<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1886" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1886?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T02:54:49+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1897">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/040aa01d49b65866441e96aceb50a0e1.pdf</src>
      <authentication>523ed0f277a7ef3a0b6e162bd159a8fe</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="9488">
                  <text>nw/utiUtr

und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

44

31. Oktober 1984

INHALT
DOKUMENTATION
Shultz:

Dem Terrorismus mit allen Mitteln widerstehen

- Vortrag des US-Auf3enministers in New York Weinberger:

Sowjets fürchten Innovation

- Rede des US-Verteidigungsministers in Milwaukee -

Sowjets bedrohen Gleichgewicht im Westpazifik
- Interview mit Admiral Crowe -

Jahrestag der Rettungsaktion auf Grenada
- Erklärung Präsident Reagans -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Pro Satellit 2,75 Millionen Dollar Bergungsgebühr
- "DISCOVERY" soll zwei Nachrichtensatelliten zurückbringen -

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�I

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

31. Oktober 1984

44

SHULTZ:

DEM TERRORISMUS MIT ALLEN MITTELN WIDERSTEHEN

- Vortrag des US-Außenministers in New York -

NEW YORK - (AD) - Der amerikanische Außenminister George Shultz hat
in einem Vortrag in New York am 25. Oktober betont, daß man dem Terrorismus als Form der Aggression mit allen Mitteln begegnen müsse.

Die Ver-

einigten Staaten müßten bereit sein, militärische Gewalt gegen den Terrorismus einzusetzen, wenn er sich gegen strategische Interessen Amerikas
in der ganzen Welt richte.

In dem Vortrag mit dem Titel "Terrorismus und

die moderne Welt" wies Shultz darauf hin, daß sich der Terrorismus gegen
die Demokratien richte und in seinen internationalen Zusammenhängen heute
besser erkannt werde.

Auch die Unterstützung durch die Sowjetunion und

den Sowjetblock würde heute besser durchschaut.

Der Vortrag des amerikanischen Außenministers hat folgenden Wortlaut:

Eines Tages wird man vielleicht nicht mehr über den Terrorismus zu
reden brauchen, aber dieser Tag ist noch nicht gekommen.

Vor etwa zwei

Wochen hätte eine der größten und ältesten Nationen der westlichen Welt

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�westlichen

Welt beinahe ihre Premierministerin Margaret Thatcher durch

die moderne Barbarei, die wir Terrorismus nennen, verloren.

Vor etwa

einem Monat wurde ein Seitentrakt der amerikanischen Botschaft in Ostbeirut durch eine Autobombe fast völlig zerstört - der dritte Angriff auf
Amerikaner im Libanon in den letzten zwei Jahren.

Es wäre unmöglich, all

die anderen Brutalitäten hier aufzuzählen, die Terroristen zivilisierten
Gesellschaften zugefügt haben, denn diese Liste ist zu lang.

Sie ist zu

lang, um sie aufzuaählen, und sie ist zu lang, um sie zu tolerieren.

Aber ich bin hier, um über den Terrorismus als Phänomen unserer mo
dernen Welt zu sprechen - darüber, was Terrorismus ist und was nicht.
Wir haben in den letzten Jahren viel über Terrorismus erfahren.

Wir ha-

ben viel erfahren über die Terroristen selbst, über ihre Helfershelfer
über ihre verschiedenen Methoden, über die zugrundeliegende Motive und
über ihre letztlichen Ziele.

Was früher noch so aussah wie willkürliche,

sinnlose Gewaltakte einiger weniger verrückter Einzelpersonen, ist heute
klarer erkennbar.
ausgebildet.

Es hat sich ein Muster der terroristischen Gewalt her-

Es ist ein alarmierendes Muster, aber es ist etwas, was wir

identifizieren könnnen, und deshalb eine Bedrohung, zu deren Bekämpfung
wir konkrete Maßnahmen treffen können.

Das Wissen, das wir im Laufe der

Jahre über den Terrorismus gesammelt haben, kann die Grundlage für eine
zusammenhängende Strategie bieten, um mit diesem Phänomen fertig zu werden, wenn wir den Willen haben, unsere Erkenntnis in Taten umzusetzen.

Was ist Terrorismus?

Wir haben gelernt, daß Terrorismus vor allem eine Form der politischen Gewalttätigkeit ist.
zung.

Er ist weder willkürlich noch ohne Zielset-

Heute haben wir es mit einem großen Sammelsurium terroristischer

Gruppen zu tun, die allein oder gemeinsam Gewaltakte verüben, um bestimmte politische Ziele zu erreichen.

Ihre erklärten Ziele können von sepa-

ratistischen Wünschen über die Rache für ethnische Verfolgungen bis zur
sozialen und politischen Revolution reichen.
so unterschiedlich sein:

Ihre Methoden können genau

von der Hinterlegung selbstgefertigter Bomben
- 2-

�selbstgefertigter Bomben an öffentlichen Plätzen über Selbstmordkommandos
mit Autobomben bis zur Entführung und Ermordung von Politikern.
alles überragende Ziel aller Terroristen ist das gleiche:

Aber das

Sie versuchen,

ihren Willen mit Gewalt durchzusetzen - eine besondere Art der Gewalt,
die eine Atmosphäre der Angst schaffen soll.

Der Schrecken, den sie ver-

breiten , ist nicht einfach ein neuer Ausdruck

traditioneller gesell-

schaftlicher Konflikte, die Terroristen sind moralisch verderbte Gegner
der Zivilisation selbst, denen die Technologie der modernen
Hilfe kommt.

Waffen zu

Terroristen wollen, daß sich die Menschen hilflos und wehr-

los fühlen; sie wollen, daß die Menschen das Vertrauen in die Fähigkeit
ihrer Regierung verlieren, sie zu schützen, wodurch sie die Rechtmäßigkeit der Regierung selbst oder ihrer Politik - oder beides - untergraben.
Die Terroristen profitieren von der durch ihre Gewalttätigkeit verursachten Anarchie.

Ihr Erfolg ist, wenn Regierungen eingeschüchtert ihre Po-

litik ändern. Aber die Terroristen können schon zufrieden sein, wenn eine Regierung auf den Terror mit der Einschränkung persönlicher Rechte und
Freiheiten antwortet.

Regierungen, die überreagieren - selbst in der

Selbstverteidigung -, können nicht nur ihre eigene Rechtmäßigkeit untergraben, sondern sie dienen sogar ungewollt den Zielen der Terroristen.
Es ist ein Erfolg der Terroristen, wenn eine Regierung auf Gewalt mit einem repressiven Verhalten antwortet, das Gräben aufreißt und die Regierung dem Volk entfremdet.

Die Bedrohung der Demokratie

Wir müssen jedoch erkennen, daß Terrorismus, wo immer er auftritt,
in einem wichtigen Sinne gegen uns, gegen die Demokratie, gegen unsere
grundlegenden Werte und oft gegen unsere fundamentalen strategischen Interessen gerichtet ist.

Weil der Terrorismus sich als einziges Werkzeug

auf brutale Gewalt stützt, wird er immer ein Feind der Demokratie sein,
denn die Demokratie lehnt die wahllose oder ungerechte Anwendung von Gewalt ab und stützt sich statt dessen auf die friedliche Beilegung von
Streitigkeiten durch legitime politische Prozesse.

Die moralischen Grundlagen der Demokratie - die Prinzipien der Rechte

�der Rechte des einzelnen, Gedanken- und Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit usw. - sind mächtige Schranken gegen jene, die anderen ihren Willen,
ihre Ideologien oder ihre religiöse Überzeugung mit Gewalt aufzwingen
wollen.

Ob in Israel oder im Libanon, ob in der Türkei oder in Italien,

ob in der Bundesrepublik Deutschland oder in Nordirland, ein Terrorist
hat keine Geduld für die geordneten Prozesse der demokratischen Gesellschaft und sucht sie daher zu vernichten.

Der Terrorismus will in der

Tat das zerstören, was wir alle hier aufbauen wollen.

Die Vereinigten Staaten und die anderen Demokratien sind moralisch
bestimmten Idealen und einer humanen Zukunftsvision verpflichtet.
Vision ist auch nicht innerhalb unserer Grenzen eingeschränkt.

Unsere
Auch in

unserer Außenpolitik versuchen wir eine Art von Welt zu erreichen, in der
Streitigkeiten friedlich beigelegt werden und die den Wandel zum Wohl der
Allgemeinheit begrüßt.

Wir praktizieren keinen Terrorismus, und wir er-

streben eine Walt, in der kein Platz für terroristische Gewalt ist; eine
Welt, in der die Menschenrechte von allen Regierungen geachtet werden;
eine Welt auf der Grundlage der Herrschaft des Rechts.

Und es gibt noch einen anderen Grund, warum wir angegriffen werden.
Wenn Freiheit und Demokratie die Zielscheiben des Terrorismus sind, dann
liegt auf der Hand, daß der Totalitarismus sein Verbündeter ist.

Die

Zahl der terroristischen Zwischenfälle in totalitären Staaten ist minimal , und die Zahl der Anschläge gegen ihr Personal im Ausland ist wesentlich geringer als das der Anschläge gegen westliches Personal.

Das ist

nicht nur deshalb so, weil Polizeistaaten den Terroristen weniger Raum
für die Durchführung von Gewaltakten lassen.

Staaten, die terroristische

Akte unterstützen und fördern, haben in den letzten Jahren das Phänomen
des Terrorismus gezielt zur Verfolgung ihrer eigenen strategischen Ziele
benutzt und eingesetzt.

Es ist kein Zufall, daß die meisten Terrorakte in Gebieten von Bedeutung für den Westen vorkommen.

Über 80 Prozent der Terrorangriffe in der

Welt im Jahr 1983 fanden in Westeuropa, Lateinamerika und dem Nahen und
Mittleren Osten statt.

Der Terrorismus stellt in diesem Zusammenhang

�diesem Zusammenhang nicht nur eine kriminelle Handlung, sondern eine ungezügelte Form der Kriegführung dar.
Heute weiß man mehr über die internationalen Verbindungen unter terroristischen Gruppen.

Man weiß auch mehr über ihre Unterstützung durch

die Sowjets und den Sowjetblock.
von Gefahren zu tun.

Wir haben es mit einem ganzen Fächer

Der Iran und die Sowjetunion sind zwar kaum Verbün-

dete, aber sie haben eine grundsätzliche Feindseligkeit gegenüber dem
Westen gemeinsam.

Wenn Libyen und die PLO den Kommunisten in Mittelame-

rika Waffen und Ausbildung zukommen lassen, dann unterstützen sie sowjetisch geförderte kubanische Anstrengungen, unsere Sicherheit in dieser
lebenswichtigen Region zu untergraben.

Wenn die Roten Brigaden in Ita-

lien und die Rote Armee Fraktion in der Bundesrepublik Deutschland im
Namen der kommunistischen Ideologie freie Länder angreifen, dann hoffen
sie, das Selbstvertrauen, die Einigkeit und den Willen des Westens zu
erschüttern, der Einschüchterung

zu widerstehen.

Die Terroristen, die

Israel angreifen - wie auch die marxistische Provisorische IRA in Nordirland - sind ideologische Feinde der Vereinigten Staaten.

Wir werden und

wir können nicht vor Leuten wie Khomeini und Gaddafi weichen.

Wir erkennen heute auch einen engen Zusammenhang zwischen Terrorismus
und internationalem Rauschgifthandel.

Vor allem Kuba und Nicaragua haben

Rauschgiftschmuggler benutzt, um für Terroristen und Aufständische in Kolumbien Gewehre und Geld einzuschleusen.

Andere kommunistische Länder,

wie Bulgarien, haben ebenfalls bei der wachsenden Verbindung zwischen
Drogen und Terrorismus eine Rolle gespielt.
Wir müssen die Rolle der Sowjets im internationalen Terrorismus ohne
Übertreibung oder Verzerrung sehen.

Man braucht nicht zu glauben, die

Sowjets seien Puppenspieler und die Terroristen die Marionetten; gewalttätige oder fanatische Einzelpersonen und Gruppen kann es in fast jeder
Gesellschaft geben.

Aber in vielen Ländern wäre der Terrorismus längst ausgestorben, wenn
er nicht starke Unterstützung von außen erhalten würde.

Als Israel 1982

�Israel 1982 im Libanon einmarschierte, fanden israelische Streitkräfte
unwiderlegliche Beweise, daß die Sowjetunion die PLO und andere Gruppen
mit Waffen versorgt und ausgebildet hatte.

Es gibt keinen Grund zu der

Annahme, daß sich diese sowjetische Unterstützung von Terrorgruppen in
der ganzen Welt verringert hätte.

Hier besteht, wie auch auf anderen Ge-

bieten, eine weite Kluft zwischen sowjetischen Worten und sowjetischen
Taten - eine Kluft, die ganz deutlich wird, wenn man die sowjetische Unterstützung terroristischer Gruppen mit der leeren Rhetorik der Resolution gegen den sogenannten "Staatsterrorismus" vergleicht, die die UdSSR
dieses Jahr in der Vollversammlung der Vereinten Nationen unterbreitet
hat.

Die Sowjets verurteilen den Terrorismus, aber in der Praxis lassen

sie terroristische Gruppen stillschweigend gewähren, wenn sie glauben,
daß es ihren eigenen Zielen dient, und ihr Ziel ist immer das gleiche:
die liberale Demokratie zu schwächen und die Stabilität der Welt zu untergraben.

Moralische und strategische Ziele

Bei unserem Krieg gegen den Terrorismus steht viel auf dem Spiel.
Wir haben bereits erlebt, welchen schrecklichen Blutzoll an unschuldigen
Menschenleben die terroristische Gewalt gefordert hat.

Aber fast noch

schlimmer ist der Schaden, den der Terrorismus unserer modernen Zivilisation zuzufügen droht.

Jahrhundertelang hat sich die Menschheit bemüht,

eine Welt aufzubauen, in der die höchsten menschlichen Hoffnungen und
Wünsche erfüllt werden können.

Wir haben uns aus dem Zustand der Barbarei befreit und die Beleidigungen der Freiheit und der Würde des Menschen abgeschafft, die mit jenem
Zustand verbunden waren.

