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und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

5. September 1984

36

INHALT

DOKUMENTATION
Reaktion der Vereinigten Staaten auf Tschernenkos Interview
- Erklärung des US-Außenministeriums Luftfahrttragödie darf sich nie wiederholen
- Erklärung zum ersten Jahrestag des Abschusses von KAL 007 "Neue Welt" soll die Welt der Entdeckungen bleiben
- Präsident Reagan vor .Mitarbeitern des Goddard-Raumfahrtzentrums Fields unterstreicht US-Abrüstungsbemühen
- Erklärung des US-Chefdelegierten auf der Genfer Abrüstungskonferenz
HINTERGRUNDMATERIAL
Die Wahlen in Amerika 1984
- Sonstige Parteien und ihre Kandidaten
WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Vielgleisige Ursachenforschung für AIDS
- Studium am Tiermodell - Schimpansen erstmals infiziert

Um Über/endung von
ßckgcHcmplorcn
wird gebeten

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�5. September 1984

36

REAKTION DER VEREINIGTEN STAATEN AUF TSCHERNENKQS INTERVIEW
- Erklärung des US-Außenministeriums -

Washington -(AD)- Am 1. September 1984 erklärte ein Vertreter des
amerikanischen Außenministeriums in Washington vor Journalisten, daß die
'Äußerungen des sowjetischen Staatschefs Tschernenko zu Fragen der Rüstungskontrolle in einem Interview in der PRAWDA vom gleichen Tage offenbar nicht über die bereits bekannte sowjetische Haltung hinausgingen. Der
amerikanische RegierungsVertreter sagte, die Einschätzung der Politik der
Vereinigten Staaten durch den sowjetischen Staatschef sei "leider sowohl
gänzlich vertraut als auch gänzlich falsch."
Die Erklärung, die der Beamte im Namen des amerikanischen Außenministeriums abgab, hat folgenden Wortlaut:
Wir werden Tschernenkos Äußerungen natürlich sorgfältig prüfen, aber
auf den ersten Blick scheint es, daß sie über frühere sowjetische Regierungserklärungen nicht hinausgehen. Seine Einschätzung der Politik der
Vereinigten Staaten ist leider sowohl gänzlich vertraut als auch gänzlich
falsch.
Die Vereinigten

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�Die Vereinigten Staaten sind dabei, das Ungleichgewicht im militärischen Kräfteverhältnis zwischen Ost und West, das die Sowjetunion in den
lezten Jahren hervorgerufen hat, zu korrigieren. Die Vereinigten Staaten
sind bestrebt, auf dem Verhandlungswege stabilere und konstruktivere Beziehungen zur Sowjetunion herbeizuführen, und werden ihre diesbezüglichen
Bemühungen fortsetzen.
Wir begrüßen die Erklärung Tschernenkos, daß auch die Sowjetunion
ernsthafte und konkrete Verhandlungen befürworte. Wir sind bereit, die
Genfer Verhandlungen

über die Verminderung

der strategischen Waffen

(START) und der nuklearen Mittelstreckenwaffen (INF) wiederaufzunehmen,
sobald auch die Sowjetunion ihre Bereitschaft hierzu erklärt.
Im gleichen Geiste der Verhandlungsbereitschaft sind wir auf das sowjetische Angebot eingegangen, in Wien Gespräche über Weltraumwaffen zu
eröffnen. Wir sind enttäuscht über die von Tschernenko nun wiederholte
sowjetische Weiyerung, unser "Ja" als ernstgemeinte Antwort gelten zu
lassen. Letztendlich stimmen wir jedoch mit ihm darin überein, daß es,
wie er es ausdrückte, "genug Probleme" gibt, die einer Erörterung und
Lösung bedürfen.
Wir begrüßen seine Erklärung, daß er zum Dialog bereit ist; auch wir
sind bereit zu - wie er es nennt - ehrlichen und ernsthaften Verhandlungen über Übereinkommen, die den Sicherheitsinteressen aller Staaten und
Völker Rechnung tragen.

- 2 -

�mERlIK

Dokumentation

DlElit51J
\

United States Information Service
Embassy of the United States of America

36

5. September 1984

LUFTFAHRTTRAGÖDIE DARF SICH NIE WIEDERHOLEN
- Erklärung zum ersten Jahrestag des Abschusses von KAL 007 -

Washington -(AD)- Am 31. August 1984, dem ersten Jahrestag des Abschusses von Flug 007 der Korean Air Lines durch sowjetische Abfangjäger,
gab die Regierung der Vereinigten Staaten durch John Hughes, den Sprecher
des Außenministeriums, eine Erklärung ab, in der sie die Sowjetunion aufforderte, gemeinsam mit allen anderen Mitgliedern der Völkergemeinschaft
dafür Sorge zu tragen, daß es niemals wieder zu einer solchen Tragödie
kommt. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:

Seit dem tragischen Abschuß von Flug 007 der Korean Air Lines ist ein
Jahr vergangen. Heute vor einem Jahr kamen 269 unschuldige Menschen aus
13 Staaten ums Leben. Wir möchten den Familien und Freunden derer, die an
jenem Tage getötet wurden, unser Mitgefühl aussprechen. Amerika, das
durch diesen sinnlosen und ungerechtfertigten Akt 61 seiner Bürger verloren hat, teilt mit den Familien der Opfer aus Japan, Korea und zehn anderen Ländern ihre tiefe Trauer und ihr Entsetzen über den Verlust, den wir
alle erlitten haben. Das Jahr, das nun verstrichen ist, hat diese Empfindungen nicht abzuschwächen vermocht.
Wir teilen

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�Wir teilen mit den Hinterbliebenen auch ein immer noch anhaltendes
Gefühl der Empörung über den brutalen Angriff auf eine unbewaffnete zivile Verkehrsmaschine. Dieser Vorfall ist kein Problem, das in erster Linie
die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion betrifft; er geht alle Nationen an. Wir teilen die Haltung, die der Rat der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation in seiner Entschließung vom 6. März 1984 zum Ausdruck brachte. In dieser Resolution verurteilte er den Gebrauch von Waffengewalt gegen die koreanische Verkehrsmaschine und stellte fest, daß
eine solch gewaltsame Vorgehensweise eine Verletzung des Völkerrechts
darstellt und elementarsten Grundsätzen der Menschlichkeit widerspricht.
Der Verlust an Menschenleben, der mit dieser Tragödie einherging, ist
nicht wiedergutzumachen. Dennoch erfüllt uns die Tatsache, daß die Sowjetunion sich nie entschuldigt und den Familien der Opfer nie Schadenersatz angeboten hat, mit tiefer Sorge.
Wir müssen alles tun, was wir können, um sicherzustellen, daß es niemals wieder zu einem derartigen Vorfall kommt. Die Vereinigten Staaten
appellieren daher an die Sowjetunion, wie alle anderen Mitglieder der
Völkergemeinschaft auch die allgemein anerkannten Gepflogenheiten im Hinblick auf die Sicherheit der Zivilluftfahrt zu beachten. Die Welt würde
eine Wiederholung dieser sinnlosen Tragödie keinesfalls hinnehmen.

