<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1899" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1899?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T01:24:06+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1910">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/a530f0c486d19d7798dcc573dbc5a8b5.pdf</src>
      <authentication>d10fe72355be076dcf34ef8c20a35306</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="9543">
                  <text>nrofmciuon
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

iO. Januar 19&amp;?

INHALT

INFORMATION
Amerikanisch-sowjetische Abrüstungsverhandlungen beginnen am
12. März i n Genf
- Bekanntgabe des Weii3en Hauses -

HINTERGRUNDMATERIAL
Die Strategische V e r t e i d i g u n g s i n i t i a t i v e und die Renaissance
der Weltraumforschung
- Von Generalleutnant James A. Abrahamson Tower: USA wollen Gefahr eines Atomkriegs beseitigen
- Tower-Interview mit US-Fernsehgesellschaft NBC Richtigstellungen zur amerikanischen N i c a r a g u a - P o l i t i k
Der Jackson-Plan: Leistungen und Z i e l e
- Fakten zur M i t t e l a m e r i k a h i l f e der USA Drogenprobleme i n den Herkunftsländern
)
WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Mißbildung durch Akne-Präparat

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�MI U • • i

ij

• in

Information

di

LI»] ll 1
^1

United States Information Service
Embassy of the United States of America

30. Januar 1985

AMERIKANISCH-SOWJETISCHE ABRÜSTUNGSVERHANDLUNGEN BEGINNEN AM
12. MÄRZ IN GENF

- Bekanntgabe des Weißen Hauses -

WASHINGTON - (AD) - Das Weiße Haus gab am 26. Januar 1985 offiziell
bekannt, daß die amerikanisch-sowjetischen

Verhandlungen über Nuklear-

und Weltraumwaffen am 12. März in Genf beginnen werden.

Dies wurde

gleichzeitig auch in Moskau mitgeteilt.

Die amerikanische Verlautbarung hat folgenden Wortlaut:

Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion sind übereingekommen, am
12. März 1985 in Genf Verhandlungen über Nuklear- und Weltraumwaffen zu
beginnen.

Die amerikanische Delegation wird von Botschafter Max Kampelman geleitet, der gleichzeitig die Vereinigten Staaten in einer der Gruppen bei
den Verhandlungen vertreten wird; in den anderen beiden Gruppen wird die

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�wird die amerikanische Seite durch Senator John Tower und durch Botschafter Maynard Glitman vertreten sein.

Die sowjetische Delegation wird un-

ter der Leitung von Botschafter W.P. Karpow stehen, in den beiden anderen
Gruppen wird die sowjetische Seite durch Botschafter J.A. Kwizinski und
Botschafter A.A. Obuckow vertreten sein.

* * * * *

�30. Januar 1983

DIE STRATEGISCHE VERTEIDIGUNGSINITIATIVE UND
DIE RENAISSANCE DER WELTRAUMFORSCHUNG
- Von Generalleutnant James A. Abrahamson -

-(AD)- Generalleutnant Abrahamson, der Verfasser des nachstehenden Beitrags, ist Direktor der
Organisation für die Strategische
Verteidigungsinitiative (SDI)

In den vergangenen Monaten, besonders aber in den letzten Wochen, hat
die Strategische Verteidigungsinitiative (Strategie Defense Initiative =
SDI) im Rampenlicht des öffentlichen Interesses gestanden. Sie wird auch
weiterhin starke Aufmerksamkeit finden. Ein Überblick über das, was wir
bereits unternommen haben und noch unternehmen werden, dürfte zur Untermauerung meiner These, daß die SDI auch der zivilen Nutzung des Weltraums
neue Anstöße geben wird, sinnvoll sein.

Das Ziel des SDI-Programms besteht in der Erforschung von Technologien, die uns in die Lage versetzen, Defensivsysteme zu entwickeln, die

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�entwickeln, die ballistische Raketen nach dem Start abfangen, zerstören
und somit daran hindern können, ihre Ziele zu treffen. Wir glauben, daß
die Technologien, um die es geht, so vielversprechend sind, daß bei kontinuierlicher Arbeit eine künftige Administration und ein künftiger Kongreß, wenn sie dies wollen, die sehr reale Möglichkeit haben werden, die
Entwicklung, den Bau und die Aufstellung eines wirksamen Abwehrsystems
gegen ballistische Raketen in die Wege zu leiten.

Ich möchte betonen, daß unsere Forschungsarbeiten sich nicht ausschließlich auf eine Verteidigung gegen Interkontinental- und unterseebootgestützte Raketen konzentrieren, sondern sich auch mit einer Verteidigung gegen die ballistischen Raketen kürzerer Reichweite befassen, die
unsere Verbündeten bedrohen. Unser Konzept einer effektiven Verteidigung
soll nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch ihre Verbündeten
schützen. Da eine Entscheidung seitens der Vereinigten Staaten zur Aufstellung eines hochentwickelten strategischen Verteidigungssystems aber
erst in vielen Jahren getroffen werden könnte, müssen wir auch weiterhin
sowohl die Modernisierung unseres Abschreckunsgpotentials als auch das
Ringen um faire und verifizierbare Rüstungskontrollabkommen fortsetzen.
An der Verpflichtung der Vereinigten Staaten auf diese Ziele hat die Einleitung der SDI nicht das geringste geändert.

Was unsere Forschungsarbeiten anbelangt, so sehen wir uns zwar gewaltigen Hindernissen gegenüber, aber unsere Ziele sind nichtsdestoweniger
erreichbar. Zum Verständnis der Verteidigungskonzepte und -technologien,
die untersucht werden, ist es nützlich, vier Flugphasen einer ballistischen Rakete zu unterscheiden: die Startphase, die Nachstartphase, die
Marschphase und die Endanflugphase. Jede bietet für den Einsatz von Defensivsystemen verschiedene Möglichkeiten, aber auch verschiedene Probleme. Eine hochwirksame Abwehr gegen einen massiven Raketenangriff muß aus
mehreren Verteidigungsgürteln bestehen, von denen jeder einen Teil aes
Angriffs auffängt, bis zum Schluß nur noch so wenige Gefechtsköpfe übrigbleiben, daß sie keinen militärischen Nutzen mehr haben. Jeder Gürtel des
Verteidigungssystems muß eine Reihe wesentlicher Funktionen erfüllen,
z.B. Raumüberwachung, Zielerfassung und -Identifikation sowie Trefferbewertung (die sogenannten SATKA-Funktionen); ferner Ausrichtung und Len- 2 -

�und Lenkung der Abwehrwaffen, Abfangen und Zerstören des Ziels und Uefechtsleitung. Unsere technologischen Möglichkeiten in jeder dieser Kategorien reichen z.Z. für eine solide Verteidigung gegen wahrscheinliche
Bedrohungen und zur Abwehr möglicher Gegenmaßnahmen noch nicht aus, machen aber rasche Fortschritte. Die gegenwärtig verfügbaren Technologien
könnten neue Möglichkeiten für eine aktive Verteidigung gegen ballistische Raketen eröffnen, Möglichkeiten, die vor einem Jahrzehnt noch nicht
bestanden.

Unsere SATKA-f'rogramme werden Ende der achtziger Jahre mit einer Reihe technischer Demonstrationen ihren Höhepunkt erreichen. Bei einer dieser Demonstrationen geht es um die Bewertung eines hochentwickelten Systems zur Ortung von Raketen in der Startphase. Im Rahmen einer weiteren
Demonstration sollen Flugobjekte in der Marschphase geortet und identifiziert werden, während luftgestützte optische Zusatzeinrichtungen zeigen
sollen, daß luftgestützte Infrarotsensoren Flugobjekte beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre identifizieren und erfassen kö'nnen.

Im Bereich der Richtenergie werden sich unsere technologischen Forschungsarbeiten auf Hochenergieedelgas-, Freie-Elektronen- und chemische
Kurzwellenlaser erstrecken. Umfangreiche Forschungsanstrengungen

werden

den entscheidenden Gebieten der Zielerfassung und -Verfolgung und der
Entwicklung großer optischer Sensoren von geringem Gewicht gewidmet sein.
Bei einem der interessantesten Experimente auf dem Gebiet der Richtenergie wird es darum gehen, eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Möglichkeiten bodengestützte Laserstrahlen, die durch Spiegel im Weltraum
reflektiert werden, zum Abfangen von Raketen in der Startphase eröffnen.

Bei den Technologien im Bereich der kinetischen Energie wird das Ziel
darin bestehen, zu zeigen, daß das Abfangen von Raketen in allen vier
Flugphasen technisch machbar ist. Wir untersuchen gegenwärtig kleine inner- und außeratmosphärische Abfangsysteme mit Infrarotzielsuchköpfen und
Hochgeschwindigkeits- oder elektromagnetische Geschütze (rail guns).

