<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1906" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1906?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T02:44:51+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1917">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/dda401be38aba15023c385a9f8ea533c.pdf</src>
      <authentication>375f5342a4985ee48053bc55db550b80</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="9573">
                  <text>Information
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

zu. März l*8i&gt;

12

INHALT

DOKUMENTATION
Shultz sieht Chancen für Dialog auf höchster Ebene
- Pressekonferenz des US-Autenministers Sowjets arbeiten intensiv an strategischen Defensivtechnologien
- Pressekonferenz von Botschafter Nitze -

Sowjets stellen weitere SS-20 auf
- Pressekonferenz von Unterstaatssekretär Richard Burt -

H1NTERÜRUNDMATER1AL
Hoffnung auf bessere amerikanisch-sowjetische Beziehungen
- Pressekonferenz von US-Vizepräsident Bush in Moskau
Das nordamerikanische Luft- und Weltraumverteidigungssystem (NORAD)
- Kurzinformation * * * * *

Um Über/cndung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 B o n n 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�12

20. März 1985

SHULTZ SIEHT CHANCEN F"ÜR DIALOG AUF HÖCHSTER EBENE
- Pressekonferenz des US-Außenministers -

WASHINGTON - (AD) - In einer Erklärung zu Beginn seiner Pressekonferenz am 15. März 1985 in Washington betonte Außenminister George Shultz,
für die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion bestünde "eine Gelegenheit für einen Dialog auf hoher Ebene, um die einzelnen Probleme anzugehen und zu konkreten Ergebnissen zu gelangen."

Zu den Problemen gehören dem Außenminister zufolge die Verringerung
der Rüstungen, die regionalen Meinungsverschiedenheiten, bilaterale Fragen sowie das Thema der Menschenrechte.

"In jedem dieser Bereiche gibt

es Meinungsverschiedenheiten - objektiv unterschiedliche Wertvorstellungen, wie auch Interpretationen des nationalen Interesses -, die nur schwer
beizulegen sein werden."

Die Erklärung

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432*

�Die Erklärung des Außenministers hat folgenden Wortlaut:

Ich war gerade beim Präsidenten und habe ihm über des Vizepräsidenten
und meine Reise nach Moskau sowie über unser Treffen mit Generalsekretär
Gorbatschow Bericht erstattet.

Der Präsident hatte uns eine klare, konstruktive Botschaft mit auf
den Weg gegeben.
Augenblick

Er ist der Meinung, daß dies ein potentiell bedeutsamer

für die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen ist.

Er hat

seine zweite Amtszeit begonnen und seine politischen Vorstellungen sind
überzeugende Wirklichkeit geworden; wir und die Sowjets sitzen in Genf
wieder am Verhandlungstisch; und jetzt gibt es in Moskau diese neue Füh-

i.

rung.

Deshalb haben die beiden Regierungen nun eine Gelegenheit für einen
Dialog auf hoher Ebene, um die einzelnen Probleme anzugehen und zu konkreten Ergebnissen zu gelangen.

Der Präsident ist auch weiterhin bereit,

diesen Prozeß mit Energie und Realismus zu verfolgen.

Hierzu hat er uns

angewiesen, dem Generalsekretär eine freimütige Beurteilung der vor uns
liegenden Hindernisse und Möglichkeiten zu unterbreiten.

Die Themenbereiche selbst sind wohlbekannt: Dazu gehören die Verringerung

der

Rüstungen,

regionale

Meinungsverschiedenheiten,

bilaterale

Fragen sowie die Menschenrechte.
. In jedem dieser Bereiche gibt es Meinungsverschiedenheiten - objektiv
unterschiedliche Wertvorstellungen wie auch Interpretationen des nationalen Interesses -, die nur schwer beizulegen sein werden."
i

Der Präsident hat die feste Absicht, in allen Bereichen auf konstruktivere Beziehungen hinzuarbeiten.

- In Genf ist oberstes Ziel, so bald wie möglich zu einem Abkommen hinsichtlich starker Verringerungen bei den nuklearen Offensivwaffen zu
gelangen.

Außerdem möchten wir mit den Sowjets einen längerfristigen
- 2-

�einen längerfristigen Dialog darüber beginnen, welchen Beitrag die
strategischen

Verteidigungen

Beziehungen leisten könnten.

hinsichtlich

stabilerer

militärischer

Wir sehen auf keiner Seite Hindernisse,

warum wir bei diesen Gesprächen nicht zu einer konkreten Diskussion
kommen sollten.

- Präsident Reagan ist weiterhin der Meinung, daG wir zu einem besseren
Verständnis mit der Sowjetunion hinsichtlich der beiderseitigen Notwendigkeit gelangen

sollten, zu friedlichen Lösungen der Probleme

dieser Welt - insbesondere in Regionen der Krise und der potentiellen
Konfrontation - zu kommen.

- In Widerspiegelung seiner eigenen tiefen 'Überzeugung wie auch jener
des amerikanischen Volkes und des Kongresses sähe der Präsident auch
gerne Fortschritte im Bereich der Menschenrechte.

Er hofft, daß ein

weiterer Dialog und vertrauliche Diplomatie sowie eine tiefere sowjetische Einsicht in die positiven Auswirkungen, die Fortschritte
gerade auf diesem Gebiet auch in anderen Bereiche unserer Beziehungen
haben könnte, Ergebnisse zeitigen.

- Schließlich ist der Präsident bereit, eine Ausweitung der bilateralen
Zusammenarbeit in einer ganzen Bandbreite von Bereichen anzustreben:
Kontakte von Mensch zu Mensch, kultureller Austausch, Sicherheit des
Luftverkehrs, nichtstrategischer Handel und andere Themen des beiderseitigen Interesses.

