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16.

Mai 1984

I N H A L T

DOKUMENTATION
Ronald Reagan: Mittelamerika braucht die Hilfe der USA
- Fernsehansprache des amerikanischen Präsidenten US-Innenminister bekräftigt deutsch-amerikanische Freundschaft
- Rede von Clark anläßlich des 35. Gedenktages der Berliner
Luftbrücke -

WIRTSCHAFT
Neue Arbeitsplätze - der größte Erfolg der US-Wirtschaft
- USIA-Interview mit dem Wirtschaftswissenschaftler Martin Baily
Feldstein scheidet als Wirtschaftsberater Reagans aus

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
USA wollen Fertigstellung von Kernkraftwerken beschleunigen
USA melden bessere Luftqualität

Um Über/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.- 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�20

16. Mai 1984

RONALD REAGAN: MITTELAMERIKA BRAUCHT DIE HILFE DER USA
- Fernsehansprache des amerikanischen Präsidenten -

WASHINGTON _ (AD) - Präsident Reagan erklärte in seiner am 9. Mai
1984 landesweit übertragenen Fernsehansprache zum Thema Mittelamerika,
die Vereinigten Staaten müßten sowohl die gewählte Regierung von

El

Salvador als auch die demokratischen Bemühungen des Volkes von Nicaragua
unterstützen.

Die Rede des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
in der vergangenen Woche war ich in Peking und in Schanghai - und in
drei

Wochen wird es nach Dublin, in die Normandie sowie zum jähr-

lichen Wirtschaftsgipfel nach London gehen.

Es freut mich, daß unsere Reise nach China ein Erfolg war.
hatte mit der chinesischen Führung lange und ernste Gespräche.

Ich
Obgleich

unsere beiden Länder sehr unterschiedlich sind, bauen wir eine starke
Beziehung in einem Geist echter Zusammenarbeit auf, und dies ist der
Sache des Friedens sicher dienlich.

Dies war unsere zweite Reise nach Asien in den vergangenen sechs
Monaten.

Das beweist, wie bewußt wir uns der Verantwortung Amerikas

hinsichtlich einer Führungsrolle im pazifischen Becken sind - einem
Gebiet gewaltiger wirtschaftlicher Lebenskraft.

Ich bin davon überzeugt,
daß unsere

Postfach 20 03 00 Tel 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�daß unsere Beziehungen zu unseren asiatischen Verbündeten und Freunden
nie besser gewesen sind.

Aber das ist es nicht, worüber ich heute zu Ihnen sprechen möchte.

Ich habe um diese Sendezeit gebeten, um Ihnen einige grundsätzliche
Entscheidungen zu nennen, die Sie zu treffen haben.

Ich bin der

Überzeugung, daß es zu meiner verfassungsmäßigen Verantwortung gehört,
Ihnen diese Probleme vorzulegen.

Sie beziehen sich auf unsere nationale

Sicherheit und die Gewährleistung dieser Sicherheit ist die bei weitem
wichtigste Funktion, die die Bundesregierung auszuüben hat. In diesem
Kontext ist es meine Pflicht, Probleme vorauszusehen, vor Gefahren zu
warnen und so zu handeln, daß Gefahren von unseren Küsten ferngehalten
werden.

Unsere diplomatischen Ziele werden nicht allein durch guten Willen
und edle Bemühungen erreicht.

In den vergangenen 15 Jahren hat der

Zuwachs der sowjetischen Militärmacht zu einer radikalen Veränderung der
Welt geführt, in der wir leben. Dies bedeutet nicht - wie manche uns
glauben machen wollen -, daß die Gefahr eines Atomkrieges unmittelbar
bevorsteht.

Dem ist nicht so.

Solange wir das strategische Gleichgewicht aufrechterhalten und es
dadurch stabiler machen, daß wir die Zahl der Waffen auf beiden Seiten
verringern, können wir auf die grundsätzliche Klugheit der sowjetischen
Führung zählen, diese Art der Herausforderung uns gegenüber zu vermeiden.

Derzeit fordert sie uns mit einer anderen Art von Waffe heraus:

mit Subversion und mit dem Einsatz von Stellvertreterstreitkräften - den
Kubanern zum Beispiel.

Wir sind in den vergangenen zehn Jahren Zeugen einer Intensivierung
geworden, indem die Sowjetunion und ihre Stellvertreter daran gingen, die
Kontrolle über Vietnam, Laos, Kamputchea, Angola, Äthiopien, Südjemen,
Afghanistan sowie - erst kürzlich und unserem Lande näher - in Nicaragua
und jetzt in El Salvador zu übernehmen.

Es ist das Schicksal dieser

Region, Mittelamerika, über das ich heute abend zu Ihnen sprechen möchte.
Esgeht
- 2 -

�Es geht um unsere Anstrengung, Demokratie und wirtschaftliches
Wohlergehen angesichts der kubanischen und nicaraguanischen Aggression,
unterstützt und verstärkt durch die Sowjetunion, zu fördern.

Es geht

hier ganz sicherlich nicht um Pläne, amerikanische Truppen in Mittelamerika in den Kampf zu schicken. Jedes Jahr stellt die Sowjetunion Kuba
vier Milliarden Dollar Hilfsgelder zur Verfügung und sie schickt Tonnen
von Waffen, um die Revolution in unserer Hemisphäre zum Gären zu
bringen.

Die Verteidigungspolitik der Vereinigten Staaten gründet sich auf
eine schlichte Prämisse: Wir beginnen keine Kriege. Wir werden niemals
der Aggressor sein. Wir bewahren unsere Stärke, um vor einer Aggression
abzuschrecken und uns gegen eine solche zu verteidigen - um Frieden und
Freiheit zu bewahren. Wir helfen unseren Freunden, sich selbst zu
verteidigen.
Mittelamerika ist eine Region großer Bedeutung für die Vereinigten
Staaten. Und sie liegt so nahe - San Salvador ist von Houston nicht so
weit entfernt wie etwa Houston von Washington
Amerika und es liegt

vor unserer Haustür.

D.C.

Mittelamerika ist

Es ist zum Schauplatz eines

dreisten Versuches der Sowjetunion, Kubas und Nicaraguas geworden, den
Kommunismus mit Gewalt in der gesamten Hemisphäre zu verbreiten.

Wenn die Hälfte unserer verschifften Tonnage und des importierten
Erdöls durch die karibischen Schiffswege geht und nahezu die Hälfte
unseres gesamten Außenhandels durch den Panamakanal und die karibischen
Gewässer geht, dann geht es auch um Amerikas Volkswirtschaft und um
Amerikas Wohlergehen.

Derzeit zwingt die von Kuba unterstützte Aggression in El Salvador
400 000 Männer, Frauen und Kinder dazu, aus ihrer Heimat zu fliehen. Und
in ganz Mittelamerika sind über 800 000 auf der Flucht, viele, wenn nicht
die meisten davon, leben dabei in unglaublichem Elend. Die Besorgnis
über die Aussicht auf Hunderttausende von Flüchtlingen, die der
kommunistischen
Unterdrückung entkommen

�Unterdrückung entkommen wollen und Einlaß in unser Land suchen, ist
durchaus begründet.

Was wir in El

Salvador sehen, ist ein Versuch, die gesamte Region

zu destabilisieren und schließlich Chaos und Anarchie an die amerikanischen Grenzen heranzutragen.

So kam die Nationale Überparteiliche Kommission für Mittelamerika
unter dem Vorsitz von Henry Kissinger zu dem Schluß, daß wir, sollten wir
nichts tun oder sollten wir weiterhin zu wenig Hilfe bieten, nichts
anderes bliebe als ein kommunistisches Mittelamerika mit zusätzlichen
kommunistischen Militärbasen auf dem Festland dieser Hemisphäre sowie
kommunistische Subversion, die sich von dort nach Süden und nach Norden
ausbreitet.

Diese kommunistische Subversion stellt die Drohung dar, daß 100
Millionen Menschen von Panama bis hin zu den offenen Grenzen in unserem
Süden unter die Kontrolle prosowjetischer Regime kommen könnten.

Wenn wir dies zu spät erkennen, wenn unsere vitalen Interessen sogar
noch direkter bedroht sind, und wenn ein Mangel an amerikanischer Unterstützung unseren Freunden die Fähigkeit zur Selbstverteidigung raubt,
dann werden die Gefahren für unsere Sicherheit und für unsere Lebensweise
unendlich größer.

Es gibt jedoch einen Weg zur Vermeidung dieser Risiken, empfohlen
von der Nationalen Überparteilichen Kommission über Mittelamerika.

Er

erfordert langfristige amerikanische Unterstützung für demokratische
Entwicklung, Wirtschafts- und Sicherheitshilfe sowie eine Diplomatie des
starken Willens.

Es gab eine Anzahl bilateraler Treffen auf hoher Ebene mit der
nicaraguanischen Regierung, wo wir konkrete Friedensvorschläge vorgelegt
haben.

Ich habe zwei Sonderbotschafter ernannt, die im vergangenen Jahr

über zehn Reisen in die Region unternommen haben, um zu einem Frieden zu
gelangen. Und die demokratischen Nachbarn Mittelamerikas - Mexiko,
Venezuela, Kolumbien und Panama - haben eine umfassende Friedensinitiative ergriffen,

�initiative ergriffen, die als der CONTADORA-Prozeß bekanntgeworden ist.
Die Vereinigten Staaten unterstützen die Ziele dieses Prozesses voll und
ganz.

Wir können und müssen Mittelamerika helfen.

Dies liegt in unserem

nationalen Interesse und auch vom Moralischen her ist es das einzig
Richtige.

Aber helfen bedeutet auch wirklich genug tun - genug, um

unsere Sicherheit zu schützen und genug, um das Leben unserer Nachbarn zu
schützen, damit sie in Frieden und Demokratie und ohne die Bedrohung
kommunistischer Aggression und Subversion leben können.

Dies ist die

Politik unserer Administration seit über drei Jahren gewesen.

Diese Entscheidung zu treffen, bedeutet aber auch, daß wir alle eine
Verpflichtung eingehen - unsere Administration, das amerikanische Volk
und der Kongreß. Bislang sind wir diese Verpflichtung noch nicht eingegangen. Wir haben nur gerade so viel Hilfe zur Verfügung gestellt, um
die totale Katastrophe zu vermeiden, aber nicht genug, um die Krise einer
Lösung zuzuführen, so daß El Salvador noch immer einem langsamen Ausbluten ausgesetzt ist.

Teil des Problems ist nicht, wie ich vermute, daß Mittelamerika etwa
nicht wichtig sei, sondern daß manche Leute denken, unsere Administration
könne die Bedrohung übertreiben, vor der wir stehen. Nun, wenn dem so
ist, so lassen sie mich diesen Gedanken aus der Welt schaffen.

