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                  <text>riU*7riiTiUr-

und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

40

3 . Oktober 1984

INHALT

DOKUMENTATION
Reagan: Umfassender Meinungsaustausch mit Außenminister Gromyko
- Rundfunkansprache des US-Präsidenten -

Reagan-Gromyko-Begegnung diente der Sache des Friedens
- Pressekonferenz von US-Außenminister Shultz -

Unterstaatssekretär Crocker erläutert Südafrikapolitik der USA
- Erklärung vor dem Afrika-Unterausschuß des US-Senats -

HINTERGRUNDMATERIAL
Rolle des amerikanischen Vizepräsidenten zunehmend wichtiger
- Von Fred Barnes -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
- Unkrautbekämpfung auf neuen Wegen -

Um Über/enduno, von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 B o n n 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�'113'

Dokumentation

ITiT3T

United States Information Service
Embassy of the United States of America

3. Oktober 1984

40

REAGAN: UMFASSENDER MEINUNGSAUSTAUSCH MIT AUSSENMINISTER GROMYKO
-Rundfunkansprache des US-Präsidenten-

Washington -(AD) In seiner wöchentlichen Rundfunkansprache betonte
Präsident Reagan am 29. September 1984 nach seinem Zusammentreffen
mit dem sowjetischen Außenminister Gromyko, die Sowjets "wissen, daß
sie aus einer Haltung der Starrheit heraus keinerlei Vorteile erzielen werden, aber daß es zu einem fairen Resultat kommen kann, wenn
sie den Heg der Verhandlungen und des Friedens beschreiten."

Die Rundfunkansprache des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, dies war für die Diplomatie
Amerikas eine überaus geschäftige Kbche. Ich habe vor den Vereinten
Nationen, dem Internationalen Währungsfonds und bei der Weltbank gesprochen und bin mit einer ganzen Reihe von internationalen Führungspersönlichkeiten zusammengetroffen. Dazu gehörte die neue Führung unseres nördlichen Nachbarn, der kanadische Premierminister Brian Mulroney, und - wie Sie wissen - der sowjetische Außenminister Gromyko.
Vor

den

Delegierten

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Telex: 8-85432

�Vor den Delegierten der Vereinten Nationen unterstrich ich das amerikanische Bemühen um den Weltfrieden durch zuversichtliche und verstärkte Bündnisse sowie durch einen konstruktiven Dialog mit unseren
Gegnern. Ich sprach von der Bedeutung, die wir der Suche nach friedlichen Lösungen regionaler Konflikte beimessen, die viele Staaten
heimsuchen, sowie von der Notwendigkeit demokratischer Prinzipien und
menschlicher Freiheiten als Grundlage für eine gedeihlichere, friedlichere Walt.
Beim IW

und bei der Weltbank konnte ich mitteilen, daß derzeit in

den Vereinigten Staaten ein wirtschaftlicher Wiederaufschwung zu verzeichnen ist, der die übrige Welt aus dem Dunkel der Rezession in die
helleren Tage erneuerter Hoffnung und globaler Prosperität führt.
Das weltweite Wirtschaftswachstum ist heute fast doppelt so hoch
wie vor vier Jahren. Und die Inflation in den Industrieländern ist
auf die Hälfte herabgesunken. Die wachsende wirtschaftliche Interdependenz auf unserer Welt hat für all jene Länder eine im positiven
Sinne sich multiplizierende Wirkung, die sich einer vernünftigen
Politik verschrieben haben - einer Politik, die es den Heilungskräften des Marktes ermöglicht, Chancen für Wachstum und Fortschritt zu
schaffen, die nicht die tödliche Last der staatlichen Einmischung und
des fehlgeleiteten Protektionismus bedrückt.
Aber wir können nur dann dauerhaften Wohlstand haben, wenn der
Frieden sichergestellt ist. Unsere Beziehungen zur Sowjetunion stehen
im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit; so traf ich gestern im Weißen
Haus mit Außenminister Gromyko zu einem umfassenden Meinungsaustausch
zusammen. Ich habe von Anbeginn meines öffentlichen Wirkens an betont , daß eine erfolgreiche amerikanische Politik gegenüber der
Sowjetunion sich auf Realismus, Stärke und Bereitschaft zu Verhandlungen gründen muß.
Im vergangenen Januar
- 2-

�Im vergangenen Januar habe ich klar und deutlich die Ziele für die
amerikanisch-sowjetischen

Beziehungen

genannt:

Verringerung

und

letztlich Beseitigung der Drohung oder des Einsatzes von Gewalt bei
der Lösung von Meinungsverschiedenheiten; Verringerung der riesigen
Waffenlager in der Welt - besonders bei den Kernwaffen - und Schaffung eines Arbeitsverhältnisses zwischen unseren beiden Ländern, das
von größerem gegenseitigen Verständnis gekennzeichnet ist.

Bei unserem gestrigen Treffen gingen wir auf alle uns trennenden
Fragen ein. Und obgleich ich Herrn Gromyko unsere Enttäuschung darüber nicht verhehlte, daß sein Land im vergangenen Jahr die Genfer
Gespräche über eine Verringerung der Kernwaffen abbrach, sind wir
doch auch weiterhin bereit, die ganze Bandbreite der Rüstungskontrollfragen wieder zu diskutieren, sobald sie es auch sind. Es liegt
in unser beider Interesse, daß diese Gespräche baldmöglichst wieder
beginnen und dabei Fortschritte erzielt werden.

Unsere beiden Länder haben keine höhere Verantwortung als die Verringerung des Ausmaßes der Waffen und die Verbesserung der Verständigung.
Herr Gromyko und ich sprachen auch über die wichtigsten Krisenherde
der Welt. Und ich erklärte ihm, daß es für uns von entscheidender Bedeutung ist, hierüber unsere Meinungen auszutauschen und dazu beizutragen, daß dauerhafte Lösungen für diese regionalen Streitfragen gefunden werden. Wir beschönigten keineswegs die konkreten Probleme,
die unsere beiden Länder trennen. Und wir gingen den Meinungsverschiedenheiten nicht aus dem Weg. Ja, ich war gegenüber Herrn Gromyko
ganz offen, in welcher Hinsicht das sowjetische Verhalten bei uns und
unseren Verbündeten Besorgnis erregt.

Aber es waren nützliche Gespräche. Ich machte klar, daß wir Amerikaner seinem Land gegenüber keine feindseligen Absichten haben und
daß wir keine militärische Überlegenheit über die UdSSR anstreben.

Ich
- 3-

sagte

ihm:

�Ich sagte ihm: "Wenn Ihre Regierung Frieden wünscht, dann wird es
Frieden geben." Und ich sagte, die Vereinigten Staaten sind bereit,
sich mit der Sowjetunion auf echten Fortschritt bei der Lösung der
anstehenden Probleme zuzubewegen.

Frieden, Wohlstand und Demokratie sind keine neuen Ziele. Sie standen stets im Mittelpunkt der amerikanischen Außenpolitik, die über
die Jahre hinweg immer wieder darum bemüht war, die Freiheiten des
einzelnen und den Fortschritt des Menschen in der Welt zu fördern.

Ich glaube, es hat über die vergangenen vier Jahre hinweg einen
großen Wandel gegeben: Die Flut der Freiheit ist wieder im Steigen
begriffen. Vor vier Jahren war hinsichtlich des Einflusses und der
Führung Amerikas Ebbe. Unsere Verteidigung war vernachlässigt worden,
unsere Volkswirtschaft am Zusammenbruch, und andere Staaten wurden
untergraben durch Aufstandsbewegungen, die von kommunistischer Seite
unterstützt wurden. Heute sprüht unsere Wirtschaft vor Leben, unsere
Stärke wird wiederhergestellt, unsere Bündnisse sind solide, und der
Frieden ist sicherer.
Jetzt werden die Sowjets nach Hause zurückkehren, um das Gehörte
abzuwägen. Und sie wissen, daß sie aus einer Haltung der Starrheit
heraus keinerlei Vorteile erzielen werden, aber daß es zu einem
fairen Resultat kommen kann, wenn sie den Weg der Verhandlungen und
des Friedens beschreiten.
Ich danke Ihnen fürs Zuhören. Gott schütze Sie.

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v

- 4-

v

v

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

3. Oktober 1984

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REAGAN-GROMYKO-BEGEGNUNG DIENTE DER SACHE DES FRIEDENS
- Pressekonferenz von US-Außenminister Shultz -

Washington -(AD)- Am 28. September 1984 bewertete der amerikanische
Außenminister George Shultz in einer Pressekonferenz in Washington die
Bedeutung der Begegnung zwischen Präsident Reagan und dem sowjetischen
Außenminister Gromyko am gleichen Tage. Shultz meinte, die Begegnung habe
"eindeutig der Sache des Friedens gedient."
Die Niederschrift der Pressekonferenz, die wir in Auszügen wiedergeben,
hat folgenden Wortlaut:
SHULTZ: ... Worum es dem Präsidenten ging, war, Herrn Gromyko als dem
Vertreter der sowjetischen Führungsspitze mitzuteilen, daß zwischen den
Vereinigten Staaten und der Sowjetunion konstruktivere Beziehungen hergestellt werden müssen, und ihm die vielfältigen Arten und Weisen darzulegen, in denen dies geschehen könnte. Ich bin sicher, daß es dem Präsidenten gelungen ist, seinen und unseren Standpunkt deutlich zu machen ...
FRAGE: Können Sie uns sagen, wie Herr Gromyko darauf reagiert hat ?
SHULTZ: Das

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Telex: 8-85432

�SHULTZ; Das müssen Sie Herrn Gromyko schon selber fragen ... Alles,
was ich Ihnen sagen kann, ist, daß dies aus unserer Sicht ein sehr intensiver und nützlicher Meinungsaustausch war und daß Herr Gromyko seinen
Auffassungen wie üblich in einer sehr kraftvollen und aggressiven Art
Ausdruck verliehen hat. Der Präsident hat ihm sorgfältig zugehört ... Ich
glaube, beide Seiten hatten den Wunsch, sich so klar wie möglich auszudrücken und um kein Thema herumzureden. Daher waren die Gespräche sehr
direkt ...

