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                  <text>nfoimolion
und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

26. September 1984

39

INHALT
DOKUMENTATION
Rede Präsident Reagans vor der UN-Vollversammlung
- Appell an Moskau Reagan für langfristige amerikanisch-sowjetische Beziehungen
- Erklärung zur 39. UN-Vollversammlung -

HINTERGRUNDMATERIAL
Menschenrechtsverletzungen muß Aufmerksamkeit der KVAE gelten
- Botschafter Goodby unterstreicht zentrales US-Anliegen -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
"CHALLENGER" startet mit sieben Astronauten
- Voraussichtliche Flugdauer: 5. - 13. Oktober 1984 "SARSAT"-Abkommen erleichtert Rettungsaktion
- Notsignale und Ortung über Satelliten Schwefelhaltige Luftschadstoffe und Korrosion
- Verstärkereffekt durch Licht und Ozon -

Um Übei/cndung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 B o n n 2

T e l . : 0 2 2 8 - 3 3 9 2035
Telex: 8-85432

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

REDE PRÄSIDENT REAGANS VOR DER UN-VOLLVERSAMMLUNG
-Appell an Moskau-

New York -(AD)- Am 24. September 1984 hielt Präsident Reagan vor der
Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York eine richtungsweisende
Rede, in der er auf die Notwendigkeit der Wiederaufnahme des Dialogs mit
Moskau hinwies und der Sowjetunion eine Reihe entsprechender Vorschläge
unterbreitete.
Die Rede hat folgenden Wortlaut:
Herr Präsident, Herr Generalsekretär, sehr geehrte Staats- und Regierungschefs, Minister, Repräsentanten und Gäste. Als erstes möchte ich
Präsident Lusaka zu seiner Wahl zum Präsidenten gratulieren und ihm bei
der verantwortungsvollen Verwaltung dieses hohen internationalen Amtes
alles Gute wünschen.
Es ist mir eine Ehre, hier bei Ihnen zu sein, und ich danke Ihnen für
Ihre freundliche Einladung. Ich möchte zur Förderung jener beiden großen
Ziele sprechen, die zur Bildung dieser Organisation geführt haben - der
Sache des Friedens und der Sache der Menschenwürde.
Der Verantwortung dieser Versammlung - der friedlichen Beilegung von

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Beilegung von Konflikten zwischen Völkern und Nationen - können wir nur
dann erfolgreich gerecht werden, wenn wir uns des gemeinsamen Grundes bewußt werden, auf dem wir alle als Bewohner dieses Planeten leben sowie
unserer Stellung als Vertreter von Milliarden unserer Landsleute, deren
tiefste Hoffnung auf das Ende aller Kriege und aller Unterdrückung des
menschlichen Geistes gerichtet. Dies sind die wichtigen, zentralen Realitäten, die uns binden, die es uns ermöglichen, von einer Zukunft zu träumen, die frei ist von den Antagonismen der Vergangenheit. Und wie man
Schatten nur dann erkennen kann, wenn es Licht gibt, so können wir auch
das Falsche nur dann überwinden, wenn wir uns daran erinnern, wie vieles
recht ist. Und wir werden das uns Trennende nur dann überwinden, wenn wir
uns daran erinnern, wie viel mehr uns verbindet.
Dieses Gremium hat genug gehört von den vor uns liegenden Problemen
und Gefahren. Haben wir denn den Mut, von einer Zukunft zu sprechen, die
hell und voller Hoffnung ist, und die unser sein kann, wenn wir nur den
Mut aufbringen, nach ihr zu suchen. Ich glaube, daß diese Zukunft viel
näher liegt, als die meisten von uns zu hoffen wagen.
Zu Beginn dieses Jahrzehnts stellte ein Wissenschaftler des Hudson
Instituts fest, daß die Menschheit in den vergangenen zwei Jahrhunderten
auch gewaltige Veränderungen hin zum Besseren durchgemacht habe - Veränderungen, die nicht immer leicht festzustellen sind und über die nicht
immer geschrieben wird.
"Bis vor 200 Jahren, gab es auf der Erde relativ wenig Menschen," so
der Wissenschaftler. "Alle menschlichen Gesellschaften waren arm. Krankheit und früher Tod beherrschten das Leben der meisten Menschen. Die Menschen waren unwissend und zu einem Großteil den Kräften der Natur ausgeliefert."
"Jetzt," fährt er fort, "befinden wir uns gewissermaßen in der Mitte
eines Prozesses. Fast niemand lebt mehr in einem Land, das so arm ist,
wie es selbst das reichste Land der Vergangenheit war. Es gibt viel mehr
Menschen..., die ein langes und gesundes Leben führen, die vieles lernen
- 2 -

�die vieles lernen konnten und denen noch weit mehr Lernstoff zur Verfügung steht, als ihnen ihre Zeit aufzunehmen erlaubt. Sie sind in der Lage, sich den Kräften der Natur zu stellen und von Entfernungen nahezu unabhängig ."
Wir leben heute, wie dieser Wissenschaftler betont, inmitten einer
der wichtigsten und dramatischsten Perioden der Menschheitsgeschichte in einer Periode, da ein jeder von uns als Katalysator für eine Zeit des
Weltfriedens und unvorherstellbarer menschlicher Freiheit und Würde dienen kann.
Heute würde ich gern vor Ihnen, als herausragenden und einflußreichen
Mitgliedern der Weltgemeinschaft, darlegen, welche Versuche die Vereinigten Staaten unternommen haben, um dazu beizutragen, die Welt dieser neuen
Ä'ra näherzubringen. An vielen Fronten wurden gewaltige Fortschritte gemacht, und ich glaube, daß unsere Bemühungen durch den Trend der Geschichte vervollständigt werden.
Wenn wir genau hinsehen, so können wir, wie ich meine, erkennen, daß
sich die ganze Welt in Richtung auf eine tiefere Würdigung des Wertes der
menschlichen Freiheit - sowohl in ihrer politischen als auch in ihrer
ökonomischen Ausformung - hinbewegt. Teil der Motivation ist ein weltweiter Wunsch nach Wirtschaftswachstum und höherem Lebensstandard. Es
herrscht aber auch die zunehmende Erkenntnis, daß wirtschaftliche Freiheit Vorbedingung ist für Fortschritt und Wachstum im wirtschaftlichen
Bereich - und daß sie eng und unlösbar verbunden ist mit politischer
Freiheit.
überall gelangen Völker und Regierungen zu der Erkenntnis, daß das
Geheimnis einer progressiven neuen Welt darin besteht, Vorteile aus der
Kreativität des menschlichen Geistes zu ziehen, zu Innovation und Unternehmertum des einzelnen anzuregen, harte Arbeit zu belohnen und die Hindernisse für den freien Fluß von Handel und Informationen zu verringern.
Unsere

Opposition

gegenüber

wirtschaftlichen

Restriktionen

und

�Restriktionen und Handelshindernissen steht in Einklang mit unserer Vorstellung von wirtschaftlicher Freiheit und menschlichem Fortschritt. Wir
sind der Meinung, daß solche Hindernisse eine besonders gefährliche Bedrohung für die sich entwickelnden Nationen und ihre Chancen darstellen,
durch ausgeweitete Exportmärkte am Wohlstand dieser Welt teilzuhaben.
Morgen werde ich auf diese Frage beim Internationalen Währungsfonds noch
näher eingehen - und auch auf den Wunsch Amerikas nach offeneren Handelsmärkten in der ganzen Welt.
Dieser Wunsch, die Handelsbarrieren zu beseitigen, sowie unser offenes Eintreten für die Freiheit als Triebkraft des menschlichen Fortschritts bilden zwei der Grundelemente in dem Bemühen der Vereinigten
Staaten und des amerikanischen Volks, dazu beizutragen, eine Welt zu
schaffen, in der Wohlstand das Normale ist, Konflikt aber ein Irrweg, und
in der die Würde und die Freiheit des Menschen selbstverständlicher Teil
seines Lebens sind.
Ich möchte diese Schritte in einen größeren Zusammenhang stellen, indem ich kurz die Hauptziele der amerikanischer Außenpolitik umreiße und
dann mit Ihnen die praktischen Schritte betrachte, die wir unternehmen,
um Freiheit zu fördern und Krieg zu verhindern. Ich möchte zunächst darlegen, wie wir darangegangen sind, unsere Beziehungen zu alten Verbündeten und zu neuen Freunden stärken; was wir zweitens tun, um zur Verhinderung von regionalen Konflikten beizutragen, die die Saat einer weltweiten
Feuersbrunst in sich tragen könnten; und wie es drittens um den Stand unserer Bemühungen bestellt ist, gemeinsam mit der Sowjetunion den Umfang
der Waffenarsenale zu verringern.
Lassen Sie mich mit einem Wort
Außenpolitik beginnen, die auch seit
stets folgerichtig gewesen sind, die
gefördert haben und die sogar in die
aufgenommen wurden.