- 2 -

�5. September 1984

36

"NEUE WELT" SOLL DIE WELT DER ENTDECKUNGEN BLEIBEN
- Präsident Reagan vor Mitarbeitern des Goddard-Raumfahrtzentrums -

-

(AD) - Technologische Fortschritte schaffen neue Arbeitsplätze,

steigern die Produktivität, führen zu neuen Durchbrüchen für die Medizin
- Hauptpunkte einer Ansprache von Präsident Ronald Reagan vor Mitarbeitern des Goddard-Raumfahrtzentrums in Greenbelt (Maryland) am 30. August
1984. Die Ansprache des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:

Herzlichen Glückwunsch zum Beginn der DISCOVERY-Mission heute morgen1
Es ist eine Ehre für mich, mit Ihnen, die Sie dieses großartige Abenteuer
verwirklichen, zusammen zu sein.

Sie haben die Träume und die Phantasie

einer Nation beflügelt - von den jüngsten Schulkindern in unserem Land
bis zum Bürger, der, wie ich, sich der Obergrenze des mittleren Lebensabschnitts nähert.

Sie machen kein Aufheben von Ihrer Tätigkeit, die sich weit abseits
von Spektakeln im öffentlichen Scheinwerferlicht vollzieht.
tun, ist so wichtig!

Aber was Sie

Sie dehnen unseren Wissensbereich weiter aus.

Und

mit diesem Wissen nähren Sie eine mächtige Flut des Fortschritts, die
Zukunftshoffnungen mit Optimismus verbindet - für die Menschen hier und

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�hier und überall in der Welt.
Was Sie leisten, ist wahrhaft revolutionär.

Es ist nicht eine von

Haß, Gewalt und Eroberungswillen geprägte Revolution, sondern eine Revolution, die aus den tiefsten Sehnsüchten menschlichen Geistes kommt, die
Grenzen des Wissens in Frage zu stellen und Entdeckerkraft unseren edelsten und großmütigsten Impulsen dienstbar zu machen - für menschlichen
Anstand, für den Fortschritt und, jawohl, für den Frieden.
Im Namen einer dankbaren Nation grüße ich Sie und Ihre Kollegen in
der Wirtschaft und in der akademischen Welt.

Sie sind die Helden der

Spitzentechnik, das pulsierende Leben in der Technologiestärke Amerikas,
die Vorkämpfer eines zuversichtlichen Volkes, deren Glaube und deren Mut
Amerika vorwärts trägt zu einer Welt der Wunder für uns, für unsere Kinder und Kindeskinder.
Das Raumfahrtzeitalter ist knapp ein Viertel Jahrhundert alt, aber
wir haben bereits Riesenschritte für die ganze Menschheit unternommen.
Und unser Fortschritt ist ein Tribut, den wir dem Teamwork und den
Höchstleistungen in Amerika zollen. Wir können stolz sein, an erster
Stelle zu stehen, Beste zu sein - und wir sind dies, weil wir frei sind.
Wer ungläubiger Thomas sein will, sollte beiseite treten und uns
nicht im Wege stehen - dann können die Vereinigten Staaten alles erreichen. In einer einzigen Generation haben wir uns von den Fesseln der
Erde befreit. Wir haben unsere Fußspuren auf der Oberfläche des Mondes
hinterlassen. Wir haben unsere Instrumente für die Erforschung von Weltraum, Sonne und Schwesterplaneten genutzt. Und unsere Raumfähre ist das
erste wiederverwendbare Raumtransportersystem für Forschungszwecke, für
die Kommerzialisierung des Weltraums und für weitere wissenschaftliche
Entdeckungen.
Die Annahme dieser großen Herausforderung hat uns Vorteile gebracht,
die sehr viel höher anzusetzen sind als unsere ursprünglichen Investitionen. Die Miesmacher wurden widerlegt, die nicht den Weitblick

- 2 -

�den Weitblick besaßen, Ihre Anstrengungen zu unterstützen.

Mit ihrem

Pessimismus hätte Amerika nie den Sprung in den Weltraum tun können.
Aber mit Ihrem "Space Shuttle" unternehmen wir ihn ständig von Neuem.
Und ich bin überzeugt, daß Ihr Erfolg eine qns allen gemeinsame Vision bestätigt: ein furchtloses Amerika, .das mit Mut und Führungskraft in
den Weltraum greift, wird ein unüberwindliches Amerika sein. Wir haben
es in der Hand, eine Vielzahl neuer Jobs, Technologien und Durchbrüche
für die Medizin zu schaffen, die alles übertreffen, was wir uns je erträumten oder uns vorstellten.
Wir profitieren bereits täglich von einer modernen Revolution im
weltweiten Nachrichtenwesen. Wir können augenblicklich miteinander in
Verbindung treten, praktisch von jedem Punkt der Erde aus. Wir können
das Wetter von morgen vorhersagen und uns darauf einrichten. Unser Raumtransportersystem gibt uns Zutritt zum Weltraum für Forschung, Technologie, Kommunikation und nationale Sicherheit.
Es sind erst wenige Wochen her, daß wir die Olympischen Spiele am
Fernsehgerät verfolgten, die Aufregung mit Menschen rund um den Erdball
teilten. Ich erinnere mich recht gut an die primitive Anfangszeit des
Fernsehens - und glauben Sie mir, sie scheint wirklich noch gar nicht so
weit zurückzuliegen. Ein wichtiges Ereignis auf der anderen Seite der
Erde konnten wir erst dann sehen, wenn der Film hier eingetroffen war.
Aber dank Ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit haben wir heute moderne Nachrichtensatelliten, die weltweit kristallklare Bilder übertragen.
Eine weitere stille Revolution in der Technik wurde ebenfalls - zu
einem großen Teil - durch die harten Anforderungen unseres Raumfahrtprogramms bewirkt. Neue Materialien aus reichlich vorhandenen natürlichen Ressourcen wie Kohlenstoff und Silizium sind dabei, in praktisch
allen Fabrikationsprodukten den Platz kostspieliger Metalle einzunehmen.
Unsere Autoingenieure in Detroit benutzen leichte, superfeste, kunststoffähnliche Materialien, um das Gewicht moderner Autos zu verringern und die Kunden haben den Vorteil in der Form niedrigeren Kraftstoffverbrauchs.
Computer

mit

�Computer mit Mikrochips stecken unsere Welt ständig neu ab, während
sie immer kleiner, leistungsfähiger und billiger werden.

Solche Chips

sind das Herz billiger elektronischer Rechner, wie sie heute am Arbeitsplatz, in der Gemeinschaft, in der Schule üblich sind. Manchmal vollziehen sich diese technologischen Veränderungen zeitlich so elegant, daß wir
sie kaum wahrnehmen. Unsere Kinder haben heute in größerem Umfang Zugang
zur Computerwelt, als es die Mehrzahl der Wissenschaftler und Ingenieure
in ihren Laboratorien zu Beginn des Raumfahrtzeitalters hatte.
Dr. Robert Jastrow, der Vorsitzende des ersten NASA-Ausschusses für
die Erforschung des Mondes, sagte vor fast zwei Jahren voraus, daß sich
der Umfang der Computer-Industrie bis 1986 verdoppeln und diese zum
größten Wirtschaftszweig Amerikas werden würde.

Schon heute treffen wir

im Alltag auf Zehntausende praktischer Anwendungen der Luft- und Raumfahrttechnik.

Ich habe soeben eine Ausstellung mit einer riesigen Samm-

lung neuer Produkte gesehen.

