<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="1859" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/1859?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T00:50:21+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="1870">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/d29977dd003f76e1db91678d91b316f6.pdf</src>
      <authentication>a4427c15a6a5872d3460b2ca2dd8e85b</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="9378">
                  <text>und
Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

25. April 1984

17

INHALT

DOKUMENTATION
Reagan wünscht Wiederaufnahme der Abrüstungsgespräche
- Erklärung des Präsidenten vom 19. April 1984 USA fordern völliges Verbot chemischer Waffen
- Ausführungen von US-Vizepräsident Bush vor der
Genfer Abrüstungskonferenz Kurzinformation über die amerikanische Initiative zum Verbot
chemischer Waffen
- Herausgegeben vom Weißen Haus am 18. April 1984 -

HINTERGRUNDMATERIAL
Die XXIII. Olympischen Spiele in Los Angeles
- (1) Los Angeles - eine Viel Völkerstadt -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Forschung und Entwicklung 1984
Mikroelektronik für die Biomedizin

Um über/endung von
ßelegcKemploren
uiirtl gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�4

Dokumentation

i
17

United States Information Service
Embassy of the United States of America

25. April 1984

REAGAN WÜNSCHT WIEDERAUFNAHME DER ABRÜSTUNGSGESPRXCHE
- Erklärung des Präsidenten vom 19. April 1984 -

Washington -(AD)- In einer Erklärung vom 19. April 1984 forderte
der amerikanische Präsident Ronald Reagan die Sowjets auf, zu den
Verhandlungen über eine Verminderung der nuklearen Waffen zurückzukehren. Im Hinblick auf die Wiener MBFR-Gespräche meinte er, Fortschritte könnten dort sehr schnell erzielt werden, wenn der Warschauer Pakt in gleichem Umfang guten Willen zeige, wie dies die NATO tue,
Die Erklärung des Präsidenten hatte folgenden Wortlaut:
Ich freue mich, heute eine weitere umfassende Initiative im Bereich der Rüstungskontrolle bekanntgeben zu können. Am heutigen Tage
haben die Vereinigten Staaten und ihre NATO-Verbündeten in Wien einen neuen Vorschlag auf den Tisch gelegt, mit dem der tote Punkt
überwunden werden soll, an dem die Verhandlungen zwischen der NATO
und dem Warschauer Pakt über eine Verminderung der konventionellen
Streitkräfte in Europa schon seit geraumer Zeit angelangt sind. Diese wichtige Initiative im Bereich der Gespräche über eine beiderseitige und ausgewogene Truppenverminderung, die unter der Bezeichnung

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�der Bezeichnung MBFR (Mutual and Balanced F_orce Reduction) bekannt
sind, wurde in engem Zusammenwirken mit unseren Verbündeten vorbereitet, deren maßgebliche Beiträge sie in der Tat widerspiegelt.
Seit dem Beginn der MBFR-Gespräche im Jahre 1973 sind wir bestrebt, die Mannschaftsstärke bei den konventionellen Streitkräften
der beiden Seiten, die sich in Mitteleuropa gegenüberstehen, in verifizierbarer Weise auf gleiche Niveaus abzusenken. Obwohl der Warschauer Pakt bei der Truppenstärke zahlenmäßig klar überlegen ist,
war er bislang nicht bereit, dieses Ungleichgewicht anzuerkennen.
Ohne Übereinstimmung über die Gesamtstärke der auf beiden Seiten vorhandenen Truppen ist es nicht möglich, sich über die Zahl zu einigen, um die diese Truppen vermindert werden müßten, um zahlenmäßigen
Gleichstand herzustellen.
I

Diese Datenfrage bildet eines der beiden ungelösten Hauptprobleme bei den MBFR-Verhandlungen. Das andere besteht in dem fortdauernden Widerstreben des Ostens, wirksamen Verifizierungsmaßnahmen zuzustimmen. Der heute von uns vorgelegte Vorschlag zielt darauf ab, die
Gespräche in beiden Bereichen voranzubringen.
Dieser neue Vorschlag bei den MBFR-Verhandlungen kommt genau
einen Tag nach der amerikanischen Initiative zugunsten eines umfassenden weltweiten Verbots chemischer Waffen, die gestern von Vizepräsident Bush persönlich in Genf auf der Abrüstungskonferenz, an
der 40 Nationen teilnehmen, vorgestellt wurde. Ich hoffe, daß diese
Doppelinitiative zu echten Fortschritten bei beiden Verhandlungen
führen wird.
Wir verhandeln im Geiste aufrichtigen guten Willens. Wenn die
andere Seite dies auch täte, könnten wirkliche Fortschritte sehr
rasch erzielt werden.
Für mich gibt es nichts Wichtigeres, als die Rüstung auf ein
gleichgewichtiges und stabileres Niveau abzusenken oder Waffen,
soweit dies möglich ist, überhaupt zu verbieten.
Nachdem ich
- 2-

�Nachdem ich diese Woche diese bedeutsamen neuen Schritte im
Bereich der Begrenzung der chemischen und konventionellen Waffen
getan habe, möchte ich nochmals meinen aufrichtigen Wunsch unterstreichen, in der dringlichen Angelegenheit der Verminderung der
atomaren Waffen voranzukommen. Wir fordern die Sowjets auf, dem wiederholt geäußerten Verlangen der Weltöffentlichkeit zu entsprechen
und an die beiden nuklearen Verhandlungstische, START und INF, zurückzukehren, die sie vor fünf Monaten verlassen haben. Wenn die
Sowjetunion dazu bereit ist, so werden sich die Vereinigten Staaten
bei den Bemühungen um eine Verminderung der atomaren Rüstung ebenso
entgegenkommend und kreativ zeigen, wie sie und ihre Verbündeten
dies bei den Verhandlungen über chemische und konventionelle Waffen
getan haben.

+ + + + +

- 3 -

�ä

mEREIK

•Dl EMui
*

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

17

25. April 1984

USA FORDERN VÖLLIGES VERBOT CHEMISCHER WAFFEN
Ausführungen von US-Vizepräsident Bush vor der
Genfer Abrüstungskonferenz -

GENF - (AD) - Der amerikanische Vizepräsident George Bush hat am 18.
April 1984 der Abrüstungskonferenz der Vereinten Nationen in Genf einen Vertragsentwurf der Vereinigten Staaten unterbreitet, der ein völliges Verbot
chemischer Waffen vorsieht. Danach soll "der Besitz, die Produktion, der Erwerb, die Beibehaltung oder die Weitergabe von chemischen Waffen gänzlich verboten" sein. Der amerikanische Entwurf enthält neue Wege zur Überwindung der
bisher größten Schwierigkeit für das Zustandekommen eines Vertrages, nämlich
der Verifizierung» Nach dem Prinzip der "offenen Einladung" sollen beide
Seiten mit kurzer Voranmeldung ihre militärischen oder ihre im Besitz oder
unter Kontrolle der Regierung befindlichen Anlagen einer internationalen
Inspektion öffnen.
Die Ausführungen des amerikanischen Vizepräsidenten vor der Konferenz
haben folgenden Wortlaut:
Es ist mir eine Ehre, heute in Vertretung von Präsident Reagan erneut
vor dieser Konferenz sprechen zu dürfen, um die Verpflichtung der Vereinig-

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�der Vereinigten Staaten zur Rüstungskontrolle zu bekräftigen.
Und ich muß auch eine Entschlossenheit bekräftigen, die die amerikanische
Position in allen RüstungskontrollVerhandlungen in den letzten Jahren beherrscht
hat:

Die Entschlossenheit, daß das Anwachsen der Zahl der schrecklichsten Waf-

fen der modernen Kriegführung nicht lediglich verlangsamt werden darf, sondern daß es umgekehrt werden muß.