Wir haben danach gestrebt, uns aus jener primi-

tiven Existenz zu befreien, in der das Leben, wie Hobbes es beschreibt,
"in ständiger Angst und in Gefahr eines gewaltsamen Todes... wüst, brutal
und kurz" gelebt wird.

Wir haben versucht, statt dessen eine Welt zu

schaffen, in der die weltweite Achtung der Menschenrechte und der demokratischen Werte ein besseres Leben ermöglicht.

Wir in den demokrati-

schen Ländern können all das beweisen, was der Mensch zu ereichen in der

�in der Lage ist, wenn er auf Gewalt und brutale Macht verzichtet, wenn er
frei denken, schreiben, wählen und beten kann, wie er es will.

All diese

schwer errungenen Fortschritte werden jetzt durch den Terrorismus bedroht.

Terrorismus ist ein Schritt zurück; er ist ein Schritt zu Anarchie
und Zerfall.

Ganz generell gesehen, stellt der Terrorismus eine Rückkehr

zur Barbarei in der modernen Geschichte dar.

Wenn die moderne Welt mit

dieser Herausforderung nicht fertig werden kann, dann werden der Terrorismus und die mit ihm auftretende Gesetzlosigkeit und Unmenschlichkeit
mit der Zeit all das untergraben, was die moderne Welt erreicht hat, und
einen weiteren Fortschritt unmöglich machen.

Hindernisse auf dem Wege
Das Ausmaß der Bedrohung durch den Terrorismus ist so groß, daß wir
es uns nicht leisten können, ihm mit halbherzigen und schlecht organisierten Maßnahmen gegenüberzutreten.

Terrorismus ist eine ansteckende Krankheit und wird sich unweigerlich
ausbreiten, wenn wir nichts dagegen tun.

Wir brauchen eine Strategie, um

mit dem Terrorismus in all seinen vielfältigen Formen fertig zu werden.
Wir müssen die notwendigen Ressourcen und die notwendige Entschlossenheit
aufbringen, ihn zu bekämpfen und in internationaler Zusammenarbeit eines
Tages auszurotten.

Und wir müssen uns darüber im klaren sein, daß diese

Last auf uns, die Demokratien fällt, denn niemand kann diese Krankheit
für uns heilen.

Allerdings bestehen offensichtlich Hindernisse, und einige davon ergeben sich gerade deswegen, weil wir demokratische Länder sind.

Die Art

des terroristischen Angriffs ist uns auf vielerlei Weise fremd.

Demokra-

tien handeln gerne auf der Grundlage bekannter Tatsachen und gemeinsamer
Erkenntnisse.

Der Terrorismus arbeitet heimlich und ist seiner Natur

nach schwer zu durchschauen.

Terroristen leben von der Geheimhaltung,

und es ist daher schwer, nachzuweisen, wer eine Gewaltdtat vollbracht hat.
Demokratien

�Demokratien stützen sich auch auf Vernunft und überzeugende Logik,
wenn sie Entscheidungen treffen.

Der Fanatismus und die offensichtliche

Irrationalität vieler Terroristen, vor allem jener, die töten und Selbstmord verüben in dem Glauben, daß sie im Jenseits dafür belohnt werden,
sind für uns schwer zu begreifen.

Die psychopathische Rücksichtslosig-

keit und Brutalität des Terrorismus sind eine Verirrung unserer Kultur
und unserem Erbe fremd.

Es ist eine unglückliche Ironie der Geschichte, daß genau die Eigenschaften, die die Demokratie für die Terroristen so hassenswert machen unsere Achtung vor den Rechten und Freiheiten des einzelnen - sie auch
besonders verwundbar machen.

Gerade weil wir an ganz offenen Gesell-

schaften festhalten, haben Terroristen eine unvergleichliche Chance, gegen uns zuzuschlagen.

Terroristen suchen die Demokratien in Kampf und

Angst zu verwickeln und ihre Rechtsstaatlichkeit sowie ihre durch Gesetze
festgelegten politischen Verfahrensweisen und ihre Grundordnung zu zerstören.

Sie hoffen, daß wir zur Repression greifen oder im Chaos ver-

sinken.

Das sind die Herausforderungen, mit denen wir leben müssen.

Wir wer-

den ganz sicher die demokratischen Werte nicht ändern, die wir so hoch
halten, nur um den Terrorismus zu bekämpfen.

Wir werden Mittel und Wege

finden, um zurückzuschlagen, ohne all das zu untergraben, was uns teuer
ist.

Überwindung der moralischen Verwirrung
Aber es gibt noch ein weiteres Hindernis, das wir selbst errichtet
haben und das überwunden werden muß, wenn wir den Terrorismus wirksam
bekämpfen wollen. Dieses Hindernis ist eine Verwirrung.

Wir können dieser gewaltigen Herausforderung der auf Moral gegründeten, zivilisierten Gesellschaft nicht begegnen, ehe wir in unseren Köpfen
- 8-

�unseren Köpfen die Verwirrung - auf vielerlei Weise moralische Verwirrung
- nicht ausgeräumt haben, mit der wir immer noch behaftet zu sein scheinen.

Verwirrung kann zur Lähmung führen und ist ein Luxus, den wir uns

einfach nicht leisten können.

Die Verwirrung bezüglich des Terrorismus hat vielerlei Formen angenommen.

In den letzten Jahren haben wir einige lächerliche Verzerrungen

gehört, was das Wart "Terrorismus" eigentlich bedeute.

So kann bei-

spielsweise die Behauptung, daß, wenn man die Ausgabe von Gutscheinen für
unentgeltliche Lebensmittel verweigere, dies eine Form des Terrorismus
sei, von keinem ernsthaften Menschen akzeptiert werden.

Und Leute, die,

wie kürzlich in Großbritannien, behaupten wollen, daß physische Gewalt
von Streikenden gleichzusetzen sei mit der "Gewalttätigkeit der Arbeitslosigkeit" , sind nach den Worten der Zeitschrift "Economist" eine Bedrohung der Demokratie schlechthin.
immer schlecht.
wichtig.

In einer echten Demokratie ist Gewalt

Soche Verzerrungen

sind gefährlich, denn

W3rte sind

Wenn wir unsere Sprache verzerren, dann verzerren wir auch

leicht unser Denken, und wir erschweren unsere Bemühungen, Lösungen für
die schweren Probleme zu finden, vor denen wir stehen.

Aber es hat noch eine ernstere Verwirrung im Zusammenhang mit dem
Problem des Terrorismus gegeben:

die Konfusion zwischen dem Terrorakt

selbst und den politischen Zielen, die Terroristen angeblich anstreben.

Die Mißstände, die die Terroristen vorgeblich durch Gewaltakte zu
beheben suchen, mögen legitim sein oder auch nicht.
doch sind niemals legitim.

Die Terrorakte je-

Ein legitimes Anliegen kann niemals den Ter-

rorismus rechtfertigen oder entschuldigen.

Terroristische Mittel bringen

ihre Ziele in Mißkredit.

Wir alle haben schon die hinterlistige Behauptung gehört, "des einen
Terroristen sei des anderen Freiheitskämpfer".

Als ich im Juni dieses

Jahres über das Thema Terrorismus sprach, habe ich die harte Zurückweisung dieser Art von moralischem Relativismus durch den verstorbenen Senator Henry Jackson zitiert.

Und es lohnt sich, sein Zitat heute zu wie-

�zu wiederholen:

"Dem Gedanken, des einen 'Terroristen' sei des anderen
kämpfer' kann man nicht zustimmen.

Freiheitskämpfer oder

sprengen keine Busse mit Nichtkombattanten in die Luft.

'Freiheits-

Revolutionäre
Terroristische

Mörder tun das.

Freiheitskämpfer machen sich nicht auf, um Schulkinder zu verschleppen und abzuschlachten; terroristische Mörder tun dies.
ermorden

keine

unschuldigen

Geschäftsleute

oder

Freiheitskämpfer

entführen

unschuldige

Männer, Frauen und Kinder als Geiseln; terroristische Mörder tun dies.
Es ist eine Schande, daß Demokratien es zulassen sollten, das geheiligte
Wort Freiheit mit Akten von Terroristen in Verbindung zu bringen."

Wir können es uns nicht leisten, daß eine Orwellsche Sprachverwirrung
unsere Vorstellung

von Terrorismus

verdunkelt.

Wir kennen

den Unter-

schied zwischen Terroristen und Freiheitskämpfern, und wenn wir uns auf
der ganzen Welt umsehen, dann fällt es nicht schwer, die einen von den
anderen zu unterscheiden.

Wie tragisch wäre es, wenn demokratische Gesellschaften ihr Vertrauen
in die eigene moralische Legitimität so weit verlieren würden, daß sie
das Offensichtliche nicht mehr sähen:

daß Gewalt gegen die Demokratie

oder die Hoffnung auf Demokratie grundsätzlich keine Rechtfertigung hat.
Demokratie bietet die Chance für friedlichen
schen

Wandel, legitimen politi-

Wettstreit und die Behebung von Mißständen.

Wir müssen uns dem

Terrorismus widersetzen, unter welcher Flagge er auch segeln mag.

Der

Terrorismus ist auf jeden Fall der Feind der Freiheit.

Und wir dürfen nicht in die tödliche Falle tappen, unannehmbaren Akten von Terroristen eine Rechtfertigung

zu geben, indem wir die edel

klingenden Motive anerkennen, die sie vorgeben mögen.
die Provisorische IRA

Organisationen wie

beispielsweise machen sich öffentliche

Mißstände

und politische und religiöse Emotionen zunutze, um ihre tödlichen Zielsetzungen zu tarnen.

Ihre Angehörigen finden Mittel und Wege, durch ö'rt- 10-

�durch örtliche politische und religiöse Führer Unterstützung
brutalen Taten zu gewinnen.

für ihre

Als Ergebnis gibt es sogar Amerikaner, die -

wie wir hoffen aus Unwissenheit - eine Organisation unterstützen, die
kaltblütig und ohne jede Spur von Reue Hunderte von unschuldigen Männern,
Frauen und Kindern in Großbritannien und Irland getötet hat; eine Organisation , die hohe Beamte ermordet und versucht hat, die britische Premierministerin und ihr ganzes Kabinett zu töten, eine erklärte marxistische Organisation, die Unterstützung von Libyens Gaddafi

erhält und en-

ge Beziehungen zu anderen internationalen Terroristen unterhält.

Die Re-

gierung der Vereinigten Staaten steht fest hinter der Regierung Großbritanniens und der Regierung Irlands in der Ablehnung von allem, was auf
Hilfe oder Unterstützung für die Provisorische IRA hinauslaufen könnte.

Die moralische Verwirrung über den Terrorismus kann vielerlei Formen
annehmen.

Als beispielsweise im vorigen Monat in einem Seitentrakt unse-

rer Botschaft in Beirut zwei Amerikaner und zwölf Libanesen getötet wurden, wollten uns manche Leute erzählen, daß dieser Massenmord ein Ausdruck - wenn auch sicherlich ein extremer Ausdruck

- der arabischen

Feindseligkeit gegenüber der amerikanischen Politik im Nahen Osten gewesen sei.

Man wollte uns erzählen, daß dieser Bombenanschlag wegen unse-

rer Stimmabgabe in den Vereinten Nationen oder wegen unserer Politik im
Libanon oder wegen des Allgemeinzustandes unserer Beziehungen zu arabischen Staaten oder wegen unserer Unterstützung Israels geschehen sei.
Manche Leute wollten uns den Rat geben, daß wir - wenn wir dem Terrorismus Einhalt gebieten wollten, wenn wir diesem heimtückischen Morden ein
Ende setzen wollten - nur unsere Politik zu ändern brauchten.

Man wollte

uns praktisch erzählen, der Terrorismus sei in einem gewissen Maße unsere
eigene Schuld, und wir verdienten die Bombenanschläge.

Ich kann Ihnen

hier und heute versichern, daß sich die Vereinigten Staaten durch terroristische Brutalität nicht von ihrem Kurs abbringen lassen oder ihre Politik ändern werden.

Wir dürfen nicht zulassen, daß wir uns über die wahre Bedeutung der
terroristischen Gewalt im Nahen Osten oder sonstwo irgendwelche Illusionen machen.

Diejenigen, die im Nahen Osten wirklich den Frieden wollen,
- 11-

�Frieden wollen, wissen, daß Krieg und Gewalt keine Antwort sind.

Jene,

die sich dem Radikalismus widersetzen und für Verhandlungen eintreten,
sind selbst das Ziel des Terrorismus - seien es Araber oder Israelis.
Eine der großen Tragödien im Nahen Osten ist in der Tat die Tatsache, daß
viele der Gemäßigten auf arabischer Seite, die bereit sind, mit Israel in
Frieden zu leben, durch die Radikalen und deren Henker bedroht und dadurch in ihren eigenen Friedensbemühungen zum Schweigen gebracht werden.

Das Hauptziel der Terroristen im Nahen Osten besteht darin, jeden
Fortschritt zu einem Frieden auf dem Verhandlungswege zu unterbinden. Je
mehr Erfolg unsere Politik hat, je näher wir unseren Zielen im Nahen
Osten kommen, desto stärker werden die Terroristen versuchen, uns zu hindern.

Es ist einfach eine Tatsache, daß sich die Terroristen mehr über

einen Fortschritt im Nahen Osten ärgern als über einen angeblichen Fehlschlag, einen Fortschritt zu erreichen.

Wir sollten nicht vergessen, daß

Präsident Sadat ermordet wurde, weil er Frieden geschlossen hat, und daß
in dieser Region täglich Drohungen ausgestoßen werden aus Furcht - jawohl
aus Furcht -, daß auch andere sich für den Verhandlungsweg zum Frieden
entscheiden könnten.

Wem würden wir dienen, wenn wir unsere Politik im Nahen Osten wegen
der terroristischen Bedrohung ändern würden?

Nicht Israel, nicht den ge-

mäßigten Arabern, nicht dem palästinensischen Volk und ganz sicher nicht
der Sache des Friedens.

Es wäre wahrhaft das Schlimmste, was wir tun

könnten, wenn wir unter der Drohung der Gewalt unsere politischen Prinzipien aufgeben würden.

