<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1870" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1870?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T00:28:38+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1881">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/20b951641bd4e3450b7493e30260cc93.pdf</src>
      <authentication>1af774c2dfff6f50518658d23e25ea2f</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="9424">
                  <text>rru«3YnTiiTHi
UftCl

Dokumcnlolion
United States Information Service
Embassy of the United States of America

28

1 1 . J u l i 1984

INHALT
INFORMATION
Vereinigte Staaten akzeptieren Gesprächsvorschlag über Weltraumwaffen
- Äußerungen von Außenminister Shultz -

DOKUMENTATION
James Goodby sieht Grund für vorsichtigen Optimismus
- Erklärung von Botschafter Goodby vor KVAE-Vollversammlung -

HINTERGRUNDMATERIAL
30 Jahre amerikanische Nahrungsmittelhilfe
Chemikalien für Industrie- und Wirtschaftszwecke
- Anwendung toxischer Stoffe soll nicht völlig verboten werden Chronologie der Ereignisse in Afghanistan
- 2. Quartal 1984 Ziel: Zerschlagung der Händlerringe
- Sonderprogramm amerikanischer Bundesbehörden gegen organisiertes
Verbrechen und Rauschgiftschmuggel -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Studie zu Kombinationstherapie bei Psoriasis

Um Übcr/cndung von
ßcicgcxcmplorcn
wird gebeten

Postfach 20 03 00 Tel 0228- 339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�11. Juli 1984

28

VEREINIGTE STAATEN AKZEPTIEREN GESPRÄCHSVORSCHLAG ÜBER WELTRAUMWAFFEN
- Äußerungen von Außenminister Shultz -

Hongkong -(AD)- Außenminister George Shultz hat unterstrichen, daß
die Vereinigten Staaten den sowjetischen Vorschlag für Gespräche über
Weltraumwaffen

ohne

Vorbedingungen

akzeptieren. Die Gespräche

sollen

Mitte September in Wien aufgenommen werden.

Dies erklärte Shultz am 7. Juli vor Journalisten, die ihn an Bord
seiner Maschine auf dem Flug nach Hongkong begleiteten. Shultz befindet
sich gegenwärtig auf einer Rundreise durch Asien. Er wird an der Konferenz der ASEAN-Gruppe am 12. und 13. Juli in DJakarta und am Jahrestreffen der Staaten der ANZUS-Organisation, der Australien, Neuseeland und
die Vereinigten Staaten angehören, am 16. und 17. Juli in Wellington
teilnehmen. Weitere Stationen seiner Reise sind Hongkong, Malaysia, Singapur, Australien und Honolulu.

Wie Shultz weiter bemerkte, sind die Vereinigten Staaten der Auffassung, daß auch offensive Waffensysteme, d.h., Interkontinentalraketen,
eine "Militarisierung des Weltraums darstellen." "Deshalb werden wir auch

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�wir auch verschiedene Typen von strategischen Systemen auf die Tagesordnung bringen," fuhr Shultz fort.

Er bemerkte, daß zwar verschiedene Äußerungen von sowjetischen Regierungsvertretern, darunter auch Außenminister Gromyko, darauf hindeuteten,
daß die Sowjets nicht bereit seien, über die von ihnen vorgeschlagene Tagesordnung, die nur die Weltraumwaffen umfasse, hinauszugehen, daß Moskau
aber andererseits auf die weitergehenden

amerikanischen Vorstellungen

bisher "nicht offiziell reagiert" habe. Shultz betonte, daß die Vereinigten Staaten nach wie vor bereit seien, "die Verhandlungen über strategische und nukleare Mittelstreckenwaffen wieder aufzunehmen."

Man geht davon aus, daß die Sowjets bei den von ihnen vorgeschlagenen
Gesprächen vor allem bestrebt sein werden, die Entwicklung von Anti-Satelliten-Waffen Beschränkungen zu unterwerfen. Während das von den Vereinigten Staaten entwickelte System jetzt erst ins Erprobungsstadium eintritt, verfügen die Sowjets bereits über ein einsatzfähiges Anti-Satelliten-System.

"Wir sind nach wie vor der Meinung, daß Abkommen auf diesem Gebiet
äußerst

schwierige

Verifikationsprobleme

aufwerfen

würden",

meinte

Shultz. Er fügte jedoch hinzu: "Wir hätten uns aber nicht bereit erklärt,
nach Wien zu kommen, wenn wir nicht glaubten, daß es zumindest einige
verhandlungsfähige Aspekte gibt."

Er sagte weiterhin, daß die Vereinigten Staaten den sowjetischen Gesprächsvorschlag "ernst nehmen" und entsprechend reagieren. Er wies darauf hin, daß die Eröffnungsrunde der Gespräche im September prozeduraler
Natur sein und sich auf die Verhandlungs"modalitäten" konzentrieren werde. Zu den Themen, die zu erörtern sein werden, gehören u.a. die Zusammensetzung der beiden Delegationen und der politische Rang der Delegationsleiter.
Bereits am 6. Juli hatte Alan Romberg, der stellvertretende Sprecher
des amerikanischen Außenministeriums, erklärt, daß die Vereinigten Staa-

�Vereinigten Staaten den sowjetischen Vorschlag "ohne Vorbedingungen" akzeptiert hätten, und zwar noch "an dem gleichen Tag, an dem er unterbreitet wurde." Er fügte hinzu, daß "Einzelheiten der Gespräche weiterhin mit
den Sowjets über diplomatische Kanäle erörtert" würden.

- 3 -

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

11. Juli 1984

28

JAMES GOODBY SIEHT GRUND FÜR VORSICHTIGEN OPTIMISMUS
Erklärung von Botschafter Goodby vor KVAE-Vollversammlung -

STOCKHOIM - (AD) - In einer Erklärung vor der Vollversammlung der
Konferenz

über

Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen und Ab-

rüstung in Europa

(KVAE) sagte der amerikanische Chefdelegierte James

Goodby am 6. Juli 1984 in Stockholm, bestimmte Staaten "kultivieren eine
Atmosphäre der Krise anstatt der Aussöhnung."

Gleichzeitig betonte er

jedoch, daß es Anlaß zu "vorsichtigem Optimismus" gebe, da viele der Delegationen - einschließlich jener, die für den mangelnden Fortschritt
verantwortlich seien - in eine tatkräftigere und analytischere Debatte
eingetreten seien.

Die Erklärung von Botschafter Goodby vor der KVAE-Vollversammlung hat
folgenden Wortlaut:
Von Beginn dieser Konferenz an hat meine Delegation auf das Ziel
hingearbeitet, eine gemeinsame Basis für die
schaffen, die uns unterbreitet wurden.

Ideen und Vorschläge zu

Wir haben in allen Einzelheiten

die Elemente unserer Vorschläge dargelegt und auf Fragen reagiert, die
bezüglich dieser Vorschläge an uns herangetragen wurden. Wir haben andere

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�haben andere Vorschlage geprüft und diskutiert und dargelegt, was wir als
Bereiche möglicher Übereinstimmung ansehen. Meine Delegation verzichtete
immer wieder darauf, Themen nachzugehen, die außerhalb des eigentlichen
Verhandlungsrahmens lagen, um so der Stockholmer Konferenz eine größere
Chance einzuräumen, jene Probleme zu lösen, die uns vorlagen.
Meine Regierung ist sehr aufmerksam den Ausführungen unserer Verhandlungspartner gefolgt und hat die besondere Bedeutung festgestellt, die
manche von ihnen dem beigemessen haben, was sie einmal das "Hauptproblem"
genannt haben - die Verpflichtung nämlich, bei unseren wechselseitigen
Beziehungen keine Gewalt anzuwenden.