Derzeit sind wir in einer ganzen Anzahl von Be-

reichen mitten im Gespräch mit den Sowjets.

Es gibt in den Vereinigten Staaten eine natürliche Tendenz, Wandel
optimistisch zu sehen - wir sind eine Nation von Optimisten und das ist
gut so. Wir neigen auch dazu, im Zweifel erst einmal für den anderen zu
sein - und auch das ist gut so.

In diesem Geist setzen wir auch das Ge-

spräch mit der Sowjetunion in mehreren Bereichen fort.
Aber zusammen mit unserem guten Glauben und unserer Hoffnung tragen
wir auch ein gesundes Maß an Realismus mit uns - ein Realismus, der sich

�der sich auf die historische Erfahrung gründet, daß sich unsere Erwartungen nicht immer erfüllt haben.
Wir und die Sowjetunion tragen ein gewaltiges Maß an Verantwortung
für die Aufrechterhaltung des Friedens und die Förderung eines besseren
Verständnisses. In den kommenden Monaten beabsichtigt der Präsident, alle -seine Bemühungen beiden Zielen zu widmen.

* * * # #

�20. März 1985

12

SOWJETS ARBEITEN INTENSIV AN STRATEGISCHEN DEFENSIVTECHNOLUÜiEN
- Pressekonferenz von Botschafter Nitze -

Washington -(AD)- Am 14. März 198i&gt; äußerte sich Botschafter Paul Nitze, der Sonderberater des amerikanischen Präsidenten für Fragen der Rüstungskontrolle, im Gespräch mit Journalisten zur Strategischen Verteidigungsinitiative der Vereinigten Staaten und zu verschiedenen Fragen der
Rüstungskontrolle. Wir geben den Wortlaut des Gesprächs, das am 16. März
von der "Stimme Amerikas" ausgestrahlt wurde, im folgenden in Auszügen
wieder:

FRAGE; Botschafter Nitze, Präsident Reagan hat klargestellt, daß man
über

die

von

ihm

vorgeschlagene

Strategische

Verteidigungsinitiative

(SD1) zwar sprechen, aber nicht verhandeln könne. Die Sowjets haben darauf erwidert, indem sie erklärt haben, daß sie auf eine Weiterführung der
amerikanischen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Rahmen der SDI mit
einer erheblichen Vergrößerung ihres Potentials an Offensivwaffen reagieren würden ... Es wird vielfach angenommen, daß damit die Sackgasse für
die gerade anlaufenden Verhandlungen schon vorgezeichnet sei. Gibt es irgendwelche Gründe für die Annahme, daß eine der beiden Seiten sich in
grundlegenden Verhandlungspositionen noch bewegen kann oder wird, nachdem
sich beide durch so viele öffentliche Erklärungen festgelegt haben ?
ANTWORT: ...

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432"

�ANTWORT: ... Bei der SDI handelt es sich um ein Forschungsprogramm.
Der Sinn der in ihrem Rahmen durchzuführenden Forschungsarbeiten besteht
darin, Defensivsysteme zu entwickeln, mittels derer die Wiedereintrittsflugkörper ballistischer Raketen bekämpft werden können. Da die SDI ein
Forschungsprogramm ist, steht sie auch völlig im Einklang mit dem ABMVertrag. Die Sowjets stimmen mit uns darin überein, daß es nicht möglich
ist, ein Abkommen auszuhandeln, mittels dessen sich Forschung begrenzen
ließe. Wirkliche Probleme würden erst dann auftauchen, wenn diese Forschungsarbeiten zu kosteneffektiven und überleuensfähigen Waffensystemen
führten, in diesem Falle würden die Vereinigten Staaten bestrebt sein,
mit der Sowjetunion darüber zu verhandeln, wie solche Systeme bei den
Streitkräften beider Seiten in einer Art und Weise eingeführt werden
könnten, die die beiderseitige Sicherheit erhöhen würde. Das wäre nicht
destabilisierend, sondern von Vorteil für alle und auch von Nutzen für
den Frieden.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind wir bereit, diese Fragen mit der Sowjetunion zu erörtern, obwohl wir noch gar nicht wissen, wie solche Waffensysteme genau aussehen würden, ich wiederhole: Forschung als solche
ist nichts, worüber man verhandeln kann; das war noch nie möglich. Die
Sowjets schlagen auch gar nicht vor bzw. haben nie vorgeschlagen, daß man
die Forschung vertraglich begrenzen sollte. Was mit solchen Waffensystemen getan werden könnte, falls sie tatsächlich entwickelt würden und
machbar erschienen, ist bereits durch den ABM-Vertrag festgelegt, und wir
schlagen vor, an dem Vertrag festzuhalten und mit den Sowjets zu erörtern, wie solche Systeme bei den Streitkräften beider Seiten eingeführt
werden könnten. ...

FRAGE: Herr Botschafter, man fragt sich vielfach, ob eine Bewilligung
der Mittel für die MX-Rakete durch den Kongreß Auswirkungen auf die Verhandlungen in Genf haben würde. ...

ANTWORT: ... Ich habe bei meiner Anhörung (vor dem Kongreß) gesagt,
daß zwischen der Bereitschaft und Entschlossenheit der Vereinigten Staaten zur Aufrechterhaltung eines angemessenen Abschreckungspotentials und
der Möglichkeit

eines sinnvollen Rüstungskontrollabkommens

ein klarer

�ein klarer Zusammenhang besteht ... Als ich gefragt wurde, welche unmittelbaren Auswirkungen sich ergeben würden, sagte ich, daß meines trachtens keine unmittelbare Reaktion erfolgen würde ... Langfristig gesehen
wäre es jedoch sehr schädlich und sogar verheerend für uns, wenn die Mittel für die MX nicht bewilligt würden.