Und was die Angelegenheit anbetrifft, mit

der wir uns hier befassen, den chemischen Waffen, so müssen diese sogar verboten werden - gänzlich verboten werden.
Ich habe heute den jüngsten Ausdruck dieser amerikanischen Entschlossenheit mitgebracht - einen Entwurf für einen Vertrag, nach dem der Besitz, die
Produktion, der Erwerb, die Beibehaltung oder die Weitergabe von chemischen
Waffen gänzlich verboten sein soll.
Dieser Vertragsentwurf enthält ein völlig neues Konzept für die Oberwindung des größten Hindernisses, das in der Vergangenheit den Fortschritt zu
einem völligen Verbot chemischer Waffen gehemmt hat - das Hindernis der Verifizierung. Dieses neue Konzept ist Teil eines ganzen Paketes vernünftiger
und gesunder Verfahren zur Verifizierung der Einhaltung aller Bestimmungen
des Vertragsentwurfes.
Außer bei genauer Inspektion sind chemische Waffen - diese heimtükkischen chemischen Waffen - im Aussehen praktisch identisch mit gewöhnlichen*
Waffen. Fabriken für die Herstellung von Chemikalien für Waffenzwecke sind
schwer von Fabriken zu unterscheiden, die Chemikalien für industrielle Zwecke
herstellen. Ja, es ist so, daß einige Chemikalien für die friedliche Nutzung
in ihrem Aufbau einigen Chemikalien gleich sind, die für kriegerische Zwecke
verwendet werden. Die Verifizierung ist also bei chemischen Waffen besonders
schwierig.
Unser neues Konzept ist ein Rüstungskontrollverifizierungsverfahren,
das wir als "offene Einladung" bezeichnen.
- 2 -

Aber bevor ich auf dieses bei-

�dieses beispiellose Verfahren näher eingehe, möchte ich einige der Besorgnisse anführen, die die Vereinigten Staaten zu einem solchen Schritt veranlaßt haben»
Als ich im Februar vorigen Jahres vor Sie trat, habe ich Franklin
Roosevelt zitiert, der sagte, daß der Einsatz chemischer Waffen "von der öffentlichen Meinung der zivilisierten Menschheit geächtet worden ist."
Leiter hat es trotz des Schreckens, den diese Waffen bei allen anständigen Männern und Frauen hervorrufen, und trotz ausdrücklicher Verbote, wie
des Genfer Protokolls von 1925 und der Konvention von 1972 über das Verbot
biologischer und toxischer Waffen, in den letzten 60 Jahren immer wieder Fälle des Einsatzes gegen Soldaten und unschuldige Zivilisten gegeben - immer,
wie ich feststellen möchte, gegen jene, die am wenigsten in der Lage sind,
sich selbst zu verteidigen oder Vergeltung für einen solchen Schritt zu
üben.
Allein in den letzten drei Jahren hat die Welt immer wieder Berichte
über Verletzungen dieser Abkommen aus Orten wie Südostasien, Afghanistan
und dem Nahen und Mittleren Osten vernommen.

Ein wichtiger Grund, warum

chemische Waffen weiterhin eingesetzt werden, ist der, daß weder das Genfer
Protokoll von 1925 noch die Konvention über biologische und toxische Waffen
von 1972 irgendeine Form der wirksamen Verifizierung oder Durchsetzung vorsehen.
Die Vertragschließenden unterzeichneten ein Stück Papier, brachten einige Siegel an, und dabei blieb es dann.

Die Arsenale blieben, bereit zum

Einsatz gegen jeden, der über keine Abschreckung verfügte.
Die Vereinigten Staaten sind für eine Stärkung der bestehenden Abkommen
eingetreten. Wir haben, zusammen mit anderen Ländern, seit langem Vorschläge
befürwortet, den Generalsekretär der Vereinten Nationen anzuweisen, Untersuchungen der berichteten Verletzungen einzuleiten. Wir bedauern es, daß einige Mitglieder der Vereinten Nationen die Notwendigkeit solcher Untersuchungen

- 3 -

�solcher Untersuchungen bestritten und bis zum heutigen Tag Untersuchungen
verhindert oder behindert haben.

Wir sind der Oberzeugung, daß internationa-

le Untersuchungen dieser Art als ein Schritt in Richtung auf jene Art von Offenheit dienen könnten, die für einen umfassenden und funktionierenden Vertrag über das Verbot chemischer Waffen notwendig ist.
Die Folgen des Fehlens einer wirksamen Verifizierung, wie sie aus den
Berichten über fortwährende Anwendung chemischer Waffen hervorgehen, können
bei uns allen heute nur tiefe Besorgnis auslösen:
Da ist erstens der unaussprechliche Schrecken, der den Opfern dieser
Waffen zugefügt wurde - viele von ihnen unschuldig unter die Räder des Krieges geraten.
Zweitens verletzt der Einsatz chemischer Waffen bestehende internationale Abkommen und unterhöhlt den Rüstungskontroilprozeß.
Und drittens, was vielleicht am beunruhigendsten ist, besteht die Möglichkeit, daß die Welt, wenn die Berichte über den Einsatz weitergehen, vielleicht sogar gefühllos und abgestumpft gegenüber solchen Berichten werden
könnte.

Sie könnte dazu kommen, diese Waffen einfach zu akzeptieren und die

Bemühungen aufzugeben, künftigen Generationen deren Gefahr zu ersparen.
Wir sind es uns und unseren Kindern schuldig, dafür zu sorgen, daß es
nicht so weit kommt.
Seit über einem Jahrzehnt haben die Vereinigten Staaten auf dem Gebiet
der chemischen Waffen Zurückhaltung geübt, und wir werden das auch weiterhin
tun.

Wir wollen eine Rüstungskontroilösung

Waffen.

für die Drohung durch chemische

Aber unsere Zurückhaltung hat nicht alle Länder dazu veranlaßt, ver-

gleichbare Zurückhaltung zu üben.
Das ist der Grund, warum wir Schritte unternehmen, um uns auf die Mög-

- 4 -

�die Möglichkeit vorzubereiten, daß moderne chemische Waffen produziert werden müßten, wenn es zu keinem umfassenden Verbot kommt.

Wir müssen und wer-

den jedoch alles in unserer Macht Stehende tun, um einen Vertrag zu erreichen,
der jegliche Notwendigkeit für eine Neuproduktion beseitigt.

Präsident Reagan

hat mich gebeten, dieses Jahr erneut hierher zu kommen, um die Dringlichkeit
dieser Angelegenheit zu unterstreichen.

Wir sind der Meinung, daß wir alles

in unserer Macht Stehende tun müssen, um die bestehenden Vorräte an chemischen
Waffen und die Einrichtungen, in denen sie hergestellt werden, zu beseitigen.
Wir wollen sicherstellen, daß solche Waffen nie wieder entwickelt oder
eingesetzt werden.
Zu diesem Zweck hat der Präsident mich gebeten, dieser Konferenz heute
den Entwurf für einen Vertrag über ein umfassendes Verbot chemischer Waffen
vorzulegen, und ich bitte darum, daß dieser Vertragsentwurf als offizielles
Dokument der Abrüstungskonferenz verteilt wird.
Die Bestimmungen des Vertragsentwurfs folgen eng den "detaillierten Vorstellungen", die meine Regierung dieser Konferenz im vorigen Jahr unterbreitet
hat.

Sie schließen auch die Auffassungen vieler anderer Delegationen ein, die

uns an ihren Gedanken und Erkenntnissen haben teilhaben lassen.
Der Vertrag würde die Entwicklung, die Herstellung, die Einlagerung, den
Erwerb, die Beibehaltung oder die Weitergabe von chemischen Waffen verbieten.
Das wesentliche Kriterium zur Unterscheidung zwischen erlaubten und verbotenen
Tätigkeiten wäre der Zweck, zu dem eine Tätigkeit stattfindet.
Aus der Erkenntnis der Notwendigkeit des Vertrauens in einen solchen
Vertrag enthält der Entwurf auch zuverlässige und vernünftige Verfahren darunter Inspektionen mit "offener Einladung" -, um die Einhaltung aller seiner Bestimmungen zu verifizieren.
Wenn ein

�Wenn ein Verbot chemischer Waffen funktionieren soll, dann muß jede
Vertragspartei darauf vertrauen, daß sich die anderen Vertragsparteien daran
halten.

Dieses elementare, auf gesundem Menschenverstand beruhende Prinzip

ist im wesentlichen das, was wir unter Verifizierung verstehen.