Parallel zur technologischen Entwicklung im Rahmen der SDI müssen Systemanalysen durchgeführt werden; gegenwärtig könnte dies meines Erach- 3 -

�meines Erachtens das wichtigste Gebiet überhaupt sein. Arbeiten auf den
Gebieten der Gefechtsleitung

und der C3-Systeme (Kommando, Kontrolle,

Kommunikation) sind ebenfalls von großer Bedeutung. Wir müssen narrensichere strahlungsresistente Prozessoren entwickeln, die den Extrembedingungen des Weltraums und eines Atomkriegs gewachsen sind. Außerdem brauchen wir die entsprechende Software für ein integriertes Raketenabwehrsystem.

Wir sind auch dabei, umfassende Arbeiten in die Wege zu leiten, in
deren Rahmen der Aspekt der Zerstörungswirkung

und Möglichkeiten der

Zielhärtung erforscht werden sollen. Besondere Aufmerksamkeit wird auch
den logistischen Problemen der Nutzung des Weltraums gewidmet. Zu nennen
wäre in diesem Zusammenhang etwa die Bestimmung geeigneter Trägersysteme,
mittels derer weltraumgestützte Plattformen an Ort und Stelle gebracht
oder raumgestützte Systeme gewartet und versorgt werden können.

Wir erzielen ermutigende Fortschritte. Im letzten Sommer konnte die
Raketenabwehrabteilung des Heeres bei einem Test vor dem Atoll Kwajalein
im Pazifik die Attrappe eines Minuteman-Wiedereintrittsflugkörpers abfangen und zerstören und damit demonstrieren, daß die technische Möglichkeit
der Abwehr von Gefechtsköpfen in der Endanflugphase tatsächlich besteht;
eine Tatsache, die uns großen psychologischen Auftrieb gegeben hat. Wir
nennen dieses Verfahren "den Abschuß einer Gewehrkugel durch eine Gewehrkugel" .

Es ist uns auch gelungen, mit Hochenergielasern Löcher in Flugkörper
zu brennen. Die Arbeiten an unseren Hochgeschwindigkeits- oder elektromagnetischen Geschützen, die an der wehrtechnischen Erprobungsstelle Picatinny und an der Universität von Texas durchgeführt werden, verlaufen
zufriedenstellend; die Entwicklung macht große Fortschritte. Wir sind dabei, unseren Bedarf an kostengünstigen und schubstarken Startraketen zu
spezifizieren. Wir haben Typen ausgewählt, die für die erste Pnase unserer Systemaufbaustudien in Frage kommen.
Kurzum: die SDI läuft gut. Unser Programm zeigt tagtäglich, daß der
Fletcher-Ausschuß mit seiner Annahme, daß die für eine strategische Ver- 4 -

�strategische Verteidigung notwendigen Technologien entwickelt werden können, richtig lag; tatsächlich stehen diese Technologien vielfach heute
schon zur Verfügung.
In den kommenden Monaten werden wir der Nation viele weitere bedeutsame technische Erfolge melden können. Dennoch werden diese Erfolge nur
die Spitze des Eisbergs bilden. Das Ausmaß des Nutzens, den das SDI-Programm sowohl für die Verteidigung als auch im Sinne einer allgemeinen
Produktivitätsverbesserung erbringen wird, läßt sich noch gar nicht genau
ermessen und das Gefühl des Stolzes, der Hoffnung und des Optimismus, mit
dem es jeden Amerikaner erfüllen wird, natürlich noch viel weniger.

Technische Fortschritte allein können den Erfolg des SDI-Programms
jedoch noch nicht gewährleisten. Uns ist sehr wohl bewußt, daß der eigentlich maßgebende Faktor für einen Erfolg darin besteht, daß die Öffentlichkeit die dynamischen Technologien, um die es geht, besser versteht und akzeptiert. In Zusammenhang damit ist es auch erforderlich, einen möglichst effektiven und wirksamen Einsatz der für das Sül-Programm
zur Verfügung stehenden Mittel sicherzustellen. Das heißt mit anderen
Worten, daß wir uns auch weiterhin bemühen müssen, das Programm vorzeigbar zu gestalten, es erschwinglich zu halten und unsere Forschungsergebnisse in größtmöglichem Umfang der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich
zu machen. Im wesentlichen bedeutet das, dati wir dem amerikanischen Steuerzahler für seine Investitionen eine Rendite verschaffen sollten, die
über eine Stärkung der Abschreckung hinausgeht.
Diese Ziele ließen sich sehr viel leichter erreichen, wenn es möglich
wäre, die kommerziellen Möglichkeiten der Forschungsarbeiten im Rahmen
des SDI-Programms zu prüfen und auszuwerten und auch für andere Verteidigung sprog ramme

Küstenvorteile

zu

erzielen.

Wenn

sich

beispielsweise

greifbare Abfallprodukte oder mittelbare Nutzanwendungen finden ließen,
wäre dies ein großer Schritt in Richtung auf die Herstellung eines besseren Verständnisses und auf die zivile Verwertung einiger der im Rahmen
der SDI erforschten Technologien. Ganz besonders wichtig wäre es, die gegenwärtige Anwendung der Ergebnisse der früheren und noch laufenden Forschungsarbeiten, aber auch deren zukünftige Anwendungsmöglichkeiten zu
- 5 -

�Anwendungsmöglichkeiten zu umreißen und aufeinander abzustimmen und dabei
den möglichen wirtschaftlichen Nutzen für unser Volk in den Vordergrund
zu stellen.

Diese Idee ist keineswegs völlig neu. An einem entsprechenden Prozeß
sind wir alle direkt oder indirekt beteiligt. Er läuft seit Jahren. Auf
sehr vielen Fachgebieten, so u.a. denen der Elektronik, des Luftverkehrs
und der automatischen Datenverarbeitung, haben Investitionen aus dem militärischen Bereich den flexiblen, anpassungsfähigen und innovativen Teilen unserer Wirtschaft neue Anstöße gegeben. Das Raumfahrtprogramm hat
für das amerikanische Volk erheblichen Nutzen abgeworfen und wird dies
auch weiterhin tun. Sein Einfluß hat wesentlich zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit vieler Teilbereiche unserer Wirtschaft beigetragen.

Was die SDI anbelangt, so bieten die Computer-, Fernmelde-, Antriebsund Lasertechnik bestechende und bedeutsame Möglichkeiten der mittelbaren
Nutzanwendung. Insbesondere diese Bereiche erscheinen geeignet, mit der
kommerziellen Auswertung der SDI einen Anfang zu machen und zur Lösung
der in Nachbargebieten bestehenden technologischen Probleme beizutragen.
Auf diese Weise könnte man erreichen, daß sich das SDI-Programm selbst
finanziert und darüber hinaus auch anderen Verteidigungsprogrammen nutzt.
Die Kosten anderer Verteidigungsprogramme, die mit Weltraumforschung zu
tun haben, könnten erheblich gesenkt werden, wenn es uns gelänge, die
Breitenwirkung der SDI in entsprechende Bahnen zu lenken. Beispielsweise
könnten wir bei all den zahlreichen Unternehmungen Mittel einsparen, in
deren Rahmen bislang nur ein einziger Satellit eines bestimmten Typs gebaut wird. Durch eine Verbindung mit der SDI ließen sich niedrigere
Stückkosten, kürzere Entwicklunys- und Herstellungszeiten sowie eine bessere Standardisierung und Abstimmung von Systemen aufeinander erzielen.
Die Anwendung von Massenfertigungsmethoden auf den Bau von Satelliten und
eine damit wahrscheinlich verbundene radikale Kostendämpfung; der Bau von
Mehrzwecksatelliten, die durch die Verwendung von anschließbaren Modulen
vielfältig eingesetzt und auf spezielle Funktionen abgestimmt werden können; kostengünstige Energieübertragung über große Entfernung durch Laserstrahlen; von Partikelstrahlen angetriebene Raketen; Solarzellenkomplexe
im Weltraum, die Energie erzeugen und in abgelegene oder unterentwickelte
- 6 -

�oder unterentwickelte Gebiete weitergeben könnten; miniaturisierte Simultanprozeßrechner; eine sehr kostengünstige Endlagerung von Atommüll durch
Verbringen desselben in eine Bahn um die Sonne, wo er gefahrlos vernichtet werden könnte - all das kann Wirklichkeit werden, vielleicht auch das
frappierende, von Krafft Ehricke entwickelte Konzept einer gedämpften Beleuchtung der Erde (u.a. einsetzbar zur Straßenbeleuchtung) durch Reihen
von Spiegeln im Weltraum.