über die Ziele der amerikanischen
der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg
die Schaffung der Vereinten Nationen
Charta der Vereinten Nationen selbst

Die Charta der Vereinten Nationen nennt zwei Hauptziele: "Künftige
- 4 -

�Hauptziele: "Künftige Geschlechter vor der Geisel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit
gebracht hat," und "den Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde
und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von
Mann und Frau sowie von Nationen, ob groß oder klein, erneut zu bekräftigen."
Die Gründer der Vereinten Nationen waren sich der Beziehungen zwischen diesen beiden Zielen voll bewußt. Und ich möchte Ihnen hier sagen,
daß die Regierung der Vereinigten Staaten auch weiterhin diese Sorge um
die Menschenrechte als den moralischen Mittelpunkt unserer Außenpolitik
ansehen wird. Wir werden niemals die Freiheit eines Volkes als Mittel zum
Zweck in der Weltpolitik ansehen. Wir hoffen auf eine Zeit, da alle Menschen dieser Welt sich des Segens der persönlichen Freiheiten erfreuen
können.
Aber ich möchte zugleich betonen, daß unsere Sorge um den Schutz der
Menschenrechte Teil unserer Sorge um die Bewahrung des Friedens ist.
Alle Nationen sind gehalten, die Verpflichtungen zu erfüllen, die sie
freiwillig gemäß der Allgemeinen Deklaration der Menschenrechte eingegangen sind.
Dort heißt es: "Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille soll durch ehrliche, periodisch stattfindende Wahlen zum Ausdruck gelangen." Die Deklaration enthält auch die folgenden Rechte: "Gewerkschaften zu gründen und sich Gewerkschaften anzuschließen," allein oder in Gemeinschaft mit anderen Eigentum zu besitzen," "jedes Land zu verlassen, auch das eigene, und in
sein Land zurückzukehren," und sich des "Rechts auf Meinungs- und Ausdrucksfreiheit" zu erfreuen. Das vielleicht anschaulichste Beispiel der
Beziehung zwischen Menschenrechten und Frieden ist das Recht von Friedensgruppen, zu bestehen und ihre Ansichten zu verteten. Ja, die Behandlung von Friedensgruppen könnte ein Prüfstein für den echten Wunsch einer
Regierung nach Frieden sein.
Zusätzlich zur Betonung
- 5 -

�Zusätzlich zur Betonung dieses Bindegliedes zwischen dem Einstehen
für die Menschenrechte und der Verhinderung eines Krieges haben die Vereinigten Staaten wichtige Schritte unternommen - wie ich bereits erwähnt
habe -, um einen weltweiten Konflikt zu verhindern.
Ausgangspunkt und Eckstein unserer Außenpolitik ist unser Bündnis und
unsere Partnerschaft mit befreundeten Demokratien. Seit 35 Jahren garantiert das Nordatlantische Bündnis den Frieden in Europa. Sowohl in Europa
als auch in Asien sind unsere Bündnisse Triebkraft für eine tiefe Aussöhnung zwischen Nationen, die in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten bittere Kriege ausgetragen haben. Und hier in der westlichen Hemisphäre werden Nord und Süd von der Flutwelle der Freiheit emporgetragen
und vereinigen sich in einer gemeinsamen Anstrengung, friedliche Wirtschaftsentwicklung zu fördern.
Wir sind stolz auf unsere Verbindung zu all jenen Ländern, die unsere
Verpflichtung gegenüber Freiheit, Menschenrechten, Herrschaft des Gesetzes und Frieden zwischen den Staaten teilen. Ja, das Bollwerk der
Sicherheit, das die demokratischen Bündnisse bieten, ist und bleibt von
entscheidender Bedeutung für die Bewahrung des Weltfriedens. Jedes Bündnis bringt Lasten und Verpflichtungen mit sich, aber diese sind weit geringer als die Gefahren und die Opfer, zu denen es kommen würde, wenn die
friedliebenden Nationen untereinander uneins und nachlässig hinsichtlich
ihrer gemeinsamen Sicherheit wären. Das Volk der Vereinigten Staaten wird
auch weiterhin seinen Verpflichtungen treu bleiben.
Aber die Vereinigten Staaten sind auch ihren Bündnissen und Freundschaften mit einer Vielzahl von Nationen in der entwickelten wie in der
sich entwickelnden Welt treu, die unterschiedliche politische Systeme,
Kulturen und Traditionen haben. Die Entwicklung von Bindungen zwischen
den Vereinigten Staten und China - ein bedeutsames globales Ereignis der
letzten Jahre - zeigt unsere Bereitschaft, unsere Beziehungen zu Ländern
zu verbessern, die sich ideologisch von dem unsrigen sehr unterscheiden.
Wir
- 6 -

sind

bereit,

�Wir sind bereit, der Freund eines jeden Landes zu sein, das unser
Freund und ein Freund des Friedens ist. Wir respektieren echte Blockfreiheit. Unsere eigene Nation wurde in einer Revolution geboren, und wir haben dabei geholfen, den Prozeß der Entkolonialisierung zu fördern, der
die Unabhängigkeit von so vielen Mitgliedern dieser Körperschaft herbeigeführt hat - und wir sind stolz auf diese geschichtliche Tatsache.

Wir sind auch stolz auf unsere Rolle bei der Gründung der Vereinten
Nationen und auf unsere Unterstützung dieser Organisation über die Jahre
hinweg. Lassen

Sie mich

noch

einmal

unsere unerschütterliche Unter-

stützung eines Grundprinzips des Systems der Vereinten Nationen betonen des Prinzips der Universalität, sowohl hier als auch in den technischen
UN-Organisationen in der ganzen Welt. Wenn man die Universalität außer
Acht laut, wenn Staaten illegalerweise ausgeschlossen werden, dann können
auch die Vereinten Nationen selbst nicht erwarten, daß sie erfolgreich
sind.

Die Vereinigten Staaten begrüßen Vielfalt und friedlichen Wettbewerb;
wir fürchten die geschichtliche Entwicklung nicht. Wir sind in ideologischer Hinsicht nicht steif und starr. Wir haben Prinzipien und werden zu
ihnen stehen, aber wir suchen zugleich die Freundschaft und den guten
Willen aller - sowohl der alten Freunde als auch der neuen.

Wir waren immer bemüht, anderen die Hand zur Hilfe zu reichen - von
unseren

Hilfsaktionen

Marshall-Plan

und

den

in Europa
massiven

nach

dem

Ersten

Beistandsprogrammen

Weltkrieg
nach

dem

bis

zum

Zweiten

Weltkrieg. Seit 1946 haben die Vereinigten Staaten den Entwicklungsländern mehr als 115 Milliarden Dollar an Wirtschaftshilfe zur Verfügung
gestellt, und

heute kommen von ihnen rund ein Drittel der fast 90

Milliarden Dollar an öffentlichen wie privaten Geldern, die in die Entwicklungswelt fließen. Darüberhinaus nehmen die Vereinigten Staaten rund
ein Drittel der Fertigwarenexporte der Entwicklungswelt auf.

Aber aller wirtschaftliche Fortschritt ist genau wie alle anderen
- 7 -

�wie alle anderen Bewegungen in Richtung auf größeres Verständnis zwischen
den Nationen dieser Welt natürlich gefährdet durch die möglichen Konflikte - auf globalem wie auf regionalem Niveau.

Ich werde gleich noch auf

die Gefahr eines Konfliktes auf weltweiter Basis eingehen und über den
Stand der Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion zu sprechen kommen.

Erlauben Sie mir jedoch, zunächst auf das

Kernproblem regionaler Konflikte einzugehen - denn die Geschichte bietet
tragische Beweise dafür, daß es diese Konflikte sind, die den Funken auslösen, der zu weltweiter Feuersbrunst führt.