FRAGE: Könnte es nicht sein, daß in dem Falle, daß man eine Ablehnung
der MX durch den Kongreß als Kompromiß der Vereinigten Staaten verstünde,
dies die Sowjets veranlassen würde, ihrerseits Kompromisse zu machen ... V

ANTWORT: Sie erinnern sich sicherlich noch an Harold Brown, der unter
der Carter-Administration Verteidigungsminister war. Ihm wurde einmal eine ähnliche Frage gestellt, und er sagte daraufhin: "Wir haben die Erfahrung gemacht, daß die Sowjets aufrüsten, wenn wir aufrüsten, aber auch
dann aufrüsten, wenn wir nicht aufrüsten." Wir haben bisher noch nicht
erlebt, daß die Sowjets einseitige Rüstungsverminderungen des Westens honoriert hätten. ...
FRAGE: Wenn die Vereinigten Staaten mit der Forschung und Entwicklung
im SDI-Bereich weitermachten und schließlich auch zur Aufstellung solcher
Systeme übergingen, würden die Sowjets dann im Gegenzug nicht einfach ihr
eigenes Offensivpotential

umstrukturieren, beispielsweise

durch seege-

stützte Marschflugkörper ?

ANTWORT: ... Es ist richtig, daß Marschflugkörper eine andere Art von
Waffen darstellen als die Wiedereintrittsflugkörper ballistischer Raketen. Die gegenwärtig gefährlichsten NuklearSysteme, d.h., die, die am
ehesten das Vergeltungspotential der anderen Seite außer Gefecht setzen
könnten, sind jedoch die Wiedereintrittsflugkörper der ballistischen Raketen. Sie haben eine kürzere Flugzeit, eine hohe Treffsicherheit und eine große Zerstörungskraft. Daher bilden die ballistischen Raketen heute
die Hauptgefahr, und ein Abwehrsystem gegen sie würde somit der Hauptgefahr begegnen. Das bedeutet jedoch nicht, daß man alle Gefahren aus der
Welt geschafft hätte, wenn man dieser einen erfolgreich begegnen könnte.
•*•

Ich glaube,

�Ich glaube, es wird oft nicht erkannt, daß die Sowjetunion den Defensiv- und den Offensivwaffen immer das gleiche Maß an Aufmerksamkeit geschenkt hat. Nach unseren Schätzungen haben die Sowjets ungefähr jeweils
die Hälfte ihrer Ausgaben für die strategische Rüstung auf Defensiv- und
auf Offensivsysteme verwandt. ... Sie betreiben schon seit langem Forschungsarbeiten im Bereich neuer Verteidigungstechnologien. ... Bei unseren Forschungsarbeiten handelt es sich also keineswegs um eine einseitige
Angelegenheit. Die Sowjets arbeiten sogar schon länger an diesen Dingen
als wir. Sie sind heute die einzigen, die ein effektives ABM-System (Raketenabwehrsystem) haben ... Lin einsatzfähiges ASAT-System (Antisatellitensystem) besitzen sie ebenfalls schon. Wir dagegen haben zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder ein ABM- noch ein einsatzfähiges ASAT-System. Wir
sind erst dabei, ein Forschungsprogramm zur Entwicklung eines solchen Systems einzuleiten. Ich glaube, es ist wichtig für den Westen, keine Lage
entstehen zu lassen, in der nur die Sowjetunion solche Abwehrsysteme besitzt. Die Sowjets verfügen auch über ein sehr starkes Üffensivpotential.
Ihre Möglichkeiten zum Linsatz von Kernwaffen gegen militärische Ziele
sind heute umfassender als die unsrigen. Wenn man dies in Zusammenhang
mit ihrer überlegenen Abwehr sieht, dann kommt man zu dem Schluß, daß wir
vor einer Lage stehen, in der wieder ein besseres Gleichgewicht hergestellt werden muß. Genau das versuchen wir. Wir können das teilweise erreichen, indem wir selbst nachziehen. Ls wäre jedoch besser, wenn man
sich auf eine echte Verminderung der Offensivwaffen sowie auf eine Begrenzung der Defensivwaffen verständigen könnte.

FRAGL: Herr Botschafter, Sie haben die Bedingungen für die Einführung
von SDI-Systemen genannt: Sie müssen überlebensfähig und kosteneffektiv
sein ... Man hat zuweilen gesagt, daß diese Bedingungen extrem streng und
eigentlich nicht zu erfüllen seien. ...

ANTWORT: ... Wenn ich "überlebensfähig" sage, dann spreche ich nicht
von einem perfekten Abwehrsystem, ich meine vielmehr, daß die Bestandteile eines solchen Abwehrsystems ein vernünftiges Maß an Überlebensfähigkeit besitzen sollten ... Wenn dies nicht der Fall wäre, dann könnte ein
Angreifer seinen ersten Schlag gegen die verwundbaren Teile des Systems
richten, die gesamte Abwehr außer Gefecht setzen und sich dann anschlie- 4 -

