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und
Dokumcnlolion
United States Information Service
Embassy of the United States of A m e r i c a

16. Januar 1985

I N H A L T
DOKUMENTATION
Reagan: USA werden f l e x i b e l , g e d u l d i g uno e n t s c h l o s s e n
- Auszüge aus der Pressekonferenz des P r ä s i d e n t e n -

verhandeln

USA werden n i c h t über b r i t i s c h e und f r a n z ö s i s c h e N u k l e a r w a f f e n
verhandeln
- Pressekonferenz des U S - S i c h e r h e i t s b e r a t e r s i n P a r i s Der a m e r i k a n i s c h - s o w j e t i s c h e R ü s t u n g s k o n t r o l l d i a l o g
- E r k l ä r u n g von U S - U n t e r s t a a t s s e k r e t ä r R i c h a r d B u r t -

INFORMATION
P r ä s i d e n t Reagan ernennt neue M i n i s t e r
Regan und Baker tauschen Posten
- E r k l ä r u n g P r ä s i d e n t Reagans -

HINTERGRUNDMATERIAL
C h r o n o l o g i e der E r e i g n i s s e i n A f g h a n i s t a n
- 4 . Q u a r t a l 1984 W i r t s c h a f t l i c h e V o r t e i l e aus f r e i e m Erdgasmarkt
- U S - E n e r g i e m i n i s t e r f o r d e r t Abschaffung der P r e i s k o n t r o l l e n

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
W e l t w e i t e Erderkundung und Atmosphärenbeobachtung
- Neue i n t e r n a t i o n a l e A r b e i t s g r u p p e n zur Nutzung von S a t e l l i t e n daten k o n s t i t u i e r t -

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�16. Januar 1985

REAGAN: USA WERDEN FLEXIBEL, GEDULDIG UND ENTSCHLOSSEN VERHANDELN
- Auszüge aus der Pressekonferenz des Präsidenten -

WASHINGTON - (AD) - Prässident Ronald Reagan hat auf einer Pressekonferenz am 9. Januar 1985 versichert, daß sich die Vereinigten Staaten bei
den kommenden amerikanisch-sowjetischen

Abrüstungsverhandlungen

bel, geduldig und entschlossen" zeigen werden.
nischen

Rundfunk-

und

Fernsehstationen

"flexi-

In der von allen amerika-

übertragenen

Pressekonferenz

sprach Reagan die Hoffnung aus, daß sich die von Außenminister Shultz und
seinem sowjetischen Amtskollegen Gromyko am 7. und 8. Januar in Genf getroffene Übereinkunft als "der Beginn eines neuen Dialogs" zwischen Moskau und Washington nicht nur auf dem Gebiet der Rüstungskontrolle, sondern auch in anderen Fragen erweisen werde.

Ein großer Teil der Pressekonferenz befaßte sich mit innenpolitischen
Fragen - vor allem bezüglich der Steuern und des Haushalts. Ferner sprach

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Ferner sprach sich der Präsident für eine weitere Unterstützung der für
die Demokratie kämpfenden Kräfte in Mittelamerika aus.

Die Eingangserklärung und die Fragen und Antworten, die sich auf Genf
und die künftigen Rüstungskontrollverhandlungen bezogen, haben folgenden
Wortlaut:

ERKLÄRUNG:

Außenminister Shultz hat mir bereits heute nach seiner

Rückkehr aus Genf über alle Einzelheiten seiner Gespräche mit dem sowjetischen Außenminister Gromyko am 7. und 8. Januar berichtete. Wie Sie wissen, hat dieses Treffen mit Herrn Gromyko zu einer Übereinkunft unserer
beiden Länder geführt, neue Verhandlungen über Nuklear- und Weltraumwaffen zu eröffnen.

Unser Ziel bei diesen Verhandlungen wird die Verringerung der Kernwaffen und die Stärkung der strategischen Stabilität sein.

Unser letzt-

liches Ziel ist natürlich die völlige Beseitigung der Kernwaffen.

Ich möchte diese Gelegenheit

benutzen, um

(Außenminister) George

Shultz und (Sicherheitsberater) Bud McFarlane sowie den übrigen Mitgliedern der Delegation für ihre hervorragenden Leistungen zu danken.

Ihr

Teamwork war amerikanische Diplomatie in höchster Vollendung.

Unsere Differenzen mit den Sowjets sind vielfältig und tiefgreifend.
Und diese neuen Verhandlungen werden schwierig sein, wenn wir uns mit
Fragen befassen, die von so zentraler Bedeutung für Frieden und Sicherheit für uns selbst, unsere Verbündeten und die Welt sind.

Aber wir wer-

den bestehen.

Und während wir uns weiterhin Handlungen der Sowjetunion widersetzen
müssen, die die Freiheit und die Lebensinteressen der Vereinigten Staaten
oder anderer Länder bedrohen, müssen wir auch zur Zusammenarbeit bereit
sein, wo immer dies möglich ist, um den Frieden zu festigen.

Als ich im September vorigen Jahres vor der Vollversammlung der Ver-

�der Vereinten Nationen gesprochen habe, habe ich meine Ziele und Vorschläge für ein stabileres und konstruktiveres Verhältnis zwischen Ost
und West dargelegt.

Heute hege ich die Hoffnung, daß das Treffen in Genf

in dieser Woche - obwohl nur ein erster Schritt - der Beginn eines neuen
Dialogs zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion ist.

Ich

hege ferner die Hoffnung, daß sich das Jahr 1985 zu einem Jahr des Dialogs und der Verhandlungen entwickeln wird - zu einem Jahr, das zu besseren Beziehungen zwischen den Vereinigten

Staaten und der Sowjetunion

führt.

Ich bin überzeugt, daß sich durch diese Verhandlungen ein stabilerer
Friede erreichen läßt, und ich rufe alle Amerikaner auf, sich uns in der
Unterstützung dieses Strebens nach einem stabileren Frieden anzuschließen.

Aber um konstruktive Verhandlungen zu führen, bedarf es zweier Sei-

ten;

eine Seite allein schafft es nicht.

Wir haben unsere Absichten und

Erwartungen auf einen Fortschritt in den amerikanisch-sowjetischen Beziehungen deutlich gemacht.
Außenminister Shultz hat diese Botschaft in seinen langen Gesprächen
mit Herrn Gromyko verstärkt.

Was uns angeht, so werden wir flexibel, ge-

duldig und entschlossen sein, und wir gehen davon aus, daß die Sowjetunion dazu beitrdägt, diesem Prozeß des Dialogs neues Leben und positive Ergebnisse zu geben.

FRAGE:

Wenn Sie flexibel sind, sind Sie dann bereit, die Forschung

in der Technologie des "Krieges der Sterne" im Tausch für tiefgreifende
Verringerungen im sowjetischen Nukleararsenal aufzugeben, oder sind Sie,
wie Ihre Berater sagen, gegen jede Verhandlung über den Krieg der Sterne?

ANTWORT:

Zunächst einmal möchte ich sagen, daß das, was als Krieg

der Sterne bezeichnet wird - und ich möchte mir eigentlich wünschen, daß
derjenige, der diesen Ausdruck geprägt hat, ihn wieder zurücknehmen würde, denn er gibt einen völlig falschen Eindruck von dem, was wir meinen selbstverständlich mit all dem anderen zusammen auf dem Tisch liegen
wird.

Es gibt keinerlei Vorbedingungen hinsichtlich der Verhandlungen,

in die wir eintreten werden. Aber hier handelt es sich um ein Forschungs- 3-

�ein Forschungsprogramm, und das liegt im Rahmen der Bestimmungen des ABMVertrages.

Alles, was wir also deutlich machen wollten, ist, daß wir diese Forschung fortsetzen. Aber wir haben auch klargemacht, daß, falls diese Forschung, wie wir hoffen, etwas erbringt, dies die - nicht nukleare - Verteidigungswaffe sein könnte, von der wir reden, und daß wir dann bereit
sein würden, in Verhandlungen und Gespräche mit anderen Ländern der Welt,
und vor allem mit unseren Verbündeten, darüber einzutreten, was wir damit
tun sollten und ob und wie wir sie dislozieren sollten.

FRAGE:

Krieg der Sterne ist, auch wenn Sie den Ausdruck nicht mögen,

ziemlich populär geworden und liegt also irgendwann auf dem Verhandlungstisch, wenn die Technologie entwickelt wäre?

ANTWORT:

FRAGE:

Ich habe gesagt, es liegt auf dem Tisch.

Das ist also nicht nur eine Trumpfkarte für die Verhandlungen?

ANTWORT:
FRAGE:

Oh nein, nein.
In der Vergangenheit haben Sie die Sowjetunion als Reich des

Bösen bezeichnet, und Sie haben erklärt, die Sowjets hätten wiederholt
die Rüstungskontrollabkommen verletzt, die sie mit den Vereinigten Staaten eingegangen sind.

Einige Ihrer Berater bezweifeln heute, daß die

Technologie existiert, irgendein Abkommen ausreichend zu verifizieren.
Glauben Sie, daß Verifizierung möglich ist, oder glauben Sie, daß die
Sowjets versuchen werden, jedes Abkommen zu verletzen, das Sie mit Ihnen
schließen?

ANTWORT:

Wir wissen, daß sie in der Vergangenheit dafür bekannt ge-

worden sind, Abkommen verletzt zu haben.

Wir wissen auch, daß eine abso-

lute Verifizierung unmöglich ist - aber die Verifizierung in einem möglichen Ausmaß wird ein sehr wesentlicher Punkt in unseren Verhandlungen
sein.

Ich möchte ferner darauf hinweisen, daß aufgrund der Tatsache, daß

sie selbst den Wunsch zum Ausdruck gebracht haben, Kernwaffen total abzu- A-

�total abzuschaffen, ein Null-Stand von Kernwaffen sehr viel leichter zu
verifizieren ist, als wenn man nur die Zahl vermindert.

Wenn man weiter-

hin immer wieder zählen muß, dann ist das schon schwieriger.

FRAGE: Mich verwirrt etwas Ihre erste Antwort zum Thema "Krieg der
Sterne", wenn wir nun einmal diesen Begriff so verwenden wollen.

Sie

sagen, Sie seien bereit, darüber zu verhandeln, wollen aber gleichzeitig
mit der Forschung fortfahren und erst dann über wirkliche Begrenzungen
diskutieren, wenn sich herausgestellt hat, daß der Plan durchführbar ist
- und das ist ja eine Zeitfrage, die weit über Ihre Amtszeit hinausreicht, bis in die neunziger Jahre. Die Frage ist dann: Werden Sie bei
den Gesprächen, die nunmehr in diesem Jahr beginnen, Begrenzungen bei der
Dislozierung und bei der Erprobung der Weltraumwaffen in Erwägung ziehen?

ANTWORT: Diese Dinge sind noch weit entfernt: Wir wissen noch nicht
einmal, welche Art von Waffe das sein würde, falls wir überhaupt eine haben sollten. Sicher haben Sie schon im Fernsehen Zeichnungen von derlei
Waffen gesehen, wie sie Raketen abschießen - und alles sieht so einfach
aus. Aber so weit sind wir nicht. Deshalb sprach ich nie von Weltraum
oder ähnlichem, als ich den "Krieg der Sterne" erwähnte und kritisierte.
Ich weiß es nicht, ich bin kein Wissenschaftler.