Keine ver-

nünftige Regierung schließt solche internationalen Kontrakte, die man als
Verträge bezeichnet, wenn sie nicht sicherstellen - oder verifizieren - kann,
daß sie auch das bekommt, was sie vertraglich vereinbart hat.
Das Fehlen wirksamer Mechanismen für die Verifizierung und Einhaltung
ist eines der Haupthindernisse gewesen, die ein echt wirksames Verbot dieser
Waffen verhindert haben.
Wie ich zu Anfang erwähnte, machen die technischen Ähnlichkeiten zwischen
Einrichtungen zur Produktion chemischer Waffen und kommerziellen Produktionseinrichtungen - die Ähnlichkeit von Wirkstoffen chemischer Waffen und Chemikalien für friedliche Zwecke sowie die Ähnlichkeit von chemischer Munition
und konventioneller Munition eine Unterscheidung ohne genaue Untersuchung
unmöglich.
Und, was vielleicht am wichtigsten ist, eine strikte Verifizierung
ist notwendig, um jene zu schützen, die über keine chemischen Waffen verfügen oder bereit sind, auf sie zu verzichten - und zwar vor jenen, die heimlich den Besitz solcher Waffen aufrechterhalten könnten.
Das Ziel unseres Vorschlages ist ein Vertrag, der von den Staaten verlangt, den Umfang und die Orte der Lagerung ihrer chemischen Waffen und der
Produktionseinrichtungen anzugeben;die Vorräte und die Einrichtungen zu vernichten und der Herstellung neuer chemischer Waffen abzuschwören.
Wenn Staaten einen solchen Kontrakt unterzeichnen sollen, dann müssen
sie vor allem darauf vertrauen können, daß sie erfahren:
erstens, daß

�erstens, daß alle deklarierten Vorräte vernichtet worden sind;
zweitens, daß alle deklarierten Produktionseinrichtungen vernichtet worden sind;
drittens, daß die deklarierten Vorräte auch wirklich alle Vorräte waren; und
viertens, daß die deklarierten Einrichtungen alle Einrichtungen waren.
Ohne eine solche feste Zusicherung können wir gar nicht behaupten, die
chemischen Waffen verboten zu haben. In dieser Hinsicht hat meine Regierung
die angekündigte Bereitschaft der Sowjetunion zur Kenntnis genommen, ihr Einverständnis hinsichtlich der dauernden Stationierung internationaler Überwachungsteams bei den Orten in Erwägung zu ziehen, wo die gemeldeten Arsenale
zerstört werden sollen.
Wir begrüßen dies.

Wir sind ermutigt durch diese Einsicht, daß eine

Vor-Ort-Inspektion unabdingbar ist. Die sowjetische Ankündigung hat die Verhandlungen in Richtung auf Vertrauensbildung beim ersten der vier entscheidenden Erfordernisse vorangebracht - daß nämlich alle deklarierten Vorräte
vernichtet werden,

Um auf das zweite der vier Kriterien zu kommen, daß näm-

lich alle deklarierten Produktionsanlagen zerstört werden sollen, so schlagen
wir die gleiche fortdauernde Vor-Ort-Überwachung und periodische Inspektion
vor.
Die dem Problem der nichtdeklarierten Anlagen innewohnenden Verifizierungsschwierigkeiten - wobei es darum geht, daß keine verborgenen Vorräte und keine heimlichen Produktionsanlagen vorhanden sind -.bleiben unsere
größte Herausforderung.

Sie ist deshalb so groß, weil das Problem der nicht-

deklarierten Anlagen nur dann gelöst werden kann, wenn die Staaten sich selbst
zu einem neuen, aber absolut notwendigen Maß an Offenheit verpflichten.
Seien wir

�Seien wir realistisch.

Chemische Waffen sind nicht schwer zu verber-

gen, und es ist nicht schwer, sie heimlich herzustellen.
hierzu die Möglichkeit.

Viele Staaten haben

Wir können die Welt nur dann von diesen Waffen be-

freien, wenn wir alle übereinkommen,, es uns selbst schwer zu machen, derlei
zu tun, ohne dabei entdeckt zu werden»
Die Möglichkeit unentdeckter Verletzung ist der Untergang der Rüstungskontrolle,

Sollte diese Möglichkeit fortbestehen, so wäre ein jegliches Ver-

bot chemischer Waffen eine Illusion und würde ein Rückschlag für die Sache
des Friedens sein.
Aus diesem Grund unterbreitet die Regierung der Vereinigten Staaten
den beispiellosen Verifizierungsvorschlag der "offenen Einladung", die ich
bereits angesprochen habe. Als Teil eines Verbots chemischer Waffen sind
die Vereinigten Staaten bereit, sich anderen Parteien in einer gegenseitigen
Verpflichtung anzuschließen, alle ihre Anlagen - sowohl militärisch, als auch
regierungseigen oder von der Regierung kontrolliert - auf kurzfristige Informationen hin für eine internationale Inspektion zu öffnen.
Wir gehen diese Verpflichtung zu einer "offenen Einladung" für Inspektionen nicht leichtfertig ein. Wir tun dies vielmehr, weil sie für ein wirksames Verbot chemischer Waffen unabdingbar ist. Der Kernpunkt der Verifizierung ist eine Abschreckung vor Vertragsverletzungen durch die Gefahr, entdeckt zu werden. Die Verfahrensweise der "offenen Einladung" wird die Möglichkeit verbessern, daß Verletzungen entdeckt und im Fall einer solchen Verletzung die notwendigen Beweise zusammengetragen werden können, die für eine
angemessene internationale Reaktion unabdingbar sind. Dies steht im Zentrum
einer Abschreckung vor Verletzungen.
Wenn die internationale Staatengemeinschaft zu der Erkenntnis gelangt,
daß eine solche Bestimmung das sine qua non eines wirksamen Verbots chemischer Waffen ist und sich uns bei ihrer Einhaltung anschließt, dann wird sich
nicht nur unser nobles Streben nach einem Vertrag gelohnt haben, der die che-

- 8 -

�der die chemischen Waffen tatsächlich

verbietet, sondern wir werden die

Art und Weise, in der die Regierungen miteinander Politik betreiben, um ein
Gewaltiges und in einem guten Sinn verändert haben.
Wir werden ein mutiges Beispiel dafür gesetzt haben, wie Hindernisse
überwunden werden können, die sich auch der Rüstungskontrolle in anderen Bereichen wirkungsvoll entgegenstellen.

Und wir werden jene Art von Offenheit

zwischen den Staaten geschaffen haben, die den unterschwelligen Verdacht vertreibt und endlich mehr Frieden bringt.
Wir sind uns natürlich darüber im klaren, daß alle Regierungen ihre Geheimnisse haben. Manche reden so, als ob Offenheit und wirksame Verifizierung allein gegen ihre eigenen Interessen stünden. Aber Offenheit bedeutet
tasten für jeden Staat, einschließlich der Vereinigten Staaten.

Offenheit

von der Art, wie wir sie für ein Verbot chemischer Waffen vorschlagen, würde
ihren Preis haben.
Aber ein wirksames Verbot chemischer Waffen benötigt die Art der Inspektionen mit "offener Einladung", wie wir sie vorschlagen.

Die Regierung

der Vereinigten Staaten ist bereit, den Preis für eine solche Offenheit zu
zahlen.

Der gewaltige Wert eines wirksamen Verbots zwingt uns zu diesem

Schritt.
Ich weiß, die amerikanische Delegation dieser Konferenz wartet mit Ungeduld auf den Beginn des Verhandlungsprozesses über ein Verbot chemischer
Waffen, Wir hoffen und vertrauen darauf, daß der Ernst dieser Aufgabe, ihre
Dringlichkeit und das menschliche Streben der hier repräsentierten Völker
alle an dieser Konferenz Beteiligten anspornen werden, um zu einem baldigen
und erfolgreichen Abkommen zu gelangen.
Wir unterschätzen die Schwierigkeiten nicht, die diese Aufgabe mit sich
bringt.

Ich habe gesagt, daß der Schlüssel zu einer wirksamen Konvention -

einer Konvention, die die Möglichkeit chemischer Kriegführung für immer aus

- 9 -

�immer aus der Welt schaffen würde - darin besteht, daß ihre Einhaltung durch
wirkungsvolle Verifizierung erzwungen wird.
Dies ist der Punkt, den wir betonen, und unser Verifizierungsvorschlag
der "offenen Einladung" entspringt dem Wunsch, daß das Verbot wirken möge permanent und effizient, damit wir die Sicherheit bekommen, die wir alle anstreben.
Die Vereinigten Staaten sind dadurch ermutigt, daß diese Verhandlungen
zum Verbot chemischer Waffen bereits breite internationale Unterstützung gefunden haben.