Der Präsident der Vereinigten Staa-

ten hat die Bereitschaft seiner Regierung zum Ausdruck gebracht, dieses
zentrale Anliegen vieler Delegationen zu diskutieren, damit die Besorgnisse vieler weiterer Delegationen in einem konkreten Dialog angegangen
werden können.

Am 4. Juni sagte Präsident Reagan: "Falls Verhandlungen

über eine erneute Verpflichtung auf das Prinzip des Gewaltverzichts - ein
Prinzip, an das wir aus innerster Überzeugung heraus glauben - die Sowjets dazu veranlassen könnten, auch über Abkommen zu verhandeln, die diesem Prinzip eine neue und konkrete Bedetung verleihen würden, so wären
wir gern bereit, solche Gespräche aufzunehmen."

Unsere Bemühungen wurden Teil der Bemühungen vieler anderer Delegationen hier in Stockholm. Was ich gerade über die amerikanische Haltung
gesagt habe, könnte auch von vielen anderen hier am Tisch bezüglich ihrer
eigenen Position gesagt worden sein.

Aber noch immer ist es nicht mög-

lich zu sagen, daß echte Verhandlungen begonnen hätten. Einer der Hauptgründe hierfür ist die Tatsache, daß einige wenige Delegationen die konzerierte Anstrengung unternommen haben, unsere Meinungsverschiedenheiten
eher zu übertreiben als hier für einen Ausgleich zu sorgen.

Sie haben

eher eine Atmosphäre der Krise denn des Kompromisses kultiviert.

Sie ha-

ben systematisch themenfremde Fragen aufgeworfen, die eigentlich in anderen Verhandlungsforen behandelt werden sollten, wo dies aber von einer
jener Delegationen verhindert wird.

Sogar die Qualität der Diskussionen

wurde durch Beschuldigungen beeinträchtigt, die oft genug die Fakten verdrehten.
Die

meisten

�Die meisten Delegationen haben indessen die Grundprobleme, um die es
uns geht, immer wieder auf konstruktive und bedachte Weise definiert und
diskutiert.

Dieser Prozeß ist ein notwendiger und wichtiger Vorläufer

der Verhandlungen.

Ich stelle mit vorsichtigem Optimismus fest, daß vie-

le Delegationen - einschließlich einiger derjenigen, auf die ich eben angespielt habe - angefangen haben, sich einer lebendigen Debatte zu stellen.

Daß dieser Meinungsaustausch in den letzten Wochen doch analyti-

scher und konkreter geworden ist, ist ein Zeichen des grundsätzlich guten
Zustandes dieser Konferenz und ihres Wertes als Kommunikationskanals. Die
Vereinigten Staaten begrüßen dieses lebhaftere Tempo unserer Gespräche.

Im Laufe dieses Meinungsaustausches wurde deutlich, daß es auf dieser
Konferenz eine solide Grundlage dafür gibt, die Aushandlung dynamischer
und praktischer Maßnahmen zum Aufbau von Vertrauen und Sicherheit zu unterstützen.

Ich glaube, die meisten von uns können nunmehr damit begin-

nen, eine gewisse gemeinsame Basis festzulegen, von der aus wir - sollte
es uns erlaubt sein - darauf hinarbeiten können, eine Reihe ergänzender
Maßnahmen einzuführen:

- Die meisten Delegationen haben die Notwendigkeit erkannt, bei den
Bestimmungen von Helsinki erhebliche Verbesserungen vorzunehmen, insbesondere
- scheinen sich die Meinungen dahingehend anzunähern, daß wir die bestehenden Maßstäbe der

in Helsinki

vereinbarten

Ankündigungsverfahren

verbessern sollten - etwa durch Standardisierung der in einer Ankündigung
enthaltenen Information, durch Verlängerung des Zeitraums einer Ankündigung und durch eine wirksamere Ankündigungsschwelle.

- Eine Annäherung der Meinungen gibt es auch hinsichtlich Verbesserung der derzeitigen Bedingungen in bezug auf die Einladung von Beobachtern.

- Es besteht Einverständnis darüber, daß wir die Ankündigung auch
- 3 -

�Ankündigung auch ausweiten sollten auf zusätzliche Arten militärischer
Aktivitäten; in dieser Hinsichtscheint ein gewisses Maß an Einverständnis
darüber zu bestehen, daß Landungsübungen für eine Ankündigung ausgewählt
werden sollten; möglicherweise könnte auch ein Konsens hinsichtlich der
Ankündigung von Alarmübungen erreicht werden.

Generelles Einverständnis herrscht dahingehend, daß wir weitere Maßnahmen erarbeiten sollten, die das Grundkonzept von Helsinki verstärken
und vervollkommnen würden. In diesem Zusammenhang

- ist die Anerkennung der Notwendigkeit angemessener Verifizierbarkeit jeder Maßnahme ein Punkt, den alle Vorschläge gemein haben.

- Der Gedanke des Austausches eines jährlichen Kataloges von Aktivitäten, die einer Ankündigung bedürfen, findet gewisse Unterstützung und soweit ich sehen kann - keine Gegner; schließlich

- scheint der Gedanke, die Kommunikation zwischen unseren 35 Staaten
zu verbessern, im Prinzip von allen Delegationen unterstützt zu werden.
Wir haben also den Punkt festgelegt, wo wir mit der nächsten Phase
unserer Arbeit fortsetzen könnten.

Die meisten von uns würden nunmehr

diese Arbeit ohne weitere unnötige Verzögerungen angehen.
Herr Vorsitzender, meine Delegation wird sich all den anderen dabei
anschließen, die angemessenen Formen und konkreten Methoden zu finden, um
für die in Helsinki eingegangenen Verpflichtungen greifbare Konsequenzen
zu schaffen. Wir werden auch weiterhin für die von unseren Verhandlungspartnern vorgebrachten Besorgnisse Abhilfe zu schaffen suchen; und wir
erwarten das gleiche umgekehrt.

Herr Vorsitzender, die vor uns liegenden Probleme sind schwierig und
von komplexer Natur. Unsere Arbeit sollte nicht zusätzlich durch künstliche Abschweifungen belastet werden.

Ich hoffe zum Beispiel, daß diese

Konferenz bei der nächsten Runde nicht mehr jene Ausrede
- 4 -

: mangelnden

�für mangelnden Fortschritt erleben wird:

Die Aufspaltung zwischen dem

Politischen und dem Militärischen nämlich, die einige uns machen möchten.

Könnte irgend jemand leugnen, daß Rüstungskontrollvereinbarungen -

wie immer technisch und militärisch ihr Inhalt auch sein mag - bedeutsame
politische Auswirkungen haben? Könnte irgend jemand leugnen, daß wir genug politische Deklarationen ohne dauerhafte Folgen gehört haben?

Bei

unserer Arbeit hier können politische Entscheidungen zu Abkommen mit militärischer Bedeutung führen, die wiederum dauerhafte politische Folgen
haben können.

Diese Wechselseitigkeit wurde von jenen sehr wohl begrif-

fen, die die Schlußakte entwarfen - und sicherlich auch von denjenigen,
die dem Mandat für diese Konferenz zustimmten.