Was wir tun müssen, ist, unsere Freunde zu unter-

stützen und in unseren Zielen fest zu bleiben.

Wir müssen uns von dieser moralischen Verwirrung freimachen, die die
Schuld für Terrorakte uns oder unserer Politik zuschieben will.

Wir wer-

den angegriffen, nicht weil das, was wir tun, falsch ist, sondern weil
das, was wir tun, richtig ist.

Es ist richtig, wenn wir die Sicherheit

Israels unterstützen, und es gibt keinen Terrorakt und keine Drohung, die
uns von dieser festen Entschlossenheit abbringen könnten.

Wir werden

nicht angegriffen, weil wir hie und da einen Fehler machen, sondern wegen
- 12-

�sondern wegen unserer selbst und der Dinge, an die wir glauben.

Wir dür-

fen unsere Prinzipien oder unsere Rolle in der Welt oder unsere Verantwortung als Vorkämpfer der Freiheit und des Friedens nicht aufgeben.

Die Antwort auf den Terrorismus

Der Terrorismus bedroht zwar viele Länder, aber die Vereinigten Staaten haben eine besondere Verantwortung.

Es ist an der Zeit, daß unser

Land eine allgemeine nationale Anstrengung unternimmt, um der Herausforderung durch den Terrorismus mit der Dringlichkeit und Vorrangigkeit zu
begegnen, die sie erfordert.

Wie unsere Antwort aussehen muß, ist einfach zu sagen:
und Aggression muß mit festem Widerstand begegnet werden.

der Gewalt
Dieses Prin-

zip, gleich, ob wir es mit militärischen Großangriffen zu tun haben oder
mit jenen Konflikten auf niedriger Ebene, die in der modernen Welt stärker verbreitet sind.

Wir sind zunehmend besser in der Lage, vor einem allgemeinen Krieg
oder einem sowjetischen Angriff auf unsere Hauptverbundeten abschrecken
zu können.

Darum wird dieser Ernstfall am wenigsten wahrscheinlich sein.

Es liegt nicht so auf der Hand, daß wir auch wohlvorbereitet und gewappnet sind, um der "Grauzone" jener mittelschweren Herausforderungen zu begegnen , mit denen wir es mit viel höherer Wahrscheinlichkeit zu tun bekommen werden - die Konflikte geringer Intensität, zu denen der Terrorismus zählt.

Wir haben viel getan, um durch die Stärkung unserer strategischen und
konventionellen Verteidigung, durch die Wiederherstellung des Stolzes und
des Selbstvertrauens der Männer und Frauen in unseren Streitkräften und
durch die Manifestation der nationalen Entschlossenheit, der Aggression
zu widerstehen - eine Entschlossenheit, die potentielle Gegner abschrekken kann - vor einer großangelegten Aggression abzuschrecken.

Wir waren

erfolgreicher als früher, wenn es darum ging, mit vielerlei Formen der
- 13-

�Formen der Aggression auf niedriger Ebene fertig zu werden.

Wir haben

der kommunistischen Aggression und Subversion in Mittelamerika und in der
Karibik Einhalt geboten und den Weg zu friedlichen, demokratischen Prozessen in jener Region geebnet.

Und wir haben Grenada erfolgreich von

der marxistischen Herrschaft befreit und dieser keinen Insel die Freiheit
und Selbstbestimmung wiedergegeben

Aber der Terrorismus, der auch eine

Form der

Aggression auf niedri-

ger Ebene ist, hat sich bisher als eine noch schwierigere Herausforderung
erwiesen, denn die Sicherheitstechnologie ist durch die Technologie des
Mordes noch übertroffen worden.

Natürlich sind die Vereinigten Staaten

nicht das einzige Land, das Schwierigkeiten mit der Bekämpfung des Terrorismus hat.

Um den Bericht von Präsident Reagan in der Debatte am vo-

rigen Sonntag auf den neuesten Stand zu bringen, kann ich berichten, daß
seit dem 1. September 41 Terrorakte von nicht weniger als 14 Terroristengruppen gegen Menschen und Sachen in 21 Ländern verübt wurden.

Selbst

Israel konnte sich trotz seiner tapferen und vielseitigen Anstrengungen
nicht von der terroristischen Bedrohung befreien.

Kein Land hat mehr Erfahrungen mit dem Terrorismus als Israel, und
kein Land hat einen größeren Beitrag zu unserer Erkenntnis dieses Problems und der besten Mittel und Wege, um ihm zu begegnen, geleistet.
Durch die Unterstützung von Organisationen wie des Jonathan-Instituts,
das nach dem tapferen israelischen Soldaten benannt ist, der in Entebbe
voranging und fiel, hat das israelische Volk dazu beigetragen, das internationale Bewußtsein des weltweiten Ausmaßes der terroristischen Bedrohung zu wecken.

Der Beitrag Israels geht über das Theoretische hinaus.

Israel hat

große Schlachten in dem Kampf gegen den Terrorismus gewonnen - in Aktionen über seine Grenzen hinaus, auf anderen Kontinenten und im Lande Israel selbst.

Und was hoch anzurechnen ist, die israelische Regierung hat

auch innerhalb Israels zugegriffen und eigene, des Terrorismus beschuldigte Bürger vor Gericht gestellt.

Ein
- 14-

Großteil

des

�Ein Großteil des Erfolges Israels in der Bekämpfung des Terrorismus
ist der breiten öffentlichen Unterstützung der Antiterroristenpolitik zu
verdanken.

Die Bevölkerung Israels hat den Willen gezeigt und ihrer Re-

gierung die Mittel zur Verfügung gestellt, um den Terrorismus zu bekämpfen.

Sie macht sich keine Illusionen über die Bedeutung oder die Gefahr

des Terrorismus.

Vielleicht, weil sie jeden Tag vor der Bedrohung steht,

erkennt sie, daß sie sich im Krieg gegen den Terrorismus befindet.

Wir

alle täten gut daran, dem Beispiel Israels zu folgen.

Aber Teil unseres Problems hier in den Vereinigten Staaten war unsere
offenbare Unfähigkeit, den Terrorismus klar zu verstehen.

Ein jeder ter-

roristische Zwischenfall hat zuviel Selbstverurteilung und Bestürzung mit
sich gebracht - begleitet von Rufen nach einer Änderung unserer Politik
und unserer Prinzipien oder von
alarmiert sein.

Rufen nach Ab- und Rückzug.

Wir sollten empört sein.

überprüfen und nach Verbesserungen suchen.

Wir sollten

Wir sollten die Dinge genau
Weitverbreitete Angst jedoch

und Selbstverurteilung überzeugen die Terroristen nur davon, daß sie sich
auf dem richtigen Weg befinden.
ische Handlungen

zu

begehen

Dies ermutigt sie nur, weitere barbar-

in der

Hoffnung, daß die

amerikanische

Entschlossenheit geschwächt wird.

Dies ist eine besondere Gefahr in der Zeit vor unseren Wahlen.

Wenn

unsere Reaktion gegenüber Terroristen auf uns selbst zurückschlägt, statt
sich gegen die Täter zu richten, dann geben wir ihnen einen doppelten Anreiz , solche Handlungen zu wiederholen oder den Versuch zu machen, den
politischen Prozeß in unserem Lande zu beeinflussen.

Angesichts der terroristischen Bedrohung müssen wir stärker, beständiger, entschlossener und einiger sein.

Wir dürfen die Terroristen nicht

dadurch belohnen, daß wir unsere Politik ändern, unsere Prinzipien in
Frage stellen oder uns in Selbstgeißelung und Zweifeln an uns selbst ergehen.

Statt dessen sollten wir uns darüber im klaren sein, daß Ter-

rorismus Aggression darstellt und daß wir ihm wie allen Aggressionen mit
Nachdruck entgegentreten müssen.

Die
- 15-

Erfordernisse

�Die Erfordernisse einer aktiven Strategie

Wir müssen in diesem Lande Übereinstimmung darüber erzielen, daß unsere Reaktion über eine rein passive Verteidigung hinausgehen muß und daß
Mittel und Wege einer aktiven Verhinderung, Vorbeugung und Vergeltung in
Betracht gezogen werden müssen.

Unser Ziel muß es sein, zukünftige ter-

roristische Aktionen zu verhindern und vor ihnen abzuschrecken, und die
Erfahrung hat uns über die Jahre hinweg gelehrt, daß eine der besten Abschreckungen gegenüber dem Terrorismus die Gewißheit ist, daß rasche und
entschlossene Maßnahmen gegen die Täter ergriffen werden.

Wir sollten

Schritte einleiten, um solche Maßnahmen durchführen zu können.
Frage sollte es keine moralische Verwirrung geben.

In dieser

Es ist nicht unser

Ziel, Rache zu üben, sondern den gewaltsamen Angriffen gegen unschuldige
Menschen ein
machen.

Ende zu setzen, um diese Welt sicherer für uns alle zu

Ohne Frage haben die Demokratien das moralische Recht, ja die

Pflicht, sich selbst zu verteidigen.

Eine erfolgreiche Strategie zur Bekämpfung des Terrorismus verlangt
von uns, daß wir einige schwierige Fragen stellen und darauf ganz klare
Antworten finden.

Bei diesen Fragen geht es um unsere geheimdienstlichen

Mittel, um unser Konzept für den möglichen Gebrauch von Gewalt und - was
am wichtigsten ist - um die Haltung der Öffentlichkeit zu dieser Herausforderung.

Ohne ein klares Verständnis und ohne die feste Unterstützung

der "Öffentlichkeit kann unser Land den Willen zum Handeln einfach nicht
aufbringen.

Erstens:
sonell.

Unsere Geheimdienste müssen gestärkt werden, besonders per-

Entschlossenheit und Fähigkeit zum Handeln haben wenig Wert,

wenn wir bei der Beantwortung der Fragen:
weiterkommen.

Wer?

Wb? und Wann?

nicht

Wir müssen bessere Arbeit leisten, wenn es darum geht,

herauszufinden, wer die Terroristen sind, wo sie sich aufhalten, von welcher Art und Zusammensetzung die terroristischen Organisationen sind und
nach welchem Schema sie handeln.

Unsere Geheimdienste sind dabei, diese

Arbeit zu leisten; man muß sie ermächtigen und ihnen den nötigen Spiel- 16-

�nötigen Spielraum geben, Techniken der Aufdeckung zu entwickeln und zur
Abschreckung und zum Gegenschlag beizutragen.

Zweitens:

Es gibt keinen Zweifel an unserer Fähigkeit, Gewalt anzu-

wenden, wo immer und wann immer dies zur Bekämpfung des Terrorismus notwendig ist.

Unser Land verfügt über Sicherheitskräfte, die zum Handeln

bereit sind - von kleinen Teams, die ganz unauffällig arbeiten können,
bis zum vollen Gewicht unserer konventionellen Militärmacht.

Aber es

geht hier um sehr ernste Fragen - Fragen, über die man diskutieren muß,
die man verstehen muß und über die Einigung erzielt werden muß, wenn wir
unsere Kräfte klug und wirksam einsetzen wollen.

Wenn Terroristen hier in unserem Lande zuschlagen, dann ist dies eine
Sache für die Polizei und die Justiz.

In den meisten Fällen in Übersee

können Maßnahmen gegen Terroranschläge auf unsere Landsleute am wirksamsten von den Gastregierungen und deren Sicherheitskräften ergriffen werden.

Man sollte sich eines vor Augen halten:

Wie es die Verantwortung

der amerikanischen Regierung ist, für die Sicherheit der ausländischen
Botschaften in Washington zu sorgen, so fällt die Sicherheit unserer Botschaften im Ausland gemäß internationaler Vereinbarungen in erster Linie
in den Verantwortungsbereich der Gastregierungen.

Wir arbeiten mit die-

sen Regierungen zusammen, und zwar mit beträchtlichem Erfolg.

Die letzt-

liche Verantwortung liegt natürlich bei uns, und wir werden ihr mit absoluter Entschlossenheit und allen uns zur Verfügung
nachkommen.

stehenden Mitteln

Auf überparteilicher Ebene gibt uns der Kongreß die recht-

lichen Mittel und Möglichkeiten an die Hand, den Schutz unserer Einrichtungen und Landsleute im
bleiben.

Ausland zu verstärken, und dies muß auch so

Aber wenn wir auch unsere Verteidigungsmöglichkeiten verstär-

ken, so ist Verteidigung allein doch nicht genug.

Der Kern der Herausforderung ist in solchen Fällen zu sehen, wo die
internationalen Regeln und die traditionellen Gepflogenheiten nicht angewendet werden können.

Terroristen werden immer wieder von Gebieten aus

zuschlagen, wo es keine Regierungsautorität gibt, oder sie werden sich
dort festsetzen, wo sich ihnen nach ihrer Ansicht die Freistatt einer in- 17-

�einer internationalen Grenze bieten.

Sie werden ihre Angriffe so planen,

daß sie genau in diesen "Grauzonen" stattfinden, wo die vollen Fakten
nicht bekannt werden können und wo die Herausforderung keine klare und
eindeutige Gegenreaktion auslöst.

In solchen Fällen müssen wir unsere nachrichtendienstlichen Möglichkeiten sorgfältig und umfassend einsetzen.

Wir werden die ganze Band-

breite von Möglichkeiten prüfen müssen, die wir ergreifen können.

Das

Ergebnis mag sein, daß wir uns vor die Wahl gestellt sehen, entweder
nichts zu tun oder militärische Kräfte einzusetzen.

Wir sind uns jetzt

darüber im klaren, daß der Terrorismus von unseren Gegnern als ein modernes Werkzeug der Kriegführung benutzt wird.
von Wirrköpfen.

Er ist keineswegs ein Werk

Wir können in den kommenden Jahren mit weiteren terror-

istischen Aktionen gegen unsere strategischen Interessen überall auf der
Welt rechnen.

Um dem entgegenzutreten, müssen wir bereit sein, militär-

ische Machtmittel einzusetzen.

Es ist jedoch erforderlich, daß sich die Öffentlichkeit im vornhinein
über die Risiken, die die Bekämpfung des Terrorismus mit unverhüllter
Macht mit sich bringt, im klaren ist.