FRAGE; Wollen Sie andeuten, daß es zu einem Streit kam ? War die Atmosphäre feindselig ?

SHULTZ: Sie war nicht feindselig, sondern ruhig, entschieden und
sachlich ...

FRAGE: Ist dabei irgendetwas herausgekommen, das zu weiteren Begegnungen zwischen Ihnen und Herrn Gromyko oder dem Präsidenten und Herrn
Gromyko führen könnte - oder gar zu einem Gipfeltreffen 7
SHULTZ: Das Ziel des Präsidenten bestand zunächst einfach darin, seine Auffassungen darzulegen, an denen er übrigens im Falle seiner Wiederwahl festhalten würde. Am Ende sagte der Präsident natürlich, man sei
sich darüber einig, in Kontakt bleiben zu wollen ...
FRAGE: Gab es bei dieser Begegnung irgendwelche Hinweise darauf, daß
die Sowjets bereit sind, zu den Abrüstungsverhandlungen zurückzukehren
oder neue Gespräche über Weltraumwaffen aufzunehmen ?
SHULTZ: Ich möchte nicht versuchen, die Aufnahme bestimmter Gespräche
vorherzusagen. Es ging bei der Begegnung auch gar nicht darum, sich
schwerpunktmäßig einem so speziellen Thema zu widmen, sondern darum, die
Luft zu reinigen und allgemeine Fragen zu erörtern. So war beispielsweise
die Rede davon, was nach unserer Meinung aus unseren Beziehungen werden
soll, oder auch davon, daß es wichtig wäre, sich mit dem Problem der immensen nuklearen Waffenarsenale auseinanderzusetzen und etwas zu ihrer
Verminderung zu unternehmen - von solchen allgemeinen, aber wichtigen
- 2 -

�aber wichtigen Fragen eben. Das Thema der Militarisierung des Weltraums
und ähnliche Probleme wurden im Verlauf der Begegnung allerdings auch
angesprochen.

FRAGE: Glauben Sie, daß diese Begegnung die amerikanisch-sowjetischen
Beziehungen verändert hat ?

SHULTZ: Das bleibt natürlich abzuwarten. Ich glaube, die Sowjets
müßten aber auf jeden Fall begriffen haben, daß sie es hier mit einem
Mann zu tun haben, der von dem, was er sagt, zutiefst überzeugt ist und
sich dessen Wichtigkeit bewußt ist ...

FRAGE: Hat Gromyko, sei es positiv oder negativ, auf die speziellen
Vorschläge reagiert, die der Präsident in seiner Rede vor den Vereinten
Nationen unterbreitet hat ? Und können Sie uns etwas über die Unterredung
sagen, die die beiden Männer allein im Oval Office geführt haben ...

i

SHULTZ: Die Rede des Präsidenten vor der UN ist zur Sprache gekommen,
aber mehr möchte ich darüber nicht sagen. Die kurze Begegnung unter vier
Augen hatte der Präsident gewünscht, da es etwas gab, was er Herrn Gromyko ohne Zeugen mitteilen wollte. Mehr kann ich auch dazu nicht sagen.
FRAGE: Haben Sie bei der Begegnung irgendetwas zu hören bekommen, was
Sie nicht schon wußten ... ?
SHULTZ: ... Ich fühle mich geehrt, daß ich teilnehmen durfte, aber
ich könnte keine besondere Einsicht benennen, die hervorzuheben wäre.
FRAGE: Haben Sie irgendwelche Veränderungen in der sowjetischen Haltung bemerkt ?
SHULTZ: Der Zweck der Begegnung bestand nicht darin, die sowjetische
Haltung zu irgendeiner Frage zu prüfen, sondern darin, allgemeine Ziele
zu bestimmen und der Zuversicht des Präsidenten Ausdruck zu verleihen,
daß sie zu verwirklichen sind ...
FRAGE:
- 3 -

... Glauben

�FRAGE: ... Glauben Sie, daß die heutige Begegnung der Sache des Friedens in irgendeiner Weise gedient hat ? War Gromyko konstruktiv ?

SHULTZ: Ich bin der Meinung, daß die Begegnung eindeutig der Sache
des Friedens gedient hat, und ich glaube außerdem, daß ein so intensives,
dabei aber ruhiges und sachliches Gespräch zwischen zwei Spitzenvertretern zweier so außerordentlich wichtiger Regierungen auf jeden Fall von
Nutzen ist.
FRAGE: Hat es die Luft gereinigt ?

SHULTZ: ... Ich glaube nicht, daß ein einziges Gespräch die Luft
vollkommen reinigen kann, aber ich meine, daß bei dieser Begegnung zweifellos Fortschritte in diese Richtung gemacht worden sind. ...
FRAGE: Werden beide Seiten dieser Begegnung nun Taten folgen lassen ?

SHULTZ: ... Ich darf Sie daran erinnern, daß von der nuklearen Rüstung bis zu Weltraumfragen, vom Problem der chemischen Waffen über das
der vertrauensbildenden Maßnahmen bis hin zu dem der Atomtests eine breite Palette gehaltvoller amerikanischer Vorschläge - Taten, wenn Sie so
wollen - vorliegt und einer Würdigung durch die Sowjets harrt ...

FRAGE: Könnte man die Dinge zusammenfassen, indem man sagt, daß die
beiden Männer mit Vehemenz ihre an sich bekannten Positionen dargelegt
haben, daß aber vor den Wahlen wahrscheinlich nichts Konkretes mehr geschehen wird ?

SHULTZ: So würde ich das nicht zusammenfassen. Ich kann nicht sagen,
wann weitere Gespräche stattfinden werden. ...
FRAGE: Glauben Sie, daß sich die Haltung des Präsidenten gegenüber
den Sowjets infolge seiner persönlichen Begegnung mit Gromyko gewandelt
hat ? In der Vergangenheit hat er gegenüber den Sowjets ja eine recht
harte Haltung eingenommen.
SHULTZ:
- 4 -

Nun,

�SHULTZ: Nun, die Politik des Präsidenten ist schon immer von einer
Reihe von Vorstellungen bestimmt gewesen. In dieser Hinsicht hat über
seine ganze Amtszeit hinweg tatsächlich immer Kontinuität bestanden. Er
hat von Anfang an ganz klar gesagt, daß wir hinsichtlich der Unterschiede
unserer Gesellschaftssysteme und bestimmter Aspekte des sowjetischen Verhaltens realistisch sein müssen. Er hat auch von Anfang an stets betont,
daß wir unsere militärische, wirtschaftliche und geistige Stärke wiedererlangen müssen. Er hat aber ebenfalls von Anfang an gesagt, daß wir zu
Verhandlungen bereit sein müssen. Zwischen diesen drei Momenten besteht
ein wechselseitiger Zusammenhang; auch heute noch. Ich glaube nicht, daß
sich der Präsident im Verlaufe seiner Amtszeit überhaupt in irgendeiner
Weise geändert hat. Da man sich aber inzwischen mit vielen der Probleme,
die bei Amtsantritt dieser Administration bestanden, auseinandergesetzt
hat oder dabei ist, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, betont man heute
stärker die Bedeutung von Verhandlungen ...
FRAGE: Hat der Präsident gegenüber Außenminister Gromyko die Menschenrecht sfrage angesprochen 1

...

SHULTZ: Ja, sicherlich. Er hat von Anfang an gesagt, daß er dieses
Thema bei allen Begegnungen mit den Sowjets ansprechen wird, und das hat
er getan.
FRAGE: Sacharow ?

SHULTZ: über die Namen, über die gesprochen wurde, und über ähnliche
Einzelheiten kann ich Ihnen nichts sagen. ...
FRAGE: Können Sie die Themen aufzählen, über die gesprochen wurde 7
•••

SHULTZ: Zu Beginn verwandten sie viel Zeit darauf, ihre Standpunkte
darzulegen und die vorrangigen Aspekte der Natur unserer Beziehungen zu
diskutieren: wie sie sich weiterentwickeln sollen, daß unbedingt etwas im
Hinblick auf die atomare Bedrohung geschehen muß und dergleichen mehr. Es
war, wenn man so will, ein philosophisches Gespräch, bezog sich aber
- 5 -

�sich aber durchaus auf die brennendsten Probleme ... Auf die Erörterung
der Probleme der nuklearen Rüstung wurde ebenfalls viel Zeit verwandt,
ohne daß über diese Probleme im eigentlichen Sinne verhandelt worden wäre
... Einige regionale Probleme wurden ebenfalls angesprochen, insbesondere
die Lage im Krieg Iran-Irak und im Libanon sowie die palästinensische
Frage ... Außerdem sprach der Präsident ausdrücklich die Menschenrechtsthematik an.
FRAGE: Haben sie über irgendetwas Übereinstimmung erzielt ... ?
SHULTZ: Wie ich schon sagte, kamen sie überein, in Verbindung zu
bleiben. Das war der Schlußpunkt. Ich glaube, dies war nicht die Art von
Begegnung, wo man am Ende sagt, "In Ordnung, jetzt tun wir X, Y und Z."
Worum es dem Präsidenten vielmehr ging, war, seinem Gegenüber einen Eindruck von seinen Überzeugungen, Ansichten und Gefühlen zu vermitteln ...
Das dürfte ihm voll und ganz gelungen sein ...