Vor zwölf Jahren lauschte ich Dr. Bill Price vom Wissenschaftlichen
Forschungsamt der Luftwaffe, der eine detaillierte Schilderung der Entwicklungsgeschichte des Lasers gab, um sodann darzulegen, wie er sich
dessen Anwendung in der Zukunft vorstellte. Selbst wenn man von den militärischen

Einsatzmöglichkeiten

zur

Entfernungsmessung,

Zielerfassung

oder als Waffe aLsieht, übertreffen die gegenwärtigen Anwendungsmöglichkeiten des Lasers sogar noch die Erwartungen von Bill Price. üie Lasertechnologie wird heute in Supermärkten, im Telephonverkehr, in Werken der
chemischen und der Elektronikindustrie und bei Bauprojekten eingesetzt.
Laserchirurgie wird zur Routineangelegenheit. Auch als wissenschaftliche
oder Laborinstrumente werden Laser in großem Umfang eingesetzt.

Unsere Arbeiten über Laser im Rahmen der SDi können ihnen zu noch
weiterer Verbreitung verhelfen. Es ist möglich, die Lasertechnologie zum
Bau von Fernmeldeverbindungen von nahezu unbegrenzter Bandbreite zu verwenden. Militärisch sind Laser-Fernmeldeverbindungen insofern von Interesse, als sie schwer zu stören oder abzuhören sind. Kommerziell angewendet, könnten Laser eine sprunghafte Erweiterung der Übermittlungskapazitäten und Verbindungen bewirken.
In gleicher Weise wird unser Bedarf an fortgeschrittenen hochintegrierten Schnellrechnern, wie sie vom Amt für Fortgeschrittene Verteidigungsforschungsprojekte

(Defense

Advanced

Research Projects

Agency

=

DARPA) entwickelt werden, dazu beitragen, das Wachstum im Bereich neuer
Halbleitermaterialien und -technologien in Gang zu halten. Wir glauben,
daß es ohne weiteres möglich sein müßte, Speicherchips mit einer Kapazität von 16 bis 2Ü Millionen Bits zu entwickeln, d.h., mit einer weitaus
höheren Speicherkapazität, als die Chips, die gerade erst auf den Markt
- 7 -

�den Markt kommen, aufweisen können. Gleichzeitig werden die Abmessungen
und der Energiebedarf der Anlagen weiter abnehmen.

Unsere neuen Technologien umfassen eine ganze Reihe unterschiedlicher
wissenschaftlicher und technischer Fachgebiete. Nichts wird den Arbeiten
auf diesen Gebieten einen nachdrücklicheren Aufschwung verleihen als die
SDI, und meines Erachtens eröffnen unsere Technologien bestimmten Bereichen der Privatwirtschaft ganz reale Wachstumsmöglichkeiten. Neue Produkte und Dienstleistungen können entwickelt, Produktivitätsverbesserungen
erzielt werden. Die Zukunftsperspektiven sind erregend, und selbst wenn
man den Aspekt der nationalen Sicherheit außer acht läßt, werden den Anwendungsmöglichkeiten dieser neuen Technologien, wie Krafft Ehricke sagen
würde, nur durch unsere Vorstellungskraft und durch die verfügbaren Mittel Grenzen gesetzt. Tatsächlich ist es so, daß die Entwicklung wirklich
neuartiger Bedarfsgüter, die neue Märkte schaffen und die Grundlage für
neue Industriezweige bilden, zumeist eher das Ergebnis technologischer
Durchbrüche als eine Reaktion auf eine neuentdeckte Nachfrage des Marktes
ist. In Zukunft

werden

technologische Fortschritte

sogar

einen noch

machtvolleren Faktor des Wandels bilden.

Zu den Grundzielen des am 4. Juli 1982 verabschiedeten nationalen USRaumfahrtprogramms gehört die Stärkung der Sicherheit der Vereinigten
Staaten, die Bewahrung der amerikanischen Führungsrolle in der Weltraumforschung und die Nutzung der Raumfahrt zur Erlangung wissenschaftlicher
und wirtschaftlicher Vorteile. Indem das SDI-Programm uns die Möglichkeit
eröffnet, das umfangreiche Leistungsreservoir der Privatwirtschaft anzuzapfen, gibt es uns die Chance, diese Ziele in bestimmten Aspekten zu
verwirklichen.

In diesem Sinne verstehe ich die SDI als Teil einer Renaissance der
Weltraumforschung. Die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen
des 17. Jahrhunderts bildeten die Werkzeuge, die der Mensch der Renaissance benötigte, um die letzten Relikte des Mittelalters abzustreifen. Im
2U. Jahrhundert leitete die Weltraumforschung eine neue Renaissance ein.
Indem wir uns ihr widmeten, gewannen wir neue Möglichkeiten zur Erweiterung unserer Kenntnisse über das Universum und zur Verbesserung der Le- 8 -

�der Lebensbedingungen des Menschen. Der Renaissance der Weltraumforschung
verdanken wir einen Großteil unserer Errungenschaften in der Mikroelektronik, zuverlässigere Wettervorhersagen und Warnungen vor Naturkatastrophen, kostengünstige weltweite Fernmeldeeinrichtungen und Navigationshilfen und die Möglichkeit zur Überwachung von Vorgängen auf der Erde aus
dem Weltraum, die sich als so wichtig für unsere nationale Sicherheit erwiesen hat.

Zusammen mit anderen Programmen und im Verein mit der Arbeit anderer
Regierungsbehörden könnte die SDI den Kristallisationskern einer neuen
Renaissance der Weltraumforschung bilden, einer Renaissance des 21. Janrhunderts. Die SDI wird der Entwicklung neuer Technologien einen kräftigen
Anstoß geben. Im Rahmen der SDI werden Wissenschaftler und Forscher aus
dem privatwirtschaftlichen und dem akademischen Bereich ihre Kräfte mit
denen von Regierungsbehörden vereinen; interdisziplinäre Forschung wird
ein Hauptwesenszug der SDI bleiben. Die SDI wird meines Erachtens einer
zivilen Nutzung des Weltraums auf keinen Fall im Wege stehen, sondern sie
sogar fördern und verstärken. Weiterhin glaube ich, daß unser Forschungsprogramm viel mehr als nur ein sachlich gebotenes Unternehmen darstellt
und daß das auch erkannt werden wird. Ich glaube, daß man es, wie auch
das Raumfährenprogramm, als Symbol des nationalen Stolzes verstehen wird.
Außerdem kann es so belebend auf die amerikanische Volkswirtscnaft wirken, daß es sich praktisch selbst finanziert.

Die Wirtschaftsverbände und akademischen Vereinigungen sowie deren
Gremien und Zeitschriften können dazu beitragen, die Nutzungsmöglichkeiten der im Rahmen der SDI weiterentwickelten Technologien ins öffentliche
Bewußtsein zu heben, indem sie das kommerzielle Potential dieser Technologien ausloten und fördern. Ein solcher ständiger Prozeß würde den Informationsfluß anregen und den Kenntnisstand sowohl über das SDI-Programm
als auch über die kommerziellen Verwertungsmöglichkeiten einiger der in
seinem Rahmen erforschten Technologien erhöhen.
Vor 150 Jahren machte Alexis de Tocqueville Beobachtungen, die auch
die Situation in den achtziger Jahren unseres Jahrhunderts bemerkenswert
genau kennzeichnen. Er schrieb damals: "Gegenwärtig gibt es auf der Welt
- 9 -

�der Welt zwei große Nationen, deren Ausgangspunkte zwar verschieden sind,
aber die dem gleichen Ziel zustreben. Ich meine die Russen und die Amerikaner ... Die Amerikaner kämpfen mit den Widrigkeiten der Natur; die Russen hingegen haben es mit menschlichen Gegnern zu tun. Die ersteren kämpfen gegen die Wildnis und die Unbillen der Natur, die letzteren hingegen
gegen Waffen aus Menschenhand.

Die Amerikaner gewinnen daher das, was sie erobern, mit der Pflugschar, die Russen hingegen gewinnen es mit dem Schwert ... Die Ausgangspunkte beider Völker sind verschieden, und auch ihre Wege sind nicht die
gleichen, aber jedes der beiden scheint vom Himmel dazu ausersehen worden
zu sein, die Geschicke des halben Erdballs zu lenken."

Es steht außer Frage, daß die Beobachtungen Tocquevilles noch für
lange Zeit ihre Gültigkeit behalten werden und daß die sowjetische Herausforderung bestehen bleiben wird. Ich zweifele nicht daran, daß wir ihr
begegnen können. Vielleicht wird es uns mit Hilfe der Technologien, um
die es bei der SDI geht, sogar gelingen, dieser Herausforderung eine neue
Richtung zu geben, so daß wir dann darin wetteifern werden, für alle Völker der Erde und zum dauernden Wohle der Menschheit aus der neuen Renaissance der Weltraumforschung den größtmöglichen Gewinn zu ziehen.