Die Durchführung der Maß-

nahmen, wie sie von den 16 Befürwortern des Dokuments SC. 1 vorgeschlagen
wurden, hätte ganz gewiß weitreichende politische Folgerungen - einschließlich besserer politi- scher Beziehungen, eines stabileren Sicherheitsumfeldes und einer Grund- läge für weitere kooperative Maßnahmen.
Herr Vorsitzender, Fortschritt wird dann möglich sein, wenn man es
dieser Konferenz erlaubt, ihre ganz besondere, eigene Aufgabe wahrzunehmen, die potentiell von so großer Bedeutung für die Stärkung des Friedens
in Europa ist.

Diese Aufgabe besteht darin, neue und praktische Formen

der Zusammenarbeit zwischen 35 Staaten im militärischen Bereich zu sondieren mit dem Ziel einer Verringerung der Gefahr militärischer Konfrontation und Konfliktes in Europa.

Dies ist ein ehrgeiziges und ungewöhn-

liches unterfangen, aber nichts weniger würde tatsächlich die historische
Aufgabe dieser Konferenz erfüllen.

Es ist die Zusammenarbeit, die die einzig echte Chance auf sinnvollen
Fortschritt hier in Stockholm sowie darauf bietet, daß man über Konfrontation hinaus zu Vereinbarungen gelangt, welche die Hindernisse überwinden, die Europa teilen. Die 16 Staaten des Atlantischen Bündnisses haben
sich dazu verpflichtet, alle nur möglichen Wege zu konkreter und wirksamer Zusammenarbeit zu prüfen; und wir sind uns des gemeinsamen Interesses zur aktiven Verfolgung der Sache des Friedens bewußt.

Damit diese

Konferenz ein Erfolg wird, müssen sich der großen Mehrheit der Delegationen, die für Zusammenarbeit und nicht für Konfronta ' -n sind, auch

�sind, auch jene anschließen, die sich bislang auf einem anderen Kurs befanden.

Herr Vorsitzender, wir haben in den vor uns liegenden Wochen Zeit für
Reflexion und für Konsultation.
erneut den

Und es sollte auch Zeit dafür sein, sich

Zielen zu verpflichten, wie sie das Mandat zum Ausdruck

bringt, sowie für eine neue Verpflichtung zu ernsthaften Verhandlungen.

Wir sollten die Vorstellung zurückweisen, derzufolge hier nicht viel
geschehen kann, solange es nicht auch außerhalb dieser Konferenz eine gewisse Verbesserung der Beziehungen gibt.
Paralyse.

Das wäre ein Rezept für eine

Auf der Stockholmer Konferenz sind 35 unabhängige Staaten ver-

treten, die alle Nutzen aus verstärkter Stabilität und größerer regionaler Sicherheit ziehen würden.

Fortschritt hier sollte nicht zur Geisel

anderer Ereignisse oder der Lösung von Fragen werden, die außerhalb des
Aufgabenbereiches dieser Konferenz liegen.

Der hervorragende Vertreter

Dänemarks faßte es, wie stets, in genau die richtigen Worte, als er sagte, daß "wir uns nicht passiv zurücklehnen dürfen, um darauf zu warten,
daß der Fortschritt automatisch kommt, wenn in Zukunft eine Verbesserung
der internationalen Beziehungen günstigere Bedingungen für unsere Unternehmungen geschaffen hat.

" Wirklich: In unseren Händen liegt die Ver-

antwortung für eine Verbesserung der derzeitig unbefriedigenden Beziehungen zwischen Ost und West in Europa.

Können wir uns dieser Herausfor-

derung nicht stellen? Und wird es denn eine noch günstigere Gelegenheit
geben als jetzt?

- 6 -

�28

11. Juli 1984

30 JAHRE AMERIKANISCHE NAHRUNGSMITTELHILFE

Washington - (AD) - Im Laufe der letzten 30 Jahre hat sich ein Programm, das ursprünglich dazu gedacht war, den amerikanischen Farmern beim
Absatz ihrer Überschüsse zu helfen, zu einem Instrument der amerikanischen Außenpolitik entwickelt und Millionen von Menschen überall auf der
Welt neue Hoffnung und neue Chancen der Existenzsicherung gegeben.

Seit seiner Verabschiedung im Juli 1954 sind im Rahmen des Programms
"Nahrungsmittel-für-den-Frieden" - auch unter der Bezeichnung "öffentliches Gesetz Nr. 480" bekannt - rund 327 Millionen Tonnen von landwirtschaftlichen Erzeugnissen im Werte von mehr als 33 Milliarden Dollar an
über 1,8 Milliarden Menschen in 100 Ländern geliefert worden. Zusätzlich
haben die Vereinigten Staaten rund 4,9 Milliarden Dollar an Transportkosten aufgebracht.

Dieses Programm hat die Vereinigten Staaten zum größten Nahrungsmittelspender der Welt gemacht. Sie tragen zur Ernährung der Hungernden dieser Welt mehr bei, als alle anderen Nationen zusammen.

In

dem

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�In dem Haushaltsjahr, das am 30. September 1984 endet, werden die
Vereinigten Staaten im Rahmen des "Öffentlichen Gesetzes Nr. 480" etwa
1,5 Milliarden Dollar für den Ankauf und den Transport von rund sechs
Millionen Tonnen rund 25 verschiedener Arten von

landwirtschaftlichen

Erzeugnissen aufwenden, die in mehr als 80 Länder verschifft werden.

Der Großteil dieser Spenden wird an Länder Südostasiens, vor allem
aber in die afrikanischen Länder am Südrand der Sahara gehen, die sich
infolge einer Dürre und sinkender Nahrungsmittelerzeugung einer Hungersnot gegenübersehen, die Millionen von Menschenleben bedroht.

Abgesehen von seinem unmittelbaren Zweck besteht eines der Hauptziele
des amerikanischen Programms darin, den ärmsten Ländern dabei zu helfen,
ihre eigene Ernährung sicherzustellen. Amerikanische Fachleute sind der
Ansicht, daß man den Hunger zwar kurzfristig lindern kann, wenn man Nahrungsmittelhilfe in Länder mit zerrütteter Wirtschaft pumpt, daß man auf
diese Weise aber der Ursachen des Hungers nicht Herr wird.

Wie Präsident Reagan einmal sagte, ist "diese Art von Auslandshilfe
nichts weiter als Sozialfürsorge in weltweitem Maßstab und genauso unwirksam und letztlich demütigend, wie die entsprechenden

inländischen

Wohlfahrtsleistungen."

Deshalb wird im Rahmen des Programms "Nahrungsmittel für den Frieden"
versucht, die Hilfe so eng wie möglich mit einer übergreifenden Entwicklungsstrategie in den Empfängerländern zu verknüpfen. Man verwendet die
Nahrungsmittelhilfe nur, um den Menschen ihr Selbstvertrauen zurückzugeben, ist aber sorgsam darauf bedacht, der einheimischen Landwirtschaft
der Empfängerländer nicht den Anreiz zur Erzeugung zu nehmen. Das amerikanische Programm trägt außerdem dazu bei, die Wirtschaft der Empfängerländer zu entlasten, indem es sie der Notwendigkeit enthebt, Nahrungsmittel, die sie sich eigentlich gar nicht leisten können, zu importieren und
damit ihre Zahlungsbilanz ins Defizit zu bringen.