In einem gläsernen Schaukasten in der Halle gegenüber dem Oval Office
im Weißen Haus liegt eine Goldmedaille - der Friedensnobelpreis, der
Theodore Roosevelt für seinen Vermittlungsbeitrag im russisch-japanischen
Krieg 1905 verliehen wurde.

Es war der erste Preis dieser Art, den ein

Amerikaner verliehen bekam, und er ist Teil einer Tradition, auf die das
amerikanische Volk sehr stolz ist und die es heute in vielen Regionen der
Welt fortführt.

Beispielsweise unternehmen wir diplomatische Anstrengungen zur Lösung
des Konflikts im südlichen Afrika, wobei wir mit den Frontstaaten und unseren Partnern in der Kontaktgruppe zusammenarbeiten. Mosambik und die
Republik Südafrika haben ein Abkommen von historischer Bedeutung über Gewaltverzicht und Zusammenarbeit erzielt, und Südafrika und Angola haben
sich auf ein Auseinanderrücken ihrer Truppen in Angola verständigt.

Au-

ßerdem sind die Grundlagen für die Unabhängigkeit Namibias geschaffen
worden, wobei über praktisch alle Aspekte der Resolution Nr.

435 des UN-

Sicherheitsrats Übereinstimmung erzielt werden konnte.

Ich möchte hinzufügen, daß die Vereinigten Staaten es aus moralischen
Gründen für unabdingbar halten, daß die Rassenpolitik der Republik Südafrika friedlich, aber mit Entschiedenheit so fortentwickelt wird, daß ein
System entsteht, das den Grundnormen der Gerechtigkeit, Freiheit und Menschenwürde entspricht.

Ich stelle mit Genugtuung fest, daß amerikanische

Firmen in Südafrika zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der
schwarzen Bevölkerung beitragen, indem sie eine Politik der gleichen Be- 8 -

�gleichen Beschäftigungschancen verfolgen, Es muß jedoch eindeutig noch
sehr viel mehr geschehen.

In Mittelamerika unterstützen die Vereinigten Staaten einen diplomatischen Prozeß, dessen Ziel die Wiederherstellung von Friede und Sicherheit in dieser Region ist.

Wir haben zur Förderung der wirtschaft-

lichen Entwicklung und des sozialen Fortschritts dort erhebliche Mittel
aufgewandt.

Der wachsende Erfolg der demokratischen Entwicklung in El Salvador
bildet den besten Beweis dafür, daß der Schlüssel zum Frieden in einer
politischen Lösung beruht. Freie Wahlen haben dem Land zu einer Regieung verholfen, die Demokratie, Reformen, wirtschaftlichen Fortschritt und
Frieden in der Region auf ihr Banner geschrieben hat. Bedauerlicherweise
gibt es in der Region Kräfte, die alles daran setzen,
Wandel zu vereiteln.
Defensive.

den demokratischen

Diese Kräfte befinden sich jedoch inzwischen in der

Das Blatt hat sich zugunsten der Sache der Freiheit gewendet.

Wir appellieren insbesondere an Nicaragua, von seiner Politik der Subversion und des Militarismus abzurücken, die Versprechen zu erfüllen, die es
der OAS gegeben hat, und im eigenen Lande ein demokratisches System zu
errichten.

Seit Jahrzehnten wird der Nahe Osten mehr als andere Regionen der
Welt von Konflikten und Tragödien heimgesucht, über all diese Jahre hinweg haben die Vereinigten Staaten an diplomatischen Bemühungen zur Wiederherstellung des Friedens aktiv mitgewirkt.

Wir verstehen uns als

vollwertigen Partner in diesem Streben nach Frieden.

Die Ereignisse in

den elf Jahren, die seit dem Oktoberkrieg verstrichen sind, zeigen, daß
sich auf dem Verhandlungswege vieles erreichen läßt, aber auch, daß der
Weg zum Frieden lang und steinig ist:

- Vor zwei Jahren schlug ich vor, in dem Streben nach einer Verhandlungslösung des israelisch-arabischen Konflikts einen neuen Anfang zu
setzen.

Meine Initiative vom 1. September 1982 beinhaltet eine Reihe

von Positionen, die als Grundlage für einen gerechten und dauerhaften

�und dauerhaften Frieden dienen könnten.

Diese Initiative bildet im-

mer noch einen realistischen und praktikablen Ansatz, und ich stehe
immer noch so fest dazu wie an dem Tag, als ich sie bekanntgab. Der
Grundstein dieser Bemühungen ist nach wie vor die Resolution Nr. 242
des UN-Sicherheitsrats, die wiederum in all ihren Teilen in das Abkommen von Camp David Eingang gefunden hat.
- Die Tragödie im Libanon ist immer noch nicht beendet.

Erst in der

letzten Woche wurden wir durch einen verabscheuungswürdigen Akt der
Barbarei, begangen von Kräften, die außerstande sind, einen Platz in
der menschlichen Gesellschaft einzunehmen, wieder einmal daran erinnert, daß das Leid im Libanon fortdauert.

Im Jahre 1983 erzielten

Israel und der Libanon mit unserer Hilfe ein Übereinkommen, das, wäre
es verwirklicht worden, zu einem vollständigen Abzug der israelischen
Streitkräfte im Rahmen eines Abzugs aller ausländischen Truppen hätte
führen können.

Dieses Abkommen scheiterte an unüberwindlichen Hin-

dernissen, so daß das endlose Leid des libanesischen Volkes andauert.
Tausende von Menschen bleiben infolge der anhaltenden Gewalttätigkeiten von ihren Wohnstätten verbannt und sind Flüchtlinge im eigenen
Land.

Die einstmals blühende Wirtschaft des Libanon steht vor dem

Zusammenbruch. Alle Freunde des Libanon sollten ihre Kräfte vereinen,
um diesem Alptraum ein Ende zu bereiten.
- Was den Persischen Golf anbelangt, so haben die Vereinigten Staaten
eine Reihe von Entschließungen des UN-Sicherheitsrats unterstützt, in
denen ein Ende des Krieges zwischen dem Iran und dem Irak gefordert
wird, eines Krieges, der so viel Tod und Zerstörung mit sich gebracht
hat und der die wirtschaftliche Stabilität der ganzen Welt gefährdet.
Wir hoffen, daß die Feindseligkeiten bald ein Ende finden, das die
politische und territoriale Unversehrtheit beider Seiten wahrt, so
daß sie ihre Energien darauf richten können, den Bedürfnissen ihrer
Bürger gerecht zu werden und die Beziehungen zu anderen Staaten wiederaufzunehmen.
- Die Erfahrung lehrt, daß Verhandlungen durchaus zu etwas führen kön- 10 -

�führen können.

Durch den Friedensvertrag mit Israel konnte Ägypten

den Sinai auf friedlichem Wege zurückgewinnen, was eindeutig zeigt,
daß der Verhandlungsprozeß durchaus Ergebnisse zeitigt, wenn den Beteiligten wirklich daran liegt.

Der Zeitpunkt wird kommen, wo man

mit der gleichen Umsicht und dem gleichen Mut - und mit Erfolg - daran gehen wird, zwischen Israel und allen seinen arabischen Nachbarn
einen Frieden zu schaffen, der die Sicherheit aller Länder der Region
ebenso gewährleistet wie die Anerkennung des Staates Israel und eine
Regelung der palästinensischen Frage.
In allen Teilen der Welt sind die Vereinigten Staaten gleichermaßen
im Rahmen der Friedensdiplomatie engagiert, sei es, indem sie aktiv mitwirken oder indem sie entsprechende Bemühungen entschieden unterstützen:
- In Südostasien haben wir die ASEAN-Gruppe in ihren Anstrengungen unterstützt, weltweiten Beistand bei dem Versuch zu finden, die Kambodscha-Frage einer friedlichen Regelung zuzuführen, in deren Rahmen die
vietnamesischen Streitkräfte das Land zu verlassen hätten und eine
Regierung gewählt werden müßte, die wirklich das Volk vertritt. Der
Erfolg der Länder der ASEAN-Gruppe bei der Förderung der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung hat in hohem Maße dazu beigetragen, Frieden und Stabilität in der Region zu sichern.
- Was Afghanistan angeht, so haben der UN-Generalsekretär und seine Bevollmächtigten bei ihrer intensiven Suche nach einer diplomatischen
Lösung unsere volle Unterstützung. Ich darf Ihnen versichern, daß
die Vereinigten Staaten auch weiterhin alles in ihrer Macht Stehende
tun werden, um eine Verhandlungslösung zu finden, die dem afghanischen Volk das Recht zuerkennt, sein Schicksal selbst zu bestimmen,
den afghanischen Flüchtlingen eine ehrenhafte Rückkehr in ihr Heimatland gestattet und den legitimen Sicherheitsinteressen aller Nachbarstaaten Rechnung trägt.
- Im Hinblick auf die koreanische Halbinsel, die in einem Zustand der
Spaltung und der Spannung lebt, haben wir die vertrauensbildenden
- 11 -

�die vertrauensbildenden Maßnahmen, die von der Republik Korea und von
der UN-Befehlsstelle in Panmunjon vorgeschlagen wurden, auf das nachdrücklichste unterstützt.