* * * * *

- 10 -

�30. Januar 1985

TOWIR:

USA WOLLEN GEFAHR EINES ATCMKRIEGS BESEITIGEN

- Tower-Interview mit US-Fernsehgesellschaft NBC -

WASHINGTON - (AD) - Der frühere Senator John Tower, der bei den kommenden

amerikanisch-sowjetischen

Rüstungskontrollverhandlungen

für

die

strategischen Kernwaffen zuständig i s t , betonte i n einem Interview am 23.
Januar 1985, das Hauptziel der Vereinigten Staaten s e i die
der Gefahr eines Atomkrieges.

Beseitigung

Dazu müsse vor allem zunächst die Zahl der

Nuklearwaffen v e r r i n g e r t werden.
Das I n t e r v i e w , das Tower der amerikanischen Fernsehgesellschaft NBC
gab, hat folgenden Wortlaut:
FRAGE:

Der Präsident hat e r k l ä r t , er sähe es gerne, wenn die neue

Runde der Rüstungskontrollverhandlungen wenn möglich schon im März beginnen würde.

Sehen Sie dafür eine Chance?

ANTWORT:

S o v i e l i c h weiß, haben w i r dazu noch keine Antwort.

Ich

meine jedoch, daß es desto besser i s t , j e eher wir beginnen, denn es wird

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�denn es wird s i c h um einen langwierigen Prozeß handeln.

Aber es i s t noch

n i c h t d e f i n i t i v f e s t g e l e g t , wann wir beginnen werden.
FRAGE:

Gibt es Hinweise, wann und wo die Verhandlungen

stattfinden

werden?
ANTWORT:

Wir haben noch keine Hinweise, aber

wir

h o f f e n , dai3 es

recht bald im Frühjahr sein w i r d .
FRAGE:

Glauben S i e , daß die Verhandlungen selbst durch unsere E n t -

scheidung bedroht sein könnten, i n diesem Frühjahr mit der Erprobung des
ASAT-Systems ( A n t i s a t e l l i t e n - S y s t e m s ) zu beginnen?
ANTWORT:

N e i n , das glaube i c h überhaupt n i c h t .

I c h meine, die So-

wjets wissen ganz genau, was wir t u n , und sie sind sehr zugänglich

für

die Verhandlungen, wie das Treffen von Außenminister Shultz und Außenmin i s t e r Gromyko i n Genf gezeigt hat.

Die Sowjets sind s i c h e r l i c h

bereit,

an den Verhandlungstisch zu kommen.
FRAGE:

Sie werden die START-Verhandlungen l e i t e n und damit an der

S t e l l e von Edward Rowny a l s der Verantwortliche f ü r die Gruppe f u n g i e r e n ,
die s i c h mit strategischen Waffen befaßt.

Warum, glauben S i e , i s t

hier

eine personelle Veränderung eingetreten?
ANTWORT:

I c h möchte mich darüber n i c h t auslassen.

I c h glaube, die

ganze Idee war d i e , e i n neues Verhandlungsteam zu schicken.
Verhandlungen brachen zusammen.

Die l e t z t e n

N a t ü r l i c h haben die Sowjets die Verhand-

lungen verlassen - das möchte i c h rasch hinzufügen - und die Administrat i o n i s t von der Ansicht ausgegangen, daß w i r , da wir es mit einem Neubeg i n n zu tun haben, v i e l l e i c h t auch e i n neues Team entsenden s o l l t e n .

Ich

möchte jedoch hinzufügen, daß Ed Rowny unter sehr schwierigen Bedingungen
außerordentlich gute A r b e i t g e l e i s t e t h a t .
FRAGE:
gen:

Aber abgesehen von einem neuen Gesicht könnte man s i c h

fra-

Was können Sie Neues i n die Verhandlungen e i n b r i n g e n , was Rowny
- 2 -

�was Rowny nicht hatte?

ANTWORT:

Ich möchte keinen Vergleich dieser Art anstellen.

sicherlich nicht die Erfahrungen in Verhandlungen, die er hat.
che nicht russisch, er spricht diese Sprache.

Ich habe
Ich spre-

Ich bin mit strategischen

Waffen in meiner früheren Eigenschaft als Vorsitzender des Militärausschusses einigermaßen vertraut, und ich habe mich in den 24 Jahren meiner
Mitgliedschaft im Senat mit strategischen Fragen befaßt.
akademische Erfahrungen in Außenpolitik.

Ich habe einige

Das sind, wie ich meine, wohl

die wesentlichen Aspekte meiner einschlägigen Erfahrungen, die mir in
diesem Falle sehr nützlich sein dürften.

FRAGE:

Sie haben sicherlich die Kritik gehört, daß das Verhandlungs-

team mit Ihnen, Max Kampelman und Maynard Glitman als Falken eingeschätzt
wird.

Halten Sie dieses Urteil für richtig?

ANTWORT: Nein, ich glaube nicht, daß es stimmt.

Ich glaube, daß wir

alle - gleichgültig, wie uns die Journalisten einschätzen, ob sie uns als
Falken oder als Tauben oder was auch immer einschätzen - die potentielle
Bedrohung durch einen Atomkrieg beseitigen wollen.

Und ich meine, auf

der nationalen Tagesordnung steht an oberster Stelle das Streben, die Arsenale der schrecklichen, destabilisierenden Waffen, die beide Supermächte besitzen, so weit abzubauen, daß wir die Gefahr eines Atomkrieges auf
ein Minimum bringen.

FRAGE:

Ich glaube, darin sind wir uns alle einig.

Würden Sie nicht zugeben wollen, daß Ihre Kritiker Anlaß ha-

ben, sich zu wundern, wenn Sie erklären, wie Sie das kürzlich auf einer
Pressekonferenz getan haben, daß Sie sich meßbaren Verringerungen verpflichtet fühlen, während Ihre ganze Tätigkeit im Senat einen ständigen
Einsatz für unsere Aufrüstung hier manifestierte?

ANTWORT:

Ich bin gar nicht der Meinung, daß hier ein Widerspruch be-

steht. Es hat sich bei uns ja nicht um eine einseitige Aufrüstung gehandelt.

Es war vielmehr die Antwort auf eine rastlose Aufrüstung der So-

wjetunion während der letzten 25 Jahre.
- 3 -

Wir haben nur darauf reagiert.

�darauf reagiert.

Wir wären Narren gewesen, wenn wir es nicht getan hät-

ten.

FRAGE:

Mit welcher Einstellung gehen Sie in diese Verhandlungen?

Gehen Sie mit dem Wunsch nach einem Abkommen oder gehen Sie als jemand,
der das tut, was der Präsident sagt?

ANTWORT:

Ich habe die Absicht, mich nach den Anweisungen des Präsi-

denten zu richten.

Wir wollen wesentliche Verringerungen der Rüstungen.

Wir werden, dessen bin ich sicher, kein Abkommen eingehen, das der Sicherheit der Vereinigten Staaten abträglich ist - -das ist nicht das Ziel.
Das Ziel besteht darin, die Arsenale an Kernwaffen bis auf einen Punkt
abzubauen, an dem wir sicher sein können, daß es keinen Atomkrieg geben
wird und die ganze Welt freier atmen kann.

FRAGE:

Sie sind jemand, der bezüglich der sowjetischen Motive immer

sehr argwöhnisch war.

Was, glauben Sie, sind die Ziele der Sowjets bei

diesen Verhandlungen?

ANTWORT:

Ich möchte keine Spekulationen über die sowjetischen Ziele

anstellen, und ich glaube, es wäre nicht angebracht, wenn ich zu diesem
Zeitpunkt darüber spekulieren würde.

FRAGE:

Die Sowjets haben erklärt, es müsse eine Verknüpfung zwischen

diesen Verhandlungen bestehen - daß der Fortschritt auf einem Gebiet von
dem Fortschritt auf einem anderen Gebiet abhängig sei. Sehen Sie das auch
so?

ANTWORT:

Ich meine, wir müssen das, was die Sowjets sagen, so neh-

men, wie es gesagt ist - also ihre Vorstellung vom Verlauf dieser Verhandlungen.

Aber ich meine, es wäre nicht angebracht, jetzt Spekulatio-

nen darüber anzustellen, wie diese Verhandlungen dann schließlich verlaufen werden.

FRAGE:

Haben Sie keinerlei Anweisungen so oder so erhalten, was die
- 4 -

�was die Verknüpfung anbetrifft, oder überhaupt keine Richtlinien?
ANTWORT:

Zu diesem Zeitpunkt gehen wir von getrennten Verhandlungen

in drei verschiedenen Kategorien aus.
FRAGE:

Fühlen Sie sich persönlich betroffen, da3 Sie, der Sie doch

nach Berichten für den Posten des Botschafters in der Bundesrepublik
Deutschland ausersehen waren, für Ihren jetzigen Posten deshalb ausgewählt wurden, um die Unterstützung im Senat aufrechtzuerhalten?
ANTWORT:

Ich fühle mich persönlich nie betroffen.