In den Anfangsjähren konzentrierten sich die Leistungen des Programms
auf die von Kriege zerrütteten Länder Westeuropas und auf Japan. Seit den

- 2 -

�Seit den 60er Jahren kommen sie jedoch hauptsächlich den Entwicklungsländern zugute. Rund 80 Prozent aller Lieferungen im Rahmen des Programms
sind in die ärmsten Länder geflossen. Das Programm macht etwa 30 Prozent
der gesamten bilateralen Wirtschaftshilfe aus, die die Vereinigten Staaten den Entwicklungsländern nach 1954 geleistet haben.

Die

Hauptempfänger

amerikanischer

Nahrungsmittelhilfe

sind

Indien

(6,2 Milliarden Dollar), Ägypten (2,7 Milliarden Dollar), Pakistan
(2,3 Milliarden Dollar), Südkorea (1,9 Milliarden Dollar) und Indonesien
(1,7 Milliarden Dollar).

Obwohl viele der Armen dieser Welt immer noch unter Hunger und Unterernährung leiden, haben die Entwicklungsländer insgesamt seit 1965 ihre
Nahrungsmittelerzeugung nahezu verdoppelt, teilweise dank landwirtschaftlicher Programme, die von den Vereinigten Staaten gefördert wurden. Während des gleichen Zeitraums haben die Entwicklungsländer ihr Pro-KopfEinkommen mehr als verdreifacht und ihre landwirtschaftlichen Einfuhren
aus den Vereinigten Staaten verfünffacht.

Nahrungsmittelhilfe wird durch drei verschiedene Kanäle geleistet:
Konzessionsverkäufe (Titel I ) , Spenden im eigentlichen Sinne (Titel II)
und Entwicklungshilfe (Titel III).

Unter Titel I wird der Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen
an befreundete Länder von der amerikanischen Regierung finanziert. Die
Verkäufe werden von Privatunternehmen auf Ausschreibung der Einfuhrländer
hin getätigt. Sie werden durch langfristige Kredite finanziert, die auf
diplomatischem Wege ausgehandelt werden. Mehr als 70 Prozent aller Lieferungen im Rahmen des amerikanischen Hilfsprogramms fallen unter Titel I.

Unter Titel II werden Nahrungsmittelspenden gewährt, um die Folgen
von Hungersnöten und Naturkatastrophen zu lindern, die Unterernährung,
vor allem von Kindern, zu bekämpfen und gemeinnützige Schul- und Vorschulspeisungsprogramme im Ausland zu unterstützen. Unter diesen Titel
fallen auch Spenden, die von Regierung zu Regierung vergeben werden sowie
Spenden, die den Empfängern über internationale Organisat- ien und ameri-

- 3 -

�und amerikanische freiwillige Hilfsorganisationen zufließen.

Im Mittelpunkt von Titel III steht die Entwicklungshilfe an die ärmsten Länder, d.h., an die mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 805 Dollar. Titel III ähnelt im Grunde Titel I, nur werden die
Zuwendungen nicht als Anleihe, sondern als verlorener Zuschuß vergeben.

Das Gesetz Nr. 480, das die Grundlage für das Nahrungsmittelprogramm
bildet, wurde im Juni 1954 vom Kongreß gebilligt und von Präsident Dwight
D. Eisenhower am 10. Juli 1954 unterzeichnet. Seit jener Zeit machen Nahrungs- und Futtergetreide annähernd die Hälfte der Gesamtaufwendungen für
die gelieferten landwirtschaftliche Erzeugnisse aus. Allein die Weizenlieferungen hatten einen Wert von 11,8 Milliarden Dollar. Die Lieferungen
von Futtergetreide haben einen Wert von fast 3,1 Milliarden Dollar erreicht. Die Lieferungen umfaßten auch Baumwolle (2,6 Milliarden Dollar),
Sojaöl (2,1 Milliarden Dollar) und Milchpulver (1,5 Milliarden Dollar).

Von den 10 Ländern, in die im Jahre 1983 die umfangreichsten amerikanischen Agrarexporte gingen, waren alle bis auf zwei - Kanada und die
Sowjetunion - zu irgendeinem Zeitpunkt in der Vergangenheit einmal Empfänger amerikanischer Nahrungsmittelhilfe. Die wichtigsten Beispiele bilden Japan (dessen Markt heute amerikanische Landwirtschaftserzeugnisse im
Wert von 6 Milliarden Dollar aufnimmt), Mexiko (heute ein 4,2-MilliardenDollar-Markt für die Vereinigten Staaten) und Südkorea (heute ein 1,5Milliarden-Dollar-Markt). Weiter sind Ägypten und Taiwan zu nennen, die
heute für jeweils eine Milliarde Dollar AgrarerZeugnisse aus den Vereinigten Staaten importieren. Zu den Ländern, die gegenwärtig dabei sind,
von Hilfsempfängern zu Handelspartnern der Vereinigten Staaten zu werden,
gehören die Dominikanische Republik, Marokko und Tunesien.

- 4 -

�11. Juli 1984

28

CHEMIKALIEN FÜR INDUSTRIE- UND WIRTSCHAFTSZWECKE
- Anwendung toxischer Stoffe soll nicht völlig verboten werden -

GENF - (AD) - Der von den Vereinigten Staaten vorgelegte Vertragsntwurf zum Verbot chemischer Waffen wird die berechtigte Anwendung toxischer Chemikalien zu nicht-militärischen Zwecken nicht behindern.

Dies

erklärte Botschafter Louis G. Fields als Vertreter der Vereinigten Staaten am 28. Juni auf der Abrüstungskonferenz in Genf.

Zu dem von Vizeprä-

sident George Bush im April vorgelegten Entwurf sagte Field im Rahmen der
jetzt laufenden Diskussionsrunde:

"Erlaubte Aktivitäten

sollten auch

solche einbeziehen, die der friedlichen Anwendung von Chemikalien in unserer chemischen Industrie und Schutzmaßnahmen dienen."

Die zugelassenen

Aktivitäten seien im wesentlichen in den Artikeln II und III des amerikanischen Textes für den Vertragsentwurf behandelt.

In einer früheren Er-

klärung gegenüber den Konferenzteilnehmern erläuterte Fields die Grundbestimmungen (Artikel I), denen zufolge alles verboten werden soll, was mit
chemischen Waffen zu tun hat - einschließlich ihrer Entwicklung, Produktion, Bevorratung, Verlegung bzw. Weitergabe und Anwendung.

"Unter 'erlaubte

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�"Unter 'erlaubte Zwecke' verstehen wir in erster Linie industrielle,
landwirtschaftliche, medizinische Zwecke und Forschungsaufgaben oder andere friedliche Gebiete", sagte Fields.

"Die Anwendung von Chemikalien

für derartige Zwecke hat handgreifliche Vorteile
Menschheit.

für die ganze

So kann beispielsweise die Anwendung bestimmter Pestizide

die Erträge von Agrarland erheblich steigern und Möglichkeiten schaffen,
die Weltbevölkerung besser zu ernähren."

Gleichzeitig warnte Fields vor der Gefahr, daß Aktivitäten im Zusammenhang mit toxischen Chemikalien insgeheim zur Herstellung chemischer
Waffen genutzt werden könnten.