Sie reichen von lebensrettender Schutzklei-

dung für die Feuerwehr bis zu ausgeklügelten Sondierungsverfahren aus der
Luft, mit denen alles nur Erdenkliche lokalisiert und identifiziert werden kann - von Fischschwärmen bis zu Mineralvorkommen und Waldflächen mit
gesundem Holz.
In der Medizin erleben wir Technologie für den Menschen mit einem
wunderbaren Durchbruch nach dem anderen. Bei dem CT-Verfahren z.B. wird
ein Computer benutzt, um von Röntgenaufnahmen, die aus verschiedenen
Richtungen gemacht wurden, ein klares Bild zu erstellen. Häufig erhält
so der Patient die Möglichkeit, die Risiken und Unannehmlichkeiten einer
Operation zu vermeiden. Computertomographie wurde zu einem lebensrettenden Verfahren, um Erkrankungen des Gehirns und anderer lebenswichtiger
Organe zu entdecken. Versuche, mit Computerhilfe Patienten zum Gehen zu
verhelfen, geben Tausenden von gelähmten Amerikanern Hoffnung, eines Tages vielleicht doch wieder gehen zu können.
Die weitverbreitete Anwendung von Schallwellen gibt den Ärzten die
Möglichkeit, eine Anwendung der unter Umständen schädlichen Röntgenstrahlen zu vermeiden. Die Beobachtung der Entwicklung des Kindes im
- 4 -

�Kindes im Mutterleib mit Ultraschall erlaubt eine frühzeitigere Feststellung von Problemen, gibt der Mutter mehr Sicherheit für die Schwangerschaft und die Entbindung und sichert dem Baby eine bessere Gesundheit.
H.T.S. - die Abkürzung für "Human Tissue Simulator" (Simulator für
menschliches Gewebe) - sendet über Drähte elektrische Impulse in bestimmte Nervenzentren oder Regionen des Gehirns, um Schmerzen zu lindern und
unerwünschte, nicht gewollte Bewegung zu verhindern. Ich schätze mich
glücklich, an dieser Stelle hervorheben zu können, daß H.T.S. vom
Goddard-Raumfahrtzentrum gefördert worden war.
Man zeigte mir auch einen Röntgenapparat, der so klein ist, daß er in
der Hand gehalten werden kann, und das "Programmierbare implantierbare
Medikationssystem" (PIMS genannt), das im Körper automatisch ein bestimmtes Medikament abgibt. Es wäre schwierig, den Geldwert aller solcher
Dinge, die dem menschlichen Wohl dienen, ermitteln zu wollen. Aber noch
großartigere Chancen haben wir vor uns - wenn wir nur den Glauben und den
Mut besitzen, nicht nachzulassen. Jeder technologische Durchbruch versetzt uns in die Lage, von einem neuen und höheren Wissensniveau aus zu
arbeiten. Und jeder Durchbruch öffnet die Tür zu großen Sprüngen in der
Produktivität, die wir noch vor ein paar Jahrzehnten für undenkbar hielten.
Erlauben Sie mir die Bemerkung, daß die Pessimisten-Bruderschaft, die
heute behauptet, starkes Wachstum heize die Inflation an, sich mit abstrakten Statistiken, Theorien und Modellen befaßt, aber nicht mit den
Realitäten einer Welt im Wandel. Sie sieht nicht, daß wir, während wir
durch neue Technologien immer mehr Erkenntnisse bekommen, uns nicht mehr
zentimeterweise vorwärtsbewegen - wir tun dies in Sprüngen.
Unter den schwerelosen Bedingungen im Weltraum können wir in nur
einem Monat lebensrettende Medikamente in Mengen herstellen, für deren
Produktion auf der Erde 30 Jahre erforderlich wären.

Und wir können

Kristalle außergewöhlicher Reinheit züchten, die uns vielleicht in die
Lage versetzen, Supercomputer zu bauen und sogar noch größere Durchbrüche

- 5 -

�größere Durchbrüche in der Produktivität zu erzielen.
Unsere Vision ist keine Traumwelt, sondern ein Traum, bei dem wir
hellwach sind.

Wollen wir doch als Amerikaner die Kunst pflegen, Un-

sichtbares zu sehen.

Nur wenn wir die Grenzen des Wachstums in Frage

stellen, werden wir die Stärke und die Kenntnisse haben, um Amerika zu
einer Rakete der Hoffnung zu machen, die zu den Sternen strebt.
Spitzentechnologie wird aus Kapital geboren.
fortwährend

Anreize

für Risikoübernahme

und

Und mehr Kapital wird

Investitionen

Steuererhöhungen dagegen würden das Wachstum drosseln.
Spitzentechnologie,

nicht Spitzenbesteuerung.

erfordern.

Wir unterstützen

Die Bundesregierung

muß

ständig danach streben, die Privatwirtschaft zu stärken, indem sie Forschung und Entwicklung vor allem an den Universitäten unterstützt, wo die
Wissenschaftler und Ingenieure von morgen ausgebildet werden.
Nicht weniger wichtig ist unser Programm für ein hervorragendes Bildungswesen in den Grundschulen und höheren Schulen, damit Schüler wie
jene in der Jefferson Junior High School, die ich am Montag besuchte, das
zum Eintritt in die Universität erforderliche Wissen erwerben und eines
Tages auch diese lebenswichtigen Führungs- und Verantwortungspositionen
bekleiden können.
Zwischen 1981 und 1985 steigen die Investitionen des Bundes in der
Grundlagenforschung real um fast 30 Prozent - und wir werden dieses hohe
Engagement auch künftig beibehalten. Wir werden außerdem unsere Unterstützung von Steuererleichterungen für Forschung und Entwicklung in der
Industrie fortsetzen, und wir werden uns darum bemühen, daß Besorgnisse
abgebaut werden, gemeinsame Forschung und Entwicklung von Firmen könnte
die Antitrust-Bestimmungen verletzen.
Mit der Kraft wirtschaftlichen Wachstums, dazu dem Mut und der Entschlossenheit eines freien Volkes können wir unserer vorrangigen Aufgabe
im Weltraum gerecht werden - der Entwicklung einer ständigbesetzten bemannten Raumstation, und zwar innerhalb eines Jahrzehnts. In dieser

- 6 -

�In dieser Raumstation können wir jene Arbeit zur Produktion von Medikamenten und Kristallen leisten, von denen ich soeben sprach.
neue

Forschungsaufgaben

durchführen,

ferne

Planeten

Wir können

erforschen

und

gleichzeitig das riesige kommerzielle Potential des Weltraums erschließen, indem wir Steuergesetze und Bestimmungen lockern, die kommerziellem
Wagnis entgegenstehen.