�dann anschließend den eigentlichen Zielen zuwenden. Zweitens muß man sicherstellen, daß die Bestandteile eines solchen Systems insgesamt kosteneffektiver sind als Offensivwaffen. Mit anderen Worten: Wenn eine zahlenmäßige Vermehrung der Offensivsysteme billiger wäre, bestünde für die andere Seite ein Anreiz, genau dies zu tun. Man kann die andere Seite hiervon nur abbringen, wenn es möglich ist, die üefensivsysteme so zu konzipieren, daß die Kosten einer Verstärkung des Defensivpotentials geringer
sind als die Kosten einer Verstärkung des Offensivpotentials. ...
FRAGE: Botschafter Nitze, welche Fragen stehen nach ihrer Meinung im
Mittelpunkt des Themenbereichs Mittelstreckensysteme ... i

ANTWORT: Die Hauptfrage, die wir bei den INF-Verhandlungen von 1981
bis zum sowjetischen Auszug im Jahre 1983 nicht lösen konnten, ergab sich
aus der sowjetischen Forderung, daß der OdSSR das Recht zugestanden werden müsse, eine große Anzahl von SS-20-Raketen zu behalten, während die
Vereinigten Staaten keine Pershing-il oder landgestützte Marschflugkörper
besitzen dürften ... D.h., der sowjetische Standpunkt lautete: Null für
die Vereinigten Staaten und eine hohe Zahl für die UdSSR. ...

Heute stellt sich die Frage etwas anders. Die NATO hat eine gewisse
Anzahl von Pershing-il und landgestützten Marschflugkörpern aufgestellt.
Die Sowjets hingegen haben im Rahmen dessen, was sie "Gegenmaßnahmen"
nennen, ebenfalls eine Reihe neuer Waffen aufgestellt. ... Sie haben Raketen der Typen SS-12" und SS-22 vorverlegt, solche des Typs SS-23 aufgestellt und einige ihrer Unterseeboote auf vorgeschobenere Positionen beordert, heute geben sie uns zu verstehen, daß nach ihrer Meinung beide
Seiten da stehenbleiben sollten, wo sie angelangt sind. D.h., wir sollen
bei etwas mehr als 100 INF-Raketen anhalten, während sie für sich das
Recht in Anspruch nehmen, alle ihre SS-2U zu behalten ... Das wäre sicherlich keine besonders gute Lösung. Es wäre eine recht einseitige Lösung. ... Wir liegen also ziemlich weit auseinander. ... Es muß daher intensiv verhandelt werden, insbesondere über diese Kernfrage: Null Waffen
gegen sehr viele. ...

Es würde mich überraschen, wenn sich (in Genf) in den nächsten Mona-

�nächsten Monaten viel ergäbe, was für die Öffentlichkeit sichtbar ist,
denn die Tagesgeschäfte bei den Verhandlungen in Genf müssen vertraulich
gehalten werden ... Das ist wichtig, wenn die Verhandlungen ernsthaft
sein sollen. ... Bei der früheren Verhandlungsrunde in Genf haben wir
über viele Punkte Klarheit herstellen und in sehr vielen Fragen Fortschritte erzielen können. ... Das wäre nicht zu schaffen gewesen, wenn
Botschafter Kwitsinsky oder ich jeden Tag nach unseren Sitzungen eine Erklärung vor der Presse abgegeben hätte. ... Man mub bei diesen Gesprächen
ein gewisses Maü an Vertraulichkeit

wahren, wenn man ernstzunehmende

Fortschritte erzielen will. ...

* * * * *

�20. März 19ö5

12

SOWJETS STELLEN WEITERE SS-2Ü AUF
Pressekonferenz von Unterstaatsseketär Richard Burt -

Brüssel -(AD)- Im Anschluß an eine Tagung der Sonderberatungsgruppe
(SCÜ) der NATO gab Unterstaatssekretär Kichard burt, Vorsitzender der
Gruppe und Leiter der Europaabteilung im amerikanischen Außenministerium,
am 9. März 1983 in Brüssel eine Pressekonferenz, auf der er u.a. mitteilte, daß sich die Zahl der sowjetischen SS-20-Raketen auf 414 erhöht habe.
Außerdem kündigte er für die am 12. März eröffneten RüstungskontrollVerhandlungen in Genf amerikanische Initiativen an. Wir geben im folgenden
die Eingangserklärung Burts und Auszüge aus den nachfolgenden Fragen und
Antworten im Wortlaut wieder.

BURT; Im Anschluß an die Zusammenkunft des Nordatlantikrats heute
morgen, bei der auch die Botschafter Kampelman, Tower und Glitman zugegen
waren, trat am Nachmittag die Sonderberatungsgruppe zusammen, um den iNFAspekt (INF = Intermediate-Range Nuclear Forces = Nukleare Mittelstrekkensysteme) der neuen Verhandlungsrunde zu erörtern, die morgen in Genf
von den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion eröffnet wird.

Gemeinsam mit

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432"

�Gemeinsam mit Botschafter Glitman habe ich den Mitgliedern der SCG
erläutert, in welcher Art und Weise die Vereinigten Staaten bei diesen
neuen Verhandlungen eine deutliche Verminderung und wenn möglich eine
völlige Beseitigung der LRiNF-Systeme (LRINF = Long-Range IntermediateRange Nuclear Forces = Nukleare Mittelstreckensysteme Größerer Reichweite) anstreben werden. Wir haben nochmals bestätigt, daß wir an den vom
Bündnis gesetzten Grundkriterien für ein faires und bedeutungsvolles Abkommen festhalten, gleichzeitig aber auch unsere Bereitschaft bekräftigt,
auf unseren früheren initiativen vom September 1983 aufzubauen, die ihnen
innewohnende Flexibilität zu nutzen und allen ernsthaften neuen Vorschlägen der sowjetischen Seite unsere Aufmerksamkeit zu schenKen. Wir haben
darüberhinaus nochmals die Zusicherung des Präsidenten unterstrichen, daß
unseren Unterhändlern Weisungen mit auf den Weg gegeben werden, die sie
in die Lage versetzen, "jeden erfolgversprechenden Weg zu Fortschritten
zu prüfen".