Ich möchte Ihnen heute abend ein paar Dinge über die wirkliche Natur
des sandinistischen Regimes in Nicaragua sagen.

Die Sandinisten, die in Nicaragua herrschen, sind Kommunisten, deren
Beziehungen und Verbindungen zu Fidel Castro ein ViertelJahrhundert zurückreichen.

Eine ganze Anzahl der Sandinisten wurde in Lagern ausge-

bildet, die von Kuba, dem Sowjetblock und der PLO unterstützt werden. Es
ist wichtig, sich zu vergegenwärtigen, daß Kuba, die Sandinisten, die
salvadorianische kommunistische Guerilla und die PLO seit vielen Jahren
zusammenarbeiten.

1978 beteiligten sich die Sandinisten und Elemente der

PLO an einer "Kriegserklärung" gegen Israel.
Im Herbst

�Im Herbst 1978 unternahmen die von Kuba unterstützten Sandinisten
einen größeren Versuch, das Somoza-Regime in Nicaragua zu Fall zu
bringen. Damals wurden sie nach Havanna gerufen, wo Castro sie zynisch
hinsichtlich der Mittel erfolgreicher kommunistischer Aufstände unterwies.

Er erklärte ihnen, der Welt zu sagen, sie würden um politische
Demokratie, nicht für den Kommunismus kämpfen. Am wichtigsten aber war,
daß er sie anwies, eine breitgefächerte Allianz mit der wirklich demokratischen Opposition des Somoza-Regimes zu bilden.

Castro erklärte, dies

würde die öffentliche Meinung im Westen täuschen, potentielle Kritiker
verunsichern und es den westlichen Demokratien schwierig machen, sich
gegen die nicaraguanische Revolution zu stellen, ohne dabei innenpolitisch auf großen Widespruch zu stoßen.

Sie sehen, genauso führte Castro auch seine Revolution durch. Und
wir müssen gestehen, daß er eine ganze Menge Leute auch hier in unserem
eigenen Land zum Narren hielt - oder erinnern Sie sich nicht mehr daran,
daß man ihn in einem Teil unserer Presse den George Washington Kubas
nannte?

Die Sandinisten hörten zu und lernten.

Sie kamen nach Nicaragua

zurück und versprachen, eine Demokratie zu errichten.

Die Organisation

Amerikanischer Staaten (OAS) verabschiedete am 23. Juni 1979 eine Resolution, in der es hieß, daß eine friedliche Lösung in Nicaragua es erforderlich mache, daß Somoza gehe und daß sobald wie möglich freie Wahlen
abzuhalten seien, um eine wirklich demokratische Regierung einzusetzen,
die Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit garantieren würde.

Die Sandinisten versprachen damals der OAS schriftlich, daß sie all
dies tun würden.

Somoza ging, und die Sandinisten kamen an die Macht.

Es handelte sich hierbei um eine Verhandlungslösung auf der Grundlage
einer Machtteilung zwischen Kommunisten und echten Demokraten, wie dies
heute auch für El Salvador von einigen vorgeschlagen worden ist. Aufgrund dieser Versprechungen, versuchten die letzte amerikanische Administration sowie

�stration sowie andere westliche Regierungen hoffnungsvoll, einen Erfolg
der Sandinisten zu ermutigen.

Es brauchte einige Zeit, um zu erkennen, was wirklich stattfand;
daß nahezu von dem Zeitpunkt an, da die Sandinisten und ihr Kader von 50
kubanischen Geheimberatern im Juli 1979 in Managua die Macht ergriffen,
die interne Repression der demokratischen Gruppen, der Gewerkschaften und
der bürgerlichen Gruppierungen begann. Das Recht auf Opposition wurde
verwehrt.

Die Freiheit der Presse und die Versammlungsfreiheit wurden

praktisch abgeschafft.

Einfach verweigert wurde das Abhalten echter Wahlen, verbunden mit
der wiederholten Versprechung, dies später zu tun. Das jüngste Versprechen bezieht sich jetzt auf Wahlen Im November 1984. In der Zwischenzeit gab es einen Versuch, eine gesamte Kultur - die Miskito-Indianer auszulöschen, von denen Tausende umgebracht oder in Lagern zusammengetrieben wurden, wo sie hungern und mißhandelt werden.

Ihre Dörfer,

Kirchen und Ernten wurden verbrannt.

Die Sandinisten unternahmen auch antisemitische Schritte gegen die
jüdische Gemeinschaft.
einzelne Priester.

Und sie verfolgten Katholiken und erniedrigten

Als Papst Johannes Paul II. im vergangenen Jahr

Nicaragua besuchte, organisierten die Sandinisten öffentliche
Demonstrationen und beleidigten Ihn und seine Friedensbotschaft.

Am Karfreitag hielten etwa 100 000 katholische Gläubige eine Demonstration ab. Wahrscheinlich hören Sie von dieser Demonstration zum
ersten Mal. Es wurde nicht viel darüber berichtet. Der nicaraguanische
Bischof Pablo Antonio Vega erklärte kürzlich: "Wir leben mit einer totalitären Ideologie, die in diesem Land niemand haben will."

Die Herrschaft der Sandinisten ist eine kommunistische Schreckensherrschaft.

Viele von jenen, die neben den Sandinisten gekämpft hatten,

sahen, wie ihre Revolution betrogen wurde; ihnen wurde eine Beteiligung
an der neuen Regierung verwehrt, manche wurden ins Gefängnis geworfen,
andere ins Exil getrieben. Tausende, die Seite an Seite mit den Sandinisten gekämpft
- 7 -

�nisten gekämpft hatten, haben nun gegen sie zu den Waffen gegriffen; es
sind die Contras, es sind Freiheitskämpfer.

Es ist eine Tragödie, was die Sandinisten mit Nicaragua gemacht
haben.

Aber wir Amerikaner müssen begreifen und mit der Tatsache fertig-

werden, daß die Sandinisten sich nicht damit zufrieden geben, ihr eigenes
Land zu brutalisieren.

Sie sind bestrebt, ihren Terror in jedes andere

Land dieser Region zu exportieren.

Ich bitte Sie, bei folgendem Zitat genau hinzuhören: "Wir haben das
brilliante revolutionäre Beispiel Nicaragua...

Der Kampf in El Salvador

ist schon weit fortgeschritten: Das gleiche gilt für Guatemala und in
Honduras entwickeln sich die Dinge rasch... Sehr bald wird Mittelamerika
eine revolutionäre Einheit sein..." Diese Erklärung stammt von einem
salvadorianischen Guerillaführer vom März 1981.

Kurz nach ihrer Machtübernahme begannen die Sandinisten in Partnerschaft mit Kuba und der Sowjetunion damit, die Aggression und den Terrorismus gegen El Salvador, Honduras, Costa Rica und Guatemala zu unterstützen.
Sie eröffneten Ausbildungslager für die Guerilla aus El Salvador,
damit diese in ihr eigenes Land zurückkehren und dort ihre Regierung
angreifen könne. Diese Lager gibt es noch immer. Nicaragua ist noch
immer das Hauptquartier für kommunistische Guerillabewegungen.

Und nica-

raguanische Agenten und Diplomaten wurden in Costa Rica und in Honduras
dabei ertappt, wie sie Angriffe überwachten, die von kommunistischen
Terroristen durchgeführt wurden.

Die Rolle, die Kuba schon seit langem für die Sowjetunion spielt,
wird nun auch von den Sandinisten übernommen.

Sie sind Kubas Kubaner

geworden. Waffen, Material und Mittel werden vom Sowjetblock aus nach
Kuba gebracht, von Kuba nach Nicaragua, von Nicaragua zu der salvadorianischen Guerilla.

Diese Tatsachen wurden im vergangenen Jahr durch

den Geheimdienstausschuß des Repräsentantenhauses bestätigt.
Seit dem August

�Seil dorn August 1979 lebt das sandinistlsche Regime mit seinen Nachbarn Im Krieg.

Dazu gehören militärische Überfälle in Honduras und Costa

Rica, die es auch heute noch gibt.

Und von ihren Freunden bekommen sie dabei reichlich Hilfe. 1979 gab
es in Nicaragua 165 Kubaner.
angewachsen.
berater in

Heute ist diese Streitmacht auf 10 000

Und wir werden dafür kritisiert, daß wir 55 Militär-

El Salvador haben. Hilfe kommt aber auch aus anderen Teilen

des Terrornetzes:
Diktator Ghaddafi.

So hat die PLO Männer geschickt, und auch Libyens
Die kommunistischen Länder schicken neue Militär-

hilfe, einschließlich Panzer, Artillerie, Raketenwerfer, und helfen beim
Bau von Militärbasen und ähnlichen Anlagen.

Erst letzte Woche begann ein sowjetisches Schiff mit dem Löschen
schwerer Militärlastwagen im nicaraguanischen Hafen Corinto.

Ein anderes

sowjetisches Schiff mit weiteren Lastwagen und 155 sowjetischen Jeeps ist
unterwegs.

Nicaraguas eigene Streitkräfte sind gewaltig gewachsen.

Seit 1979

stieg die Zahl der ausgebildeten Soldaten von 10 000 auf über 100 000.
Warum braucht Nicaragua diese ganze Streitmacht?

Warum baut dieses Land

mit seinen lediglich 2,8 Millionen Menschen diese große Militärmacht
auf?

Ihrer Behauptung nach ist diese Aufrüstung das Ergebnis der antisandinistischen Kräfte. Aber das ist eine Lüge. Der militärische Ausbau
der Sandinisten begann zweieinhalb Jahre bevor die antisandinistischen
Freiheitskämpfer zu den Waffen griffen.

Ihrer Behauptung nach ist diese Aufrüstung das Ergebnis der
Bedrohung durch ihre Nachbarn. Aber auch das ist eine Lüge. Nicaraguas
unmittelbarer Nachbar, Costa Rica, verfügt nicht einmal über eine Armee.
Ein anderer Nachbar, Honduras, verfügt über eine Armee von lediglich
16 000 Mann.

Der Behauptung der Sandinisten nach findet diese Aufrüstung als
Reaktion auf eine amerikanische Aggression statt. Dies ist die
zynischste Lüge

von allen.

�von allen. Die Wahrheit ist, daß sie an ihrem ersten Jahrestag im Juli
1980 verkündeten, daß ihre Revolution sich über ihre eigenen Grenzen
hinweg ausbreiten würde.