Ich stehe jetzt

seit über 30 Jahren im öffentlichen Leben, und mir machen Kritik oder
Kommentare irgendwelcher Art selten etwas aus.

* * * * *

- 5-

�30. Januar 1985

RICHTIGSTELLUNGEN ZUR AMERIKANISCHEN NICARAGUA-POLITIK

WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Außenminister George Shultz hat
bei seinem Besuch in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua am 1. Juni
1984 die vier Grundforderungen der Politik der Vereinigten Staaten gegenüber Nicaragua bekräftigt:

- Einstellung der Unterstützung Nicaraguas für die Rebellen, die den
Sturz der rechtmäßigen Regierung von El Salvador anstreben;

- Beendigung der Abhängigkeit Nicaraguas von Kuba und dem Sowjetblock
in militärischer Hinsicht;
- Verringerung der militärischen Stärke Nicaraguas zur Wiederherstellung des militärischen Gleichgewichts in der Region; und

- Einhaltung der ursprünglichen Versprechungen der Sandinisten, Nicaragua eine demokratische Regierung zu geben.

Das

amerikanische

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Das amerikanische Außenministerium

ist bemüht, zahlreiche

falsche

Vorstellungen bezüglich der Nicaragua-Politik der Vereinigten Staaten zu
berichtigen:

ERSTE FALSCHE VORSTELLUNG:

Die amerikanische Feindseligkeit gegen-

über den Sandinisten in Nicaragua habe diese in die Arme Kubas und der
Sowjetunion getrieben.

RICHTIGSTELLUNG:

Die Feindseligkeit der Sandinisten gegenüber den

Vereinigten Staaten begann schon, bevor sie an die Macht kamen.

Schon

vor ihrer Machtübernahme hieß es in ihrer Parteihymne, die Vereinigten
Staaten seien der "Feind der Menschheit".
noch gesungen.

Diese Hymne wird auch heute

Es ist erwiesen, daß die engen Bindungen Nicaraguas an

Kuba und die Sowjetunion schon vor der Verschlechterung der Beziehungen
zu den Vereinigten Staaten eintraten.

Innerhalb einer Woche nach der Machtübernahme der Sandinisten hatte
Kuba ca. 100 Mann Militär und Sicherheitsberater in Nicaragua stationiert.

Drei Monate später, im Oktober 1979, waren es schon 2UU Mann.

Heute befinden sich 2500 bis 3500 kubanische Militär- und Sicherheitsberater in Nicaragua und mindestens 100 aus der Sowjetunion und anderen
Ostblockstaaten;

dazu noch etwa 50 Berater aus Libyen und von der PLO.

Als die Sandinisten im Juni 1979 - also noch vor ihrer Machtübernanme
- der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) versprachen, ein demokratisches, blockfreies Regime mit einer gemischten Wirtschaft zu errichten, unterstützten die Vereinigten Staaten eine Resolution der OAS,
in der die Ablösung des Somoza-Regimes in Nicaragua gefordert wurde.

Die ersten Lebensmittelspenden, die in dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Nicaragua nach dem Fall Somozas eintrafen, waren Hilfslieferungen der
amerikanischen Regierung im Werte von mehreren Millionen Dollar.

Die Vereinigten Staaten übernahmen eine führende Rolle in dem inter- 2 -

�dem internationalen Bemühen, der sandinistischen Regierung zu helfen.
Allein in den ersten 18 Monaten des Sandinisten-Regimes bewilligten die
Vereinigten Staaten rund 118 Millionen Dollar für bilaterale Wirtschaftshilfe und unterstützten die Umschuldung Nicaraguas mit privaten Banken.
Die Vereinigten Staaten setzten sich ferner für den Zustrom von rund 1,6
Milliarden Dollar von internationalen Kreditgebern und westlichen Demokratien ein.

In diesem Zeitraum haben die Vereinigten Staaten Nicaragua mehr Unterstützung gewährt als irgendein anderes Land.

Die amerikanische Regie-

rung hat sogar Entwicklungshelfer des Friedenskorps angeboten - ein Angebot, das von den Sandinisten abgelehnt wurde.

Erst als sich herausstellte, daö die Sandinisten die Rebellen in El
Salvador unterstützten, stoppte die Carter-Administration die Hilfszahlungen.

Im Oktober 198C unter Präsident Carter sowie im August 1981 und April
1982 unter Präsident Reagan versuchten die Vereinigten Staaten, Nicaragua
dazu zu bewegen, die Unterstützung für die Guerilla in El Salvador einzustellen. Nicaragua lehnte diese diplomatischen Demarchen ab.

ZWEITE FALSCHE VORSTELLUNG:

Die Feindseligkeit der Vereinigten Staa-

ten gegenüber den Sandinisten sei schuld an dem Ausnahmezustand in Nicaragua und der Aufhebung der bürgerlichen Grundfreiheiten durch das sandinistische Regime.

RICHTIGSTELLUNG:

Der Hirtenbrief der katholischen Bischöfe in Nica-

ragua vom 22. April 1984 zeigt, daß diese Behauptung der Sandinisten
falsch ist.

In dem Hirtenbrief heißt es: "Es ist unehrlich, ständig die

Aggression und die Gewalt im eigenen Lande einer ausländischen Aggression
zuzuschreiben.

Es ist sinnlos, die Übel der Vergangenheit für alles ver-

antwortlich zu machen, ohne die Probleme der Gegenwart zu erkennen."

Die Sandinistische

�Die Sandinistische Front für Nationale Befreiung (FSLN), d.h. die Regierung, benutzt die Vereinigten Staaten als Vorwand, um das eigene Volk
zu unterdrücken. Selbst in den ersten zwei Jahren des sandinistischen Regimes, als noch relativ aufrichtige Beziehungen zu den Vereinigten Staaten bestanden, hatte die nicaraguanische Regierung bereits damit begonnen, ihre Kritiker ins Gefängnis zu werfen, die Presse zu zensieren, die
katholische Kirche, die Unternehmer und die Gewerkschaften anzugreifen
sowie den Miskito-, Rama- und Sumo-Indianern übel mitzuspielen.
Bereits zwei Monate nach dem Sieg im Juli 1979 arbeitete das Nationaldirektorium der Sandinisten ein Papier aus - "Analyse der Lage und der
Aufgaben der sandinistischen Volksrevolution";

auch als 72-Stunden-Doku-

ment bekannt -, in dem es heißt, das Ziel des Direktoriums bestehe darin,
die Revolution im Innern zu konsolidieren und einen "revolutionären Internationalismus" zu schaffen.

In diesem Dokument wird ganz offen zuge-

geben, daß das Ziel Export der Revolution in die Nachbarländer ist.
Dieses Dokument ist nur einer der vielen Beweise, daß sich in Nicaragua ein diktatorisches Regime nicht deswegen entwickelt, weil die Vereinigten Staaten daran schuld wären, sondern weil die Führung der Sandinisten von Anfang an die Absicht hatte, ein marxistisch-leninistisches
Regime zu errichten. Diese Führung hat aus ihrer politischen Überzeugung
übrigens nie ein Hehl gemacht.
Zwischen 1979 und 1982 - also schon, bevor die antikommunistische Guerillatätigkeit gegen die Sandinisten an Bedeutung gewann - wurden viele
repressive Maßnahmen getroffen. So verboten beispielsweise 1981 die Sandinisten mehrfach die unabhängige Zeitung "La Prensa" und drohten allen
Personen Strafen an, die "falsche Wirtschaftsnachrichten" verbreiteten.
Ferner wurden prominente Mitglieder der .größten bürgerlichen Vereinigung
(COSEP) verhaftet. Ende 1981 und Anfang 1982 zwangen die Sandinisten etwa 10 000 Miskito-Indianer, ihre angestammte Heimat zu verlassen und in
weit abgelegene Lager zu ziehen. Auch die Gewerkschaften litten unter der
Repression. So griff beispielsweise im März 1980 Comandante Borge persönlich ein, um mißliebige Führer der Gewerkschaft des Hotels Interconti- 4 -

�Hotels Intercontinental durch andere zu ersetzen.

DRITTE FALSCHE VORSTELLUNG:

Nicaragua habe Ende 1983 mehrere posi-

tive Schritte unternommen, um seine Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu verbessern;

diese Bemühungen seien jedoch von den Vereinigten

Staaten zurückgewiesen worden.

RICHTIGSTELLUNG:

Die Vereinigten Staaten haben diplomatische Initia-

tiven ergriffen, um Probleme in den amerikanisch-sowjetischen Beziehungen
aus dem Wege zu räumen.