Die Mitglieder der SCG begrüßten die morgige Eröffnung der neuen Verhandlungsrunde und brachten ihre volle Unterstützung für die amerikanische Position zum Ausdruck. Sie vermerkten, daß die amerikanische Position in Genf reichlichen Spielraum für ernsthafte Verhandlungen über ein
faires und verifizierbares Abkommen bietet. Ferner äußerten sie die Auffassung, daß Fortschritte in Richtung auf ein INF-Abkommen möglich sind,
wenn die Sowjetunion eine vergleichbare Bereitschaft an den Tag legt, auf
die Anliegen des Westens einzugehen. Dementsprechend appellierte die SCG
an die Sowjetunion, bei den neuen Verhandlungen eine ernsthafte und entgegenkommende Haltung einzunehmen.

Abschließend bestätigte die SCG erneut ihre Unterstützung für beide
Aspekte - den rüstungs- und den rüstungskontrollpolitischen - des NATUDoppelbeschlusses aus dem Jahre 1979. Das Bündnis ist nach wie vor bereit, die Aufstellung von LRINF-Systemen im Rahmen eines fairen Rüstungskontrollabkommens abzuwandeln, anzuhalten, rückgängig zu machen oder auszusetzen. Wir waren uns darin einig, daß wir alle bereit sein müssen, bei
dem Ringen um ein solches Abkommen viel Geduld, Beharrlichkeit und Entschlossenheit zu zeigen.

FRAGE: Was
- 2 -

�FRAGE: Was wurde auf der Tagung hinsichtlich des Todes von Tschernenko gesagt ? War man der Meinung, daß dies Auswirkungen auf die Verhandlungen haben'könnte ?

ANTWORT: ... Wenn morgen die neue Verhandlungsrunde eröffnet wird,
wird alles seinen gewohnten Gang gehen. Wir haben uns an solche Zwischenfälle gewöhnt. Was Veränderungen in der sowjetischen Führung angeht, so
haben wir den Eindruck, daß die Sowjetunion in der Lage ist, die Regierungsgeschäfte weiterzuführen. Wir werden unsere Strategie, die auf ein
baldiges Abkommen gerichtet ist, nicht ändern ...

FRAGE: Gibt es Anzeichen für die Aufstellung neuer sowjetischer Raketen ... ?

ANTWORT; Wir beobachten einen stetigen Prozeß der Vermehrung von Raketen des Typs SS-20. Ich würde nicht sagen, daß er sich beschleunigt
hat. Während des vergangenen Jahres war jedoch ein stetiges Anwachsen der
Zahl dieser sowjetischen Waffen zu verzeichnen.

FRAGE: Können Sie uns die gegenwärtige Zahl von SS-20 nennen ... ?

ANTWORT: Wir können die Gesamtzahl der SS-20 heute mit 414 angeben.
•• •

FRAGE: Ist heute darüber gesprochen worden, ob die Gefahr besteht,
daß Gegensätze in der Frage der Weltraumwaffen Fortschritte in den Verhandlungen über INF blockieren könnten ?

ANTWORT: ... Einer der wichtigsten Aspekte der sowjetischen Strategie
besteht eindeutig

darin, die Strategische

Verteidigungsinitiative

der

Vereinigten Staaten dadurch unter Druck zu bringen, daß sie Fortschritte
bei den Verhandlungen in den anderen Bereichen von amerikanischen Zugeständnissen in diesem Bereich abhängig machen ... Diese Strategie wird
sich als Burierang erweisen, weil wir vorhaben, bei den Verhandlungen über
nukleare Offensivwaffen sowohl im Bereich der strategischen Waffen als
auch in dem der INF-Systeme die Initiative zu ergreifen ... Wir glauben,
- 3 -

�Wir glauben, daß wir auf diese Weise die Weltraum- und Defensivwaffen von
den Verhandlungen über Offensivwaffen abkoppeln können und daß sich von
daher der Drück der öffentlichen Meinung nicht gegen uns, sondern gegen
die Sowjets richten wird. Sie können die Strategische Verteidigungsinitiative des Präsidenten nicht zum Vorwand nehmen, um mit uns nicht ernsthaft über die Offensivwaffen zu verhandeln. ...

FRAGE: Bedeutet das, daß Sie neue Vorschläge und Ideen haben ... ?

ANTWORT; Wir haben eindeutig neue Ideen.
FRAGE; Können Sie uns von diesen einen Eindruck vermitteln 1

ANTWORT; Nein ... Wenn wir unsere Vorschläge öffentlich und im Detail
erläuterten, bevor wir sie mit den Sowjets erörtert haben, würde man uns
sofort beschuldigen, Propaganda zu betreiben ...

FRAGE; Handelt es sich bei diesen neuen Vorschlägen um Modifikationen
der Positionen, die Sie zuletzt, d.h., Ende 19Ö3 eingenommen hatten, oder
sind sie radikaler ?

ANTWORT; Ich glaube, man kann sagen, daß es sich um Modifikationen
handelt, da die Vorschläge von 1983 auf recht grundlegenden Prinzipien
beruhten. Beispielsweise haben wir gesagt, daß wir im INF-Bereich nichts
tun werden, was unsere konventionelle Verteidigung schwächt. Wir waren
übereingekommen, daß wir die französischen und britischen Waffen nicht in
die Verhandlungen einbeziehen würden und daß die INF-Systeme weltweit begrenzt werden müßten. Diese Grundsätze bilden auch weiterhin die Leitlinien unserer gesamten Verhandlungsposition ... Ich möchte jedoch hinzufügen, daß innerhalb der durch diese Grundsätze gesetzten Beschränkungen
unseres Erachtens eine Menge Spielraum für eine kreative Verhandlungsführung besteht, falls die Sowjets ihrerseits bereit sind, dabei mitzuwirken. ...