Als die Sandinisten gegen das Somoza-Regime kämpften, war es die
Politik der Vereinigten Staaten, sich in keinster Weise einzumischen und
nicht den Versuch zu unternehmen, Somoza zu stützen. Die Vereinigten
Staaten taten alles, um ihre Offenheit gegenüber den Sandinisten zu
zeigen, ihre positive Einstellung und ihre Bereitschaft dazu, Freunde zu
werden.

Die Carter-Regierung leistete den Sandinisten in den ersten 18
Monaten mehr Wirtschaftshilfe als irgend ein anderes Land.

Im Januar

1981 aber schickte die Carter-Regierung Militärhilfe nach El Salvador,
nachdem sie zu dem Schluß gekommen war, daß die Sandinisten die salvadorianische Guerilla bewaffneten.

Unmittelbar nach meiner Amtsübernahme bemühten wir uns, den Sandinisten gegenüber Freundschaft zu zeigen und boten Nicaragua Wirtschaftshilfe an. Aber es half nichts. Sie exportierten auch weiterhin den
Terrorismus.

Die Worte ihrer offiziellen Parteihymne beschreibt uns, die

Vereinigten Staaten, als den Feind der ganzen Menschheit.

So viel zu unseren ernstgemeinten, aber unrealistischen Hoffnungen
darauf, daß Nicaragua im Glänze unserer Freundschaft blühen und Freiheit
für sein Volk schaffen würde, wenn wir uns nur noch mehr darum bemühten,

Freunde zu sein.

Die Wahrheit ist: Nichts dergleichen geschah.

1958 schwur Fidel Castro, daß er nach dem Erfolg seiner Revolution
einen noch weit längeren und größeren Krieg beginnen werde - einen Krieg
gegen die Amerikaner.

Dieser Krieg, so Castro, "wird meine wirkliche

Berufung sein."

Seit 26 Jahren - über republikanische und demokratische Administrationen hinweg - hält sich Castro an seinen eigenen Weg der
revolutionären
- 10 -

Gewalt. Heute

�Gewalt.

Heute bietet Kuba sogar d&gt;n Drogenhändlern sicheres Geleit, die

unsere Kinder vergiften.

Im Gegeiv.ug hierfür bekommt Kuba natürlich

hartes Bargeld, um mehr Waffen für den Krieg kaufen zu können.

Wir befinden uns mitten in dem, was Präsident John F. Kennedy "einen
langen Kampf im Zwielicht" nannte, um die Freiheit in der Welt zu verteidigen.
will.

Er begriff das Problem Mittelamerika.

Er wußte, was Castro

Und er erfaßte die langfristigen Ziele der Sowjetunion in dieser

Region.
Vor 23 Jahren hat Präsident Kennedy vor der Gefahr einer kommunistischen Durchdringung unserer Hemisphäre gewarnt.

Er sagte damals:

"Ich möchte es klar verstanden wissen, daß meine Regierung nicht zögern
wird, wenn es darum geht, ihren hauptsächlichen Verpflichtungen nachzukommen, die die Sicherheit unseres Landes angehen."
Das Repräsentantenhaus und der Senat unterstützten ihn mit überwältigender Mehrheit, indem ein Gesetz verabschiedet wurde, das die Vereinigten Staaten aufrief, Kuba an der Ausweitung seiner aggressiven und
subversiven Aktivitäten auf irgendeinen Teil unserer Hemisphäre zu hindern. Würde John F. Kennedy heute noch leben, so wäre er meiner Ansicht
nach entsetzt über die Leichtgläubigkeit mancher Leute, die heute in
seinem Namen sprechen.

Ich habe dargelegt, daß das gegenwärtige Ziel Kubas und Nicaraguas
El Salvador ist. Und ich möchte jetzt zu Ihnen über dieses Land
sprechen, weil es in dieser Beziehung eine Menge Mißverständnisse gibt.

Auch El

Salvador erlebte vor mehreren Jahren eine Revolution, und

es ringt jetzt mit großem Mut darum, eine funktionierende Demokratie und
gleichzeitig ein stabiles Wirtschaftssystem zu erreichen und die historischen Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Aber die Sehnsucht El Salvadors
nach Demokratie wurde stark beeinträchtigt durch in Kuba ausgebildeten
und bewaffneten Guerilleros, die Gewalt gegen die Bevölkerung anwenden
sowie Brücken, Straßen, Kraftwerke, Lastwagen, Busse und andere für die
Wirtschaft wichtige Dinge zerstören.

Die Zerstörung dieser Infrastruktur
hat weitere

- 11 -

�hat weitere Arbeitslosigkeit und Armut für die Bevölkerung El

Salvadors

mit sich gebracht.

Einige Leute argumentieren, in El Salvador gebe es nur politische
Extreme - die gewalttätige Linke und die gewalttätige Rechte -, zwischen
denen wir wählen müßten. Das ist einfach nicht wahr. Die demokratischen
politischen Parteien reichen von der demokratischen Linken zur Mitte und
zu den Konservativen.

Ferner gibt es Gewerkschaften, religiöse Organi-

sationen, bürgerliche Gruppen sowie wirtschaftliche Vereinigungen, die
zahlreich und aktiv sind.

Es gibt einen kleinen gewalttätigen rechten Flügel, der die Demokratie genauso ablehnt, wie die Guerilla das tut, aber er ist kein Teil
der Regierung. Wir haben uns immer wieder gegen beide Extreme ausgesprochen, und das hat auch die Regierung von El Salvador getan. Im
Dezember vergangenen Jahres entsandte ich Vizepräsident Bush mit einem
persöhnlichen Schreiben nach

El Salvador, in dem ich erneut meine

nachhaltige Opposition gegenüber beiden gewalttätigen Extremen zum
Ausdruck brachte. Dies hatte eine positive Auswirkung.

Die Bodenreform macht Fortschritte.

Seit März 1980 haben mehr als

550 000 Bauern Nutzen aus diesem Programm gezogen - das entspricht etwa
einem Viertel der ländlichen Bevölkerung.

Viele können jedoch ihr Land

nicht bebauen; sie werden von den Guerllleros getötet, wenn sie dies tun.
Die Menschen in Mittelamerika wollen Demokratie und Freiheit. Sie
wollen und hoffen auf eine bessere Zukunft. Costa Rica Ist eine gefestigte und gesunde Demokratie. Honduras unternahm 1982 einen friedlichen
Übergang zur Demokratie. Und in Guatemala funktionieren politische
Parteien und Gewerkschaften.
es gibt reelle

Dort ist im Juli eine Wahl angesetzt, und

Aussichten, daß dieses Land 1985 zu einer voll verfas-

sungsmäßigen Regierung zurückkehren kann. Tatsächlich sind 26 von 33
lateinamerikanischen Ländern Demokratien oder streben danach. Aber sie
sind verletzlich.
Durch die
- 12 -

�Durch die Unterstützung der kommunistischen Guerilla in El Salvador
versucht die nichtgewählte Regierung von Nicaragua die rechtmäßige Regierung eines Nachbarlandes zu stürzen. Wie in Nicaragua wurde auch die Regierung von

El Salvador aus einer Revolution heraus geschaffen, aber an-

ders als in Nicaragua hat es dort drei Wahlen gegeben - die jüngste, eine
Präsidentschaftswahl, erst am vergangenen Sonntag. Das Land hat große
Fortschritte in Richtung auf die Demokratie gemacht.
Wahl trotzten 80 Prozent der Bevölkerung von

Bei der letzten

El Salvador kommunistischen

Drohungen und der Gewaltanwendung der Guerilla und stimmten für Frieden
und Freiheit.

Lassen Sie mich noch ein weiteres Beispiel für den Unterschied
zwischen diesen beiden Ländern - El Salvador und Nicaragua - anführen.
Die Regierung in El Salvador hat den Guerilleros eine Amnestie angeboten
und sie aufgefordert, sich an den Wahlen sowie an den demokratischen
Prozessen zu beteiligen.

Die Guerilleros haben dies abgelehnt; sie

wollen sich den Weg an die Macht frei schießen und eine totalitäre
Herrschaft errichten.

Im Gegensatz dazu haben die Contras - die Freiheitskämpfer in Nicaragua - angeboten, ihre Waffen niederzulegen und an demokratischen Wahlen
teilzunehmen, aber dies hat die kommunistische Regierung der Sandinisten
abgelehnt.

Deshalb müssen die Vereinigten Staaten sowohl die gewählte Regierung
von El Salvador als auch die demokratischen Bestrebungen der Bevölkerung
Nicaraguas unterstützen.

Wenn die Kommunisten einen Krieg gegen die Bevölkerung von El
Salvador beginnen können, dann ist es doch gerechtfertigt, daß El
Salvador und seine Freunde sich verteidigen, indem sie den Waffenfluß
blockieren. Wenn die Sowjetunion die Subversion in unsere Hemisphäre
unterstützen und fördern kann, dann haben die Vereinigten Staaten ein
legales Recht und eine moralische Pflicht, zu helfen, daß dieser Entwicklung entgegengetreten wird.

Dies liegt nicht nur in unserem stra-

tegischen Interesse, es ist auch moralisch richtig. Es wäre zutiefst
unmorallsch, würden
- 13 -

�rausch, würden wir es zulassen, daß friedliebende Freunde die von
unserer Hilfe abhängig sind, durch brutale Gewalt überwältigt werden,
wenn wir doch über die Fähigkeit verfügen, dies zu verhindern.

Wenn unser politischer Prozeß sich in ein und dieselbe Richtung
bewegt, dann kann die von der Sowjetunion und Kuba unterstützte Aggression abgewehrt werden.

Der hundertjährige Geburtstag Präsident Trumans

ist ein geeigneter Anlaß, um an die Worte zu erinnern, die er in einer
ähnlichen Situation auf einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses ausgesprochen hat: "Die freien Völker der Welt erwarten von uns Unterstützung
bei der Wahrung ihrer Freiheiten. Wenn wir zaudern..., dann können wir
den Frieden der Welt gefährden, und ganz sicherlich werden wir das Wohlergehen unseres Landes gefährden."

Truman hielt diese Rede im Jahr 1947. Das Problem war damals die
seit zwei Jahren von den Sowjets unterstützte indirekte Aggression gegen
Griechenland.

Die Kommunisten standen kurz vor dem Sieg. Präsident

Truman appellierte an den Kongreß, der griechischen Regierung die entscheidende Hilfe zu gewähren.

Beide Parteien kamen dem Appell Präsident

Trumans nach, die demokratischen Kräfte waren erfolgreich, und Griechenland wurde eine parlamentarische Demokratie.

Die kommunistische Subversion ist keine unabänderliche Flutwelle.
Wir haben erlebt, wie sie in Venezuela und erst kürzlich in Grenada
zurückgedrängt wurde. Und wo die Demokratie gedeiht, sind die Menschenrechte und der Friede sicherer.