Und wir werden dies alles zum Wohle einer fried-

licheren und vom Wohlstand besser bedachten Welt tun.
Amerika war immer dann am größten, wenn wir es wagten, groß zu sein.
Wir werden im Weltraum führen, weil das amerikanische Volk lieber nach
den Sternen greift, als Enschuldigungen zu suchen, weshalb wir dies unterlassen sollten. Und indem amerikanische Technologie die große schwarze Nacht des Weltraums in eine leuchtende neue Welt von Chancen verwandelt, können wir dieses Wissen nutzen, um eine neue amerikanische Gesellschaft der reichen Chancen hier zu Hause zu schaffen. Wir können gewährleisten, daß jeder nicht nur die gleiche, sondern eine viel größere
Chance hat, den amerikanischen Traum zu verwirklichen.
Um dies zu erreichen, müssen wir die Fähigkeit unserer älteren Industrien erhalten und verbessern, der Welt gegenüber konkurrenzfähig zu
sein. Wir müssen die Einführung aufsteigender Industrien fördern und der
Herausforderung gerecht werden, die amerikanische Führungsrolle und Prosperität auch für das 21. Jahrhundert zu gewährleisten. Nennen Sie mich
einen Optimisten - aber ich bin überzeugt, daß wir mit der Annahme dieser
Herausforderung, mit der Maximierung von Anreizen, mit vorbehaltloser Investition in neue Technologien und mit dem Streben nach den großen Durchbrüchen in der Produktivität in Produktion, Wettbewerb oder Absatz jedermann überall in der Welt überlegen sein werden.
Wir können ein Amerika bauen, das produktive, sichere Arbeitsmöglichkeiten für alle unsere Mitbürger bietet, von Fließbandarbeitern bis zu
Wissenschaftlern in neuen Industrien wie Biotechnik, Robotertechnik und
Informationsverarbeitung. Wir können unser Ziel erreichen, angemessene
Versorgung mit Energie zu erschwinglichen Preisen zu gewährleisten, so
daß das amerikanische Volk nie mehr zur Geisel eines ausländischen

�eines ausländischen Kartells werden kann.
Wir können neue Agrartechniken einsetzen, um unsere Böden und unsere
Umwelt zu erhalten und durch Verbesserung der Ernteerträge und der Widerstandfähigkeit der Pflanzen gegen Krankheiten und rauhe Lebensbedingungen
die Produktivität dramatisch steigern.

Wir können unsere Führungsrolle

in der Welt in der Agrarproduktion ausbauen ebenso wie in der Nahrungsmittelhilfe für Millionen, die in Amerika Hoffnung und Hilfe sehen.
Wenn wir unsere Wirtschaft gesund und stark erhalten sollen, müssen
auch wir selbst gesund und stark bleiben.

Unser Erfolg hängt von der Be-

reitschaft jedes einzelnen ab, eine gesunde Lebensweise zu akzeptieren,
von unserer gemeinsamen Fähigkeit, ein bereits effektives Gesundheitswesen weiter zu verbessern, und von unserer fortgesetzten Forschung und
Pionierarbeit bei jener Art von medizinischen Technologien, wie Sie sie
hier entwickeln.

Noch in diesem Jahrzehnt soll einem festen Programm

unserer Regierung zufolge die Sterblichkeitsrate bei allen Altersgruppen
merklich gesenkt und älteren Amerikanern gewährleistet werden, ein gesünderes, längeres, produktiveres Leben zu führen.

Das können wir, und das

müssen wir erreichen.
Der Traum von Amerika ist weitaus mehr als das, wer wir sind oder was
wir tun - er ist vor allem das, was wir sein werden. Wir müssen immer
und stets die "neue Welt" sein. Die Welt der Entdeckungen. Die Welt,
die die großen Wahrheiten ihrer Geschichte achtet, aber die auch in unbegrenztem Glauben an die Verheißungen der Zukunft vorwärtsblickt. In
meinem Herzen weiß ich, daß wir diesen Glauben haben. Der Traum lebt.
Amerika bleibt das Kind der Zukunft, die goldene Hoffnung für die gesamte
Menschheit.

* * * * *

- 8 -

�Doku

otion

United States Information Service
Embassy of the United States of America

36

5. September 1984

FIELDS UNTERSTREICHT US-ABRUSTUNGSBEMUHUNGEN
- Erklärung des US-Chefdelegierten auf der Genfer Abrüstungskonferenz -

GENF - (AD) - Der amerikanische Chefdelegierte auf der Genfer Abrüstungskonferenz, Botschafter Louis G. Fields, hat am 28. August 1984
erneut die Bemühungen seines Landes unterstrichen, Fortschritte in der
Abrüstung zu erzielen. "Mit dem Gefühl des persönlichen Bedauerns" müsse
er am Ende der Sitzungsperiode 1984 feststellen, daß es nicht gelungen
sei, sich über Weltfraumfragen einig zu werden und mit einer Konvention
über das Verbot chemischer Waffen Fortschritte zu machen.

Den Atomwaf-

fensperrvertrag von 1970 (Nonproliferationsvertrag), dem heute 124 Staaten angehören, bezeichnete er hingegen als einen großen Erfolg für die
Sicherheit der Welt.

Die Ausführungen des amerikanischen Chefdelegierten haben folgenden
Wortlaut:
Wenn unsere Sitzungsperiode 1984 jetzt zu Ende geht, möchte ich noch
einmal einige der Frage aufgreifen, mit denen wir uns in diesem Jahr beschäftigt haben.

Ich möchte mich zunächst der Frage eines Mandats für einen Ad hocAusschuß zur Verhütung

eines Atomkrieges, einschließlich

aller damit

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�aller damit zusammenhängender Fragen, zuwenden.
seit einiger Zeit mit dieser Frage befaßt.

Diese Konferenz hat sich

Ich räume ein, daß die Dis-

kussionen im Rahmen unserer Konferenz eine nützliche Rolle gespielt haben, und wir haben uns gerne daran beteiligt.

Aber die Vereinigten Staa-

ten sind von der Nützlichkeit der Einsetzung eines Ausschusses für solche
Erörterungen nicht überzeugt gewesen.

Können wir sicher sein, daß die

Arbeit eines solchen Ausschusses nutzlose und schädliche Polemik vermeiden wird?

Die Vereinigten Staaten sind nicht der Ansicht, daß wir kon-

troversen Fragen ausweichen sollten. Wir sind hier, um uns mit solchen
Fragen zu befassen.

Aber angesichts des fundamentalen Unterschiedes der

in diesem Gremium vertretenen Positionen, vor allem in solchen lebenswichtigen Fragen wie der Rolle der Abschreckung für die Aufrechterhaltung
des Friedens und des Nonproliferationsvertrages für die Verhinderung der
Weiterverbreitung von Kernwaffen müssen wir uns fragen, wie wir dafür
sorgen können, daß diese Differenzen nicht zu Hindernissen für die Problemlösung werden, die wir auf diesem Gebiet so dringend brauchen.

Meine

eigene Befürchtung, Herr Präsident, ist die, daß ein solcher Ad hoc-Ausschuß der Abrüstungskonferenz rasch zu einem Schlachtfeld der Polemik
werden könnte und damit die unterschiedlichen Positionen unserer jeweiligen Regierung nur verhärten würde, statt die Kluften zu überbrücken.
Und ich kann mir deshalb nur schwer vorstellen, welche konkreten Ergebnisse das bringen würde.
vermeiden.

Eine solche Entwicklung wollen wir unbedingt

Und ich bitte meine Kollegen, in dieser Frage mit Vorsicht

und Überlegung vorzugehen.

Ich möchte in diesem Zusammenhang auf den Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen (Nonproliferationsvertrag) zu sprechen
kommen.

Am 26. Juli hat unser hochgeschätzter Kollege aus Brasilien,

Botschafter Celso de Souza E. Silva, die Auffassung seiner Regierung dazu
im einzelnen dargelegt.

Nach meiner Meinung bedarf diese Auffassung

einer sorgfältigen Erwiderung.

