeiten um das Hundert- bis Tausendfache
zu verlängern. Bei den Raketensonden ergeben sich dafür stets nur wenige
Minuten.

Mit optischen Teleskopen läßt sich das Zentrum unserer Milchstraße
übrigens nicht beobachten, weil es von dichten Staubwolken und den Spiralarmen unserer Galaxis verdeckt ist. Auch sind wegen der Absorptionswirkung der Lufthülle Messungen von Röntgenstrahlung nur außerhalb der
Erdatmosphäre möglich. In den letzten fünf Jahren gelang zwar bereits die
Registrierung

zahlreicher

Quellen

von

Röntgenstrahlung,

SPARTAN wegen der Ausdehnung der Beobachtungszeit

jedoch

ist

ein sehr wichtiges

Forschungsinstrument.

Neben dem Kommandanten Daniel Brandenstein und seinem Kopiloten John
Creighton befinden sich weitere fünf Astronauten an Bord der DISCOVERY.
Shannon Lucid, John Fabian und Steven Nagel sind Missionsspezialisten und
Karriereastronauten der NASA. Als Nutzlastspezialist hat Prinz Abdul Aziz

�Prinz Abdul Aziz AI-Saud, ein Neffe des saudischen Königs, u.a. Aufgaben
im Zusammenhang mit dem Start des zweiten Nachrichtensatelliten für die
Arabische Liga zu erfüllen. Das 1260 kg schwere Gerät ist als Relaisstation für ländereigene und regionale Fernsehprogramme, sowie Schul- und
Bildungsprogramme vorgesehen. Der erste ARABSAT wurde mit der Europarakete ARIANE in den sog. geostationären Orbit befördert. MORELOS, ein
weiterer Nachrichtensatellit, der abgesetzt werden soll, ist das erste
Gerät für Mexiko, über das Fernsehprogramme gesendet sowie Telefon- und
Fernschreibdienstleistungen
satellit an Bord

abgewickelt werden. Der dritte Nachrichten-

(TELSTAR) wird im Auftrag des Unternehmens American

Telephone &amp; Telegraph gestartet. Er soll im Fernmeldedienst für die USA,
Alaska, Hawaii und Puerto Rico eingestzt werden.

Der französische Nutzlastspezialist und Wissenschaftastronaut Patrick
Baudry wird einen in Frankreich entwickelten Echokardiographen erproben,
mit dem Anpassungsreaktionen von Herz und Blutgefäßen an die Mikrogravitation, d.h. den fast schwerelosen Zustand, gemessen werden. Mit Hilfe
eines zweiten französischen Experiments werden Muskelaktivität, Kopfbewegungen und Auf- und Abbewegungen der Augen beobachtet und registriert.
Dies geschieht mittels biochemischer elektronischer Sensoren, Bandaufzeichnungen und Aufnahmen mit einer 16-mm-Kamera.

* * * * *

�1 2 . J u n i 1985

23

VORBEUGUNG - FRlJHZRKENNUNG - REHABILITATION
Z i e l s e t z u n g e n der WHO-Mitgliedstaaten f ü r d i e nächsten Jahre -

GENF die

(AD) -

"Gesundheit

Mitgliedstaaten

Generalversammlung
tiert

neut

der

1978.

bis

zum Jahr 2000"

Vorstellung

Dieses M o t t o
von e i n e r

38. Generalversammlung

bekräftigt.

soll,

alle

UN-WsltgeSundheitsorganisation

im Jahr

als utopische

zum Abschluß

der

für

Und es bedeutet

-

versorgung.
reichende

Jeder s o l l

Zu d i e s e n

(WHO)

vielfach

auf

ihrer

fehlinterpre-

Welt ohne K r a n k h e i t e n -

i n Genf

nach wie

(6. -

vor,

um d i e Grundvoraussetzungen f ü r Gesundheit

schen zu s c h a f f e n .

proklamierten

wurde

20. Mai 1985)

daß a l l e s

er-

g e t a n werden

im I n t e r e s s e a l l e r Men-

z . B . Zugang haben zu m e d i z i n i s c h e r Grund-

Voraussetzungen

Ernährung, einwandfreies

gehören

ferner

richtige

und

aus-

Trinkwasser und Schutzimpfungen

gegen

j e n e K r a n k h e i t e n , gegen d i e b i s h e r Vakzine e n t w i c k e l t worden s i n d .

Für
543,3
vier

1986/87

Millionen
Prozent

das Budget

genehmigte
Dollar,

mehr M i t t e l

mit

die

WHO-Generalversammlung

dem

zugeteilt

für

ländereigene

werden.

einen

Etat

von

Gesundheitsprogramme

Im Gesamtumfang

gegenüber dem vorangegangenen Haushalt u n v e r ä n d e r t .

ist

jedoch

Der ame-

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Der amerikanische Delegierte Neil Boyer, D i r e k t o r der Abteilung "Gesundh e i t s - und Suchtstoffangelegenheiten" im Referat f ü r I n t e r n a t i o n a l e Organisationen des amerikanischen Außenministeriums, hob i n Anbetracht dieser
Tatsache die wirksamen Maßnahmen Dr.
t o r s der

Halfdan Mahlers, des Generaldirek-

WHO, zur Straffung der Administration und Senkung von Verwal-

tungsausgaben bei g l e i c h z e i t i g e f f i z i e n t e r e r

Programmpolitik

mit beson-

derer Anerkennung hervor. Aus dem regulären Budget, das nur zum Ausgleich
der I n f l a t i o n s r a t e erhöht werden d a r f , f l i e ß e n mehr a l s 70 Prozent i n die
Länder- und Regionalprogramme.
Dr. Mahler a p p e l l i e r t e

an die M i t g l i e d s t a a t e n , die

schen Querelen herauszuhalten
f ü r a l l e " zu konzentrieren.