* * * * *

- 4-

�20. März 1985

12

HOFFNUNG AUF BESSERE AMERIKANISCH-SOWJETISCHE BEZIEHUNGEN
- Pressekonferenz von US-Vizepräsident Bush in Moskau -

MOSKAU - (AD) - Der amerikanische Vizepräsident George Bush, als
Leiter

der

amerikanischen

Delegation

zur Beisetzung

des verstorbenen

sowjetischen Staats- und Parteichefs Konstantin Tschernenko in Moskau,
erklärte dort auf einer Pressekonferenz am 13. März 1985 nach seinem
Treffen mit dem neuen Generalsekretär Michail Gorbatschow, die Vereinigten Staaten machten "sich große Hoffnungen, daß es in Genf Fortschritte
gibt und große Hoffnungen, daß es auch insgesamt zu einer Verringerung
der Spannungen kommt."

Die Pressekonferenz des Vizepräsidenten hat in Auszügen folgenden
Wortlaut:
FRAGE: 'Überbrachten Sie ein Schreiben von Präsident Reagan, in dem
Gorbatschow zu einem Gipfeltreffen in Washington eingeladen wird? Und

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�eingeladen wird? Uhd wenn ja: Wie war seine Reaktion? Und wie sind die
Aussichten?
ANTWORT: Ich habe ein Schreiben mitgebracht. Ich werde zwar nichts
über den Inhalt sagen, bin aber der 'Überzeugung, daß der Präsident den
Eindruck hat, ein Treffen wäre nützlich.

FRAGE: Es wird viel darüber geredet, daß nun eine Zeit der Entspannung oder doch zumindest der besseren Beziehungen zwischen Washington und
Moskau käme. Können Sie uns Ihr Urteil zu einer möglichen atmosphärischen
Veränderung geben?

ANTWORT: Ich glaube, beide Seiten hatten den Eindruck eines konstruktiven Gesprächs ohne Polemik. Wenn es innerhalb der letzten Jahre je einen Zeitpunkt gab, an dem ein Fortschritt möglich war, so scheint mir das
jetzt zu sein... Wir hegen große Hoffnungen, daß es in Genf Fortschritte
gibt und große Hoffnungen, daß es auch insgesamt zu einer Verringerung
der Spannungen kommt.

FRAGE: Sprachen

Sie über die Strategische

Verteidigungsoffensive?

Hatten Sie den Eindruck, die neue sowjetische Führung sähe darin ein
unüberwindbares Hindernis für gute Beziehungen?
ANTWORT: ... Wir hatten aus dem Gespräch insgesamt heraus nicht den
Eindruck, irgendetwas sei unüberwindbar.
FRAGE: Inwieweit wurde das Gespräch von Gorbatschow, inwieweit von
Gromyko gelenkt?

ANTWORT: Gorbatschow

lenkte- das' -Treffen und" tat dies mit großem

Selbstvertrauen und großer Sicherheit... natürlich beteiligten sich alle
an der Unterhaltung, aber eindeutig war Gorbatschow der Hauptgesprächspartner, voll Selbstvertrauen in seinen Erklärungen und er hinterließ einen sehr großen Eindruck.

...FRAGE: Welchen Eindruck hatten Sie von Gorbatschows Bereitschaft zu

�Bereitschaft zu einem Treffen mit Reagan?
ANTWORT: Ich kann dies wirklich nicht beantworten. Nicht, um Ihrer Frage
auszuweichen, sondern weil ich Ihnen einfach nichts sagen kann. Aber
wissen Sie, ich habe das sehr angenehme Gefühl - ich kenne den Präsidenten ja nun recht gut - daß es nützlich wäre und gut...

Wir hatten den Eindruck, vielleicht

etwas Fortschritt

gemacht zu

haben, und ich weiß, daß der Präsident dies genauso sehen würde.

* * * * *

- 3-

�20. März 1985

12

DAS NORDAMERIKANISCHE LUFT- UND WELTRAUMVERTEIDIGUNGSSYSTLM (NORAD)

- Kurzinformation -

Washington -(AD)- Die folgende, vom US-Informationsamt (USIA) herausgegebene Kurzinformation
bietet einen Überblick über das Nordamerikanische
Luft- und Weltraumverteidigungssystem (North American Aerospace Defense Command, abgekürzt NORAD).
Gegenwärtige Sachlage

Die Vereinigten Staaten und Kanada haben am Ib. März 1985 in Wuebec
ein neues Abkommen über die Modernisierung des nordamerikanischen Luftverteidigung s-, Warn- und Überwachungssystems unterzeichnet. Gemäß dem
Abkommen wird an der Peripherie des Kontinents ein Warnsystem aufgebaut
werden, um der unmittelbaren Bedronung zu begegnen, die sich aus der erhöhten Schlagkraft der Streitkräfte der Sowjetunion ergibt. Das System
wird in der Lage sein, feindliche Bomber und Marschflugkörper, die innerhalb der Atmosphäre in großer oder geringer Flughöhe in den nordamerikanischen Luftraum eindringen, zu orten und ihren Kurs zu verfolgen.