- 6 -

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40

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

3. Oktober 1984

UNTERSTAATSSHCRETÄR CROCKER ERIÄUTERT SÜDAFRIKAPOLITIK DER USA
-Erklärung vor dem Afrika-Unterausschuß des US-Senats-

Washington - (AD) - in Äußerungen vor dem Unterausschuß für Afrikanische Angelegenheiten des Außenpolitischen Ausschusses des amerikanischen Senats umriß der Unterstaatssekretär für afrikanische Angelegenheiten im US-Außenministerium, ehester Crocker, am 26. September
1984 die Eckpfeiler der amerikanischen Politik in bezug auf Südafrika, zu denen die Suche nach "konstruktivem Wandel weg von der Apartheid und hin zu einem System, das sich auf die Zustimmung der Regierten gründet," gehört.

Der Text der Darlegungen Crockers hat folgenden Wortlaut:

Ich freue mich über diese Gelegenheit, vor dem Unterausschuß zu erscheinen, um klar und deutlich die Politik der Vereinigten Staaten
gegenüber Südafrika, ihr Verhältnis zu unserer regionalen Strategie
des konstruktiven Engagements im südlichen Afrika sowie unsere Einstellung zu den jüngsten Ereignissen in dieser Region darzulegen.

Lassen

Sie mich

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Telex: 8-85432

�Lassen Sie mich gleich zu Beginn ganz offen feststellen, daß die Entwicklung einer Politik, die auf angemessene Weise unsere moralischen
Grundsätze, unsere Interessen als eine Großmacht und die Realitäten
in bezug auf Einfluß und Macht in dieser fernen Region widerspiegelt,
eins der dornigsten Probleme der amerikanischen Außenpolitik darstellt.

Das Dilemma besteht nicht darin, daß unsere Prinzipien und unsere
Interessen in Widerspruch zueinander stünden. Das tun sie nicht: Eine
stabilere Grundlage für die regionale Sicherheit im südlichen Afrika
und ein kontinuierlicher Prozeß des friedlichen Wandels in der Republik Südafrika würden sowohl den Werten als auch den Interessen der
Vereinigten Staaten am besten entsprechen. Das Streben nach Sicherheit und die unbedingte Notwendigkeit des Wandels sind voneinander
abhängig. Die Herausforderung für die amerikanische Politik besteht
darin, eine konkrete Strategie zu entwickeln, die uns diesen zielen
näherbringt. Das heißt, wir müssen Ausmaß und Grenzen des amerikanischen Einflusses erkennen, und dann diesen Einfluß in beständiger und
in sich schlüssiger Weise nutzen. Genau das hat diese Administration
seit dreieinhalb Jahren getan. Beträchtliches wurde erreicht, doch
bleibt noch Vieles zu tun. Unser Land kann mit Stolz auf das verweisen, was bereits getan wurde, um ein Konzept des Wandels durch Verhandlungen und der regionalen Sicherheit im südlichen Afrika zu entwerfen. Doch muß zunächst Getanes und Geplantes auch wirklich verstanden werden.

DIE AMERIKANISCHEN ZIELE IN SÜDAFRIKA
Die jüngsten Ereignisse in Südafrika bestärken uns in unseren moralischen und politischen Auffassungen über das dortige System, das
sich auf einen Rassismus gründet, der sich mittels Gesetz verschanzt
hat. Als Amerikaner, die stolz auf ihre Demokratie der Rassenvielfalt
sind, fühlen wir uns abgestoßen durch die spektakulären Fernsehberichte, über die Polizeiaktionen
schwarzen

Zorns in den

zur Unterdrückung der Ausbrüche

"Townships" von Transvaal und durch die

�und durch die Schlagzeilen über eine Welle von Verhaftungen von Gegnern der neuen Verfassung sowie über rigorose Verbote politischer
Veranstaltungen. Derlei Maßnahmen berühren einen empfindlichen Nerv
des

politischen

Selbstverständnisses

Amerikas.

Sie

bedrohen

die

demokratischen Werte, die wir als Nation hochhalten und die sich
unserer Überzeugung

zufolge in unserer

Außenpolitik

widerspiegeln

müssen. Es war nur allzu angemessen, daß unsere Regierung als erste
ihre Besorgnis über diese Ereignisse sowohl öffentlich als auch auf
diplomatischem Weg zum Ausdruck brachte.
Desgleichen sind wir Amerikaner uns in der Ablehnung von Gesetzen
und Praktiken in Südafrika und andernorts einig, die die grundlegenden Vorstellungen von einem gerechten Prozeßverlauf und von einer
verfassungsgemäßen Regierung beleidigen. Die Theorie der Apartheid
wurzelt in der Vorstellung des Rassischen und der Rassentrennung. In
der Praxis wird aus dieser Apartheid ein System, das sich auf die
Rasse als Organisationsprinzip für Politik und Regierung gründet. Ein
jedes System, das politische Rechte

- einschließlich sogar des Rech-

tes auf Staatsbürgerschaft - auf dieser Grundlage verleiht oder verwehrt, muß es sich gefallen lassen, mit den Worten von Präsident
Reagan als "widerwärtig" bezeichnet zu werden.

Es sollte somit deutlich sein, wogegen wir uns wenden, unser Ziel
ist gleichfalls klar: Präsident Reagan erklärte diese Woche in seiner
Rede vor der UN-Vollersammlung, "daß die Vereinigten Staaten es aus
moralischen Gründen für unabdingbar halten, daß die Rassenpolitik der
Republik Südafrika friedlich, aber mit Entschiedenheit so fortentwickelt wird, daß ein System entsteht, das den Grundnormen der Gerechtigkeit, Freiheit und Menschenwürde entspricht." Seit dem Amtsantritt dieser Administration haben wir immer wieder betont, daß wir
konstruktiven Wandel weg von der Apartheid in Richtung auf ein System
hin anstreben, das sich auf die Zustimmung der Regierten gründet.
Dieses Ziel spiegelt einen breiten nationalen Konsens wider. Wir Amerikaner wehren uns instinktiv gegen eine Politik, die revolutionäre

�die revolutionäre Gewalt und Kampf zwischen den Rassen in Südafrika
förmlich herausfordern müßte - mit all den katastrophalen Folgen, dem
Unglück und dem Blutvergießen, das dies für die Menschen in Südafrika
bedeuten würde, und mit all den zerstörerischen Folgen für das südliche Afrika und der Gefahr Interventionen von außen. Kein ernsthafter Kritiker unserer Politik wagt es, öffentlich für die Apokalypse
einzutreten. Unsere Ziele - die Ziele des amerikanischen Volkes können nur durch einen kontinuierlichen Prozeß des friedlichen, evolutionären Wandels erreicht werden. Wir sind gegen

Gewaltanwendung,

gleich, von welcher Seite. Die Früchte der politischen Gewalt in unserer modernen Welt sind traurige Zeugnisse dafür, was Terrorismus
und Gegenterrorismus bedeuten können.

DIE RAHMENBEDINGUNGEN AMERIKANISCHER POLITIK
Es geht daher nicht um die Frage, ob die Apartheid

gut oder

schlecht ist, sondern vielmehr darum, welches die besten Mittel sind,
zu konstruktivem Wandel in Südafrika zu ermutigen. Lassen Sie mich
mit der Feststellung beginnen, daß Entrüstung und feste Überzeugung
keine Außenpolitik darstellen. Das Problem ist vielmehr, wie sich
Überzeugungen

in Ergebnisse umsetzen lassen. Obgleich wir unsere

Stimme öffentlich erhoben haben und dies auch weiter tun werden, um
unsere Haltung zu verdeutlichen, sind öffentliche Konfrontation und
wechselseitige Polemik doch nicht der eigentliche Weg einer wirkungsvollen Politik. Der Weg der Deklamationen und des Predigens hat in
der Vergangenheit - wie die erkennen mußten, die ihn einschlugen, zu
keinem Ziel geführt, und es ist unwahrscheinlich, daß er heute erfolgreicher sein würde. Letztlich wird eine Großmacht an Ergebnissen
gemessen.