Die Regierung Nicaragua hat zwar Erklärungen ab-

gegeben, sie wolle ihre Beziehungen zu den Vereinigten Staaten verbessern, sie hat aber keinerlei konkrete Schritte unternommen, um solche
Probleme, wie die kubanisch-sowjetische Präsenz, die Unterdrückung der
Kirche und die Pressezensur zu beheben.

Diplomatische Initiativen der Vereinigten Staaten

Die amerikanische Regierung hat zahlreiche leitende Regierungsvertreter entsandt, um beide Länder angehende Probleme zu erörtern:

- Der amerikanische Sonderbotschafter für Mittelamerika, Harry Shlauderman, ist seit dem 25. Juni 1984 mindestens viermal mit dem Vizeaußenminister Nicaraguas, Victor Huge Tinico, in Mexiko und anderswo
zusammengetroffen.

- Außenminister George Shultz besuchte am 1. Juni 1984 Managua und
setzte Botschafter Shlauderman zum Leiter der Verhandlungen mit Nicaragua ein.
- Unterstaatssekretär Langhorne Mothey und Botschafter Shlauderman besuchten am 4. April 1984 Nicaragua.

- Außenminister George Shultz erklärte am 5. Dezember 1983, daß er die
- 5 -

�daß er die Ankündigung der Sandinisten begrüße, Wahlen abzuhalten und
eine Amnestie für die Rebellen auszurufen. Er gab weiter seiner Hoffnung Ausdruck, daß sich diese Ankündigungen erfüllen möchten.

'Kubanische Verbindung' ,Zensur und Kirche
Die Regierung von Nicaragua erklärte Ende 1983, sie werde die Zahl
der kubanischen Militärberater verringern, die strikte Pressezensur lokkern, der Opposition politische Rechte gewähren und Wahlen planen.

Die

Tatsachen sehen jedoch anders aus:
- Einige Kubaner verließen Nicaragua, weil sie abgelöst - nicht abgebaut - wurden.

Viele der ausreisenden Kubaner waren in Wirklichkeit

Lehrer und andere Zivilangestellte, die in Ferien fuhren. Es ist erwiesen, daß die Zahl der kubanischen Militär- und Sicherheitsberater,
die in Nicaragua tätig sind, seit 1983

nicht kleiner, sondern größer

geworden ist.
- Am 50. Jahrestag des Todes von Augusto Sandino, nach dem sich die
Sandinisten nennen, verboten die Zensoren einen Leitartikel in "La
Prensa", in dem es hieß, daß Sandino ein Patriot, aber kein Kommunist
gewesen sei. Im übrigen nahm die Zensur weiter zu, und "La Prensa"
wurde 1984 mindestens elfmal verboten.
- Der Hirtenbrief vom Ostersonntag 1984 wurde in "La Prensa" völlig
zensiert wiedergegeben, nachdem die Sandinisten das Angebot der katholischen Bischöfe für einen Dialog abgelehnt hatten.
- Am 10. Juli 1984 wies das sandinistische Regime nach einer von Erzbischof Obando y Bravo geführten Demonstration in Managua zehn ausländische Geistliche aus. Einige dieser Geistlichen waren überhaupt
nicht an der Demonstration beteiligt, die für Monsignore Luis Amado
Pena stattfand, der unter Hausarrest gestellt wurde. Die Sandinisten
erklärten, sie wollten den Geistlichen vor einem "Sondergericht" we- 6 -

�"Sondergericht" wegen "konterrevolutionärer Tätigkeit" anklagen - Beschuldigungen, die nach Auskunft der katholischen Kirche frei erfunden sind.

- Die Sandinisten verhafteten am 29. April 1984 einen prominenten Journalisten von "La Prensa" und später auch einen Fotografen; Berichte
darüber fielen der Zensur zum Opfer.

- Nach dem Anschlag auf Eden Pastora am 30. Mai 1984 durfte "La Prensa"
am nächsten Tag nicht erscheinen.

Politik und Wahlen

Nach vielem Hin und Her gab die sandinistische Regierung schließlich
bekannt, am 4. November 1984 sollten Wahlen stattfinden.

Die Führung der

FSLN erklärte jedoch von Anfang an, es werde sich nicht um "bürgerliche"
Wahlen handeln, sondern es gehe nur darum, "die Revolution zu bestätigen".

Die Regierung senkte das Wahlalter auf 16 Jahre, um den indoktrinierten und in sandinistischen Jugendorganisationen zusammengefaßten Jugendlichen eine Stimme zu geben.

Die nicaraguanische Regierung hat den Zugang der Opposition zu Presse, Rundfunk und Fernsehen sowie deren Versammlungsmöglichkeiten weitgehend eingeschränkt.

VIERTE FALSCHE VORSTELLUNG:

Die Vereinigten Staaten unterstützten

undemokratische und repressive Kräfte in Nicaragua.
RICHTIGSTELLUNG:

Erstens, die Antisandinisten sind Nicaraguaner, die

eher ihr Leben riskieren, als unter dem sandinistischen Regime zu leben.
Diese Bürger Nicaraguas haben erkannt, welche Richtung die Sandinisten
einschlugen, und waren über die gebrochenen Versprechungen enttäuscht.
- 7 -

�Versprechungen enttäuscht.

Die Antisandinisten sind keine Konterrevolu-

tionäre, sondern sie versuchen, die ursprünglichen Ziele der Revolution
wiederherzustellen.

Viele von ihnen hatten schon gegen Somoza gekämpft.

Zweitens, in ihrem Schreiben an die OAS im Jahr 1979 hatte die FSLN
demokratische Reformen und die Achtung der Menschenrechte versprochen.
In Wirklichkeit hat sie die persönlichen Freiheiten eingeschränkt.
Drittens, die marxistisch-leninistischen Elemente in der Koalition
der Kräfte, die Somoza stürzten, konnten ihre Macht vor allem deswegen
konsolidieren, weil sie die einzigen waren, die Waffen besaßen.
Viertens, wirtschaftlicher

und

diplomatischer Druck

allein

haben

nicht ausgereicht, um eine Änderung der Politik des sandinistischen Regimes herbeizuführen.

Der Verlust der amerikanischen Wirtschaftshilfe

wurde durch Hilfe aus Mexiko, Europa und dem Ostblock ausgeglichen.
Fünftens, solange das Regime in Managua auf keine bewaffnete innere
Opposition stieß, hatte es keinen - wirtschaftlichen oder politischen Preis für die Unterstützung von Terror und Gewalt in den anderen Ländern
Mittelamerikas zu bezahlen.
Sechstens, erst nachdem die Sandinisten zu begreifen begannen, daß
durch den Kampf gegen die Opposition im eigenen Lande ein Preis zu bezahlen war, begannen sie, Bereitschaft zu Verhandlungen mit ihren mittelamerikanischen Nachbarn zu signalisieren.
Siebtens, die Sandinisten haben öffentlich zugegeben, daß sie Hilfe
von vielen Spendern in Europa und auf dem amerikanischen Kontinent erhalten.

FÜNFTE FALSCHE VORSTELLUNG:

Die Vereinigten Staaten versuchten, Ni-

caragua wirtschaftlich abzuwürgen.
RICHTIGSTELLUNG: Die

�RICHTIGSTELLUNG:

Die amerikanische Regierung hat Nicaragua während

der ersten 18 Monate des sandinistischen Regimes mehr Hilfe zukommen lassen als irgendein anderes Land.

Die Vereinigten Staaten hofften, einer

reformistischen, demokratischen und blockfreien Regierung zu helfen, die
die Menschenrechte und die Selbstbestimmung ihrer Nachbarn achtet.

Erst

als Nicaragua begann, den Terrorismus und die Guerilla in Mittelamerika
zu unterstützen, ließen die Vereinigten Staaten ihre Hilfe für Nicaragua
Ende 1980 auslaufen.

Der amerikanische Kongreß machte die Wirtschaftshilfe für Nicaragua
von der vom Präsidenten gestellten Bedingung
nicht die Subversion exportiere.

abhängig, daß Nicaragua

Nach mehreren vertraulichen Warnungen

stellte die Reagan-Administration im April 1981 die amerikanische Wirtschaftshilfe ein.

Wir haben uns auch gegen einige multilaterale Anleihen an Nicaragua
gewandt, weil die sandinistische Wirtschaftspolitik nicht zu wirtschaftlichem Wachstum führen kann.

Diese Auffassung wird von anderen Ländern

geteilt, vor allem, da Nicaragua hohe Auslandsschulden hat.

Die FSLN-Regierung hat im übrigen willkürliche, in einigen Fällen
sogar ungesetzliche, wirtschaftliche Maßnahmen getroffen.

So wurde bei-

spielsweise Privateigentum konfisziert und Führungspersönlichkeiten des
Privatsektors wegen ihres Widerstandes gegen die Politik der Regierung
inhaftiert.