Die Flutwelle der Zukunft kann eine der

Freiheit sein. Alles, was nötig ist, sind der Wille und die Hilfsmittel,
um diese Arbeit zu tun.

Im April 1983 sprach ich auf einer gemeinsamen Sitzung des
Kongresses und ersuchte um überparteiliche Zusammenarbeit hinsichtlich
unserer Politik, Freiheit und Demokratie in Mittelamerika zu schützen.
Kurz danach ermutigte der inzwischen verstorbene Senator Henry Jackson zu
der Einsetzung einer erstklassigen, überparteilichen Kommission, die langfristig einen Kurs für Demokratie, wirtschaftliche Verbesserungen und
Frieden in Mittelamerika abstecken sollte. Ich ernannte 12 prominente
Amerikaner aus
- 14 -

�Amerikaner aus beiden politischen Parteien zu Mitgliedern der Nationalen
Überparteilichen Kommission für Mittelamerika.

Die überparteiliche Kommission hat allen Amerikanern einen wichtigen
Dienst geleistet - allen von uns von Pol zu Pol in dieser westlichen
Hemisphäre.

Im Januar dieses Jahres unterbreitete die Kommission posi-

tive Empfehlungen, die die demokratische Entwicklung unterstützen, die
Lebensbedingungen verbessern und dieser uns so naheliegenden geplagten
Region den langersehnten Traum von Frieden bringen sollen.
fehlungen stärken die

Diese Emp-

geistigen Grundlagen der Politik meiner Regierung,

daß die Unterstützung für unsere Nachbarn in erster Linie wirtschaftlicher und humanitärer Natur sein sollte, daß sie jedoch auch ausreichende militärische Hilfe einschließt.

Im Februar unterbreitete ich dem Kongreß einen umfassenden Gesetzesvorschlag, der die Empfehlungen der Kommission ausführen würde. Und weil
dieser Bericht einen überparteilichen Konsens darstellte, hoffe ich, daß
der Kongreß baldige Maßnahmen treffen wird.

Dieser Vorschlag sieht die

vermehrte Bereitstellung von Hilfsmitteln vor; es soll unmittelbar damit
begonnen werden und sich regelmäßig über die nächsten fünf Jahre erstrekken.

Dieses Programm ist eine ausgewogene Kombination von Unterstützung
für die Demokratie, die wirtschaftliche Entwicklung, die Diplomatie und
für Sicherheitsmaßnahmen, wobei 70 Prozent der Mittel für wirtschaftliche
und soziale Entwicklung aufgewendet werden sollen. Mit diesem Programm
können wir unser Ziel erreichen.

Die Nationale Überparteiliche Kommission für Mittelamerika hat ihre
Arbeit getan. Unsere Administration hat ihre Arbeit getan. Wir erwarten
nunmehr Maßnahmen des Kongresses.

Inzwischen häufen sich die Hinweise,

daß Kuba beabsichtigt, seine Unterstützung für die Guerilla in El Salvador zu verdoppeln und die neugewählte Regierung im Herbst zu stürzen.
Wenn wir die Hilfsmittel nicht zur Verfügung stellen, werden die Kommunisten wahrscheinlich Erfolg haben.
Denken Sie
- 15 -

�Denken Sie daran:

Der Sowjetblock gewährte Kuba und Nicaragua im

vergangenen Jahr 4,9 Milliarden Dollar an Unterstützung, während die
Vereinigten Staaten allen ihren Freunden in Mittelamerika nur einen
Bruchteil dieser Summe zur Verfügung stellten.

Die Fragen, die sich hier stellen, sind ganz einfach: Werden wir
die Freiheit in dieser Hemisphäre unterstützen oder nicht?

Werden wir

unsere lebenswichtigen Interessen in dieser Hemisphäre verteidigen oder
nicht?

Werden wir der Ausbreitung des Kommunismus in dieser Hemisphäre

Einhalt gebieten oder nicht?

Werden wir handeln, solange es noch Zeit

ist?

Es gibt Kreise in unserem Lande, die der Versuchung nachgeben
möchten, nichts zu tun. Sie sind die neuen Isolationisten und gleichen
sehr den Isolationisten der späten dreißiger Jahre, die wußten, was in
Europa vor sich ging, es aber vorzogen, sich der schrecklichen Herausforderung, die die Geschichte ihnen auferlegt hatte, nicht zu stellen.
Sie zogen eine Politik des Wunschdenkens vor und sagten sich, wenn nur
ein weiteres Land geopfert würde, wenn nur ein weiterer internationaler
Übergriff gestattet würde, dann wäre ohne Frage über kurz oder lang der
Appetit des Aggressors gestillt.

Nun, sie haben die Aggressoren nicht aufgehalten, sie haben diese
vielmehr noch kühner gemacht. Sie verhinderten den Krieg nicht, sie
sorgten dafür, daß er kam.

Dem Kongreß liegen nunmehr Gesetze vor, die die Empfehlungen der
Nationalen Überparteilichen Kommission ausführen werden.

Ersuchen um

Interimsbewilligungen, mit deren Hilfe den in El Salvador um ihr Land
kämpfenden Soldaten und den freiheitsliebenden Menschen in Mittelamerika
die benötigten Mittel gegeben werden sollen, erwarten ebenfalls Maßnahmen
seitens des Repräsentantenhauses.

Während der vergangenen vier Jahre ist nur die Hälfte der für El
Salvador angeforderten Militärhilfe gebilligt worden, obwohl die
Gesamthilfe für El Salvador nur etwa fünf Prozent unserer weltweiten
Unterstützung ausmacht.
- 16 -

�Unterstützung ausmacht.

Ich ersuche den Kongreß, die von mir für das

Haushaltsjahr 1984 angeforderten Mittel zu billigen und den gesamten Plan
der Nationalen überparteilichen Kommission für Demokratie, wirtschaftliche Entwicklung und Frieden in Mittelamerika zu verabschieden.

Während ich heute abend zu Ihnen spreche, gibt es junge salvadorianische Soldaten in ihrem Land, die sich Terroristen und Guerillas
gegenübersehen, wobei die Magazine in ihren Gewehren die einzige Munition
sind, über die sie verfügen. Der Mangel an Evakuierungshubschraubern für
die Verwundeten und der Mangel an Medikamenten nach ihrer Evakuierung
haben dazu geführt, daß einer von drei Verwundeten stirbt. Auf solche
Weise unterstützt man keine Freunde - insbesondere nicht, wenn ihre
Unterstützung auch Unterstützung für uns selbst bedeutet.

Als ich in der vergangenen Woche über den ungeheuer großen pazifischen Ozean nach Alaska zurückkehrte, konnte ich nicht umhin bewegt
darüber zu sein, wie gesegnet unser Land ist. über 200 Jahre lang haben
die Ozeane uns vor vielen Dingen geschützt, die die Welt geplagt haben.
Aber es kann kein Zweifel daran bestehen, unsere Welt wird kleiner. Wir
dürfen uns nichts vormachen, wenn wir unsere Freiheit , unsere wirtschaftliche Lebenskraft und unsere kostbare Lebensart schützen wollen.

Wir alle müssen etwas tun - die Regierung, Sie als

Bürger und

unsere Vertreter im Kongreß. Die Menschen in Mittelamerika können erfolgreich sein, wenn wir die Unterstützung gewähren, die ich vorgeschlagen
habe.
Wir Amerikaner

- 17 -

�Wir Amerikaner sollten stolz auf das sein, was wir in Mittelamerika
zu tun versuchen, und stolz auf das, was wir gemeinsam mit unseren Freunden in Mittelamerika tun können, nämlich die Demokratie, die Menschenrechte und das wirtschaftliche Wachstum zu unterstützen, während der
Friede so nahe an unserer Grenze gewahrt bleibt. Lassen Sie uns der Welt
zeigen, daß wir hier auf dem amerikanischen Kontinent - im Süden, in der
Mitte oder im Norden - keine feindlich gesonnenen kommunistischen
Kolonien wollen.

Ich danke Ihnen, Gott segne Sie und Gute Nacht.

+ + + + +

- 18 -

�20.

16. Mai 1984

US-INNENMINISTER BEKRÄFTIGT DEUTSCH-AMERIKANISCHE FFEUNDSCHAFT

- Rede von Clark anläßlich des 35. Gedenktages der Berliner
Luftbrücke -

BERLIN - AD - der Innenminister der Vereinigten Staaten, William P.
Clark, hat in einer Ansprache anläßlich des 35. Gedenktages der Berliner
Luftbrücke am 11. Mai 1984 die deutsch-amerikanische Freundschaft unterstrichen und die Entschloßenheit der westlichen Verbündeten betont, "die
häßliche Teilung der Stadt - und der deutschen Nation - nicht zu akzeptieren". Berlin sei heute sicher, "weil die Westallierten zu ihrer Verpflichtung gegenüber Berlin stehen".

Die Ansprache des amerikanischen Innenministers in Berlin hat folgenden Wortlaut:
Herr Regierender

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Herr Regierender Bürgermeister,
meine Damen und Herren,
Es ist für mich eine Ehre, anläßlich des 35. Jahrestages der
Beendigung der Blockade Berlins hier zu sein. Präsident Reagan hat mich
gebeten, den Teilnehmern dieses hervorragenden Ereignisses seine persönlichen Grüße sowie die des amerikanischen Volkes zu überbringen.

Diese Gedenkveranstaltung ist ein Akt der Freiheit und Gerechtigkeit. Als Präsident Reagans persönlicher Vertreter und Leiter der
bedeutenden amerikanischen Delegation möchte ich Amerikas fortdauernde
Verpflichtung für die Freiheit Berlins bekräftigen und unsere tief
empfundene Bewunderung für die Menschen dieser großartigen Stadt erneut
zum Ausdruck bringen.

Unsere Anwesenheit hier ist ein Zeichen für die engen Bande, die im
Laufe der 35 Jahre seit jener heldenhaften Berliner Luftbrücke zwischen
den Vereinigten Staaten und Berlin gewachsen sind. Diese Bande wurden
während der Luftbrücke - in Tempelhof, Tegel und Gatow, während der
Operation Little Vittles, und in den Herzen unserer beiden Völker - begründet und haben sich seitdem weiterentwickelt.

Die Amerikaner erfüllt es mit Stolz, dazu beigetragen zu haben, den
demokratischen Geist dieser großen Stadt während jener düsteren Tage der
Jahre 1948 und 1949 aufrechtzuerhalten.

Und heute erfüllt es die Ameri-

kaner noch immer mit Stolz, Schulter an Schulter mit den Berlinern zu
stehen.