Desgleichen stützen wir uns auch nicht auf Getöse, Drohungen oder
Durchsetzung neuer Strafmaßnahmen gegenüber Südafrika. Alles deutet
vielmehr darauf hin, daß "Nadelstiche" wie Beschränkungen des Verkaufs von Krügerrand oder Einschränkungen der Landerechte südafrikanischer Luftverkehrsgesellschaften die Möglichkeiten einer amerika-

�einer amerikanischen Einflußnahme im Sinne des Wandels nicht verbessern würden. Solche Schritte würden vielmehr auf eine Demonstration
der Machtlosigkeit hinauslaufen und lediglich unseren Einfluß bei
denjenigen untergraben, die wir überzeugen wollen, unsere Administration ist auch weiterhin strikt gegen den Gedanken eines Abzuges von
Investitionen oder anderer Handels- und Investitionssanktionen. Wir
können nicht sehen, wie eine ökonomische Kriegführung gegen die Regierung und das Volk Südafrikas unsere Ziele fördern sollte oder den
Interessen des amerikanischen Volkes oder der Bürger aller Rassen in
Südafrika dienen könnte. Derlei Schritte würden nicht nur zu einem
Ausverkauf amerikanischer Werte an ausländische Interessen führen,
unsere Glaubwürdigkeit als Geschäftspartner

schädigen

und

unseren

Zugang zu einem wichtigen Markt einschränken, sondern auf kommunaler
und bundesstaatlicher Ebene auch ernste verfassungsmäßige Probleme
aufwerfen. Was noch wichtiger ist: Würden derlei Maßnahmen ergriffen,
so könnten sie die schwarze Mehrheit der so dringend nötigen Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage berauben, die positiven, im Sinne des Wandels wirksamen Kräfte, wie sie die Unterzeichner firmen
bringen

der

Sullivan-Vereinbarung

darstellen,

zum

Erlahmen

(benannt nach Leon Sullivan, einem Geistlichen aus Phila-

delphia, der amerikanischen Firmen den Vorschlag gemacht hatte, sich
nicht aus dem Südafrikageschäft zurückzuziehen, sondern vielmehr dort
allen Beschäftigten, gleich welcher Rasse oder Hautfarbe, in den
Tochterfirmen Chancengleichheit zu gewähren; Anmerkung der Redaktion)
und katastrophale Folgen für die Nachbarstaaten Südafrikas haben. Es
ist

nicht

überraschend,

daß

Erhebungen

von

Professor

Lawrence

Schlemmer, einem bekannten Soziologen, ergaben, daß 75 Prozent der
schwarzen Fabrikarbeiter gegen einen Rückzug der amerikanischen Firmen sind. Es liegt ein Orwellscher Widerspruch darin, derlei Maßnahmen im Namen liberaler und humanitärer Zielsetzungen vorzuschlagen.

Bei der Konzipierung ihrer Politik gegenüber der Republik Südafrika
und im südlichen Afrika ging diese Administration davon aus, daß

- 5-

�davon aus, daß zunächst die Art des amerikanischen Einflusses im regionalen Kontext bestimmt und dann konstruktive Schritte zur Förderung unserer Ziele entwickelt werden mußten. Wir sind ein Element in
einer komplexen regionalen Gleichung, unser Ziel ist es, uns in positiver Weise zu engagieren, unser Gewicht im Sinne der Werte unseres
Landes in die Waagschale zu werfen, Ideen, Institutionen und Gruppen
zu unterstützen, die zu einem dynamischen Prozeß des Wandels beitragen können, Alternativen vorzuschlagen, Tore zu öffnen und Brücken zu
schlagen - nicht das Gegenteil. Unsere Möglichkeiten zur Einflußnahme
in Südafrika hängen zu einem großen Teil davon ab, wie die südafrikanische Führung und die weiße Minderheit insgesamt sich selbst sehen als Teil des Westens wie als Teil Afrikas und im Kampf um die Bewahrung ihrer Identität, die Aufrechterhaltung der Sicherheit und die
Vermeidung internationaler Isolation. Fast während der ganzen Zeit
seit dem
einer

Zweiten Weltkrieg ging dies Selbstverständnis einher mit

Selbstgefälligkeit, die

nur

dann

und

wann

von

plötzlichen

Schocks erschüttert wurde, z. B. von der portugiesischen Revolution,
der

Ausdehnung

der

Entkolonialisierung

auf

Angola,

Mozambik

und

Simbabwe und den Unruhen in Soweto 1976. In den vergangenen zehn
Jahren machte diese Selbstgefälligkeit

einer

Belagerungsmentalität

Platz, verstärkt durch interne Ausbrüche des Zorns und der Entfremdung der Schwarzen, durch zunehmende Guerillagewalt über die Grenzen
hinweg, durch das Fußfassen der sowjetisch-kubanischen Militärmacht
in der Region sowie durch immer schärfere westliche Kritik am südafrikanischen System. Die das Land regierende weiße Oberschicht grub
sich

ein

und

entwickelte

das

Selbstverständnis

einer

regionalen

Supermacht, die bereit ist, ihren Weg wenn nötig allein zu gehen,
Namibia festzuhalten und so viel Druck wie nur möglich auf die Nachbarstaaten auszuüben, die Guerillabewegungen beherbergten. Zu dieser
Belagerungsmentalität gehörte zur Zeit des Amtsantritts von Präsident
Reagan auch noch die Entschlossenheit, innerhalb der Nationalpartei
die ethnische Einheit der weißen Afrikaner zu bewahren, sowie eine
höchst abstrakte Verpflichtung zu inneren Reformen, die jedoch einseitig von oben diktiert werden sollten.
- 6-

�VTährend der letzten drei Jahre war die Politik der Vereinigten Staaten in starkem Maße darauf abgestellt, der von mir bereits beschriebenen
Selbstgefälligkeit und Belagerungsmentalität entgegenzutreten und ein dem
Wandel zuträglicheres Klima herbeizuführen. Wir haben die absolute Notwendigkeit grundlegender Veränderungen wiederholt betont, wobei wir keinen Zweifel daran gelassen haben, daß ein solcher Wandel nicht mit einer
einzigen Entsclieidung eingeleitet werden kann, sondern den Charakter eines kontinuierlichen Prozesses haben muß, und daß wir uns dieser Tatsache
in vollem Umfang bewußt sind. In unserem Dialog mit Südafrikanern aller
Hautfarben haben wir unsere Auffassung deutlich gemacht, daß ein tiefgreifender Wandel eine dringliche Angelegenheit ist. Gleichzeitig haben
wir betont, daß ein solcher Wandel nur durch Konsultationen und Verhandlungen innerhalb der Republik Südafrika und unter Beteiligung aller Südafrikaner herbeigeführt werden kann. Wir wollen den Menschen dort keineswegs unsere eigenen Vorstellungen aufzwingen. Da uns klar war, daß der
Kult der Einheit aller (burischen) "Afrikaner" ernsthaften Reformen entgegensteht, haben wir unseren Tonfall in öffentlichen Stellungnahmen gedämpft, um die südafrikanische Regierung dazu zu bewegen, sich mit den
Realitäten in ihrem Lande selbst auseinanderzusetzen.

Dies ist nicht der Ort, um eine detaillierte Darstellung der permanenten diplomatischen Anstrengungen zu geben, die wir im südlichen Afrika
unternommen haben, um den immer schnelleren Kreislauf der Gewalt anzuhalten, der Anfang der 00er Jahre die ganze Region in seinen Sog zu ziehen
drohte. Diese Bemühungen, die ein integraler Bestandteil unserer Südafrikapolitik sind, waren u.a. darauf gerichtet, eine international akzeptierte Lösung des Konflikts in Namibia auf der Grundlage der Resolution
435 des UN-Sicherheitsrats zu finden, in beide Richtungen grenzüberschreitende Gewaltakte zwischen der Republik Südafrika und ihren Nachbarländern einzudämmen und die Entwicklung eines Klimas der Entspannung in
der Region ebenso anzuregen wie den Abzug der ausländischen Truppen aus
diesem Gebiet. Im Rahmen unserer Vorstellungen, die wir allen Regierungen
der Region unterbreitet haben, haben wir gegenüber den Südafrikanern besonders die Vorteile der Zusammenarbeit und des Verhandeins hervorgehoben. Gleichzeitig haben wir die Kosten und Gefahren dargelegt, die sich

- 7-

�die sich für die Interessen Südafrikas und für unsere bilateralen Beziehungen ergeben würden, wenn es nicht zu einer friedlichen Einigung käme.
Wir sind der Meinung, daß es bei weitem besser ist, im Verhältnis Südafrikas zu seinen Nachbarstaaten Gebiete gemeinsamer Interessen und allseitigen Nutzens abzustecken und zu entwickeln, als sich einfach mit dem
Trend zur Polarisierung und zu gewaltsamen Lösungen abzufinden.

Wir be-

zweifeln entschieden, daß es in Südafrika zu ernsthaften inneren Reformen
kommen kann, solange die Atmosphäre von andauernden Kämpfen an den Landesgrenzen mit allen möglichen Gegnern beherrscht wird. Wir glauben mit
Bestimmtheit sagen zu können, daß den Interessen der Vereinigten Staaten
in der Region wie auch denen ihrer Verbündeten am besten gedient wäre,
wenn sich dort ein Klima größerer Stabilität, verstärkten Wirtschaftswachstums und geringerer Anfälligkeit für Eingriffe von außen entwickeln
könnte.

Heute, nach drei Jahren, glauben wir, daß es deutliche Anzeichen für
einen Fortschritt in Richtung auf eine Atmosphäre gibt, die dem Wandel
zuträglicher ist. Heute spielt der Stand der Beziehungen zwischen Südafrika und den Vereinigten Staaten für die südafrikanische Führung eine
ganz erliebliche Rolle, und wie eng oder distanziert unsere Beziehungen
sind, hängt in starkem Maße von Faktoren wie dem inneren Wandel in Südafrika, Anzeichen für Bewegung und Fortschritten in Richtung auf Sicherheit in der Region ab. Daß der damalige Ministerpräsident und heutige
Staatspräsident P.W. Botha die kühne Entscheidung treffen konnte, Verfassungsvorschläge vorzulegen, die die Nationalpartei zwar ein Drittel ihres
Wählerkerns unter den burischen "Afrikanern" kosteten, ihr aber auch neue
weiße Wählerstimmen von außerhalb dieser Gruppe einbrachten, war zweifellos zum Teil auch unseren bewußten Bemühungen zu verdanken, die Belagerungsmentalität aufzubrechen.