Bedeutsam ist auch, daß so gut wie allgemein anerkannt wird,

daß die Arbeit an diesem Vertrag eine vielversprechende Möglichkeit ist, um
nicht nur die Zusammenarbeit zwischen Ost und West zu fördern, sondern ganz
allgemein die Zusammenarbeit zwischen allen Staaten.
Unsere Delegation hofft auf ernsthafte Verhandlungen mit der sowjetischen Delegation und auf detaillierte Diskussionen mit allen anderen Teilnehmern zwecks Ausarbeitung der Bestimmungen und der anderen notwendigen
Aspekte eines wirkungsvollen Abkommens. Unser Ziel bei diesen Verhandlungen
ist praktischer Natur - harte Arbeit in gutem Glauben zwecks Schaffung eines
gegenseitigen Vertrauens, das es, um es offen zu sagen, derzeit nicht gibt,
und zwecks echter Ergebnisse.
Der Präsident hat mich ersucht, Ihnen erneut zu versichern, daß sich
die amerikanische Verpflichtung zu wirksamer Rüstungskontrolle auf die gesamte Arbeit dieser Konferenz und über diese Bemühungen hinaus bezieht. Wir
sind erfreut darüber, daß es Fortschritt bei den multilateralen Verhandlungen in Stockholm über vertrauensbildende Maßnahmen in Europa gibt und daß die
Ost-West-Gespräche in Wien über die Verringerung der konventionellen Streitkräfte in Europa wiederaufgenommen wurden.
Unsere Verpflichtung zu Ergebnissen ist ebenso tief bei der so überaus
wichtigen Frage der nuklearen Rüstungskontrolle, wo die Vereinigten Staaten

- 10 -

�Vereinigten Staaten der Ansicht sind, daß es von entscheidender Bedeutung
ist, die Anstrengungen zu beschleunigen, um zu wirksamen und verifizierbaren
Abkommen zu gelangen.

Die Vereinigten Staaten streben auch weiterhin um-

fassende Verringerungen bei den Nukleararsenalen dieser Welt sowie größere
internationale Stabilität an, die sich hieraus ergeben würde.
Hier und heute lade ich die Sowjetunion erneut dazu ein, zu den beiden
Atomwaffenverhandlungen zurückzukehren, die sie vor fünf Monaten suspendiert
hat, und mit uns die entscheidende Aufgabe wieder anzugehen, die Kernwaffen
zu verringern.

Die Vereinigten Staaten sind auch weiterhin bereit, ohne Vor-

bedingungen alle Überlegungen zu prüfen - und dies zu jedem Zeitpunkt, den die
Sowjetunion zur Wiederaufnahme des Dialogs wählen sollte. Und das ist wirklich unser Ernst. Und gerade vor diesem Ausschuß, dessen tägliche Arbeit auf
vielfältige Weise der Rüstungsverringerung gewidmet ist, meine ich, hierauf
hinweisen zu müssen: Wir sind bereit - ob bilateral, oder auf jede andere
Weise.
In seiner Rede über amerikanisch-sowjetische Beziehungen hat der Präsident am 16. Januar darauf verwiesen, daß die Kooperation mit Kommunikation
beginnt.

Dieses Konzept ist Teil unserer Einstellung zu den Ost-West-Bezie-

hungen insgesamt sowie zu allen Fragen der Ost-West-Tagesordnung - sei dies
die Rüstungskontrolle, seien dies regionale Probleme, Menschenrechte oder
eine Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses. Wir sind bereit - wie
dies der Präsident in Worten und in Taten klargemacht hat -, die schwierige
Aufgabe echter Zusammenarbeit anzugehen.
Wir sind bereit, auf Lösungen und Ergebnisse hinzuarbeiten - in Genf,
in Wien, in Stockholm oder an jedem anderen Ort, wo Männer und Frauen guten
Glaubens gewillt sind, sich zusammenzusetzen und ernsthaft zu verhandeln.
Seit meinem letzten Besuch hier in Genf im vorigen Jahr haben die Vereinigten Staaten lange an dem Inhalt dieses Vertrages gearbeitet und sorgfältig über ihn nachgedacht. Wir hoffen, daß andere Länder ihn sorgfältig

- 11 -

�ihn sorgfältig prüfen und sich uns in ernsthaften Verhandlungen anschließen
werden»
Ich bin betrübt und enttäuscht, daß einige - ohne den Entwurf überhaupt
gesehen zu haben - bereits Erklärungen abgegeben haben, in denen behauptet
wird, daß die Vorlage dieses Vertragsentwurfes hier und heute das Ergebnis
rein politischer Überlegungen sei.

Ich hoffe, daß wir diejenigen, die diese

Vorbehalte und derartige Erklärungen abgegeben haben, davon überzeugen können, daß wir aufrichtig handeln, und wir hoffen, daß sie aufgrund der Verhandlungen unsere Aufrichtigkeit erkennen werden.

Ist es nicht an der Zeit, daß

wir uns auf das konzentrieren, was offensichtlich und ein weltweiter Wunsch
ist, nämlich auf den Wunsch aller Völker nach einer Verminderung der Waffen
und der Gefahren eines Krieges?
Die Vereinigten Staaten haben im Verlauf der letzten Jahre immer wieder
ihre Entschlossenheit an den Tag gelegt, nicht nur die Zuwachsrate in den
Waffenarsenalen der Welt zu verlangsamen, sondern diese Arsenale selbst abzubauen.
Amerika hat tatsächlich während der letzten zwei Jahrzehnte den Gesamtumfang seiner nuklearen Arsenale vermindert.

Ich glaube, viele Leute selbst

in unserem eigenen Land haben dies nicht einmal erkannt.

Im Jahr 1967 war

die Zahl der Atomwaffen in unseren Arsenalen um ein Drittel höher als im Jahr
1983, während gleichzeitig von 1960 bis zum vorigen Jahr die nukleare Megatonnage Amerikas um 75 Prozent gesunken ist.
Im vorigen Jahr haben wir viel über die Modernisierungsprogramme der
NATO gehört.

Im Jahr 1979 beschlossen die NATO-Länder, Rüstungskontroll Ver-

handlungen anzustreben und - solange es ein Rüstungskontroi labkommen nicht
gibt - 572 PERSHING II-Raketen und landgestützte Marschflugkörper zu dislozieren.
Aber ob

- 12 -

�Aber ob Abkommen oder nicht - die NATO-Länder beschlossen gleichzeitig,
aus Europa 1000 Kernwaffen abzuziehen.
gen.

Diese 1000 Waffen sind jetzt abgezo-

Und im vorigen Jahr beschlossen die NATO-Verbündeten in Montebello,ihr

Arsenal um weitere 1400 Atomwaffen zu vermindern.
oder ein

Und wann immer eine PERSHING II

landgestützter Marschflugkörper stationiert wird, wird eine bereits

vorhandene Waffe außer Dienst gestellt werden.
Das Ergebnis all dieser Beschlüsse ist, daß - solange es keinen Vertrag
gibt - die NATO zwar die 572 neuen Raketen disloziert haben, aber trotzdem für
jede zusätzliche Kernwaffe fünf andere abgezogen haben wird.
Bei den nuklearen RüstungskontrollVerhandlungen der letzten Jahre hat
Amerika sich um multilaterale Abkommen bemüht, die noch größere Verminderungen
ermöglicht hätten.

Bei den Verhandlungen über nukleare Mittel Streckensysteme

(INF) haben wir vor zweieinhalb Jahren die "Null-Option" vorgeschlagen.