Ich sagte, daß wir im Lauf unserer Geschichte immer wieder in der Lage waren, eine Defensivwaffe herzustellen. Lohnt es sich dann nicht, herauszufinden, ob es nicht eine Waffe gibt, die humaner und moralischer
ist, als zu sagen, die einzige Verteidigung, die wir im Nuklearzeitalter
haben, sei die, daß wir zehn Millionen Menschen des Gegners töten werden,
wenn er zehn Millionen von uns tötet?
Wir bemühen uns um eine Waffe, die Kernwaffen zerstören kann, aber
nicht selbst Kernwaffe ist - und die Waffen vernichtet, aber keine Menschen. Und wenn wir das erreichen, dann ist die Zeit gekommen, sich an
die Welt, an unsere Verbündeten, vielleicht sogar an unsere Gegner zu
wenden und zu sagen: "Schaut her, jetzt haben wir sie." Und wenn wir bis
dahin die Kernwaffen nicht schon ganz aus der Welt geschafft haben, dann
- 5-

�haben, dann könnte dies ein wesentlicher

Beitrag sein, der geleistet

wird, um das zu erreichen.

FRAGE: Aber gehen wir denn nicht das Risiko ein, die Abrüstungsgespräche aufgrund dieser Problematik zusammenbrechen zu lassen?

Die So-

wjets sagen, genau das habe für sie oberste Priorität.

ANTWORT: Nein, nein. Eine der drei Phasen, hinsichtlich derer man in
Genf bei diesem meiner Meinung nach höchst erfolgreichen Treffen übereingekommen ist, besteht darin, daß wir in drei Gruppen über strategische
Kernwaffen - das sind die Offensivwaffen -, über strategische Mittelstreckenwaffen - gleichfalls Offensivwaffen - sowie über einen dritten
Bereich sprechen werden, wo wir über Verteidigung und Weltraum reden also Waffen, die Objekte abschießen, die im Weltraum sind, oder Waffen im
Weltraum, die Abschußfunktion haben.

Und ich wiederhole es: Was wir bei diesem Forschungsprogramm tun und die Sowjets argumentierten hier auch nicht, sie konnten darüber nicht
argumentieren -, liegt innerhalb der Bestimmungen des ABM-Vertrags.

FRAGE: Haben Sie den Eindruck daß angesichts des von Ihnen erwähnten
Fortschritts, der mit den Sowjets in diesen jetzigen Gesprächen erzielt
wurde, nunmehr der Zeitpunkt zu einem Gipfeltreffen mit der sowjetischen
Führung, mit Tschernenko, gekommen sei?

ANTWORT: Wie ich schon sagte: Ein Treffen nur um seiner selbst willen
ist sinnlos. Wir werden uns jetzt zusammensetzen und herausfinden, wann
und wo die Verhandlungen beginnen können. Sollte es einen Grund geben,
bei dem ein Gipfeltreffen in dieser oder jener Sache hilfreich sein könnte, und sollte es eine sorgfältig geplante Tagesordnung geben, die auch
ihrer Meinung nach notwendig ist, so bin ich, wie bislang auch, selbstverständlich zu einem solchen Treffen bereit. Ich glaube, es macht wenig
Sinn, zu sagen: "Gut, nachdem wir jetzt über dies und jenes reden, treffen wir uns doch einfach, um einander kennenzulernen!" Das weckt Hoffnungen bei den Menschen; und einige Präsidenten haben das auch schon getan

�schon getan und gesehen, daß die Enttäuschung gewaltig ist.

FRAGE: Wurde darüber auch während dieser Gespräche zwischen Außenminister Shultz und Außenminister Gromyko geredet?

ANWORT: Nein, sie hatten einen sorgfältig vorbereiteten Arbeitsplan.
Und es gab hier auch innerhalb der 15 Leute, die die Delegation bildeten,
keinerlei

Meinungsverschiedenheiten

hinsichtlich

dessen was wir sagen

wollten, wie stellenweise behauptet wurde.

FRAGE: Wenn die Vereinigten Staaten mit der Dislozierung ihrer strategischen U-Boote wie geplant fortfahren, werden zum Jahresende die Begrenzungen für strategische Raketen gemäß der SALT II-Vereinbarung überschritten sein. Was beabsichtigen Sie in bezug auf das Abkommen? Werden
Sie die Zahl der Interkontinentalraketen und der veralteten U-Bootraketen
verringern, um das SALT II-Abkommen am Leben zu erhalten, obgleich es
nicht ratifiziert wurde?
ANTWORT: Wir halten uns auch weiterhin daran...; wir haben einige der
älteren Raketen eliminiert und einige der Unterseeboote außer Dienst gestellt. In dieser Richtung werden wir fortfahren.

Die Trident-Entwicklung bedeutet weniger eine Zunahme der Nuklearstreitkraft als vielmehr eine Modernisierung, eine Auswechslung älterer,
weniger treffgenauer Raketen und U-Boote, die nicht ganz über die Kapazität der Trident verfügen. SALT II ist nichts als eine Begrenzung dahingehend, wie rasch man die Waffenmenge erhöht - was ja auch ein Grund dafür war, daß der Senat SALT II damals nicht ratifizierte. Deshalb glaube
ich auch, daß einzig die Art von Verhandlungen, die wir jetzt vorschlagen, Sinn hat. Nicht nur den Anstieg begrenzen, sondern die Anzahl der
Waffen verringern.

FRAGE: Herr Präsident, Ihre Mitarbeiter sagten, man habe einige neue,
interessante Ideen, wenn die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. Was
sind Ihre Ideen? Von den Defensivwaffen abgesehen: Was sind Ihre Vorstel-

�Ihre Vorstellungen für eine Verringerung der Offensivsysteme - Vorstellungen, die bei den abgebrochenen Verhandlungen nicht vorgebracht wurden,
und die bei der neuen Verhandlungsrunde Hoffnung auf Fortschritt bilden
könnten?

ANTWORT: Ich möchte nicht dem vorgreifen, was auf den Verhandlungstisch gehört. Einer der Punkte, die wir den Sowjets klargemacht haben,
war der, daß wir der Ansicht sind, daß es Meinungsunterschiede hinsichtlich der Mischung der Waffentypen auf beiden Seiten geben könnte. Wir
sind bereit, dieses Problem anzugehen. Und vielleicht haben wir hier einen Vorteil, sie dort einen - und wir können in einem solchen Bereich
über einen wechselseitigen Austausch verhandeln.

Als wir in die Verhandlungen über strategische Raketen eintraten, waren wir der Meinung, daß der Abbau der landgestützten Raketen oberste
Priorität haben sollte. Aber die Sowjets ließen klar erkennen, daß sie
unseren Vorstellungen von der anteilmäßigen Mischung der Raketen nicht
folgen wollten, weil sie stärkeren Nachdruck als wir auf den Besitz von
landgestützten Raketen legten. Und sie warteten nicht, als wir ihnen sagten, wir seien bereit, mit ihnen über dieses Problem zu sprechen - sie
verließen die Verhandlungen und kamen nicht zurück.

Aber dies jetzt sind neue Verhandlungen, es sind neue Verhandlungen
für beide Seiten.
FRAGE: Glauben Sie, daß das Genfer Treffen diese Woche und die Wiederaufnahme der Abrüstungsverhandlungen in nächster Zukunft zu der neuen
Ära der Entspannung führen könnten, von der Herr Tschernenko im vergangenen November sprach?

ANTWORT: Ich glaube, man wird hier nicht nur von Waffen reden. Aber
lassen Sie mich das mit der Entspannung klarstellen. Das ist ein Wort,
das in der Vergangenheit in mancher Hinsicht etwas mißbraucht wurde.
Natürlich würden wir derlei begrüßen, wenn es sich nicht um eine Einbahnstraße handelt. Unser Problem in der Vergangenheit war es, daß es zu
- 8-

�daß es zu oft eine solche war und wir in dieser Straße in der falschen
Richtung liefen.

Wir werden also mit aller Entschlossenheit versuchen, eine Position
einzunehmen, von der aus wir einige der anderen bilateralen und regionalen Probleme sowie Handelsfragen lösen können, die im Moment zwischen uns
bestehen.

FRAGE: Und wie steht es mit anderen Problemen wie Afghanistan, Südostasien - wird auch darüber gesprochen?

ANTWORT: Derlei mag sehr wohl in all den Stunden dieser Treffen angesprochen worden sein. Wir haben jedoch sehr deutlich gemacht, wie unsere
Einstellung zu einigen dieser Praktiken ist.

- 9-

�16. Januar 1985

USA WERDEN NICHT ÜBER BRITISCHE UND FRANZÖSISCHE NUKLEARWAFFEN VERHANDELN
- Pressekonferenz des US-Sicherheitsberaters in Paris -

PARIS - (AD)- Der Sicherheitsberater Präsident Reagans, Robert McFarlane, machte am 11. Januar 1985 auf einer Pressekonferenz in Paris
deutlich, daß die Vereinigten Staaten bei den kommenden Rüstungskontrollverhandlungen mit der Sowjetunion nicht über britische und französische
Nuklearwaffen verhandeln werden.

McFarlane, der die französische Regie-

rung über die amerikanisch-sowjetischen Außenrninistergesprache in Genf an
7. und 8. Januar unterrichtete, wies darauf hin, daß sich die Politik der
Vereinigten Staaten bezüglich der unabhängigen französischen und britischen Nuklearabschreckung gegenüber den früheren Verhandlungen über nukleare Mittelstreckensysteme (INF) nicht geändert habe.

Damals hatten es

die USA abgelehnt, die britischen und französischen Systeme in die Verhandlungen einzubeziehen.

Die Pressekonferenz des amerikanischen Sicherheitsberaters hat folgenden Wortlaut:

FRAGE:

Wie ich höre, wird Außenminister Shultz im März nach Moskau

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432"

�nach Moskau reisen.

Wäre das zu dem Zweck, ein Treffen zwischen Präsi-

dent Reagan und Tschernenko zu vereinbaren?
ANTWORT:

Ich glaube, es ist jetzt noch zu früh, vorauszusagen, daß

es irgendein Treffen besonderer Art geben wird.

Wir sind uns einig ge-

worden, innerhalb des nächsten Monats zu einer Übereinkunft zu gelangen,
wie diese Verhandlungen auf jedem der drei Gebiete in Gang gebracht werden können.

Dazu mag ein Besuch auf Ministerebene nutzen oder beitragen

oder vielleicht auch nicht.

Unser Ziel ist der baldige Beginn dieser

Verhandlungen, und alles was dazu beitragen kann, wird versucht werden.

FRAGE:

Mir ist nicht ganz klar, welche Waffen eigentlich unter den

Begriff "Weltraumwaffen" fallen.

ANTWORT:

Nach der sowjetischen Definition schließen Weltraumwaffen

Waffen auf der Erde ein, die gegen Objekte im Weltraum, in der Atmosphäre, gerichtet sind, wie auch Systeme im Weltraum, die gegen Ziele auf der
Erde gerichtet sind.

Es sind also beide Gebiete - erdstationierte und

weltraumstationierte Waffen -, über die in den Verhandlungen über Weltraum- und Verteidigungssysteme gesprochen werden wird.

FRAGE: Mitterrand hat gesagt, er habe ernste Bedenken gegen die Strategische Verteidigungsinitiative (SDI).
sei schlecht unterrichtet gewesen.

Weinberger erklärte, Mitterrand

Ist es Ihnen gelungen, diese Lücke zu

schließen?
ANTWORT:

Ich bin der Meinung, es liegt auf der Hand, daß Präsident

Mitterrand eine solide Kenntnis der Konzepte besaß, um die es hier qeht,
wie auch über die technologischen Auswirkungen und den politischen Zusammenhang, in dem diese Forschungsanstrengungen unternommen wird.

Seine

Fragen waren, wie ich meine, auf jedem dieser Gebiete sehr gezielt, d.h.
bezüglich des technologischen Risikos, der Machbarkeit, der Auswirkungen
auf die Rüstungskontrolle, und wie sich das alles vor allem auf die Sicherheit Europas auswirken werde.