Südafrikas neue Verfassung, der im November 1983 zwei Drittel der
weißen Wählerschaft zustimmten, war Gegenstand erbitterter Diskussionen.
Ironischerweise fielen die Unruhen der letzten Tage und Wochen und die zu
ihrer Unterdrückung eingesetzte Gewalt mit der Einführung einer Verfassung zusammen, die, wenn auch in begrenztem Maße, Möglichkeiten für eine
weitergehende politische Mitbeteiligung nichtweißer Gruppen eröffnet.
- 8 -

�Gruppen eröffnet.

Sogar diese geringfügige Ausdehnung politischer Rechte

auf die Gruppen der sogenannenten "Farbigen" und Asiaten ist von einigen
Vfeißen als Bedrohung und "Messer am Hals" empfunden worden. Die Tatsache,
daß die neue Verfassung keinerlei Einbeziehung der Schwarzen vorsieht,
die 73 Prozent der Bevölkerung Südafrikas ausmachen, mußte deren Verbitterung zwangsläufig vertiefen. Die gegenwärtige Administration der Vereinigten Staaten hat auf diesen grundlegenden Mangel der neuen Verfassung
stets hingewiesen. Wir haben auch nie einen Hehl daraus gemacht, daß wir
dagegen sind, die Schwarzen gewissermaßen "auszubürgern", indem man sie
zu Staatsbürgern sogenannter "Homelands" erklärt. Dannoch wäre es voreilig, die neue Bereitschaft der Weißen zu Reformen oder die der neuen Verfassung innewohnenden Möglichkeiten der Anregung eines zukünftigen Wandels leichthin abzutun. Paradoxerweise hat gerade der Ausschluß der
Schwarzen bewirkt, daß nun die Frage ihrer politischen Rolle in der Zukunft auf der Liste der anstehenden Probleme ganz oben steht. Das hat
auch Staatspräsident Botha in seiner Antrittsrede zu verstehen gegeben.
Es könnte sich sehr wohl erweisen, daß das Abrücken von einer Beschränkung politischer Rechte auf den weißen Bevölkerungsteil auf die Regierenden in Südafrika einen nachhaltigen Einfluß hat. Durch die bloße Tatsache, daß die Beteiligung bei den Wahlen für die "Farbigen" und Asiaten
so gering war, werden sich die gewählten Mitglieder der Kammern der "Farbigen" und Asiaten in noch stärkerem Maße genötigt fühlen, für einen Wandel zu kämpfen. Wir glauben nicht, daß die Beantwortung der Frage, ob die
neue Verfassung einen Fortschritt darstellt, den Geschichtsschreibern der
Zukunft vorbehalten bleiben muß. Wir für unseren Teil sind der Auffassung, daß die Verfassung einen nicht mehr rückgängig zu machenden Schritt
darstellt, gleich, welche Absichten ihre Schöpfer auch gehegt haben mögen. Gerade weil die Wahlen so weithin boykottiert worden sind, wird sich
die Verfassung dahingehend auswirken, daß sie die Weißen zu einer beschleunigten Neubewertung ihrer Alternativen für die Zukunft veranlaßt
und ihnen die Selbstgefälligkeit weiter austreibt.

Wir hegen nach wie vor die Zuversicht, daß in Südafrika eine neue Dynamik am Werk ist, deren Triebfeder in den sozio-ökonomischen und politischen Erfordernissen zu suchen ist.

Die Unruhen und Ausschreitungen der

- 9 -

�Ausschreibungen der vergangenen Wochen stehen zu dieser Annahme nicht in
Widerspruch.

Wie schon Alexis de Tocqueville feststellte, kommt es,

historisch gesehen, zu solchen Erscheinungen immer genau dann, wenn verkrustete Strukturen aufzubrechen beginnen.

Wir appellieren an die süd-

afrikanische Regierung, sich darüber klar zu werden, daß Unterdrückung
keine dauerhafte Antwort auf dieses Problem bilden kann. Wir hoffen, daß
die Regierung einsehen wird, daß es in ihrem eigenen Interesse liegt, die
kürzlich Inhaftierten umgehend auf freien Fuß zu setzen oder zumindest
gegen die, die vor Gericht gestellt werden sollen, unverzüglich Anklage
zu erheben, so daß sie die Möglichkeit haben, sich vor einem ordentlichen
Gericht zu verteidigen.

Wir haben zur Kenntnis genommen, daß Staatsprä-

sident Botha selbst in seiner Antrittsrede betont hat, daß das neue
System einen Dialog nicht nur zwischen den Weißen, "Farbigen" und Asiaten, sondern auch mit den Schwarzen erfordert. Es ist nun Sache der Regierung, dies einzusehen und sich mit legitimierten schwarzen Gesprächspartnern an einen Tisch zu setzen. Wir befürvrcarten einen solchen Prozeß
ungeachtet der Tatsache, daß wir in ihm keine direkte Rolle spielen, und
haben nicht die Absicht, vorgefertigte Lösungen anzubieten.

Ein zweiter Aspekt unserer Bemühungen um Unterstützung des Wandels
ist unsere stille Diplomatie, die wir im Hinblick auf spezifische Verbesserungen und konkrete Probleme bei den Menschen- und Bürgerrechten
betreiben.

Es liegt in der llatur der Sache, daß man nicht öffentlich

über den Inhalt dieser spezifischen Bemühungen sprechen kann.

Dennoch

sind wir in der Erkenntnis, daß der wesentliche Anstoß für den Wandel
innerhalb Südafrikas selbst erfolgen muß, auf mehreren Gebieten aktiv
geworden, um konkrete Verbesserungen zu erreichen:

in Fragen der Inter-

nierung und der Verbannung (bis vor kurzem eine geläufige Praxis, inzwischen dramatisch reduziert), auf dem Gebiete des städtischen Wohnrechts
für Schwarze und der Zwangsbeseitigung schwarzer Gemeinden und in der
Frage der Vergabe von

Reisedokumenten und Visen.

In den mit Menschen-

rechtsfragen befaßten Kreisen Südafrikas werden unsere diesbezüglichen
Bemühungen auch weitgehend anerkannt - nicht jedoch von einigen Kritikern, die sich aus der Ferne den Luxus leisten, solche Dinge als "reine
Verbesserungen am Rande" abzutun.

Wir werden unsere Bemühungen fort-

- 10 -

�Bemühungen fortsetzen, da wir sicher sind, daß der Kongreß und das amerikanische Volk dies wünschen.

Ein dritter Aspekt in unserem Vorgehen war die Gewährung konkreter,
greifbarer Hilfe für jene Gruppen, Institutionen und Prozesse, die für
einen Wandel in Südafrika entscheidend wichtig sind.

Durch vertiefte

Kontakte mit jenen, die die Leidtragenden der Apartheid sind und die sich
um die Mittel zur Förderung eines friedlichen Fortschritts der Schwarzen
bemühen, haben wir eine Reihe von Hilfsprogrammen aufgestellt, auf die
die Amerikaner stolz sein können.

Ich möchte in diesem Zusammenhang un-

terstreichen, daß wir dies in enger Zusammenarbeit mit dem Kongreß getan
haben, der wichtige Initiative ergriffen hat, um unsere Bemühungen zu
verstärken und neue Programme zur Unterstützung der Opfer der Apartheid
ins Leben zu rufen.

Frau Vorsitzende, der Kongreß hat erst kürzlich als Reaktion auf den
von Ihnen und von Ihrem Kollegen Senator Percy aufgezeigten Weg einen
entscheidenden Beitrag zu vermehrten Chancen für die schwarzen Südafrikaner geleistet. Mit den Geldern für humanitäre Hilfe im Rahmen der von
Ihnen in diesem Jahr geförderten Gesetzgebung wurden 60 Projekte in Höhe
von insgesamt 500 000 Dollar unterstützt.

Diese Projekte reichen von der

Hilfe auf dem Erziehungssektor, vor allem in armen Gebieten, bis zur Erstellung von

Rechtsbibliotheken in städtischen Gebieten, mit deren Hilfe

sich die Schwarzen ein besseres Bild über ihre rechtlichen Möglichkeiten
machen können.

Aufbauend auf den während der vorherigen Administration

unterbreiteten Vorschlägen des Abgeordneten Solarz haben wir ein Programm
geschaffen, das ein Modell für die Zusammenarbeit zwischen der Regierung
und dem privaten Sektor darstellt und schwarzen Südafrikanern bei ihrer
Erziehung und Ausbildung hilft. Mit Hilfe von etwa 7,5 Millionen Dollar,
davon mehr als dü$ Hälfte von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt,
konnten rund 350 schwarze Südafrikaner zur Fortsetzung ihrer Studien nach
den Vereinigten Staaten kommen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind rund 50

nach Südafrika zurückgekehrt, um dort das von ihnen Erlernte zur Anwendung zu bringen.

Gegenwärtig
- 11 -

be-

�Gegenwärtig bemühen wir uns um eine

Erweiterung dieser Hilfe auf dem

Erziehungssektor, indem wir ein Stipendienprogramm für Universitätsstudien in Südafrika erstellen.

Wenn in Konsultation mit dem Kongreß die

gegenwärtigen Hindernisse überwunden werden können, dann sollte es für 70
junge Menschen möglich sein, bei einem Kostenaufwand von drei Millionen
Dollar ein fünfjähriges Universitätsstudium aufzunehmen.