Diese

"Null-Option" würde die gesamte Kategorie der landgestützten INF-Raketen eliminieren. Später haben wir unsere Bereitschaft zu einer Zwischenlösung zu erkennen gegeben, die eine begrenztere Reduzierung beinhaltete.
Bei den Verhandlungen über die Verminderung strategischer Waffen (START)
schlugen wir vor nahezu zwei Jahren eine Verminderung der Zahl der Gefechtsköpfe auf sowjetischen und amerikanischen Raketen um ein Drittel vor. In der
Folge schlugen wir ferner alternative Wege des "Abbaus" und der "gegenseitigen
Zugeständnisse" vor, um die Verhandlungen voranzubringen.
Wir bedauern zutiefst, daß die Sowjetunion es vorgezogen hat, sowohl die
START- als auch die INF-Verhandlungen zu verlassen, während sie gleichzeitig
mit der noch nicht dagewesenen und - was die Größenordnung anbetrifft - beispiellosen Dislozierung der strategischen und der INF-Systeme fortfuhr. Wir
wissen, daß wir hier in dieser Abrüstungskonferenz nicht allein stehen mit
unserer Aufforderung an die sowjetischen Führer, zu diesen wichtigen Verhandlungen, von denen so viel Hoffnungen in aller Welt abhängen, zurückzukehren
und sie wieder aufzunehmen.
Gleichzeitig erwarten
- 13 -

�Gleichzeitig erwarten wir echte Fortschritte bei den Verhandlungen über
beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierungen (MBFR) in Wien sowie in
Stockholm auf der Konferenz über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen
und Abrüstung in Europa (KVAE).
Wir sind um wirksame und gerechte Verminderungen der nuklearen, konventionellen und chemischen Waffen in der Welt bemüht.
verhindern.

Wir wollen ihren Einsatz

Das ist unser Ziel, und dazu sind wir entschlossen; diesem Ziel

werden wir uns auch in Zukunft verschreiben.
Wir sind entschlossen, dafür zu sorgen, daß künftige Generationen nicht
auf diese und andere RüstungskontrollVerhandlungen unserer Zeit so zurückblikken wie wir auf derartige Verhandlungen früherer Generationen
dann nicht sagen müssen:

und daß sie

"Alles, was sie taten war vielleicht, den Rüstungs-

wettlauf ihrer Zeit zu verlangsamen.

Sie beendeten ihn nicht und verkehrten

ihn nicht ins Gegenteil - vielleicht konnten sie es auch nicht."

Wir sind

entschlossen, es besser zu machen.
Lassen Sie mich zum Abschluß noch etwas zu den chemischen Waffen sagen.
Es besteht die Notwendigkeit, Spannungen abzubauen. Aber wenn es jemals in
der Geschichte der Menschheit etwas gab, über das die Menschen aus allen Ländern sich einig waren, dann darüber, daß jede Familie Todesangst hat vor chemischen Waffen - und meiner Ansicht nach gibt es hier keinen Unterschied zwischen einer Familie, die in Wladiwostok lebt oder in Leningrad oder in
Pretoria, Illinois, oder in London, Caracas oder sonstwo in der Welt.
Wir sind heute mit einem Vorschlag hierher gekommen, der umfassend ist.
Er reicht weit über das hinaus, was wir noch vor einigen Jahren getan hätten.
Viel davon ist Ausdruck der Gefühle von Menschen. Es gibt nirgendwo Uneinigkeit bezüglich der chemischen Waffen. Deshalb kam ich heute persönlich zu
dieser Konferenz - als zweithöchster Regierungsvertreter der Vereinigten
Staaten.
Wir wollen

- 14 -

�Wir wollen nicht so tun, als ob es keine Kritik an unseren Vorschlägen
geben wird.

Wir behaupten nicht, daß wir vollkommen seien und daß schließ-

lich alles genau so aus ehen werde, wie der Vertragsentwurf dies vorsieht.
Aber ich kann Genf einfach nicht verlassen, ohne zu sagen, daß wir in einem
Geist di s guten Willens hierher kamen und daß wir versuchen, uns mit der
vielleicht fundamentalsten Frage auseinanderzusetzen, die es in der Welt von
heute auf dem Gebiet der Rüstungen gibt.

Und diese Frage lautet: Wie können

wir alle chemischen Waffen von dem Antlitz der Erde verschwinden lassen und
in ihrer Gesamtheit ächten und zwar auf eine verifizierbare Weise?

+ + + + +

- 15 -

�Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

25. April 1984

17

KURZINFORMATION ÜBER DIE AMERIKANISCHE INITIATIVE
ZUM VERBOT CHEMISCHER WAFFEN
- Herausgegeben vom Weißen Haus am 18. April 1984 -

Washington -(AD)- Am 18. April 1984 unterbreitete Vizepräsident
George Bush auf der Genfer Abrüstungskonferenz einen neuen amerikanischen Vorschlag zum Verbot chemischer Waffen. Aus diesem Anlaß gab
das Weiße Haus am gleichen Tag ein Informationspapier heraus, in dem
Hintergrund und Inhalt des amerikanischen Vorschlags kurz skizziert
werden.
Die Sachinformation hat folgenden Wortlaut:
Zusammenfassung des amerikanischen Vertragsentwurfs
Der amerikanische Grundansatz
- zielt auf ein vollständiges, weltweites Verbot chemischer Waffen
ab;
- sieht Verifizierung durch eine Kombination von nationalen und
internationalen Mitteln vor, wobei letztere systematische
internationale Inspektionen vor Ort einschließen sollen;
- fußt auf

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�- fußt auf dem von den Vereinigten Staaten im Februar 1983 vorgelegten ausführlichen Arbeitspapier;
- verarbeitet die von vielen anderen Delegationen vorgetragenen
Ideen.
Die Reichweite des Verbots
Der von den Vereinigten Staaten vorgeschlagene Vertrag würde
folgendes verbieten:
1. Entwicklung, Herstellung, Lagerung, Erwerb, Beibehaltung oder
Weitergabe von chemischen Waffen;
2. Andere Vorbereitungen zum Einsatz chemischer Waffen;
3. Einsatz chemischer Waffen;
4. Tödliche oder kampfunfähig machende chemische Substanzen und ihre
Vorprodukte.
Verifizierung der
- Erklärungen durch systematische internationale Verifizierung vor
Ort;
- Vernichtung der vorhandenen Lagerbestände durch fortwährende
Überwachung durch vor Ort installierte Hilfsmittel und durch
die ständige Anwesenheit internationaler Inspektoren;
- Anlagen zur Herstellung chemischer Waffen durch Überwachung
durch vor Ort installierte Hilfsmittel und periodische internationale Inspektionen vor Ort;
- Herstellung chemischer Substanzen, die in Waffen verwendet werden können durch systematische internationale Verifizierung vor
Ort und Datenaustausch;
- vermuteten Örtlichkeiten und Anlagen im Besitz oder unter der
Verfügungsgewalt der Regierung von Vertragsparteien durch eine
besondere Regelung, die den Vertragsparteien zum Zwecke der
Inspektion zu jeder beliebigen Zeit ungehinderten Zutritt zu
jeglicher Art von örtlichkeiten verschaffen würde.
Bestehende Abkommen

�Bestehende Abkommen über chemische Waffen
Bestehende Konventionen
Die Vereinigten Staaten sind Mitunterzeichner von zwei internationalen Rüstungskontrollabkommen über chemische Waffen. Das erste,
das Genfer Protokoll von 1925, verbietet praktisch den militärischen
Ersteinsatz von chemischen und biologischen Waffen. Der bloße Besitz
von chemischen und biologischen Waffen wird durch dies Abkommen jedoch nicht verboten. Das zweite Abkommen, die Konvention über das
Verbot bakteriologischer und toxischer Waffen von 1972, verbietet
die Entwicklung, Herstellung, Lagerung und Weitergabe von biologischen und toxischen Waffen. Toxine sind chemische Waffen, die auf natürliche Weise mittels biologischer Prozesse hergestellt, aber auch
chemisch synthetisiert werden können.
Das Genfer Protokoll von 1925
Auf der Genfer Konferenz über die Überwachung des internationalen Waffenhandels im Jahre 1925 ergriffen die Vereinigten Staaten
die Initiative, indem sie versuchten, ein Verbot des Exports von Gasen durchzusetzen, die zu kriegerischen Zwecken verwandt werden können. Auf einen französischen Vorschlag hin wurde beschlossen, ein
Protokoll über den Nichteinsatz von Giftgas zu aufzusetzen, und auf
einen polnischen Vorschlag hin wurde das Verbot auf bakteriologische
Waffen ausgedehnt. Das Protokoll wurde am 17. Juni 1925 unterzeichnet. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Interpretation
des Abkommens, insbesondere aber über die Frage, ob es sich auch auf
Herbizide und auf Mittel, die zur Aufruhrbekämpfung verwandt werden,
erstrecke, wurde es von den Vereinigten Staaten erst 1975 ratifiziert. Die Sowjetunion und der Irak gehören ebenfalls zu den Signatarstaaten des Abkommens.
Die Konvention