Ich möchte hinzufügen, daß wir uns in

den Vereinigten Staaten der Tatsache sehr bewußt sind, daß die Möglichkeiten, die in der Verteidigungsforschung liegen, nicht auf kurze Sicht

�kurze Sicht die Notwendigkeit beseitigen können, uns weiterhin auf Kernwaffen zu verlassen.

Unsere Erwartungen gehen dahin, daß, seihst wenn

diese Systeme ihre Machbarkeit erweisen, dies dann nicht auf kurze Sicht
wäre, und infolgedessen werden wir uns im Westen zwischen heute und der
Jahrhundertwende weiterhin für eine wirksame Abschreckung auf Nuklearsysteme verlassen müssen. Wir behaupten gar nichts anderes.

FRAGE:

Auf seiner Pressekonferenz am Mittwoch abend wurde Präsident

Reagan gefragt, ob die SDI ein Verhandlungsunterpfand sei.
mit einem definitiven "Nein".

Er antwortete

Wie bringen Sie das in Einklang mit dem

Übereinkommen, über weltraumstationierte Systeme zu sprechen?

ANTWORT:

Zunächst einmal möchte mir scheinen, daß Systeme, die das

Versprechen bergen, uns eines Tages in die Lage zu versetzen, daß wir uns
weniger auf Kernwaffen und mehr auf nichtnukleare Waffen verlassen können, an sich schon einen Wert haben, und die Vorstellung, daß wir uns
diesen Wert wegverhandeln lassen sollten, ist schon

sehr merkwürdig.

Wenn wir sagen, wir sind bereit, über sie zu sprechen, dann heißt dies,
deutlich zu machen, daß wir begreifen und verstehen.

Dieses neue Kon-

zept, sich auf die Verteidigung zu verlassen, erfordert, daß man die Regriffe versteht, unter denen diese Entwicklung Platz greifen würde; d.h.
wir, die Sowjetunion und unsere Freunde und Verbündeten in Europa müßten
begreifen und unterstützen, wie diese Entwicklung weg von einer totalen
Stützung auf offensive Systeme auf eine Weise vorgenommen werden könnte,
die nicht destabilisierend wäre.

Das heißt, wenn diese Systeme eines Ta-

ges eingeführt werden sollten, dann müßte das in einem Tempo und in einem
Klima geschehen, das beide Seiten verstehen, damit nicht der Anschein erweckt wird, daß eine Seite einen einseitigen Vorteil gewinnt.

Das ist

ein sehr weites Feld für Gespräche, und wir gehen davon aus, mit dieser
Tagesordnung in die Gespräche einzutreten.

Es geht um die konzeptionelle

Vorstellung, wie diese Systeme im Laufe der Zeit uns helfen könnten, ein
stabileres Abschreckungsverhältnis zu erreichen.

FRAGE:

Hat Präsident Mitterrand mit Ihnen über ein totales Verbot

von Kernwaffen gesprochen, und waren Sie in der Lage, Mitterrand Zusicherungen zu machen - vor allem im Zusammenhang mit der französischen Poli-

�französischen Politik, die auf der nuklearen Abschreckung beruht?

ANTWORT:

Erstens habe ich die nachdrückliche Versicherung gegeben,

wie hoch wir den wichtigen Beitrag einschätzen, den die Nuklearstreitkräfte Frankreichs während der ganzen Nachkriegszeit, in der sie existieren, zu einer stabilen Abschreckung geleistet haben.

Und unsere Erwar-

tungen gehen dahin, daß dieser entscheidend wichtige Reitrag auch für die
absehbare Zukunft wesentlich bleiben wird.

Präsident Mitterrand seiner-

seits zeigte Verständnis für die amerikanischen Motive für dieses Forschungsprogramm, und hier gab es keinen Anlaß zu Meinungsverschiedenheiten zwischen uns.

FRAGE: Wurde bei Ihren heutigen Gesprächen mit der französischen Führung das Thema Neu-Kaledonien angesprochen? Könnten Sie etwas zu den Erklärungen seitens der französischen Regierung und Botschafter Galhraiths
sagen, wonach dort im Fall eines Abzuges der Franzosen von Neu-Kaledonien
die Gefahr eines neuen Kubas oder Grenadas bestehen könnte?

ANTWORT: Das Thema kam bei meinem heutigen Meinungsaustausch weder im
Elysee-Palast noch am Quai d'Orsay auf. Ich glaube, es steht mir nicht
zu, Vorschläge hinsichtlich einer Politik zu unterbreiten, die den Interessen Frankreichs am dienlichsten wäre. Ich stelle fest, daß Frankreich
in der Vergangenheit im pazifischen Raum eine sehr positive Rolle gespielt hat. Die Vereinigten Staaten respektieren diese Tatsache und sind
zuversichtlich, daß Frankreich auch weiterhin eine solch positive Rolle
spielen wird - und zwar auf eine Weise, die nur Frankreich bestimmen kann.

FRAGE: Die Sowjets haben klargestellt, daß sie Entwicklungen bei der
SDI als einen casus belli betrachten werden. Glauben Sie nicht, daß die
Sowjets versuchen, durch Verhandlungen Zeit zu gewinnen, während sie einen Erstschlag vorbereiten?
ANTWORT: Zunächst bin ich der Meinung, daß allein die Behauptung der
Sowjetunion, es sei unbillig, wenn die Vereinigten Staaten auf einem Gebiet Forschung betreiben, auf dem sie selbst schon seit einer Generation
forscht - und wo sie schon über das Forschungsstadium hinaus gelangt ist,
- 4-

�gelangt ist, um heute ein massives Verteidigungssystem zu dislozieren -,
in sich selbst absurd ist. Hinsichtlich des Umfangs und technischen Niveaus der sowjetischen Verteidigungssysteme muß man auch ihr ABM-System
mit in Rechnung stellen (das noch zur Stunde verbessert wird), dann das
umfangreiche, landesweite Luftverteidigungssystem

sowie die modernsten

Forschungsprogramme in allen führenden Hochtechnologiebereichen von Laser
bis zur Richtenergie - erst dann wird deutlich, daß die Sowjetunion eine
vollentwickelte, eigene strategische Verteidigungsinitiative hat. folglich ist es nicht sehr sinnvoll, wenn sie darauf abhebt, daß auch wir
diesem Bereich Aufmerksamkeit schenken. Die Aussicht darauf, durch Gespräche gemeinsam einen Weg zu finden, diese Bemühungen in eine konstruktive Richtung zu lenken, brachte es ja mit sich, daß wir den Verhandlungen zugestimmt haben. Ich möchte nichts zu einem Ergebnis sagen. Die Vereinigten Staaten gehen in diese Verhandlungen mit gutem Willen und ernstem Vorsatz, aber in der Entschlossenheit, daß wir aus unserem Eigeninteresse heraus mit unserem Forschungsprogramm weitermachen müssen.

Et-

was anderes zu sagen, würde doch nur die Frage aufwerfen, welche Möglichkeit man sonst überhaupt hat, Beschränkungen zu verifizieren, die man unter Umständen in Erwägung zieht. Ein Großteil dieser Arbeit ist Forschung
im Labor, ist nicht verifizierbar und daher auch nur schwer vorstellbar.

FRAGE: Können Sie uns Informationen hinsichtlich des Unfalls mit dem
PERSHING-Raketentriebwerk geben, durch den in der Bundesrepublik Deutschland zwei amerikanische Soldaten getötet wurden - und glauben Sie, daß
dieser Vorfall in gewisser Weise die Dislozierung amerikanischer Raketen
in Belgien beeinflussen könnte?

ANTWORT: Natürlich sind Vorfälle dieser Art bedauerlich, und unsere
Trauer gilt ganz sicher den Toten. Tragödien dieser Art kommen in allen
Systemen vor, und es sind dies die unglücklichen, tragischen Kosten für
die Einsatzbereitschaft. Ich hoffe, daß man Sinn und Zweck erkennt, dem
die Politik der Dislozierung und des Bemühens um Gleichgewicht dient. Die
Erfordernisse der Abschreckung zur Aufrechterhaltung eines stabilen Friedens sind

auch weiterhin gegeben, bisweilen verbunden mit tragischen

Kosten. Aber dies ändert nicht Sinn und Vernunft dieser Politik.

FRAGE:

1983

bot

�FRAGE:
teilen.

1983 bot Reagan an, die SDI-Technologie mit den Sowjets zu

Gilt dieses Angebot noch immer und wurde es Gromyko in Genf un-

terbreitet?

ANTWORT:

Ich glaube, das Motiv des Präsidenten, vergangenen Herbst

diesen Gedanken zum Ausdruck zu bringen, bestand darin, auch den letzten
Zweifel darüber aus der Welt zu schaffen, die Vereinigten Staaten seien
bestrebt, mit der Durchführung ihres Forschungsprogramms einen einseitigen Vorteil zu gewinnen.

Der Präsident sagte das aus ehrlicher Überzeu-

gung; er fühlt sich im Wort und steht dazu. Die Sowjetunion bekundete in
Genf kein besonderes Interesse daran. Wir werden uns alle Vorschläge anhören, die die Sowjets in Zukunft hierzu vielleicht noch machen, aber
diesmal schienen sie kein Interesse daran zu haben.

FRAGE: Sehen Sie irgendwelche größeren Mißverständnisse zwischen Ihnen und den Sowjets bezüglich

des

Wechselverhältnisses der drei Ge-

sprächsrunden untereinander voraus ? Machen sich die Russen über die Verknüpfung Gedanken ?

ANTWORT: Ich glaube, wir naDen in der Tat verschiedene Ansätze. Beide
Seiten akzeptieren, daß zwischen den drei Gesprächsrunden ein Zusammenhang besteht. Den Vereinigten Staaten erscheint es jedoch sowohl logisch
als auch klug, jedes Abkommen, das erzielt werden kann, sofort zu nutzen
und in die Tat umzusetzen, um in den Genuß der Vorteile zu kommen, die es
bietet. Fortschritte auf einem Gebiet von Fortschritten auf einem anderen
Gebiet abhängig zu machen, läge dagegen in niemandes Interesse. Das ist
also die Auffassung, mit der wir in die Verhandlungen hineingehen. Wir
sind bereit, den Verhandlungsprozeß auf der Grundlage des Prinzips von
Geben und Nehmen zu führen, hoffen aber, daß die Sowjetunion einsieht,
daß wir Chancen zu Fortschritten auch wirklich ergreifen sollten, unabhängig davon, wie gut und wie schnell die Verhandlungen in anderen Bereichen laufen.

FRAGE: Sie sagten, daß die Franzosen und Briten einen Beitrag zur
Abschreckung leisten und dies auch weiterhin tun werden. Wie weit kamen
die französischen und britischen Streitkräfte in Genf zur Sprache, und
- 6 -

�Sprache, und werden die Vereinigten Staaten den Franzosen in Zukunft helfen, das französische System dem amerikanischen System anzupassen ?

ANTWORT: Was die erste Frage angeht, so möchte ich den Inhalt des
vertraulichen Meinungsaustauschs in Genf nicht erörtern. Ich kann jedoch
sagen, daß sich die Grundsätze, die in den vergangenen vier Jahren für
die Teilnahme der Vereinigten Staaten und des Bündnisses an Verhandlungen
über nukleare Mittelstreckenwaffen bestimmend waren, nicht geändert haben, und zu diesen Grundsätzen gehörte, daß die französischen und britischen Systeme bei den Verhandlungen ausgeklammert bleiben. Sie stehen außerhalb des Zusammenhangs der INF-Verhandlungen; dieser Standpunkt ist
unverändert. Die Vereinigten Staaten sind, wie stets in der Vergangenheit , offen für und bereit zur Zusammenarbeit mit ihren Freunden in Europa. Vielleicht habe ich nicht verstanden, worum es Ihnen bei Inrer Frage geht, aber wir sind eindeutig dazu bereit, alles, was wir herausfinden, mit unseren Freunden zu teilen.