"Dies ist ein sehr ernstes Problem, da

viele in der Industrie benutzte Chemikalien auch in der chemischen Kriegführung wirksam eingesetzt werden können", meinte der Vertreter der USA.
Deshalb schlagen die Vereinigten Staaten "einen gewissen Grad der Regulierung zugelassener Aktivitäten für Zwecke vor, die direkt mit dem
Schutz gegen chemische Waffen, aber nicht direkt mit den Waffen selbst zu
tun haben.

Wenn beispielsweise ein Vertragspartner Senfgas nicht für

chemische Kriegführung herstellen darf, dürfte er dennoch eine geringe
Menge Senfgas produzieren, die für Tests mit Anzügen notwendig ist, welche seine Truppen gegen Angriffe mit chemischen Waffen schützen sollen."

Die Gesamtmenge hochtoxischer, tödlich wirkender Chemikalien und der
dafür erforderlichen Stoffe, die ein Vertragspartner zu Schutzzwecken
produzieren dürfte, wäre dem US-Vorschlag zufolge auf eine Tonne pro Jahr
begrenzt.

Für die Produktion dürfte nur, wie Fields hervorhob, eine ein-

zige Anlage mit begrenzter Leistungskapazität benutzt werden, die als
Herstellungsort angegeben und bestimmten Verifizierungsmaßnahmen unterworfen würde.

Botschafter Fields erwähnte als weitere zulässige Anwendungen u.a.
"jeden militärischen Gebrauch, bei dem das chemische Verhalten eines toxischen Stoffes nicht den Tod oder Verletzungen herbeiführen soll."

Dies

würde beispielsweise der Armee erlauben, eine toxische chemische Verbindung als Raketentreibstoff zu verwenden.

Weitere Punkte wären, einem

Vertragspartner die Möglichkeit zu geben, einen anderen Partner bei der
- 2 -

�bei der Zerstörung chemischer Waffen zu helfen oder toxische Chemikalien
und Ausrüstungen für friedliche Anwendungszwecke zur Verbesserung der
wirtschaftlichen und technischen Entwicklung und Zusammenarbeit auf dem
Gebiet nicht-militärischer chemischer Aktivitäten auszutauschen.

"Der

Vorschlag der Vereinigten Staaten würde keine ungebührlich Einmischung in
notwendige, zulässige Aktivitäten bedeuten, aber dennoch wirksam gewährleisten, daß ein Mißbrauch solcher Aktivitäten für verbotene Anwendungszwecke verhindert wird", sagte der Botschafter.

- 3 -

�11. Juli 1984

28

CHRONOLOGIE DER EREIGNISSE IN AFGHANISTAN
- 2. Quartal 1984 -

1. April 1984
Nach Auskunft von Sprechern der afghanischen Widerstandsgruppen, die
ihre Hauptquartiere in Peshawar in Pakistan haben, verstärkten die sowjetischen Besatzungstruppen und die Streitkräfte des Kabuler Regimes ihre
umfassenden Bombardements gegen Dörfer sowie gegen Nachschublinien der
Mujahedin. Die Angriffe dienten offenkundig der Vorbereitung der feindlichen Frühjahrsoffensive.

3. April

Der Beigeordnete UN-Generalsekretär und persönliche Afghanistan-Beauftragte des Generalsekretärs, Diego Cordovez, traf in Teheran ein, wo
er Konsultationen über die Möglichkeit einer dritten Runde der indirekten
Gespräche in Genf über eine politische Regelung für Afghanistan führen
wollte. Cordovez beabsichtigte, zu weiteren Konsultationen nach Kabul und
Islamabad weiterzureisen. Gemäß einer Resolution der UN-Vollversammlung

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�der UN-Vollversammlung von 1980 hatte Cordovez bereits in den Jahren 1982
und 1983 zwei Konsultationsrunden in den südasiatischen Hauptstädten geführt und an zwei Runden der indirekten Gespräche in Genf teilgenommen,
die zwischen Vertretern Pakistans und des Kabuler Regimes stattfanden.
(Der Iran nahm an den Genfer Gesprächen nicht teil, wurde aber auf dem
Laufenden gehalten.) Ungeachtet der Berichte über Fortschritte bei der
schriftlichen Formulierung einer politischen Regelung geht man davon aus,
daß das Kernproblem nach wie vor darin besteht, daß die Sowjetunion nicht
bereit ist, einem Zeitplan für den Abzug ihrer Streitkräfte aus Afghanistan zuzustimmen.

5. April
Im Zusammenhang eines Berichtes über eine Ansprache von Babrak Karmal, dem Chef des Kabuler Regimes, gab Bakhtar, die Presseagentur des Regimes, zu verstehen, daß Moskaus und Kabuls Haltung in der Frage einer
Verhandlungslösung für Afghanistan unverändert ist. Karmal sagte, Pakistan und Iran müßten sich zu direkten Gesprächen mit seinem Regime bereiterklären, sich verpflichten, von "weiterer" Einmischung in die Angelegenheiten seines Landes und von jeglicher Aggression gegen dasselbe
Abstand zu nehmen, und internationale Garantien hierüber akzeptieren.
"Danach wäre die Entscheidung über die Heimkehr des begrenzten Kontingents der sowjetischen Truppen aus der Demokratischen Republik Afghanistan ausschließlich eine Angelegenheit zwischen Afghanistan und der Sowjetunion," fügte Karmal hinzu.

9. April

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes in Genf berichtete, daß
die Zahl von Verwundeten, die aus Afghanistan ins Nachbarland Pakistan
verbracht worden seien, seit Ende 1983 beständig gestiegen sei. Im Januar
und Februar waren 2156 Afghanen in den Rotkreuzhospitälern in Peshawar
und Quetta ambulant behandelt worden; 717 hatten sich größeren Operationen unterziehen müssen.
11.

- 2 -

April

�11. April

Das Kabuler Regime gab bekannt, daß es die Ausweisung von Richard S.
Vandiver, dritter Sekretär an der Botschaft der Vereinigten Staaten, wegen "Spionage, Sammeins von Feindinformationen" und anderen Aktivitäten
veranlaßt habe. Das Außenministerium in Washington wies die Vorwürfe als
"unbegründet" zurück und vermerkte, daß sie "keinerlei Substanz enthalten." Im Jahre 1983 waren drei amerikanische Diplomaten aufgrund ähnlicher Anschuldigungen ausgewiesen worden.