Die 'Öffentlichkeit muß sich ferner über die Möglichkeit im klaren
sein, daß einige unserer Soldaten oder einige unschuldige Menschen unter
Umständen ihr Leben lassen müssen.
Die Öffentlichkeit muß von vornherein wissen, daß von gewissen Kreisen der Versuch gemacht werden wird, Präventiv- oder Vergeltungsmaßnahmen
unsererseits im schlimmsten Licht erscheinen zu lassen, und daß diese
Kreise versuchen werden, unser Militär und unsere politische Führung in
die Rolle des Angeklagten zu manövrieren.

Die Öffentlichkeit muß sich im vorherein über die Tatsache im klaren
sein, daß es Anlässe gibt, da ihre Regierung handeln muß, bevor alle Fakten bekannt sind, und daß Entscheidungen nicht von Meinungsumfragen abhängig gemacht werden können.
Die
- 18-

öffentliche

�Die öffentliche Unterstützung amerikanischer Militäraktionen, um Terroristen Einhalt zu gebieten, bevor sie gräßliche Anschläge begehen, oder
um für einen Angriff auf unsere Landsleute Vergeltung zu üben, ist von
entscheidender

Bedeutung, wenn wir mit

dieser

Herausforderung

fertig

werden wollen.

Unser Militär hat die Fähigkeit und verfügt über die Machtmittel, um
den Krieg gegen den Terrorismus zu führen.
men unserer Gesetze angewandt werden.

Diese Fähigkeit wird im Rah-

Um auf lange Sicht erfolgreich zu

sein, wird die solide Unterstützung seitens des amerikanischen Volkes erforderlich sein.

Ich kann Ihnen versichern, daß unsere Maßnahmen unter dieser Regierung von der Herrschaft des Rechts bestimmt werden;

und die Maßnahmen

gegen Terroristen entsprechen der Herrschaft des Rechts.
einen gewissen Handlungsspielraum

Wir müssen über

verfügen, um auf terroristische An-

schläge reagieren zu können - und dabei müssen wir den Zeitpunkt und den
Ort des Geschehens selbst bestimmen können.

Ohne Frage werden wir auf

jeden Terroranschlag nicht immer auf die gleiche Weise reagieren.

Ja,

wir werden bestrebt sein, eine Politik der automatischen Vergeltung zu
vermeiden, die unter Umständen zu einem Teufelskreis

der eskalierenden

Gewalt führt, die dann außerhalb unserer Kontrolle wäre.

Wenn wir effektiv

zurückschlagen oder Präventivmaßnahmen ergreifen

wollen, dann muß unsere Politik ein Element der Unkalkulierbarkeit und
der Überraschung enthalten.

Und die Voraussetzung für eine solche Poli-

tik ist ein weitgesteckter Konsens in der Öffentlichkeit hinsichtlich der
moralischen und strategischen Notwendigkeit von Maßnahmen.

Wir werden

über die Fähigkeit verfügen müssen, sofort und unverzüglich zu handeln.
Wir werden nicht die Zei haben, nach jedem terroristischen Anschlag wieder in eine nationale Debatte einzutreten.

Vielleicht werden wir niemals

über die Beweise verfügen, die vor einem amerikanischen Gericht bestehen
könnten.

Aber wir dürfen es nicht zulassen, daß wir zu einer Art Hamlet

unter den Nationen werden, der sich endlos mit der Frage herumquält, ob
- 19-

�herumquält ob und wie zurückgeschlagen werden soll.

Eine große Nation

mit globalen Verpflichtungen kann es sich nicht leisten, durch Verwirrung
und Unentschlossenheit in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

Die Bekäm-

pfung des Terrorismus ist kein sauberer oder angenehmer Wettstreit, aber
wir haben keine andere Wahl, als ihn auszufechten.

Wir brauchen auch breitere Anstrengungen innerhalb eines internationalen Rahmens.

Wenn der Terrorismus wirklich eine Bedrohung der mora-

lischen Werte des Westens darstellt, dann dürfen uns unsere Moralvorstellungen nicht lähmen; sie müssen uns vielmehr den Mut verleihen, uns dieser Bedrohung zu stellen.

Und wenn die Feinde dieser Werte geeint sind,

dann müssen auch die demokratischen Länder bei der Verteidigung dieser
Werte geeint sein.

Die Führer der Industriedemokratien, die im Juni in

London zum Gipfeltreffen zusammenkamen, vereinbarten in einer gemeinsamen
Erklärung, die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus wesentlich
zu intensivieren.

Diesem ersten Treffen sind andere gefolgt, und die

Vereinigten Staaten haben sich der Förderung dieses Prozesses in jeder
nur möglichen Weise verpflichtet.

Da wir - die Demokratien - am verwund-

barsten und unsere strategischen Interessen am gefährdetsten sind, müssen
wir angesichts gemeinsamer Gefahren auch gemeinsam handelnd.

Was uns an-

geht , so werden wir, wann immer dies möglich ist, eng mit unseren Freunden in den Demokratien zusammenarbeiten.

Sanktionen können, wenn sie gemeinsam mit anderen Ländern angewandt
werden, dazu beitragen, Staaten zu isolieren, zu schwächen oder zu bestrafen, die den Terrorismus gegen uns fördern.

Zu oft aber wird das ei-

ne oder das andere Land dadurch gehemmt, daß es fürchtet, kommerzieller
Möglichkeiten verlustig zu gehen oder Schikanen herauszufordern.
schaftliche Sanktionen sowie andere Formen des

Wirt-

Gegendrucks legen dem

Land, das sie anwendet, Kosten und Risiken auf; aber eindeutige Opfer
müssen einfach gebracht werden, wenn wir letztendlich nicht noch einen
höheren Preis bezahlen wollen.

Ohne Zweifel sind einige Länder gegenüber

einer Erpressung verwundbarer als andere; aber dies ist doch fraglos ein
Argument, in gemeinsamer Unterstützung zusammenzustehen, und kein Argument für eine Politik der Beschwichtigung.
Wenn
- 20-

wir

�Wenn wir wirklich an die Werte unserer Zivilisation glauben, dann
haben wir auch die Pflicht, sie zu verteidigen.

Die Demokratien müssen

das Selbstvertrauen haben, dieses bedrohliche Problem anzupacken, oder
sie werden sich eines Tages in einer Position finden, wo sie auch andere
Probleme nicht mehr anpacken können.

Wenn wir nicht bereit sind, Grenzen

dafür zu setzen, welches Verhalten tolerierbar ist, dann werden unsere
Gegner daraus den

Schluß ziehen, daß es solche Grenzen nicht gibt.

Thomas Jefferson hat einmal, als wir mit dem Problem der Piraterie konfrontiert wurden, gesagt:

"Wenn eine Kränkung ungeahndet bleibt, dann

zieht sie andere nach sich."

Um es grundlegend zu sagen:

Die Demokra-

tien müssen beweisen, ob sie an sich glauben.

Wir müssen der terroristischen Bedrohung mit der gleichen Entschlossenheit und Entschiedenheit entgegentreten, die dieses Land im Laufe seiner Geschichte immer wieder an den Tag gelegt hat.
für Schuldgefühle oder

Es gibt keine Raum

für Selbstzweifel hinsichtlich unseres Rechts,

eine Lebensart zu verteidigen, die allen Ländern Hoffnung auf Frieden,
Fortschritt und Menschenwürde bietet.
so ausgedrückt:
dann tun?

Der weise Hillel hat es treffend

"Wenn ich nicht für mich selbst eintrete, wer wird es

Und wenn ich für mich allein bin, wer bin ich dann?"

Wenn wir diesen Kampf gegen den Terrorismus führen, müssen wir uns
immer die Werte und die Lebensart vor Augen halten, die wir zu schützen
suchen.

Zweifellos werden wir es nicht zulassen, daß wir auf die Stufe

der Barbarei herabsinken, die der Terrorismus darstellt.

Wir werden un-

sere demokratischen Traditionen, unsere Respektierung der Rechte des einzelnen und die Freiheit nicht aufgeben, denn diese Werte sind genau das,
was wir bewahren und fördern wollen.

Unsere Werte und unsere Prinzipien

werden uns die Stärke und das Vertrauen verleihen, dieser großen, durch
den Terrorismus gestellten Herausforderung zu begegnen.

Wenn wir den Mut

und den Willen zeigen, unsere Freiheit und unsere Lebensart zu schützen,
dann werden wir uns erneut dieser Segnungen würdig erweisen.

- 21-

�I

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

31. Oktober 1984

44

WIINBERGER: SOWJETS FURCHTEN INNOVATION
Rede des US-Verteidigungsministers in Milwaukee -

MILWAUKEE - (AD) - In einer Rede zum Gedächtnis von Clement Zablocki,
dem verstorbenen Mitglied des amerikanischen Repräsentantenhauses, ging
der amerikanische Verteidigungsminister Caspar Weinberger am 24. Oktober
1984 in Milwaukee im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin auf die Möglichkeiten und Schwierigkeiten der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen
ein.

Während er einerseits in Moskau "eine echte Furcht vor Neuerung und

Wandel" ausmachte, brachte er gleichzeitig seine Überzeugung zum Ausdruck , daß "wir die Sowjets nicht nur dazu bringen können, ihre Strategie
zu überprüfen, sondern auch dazu, ihre Augen für die neuen Möglichkeiten
der friedlichen Zusammenarbeit zu öffnen."

Die Rede des Verteidigungsministers hat folgenden Wortlaut:

Im

vergangenen Monat

trafen

der

sowjetische Außenminister Andrei

Gromyko und ich bei einem Empfang im Weißen Haus zusammen.

Herr Gromyko

Postfach 20 03 00 Toi 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Herr Gromyko grübte mich mit den Worten: "Ich weib alles über Sie.

Sie

halten viele Reuen."

Ich antwortete, daio dies richtig sei.

"J3" , sagte er, "ich lese sie alle."

Die Ehrlichkeit zwang mich zu der Antwort: "Ich fürchte, das ist
mehr, als unsere Presse tut."

Lassen Sie mich also in der Annahme, dab zumindest Heir Gromyko meine
heutige Keae lesen wiru, meine zentrale Aussage so deutlich und direkt
formulieren, wie ich es kann: Die Vereinigten Staaten wollen den Frieden.
Wir streben wecer nach neuem Territorium, nocn nach wirtschaftlicher Bewuncerung oder nach einem Triumph unseres eigenen cemokratischen Systems
in anderen Ländern, wenn diese Demokratie nicht durch die Kraft der Idee,
soriüern durch Mittel der Gewalt gestützt wirc.

Wie Piäsiuent John F.

Kennedy es vor über zwei Jahrzehnten ausdrückte: "Unser Ziel ist nicht
der Sieg der Gewalt, sondern die Geltendmachung des Rechts, nicht Frieden
auf Kosten uer Freiheit, sondern beides - Frieden und Freiheit..."

Weisheit deginnt mit dem Verständnis dei eigenen Ziele und Wünsche.
Aber sie Kann dort nicht enden.

Um Frieden und Freiheit zu bewahren,

müssen wir auch versuchen, die Ziele und Wünsche der Sowjetunion zu verstehen, dieser Nation, uie Winston Churchill einmal so treffenu als "ein
Problem, verpackt in ein Geneimnis innerhalb eines Rätsels" umschrieb.
Was labt die sowjetische Führung handeln, was labt sie reagieren? Die
Sowjets sind uns bei der Beantwortung dieser Frage nicht sehr hilfreich
Wir können nicht mit Hilfe der Abendnachrichten dabeisein, wenn die Mitglieder des Politbüros die Zukunft ihrer Nation diskutieren.

Die Sowjets

veröffentlicnen keinen jährlichen Verteidigungsbericht wie wir, um ihre
Bürger über ihr Verteidigungsprogramm zu informieren.

Dort gibt es noch

immer die klassische geschlossene Gesellschaft.

Wb

also

finden

�WD also finden wir Antworten auf dieses Problem, wie können wir das
Rätsel lösen und wie Können wir das Geheimnis begreifen, das die Sowjetunion darstellt?

Zu oft haben wir nur in einen Spiegel geblickt.

Für die politische

Führung Amerikas hat die Sicherstellung des wirtschaftlichen Itohlstandes
oberste Priorität.

Könnten wir deshalb vielleicht oie sowjetische Füh-

rung zur Zusammenarbeit bringen, indem wir ihr Handeiskredite und fortschrittliche

Technologie anbieten, die es ihr ermöglichen würde, den

Wuhlstanu ihres eigenen Volkes zu sichern?

Für einen amerikanischen Militärstrategen bestent wenig Sinn darin,
zur Sicherstellung eines Vergeltungsschlages noch mehr Kernwaffen zu bauen, nachdem wir hierfür schon genügend besitzen (dem ist so, gleich, was
Sie sonst hierüber lesen).

Könnten wir daher vielleicht die sowjetischen

Strategen dazu überreden, Zurückhaltung zu üben, indem wir einseitig unsere eigenen Waffenprogramme beschränken?

Während der siebziger Jahre machten wir einen ehrlichen Versuch mit
uieser "SpiegelLiid"-Methode.

Die Devisenimporte der Sowjetunion aus dem

Westen stiegen in ciesem Jahrzehnt um mehr als das Neunfache.
sowjetiscne Veroraucher hatte auch weiterhin

Aber der

seine Mühe, wurden doch

westliches Kapital und Technologie rasch von den Sowjets in den militärischen Sektor ihrer Volkswirtschaft umgeleitet.

Desgleichen hielten wir uns in den siebziger Jahren bei Verbesserungen unserer Atomraketenmacht zurück.

Anstatt sich unserer Zurückhaltung

anzuschließen, beschleunigten die Sowjets ihr eigenes strategisches Modernisierungsprogramm , indem sie eine neue Generation von Interkontinentalraketen entwickelten, die speziell dazu entworfen waren, amerikanische
Raketensilos zu zerstören.
Begrenzung strategischem

In den fast 15 Jahren der Gespräche über die
Waffen erhöhten die Sowjets ihre Arsenale um

rund 8 000 Gefechtsköpfe für Atomraketen mittlerer und groüer Reichweite
- ein Anstieg von über 500 Prozent.