Überhorizont-Backscatter-Radars (OTH-B) mit großer Reichweite werden

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Reichweite werden einen Hauptbestandteil dieses Systems bilden. Sie werden auf dem Territorium der Vereinigten Staaten aufgestellt werden und
das östliche, westliche und südliche Vorfeld des nordamerikanischen Kontinents abdecken. Das Kernstück des neuen amerikanisch-kanadischen Verteidigung sabkommens bildet jedoch der Ersatz der veralteten Frühwarnkette
(Distant Early Warning [DEWJ radar line) von NORAD durch das Nordwarnsystem.

Eine Kette vorgeschobener Radarstationen wird sich von Nordalaska
über Nordkanada bis zur Küste von Labrador erstrecken. Im Gegensatz zu

*

der alten DEW-Kette, die von der amerikanischen Luftwaffe betrieben wird,
wird das Nordwarnsystem von Kanadiern bedient, befehligt und bemannt werden. Rund 6ü Prozent der Kosten für das neue Radarsystem werden die Vereinigten Staaten tragen; für die restlichen 40 Prozent kommt Kanada auf.

Bei dem alten DEW-System handelt es sich um eine 3 uUÜ Meilen lange
Kette von Radarstationen, die sich durch das Eis und die Tundra der Arktis zwischen Alaska und Grönland erstreckt. Sie war ursprünglich als erste Verteidigungslinie des nordamerikanischen Kontinents gedacht; der kanadische Teil wurde 1^56 fertiggestellt. Zwischen I9i&gt;9 und 1961 wurden
vier neue Stationen hinzugefügt, so daf3 die DEW-Kette danach bis Grönland
reichte. Ihre Hauptfunktion bestand darin, kernwaffentragende sowjetische
Bomber zu orten, sobald die angreifenden Maschinen über dem nördlichen
Horizont erschienen.

In der Erfassung von in geringer Höhe anfliegenden Objekten durch die
gegenwärtige DEW-Kette klaffen zahlreiche Lücken, die Leistung der Radars
ist schlecht, und der Betrieb und die Wartung des Systems sind kostspielig. Bei der Modernisierung der DEW-Kette geht es im Grunde um den Ersatz
von 31 veralteten Radarstationen (vier in Grönland, 21 in Kanada und
sechs in Alaska) durch 52 neue Radaranlagen.

Diese Radars werden den Luftraum tief genug abtasten können, um auch
technologisch fortgeschrittene, tieffliegende Bomber sowie Marschflugkörper, deren Flugbahn dem Geländerelief folgt, zu orten. Sie werden Informationen über den Kurs, die Flughöhe und die Geschwindigkeit einfliegen- 2 -

•

�Geschwindigkeit einfliegender Maschinen liefern. Von den 52 Kadars werden
39 unbemannte Stationen mit kurzer Reichweite sein. Bei den restlichen 13
handelt es sich um Anlagen mit großer Reichweite, die ein Bedienungspersonal von 23U Mann erfordern.

Weitere Schwerpunkte des gemeinsamen amerikanisch-kanadischen Programms zum Ausbau der Luftverteidigung des Kontinents sind die Abdeckung
Nordamerikas durch fliegende frühwarnssysteme (AWAuS) und die Errichtung
von vorgeschobenen Linsatzbasen und Ausweicheinsatzbasen für Kampf- und
AWACS-Flugzeuge.

Was ist NQRAü ?

Das Nordamerikanische Luftverteidigungssystem

wurde im August 1937

gegründet, als die Vereinigten Staaten und ihr NATO-Partner Kanada ihre
Luftverteidigungskräfte zusammenfaßten und sich somit die Verantwortung
für die strategische Verteidigung der Hemisphäre teilten. 1981 wurde der
Name in Nordamerikanisches Luft- und Weltraumverteidigungssystem abgeändert, um Veränderungen in der Aufgabenstellung von NORAD Rechnung zu tragen.
NORAü ist die erste binationale, alle Teilstreitkräfte einbeziehende
Militärorganisation auf dem Kontinent, L S bezeichnet auch das erste im
Frieden zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada geschlossene Verteidigungsabkommen, in dessen Rahmen Streitkräfte beider Länder einem gemeinsamen Überbefehlshaber unterstellt werden.

Organisation

Nach dem amerikanisch-kanadischen NORAU-Abkommen aus dem Jahre 1957
ist der Oberbefehlshaber von NORAü immer ein amerikanischer Luftwaffengeneral, sein Stellvertreter hingegen ein kanadischer ueneral. Der NORADOberbefehlshaber ist über die Vereinigten Stabschefs der amerikanischen
Streitkräfte bzw. den Generalstabschef der kanadischen Streitkräfte den
Regierungen beider Länder verantwortlich. Dem NORAD-Oberbefehlshaber unterstehen gleichzeitig auch das amerikanische Oberkommando für die Luft-

�die Luft- und Weltraumverteidigung und das Oberkommando für den Weltraum.

Den sieben regionalen Kommandobereichen von NORAü (vier im Kernland
der Vereinigten Staaten, zwei in Kanada und einer in Alaska) sind jeweils
Radarsysteme und Abfangjäger zugeteilt. Diese regionalen Kommandobereiche
tragen die Verantwortung für die Luftraumüberwachung und -Verteidigung in
ihren jeweiligen Gebieten. Die Einsatz- und Operationszentrale von NORAD
ist unterirdisch in einem Berg, dem Cheyenne-Mountain-Komplex, in der Nähe von Colorado Springs untergebracht.

Finanzierung

Kanada kommt gegenwärtig für etwa zehn Prozent der direkten Kosten
von NORAD auf.