FRAGE: Was ich gemeint habe, ist, daß die Franzosen und die Briten
fürchten, daß ihre Systeme veralten, wenn die Entwicklung weitergeht.
Sind die Vereinigten Staaten bereit, dabei zu helfen, diese Streitkräfte
auf den neuesten Stand zu bringen ?

ANTWORT: Nun, zunächst sollten wir uns ins Gedächtnis rufen, daß die
Funktionsfähigkeit

und der Wert von nuklearen Offensivwaffen

für die

überschaubare Zukunft gesichert erscheint. Die Möglichkeit, daß im Laufe
der Zeit das Rüstungsniveau auf Seiten der Supermächte gesenkt werden
könnte, gibt uns einigen Anlaß zur Hoffnung. Es ist vorstellbar, daß man
auf ein sehr niedriges Niveau heruntergehen könnte, das aber immer noch
hoch genug wäre, um die Existenz eines größeren französischen und uritischen Potentials zu rechtfertigen. Entscheidungen darüber können unseres
Erachtens nicht unter rein militärischen Gesichtspunkten getroffen werden. Der Fortbestand solcher Systeme erschiene uns ungeachtet der Existenz leistungsfähiger Defensivsysteme vernünftig. Der vorrangige Nutzen
von Defensivsystemen besteht in der durch sie eröffneten Aussicht auf eine erhebliche Senkung des Rüstungsniveaus auf Seiten der Supermächte.

FRAGE:

Außenminister

�FRAGE: Außenminister Shultz sagte, daß die Vereinigten Staaten neue
Ideen an den Verhandlungstisch mitbringen würden. Die INF-Verhandlungen
sind nicht mehr wie früher, aber die Standpunkte haben sich nicht geändert. Sind Vorkehrungen für die Koordination der drei Gespächsrunden getroffen worden, die mehr Fortschritte ermöglichen würden •-'

ANTWORT: Das hoffen wir. Die Vereinigten Staaten haben das eine Jahr
seit dem Auszug der Sowjets dazu oenutzt, ihre eigenen Positionen zu
überprüfen, und wir haben in der Tat einige neue Ideen. Wir hoffen, daß
die Sowjetunion das gleiche getan hat. Deshalb hoffen wir auch auf eine
möglichst baldige Eröffnung der Gespräche sowohl über strategische als
auch über Mittelstreckensysteme.

Wir beabsichtigen, unsere Freunde und

Verbündeten in Europa zur Darlegung ihrer Standpunkte zu ermuntern, um
sicherzustellen, daß, wie schon in der Vergangenheit, ein enger und
fester Zusammenhalt zwischen den Verbündeten gewahrt bleibt. Wie ich bereits sagte, können wir heute noch nicht beurteilen, ob wir mehr Fortschritte erzielen können oder nicht, das hängt von der Sowjetunion ab.
Von uns aus gesehen sind wir bereit.

FKAGE:

Wann wollen Sie die europäischen Verbündeten konsultieren, vor

Beginn der Verhandlungen mit den Sowjets oder während der Verhandlungen ?
Und auf welcher Ebene sollen die Konsultationen stattfinden ?

ANTWORT: Ich glaube, derjenige, der das am besten beantworten kann,
ist Botschafter Paul Nitze. Es gibt ein festgelegtes Verfahren für enge
Konsultationen mit unseren Verbündeten, das sowohl vor als auch während
der gesamten Verhandlungen der Vergangenheit funktioniert hat, und wir
gehen davon aus, daß wir uns dieses Verfahrens auch weiter bedienen werden. Tatsächlich läuft es bereits. Genügt Ihnen das 'i

FRAGE: Was geschähe, wenn Sie sich auf ein völliges Verbot der Kernwaffen einigen könnten ? Im Augenblick ist nicht vorgesehen, die französischen Nuklearstreitkräfte in die Verhandlungen einzubeziehen, aber was
würde geschehen, wenn sich die Supermächte auf eine Null-Lösung einigen
könnten ? Würden Sie sagen, daß selbst dann die französischen und britischen Systeme nicht einbezogen werden sollten i Sie sprechen immer von
- 8 -

�immer von der überschaubaren Zukunft. Was verstehen Sie darunter ?

ANTWORT:

Das ist eine Reihe sehr sinnvoller Fragen. Zum ersten sind

wir dabei, ein Forschungsprogramm auf einem weitgehend unerforschten Gebiet in die Wege zu leiten. Wir können daher nicht genau vorhersagen,
wann - wenn überhaupt jemals - sich solche Systeme als technisch machbar
erweisen werden. Daher kann man auch heute noch nicht sagen, daß diese
neue Defensivrüstung im Jahre 1991 oder im Jahre 2010 zur Verfügung stehen wird. Weil man dies aber nicht kann, muß man zunächst weiter auf der
Grundlage dessen planen, was sich bereits als funktionsfähig erwiesen
hat: nämlich die Offensivsysteme, einschließlich der britischen und französischen. Man kann jedoch - una ich glaube, daß wir diesbezüglich mit
der französischen und der britischen Regierung einer Meinung sind -, auf
die langfristig wünschenswerte Verminderung und, falls machbar, letztendliche Beseitigung der Kernwaffen hinarbeiten. Niemand kann jedocn vorhersagen, ob, und falls ja, wann dieser Tag kommen wird. Wir können mit
ziemlicher Gewiicsheit davon ausgehen, daid er nicht kurzfristig

kommen

wird, und deshalb werden wir alle zunächst weitermachen wie bisher und
ein offensives Abschreckungspotential aufrechterhalten. Die überschaubare
Zukunft ist daher kein scharf umrissener Zeitrahmen, der sich neute schon
bestimmen läßt. Während wir also in diesem Sinne fortfahren, gibt es eine
Reihe von ProDiemen, die wir bewältigen müssen, wenn wir die Rüstung unter ein bestimmtes Niveau herunterdrücken wollen. Man könnte sich rein
hypothetisch vorstellen, daiö auch dann, wenn das Rüstungsniveau bereits
sehr weit gesenkt worden wäre, immer noch die Sorge bestehen bliebe, daß
irgendeine Terroristenorganisation einmal in den Besitz einer Kernwaffe
gelangen könnte, die, wenn die allgemeine Nuklearrüstung den Nullstand
erreicht hätte, dieser Organisation ein enormes Machtmittel in die Hand
geben würde. Wir würden daher sicherstellen müssen, daß sich dergleichen
nicht ereignen kann; erst dann könnten wir mit der Nuklearrüstung auf
Null heruntergehen. Oder man könnte sich vorstellen, daß eine der Supermächte ein paar Kernwaffen zurückbehält. Eine größere Anzahl könnte man
zwar sicher aufspüren und von daher halbwegs sicher sein, daß kein massives Nuklearpotential zurückgehalten würde, aber zumindest beim derzeitigen Stand der Technik könnte man nie absolut sicher sein, daß wirklich
gar nichts mehr vorhanden ist. In diesem Zusammenhang könnte man sicn
- 9-

�man sich daher vorstellen, daß es notwendig sein könnte, ein bestimmtes,
bescheidenes Maf3 an Abschreckung beizubehalten, wenn auch auf einem sehr
viel niedrigeren Niveau, als dies gegenwärtig der Fall ist.

Nun könnte

es sein, daß diese Probleme, die ich rein hypothetisch angeführt habe,
eines Tages überwunden werden könnten. Wir möchten gern glauben, daß es
so kommen wird, weil es wünschenswert wäre, aber wir können heute nicht
mit Bestimmtheit sagen, daß es wirklich so kommen wird. Wir wissen also
nicht, wann - wenn überhaupt - dieses langfristige Ziel erreicht werden
kann, aber wir begeben uns in der Jewißneit auf den Weg, daß wir in eine
wünschenswerte Richtung gehen und daß jeder Erfolg einen wirklichen Fortschritt darstellen wird. Niemand von uns gibt jedoch vor, daß wir kurzfristig dazu raten könnten, die bestehenden Systeme einseitig aufzugeben,
ganz gleich, ob sie sich in britischen, französischen, amerikanischen
oder anderen Händen befinden.

FRAGE: Was die unabhängigen britischen und französischen Streitkräfte
und die INF-Verhandlungen angeht: Ist es nicht eine Tatsache, daß es die
INF-Verhandlungen eigentlich gar nicht mehr gibt, weil sie zu einer Untergruppe der Rahmengespräche geworden sind ? Viele Leute sind der Meinung , daß dies die Sowjets eher in die Lage versetzen würde, die französischen und britischen Systeme in die Verhandlungen einzubeziehen. Würden
Sie sagen, daß in diesem neuen Verhandlungsrahmen mit der Sowjetunion immer noch kein Platz für Gespräche über die französischen und britischen
Streitkräfte ist ?
ANTWORT: Nun, zunächst hat die Sowjetunion betont, dalJ es sich hier
um neue Gespräche handelt. Es hat sich nun gezeigt, daß beide Seiten davon ausgehen, daß über Mittelstreckensysteme gesprochen werden wird. Die
Vereinigten Staaten stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß diese
Verhandlungen sich nicht auf britische und französische Systeme erstrekken können und daß die Vereinigten Staaten ihre eigene Position zwar in
bilateralen Verhandlungen gründlich und umfassend mit den westlichen Verbündeten abstimmen, aber nicht über britische und französische Systeme
verhandeln werden.
* # * * *

- 10 -

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

16. Januar 1985

DER AMERIKANISO+-S0WJETISLHE RUSTUNGSKONTROLLDIALOG
- E r k l ä r u n g von U S - U n t e r s t a a t s s e k r e t ä r R i c h a r d B u r t zu INF -

B r ü s s e l - ( A D ) - Der U n t e r s t a a t s s e k r e t ä r
ten

im amerikanischen A u ß e n m i n i s t e r i u m ,

für

europäische

Richard B u r t ,

Angelegenhei-

unterrichtete

9. Januar 1985 s e i n e NATO-Kollegen a u s f ü h r l i c h über d i e Genfer
zwischen

Außenminister

George

Shultz

und

seinem

am

Gespräche

sowjetischen

Kollegen

Gromyko , wobei e r besonders auf d i e Aspekte der n u k l e a r e n M i t t e l s t r e c k e n systeme

(INF)

bei

Die Unterrichtung
NATO ist.

Special

Burt

den

kommenden

durch B u r t

Rüstungskontrollverhandlungen

fand i n der

C o n s u l t a t i v e Group = SLG -

teilte

auf

der

anschließenden

einging.