Nahezu sechs

Millionen Dollar sind für die Verbesserung der Grundausbildungsprogramme
für Schwarze, für unternehmerische Ausbildung sowie für die Unterstützung
und Ausbildung von schwarzen Gewerkschaftern bereitgestellt worden.

Als

besonders wirksam für die Unterstützung kleinerer Projekte auf Gemeindeebene hat sich der Selbsthilfefonds des Botschafters erwiesen - bei etwa
37 Projekten mit einem Kostenaufwand von 275 000 Dollar in diesem Jahr.
Ferner haben wir über private Gruppen rund 500 000 Dollar an Katastrophenhilfe in DUrregebieten zur Verfügung gestellt - davon die Hälfte in
einem Verhältnis von eins zu drei, wobei wir unterstrichen haben, daß die
Südafrikaner selbst den Hauptanteil dieser Verantwortung tragen sollten.

Diese Bemühungen mögen nicht augenfällig sein, aber sie sind die notwendigen Bausteine eines konstruktiven Vorgehens in Richtung auf den Wandel.

Wenn man sie im Zusammenhang sieht mit den weitaus größeren Bemü-

hungen der Firmen, die das Sullivan-Abkommen unterzeichnet haben, sowie
den Bemühungen der großen Reihe amerikanischer Stiftungen, Universitäten,
Gewerkschaften und anderer privater Organisationen, dann wird klar, wofür
wir in Südafrika einstehen.

Aber es könnte noch mehr getan werden, und

wir sind zur Zusammenarbeit mit dem Kongreß bereit, wenn es darum geht,
zusätzliche Bereiche einer konstruktiven Aktivität festzulegen.

Schwarze

Südafrikaner, die ihre Lebensqualität, ihren Lebensstandard und ihren
Handlungsspielraum

verbessern

wollen

und

nach

Chancengleichheit

und

gleichberechtigter Teilnahme an allen Aspekten des Lebens in Südafrika
streben, wünschen sich nichts sehnlicher als Unterstützung auf einer
Vielzahl von Gebieten.

Dazu gehören die medizinische Versorgung, faire

Beschäftigungspraktiken

und gewerkschaftliche

Beziehungen, das Erzie-

hungs- und Ausbildungswesen, rechtliche Dienstleistungen sowie Wohnungsmöglichkeiten.

Wenn auch die Frage der politischen Rechte weiterhin von

überragender Bedeutung ist, so stehen diese Gebiete erweiterter Chancen
- 12 -

�erweiterter Chancen und Möglichkeiten doch ebenfalls hoch auf der Liste
der Prioritäten der Schwarzen. Wir werden sie nicht ignorieren.

Folgerungen für die Politik in der Region

Frau Vorsitzende, wenn ich jetzt zum Schluß komme, so möchte ich doch
nicht versäumen, noch kurz auf unsere regionalen Anstrengungen und Erfolge im südlichen Afrika einzugehen.

Nach drei Jahren aktiver Diplomatie

mit allen betroffenen Staaten in dieser Region sowie mit unseren Verbündeten sind wir der nationalen Unabhängigkeit Namibias näher als jemals
zuvor.

Obwohl sich die Verhandlungen in einem kritischen Stadium befin-

den, haben wir Grund zu der Annahme, daß wir vielleicht kurz vor den fundamentalen politischen Entscheidungen über die Verwirklichung der Resolution 435 und einem Abkommen über die Frage der kubanischen Truppen in
Angola stehen. Wir haben die Basis für eine Regelung umrissen und sind
einfach zum

Erfolg verpflichtet. Vor einer breiteren regionalen Grund-

lage aus gesehen ist das Ausmaß der grenzüberschreitenden Gewalt im südlichen Afrika zurückgegangen.

Trotz grundlegender politischer Meinungs-

verschiedenheiten werden sich die Nachbarn immer mehr der Verantwortung
für Koexistenz bewußt.
aus.

Kontakte und Kommunikation weiten sich ständig

Die Rolle der Vereinigten Staaten ist die eines Katalysators. Vto

diese Rolle von beiden Seiten begrüßt wird, werden wir sie auch spielen.
Eines möchte ich jedoch ganz klar machen:
strebungen beteiligen, die Beziehungen

Wir werden uns nicht an Be-

zwischen Südafrika und

Nachbarn einer Standardformel zu unterwerfen.

seinen

Jede Beziehung ist ver-

schiedenartig und muß für sich allein gesehen werden.

Das ins Auge fal-

lende Beispiel Namibias und Südafrikas - die ein formelles Abkommen abgeschlossen haben, entsprach den Erfordernissen dieser beiden Parteien.
Koexistenz kann mancherlei Formen annehmen. Was wir jedoch unterstützen,
ist ein regionales Klima des Dialogs, das Verhandlungen und
lichen Wandel eine Chance gibt.

dem fried-

Wir können stolz darauf sein, daß die

Doktrinen des Guerilla-Krieges und des Kasernenstaates - zumindest für
den Augenblick - überwunden worden sind, da die betroffenen Parteien andere Möglichkeiten erkunden. Wir wünschen, daß sie alle Erfolg haben.

- 13 -

�Hintergrund
materiell
United States Information Service
Embassy of the United States of America

3. Oktober 1984

40

ROLLE DES AMERIKANISCHEN VIZEPRÄSIDENTEN ZUNEHMEND WICHTIGER
- Von Fred Barnes -

Nachdruck mit freundlicher
Genehmigung der "Baltimore Sun"

-(AD)- Nachdem Walter Mondale aufgrund seines guten Abschneidens in
der Schlußrunde der Vorwahlen in den Vereinigten Staaten im Juni dieses
Jahres sicher sein konnte, daß ihn die Demokratische Partei zu ihrem Präsidentschaftskandidaten nominieren würde, zog er sich ins heimatliche
Minnesota zurück, um, wie er sagte, "über die wichtigste Entscheidung
nachzudenken, die ich als Kandidat zu treffen habe."
Diese Entscheidung bezog sich jedoch weder darauf, welche Politik er
im Wahlkampf zu V9rtreten habe, noch darauf, welche Taktik in der letzten
Phase des Duells mit Präsident Reagan im Herbst zu wählen sei. Was Mondale veranlaßte, sich in die Abgeschiedenheit Minnesotas zu flüchten, war
die Entscheidung darüber, wen er zu seinem Kandidaten für die Vizepräsidentschaft bestimmen solle. Er fällte seinen Entschluß erst, nachdem er

Postfach 20 03 00
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Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�nachdem er einen Monat lang persönliche Gespräche mit möglichen Anwärtern
geführt, mit Dutzenden von Führern der Demokratischen Partei telephoniert, seine Berater und WahlkampfStrategen konsultiert und selbst lange
nachgegrübelt hatte.

Die Kandidatin seiner Wahl war schließlich Geraldine Ferraro, eine
kaum bekannte Kongreßabgeordnete aus New York. Sie ist die erste Frau,
die jemals von einer der großen Parteien in den Vereinigten Staaten als
Vizepräsidentschaftskandidatin aufgestellt worden ist. Ihre Nominierung
wurde von der Parteiführung der Demokraten wie von den Feministinnen
gleichermaßen begrüßt und eine Woche später auf dem Nationalen Parteitag
der Demokraten begeistert angenommen.

Die Nominierung von Geraldine Ferraro löste eine ungewöhnliche Welle
des Interesses an den Unterschieden zwischen den Vizepräsidentschaftskandidaten der beiden Parteien aus.

Daß ein Präsidentschaftskandidat ein derartiges Maß an Sorgfalt auf
die Auswahl seines möglichen Vizepräsidenten verwendet, ist in der amerikanischen Politik eine relativ neue Erscheinung. Auf den ersten Blick mag
es auch seltsam erscheinen, daß man so viel Zeit darauf verwendet, die
geeignete Person für einen Posten zu finden, dessen Inhaber keine wirkliche Macht in Händen hat.

Im amerikanischen Regierungssystem hat der Vizepräsident schließlich
nur eine einzige offizielle Aufgabe, die darin besteht, den Vorsitz über
den Senat, das Oberhaus der gesetzgebenden Körperschaft des Landes, zu
führen und, falls nötig, mit seiner Stimme ein Patt bei Abstimmungen zu
verhindern. Tatsächlich führen Vizepräsidenten jedoch höchst selten den
Vorsitz - die Senatoren bestimmen dazu in der Regel jemanden aus ihren
eigenen Reihen -, und die Notwendigkeit zur Stimmabgabe zwecks Abwendung
eines drohenden Patts ergibt sich höchstens drei- oder viermal im Jahr.
Warum hat dann die Auswahl des Kandidaten für die Vizepräsidentschaft im
Verlaufe der letzten 25 Jahre eine solche Bedeutung erlangt ? Nun, aus
dreierlei Gründen:
Erstens: Wenn
- 2 -

�Erstens: Wenn man bedenkt, daß von den letzten acht Präsidenten vier
zuvor den Posten des Vizepräsidenten innehatten, kann man mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß der Inhaber dieses Amtes
eines Tages seinen Weg ins Weiße Haus machen wird.