Die Vereinigten Staaten erlauben Nicaragua trotzdem auch heute noch,
etwa 15 bis 20 Prozent seiner Exporte in Amerika abzusetzen.

SECHSTE FALSCHE VORSTELLUNG:

Der amerikanische Druck auf Nicaragua

habe die sandinistische Regierung gezwungen, zum eigenen Schutze starke
Streitkräfte aufzubauen.
RICHTIGSTELLUNG:

Die Vereinigten Staaten waren bestrebt, ein Gleich-

gewicht der militärischen Macht zwischen Nicaragua und seinen Nachbarn in
- 9 -

�Nachbarn in Mittelamerika auf dem niedrigstmöglichen Niveau herzustellen.
Das Schwergewicht der amerikanischen Hilfe für Mittelamerika liegt auf
Wirtschaftshilfe.
Die Sandinisten begannen schon 1979 und 1980, den Aufbau starker
Streitkräfte zu planen, als die Vereinigten Staaten mit weitem Abstand
die größte Quelle an Wirtschaftshilfe waren.
Der Zustrom kubanischer und sowjetischer Militärberater nach Nicaragua und dessen rasche Aufrüstung gingen amerikanischen Forderungen voraus.
Die Vereinigten Staaten widersetzen sich jeder Ausweitung der sowjetisch-kubanischen Macht in Mittelamerika.
Wir und die Nachbarn Nicaraguas sind zutiefst besorgt über das Anwachsen der militärischen Macht dieses Landes. Allein 1983 erhielten die
Sandinisten militärische Lieferungen aus dem Ostblock im Werte von 100
Millionen Dollar.
Wir haben die Sandinisten immer wieder aufgefordert, ihre ursprünglichen Zusagen einzuhalten, eine freie, pluralistische Gesellschaft aufzubauen sowie den Export der Revolution und der Bedrohung der Stabilität
des ganzen Gebietes durch ihre militärische Macht einzustellen.

* * * * *

- 10 -

�30. Januar 1985

DER JACKSON-PLAN: LEISTUNGEN UND ZIELE
- Fakten zur Mittelamerikahilfe der USA -

WASHINGTON - (AD) -

Ein Jahr nach Veröffentlichung des Berichtes

der Nationalen Überparteilichen Kommission für Mittelamerika - deren Vorsitz der ehemalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger innehatte
- wurde bereits eine Vielzahl der darin geforderten Hilfsprogramme ins
Leben gerufen. Die über 30 Empfehlungen der Kommission - übergreifende
Ziele sind weitere Demokratisierung der Region, wirtschaftliches Wachstum
sowie Entwicklung im humanitären und im sicherheitspolitischen Bereich schlugen sich im nach dem verstorbenen Senator Henry Jackson benannten
Jackson-Plan nieder.
Zu den wesentlichsten, bereits verwirklichten Empfehlungen gehören:

Verstärkte Wirtschaftshilfe:
Im August vorigen Jahres stimmte der Kongreß einer zusätzlichen Hilfe

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�zusätzlichen Hilfe für Mittelamerika, Belize und Panama in Höhe von 370
Millionen Dollar zu und brachte damit die Regionalhilfe für 1984 auf insgesamt rund 850 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte dieser Mittel diente dazu, zur Stabilisierung der Volkswirtschaft dieser Länder beizutragen. Der Gesamtbetrag enthielt auch Nahrungsmittelhilfe sowie Mittel für
bestimmte Entwicklungsprojekte, von denen eine ganze Reihe von der Kommission empfohlen worden waren und die durch das Amt für Internationale
Entwicklung (AID) verwaltet werden.

Im Jahr 198A beliefen sich die Beträge für die jeweiligen Staaten auf:

— Belize, 14 Millionen Dollar;
—

Costa Rica, 181,3 Millionen Dollar;

— El Salvador, 329,4 Millionen Dollar;
—

Guatemala, 49.1 Millionen Dollar;

— Honduras, 172,3 Millionen Dollar;
—

Panama, 46,6 Millionen Dollar;

— Regionale Programme, 57,9 Millionen Dollar.

Im Oktober vergangenen Jahres bewilligte der Kongreß l,ol Milliarden
Dollar an Wirtschaftshilfe für Mittelamerika im Jahr 1985. Etwa die Hälfte dieses Betrages dient der wirtschaftlichen Stabilisierung; das übrige
Geld kommt der Nahrungsmittelhilfe und speziellen Programmen zugute.

1985 werden die mittelamerikanischen Staaten erhalten:
-— Belize, lo Millionen Dollar;
—

Costa Rica, 208 Millionen Dollar;

— El Salvador, 322,4 Millionen Dollar;
—

Guatemala, 73,1 Millionen Dollar;

— Honduras, 138,4 Millionen Dollar;
—

Panama, 39,8 Millionen Dollar;

— Regionalprogramme, 218,6 Millionen Dollar.

Die

Reagan-Administration

�Die Reagan-Administration hofft, daß die für 1985 bewilligten Mittel
als erster Teil der für insgesamt fünf Jahre vorgesehenen 8 Milliarden
Dollar an Hilfs- und Darlehenszusagen dienen werden. Die Summe entspricht
dem, was die Kommission für einen Aufschwung der unter einer externen Depression leidenden Volkswirtschaften Mittelamerikas für notwendig erachtet; dadurch soll auch das Ziel der Kommission erreicht werden, das
Pro-Kopf-Einkommen der Region wieder auf das Niveau von 1980 anzuheben.

Handelskreditgarantien:

Der Kongreß bewilligte darüber hinaus die von der Kommission geforderten 300 Millionen Dollar an Handelskreditgarantien, um der mittelamerikanischen Wirtschaft die Einfuhr von dringend notwendigen Gütern zu ermöglichen. Diese Garantien stehen nunmehr mittelamerikanischen Importeuren zur Verfügung.
Militärhilfe:

Auch die Empfehlung der Kommission zur Erhöhung der Militärhilfe für
El Salvador, das sich einem Guerilla-Aufstand gegenübersieht, wurde vom
Kongreß gutgeheißen. Allerdings beliefen sich die 316 Millionen Dollar an
Militärhilfe für Mittelamerika 1984 - einschließlich der Erhöhung für El
Salvador - auf erheblich weniger als der Betrag, der für die Wirtschaftshilfe der Region zur Verfügung gestellt wurde.

Die Militärhilfe für 1984 sieht im einzelnen folgendermaßen aus:

— Belize, 550 000 Dollar;
—

Costa Rica, 9.1 Millionen Dollar;

— El Salvador, 196,5 Millionen Dollar;
—

Honduras, 77,5 Millionen Dollar;

— Panama, 13,5 Millionen Dollar;
— Regionalprogamme, 18,5 Millionen Dollar.

AIP-Programme:
- 3-

�AIP-Programme:
Vielö der Vorschläge des Berichtes zur Verbesserung der Gesundheitsund Ausbildungsbedingungen in Mittelamerika sowie zur Verbesserung der
Landwirtschaft und der Infrastruktur sind in den Programmen enthalten,
die vom US-Amt für Internationale Entwicklung (AID) verwaltet werden.
Das Amt verwaltet außerdem von der Kommission empfohlene Programme
zur Stärkung der demokratischen Institutionen und des Privatsektors der
Region, zur Erleichterung der Bodenreform in El Salvador sowie für die
Unterstützung von Menschen, die durch die Unruhen ihre Heimat verloren
haben.
Die AID-Stellen vor Ort in den Empfängerländern sind gleichfalls mit
den Landesregierungen und dem jeweiligen Privatsektor hinsichtlich der
Schritte im Gespräch, die für die Förderung des Wachstums des Privatsektors am wirkungsvollsten sein könnten. Dieser als "politischer Dialog"
bezeichnete Prozeß unterstützt die Empfehlungen der Kommission, die wirtschaftlichen Reformen in den mittelamerikanischen Staaten zu ermutigen.

Handelsinitiativen:
Der Abbau von amerikanischen Restriktionen bei Importen aus der Region, wie er von der Kommission als Weg empfohlen wurde, um die Märkte
für mittelamerikanische Produkte auszuweiten, hat für die amerikanische
Regierung noch immer Priorität.
So sucht das Amt des amerikanischen Sonderbeauftragten für Handelsverhandlungen nach einer Möglichkeit im Rahmen des GATT, um die Quoten
für Textileinfuhren aus dem Karibischen Becken aufzustocken.

William

Brock, der

amerikanische

�William Brock, der amerikanische Sonderbeauftragte für Handelsverhandlungen, hat auch die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft daraufhin
angesprochen, Mittelamerika in das Präferenzprogramm der EG mit einzubeziehen, das diese im Rahmen der Konvention von Lome den Entwicklungsländern anbietet, und das derzeit noch auf die ehemaligen europäischen
Kolonien in Afrika, Asien und in der Karibik beschränkt ist. Allerdings
wurde diesem Ersuchen bislang noch nicht entsprochen.