Besonderen beratungsgruppe
statt,

deren V o r s i t z e n d e r

Pressekonferenz

unter

der
er

anderem

m i t , daß d i e Z a h l der s o w j e t i s c h e n SS-zQ-Raketen s i c h s e i t Dezemoer

l&gt;8a

von 387 a u f 396 e r h ö h t habe. D i e E i n g a n g s e r k l ä r u n g des amerikanischen Unterstaatssekretärs

und d i e Fragen und A n t w o r t e n

zungen) haben f o l g e n d e n

(mit

geringfügigen

Kür-

Wortlaut:

Die Besondere Beratungsgruppe

ISLG) der NATO t r a f

neute zusammen, um

d i e INF-Aspekte der Gespräche zwischen den A u ß e n m i n i s t e r n S h u l t z und Gromyko , d i e g e s t e r n i n Genf abgeschlossen wurden, zu e r ö r t e r n .
s t r i c h , daß d i e e r f o l g r e i c h e Ü b e r e i n k u n f t
ten

und

der

Sowjetunion

über

die

Ich

unter-

zwischen den V e r e i n i g t e n S t a a -

Einleitung

neuer

Verhandlungen

über

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Verhandlungen

über

Kern-

Mittelstreckensysteme,

und

Weltraumwaffen,

großenteils

der

einschließlich

Solidarität,

nuklearer

Geduld und

Beharr-

l i c h k e i t des Bündnisses zuzuschreiben i s t .
Die M i t g l i e d e r

der SCG begrüßten die Ankündigung eines

neuen Kom-

plexes von Rüstungskontrollverhandlungen zwischen oen Vereinigten Staaten
und der Sowjetunion, die ohne Vorbedingungen e r ö f f n e t werden s o l l e n . Sie
nahmen mit besonderem Interesse zur Kenntnis, daß eine der neuen Verhandlungsgruppen auf das Z i e l einer radikalen Verminderung nuklearer M i t t e l streckensysteme (INF) ninarbeiten s o l l . Die uruppe anerkannte die Notwend i g k e i t , bei den neuen Verhandlungen Geduld und F e s t i g k e i t zu zeigen, und
versicherte die Vereinigten Staaten, die entschlossen s i n d , bei
Gesprächen e i n

faires

und v e r i f i z i e r b a r e s

diesen

Abkommen anzustreben,

ihrer

v o l l e n Unterstützung.

Die M i t g l i e d e r der SCG s t e l l t e n f e s t , daß die Aufstellung von Marschflugkörpern und Pershing-11-Raketen mangels konkreter
nisse, die eine Stationierung dieser

Verhandlungsergeb-

Waffen erübrigen würden, planmäßig

und im Einklang mit dem NATO-Doppeldeschluß von 1979 f o r t s c h r e i t e t .
b e k r ä f t i g t e n die Bereitschaft der NATU, die Aufstellung dieser

Sie

Waffen im

Rahmen eines Rüstungskontrollabkommens zu stoppen, abzuändern, rückgängig
zu machen oder v ö l l i g aufzuheben.
Die SCG nahm Kenntnis von der Tatsache, daß die Sowjets
l e t z t e n SCG-Sitzung im Dezember eine weitere SS-2ü-Stellung

seit
in

der

Betrieb

genommen naben, womit die uesamtzahl der abschußanlagen i n e i n s a t z b e r e i ten Stellungen auf 396 gebracht wurde. Darüberhinaus setzen die Sowjets
den Bau weiterer SS-2ü-Stellungen sowohl im ö s t l i c h e n als auch im w e s t l i chen T e i l der UdSSR i n großem Umfang und mit Nachdruck f o r t .
Die M i t g l i e d e r der SCG kamen auf dieser Sitzung ü b e r e i n , i h r e engen
Konsultationen

fortzuführen,

während die

Vorbereitungen

für

die

Verhandlungen anlaufen. Sie beschlossen, im nächsten Monat eine

neuen
weitere

Zusammenkunft der SCG abzuhalten.
(Ende der Eingangserklärung)
. . . FRAGE:
- 2 -

�... FRAGE: Mr. Burt, können Sie uns sagen, ob die Verhandlungsposition im Hinblick auf die INF noch genauso ist, wie sie bei Abbruch der
Gespäche war V
ANTWORT: Ich möchte bezüglich der Verhandlungsposition nicht ins einzelne gehen. Schließlich sind wir erst bei den Vorbereitungen für die
neuen Verhandlungen. Was ich sagen kann, ist, dau die Position, auf die
sich das Bündnis geeinigt hat und die im September 1983 von Präsident
Reagan bekanntgegeoen wurde, flexibel und ausbaufähig ist und nach unserer Auffassung die Grundlage für ein verifizierbares und faires Verhandlungsergebnis bilden könnte. Bei seiner Zusammenkunft mit seinem Amtskollegen Gromyko hat Außenminister Shultz unsere Haltung bezüglich der INFFrage wie auch bezüglich anderer Verhandlungsgegenstände erläutert, Er
hat klargestellt, daß wir, wenn wir erst einmal wieder am Verhandlungstisch sitzen, bereit sind, Flexibilität an den Tag zu legen, um ein Verhandlungsergebnis zu erzielen.

FRAGE: Mr. Burt, gehen wir recht in der Annahme, daß die Konsultationen mit den Verbündeten in Zukunft im Hinblick auf jeden der drei
Verhandlungstische von unterschiedlicher Art sein werden ?
ANTWORT: Ich glaube, daß man berechtigterweise davon ausgehen kann,
daß die Verbündeten von den unterschiedlichen Aspekten aer Fragen, die in
den Verhandlungsgruppen angesprochen werden sollen, in unterschiedlicher
Weise betroffen sind. Die unmittelbarste und direkteste Bedrohung, der
sich die westeuropäischen Verbündeten gegenübersehen, besteht eindeutig
in der Aufstellung sowjetischer SS-Zu-Raketen. Bei unseren Konsultationen
über Fragen der Rüstungskontrolle haben die eingehendsten Beratungen im
Rahmen der SLG über die INF-Thematik stattgefunden. Wie Botschafter Paul
Nitze und ich heute in unseren Berichten an den Nordatlantikrat klargestellt haben, beabsichtigen wir jedoch gleichzeitig, über alle Fragen,
die im Rahmen der kommenden Verhandlungen eine Rolle spielen werden, Konsultationen abzuhalten.

FRAGE: Außenminister Shultz sagte in üenf, daß er eine Reihe von neuen Ideen in die Gespräche einbringen wolle. Sind diese neuen Ideen mit
- 3 -

�Ideen mit den Verbündeten diskutiert worden ?

ANTWORT: Botschafter Nitze und ich haben sowohl heute morgen im Nordatlantikrat als auch heute nachmittag in der SLG die Verbünoeten über alle Einzelheiten ins Bild gesetzt, unter anderem auch über konzeptionelle
Fragen des Verhältnisses zwischen Offensiv- und Uefensivwaffen, aie von
Außenminister Shultz in Genf angesprochen wurden, und über speziellere
Fragen, wie zum Beispiel über unsere Haltung bezüglich der strategischen
Waffen, der nuklearen Mittelstreckensysteme und der Weltraumwaffen einschließlich der auf der Erde stationierten Systeme, icn glaube daher, daß
die Antwort auf Ihre Frage "Ja" lautet ... Ich möchte hinzufügen, daß die
Verbündeten heute nicht zum erstenmal Gelegenheit hatten, sich unsere
Vorstellungen anzuhören ...

FRAGE: Mr. Burt, können Sie uns etwas menr über die Zusammensetzung
der Delegationen und der drei Verhandlungsgruppen sagen ? Ist es so, daß
jede Seite eine Delegation entsenden wird und daü verschiedene Mitglieder
dieser Delegationen in drei verschiedenen Gruppen arbeiten werden ? Und
wie soll der Gesamtrahmen konstruiert werden bzw. wie sollen aie Gruppen
miteinander verknüpft werden 7 Wird es einen gesonderten Leiter der Rahmendelegation geben i

ANTWORT: Lassen Sie mich zunächst sagen, daß wir vor unserer Ankunft
in Genf unmöglich genau beurteilen konnten, was in Bezug auf den Verhandlungsrahmen herauskommen würde ... Wir konnten nicht wissen, wieviele
Verhandlungsrunden, Delegationen usw. es schließlich geben würde. Uaher
kommt Ihre Frage teilweise verfrüht. Wir haben uns nun mit der Sowjetunion darauf geeinigt, daß jede Seite eine Delegation entsenden soll und
daß jede Delegation in drei Vernandlungsgruppen

untergliedert

werden

soll. Nun fragen Sie, ob es einen "Superunterhändler" geben wird und wie
die verschiedenen Teilbereiche verknüpft werden sollen, ich glaube, das
bleibt zum großen Teil abzuwarten. Wir müssen jetzt entscheiden, in welchem Verhältnis jede dieser drei Gruppen zur Hauptdelegation stehen soll
... Über die genaue Struktur dieses Verhandlungskomplexes muß noch entschieden werden ...
FRAGE: ...
- 4 -

�FRAGE: ... Was veranlagt Sie zum Optimismus hinsichtlich der 1NF-Frage ? Was ist heute im Hinblick auf diese Frage anders als im November
1983 ?
ANTWORT: Was eindeutig neu ist, ist die Tatsache, daß die Verhandlungen wieder in Gang kommen werden. Das ist der wichtigste Faktor. Aber Sie
stellen mir eine Frage, die ich unmöglich beantworten kann, weil ich dann
für die Sowjets sprechen müßte, was mir nicht möglich ist. Wie Sie sich
erinnern werden, hat sich die Sowjetunion bei den früheren Verhandlungsrunden auf den Standpunkt gestellt, daß ihr ein Monopol an INF-Raketen
gebühre, d.h., daß ihr eine umfangreiche Streitmacht von auf Europa gerichteten SS-ZO-Raketen zugestanden werden müsse, während den Vereinigten
Staaten das Recht zur Aufstellung ähnlicher Systeme abzusprechen sei. Es
bleibt abzuwarten, ob die Sowjetunion bei den Verhandlungen auch weiterhin eine derart einseitige Haltung einnenmen wird. Nachdem das Bündnis
seine Entschlossenheit und seinen Zusammenhalt bezeugt hat, indem es im
Jahre 19ö3 selost angesichts einer massiven sowjetischen Propagandakampagne mit der Aufstellung von INF-Systemen begann, hoffen wir, daß die
SowjetuniDn erkennen wird, daß sie in Bezug auf die INF wie in Bezug auf
die anderen Bereiche faire und verifizierbare Abkommen aushandeln muß ...
Wir müssen optimistisch sein, uns gleichzeitig aber davor hüten, ungerechtfertigte Erwartungen aufzubauen. Wir müssen uns darüber im klaren
sein, daß der Verhandlungsprozeß lang und wanrscheinlich schwierig sein
wird. Aber er ist einen Einsatz wert, und wir werden ernsthaft an ihn
herangehen. Alles, was ich sagen kann, ist, daß wir nach den zweitägigen
Gesprächen in Genf hoffen, daß auch die Sowjetunion sich den kommenden
Verhandlungen ernsthaft widmen wird.

FRAGE: Mr. Burt, können Sie uns etwas darüber sagen, wie die Verbündeten heute auf Ihre Ausführungen reagiert haben ? Wie denken die Verbündeten über die jüngsten Ereignisse ? ...

ANTWORT: Ich würde ohne zu zögern sagen, daß alle unsere Verbündeten
mit dem Ergebnis von Genf sehr zufrieden sind. Einer der Delegierten
nannte es das bestmögliche Ergebnis, und ich glaube nicht, daß irgendjemand darüber anderer Meinung war. Gleichzeitig ist uns allen klar, wie
- 5 -

�k l a r , wie komplex die anstehenden Fragen s i n d , und es Desteht k e i n Zweif e l daran, daß die Sowjetunion auch w e i t e r h i n versuchen w i r d , i h r e Z i e l e
außerhalb des Verhandlungssaales s t a t t am Verhandlungstisch zu erreicnen.
Daher hüten wir uns a l l e

vor unangebrachten Erwartungen.

Wie i c h schon

sagte, haben wir die Sowjets durch Geduld und B e h a r r l i c h k e i t

zurück an

den Verhandlungstisch gebracht, und wahrscheinlich wird nur durch Geduld
und B e h a r r l i c h k e i t e i n bedeutungsvolles Abkommen zu e r z i e l e n sein . . .
FRAGE: . . .