Als

unser

Land

�Als unser Land in aas Jahrzehnt der achtziger Jahre eintrat, hatten
wir nichts von unserer Entschlossenheit verloren, den Frieden zu bewahren
und echte, gegenseitige Rüstungsverringerungsabkommen mit der Sowjetunion
auszuhandeln.

Aber wir hatten einige unserer Illusionen verloren.

Und

wir hatten zugelassen, daio unsere Stärke erodierte - die Stärke, die für
uns notwendig ist, um Frieden und Freiheit zu bewahren, die Stärke, die
lebensnotwendig ist, um die Sowjets wieder an den Verhandlungstiscn zu
bringen.

Wir entdeckten wieder die Wahrheit der Warnung von Präsident Kennedy:
"Sollten wir dabei versagen, dem Diktat unserer eigenen Sicherheit zu
folgen, so werden die Sowjets dies zwar zur Kenntnis nehmen, aber nicht
als Zeichen des guten V.illens, sondern der Schwäche."

Und wir erkannten,

dab unsere Bemühungen um einen dauerhaften Frieden nur dann erfolgreich
sein könnten, wenn wir sie auf ein realistischeres Verständnis der sowjetischen Ziele, der Unterschiede zwischen ihrem und unserem System sowie
eine realistischere Bewertung der Tatsache gründen würden, wie weit unsere eigene militärische Stärke im Verlauf der siebziger Jahre zurückgegangen war.

Viele von Ihnen nier und heute sind Studenten der Universität.

Ver-

setzen Sie sich doch bitte einmal für ein paar Minuten in uie Lage sowjetischer Studenten.

Ich werde versuchen, die Welt aus der Perspektive

meines Gegenparts im sowjetischen Verteidigungsministerium zu sehen.

Netimen wir an, Sie werden im Frühjahr Ihre Studien abschließen.

Als

sowjetischer Student werden Sie -nervös, hoffnungsvoll, ängstlich- auf
die Ergebnisse der "Raspredeleniye", der Verteilung, warten.

"Die Ver-

teilung" bedeutet die Zuweisung des Staates in bezug darauf, wo Sie leben
und aroeiten müssen - theoretisch

für die nächsten drei Jahre, aller

Wahrscheinlichkeit nach für den Rest Ihres Lebens.

Sie können nicht Ihre

berufliche Laufbann wecnseln: Sie wurden für immer auf eine Spezialisierung festgelegt, als sie siebzehn waren.

Und wenn die Verteilung Sie,

sagen wir , in eine Kleinstadt in Sibirien beordert, dann dürfen Sie nicht
einmal eine der Grobstädte für länger als drei Tage besuchen, solange
- 4-

�besuchen, solange nicht der Stempel in Ihrem Ausweis zeigt, dab Sie das
Recht haben, in der Stadt zu leben.

Wie kann man das ändern? Inuem man

in der Stadt geboren ist oder jemanden heiratet, der bereits das Recht
hat, dort zu leben.

Ich nehme an, Sie können es sich gar nicht vorstellen, was es bedeutet , ein Studiengebiet, einen Arbeitsplatz, einen Wohnort, eine Wohnung eine ganze Zukunft - vom Staat zugewiesen zu bekommen.

Machen wir aber

in Gedanken einen ähnlichen Sprung, um die Imperative des sowetischen Systems zu verstehen: Was die sowjetische Führung fürchtet, was sie achtet,
was sie fordert.

Wir müssen Verständnis üben; insbesondere können wir

die sowjetischen Befürchtungen - wie unbegründet auch immer - nicht ignorieren oder auber Acht lassen. Aber wir dürfen uns auch nicht in der Erkenntnis erschüttern lassen, dab dies ein System ist, das sich von unserem eigenen sehr unterscheidet.

Ich möchte heute kurz über vier Charakteristika des Sowjetsystems
sprechen, die meiner Meinung nach in grobem Mab seine Auüen- und Verteidigungspolitik beeinflussen - uno damit auch unsere.

Dies ist der ent-

scheidend wichtige PunKt, denn wir können weder unsere eigene Aubenpolitik, noch unsere eigene Sicherheitspolitik festlegen ohne die umfassendste Einbeziehung all dessen, was wir über die Sowjetunion in Erfahrung
bringen können. Diese vier sowjetischen Charakteristika sinu:

Erstens: Die Sicherheitsbesessenheit;

Zweitens: Die allumfassende staatliche Kontrolle über das Leben des
einzelnen sowie deren Entsprechung, nämlich das völlige Fehlen jedweder
persönlicher, individueller Freiheit,

Drittens: Die Unbeweglichkeit bei politischen Entscheidungen;

Viertens: Die Rolle der Ideologie.

David Shipler, ein Reporter der "New York Times", erzählt die Gescnichte eines Kollegen, der darüber schreiben wollte, wie in Rubland das

�Rubland das Neue Jahr gefeiert wird.

Er rief den Wetterdienst an, um

herauszufinden, wie viel Schnee am Neujahrstag gefallen war.

Da sagte

man ihm, dies sei geheime Sicherheitsinformation.

Natürlich ahben die Sowjets guten Grund, auf den militärischen Aspekt
ihrer langen, kalten Winter zu achten.

General Kutuzow, der Militärstra-

tege , der Napoleon immer weiter nach Ruüland hineinlockte, um ihn dann zu
besiegen, ist auch heute noch ein Volksheld.

Andere Helden - wie Dimitri

Donskoy, der gegen die Tataren kämpfte; Minim und Posharsky, die einen
Volksaufstand gegen die polnische Besatzung leiteten; General Schukow,
der die Sowjetarmee gegen Hitler führte: Sie alle und die Schlachten, die
sie schlugen, erinnern uns, genau wie das russische Volk, an eine lange
Vergangenheit der Invasion und des Widerstandes.

Wir in den Vereinigten

Staaten haben in diesem Jahrhundert keinen Aggressor erlebt, der unsere
Grenzen verletzt hätte; auch hier müssen wir einen Gedankensprung machen,
um die sowjetischen Befürchtungen zu verstehen.

Aber wir müssen zugleich

sehen, dab das sowjetische Gefühl der Unsicherheit fast immer auch wirkliche Unsicherheit für die Nachbarn bedeutet.

Eine Folge der sowjetischen Sicherheitsbesessenheit war stets das Beharren auf Geheimhaltung - ein Beharren, das oft einer angemessenen Verifizierung von Rüstungsverringerungsabkommen im Wege steht.

Eine weitere

Folge hiervon ist die Militarisierung der sowjetischen Gesellschaft.

Die

Kinder in der Sowjetunion beginnen schon in der Grundschule mit militärischen Spielen; die eigentliche militärische Ausbiluung ist ab dem neunten Schuljahr Pflicht.

Überschüler gehen jeden Sommer m s Militärlager,

una mit achtzenn Jahren beginnt die allgemeine Wehrpflicht.

In der So-

wjetunion gibt es 133 Militärschulen und -akademien - im Vergleich zu
zenn in den Vereinigten Staaten.

Als Folge dessen kann das sowjetische

Militär auf eine gewaltige Menge ausgebildeter Soldaten zurückgreifen.
Und weil den Wehrpflicntigen nur sehr wenig gezahlt wird, braucnen die
Sowjets nur weniger als zehn Prozent ihres Verteidigungshaushaltes für
Sold auszugeben, wohingegen der Sold bei unserem eigenen Verteidigungsoudget fast 50 Prozent ausmacht - was auch wiederum sehr viel über die
beiden Systeme aussagt.
Dei der

�Bei der Beschreibung der "Verteilung" habe ich bereits versucht, einiges über das zweite Charakteristikum des Sowjetsystems zu sagen, nämlich der umfassenden staatlichen Kontrolle über das Leben des einzelnen.
Wenn wir begreifen, wie gering der Spielraum des Sowjetbürgers ist, ohne
sofort den Staat zu beleidigen, dann verstehen wir auch besser, wie wenig
wir uns auf Widerspruch oder auf eine öffentliche Meinung innerhalb der
Sowjetuniun verlassen können, um eine Änderung der Politik der Regierung
herbeizuführen.

Der herausragende politische Tatbestand hinsichtlich der

Sowjetunion ist, dab es dort keine öffentliche Meinung gibt.

Was Andersdenkende anüelangt, so haben die Sowjets Anfang dieses Jahres ihre Strafgesetze revidiert, um noch stärker gegen die "antisowjetische Agitation" angehen zu können.

So ist zum Beispiel die Einladung an

einen Ausländer, über Nacht in der eigenen Wohnung zu bleiben, ein Verbrechen gegen den Staat.

Desgleichen stieg die Zahl der Verhaftung von

Dissidenten seit 1^79 um mehr als das Doppelte.

Ein anderer Reporter der "New York Times", Heorick Smith, berichtet
von einer Unterhaltung mit einem sowjetischen Kommunisten, der gerade von
einer Konferenz mit amerikanischen Kommunisten gekommen war.

Der sowjet-

ische Kommunist sagte über seine amerikanischen Kollegen: "Sie nehmen es
so ernst, sie glauben wirklich daran, dab sie etwas für den Frieden tun
und die politische Führung beeinflussen können... Sie glauben, sie können
tatsächlich uie Politik mitbestimmen.

Sind alle Amerikaner so?"

Ja, alle Amerikaner sind so - und wir sollten dafür zutiefst dankbar
sein.

Aber unsere eigene politische Freiheit benachteiligt bisweilen un-

sere Führung , wenn sie mit einer Führung verhandelt, die sich nicht einer
solchen Wachsamkeit des Kongresses, der Presse oder der öffentlichen Meinung wie bei uns zu stellen hat.

Henry Kissinger schrieb in seinen Memoiren, dab die "sowjetische Diplomatie einen groben Vorteil hat.

Sie ist auberordentlich hartnäckig,

sie ersetzt Einfalisreichtum durch Hartnäckigkeit.

Es gibt bei ihr kei-

�bei ihr keinen innenpolitischen toten Punkt.

Sie wird nicht der Starr-

heit bezichtigt, wenn sie Jahr für Jahr Variationen derselben Vorschläge
vorlegt.

Es gibt im Politbüro keine Belohnung für eine Erforschung immer

neuer Entwürfe, wodurch ein so grober Teil der amerikanischen Diplomatie
zu Verhandlungen mit uns selbst wird."

Natürlich macht die gleiche staatliche Kontrolle, die Geheimhaltung
erzwingt unc anuere Meinungen unterdrückt, das Sowjetsystem außerordentlich unbeweglich.

Die zentrale Planwirtschaft insbesondere kann geradezu

komische Ineffizienz produzieren.
riken in Quadratmetern fest.

Der Staat legt die Quoten der Glasfab-

Um die Quoten zu erreichen, machen die Fau-

riken das Glas so dünn wie möglich - und in den kalten Wintern brechen
die Fensterscheiben überall in der Sowjetunion.

Im Gegensatz hierzu legt

der Staat die Quoten für Autoteile in Tonnen fest. So stellen die Fabriken viel zu viele Reifen ner - aber keine Verteilerdeckel.

Aber begehen Sie nicht den Fehler, anzunehmen, daß sich diese Ineffizienz auch auf den militärischen Sektor erstreckt. Da der Staat die Ressourcen verteilt, kann er seine besten Rohstoffe, seine neuesten Fabriken
unu seine begabtesten Ingenieure und Wissenschaftler der Verteidigungsproduktion zuteilen.

Der sowjetische Verteidigungsminister steht einer

gewaltigen, parallelen Militärwirtschaft

vor, die unmittelbar Hundert-

tausende von Menschen in einem völlig selbständigen Sektor der Volkswirtschaft beschäftigt.
Arbeiter im Verteiuigungsbereich erhalten Extralohn und zusätzliche
Vergünstigungen.

Umgekehrt müssen sie oft in Städten mit begrenztem Zu-

gang leben - manche mit einer in die Zehntausende zählenden Einwohnerschaft, die auf keiner sowjetischen Landkarte zu sehen sind - und unterliegen den weit strengeren Maßstäben der sowjetischen Militärproduktion.
Dies ist ein Ausmaß der Unterdrückung, das sich Menschen, die Freiheit
als selbstverständlich erachten, sicher nicht vorstellen können.

Unbeweglichkeit und Starrheit sind jedoch nicht nur Kennzeichen der
sowjetischen

Wirtschaft.

Die

politische
- 8-

Führung

der Sowjetunion ist

�Sowjetunion ist praktisch immobil geworden: Es scheint dort eine echte
Furcht vor Neuerung und Wandel zu herrschen.

Im Bereich der Rüstungsver-

ringerung insbesondere halten die Sowjets an einer Position fest, von der
sie wissen, dau der Westen sie nicht akzeptieren kann und nicht akzeptieren will: Dem vollständigen Abbau unserer landgestützten, nuklearen Mittelstreckensysteme in Europa zu einer Zeit, da die sowjetische INF-Raketenstreitmacht
anwächst.

(einschließlich von zumindest 378 SS-20 Raketen) weiter

Ja, unsere kleine Anzahl von Mittelstreckenraketen wurde dis-

loziert, um ein potentiel tödliches sowjetisches Monopol bei diesen Waffen zu korrigieren - 600 Raketen mit fast 1 300 Gefechtsköpfen gegenüber
Null, bevor unsere Dislozierung im Dezember 1963 begann.

Unbeweglichkeit kann natürlich eine Strategie sein.

Oft hat sie sich

als sehr gute Strategie erwiesen mit dem Ziel, den Widerstand ungeduldiger Demokratien abzuschleifen.

Aber ich habe den Verdacht, Unbeweglich-

keit könnte auch zu einer Üeisteshaltung der sowjetischen Führung werden.
Wenn wir bei unserer Forderung nach echten Rüstungsverringerungen bleiben
- uno nicht nur bei der legalisierten Aufrüstung, wie sie durch die sogenannten Rüstungskontrollverträ'ge ermöglicht wurde, die wir in den siebziger Jahren erlebten -, dann, so glaube ich, können wir die Sowjets nicht
nur dazu bringen, ihre Strategie zu überprüfen, sondern auch dazu, ihre
Augen für neue Möglichkeiten der friedlichen Zusammenarbeit zu öffnen.
Staats- und Parteicnef Tscnernenko hat bereits kürzlich in einem Interwie
mit einem

Washingtoner

Reporter

auf die Möglichkeit künftigen Fort-

schritts hingewiesen.