15. April
Nach Abschluß der Konsultationen, die er am 3. April aufgenommen
hatte, informierte der Beigeordnete UN-Generalsekretär

Diego Cordovez

iranische Regierungsvertreter in Teheran über die Gespräche, die er in
Islamabad und Kabul über die Möglichkeit einer dritten Runde der Gespräche in Genf über eine umfassende Regelung für Afghanistan geführt hatte.
Cordovez hatte jede der beiden Hauptstädte dreimal besucht. Er sagte, daß
er dem Generalsekretär in New York Bericht erstatten werde, (vgl. den
Eintrag unter dem 12. Juni unten)

21. April

Die Sowjetunion eröffnete ihre siebente und bislang größte Offensive
zur Eroberung des strategische wichtigen Panjsher-Tals nördlich von Kabul
mit Flächenbombardements auf der gesamten Länge des 110 Kilometer langen
Tals. Nach späteren Berichten folgte den Bombenangriffen, die z.T. direkt
von sowjetischem Boden aus geflogen wurden, der Vormarsch einer Streitmacht von 15 - 20 000 Mann mit einigen Hundert Kampfpanzern und anderen
gepanzerten Fahrzeugen. Die Offensive im Panjsher-Tal ebenso wie auch andere im Gebiet von Herat im Nordwesten, bei Jalalabad im Osten und im
Norden im Grenzgebiet zur Sowjetunion sind als Teil des fortgesetzten Bemühens zu betrachten, der afghanischen Widerstandsbewegung

im fünften

Jahr der sowjetischen Besetzung des Landes eine entscheidende Niederlage
beizubringen.
24. April

- 3 -

�24. April

Radio Kabul meldete einen Sieg im Panjsher-Tal und behauptete, daß
"die völlige Sicherheit im Panjsher-Tal wiederhergestellt und die letzten
Überbleibsel der Streitmacht von Ahmad Shah Massoud gefangengenommen worden" seien. Massoud, der mehrere Tausend Mujahedin in dem Tal befehligte,
hatte sich im März 1983 zu einer sechsmonatigen, von sowjetischen Regierungsbeamten vorgeschlagenen Waffenruhe bereit erklärt, die inoffiziell
bis in die Zeit kurz vor der jüngsten Offensive verlängert worden war.

26. - 30. April

Aus Zeitungsberichten, in denen Sprecher der Mujahedin in Peshawar
und Islamabad zitiert wurden, wie auch aus Informationen aus westlichen
diplomatischen und nachrichtendienstlichen Quellen ließ sich entnehmen,
daß die Kämpfe im Panjsher-Tal im Gegensatz zu den Behauptungen des Kabuler Regimes keineswegs abgeschlossen waren. In den Berichten hieß es, daß
die sowjetischen Angreifer die untere, südwestliche Hälfte des Tals besetzt hätten und daß das Tal von den Bewohnern der in ihm gelegenen Dörfer vor dem Angriff weitgehend geräumt worden sei. Massouds Männer hatten
den Eindringlingen keinen direkten Widerstand geleistet, sondern sich in
Stützpunkte und Höhlen hoch in den Panjsher-Bergen und in den Seitentälern des Hindukush zurückgezogen. Nach Meinung von Fachleuten bestand die
Strategie Massouds, wie schon bei früheren Angriffen, darin, abzuwarten,
bis die Eindringlinge entlang des Panjsher-Tals isolierte Stützpunkte
einrichteten, und diese dann einzeln anzugreifen.

1. Mai
Aus westlichen diplomatischen Quellen in Neu Delhi verlautete, daß
Massoud, der Befehlshaber im Panjsher-Tal, am 18. oder 19. April, also
zwei oder drei Tage vor Beginn der sowjetischen Offensive, aus dem Tal
entkommen sei. Inzwischen stand fest, daß es sich bei dieser Offensive um
die größte handelte, die seit mehr als vier Jahren stattgefunden hatte.
Nach Informationen aus Kabul gab es in dem Tal kaum wirkliche Kämpfe.
Sowjetische Truppen, die nach Norden das Tal hinauf vorrüc'

- 4 -

n, zerstör-

�vorrückten, zerstörten, wie berichtet wurde, systematisch Dörfer, Viehbestände und Ernten.

14. Mai
Die Außenminister der Europäischen Gemeinschaft, die im Rahmen der
Europäischen Politischen Zusammenarbeit tagten, verabschiedeten ein Kommunique, in dem sie erneut an die Sowjetunion appellierten, den Generalsekretär der Vereinten Nationen "bei seinen Bemühungen zu unterstützen,"
die Resolutionen der UN-Vollversammlung über eine Afghanistan-Regelung
durchzusetzen. Die Minister nahmen Kenntnis von den jüngsten sowjetischen
"Großoffensiven in mehreren Provinzen" und "besonders von den Flächenbombardements, die nur zu vermehrtem Leid und noch größeren Zerstörungen
führen können."

15. Mai
Nach Verlautbarungen aus diplomatischen Quellen in Neu Delhi und Islamabad trat die sowjetische Offensive im Panjsher-Tal in den ersten Maitagen in eine neues Stadium. Angrenzende und Seitentäler waren einem intensiven Bombardement durch Jagdbomber und Kampfflugzeuge ausgesetzt. Wie
es hieß, hatten die Truppen der Sowjets und des Kabuler Regimes "erhebliche" Verluste erlitten, teilweise durch von den Mujahedin gelegte Minen.
Die sowjetischen Angriffe konzentrierten sich auf das Andarab-Tal, die
nördliche "Hintertür" zum Panjsher-Tal, und auf die südlichen Seitentäler, die sich zur Ebene von Bagram hin öffnen. Die Sowjets versuchten augenscheinlich, die Mujahedin im Panjsher-Tal einzuschließen. Mehrere Hundert Verwundete der kommunistischen Verbände waren in der vorhergegangenen Woche in die Krankenhäuser Kabuls verbracht worden; andere wurden Berichten zufolge zum Luftstützpunkt Bagram nördlich von Kabul und in die
Sowjetunion ausgeflogen.

22. Mai

Berichte aus Neu Delhi und Islamabad über die Offensive im PanjsherTal besagten, daß die sowjetischen Streitkräfte in dem Tal befestigte

- 5 -

�Tal befestigte Lager anlegten und daß sie das angrenzende Andarab-Tal
durchquert hätten. Es blieb unklar, wie tief die Sowjets in das Tal vorgestoßen waren und in welchem Umfang es zu Kämpfen gekommen war. Nach erheblichen Verlusten zogen sich die Sowjets am 10. oder 11. Mai aus dem
südlichen Hazara-Tal zurück; anschließend lag das Tal unter Bombenhagel
und schwerem Raketenbeschuß. Sprecher des afghanischen Widerstands in Peshawar behaupteten, eine Botschaft des Panjsher-Befehlshabers Massoud vom
17. Mai erhalten zu haben, in der er mitteilte, daß "wütende Kämpfe" entbrannt seien und in der er Munition, Verpflegung und Gasmasken anforderte.

23. Mai
JANE'S DEFENCE WEEKLY, London, berichtete, daß sowjetische Flugzeuge
die Mujahedin mit Bomben belegten, die mit "flüssigem Feuer" gefüllt seien, sowie mit Pressluftbomben, die bei der Explosion Schockwellen auslösen, die jeden im Umkreis einer Viertelmeile töten. In der Zeitschrift
hieß es weiter, die sowjetischen Streitkräfte setzten diese Waffen seit
dem Sommer letzten Jahres in Ost-Afghanistan im Rahmen eines großen Waffenerprobungsprogramms auf dem Schlachtfeld ein.
Nach Berichten aus Peshawar lief ein afghanischer Diplomat namens
Abdul Majid Mangal, der früher Charge d1Affaires an der Botschaft in
Moskau gewesen war, nach Pakistan über, wo er angab, daß er sich dem
Widerstand anschließen wolle. Als Beweggründe gab er Protest gegen die
Zerstörungen und den Völkermord an, die von sowjetischen Truppen in Afghanistan verübt würden.