Berlin ist ein bemerkenswerter Hort der Demokratie und zeigt der Welt
in unmissverständlicher Weise, was auf dem Spiele steht und worum es
zwischen Ost und West geht. Wer immer Zweifel hat am Unterschied
zwischen Freiheit und Unterdrückung, zwischen Hoffnung und Verzweiflung,
zwischen Recht und Unrecht, denen sage ich: "Laß sie nach Berlin kommen".

Vor zwei Jahren besuchte Präsident Reagan Ihre große Stadt und
verkündete eine neue Initiative, als er die sowjetischen Führer aufforderte, zusammen

�forderte, zusammen mit der freien Welt für die Sache des Friedens
einzutreten. Der Präsident hat mich gebeten, diesen Aufruf heute zu
wiederholen, ein Aufruf, der, würden die Sowjets darauf positiv
reagieren, eine friedlichere Welt, ein Nachlassen der Spannungen zwischen
Ost und West und eine erhebliche Reduzierung der Waffenarsenale bewirken
würde. Wenngleich weder wir noch die Sowjetunion die Unterschiede
zwischen unseren Gesellschaftsystemen und unserer Denkweise wegwünschen
können, so sollten wir uns doch auf die gemeinsamen Interessen besinnen,
die wir teilen und deren wichtigste, so hoffen wir, die Verhinderung von
Krieg und der Rüstungsabbau sind.
Wenn die sowjetische Führung diesem Aufruf folgt, werden sie die
Vereinigten Staaten nur allzubereit finden, ihnen auf halbem Wege entgegenzugehen - und die Hoffnungen von heute können die Erfolge von morgen
sein. Aber, wie der Präsident hier in Berlin sagte, "wir haben gelernt,
daß ein gesundes militärisches Gleichgewicht nötig ist, damit man am
Verhandlungstisch Erfolg hat".

Wir sind optimistisch, aber auch realistisch. Nirgends ist diese
Wahrheit augenscheinlicher als in Berlin. Die Berliner Luftbrücke war
eine Mission des Friedens und der Anteilnahme, die mit den Werkzeugen des
Krieges durchgeführt wurde.

Indem sie bewiesen, daß der Westen nicht

angesichts von Tyrannei und ausserordentlichem Druck zurückweicht, haben
die Alliierten, die Berliner, erklärt, Berlins Zukunft heisse Frieden,
Recht und Freiheit.

General Lucius Clay bezeichnete die Luftbrücke als eine moralische
und geistige Antwort der westlichen Zivilisation auf die Herausforderung
eines totalitären Systems. Weiter sagte er, "die Luftbrücke, die dazu
diente, die Stadt am Leben zu erhalten, hat die feste Entschloßenheit der
Westmächte bewiesen und gab denen neuen Mut, die an die Freiheit glauben,
wo immer es auch sei".

In der Tat, die Berliner Luftbrücke war der Beweis für die Beharrlichkeit freier Menschen. Die Luftbrücke war Berlins Rettungsleine und
war von tiefer Wirkung auf die gesamte westliche Welt.

Zurückschauend
sind wir uns

�sind wir uns ganz besonders unserer Verpflichtung denjenigen gegenüber
bewußt, die ihr Leben für die Freiheit Berlins und das Wohlergehen seiner
Bewohner gaben.

Ich freue mich, daß heute Verne Orr, der Minister für

die Luftstreitkräfte unter uns ist, der Tausende von amerikanischen
Männern und Frauen vertritt, die als Angehörige der Streitkräfte diese
historische Leistung ermöglichten. Mit der alliierten Luftbrücke wurden
fast 2,3 Millionen Tonnen Lebensmittel, Brennstoffe und Versorgungsgüter
nach Berlin geflogen. An Ostern 1949 - an einem einzigen Tag - landeten
1398 alliierte Flugzeuge in Berlin.

Diese heroische Luftbrücke - die vom 26. Juni 1948 bis 30. September 1949, als die Bevorratungslager in Berlin zufriedenstellend
gefüllt waren, lief, war nicht möglich ohne einen hohen Preis menschlichen Leidens. Wir alle sind den vielen Männern und Frauen, die Berlins
Freiheit verteidigten, zutiefst dankbar.

Mein Dank gilt auch den 6000 amerikanischen Angehörigen der Streitkräfte, Männer und Frauen, die zusammen mit ihren bri- tischen und französischen Partnern weiterhin der Sache dieser stolzen Stadt dienen. Sie
setzen eine stolze Tradition fort.

Ohne die Berliner jedoch wäre der Luftbrücke kein Erfolg beschieden
gewesen. Wir können den Geist Berlins niemals in Vergessenheit geraten
lassen. Berlin lehrt uns, daß Freiheit mehr ist, als die Zurückweisung
von Tyrannei, daß Partnerschaft mehr ist, als einfach gemeinsam Macht zu
haben.

Berlin lehrt uns, daß Goethe recht hatte, als er uns sagte, daß

die "höchste Weisheit", das Beste, das die Menschheit jemals erfuhr, die
Erkenntnis ist, daß nur der seine Freiheit und sein Leben verdient, der
diese täglich aufs neue erringt.

Berlin blieb fest entschloßen, trotz großer Härten.
Berlin widerstand fortgesetzter Propaganda; trotz der aus dem Osten
kommenden Verhöhnung, trotz der ständigen Aufforderung, aufzugeben. Die
Berliner blieben unverzagt. Berlin trug stolz seine Last als den Preis
für die Freiheit.

Auch die Stärke,
- 4 -

�Auch die Stärke, Einigkeit, Festigkeit und Ausdauer des Westens
trugen dazu bei, Berlin am Leben zu erhalten. Ohne diese Eigen- Schäften
wäre Berlin vielleicht verloren gewesen. Dank ihrer wurde Berlin gerettet. Und ich meine, es ist wichtig, sich zu erinnern, daß die
Alliierten trotz ernster Provokationen den Frieden bewahrten. An keiner
Stelle suchten sie die Konfrontation und zu keiner Zeit nahmen sie
Zuflucht zur Konfrontation.

Die Luftbrücke rückte Berlin auch unmissverständlich in den Mittelpunkt des amerikanischen Interesses in Europa, wo es auch heute noch
liegt. Berlin ist gewißermassen der Lackmus-Test für die Ost-West Beziehungen.

In der ersten Nachkriegszeit ging es dabei meistens darum,

die Entschloßenheit zu testen. Auch heute noch besteht Gefahr, aber
Berlin beweist auch, daß eine praktische Zusammenarbeit zwischen Ost und
West möglich ist.

Das Viermächtabkommen von 1971 war ein eindrucksvoller Erfolg und es
muß weiterhin in allen vier Sektoren der Stadt strikt eingehalten und
voll angewendet werden. Das Abkommen bewirkte ein Nachlassen der Spannungen und bedeutet eine erhebliche Er- leichterung für Reisen und
Besuche von Berlinern und anderen Deutschen in diesem Gebiet. Durch das
Viermächteabkommen ist Berlin heute sicherer und stabiler.

Die Einheit und Beharrlichkeit des Westens führte in Berlin zum
Erfolg: Wir gaben die Hoffnung in jenem langen kalten Winter 1948/49
nicht auf, obgleich viele meinten, Berlin könne nicht gerettet werden.
In den über 18 Monate dauernden Verhandlungen der Jahre 1970/71 rückten
wir nie von unserer Entschloßenheit ab, mit der Sowjetunion ein Abkommen
zu erzielen, das die alli- ierten Rechte unangetastet ließ und gleichzeitig praktische Fortschritte für diese Stadt bringen würde.

Die Grundsätze, die uns, vor allem während der Luftbrücke, so dienlich waren, können auch dazu beitragen, Frieden und Wohlstand in ganz
Europa in den kommenden Jahrzehnten zu stärken.
Es heißt,

- 5 -

�Es heißt, die historische Demonstration der Einigkeit, die den
westlichen Verbündeten 1983 - angesichts ständiger propagandistischer
Attacken - gelang, habe Moskau verärgert und Fortschritte zwischen Ost
und West erschwert. Einige meinen, wir müssen Entgegenkommen in unserer
Verteidigungsbereitschaft zeigen, um die Sowjets davon zu überzeugen, daß
wir wirklich Fortschritt anstreben. Andere vertreten die Auffaßung, daß,
wenn durch das Verhalten der Sowjets formelle Rechtsausführungen verletzt
werden - wie es während der Berliner Blockade der Fall war - oder die
menschliche Moral verletzt wird, wie es heute bei der Verfolgung Andrei
Sacharows der Fall ist, wir dies nicht zur Kenntnis nehmen sollten.

Dies sind nicht die Lehren, die wir aus unserer Erfahrung in Berlin
gezogen haben.

Die Berliner Luftbrücke war ein Erfolg, trotz der Drohungen, der
Friede würde zerstört, wenn wir in bezug auf unsere Grundsätze kein Entgegenkommen zeigten. Aber wir vertrauten uns und unseren Idealen. Wir
bewiesen, daß es mit Geduld und Entschloßenheit möglich ist, bedeutsame
Fortschritte in den Ost-West-Beziehungen zu erzielen.

Vor allem aber lehrt uns Berlin, wie wichtig Einigkeit ist. Ohne
unsere Solidarität wäre die Luftbrücke gescheitert und Berlin vielleicht
gefallen. Und ohne die westliche Zusammenarbeit und Einigkeit hätte es
kein Berlin-Abkommen gegeben.

Meine Damen und Herren, heute ist Berlin stolz, blühend und sicher.
Aus der Zerstörung erwuchs Hoffnung. Aus der Hoffnung kam Fortschritt.
Berlin ist wieder eine dynamische und vorwärts- schauende Stadt, ein
kulturelles, wissenschaftliches und indus- trielles Zentrum der Welt.
Man spürt hier einen Geist der Zuver- sieht. Herr Regierender
Bürgermeister, ich darf Ihnen sagen, daß die Amerikaner während Ihres vor
kurzem erfolgten Besuches der Vereinigten Staaten tief beeindruckt waren
von Ihrer Bot- schaft der Begeisterung und des Fortschritts in Berlin.
Wir teilen Ihr Vertrauen.
Berlins Zukunft

�Berlins Zukunft ist sicher. Sie ist sicher, weil die Westalliierten
zu ihrer Verpflichtung gegenüber Berlin stehen; sie ist sicher dank der
engen Bindungen zwischen den Westsektoren und der Bundesrepublik Deutschland und weil die Berliner entschloßen sind, ihre Freiheit zu bewahren.
Aber die früheren Gefahren könnten erneut auftreten.