Das

letzte

und kontroverseste

Charakteristikum

des Sowjetsystems,

über das ich heute sprechen möchte, ist die Rolle der Ideologie.

Manche

werden sagen, daU die marxistische Ideologie für die sowjetische Führung
überhaupt keine Bedeutung mehr hat. Und ich würde zustimmen, daU Tscnernenko und seine Kollegen wahrscheinlich wenig Zeit darauf verwenden, sich
in der angenehmen Vorstellung über das Absterben des Staates, die Abschaffung der Klassenunterschiede oder die vollständige Kontrolle der Arbeiter über die Produktion ergehen.

Sie haben wahrscheinlich den Witz

gehört, in dem Breschnew eines Tages seiner Mutter seine luxuriöse Dat-

�luxurioschen Datscha am Schwarzen Meer zeigt und diese dann fragt: "Aber
Leonid, wenn nun die Bolschewisten wiederkommen?"

Aber zumindest ein Teil der marxistisch-leninistischen Ideologie ist
aucn heute in der Sowjetunion noch sehr lebendig: Der Glaube - mit Lenins
Worten -, daß "die Existenz der Sowjetrepublik neuen den imperialistischen Staaten langfristig nicht vorstellbar ist.

Letztendlich wird ent-

weder der eine oder der andere siegreich sein."

"Geschichte," sagte Stalin, "fragt nicht, ob man will oder nicht...
Die ganze Welt wird kommunistisch werden."

"Der totale Triumph des Sozialismus überall in der Welt ist unvermeidlich" , erklärte Breschnew.

Er unterstützte dies in seiner Verfassung

von 1977, in der es ganz offiziell heiut, es sei das Ziel des sowjetischen Ruülands, ja sogar die Pflicht, das kommunistische System in allen
Ländern der Weit zu verbreiten.

Und er verfestigte dies noch durch die

Breschnew-Doktrin, die die sowjetische Militärmacht hinter den Vorschlag
stellt, daß der Marsch des Kommunismus nur vorwärts, niemals aber rückwärts gehen könne.

Es ist leicht, diese Behauptungen als Propaganda abzutun; aber wir
können nicht die von den Sowjets immer wieder demonstrierte Bereitschaft
kurzerhand abtun, ihre militärische Macht einzusetzen - sei es direkt,
sei es durch Stellvertreter -, um ihre Sache zu fördern.

Wir müssen auch erkennen, daß diese Behauptungen über den unvermeidlichen Sieg des Kommunismus sowie die Sinnlosigkeit des Widerstands der
sowjetischen Führung und ihrer unterdrückerischen Maschinerie der inneren
Sicherheit Rechtmäßigkeit verleihen.

Sie wurde nicht durch das Volk,

sondern durch eine kleine Anzahl von Genossen gewählt, die teilnehmen
dürfen und die das Gefühl haben, die unausweichlichen Kräfte der Geschichte - so wie sie die Geschichte verstehen - seien auf ihrer Seite.

Die gröüte Herausforderung für die Sowjetunion ist daher nicht die
- 10-

�nicht die militärische Stärke der Vereinigten Staaten.

Die sowjetische

Führung weiß, daß wir keine Kriege beginnen, daß wir keine Kontrolle über
unsere Nachbarn - oder ihre - anstreben.

Nein, unsere Herausforderung

besteht darin, daß auch wir eine Vorstellung von der Zukunft haben.

Wir

glauben daran, daß die politische und wirtschaftliche Freiheit - wenn
schon nicht die unvermeidliche - so doch die beste Zukunft der Welt ist.
Wir sind hiervon so sehr überzeugt und hierin so zuversichtlich, daß wir
diesen Glauben stets auf die Probe stellen können.

Unsere Wahlen selbst

senden dem belagerten Volk der Sowjetunion ein wichtigeres Signal als die
Männer unu Frauen, die wir wählen.

Sie sind ein Signal unseres Vertrau-

ens in uns selbst.

Wir werden dieses Vertrauen brauchen, um mit den Sowjets zu verhandeln, genauso, wie wir Stärke und ein Verständnis im Hinblick auf ein
System mit Imperativen brauchen, die sich so sehr von unseren eigenen
unterscheiden.

Ich jedenfalls glaube daran, daui eine erneuerte Zuver-

sicht , eine wiederhergestellte Stärke und ein realistischeres Verständnis
der Herausforderungen, vor denen wir stehen, uns erregende neue Aussichten auf Frieden und Zusammenarbeit noch in diesem Jahrzehnt geben.

Wenn wir in diesem Jahrzehnt noch dramatische RüstungsVerringerungsabkommen erreichen können - und ich glaube daran -, dann werden wir diese
Erfolge zu einem nicnt geringen Teil den Führern beider Parteien verdanken, die eine Vision des Friedens hatten und die wußten, dau Frieden am
besten durch Stärke und Beharrlichkeit bewahrt bleibt.
war ein solcher Führer.

Clement Zablocki

Ich danke Ihnen noch einmal für diesen so pas-

senden Tribut an seine Lebensarbeit und für die Gelegenheit, die Sie mir
gegeben haben, Ihrem Tribut den meinigen hinzuzufügen.

* * * # *

- 11-

�I

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

31. Oktober

44

SOWJETS BEDROHEN GLEICHGEWICHT IM WESTPAZIFIK
- Interview mit Admiral Crowe -

Honolulu -(AD)- Die Sowjets bemühen sich durch massive Rüstungsanstrengungen, das militärische Kräftegleichgewicht im Westpazifik zu ihren
Gunsten zu verändern. Dies sagte Admiral William J. Crowe, Jr., der Oberkommandierende der amerikanischen Streitkräfte im Pazifik, am 23. Oktober
in einer "Worldnef'-Veranstaltung des US-Informationsamtes. Der Admiral
beantwortete von Honolulu auf Hawaii aus die Fragen von Journalisten aus
Japan, Singapur, Thailand, Südkorea und Australien, die mit ihm über eine
Direktschaltung per Fernsehsatellit verbunden waren. Im folgenden geben
wir Auszüge aus dem Interview wieder, das von Harry Ellis vom Christian
Science Monitor moderiert wurde.

ELLIS: Herr Admiral, Sie haben Ihr gegenwärtiges Amt als Oberkommandierender im Pazifik erst 1983 angetreten, aber schon in den Jahren davor
haben Sie im pazifischen Raum eine Menge Erfahrungen sammeln können. Nun
werden Sie in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift U.S. News &amp; World Report dahingehend zitiert, daß der Pazifik das Gebiet der heimlichen Erfolge der amerikanischen Außenpolitik sei. Was haben Sie damit gemeint ?
CRUWE: Ich

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�CROWE: Ich gestehe, daß ich diese ziemlich optimistische Äußerung getan habe. Als wir uns Anfang der 70er Jahre aus Vietnam zurückzogen, hätte ich geschätzt, daß die Vereinigten Staaten mindestens 25 Jahre brauchen würden, um ihre Beziehungen mit diesem Teil der Welt neu zu knüpfen
und das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen

... Glücklicherweise habe

ich mich gründlich geirrt. Bei meinen Besuchen bei militärischen und zivilen Führungspersönlichkeiten überall in dieser Region kann ich gewöhnlich feststellen, daß es uns gelungen ist, ihnen erneut Vertrauen einzuflößen, und daß wir heute wahrscheinlich engere Beziehungen zu unseren
Freunden und Verbündeten in diesem Teil der Welt unterhalten, als dies
über viele, viele Jahre hinweg der Fall war ... Üer Handel der Vereinigten

Staaten

mit

dem

gesamten Fernen Osten erreicht ein Volumen von

137 Milliarden Dollar. Dieser Wert wird in keinem anderen Teil der Welt
übertroffen. All dies ist ermutigend und gibt Anlaß zum Optimismus.

Der Fortschritt und die Stabilität in dieser Region ist in erster
Linie der Tatkraft und geistigen Regsamkeit der Menschen zuzuschreiben,
die dort leben. Ich glaube aber, daß es nichtsdestoweniger. wichtig ist,
daß allgemein - besonders aber in Amerika - erkannt wird, dald auch die
Vereinigten Staaten durch ihre Diplomatie sowie durch ihre Sicherheits-,
Wirtschafts- und Verteidigungspolitik einen maßgeblichen Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet haben. Man wird sicherlich davon ausgehen dürfen, daß unser militärischer Schutz die Sowjets von Akten der Einschüchterung und der Aggression abgehalten und es unseren Freunden und Verbündeten ermöglicht hat, ihr Geschick selbst in die Hand zu nehmen, ihren
eigenen Weg zu suchen und das Entwicklungspotential ihrer Länder zu entfalten.

Auf der anderen Seite glaube ich nicht, daß die Sowjets auch nur annähernd so große Erfolge verbuchen konnten. Was sie investiert haben, hat
sich politisch nicht besonders ausgezahlt. Wirtschaftlich spielen sie
kaum eine Rolle. Sie haben sich daher leider dem einzigen Gebiet zugewandt, auf dem sie auch im Alleingang etwas unternehmen und erreichen
können, nämlich dem Gebiet der militärischen Stärke. Seit 1969 konnten
wir ein enormes Anwachsen der militärischen Stärke der Sowjetunion im
Fernen Osten beobachten ...
FRAGE: Ich

�FRAGL: Ich habe eine Frage zur Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China im Bereich der Seestreitkräfte.
Marineminister John Lehman hat im August dieses Jahres Peking besucht,
und es gab Presseberichte über eine zukünftig engere Zusammenarbeit zwischen der Marine der Volksrepublik China und der der Vereinigten Staaten.
Zuvor konnten wir japanischen Presseberichten entnehmen, daß die Chinesen
gegen eine Einführung von TOMAHAWK-Marschflugkörpern bei der Pazifikflotte Einwände erheben. Können Sie uns Genaueres über die Haltung der Volksrepublik China in der Frage der Zusammenarbeit mit der amerikanischen Marine und über deren Rolle im Pazifik im allgemeinen sagen ?

CROWE: Es wäre sicherlich voreilig, wenn ich auf diese Frage eine definitive Antwort geben würde, da, wie Sie wissen, die wirtschaftlichen
wie auch die politischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und
der Volksrepublik China noch in der Entwicklung begriffen sind, und ich
würde davon ausgehen, daß Beziehungen zwischen den Militärs beider Länder
erst folgen können, wenn diese auf einer grundlegenderen, politischen
Ebene miteinander ins reine gekommen sind.

Wir versuchen natürlich, diese Beziehungen auf der Grundlage gemeinsamer Interessen zu entwickeln. Ich meine, daß es recht gut läuft. Wir
wissen die Rolle zu schätzen, die China als eine an Frieden und Stabilität interessierte Macht im Fernen Osten spielt. Diese Zielsetzung haben
wir mit der Volksrepublik China gemeinsam. Sie konnten während der letzten Monate eine deutliche Annäherung unserer beiden Länder beobachten,
und ich vermute, daß dieser Trend anhalten wird.

Der Besuch von Marineminister Lehman bildete ein weiteres Anzeichen
dafür, daß wir einander näherkommen und daß wir nach Feldern gemeinsamen
Interesses suchen, besonders auch im Hinblick auf bestimmte Technologien,
zu denen China gern über die Vereinigten Staaten Zugang bekommen würde.
Es handelt sich dabei in erster Linie um Defensivsysteme; wir prüfen das
von Einzelfall zu Einzelfall.

Was jedoch militärische Zusammenarbeit - und zwar im Bereich der aktiven Streitkräfte - anbelangt, so sind wir noch nicht so weit. Ich weiß
- 3 -

�Ich weiß nicht genau, ob und wann es dazu kommen wird. Ich glaube, solche
Beziehungen müssen sich organisch entwickeln. Sie sind der Entwicklung
entsprechender politischer Beziehungen nachgeordnet ...

FRAGE: Admiral Crowe, das Volumen des amerikanischen Handels mit dem
Fernen Osten beläuft sich auf mehr als 130 Milliarden Dollar. Das bedeutet, daß die Anrainerstaaten des Pazifik zusammengenommen der größte Handelspartner der Vereinigten Staaten sind. Können Sie uns sagen, welche
strategischen Implikationen das verstärkte wirtschaftliche und politische
Engagement der Vereinigten Staaten in diesem Kaum hat ?

CROWE: Ich verwende die Zahlen, die Sie soeben anführten, oft in den
Unterredungen und Reden, die ich überall in den Vereinigten Staaten und
überall im Westpazifik führe bzw. halte. Diese Daten sind wichtig und bedeutsam, und sie führen zu der Schlußfolgerung, daß der pazifische Raum
für die Vereinigten Staaten mit jedem Tag wichtiger wird, d.h., daß die
Geschehnisse in diesem Teil der Welt sich auf das Leben jedes Amerikaners
auswirken. Die Amerikaner haben das begriffen, das kann ich aus persönlicher Erfahrung bezeugen. Wir wenden unser Augenmerk immer stärker dem Westen, dem Pazifik zu. Hauptsächlich aus diesen Gründen haben die Vereinigten Staaten unzweideutig klargestellt, daß sie die Absicht haben, im
pazifischen Raum eine einflußreiche Macht zu bleiben. Sie beabsichtigen,
im Pazifik zu bleiben und auch in Zukunft ihre Freunde und Verbündeten
dort zu unterstützen.

Ich sage oft, daß der Schwerpunkt der amerikanischen Außenpolitik
sich langsam westwärts (zum Westpazifik hin) verlagert, hauptsächlich auf
Grund der Tatsachen, die Sie eben anführten.

Botschafter Mansfield, der unser Land bei der japanischen Regierung
vertritt, charakterisiert die nächsten hundert Jahre als das "pazifische
Jahrhundert", und ich stimme dieser Einschätzung zu. Ich glaube, daß sich
meine amerikanischen Landsleute dieser Realitäten zunehmend bewußt werden, die jeden Aspekt ihres Lebens beeinflussen werden. Sie werden mit
Sicherheit das, was Amerika im Hinblick auf den Pazifik tut, und die Art
und Weise, wie es dies tut, beeinflussen. Der pazifische Raum ist ein
- 4 -

�ist ein wichtiger Teil der Welt, und er gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Amerika fängt an, das zu erkennen ...