Sie bilden einen wichtigen ersten Schritt

in Richtung auf eine langfristig zu verwirklichende friedliche Wiedervereinigung.
- Wir fühlen uns von den Fortschritten, die andere Staaten beim Abbau
bestehender Spannungen erzielt haben, ermutigt, insbesondere von den
Bemühungen der Bundesrepublik zur Überwindung der Schranken zwischen
den beiden deutschen Staaten.
- Weiterhin stehen die Vereinigten Staaten voll und ganz hinter den Bemühungen des UN-Generalsekretärs, den beteiligten Parteien in Zypern
bei der Wiederherstellung eines friedlichen und geeinten Landes behilflich zu sein.
Die Vereinigten Staaten haben stets friedliche Lösungen bestehender
Konflikte befürwortet und werden dies auch weiterhin tun. Dies gilt in
vollem Umfang auch für die Beziehungen meines Landes zur Sowjetunion.

Als ich im vergangenen Jahr zu Ihnen sprach, sagte ich, daß wir uns bei
der Verhinderung eines Krieges nicht allein auf den über- lebensinstinkt
verlassen dürfen. Abschreckung ist notwendig, aber nicht hinreichend.
Amerika hat seine Stärke wiedererlangt. Wir haben unsere Beziehungen zu
den Ländern, mit denen uns Freundschaften oder Bündnisse verbinden,
gefestigt. Wir sind zu konstruktiven Verhandlungen mit der Sowjetunion
bereit.
Es ist uns bewußt, daß es keine vernünftige Alternative zu Verhandlungen über Rüstungskontrolle und andere Fragen zwischen unseren beiden
Nationen gibt, die beide in der Lage sind, die Zivilisation, wie wir sie
kennen, zu zerstören. Ich glaube, daß dieser Standpunkt von praktisch
jedem Staat der Welt und auch von der Sowjetunion geteilt wird.
Ich möchte Ihnen heute darlegen, was die Vereinigten Staaten und die
Sowjetunion gemeinsam in den kommenden Jahren erreichen können und welche
konkreten Schritte getroffen werden müssen. Während ich hier stehe und
- 12 -

�stehe und von diesem Podium herabblicke, kann ich dort vor mir den Platz
des Vertreters der Sowjetunion sehen.

Nicht weit von seinem Platz, nur

etwas seitlich, ist der Platz des Vertreters der Vereinigten Staaten.

In

diesem historischen Versammlungssaal trennt uns erkennbar keine große
Entfernung.

Außerhalb dieses Saales verbleiben zwar klare Unterschiede,

aber alles spricht dafür, daß wir alles Erdenkliche tun sollten, um die
Distanz, die uns trennt, zu verkleinern.

Deshalb sind wir hier.

Liegt

darin nicht der eigentliche Sinn dieser Organisation ?

Am 16. Januar dieses Jahres habe ich drei Ziele für die amerikanischsowjetischen Beziehungen definiert, aus denen man eine Tagesordnung für
unsere Arbeit in den vor uns liegenden Monaten ableiten kann.

Ich sagte erstens, daß wir Mittel und Wege finden müssen, um die Androhung und den Gebrauch von Gewalt bei der Lösung zwischenstaatlicher
Konflikte zu beschränken und schließlich überhaupt aus der Welt zu schaffen.

Obwohl uns die Gefahr eines Atomkriegs mit Sorge erfüllt, lenkt sie

uns doch keineswegs von den schrecklichen menschlichen Tragödien ab, die
die regionalen Konflikte, über die ich eben sprach, Tag für Tag mit sich
bringen.

Wir haben eine gemeinsame und besondere Verantwortung, zur

politischen Lösung dieser Probleme beizutragen anstatt sie durch die
Lieferung von noch mehr Waffen weiter zu verschlimmern.

Ich schlage daher vor, daß unsere beiden Länder übereinkommen, regelmäßige Konsultationen auf politischer Entscheidungsebene über regionale
Probleme abzuhalten.

Wenn die Sowjets dem zustimmen, sind wir bereit, in

regelmäßigen Abständen hochrangige Experten zu einem eingehenden Meinungsaustausch abzustellen.

Ich habe Außenminister Shultz gebeten, dies

mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gromyko abzuklären.

Einflußsphären

gehören der Vergangenheit an, amerikanisch-sowjetische Interessenunterschiede jedoch nicht.

Das Ziel eines solchen politischen Dialogs sollte

darin bestehen, Fehleinschätzungen zu vermeiden, die Gefahr einer möglichen sowjetisch-amerikanischen Konfrontation zu vermindern und den Menschen in Konfliktgebieten bei der Suche nach friedlichen Lösungen zu helfen.
Die
- 13 -

Vereinigten

�Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion haben über einige regionale Probleme bereits Übereinkünfte von historischer Bedeutung erzielen
können.

Der Österreichische Staatsvertrag und die Berlinabkommen bilden

bemerkenswerte und dauerhafte Beispiele.

Wir sollten mit aller Entschie-

denheit versuchen, auch in der Zukunft zu ähnlichen Vereinbarungen zu
kommen.
Unsere zweite Aufgabe muß darin bestehen, Mittel und Wege zur Verminderung der in aller Welt aufgetürmten Waffenarsenale zu finden. Ich bin
voll und ganz bereit, unsere Verhandlungsanstrengungen zu verdoppeln, um
echte Ergebnisse zu erzielen: in Genf eine vollständige Ächtung der chemischen Waffen; in Wien eine wirkliche Verminderung der konventionellen
Streitkräfte der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten, des Warschauer
Paktes und der NATO, auf ein niedrigeres und für beide Seiten gleiches
Niveau; in Stockholm konkrete, praktische Maßnahmen zur Stärkung des beiderseitigen Vertrauens, zur Verminderung der Kriegsgefahr und zur Erneuerung der Verpflichtung zum Gewaltverzicht; auf dem Gebiet der Atomwaffentests Verbesserungen bei der Verifikation, die wesentlich sind, um die
Einhaltung des Schwellenvertrags und des Vertrags über unterirdische
Kernexplosionen zu friedlichen Zwecken sicherzustellen; auf dem Gebiet
der Nichtweiterverbreitung enge Zusammenarbeit, um die internationalen
Institutionen und Gepflogenheiten zu stärken und zu verbessern, deren
Ziel es ist, der Weiterverbreitung von Kernwaffen Einhalt zu gebieten,
außerdem eine Verdopplung der Anstrengungen, den legitimen Erwartungen
aller Nationen gerecht zu werden, daß die Sowjetunion und die Vereinigten
Staaten ihre Kernwaffenarsenale in erheblichem Umfang verkleinern. Die
Sowjets und wir haben vereinbart, die Einrichtungen unserer direkten
Fernmeldeverbindung, den Heißen Draht, technisch zu verbessern. Die
Gespräche über Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen, die wir in den
vergangenen Jahren geführt haben, waren für beide Seiten nützlich. Wir
glauben, daß es auf diesem Gebiet noch weitere Möglichkeiten der Verbesserung der bestehenden Verbindungen gibt, die eine ernsthafte Prüfung
verdienen.

Ich meine,
- 14 -

�Ich meine, daß der sowjetische Vorschlag, in Wien amerikanisch-sowjetische Gespräche zu eröffnen, eine wichtige Gelegenheit geboten hat,
diesen Zielen näherzukommen.

Wir haben uns bereit erklärt, eine große

Spannbreite von Anliegen beider Seiten zu diskutieren, so zum Beispiel
die Frage, in welchem Verhältnis offensive und defensive Waffen zueinander stehen, und auch die Thematik, die mit dem Begriff der Militarisierung des Weltraums umschrieben worden ist.