27. Mai
In einer militärischen Analyse in der NEW YORK TIMES von Drew Middleton hieß es, daß die sowjetischen Streitkräfte nach Meinung von Nachrichtendienstexperten in Washington und anderen NATO-Hauptstädten sowie in
Pakistan mit ihrer Frühjahrsoffensive in Afghanistan einen "erheblichen,
aber keineswegs entscheidenden Erfolg" erzielt hätten, der sie aber "höhere Verluste gekostet habe, als erwartet." Nach einer von Middleton angeführten britischen Quelle lagen die sowjetischen Verla.ce im Panjsher-

- 6 -

�im Panjsher-Tal bei etwa 500 Mann; dazu kamen noch weitere 2 000 im übrigen Afghanistan.

12. Juni

Der Beigeordnete UN-Generalsekretär Diego Cordovez gab bekannt, daß
er Ende August in Genf eine weitere Verhandlungsrunde mit Vertretern Pakistans und des Kabuler Regimes über eine politische Regelung für Afghanistan führen werde. Die Gespräche werden erstmalig auf der Grundlage
"räumlicher Nähe" geführt werden, d.h., die Vertreter beider Seiten werden in angrenzenden Tagungssälen sitzen, während sie sich bei den früheren "indirekten" Gesprächen in verschiedenen Gebäuden aufhielten. Cordovez, der zwischen dem 3. und 15,. April Teheran, Islamabad und Kabul besucht hatte, sagte, die Verhandlungen befänden sich in einem "entscheidenden Stadium."
Wie Diplomaten in Islamabad und Neu Delhi sagten, kam es in der vorhergehenden Woche zu ausgedehnten sowjetischen Bombardements und Angriffen der Mujahedin. Das Kabuler Regime erklärte, daß in 14 der 29 Provinzen gekämpft werde. Im Süden wurden die Außenbezirke der zweitgrößten
Stadt Afghanistans, Kandahar, und nahegelegene Dörfer jeden Tag von sowjetischen Bombern angegriffen. Im Nordwesten konzentrierten sich die sowjetischen Operationen am Boden und in der Luft auf die drittgrößte Stadt,
Herat. In einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur IRNA vom 9. Juni hieß es, daß über 500 Dorfbewohner getötet oder verwundet worden seien, während Hunderte obdachlos geworden seien. Die Nachrichten aus dem
Panjsher-Tal blieben spärlich.

16. Juni

Professor Burhanuddin Rabbani, der Führer der Jamiat-i-Island (Islamische Gesellschaft Afghanistans), einer der großen Widerstandsorganisationen, sagte vor Journalisten in Peshawar, daß im Verlaufe der sowjetischen Operationen im Gebiet von Herat über 1 000 Zivilisten getötet und
1 500 Häuser zerstört worden seien. Radio Karatschi meldete, daß die
Kämpfe im Ostteil der Stadt weitergingen und daß die Muj. edin eine drei-

- 7 -

�eine dreitägige Belagerung durchbrochen und die sowjetischen Truppen sowie ihre afghanischen Verbündeten gezwungen hätten, sich aus dem Westteil
zurückzuziehen. Radio Kabul behauptete, daß eine Anzahl von "Konterrevolutionären" der Jamiat-i-Island und vier ihrer Führer "zermalmt" worden
seien.

19. Juni

Westlichen diplomatischen Quellen in Islamabad zufolge waren in die
Kämpfe um Herat sowjetische Truppen in Stärke bis zu 10 000 Mann mit 300
Kampfpanzern und anderen Panzerfahrzeugen verwickelt. Die Kämpfe begannen
um den 4. Juni, als die Stadt umstellt und die Ausfallstraßen gesperrt
wurden. Daraufhin begannen sowjetische Truppen, die von Regierungssoldaten und Geheimpolizei begleitet wurden, in einer zweiwöchigen Aktion Haus
für Haus nach Mujahedin und ihren Sympathisanten zu durchsuchen. Während
die Suchaktion noch lief, wurden Dörfer in einem weiten Umkreis westlich
und südlich der Stadt bombardiert.

21. Juni
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen erhielt einen Brief des
ständigen Vertreters Pakistans, in dem der Vorwurf erhoben wurde, daß am
16. Juni zwei Flugzeuge mit afghanischen Hoheitskennzeichen den pakistanischen Luftraum nördlich von Landikotal in der Nähe des Khyber-Passes
verletzt hätten. Die Maschinen warfen mehrere Bomben ab, die sechs afghanische Flüchtlingskinder töteten und eine Frau verletzten. Es war die
28. Verletzung des pakistanischen Luftraums in diesem Jahr.

26. Juni

Wie Diplomaten in Neu Delhi und Islamabad berichteten, kehrte Massoud, der Befehlshaber des Panjsher-Tals, um den 12. Juni herum in das
Tal zurück und übernahm wieder die Leitung der Angriffe auf sowjetische
Stellungen und Patrouillen in dessen oberem Teil. Im Südteil des Tals
fuhren sowjetische Truppen und die Streitkräfte der Kahuler Regierung
damit fort, Militärlager, Schulen und Gesundheitsstationt * zu errichten.

- 8 -

�zu errichten. Nach den neuesten Schätzungen, die diplomatischen Quellen
vorliegen, blieb in Kandahar im Süden nur ein Viertel bis ein Drittel der
Vorkriegsbevölkerung von 134 000 Menschen zurück; die Hälfte der Gebäude
wurde zerstört. Tausende und Abertausende flohen vor den nahezu unausgesetzten Bombardements und Kämpfen in Flüchtlingslager in Pakistan. Obwohl
die Stärke der Mujahedin im Gebiet von Kandahar ungebrochen blieb, wird
die Stadt, die es schafft, unter nahezu anarchischen UnStänden zu überleben, weder von ihnen noch von den kommunistischen Verbänden beherrscht.

- 9 -

�28

11. Juli 1984

ZIEL:

ZERSCHLAGUNG DER HANDLERRINGE

Sonderprogramm amerikanischer Bundesbehörden gegen organisiertes
Verbrechen und Rauschgiftschmuggel -

- (AD) - Erfassung und Zerschlagung der Rauschgifthändlerringe in den
Vereinigten Staaten ist das Ziel eines von der amerikanischen Bundesregierung im Frühjahr 1983 aufgenommenen Sonderprogramms.

Drogenfahnder

und Spezialisten einer ganzen Anzahl von Bundesbehörden sind darin in Arbeitsgruppen vereint, denen die Ressourcen und Techniken sowohl des Bundesamtes für Drogenüberwachung

(DEA), des Bundeskriminalamtes

(FBI) als

auch der Finanz- und Zollbehörden sowie der einzelstaatlichen und lokalen
Polizei und einiger weiterer Bundesstellen zur Verfügung stehen.

Die

Bosse der Händlerringe sollen gefaßt, vor Gericht gestellt und abgeurteilt werden.
von

Das Ergebnis des ersten Jahres ist ermutigend:

Hunderte

Drahtziehern des Rauschgifthandels sitzen inzwischen hinter Gittern,

große Mengen von Rauschgift, Verkaufsgewinne in Höhe vieler Millionen
Dollar und von Händlern erworbene Sachwerte, dazu für den Rauschgifttransport benutzte Fahrzeuge, Boote und Flugzeuge wurden beschlagnahmt.
Wie

ein

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Wie ein hoher Beamter des BundesJustizministeriums erklärte, konzentrieren sich die Mitarbeiter des landesweit gezogenen Fahndungsnetzes auf
die Großverteiler, weniger auf Handler der "unteren Ebene".