Wie Botschafter de Souza E. Silva feststellte, haben die Vorbereitungen für die Überprüfungskonferenz des Nonproliferationsvertrages im
Jahre 1985 diesen wichtigen Vertrag wieder in den Mittelpunkt des internationalen Interesses gerückt.

Mit 124 Unterzeichnerstaaten hat dieser
- 2 -

�hat dieser Vertrag mehr Vertragsparteien als irgendein anderer Rüstungskontrollvertrag in der Geschichte.

Seit der Überprüfungskonferenz von

1980 sind zehn weitere Staaten dem Vertrag beigetreten.

Das Ziel der Konferenz im Jahre 1985 besteht darin, die Handhabung
des Vertrages zu überprüfen und die Einhaltung seiner Bestimmungen festzustellen.

Die Vereinigten Staaten begrüßen eine volle, offene und kon-

struktive Erörterung dieser Fragen unter den Vertragsparteien auf der
Überprüfungskonferenz.

Nur durch solche Gespräche und Erörterungen kann

eine bessere Realisierung des groüen Wertes des Vertrages erreicht und
können Mittel und Wege gefunden werden, weitere Staaten zum Beitritt zu
bewegen.

Trotz der weitreichenden internationalen Unterstützung des Vertrages
werden von mancher Seite die fundamentale Zielsetzung und der weitere
Wert des Nonproliferationsvertrages in Frage gestellt.

Manche Leute ha-

ben sogar behauptet, der Nonproliferationsvertrag habe ein System begünstigt, das Anreize zur Weiterverbreitung biete und die friedliche nukleare Entwicklung einschränke.

Wir lehnen solche unbegründeten Behaup-

tungen kategorisch ab und halten es für notwendig, die Dinge bezüglich
des unschätzbaren Beitrags richtigzustellen, den der Nonproliferationsvertrag zu unseren allseitigen Bemühungen liefert, eine stabilere und
blühendere Welt zu schaffen.

Der Nonproliferationsvertrag

ist tatsächlich ein höchst

Mittel, um die Sicherheit der Welt zu fördern.

wirksames

Indem er die Drohung der

weiteren Ausbreitung von Kernwaffen verringert, hat der Vertrag die Aussichten auf Frieden erhöht und zur internationalen Stabilität beigetragen. Die weitgehende internationale Unterstützung des Vertrages ist Ausdruck einer generellen Einsicht, daß die Weiterverbreitung von Kernwaffen
die Sicherheit für uns alle verringern würde.

Darüber hinaus ist und

bleibt er ein entscheidendes Instrument zum Abbau des Mißtrauens und zum
Aufbau des Vertrauens unter Staaten.

Wenn der Nonproliferationsvertrag

nicht weiterhin die Norm der Nichtweiterverbreitung bekräftigen würde,
dann wäre es höchst wahrscheinlich, daß weitere Staaten sich in den letz-

- 3 -

�in den letzten 15 Jahren Kernwaffen beschafft hätten. Ohne den Nonproliferationsvertrag -

wäre es in einer ganzen Reihe von Fällen so ge-

wesen, daß der Bau friedlicher Nuklearanlagen sehr viel mehr Argwohn bezüglich ihres Zweckes hervorgerufen hätte.

Solches Mißtrauen hätte wie-

derum die Spannungen zwischen Nachbarn erhöht und die Forderungen nach
dem Erwerb von Kernsprengstoff verstärkt.

Mit dem Nonproliferationsvertrag findet der größte Teil der nuklearen
Tätigkeiten in Nichtkernwaffenstaaten in der ganzen Welt in aller Offenheit im Rahmen einer umfassenden vertraglichen Verpflichtung statt, sich
keinen Kernsprengstoff zu beschaffen, sowie unter der Verpflichtung, internationale Sicherheitsbestimmungen für alle friedlichen nuklearen Einrichtungen zu akzeptieren.

Das ist ein entscheidender Mechanismus für

die internationale Vertrauensbildung.

Ohne den Nonproliferationsvertrag

würde der internationale Nuklearhandel außerordentlich kompliziert und in
manchen Fällen praktisch unmöglich werden.

Mit dem Nonproliferations-

vertrag besteht genügend Vertrauen, um eine weitgehende Zusammenarbeit
unter Staaten bei zivilen Nuklearprogrammen zu ermöglichen.

Darüber hin-

aus hat der Nonproliferationsvertrag einen internationalen Rahmen für die
friedliche nukleare Zusammenarbeit geschaffen und dazu beigetragen, die
Segnungen der zivilen Atomkraft vielen Ländern zugänglich zu machen.

Bei

mehr als einer Gelegenheit haben die Vereinigten Staaten festgestellt,
daß ihre Fähigkeit, Nukleartechnologie, Material und Gerät zu liefern,
durch die Tatsache erleichtert wurde, daß das Empfängerland dem Nonproliferationsvertrag angehört.

Der Nonproliferationsvertrag hat also kei-

neswegs den Zugang zum friedlichen Atom behindert, sondern wesentlich zum
Transfer friedlicher nuklearer Technologie, Materialien und Einrichtungen
unter den Vertragspartnern beigetragen.

Die Staaten, die in den sechziger Jahren für die Annahme des Nonproliferationsvertrages eingetreten sind, waren überzeugt, daß er das beste
Instrument zur Schaffung einer starken internationalen Norm zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung von Kernwaffen sei.
diese seine Rolle auch noch nach 15 Jahren.

Der Vertrag erfüllt

Diese Staaten kamen ferner

überein, allen Vertragsparteien eine Verpflichtung aufzuerlegen, in gutem
Glauben über wirksame Maßnahmen bezüglich der Einstellung des nuklearen
- 4 -

�des nuklearen Wettrüstens und der nuklearen Abrüstung zu verhandeln. Seit
Bestehen des Vertrages haben wesentliche Verhandlungen stattgefunden und
zu dem SALT I-Vertrag und anderen wichtigen Abkommen geführt.

Es ist

keine Frage, daß die Verhandlungen unter den Kernwaffenstaaten weitergehen müssen, wenn wir die Kriegsdrohung verringern und Fortschritte zur
nuklearen Abrüstung erreichen wollen.

Wenn wir jedoch den Nonprolifera-

tionsvertrag herabsetzen oder unterminieren, dann wird das weder zu diesen Zielen beitragen noch der Sache des Friedens dienen.

Es würde nur

die Sicherheit aller Länder unterhöhlen.

Was uns anbetrifft, so lehnen die Vereinigten Staaten die Behauptung
ab, wir hätten unsere Verpflichtungen nach Artikel VI des Vertrages nicht
eingehalten.

Im Gegenteil, wir haben in den Vorschlägen und Verhandlun-

gen über nukleare Rüstungskontrolle die aktive Führung übernommen.

Wir

sind bereit und wünschen dringend, die Verhandlungen über strategische
Kernwaffen und nukleare Mittelstreckensysteme wieder aufzunehmen.

Wir ermutigen alle jene Staaten, die noch nicht Vertragspartei sind,
sich wohl zu überlegen, wie der Nonproliferationsvertrag ihren nationalen
Sicherheitsinteressen dienen würde.

Wir sind sicher, daß eine solche

Analyse die vielen wichtigen Vorteile aufzeigen würde, die alle Länder
aus diesem wichtigen Vertrag ziehen.