Während der Gespräche wäre

zu überlegen, welche Form der Zurückhaltung sich beide Seiten auferlegen
könnten, solange die Verhandlungen andauern.

Jegliche Übereinkunft muß

jedoch logischerweise in Abhängigkeit von unserer Fähigkeit gesehen werden, den Rüstungswettlauf im Bereich der Offensivsysteme unter Kontrolle
zu bekommen und echte Stabilität auf einem erheblich niedrigeren nuklearen Rüstungsniveau herzustellen.

In all diesen Bereichen werden wir einen Ansatz wählen, der so ausgelegt ist, daß er den von der Sowjetunion zum Ausdruck gebrachten Bedenken Rechnung trägt und daß er als Grundlage für einen historischen
Durchburch auf dem Gebiet der Rüstungskontrolle zu dienen vermag.

Die

Tatsache, daß wir unsere Zusammenkunft in Wien nicht bereits in diesem
Monat, d.h., zu dem ursprünglich

von der Sowjetunion

vorgeschlagenen

Termin, eröffnen konnten, hat mich mit Enttäuschung erfüllt.

Ich hoffe,

daß wir mit diesen Gesprächen bis zum Jahresende oder zumindest kurz
danach beginnen können.

Die dritte Aufgabe, die ich im Januar formuliert habe, bezog sich auf
die Herstellung eines besseren Arbeitsklimas zwischen der Sowjetunion und
den Vereinigten Staaten, d.h., eines Klimas, das durch mehr Zusammenarbeit und ein besseres Verständnis gekennzeichnet ist.
bescheidene Fortschritte erzielt.

Wir haben einige

Wir haben Abkommen über die Verbesse-

rung des Heißen Drahts, die Verlängerung unseres zehn Jahre alten Wirtschaftsabkommens, die Verbesserung der Zusammenarbeit in Konsularfragen
und die Prüfung der Möglichkeit der Koordination von Seenotsuch und -rettungsoperationen aushandeln können.

Wir haben ferner angeboten, die Getreidemenge, die die Sowjets in den

- 15 -

�in den Vereinigten Staaten kaufen können, erheblich zu erhöhen und der
Sowjetunion direkte Fischereifangquoten
einzuräumen.
ten.

vor den amerikanischen Küsten

Es gibt aber noch viel mehr, was wir gemeinsam tun könn-

Was mir besonders am Herzen liegt, ist eine Beseitigung der Schran-

ken zwischen den Menschen in der Sowjetunion und denen in den Vereinigten
Staaten sowie der Schranken zwischen unseren politischen, militärischen
und sonstigen Führungskräften.

All

die

von

mir

angesprochenen

Rüstungskontrollverhandlungen,

spielen

Maßnahmen,

besonders

im

eines

Rahmen

aber

die

schrittweisen

Prozesses in Richtung auf den Frieden eine äußerst wichtige Rolle.

Ich

möchte hinzufügen, daß wir den Rüstungskontrollprozeß ausweiten und einen
größeren Schirm schaffen müssen, unter dem er ablaufen kann - eine Straßenkarte, wenn man so will, aus der zu ersehen ist, wohin all diese einzelnen Anstrengungen im Verlaufe der nächsten 20 Jahre führen können.

Dies würde Schritt-für-Schritt-Verhandlungen wesentlich unterstützen
und uns in die Lage versetzen, nicht alle unsere Hoffnungen oder unsere
Erwartungen auf eine einzelne Folge oder Serie von Verhandlungen setzen
zu müssen, falls der Fortschritt vorübergehend bei einer Gesprächsreihe
aufgehalten wird.

Dieser neu geschaffene Rahmen für die Rüstungskontrol-

le könnte dazu beitragen, eine Verlangsamung bei anderen Verhandlungen
aufzufangen.

Mit dem großen Ziel vor Augen, den Völkern der Erde die Furcht vor
einem Atomkrieg zu nehmen, lade ich heute die Führer der Welt ein, sich
an einem neuen Beginn zu beteiligen.

Wir müssen einen neuen Versuch un-

ternehmen, um die internationalen Spannungen abzubauen.

Die Geschichte

beweist über jeden Zweifel, daß das Wettrüsten - genau so, wie es seine
Wurzeln in politischem Argwohn und in politischer Besorgnis hat - auch in
stabilisierende Richtungen gelenkt und letztendlich beendet werden kann,
wenn man sich mit diesem politischen Argwohn und mit dieser politischen
Besorgnis befaßt.

Um dieses Ziel zu erreichen, werde ich der Sowjetunion vorschlagen,

- 16 -

�Sowjetunion vorschlagen, regelmäßige Treffen auf Minister- oder Kabinettsebene zwischen unseren Ländern über den ganzen Bereich der vor uns
liegenden Fragen, einschließlich des Problems unnötiger Hindernisse für
die Verständigung, zu institutionalisieren.
danken herauszugreifen:

Um nur einen Diskussionsge-

In solchen Gesprächen könnten wir den Austausch

von Entwürfen für Fünfjahres-Militärpläne im Bereich der Waffenentwicklung sowie dementsprechend unsere ins Auge gefaßten Beschaffungstermine
in Betracht ziehen.

Wir würden ferner den Austausch von Beobachtern bei

Manövern und militärischen Anlagen begrüßen.

Und ich schlage vor, daß

wir einen Weg finden, damit sowjetische Experten amerikanische Atomteststätten aufsuchen können und amerikanische Fachleute die sowjetischen, um
die Stärke der zur Explosion gebrachten Kernsprengladungen direkt festzustellen.

Wir sollten darauf hinarbeiten, daß es bis zum nächsten Früh-

jahr derartige Vorkehrungen gibt.

Ich hoffe, daß die Sowjetunion bei diesem Vorhaben mitarbeiten und
auf eine Weise zu einem solchen Austausch bereit sein wird, die unsere
beiden Länder in die Lage versetzt, die Grundlage für eine Verifizierung
wirksamer Begrenzungen der unterirdischen Kernwaffenversuche zu schaffen.

Meiner Auffassung nach könnten solche Gespräche rasch zu der Entwicklung eines neuen Klimas der politischen Verständigung führen - eines Klimas, das wesentlich ist, wenn Krisen vermieden werden sollen und über
echte Rüstungskontrolle verhandelt werden soll.
konferenzen eine wichtige Rolle spielen.

Natürlich müssen Gipfel-

Sie müssen jedoch sorgfältig

vorbereitet werden, und der Nutzen hier besteht darin, daß Treffen auf
Ministerebene jenen Fortschritt bringen werden, der die beste Vorbereitung für Gespräche auf höherer Ebene zwischen uns und der Führung der
Sowjetunion darstellt.

Wieviel an Fortschritt wir erreichen werden und

an welchem Ort, vermag ich nicht zu sagen.

Aber wir haben die moralische

Verpflichtung, es immer wieder zu versuchen.

Manche mögen derartige Vorschläge und meinen Optimismus als vereinfachenden amerikanischen Idealismus abzutun.

Und sie werden auf die Bürden

der modernen Welt sowie auf die Geschichte verweisen.

- 17 -

Nun ja, wenn wir

�wenn wir uns hinsetzen und Jahr für Jahr, Generation um Generation die
Hungersnöte, die Seuchen, die Kriege und die Invasion katalogisieren, die
die Menschheit über sich ergehen lassen mußte, dann wird es eine lange
Liste sein und die Herabwürdigung der Menschlichkeit wird so schrecklich
erscheinen, daß dies für den menschlichen Geist kaum erträglich sein mag.

Aber ist dies nicht engstirnig und kurzsichtig und überhaupt nicht
das, was für uns die Geschichte ausmacht?

Ja, die schändlichen und unge-

rechten Taten sind alle aufgezeichnet, aber was eben auch aus dem geschichtlich Festgehaltenen herausleuchtet, ist doch der Wagemut jener,
die eine Vision hatten, und sind die Taten derer, die die Kraft des Konstruktiven besaßen.

Das sind doch die Dinge, über die wir berichten und die wir an unsere
Kinder weitergeben.

Dies ist das fortdauerndste und am meisten ins Auge

fallende Faktum im Hinblick auf die Geschichte des Menschen, daß nämlich
trotz allem Leid und trotz aller Tragödien der Mensch immer wieder kühn
die wirkliche Zukunft des menschlichen Fortschrittes im Auge behalten
hat:

Das ständige Mehr nicht einfach nur am materiellen Wohlergehen,

sondern an geistiger Einsicht.