Welche Reaktion erwarten Sie nun, da Genf die

bekannten

Ergebnisse g e z e i t i g t h a t , von den Menscnen i n Westeuropa, von denen v i e l e
ohnehin schon das Gefühl haben, daß i n i h r e n Ländern zu v i e l e

Raketen

a u f g e s t e l l t sind ? Was muß die NATO also der Ö f f e n t l i c h k e i t sagen, um sie
zur Fortführung der INF-Stationierung zu ermutigen ?
ANT WORT: Zunächst einmal kann i c h I h r

Urteil

über

uie

öffentliche

Meinung i n Europa nicht t e i l e n . Wenn sie i n den l e t z t e n beiden Jahren und
i n einer Wahl nach der anderen etwas bekundet h a t , dann war es i h r e Unterstützung f ü r den Beschluß vom Dezember 1979.

Was die Auffassung an-

gent, dab es zuviele Raketen g i b t , so p f l i c h t e n wir i m b e i . Die NaTO i s t
der gleichen Meinung. Deshalb v e r t r a t das Bündnis im H i n ü l i c k auf die INF
ursprünglich eine Verhandlungsposition, die f ü r die

völlige

Beseitigung

dieser Waffen gesorgt haben würde. E i n solches Ergebnis würden wir immer
noch gern e r z i e l e n . Deshalb hat George Shultz i n seinen Gesprächen mit
Gromyko b e t o n t , daß das Z i e l des Präsidenten d a r i n bestehe, Kernwaffen zu
beseitigen und die neuen Vernandlungen i n einer radikalen n r t und Weise
anzugehen, um umfangreicne Verminderungen zu e r z i e l e n . Das i s t unsere Tagesordnung. Wenn die europäische Ö f f e n t l i c h k e i t eine erhebliche Verringerung der Atomwaffen befürwortet, stimmt sie also genau f ü r das Rüstungskontrollprogramm der NATO.

FRAGE: Der zweite T e i l meiner Frage bezog sich darauf, wie man der
Ö f f e n t l i c h k e i t erklären könne, daß die INF-Stationierung weitergehen muß,
obwohl beide Seiten wieder miteinander sprechen. Was würden sie den Leuten sagen ?
ANT WORT: i c h würde ihnen sagen, daß die Rückkehr der Sowjets an den
- 6 -

�an den Verhandlungstisch auf nichts anderes als auf die INF-Stationierungen zurückzuführen ist, die Ende 1983 begannen und 1984 ununterbrochen
weiterliefen. Der sowjetische Auszug aus den Genfer Vernandlungen sollte
Angst erzeugen und das Bündnis zu Zugeständnissen veranlassen, die nicht
im Interesse Westeuropas lagen, Wir sehen also wiederum, daß es auf Jeduld und Beharrlichkeit ankommt - wenn die Sowjets ausziehen, aber auch,
wenn sie zurückkommen. Ich glaube, wenn wir uns vor etwas nuten müssen,
dann ist es einerseits unangebrachter Pessimismus und andererseits unangebrachte Euphorie.
FRAGE: Mr. Burt, sind die drei Verhandlungsrunden miteinander verknüpft , oder könnte man beispielsweise in zwei Bereichen Abkommen schließen, den dritten aber ungelöst lassen ?

ANTWORT: Wir möchten überall Fortschritte erzielen, wo dies möglich
ist. Beispielsweise könnten wir im dereich der nuklearen Mittelstreckensysteme vorankommen und ein Abkommen schließen, während wir im Bereich
der Weltraumwaffen noch verhandeln, das wäre möglich. Es steht der Sowjetunion aber frei, ihre eigenen Verknüpfungen herzustellen. Als die
Vereinigten Staaten Deispielsweise li*83 mit der Stationierung

von INF

begannen, zogen die Sowjets nicht nur aus den Verhandlungen über INF,
sondern auch aus denen über strategische Waffen aus. Daher steht es theoretisch jeder Seite frei, die Verknüpfungen herzustellen, die ihr angebracht erscheinen. Wir hoffen jedoch, daß das Ergebnis von Genf darauf
hindeutet, daß der Sowjetunion an echten Fortschritten gelegen ist und
daß keine künstlichen Verknüpfungen zwischen den Verhandlungskomplexen
hergestellt werden.

FRAGE: Mr. Burt, die
finnischen Luftraums

durch

kürzliche
einen

Verletzung

des

norwegischen und

sowjetischen Kurzstreckenmarschflug-

körper hat ein Schlaglicht auf die Bedrohung geworfen, die diese Waffen
für einige der Verbündeten bilden. Werden diese Waffensysteme in den
INF-Verhandlungskorb eingeschlossen werden V

ANTWORT: Seegestützte Marschflugkörper sind gegenwärtig nicht in die
INF-Verhandlungen einbezogen ...
_ 7 -

FRAGE: ...

�FRAGE: ... Würden Verhandlungen über teltraumwaffen auch das amerikanische Forschungsprogramm, also die Strategische Verteidigungsinitiative
(Süi), einschließen, oder würde es dabei nur um schon bestehende Systeme
gehen ?

»

ANT W3RT: Ich glaube, mehrere amerikanische Regierungsvertreter haben
eindeutig klargestellt, daß man sich nur sehr schwer vorstellen kann, wie
über Forschungsprogramme verhandelt werden könnte. Die Sowjetunion betreibt ein Forschungsprogramm im Bereich der strategischen Verteidigung.
Sie hat auch bereits einen sehr umfangreicnen strategischen Verteidigungsapparat aufgebaut, so unter anderem um Moskau das einzige einsatzfähige Raketenabwehrsystem der telt und ein einsatzbereites Antisatellitensystem. Wie ich schon sagte, betreiben die Sowjets auch ein ausgedehntes
Forschungsprogramm über neue Technologien, unter anderem über «_aser, die
für Zwecke der strategischen Verteidigung eingesetzt werden können. Aber
ich wiederhole: Man kann sich nur sehr schwer vorstellen, wie die Forschung auf dem Verhandlungswege Begrenzungen oder Beschränkungen unterworfen werden könnte. Ich möchte in diesem Zusammenhang daran erinnern,
daß Forschungsarbeiten wie die, die im Rahmen der Strategischen Verteidigungsinitiative des Präsidenten betrieben werden sollen, sich völlig im
Rahmen der Bestimmungen des ABM-Vertrags von 1972 bewegen.

FRAGE: ... Herüber sollte dann Ihrer Meinung nach bei den Verhandlungen über Weltraumwaffen gesprochen werden '(

ANTt\ORT: ich möente hier nicht ins einzelne gehen, weil ich glaube,
daß es unklug wäre, durch öffentliche Erklärungen die Verhandlungen auf
bestimmte Punkte festzulegen, ich möchte lediglich an einige der Äußerungen von Außenminister Shultz erinnern, der gestern abend in Genf unsere
Besorgnis über die Aushöhlung des ABM-Vertrags von 1972 beschrieb, insbesondere unsere Besorgnis über den Bau einer sowjetischen Radaranlage, der
naen unserer Auffassung eine Verletzung dieses Abkommmens darstellt, wie
auch über andere Unternehmungen, die diesen Vertrag gefährden könnten.

* * * * *

- 8-

�16. Januar 1985

PRESIDENT REAGAN ERNENNT NEUE MINISTER

WASHINGTON - (AD) - Präsident Reagan hat am lü. Januar 1^8i3 den bisherigen Energieminister Donald Hodel zum neuen Innenminister der USA , den
bisherigen Personalchef im Weiben Haus, John Herrington, zum neuen Energieminister und den bisherigen Vorsitzenden der amerikanischen Stiftung
für alte Sprachen und Literatur, William Bennett, zum neuen Erziehungsminister ernannt. Alle drei Ernennungen müssen noch vom amerikanischen Senat bestätigt werden.

Hodel tritt die Nachfolge des auf eigenen Wunsch ausscheidenden bisherigen Innenministers William Clark an.

Er leitete seit Ende 1982 das

Energieministerium, nachdem er zuvor als Staatssekretär im Innenministerium tätig gewesen war.

Hodel wurde am 23. Mai 1935 in Arlington, Vir-

ginia, geboren, studierte in Harvard und promovierte 196Ü zum Dr. der
Rechtswissenschaft an der Universität von Oregon.

Herrington war seit Juni 1^83 im Weißen Haus für Personalfragen zuständig, nachdem er von Ende 1981 bis zu seinem Wechsel ins Weil3e Haus

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Weiße Haus Unterstaatssekretär im Marineministerium gewesen war. Herrington wurde am 31.Mai 1939 in Los Angeles, Kalifornien, geboren, studierte
zunächst an oer Stanford-Universität und promovierte dann zum ür. der
Rechtswissenschaft an der Universität von Kalifornien.

Bennett stand seit November 1981 der amerikanischen Stiftung für alte
Sprachen und Literatur vor.

Er löst als Erziehungsminister Terrell H.

Bell ab, der von diesem Posten zurückgetreten ist.

Bennett wurde am 31.

Juli 1943 in Chapel Hill, North Carolina, geboren, erwarb 1967 den Dr.
der Philosophie an der Universität von Texas und 1971 den ür. der Rechtswissenschaft in Harvard.

- 2 -

�16. Januar 1985

3

REGAN UND BAKER TAUSCHEN POSTEN
- Erklärung Präsident Reagans -

WASHINGTON - (AD) - Am 8. Januar 1985 gab Präsident Reagan bekannt,
daß der bisherige Stabschef im Weißen Haus, James A. ßaker LH,

und der

bisherige Finanzminister, Donald T. Regan, i h r e Posten tauschen werden.
Die Erklärung Präsident Reagans hat folgenden Wortlaut:
Ich möchte heute bekanntgeben, daß zwei meiner ranghöchsten Berater
neue Aufgaben übernehmen werden. Ich beabsichtige, James A. Baker I I I zum
Finanzminister zu ernennen. I c h beabsichtige f e r n e r , Donald T. Regan zum
Stabschef des Weißen Hauses und zum Assistenten des Präsidenten zu ernennen, sobald Jim Bakers Ernennung vom Senat b e s t ä t i g t worden i s t .
Wenn Jim Baker als Finanzminister b e s t ä t i g t w i r d , o b l i e g t es ihm, aie
W i r t s c h a f t s p o l i t i k meiner A d m i n i s t r a t i o n zu formulieren; M i t g l i e d im Nationalen

Sicherheitsrat

würde

er

bleiben.

Nach

seiner

Ernennung

zum

Stabschef würde Don Regan ebenfalls zum M i t g l i e d des Nationalen Sicherh e i t s r a t s ernannt werden und g l e i c h z e i t i g M i t g l i e d meines Kabinetts

blei-

ben.
Während der

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Während der letzten vier Jahre haben sowohl Don Regan als aucn Jim
Baker ihre Rolle als Mitarbeiter in meiner Mannschaft getreulich und mit
bewunderungswürdigem Geschick ausgefüllt. Sie haben dabei erhebliche persönliche Opfer gebracht, wofür ich mich ihnen zutiefst zu Dank verpflichtet fühle. Jeder von ihnen hat hervorragende Leistungen zu verzeichnen.
Beide haben mir zu verstehen gegeben, daß sie zwar bereit seien, jede
Funktion zu erfüllen, die ich ihnen zuweise, aber gern eine Gelegenheit
bekommen würden, neue Aufgaben und Herausforderungen anzugehen. Nachdem
sie vier anstrengende Jahre auf ihren derzeitigen Posten verbracht hauen,
ist ihr Wunsch nach einer Veränderung vollkommen verständlich.