Wir möchten daher hoffen, daß alle

nicht dem Vertrag angehörenden Staaten sich ernsthaft überlegen, dem Vertrag beizutreten und damit zusätzlich zur Stärkung des internationalen
Friedens und der internationalen Sicherheit beizutragen.

Ich will die Verpflichtung nicht eines einzigen Landes hinsichtlich
der Nichtweiterverbreitung in Frage stellen, Herr Präsident, aber einige
der Ansichten, die hier zum Ausdruck gebracht wurden, sind nicht die unsrigen und bedeuten für uns eine große Enttäuschung, verunglimpfen sie
doch die Bedeutung des Nonproliferationsvertrages.

Im besten Sinn einer

freien und offenen Debatte in dieser Konferenz sind wir der Meinung, daß
es wichtig ist, unsere Ansichten in bezug auf diese so überaus bedeutsame
Frage kundzutun.

Wir werden unsere Anstrengungen zur Unterstützung des

Nonproliferationsvertrages unvermindert fortsetzen, und wir ziehen eine

- 5 -

�ziehen eine gewisse Beruhigung aus der Tatsache, daß die überwältigende
Mehrheit der Mitglieder der internationalen Gemeinschaft unsere Einstellung teilt.

Herr Präsident, negative Sicherheitsgarantien sind ein weiteres Thema
auf der Tagesordnung dieser Konferenz zum Thema Kernwaffen. Wir haben ihm
in den vergangenen Jahren, insbesondere 1980, 1981 und 1982, beträchtliche Aufmerksamkeit gewidmet; in jüngster Zeit jedoch wurde ihm nicht
die gebührende Aufmerksamkeit zuteil. Viele Delegationen von Staaten, die
nicht über Kernwaffen verfügen, haben sich über den Mangel an "politischem Willen" seitens der Nuklearstaaten beklagt, in diesem Bereich mehr
zu tun, und sind der Ansicht, daß dies der Hauptgrund für den mangelnden
Fortschritt sei. Gestatten Sie mir hierzu zwei Punkte.

Erstens rührt das Problem nicht so sehr von dem politischen Willen
her als vielmehr von den beträchtlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Staaten. Wir sehen auf der einen Seite erhebliche Differenzen zwischen den Nuklearstaaten, auf der andern erhebliche Differenzen zwischen den Nuklearstaaten - wie dies in ihren einzelnen Erklärungen sich
widerspiegelt

-

einerseits

und

den

Nichtnuklearstaaten

andererseits.

Zweitens gilt es darauf hinzuweisen, daß die Stationierung von Kernwaffen
auf dem Gebiet von zumindest zwei Nichtnuklearstaaten, die Mitglieder des
Warschauer Paktes sind, öffentlich angekündigt wurde; es gilt sich daher
zu fragen, ob das "Nichtstationierungs"-Kriterium unter diesen Umständen
gültig bleiben kann. Meine Delegation ist der Ansicht, daß dies nicht der
Fall ist, und fragt: Würde nicht die Beseitigung des NichtstationierungsKriteriums die Frage der negativen Sicherheitsgarantie zur schwer erfaßbaren "allgemeinen Formel" machen?

Die Position meiner Regierung hinsichtlich dieser Frage ist allgemein
bekannt und bedarf hier keiner Wiederholung. Um der historischen Genauigkeit willen lassen Sie mich dieser Körperschaft versichern, daß die 1978
von den Vereinigten Staaten abgegebene Zusicherung auch heute noch volle
Gültigkeit besitzt. Wir sind auch weiterhin bereit, nach einer "allgemeinen Formel" zu suchen, und sind der festen Überzeugung, daß die drei

6

�die drei westlichen Kernwaffenstaaten die beste und realistischste Offerte für eine gemeinsame Grundlage abgegeben haben.

In meiner Erklärung vor dieser Versammlung am 21. August habe ich im
Detail unsere Einstellung

zu einem Kernwaffenversuchsverbot dargelegt,

und ich möchte heute nicht wiederholen, was ich damals gesagt habe. Mein
Ratschlag ist, dieses heiße Problem mit Bedacht und nicht mit Übereifer
anzugehen - mit Verständnis, nicht mit Fanatismus, mit Pragmatismus,
nicht mit Halsstarrigkeit. Lassen Sie mich die Hoffnung zum Ausdruck
bringen, daß 1985 Fortschritt die Polemik des Jahres 1984 ersetzt. Meine
Delegation wird bereit sein, ihre Beiträge zu den Bemühungen der Konferenz um einen Ad-hoc-Ausschuß zu leisten - genau so, wie wir dies fast
ein Jahrzehnt lang im Zusammenhang mit der Arbeit der Ad-hoc-Gruppe der
wissenschaftlichen Experten getan haben.

Ich hatte den Eindruck, daß wir dieses Jahr bei jenen Tagesordnungspunkten, die sich mit dem Weltraum befassen, ganz in die Nähe eines Abkommens gelangten, mittels dessen ein Ad-hoc-Ausschuß ins Leben gerufen
werden könnte, der sich im Detail um eine Überprüfung aller Aspekte dieses weiten und sensitiven Themas bemüht. Bei mehr als jedem anderen Problemkreis vielleicht habe ich hier das persönliche Gefühl des Bedauerns
darüber, daß unsere Konferenz nicht in der Lage war, zu einem Konsens zu
gelangen. Ich hatte mich darauf gefreut, an einer Untersuchung der Fragen
teilzunehmen, die sich auf den grenzenlosen Bereich Weltraum beziehen insbesondere die Frage nach der diesbezüglichen Gültigkeit des bestehenden Völkerrechts. Hoffen wir dennoch, daß es im nächsten Jahr dazu kommt.

Mit keinem anderen Thema, Herr Präsident, habe ich in diesem Jahr sowie in den beiden vorausgegangenen so viel Zeit verbracht wie mit dem so
lebenswichtigen und dringlichen Problem, chemische Waffen für immer zu
verbieten.

Während dieser drei Jahre wurde unter der fähigen Leitung der Botschafter Sujka, MacPhail und Ekeus ein gewisser Fortschritt bei der Abgrenzung

der Fragestellungen

und

ihrer

7

möglichen

Analyse

sowie

der

�sowie der Erarbeitung eindeutiger Bereiche von Übereinstimmung und Meinungsunterschieden erzielt. Dieses Jahr hat Botschafter Ekeus die Arbeit
in eine wichtige neue Phase, nämlich die der vorläufigen Ausarbeitung der
Bestimmungen einer zukünftigen Konvention, übergeleitet. Meine Delegation
begrüßt und unterstützt diese Entwicklung.

Ich bedauere, daß die Arbeit an der Konvention chemischer Waffen noch
nicht den Fortschritt zeigt, den viele von uns erwarten. Die Vereinigten
Staaten haben über die vergangenen zwei Jahre hinweg erhebliche Bemühungen investiert - so die Anfang 1983 vorgelegte detaillierte Darlegung,
das Ende 1983 in Toole, Utah, abgehaltene Seminar zur Verifizierungsfrage
sowie, als Höhepunkt, den von Vizepräsident Bush im April 1984 vorgelegten Entwurf einer Konvention - und wir hegten große Hoffnung, daß diese
Anstrengungen den Fortschritt anregen würden, was jedoch nicht der Fall
gewesen ist. Dies soll sicherlich keine Kritik an den Vorsitzenden des
Ausschusses über chemische Kriegführung und ihren Arbeitsgruppen sein.
Sie haben viel und hart gearbeitet. Meine Delegation ist stolz darauf,
mit ihnen an dieser Anstrengung teilgenommen zu haben.