Künftige Hilfen;
Während die ersten Schritte des Berichts mittlerweile verwirklicht
wurden, betont man in der Administration, daß die Verpflichtung auch
andauert und zusätzliche Initiativen ergriffen werden, um Mittelamerika
auch weiterhin zu helfen.
"Ich kann die Garantie geben, daß mit Zusammentritt des Kongresses in
diesem Monat der Kampf um die Vision der Kommission - und Präsident Reagans - weitergeht," betonte Langhorne A. Motley, Unterstaatssekretär für
interamerikanische Angelegenheiten, kürzlich in einem Schreiben an die
costaricanische Tageszeitung "La Nacion".
In diesem Schreiben wies Motley auf die Notwendigkeit hin, die Bewilligung des Kongresses für Mittel über mehrere Jahre hinweg zu erhalten,
damit die Hilfe für Mittelamerika auch über einen längeren Zeitraum hinweg gewährt werden könne, um auf diese Weise die Empfehlung der Kommission verwirklichen zu können, daß die amerikanische Verpflichtung verläßlich und vorhersagbar sein muß.

* * * * *

- 5-

�30. Januar 1985

DROGENPROBLEME IN DEN HERKUNFTSLANDERN

WASHINGTON- (AD) - Die Herkunftsländer und wichtigsten Regionen für
den Nachschub von Heroin, Kokain und anderen illegalen Drogen, beginnen
selbst immer häufiger gegen den Drogenhandel einzuschreiten.

Der Grund:

Sie erkennen, daß auch innerhalb ihrer Grenzen die Zahl der Drogensüchtigen zunimmt oder Gewalttätigkeiten gegen die Ordnungshüter und Mitbürger
unerträglich werden. "Sobald man den zuständigen Stellen klarmachen kann,
daß Drogen nicht nur für andere Länder in der Welt, sondern auch für das
eigene Volk ein ungemein schwieriges Problem darstellen, werden sie aktiv", sagt Sterling Johnson Jr. vom Rauschgiftdezernat der Stadt New
York.

Er konnte auf einer vom US-Informationsamt (USIA) veranstalteten

Studienfahrt mit Beamten in Pakistan, Argentinien, Jamaika und auf den
Bahamas viele der Probleme erörtern, die inzwischen auch den Herkunftsländern von Drogen zu schaffen machen.

Auf einer Pressekonferenz, die Mitte Januar 1985 in Washington stattfand, berichtete Johnson u.a. über energische Maßnahmen Pakistans gegen
den Drogenhandel.

Sie wurden durch den rasanten Anstieg der Zahl Heroin-

süchtiger im eigenen Land ausgelöst.

"Im Jahr 1980 wußte man in Pakistan

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�in Pakistan von zwei Heroinabhängigen - 1983 waren es 150 UOU, und im
Jahr 1984 dürfte die Zahl auf 300 000 angestiegen sein", sagte der Jurist. "Vor allem Angehörige der Mittel- und Oberschicht sind betroffen...
Die Regierung ist äußerst besorgt.

Ungeachtet aller Maßnahmen scheinen

die Suchtprobleme i.nmer schlimmer zu werden."

Die pakistanische Regierung sei sehr daran interessiert, Angehörige
der Polizei und der Rauschgiftfahndung in den Vereinigten Staaten ausbilden zu lassen.

Auch die in den USA nicht nur auf kommunaler, sondern

auch auf Bundesebene angewandten gesetzlichen Maßnahmen zur Beschlagnahme
von Geld, Häusern, Autos und anderen Sachwerten, die mit Drogenhandel erworben wurden, gelten als Modell für Aktionen, die Pakistan jetzt einzuführen gedenkt.

Kolumbien gehe, wie Johnson weiter berichtete, ebenfalls härter gegen
die Drahtzieher des Rauschgiftgeschäfts vor.

Seit der Ermordung des ko-

lumbianischen Justizministers im April 198a durch Drogenhändler wurde der
Rechtsvollzug erheblich gestrafft.

Auch sei die Regierung jetzt eher zur

Zusammenarbeit bereit, was u.a. die kürzlich erfolgte Auslieferung von
vier Drogenhändlern an die Vereinigten Staaten zeige.

Allerdings stünden

nunmehr Nachbarländer, in die sich kolumbianische Drogenhändler abgesetzt
haben, vor neuen Schwierigkeiten.

So käme es heute nach den Angaben der

argentinischen Polizei "häufiger zu Verbrechen als in der Zeit der Militärdiktatur, was manche Leute dem Drogenhandel zuschreiben".

Allgemein habe sich, so Johnson, die Erkenntnis durchgesetzt, daß
Drogen nicht als amerikanisches Problem zu betrachten seien.

Die Mei-

nung, "... wäre bei euch nicht die Nachfrage da, gäbe es auch keine Lieferquellen", habe sich von Grund auf geändert.

In den Herkunftsländern

der Drogen beginne man einzusehen, daß "wir alle im gleichen Boot sitzen"
und daß sie nicht minder betroffen sind.

Die Bereitschaft zur Zusammen-

arbeit sei ein wichtiger Faktor, weltweit den Kampf gegen Drogen erfolgreicher zu führen.
* * * * *

- 2-

�Wi//en/chcift
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

30. Januar 1985

MISSBILDUNG DURCH AKNE-PRAPARAT

- (AD) - Zusammenhänge zwischen der Einnahme eines gegen Akne verordneten Präparats und Mißbildungen bei Neugeborenen wurden durch eine Studie aufgedeckt, die gemeinsam von Wissenschaftlern der Universität Kalifornien und des Zentrums zur Überwachung von Krankheiten (CDC) in Atlanta
(US-Bundesstaat Georgia) durchgeführt wurde. Dr. Ira T. Lott (Assistenzprofessorin für Neurologie und

Pädiatrie, Irvine) und Dr. Edward

J.

Lammer (Epidemiologe, CDC) berichteten auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Kinderneurologie im Oktober 1984 über die Ergebnisse ihrer Untersuchungen.

Es handelt sich um das rezeptpflichtige Präparat "Accutane" (chemische Bezeichnung: Isotretinoin), das seit September 1982 auf dem Markt
ist. Gehirn, Augen, Ohren, Gesicht und Herz können von den Mißbildungen
betroffen sein. Einer der ersten Fälle im Zusammenhang mit Accutane wurde
1983 bekannt. Die 16jährige Mutter hatte, wie sich bei den Ermittlungen
der Ärzte in Orange County (Kalifornien) herausstellte, im ersten Drittel
der Schwangerschaft das Medikament eingenommen. Inzwischen wurden mehr

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�wurden mehr als 20 Babies ausfindig gemacht, deren Mißbildungen auf
Accutane zurückzuführen sind.

In der Studie sind 152 Frauen erfasst, die zwischen September 1982
und Juli 1984 Accutane im ersten Drittel der Schwangerschaft eingenommen
haben. Die Bundesbehörde zur Überwachung von Lebens- und Arzneimitteln
(FDA) hatte aufgrund der Beobachtungen von Entwicklungsanomalien bei der
Nachkommenschaft von Versuchstieren vor der Zulassung des Präparats ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es Schwangeren nicht verordnet werden
sollte. Ein entsprechender Vermerk ist in der den Ärzten zugänglichen Literatur und im Beipackzettel enthalten. Jedoch begeben sich gerade junge
Mädchen unter 20 häufig wegen Akne in ärztliche Behandlung. Diese könne
zu einem ernsten Risiko werden, wenn die Patientinnen entweder von einer
bereits eingetretenen Schwangerschaft nichts wissen, sie nicht zugeben
wollen oder während der Zeit der Behandlung schwanger werden, erklärte
Prof. Lott. Deshalb sei besondere Wachsamkeit bei der Anwendung des Präparats geboten.

*****

- 2-

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9540">
              <text>30.01.1985</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9541">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9542">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13631">
              <text>Amerikadienst 30.01.1985</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13632">
              <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikanisch-sowjetische Abrüstungsverhandlungen beginnen am 12. März in Genf&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Bekanntgabe des Weißen Hauses -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Strategische Verteidigungsinitiative und die Renaissance der Weltraumforschung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Von Generalleutnant James A. Abrahamson -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tower: USA wollen Gefahr eines Atomkrieges beseitigen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Tower-Interview mit US-Fernsehgesellschaft NBC -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Richtigstellung zur amerikanischen Nicaragua-Politik&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Jackson-Plan: Leistungen und Ziele&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Fakten zur Mittelamerikahilfe der USA -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drogenprobleme in den Herkunftsländern&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Missbildung durch Akne-Präparat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