"Es hat Tyrannen und Mörder gegeben, und eine Zeitlang mögen sie unbesiegbar erscheinen.

Aber letztendlich stürzen sie alle... Das muß man

sich immer vor Augen halten.

Durch die ganze Geschichte hindurch haben

Wahrheit und Liebe immer obsiegt."

Das war die Überzeugung und die Visi-

on Mahatma Ghandis, und diese Vision ist auch heute noch gut und wahr.
"Alles ist ein Geschenk", soll der Lieblingsausspruch eines anderen
großen Geistes gewesen sein, eines spanischen Soldaten, der das Kriegshandwerk aufgab und dem Weg der Liebe und des Friedens folgte.

Wenn wir

die beiden großen Ziele der UN-Charta verwirklichen wollen - die Träume
des Friedens und der Menschenwürde -, dann müssen wir uns diese Worte des
Ignatius von Loyola zu Herzen nehmen; wir müssen lang innehalten, um uns
der Geschenke und Gaben bewußt zu werden, die wir von dem erhalten haben,
der uns geschaffen hat: Er hat uns das Leben geschenkt, er hat uns diese

- 18 -

�uns diese Welt geschenkt, und er hat uns das Geschenk des Miteinanders
gemacht.

Er hat uns auch die Gegenwart geschenkt, und es ist diese Gegenwart,
das Hier und Jetzt, das wir ergreifen müssen.

Ich möchte mit einer Über-

legung Mahatma Ghandis schließen, die er mit Blickrichtung auf jene ausgesprochen hat, die erklärt hatten, die Streitfälle und die Konflikte der
modernen Welt seien zu groß, als daß sie überwunden werden könnten.

Er

sagte diese Worte, als ihn sein Kampf um die Unabhängigkeit Indiens nach
Großbritannien geführt hatte.

Ghandi erklärte:

"Ich bin mir während

meines dreimonatigen Aufenthalts in England und Europa keiner einzigen
Erfahrung bewußt geworden, die in mir das Gefühl hätte aufkommen lassen,
daß schließlich Ost doch Ost und West doch West sei.

Im Gegenteil, ich

bin heute mehr denn je davon überzeugt, daß die menschliche Natur weitgehend gleich ist, gleich unter welchem Klima sie gedeiht, und daß man
das Zehnfache an Vertrauen und das Tausendfache an Zuneigung und Liebe
zurückerhält, wenn man den Menschen mit Vertrauen, mit Zuneigung und mit
Liebe begegnet."

Wollen wir einander um einer friedlichen Welt willen - einer Welt, in
der die Menschenwürde und die Freiheit respektiert und gehütet werden -,
mit dem Zehnfachen an Vertrauen und dem Tausendfachen an Zuneigung und
Liebe begegnen.

Eine neue Zukunft wartet auf uns.

Die Zeit dafür ist

gekommen.
Einer der Gründerväter unserer Nation, Thomas Paine, hat einmal einen
Gedanken ausgesprochen, der noch genauso auf alle zutrifft, die hier heute versammelt sind:

"Es steht in unserer Macht, mit der Welt einen neuen

Anfang zu machen."

Gott segne Sie.

• * * * *

- 19 -

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Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

26. September 1984

39

REAGAN FÜR LANGFRISTIGE AMERIKANISCH-SOWJETISCHE BEZIEHUNGEN
-Erklärung zur 39. UN-Vollversammlung-

New York -(AD)- Während eines Empfanges anläßlich der 39. Vollversammlung
der Vereinten Nationen erklärte Präsident Reagan am 23. September 1984,
"die Vereinigten Staaten wünschen realistische, konstruktive, langfristige Beziehungen zur Sowjetunion - Beziehungen, die es jedem von uns erlauben würden, die Anzahl der eigenen Waffen zu verringern, nicht aber zu
erhöhen - insbesondere die der Kernwaffen, die die ganze Menschheit bedrohen."
Die Bemerkungen des Präsidenten haben folgenden Wortlaut:
Während wir uns hier zum 39. Mal für eine Vollversammlung der Vereinten Nationen zusammenfinden, richten sich unsere Blicke auf den bevorstehenden 40. Jahrestag. Er wird in den Vereinigten Staaten durch eine ganze
Reihe von Ereignissen begangen werden.
Vieles wurde in diesen hinter uns liegenden 39 Jahren erreicht. Durch

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�erreicht. Durch unsere gemeinsame Arbeit in dieser Institution haben die
Regierungen der Welt große Anstrengungen in Richtung auf Frieden und Verbesserung des Wohlergehens ihrer Völker unternommen. Aber wir sind uns
auch der Versäumnisse der Staatengemeinschaft bewußt, deren Zeuge wir geworden sind, wenn es darum ging, den Verpflichtungen der Charta gerecht
zu werden. Einige dieser Trends waren gerade in den letzten Jahren besonders entmutigend.
Die Grundprinzipien der Vereinten Nationen bleiben dennoch ebenso
wertvoll und lebenskräftig wie vor 39 Jahren. In Zusammenarbeit kann und
muß die Staatenfamilie ihre Anstrengungen verstärken, die Mißachtung internationalen Rechts zu bekämpfen und Freiheit, menschliche Werte sowie
sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt zu fördern.
Was die Vereinigten Staaten anbelangt, so werden wir auch weiterhin
an unserer Überzeugung festhalten, daß wir im Rahmen dieser Institution
die Chancen für Frieden auf diesem Planeten verbessern können. Ob wir
hierbei Erfolg haben, hängt nicht vom Glück oder von einem vorgezeichneten Ablauf der Geschichte ab, dem man nicht entrinnen könnte. Es liegt
in unserer Macht, die Geschichte zu gestalten. Wir sollten deshalb auch
keine Angst haben, es zu tun.
Wir sollten uns nie davor fürchten, den Versuch zu unternehmen, das
zu ändern, was die Pessimisten das Unmögliche nennen. Seien wir optimistisch hinsichtlich der Möglichkeiten für den Frieden und seien wir nie
ängstlich, wenn es darum geht, miteinander zu reden.
In dieser Zeit der elektronischen Kommunikation und der zuweilen fast
an Hexerei grenzenden Möglichkeiten der Hochtechnologie können Zeit und
Entfernung nicht länger mehr den konstruktiven Dialog behindern. Nur Menschen können das. Verpflichten wir uns daher erneut am Vorabend einer
weiteren UN-Vollversammlung im Namen unserer Völker und zum Vorteil der
ganzen Menschheit dazu, auch weiterhin jene Art von offener und freimütiger Diskussion anzustreben, die uns dabei helfen wird, eine sicherere
Welt zu schaffen.
Ich

will

damit

�Ich will damit die ernsten Herausforderungen und greifbaren Meinungsverschiedenheiten, die in dieser Körperschaft der Weltpolitik existieren,
nicht herunterspielen. Diese Unterschiede sind realer Natur und werden zu
ihrer Überwindung harter Arbeit und einer großen Menge guten Willens bedürfen. Und doch gibt es Grund zu Optimismus. Mein Land wird der harten
Arbeit nicht ausweichen und es bei unserem Bemühen, Meinungsverschiedenheiten auf friedliche Weise beizulegen, an gutem Willen nicht fehlen lassen. Und wir fordern die anderen Staaten auf, die gleiche Verpflichtung
einzugehen.

So wünschen die Vereinigten Staaten beispielsweise realistische, konstruktive, langfristige Beziehungen zur Sowjetunion - Beziehungen, die es
jedem von uns erlauben würden, die Anzahl der eigenen Waffen zu verringern, nicht aber zu erhöhen - insbesondere die der Kernwaffen, die die
ganze Menschheit bedrohen.
Letztlich sind die Ziele der Vereinigten Staaten heute nicht anders
als vor 150 Jahren, als Andrew Jackson Präsident war. Jackson sagte,
"Frieden und freundschaftliche Beziehungen zu allen Staaten sind genauso
ein Wunsch unserer Regierung wie sie im Interesse des Volkes sind."

In einer Zeit der Atombomben und der so ungeheuer kostspieligen Waffen hat der Gehalt von Jacksons Worten auch heute nichts von seiner Wahrheit eingebüßt.