Uneinigkeit zwischen den Alliierten würde die Gefahren in nie
dagewesenem Maße wiederentstehen lassen. Unsere Verteidigung ist stark,
aber sie muß noch stärker werden, um als Abschrekkung wirksam zu sein.
Unsere Länder verfügen über eine starke Wirtschaft, aber wir müssen
zusammenarbeiten, um sie noch stärker zu machen. Die Einheit unserer
Allianz wird nicht angezweifelt; wir müssen aber auch dafür eintreten,
daß es dabei bleibt.

In der heutigen Welt müssen unsere Einheit, unser

Wille und unsere Entschloßenheit, frei zu bleiben, unsere wichtigste
Stütze sein. Die Vereinigten Staaten werden sich von ihrer Verantwortlichkeit gegenüber Berlin nicht abwenden.

Zum Wohle dieser Stadt und der

freien Menschen überall in der Welt werden wir unsere Rechte ausüben und
unseren Verpflichtungen nachkommen.

Berlin ist ausserdem sicher dank der engen persönlichen Beziehungen
zwischen der Bevölkerung der Vereinigten Staaten und Berlins. Die
Luftbrücke hat die Beziehung zwischen den Alliierten und den Berlinern
für immer verändert. Die Amerikaner sowie unsere britischen und französischen Kollegen tun ihren Dienst in Berlin nicht als Besatzungsmächte, sondern als Hüter der Freiheit West-Berlins und seiner tapferen
Einwohner.

Die Anwesenheit der Alliierten in Berlin dient auch der Wahrung einer
Nation - der deutschen Nation. Der besondere Status Berlins und die
Ausübung alliierter Rechte und Verantwortlichkeiten in allen vier Sektoren der Stadt verdeutlichen weiterhin unsere gemeinsame Verpflichtung,
dazu beizutragen, Selbstbestimmungsrecht und letztlich die Wiedervereinigung des deutschen Volkes in Frieden und im Rahmen einer europäischen
Lösung zu erlangen.

In der Ausübung unserer Rechte in Berlin kommt am

besten zum Ausdruck, wie provisorisch die Situation in Mitteleuropa ist.
Durch unsere Anwesenheit hier erbringen wir den sichtbaren Beweis für die
Entschloßenheit der

�Entschloßenheit der Westalliierten, die häßliche Teilung der Stadt - und
der deutschen Nation nicht zu akzeptieren.

Bevor ich schließe, möchte ich noch eine kurze persönliche Bemerkung
machen. Meine Frau kam kurz nach dem 2. Weltkrieg nach Berlin. Nachdem
sie aus ihrer Heimat im Sudetenland, in der heutigen Tschechoslowakei,
vertrieben worden war, war ihr erster sicherer Hafen im Westen Berlin West-Berlin.

Sie wurde als freier Mensch aufgenommen, es wurde für sie

gesorgt, und dann fuhr sie weiter nach Amerika. Hier in Berlin hat
Johanna, jetzt Joan, voll und ganz verstanden und empfunden, was Demokratie bedeutet. Es ist daher für meine Frau und mich eine besondere
Freude, heute hier bei Ihnen zu sein.

Sie wissen, daß es niemals schlecht ist, seinen Chef zu zitieren.
Ich möchte daher meine Ausführungen mit dem schließen, was Präsident
Reagan vor zwei Jahren vor dem Charlottenburger Schloß gesagt hat. Es
ist ein Gedanke, der niemals vergessen werden sollte. Er sagte: "Berlin
ist für uns alle eine ständige Inspiration - für unsere Hoffnungen und
Ideale und für die menschlichen Eigenschaften des Mutes, der Standhaftigkeit und des Glaubens, die die einzigen Geheimwaffen des Westens sind,
denen kein totalitäres Regime etwas Gleichwertiges entgegensetzen kann.
Solange Berlin besteht, kann es keinen Zweifel an der Hoffnung für die
Demokratie geben."
Gott segne Sie. Danke schön.
+ + + + +

- 8 -

�United States Information Service
Embassy of the United States of America

20

16. Mai 1984

NEUE ARBEITSPLÄTZE - DER GRÖSSTE ERFOLG DER US-WIRTSCHAFT

USIA-Interview mit dem Wirtschaftswissenschaftler Martin Baily

- (AD) - Der britische Wirtschaftswissenschaftler Martin Baily
arbeitet seit 1979 an der Brookings Institution, einer privaten
Forschungsorganisation in Washington, wobei er sich besonders auf
Fragen der Beschäftigung und der Produktivität konzentriert. Baily
promovierte 1972 am Massachusetts Institute of Technology und
unterrichtete dort wie auch an der Yale Universität.

FRAGE:

Ich möchte mich nicht so sehr auf die Rekordzahlen bei der

Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in den Vereinigten Staaten konzentrieren als vielmehr auf die Gründe hierfür. Aber beginnen wir vielleicht damit, daß Sie zusammenfassen, was Ihrer Meinung nach diesen
Rekord darstellt.

ANTWORT: Es ist wohl deutlich, daß die amerikanische Wirtschaft,
auch wenn sie eine Reihe ernster Probleme hatte, in den vergangenen zehn
oder fünfzehn Jahren äußerst erfolgreich bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze war.

Es hat hier einen der größten Anstiege an Arbeitsplätzen

verglichen mit praktisch allen anderen Industriestaaten gegeben.
Die Vereinigten

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Die Vereinigten Staaten hatten in den fünfziger Jahren einen

aus-

geprägten Babyboom, der dann in den sechziger und siebziger Jahren zu
einer gewaltigen Nachfrage nach Arbeitsplätzen führte. Etwa zur selben
Zeit stieg auch die Nachfrage nach Arbeitsplätzen seitens der Frauen
stark an. Und wenn es auch stimmt, daß dies eine gewisse Auswirkung auf
die Arbeitslosigkeit hatte -die Arbeitslosenrate war höher als in den
ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts-, so gab es doch eine erhebliche
Zunahme der Arbeitsplätze.
Der größere Teil dieser neuen Arbeitsplätze wurde außerhalb der
industriellen Bereiche geschaffen: Sie entstanden vielmehr im Bereich der
Dienstleistungen - Bereiche wie Restaurants, der Medizin u.s.w.

Das ist das doch recht Ungewöhnliche an der amerikanischen Wirtschaft. Andere Volkswirtschaften erlebten Ähnliches hinsichtlich des
Rückgangs oder zumindest der Nichtzunahme von Arbeitsplätzen etwa im
industriellen Bereich, nicht aber den großen Zuwachs an Arbeitsplätzen
außerhalb dieses Bereichs.

FRAGE: Können andere Länder davon ausgehen, daß sich bei ihnen in
absehbarer Zeit eine ähnliche Entwicklung der Schaffung neuer Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich vollziehen wird?

ANTWORT: In vielen Ländern scheint man der Ansicht zu sein, daß es
zur Schaffung von Arbeitsplätzen gehört, den industriellen Sektor zu
stimulieren, daß also der industrielle Sektor im Mittelpunkt der
Volkswirtschaft steht und daß man zu hoher Arbeitslosigkeit oder zu
wirtschaftlichem Versagen verurteilt sei, wenn man nicht dort zur
Schaffung von Arbeltsplätzen anregt. Ich glaube aber nicht, daß dies
richtig ist.

Es kann gar nicht ausbleiben, daß in bestimmten Bereichen der
wirtschaftlichen Produktivität das Wachstum nur geringfügig ansteigt und
daß als Folge dessen

die Arbeltsplätze in diesen Bereichen abnehmen

werden. Man kann also davon ausgehen, daß man langfristig im Produktionsbereich Zeuge einer Verringerung

der Arbeitsplätze werden wird.
Wenn die

�Wenn die Politiker nur erkennen würden, daß Arbeitsplätze in den
nächtsten zehn bis fünfzehn Jahren generell außerhalb des Produktionsbereichs geschaffen werden bzw.

geschaffen werden können, dann wäre

dies, wie ich meine, schon sehr hilfreich.

FRAGE: Wie sieht es hinsichtlich der Auswirkungen von staatlichen
Arbeitslosengeldern und anderen Sozialprogrammen bei Arbeitslosigkeit aus

ANTWORT: In Europa haben die Programme zur Einkommensstützung
astronomische Ausmaße angenommen - etwa bei Arbeitslosenversicherung, bei
Arbeitsunfähigkeit, bei den unterschiedlichsten Arten des Kindergeldes
und ähnlichen Programmen. Dadurch gingen viele Anreize für Arbeitsplätze
verloren. Das amerikanische Progrmm für Arbeitslosenversicherung wurde
insgesamt gesehen kein bißchen großzügiger. Ein kleinerer Anteil an
Arbeitslosen erhielt 1982, Arbeitslosengelder als dies etwa in der
Rezession von 1975 der Fall war.

In den Vereinigten Staaten war man vielmehr dafür, hier Einhalt zu
gebieten.

Sicher sind die Zahlen bei der Sozialversicherung gestiegen,

aber man war in den Vereinigten Staaten eher bereit, einen Anreiz zum
Arbeiten beizubehalten.

Die Leute wollten daher immer arbeiten und haben

sich nach Arbeit umgesehen, und die Arbeitsplätze wurden zur Verfügung
gestellt.

FRAGE: Hat die höhere Zahl an Arbeitssuchenden zu geringeren Löhnen
geführt?

ANTWORT: Ja. Das Realeinkommen -also das Einkommen nach Anpassung
an die Inflation- ist für die amerikanischen Arbeiter dasselbe geblieben
oder sogar leicht gefallen.

Das ist ein weiterer Grund dafür, daß so

viele neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Die Löhne sind nicht so
stark gestiegen wie die Preise - oder nur genauso -, so daß sich die
Arbeit- nehmer nicht selbst aus

dem Markt hinausgedrängt haben.

FRAGE: Für die letzten Jahre mag dies gelten - mit Lohnverhandlungen, die zu Ergebnissen führten, die gegenüber den vorangegangenen
Trends nach

�Trends nach unten wiesen. Aber galt dies auch für die siebziger Jahre?
ANTWORT: Ja. Es ist wichtig, zwischen Nominallöhnen - also den
Löhnen lediglich in Dollar ausgedrückt- und Reallöhnen -also in ihrer
Beziehung zu den Preisen- zu unterscheiden.

In der Mitte der siebziger

Jahre stiegen die Löhne und Gehälter beträchtlich, aber sie stiegen nicht
so sehr wie die Preise. Die Reallöhne fielen sogar. Und dies war in der
Tat Grund dafür, daß nach 1975 wieder mehr Arbeitsplätze geschaffen
werden konnten.