Die Schaf-

fung der Arbeitsgruppen bilden den Kern des im Oktober 1982 von Präsident
Reagan agekündigten Acht-Punkte-Programms, mit dem Drogenhandel und organisiertes Verbrechen in den Vereinigten Staaten unter Einsatz aller Kräfte bekämpft werden sollen.

Modell für das jetzige Vorgehen auf dem Ge-

biet der Drogenkriminalität waren die erfolgreichen Maßnahmen, die zuvor
schon Sondereinheiten des Justizministeriums gegen das organisierte Verbrechen und Arbeitsgruppen aus Angehörigen verschiedener Behörden zur
Ausschaltung der Drogenschleuse Südflorida praktiziert hatten.

Das Landesweite Programm umfaßt 13 regionale Arbeitsgruppen, einschließlich des für Südflorida zuständige Teams.

Ca. 1200 Staatsanwälte

und Fahnder der beteiligten Bundesbehörden sind hauptamtlich dafür tätig.
Jede regionale Arbeitsgruppe entscheidet selbständig über das in ihrem
Gebiet geplante Vorgehen.

Diese Dezentralisierung macht es möglich, sich

auf Besonderheiten des organisierten Verbrechens und des Drogenhandels in
der betreffenden Region einzustellen und entsprechend zu handeln.

Sowohl

amtsbekannte Syndikate wie "La Casa Nostra", spezialisierte Drogenhändlerorganisationen und Motorrad- und Gefängnisbanden als auch mit Verbrechern aus der Drogenszene zusammenarbeitende Anwälte, Finanziers und Ärzte werden unter die Luge genommen.

Bis Mitte Juni 1984 waren im Rahmen

des neuen Programms 620 Fälle aufgenommen worden.

2624 Personen wurden

unter Anklage gestellt, 701 von ihnen inzwischen verurteilt.

Allein aus

den Syndikaten wurden 421 Personen gefaßt und vor Gericht gestellt (zum
Vergleich:

In dem nach Erlaß des verschärften Gesetzes von 1970 abgelau-

fenen Jahrzehnts waren es lediglich 85).

Die Paragraphen zur Bekämpfung

von "fortdauerndem organisiertem Verbrechen" ("continuing criminal enterprise - GCE") werden in besonders schwerwiegenden Fällen, u.a. schwerer
Drogenkriminalität, angewandt und können Verurteilungen zu langjähriger
bis lebenslanger Haft ohne Bewährung zur Folge haben.

Wie Dr. Lowell Jansen vom amerikanischen Justizministerium erklärte,

�Justizministerium erklärte, sind durch das neue Arbeitsgruppen-System,
das auf langfristige Tätigkeit ausgerichtet ist, auch mehr Fahndungserfolge im Zusammenhang mit den internationalen Verbindungen der Händlerringe zu erwarten.

Solche Verbindungen wurden bei etwa 40 Prozent der im

Jahr 1983 vor Gericht gebrachten Fälle offenbar.

Unter Hinweis darauf,

daß die Bekämpfung des Drogenmißbrauchs "eine Art von Montage" aus vielen
verschiedenen Einzelelementen sei, ist laut Jensen mit Fahndung allein
das Problem nicht zu lösen. "Wir müssen auch etwas in bezug auf die Nachfrage nach Rauschgift unternehmen", sagt er.

"Der Konsum ist ja auch ein

internationales Problem. Viele Länder, die bisher Rauschgifthandel als
amerikanisches Problem betrachteten, erkennen jetzt, daß es sich um ein
internationales Problem handelt.
zunehmend selbst betroffen.

Die Herkunfts- und Transitländer sind

Je stärker sich die Sucht weltweit ausbrei-

tet und Drogenmißbrauch zum internationalen Problem wird, desto mehr müssen wir international unternehmen, um sowohl die Nachfrage als auch das
Angebot an Rauschgiften zu reduzieren."

- 3 -

�11. Juli 1984

28

STUDIE ZU KQMBINATIONSTHERAPIE BEI PSORIASIS

- (AD) - Auf die Kombination von Medikamenten mit Laserstrahlung ist
eine Studie ausgerichtet, die jetzt von Wissenschaftlern der Universität
Kalifornien in Irvine (UCI) zur Entwicklung einer wirksamen Therapie für
Psoriasis-Kranke in Angriff genommen wurde.

Bei Psoriasis

(Schuppen-

flechte) handelt es sich um eine der häufigsten Hautkrankheiten.

Ca. ein

bis zwei Prozent der Bevölkerung sind davon befallen, über die Ursachen
ist so gut wie nichts bekannt. Sie hat viele Erscheinungsformen mit z. T.
schweren Krankheitsbildern und tritt u.a. auch in Verbindung mit rheumatoiden Gelenkveränderungen auf.

Psoriasis entwickelt sich meist zu einem

chronischen Leiden, dessen Behandlung erhebliche Schwierigkeiten bereitet.
Die Studie, für die das New Yorker Pharmazie-Unternehmen Photofrin
Medical Inc. 680 000 Dollar zur Verfügung stellte, wollen Assistenzprofessor Dr. Jerry L. McCullough, Dr. Gerald Weinstein, der Leiter des Departments für Dermatologie, und Dr. Michael Berns, Professor für Chirur-

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�für Chirurgie und Direktor des Laser-Mikrostrahlprogramms der Universität
von Irvine, in ca. zwei Jahren abschließen.

Sie konzentriert sich zu-

nächst auf Tierversuche und Zellkulturexperimente.

Die Forscher erhoffen

sich davon wichtige Informationen, um klinische Versuche zur sogenannten
fotochemischen Therapie für Psoriasis in Angriff nehmen zu können.

Eine Kombinationstherapie mit dem Medikament Psoralen und ultraviolettem Licht ist zwar vor einiger Zeit eingeführt worden, jedoch besteht
der Verdacht, daß bei Langzeit-Anwendung Hautkrebs entstehen könnte.

Die

UCI-Porscher hoffen, das Medikament Photofrin in Verbindung mit anderen
Formen von Licht so einsetzen zu können, daß die Gefahr von Nebenwirkungen verringert wird.

Laserlicht bestimmter Wellenlängen und Photofrin

werden bereits von Prof. Berns und Dr. Alan Wile am UCI-Klinikum in Orange

(Kalifornien) zur Krebsbehandlung eingesetzt.

Für die Entwicklung

besserer Therapiemethoden für Psoriasis soll nun Photofrin zusammen mit
der Strahlung von Laserapparaten und anderen Lichtquellen erprobt werden.

- 2 -

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9421">
              <text>11.07.1984</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9422">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9423">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13686">
              <text>Amerikadienst 11.07.1984</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13687">
              <text>&lt;strong&gt;1. Information&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Vereinigte Staaten akzeptieren Gesprächsvorschlag über Weltraumaffen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Äußerungen von Außenminister Shultz -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;James Goodby sieht Grund für vorsichtigen Optimismus&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung von Botschafter Goodby vor KVAE-Vollversammlung -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;30 Jahre amerikanische Nahrungsmittelhilfe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Chemikalien für Industrie- und Wirtschaftszwecke&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Anwendung toxischer Stoffe soll nicht völlig verboten werden -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Chronologie der Ereignisse in Afghanistan&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- 2. Quartal 1984 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ziel: Zerschlagung der Händlerringe&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Sonderprogramm amerikanischer Bundesbehörden gegen organisiertes Verbrechen und Rauschgiftschmuggel -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Studie zu Kombinationstherapie bei Psoriasis</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