Die Vereinigten Staaten - ich werde morgen im einzelnen in meinen Anmerkungen darauf eingehen - begeben sich mit erneuerter Zuversicht und
Tatkraft in die Arena der internationalen Politik. Wir bemühen uns darum,
die Aussichten für Frieden, Wohlstand und Demokratie zu fördern - Ziele,
die den Wunsch und das nationale Interesse unseres Volkes widerspiegeln.

Ich werde unsere Verpflichtung diesen Zielen gegenüber die ganze
Woche über betonen - beginnend mit Treffen zwischen Staats- und Regierungschefs, dann morgen bei meiner Rede vor der Vollversammlung, am
- 3 -

�der Vollversammlung am Dienstag vor der Weltbank und dem Internationalen
Währungsfonds sowie in Begegnungen mit einer Reihe weiterer internationaler Führungspersönlichkeiten, wenn ich wieder in Washington bin.
Diese intensiven diplomatischen Aktivitäten ergänzen Ihre eigenen
diplomatischen Bemühungen. Die Vereinigten Staaten werden durch unsere
hochgeschätzte Botschafterin, Frau Jeane Kirkpatrick, und andere auch
weiterhin Festigkeit darin zeigen, unsere Interessen zu fördern und ein
machtvoller Sprecher für unsere demokratische Lebensweise zu sein.
Gleichzeitig werden wir den Interessen anderer gegenüber fair bleiben.
Nichts weniger als dies sollten Sie von uns erwarten.
Die Vereinigten Staaten werden auch weiterhin im Rahmen der Vereinten
Nationen dazu beitragen, den Frieden und die internationale Sicherheit,
die Aussöhnung zwischen Nationen, wirtschaftlichen Wohlstand, die Menschenrechte und die Herrschaft des Rechts zu fördern. Unsere eigene Verpflichtung gegenüber den Zielen der Charta bleibt unerschütterlich.
Einer der Vorteile der Tatsache, daß wir die Vereinten Nationen in
unserem Land haben, besteht darin, daß Sie die Möglichkeit haben, das
amerikanische Volk besser zu verstehen. Wenn Sie in Ihr jeweiliges Land
zurückkommen, so würde ich mich freuen , wenn Sie dorthin unsere besten
Wünsche mitnehmen. Ich wünsche Ihnen Erfolg bei der bevorstehenden Versammlung .

- 4 -

�26. September 1984

39

Menschenrechtsverletzungen muß Aufmerksamkeit der KVAE gelten
-Botschafter Goodby unterstreicht zentrales US-Anliegen-

Stockholm -(AD)- Botschafter James Goodby, Leiter der amerikanischen Delegation bei der Konferenz über Vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa (KVAE) in Stockholm, unterstrich am 18.
September 1984 nach seiner Rede vor dem Plenum der KVAE gegenüber der
Presse, daü Verletzungen der Menschenrechte zentraler Bestandteil gerade
auch dieser Konferenz seien. Sie sei "Teil des Helsinki-Prozesses und
kann von ihm nicht isoliert werden".

Die Pressebemerkungen von Botschafter Goody haben - in Auszügen - folgenden Wortlaut:
Worüber ich heute insbesondere sprechen wollte, war mein Hinweis auf
die Menschenrechte und insbesondere auf Andrei Sacharow und Elena Bonner.
Ich muß darauf verweisen, daß dies ein entscheidendes Thema dieser Konferenz ist, zumal in letzter Zeit bisweilen angezweifelt wurde, ob die Menschenrechte etwas mit dieser Konferenz zu tun haben. Die Frage wurde denn

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�wurde denn auch heute aufgeworfen, ob dies für diese Konferenz ein relevantes Thema sei.

Lassen Sie mich erklären, warum wir sie für relevant halten. Erstens
ist diese Konferenz Teil des Helsinki-Prozesses und kann von ihm nicht
isoliert werden. Außenminister Gromyko, den ich heute in meiner Rede zitierte, gab einen wertvollen Hinweis: Er sagte nämlich, man könne die
Stockholmer Konferenz nicht künstlich von Entwicklungen außerhalb dieser
Halle isolieren. Und das gilt für eine ganze Reihe von Entwicklungen,
auch wenn ich meine, daß es insbesondere für jene Ereignisse gilt, die
sich unmittelbar auf die ganze Bandbreite von Themen beziehen, die von
der Schlußakte von Helsinki abgedeckt werden. Wenn also etwas wirklich so
ernsthaft ist, daß man es sogar hier in die Überlegungen einbeziehen muß,
so sagt mir das, daß das Problem relevant ist. Und das ist eben mit den
Menschenrechten der Fall.

Ein zweiter Aspekt, auf den ich zu sprechen kommen möchte, ist der,
daß das Gleichgewicht in diesem gesamten Prozeß von entscheidender Bedeutung ist. 1986 wird es in Wien eine Folgekonferenz geben. Und diese
Folgekonferenz wird nicht darauf sehen, welcher Fortschritt oder welche
Ergebnisse sich allein aus der Stockholmer Konferenz ableiten, sondern
sie wird auf den gesamten Prozeß blicken; und das Urteil darüber, was mit
dieser Konferenz geschehen soll und was mit den Abkommen werden soll, zu
denen man gelangt sein wird, wird im Kontext dessen fallen, was hinsichtlich der anderen Aspekte der KVAE sich entwickelt hat. Und ich glaube, es
wäre ein großer Fehler, wenn jemand glaubt, es werde anders kommen. Deshalb will ich heute hierauf verweisen, und ich habe es zweimal in meiner
Rede betont. Das Urteil über diese Konferenz wird im Rahmen des gesamten
KVAE-Kontextes gefällt werden. Es wird dies hier nicht ein isoliertes Abkommen sein, zu dem man gelangt.

Schließlich, was die Relevanz anbelangt: Wann immer sich eine ernste
Frage dahingehend ergibt, ob man allen Aspekten der KVAE gerecht wird, ob
alle diese Aspekte erfüllt werden, stellt sich die Frage der Einhaltung,
eine Frage also, die meiner Meinung nach auch hier angesprochen werden
sollte.

* * * * *

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39

UJi//en/choft
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

26. September 1984

"CHALLENGER" STARTET MIT SIEBEN ASTRONAUTEN
- Voraussichtliche Flugdauer: 5. - 13. Oktober 1984 -

- (AD) - Zum nächsten Raumtransporterflug der Vereinigten Staaten
startet die Raumfähre CHALLENGER mit sieben Astronauten an Bord. Als
Starttermin ist der 5. Oktober 1984 vorgesehen. Acht Tage später, am
13. Oktober, wird CHALLENGER zurückerwartet, und zwar am Kap Canaveral
in Florida.
Drei Missionsspezialisten und zwei Nutzlastexperten sind mit wissenschaftlichen und technischen Aufgaben betraut, die von zahlreichen Projektwissenschaftlern vorbereitet wurden. Von Bodenstationen aus verfolgen diese den Ablauf während des Fluges und stehen mit den Astronauten in
Funkverbindung. Im Vergleich zu früheren Missionen führt das bevorstehende Unternehmen - für die CHALLENGER ist es der sechste Einsatz - über
Gebiete höherer geographischer Breite. So werden diesmal z. B. die Nordsee und Teile Skandinaviens berührt.
Für Kommandant Robert Crippen wird es bereits der vierte Flug mit

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�Flug mit einem Raumtransporter sein.
McBridge.

Sein Kopilot ist Astronaut Jon

Zwei der drei Missionsspezialisten sind Frauen.

Dr. Sally

Ride, im Juni 1983 die erste Amerikanerin im Weltraum, ist wieder dabei.
Astronautin Kathryn Sullivan

wird

zusammen

mit

ihrem Kollegen David

Leestma im offenen Frachtraum der CHALLENGER Ausrüstungen und Verfahren
erproben, mit denen vorübergehend an Bord geholte Satelliten nachgetankt
werden können. Bei der Ausrüstung handelt es sich um den Prototyp einer
Anlage, die mehrfaches Umfüllen von Hydrazin von einem Tank zum anderen
erlaubt.

Im Gegensatz zur gegenwärtigen "Generation" werden künftige

Satelliten so ausgelegt sein, daß sie an Bord eines "Space Shuttle" betankt werden können.

Der Flüssigtreibstoff Hydrazin dient in erster Li-

nie der Regelung von Position und Bahnhöhe im Weltraum.