Zweitens: Die Vizepräsidenten der jüngsten Vergangenheit

haben als

Vertreter und Berater ihrer Präsidenten eine weitaus gewichtigere Rolle
gespielt, als noch ihre Vorgänger vor zehn Jahren.
Drittens: Die Anwärter auf die Vizepräsidentschaft spielen heutzutage
im Wahlkampf eine viel bedeutsamere Rolle, als dies in der Vergangenheit
der Fall war.
Im Jahre 1896 beispielsweise erschien dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten William McKinley die Auswahl seines Stellvertreters so
bedeutungslos, daß er sich bereit erklärte, Theodore Roosevelt für dieses
Amt zu nominieren, nur um ihn den Führern der Republikanischen Partei von
New York vom Hals zu schaffen. Roosevelt hatte sie mit seiner Politik als
Gouverneur des Staates New York verärgert.
Im Jahre 1944 konnte sich der demokratische Präsident Franklin Roosevelt einer vierten Wiederwahl keineswegs sicher sein, gleich, wer sein
Vizepräsident war. Dennoch ging er bereitwillig auf die Wünsche der Parteiführung ein und ließ Henry Wallace, der in der Innen- wie in der Außenpolitik zunehmend linksgerichteten Positionen zuneigte, zugunsten von
Harry Truman fallen, einem Senator, der bis dahin keinerlei staatsmännisches Profil gezeigt hatte.
Und selbst noch im Jahre 1964 nominierte der Republikaner Barry Goldwater ungerührt einen obskuren Kongreßabgeordneten aus New York, William
Miller, als seinen Stellvertreter. Wie Goldwater zu verstehen gab, lag
der einzige Grund für diese Auswahl angeblich darin, daß Miller "Lyndon
Johnson zur Weißglut bringt." Präsident Johnson war der demokratische Gegenspieler Goldwaters.

Tatsächlich steckte hinter Millers Nominierung aber doch etwas mehr.
- 3 -

�etwas mehr. Miller besaß zumindest eine der Eigenschaften, die man für
einen Vizepräsidentschaftskandidaten für wichtig hält: er kam aus einem
anderen

Teil

des Landes

als der Präsidentschaftskandidat.

Goldwater

stammt aus Arizona.
Es sind solche Überlegungen, die sich hinter dem Schlagwort vom Aufstellen einer ausgewogenen Mannschaft verbergen. Sie beruhen auf der Vorstellung, daß der Vizepräsidentschaftskandidat möglicherweise in dem Landesteil, aus dem er stammt, Wählerstimmen gewinnen kann, die dem Präsidentschaftskandidaten andernfalls nicht zugefallen wären. Da die beiden
Kandidaten als Team antreten, ist jeder, der für den

Vizepräsident-

schaftskandidaten stimmen will, gezwungen, auch den Präsidentschaftskandidaten zu wählen.
Regionale Gewichtungen dieser Art spielen in den politischen Überlegungen seit langem eine wichtige Rolle, aber nur im Wahlkampf des Jahres
1960 waren sie wirklich entscheidend. Damals wählte der demokratische
Präsidentschaftskandidat John Kennedy aus Massachusetts den Texaner Lyndon Johnson, der noch in dem Rennen um die Nomierung für die Präsidentschaft sein Rivale gewesen war, als seinen VizepräsidentSchaftskandidaten
aus.
Kennedy wurde mit knappem Vorsprung Wahlsieger. Ohne Johnson an seiner Seite, der in Texas, wo der Katholik Kennedy bei den Wählern nicht
ankam, Stimmen mobilisiert hatte, wäre Kennedy wahrscheinlich von dem Republikaner Richard Nixon geschlagen worden.
Kennedy hatte nicht nur erfolgreich vorgeführt, was man mit einem
ausgewogenen Team erreichen kann; zu seiner Hinterlassenschaft gehört
noch ein anderes Moment, das seitdem bei der Bestimmung des Vizepräsidentschaftskandidaten berücksichtigt wird. Da Kennedy ermordet wurde,
übernahm der von ihm ausgewählte Mann das Amt des Präsidenten. Seit jener
Zeit pflegen die Wähler die Vizepräsidentschaftskandidaten etwas genauer
in Augenschein zu nehmen, um sich ein Urteil darüber zu bilden, ob sie
das Zeug dazu haben, gegebenenfalls ins Amt des Präsidenten aufzurücken.
Als Mitbewerber

�Als Mitbewerber den Vertreter eines anderen Landesteils zu ernennen, ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit, ein Parteiprogramm
auszubalancieren. Man kann dies auch in ideologischer Hinsicht tun,
wie dies Ronald Reagan, ein Konservativer, mit großem Erfolg 1980
vorexerzierte, als er George Bush, einen Vertreter der gemäßigten
Linie, auswählte.

Mit Bush gelang es Reagan, die Befürchtungen der gemäßigten Republikaner zu zerstreuen, er würde zu konservativ und ideologiebefrachtet sein. Die Folge davon war, daß Gemäßigte wie der damalige
Gouverneur William Milliken aus Michigan und Howard Baker aus Tennessee , im Senat Fraktionsvorsitzender der Republikanischen Partei, sich
nunmehr überzeugt für Reagan einsetzten.
In der Partei herrschte Eintracht - ganz im Gegensatz zu den
Verleumdungen mancher Gemäßigter, mit denen sich 1964 Goldwater auseinanderzusetzen hatte, als er einen ideologisch völlig Gleichgesinnten zu seinem Mitbewerber machte.
Eine neue Möglichkeit des Ausgleichs besteht darin, eine Frau zu
wählen, wie es in diesem Jahr Mondale mit Frau Ferraro machte. Es war
dies eine Geste gegenüber der so stark politisierten Frauenbewegung,
und es wurde hiermit die Möglichkeit angesprochen - bislang sprechen
politische Theoretiker davon nur im Privaten -, daß Mitbewerber um
die Präsidentschaft automatisch Frauen sein werden.

Eine derartige Entwicklung wird davon abhängen, wie man den Erfolg von Frau Ferraro im Wahlkampf beurteilt. Wird der Eindruck vorherrschen , sie sei für Mondale eine Hilfe gewesen - indem sie vielleicht Millionen von unabhängigen wie republikanischen Frauenstimmen
holt -, dann könnte ein Ausgleich nach Geschlecht durchaus obligatorisch werden. Sollte man in ihr jedoch eher eine Schwächung des
Tickets oder einen Faktor sehen, der vernachlässigt werden kann, dann
wiederum dürfte ein solcher Ausgleich politisch nicht mehr gefragt
sein.
Immer
_ 5 .

aber

muß

�Immer aber muß die gewählte Person den Grundtest bestehen: Sie
muß die Qualitäten haben, die Präsidentschaft zu übernehmen. Natürlich hat dieser Test etwas Subjektives, und Frau Ferraro schien ihn
bestanden zu haben, auch wenn sie erst seit 1979 im Kongreß sitzt.
Erfahrungen in einem öffentlichen Amt konnte sie ansonsten nur als
stellvertretende Staatsanwältin in New York sammeln.

Um zu beweisen, daß sein Mitbewerber über die notwendigen Qualifikationen verfügt, ihn gegebenenfalls zu ersetzen, muß ein Präsidentschaftskandidat

eine

sorgfältige und mühsame Auswahl treffen.

Dennoch: Bis Carter vor acht Jahren Kandidat der Demokraten wurde,
war dieser Prozeß eher etwas ziellos. Und selbst wenn ein Kandidat
größte Sorgfalt bei der Auswahl seines Mitbewerbers walten läßt, so
kann er doch Aspekte übersehen, die sich später als problemreich erweisen.
Da er die eigentlichen Entscheidungsträger der Partei nicht allzu gut kannte, beauftragte Carter seinen engsten Mitarbeiter, Hamilton Jordan, damit, alle demokratischen Gouverneure und Senatoren sowie prominente Mitglieder des Repräsentantenhauses und Bürgermeister
auf der Grundlage ihrer Integrität, Fähigkeit und politischen Akzeptanz hin aufzulisten. Und es war auch Carter, der die Praxis einführte , mögliche Mitbewerber im persönlichen Gespräch kennenzulernen, wobei er mehrere von ihnen in sein Haus in das entlegene Plains in
Georgia zu Einzelgesprächen kommen ließ.
Mondale war verständlicherweise von dem Vorgehen Carters beeindruckt , zumal auf ihn schließlich dessen Wahl fiel. Infolgedessen
ging er im Juni praktisch auf gleiche Weise vor, nachdem er zum
Präsidentschaftskandidaten

nominiert

worden

war.

Er

beauftragte

seinen engsten Mitarbeiter, John Reilly, damit, den Auswahlprozeß zu
beaufsichtigen - wie Carter dies damals getan hatte.

Genau wie jener
sorgte

führte Mondale sieben Interviews durch und

für Gespräche mit

jeweils mindestens einem Vertreter der

größten Interessenvertretungen

in der Partei - Schwarzen, Frauen,

Hispanics, Liberalen und Südstaatlern. Aber nach einem schwierigen
- 6-

�nach einem schwierigen

Kampf um die Nominierung lag auch noch ein

anstrengender Parteitag vor ihm, und er konzentrierte sich deshalb
darauf, jemanden auszuwählen, der unter den Delegierten keinen Widerspruch entfachen würde.

Hätte er den moderaten texanischen Senator Lloyd Bentsen genommen , der dem Ticket ideologisch Gleichgewicht gegeben hätte, so hätten die Liberalen und Feministen lautstark protestiert. Frau Ferraro
stellte sie zufrieden, und

die

Gemäßigten

akzeptierten

sie ohne

Murren.