FRAGE: General John Vessey, der Chef des gemeinsamen Stabes der amerikanischen Streitkräfte, hat Anfang dieses Jahres erklärt, daß Amerika
im Frühsommer dieses Jahres damit beginnen werde, Marschflugkörper des
Typs TOMAHAWK an die Truppe auszuliefern. Geht die Einführung dieser Waffe planmäßig voran ? Und falls ja: Bedeutet dies eine wesentliche Änderung des militärischen Kräfteverhältnisses gegenüber der Sowjetunion im
Pazifik und im Fernen Osten ?

CRQWE: ... Die Sowjets haben während der letzten zwei Jahre und eigentlich sogar schon seit 1969 erhebliche Rüstungsanstrengungen unternommen, um die Schlagkraft ihrer Streitkräfte (in Fernost) drastisch zu
erhöhen. Ich würde dies als eine außerordentlich ernstzunehmende Anstrengung zur Veränderung des militärischen Kräftegleichgewichts bezeichnen.
Im Gegenzug nehmen auch die Vereinigten Staaten Verbesserungen im Bereich
ihrer Streitkräfte vor. Jedes Jahr werden bei unserer Flotte, unseren
landgestützten Luftstreitkräften und unseren Bodentruppen neue, moderne
Waffensysteme eingeführt. Wir versuchen

sehr nachdrücklich,

auch die

Schlagkraft unserer Streitkräfte zu erhöhen, um der Stärkung der sowjetischen Militärmacht gewachsen zu sein. Bei der TOMAHAWK handelt es sich
nur um eines von vielen neuen Systemen, die in den Truppendienst übernommen werden. Waffen dieses Typs sind jetzt im Pazifik vorhanden, wenngleich in einem äußerst bescheidenen Umfang. Es ist vorauszusehen, daß im
Verlaufe der nächsten Jahre die Zahl der mit der TOMMHAWK ausgestatteten
Kriegsschiffe steigen wird. Es handelt sich dabei um ein leistungsfähiges
Waffensystem, das, wie wir glauben, unsere Möglichkeiten zur Bekämpfung
von See- und Landzielen erheblich verbessern wird. Ich würde jedoch nicht
so weit gehen, zu behaupten, daß diese Waffe derart leistungsfähig ist,
daß sie das Kräftegleichgewicht verändert. Ich meine, das wäre übertrieben. Es ist noch etwas zu früh, um in solchen Größenordnungen zu denken.
Die TOMAHAWK ist ein wichtiges Waffensystem und von hohem Nutzen für uns.
Wenn sie uns erst einmal in größeren Stückzahlen zur Verfügung steht,
werden wir sicherlich besser in der Lage sein, unserem Auftrag gerecht zu
werden.
Gleichzeitig müssen
- 5 -

�Gleichzeitig müssen Sie sich vergegenwärtigen, daß die Sowjets, wie
schon in der Vergangenheit so auch in der Zukunft, mit aller Kraft versuchen werden, ihrerseits neue Systeme einzuführen, die Schlagkraft ihrer
Verbände weiter zu erhöhen und das Kräftegleichgewicht im Westpazifik ins
Wanken zu bringen. Was etwa den Bereich der nuklearen Mittelstreckenraketen anbelangt, so haben die Sowjets gegenwärtig in den fernöstlichen Bezirken ihres Landes 135 Abschußanlagen für SS-20-Raketen aufgestellt.
Dies bedeutet, daß sie im Verlauf der letzten zehn Jahre einen ganz erheblichen Zugewinn an militärischer Stärke erzielt haben, einen Zugewinn,
der das gesamte Kräfteverhältnis in der Region aus den Fugen zu heben
droht.

FRAGE; Können Sie uns Näheres über die Aufrüstung der Sowjets in der
jüngeren Vergangenheit in der Region berichten, insbesondere über die Art
und Weise, in der die Sowjets die Marinebasis Cam Ranh in Vietnam und den
Tiefwasserhafen Com Pong Song in Kambodscha nutzen ? Unü wie stellen sich
die Vereinigten Staaten auf diese Lage ein ?

CROWE: Von Cam Ranh aus operieren zu jedem beliebigen Zeitpunkt ungefähr sechs bis zehn Uberwasser-Kriegsschiffe, fünf bis sechs Unterseeboote und zehn bis zwölf Marineversorgungsschiffe. Gegenwärtig sind dort außerdem neun Kampfflugzeuge und etwa acht Langstreckenseeaufklärungs- und
U-Boot-Jagdmaschinen stationiert.

In den letzten Monaten sind die Luftstreitkräfte dort also nur in bescheidenem Umfang verstärkt worden. Wir erwarten aber, daß die Sowjets
weitere Verstärkungen heranführen werden. Die Ausrüstung, die die Sowjets
nach Cam Ranh verbracht haben - Lagerhäuser, Treibstoff, Fernmeldeanlagen
und andere Bodeneinrichtungen zur Unterstützung von Luftstreitkräften geht vom Umfang her erheblich über das hinaus, was die gegenwärtig dort
stationierten Verbände benötigen. Das legt meines Erachtens den Schluß
nahe, daß die militärische Präsenz der Sowjets dort in den nächsten Jahren weiter ausgebaut und verstärkt werden wird.
Ich würde so weit gehen, zu sagen, daß sich die Sowjets in Cam Ranh
auf Dauer einrichten ... Daß sie sich dort festgesetzt haben, bedeutet,
- 6 -

�haben, bedeutet, daß all unsere Militäranlagen auf den Philippinen in die
Reichweite sowjetischer Kampfflugzeuge geraten und daß die Sowjets nun
einen Stützpunkt 2 200 Meilen näher zum Indischen Ozean besitzen, was ihnen den Einsatz von Marine- und Luftstreitkräften in diesem Seegebiet insofern kolossal erleichtert, als sie solche Einheiten jetzt schneller und
mit geringerem Aufwand dorthin entsenden können.

Die militärisch-strategische Lage in diesem Teil der Welt hat sich
erheblich verändert. Ich meine, wir sehen uns dort einer alarmierenden
Entwicklung gegenüber, mit der wir uns nun für einen langen Zeitraum werden auseinandersetzen müssen ...

FRAGE: Sie haben einmal gesagt, daß sie die Verpflichtungen der Vereinigten Staaten gemäß den Bestimmungen des ANZOS-Paktes (dem Australien,
Neuseeland und die Vereinigten Staaten angehören) nicht erfüllen können,
wenn Neuseeland auch weiterhin mit Atomwaffen bestückten Schiffen das Anlegerecht verweigert. Wenn wir einmal voraussetzen, daß es immer einen
gewissen Spielraum für Kompromisse gibt - in welchen Bereichen wären Sie
dann bereit, nach einem Kompromiß zu suchen ?

CROWE: Ich halte es für wichtig, gemeinsam mit der neuseeländischen
Regierung unsere militärischen Beziehungen zu prüfen, den Stellenwert der
Übungen, Manöver und gemeinsamen Operationen zu bestimmen, die wir in der
Vergangenheit im Rahmen des ANZOS-Paktes durchgeführt haben, und dann
nach Mitteln und Wegen zu suchen, wie wir unsere Kampfkraft und Zusammenarbeit aufrechterhalten können.

Wir haben es hier mit einem sehr schwierigen Problem zu tun, und viel
mehr möchte ich dazu eigentlich nicht sagen. Sie verstehen sicherlich,
daß dies außerordentlich heikle Fragen sind. Ich bin nicht unbedingt pessimistisch, aber ernstzunehmen ist die Sache schon. Die Lösung des Problems wird einige Zeit und guten Willen auf Seiten beider Regierungen erfordern, und ich meine, letzteres ist vorhanden. Aber die Angelegenheit
ist, wie gesagt, sehr ernst zu nehmen, und ich habe in der Tat gesagt,
daß ich nicht weiß, wie ich die Aufgaben erfüllen soll, mit denen ich in
meiner Eigenschaft als amerikanischer Oberkommandierender im Pazifik und
- 7 -

�Pazifik und im Rahmen des ANZUS-Paktes betraut bin, wenn meinen Schiffen
und Mannschaften der Zugang zu den Häfen und Gewässern eines Verbündeten
verweigert wird.

FRAGE; Anknüpfend an diese Frage über den ANZUS-Pakt und unter Bezug
auf frühere Bemerkungen von Ihnen über eine Auffangposition für den Fall
eines Rückzugs von den Philippinen möchte ich fragen, ob nicht gerade im
Hinblick auf die letztere Möglichkeit sichere Stützpunkte in unserem Teil
des Pazifiks von umso höherer Bedeutung für Sie sind ...

?

CROWE; Ich wüßte nicht, warum wir in der näheren Zukunft den Zugang
zu den Philippinen verlieren sollten. Ich glaube, so weit hat sich die
Lage noch nicht zugespitzt. Von den gegenwärtigen Problemen und Schwierigkeiten dort ist noch nichts in unsere Stützpunkte hineingeschwappt.
Oder vielleicht sollte ich nicht sagen "in unsere Stützpunkte", sondern
lieber "in unseren Zugang zu den Stützpunkten, die auf den Philippinen
liegen und philippinisches Eigentum sind". Ich glaube kaum, daß wir den
Zugang zu diesen Stützpunkten verlieren werden, die Angelegenheit ist
bislang nicht politisiert worden. Ich bin zuversichtlich, daß sich eine
Lösung der innenpolitischen Probleme auf den Philippinen finden wird.
Aber ganz gleich, wie dies letzten Endes ausgeht: Ich glaube, da(3 wir auf
jeden Fall unsere sicherheitspolitischen Beziehungen und unsere vorgeschobenen Posten in diesem Teil der Welt aufrechterhalten können ...

FRAGE: Meine nächste Frage bezieht sich auf die neuen Pläne für den
Ernstfall, die das Pentagon in der jüngeren Vergangenheit entwickelt zu
haben scheint ... Sie sehen vor, daß die Vereinigten Staaten darauf vorbereitet sein müssen, gleichzeitig in Europa, am Golf und in Korea zu
kämpfen ... Welche Rolle würden die amerikanischen Streitkräfte in Korea
im Ernstfall spielen ?
CROWE: Unsere Mittel und Möglichkeiten sind leider begrenzt, und wir
haben einen Punkt erreicht, wo wir uns sagen müssen, daß wir im Ernstfall
die Dinge nicht gleichzeitig an all den von Ihnen erwähnten Fronten meistern könnten. Die Vereinigten Staaten haben das ganz freimütig eingeräumt. Wir würden vor eine sehr schmerzhafte Wahl gestellt sein, und un- 8 -

�und unsere Entscheidungen würden sowohl von unseren Prioritäten als auch
von den Umständen bestimmt sein, die die Krise hervorgerufen haben. Wir
behaupten aber nicht - und haben dies auch nie getan -, daß wir zu
gleichzeitigen militärischen Großeinsätzen an mehreren Schauplätzen rund
um den Globus in der Lage sind ...

FRAGE: Herr Admiral, in Australien und in einigen Ländern der ASEANGruppe wird heftig darüber debattiert, ob der Pazifik zu einer atomwaffenfreien Zone gemacht werden könne. Welche Auswirkungen könnte das auf
die amerikanische Strategie im Pazifik und auf die Beziehungen der Vereinigten Staaten zu den Ländern des Südpazifiks haben ?
CROWE; Nun, wir hoffen, daß es keinerlei Auswirkungen haben würde,
zumindest keine schädlichen Auswirkungen. Wir lehnen atomwaffenfreie Zonen nicht per se ab. Ich glaube, das ist Ihnen bekannt. In den Inselstaaten des Südpazifiks, einschließlich Australiens und Neuseelands, war davon die Rede, und soviel ich weiß, liegt ein diesbezüglicher australischer Vorschlag auf dem Tisch ... Wenn ich diesen Vorschlag recht verstehe, beeinträchtigt er aber nicht die sicherheitspolitischen Regelungen in
der Region. Er überläßt es jedem einzelnen Staat, darüber zu entscheiden,
ob Schiffe seine Hoheitsgewässer passieren und seine Häfen anlaufen dürfen und welche Regelungen für solche Schiffe, Einheiten und Flugzeuge zu
treffen sind. Er berührt nicht die durch Völkerrecht geschützten Rechte,
weder die Bestimmungen über den Verkehr auf hoher See noch Uurchfahrtrechte. Der Vorschlag widerspricht daher nicht unseren Kriterien, und ich
kann mir nicht vorstellen, daß die Vereinigten Staaten große Probleme damit hätten.

Mit der atomwaffenfreien Zone in Südamerika haben wir immer bequem
leben können. Wir fordern lediglich, daß solche Zonen, wenn wir sie unterstützen sollen, einer Reihe von Ansprüchen genügen müssen, daß die
Initiative zu ihrer Einrichtung von den in dieser Zone gelegenen Staaten
selbst ausgeht, daß alle betroffenen Staaten von ihrer Bedeutung überzeugt sein müssen, daß die schließlich getroffenen Regelungen den Ländern
in einer solchen Zone weder den Besitz, noch die Herstellung, noch die
Lagerung von Atomwaffen auf ihrem Boden gestatten und daß die Einrichtung
- 9 -

�die Einrichtung einer solchen Zone weder den sicherheitspolitischen Verträgen, die für das betreffende Gebiet gelten, noch den Bestimmungen des
Völkerrechts widersprechen. Wenn diese Bedingungen erfüllt wären, würden
sich die Vereinigten Staaten meines Erachtens keineswegs gegen atomwaffenfreie Zonen sträuben ...