Ist er aufge-

braucht und das Gerät nicht mehr steuerbar, wird es für den Benutzer
meist völlig wertlos. NASA-Ingenieure entwickeln gegenwärtig eine "Tankstelle" mit zweieinviertel Tonnen Fassungsvermögen zur Installation im
Raumfähren-Frachtraum.
Für Sullivan und Leestma wird das Nachtankexperiment ein Außenmanöver
sein, zu dem sie den Schutzanzug anlegen müssen. Sämtliche Arbeiten der
anderen fünf Astronauten werden innerhalb der Druckkabinen durchgeführt.
Marc Garneau, einer der zwei Nutzlastexperten, kommt aus Kanada. Sein
amerikanischer Kollege, Paul Scully-Power, ist Ozeanograph und arbeitet
für die US-Marine. Angesichts des vielseitigen Programms "dürfte es
manchmal etwas eng werden", meint Kommandant Crippen. Jeder an Bord müsse eben darauf bedacht sein, den andern nicht zu behindern.
Bei dem bevorstehenden Flug wird der in Kanada gebaute, mehrgliedrige
Manipulator zum Ansetzen eines Satelliten benutzt. Er ist vom Cockpit
aus zu steuern. Die NASA läßt einen neuen Wettersatelliten von Bord der
CHALLENGER starten und mit einer großformatigen Kamera Tausende von Erdaufnahmen machen. Diese könnten, wie Wissenschaftler prophezeien, für
die Exploration von Mineralvorkommen, für die Kartographie und die Interpretation geologischer Merkmale von großem Wert sein.
Zu den wissenschaftlichen Nutzlasten gehört auch eine Radaranlage für
fotoähnliche Aufnahmen von der Erdoberfläche - unabhängig von Wolkendek- 2 -

�von Wolkendecke, Sonnenlicht und Wetter.

Etwa 29 Millionen Quadratkilo-

meter Fläche werden damit erfaßt. Eine internationale Gruppe von 44 Wissenschaftlern benutzt die Daten für geologische, archäologische, botanische, kartographische und hydrologische Zwecke.

*

• * *

- 3-

*

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39

Wi//cn/chaft
und Technik
United States Information Service
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26. September 1984

"SARSAT"-ABKOMMEN ERLEICHTERT RETTUNGSAKTIONEN
- Notsignale und Ortung über Satelliten -

- (AD) - Die Vereinigten Staaten unterzeichnen am 5. Oktober 1984 in
Leningrad ein internationales Abkommen, mit dem das Auffinden und die
Ret-ung von Schiffbrüchigen sowie von Flugzeuginsassen nach einer Notlandung erleichtert werden soll. Die im November 1979 angelaufene Erprobungs- und Demonstrationsphase kann jetzt als abgeschlossen gelten. Das
bisherige Programm, in das neben Bodenstationen auch je zwei Satelliten
der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion eingeschaltet sind, hat sich
bewährt: 278 Menschen verdanken ihm ihr Leben. Wie Thomas E. McGunigal
von der amerikanischen Behörde für Luft- und Raumfahrt (NASA) vor einem
Untersuchungsausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses berichtete,
habe das SARSAT/COSPAS-System wesentlich dazu beigetragen, notgelandete
Flugzeuge und in Seenot geratene Schiffe genau orten zu können.
Die Satelliten können Signale auf einer bestimmten internationalen
Frequenz auch von kleinen Sendern und Funkbojen aufnehmen und weitermelden.

Die Empfangsanlage befindet sich an Bord von Satelliten zur Wetter-

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�zur Wetter- und Umweltbeobachtung, die die Erde auf einer polaren Bahn
umkreisen. So ist die Gewähr gegeben, daß Notsignale auch aus den Gebieten abseits der herkömmlichen Routen oder aus wenig frequentierten Regionen aufgefangen werden.

Wie Otho E. Eskin, der Direktor des Amtes für

hochentwickelte Technologien im amerikanischen Außenministerium, erklärte, koste ein derartiger Satellit bis zu 100 Millionen Dollar und habe
eine aktive Lebensdauer von ca. drei Jahren.

Als Ersatz für den einen

der beiden amerikanischen SARSAT-Satelliten, der seit Juni 1984 nicht
mehr funktioniert, werde im November ein neues Gerät gestartet werden.
Was Empfindlichkeit, Genauigkeit und Flächendeckung

angehe, habe das

System den Erwartungen vollauf entsprochen oder sie sogar übertroffen.
Neben den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion sind auch Finnland,
Frankreich, Großbritannien, Kanada, Norwegen, Schweden und Bulgarien
Partnerländer für die Vereinbarung. Jedoch haben inzwischen zahlreiche
weitere Staaten ihr Interesse bekundet, sich dem Abkommen anzuschließen.

* * * * *

�Wi//en/chaft
und Technik
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26. September 1984

39

SCHWEFELHALTIGE LUFTSCHADSTOFFE UND KORROSION
- Verstärkereffekt durch Licht und Ozon -

- (AD) - Die korrodierende Wirkung schwefelhaltiger Luftschadstoffe
wird unter bestimmten Bedingungen beschleunigt bzw. verstärkt.

Zwei die-

ser Faktoren sind, wie Chemiker der AT &amp; T Laboratories in Murray Hill
(US-Bundesstaat New York) in umfangreichen Versuchen ermittelten, Sonnenlicht und Ozon.

So wird beispielsweise die Aggressivität von Schwefel-

wasserstoff gegenüber Kupfer mit Bildung von Kupfersulfid unter Lichteinwirkung verdoppelt, in Anwesenheit von Ozon verdreifacht. Noch war nicht
zu erklären, weshalb es zu keiner weiteren Verstärkung der Korrosion
kommt, wenn beide Faktoren gleichzeitig vorhanden sind.

In diesem Fall

ist die Wirkung ähnlich wie die von Ozon allein.
Wie Thomas Graedel und Mitarbeiter (AT &amp; T Laboratories) in einem in
der Zeitschrift SCIENCE (Ausgabe 11. Mai 1984) veröffentlichten Bericht
ausführten, sei auch noch unklar, ob die unter Ozoneinwirkung beobachtete
Korrosionsverstärkung durch Ozon selbst oder durch Reaktionsprodukte wie

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�z.B. Radikale (OH-Verbindungen) zustandekomme.
Ozon mit Wasser reagiert.

Diese entstehen, wenn

Und meistens ist genügend Feuchtigkeit in der

Luft vorhanden, um im Freien die Bildung eines - wenn auch noch so dünnen
- Feuchtigkeitsfilmes vor allem auf Metalloberflächen herbeizuführen. Daß
Korrosion in feuchter Luft sehr viel rascher als in sehr trockener Luft
vor sich geht, ist ja eine bekannte Tatsache.
Die Forscher gehen z. Zt. der Frage nach, ob sich in dem dünnen
Feuchtigkeitsfilm auf dem Metall "Reaktionszentren" bilden, in deren Bereich es nicht nur zu Korrosion kommt, sondern wo auch fortlaufend reaktionswirksame Verbindungen leichter als an anderen Stellen entstehen.
Graedel vermutet außerdem, daß Ozon einen Einfluß auf Fehlstellen im
Oberflächengefüge des Metalls haben könnte, was eine Diffusion von Kupferionen aus dem massiven Metall zu den Reaktionszentren steigert.

Bis-

her konnten allerdings derartige Fehlstellen noch nicht durch elektronenmikroskopische Untersuchungen nachgewiesen werden.
Neben Sonnenlicht und Ozon dürften auch andere Oxidantien in der Atmosphäre Korrosionsprozesse beschleunigen bzw. verstärken. Durch eine
genaue Erforschung der Reaktionsketten hoffen die Chemiker, für besonders
anfällige Metalle "maßgeschneiderte" Oberflächen-Schutzstoffe entwickeln
zu können.

* * * * *

�</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Rede Präsident Reagans vor der UN-Vollversammlung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Appell an Moskau -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reagan für langfristige amerikanisch-sowjetische Beziehungen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung zur 39. UN-Vollversammlung -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Menschenrechtsverletzungen muss Aufmerksamkeit der KVAE gelten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Botschafter Goodby unterstreicht zentrales US-Anliegen -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;"CHALLENGER" startet mit sieben Astronauten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Voraussichtliche Flugdauer: 5. - 13. Oktober 1984 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"SARSAT"-Abkommen erleichtert Rettungsaktion&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Notsignale und Ortung über Satelliten -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schwefelhaltige Luftschadstoffe und Korrosion&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Verstärkereffekt durch Licht und Ozon -&lt;/em&gt;</text>
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