- 3-

�Die Konvention über das Verbot bakteriologischer und toxischer Waffen
Am 25. November 1969 verzichteten die Vereinigten Staaten einseitig und bedingungslos auf jegliche Art biologischer Kriegführung und
dehnten dies 1970 auch auf toxische Waffen aus. Das Verteidigungsministerium wurde angewiesen, einen Plan für die Beseitigung der vorhandenen Lagerbestände an biologischen Kampfstoffen und Waffen zu erarbeiten. Obwohl der amerikanische Schritt weltweit wärmstens begrüßt wurde, war man sich doch allgemein der Tatsache bewußt, daß
einseitige Schritte keinen Ersatz für eine verbindliche internationale Übereinkunft bilden konnten. Der nächste Schritt erfolgte am
5. August 1971 auf der Konferenz des Abrüstungsausschusses der Vereinten Nationen, wo die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion getrennte, aber identische Vorlagen unterbreiteten, die ein Verbot von
biologischen und toxischen Waffen beinhalteten. Die Konvention wurde
am 10. April 1972 zur Unterschrift ausgelegt und von den Vereinigten
Staaten am 22. Januar 1975 ratifiziert. Die Sowjets ratifizierten
die Konvention am 26. März 1975.
Einsatz von chemischen Waffen
Südostasien und Afghanistan
Im Jahre 1982 veröffentlichte die amerikanische Regierung zwei Berichte, in denen sie ihren Kenntnisstand über den Einsatz von chemischen und toxischen Waffen in Laos, Kambodscha und Afghanistan zusammenfaßte. Die Berichte enthielten die Schlußfolgerung, daß
- laotische und vietnamesische Streitkräfte unter sowjetischer
Anleitung in Laos seit 1976 tödliche chemische und toxische
Substanzen eingesetzt haben;
- vietnamesische Streitkräfte in Kambodscha seit 1978 tödliche
chemische und toxische Substanzen eingesetzt haben;
- sowjetische Streitkräfte in Afghanistan seit 1979 verschiedene
tödliche chemische Kampfstoffe, darunter Nervengase und Toxine,
eingesetzt haben.
Die Vereinigten

- 4-

�Die Vereinigten Staaten stützen sich bei ihren Schlußfolgerungen
u.a. auf folgende Indizien: Aussagen von Personen, die zeuge von Angriffen mit chemischen Waffen wurden; Aussagen von Xrzten und anderen, die Personen befragen konnten, die unmittelbar Zeuge des Einsatzes von chemischen Kampfstoffen gewesen waren; Aussagen von Personen, die selbst am Einsatz chemischer Waffen beteiligt waren oder denen es die Umstände erlaubt hatten, Dritte beim Einsatz solcher Waffen zu beobachten; wissenschaftliche Indizien und schließlich nachrichtendienstliche Erkenntnisse, die durch Einsatz "nationaler technischer Mittel" erlangt werden konnten. Andere Staaten haben ebenfalls Ermittlungen durchgeführt und dabei ähnliche Indizien gesammelt.
Im Jahre 1982 gingen die Vereinten Nationen Berichten über den
Einsatz chemischer Waffen in den besagten Gebieten nach und gaben
anschließend bekannt, daß man Indizien für den Einsatz chemischer
Kampfstoffe gefunden habe. Darüberhinaus haben Thailand und Kanada
die ihnen vorliegenden Indizien und ihre Schlußfolgerungen daraus
der Öffentlichkeit vorgelegt.
In einem Bericht, den sie im Februar 1984 den Vereinten Nationen
unterbreiteten, vermerkten die Vereinigten Staaten ein zurückgehen
des Einsatzes von toxischen Kampfstoffen in Laos während des Jahres
1983, wobei es Anzeichen dafür gab, daß insbesondere der Einsatz von
tödlichen Kampfstoffen seltener geworden war. während in Kambodscha
der Umfang des Einsatzes von Kampfstoffen gegenüber 1982 im wesentlichen unverändert geblieben war, wurden nun nichttödliche Mittel,
die lediglich kampfunfähig machen oder in der Aufruhrbekämpfung Verwendung finden, häufiger eingesetzt als tödliche oder toxische Mittel. Aus Afghanistan kamen Berichte über einige Dutzend Angriffe mit
chemischen Waffen, die aber zum damaligen Zeitpunkt nicht erhärtet
werden konnten. Später bestätigte ein hoher afghanischer Offizier
und C-Waffen-Spezialist, daß die Sowjets noch im Januar dieses Jahres Angriffe mit chemischen Waffen geführt haben.
Iran - Irak

- 5-

�Iran - Irak
Im März gingen die Vereinten Nationen Anschuldigungen nach, die
besagten, daß der Irak chemische Waffen eingesetzt habe. In ihrem
Bericht hieß es später, daß sowohl Senfgas als auch das Nervengas
Tabun gegen die iranischen Streitkräfte zum Einsatz gelangt sei. Die
Vereinigten Staaten haben diese Berichte bestätigt und unlängst bestimmte Chemikalien besonderen Exportbeschränkungen unterworfen. Die
Vereinigten Staaten haben ferner ihren Verbündeten dringend angeraten, sich diesem Vorgehen anzuschließen.

+ + + + +

- 6 -

�25. April 1984

17

DIE XXIII. OLYMPISCHEN SPIELE IN LOS ANGELES

(1) Los Angeles - eine VielvölkerStadt

Los Angeles in Kalifornien war schon vor 52 Jahren Gastgeber der
X. Olympiade. Und die Stadt wird auch in diesem Jahr wieder Stätte
von Sommerspielen sein - diesmal sind es die XXIII. Olympischen
Spiele moderner Zeitrechnung. Die amerikanischen Athleten werden
sozusagen ein Heimspiel haben, wenn sie sich mit den besten Sportlern der Welt in 21 olympischen Disziplinen messen - von Wasserball, Bogenschiessen und Volleyball bis hin zu Leichtathlethik,
Boxen und Schwimmen.

Es wird wieder ein Ereignis sein, dessen Glanz, dessen Dramatik
und dessen Beweise sportlicher Leistung Zuschauer aus aller Welt in
Massen anziehen werden.
Ein eigenartiges Bild bietet Los Angeies, die "Stadt der Engel", dem
Besucher, wenn ihn das Flugzeug über sie hinwegträgt: Sie erstreckt
sich vom Pazifik bis hinter den Horizont, Wohnviertel an Wohnviertel, durch Autostrassen miteinander verbunden, verschlungen und
verflochten.
Über drei

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: a-85432

�Über drei Millionen Menschen leben in dieser wohl vielfältigsten
Stadt der Vereinigten Staaten - und sogar rund 10 Millionen, wenn
man alle Vororte mit einbezieht. Man nennt sie den "neuen
Schmelztiegel", Heimat für Hunderttausende von Neuankömmlingen aus
Korea, Mexiko, Iran, Vietnam, Guatemala, Israel, Indien, Kuba,
Äthiopien, El Salvador - und aus wohl so gut wie jedem anderen Land
der Erde. Aus den Geschäften dieser Stadt dringen die Geräusche und
Gerüche, hört man die Rhythmen und spürt man die Eigenarten unserer
ganzen Welt.

Los Angeles ist aber auch einer der kraftvollsten
Wirtschaftsräume der Erde. Wäre diese Stadt ein Staat, er hätte eine
Volkswirtschaft, die im weltweiten Vergleich an zwölfter Stelle
stünde.
Ein Grossteil des Reichtums der Stadt rührt aus ihrer Luft- und
Raumfahrttechnik sowie ihrer sonstigen fortschrittlichen
Technologie. Los Angeles ist heute eines der Hauptzentren -der
Vereinigten Staaten wie der ganzen Welt- für Wissenschaft und
Technik, insbesondere in solch zukunftsträchtigen Bereichen wie
Weltraumforschung, Halbleiter, Mikrocomputer und Laserstrahlen. Eine
Vielzahl von Firmen für hochtechnologische Produkte besitzt Zweigniederlassungen in anderen amerikanischen Bundesstaaten wie in
anderen Ländern. Und allein eine der dortigen Hochschulen, das
California Institute of Technology, hat 19 Nobelpreisträger
hervorgebracht.
Eine weitere Hauptquelle des Reichtums von Los Angeles ist der
blühende Handel mit den Nachbarn rund um das Pazifische Becken. Mit
deren wirtschaftlicher Blüte Hand in Hand ging die Blüte ihres
Haupteinfuhrhafens in den Vereinigten Staaten. "New York ist ganz
einfach nicht mehr die dominierende Stadt", formuliert es ein
Vertreter der Bankenwelt von Los Angeles voller Selbstvertrauen.