FRAGE; Etwa seit einem Jahr sind die Sowjets dabei, ihre amphibischen
Streitkräfte im Pazifik erheblich zu verstärken ... Sie sind infolgedessen zweifellos zunehmend besser in der Lage, ihre Macht im pazifischen
Raum auszuweiten, und ich würde davon ausgehen, daß man diese Streitkräfte als ihrer Natur nach offensiv einstufen muß. Könnten Sie uns vielleicht sagen, welche Strategie die Sowjets Ihrer Meinung nach verfolgen,
indem sie diese Schiffe in den Pazifik schicken ?
CROWE; Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben diese Streitkräfte nur
einen bescheidenen Umfang erreicht, und offen gestanden meine ich, daß
die Vereinigten Staaten mit ihnen fertigwerden können. Aber wir beobachten diese Entwicklung sehr genau, weil wir nicht sicher sein können, daß
der Umfang dieser Streitkräfte wirklich immer so bescheiden bleiben wird.
Was das Zum-Tragen-Bringen der sowjetischen Machtmittel angeht, so bereiten mir andere Dinge weitaus größere Sorgen: die Stationierung sowjetischer Streitkräfte in Cam Ranh, die neueren sowjetischen Langstreckensysteme wie z.B. der BACKFIRE-Bomber, die Atom-U-Boote, die im Westpazifik
kreuzen, oder die Luftraumüberwachungsflugzeuge, in deren Reichweite ganz
Japan, ganz Korea, die gesamten Philippinen, ein großer Teil Chinas usw.
usw. liegt. Daß die sowjetischen Streitkräfte sich in Cam Ranh, Äthiopien
und SüdJemen festsetzen konnten, verbessert außerdem ganz erheblich ihre
Fähigkeit, in immer größerer Entfernung von ihren Heimatbasen und ihren
eigenen Küsten zu operieren, nicht nur amphibisch, sondern auch offensiv

* * * * *

- 10 -

�• I

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

44

il. Oktober 1984

JAHRESTAG DER RETTUNGSAKTION AUF GRENADA
- Erklärung Präsident Reagans -

Washington -(AD)- Anläßlich ües ersten Jahrestages der Rettungsaktion
auf Grenada fand am z4. Uktober im Weißen Haus eine Feierstunde statt, an
der neben Präsident Reagan und prominenten Vertretern seiner Administrator

auch einige Soldaten der damals beteiligten Truppenteile und viele

der amerikanischen Medizinstudenten teilnahmen, deren persönliche Sicherheit ein maßgeblicher Grund für die Aktion gewesen war. Sie äußerten sich
lobend über die amerikanischen Truppen, die die Aktion durchgeführt hatten, und dankten Präsident Reagan dafür, daß er die Soldaten zu ihrem
Schitz auf die Insel entsandt hatte. "Sie haben uns gerettet. Sie haben
uns das Leben gerettet", sagte einer der Studenten. Präsident Reagan
richtete das Wort an die Teilnehmer der Feierstunde und gab folgende Erklärung ab:

Heute feiern wir gemeinsam mit großer Freude ein ehrenvolles Ereignis
für Amerika: den Jahrestag Ihrer Rettung und den der Erlösung unseres
Nacrbarlandes Grenada aus dem Griff der Unterdrückung und Tyrannei. Vor
genau einem Jahr riefen uns der Generalgouverneur

von Grenada, Paul

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Grenada, Paul Scoon, und die Organisation der Ostkaribischen Staaten zu
Hilfe.

Der Linsatz militärischer Machtmittel ist die ernsteste Entscheidung,
zu der sich ein Präsident gezwungen sehen kann. Sie stellt eine furchtbare Verantwortung dar. Aber für mich bestand damals an der Lage der üinge
keinerlei Zweifel. Auf dem Spiel standen die Freiheit der 110 000 Bürger
Grenadas, die Sicherheit der Demokratien in der östlichen Karibik und,
was am wichtigsten war, die Sicherheit und Unversehrtheit der amerikanischen Medizinstudenten, die zu Gefangenen von Ereignissen geworden waren,
die völlig außerhalb ihrer Einwirkungsmöglichkeiten lagen. Daher gaben
wir unsere Zustimmung zu einer Militäraktion, deren Ziel es war, Sie zu
retten, der Bevölkerung Grenadas zu helfen und der Ausbreitung von Chaos
und Totalitarismus über die gesamte Karibik einen Riegel vorzuschieben.

Seite an Seite mit den Streitkräften unserer demokratischen karibischen Nachbarländer führten die tapferen jungen Soldaten unseres Heeres,
der Marine, des Marinekorps und der Luftwaffe ihren Auftrag aus. Sie landeten nicht in Grenada, um es zu erobern, sondern um es zu befreien, und
das gelang ihnen auch. Sie retteten die Bevölkerung, erbeuteten Tonnen
von sowjetischem Kriegsmaterial und verhüteten eine Geiselaffaire, bevor
sie sich entwickeln konnte. Danach räumten die Kampftruppen die Insel
wieder, so daß die Bevölkerung Grenadas ein neues Leben beginnen konnte
und der Friede, die Freiheit, die Demokratie und das Selbstbestimmungsrecht neue Entfaltungsmöglichkeiten bekamen.

Im Gegensatz dazu wird Afghanistan bis zum heutigen Tag von sowjetischen Truppen in Stärke von mehr als 100 000 Mann verwüstet. Es besteht
ein grundlegender moralischer Unterschied zwischen der Rettungsaktion auf
Grenada und dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan, einem brutalen und
blutigen Eroberungsfeldzug, dessen Ziel die Zerstörung der Freiheit, der
Demokratie und des Selbstbestimmungsrechts ist. Es ist der Unterschied
zwischen Totalitarismus und Demokratie, zwischen Tyrannei und Freiheit.
Daß Sie diesen Unterschied erkennen, der auch anderen von Anfang an hätte
klar sein sollen, läßt uns für die Zukunft hoffen.
In der
- 2 -

�in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre durchlebte Amerika eine Periode der Seibstzweifel und der nationalen Verwirrung. Wir sprachen und
handelten, als seien wir ein Volk im Niedergang, und die Welt glaubte dem
Eindruck, den wir ihr vermittelten. Unser Wille, auch weiterhin die Rolle
der Führungsmacht im westlichen Bündnis zu spielen und als eine Kraft des
Guten in der Welt zu wirken, wurde vielfach in Zweifel gezogen.

Ich glaube, daß diese Periode uer Selbstzweifel hinter uns liegt. In
den Geschichtsbüchern wird einmal vermerkt sein, daß eine kleine Insel in
der Karibik einen der Wendepunkte bildete, eine Insel, wo Amerika seine
eigenen Interessen schützte und ein Nachbarvolk vor der um sich greifenden Tyrannei rettete.

Unsere tapferen Soldaten haben dort Liebe zur Freiheit wie auch persönlichen Mut an den Tag gelegt, Eigenschaften, die unser Volk groß gemacht und ihm die Freiheit erhalten haben.

Ein weiteres Beispiel für solchen Mut und solche Vaterlandsliebe haben wir auch in Beirut erlebt, und wir werden das Andenken jener tapferen
Amerikaner stets in Ehren halten. Niemand sollte daran zweifeln, daß jene
tapferen Männer im Rahmen ihrer Friedensmission ebenso zu Helden wurden,
wie unsere Soldaten im Rahmen der Rettungsaktion auf Grenada.

Tagtäglich erleben wir aiese Hingabe und dieses Engagement - an der
Demarkationslinie in Korea, an den Grenzen des NATO-Gebiets in Europa,
auf Stützpunkten von Diego Garcia bis Guam und an Boru unserer Schiffe
auf hoher See. Junge Amerikaner tragen die Uniform unseres Landes mit
Stolz und verrichten ihren Dienst mit der gleichen Hingabe, wie die, aeren Nachfolge sie angetreten haben.

Ciceio sagte einmal: "Mut ist die Tugend, die der Sache des Rechts
ihre Stärke verleiht." Heute können wir unter uns eine kleine Abordnung
der damals beteiligten Truppenteile begrüßen, einige der Helden, die an
der Rettungsaktion beteiligt waren, und zwar jeweils zwei Vertreter des
Heeres, der Marine, des Marinekorps und der Luftwaffe. Es ist schön, daß
sie heute bei uns sein können. Wir sind Ihnen alle sehr dankbar.
Wir begrüßen
- 3 -

�Wir begrüßen auch Fräulein Kathleen Major, eine ausgebildete Krankenschwester, die vor einem Jahr als Medizinstudentin auf Grenada war. Als
die Kämpfe ausbrachen, kümmerte sie sich unverzüglich um die Versorgung
der Verwundeten.
19 tapfere Männer starben während der Rettungsaktion auf Grenada im
Dienste ihres Landes und der Sache der Freiheit. Einer von ihnen war Sean
Luketina, ein Fallschirmjäger, der durch eine Kakete schwer verwundet
wurde. Er wurde nach Puerto Rico abtransportiert. Während er dort im
Krankenhaus lag wachte er mehrmals aus seinem Koma auf, fiel aber immer
wieder zurück. Sein Vater, Oberst im Ruhestand Robin Luketina, der heute
bei uns weilt, eilte an sein Krankenlager. Überst Luketina, man hat mir
berichtet, daß Sie Ihren Sohn während eines der Augenblicke, in denen er
das Bewußtsein zurückerlangte, gefragt

haben: "Mein Sohn, war es das

wert ?" "Ja, Vater", hat Sean geantwortet. "Würdest du es wieder tun ?"
Und er schaute Sie an und sagte: "Zum Teufel, ja, Vater." Vor einigen Monaten erlag Sean seinen Verletzungen.

Sean Luketina opferte sein Leben für die Sache der Freiheit. Er starb
nicht umsonst. Die jungen Amerikaner, zu deren Rettung er beigetragen
hat, wissen das. Die Nachbarländer Grenadas wissen es ebenfalls. Und Sean
selbst wußte es auch. Wir wollen ihn ehren, wie er es gewünscht haben
würde - indem wir an einer Politik des Friedens und der Abschreckung
festhalten, die unsere Freiheit bewahrt und die Hoffnung auf Freiheit unter allen Menschen der Welt am Leben erhält. Dies ist die Bedeutung des
Begriffs Friede durch Stärke. Wir wollen immer daran denken, daß Amerika
das Land der Freien ist, weil es auch die Heimat der Tapferen ist.

Sean und all den Männern und Frauen, die im Dienste der Sache der
Freiheit stehen, wie auch all Ihnen, den Studenten, die sich der Erhaltung menschlichen Lebens widmen wollen, rufe ich zu: Ihr seid die Hoffnung und die Zukunft Amerikas.
Ich danken Ihnen, und Gott schütze Sie.
* * * * *

- 4-

�31. Oktober 1984

44

PRO SATELLIT 2,75 MILLIONEN DOLLAR BERGUNGSGEBÜHR
- "DISCOVERY" soll zwei Nachrichtensatelliten zurückbringen -

- (AD) - Die beiden Nachrichtensatelliten PALAPA B-2 und WESTAR 6,
die infolge technischer Fehler am Triebwerk nach dem Absestzen aus dem
Raumtransporter CHALLENGER im Februar 1984 die vorgesehene Bahnhöhe nicht
erreichten, sollen geborgen werden.

Astronauten der Raumfähre DISCOVERY,

die am 7. November 1984 zu ihrem nächsten Einsatz startet, werden versuchen , sich mit ihrem Kaltgas-Manövriergerät den Satelliten so weit zu
nähern, daß ein provisorisches Ankoppeln möglich wird.

Dies soll durch

Einschieben von dornähnlichen Halterungen in die ausgebrannten Düsen der
Nachrichtensatelliten geschehen.

Die Position im freien Raum wird an-

schließend von dem betreffenden Astronauten unter Einsatz der Kaltgasdüsen an seinem "Raketenstuhl" stabilisiert.

Dann ist die Besatzung im

Cockpit der DISCOVERY in der Lage, das Gerät mit Hilfe des Robotarms zu
fassen und in den Frachtraum zu hieven.

Die Gebühren für die "Rettungsaktion" haben zwei Konsortien amerikanischer und britischer Versicherungsgesellschaften an die NASA (US-Amt

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�NASA (US-Amt für Luft- und Raumfahrt) bereits bezahlt:
Dollar pro Satellit.

2,75 Millionen

Die Versicherer erwarben die Eigentumsrechte an den

beiden Nachrichtensatelliten, die sie nach der Reparatur und Überholung
im Herstellerwerk an Interessenten weiterverkaufen können.

Die Geräte

müßten dann erneut mit einer Raumfähre in den Weltraum transportiert werden, um nach dem Absetzen mit der Schubkraft des bei beiden ausgetauschten Feststofftriebwerks zur sog. geostationären Bahn in 36 000 km Höhe
aufzusteigen.

PALAPA

dürfte bereits Mitte

1985

wieder

einsatzbereit

sein. An neuen Startgebühren würden ca. zehn Millionen Dollar anfallen.

Durch ausgeklügelte, ziemlich langwierige Korrekturmanöver wurden die
ursprünglich stark elliptischen Bahnen in kreisförmige Bahnen umgewandelt, die Umlaufhöhen in den letzten Wochen zunächst auf ca. 1040 km und
schließlich auf 360 km abgesenkt.

Dies entspricht annähernd der Bahnhö-

he, in der DISCOVERY die Erde umkreisen wird.

Das Außenmanöver soll von

den Astronauten Joseph Allen und Dale Gardner ausgeführt werden; Kommandant Rick Hauck, David Walker und Anne Fisher verfolgen das Unternehmen
aus dem Cockpit der Raumfähre und bedienen den "Kran".
Umlaufbahn zur Äquatorebene beträgt 28,5 Grad.

* * * * *

- 2-

Die Neigung der

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9485">
              <text>31.10.1984</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9486">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9487">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13654">
              <text>Amerikadienst 31.10.1984</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13655">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Shultz: Dem Terrorismus mit allen Mitteln widerstehen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Vortrag des US-Außenministers in New York -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weinberger: Sowjets fürchten Innovation&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Rede des US-Verteidigungsministers in Milwaukee -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sowjets bedrohen Gleichgewicht im Westpazifik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Interview mit Admiral Crowe -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jahrestag der Rettungsaktion auf Grenada&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung Präsident Reagans -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Pro Satellit 2,75 Millionen Dollar Bergungsgebühr&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- "DISCOVERY" soll zwei Nachrichtensatelliten zurückbringen -&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