Wie kann es in Zukunft rascheren Fortschritt geben? Meiner hiesigen
Erfahrung zufolge möchte ich zwei Vorschläge machen.
Die Bemühungen müßten sich auf wirkliche Kardinalfragen konzentrieren. Sind diese erst einmal beantwortet, so könnte auch bei den weniger
elementaren Problemen Klarheit geschaffen und ein Vertragsentwurf mit
weniger Schwierigkeiten erreicht werden.
Außerdem sollte man einen genauen Blick auf den Arbeitsplan und die
-methoden bei den Verhandlungen werfen. Es ist deutlich, daß hier erhebliche Verbesserungen möglich sind. So sollte die Konferenz beispielsweise
sicherstellen, daß die Arbeit so vonstatten geht, daß das gesamte Jahr
und nicht nur etwas mehr als die Hälfte davon genutzt wird.

Hinsichtlich des Ad-hoc-Ausschusses für Strahlenwaffen gab es in dieser Sitzungsperiode nur geringen Fortschritt. Obgleich die schwedische

8

�die schwedische Delegation in dem Bemühen, eine Kompromißgrundlage für
die Fortsetzung der Arbeit zu finden, einen neuen Vorschlagsentwurf einbrachte, hatte dies nur begrenzte Wirkung. Der neue Vorschlag vereinigte
im wesentlichen die beiden "Stränge" - also die sogenannte "traditionelle" Strahlenwaffenfrage und die Frage, ob weitere Maßnahmen behandelt
werden sollten, die sich auf die Verhinderung von Angriffen auf Nuklearanlagen beziehen - zu einer Einheit. Die Probleme in bezug auf die Verbindung dieser beiden "Stränge", die bereits vor deren Trennung bestanden hatten, wurden damit wiederbelebt. Aber sie wurden nicht gelöst.
Trotzdem nahm der Ausschuß eine konstruktive Prüfung einiger Aspekte der
schwedischen Initiative vor, die sich auf Angriffe von Nuklearanlagen bezogen. Wir hoffen, daß der Ausschuß für Strahlenwaffen 1985 weiteren
Fortschritt auf beiden Wegen macht.
Herr Präsident,
abschließen.

damit

möchte

ich

9

meine

heutigen

Ausführungen

�36

5. September 1984

DIE WAHLEN IN AMERIKA 1984
(11)
Sonstige Parteien und ihre Kandidaten -

WASHINGTON - (AD) - Ob Liberalisten, Kommunisten, oder Sozialisten sie alle haben im amerikanischen Wahlsystem ihre Chance.

Ob ihre Kandi-

daten je ins Weiße Haus einziehen werden, ist allerdings mehr als fraglich.

Die ganz offensichtliche Scheu des amerikanischen Wählers vor

Ideologien steht den meisten dieser Programme entgegen.

Um der Chronistenpflicht

zu genügen, sollen jedoch einige dieser

sogenannten "Drittparteien" und ihre Kandidaten sowie deren politischen
Ziele kurz genannt werden.

Die Libertarian Party (Liberalistische Partei)
Kandidat: David P. Bergland
David Peter Bergland, 48, wurde in Staate Iowa geboren und lebt heute
in Costa Mesa, Kalifornien, als Rechtsanwalt und ist Chefredakteur der
"Southern California Law Review".

Er hat sich 1976 um das Amt des

Vizepräsidenten und 1980 um einen Sitz im Senat beworben - beide Male
erfolglos.
Nach

seinen

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Nach seinen Behauptungen ist die Libertarian Party die drittgrößte
und am raschesten wachsende Partei in den Vereinigten Staaten, denn sie
entspreche dem allgemeinen Konsens, daß die Steuern zu hoch und der Regierungsapparat zu groß seien und sich der Staat zu sehr in das Leben der
Menschen einmische.

Bergland will alle öffentlichen Schulen abschaffen

und von Privatunternehmen führen lassen; alle Naturschutzgebiete verkaufen, weil die Regierung keine Freizeitbetriebe führen solle - und alle
Straßen, Brücken und Staudämme von Privatunternehmen bauen lassen. Während er die Polizei in der öffentlichen Hand lassen würde, würde er die
Feuerwehr privatisieren
Das Programm der Libertarian Party unterstreicht die persönliche
Freiheit, die freie Marktwirtschaft, die radikale Einschränkung der Regierung und Senkung der Verteidigungsausgaben. Die Regierung soll zum
größten Teil abgeschafft werden - einschließlich der Bundesbank, der Nationalparks, der Sozialfürsorge, der Sozialversicherung und des größten
Teils des Verteidigungsministeriums.
Die 1971 gegründete Partei ist für absolut freien Handel, die Abschaffung der Einwanderungsgesetze und die Abschaffung der Reisepässe,
sowie die Aufhebung aller Antidrogen-Gesetze, die völlige Freigabe von
Pornographie und Glücksspiel. Die Partei hat versprochen, bei einem
Wahlsieg das Landwirtschafts-, Handels-, Erziehungs-, Energie-, und Gesundheitsministerium abzuschaffen; ebenso das Wetteramt, die Bundespost
und andere Bundesbehörden sowie das Zentralamt für Nachrichten und Abwehr
(CIA). Unnötig sind nach Auffassung der Partei auch die Schulpflicht und
Mindestlöhne.
Die Kommunistische Partei
Kandidat; Gus Hall
Gus Hall, 74, ist Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Vereinigten Staaten von Amerika und Parteimitglied seit fast 60 Jahren. Als
Sohn finnischer Einwanderer wurde er als Arvo Kusta Halberg geboren, verließ mit 13 die Schule und gehörte schon zwei Jahre später dem Nationalkomitee der kommunistischen Jugendliga an. Von 1926 bis 1933 studierte

- 2 -

�1933 studierte er am Lenin-Institut in Moskau und schloß sich nach seiner
Rückkehr in die USA 1934 der KP an.

Er diente in der amerikanischen Ma-

rine und wurde 1959 Generalsekretär der Kommunistischen Partei.

Seit

1972 ist er Präsidentschaftskandidat seiner Partei, in diesem Jahr mit
Angela Davis als Vizepräsidentschaftskandidatin.

Sein Kommunismus, so behauptet Hall, habe seine Heimat in den Bergwerken und Fabriken im amerikanischen Mittelwesten, nicht im Kreml.

Das Programm der Kommunistischen Partei sieht unter anderem vor eine
Beendigung der Ost-West-Konfrontation, Abzug der Pershing II und Marschflugkörper aus Europa und die Rückkehr zur Entspannungspolitik; "Beendigung des nicht erklärten Krieges" in Nicaragua und El Salvador, Normalisierung der Beziehungen zu Kuba, wirtschaftliche Sanktionen gegen Südafrika,

Verstaatlichung

wichtiger

Industriezweige,

Abschaffung

aller

Steuern auf Familieneinkommen unter 30 000 Dollar jährlich, Erhöhung aller Sozialleistungen um 25 Prozent mit Steuerbefreiung, und gleiche Rechte für alle.

Die Citizens Party (Bürgerpartei)
Kandidatin: Sonia Johnson
Sonia Johnson ist eine bekannte Frauenrechtlerin, die sich 1978 vor
einem Unterausschuß des amerikanischen Senats für den Verfassungszusatz
über die Gleichberechtigung der Frau stark gemacht hat.