Diese Veränderung wird es ihnen ermöglichen, sicn neuen Herausforderungen zu stellen und sich ihren jeweiligen Aufgaben mit neuer Tatkraft
zu widmen. Außerdem sichert diese Veränderung mir und der Öffentlichkeit
den Vorzug, die Dienste zweier Persönlichkeiten mit so außergewöhnlichen
Begabungen auch weiter in Anspruch nehmen zu können.

Beide Männer sind nicht nur für ihre gegenwärtigen Posten bestens geeignet , sondern auch für ihre neuen Aufgabengebiete hoch qualifiziert.
Don Regan hat sich als erfolgreicher Verwaltungsfachmann bewährt. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen auf den Gebieten der innen- una Außenpolitik. Er hat darüber hinaus ein hohes Maß an Erfahrung im Umgang mit
dem Regierungsapparat in Washington gewonnen, und er genießt die Hochachtung des Kongresses ebenso wie die meines Kabinetts.
Jim Baker hat sich durch erfolgreiche Mitwirkung bei der Erarbeitung
von Gesetzesvorlagen und bei der Gestaltung
Wirtschaftspolitik

unserer Sicherheits- und

bewährt. Er stellt dem Finanzministerium

nicht nur

seine umfassende Washington-Erfahrung, sondern auch die Erfahrungen im
Finanzwesen und Körperschaftsrecht zur Verfügung, die er in mehr als zwei
Jahrzehnten in der Privatwirtschaft sammeln konnte. Ich bin zuversichtlich, daß diese Umbesetzung reibungslos vollzogen werden kann und daio sie
wesentlich zum Erfolg unserer zweiten Amtszeit beitragen wird.

* * * * *

- 2-

�16. Januar l*öi&gt;

CHRONOLOGIE DER EREIGNISSE IN AFGHANISTAN
- 4 . Q u a r t a l 1984 -

2. Oktober
Der pakistanische Außenminister Sahabzuda Yaqub Khan erklärte vor der
Vollversammlung der Vereinten Nationen, die anhaltende militärische Besetzung Afghanistans durch die Sowjetunion habe "die Sicherheitslage der
Region radikal verändert" und stelle eine "direkte und greifbare Gefahr"
für Pakistan dar.

Allein im August seien in Pakistan durch Bomben und

Geschosse über die Grenze hinweg bk Personen getötet worden und am 21.
September weitere 21.

Der australische Außenminister William Hayden er-

klärte im Laufe der gleichen Debatte, der Verlust an Menschenleben in der
Region werde erst aufhören, "wenn sich die Sowjetunion aus .Afghanistan
zurückzieht".

Nach Berichten westlicher Diplomaten in Islamabad haben afgnanische
Freiheitskämpfer Einrichtungen der Sowjets und des afghanischen Regimes
konzentriert und intensiv mit Raketen und Granatwerfern angegriffen.

Die

Diplomaten berichteten ferner, daß eine sowjetische Militärkolonne mit

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Militärkülonne mit 150 bis 250 l-ahrzeugen am 17. September die Stadt Jalez - 50 km westlich von Kabul - angegriffen und über 200 Zivilisten getötet und weitere 17U verwundet hat.

3 . - 4 . Oktober

Der amerikanische Kongreu billigte eine gemeinsame Resolution, in der
erklärt wird, "daß es die Politik der Vereinigten Staaten sein soll, 1.
die Bevölkerung von Afghanistan zu ermutigen und zu unterstützen, ihren
Kampf um die Befreiung von Fremdherrschaft fortzusetzen;
sche Volk in seinem Freiheitskampf zu unterstützen;

2. das afghani-

3. für eine Lösung

des Afghanistan-Problems auf dem Verhandlungswege - auf der Basis des Abzugs der sowjetischen Truppen und der freien Selbstbestimmung des afghanischen Volkes - einzutreten.
•

4. Oktober

Radio Kabul meldet, daß neun Mujahedin zum Tode und einer zu 15 Jahren Haft verurteilt wurden, weil sie am 31. August einen Bombenanschlag
auf den internationalen Flughafen von Kabul verübten.

8. Oktober
Ein Sprecher des afghanischen Außenministeriums gab am 5. Oktober bekannt , daß zwei Hubschrauber des Regimes in der östlichen Provinz Kunar
von pakistanischen Grenzeinheiten beschossen und beschädigt worden seien;
man habe in Pakistan Protest eingelegt.

Das pakistanische Außenministe-

rium teilte am 9. Oktober Kabul mit, daß die Anschuldigungen untersucht
worden seien und jeder Grundlage entbehrten.

9. Oktober

�9. Oktober
In Berichten aus Islamabad und Neudelhi hieb es, westliche diplomatische Kreise und Sprecher der afghanischen Widerstandsbewegung seien der
Auffassung, die Sowjets hätten ihre Streitkräfte von 113 UuO Mann um weitere 70 000 aufgestockt, um die Grenzen nach Pakistan und dem Iran besser
gegen das Eindringen von Freiheitskämpfern und Nachschub aDriegeln zu
können.

Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums stellte am 10.

Oktober fest, daß ihm nichts von solchen Verstärkungen oekannt sei.

11. Oktober

Das Europa-Parlament verabschiedete in Straßburg eine Entschließung,
in der die "willkürliche Inhaftierung" des französischen FernsehJournalisten Jacques Abouchar durch das afghanische Regime verurteilt wurde.
Abouchar war am 17. September in der Provinz Kandahar etwa 2U km von der
Grenze zu Pakistan entfernt gefangen genommen woraen.

13. Oktober

In Kabul teilte Abouchar auf einer Pressekonferenz mit, daß er mit
einer Gruppe von Mujahedin nach Afghanistan gekommen sei, um über die
"Aktivitäten der afgnanischen Oppositionskräfte" zu berichten, una keinerlei Spionagetätigkeit ausgeübt habe.

20. Oktober

Radio Kabul gab bekannt, daß Abouchar von einem "Sonderrevolutionsgericht"

wegen

"Komplizenschaft

mit

antirevolutionären

Gruppen"

und

"Nachrichtensammeins" zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden sei.

Die

Kommunistische Partei Frankreichs teilte am 23.Oktober mit, daß sie die
Beziehungen zu ihrer afgnanischen Schwesterpartei abbrechen werde.
25.

Oktober

�25. Oktober

Radio Kabul teilte mit, daio der französische Journalist Jacques Abouchar begnadigt worden sei und in seine Heimat zurückkehren könne.

2b. Oktober - Z. November

Pakistan und Afghanistan tauschen Proteste wegen einer Heine von Beschießungen über die Grenze hinweg aus.

2. November

Ein Sprecher der afghanischen Widerstandsbewegung teilte mit, daks ein
Schreiben des Kommandeurs der Mujahedin im Panjsher-Tal, Ahamad Shah Massud, vom Zb. Oktober von einer neuen sowjetischen Militäroperation berichte.

Bomber vom Typ TU-16 hätten von Basen in der Sowjetunion aus in

die Kämpfe eingegriffen, an denen auch sowjetische Kampfnubschrauber und
über 100U Panzerfahrzeuge beteiligt seien.

b. November
Radio Kabul gab bekannt, daki 87U Jungen und Mädchen zum Studium in
die Sowjetunion gebracht worden seien.

6. November

Aus westlichen diplomatischen Quellen in Neudelhi verlautete, daß
afghanische Freiheitskämpfer verstärkt feindliche Flugzeuge vernichten;
so seien am l l .

Oktober bei Bagrami südlich von Kabul eine viermotorige

Transportmaschine mit zehn Mann Besatzung und im Oktober im Panjsher-Tal
mehrere Düsenjäger und Hubschrauber aogeschossen worden.
13.
- 4 -

November

�13. November

Der pakistanische Außenminister Yaqub Khan erklärte in der Debatte
der Vollversammlung der Vereinten Nationen über das Afghanistan-Problem,
wenn das Karmal-Regime seine Angriffe an der Grenze nicht einstelle, habe
Pakistan keine andere Alternative, als seine territoriale Integrität zu
verteidigen.

In den letzten Wochen sei eine ernste Eskalation solcher

Angriffe eingetreten.

Diplomatische Quellen in Neuuelni berichteten, daß ein sowjetischer
Offizier vor etwa vier Wochen in der Provinz Wardak die Erschießung von
4i&gt;0 Mujahedin angeordnet habe, die sich ergeben hatten.

15. November
Die Vollversammlung der Vereinten Nationen Dilligte ihre sechste Resolution seit der sowjetischen Invasion Afghanistans im Jahr 1911, in der
der Abzug aller ausländischen Truppen gefordert wiru, und zwar mit der
Rekordmehrheit von 119 gegen 2U Stimmen bei 14 Enthaltungen.

Radio Kabul meldete, daß das afghanische Verteidigungsministerium am
12. November ein Programm der Rekrutierung und Einberufung von Jugendlichen in allen Provinzen für die militärische Ausbildung begonnen habe.

17. - 21. November
Pakistan und Afghanistan beschuldigen sich gegenseitig,über die Grenze hinweg geschossen zu haben, und zwar i n der Gegend des Khyber-Passes
und i n den Provinzen Kunar und Paktia.

2ü. November
Westliche diplomatische Kreise i n Neudelhi und Islamabad b e r i c h t e t e n ,
- 5 -

�Islamabad berichteten, daß 5U0U bis 600U sowjetische Soldaten weiterhin
Befestigungen in der südlichen Hälfte des Panjsher-Tals ausbauten - ein
Zeichen, daß sie sicn festsetzen wollten.

Sowjetische Flugzeuge bombar-

dierten Mujahedin-Gruppen im nördlichen Teil des Tales und in Seitentälern.

27. November
Die Mujahedin führten kurz nach Mitternacht am 'ib.

November den in-

tensivsten Raketenangriff auf die afghanische Hauptstadt durch, berichteten westliche Diplomaten in Neudelhi.

Viele der 24 Raketen hätten zwar

ihre Ziele nicht genau getroffen - nach Meldung von Radio Kabul wurden
vier Menschen getötet uno 17 verletzt -, aber die Bedeutung des Angriffs
liege darin, daß es dem Regime und den Sowjets trotz intensiver Sicherheitsvorkehrungen nicht gelungen sei, Kabul zu schützen.

Nach unbestätigten Berichten wurden in Argandab, einem sowjetischen
Luftstützpunkt nordöstlich von Kandanar, loü sowjetische Soldaten gefangengenommen.

3. Dezember

Radio Kabul gab bekannt, daß der afghanische Verteidigungsminister
Generalleutnant Abdul Qader durch Brigadegeneral Nazar Mohammed, den Lhef
des Generalstabes, ersetzt worden sei.

12. Dezember
Medizinische und humanitäre Organisationen aus Frankreich und Belgien
t e i l t e n auf einer Pressekonferenz i n Paris m i t , daß i n diesem Winter rund
50ü UDO Afgnanen wegen der

sowjetischen Bombardierung

und

ungünstigen

Wetterverhältnissen vom Hungertod bedroht seien.
13.

Dezember

�13. Dezember

Radio Karachi iiieloete, dab Pakistan die Beschuldigungen des Kabuler
Regimes zurückgewiesen habe, pakistanische Truppen hätten in der Grenzprovinz Kunar am B, und 10. Dezember das Feuer eröffnet und ein Mädchen
und einen Soldaten verletzt.

Solche Beschuldigungen dienten lediglich

dazu, die internationale öffentliche Meinung zu täuschen.

17. Dezember
Radio Kabul teilte mit, dab pakistanische Beschuldigungen zurückgewiesen worden sein, zwei afghanische Flugzeuge hätten am 11. Dezember eine Stadt in der Nähe von Parachinar in aer nordwestlichen Grenzprovinz
bombardiert und beschossen.