Obgleich die Lohnerhöhungen - lediglich an Dollar gemessen - in den
vergangnenen zwei, drei Jahren gering ausfielen, so steht es um die
Reallöhne doch besser. Das ist ja immer das Paradox: In den Zeiten, wenn
die Arbeitnehmer den größten Erfolg dabei erzielen, ihre Nominallöhne
nach oben zu treiben, sind sie gewöhnlich recht erfolglos dabei, ihren
Lebensstandard zu verbessern.

FRAGE: Wie würden Sie den strengen Arbeitsmarkt in den Vereinigten
Staaten mit dem anderer Länder vergleichen - hinsichtlich der Flexibilität und Reaktionsfähigkeit gegenüber gewandelten Verhältnissen?

ANTWORT: Beobachter, die lediglich auf die Vereinigten Staaten
sehen, konzentrieren sich oft auf die strengen Verhältnisse dort; aber
verglichen mit anderen Volkswirtschaften gibt es in den Vereinigten
Staaten große Flexibilität.

Im Vergleich zu anderen Volkswirtschaften

ist die amerikanische sehr reaktionsfähig.

Ein Hauptfaktor hierbei ist,

daß es in den Vereinigten Staaten stets eine große Mobilität bei den
Arbeits- platzen gab. Man tendiert eher dazu, zu kündigen und sich nach
einem anderen Arbeitsplatz umzuschauen, als daß man sich kündigen läßt.
Es gehörte immer zu den Charakteristiken der amerikanischen Arbeitnehmerschaft, daß man bereit war, von einer Stadt in die andere umzuziehen. Dies ist ein Merkmal der amerikanischen Kultur.

Als teilweise Folge dessen wurde in den Vereinigten Staaten auch
immer die allgemeine Ausbildung und nicht so sehr die Spezialausbildung
gefördert, so daß die amerikanische Arbeitnehmerschaft insgesamt einen
recht vielfältigen

�recht vielfältigen Ausbildungsstand hat. Die amerikanischen Arbeitnehmer
gehen länger zur Schule. Manche Leute denken zwar, daß ein Jahr Unterricht in den Vereinigten Staaten nicht dasselbe sei wie ein Jahr - Unterricht in anderen Ländern, aber ich glaube, sogar wenn man dies in Rechnung stellt, so muß man sagen, daß die amerikanischen Arbeitnehmer gut
ausgebildet sind und daß das Schulsystem eher die Allgemeinbildung betont
als ganz spezielle Fertigkeiten.

Das ist sicher ein Vorteil, wenn es um

die Flexibilität geht.

Ein weiterer Unterschied liegt darin, daß die Arbeitskräfte in den
Vereinigten Staaten weniger gewerkschaftlich organisiert sind als in
anderen Ländern. Das bietet gute Aspekte und schlechte Aspekte. Die
Gewerkschaften bringen viele Vorteile und Funktionen, aber ich glaube,
man könnte sagen, daß nichtgewerkschaftlich organisierte Arbeiter meist
flexibler sind.

Es ist leichter, Arbeitsregeln zu ändern, und vielleicht

auch leichter, Menschen von einem Ort zu einem anderen zu bewegen, während Gewerkschaften gerne die Arbeitsregeln und den Arbeitsplatz festgelegt sehen. Daher sind die Arbeitskräfte in den Vereinigten Staaten, von
denen heute nur rund 20 Prozent gewerkschaftlich organisiert sind - rund
25 Prozent der nicht in der Landwirtschaft beschäftigten gehören Gewerkschaften an - nach meiner Meinung flexibler als die Arbeitskräfte in
enigen anderen Ländern.

Selbst innerhalb der Gewerkschaftsbewegung hat man, wie ich meine,
in den letzten Jahren mehr und mehr die Notwendigkeit der Flexibilität
erkannt. Viele der Arbeitsregeln, die in Stein gemeißelt zu sein
schienen, werden heute angesichts der Notwendigkeit verändert. Viele
Industriezweige sind teilweise gewerkschaftlich organisiert und teilweise
nicht, und wo der nichtorganisierte Teil flexibel ist, muß auch der
organisierte Teil flexibel sein, denn gewerkschaftlich organisierte
Firmen sind sonst nicht mehr konkurrenzfähig.

Das hat sich besonders in

der Luftfahrtindustrie, im Transportgewerbe und in einer Reihe von
Industriezweigen gezeigt, wo die Konkurrenz innerhalb der Vereinigten
Staaten oder ausländische Konkurrenz dazu gezwungen haben, den Wandel zu
akzeptieren.

FRAGE: Welche

�FRAGE:

Welchen Einfluß hat der technologische Wandel auf den

amerikanischen Arbeitsmarkt gehabt?

ANTWORT:

Es besteht eine große Angst vor dem technologischen Wandel

unter den Arbeitern - die Angst, daß

Automation, mehr Kapital und mehr

Technologie Arbeitsplätze vernichten könnten.
ist diese Angst berechtigt.

In bestimmten Situationen

Die Mechanisierung und neue Technologien

vernichten hier und dort Arbeitsplätze.

Für die Wirtschaft als

Ganzes können Technologie und Kapitalin-

vestitionen vorteilhaft sein.

Es gibt keine spezifischen Beweise, daß

Perioden des raschen Produktivitätswachstums für die Beschäftigungslage
im allgemeinen schädlich seien oder daß Länder mit raschem Produktivitätszuwachs notwendigerweise Beschäftigungsprobleme hätten.

Der technologische Wandel kann einen allgemeinen Zuwachs an Arbeitsplätze fördern, auch wenn er bestimmte Arbeitsplätzen vernichtet.

FRAGE:

Würden Sie sagen, daß die

rung gemacht haben?

Vereinigten Staaten diese

Erfah-

Die Vereinigten Staaten haben ein hohes Maß an tech-

nologichem Wandel erlebt.

ANTWORT:
ten.

Wollen wir einmal die geschichtliche Entwicklung betrach-

In der Zeit vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute ist der

technologishe Wandel rascher gewesen als in der Zeitspanne von 1900 bis
zum Beginn des Zweiten Weltkrieges.

Und doch lag die Arbeitslosigkeit

sicherlich im Durchschnitt seit dem Zweiten Weltkrieg niedriger als
zuvor.

Es ist den Vereinigten Staaten gelungen, ihre

Volkswirtschaft so

gut zu handhaben, daß es möglich wurde, daß die Technologie die Produktion steigerte, den Lebensstandard erhöhte und die Arbeitsplätze nicht
verringerte.

Ein rascher technologischer Wandel kann strukturelle Probleme
verschärfen.

Er erhöht die Notwendigkeit der Flexibilität und macht es

in verstärktem Maße notwendig, daß die Menschen sich ausbilden und umschulen, daß sie von einem Industriezweig zu einem anderen wandern, von
einem Arbeitsplatz

�einem Arbeitsplatz zum anderen, von einer Fabrik zu einer anderen. Aber
er schränkt die Zahl der insgesamt verfügbaren Arbeitsplätze nicht ein ,
solange die Menschen bereit sind, die notwendigen Veränderungen
vorzunehmen.

Selbst wo Arbeitsplätze vernichtet werden, tritt ein fairer Anteil
an natürlicher Reduzierung ein. Menschen sterben, Menschen gehen in
Pension, Menschen scheiden freiwillig aus. Die natürliche Reduzierung
kann eine große Rolle bei den notwendigen Anpassungen spielen, so daß es
gar nicht notwendig ist, eine große Anzahl von Menschen zu entlassen.
Die meisten Freisetzungen in den Vereinigten Staaten rühren aus konjunkturellen oder kurzfristigen Veränderungen in der Nachfrage her und weniger aus dem technologischen Wandel.

FRAGE:

Bieten die neueren Technologien in den Vereinigten Staaten

eine beträchtliche Zahl neuer Arbeitsplätze?
ANTWORT:

Ich glaube, einer der Unterschiede zwischen der ameri-

kanischen Volkswirtschaft und den europäischen Volkswirtschaften besteht
darin, daß die Vereinigten Staaten bei der Entwicklung ihres Hochtechnologiesektors sehr viel erfolgreicher waren. Dieser Sektor bringt jedoch
noch immer nur einen kleinen Bruchteil der Gesamtarbeitsplätze. Das
Fleisch und Blut der Volkswirtschaft sind noch immer die alten Industriezweige, die seit langer Zeit bestehen. Aber es ist ermutigend zu erleben, daß die hochtechnologischen Industrien rasch wachsen, sowohl was
Produktion als auch Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten angeht dies
gilt für andere Länder - außer für die asiatischen Volkswirtschaften nur
in geringerem Umfang .

FRAGE: Manche Publizisten haben in jüngerer Zeit die Bedeutung der
Verfügbarkeit von Kapital für die Schaffung von
strichen.

Arbeitsplätzen unter-

Ist das in den Vereinigten Staaten ein wichtiger Faktor?

ANTWORT: Die Verfügbarkeit von Kapital ist in gewisser Weise ein
besonderer Faktor. Die Vereinigten Staaten sind ein Land mit geringer
Spartätigkeit. Mit anderen Worten, ein kleinerer Teil des amerikanischen
Einkommens geht
- 7 -

�Einkommens geht auf ein Sparkonto, ein kleinerer Anteil des amerikanischen Bruttosozialprodukts geht In die Investition als In den meisten
unserer verbündeten Länder, Japan und Europa.

Von diesem Standpunkt also kann man eigentlich nicht sagen, daß die
Vereinigten Staaten ein Land seien, in dem Kapital zur Verfügung stünde.
Dies gilt, wie ich meine, besonders dahingehend, daß die Einrichtungen,
die Geld verleihen - die Banken - in Europa konservativ sind, und wie es
scheint, zögerlich Geld für Vorhaben mit hohem Risiko verleihen.

Viele

der neuen Industrien sind mit einem mehr oder weniger hohen Risiko verbunden und haben somit in Euorpa nicht jenen Zugang zu Startkapital, wie
sie ihn hier haben.

Ich glaube, hier besteht eine größere Bereitschaft zum Risiko, aber
was die

Gesamtverfügbarkeit von Spareinlagen und Investitionen anbe-

trifft, so ist das Reservoir hier kleiner als in einigen der anderen
Länder.

+ + + + +

�20

16. Mai 1984

FELDSTEIN

WASHINGTON

SCHEIDET ALS W I R T S C H A F T S B E R A T E R

- (AD) - Der Vorsitzende

R e a g a n s , Martin

F e l d s t e i n , wird

um

seine

im September

am

Lehrtätigkeit

REAGANS

AUS

des Wirtsc haftsbeirat es

1 0 . Juni

l°8A aus

seinem

Präsident

Amt

an der H a r v a r d - U n i v e r s i t ä t

ausscheiden,
wieder

aufzu-

nehmen.