WHO aus p o l i t i -

und sich auf das A r b e i t s z i e l

"Gesundheit

Einstimmig angenommen wurde die Resolution,

H i l f e l e i s t u n g e n f ü r Afrika durch die WHO f o r t z u s e t z e n , mit denen die F o l gen von Trockenheit und Hünger für die Gesundheit der Betroffenen so weit
wie nur irgend möglich gemildert werden s o l l e n .

Die amerikanische Dele-

gation setzte sich für Maßnahmen e i n , die gewährleisten s o l l e n , daß die
Reaktion der

WHO bei Notständen auf dem Gesundheitssektor

lungsländern angemessen und r e c h t z e i t i g e r f o l g t .

in

Entwick-

Das regionale Büro f ü r

A f r i k a , das sich mit Notstandshilfen im Gesundheitswesen und f ü r medizinische Versorgung i n den von Dürre und Hunger heimgesuchten afrikanischen
Ländern befaßt, hatte b e r e i t s von der WHO zusätzliche Unterstützung durch
die Einrichtung einer ständigen Arbeitsgruppe

f ü r Katastrophenhilfe

be-

kommen.

Dem Malaria-Problem,
weitreichende
Zeit gewidmet.

soziale

das

nicht

nur

und w i r t s c h a f t l i c h e

gesundheitliche,

sondern

auch

Konseguenzen h a t , wurde

viel

Die Neuerkrankungen und Rückfälle

nehmen -

i n tropischen und subtropischen Ländern - erschreckend zu.

insbesondere
Niemand ver-

mag zu sagen, ob e i n Impfstoff gegen M a l a r i a , der im günstigen F a l l

in

etwa fünf Jahren zu erwarten wäre, die Menschheit von dieser Geissei t a t sächlich befreien könnte.

Der Lebenszyklus der - an äußere Bedingungen

überaus anpassungsfähigen - Plasmodien-Parasiten i s t

so komplex und e r -

faßt so v i e l e Bereiche i n der Natur, daß die technischen Schwierigkeiten
u n v e r g l e i c h l i c h größer s i n d , a l s es bei der Entwicklung bisher
- 2 -

verfügbar

�bisher verfügbar gemachter Vakzine gegen andere Krankheiten der Fall war.
Jedenfalls sollen die Forschungsanstrengungen auf diesem Gebiet intensiviert und gleichzeitig die Therapie sowie die heute möglichen Schutzmaßnahmen verbessert und gewissenhafter durchgeführt bzw. überwacht werden.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Dauerbehinderungen, beispielsweise gegen
Verlust des Hörvermögens, und verstärkte Programme für die Rehabilitation
Behinderter wurden veriangt und eingehend erörtert.
die Bedeutung

spezieller

Programme

hingewiesen, um

Außerdem wurde auf
nicht ansteckende

chronische Erkrankungen zu verhindern und besser beherrschen zu können.
Die Mitgliedstaaten wurden aufgefordert, in den Gemeinwesen vor allem Aktivitäten zur Vorbeugung bzw. zur Verhinderung und Kontrolle von Herzund Kreislaufkrankheiten, Lungenkrebs, Diabetes, chronischen Atemwegserkrankungen und anderen nichtansteckenden Krankheiten zu fördern.

Die WHO

solle die Bildung von Arbeitsgruppen unterstützen, die sich mit diesen
Erkrankungen und den jeweiligen Verhältnissen in den einzelnen Ländern
befassen, damit Informationen über Möglichkeiten zur Vorbeugung und Kontrolle eher ausgetauscht und verfügbar gemacht werden können.

Die Delegierten setzten sich für partnerschaftliche Zusammenarbeit
zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen ein und appellierten an die

Regierungen, bei der Durchführung von Gesundheitsprogram-

men die Sachkenntnis und Erfahrung nichtstaatlicher Organisationen in Anspruch zu nehmen.

Auch über die Auswirkungen von Mangelernährung in me-

dizinischer Sicht, über Zusammensetzung

geeigneter Mahlzeiten, Gesund-

heitsprobleme älterer Personengruppen, Berufskrankheiten und ihre Verhütung, richtige Abfallbeseitigung, die Bedeutung von Trinkwasserschutz,
die verschiedenen

Infektionskrankheiten

(einschließlich

der erworbenen

Immunschwäche AIDS) sowie Vorsorgeprogramme für Schwangere, Neugeborene
und Kleinkinder wurde diskutiert.

Die gesundheitlichen Folgen zu früher

Schwangerschaften verlangen besondere Aufmerksamkeit.

Die Mitgliedstaa-

ten sollten mithelfen, darauf hinzuwirken, daß Schwangerschaft bei Halbwüchsigen vor Abschluß der Entwicklung beider Partner vermieden wird.

* * * * *

- 3-

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          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
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              <text>Amerikadienst 12.06.1985</text>
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          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan: USA werden bei sowjetischer Zurückhaltung SALT II einhalten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Wortlaut der Erklärung des Präsidenten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA wollen sich bei beiderseitiger Zurückhaltung an SALT halten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Dokumentation des Weißen Hauses zum Bericht des Präsidenten an den Kongress -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Röntgenstrahlen von fernen Milchstraßen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Teleskopaufnahmen während des Siebentage-Fluges der DISCOVERY -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vorbeugung - Früherkennung - Rehabilitation&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Zielsetzungen der WHO-Mitgliedstaaten für die nächsten Jahre -&lt;/em&gt;</text>
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