Ib. Dezember

Sowjetiscne Artillerie belegte Dörfer und Gebiete um Kabul herum mit
schwerem Feuer - offensichtlich in dem Bemühen, vor Angriffen der Mujahedin auf die Hauptstadt in der Zeit der fünften Wiederkehr der sowjetischen Invasion vom 24. bis 27. Dezember 1979 abzuschrecken.
wjetische Besatzung von Kabul soll verstärkt worden sein.

- 7 -

Auch die so-

�ä

Hintergrund
materiell

II M \ UV

United States Information Service
Embassy of the United States of America

16. Januar lS&gt;8i&gt;

URTSCHAFTLILHE VORTEILE AUS FREIEM ERDÜASMARKT
- US-Energieminister fordert Abschaffung der Preiskontrollen -

WASHINGTON - (AD) - Die Teilfreigabe der Erdgaspreise, die am 1. Januar 1985 offiziell in Kraft trat, sei nur "ein schritt zur t-ösung der
Probleme des Erdgasmarktes in der gegenwärtigen Situation".

In dem Be-

richt "Wachsender Wettbewerb auf dem Erdgasmarkt", den der bisherige amerikanische Energieminister Donald P. Hodel dem Kongreß übermittelt, weist
er auf die Notwendigkeit der umfassenden Aufhebung bestehender Beschränkungen hin - angefangen von der Freigabe sämtlicher Quellenpreise bis zu
den Vorschriften, die weiterhin den Bedarf drosseln. Nur dann seien ausreichende Erdgaslieferungen zu vernünftigen Preisen zu erwarten.

In der Bewertung der drei Alternativen für die Erdgaspolitik - nämlich 1) teilweise Preisfreigabe, 2) Beibehaltung der Kontrollen aufgrund
des Gesetzes von I^IQ

und Ausdehnung der Preiskontrollen auf tiefe üas-

vorkommen, und 3) umfassende Freigabe - wird die dritte Möglichkeit am
günstigsten beurteilt.

Denn eine umfassende Freigabe würde den Wettbe-

werb steigern und zu einer breiteren Preisflexibilität sowie verstärkten
Förderung

von Erdgas aus Altvorkommen führen.

Die

durchschnittlichen

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Telex: 8-85432

�Die durchschnittlichen Verbraucherpreise würden wesentlich unter den gegenwärtigen Stand fallen.

Außerdem würde die einheimische Förderung um

jährlich etwa 28 Milliarden Kubikmeter über den Stand ansteigen, der mit
teilweiser Preisfreigabe zu erwarten wäre.

Im kommenden Jahrzehnt sei in

Verbindung mit dem Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten auf jeden Fall mit einer Steigerung des Erdgasverbrauchs zu rechnen, wodurch
schließlich der gegenwärtige Überschuß völlig abgebaut werde.

Bei umfas-

sender Freigabe dürfte der Überschuß 1983, unter Teilkontrolle im Jahr
1988 und mit Beibehaltung aller Kontrollen im Jahr 1992 aufgebraucht sein.

Jedoch bedeute die Kontrolle der Quellenpreise und damit die Einschränkung einheimischer Lrdgasfö'rderung die Subventionierung von trügasund Olimporten, heißt es in dem Bericht.

Werden die Preiskontrollen bei-

behalten, so hätten die amerikanischen Verbraucher zwischen 1983 und li*95
ca. 10,6 Milliarden Dollar mehr für Gasimporte zu bezahlen, als dies bei
teilweiser Aufhebung zu erwarten wäre.

Im gleichen Zeitraum würden die

"Ölimporte bis zu 212 000 Barrels pro Tag (1 Barrel • Faß mit 139 Litern)
steigen, sofern keine teilweise Freigabe erfolgt.

Würden dagegen die

Kontrollen ganz abgeschafft, hätten die Verbraucher zwischen 1983 und
1995 im Vergleich zu einer nur teilweisen Aufhebung 7,6 Milliarden Dollar
weniger für Gasimporte aufzuwenden.

Für Ölimporte ergäbe sich bei Frei-

gabe gegenüber einer teilweisen Aufhebung der Kontrollen eine Bedarfsreduzierung um täglich 365 000 Barrels, gegenüber einer vollen Beibehaltung
der Kontrollen sogar um 580 Oüu Barrels.

Eine verstärkte einheimische Produktion und weniger Aufwendungen für
Erdgas- und Erdölimporte bei umfassender Mufhebung der Preiskontrollen
würden außerdem gegenüber einer teilweisen Freigabe für die Wirtschaft
der Vereinigten Staaten im Zeitraum zwischen 1985 und 1995 finanzielle
Vorteile im Höhe von ca. 28,3 Milliarden Dollar, gegenüber strikter Beibehaltung der Kontrollen sogar von 56,2 Milliarden Dollar bedeuten.

- 2 -

&gt;

�16. Januar

1 ^

WELTWEITE ERUERKUNDUNG UND ATMOSPHftRENBtOBALHTUNÜ
Neue i n t e r n a t i o n a l e Arbeitsgruppen zur Nutzung von S a t e l l i t e n d a t e n
konstituiert -

- (AD) - Eine bessere Erfassung und intensivere Verwertung von S a t e l l i t e n - D a t e n streben zwei i n t e r n a t i o n a l e Arbeitsgruppen a n , die
September und November 1V84 i n Washington k o n s t i t u i e r t e n .

sich im

Es sind dies

das "Lommittee on Earth Observation S a t e l l i t e s " (CEUS - Ausschuß f ü r Erdbeobachtungssatelliten)

und die Gruppe " I n t e r n a t i o n a l Polar ü r b i t i n g Me-

t e o r o g i c a l S a t e l l i t e " (IPCMS - I n t e r n a t i o n a l e Wetterbeobachtung durch Sat e l l i t e n auf polarer Bahn).
satellitenprogramm

für

Damit erfuhr auch das amerikanische Doppel-

meteorologische

Beobachtungen aus polarer

Bahn,

dessen künftige Finanzierung gefahruet war, k r ä f t i g e Unterstützung durch
i n t e r n a t i o n a l e Interessenten.

Das Programm untersteht der NQAA (National

Oceanic and Atmospheric Administration - Bundesbehörde f ü r Meere und A t mosphäre).

I n der IPCMS-üruppe sind i n e r s t e r L i n i e die Teilnehmerländer am sog.

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D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�am sog. Wirtschaftsgipfel von London (Juni 1984) vertreten.

John H. Mc-

Elroy zufolge, der innerhalb der NQAA die Programme Umweltbeobachtung,
Uaten und Informationen aus Satelliterprogrammen leitet, bemüht man sich
jetzt um die Klärung technischer und organisatorischer Fragen im Hinblick
auf eine gröbere internationale Beteiligung an der Sondierung aus dem
Weltraum.

Uies könnte nicht zuletzt die Mitwirkung an einer Plattform

auf polarer Umlaufbahn oedeuten, die in Verbindung mit der für 1WZ vorgesehenen amerikanischen Raumstation eingesetzt werden soll.

Neuen den

USA mit NASA und NUAA sind in diesem Gremium Australien, die bunoesrepublik Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Kanada,
Norwegen, die LWu und die europäische Weltraumbehörde ESA vertreten.

Uie

Gruppe wird sich im Gktober iyü5 in Toulouse zur nächsten Konferenz versammeln.

Großbritannien nabe sich verpflichtet, so McElroy, seinen Beitrag zu
dem Programm zu verdoppeln.

Auch Frankreich wolle das eigene System für

das Sammeln von Daten zur Ortung über eine Meijpiattform weiter ausbauen.
Frankreich und Kanada bekräftigten ihre Absicht, weiterhin Ausrüstungen
zur Suche und Rettung Verunglückter nach Schiffs- und Flugzeugunfällen
bereitzustellen.

Italien und Kanada prüften außerdem die Möglichkeit,

eine Apparatur für Aufnahmen im Mikrowellenbereich bzw. ein Instrument
zur weltweiten Messung von Ozonkonzentrationen beizusteuern.

Die Bundes-

republik Deutscnland und andere Länder seien bereit, sich stärker als
bisher zu engagieren, machten jedoch auf der ersten lPQMS-Zusammenkunft
noch keine konkreten Vorschläge.
Der LcUS-Gruppe gehören die amerikanisenen Bundesämter iJASA und ^IMA
an, ferner die Europäische
Indien, Japan und Kanada.

Weltraumbehörde ESA, Brasilien, Frankreich,
McElroy berichtete, daß diese Länder in uen

nächsten sechs Jahren zehn neue Satelliten starten wollen und "angemessene Zusammenarbeit eis unbedingt erforderlich" ansehen. Nur so sei sicherzustellen, daß sowohl der öffentliche als auch der private Sektor größtmögliche Vorteile aus den Programmen erzielten.

Vor allem solle der pri-

vate Sektor die Möglichkeit erhalten, von Satelliten verschiedener Länder
und verschiedener staatlicher Organisationen alle nur erdenklichen Daten
zur Meeresbeobachtung zu bekommen.

Nur dann könnten diese Daten entspre-

- 2 -

�Daten entsprechend den Bedürfnissen der jeweiligeri Interessenten und Aonehmer aufbereitet und optimal genutzt werden.

Dem Anfang Oktober 1984 in Leningrad unterzeichneten Abkommen über
die Fortsetzung des internationalen Such- und Rettungsdienstes via Satelliten bis zum Jahr 1990, das vor ca. zwei Jahren von den Vereinigten
Staaten, FranKreich, Kanada und der Sowjetunion versuchsweise aufgenommen
wurde, wollen sich jetzt weitere Länder anschließen.

Bulgarien, Finn-

land, Norwegen, Schweden und Grobbritannien haben bereits ihre Zusage gegeben, Dänemark beabsichtigt dies in nächster Zeit zu tun.

Laut Mcxlroy

wird das Programm auch auf die südliche Lrdhälfte ausgeweitet.

Verhand-

lungen mit Brasilien, Argentinien, Singapur, Thailand, Saudi Arabien und
weiteren Ländern seien bereits aufgenommen worden.

Ls läuft unter der Doppelbezeichnung LOSPAS/SARSAT (Aükürzung für die
Such- und Rettungsprogramme der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten,
im letztgenannten Fall für "Search anu Rescue Satellite Aided Irackiny").
Seit der ersten Vereinbarung am 10. September l^öz wurden durch tüSPAS/
SAKSAT i&gt;ll

Überlebende von Unfällen und Katastrophen in Verbindung mit

Flugzeugabsturz, Schiffs- oder Bootshavarie, aber auch anderen lebensbedrohlichen Situationen zu Lande in weit angelegenen Gebieten gerettet.
In den meisten Fällen wurden die Verunglückten aufgrund der über ein Spezialgerät ausgesanaten Notsignale geortet, die von Satelliten aufgefangen
und an Such- und Rettungsstationen auf der Lrde übermittelt wurden.

Im

Rahmen des Internationalen Such- und Rettungsdienstes wurden Notfunkgeräte in 2Ü0 DUU Zivilflugzeugen und auf 6UÜÜ Schiffen installiert.

Sie

kosten je nach Grö'fie lbü bis 300 Dollar, die Ortungsgenauigkeit über Satelliten liegt bei weniger als 19,5 km.

Beim Absturz eines Flugzeuges

oder bei einem Unglück auf See, d.h. wenn das Boot oder das Schiff zu
sinken droht, werden sie automatisch aktiviert.
normalerweise 48 bis 11 Stunden.

- 3 -

Die Batterien arbeiten

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