Aber Los Angeles ist auch ein Lebensstil - für Jogger und Gesundheitsapostel, für die Filmemacher von Hollywood, für die Anhänger
der verschiedensten religiösen Kulte, für Windsurfer und
Sonnenanbeter.
Während die

�Während die Bewohner des Ostens der Vereinigten Staaten
bisweilen bissige Witze über "L.A." machen, reagieren die Bewohner
der Stadt nur mit dem Hinweis darauf, dass Los Angeles New York als
kulturelles Zentrum der Vereinigten Staaten den Rang abgelaufen
habe. Und tatsächlich hiess es -wohl nur zum Teil mit lustigem
Unterton-, die New York Times habe entlang der Ausläufer der Rocky
Mountains Wachtposten aufgestellt, um neue Trends auszuspähen, die
sich von Kalifornien aus in Richtung Osten bewegen.

Stets hat Südkalifornien den Abenteurer angezogen, den Ehrgeizigen, den Nonkonformisten und jenen, der seine neuen Ideen
verwirklichen wollte. Und immer war es ein Grenzland.

So sagt etwa

Joseph Magnin, Chef einer landesweiten Kette von Bekleidungsgeschäften: "In Kalifornien gibt es wieder das, was einmal ganz
Amerika hatte - Pioniergeist. Die Leute hier draussen sind kreativ,
sie sind bereit, ein Risiko einzugehen. Wenn jemand hier einfach so
von der Strasse zu mir hereinkäme und mir Pläne für eine neue
Energiequelle zeigen würde - ich wäre bereit, mit ihm darüber zu
reden und Geld dabei anzulegen. Ich bin jetzt achtzig Jahre alt,
aber ich bin in meinem Denken jünger geblieben als vielleicht Leute
in ihren Vierzigern - besonders meine Freunde drüben im Osten."

Vor drei Jahren feierte Los Angeles seinen 200. Geburtstag. Im
Jahre 1781 von spanischen Missionaren aus Mexiko gegründet, blieb es
ein Jahrhundert lang ein kleines, unbedeutendes Dorf, an dem der
Goldrausch von 1849 vorüberging, der aus San Franzisko, weiter im
Norden gelegen, eine Metropole machte. Erst in den siebziger Jahren
des vorigen Jahrhunderts entdeckten die Amerikaner aus den
Oststaaten die Annehmlichkeiten des südkalifornischen Klimas und
begannen hierherzukommen.
Dann kam die Filmindustrie in die Stadt und machte den Namen
Hollywood weltbekannt.

Seitdem wuchs Los Angeles pausenlos: Nahezu alle zehn Jahre
verdoppelte sich die Zahl der Einwohner - mit dem Ergebnis, dass
heutzutage die meisten der dort Lebenden woanders geboren sind. So
gibt es Schätzungen,
- 3-

�gibt es Schätzungen, denen zufolge allein seit 1970 zwei Millionen
Einwanderer dort angelangt sind, um sich in Los Angeles selbst oder
in einer der 130 kleineren Ortschaften anzusiedeln, die sich um den
Stadtkern drängen. Noch immer kommen jährlich fast 100 000 Menschen
auf legalem Wege - und womöglich fünfmal so viele auf illegalem. Es
gibt solche mit Ausbildung und solche, die keine haben, es gibt
unter ihnen Arme und Reiche und über hundert Sprachen sind dort zu
hören. Dabei sprechen nicht wenige überhaupt kein Englisch - eine
Tatsache, die eine schwere Belastung für die Schulen und die
sozialen Einrichtungen der Stadt bedeutet.

Los Angeles ist eine Stadt der Stadtteile:
- Noch immer gibt es El Pueblo, den ursprünglichen Stadtkern.

- Dann den Wilshire Boulevard, die eleganteste Strasse der Stadt,
die den Spuren eines alten Indianerpfades folgt, der später zum
Camino Real, dem "Königsweg" der Spanier, wurde.

- Bei den La Brea Ölfeldern sprudelt noch immer das Erdöl an die
Oberfläche, wie dies vor Tausenden von Jahren war, als die
Dinosaurier und die ersten Säugetiere dort versanken und auf diese
Weise konserviert wurden.

- Beverly Hills ist noch immer der bevorzugte Stadtteil der
Filmstars.

- Santa Monica, das erste Strandbad der Stadt, duckt sich auf einem
Kliff, das in den Ozean hinausragt.

- Sogar noch ein paar Kanäle hat das in der Nähe gelegene Venice,
der lebhafteste Bereich von Los Angeles. Dort liegt auch der
"Muskel-Strand", wo der Bikini klein und dafür der Bizeps umso
grösser ist. Hier ist auch ein Mittelpunkt der Gegenkultur der Stadt.
In Hollywood

- 4 -

�- In Hollywood können Touristen noch immer die guterhaltene Bühne
sehen, auf der Charlie Chaplin in der Stummfilmzeit der zwanziger
Jahre seine mittlerweile klassischen Filme drehte. Am Hollywood
Boulevard findet man noch immer die berühmten Filmpaläste, die aber
mit der Zeit etwas heruntergekommen sind. Die Filmindustrie selbst
hat sich in all ihrer Vielfalt über ganz Südkalifornien, ja, das
ganze Land, ausgedehnt.

- Pasadena, Ort des 102 000 Menschen fassenden Stadions "Rose Bowl"
und der am Neujahrstag stattfindenden Rose Parade, rühmt sich des
California Institute of Technology und einer Vielzahl von Museen,
die in steinreichen Geschäftsleuten -wie etwa Norton Simon- ihre
Mäzene haben.

Wenn Los Angeles eine Stadt der Stadtteile ist, so ist es auch
eine Stadt der Nationen. In Los Angeles ist jedermann eine
Minderheit. Die groesste ethnische Gruppe, die sogenannten "Anglos"
nordeuropäischer Herkunft, machen 48 Prozent der Bevölkerung aus.
Die zweitgrösste Gruppe, die "Hispanics" aus den Ländern
Lateinamerikas, nimmt rasch zu und wird wahrscheinlich die Anglos
zahlenmässig bald überholt haben.
Nirgendwo ausser in Mexiko selbst leben so viele Mexikaner wie in
Los Angeles - und nirgendwo ausser in Korea so viele Koreaner. So
nennt man denn auch Los Angeles "Amerikas neuen Schmelztiegel" oder
"das neue Ellis-Island." ("Wir nennen sie lieber 'einen Regenbogen'
oder 'einen Salat'", sagte ein Chinese, der erst vor kurzem
eingewandert ist.) Im Jahr 2000, so gehen die Schätzungen, werden
alle Schwarzen, Hispanics und Asiaten zusammengenommen die Zahl der
Weissen im ganzen Staat übertroffen haben.
In Los Angeles kann man die Gerichte aller Welt kosten. Bei den
Strassenfesten der verschiedenen Volksgruppen und in den kleinen
Lebensmittelgeschäften liest man Schilder auf Englisch, Hebräisch,
Chinesisch, Farsi, ja sogar Gujerati. Alles wird da verkauft - von
Tacos bis hin zur Pekingente.
Zu den Einwanderern