Auftrag
Der ursprüngliche Auftrag von NORAu war die Verteidigung des Kernlands der Vereinigten Staaten, Kanadas und Alaskas gegen Bomberangriffe.
Im Jahre 1981 definierten die Vereinigten Staaten und Kanada in einer gemeinsamen Erklärung den Luftverteidigungsauftrag von NORMO neu. im Rahmen
dieses neuen Ansatzes wird folgenden Aspekten besondere Beachtung geschenkt:

- der fortlaufenden Modernisierung

der sowjetischen Bomberflotte und

der Entwicklung von see- und luftgestützten Marschflugkörpern in der
Sowjetunion;
- der

Notwendigkeit

verläßlicher Frühwarnsysteme

zur Erfassung

von

Flugobjekten in der Atmosphäre;
- der Begrenzung des möglichen Schadens für das strategische Vergeltungspotential und die entsprechenden Kommandoeinrichtungen;
- der Beherrschung des Vorfeldes des nordamerikanischen Luftraums und,
falls notwendig,
- der Abwehr von Angriffen in der Atmosphäre.

Zu den Hauptaufgaben von NORAü gehört heute, 1. Ereignisse, die eine

�die eine feindliche Handlung beinhalten könnten, zu registrieren; 2. die
obersten Führungsstellen beider Länder über die Nationale Militärbefehlszentrale in Washington, D.C., bzw. über die Nationale Verteidigungsoperationszentrale des Hauptquartiers für die Landesverteidigung

in Ottawa,

Kanada, rechtzeitig, zuverlässig und unzweideutig vor einem Raketenangriff zu warnen und Art und Umfang eines solchen Angriffs korrekt zu bestimmen; 3. mit Mitteln der Weltraumüberwachung Satelliten in Erdumlaufbahnen zu orten, ihre Bahn zu verfolgen, sie zu identifizieren und zu katalogisieren; 4. im Frieden die Ausübung der Hoheitsrechte im amerikanischen und kanadischen Luftraum zu gewährleisten und eine begrenzte Verteidigung gegen Luftangriffe zu sichern.

Gliederung der Streitkräfte

Folgende Organisationen stellen Streitkräften für NORAD ab:

- Das Luftwaffenoberkommando der kanadischen Streitkräfte stellt annähernd 6 U00 Mann Militärpersonal und 2 000 Zivilbedienstete sowie Abfangjäger, Radarstationen und Befehlszentralen zur Verfügung.

- Das Oberkommando für den Weltraum der amerikanischen Luftwaffe stellt
die Raketenwarn- und Weltraumüberwachungssensoren, die Daten an NORAD
übermitteln, und leitet die Zentrale für Weltraumverteidigungsoperationen und andere Einrichtungen im Cheyenne-Mountain-Komplex.

- Das US-Oberkommando der Taktischen Luftstreitkräfte stellt Abfangjäger, Radaranlagen, Befehlszentralen

und

andere Einrichtungen

der

Luftverteidigung im Kernland der Vereinigten Staaten.

- Das Oberkommando der amerikanischen Luftstreitkräfte in Alaska unterhält LuftVerteidigungsverbände in Alaska.

- Die Fliegertruppen der Nationalgarde, der Marine und des Marinekorps
der Vereinigten Staaten stellen Abfangjäger.

- Das Oberkommando für das Fernmeldewesen der amerikanischen Luftwaffe

�amerikanischen Luftwaffe unterhält Hernmeldeeinrichtungen in den Vereinigten Staaten.

Streitkrä'fteumfang

Lage Anfang der sechziger Jahre: Zu dem Zeitpunkt, als das kontinentale Luftverteidigungspotential von NORAD seine größten Stärke erlangt
hatte, umfaßten die von den Vereinigten Staaten und Kanada abgestellten
Streitkräfte u.a.: 2 612 Abfangjäger, 439 Boden-Luft-Raketen

vom Typ

BOMARC, 274 Batterien mit Boden-Luft-Raketen vom Typ NIKE, 2ö6 Radaranlagen mit großer Reichweite, 81 Radaranlagen in der Frühwarnkette, 148 Vorpostenschiffe mit Radaranlagen zum Schließen von Lücken in der Sicherungskette, 68 Befehlszentralen und 77 Frühwarnflugzeuge vom Typ EC-121.
NORAü unterstanden insgesamt 2U7 0U0 Mann.

Die Lage 1984/85: Im Gegensatz dazu umfaßt das gegenwärtige NORAD-Arsenal: 34U Abfangjäger, keine Boden-Luft-Raketen, 83 Radaranlagen mit
großer Reichweite, 31 Radaranlagen in der Frühwarnkette zur Erfassung von
Bombern in mittlerer und großer Flughöhe, keine Vorpostenschiffe, 7 Befehlszentralen, keine EC-121 und Personal in Stärke von insgesamt 37 UOU
Mann. Dafür verfügt NORAD jedoch heute über 8 fliegende Frühwarnsysteme
(AWACS).

* * * * *

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9570">
              <text>20.03.1985</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9571">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9572">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13619">
              <text>Amerikadienst 20.03.1985</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13620">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Shultz sieht Chancen für Dialog auf höchster Ebene&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Pressekonferenz des US-Außenministers -&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sowjets arbeiten intensiv an strategischen Defensivtechnologien&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Pressekonferenz von Botschafter Nitze -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sowjets stellen weitere SS-20 auf&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Pressekonferenz von Unterstaatssekretär Richard Burt -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Hoffnung auf bessere amerikanisch-sowjetische Beziehungen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Pressekonferenz von US-Vizepräsident Bush in Moskau -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das nordamerikanische Luft- und Weltraumverteidigungssystem (NORAD)&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Kurzinformation -&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