Aber Qualifikationen für das Amt - wie etwa Erfahrung bei nationalen Themen - sind nicht alles, was ein Kandidat braucht. Seit dem
Wahlkampf des Jahres 1976 beschäftigen sich das Fernsehen und die
Presse ständig mit dem Vizepräsidentschaftskandidaten - und entsprechend werden auch seine Einstellung, seine Persönlichkeit und sein
Verhalten den liyählern bekannt.

Die Aufmerksamkeit der Medien fällt rasch auf sie, wie dies bei
Frau Ferraro der Fall war - auch wenn derlei, dem Argument mancher
politischer Analytiker zufolge, vermieden werden sollte, da der Kandidat für die Vizepräsidentschaft dadurch den Präsidentschaftskandidaten selbst in den Schatten stellt oder in politische Querelen gerät, die von den Medien natürlich gern aufgegriffen werden. Zu Mondales Mißbehagen geschah dies schon, kurz nachdem er Frau Ferraro
ausgewählt hatte.

Trotz seiner gründlichen Analyse ihres Hintergrundes fand er
nichts, was ihn hinsichtlich ihrer verworrenen Finanzen alarmiert
hätte. Aber zwei Wochen lang waren ihr Einkommen und das ihres Ehemannes sowie die Frage nach den von ihr gezahlten Steuern Hauptthema
des Wahlkampfes. Frau Ferraro konnte zwar die Kontroverse durch einen
eindrucksvollen

Auftritt

bei

einer

zweistündigen

Befragung

durch

Reporter aus der Welt schaffen, doch blieb ihr die Peinlichkeit nicht
erspart, über 50 000 Dollar an Steuern nachzahlen zu müssen.
- 7-

Aber

es

hätte

�Aber es hätte schlimmer sein können - wie dies bei dem demokratischen Kandidaten McGovern 1972 der Fall war. Er ernannte Senator
Thomas Eagleton

aus Missouri zu seinem Mitbewerber, mußte jedoch

schon einige Tage später erfahren, daß Eagleton sich wegen einer
psychischen Krankheit einer Elektroschocktherapie unterzogen hatte.

McGovern war gezwungen, Eagleton fallenzulassen, und diese Episode hinterließ bei vielen Wählern den Eindruck, McGovern, der bei
der wichtigen Entscheidung des Mitbewerbers versagt hatte, sei auch
als Präsident nicht der richtige Mann.

Politisch gesehen gibt es einen richtigen Zeitpunkt, zu dem der
Mitbewerber die Aufmerksamkeit auf sich ziehen muß - wenn nämlich die
landesweit übertragenen Debatten im Fernsehen stattfinden. Der erste
Wettstreit dieser Art für die Kandidaten der Vizepräsidentschaft fand
1976 statt, wobei Mondale sich so überzeugend gegen Robert Dole,
Gerald Fords Mitbewerber, durchsetzte, daß dieser Sieg sogar mit dazu
beigetragen haben dürfte, die Wahlen zugunsten von Carter zu entscheiden.

1980 gab es keine Debatte zwischen den Vizepräsidentschaftskandidaten; beide Seiten hatten genug Mühe damit, sich auf eine Debatte zwischen den Kandidaten für die Präsidentschaft selbst zu einigen. Die Gegenüberstellung Ferraro - Bush dürfte jedoch eines der
Hauptereignisse dieses

Wahlkampfes sein, wobei wohl das noch nie

Dagewesene einer Frau als Mitbewerberin der wesentliche Grund für das
Interesse sein wird. Debatten zwischen den Vizepräsidentschaftskandidaten könnten aber durchaus ständiger Teil der Präsidentschaftswahlkämpfe werden.
+ + + + +

- 8 -

�Wi//en/chaft
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

40

3. Oktober 1984

LICHT ALS VERBÜNDETER
- Unkrautbekämpfung auf neuen Wegen -

- (AD) - Eine neue Gruppe wirksamer, für die Umwelt nicht schädlicher
Unkrautvertilgungsmittel wurde von Wissenschaftlern der Universität Illinois in Urbana-Champaign entwickelt.

Sie bezeichnen die Stoffe als "La-

ser "-Herbizide, weil Sonnenlicht erforderlich ist, um den Zerstörungsmechanismus in Gang zu setzen.

Hauptkomponente der Herbizide ist eine normalerweise harmlose Aminosäure,die in allen pflanzlichen und tierischen Organismen vorhanden ist.
Es handelt sich um Delta-Amino-Lävulinsäure
für den grünen Pflanzenfarbstoff Chlorophyll.
Synthese von Tetra-Pyrrol-Molekülen.

(ALA), einen der Bausteine
Pflanzen benutzen ALA zur

Das sind überaus lichtempfindliche

chemische Verbindungen, unentbehrlich für die Bildung von Chlorophyll.
Dieses wiederum ist notwendig in der Photosynthese beim Aufbau von Kohlehydraten aus Kohlendioxid und Wasser mit der Energie des Sonnenlichts.

Erst die Fortschritte, die in jüngster Zeit bei der Erforschung der

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�Erforschung der komplizierten Aufbauprozesse für Chlorophyll und bestimmter Reaktionen bei der Photosynthese gemacht werden konnten, haben die
Entwicklung der "Laser"-Herbizide ermöglicht.

Da deren Ilauptbestandteil

eine biologisch abbaufähige Verbindung ist, die in allen Pflanzen und
Tieren vorkommt, müßte sie nach Ansicht der Wissenschaftler auch unter
umwelthygienischen Gesichtspunkten sicher sein.

Dies wurde von Prof.

Constantin A. Rebeiz (Pflanzenphysiologie) und Prof. Herbert J. Ilopen
(Acker- und Pflanzenbau), den beiden Leitern des Teams von der Universität Illinois, ausdrücklich hervorgehoben.

Die Funktionsweise der "La-

ser "-Herbizide basiere darauf, daß sie die Pflanze veranlassen, lichtempfindliche Chemikalien zu speichern, die unter Einwirkung des Sonnenlichtes in einer Kettenreaktion den Zerstörungsprozeß in Gang setzen.
"Die Pflanzen begehen im wahrsten Sinn des Wortes Selbstmord", sagt
Rebeiz.

Dies sei sowohl vom Mechanismus her als auch in bezug auf Um-

weltauswirkungen ein echter Durchbruch in der Entwicklung von Herbiziden.

"Unsere Forschungen sind auf Unkrautvertilgungsmittel ausgerichtet,

die über eine fest vorgezeichnete und neuartige Wirkungsweise auf der
Basis zuverlässiger biochemischer Prinzipien unerwünschte Pflanzen zerstören. "

Das Herbizid wird kurz vor Anbruch der Nacht versprüht und vom Unkraut absorbiert.

Durch einen chemischen Aktivator

im Herbizid ver-

stärkt, werden in der Dunkelheit mit der zugesetzten ALA-Verbindung sehr
rasch neue Tetrapyrrolgruppen gebildet.

Da Licht fehlt, werden diese

nicht zu Chlorophyll "weiterverarbeitet", sondern bauen bis zum Morgen
ein großes Reservoir lichtempfindlicher Chemikalien auf.

Die Situation

sei ähnlich, so Dr. Rebeiz, wie bei einem langsam aufgefüllten Pulverfaß. Ein Streichholz genüge - in diesem Fall Sonnenlicht -&gt; "um das Pulver zu zünden".

Was sich in der Nacht bilde, sei eine Art kritischer

Masse, in der das Sonnenlicht eine Kettenreaktion auslöse.

Die unter

Lichteinv/irkung in Gang genetzten chemischen Reaktionen führen zur Bildung freier Radikale, durch die die Gewebsstruktur der Pflanzenzellen mit
der Bildung von immer mehr freien Radikalen zerstört werde.

Schließlich

werden die Zellmembranen undicht, die Pflanze "blutet aus".

Sie ver-

trocknet rasch und stirbt ab.

Nach den

�Nach den bisherigen Erfahrungen von

Rebeiz und Hopen sind auf diese

Weise zahlreiche Arten von lästigem Unkraut zu vernichten, wälirend Nutzpflanzen wie Baumwolle oder Sojabohnen zwar im Blattwerk vorübergehend
leichte Schäden aufweisen, dagegen Getreide wie Vfeizen, Hafer, Mais und
Gerste so gut wie gar nicht beeinträchtigt v/erden. Weshalb das so ist,
können die Wissenschaftler noch nicht erklären.

Zur Behandlung von einem

Hektar Fläche genügen ca. 220 g des "Laser"-Herbizids.

Nach Angaben der Wissenschaftler habe man mit den Arbeiten zur Entwicklung geeigneter Verbindungen im Dezember 1982 begonnen, nachdem eine
andere von Prof. Rebeiz geleitete Gruppe einen einmischen Stoff entdeckt
hatte, der bei Pflanzen die Grünfärbung verhinderte.

Rebeiz und Hopen

versuchen jetzt, Verbindungen zu identifizieren, die bei Pflanzen die Eigenproduktion von ALA steigern.
Die Universität Illinois hat bereits die Patentrechte für "Laser "Herbizide erworben. Gegenwärtig bemühen sich in den USA vier Firmen für
agrarwirtschaftliche Produkte um Rechte zur Durchführung

ausgedehnter

Feldversuche und zur Herstellung der entsprechenden Präparate, was zu
günstigeren Preisen führen dürfte.

Denn diese sind bisher noch verhält-

nismäßig hoch.

Die Forschungsarbeiten wurden von der Nationalen Wissenschaftsstiftung der Vereinigten Staaten (NSF) im Rahmen ihres Programms "Stoffwechselbiologie" finanziert.

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