- 5-

�Zu den Einwanderern der jüngeren Zeit gehören 200 000
Salvadorianer, 200 000 Vietnamesen im "Little Saigon", 200 000
Iraner, 175 000 Armenier aus der Sowjetunion, 130 000 Libanesen und
50 000 Guatemalteken (daher gibt es zum Beispiel 18 guatemaltekische
Fussballmannschaften in der Stadt).
Heute ist in Los Angeles jeder zehnte ein Asiate. Seit über
hundert Jahren schon gibt es Chinesen in der Stadt. Sie kamen
ursprünglich, um beim Bau der Eisenbahnlinien mitzuarbeiten, blieben
aber und siedelten sich in Los Angeles an. Heute gibt es dort etwa
42 Schulen, in denen Chinesisch gesprochen wird; ausserdem einen
Fernsehsender, der nur in Chinesisch sendet.
Gegen 1900 kamen die Japaner auf Farmen ausserhalb der Stadt. Jetzt
leben schätzungsweise 175 000 Japaner im "Kleintokio", seit
Jahrzehnten ein blühender Stadtteil.
Rund 150 000 Koreaner leben in "Korea-Town" und in anderen
Stadtteilen, wo es insgesamt etwa 400 koreanische Kirchen gibt.
Koreanische Eltern arbeiten hart, wie einer von ihnen, ein
Geschäftsmann sagt: "Zunächst müssen wir arbeiten, dann erst haben
wir Zeit, um die Sprache zu lernen. Wenn nicht, müssen das unsere
Kinder tun."
Ein anderes Beispiel für die ethnische Mischung der Stadt ist Debbie
Green, 25 Jahre alt, in Korea geboren, aber in Los Angeles
aufgewachsen. Sie gehört jetzt zu den besten Volleyballspielerinnen
der Welt und zur amerikanischen Mannschaft bei den Olympischen
Spielen.
Vor einem Jahrzehnt kamen auch viele Einwanderer aus den
Philippinen; insgesamt sind es jetzt rund 150 000; viele arbeiten in
medizinischen und Pflegeberufen.
In der Stadt leben ausserdem rund 90 000 Israelis, 55 000 Franzosen,
50 000 Engländer und 60 000 Samoaner. Greg Louganis, der beste
Turmspringer der Welt, ist Samoaner, aufgewachsen in San Diego
unweit von Los Angeles.
Ein Drittel der Stadtbevölkerung -und zwei Drittel der Schüler
dieser Stadt- sind Hispanics. Sie kommen aus Kuba, Kolumbien, Puerto
Rico, Honduras, Guatemala, El Salvador und natürlich aus Mexiko, das
ja nur 190 Kilometer entfernt ist. Im Jahr 2000 werden, so wird
geschätzt, die
- 6 -

�geschätzt, die Hispanics etwa 40 Prozent der Bevölkerung ausmachen
und die grösste Volksgruppe der Stadt sein.

Als 1781 die ersten 44 Siedler in Los Angeles ankamen, waren 26
von ihnen Schwarze. Heute sind es über 300 000 - etwa 12 Prozent der
Bevölkerung. Eine von ihnen ist die amerikanische Sprinterin Evelyn
Ashford, Studentin der Universität von Kalifornien in Los Angeles.

Wenn Los Angeles ein Symbol hat, so ist es das Auto. Für fast
alle Einwohner ist es eine Notwendigkeit in einer Stadt, die
horizontal, statt vertikal gewachsen ist. Die berühmten Autostrassen
von Los Angeles folgen den Spuren der alten Eisenbahnlinien und
tagtäglich fahren auf ihnen Hunderttausende von Autos. Dabei
produzieren sie ein weiteres Symbol von Los Angeles - die
Dunstglocke über der Stadt, als Smog bekannt.

Die Einwohner selbst sind der Ansicht, dass der Smog nicht so
problematisch sei, wie man allgemein tue, und dass er vor allem im
Norden und im Osten vorkomme, also weit weg von den Plätzen der
Olympischen Spiele. Ausserdem ist er tatsächlich in der heissesten
Tageszeit am schlimmsten, und deshalb haben die Organisatoren der
Spiele die meisten Veranstaltungen auch auf den kühleren Morgen und
in die Abendstunden verlegt.

+ + + + +

- 7 -

�25. April 1984

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG 1984

- (AD) - Nach Angaben der Nationalen Wissenschaftsstiftung der Vereinigten Staaten (National Science Foundation - NSF) stellt die amerikanische Bundesregierung im Jahr 1984 ca. 45,5 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Gegenüber 1983 bedeutet dies (inflationsbereinigt)
eine Steigerung um 12 Prozent. Knapp 75 Prozent der vorgesehenen Aufgaben
sind Auftragsprojekte für Wirtschafts-, Industrie- und Universitä'tslaboratorien, der Rest wird in regierungseigenen Instituten durchgeführt. Alles in
allem entfallen 68 Prozent der Mittel auf Entwicklung, 18 Prozent auf angewandte Forschung und 14 Prozent auf Grundlagenforschung. Federführend für
den größten Anteil an Forschung und Entwicklung ist das amerikanische Verteidigungsministerium (29,7 Milliarden Dollar). Es folgen das Energieministerium
(4,5 Milliarden Dollar), das Gesundheits- und Sozialministerium (4,43 Milliarden Dollar), das Amt für Luft- und Raumfahrt - NASA - (2,46 Milliarden Dollar),
das Landwirtschaftsministerium (848 Millionen Dollar) und das Verkehrsministerium (520 Millionen Dollar). Weitere Bundesbehörden verwalten Beträge zwischen
120 und 330 Millionen Dollar; die NSF selbst 1,24 Milliarden Dollar.

Die gesamten

Postfach 20 03 00 Tel.:0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Die gesamten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in den Vereinigten Staaten im Jahr 1984 schätzt das Battelle Memorial-Institut auf
94,2 Milliarden Dollar. Die Differenz zu den Bundesmitteln wird von privater
Seite (einschließlich der zahlreichen Stiftungen) aufgebracht.

+ + + + +

�25. April 1984

MIKROELEKTRONIK FÜR DIE BIOMEDIZIN

- (AD) - An der Entwicklung von Temperatursensoren auf der Basis von
Silizium-Chips arbeitet seit 1977 Phillip Barth unter der Leitung von Prof.
James Angell (Stanford-Universität, Department für Elektrotechnik). Sie
sind zur Temperaturkontrolle im Tumorgewebe bei der sogenannten Überwärmungstherapie bestimmt, durch die Tumorzellen weitgehend zerstört werden
sollen. Die Sensoren sind durch feine Golddrähte miteinander verbunden und
in einen dünnen Polyamid-Mantel eingebettet, der Körpergewebe gegenüber praktisch neutral ist, so daß die Sensorkette für Stunden oder sogar über einige
Tage im Körper verbleiben kann. Die Erprobung geschieht vorerst noch in Tierversuchen.
Die lokale Überwärmung auf 43°C wird mittels Ultraschall oder Mikrowellen erzeugt. Jedoch ist es, so Barth, nicht möglich, im Voraus zu berechnen, wieviel Wärmeenergie benötigt wird, um im Tumor die "therapeutische Temperatur" zu erzielen. Deshalb ist das Ende der vorsichtig in den Tumor eingesetzten Sensorkette mit einem elektronischen Oszilloskopschirm oder einem
auf Mikrocomputerbasis arbeitenden Instrument verbunden, um an 20 Meßpunkten
im Tumor und eventuell auch im umgebenden Gewebe die Temperatur laufend zu

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�laufend zu kontrollieren.

"Nur wenn man die tatsächliche Temperatur im Tumor-

gewebe kennt", so Barth, "kann man beurteilen, was wirklich geschieht."
Im September 1983 wurde die Patentschrift zu dem Verfahren eingereicht;
mit der Firma Clinitherm in Dallas (Texas) schloß die Stanford-Universität
einen zeitlich begrenzten Lizenzierungsvertrag, um das Verfahren der Hyperthermie-Kontrolle möglichst ohne Verzögerung der praktischen Anwendung
zugänglich zu machen.

Außerdem sind Entwicklungsarbeiten im Gang, um es in

der Kombination von Temperatur- und Drucksensoren in die Prothesen- und Robotertechnik einzuführen.

- 2 -

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9375">
              <text>25.04.1984</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9376">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="9377">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13706">
              <text>Amerikadienst 25.04.1984</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13707">
              <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reagan wünscht Wiederaufnahme der Abrüstungsgespräche&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Erklärung des Präsidenten vom 19. April 1984 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA fordern völliges Verbot chemischer Waffen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Ausführungen von US-Vizepräsident Bush vor der Genfer Abrüstungskonferenz -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurzinformation über die amerikanische Initiative zum Verbot chemischer Waffen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Herausgegeben vom Weißen Haus am 18. April 1984 -&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Hintergrundmaterial&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die XXIII. Olympischen Spiele in Los Angeles&amp;nbsp;&lt;br /&gt;- (1) Los Angeles - eine Vielvölkerstadt -&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wissenschaft und Technik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Forschung und Entwicklung 1984&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mikroelektronik für die Biomedizin&amp;nbsp;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