Als Angehörige

der Mormonen-Kirche - die gegen den Verfassungszusatz ist - setzte sie
sich im Gegensatz zu dieser und wurde 1979 ausgeschlossen.

Johnson, die

vier Kinder hat, ist Mitbegründerin der Internationalen Abrüstungsallianz
der Frauen und Autor des Buches "Von der Hausfrau zur Häretikerin".

Sie

promovierte an der Rutgers-Universität in New Jersey und lehrte bis zu
ihrem Kirchenausschluß Englisch und Pädagogik an verschiedenen Universitäten.

Das Programm der Bürgerpartei sieht unter anderem vor nukleare Abrüstung,

Vollbeschäftigung,

schaftliche Demokratie.

Umweltschutz,

Gleichberechtigung

und

wirt-

Die Partei wurde 1979 von liberalen Demokraten

- 3 -

�liberalen Demokraten und Republikanern gegründet, die eine Alternative
suchten.
Die Sozialistische Arbeiterpartei
Kandidat; Mel Mason
Mel Mason, 41, gehörte früher der radikalen

Farbigenorganisation

"Black Panther" an und war Stadrat in Seaside, Kalifornien.

Um Präsi-

dentschaftskandidat seiner Partei zu werden, gab er seinen Posten als
Stadtrat und als Koordinator für studentische Tätigkeiten am Montery
Peninsula College auf.

Seine Partei, so erklärte er in deren Haupt-

quartier in New York, wolle die Gesellschaft verändern und den Menschen
vor den Profit setzen.
Mason sprach sich für die kommunistische Revolution in Rußland und
China aus, räumte jedoch ein, daü beide Länder heute "keine echte Arbeiterregierung" hätten.
Das Programm der Sozialistischen Arbeiterpartei, die 1938 von Leo
Trotzki gegründet wurde, sieht unter anderem vor die einseitige nukleare
Abrüstung der Vereinigten Staaten, zwangsweise Schulintegration, Beendigung des "Rassismus und Sexismus" und das Recht auf Abtreibung, Abschaffung der Todesstrafe sowie die Gründung einer unabhängigen Arbeiterpartei.
Trotzki, der Parteigründer, lehrte bis zu seiner Ermordung 1940 den
"reinen" Kommunismus. Die von ihm gegründete Partei stellte seit 1948
alle vier Jahre einen Präsidentschaftskandidaten; im Jahre 1976 erreichte
sie als bestes Ergebnis 91 314 Stimmen. Ihre Mitgliedschaft ging von
etwa 2 500 in den sechziger auf etwa 1 000 zum heutigen Zeitpunkt zurück.
Die Sozialistische Arbeiterpartei ist nicht zu verwechseln mit der
Sozialistischen Partei USA, deren Präsidentschatskandidat seit vielen
Jahren Norman Thomas ist.

# * * * *

-4-

�5. September 1984

36

VIELGLEISIGE URSACHENFORSCHUNG FÜR AIDS
Studium am Tiermodell - Schimpansen erstmals infiziert -

- (AD) - Versuche, die erworbene Immunschwäche AIDS im Tiermodell zu
studieren, erwiesen sich als außerordentlich schwierig.

Bei Seidenäff-

chen, Rhesusaffen und Schimpansen, denen Blutzellen und Seren von AIDSPatienten injiziert wurden, zeigten sich lange Zeit keinerlei Symptome
der Erkrankung.

Zwei der zahlreichen Studien scheinen jetzt jedoch erste

positive Ergebnisse zu bringen.

Am Yerkes-Primatenzentrum

in Atlanta

konnten zum ersten Mal in weißen Blutzellen infizierter Schimpansen LAVViren (LAV - Lymphadenopathievirus) gefunden werden.

Wissenschaftler der

Medizinischen Bundesforschungsanstalten der USA (NIH) fanden außerdem bei
zwei Schimpansen Anzeichen für eine Infektion mit dem HTLV-Virus, Typ III
(HTLV - Human T-Cell Leukemia Virus).

Eines der Tiere hat die stark ver-

größerten Lymphknoten, die bei AIDS-Patienten als eines der Krankheitszeichen bekannt sind.

Die übrigen weisen jedoch außer einem Rückgang der

Lymphzeilenzahl noch keine klinischen Symptome auf.

Allerdings war schon vor einiger Zeit am California Primate Research
Center (CPRC) der Universität Kalifornien beobachtet worden, daß RhesusAffen von einer ähnlichen Erkrankung befallen werden können.

Sie wird

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Sie wird mit SAIDS bezeichnet, der Abkürzung für "Simian Acquired Immunodeficiency Syndrome".

Diese Affen-Immunschwäche ist in den allgemeinen

klinischen Symptomen, in der Pathologie und anderen Merkmalen AIDS beim
Menschen ähnlich: allgemein vergrößerte Lymphknoten, Abnahme von Lymphozyten, schwere "opportunistische" Infektionen, mit denen der Körper fertig würde, wenn das Immunsystem intakt wäre.
Gewichtsverlust und hohe Sterblichkeitsrate.

Dazu kommen unaufhaltsamer
Bei einigen Tieren ent-

wickelten sich auch die typischen Sarkome der Haut.

Einer Forschergruppe der Universität Kalifornien und von NIH war es
im Frühjahr gelungen, den vermutlichen Erreger von SAIDS zu isolieren.
Es handelt sich um ein bislang unbekanntes Retrovirus vom Typ U, das dem
Mason-Pfizer-Affenvirus verwandt, mit ihm aber nicht identisch ist.

Wie

Preston Marx, Virologe am CPRC, erklärte, sei "der Blutstrom eine Quelle
für SAIDS-Retroviren".

Dieses Modell könne nützlich sein, um zu ermit-

teln, wie ein infektiöses Retrovirus den Rückgang von Lymphozyten bewirke, und was zu unternehmen sei, um SAIDS bei Primaten unter Kontrolle zu
bringen.

Mittlerweile fand Dr. Jay Levy vom Krebsforschungsinstitut der Universität Kalifornien in San Francisco in Blutzellen von 28 aus einer
Gruppe von 50 AIDS-Patienten direkte Hinweise auf LAV-Viren und auf
LAV-ähnliche Retroviren (Retroviren enthalten ein Enzym, das das RNSMolekül des Virus in die DNS-Form zurückkopieren kann, wodurch sich die
übliche Richtung, in der die genetische Information abläuft, umkehrt).
Levy und Mitarbeiter entdeckten in weißen Blutzellen sowohl RetrovirenEnzyme und -Proteine als auch Antikörper gegen LAV, die die Infektion
anzeigen.

Bei der aus 21 Personen bestehenden gesunden Kontrollgruppe

waren keinerlei solche Hinweise zu finden.

Ob LAV-Viren und HTLV-III-Viren tatsächlich identisch seien, konnte
laut Levy noch nicht nachgewiesen werden, obgleich es große Ähnlichkeiten
gebe.

Diese Viren spielten ganz offensichtlich eine wesentliche Rolle

bei der Entwicklung von AIDS, von der schon mehr als 5 500 Menschen befallen wurden.

Jedoch sei der letzte Nachweis noch nicht erbracht, daß

sie die eigentliche Ursache sind.
* * * * *

- 2-

�</text>
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