In einem
am

Schreiben

8. M a i , die

begrenzten
Feldstein

hatte

den

sein

war.

er an die

"absolut

inflexiblen

die Abwesenheit

m e n , nachdem
getreten

an den a m e r i k a n i s c h e n

von der

Vorsitz

während

Harvard-Universität

In dem

Schreiben

B e s t i m m u n g e n " der
Hochschule

auf

im W i r t s c h a f t s b e i r a t

V o r g ä n g e r , Murray

Er hatte

Präsidenten

seiner

Amtszeit

Feldstein

Harvard-Universität

höchstens
im August

zwei
l°82

W e i d e n b a u m , von diesem

zurückkehren

Feldsteins

betonte

Jahre.
übernom-

Posten

immer wieder

zurück-

betont, daß

wolle.

an Präsident

Reagan

heißt

e s , das

Wirt-

sc haf t sp rog ramm des U S - P r ä s i d e n t e n

habe den "Kurs der

Wirtschaftsgeschichte

Amerikas

sei

w o r d e n , und

geändert."

Die

Inflation

Währungspolitik

folge einem

tion

sollte.

verhindern

Reagan

erreicht

Vorgängerinnen.

Die Verminderung

S c h r e i b e n , "spiegeln

diese
Ihre

reduziert

K u r s , der eine Rückkehr

habe, unterscheide
"All

stark

seine

zu v e r m e h r t e r

der R e g i e r u n g s a u s g a b e n ,
Administration

L e i s t u n g e n " , so erklärte

Vision einer guten

von

jeder

Feldstein

Gesellschaft

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

in

wider:

die
Infladie
ihrer
seinem
niedrige

Tel 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Inflation,

eine

weniger

aufdringliche

steuerung

und

ein

äußerstes

Ausmaß

Marktes.

Ich

bin

s t o l z auf

meine

folgung

dieser

In e i n e m
tiere

mit

Schreiben

Bedauern

amerikanische
beirates

wirtschaftlichen

für

den

Präsident
dessen

vom

des

eine

potentiellen

Zusammenarbeit

mit

weniger

Beitrages
Ihnen

lästige
des

in d e r

Be-

freien
Ver-

Ziele."

9. M a i

Rücktritt
dem

Regierung,

erklärte

Feldsteins.

bisherigen

Unterstützung

Präsident

und

Gleichzeitig

Vorsitzenden
Einsatz.

+ + + + +

Reagan,

seines

er

akzep-

dankte

der

Wirtschafts-

�Uli/zen/chcift
und Technik

i
20

United States Information Service
Embassy of the United States of America

16. Mai 1984

USA WOLLEN FERTIGSTELLUNG VON KERNKRAFTWERKEN BESCHLEUNIGEN

WASHINGTON - (AD) - Das amerikanische Energieministerium prüft gegenwärtig Wege "zur Fertigstellung von im Bau befindlichen Atomkraftwerken, bei
denen hinsichtlich Sicherheit und Wirtschaftlichkeit keine Bedenken bestehen."
Dies erklärte Energieminister Donald Hodel in einer Rede vor Vertretern der
amerikanischen Atomwirtschaft Anfang Mai in Washington. Es mache keinen Sinn,
sagte Hodel, in letzter Minute, wenn ein sicheres Atomkraftwerk betriebsbereit
sei, erneut Umwelt-, Sicherheits- und Qualitätsfragen aufzuwerfen, die bei dem
betreffenden Projekt bereits erwogen und zufriedenstellend gelöst worden seien.
Das amerikanische Energieministerium beabsichtigt folgende Maßnahmen:
1) Ermutigung und Unterstützung der NRC (Nuclear Regulatory Commission - unabhängige Bundesbehörde, die Bau und Sicherheit von Kernkraftwerken überwacht)
zur Vornahme von "Bereitschafts-Überprüfungen" der im Bau befindlichen Atomkraftwerke, damit eventuelle Probleme frühzeitig, d.h. zu einem Zeitpunkt ausfindig gemacht werden, an dem auf die wirksamste und wirtschaftlichste Weise
Abhilfe geschaffen werden kann.
2) Der NRC

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�2) Der NRC wird dringend nahegelegt, auf in letzter Minute vorgebrachte
Behauptungen über Sicherheits-, Umwelt- und Qualitätsprobleme bei Anlagen, die
in Kürze fertiggestellt wären, mit Verfahrensweisen zu reagieren, wie sie von
ihrem Vorsitzenden vorgeschlagen werden.
3) Überprüfung von Baugenehmigungen und Betriebslizenzen von vorübergehend "eingemotteten" Anlagen durch das Ministerium, wenn das zuständige Versorgungsunternehmen entscheidet, daß der Weiterbau wirtschaftlich tragbar sei.
4) Beratung und Unterstützung der Nuklearindustrie hinsichtlich der Anwendung bundes- und einzelstaatlicher Vorschriften, damit gewährleistet wird,
daß die Maßnahmen mit den energiepolitischen Zielen der Regierung in Einklang
stehen.
5) Ermutigung einzelstaatlicher Kontroll- und Weisungskommissionen, die
Kosten der in Bau befindlichen Anlagen in die Berechnung der Stromproduktionskosten von Versorgungsunternehmen einzubeziehen, um so festzulegen, welche Gebühren das Unternehmen seinen Kunden abverlangen darf.
Der Energieminister forderte außerdem die baldige Verabschiedung des Reformgesetzes der Regierung über die Zulassung nuklearer Anlagen. Diesem Gesetz zufolge könnten nukleare Anlagen in sieben Jahren, statt, wie heute üblich, in 12
bis 14 Jahren gebaut werden. Gegenwärtig sind in den Vereinigten Staaten 80
Reaktoren für den Betrieb zugelassen, für 40 weitere wurde die Erlaubnis für
den Bau erteilt.

Beseitigung von Atommüll aus nichtmilitärischen Reaktoren
Das amerikanische Energieministerium gab am 8. Mai 1984 seinen neuesten
Plan für die Beseitigung von Atommüll aus nichtmilitärischen Reaktoren bekannt.
Er sieht die sichere, unter Gesichtspunkten des Umweltschutzes akzeptable Beseitigung radioaktiver Abfälle an Orten vor, die von ihrem geologischen Aufbau

�geologischen Aufbau her als sichere Deponien bestätigt und zugelassen sind.
Er fordert jedoch auch die Benennung natürlicher oder angelegter Deponien, die
kurzfristig Abfälle aufnehmen sollen, wenn die Lagerung in geeigneten geologischen Formationen wesentlich verzögert wird.

Der neue Plan würde gewähr-

leisten, daß die Bundesregierung ab 1998 die Verantwortung für die sichere und
wirtschaftliche Lagerung aller verbrauchten Brennstoffelemente nichtmilitärischer
Herkunft am Standort kommerzieller Reaktoren übernimmt, wenn die Lagerung an anderer Stelle nicht durchführbar ist.
Bereits jetzt wird von allen amerikanischen Versorgungsunternehmen, die
zur Stromerzeugung Kernreaktoren benutzen, eine Nuklear-Entsorgungsgebühr von
0,1 Cent pro Kilowattstunde erhoben. Wie Beamte des Energieministeriums erklären, erwarte man, mit dieser auch künftig zu erhebenden Gebühr die Kosten für
die Lagerung verbrauchter Nuklearbrennstoffe aus allen bestehenden und geplanten
zivilen Kernreaktoren in den Vereinigten Staaten decken zu können.
In seiner Ansprache vor den Vertretern der Atomwirtschaft räumte Energieminister Hodel ein, daß seit dem Jahr 1972 insgesamt 109 Vorhaben annulliert
und seit 1978 keine neuen Atomkraftwerke in den Vereinigten Staaten in Auftrag
gegeben worden seieno

Jedoch begannen 1982 vier neue Blöcke mit mehr als 4000

Megawatt Leistung Strom in das Versorgungsnetz einzuspeisen.
men drei weitere Blöcke hinzu.

Im Jahr 1983 ka-

1984 und 1985 wird die Inbetriebnahme von kom-

merziellen Reaktoranlagen mit einer Gesamtleistung von 20 000 Megawatt erwartet.
Laut Hodel lag im Jahr 1983 der Anteil von Strom aus Atomkraftwerken an
der gesamten Stromproduktion in den Vereinigten Staaten bei 13 Prozent.

Das

entspricht dem Energiewert von 1,4 Millionen Barrel ül pro Tag (1 Barrel =
159 Liter) und 35 Prozent der amerikanischen ölimporte im vergangenen Jahr.
Insgesamt 225 000 Personen arbeiten in den Atomkraftwerken der USA.

+ + + + +
- 3 -

�Wi//en/chaft
und Technik
United States Information Service
Embassy of the United States of America

20

16. Mai .984

USA MELDEN BESSFRE LUFTQUALITÄT

- (AD) - Bemerkenswerte Fortschritte in der Verbesserung der Luftqualität
haben die Vereinigten Staaten zu verzeichnen. Dem neu &gt;n Bericht der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA zufolge, der Anfang Mai veröffentlicht wurde,
ermittelte man in den Jahren von 1975 bis 1982 sowohl hinsichtlich der Konzentration bestimmter Schadstoffe in der Luft als auch in bezug auf den Ausstoß von
Schadstoffen immer günstigere Werte.
Joseph A. Cannon, Leiter der EPA-Abteilung "Luft und Strahlung", führte
auf einer Pressekonferenz in Washington einige Einzeldaten aus dem Bericht
"National Air Quality and Emissions Trends Report, 1982" als Beispiel an. Demnach sind für den genannten Zeitraum im Durchschnitt Verbesserungen bei
Schwefeldioxid in der Atmosphäre um 33 Prozent
Staubkonzentrationen um 15 Prozent
Kohlendioxid um 31 Prozent
Ozon um 17 Prozent und
Blei um 64 Prozent
zu verzeichnen.

Dagegen stieg die Konzentration von Stickstoffdioxid

zwischen 1975 und 1979 zunächst weiter an, ging aber in der Folgezeit wieder
zurück.

Ihr Mittelwert hat sich somit gegenüber früher nicht verändert.
Der Bericht

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D 5300 B o n n 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�Der Bericht basiert auf Daten, die von 5000, über das ganze Land verteilten Meßstationen gesammelt wurden.

Er zeige, so Cannon, daß "das Gesetz über

Luftreinhaltung funktioniert ' Allerdings gelte es in der gegenwärtigen Fassung nicht der Kontrolle der Umweltauswirkungen jener Schadstoffe, die im sauren Regen gefunden werden.

- 2 -

�</text>
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